Entstehung und Ausbreitung der Alchemie

By Edmund von Lippmann

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Title: Entstehung und Ausbreitung der Alchemie

Author: Edmund von Lippmann

Release date: January 14, 2026 [eBook #77700]

Language: German

Original publication: Berlin: Verlag von Julius Springer, 1919

Credits: Peter Becker and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was produced from images generously made available by The Internet Archive)


*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ENTSTEHUNG UND AUSBREITUNG DER ALCHEMIE ***

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                     Anmerkungen zur Transkription

  Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1919 so weit
  wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler
  wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr
  verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.

  Unterschiedliche Schreibweisen bei Orts- und Personennamen wurden
  nicht korrigiert, sofern diese jeweils mehrfach im Text vorkommen;
  dies gilt insbesondere für das Setzen von Akzenten.

  Es wurde versucht, einige der alchemistischen Symbole durch
  entsprechende Sonderzeichen direkt darzustellen. Wo dies nicht
  möglich war, verbleibt der Hinweis [Symbol].

  Die Verweise auf S. XVI zu den Ergänzungen und Nachträgen am Ende des
  Buches finden sich im laufenden Text. Zudem wurde die Liste der
  Druckfehler bereits in den Text eingearbeitet.

  Besondere Schriftvarianten werden im vorliegenden Text mit Hilfe der
  folgenden Symbole gekennzeichnet:

        kursiv:      _Unterstriche_
        fett:        =Gleichheitszeichen=
        gesperrt:    +Pluszeichen+
        Kapitälchen: ~Tilden~

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                      ENTSTEHUNG UND AUSBREITUNG

                                  DER

                               ALCHEMIE

                          MIT EINEM ANHANGE:

                  ZUR ÄLTEREN GESCHICHTE DER METALLE

                   EIN BEITRAG ZUR KULTURGESCHICHTE

                                  VON

                PROF. ~Dr.~ =EDMUND O. ~VON~ LIPPMANN=

         DR.-ING. E. H. DER KGL. TECHN. HOCHSCHULE ZU DRESDEN
         DIREKTOR DER „ZUCKERRAFFINERIE HALLE“ IN HALLE A. S.

                            [Illustration]

                                BERLIN

                      VERLAG VON JULIUS SPRINGER

                                 1919




   Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen,
                             vorbehalten.

             Copyright 1918 by Julius Springer in Berlin.




                               GEWIDMET

                          MEINER LIEBEN FRAU,

           DEREN VERSTÄNDNISVOLLE TEILNAHME UND UNERMÜDLICHE
           FÜRSORGE DIE VOLLENDUNG DIESES WERKES IN SCHWERER
                       ZEIT ALLEIN ERMÖGLICHTE,

                   SOWIE DEM ANDENKEN IHRES BRUDERS,
                    MEINES FRÜHVERLORENEN SCHWAGERS

                          Dr. AUGUST MÜLLER,

             PROFESSORS DER ORIENTALISCHEN SPRACHEN AN DER
                     UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG,

              DES ERSTEN FÖRDERERS MEINER GESCHICHTLICHEN
                               ARBEITEN.




Vorrede.


Die Geschichte der Alchemie ist nach ~Kopp~ „die Geschichte eines
Irrtums“[1]. Die Seltsamkeit seiner Natur, die Größe seines
Beharrungsvermögens und die Bedeutsamkeit seiner Folgen stempeln
ihn in gleicher Weise zu einem der merkwürdigsten im Gesamtgebiete
der Kulturentwicklung. Daß die Kunst des Gold- und Silbermachens
ungefähr seit Beginn unserer Zeitrechnung den Anspruch erheben und
auch festhalten konnte, eine tatsächliche zu sein, obwohl sie im
Verlaufe von fast zwanzig Jahrhunderten niemals auch nur das geringste
nachweisbare Ergebnis, geschweige denn einen dauernden Erfolg zu
verzeichnen hatte, möchte zunächst unbegreiflich, ja unfaßbar
erscheinen! Einige Aufklärung gewähren indessen Beispiele, die
verwandten Gebieten zu entnehmen sind, z. B. jenem der Astrologie, über
die es im 2. Teile des „Faust“ heißt[2]:

    „Empfangt mit Ehrfurcht sterngegönnte Stunden:
    Durch magisch Wort sei die Vernunft gebunden;
    Dagegen weit heran bewege frei
    Sich herrliche verwegne Phantasei.
    Mit Augen schaut nun was Ihr kühn begehrt,
    Unmöglich ist’s, drum eben glaubenswert.“

Von solchem Glauben gilt, was ~Uhland~ in den „Schriften zur
Geschichte der Dichtung und Sage“ ausspricht[3]: „Aller Zauberglaube
beruht auf dem Gefühle der Abhängigkeit von Kräften, deren Wirken
ein Unbegriffenes ist und eben darum auch für ein Grenzenloses
angesehen werden kann; ... da wird denn ... eine Formel gesucht,
welche, die Sinne treffend, unmittelbar das Geheimnis in sich
schließt.“ Hinsichtlich derartiger Gefühle und Formeln wieder sagt
~Bouché-Leclercq~ ebenso geistvoll wie treffend[4]: „Lehren, die sich
auf den +Glauben+ berufen, müssen ihren Ursprung verbergen und in eine
möglichst entlegene Vorzeit zurückversetzen, um der Kritik zu entgehen.
Sie +suchen+ die Wunder, und zwar die ‚alten‘, als spezifische
Kennzeichen göttlicher Werke oder Wahrheiten, und wünschen nicht, daß
ihnen Einsicht das Vergnügen des Glaubens verderbe. Den +Glauben+ der
Menschen erfüllt aber +das+, was sie hoffen, daher geht er aus jeder
Widerlegung durch die Erfahrung immer wieder siegreich hervor; auch ist
die Fähigkeit zu glauben unbegrenzt, und was man voraussetzt sieht man
auch, oder sah es doch in früherer Zeit, als die Menschen noch bessere
Augen hatten.“ -- Die so geschaute „geheime“ Wahrheit stellen nun die
bevorzugten Geister, die mit ihr begnadet sein wollen, dem harrenden
Chorus der Urteilslosen dar, und zwar unter dem „geziemenden“ Schleier
jener nebelhaften und mystischen Andeutungen, die ihren Eindruck auf
die große Masse niemals verfehlen. Schon ~Lucretius~ versichert[5]:

    „Alles bewundern die Toren und lieben es über die Maßen,
    Was man verblümt ihnen sagt, mit recht verschrobenen Worten,“

und über die maßgebende Rolle der Zeit hierbei äußert sich ein
orientalischer Geistesverwandter[6]:

    „Was töricht schien von Anbeginn,
    Woran kein Weiser sich beteiligt, --
    Rollt ein Jahrtausend drüber hin,
    Erscheint’s ehrwürdig und geheiligt.
    Und bringt es den Verstand auch ins Gedränge,
    Wirkt es doch mächtig auf die Menge.“

Wird aber das Dunkel der Autoren allmählich doch gar zu sehr als
solches empfunden, dann betritt, es zu lichten, die Schar der
Kommentatoren den Schauplatz; über ihr Treiben ergeht sich schon ein
altindischer Kenner in bewegter, leider nur allzu berechtigter Klage[7]:

    „Wenn der Sinn höchst unverständlich,
    Sagen sie, er sei ganz klar;
    Wenn er leicht zu fassen war,
    Schwätzen breit sie und unendlich.
    Durch den Schwall der Wortgeflechte,
    Wo er gar nicht angebracht,
    Wird der Hörer irr gemacht,
    Wird verdunkelt ihm das Rechte,
    Bis er schließlich, ganz verloren
    Abseits steht, wo keines Bleibens,
    Fern vom Wege! Also treibens
    Schon seit je Kommentatoren.“

                              ——————————

Allen den aus dem Vorstehenden ersichtlichen Schwierigkeiten wird
vereint begegnen, wer sich mit der Geschichte der Alchemie beschäftigt.
Mich selbst hat hierzu das Bestreben veranlaßt, nach Aufklärung der
eingangs angedeuteten, kulturgeschichtlich wie psychologisch gleich
fesselnden Probleme zu suchen: wie und wo ist der Glauben an das Gold-
und Silbermachen entstanden, und durch welche Umstände begünstigt
konnte er sich ausbreiten und dauernd erhalten? Als ich mir vorsetzte,
diese Fragen einer ausreichenden Beantwortung entgegen zu führen, hielt
ich eine solche, wie das auch dem schon Erfahreneren immer wieder
begegnet, für weitaus einfacher als sie sich im Laufe fortschreitender
Untersuchung erwies; schon bevor mein Irrtum endgültig zutage trat, war
jedoch so viele Mühe und Zeit aufgewandt, daß ich sie hinterher nicht
verloren geben konnte und mochte, nun vielmehr erst recht trachtete,
ganze Arbeit zu leisten. Während mehr als zwei Jahrzehnten betrieb ich
daher, soweit berufliche und ältere wissenschaftliche Verpflichtungen
von vielerlei Art es zuließen, die erforderlichen Studien auf allen den
zugehörigen, sehr mannigfaltigen Gebieten, denen der Chemiker meist so
gut wie völlig fernsteht und in die er sich daher erst einzuarbeiten
hat. Zu einem endgültigen Abschlusse, insoweit ein solcher überhaupt
erreichbar ist, war ich noch nicht gelangt, als der Weltkrieg ausbrach.
Für den Leiter eines großen industriellen Unternehmens galt es, der
voraussichtlich äußersten Inanspruchnahme seiner Kräfte dauernd
gewachsen zu bleiben; dies aber, so fühlte ich, war nur möglich,
wenn der Anstrengung des Berufes ein Gegengewicht geschaffen wurde,
und zwar in Gestalt einer gänzlich fernliegenden, hierdurch aber
ablenkend wirkenden Tätigkeit. So begann ich denn mit der Abfassung
und Niederschrift des vorliegenden Werkes, und war so glücklich, es
nicht nur vor etwa Jahresfrist im wesentlichen zu vollenden, sondern
auch einem Verleger zu begegnen, der sich sogleich bereit erklärte,
trotz der allbekannten, fast unglaublichen Schwierigkeiten, den Druck
umgehend zu beginnen und nach Möglichkeit zu fördern. Hierfür habe ich
der Firma ~Julius Springer~ ganz besonderen Dank auszusprechen.

Die Eigenart des behandelten Gegenstandes und seine Verzweigung nach
den verschiedensten Richtungen erweckte das dringende Verlangen,
der Drucklegung nicht ohne jene Mitarbeit und Berichtigung seitens
nachprüfender Fachmänner näher zu treten, die nach einem schönen
Ausspruche ~Reitzensteins~[8] „den einzigen Lohn bildet, den ehrliche
Arbeit sich wünscht“. In dieser Richtung fand ich, wie bei Herausgabe
meiner früheren Werke so auch diesmal, das erfreuendste Entgegenkommen:
Gelehrte allerersten Ranges auf altphilologischem, orientalischem,
paläographischem und religionsgeschichtlichem Gebiete, die Herren
Geheimräte und Professoren ~G. Jacob~ in Kiel, ~R. Reitzenstein~ in
Göttingen, ~J. Ruska~ in Heidelberg und ~C. Wessely~ in Wien erklärten
sich bereit, die Korrekturen mitzulesen und hierdurch ein Opfer an
Arbeitslast und Zeitverlust auf sich zu nehmen, das angesichts der
gegebenen Umstände gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Die
Herren Geheimräte Prof. Dr. ~R. Reitzenstein~ und ~G. Jacob~ sahen
sich allerdings veranlaßt, bald nach Vollendung des 1. Abschnittes
zurückzutreten; die übrigen beiden Herren hielten jedoch bis zum
Schlusse mit durch, und Herr Geheimrat Prof. Dr. ~G. Jacob~ hatte
noch die Güte, seine Herren Kollegen Prof. Dr. ~W. Jaeger~ und ~H.
Prinz~ für die Durchsicht einiger besonderer Kapitel zu gewinnen.
Ihnen allen möchte ich auch an dieser Stelle nochmals und aus ganzem
Herzen wahren und aufrichtigen Dank darbringen, und ich bin überzeugt,
daß die Leser, von gleichem Gefühle beseelt, voll in ihn einstimmen
werden. Die mir mitgeteilten kleineren Berichtigungen konnten mit
vereinzelten Ausnahmen noch im Texte verwertet werden; größere Zusätze
hingegen mußten, da Abänderungen des einmal fertigen Satzes tunlichst
zu vermeiden waren, unter Bezeichnung mit dem Namen ihres Urhebers
in die Nachträge wandern. Diese haben hierdurch einen mehr wie
gewöhnlichen Umfang angenommen, da aber ihr Inhalt in den Registern
noch mit berücksichtigt ist, dürfte der Übelstand nicht allzu fühlbar
hervortreten. Daß für die Art, in der die empfangenen Ratschläge
verwertet wurden, ich allein verantwortlich bin, bedarf wohl keiner
ausdrücklichen Hervorhebung; nochmalige Rückfragen zur Behebung
einzelner Zweifel oder Unklarheiten machten die Zeitumstände meist
unmöglich.

Für mancherlei wichtige Auskünfte, die mir mündlich oder schriftlich im
Laufe langer Jahre zuteil wurden, bin ich ferner großen Dank schuldig:
den Herren Geheimräten und Professoren ~C. Brockelmann~, ~H. Diels~,
~A. Grünwedel~, ~E. Kautzsch~ (†), ~R. Kobert~, ~F. X. Kugler~, ~H.
Moissan~ (†), ~Th. Nöldeke~, ~R. Pischel~ (†), ~F. v. Richthofen~ (†),
~H. Suchier~ (†), ~A. Tschirch~, ~E. Wiedemann~ und ~G. Wissowa~.

Was die benützten Quellen anbelangt, so suchte ich zunächst der
Anweisung zu folgen, die ~Burckhardt~ in seiner „Griechischen
Kultur-Geschichte“ gibt[9]: „Es steht in den alten Autoren noch so
vieles Merkwürdige, das Wenige beachten; ... zum Ganzdurchlesen der
Autoren muß uns die Einsicht bestimmen, daß das, was für +uns+ wichtig
ist, nur +wir+ finden.“ Demgemäß strebte ich also, die Quellenschriften
tunlichst aus eigener Anschauung kennen zu lernen; hierbei stieß
ich aber auf schwerwiegende Hindernisse, denn ich besitze zwar eine
gründliche gymnasiale, aber keine eigentlich philologische Vorbildung,
und bin zudem keines Wortes einer orientalischen Sprache mächtig,
blieb also betreff der so zahlreichen und wichtigen Werke arabischer,
syrischer und persischer Herkunft lediglich auf Übersetzungen
angewiesen. Auf diesem Gebiete war daher die Unterstützung durch
orientalistische Fachgelehrte von ausschlaggebender Bedeutung, und
ich muß namentlich den selbstlosen, wahrhaft unermüdlichen Eifer
hervorheben, mit dem Herr Prof. Dr. ~J. Ruska~ nicht nur für sachliche
Berichtigung und Verbesserung sorgte, sondern auch für Durchführung
einer einheitlichen Schreibung der Namen und Bezeichnungen, die
den gegenwärtig anerkannten Grundsätzen entspricht[10]. Für einige
Ungleichheiten, die trotzdessen (hauptsächlich im ersten Drittel des
Buches) stehen blieben und +mir+ zur Last fallen, habe ich angesichts
des durch die Zeitumstände und zuweilen auch noch durch Postsperren
verzögerten Eingangs der versandten Korrekturen um Nachsicht zu bitten.

Hinsichtlich der griechischen Alchemisten bedingte den größten
Mißstand die Tatsache, daß die von ~Berthelot~ veranstaltete Ausgabe
an erheblichen Mängeln und Unzuverlässigkeiten sowohl des Textes wie
der Übersetzung leidet, nichtsdestoweniger aber benützt werden +muß+,
weil sie die einzige vorhandene ist. Die unumgängliche allgemeine
Auseinandersetzung mit ~Berthelot~ als Historiker habe ich in die
Nachträge verwiesen, teils um mich zuvörderst mit kurzen Andeutungen
begnügen zu können, teils weil am Schlusse des Werkes auch der Leser
selbst ein gewisses eigenes Urteil gewonnen haben wird. Die wirklichen
Verdienste jenes großen Mannes verkleinern zu wollen, lag mir dabei
fern; wo ich aber, im Dienste der Wissenschaft nach Wahrheit und
Gerechtigkeit strebend, ihm zu nahe getreten sein sollte, bin ich,
soferne mir dies nachgewiesen wird, zum Widerrufe gerne bereit.

Daß ich nicht den Anspruch erheben könne und wolle, den Anforderungen
der Vertreter philologischer oder anderer +Sonder+gebiete zu genügen,
war mir von vornherein klar; als ich dieserhalb meinen verewigten
hochverehrten Freund Prof. Dr. ~E. Kautzsch~ um Rat fragte, lautete
seine Antwort: „Leisten Sie, was +Sie+ können, nachher kommen die
Fachgelehrten und bauen weiter, aber +ohne+ die Vorarbeit kommen sie
+nicht+.“ Demgemäß verfuhr ich, und mein Buch wendet sich also in
erster Linie an Chemiker, Naturforscher und Allgemein-Gebildete. Diese
sind jedoch heutzutage fast durchwegs des Lateinischen kaum mehr, des
Griechischen gar nicht mächtig; daher habe ich alles Fremdsprachige
in Übersetzung wiedergegeben, den griechischen Fachworten aber, da
der geschichtliche Zweck ihre Beibehaltung unbedingt erforderte,
in der Regel eine Umschrift in lateinischen Buchstaben beigefügt
und die richtige Aussprache durch Angabe der Akzente gesichert. Wer
solche Ausdrücke als für seine Zwecke entbehrlich erachtet, mag ganz
über sie hinweglesen. Das oft arg verderbte Griechisch der Papyri
chemischen Inhaltes, mit seinen zahlreichen Entstellungen von Worten,
Vertauschungen von Vokalen, Auslassungen von Akzenten u. dgl., haben
die Herren Mitleser der Korrekturen nach Ermessen abgeändert und
verbessert.

Seinem Titel entsprechend behandelt mein Werk nicht die +gesamte+
Geschichte der Alchemie, sondern die ihrer +Entstehung+ und
+Ausbreitung+. Gerade diese Frühzeit lag nämlich, trotz aller
bisherigen rühmlichen Arbeiten, immer noch in tiefem Dunkel und war der
Aufklärung besonders bedürftig; für die spätere Periode hingegen, die
etwa im 11. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Alchemie in Südeuropa
einsetzt und erst an der Schwelle der neuesten Zeit abschließt, liegen
bereits treffliche und reichhaltige Darstellungen verschiedener
Richtung vor, die insbesondere auch auf die Rolle der „Schwärmer und
Schwindler“, sowie auf die oft höchst abenteuerlichen persönlichen
Schicksale der „Meister und Adepten“ in gründlicher Weise eingehen.
Vom wissenschaftlichen Standpunkte aus bieten übrigens jene langen
Jahrhunderte nicht das geringste Neue; es taucht auch nicht +ein+
Gedanke auf, der den engen Umkreis urväterischer Tradition überschritte.

In der Darstellung befleißigte ich mich möglichster Knappheit und
Verständlichkeit. Eigene erklärende Zusätze sind in eckige Klammern
[] gesetzt, um sie von den in runden () stehenden, den Originalen
angehörigen, deutlich zu unterscheiden. Fremdworte trachtete ich zwar
zu vermeiden, schloß sie aber nicht grundsätzlich aus; sie blieben
stehen, wo sie ohne weiteres das gewünschte Verständnis sichern,
während Umschreibungen erst selbst einer Erklärung bedürfen, ferner wo
sie größere Kürze gewährleisten, endlich auch wo sie Abwechslung im
Ausdruck zulassen.

Über die benützten Quellen habe ich +sehr+ reichliche Angaben
beigefügt, die eine weitgehende Nachprüfung gestatten, und hierdurch
zur Aufklärung von Irrtümern oder Mißverständnissen führen sollen,
die mir trotz aller Bemühungen zweifellos unterlaufen sein werden.
Titel, Verlagsorte und Erscheinungsjahre der Werke wurden stets genau
angeführt; einfach beigesetzte Zahlen sind die der betreffenden
Seiten, besteht aber ein Werk aus +mehreren+, oder aus einer Reihe von
Bänden, so geben die +ersten+ Zahlen die Bände, die +zweiten+ (und
die folgenden) die Seiten an, also z. B. ~Zeller~, „Die Philosophie
der Griechen“ 1, 509 = Bd. 1, S. 509, ~Wiedemann~, „Beiträge zur
Geschichte der Naturwissenschaften“ 21, 118, 123 = Heft 21, S. 118 u.
123. Nur für ~Berthelots~ „Collection des Alchimistes grecs“ und „La
Chimie au moyen âge“ blieben in den ersten Bogen durch ein Versehen
römische Zahlen als Band-Angaben stehen und wurden daraufhin dann
auch weiter beibehalten. Daß ich ~Plinius~ zwar in der Regel nach
Kapiteln, einige Male aber nach Abschnitten zitierte, bemerkte ich
leider erst im Laufe der Korrektur, und konnte die betreffenden Stellen
nicht mehr abändern. Meine ausführlichen Aufsätze über Chemisches bei
~Plinius~, ~Dioskurides~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ hätten eigentlich
im vorliegenden Werke ihre Stelle finden müssen; da sie aber in meinen
„Abhandlungen und Vorträgen zur Geschichte der Naturwissenschaften“
bereits abgedruckt vorliegen, wiederholte ich nur das ganz
Unentbehrliche und begnügte mich im übrigen mit kurzen Hinweisen.

Vielfach steht die Geschichte der Alchemie in innigem Verbande mit
jener der Mineralogie und der chemischen Technologie, namentlich der
Metallurgie; diesen Zusammenhängen wurde daher allerorten besondere
Aufmerksamkeit gewidmet. Um jedoch weitgehende Zersplitterung zu
vermeiden, schien es zweckmäßig, die Hauptmenge der Nachrichten über
die ältere Geschichte der Metalle in einem besonderen Anhange (dem 6.
Abschnitte des Buches) zu vereinigen; eingehendere Berücksichtigung
fanden hierbei die kulturhistorischen und etymologischen
Gesichtspunkte, schon weil die einschlägigen Quellen dem Chemiker meist
schwer zugänglich oder ganz unbekannt sind. Der Natur der Sache nach
beschränken sich jedoch diese Darlegungen auf die sog. planetarischen
und die als Abarten von solchen angesehenen Metalle, sowie auf ihre
Legierungen.

Inhalts-Verzeichnisse sind vier vorhanden: 1. das der griechischen
Worte, einschließlich gewisser dogmatischer Redensarten, 2. das der
angeführten Schriftsteller und Werke, 3. das der geographischen, Eigen-
und Völker-Namen, 4. das sachliche. Ihre Abgrenzung war oft schwierig,
und es bleibt zu beachten, daß das nämliche Wort in verschiedenen
Registern vorkommen kann, z. B. ~Hermes~ als Autor in 2., als Gott in
3., als Planet in 4., ebenso z. B. λόγος in 1. und Logos in 4. Auf
der Suche nach Ausdrücken, die aus +zwei+ Worten bestehen, wird man
unter Umständen bei +beiden+ nachzuschlagen haben, also z. B. betreff
ἱερά τέχνη bei ἱερός und bei τέχνη. Die Seitenzahlen, die sich auf die
betreffenden Hauptstellen sowie auf die erstmaligen genauen Anführungen
der Büchertitel beziehen, sind durch fetten Druck hervorgehoben.

Für das mühevolle Ausziehen der Inhalts-Verzeichnisse, sowie für
vielerlei andere Schreib- und Hilfsarbeiten gelegentlich der
Fertigstellung der Druckvorlagen und der Erledigung der Korrekturen
habe ich neben mehreren Mitgliedern meiner Familie auch Fräulein
~Elfriede Braeuer~, Chemikerin der „Zuckerraffinerie Halle“, herzlichen
Dank zu sagen.

Auf die Genauigkeit der Register ist größte Sorgfalt verwendet worden,
dennoch zweifle ich nicht daran, daß manche Fehler stehen geblieben
sind; den Lesern, die solche hier oder auch an anderen Stellen des
Werkes bemerken, wäre ich für freundliche Mitteilung sehr verbunden,
damit ich sie an geeignetem Orte zu berichtigen vermöge. Überhaupt
dürfte niemand rein sachlicher über das Erreichte denken, als ich
selbst; ich halte mich an ~Goethes~ Ausspruch in der Vorrede zum ersten
Bande seiner wesentlich der Kunstgeschichte gewidmeten Zeitschrift „Die
Propyläen“ (1798), woselbst es heißt: „... unsere Absicht war, ...
wenn wir gleich nicht voraussetzen, die nötige Arbeit selbst vollenden
zu können, dennoch teils im ganzen eine Übersicht zu geben, teils im
einzelnen die Ausführung einzuleiten“.

  +Halle+ a. S., den 8. Oktober 1918.

                                                    =Der Verfasser.=




Inhalt.


                                                                   Seite

  =Erster Abschnitt: Die Überreste der alchemistischen Litteratur=     1

  1. +Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer
     Papyrus+                                                          1

    I. Leidener Papyrus                                                4

   II. Stockholmer Papyrus                                            10

  2. +~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~)+                             27

  3. +~Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios~+                         46

    a) ~Pammenes, Maria~                                              46

    b) ~Kleopatra, Komarios~                                          50

  4. +Pseudepigraphen    der   ersten    Jahrhunderte: ~Hermes,
     Agathodaimon,  Isis, Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos,
     Moses, Johannes~+                                                53

    a) ~Hermes~                                                       55

    b) ~Agathodaimon~                                                 60

    c) ~Isis~                                                         63

    d) ~Chimes~                                                       65

    e) ~Ostanes~                                                      66

    f) ~Petesis~                                                      67

    g) ~Jamblichos~                                                   68

    h) ~Moses~ (~Pseudo-Moses~)                                       68

    i) ~Johannes~                                                     70

  5. +Papyrus ~Kenyon~; ~Afrikanos, Zosimos~+                         73

    a) Papyrus ~Kenyon~                                               73

    b) ~Afrikanos~                                                    74

    c) ~Zosimos~                                                      75

  6. +~Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios~+                    93

    a) ~Pelagios~                                                     93

    b) ~Pibêchios~                                                    94

    c) ~Heliodoros~                                                   95

    d) ~Synesios~                                                     96

  7. +~Olympiodoros~+                                                 98

  8. +~Philosophus   Christianus,   Stephanos;   Herakleios,
     Justinianus; Philosophus   Anonymus;   Pappos,   Kosmas;
     Theophrastos,   Hierotheos,   Archelaos;    Salmanas,
     Psellos, Nikephoros~+                                           102

    a) ~Philosophus Christianus~                                     102

    b) ~Stephanos von Alexandria~                                    103

    c) ~Herakleios (Heraklios)~ und ~Justinianus~                    105

    d) ~Philosophus   Anonymus (Anepigraphos)~                       106

    e) ~Pappos~                                                      107

    f) ~Kosmas~                                                      107

    g) ~Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos~             108

    h) ~Salmanas~                                                    108

    i) ~Psellos~                                                     109

    k) ~Nikephoros~                                                  110

  9.  +Technische Abhandlungen und Vorschriften+                     110


  =Zweiter Abschnitt: Die Quellen der alchemistischen Lehren=        118

  I. +Die griechische Philosophie+                                   118

    1. ~Die Vorsokratiker~                                           118

      a) Die jonischen Philosophen: ~Thales, Anaximenes,
         Anaximander, Heraklit~                                      120

      b) ~Pythagoras~; die Pythagoräer (~Alkmaion, Philolaos~); die
      Orphik                                                         123

      c) Die Eleaten: ~Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos~      128

      d) ~Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos~             130

    2. ~Platon~ und ~Aristoteles~                                    134

      a) ~Platon~                                                    134

      b) ~Aristoteles~                                               139

    3. Die Stoïker                                                   144

    4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie:
    die Neuplatoniker und die Schule von Athen                       152

      a) Die Neupythagoräer                                          152

      b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie                      155

      c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen                     157

  II. +Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands+          161

    1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens                    161

      a) Babylon und das Zweistromland                               162

      b) Persien                                                     172

    2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens                        176

    3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands                   185

  III. +Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus+              189

      a) Alexandria (der Schauplatz)                                 189

      b) Die stoïsche Lehre                                          195

      c) Die Astrologie                                              202

      d) Apokryphen und Pseudepigraphen                              221

      e) ~Hermes~ und die Hermetik                                   224

      f) Die Gnostik                                                 235

      g) Der Mithrasdienst                                           247

      h) Die Ssâbier und Mandäer                                     251


  =Dritter Abschnitt: Chemie und Alchemie=                           261

    1. Die Technik in Ägypten                                        261

    2. Die Entstehung der Alchemie                                   275

    3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens                 282

    4. Herkunft des Namens Chemie                                    293

    5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und
    Namen                                                            314

    6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften        327

      a) ~Pseudo-Demokritos~                                         327

      b) ~Ostanes~                                                   333

      c) Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~                             335

      d) ~Zosimos~                                                   337

      e) ~Pibêchios~                                                 339

      f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen
         Alchemisten                                                 340

    7. Alchemistische Zeichen und Symbole                            347


  =Vierter Abschnitt: Die Alchemie im Orient=                        355

    1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften                   355

      a) Buch des ~Krates~                                           359

      b) Buch des ~Alhabib~                                          361

      c) Buch des ~Ostanes~                                          362

      d) Gespräche des ~Markos~                                      363

      e) ~Dschabir Ibn Hajjan~                                       363

    2. Die „Schriften der Treuen Brüder“                             369

    3. Das „Steinbuch des ~Aristoteles~“                             382

    4. Syrische Schriften                                            388

      a) Ältere Schriften                                            389

      b) Jüngere Schriften                                           391

      c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit                            394

    5. Spätere Araber                                                396

    6. Die Alchemie in Indien und Tibet                              429

    7. Chemie und Alchemie in China                                  449


  =Fünfter Abschnitt: Die Alchemie im Occident=                      462

    1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300           462

    2. Die Alchemie nach 1300                                        495


  =Sechster Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle=  517

    1. Gold                                                          519

    2. Silber                                                        527

    3. Elektron                                                      530

    4. Kupfer                                                        537

    5. Bronze                                                        549

    6. Messing                                                       570

    7. Blei                                                          574

    8. Zinn                                                          577

    9. Zink                                                          591

   10. Quecksilber                                                   600

   11. Eisen                                                         607

   12. Antimon                                                       629


  =Nachträge=: 1. ~Berthelot~ als Historiker                         647

             2. Zusätze und Berichtigungen                           659


    I. Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten            683

   II. Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke          691

  III. Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen       708

   IV. Sachverzeichnis                                               718




Verzeichnis der Abkürzungen für die Titel einiger besonders oft
angeführten Werke.


  Alch.: ~Kopp~, „Die Alchemie in älterer und neuerer Zeit“ (Heidelberg
  1886).

  A. Med.: „Archiv für Geschichte der Medizin“ (Leipzig 1908 ff.).

  A. Nat.: „Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der
  Technik“ (Leipzig 1909 ff.).

  Arch.: ~Berthelot~, „Archéologie et histoire des sciences“ (Paris
  1906).

  A. Rel.: „Archiv für Religionswissenschaft“ (Freiburg 1898 ff.;
  Leipzig 1904 ff.).

  Beitr.: ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig
  1869 ff.).

  Blümner: ~Blümner~, „Technologie und Terminologie der Gewerbe und
  Künste bei Griechen und Römern“ (Leipzig. 1: 1912; 2: 1879; 3: 1884;
  4: 1887).

  Coll.: ~Berthelot~, „Collection des anciens alchimistes grecs“ (Paris
  1888).

  Deussen: ~Deussen~, „Allgemeine Geschichte der Philosophie“ (Leipzig.
  1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (2): 1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1912; 2
  (3): 1917).

  Ed. Meyer „Alt.“: ~Eduard Meyer~, „Geschichte des Altertums“
  (Stuttgart. 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901; 4: 1901; 5:
  1902).

  Entw.: ~Kopp~, „Die Entwicklung der Chemie in der neueren Zeit“
  (München 1873).

  Forrer „R. L.“: ~Forrer~, „Real-Lexikon der prähistorischen,
  klassischen und frühchristlichen Altertümer“ (Berlin 1907).

  Forrer „Urg.“: ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart
  1908).

  Gesch.: ~Kopp~, „Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1843 ff.).

  Gesch.-Blätter: „Geschichtsblätter für Technik, Industrie und
  Gewerbe“ (Berlin 1914 ff.).

  Hoefer: ~Hoefer~, „Historie de la chimie“ (Paris 1866).

  Hoops: ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“
  (Straßburg 1911 ff.).

  Intr.: ~Berthelot~, „Introduction à l’étude de la chimie des anciens
  et du moyen-âge“ (Paris 1889).

  Mâ.: ~Berthelot~, „La chimie au moyen âge“ (Paris 1893)[11].

  M. G. M.: „Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der
  Naturwissenschaften“ (Hamburg und Leipzig 1902 ff.).

  Or.: ~Berthelot~, „Les origines de l’alchimie“ (Paris 1885).

  PW.: ~Pauly-Wissowa~, „Realenzyklopädie des klassischen Altertums“
  (Stuttgart 1894 ff.; die zweite Serie ist mit 1a ff. bezeichnet).

  Ro.: ~Roscher~, „Lexikon der griechischen und römischen Mythologie“
  (Leipzig 1884 ff.).

  Schrader „R. L.“: ~Schrader~, „Real-Lexikon der indogermanischen
  Altertumskunde“ (Stuttgart 1901).

  Schrader „Urg.“: ~Schrader~, „Sprachvergleichung und Urgeschichte“
  (Jena 1907).

  Zeller: ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ (Leipzig. 1: 1892; 2
  (1): 1889; 2 (2): 1879; 3 (1): 1909; 3 (2): 1903).

  (Zur Ermittlung aller übrigen Titel kann das Verzeichnis der
  benützten Schriftsteller und Werke dienen; die Seitenzahl des ersten
  Vorkommens ist in der Regel fett gedruckt.)




Hinweise auf Ergänzungen und Nachträge. Druckfehler.


+Vor+ Benutzung des Buches wolle man an den betreffenden Stellen
anmerken, daß +Ergänzungen+ und +Nachträge+ vorhanden sind:

  Zu S. 2, 5, 8, 9, 20, 21              auf  S. 659
       24, 26, 32, 35                    „   „  660
       46                                „   „  661
       47, 48, 50, 58, 60                „   „  663
       63, 64, 68, 71                    „   „  664
       71, 73, 74, 78, 81, 86, 88        „   „  665
      101, 109, 112, 116, 123, 125       „   „  666
      126, 129, 136, 156, 163, 166, 167  „   „  667
      169, 175, 176, 180                 „   „  668
      183, 184, 186, 193, 200, 202       „   „  669
      204, 210, 212, 226, 231, 232       „   „  670
      233, 236, 240, 245                 „   „  672
      248, 265, 298, 311, 315, 320       „   „  673
      328, 331, 347, 351, 353            „   „  674
      353, 357, 364, 369, 372            „   „  675
      374, 375                           „   „  676
      379, 380, 385, 388, 394,
        395, 407, 409                    „   „  677
      412, 413, 420, 424                 „   „  678
      429, 465, 490, 494, 496,
        504                              „   „  679
      510, 511, 514, 527, 534,
        541, 552, 555, 559               „   „  680
      564, 570, 576, 590, 594,
        603, 607                         „   „  681
      610, 625, 630, 635                 „   „  682

Es bezieht sich ferner auch

  auf S. 127 die Ergänzung auf S. 666
         129  „      „      „  „  667
         186  „      „      „  „  666
         195  „      „      „  „  664
         200  „      „      „  „  668
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    115        9 v. u.                Leclercq,       „   Leclerq
    151        2   „   Anmerkungen    Poseidonios,    „   Posidonios
    158        6   „       „          300 n. Chr.,    „   300 v. Chr.
    161       13 v. o.                1120,           „   120
    161       17   „                  668,            „   688
    176       10   „                  verwischten,    „   vermischten
    224        7   „                    ,             „     .
    225       17 v. u.                ferner,         „   sowie
    233       18 v. o.                  .             „     ;
    246        5 v. u.                trachten,       „   streben
    247       12   „                    .             „     ;
    256       13   „                  Altudschibi,    „   Altugibi
    258       11 v. o.                  .             „     ;
    264        2 v. u., Anmerkungen   Alidrisi,       „   Edrisi
    270       10   „                  den,            „   dem
    333        8   „                  Vorbilde,       „   Vorblide
    355        2   „   Anmerkungen    Litteraturen,   „   Litteratur
    356       19 v. o.                Omajjaden,      „   Ommajaden
    357       15   „                  omajjadisch,    „   ommajadisch
    359       11 v. u.                    „           „       „
    363        4   „                  ausgegeben,     „   angegeben
    367        7   „                  Elixir,         „   Elixier
    483       11 v. o.                omajjadisch,    „   ommajadisch
    525       14 v. u.                mythischen,     „   mythologischen
    618       11   „                  Name,           „   Namen
    658        5   „   Anmerkungen    Thomsen,        „   Thomson.




Erster Abschnitt.

Die Überreste der alchemistischen Litteratur.




1. Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer Papyrus.


Beim Absuchen eines nächst Theben in Ägypten aufgedeckten Gräberfeldes
wurden um 1828 eine größere Anzahl griechischer Papyrus-Urkunden
gefunden, deren ganz ausgezeichnete Erhaltung vermutlich ihrer
Aufbewahrung in dicht verschlossenen Mumiensärgen, vielleicht aber auch
in Steingefäßen oder Töpfen, zu danken war. Sie gelangten in Besitz des
damaligen schwedisch-norwegischen Vizekonsuls in Alexandrien, ~Johann
d’Anastasy~, der die Mehrzahl der Papyri an die holländische Regierung
verkaufte und sie in deren Auftrag 1829 der Bibliothek zu Leiden
übersandte, einige Stücke aber der „Kgl. Schwedischen Akademie der
Altertümer“ in Stockholm zum Geschenk machte, bei der sie im Jahre 1832
eintrafen.

Schon 1830 wurde durch ~Reuvens~ bekannt, daß ein als Nr. X
bezeichneter Teil der Leidener Papyri die älteste bisher an das
Licht gelangte Sammlung „chemischer Rezepte“ enthalte, doch ließ
die ausführliche Veröffentlichung durch ~Leemans~ bis 1885 auf sich
warten; aus den bis dahin allein vorliegenden Bruchstücken in der
~Reuvens~schen Ankündigung erschloß bereits 1869 ~Kopp~[12], daß
die „Rezepte“ zumeist kurze, anscheinend rein technische, oft nur
auszugsweise Vorschriften über Metallbehandlung, Färberei u. dgl.
enthielten, deren bedeutsame Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit
jüngeren, aber zweifellos bereits alchemistischen, unverkennbar sei.
~Berthelot~, der den vollständigen, von ~Leemans~ herausgegebenen Text
abdruckte und übersetzte[13], fand diese Ansichten ~Kopps~ (dessen
Namen er aber nicht erwähnt) durchaus bestätigt und betonte namentlich
auch, daß die „Rezepte“ die den ägyptischen Metall-Arbeitern und
-Fälschern geläufigen praktischen Verfahren und technischen Kniffe
noch in jener ursprünglichen Gestalt vorführen, die erst späterhin,
unter dem Einflusse magischer und mystischer Ideen, in alchemistischem
Sinne umgedeutet und umgeformt wurde. Von solchen erweist sich der
Text des Papyrus X noch als völlig frei[14], und dies ist um so
bemerkenswerter, als +andere+ Teile des Gesamt-Papyrus[15] bereits den
Einfluß derartiger Anschauungen erkennen lassen, die zum Teil jenen
gewisser religiöser Sekten des 2. und 3. Jahrhunderts nahestehen, wie
der gnostischen Markosier und Karpokratianer.

Während der „Leidener Papyrus“, wie er der Kürze wegen genannt sei, auf
diese Weise, freilich erst ein gutes halbes Jahrhundert nach seiner
Auffindung, zur öffentlichen Kenntnis gelangte, blieb der „Stockholmer
Papyrus“, dessen Vorhandensein völlig in Vergessenheit geraten war,
noch fast weitere 25 Jahre unbeachtet stehen; erst 1906 führte ein
Zufall zu seiner zweiten Entdeckung, und 1913 endlich erfolgte die
Herausgabe des griechischen Textes nebst Übersetzung und Kommentar
durch ~Lagercrantz~ in Upsala[16].

Anscheinend sind +beide+ Papyri Teile eines einzigen Grabfundes[17],
jedenfalls aber dürfen sie als „Zwillingsbrüder“ angesehen werden, da
sie äußerlich wie innerlich vollständig, und oft bis in die kleinsten
Einzelheiten, übereinstimmen[18]. Sie zeigen die nämliche, sehr
schöne und deutliche Schrift, die nach ~Reuvens~ und ~Leemans~ dem
3. Jahrhunderte n. Chr. entstammt[19], sie liegen nicht in Gestalt
von Rollen (τόμος, tómos) vor, sondern als tadellos erhaltene und
laut Nummerierung vollständige Codices, -- welche Form für Papyrus
vielleicht im 1. Jahrhundert aufzutreten beginnt, sicher aber erst vom
3. an nachweisbar ist[20] --, und besitzen endlich auch ein Format, das
als charakteristisch für die nämliche Zeit gilt[21].

Ihr Inhalt spiegelt die Erfahrungen zahlreicher Generationen wieder,
und zwar auf Grund mannigfach verzweigter, in fast allem Wesentlichen
jedenfalls unübersehbar weit hinter die Anfänge unserer Zeitrechnung
zurückreichender Überlieferungen; der Redaktor hat aus verschiedenen
Vorlagen geschöpft, und Fehler, Versehen und Wiederholungen, die teils
ihm, teils aber auch dem Abschreiber unterlaufen sind, bezeugen die
Art der bei der Zusammenstellung (meist recht geschickt) ausgeübten
Tätigkeit[22]. Auch die nachträglich[23] beigefügten Überschriften und
die oft wiederkehrende Bezeichnung „ἄλλο“ (anders) weisen auf einen
Ordner hin, der die mannigfaltigen Angaben der Quellen zu vereinigen
sucht[24]; +einer+ solchen entstammen z. B. sämtliche das Silber nebst
Zubehör betreffenden Vorschriften, die zwar beide Papyri, jedoch nicht
in der gleichen Reihenfolge, enthalten[25]. Die erwähnten Vorlagen
waren wohl Rollen[26], die dem praktischen Gebrauche dienten; die
beiden Papyrus-Codices sind dagegen offenbar Luxusabschriften, deren
Ausstattung ihrem Zwecke, nämlich der Benutzung als Totenbeigaben,
entsprach.

Die Rezepte, die oft nur wenige Zeilen, oft aber auch längere
Absätze umfassen, sind teils ausführliche, teils nur abgekürzte; die
ersteren enthalten entweder eine Beschreibung (γραφή, Graphé) oder
eine befehlende Anweisung (τάξις, Táxis), die letzteren hingegen
beschränken sich auf Angabe der zu benutzenden Stoffe, während die Art
der Anwendung dem Ausübenden entweder schon bekannt sein muß, oder ihm
nur mündlich mitgeteilt wird[27], -- denn die ehemalige Annahme, derlei
Überlieferungen seien auf Säulen und Stelen der Tempel aufgezeichnet
worden, ist unbestätigt geblieben und unhaltbar. Die Niederschriften
tragen daher in mancher Hinsicht, wie ~Berthelot~ sagt, den Charakter
eines „Aide-Mémoire“, also eines Notizenheftes, das nur einzelne, dem
Schreiber besonders wichtig erscheinende Punkte der Verfahren genauer
angibt, andere aber, als minder belangreiche oder ohnehin geläufige,
teils nur streift, teils völlig übergeht. Die ägyptischen Goldschmiede
und Kunsthandwerker, deren geschmackvoll entworfene und herrlich
ausgeführte Arbeiten noch heute die Bewunderung aller Museumsbesucher
erregen, hatten offenbar derlei „Praktiken“ im Laufe langer
Jahrhunderte allmählich zu hoher Vollendung ausgebildet und in Form
ganz bestimmter Vorschriften festgelegt, die sie, wie das zu ihren und
auch zu späteren Zeiten allgemeiner Brauch war, als Zunftgeheimnisse
hüteten. Wie frühzeitig man mit Machenschaften nahe verwandter Art auch
schon außerhalb Ägyptens vertraut war, beweisen einige bezeichnende
Stellen der antiken Litteratur; so z. B. sagt bereits ~Aristoteles~,
daß so Manches wie Silber oder Gold aussehe, was nur aus Zinn oder
Lithargyrina (wohl einer silberfarbigen Legierung) bestehe, oder bloß
mittels „Gallenfarbe“ (χολοβαφίνη, Cholobaphíne) gelb gefärbt sei, und
daß, wer es wirklich für Silber oder Gold halte, dem Manne gleiche, dem
ein Trugschluß als Wahrheit erscheint[28]. In der Tat lassen sich, wie
u. a. schon ~Salmasius~ (~Saumaise~, 1588-1653), der ausgezeichnete
Kenner der antiken Literatur und der handschriftlichen Schätze der
Pariser Bibliothek, richtig bemerkte, die Handgriffe fast aller älteren
und neueren „Gold- oder Silber-Macher“ im wesentlichen auf dreierlei
Arten von „Künsten“ zurückführen, nämlich 1. auf Veränderung der
oberflächlichen Färbung unedler Metalle durch passende Chemikalien,
oder Überziehen +solcher+ Metalle mit dünnen Schichten +edler+, zwecks
Vortäuschung massiven Goldes und Silbers durch schwache Vergoldung
oder Versilberung, 2. auf Ersatz dieser letzteren durch Firnisse und
Anstriche von entsprechendem Metallglanze, 3. auf Herstellung von
Legierungen gold- oder silberähnlichen Aussehens; alle diese Arten
finden sich auch im Leidener und Stockholmer Papyrus vertreten.

Was den näheren Inhalt der Rezepte betrifft, so beschäftigen sich
die des Leidener Papyrus (etwas über hundert an der Zahl) ganz
vorwiegend mit der Behandlung der Edelmetalle, vor allem aber
mit deren Nachahmung und Verfälschung; von den 152 Rezepten des
Stockholmer Papyrus beziehen sich hingegen auf Metalle nur 9, während
73 über Edelsteine und Perlen[29] berichten, und 70 über Färberei,
namentlich Purpurfärberei[30]. Die beiden Papyri ergänzen sich daher in
außerordentlich willkommener Weise.


I. Leidener Papyrus.

Legierungen verschiedenster Art, deren Herstellung durch ποίησις
(Poíesis, Zubereitung) oder κρᾶσις (Krásis, Vermischung) geschieht,
und die demgemäß κρᾶμμα (Krámma, Gemischtes) oder σκεύασμα (Skeúasma,
Zurechtgemachtes) heißen[31], erteilt der Leidener Papyrus sehr
allgemein auch den Namen ἄσημον (Asemon). +Asem+ ist, wie zuerst
~Lepsius~ in seiner grundlegenden Abhandlung „Die Metalle in den
ägyptischen Inschriften“ nachwies[32], bei den alten Ägyptern als
„Asemu“ der einheimische Name eines den Griechen (z. B. schon ~Homer~)
als +Elektron+ bekannten Metalles, richtiger metallischen Gemisches,
nämlich einer Silber-Gold-Legierung; sie findet sich als solche in der
Natur vor, wurde aber lange Zeiten hindurch auch künstlich dargestellt,
erstens weil sie weniger weich und daher leichter zu bearbeiten ist
als reines Gold, und zweitens weil ihr Silbergehalt dem Golde einen
eigentümlich schönen, weißlichen Glanz verleiht, der außerordentlich
geschätzt und beliebt war[33]. ~Berthelot~ glaubt, das ägyptische
Wort Asem sei schon frühzeitig mit dem zufällig gleichklingenden
griechischen ἄσημον (Asemon) identifiziert worden, das, auf Edelmetalle
angewandt, sie als „Unbezeichnete“ (der Angabe ihres Feingehaltes
Ermangelnde?) einer minderwertigen Klasse zugewiesen haben soll;
hieraus erkläre es sich, daß die neugriechische Bedeutung von ἄσημον,
d. i. Silber, zuweilen schon in älteren Schriften auftauche, und
so auch, besonders im Sinne silberähnlicher Legierungen, in der
vorliegenden[34]. Da aber in dieser „Asem“ außer den silbergleichen
auch eine große Anzahl ganz anderer und völlig verschiedener Gemische
benennt und sich demnach als sehr vieldeutiger Ausdruck erweist, muß
die Richtigkeit der ~Berthelot~schen Vermutung schon aus diesem Grunde
dahingestellt bleiben.

Von den etwa hundert Rezepten des Leidener Papyrus behandelt nicht
weniger als etwa der vierte Teil allein die Darstellung von Asem, die
ποίησις oder κρᾶσις ἀσήμου[35], die also offenbar praktisch besonders
wichtig und daher (nach ~Berthelots~ Meinung) auch für die spätere
Anknüpfung theoretischer Vorstellungen sehr bedeutsam war. Mischungen,
die zur Bereitung des Asems dienen, enthalten [neben allerlei
sonstigen als Reduktions- oder Fluß-Mittel wirksamen Zusätzen] u. a.
folgende Hauptbestandteile: 1. Zinn und Quecksilber[36]; 2. Zinn und
galatisches Kupfer (γαλατικός), d. i. Kupfer aus der Landschaft Galatia
in Kleinasien, und nicht (wie ~Berthelot~ glaubt) gallisches[37]; 3.
Zinn, Kupfer, und Silber; als Flußmittel benützt man nach Bedarf
κουφόλιθος [Kuphólithos = leichter oder lockerer Stein, an dieser
Stelle ein nicht näher angebbares Mineral, sonst oft Talk, Selenit,
Gips[38], oder dgl.], und erhält so ein Produkt, „das besser ist als
das natürliche“[39]; 4. Zinn, Blei, λιθάργυρος [Lithárgyros, hier
nicht, wie sonst oft, Bleiglätte, sondern ein Erz oder Präparat von
Silberglanz], und καθμεία [Kadmía, unreines Zinkoxyd[40] oder ein
zinkhaltiges Gestein, -- denn metallisches Zink blieb dem Altertum
und Mittelalter unbekannt][41]; 5. Orichálcum [ὠρείχαλκον, eine
kupferhaltige Masse, vielleicht Messing] und σανδαράκη λευκοθιζούση,
weißgemachtes Sandarach [d. i. das als Mineral Realgar vorkommende
rote Schwefelarsen, durch Rösten zum Teil übergeführt in weiße
Arsenigsäure, die Kupfer unter Entstehung einer silberglänzenden
Kupfer-Arsen-Legierung weiß färbt][42]; sie werden vorsichtig mit Salz
und Alaun zusammengeschmolzen[43].

Die so erhaltenen, weißlichen, gelblichen, oder rötlichen Amalgame und
Legierungen müssen für viele Zwecke noch zu hochwertig gewesen sein;
man suchte daher ihre Masse durch reichliche weitere Beimischung der
billigeren Bestandteile zu vermehren und bezeichnete derlei Kunstgriffe
mit den harmlos klingenden Namen δίπλωσις (+Díplosis+, +Verdopplung+)
und τρίπλωσις (+Tríplosis+, +Verdreifachung+). Als solche
„anreichernde“ Zusätze zum fertigen Asem werden u. a. empfohlen: 1.
Viel Kupfer, entweder gewöhnliches cyprisches[44], oder vorgereinigtes
(προκεκαθαρμένον, z. B. mit Essig, Alaun, und Salz affiniertes), das
eine besonders schöne Goldfarbe ergibt[45]; 2. Kupfer und Zinn, die
man nebst Pech (πίσση) und Asphalt (ἄσφαλτος) verschmilzt[46]; fügt
man dann, je nach Befund, noch einiges weitere Asem hinzu, so erhält
man πρῶτον ἄσημον, „Prima-Asem“, dessen Beschaffenheit selbst den
τεχνῖτης (Techniker, Werkmeister) täuscht[47]; 3. Cyprisches Kupfer,
Zinn, und Quecksilber; man kann auch noch μαγνησία oder μαγνήσις
beifügen[48], d. i. Magnesia, -- unter welchem vieldeutigen Worte hier
eine Legierung von hellweißer Farbe zu verstehen sein dürfte --, und
nachher mit Kupholith glänzend putzen[49]; 4. Vorgereinigtes cyprisches
Kupfer, goldgelbe Bleiglätte, und Bleiweiß; beim vorsichtigen
Schmelzen ergibt dieses Gemisch, dessen Rezept von ~Phimenes~ aus Saïs
herrührt, „ächt ägyptisches“ Asem[50]. Hat man seinen Vorrat an Asem
zum Teil aufgearbeitet, so kann man ihn stets wieder ergänzen, indem
man dem Überreste neue Mengen der Bestandteile beifügt, oder auch
nur immer mehr des billigsten hinzurührt, nämlich des Kupfers[51];
ein solches Gemenge heißt μάζα (Máza) ἀνέκλειπτος, „unerschöpfliche
Masse“. -- Es sei schon an dieser Stelle hervorgehoben, daß, entgegen
~Berthelot~[52] und ~Riess~[53], der Wortlaut dieser Vorschrift
keinerlei mystischen Sinn oder Nebensinn erkennen läßt, vielmehr rein
technischen Inhaltes ist: die Masse wird eben durch entsprechende
Zusätze immer aufs neue ergänzt, selbstverständlich auf Kosten ihrer
Beschaffenheit, und zwar so oft und so lange, als sie sich noch
halbwegs verwertbar erweist. Erst eine +viel spätere+ Zeit verknüpfte
das für „Masse“ gebrauchte Wort +Máza+ (μάζα, μᾶζα), das u. a. den
Brotteig bezeichnet, auch den in Gärung versetzten, sich durch
Aufschwellen anscheinend immerfort vermehrenden, mit einer schon bei
~Aristoteles~ zu findenden Andeutung[54], und setzte hiernach die
Einwirkung einer kleinen Menge Hefe auf eine große Masse von Teig in
Parallele mit jener einer kleinen Menge eigentlichen Asems auf eine
große Masse von Beimengungen; das Asem glich dann einem +Ferment+,
und mit dieser Anschauungsweise schien es in Einklang, daß die
(meist spärlichen und unklaren) quantitativen Angaben der erwähnten
Vorschriften die in Frage kommenden Zusätze fertigen Asems nur recht
gering bemessen, oft nur auf ein Achtel der Gesamtmenge[55].

Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß „Asem“ auch ganz
andere Gemische bezeichnen kann als die den Edelmetallen ähnlichen;
ein solches gewann man z. B. durch vorsichtiges Erhitzen von Asem,
Blei, und reinem Schwefel (θεῖον ἄπυρον, natürlichem, noch nicht
umgeschmolzenem Schwefel), und es bildete nach dem Erkalten und
Zerkleinern eine „nicht rostende“ Masse, schwarz wie ὀψειανόν
(Obsidian), die zu eingelegten Arbeiten nach Art des Niello diente
[nigellum = das Schwarze], und jedenfalls aus den Sulfiden der
verschiedenen Metalle bestand[56]; der Färbung nach glich ihr die
ἀσήμου γράφη, Asem-Schreib- oder Zeichen-Masse, die u. a. χάλκανθος
[Chálkanthos, unreinen kupfer- und eisenhaltigen Vitriol], Schwefel und
Essig enthielt[57].

Auch über einige einzelne Metalle, ihre Prüfung, Verarbeitung und
Verwertung macht der Leidener Papyrus wichtige Angaben:

+Zinn+ wird untersucht, indem man es schmilzt und auf χάρτη (Kárte aus
Papyrus, ein Stück Papyrus) ausgießt; zeigt sich diese verkohlt oder
angebrannt, so war das Zinn mit Blei verfälscht[58].

+Kupfer+ wird glänzend geputzt mittels einer Poliermasse (σμῆξις),
die aus dem ausgekochten Safte von Rüben (σευτλία) besteht[59]. Seine
„+Weißung+“ (λεύκωσις, Leúkosis), die es „+gleich Silber macht+“,
erfolgt entweder durch vorsichtiges Verschmelzen mit etwas Sandarach
[rotem Schwefelarsen, Realgar], das eine hellglänzende, als Zusatz zu
feinem Asem sehr brauchbare Masse ergibt[60], oder mit Hilfe eines
Amalgams, das man aus Zinn und Quecksilber bereitet, allenfalls
unter Zugabe von Bleiweiß (ψημιθεῖον, ψημίθιον) und χρυσόκολλα
(Chrysokolla)[61]. Chrysokolla, wörtlich „Goldloth“, bezeichnete
ursprünglich wirklich ein zum Löten des Goldes dienliches Präparat,
z. B. Kupferkarbonat, -- das in Form des Malachits sowie verwandter
Minerale in der Natur vorkommt und beim Erhitzen mit etwas Kohle in
Kohlensäure und (die Lötung bewirkendes) Kupfer zerfällt --, später
aber auch eine große Anzahl oft kaum bestimmt zu kennzeichnender
Gesteine oder Gemische, im Leidener Papyrus u. a. auch ein solches
aus ⅐ Gold, ²⁄₇ Asem, und ⁴⁄₇ cyprischen Kupfers[62]. Zur „+Gilbung+“
des Kupfers, die es „+gleich Gold macht+“, so daß es „wie Gold
aussieht“ (χρυσοφανής), „die Phantasie (τὴν φαντασίαν) und den
Anschein des Goldes erregt“, und auch „den Probierstein einigermaßen
aushält“, bedient man sich verschiedener Überzüge oder Firnisse[63].
Man bestreicht z. B. kupferne Ringe mit Gummi, bestreut sie mit
feinem Pulver aus Gold- und Blei-Staub, glüht sie gelinde, wobei das
Blei verschwindet [durch Oxydation], das Gold aber zurückbleibt,
und wiederholt dies einige Male[64]. Auf kaltem Wege erzielt man
ein ähnliches Ergebnis mittels feiner Pulver aus der Legierung
Chrysokolla (s. oben)[65], aus blättrigem goldfarbigen Arsen ἀρσενικὸν
χρυσίζον σχιστόν, d. i. das als Mineral Auripigment vorkommende gelbe
Schwefelarsen)[66], aus Misy [hier wohl goldglänzender Schwefelkies]
oder Chelidonion [ein, an Farbe dem gelben Safte der Pflanze
Chelidonion oder Elydrion, d. i. Schöllkraut, gleichendes Präparat]
usf.[67]; unter Umständen setzte man auch gelbe Ziegengalle zu, ferner
Quecksilber, χαλκῖτις (Chalkítis, unreinen Vitriol) und Alaun, und
gebraucht zum Verdünnen den Harn kleiner Kinder, als Klebemittel aber
arabischen Gummi, Traganthgummi, oder die eingedickten Auszüge gewisser
Pflanzen-Marke und -Samen, z. B. derer von Arum und Kümmel[68].

+Silber+ prüft man durch Besichtigung der Schmelze, die rein weiß und
ziemlich weich sein muß; Zusatz von Blei verrät sich durch schwärzliche
Färbung, Zusatz von Kupfer durch gelbliche, sowie durch zu große Härte;
eine genauere Probe läßt sich durch Erhitzen mit Blei im κάμινος
(Kamin, Kapelle) vornehmen [d. i. eine unvollkommene Kuppelation][69].
-- Zwecks +Diplosis+ (Verdopplung) schmilzt man 4 Teile Silber mit
3 Teilen Zinn zusammen, wobei die Legierung (κρᾶσις) „zu Silber
wird“[70]; um ihren Glanz zu entfalten, putzt man mit Rübensaft, oder
mit etwas feuchter στυπτηρία (Styptería, Alaun)[71]. -- Zur Herstellung
von +Silberschrift+ ἀργυρογραφία, Argyrographie) dient ein Gemisch aus
dem silberglänzenden Lithargyros (s. oben), Taubenkot [?, jedenfalls
ein Deckname] und Essig[72].

Um +Gold+ zu erproben, schmilzt man es, wobei es rein gelb und von
richtiger Härte erscheinen muß; ein Gehalt an Silber bewirkt weißliche
Farbe, einer an Blei schwärzliche und zu große Weichheit, einer an
Kupfer oder Zink rötliche und zu große Härte[73]. Die +Darstellung+
(ποίησις Poíesis) von Gold geschieht durch Zusammenschmelzen von
Asem und cyprischem Kupfer mit Gold[74]. Zur +Diplosis+ vermischt
oder verschmilzt man das Gold, je nach dem Zwecke der nachherigen
Verwendung, mit verschiedenen Zusätzen[75], die es schwerer und oft
auch härter machen, und seine Vermehrung (πλεονασμός, Pleonasmós,
Multiplicatio) bewirken[76]; zu diesen gehören: Kadmia aus Galatien
oder Thracien (s. oben); Misy [d. i. meist, ebenso wie das verwandte
Sory, ein Gemenge von Schwefelkies oder Pyrit mit den Produkten seiner
allmählichen Oxydation, u. a. Kupfersulfat, basischen Eisensulfaten,
u. dgl.][77]; Sinopis [ursprünglich Rötel aus Sinope, oft aber auch
anderes „Rotes“, z. B. Roteisenstein, Zinnober, Minium d. i. Mennige],
usf. Diplosis erfolgt auch beim Behandeln einer Mischung aus Gold,
Silber, Asem, Quecksilber, gelbem Arsen [Auripigment], Kyanos [blaues
Mineral, vielleicht Kupferlasur], Chalkitis, sowie Salz mit θείον ὔδωρ
(theíon Hýdor)[78]. Letzteres Präparat, das +hier+ einfach „schwefliges
Wasser“, d. h. eine aus Schwefel oder mittels Schwefel dargestellte
Lösung oder Schmelze bedeutet, und dessen Namen man erst in +viel
späterer+ Zeit, gemäß dem Doppelsinne von θεῖον (theion = Schwefel, und
auch = göttlich), als Anspielung auf ein „göttliches Wasser“ ansah,
wurde, ganz so wie das schon dem ~Plinius~ bekannte Schwefelalkali
[sog. Schwefelleber], durch Erhitzen von Schwefel mit Kalk dargestellt,
wobei eine feste, gelbliche bis dunkelrote Schmelze, oder, in Gegenwart
von Harn, starkem Essig, u. dgl., eine blutrote Lösung entstand; da
deren wesentlicher Bestandteil, ein Gemenge von Kalzium-Polysulfiden,
+gelöst+ viele Metalle ausfällt und verschiedentlich färbt, +trocken+
sie aber sämtlich stark angreift, bis zu gewissem Grade selbst das
Gold[79], so war dieses so äußerst kräftige „+schweflige Wasser+“ ein
höchst wichtiges, auf das Vielfältigste angewandtes Reagens, über
dessen Wirksamkeit im Einzelfalle die Beschreibungen allerdings nur
selten genügende Klarheit verbreiten. -- Zur +Vergoldung+ (χρύσωσις,
Chrýsosis) bestreicht man, falls sie „Probe-haltend“ sein soll[80],
das Metall, z. B. Silber oder Kupfer, mit einer wachsdicken Lösung
von Gold in Quecksilber, erhitzt gelinde, bis das Amalgam befestigt
(fixiert) ist, πάγηται, wiederholt dies vier- bis fünfmal, und poliert
schließlich sorgfältig mit einem feinen Leinen, wozu u. a. ein Mittel
(φάρμακον, Phármakon) aus Misy, Alaun, Salz, und Essig sehr dienlich
ist[81]. Für weniger haltbare Vergoldungen genügt wiederholtes
Auftragen dünnerer bis wachsdicker Firnisse, die feine Pulver von
Zinnober, Sandarach, kimolischem Rötel, Misy, Chelidonium, u. dgl.,
sowie nach Bedarf Essig, Alaun, Kinderharn, usf. enthalten[82].
Zahlreiche Rezepte über +Goldschrift+ (χρυσογραφία, Chrysographie)
lassen ersehen, daß diese in sehr allgemeinem und mannigfaltigem
Gebrauche stand. Soll sie „echt“ sein, so schwemmt man Gold-Flitter
und -Blättchen (πέταλα) oder Goldamalgam mit Gummilösung auf[83];
weniger echt sind dicke Massen, bestehend aus dem feinen Pulver einer
Gold-Blei-Legierung, Nitron [unreiner natürlicher Soda], Alaun, und
stärkstem Essig, ὄξος δριμύ[84], aus goldfarbiger Bleiglätte und
Alaun[85], aus Chrysokolla und Essig[86], oder gar nur aus gelbem
Schwefel, Alaun und Gummi[87]; noch unbeständiger erweisen sich
Gemenge von gelbem κνήκου [nach einigen Safran, nach anderen eine Art
Carthamus, Safflor], gelber Galle der Kälber oder Schildkröten, weißem
Gummi und Eiweiß[88]. Mischungen sehr verwickelter Art, mit denen
sich aber gleich gut auf Papyrus (ἐπὶ χάρτου, Karte), auf Pergament
(ἐπὶ διφθέρας, Diphthéra = Haut) und auf Marmor schreiben läßt,
enthalten goldfarbiges Asem (χρυσίζον), Glaspulver (gelbes?), Safran,
Chelidonium, Schildkrötengalle, Harz (ῥητίνη), Gummi und Eiweiß[89];
nach dem Antrocknen glättet und poliert man sie mittels eines passenden
Tierzahnes (ὀδοντίζειν)[90].

Sehr bemerkenswert ist es, daß der Leidener Papyrus Vorschriften, die
denen betreff der +Edelmetalle+ ganz analog sind, auch hinsichtlich
der kostbaren und seit altersher hochgeschätzten Luxus-+Farbstoffe+
enthält, z. B. über „Machen“ (ποίησις, Poíesis) des Purpurs, -- unter
welchem Namen aber +weit zahlreichere+ und +verschiedenere+ Farbentöne
zusammengefaßt werden als +heutzutage+ --, über Nachahmung der
purpurroten Farbbrühe oder Tinktur (πορφύρου βαφή, Baphé)[91] und über
Vortäuschen der Purpurfarbe aus Schnecken (χρῶμα κογχυλίων, Farbstoff
der Conchylien) mittels eines „Purpurs“; erhalten wird dieser bald
aus ἄγχουσα [Anchusa, d. i. sog. Alkanna aus der Wurzel der Anchusa
tinctoria, verschieden von der echten orientalischen Alkanna oder
Hennah aus den Blättern und Wurzeln der Lawsonia inermis], bald aus
φῦκος [Phykos, Fucus, z. B. Orseille u. dgl., aus Algen und Flechten],
bald aus anderen nicht näher bestimmbaren Pflanzenstoffen (πεδερώτινον,
λεοντική)[92], und in gröberer Weise selbst aus eisenhaltigen
Substanzen und Essig [d. i. aus roten Eisenacetaten][93]. Ferner gibt
es, sowie bei Gold und Silber, auch bei Purpur eine ἄνεσις (Anesis =
Verdünnung, Verlängerung), zu der passende rote Pflanzensäfte dienen,
u. a. neben den oben angeführten auch Saft gewisser Obstfrüchte oder
roter Rüben[94]. -- Die Rezepte zur +Anwendung+ der Farbstoffe sind
zumeist leider so unvollständig und entstellt, daß sie nur wenigen
Anhalt zur Beurteilung der Färberei (βαφή) geben, die bekanntlich in
Ägypten seit jeher auf sehr hoher Stufe stand. Als Bestandteile der
(zumeist roten) Farbbrühen[95], -- oft αἷμα (Haíma, Blut) genannt --,
und der φάρμακα στυπτικά (styptische Pharmaka, Beizen)[96] werden
u. a. angeführt: Galläpfel, gerbstoffhaltige Samen und Rinden (z. B.
Granatrinde)[97], Harn von Schafen und Kamelen[98], Seifenwurzel[99],
ἄσβεστος (Asbestos = Kalk)[100], Weinstein[101], Alaun[102], μελαντηρία
(Melantería, ein unreiner dunkelfarbiger Vitriol)[103], und Chálkanthos
(Vitriol), dieser auch κεκαυμένος, d. i. gebrannt, calciniert[104].
Neben Salz aus Kappadocien in Kleinasien und aus der Oase Ammon[105],
sowie Nitron, Nitron von Berenike (in Ägypten) und Aphronitron
(Schaumnitron)[106], sind dies die Chemikalien, die der Leidener
Papyrus mit am häufigsten nennt; ihr Zusatz wird gewöhnlich mit dem
(auch bei Arzneibereitungen üblichen) Worte anbefohlen, ἐπίβαλε, oder
ἐπίβαλλε, d. h. „wirf sie hinein“, „projiziere sie“[107].

Außer den bisher besprochenen rund hundert Absätzen enthält der
Leidener Papyrus noch zehn weitere, die der gegen 75 n. Chr. verfaßten
Heilmittellehre des ~Dioskurides~ entnommen sind[108], was nach
~Kopp~[109] schon um 1830 ~Reuvens~ in Leiden feststellte. Sie
betreffen die Substanzen Alaun, Auripigment, Chrysokolla, Kadmia, Misy,
Nitron, Quecksilber, Realgar, Sinopis und Zinnober, und zeigen, daß
der benützte ~Dioskurides~-Text frei von manchen, anscheinend erst
später erfolgten Einschiebungen war; im Artikel über Quecksilber,
das durch Kondensation seiner αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch, Ruß)
am ἄμβιξ (Ambix), dem Deckel des sehr unvollkommenen Destillations-
oder richtiger Sublimations-Apparates, gewonnen wurde, fehlt z. B.
der sinnwidrige Zusatz, daß dieser Körper, außer in Gefäßen aus Glas,
auch in solchen aus Blei, Zinn, oder Silber aufbewahrt werden könne,
und ebenso die (fälschlich oft in alchemistischem Sinne gedeutete)
Bemerkung, er werde ἐν μετάλλοις (in den Bergwerken, +nicht+ in den
Metallen!) gefunden[110].

In einem der Rezepte[111], das die Herstellung von Asem behandelt,
sind die Namen für Gold und Silber nicht ausgeschrieben, sondern durch
die Zeichen [Symbol] und ☾ der Sonne und des Mondes ersetzt, was nach
~Berthelot~ das älteste bisher bekannte Beispiel solcher Art ist[112].
-- Für +andere+, in der nämlichen Vorschrift genannte Metalle, z. B.
Quecksilber, sind +keine+ Symbole gebraucht; auch bleibt es natürlich
dahingestellt, ob sich deren schon die älteren Vorlagen des Leidener
Papyrus bedienten, oder ob sie erst der letzte, im 3. Jahrhundert
tätige Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits herrschenden
Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte.


II. Stockholmer Papyrus.

Nach ~Diels~[113] ist die Ausgabe dieser „Inkunabel der Chemie“
durch ~Lagercrantz~ als eine ganz ausgezeichnete anzuerkennen;
indessen bemerkt dieser selbst[114], seine Bearbeitung sei „eine rein
philologische, .... da technische Kenntnisse ihm fehlten“. Dies ist
nun freilich keineswegs wörtlich zu nehmen, vielmehr hat ~Lagercrantz~
mit größtem Eifer sehr mannigfaltige, dem Philologen sonst recht
fernliegende Hilfsmittel herangezogen und daher bei den Übersetzungen
und Erklärungen zumeist das Richtige getroffen; da er aber wohl keine
Gelegenheit hatte, sich mit einem in der alchemistischen Litteratur
etwas belesenen Chemiker zu beraten, so sind doch mancherlei Irrtümer
und Mißverständnisse untergelaufen[115]. Namentlich scheint es, wenn
man aus dem Fehlen jeglicher Andeutung schließen darf, ~Lagercrantz~
entgangen zu sein, daß die Namen der vorgeschriebenen Präparate und
verlangten Zusätze in vielen Fällen nicht buchstäblich zu nehmen sind,
sondern sog. Decknamen vorstellen oder doch vorstellen können: in
dieser Hinsicht ist daran zu erinnern, daß bis in sehr späte Zeiten
hinein die größte und oft einzige Einnahme der Ärzte und Kurpfuscher
darin bestand, daß sie die vorgeschriebenen Arzneien selbst bereiteten
und verkauften, und daß sie daher alle Ursache hatten, die benutzten
Zutaten vor ihren Abnehmern und Konkurrenten verborgen zu halten. So
entstanden schon frühzeitig zahlreiche Schein- und Decknamen (bereits
aus den Anfängen der ptolemäischen Zeit sind genaue Listen erhalten),
und solcher bedienten sich auch die Chemiker, die anfänglich mit
den Ärzten und Priesterärzten identisch, späterhin deren Nachfolger
waren. Geben daher die Vorschriften der Rezepte ihrem Wortlaute
nach keinerlei chemischen Sinn, und liegt ihnen auch kein bloßer
Aberglaube zugrunde, so wird man in der Regel an einen Decknamen zu
denken haben, dessen Enträtselung allerdings oft gar nicht, oft nur
durch Zufall gelingt: gäbe z. B. nicht der Papyrus selbst an, daß
man mit ἄνθραξ (Anthrax) auch den Indigo aus Waid (Isatis tinctoria)
benenne[116], und mit „Knoblauch“ die (dessen Zwiebeln oder sog.
„Zehen“ gleichenden) Bällchen menschlicher Faeces[117], und wüßte man
nicht aus medizinischen Quellen, daß z. B. „Blut der Taube“ in der
Regel Mennige (Minium), zuweilen auch Zinnober bedeutet, so könnte man
dies wohl schwerlich ohne weiteres erraten. Benennungen dieser Art sind
in Parallele zu stellen mit den zahlreichen, in nicht geringem Umfange
bis auf den heutigen Tag erhaltenen, und zum Teil volkstümlichen der
Botanik, Mineralogie und Pharmazie; wie sehr in die Irre geriete ein
später Nachkomme, der z. B., derlei Vorlagen nach, für vorgeschrieben
erachtete „Rauch der Erde“, „Tau des Mehles“, „Milch des Wolfes“,
„Schaum des Meeres“, „Auge der Katze“, „Blut des Drachens“, „Manna der
Metalle“ usw., während tatsächlich Erdrauch (Fumaria officinalis),
Mehltau, Wolfsmilch (Tithymallos), Meerschaum (das Magnesiumsilicat),
Katzenauge (der Edelstein), Drachenblut (das Harz), Calomel („süßes“
Quecksilberchlorür) gemeint sind.

Im folgenden[118] sollen zunächst die Angaben des Stockholmer Papyrus
über die Metalle erörtert werden, sodann die über Edelsteine und Perlen
(die schon ~Theophrast~, der Schüler und Nachfolger des ~Aristoteles~,
in seiner Abhandlung über die Mineralien zu den Edelsteinen zählt), und
schließlich die über Farbstoffe und Färberei; angesichts der völligen
Neuheit +dieses+ Papyrus ist hierbei eine etwas größere Ausführlichkeit
gerechtfertigt.

a) +Metalle.+ Die wenigen auf Metalle bezüglichen Vorschriften, die
(gleich allen anderen) zumeist, jedoch nicht immer, auch die +Mengen+
der Bestandteile und Zusätze angeben, betreffen fast allein das
+Silber+, für das aber die Bezeichnung „Asem“ in +diesem+ Papyrus
+nicht+ vorkommt[119].

Zur „Herstellung“ von Silber (ἀργύρου ποίησις) reinigt man in Bleche
oder Platten geformtes cyprisches Kupfer durch mehrtägiges Beizen mit
Essig der Färber (ὄξει βαφικῷ) und Alaun (στυπτηρία)[120] sowie durch
Putzen mit Erde von Chios, Salz aus Kappadocien, und schieferigem Alaun
(σχιστή), und gießt es dann unter Beigabe einer gewissen Menge echten
probehaltigen (δόκιμον) Silbers, das die Legierung „unvergänglich“
(ἀνεξάλειπτον) macht[121]. Statt dessen kann man auch ἅνθραξ (Anthrax)
der Kupferschmiede [d. i. hier offenbar Glanzkupfer] erst in Essig und
sodann in Alaunlösung beizen, hiervon 1 Teil mit 1 Teil Silber und
8 Teilen Quecksilber „in eins (εἰς ἑν) machen“ [d. h. legieren] und
die Schmelze (βῶλος, wörtlich Klumpen) in einem kupfernen Gefäß mit
Harn einer Schwangeren und Eisenfeile behandeln; diese Vereinigung
gleicher Gewichtsmengen (Kupfer und Silber) ergibt eine, das natürliche
wahre Silber vortäuschende ἀμαύρωσις (Amaúrosis) = Scheinbildung,
Blende[122]. Endlich kann man auch von jenem reinen Zinn ausgehen,
das die westlichen Iberer [Keltiberer?], die es gewinnen, und auch
die Römer „Bulla“ benennen[123], und das man zunächst noch 4-5mal
umschmilzt, und zwar unter Zugabe von „Öl“ und Asphalt, [die beim
Schmelzen obenauf schwimmen und die Oxydation verhindern sollen]; aus
6 Teilen des sauber gereinigten Metalles nebst 1 Teil blanken (λευκοῦ)
Kupfers aus Galatien [in Kleinasien], oder aus 6 Teilen dieses Zinns
nebst 7 Teilen galatischen Kupfers und 4 Teilen Silbers erhält man ein
zur Verarbeitung trefflich geeignetes ἀργύρωμα = „Arbeitssilber“, ein
ἄργυρος ὁ πρῶτος = „Prima Silber“, das selbst die τεχνῖται [Technítai,
Techniker, Werkmeister] täuscht[124].

Zur Diplosis (πλασιασμός = Vermehrung) des Silbers bedient man sich
verschiedener Verfahren[125]. Das eine besteht im Vermischen mit
sechsmal umgeschmolzenem cyprischem Kupfer, das man mit ἁλοσάχνη
= Salzschaum[126] blank putzt und einwirft (ἐπίβαλε). Bei einem
anderen verschmilzt man das Silber mit Kupfer, dessen πέταλα (Pétala,
Blätter, Platten) mit ἅλμη (Salzwasser) behandelt wurden, sowie mit in
süßem Wasser gelöster στυπτηρίᾳ στιλβάδι, „glänzendem Alaun“ [d. h.
reinem, schön krystallisiertem[127]]. Ein drittes schreibt vor, die
weiße Schmelze aus 1 Teil galatischem Kupfer, ½ (?) Teil Silber und
½ (?) Teil Zinn wiederholt mit einer Lösung von glänzendem Alaun in
Quellwasser zu behandeln, die Masse (μᾶζα, Máza) mehrmals abwechselnd
zu erhitzen und wieder abzukühlen, und sie schließlich, wenn sie ganz
reines Silber geworden ist, mit Kupholith [leichter, lockerer Stein;
hier ein feines Putzpulver] zu polieren.

Die Triplosis erfolgt auf ganz ähnliche Weise, wobei jedoch auf 1
Teil Silber 1 Teil Kupfer und 1 Teil Zinn kommen[128]; nimmt man von
dem durch Diplosis oder Triplosis erhaltenen „Silber“ einen gewissen
Teil weg und setzt statt dessen einen gleichen Teil anderen Silbers zu
[nämlich schon selbst durch Diplosis oder Triplosis gewonnenen!], so
entsteht die μᾶζα ἀνέκλειπτος, die „unerschöpfliche Masse“; sie läßt
sich gut umschmelzen und schön polieren[129].

b) +Perlen und Edelsteine.+ Um echten (ἀληθινόν) +Perlen+ den verloren
gegangenen Glanz wieder zu verschaffen, bedienen sich die Indier
gewisser Verfahren der „Weißung und Glättung“ (μαργαρίτου λεύκωσις,
σμῆξις)[130]. Sie verfüttern z. B. die Perlen abends an ein Huhn,
schlachten dieses am nächsten Morgen, oder durchstöbern seinen Kot,
und finden dabei die Perlen durch den Aufenthalt im Kropfe, im Magen
und im Darm völlig gereinigt und in ursprünglichem Glanze wieder vor.
Ein anderer Weg besteht darin, Kalk, der das beim Brennen im Ofen
allmählich aufgenommene Feuer noch in sich enthält [d. h. frisch
gebrannten Kalk], in der Milch einer weißen Hündin zu löschen, die
Perlen ringsum mit der hierbei entstehenden, dicken Masse zu überziehen
und erst nach einem Tage wieder von dieser zu befreien. In einem
ähnlichen Rezepte[131] ist von bloßem längeren Liegen in der Milch
der Hündin die Rede, ohne daß der Kalkzusatz nochmals erwähnt wird;
doch deutet auf ihn der Nachsatz hin, daß die gebrauchte Masse infolge
ihrer großen „Kraft“ auf der menschlichen Haut Flecke hervorruft,
d. h. sie verbrennt[132]. Statt mit der scharfen Paste aus Kalk
kann man Perlen und Perlmutter (πινάρια) auch mit einer milderen
behandeln, die aus νίτρωμα [Nítroma, Lösung von Aphronitron d. i.
Schaumnitron in Wasser = Sodalauge], Kuhmilch, Mastixöl (σχίνου χυλοῦ)
und kimolischer Tonerde besteht und sich u. a. auch gut zum Entfernen
der Schrift von Papyrus eignet[133]. Zuweilen genügt auch eine Paste,
die man durch Einkochen einer Lösung von Honig in Zisternenwasser
mit Feigenbaumwurzeln erhält, und die bei wiederholtem Bestreichen,
Trocknen und Abputzen die bräunliche oder rauchähnliche Färbung der
Oberflächen vollkommen beseitigt[134]. Endlich kann man die Perlen
auch mit dem Harn eines kleinen[135] (ἀφθόρου) Knaben nebst Alaun
beizen und dann mit der frischen Milch einer Hündin und mit Quecksilber
[Deckname für ein silberglänzendes Präparat, vielleicht Fischschuppen
oder dgl.?] erwärmen, jedoch auf gelindem Feuer, unter Benutzung von
„fremden“ Kohlen [ξενικοῖς = auswärtigen, importierten, vermutlich den
öfters erwähnten aus dem Holze des Ölbaums, der in dem regenlosen und
holzarmen Ägypten nicht vorkommt][136].

Das „Machen“ (ποίησις, Poíesis) von Perlen erfolgt, indem man fein
geriebenen Glimmer (λίθον σπεκλάριον, Marienglas) mit tyrrhenischem
Wachs und „Quecksilber“ (s. oben) zu einem Teig verschmilzt, diesen mit
einer Lösung von Tragantgummi und Eiweiß in Kuhmilch durchknetet, aus
der Masse Kügelchen formt, sie durchbohrt solange sie noch feucht sind,
hierauf allmählich trocknet und schließlich schön poliert (ὀδοντίζειν);
sie sind dann „besser als die echten“ (ὑπὲρ τὸν φυσικόν)[137]. Ebenso
kann man auch „Krystalle“ [d. h. aus dem oben genannten Mineral
entsprechend geformte Stückchen] mit dem Harn eines kleinen Knaben
und mit rundlichem (στρογγύλη) Alaun beizen, und dann entweder in
ein Gemenge von Frauenmilch und „Quecksilber“ tauchen, oder mit dem
bläulichen Safte der Pflanzen ἀναγαλλἰς (Anagallís, Gauchheil),
ἀείζωος (Aeízoos, Sempervivum, Hauswurz) und τιθύμαλλος (Tithýmallos,
Wolfsmilch) nebst „Quecksilber“ auf gelindem Feuer erwärmen[138] und so
die βαφή (Baphé, Färbung) bewirken.

Zum „Machen“ von +Edelsteinen+ durch βαφή (Färbung), die in einem
geschützt liegenden, keinen störenden Winden ausgesetzten Häuschen
vorzunehmen ist[139], waren offenbar nur Mineralien geeignet,
deren blätterige poröse Struktur, oder deren leichte Spaltbarkeit
sie befähigt, beizende und färbende Lösungen aufzusaugen und
festzuhalten [etwa so wie die Achate und ähnlichen Silicate, die
man noch gegenwärtig künstlich zu färben pflegt]. Als solche nennt
der Papyrus[140]: den πυρίτης (Pyrit), welchem vieldeutigen Namen
nichts Näheres zu entnehmen ist, da die kurze Bemerkung „er werde
leicht allmählich rot“, keinen bestimmten Schluß gestattet[141];
den κρύσταλλος („Krystall“), auch λίθος διοπτηρίτης (durchsichtiger
Stein)[142], d. i. der schon bei Anfertigung der Perlen erwähnte
Glimmer, oder Marienglas; den ταβάσιος, auch ταβάσις oder ταβάσι
(Tabasis, Tabasi) geheißen, der aus (oder über) Ägypten (nach
Alexandria) gebracht wird[143]. Diesen Stein hält ~Lagercrantz~ für
Topas[144], dessen Kostbarkeit und große Härte die Verwendbarkeit
zum „Färben“ jedoch ausschließt; er berichtet[145], daß man im
Altertum als seine Fundorte u. a. eine indische Insel und einige
arabische Küstenorte angesehen habe[146], und hält den Namen für einen
ausländischen; hiernach kann wohl kein Zweifel darüber walten, daß es
sich um „Tabaschir“ handelt, die merkwürdigen, aus reiner Kieselsäure
bestehenden Konkretionen, die sich in den Zwischenhalmknoten
des indischen Bambu abscheiden und in Indien seit altersher die
weitgehendste Verwendung zu medizinischen, abergläubischen u. dgl.
Zwecken fanden[147]. Dieses (schon um 300 v. Chr. dem ~Theophrast~
bekannte) Material ist infolge seiner hohen Porosität und Aufsaugekraft
zum „Färben“ ungewöhnlich geeignet; auch seiner charakteristischen
Eigenschaft, des lebhaften Irisierens, gedenkt der Papyrus sichtlich
an einer Stelle, indem er κρύσταλλον τὴν ἰρίζουσαν erwähnt, „den
irisierenden Krystall“[148].

Unter den vorbereitenden Maßregeln der Edelstein-Macher spielen die
nachfolgenden eine Hauptrolle: 1. Die κάθαρσις (Kátharsis, Reinigung)
und λεύκωσις (Leúkosis, Blankmachung)[149], durch Einhängen der
in einem Körbchen aus Weidenruten befindlichen „Krystalle“ oder
„Steinchen“ in heißes Wasser und in eine Lösung von Ätzkalk[150] in
Essig, oder durch Kochen mit Reiswasser. 2. Die ἀραἰωσις (Araíosis,
Auflockerung)[151], oft auch als λίωσις[152] oder στῦψις[153]
bezeichnet, durch Einlegen in eine weiche Feige und langsames
Rösten (samt dieser) über Kohle, wodurch dem Zerspringen [infolge
zu plötzlichen Erhitzens] vorgebeugt wird; oder auch durch längeres
Behandeln mit (geschmolzenem?) Wachs, einer Masse (μᾶζα) von σκόρδον,
d. i. Knoblauch, „von dem es in der dritten Rolle (τόμῳ) heißt: der
sogenannte Knoblauch ist menschlicher Kot“[154], und dreitägiges
Kochen in dessen „Saft“ nebst Öl[155]. 3. Die μάλαξις (Málaxis,
Erweichung)[156] durch Eintauchen oder Kochen in Bocksblut, τράγειον
αἶμα, das ebenso auch auf Glas (ὕελον) einwirkt [nach einem schon im
Altertume weitverbreiteten Aberglauben]. 4. Die τήρησις (Téresis,
Bewahrung, Zurechtmachung)[157], durch Beschmieren der Steinchen mit
einem Kleister aus Kupholith (Talk?) und Gänseeiweiß, Einwickeln in
Leinen (εἰς ὀθόνιον θῆσας) und dreitägiges Setzen εἰς δρόσον καὶ ἥλιον;
dies heißt offenbar nicht wörtlich „in Tau und Sonne“[158], sondern
stellt einen Kunstausdruck vor, der etwa auf abwechselnde Einwirkung
feuchter und trockener Wärme hinauslaufen mag.

Nunmehr folgt, sofern sie nicht schon mit der ἀρέωσις (auch ἀραίωσις)
(Auflockerung) verbunden wurde, die eigentliche Beizung (στῦψις),
entweder eine καθολική (katholische = allgemeine), oder eine besondere.
Zur ersteren, auch als πρόστυψις (Vorbeizung) bezeichneten[159], dient
der Saft des σφαιρία, d. h. Blütenbüschel[160] habenden (also in Blüte
stehenden) Krautes ἡλιοτρόπιον [Heliotrop, Croton tinctorius][161], und
anscheinend auch der mit Essig eingekochte Saft des Seidelbastsamens,
κνίδιος κόκκος[162], während die letztere hauptsächlich mit Salzwasser,
Nitron [Rohsoda], Alaun, Ätzkalk und Schwefel erfolgt[163]. Meistens
löst oder suspendiert man diese in kaltem und heißem Wasser, kaltem
und heißem Essig, usw., legt die Steinchen (stets nur einige wenige)
drei- bis viermal je einige Tage ein, bis sie sich vollgesaugt haben,
trocknet sie vorsichtig an dem Abzuge des Kamins, um das Zerspringen zu
verhüten[164], und wiederholt dies so oft, bis der Krystall ἀεροειδής
geworden ist, d. h. luftähnlich, durchscheinend[165]. Zuweilen ist es
auch vorteilhaft, die Steinchen mit Alaun und Essig aufzukochen und
über Nacht stehen zu lassen, oder sie zwischen zwei aufeinandergelegten
und mit Lehm verschmierten Tonschalen vorsichtig ein wenig zu rösten
und dann erst den Essig nebst dem Alaun aufzugießen[166]; endlich läßt
man die Steinchen auch 30 Tage in faulem Harn nebst Alaun liegen,
legt sie in weiche Feigen oder Datteln ein, röstet sie vorsichtig
samt diesen und wirft sie schließlich noch warm mit der Zange in die
kleisterdicke Farbbrühe, βάμμα[167].

Was die einzelnen Edelsteine anbelangt, so steht in erster Reihe der
+Smaragd+, dessen ποίησις (Machung) und βαφή (Färbung) etwa zwanzig
Vorschriften gewidmet sind. Zur Herstellung dieses χλωρὸς λίθος (grünen
Steines)[168] hat man eine „Veränderung“ vorzunehmen (ἀλλοιοῦν)[169],
indem man einige kleine „Stückchen“ oder „Steinchen“, bestehend aus
„Pyrit“[170], dem irisierenden Tabasi[171], oder dem „rauchähnlichen“
Glimmer[172], entsprechend vorbehandelt und dann grün färbt. Als
φάρμακον (Pharmakon, Mittel)[173] hierzu dient hauptsächlich: Grünspan
(ἰὸς χαλκοῦ = Rost des Kupfers) [der aus cyprischem Kupferblech und
Essig genau nach den bei ~Dioskurides~ und schon bei ~Theophrast~
gegebenen Vorschriften dargestellt wird][174]; Chrysokolla, d. i.
das natürliche Kupfergrün oder Berggrün, vielleicht u. a. eine Art
Malachit[175]; ferner aber auch die grüne Mischung, die beim Vermengen
eines gelben und eines blauen Farbstoffes entsteht, z. B. der gelben
Galle von Schildkröten, Stieren oder Kälbern[176] mit ἀρμένιον[177],
d. i. „armenischem“ Bergblau (Kupferlasur), oder des gelben Saftes von
Schöllkraut (ἐλύδριον, Chelidonium) mit ἰνδικόν, d. i. Indigo[178],
oder „skythischem μέλαν“, d. i. vermutlich Waid[179].

Die Vorbehandlung geschieht durch Einlegen der Steinchen in
eine wäßrige oder essighaltige Lösung von Alaun[180], meistens
„rundem“ [d. h. krystallisiertem, kleinstückigem][181]; oder durch
Einweichen[182] in einem „Kleister“ aus feingeriebenem schieferigem
(σχίστη) Alaun, scharfem Essig, und σκόρδα („Knoblauch“)[183]; oder
endlich durch mehrtägiges Liegenlassen in Sodalösung, „geriebenem
Knoblauch“, und schließliches „Kochen“ [sehr oft nur = „Erwärmen“] mit
dessen Saft nebst Öl[184]; sie wird fortgesetzt, bis die Steinchen
ἀεροειδεῖς] sind[185], d. h. luftähnlich, durchscheinend.

Die einfachsten weiteren Verfahren sind nun: „Einsalben“ (=
Bestreichen, χρίειν) mit fein gepulvertem Grünspan, Berggrün, oder
Indigo mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz (ῥητίνη)[186];
Erwärmen (oder „Kochen“) mit gepulvertem Grünspan, oder skythischem
„Schwarz“ (Waid?) mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz[187];
Erwärmen mit feingeriebener macedonischer Chrysokolla (Berggrün), Essig
und den Blättern von ἁλικάκαβον [sog. Judenkirsche, eine Solanacee],
„so lange, bis die grüne Farbe erreicht ist“[188]; Erwärmen mit
Grünspan und Essig, Öl oder Kalbsgalle[189]; Erwärmen mit echtem
Grünspan, Chrysokolla, κεκαυμένον [= „gebranntem“, nämlich Kupfer;
also Kupferoxyd] und Stier- oder Schildkrötengalle, durch einstündiges
Einhängen in pontischen Honig[190].

Bei anderen, schon verwickelteren Verfahren überzieht man die Steinchen
zunächst mit Wachs oder feiner Tonerde[191]; dann bestreut man sie
mit Grünspan, erwärmt (oder „kocht“) in Öl, und wiederholt dies
erforderlichenfalles mehrmals[192]; oder man hängt sie an Pferdehaaren
in eine Mischung von feingeriebenem Grünspan, Chrysokolla, Kalbsgalle,
Olivenöl, zuweilen auch Ricinusöl (κῖκι), erwärmt sechs Stunden, und
läßt über Nacht stehen, „wodurch sie zu Smaragd werden“[193]; oder
man hängt sie, nach dem Erwärmen mit Öl, in Honig ein, behandelt mit
Chrysokolla, „überzieht“ sie nochmals, „damit nichts verloren gehen
(wörtlich: sich verflüchtigen) kann“, bestreicht (χρῖσον) abermals mit den
φάρμακα (Phármaka, Mitteln), und fährt so fort, „bis sie zu Smaragd
geworden sind“[194].

Noch umständlicher und schwieriger zu handhaben sind die Methoden, die
die Erwärmung unter einem gewissen Drucke voraussetzen[195]. Zu diesem
Zwecke hängt man die Steinchen in ein „fremdes“ [ξενικήν, importiertes,
jedenfalls besonders haltbares] Tongefäß oder in ein kupfernes Töpfchen
ein, fügt Chrysokolla, armenisches Blau nebst Stier- oder Kalbsgalle,
Harn eines kleinen Knaben, und starken Essig hinzu, setzt den Deckel
auf, und verschmiert ihn ringsum völlig dicht mit Kitt oder Lehm
(περιπηλόω)[196]; nun feuert man mit Olivenholz vorsichtig an, erwärmt
(kocht) 2-6 Stunden lang bei mäßiger, durch Gebrauch eines Blasebalges
zu regelnder Hitze, bis sich der Deckel χλωρόν (grünlich) zeigt[197],
und läßt bei Eintritt dieser Erscheinung (σημεῖον) sogleich
abkühlen[198], und zwar recht langsam, damit die Steinchen nicht
zerspringen[199]. Diese zeigen einen grünen ἀτμίς (Anflug, Belag)[200],
und wenn man sie in Olivenöl einlegt oder damit erwärmt, erhalten sie
genau das Aussehen der natürlichen[201]; in Ricinusöl (κίκι, Kíki)
dagegen sollen sie eine dunklere, weniger schöne Färbung annehmen[202].

Endlich kann man die Steinchen auch noch in einem „Kleister“ von
schönem Grünspan, gebranntem Kupfer, Alaunlösung und starkem Essig
sieben Tage lang „brennen“[203].

Die Kochung (ἕψησις) und Färbung (βαφή) des +Karchedoniers+
(καρχηδονίου), d. i. des +Rubins+, erfolgt am besten[204], indem
man auf einer Kerotakís [d. i. einem flachen Tongerät, gleichend
der Palette der antiken Maler zum Anmischen der Farben, und zum
Verschmelzen der Farben mit Wachs] die Steinchen nebst ῥητίνη
τερεβινθίνη, d. i. Terpentinharz[205], und feingepulverter Anchusa,
d. i. sog. Alkanna, erhitzt, bis das βάμμα (die Farbbrühe, die
Schmelze) aufwallt (ἀναβῆ)[206], [also vom Stein aufgesaugt werden
kann]. In ähnlicher Weise läßt man auch Steinchen, die „mit den
Abfällen der Goldgießer“ erhitzt wurden, „so daß sie die Wärme in
sich enthalten“, in einer Lösung von Schwefel in Cedernöl liegen, bis
sie sich mit dieser vollgesaugt haben[207], oder man tränkt sie mit
einer Schmelze aus echtem Balsam, dem Harz „Drachenblut“, dem Harz aus
Palästina oder aus Tomi [am schwarzen Meer], dem πίσση genannten Pech,
und dem αἶμα (Blut = blutroten Saft) der pontischen Alkanna[208].

Die „Färbung“ des +Sarders+ (σαρδίου), d. i. des +Granats+[209],
erfolgt, indem man Krystalle von Glimmer (διοπτερίτην λίθον) an
Roßhaaren in ein φάρμακον (Mittel) einhängt, bestehend aus Alkanna
in Öl gelöst, sinopischer Erde [einem Rötel, aber auch Zinnober,
Roteisenstein, u. dgl.], „Blut einer Taube“ [d. i. Mennige] und soviel
Essig, daß die rote Farbbrühe genügend flüssig bleibt[210]; das Gefäß
wird ringsum gut verschmiert (περιφιμώσας)[211], und so zehn Tage
lang ὑπὸ δρόσον gesetzt, was nicht wörtlich „unter den Tau“, bedeuten
kann[212], sondern etwa (wie oben) „in ein Dampfbad“ oder dgl.[213].

+Amethyst+ erhält man[214], indem man die Steinchen mehrmals mit
heißer Alaunlösung behandelt, und dann mit κρημνός (Kremnós) nebst
Essig kocht, +Sapphir+ (σάππιρος, vermutlich Lasur)[215], wenn man
sie zunächst mit Schildkrötengalle vorfärbt, und dann in die nämliche
Brühe (ζωμόν) bringt[216]. -- Kremnos oder Krimnos[217] scheint
eine, dem antiken Purpur ähnlich, also rötlich, blaurot, bis stark
blaustichig färbende Substanz gewesen zu sein, über die Näheres
bisher nicht bekannt ist; die Bezeichnung könnte, das Äußere der Ware
betreffend, mit κρίμνον (Krímnon, Krume, grobes Mehl) zusammenhängen,
möglicherweise aber auch mit Κρημνοί (Kremnoi, Krimnoi), dem Namen
einer größeren Handelsstadt an der Küste des asowischen Meeres
(vielleicht noch in „Krim“ fortlebend?), die als Bezugsquelle
anzunehmen wäre[218].

Dem Machen (ποίησις) und Färben (βαφή) von +Beryll+ kommt es zugute,
daß ihm der „Krystall“ schon von Natur aus gleichartig und nahe
verwandt ist[219]; man hängt diesen an Eselshaaren drei Tage in
Harn, oder auch an anderen Haaren in den Harn einer Eselin, und
bringt das gedichtete Gefäß auf gelindes Feuer[220]; sodann läßt
man den aufgelockerten (ἀραἰωσας) Krystall sorgfältig abkühlen[221]
und behandelt ihn entweder mit Galle einer Schildkröte, Milch einer
Wöchnerin[222], Kupfer und starkem Essig[223], oder mit einer
Schmelze aus Harz (ῥητίνη) und μἐλαν ἰνδικόν, φάρμακον ἰνδικόν,
d. i. Indigo[224]. Ist der Stein noch zu heiß, so wird hierbei die
Hyacinthenfarbe zerstört (ἀποβαίνει = geht weg)[225]; bei guter
Ausführung aber wird der Beryll vorzüglich (ἄριστον), so daß selbst
die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) nichts an ihm bemerken[226].
[Unter Beryll scheint man hiernach nicht nur, wie jetzt, den bekannten
grünlichen Stein verstanden zu haben, sondern auch einen bläulichen
oder „hyacinth“-farbenen; der Name „Beryll“ spricht nicht hiergegen,
denn er bezeichnet ursprünglich nur das nordindische Land oder
Volk, aus dessen Gebiet die, vielleicht recht verschieden gefärbten
Edelsteine kamen][227].

+Chrysolith+ erhält man durch Eintauchen der Krystalle in Gemenge
aus geschmolzenem Pech (πίσση) und Cedernöl (κεδρία) oder
Schöllkrautsaft[228], +Jaspis+ durch Behandeln der mit Alaun und Essig
gebeizten Steinchen mit Grünspan und Kalbsgalle[229], +Lychnis+ durch
Tränken mit φῦκος (Orseille), ἄγχουσα (sog. Alkanna), und Essig[230],
und +Chrysopras+ durch Schmelzen mit Harz und der grünlichen (χλωρόν)
Mischung von Schöllkrautsaft und Indigo[231]. +Heliotrop+[232]
(Keraunios, Sonnenstein) endlich bereitet man, indem man die „trüben“
Kryställchen durch allmähliches Erwärmen mit Alaunlösung „auflockert“,
sie noch warm mit der Zange in κεδρία (Cedernöl; Holzessig?)
wirft[233], und nun entweder gemäß dem beim Rubin zuletzt angeführten
Rezepte behandelt (jedoch +ohne+ Zugabe von πίσση)[234], oder mit
heißem geschmolzenem Pech und Alkanna, oder mit feingeriebenem Kermes
(κόκκος) nebst Essig, oder mit armenischem Blau nebst Kalbsgalle,
oder mit Maulbeersaft (Deckname?)[235], oder mit Schwefel, Kalbsgalle
und Essig[236]; der Heliotrop wird hierbei δόκιμος (probehaltig) und
πρωτ(ἐ)ῖον (Prima).

c) +Farbstoffe und Färberei+. Die zum Färben bestimmte rohe[237]
+Wolle+ (von anderen Rohstoffen ist kaum die Rede) muß zunächst
vorgereinigt werden, was durch Waschen, Aufkochen, Spülen, Abkühlen,
Nachwaschen und Trocknen geschieht[238]; als Zusätze dienen hierbei
fein gepulverte Seifenwurzel (στρούθιον, Strúthion)[239], die
„Skorpiuros“ benannte Art des Seifenkrautes[240], das Kraut Asphodill
nebst Sodalösung[241], kimolische Tonerde nebst Essig[242], filtriertes
Kalkwasser (ἀσβέστου ὔδωρ)[243], bereitet durch Löschen gebrannten
Kalkes in Cisternenwasser und Abziehen der nach völligem Absitzen
krystallklaren Lauge[244], sowie feine Tonerde nebst Aschenlauge[245];
diese wird gewonnen[246], indem man den durchlochten Boden eines
Topfes mit Ätzkalkstücken belegt, die durch Auslaugen von Asche
[nämlich Holzasche] mit Wasser erhaltene Lösung [von Alkalicarbonat]
durchfließen läßt, und die [nunmehr kaustisch gewordene] Lauge über ein
σεβέννιον (Sebénnion) klar filtriert, d. i. über ein „Blätterbüschel“,
[oder ein an Stelle dieser sehr unvollkommenen Vorrichtung getretenes
Ersatzmittel aus irgend einem passenden Material][247].

Hierauf folgt die +Beizung+ (στῦψις, Stýpsis), deren Hauptarten
jeder beliebigen Färbung vorausgehen können, „mit Ausnahme der
purpurnen“[248]. Die wichtigsten Materialien, die man zumeist als
kochende Lösungen anwendet, sind: Alaun und Harn[249], auch nebst
gebranntem „phrygischem Stein“ [d. i. ein poröses, vermutlich
alaunhaltiges Mineral, von dessen „Brennen“ ~Dioskurides~ und ~Plinius~
berichten], und Misy [d. i. ein Zersetzungs- und Oxydationsprodukt
des in Cypern vorkommenden eisenhaltigen Schwefelkieses][250]; Alaun
und scharfer Essig, auch nebst rohem Misy[251], wobei man zunächst
kocht, bis einige zugesetzte Gerstenkörner erweicht sind, und hinterher
auch noch Harn beigeben kann[252]; Alaun und Abkochung von βαλαύστιον
(Balaústion), d. i. Granatblüte[253]; Saft unreifer Trauben[254];
Trestern (γείγαρτον) mit siedendem Essig[255]; Chálkanthon[256], d. i.
unreiner Kupfervitriol. Zu den Beizen für Purpur nimmt man geriebenes
Misy, Eisenrost, und ἄνθος βαλαυστείας, d. i. Granatblüte[257], oder
Alaun, Essig, Misy und echten Schwefel[258]; [letzterer ist anscheinend
bestimmt, eine Aufhellung zu bewirken[259], ähnlich wie an anderer
Stelle[260] ein Kochen mit Schwefel und Kuhmilch ἄνεσις herbeiführen
soll, d. i. „Entfärbung“][261]. Als Beizen für die besonderen Nüancen
des „sardinischen“ und des „sizilischen“ Purpurs werden vorgeschrieben:
eine stark eingekochte Lösung von Eisenrost nebst Essig oder saurem
Granatäpfelsaft[262], und eine Lösung von Alaun, κηκῖδες (Galläpfeln),
und χαλκοῦ ἄνθος (Kupfervitriol), mit der man aber nur 2-3mal
aufwallen lassen darf, weil sonst die Färbung nachher zu hochrot
(ἐρυθρά) ausfällt[263]. [Der Ausdruck χαλκοῦ ἄνθος kann hier +nicht+
auf Kupferoxydul gehen [264], sondern nur, wie auch an einer anderen
Stelle[265], auf Kupfervitriol, der dort ausdrücklich als „schön
dunkelblau“ bezeichnet wird; der „schön lauchgrüne“ ist natürlich nicht
Kupfer- sondern Eisenvitriol.]

Die +Farbstoffe und Farbmaterialien+ unterwirft man vor Gebrauch
einer +Prüfung+ (δοκιμασεία φαρμάκων βαφικῶν)[266]. Der +Waid+, der
aus dem im Schatten gesammelten Kraut durch Zerquetschen, Zerstoßen,
und Trocknen an der Luft unter häufigem Umwenden dargestellt wird,
und ισάτις (Isátis) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt, soll schwer und
schön dunkelblau sein[267]. Syrischer +Kermes+ (Scharlach) darf keine
weißen oder schwarzen Flecken aufweisen, sondern muß locker und schön
rot aussehen, und sich beim Verreiben[268] mit Soda (und Wasser) gut
auflösen[269]. Auch φῦκος (Phýkos, +Orseille+) darf nicht weiß- oder
schwarzfleckig und locker sein, sondern soll dasselbe Rot wie Purpur
aus Purpurschnecken (ὄστρεον) zeigen, und sich fest anfühlen; man
prüft sie durch Zerreiben[270], und behält nur die gut Befundene[271].
In gleicher Weise prüft man den +Krapp+ (ῥίζα = Wurzel) und wählt
nur den schönfarbigsten[272]. Das ἐλύδριον (Elydrion, Chelidonium,
+Schöllkraut+) ist eine Wurzel, deren Saft schon in der Kälte schön
goldgelb färbt, doch ersetzt man es, des hohen Preises wegen, oft
durch die Wurzel der Granate, ῥοιά, die ganz ähnlich wirkt[273]. Eine
gelbe Farbe enthält auch die γάλβινα (+Galbina+), d. i. ein Absud aus
den getrockneten Blüten des κνῆκος (Safflors) oder des τιθύμαλλος
(Wolfsmilch)[274]. Der +Alaun+ (στυπτηρία, Styptería) muß schön weiß
und gut löslich sein (ὑγρά)[275]; enthält er ἅλμη (Mutterlauge)[276],
so ist er unbrauchbar. Vom +Vitriol+ (χαλκοῦ ἄνθος) wählt man nur
den schöngefärbten, schön dunkelblauen oder lauchgrünen[277] [die
Verschiedenheit von Kupfer- und Eisenvitriol, die z. B. in Cypern
vielfach gemeinsam vorkommen, wird also nicht erkannt, oder doch nicht
berücksichtigt].

Zur +Auflösung+ (λύσις, ἄνεσις)[278] von Orseille (φῦκος) bedient man
sich einer wäßrigen Abkochung von Bohnenschrot (ὕδωρ ἐρεγμοῦ)[279], zu
jener von +Alkanna+ (ἄγχουσα) der Abkochungen von Linsen (φακός), von
Wurzeln des Bilsenkrautes (ὑοσκύαμος), des Kappernstrauches (κάππαρις),
des Maulbeerbaumes (συκάμεινος), und der Bertramwurz (πύρεθρον)[280],
von Safflor (κνῆκος), und von Schachtelhalm (τῆλις)[281]; man kann aber
die entrindete und zerkleinerte Alkanna auch mit frischem Gerstenmalz
(βύνη, βύνι) feinreiben, einen Tag mit Essig stehen lassen, und dann
erwärmen, bis der Essig die Farbe löst[282]; oder sie mit Kamelharn,
mit Sodalösung, mit Öl und mit Nüssen (κάρυα) aufkochen, bis die
Flüssigkeit [in der die Alkalien, das Öl und das Nußöl lösend wirken]
blutrot aussieht[283]; oder endlich sie mit dem Inneren „königlicher,
persischer Nüsse“ (βασιλεικῶν καρύων), also großer Walnüsse[284]
feinstoßen und mit schiefrigem Alaun zu einer festen Masse (μάζα,
Máza) formen, die man dann mit Wasser anreibt, so daß man die Güte der
Farbe mit dem Finger zu prüfen vermag[285]. Ähnliche Mittel verwendet
man auch, um κόμαρι (+Kómari+) in Lösung zu bringen, [d. i. der rote
Farbstoff aus Wurzel und Kraut von Comarum palustre][286]; entweder
kocht man mit φέκλη (Phékle, Weinstein, lat. faecula) auf[287], oder
mit τραγακάνθη (Traganthgummi), Balsamöl und dem teuren καπνέλαιον
(Öl des Kapnos)[288], oder mit Aschenlauge (κονία στακτή)[289], oder
mit Harn eines kleinen Knaben, Schweinemist und der durch Löschen
gebrannten Marmors in Wasser dargestellten Kalkmilch[290].

Die +Herstellung+ (σκευή, Skeué) „echten“ +Purpurs+ durch ψυχροβαφή
(Kaltfärbung, Färben in der Kälte)[291] gelingt, indem man die mit
filtriertem Kalkwasser oder mit Eisenrost in Essig [d. i. Eisenacetat]
gebeizte Wolle mit Krimnos oder mit Orseille nebst Chalkanthon
behandelt[292]; am besten verfährt man aber so, daß man den „Schaum
der Isatis der Färber“ [d. i. indischen oder Waid-Indigo] nebst
„ausländischer“ [importierter] Alkanna im Mörser feinreibt, der Lösung
durch Zusatz von κόκκος (Kókkos, Kermes), oder falls dieser fehlt, von
Krimnos, „wie sie die Färber besitzen“, ἄνθος (Anthos, Glanz) verleiht,
und die aufgebeizte Wolle hineinbringt: sie erlangt herrliche,
unbeschreiblich schöne, der echt purpurnen gleichende Farbe, daher muß
man diesen Kunstgriff +geheimhalten+ (ἀπόκρυφον πρᾶγμα)[293].

Auf +heißem+ Wege erhält man echten, prachtvollen Purpur, „so schön
wie den [importierten] barbarischen“ (λίαν καλὴ βαρβαρική)[294],
durch Kochen mit verschiedenen Farbstoffen und passenden Zusätzen.
Orseille verwendet man zusammen mit Amaranth-Blüten oder Maulbeersaft,
setzt nach Bedarf auch Eisenrost[295], δάφναι (Lorbeerfrüchte), und
κανθαρίδες (Canthariden)[296], sowie Chálkanthon und Hämatit[297]
hinzu, und gibt Glanz (ἐπανθίζει) mit Galläpfeln und ὑάκινθος
(Hyacinthe)[298], oder mit Kalkwasser[299]; auch kann man mit Orseille
und einigen Brocken[300] (Krystallen?, σφαῖρα) Alaun behandeln und,
falls die Farbe dunkler gewünscht wird, die Behandlung verlängern,
oder eine Kleinigkeit Chálkanthon und Soda beifügen[301]. Alkanna
bringt man, in ein Körbchen gefüllt, mit Harn, rohem cyprischem Misy
und natürlicher Soda (νίτρον ἄπυρον, Nitron) in einen [wegen der
Gefahr des Überlaufens] recht großen Topf, kocht auf, entfernt den
Schaum, preßt die (φάρμακα (Mittel) gut ab, stellt mit einem Strähn
Wolle eine Vorprobe an und siedet dann die übrige fertig, bis sie den
richtigen Glanz (ἀνθισμόν) hat[302]. Krapp (ῥίζα = Wurzel) löst man
als gut getrocknetes, zerkleinertes und gesiebtes Pulver in kochendem
Regenwasser, setzt Bohnenschrot und weiße Tonerde zu, wirft die mit
Waid[303] bläulich angefärbte, mit Aschenwasser und Tonerde gereinigte,
nachgespülte und gebeizte Wolle in die heiße Farbflotte, rührt bestens
um, gibt „Glanz“ mit Alaun, spült rein, und trocknet im Schatten, fern
von Rauch[304]. Rhamnusbeeren (σφαιρεῖα τοῦ ῥάμνου = Fruchtbüschel)
und ähnliche Teile von Pflanzen (διὰ βοτανῶν) geben einen schönen
(πρώτη = Prima) Purpur, wenn man sie in Abkochungen des ὑοσκύαμος
(Bilsenkrautes) und θέρμος (der Feigbohne) löst, die angefärbte Wolle
nachher in ὕδορ χαλκέως, d. i. in eisenhaltiges Wasser, bringt[305],
sorgfältig nachspült und in der Sonne trocknet[306].

Zur Herstellung bestimmter Nüancen von Purpur bedient man sich
besonders ausgearbeiteter Verfahren: Hochroten Purpur (βαφὴ ὀξεῖα)
erhält man mittels größerer Mengen Orseille oder Krimnos nebst
entsprechenden Beigaben von geriebenem Nitron, Chálkanthon, guter
sinopischer Erde und Essig[307]. „Tyrischen Purpur“, prima und
probehaltig, ergibt Orseille nebst gebranntem phrygischem Stein, oder
Alkanna nebst Harn, gebranntem Kalk, und ἀρσενικόν [Arsenikón = gelbes
Schwefelarsen, Auripigment][308]. „Phönizischen Purpur“ (φοινικοῦν)
liefert Orseille, in Regenwasser gelöst, nebst „Ziegenblut“[309], oder
Alkanna nebst Chalkanthon[310]; durch Zufügen [der Abkochungen] von
Scammonia, Elaterium, Helleborus, und wilder Gurke gewinnt man eine
hellere Schattierung (λεύκωσις) dieses Purpurs, der auch zum Färben
von ὀθόνια (Leinwand) und von βυσσίνη) (Baumwolle?)[311] brauchbar
ist[312]. Einen „unvergänglichen“ Purpur (ἀνεξάλειπτον) liefert die im
oder am Meere wachsende [nicht näher bekannte] „Flechte“ κόσθος[313]
(Kósthos, Kysthos), einen „niemals verschießenden“ (μὴ ἀνιοῦσαν) diese
nämliche Flechte nebst Orseille und Essig, oder der rote Farbstoff
παιδέρως (Paidéros)[314] in Essig gelöst[315], oder auch Alkanna nebst
Orseille, Krapp und „Kalbsblut“[316].

+Rosenfarbe+ (ῥοδοβαφή) erzeugt man mittels einer Lösung getrockneten
fein gepulverten Krapps (ῥίζα) in siedendem Regenwasser nebst
weißem Essig und Bohnenschrot; man bringt die mit Aschenwasser und
Tonerde vorgereinigte, mit Seifenwurzel abgekochte Wolle in die
Farbflotte, rührt gut um, gibt ἄνθος (Glanz) mit Alaun, spült nach
und trocknet schließlich im Schatten und fern vom Rauch[317].
Zur Erzielung von +Scharlach- oder Kermes-Farbe+ (κοκκίνων βαφή)
behandelt man die zunächst durch Waid bläulich angefärbte Wolle mit
Kermes und Orseille[318], oder mit Krimnos und Alaun[319], oder,
falls „galatischer Scharlach“ gewünscht wird, mit Alkanna, Orseille,
„Schweineblut“[320], Chálkanthon und gebranntem ἀρσενικόν [=
Arsenigsäure][321]. Eigentliche +Orseillefarbe+ (φύκου βαφή) erhält
die mit heißem Harn nebst Alaun gereinigte und gut nachgespülte Wolle
durch Sieden mit einer Lösung von Orseille in Trinkwasser (ποτίμον),
der man auch noch Chálkanthon beifügt[322]; besondere Dauerhaftigkeit
und Festigung (κάτοχος) gewinnt Orseille- und auch Alkanna-Farbe
durch Anwendung von Schafharn, von Saft der Zwiebel (βόλβος), und von
Abkochungen aus Bilsenkraut, Blättern des Citronenbaumes (κίτρια),
Gerste, oder τῆς κοτυληδόνος (vielleicht Malz?)[323].

Schön +rotgelb+, „wie die (rohe) Wolle aus Canuria“ [in Apulien],
färbt man durch Kochen mit Akantha (einer Distelart?) und Krimnos im
Bleikessel (μολυβδοῦν χαλκίον)[324], schön +goldgelb+ (χρυσανθής) durch
Einbringen in einen kalten Auszug aus den Blüten des Safflors (ἄνθος
κνήκου) und aus Ochsenzunge (βούφθαλμον)[325]; +nicht+ dauerhaft ist
die +dunkelgelbe+ (φαιός) bis hellgelbe, rahmgelbe oder milchweiße
Kaltfärbung mit goldglänzender Bleiglätte[326] nebst Kalk und etwas
Alkanna[327].

Um +blau+ (γλαυκός) oder dunkelblau (ἀνθράκινος) zu färben, zerkocht
man ἄνθραξ (Waid, Indigo) mit Harn in einer großen Kufe vorsichtig
und unter stetem Rühren, stellt die allmählich abgekühlte Masse drei
Tage lang in die Sonne und arbeitet sie dabei regelmäßig gut um; einen
gehörigen Anteil läßt man weitere drei Tage mit Seifenwurzel brodeln,
färbt dann die Wolle an, setzt hierauf noch Orseille zu, färbt fertig
und wiederholt dies früh und abends, also täglich zweimal, so lange bis
die Farbbrühe erschöpft ist[328].

Einige +andere+ beliebte Farben erhält man noch wie folgt:
„Phönizisches Hellrot“ mit Heliotrop [d. i. Croton tinctorius], Alkanna
und Essig[329]; „Kirschrot“ (κεράσιον) mit Krimnos, dessen Ton man
mit σμῆγμα [Seife oder dgl.] aufhöht (ὠξεισμένον)[330]; „κέδρινον“
[Kédrinon, wohl ein helles Gelbrot] mit Heliotrop und Essig[331].

Eine „+Brühe+“ (βάμμα) „+für drei Farben+“ besteht aus Krimnos und
Alaun der Färber (βαφική)[332]; für sich färbt sie schön scharlachrot,
auf Zusatz von mit Wasser angeriebenem Schwefel aber lauchgrün
(πράσινα), und auf Zusatz in Wasser gelöster reiner Soda quittengelb
(μήλινα).

                              ——————————

Wie sich aus allem im vorstehenden Dargelegten ergibt, streben die
Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus ganz offen die Nachahmung
und Verfälschung der Edelmetalle, der Edelsteine und Perlen, sowie der
Luxusfarbstoffe an[333]; sie benennen die erhaltenen Kunstprodukte ohne
weiteres mit dem Namen der echten, -- so z. B. heißt es einfach „du
findest Smaragd“ oder „du erhältst Purpur“[334] --, und sie stellen
ohne jedes Geheimtun und mit sichtlicher Befriedigung fest, zu wie
erfreulichen Zielen ihre Vorschriften führen: die Erzeugnisse sind gut,
schön, sehr schön, vortrefflich, herrlich, bewunderungswürdig[335],
unbeschreiblich[336], wie echt, wie natürlich, schöner als
natürlich[337], echt ägyptisch, schön wie die importierten (λίαν καλὴ
βαρβαρική)[338], prima (πρώτη), probehaltig, usf., so daß sie selbst
die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) täuschen, und diese nichts von
der Nachahmung bemerken[339].

Schon diese wiederholte Versicherung läßt ersehen, daß ursprüngliche
Ausüber der geschilderten „Künste“ nicht die getäuschten und nichts
bemerkenden Arbeitsleute selbst waren, sondern ihnen übergeordnete
Persönlichkeiten höheren Ranges, die zwar naturgemäß aus der Erfahrung
der Techniker schöpften, aber weitergehende und auch eigentliche
Geheim-Kenntnisse besaßen, die sie sogar ihren unmittelbaren
Fachgenossen nicht ohne Rückhalt überlieferten[340]. Des Näheren wird
auf diese Verhältnisse weiter unten zurückzukommen sein.

Zu den sehr spärlichen +Autoren+, die sich im Leidener und Stockholmer
Papyrus als Verfasser benützter Quellenschriften angeführt finden,
gehören neben dem im nachfolgenden noch ausführlich zu besprechenden
sog. ~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~), der späteren Zeiten als
„erster Alchemist“ und „Vater der Alchemie“ gilt, noch ~Phimenas~,
~Anaxilaos~ und ~Aphrikianos~. Den Ägypter ~Phimenas~ aus Saïs,
der nur im Leidener Papyrus vorkommt, hat ~Berthelot~ mit einem
anderweitig als „Magier“ bekannten ~Pammenes~ identifiziert, -- ob
mit Recht, bleibt aber durchaus fraglich[341]; der Römer ~Africianus~
(Ἀφρικιανός)[342], ist zweifellos als der Verfasser des, nur in sehr
entstellter und interpolierter Gestalt auf uns gekommenen Sammelwerkes
„Kesten“ anzusehen, d. i. als jener ~Julius Sextus Africanus~, der
nachweislich zu Beginn des 3. Jahrhunderts lebte und literarisch
tätig war[343]; der Grieche ~Anaxilaos~ endlich, dessen Zeitalter
~Lagercrantz~ für unbestimmbar ansah[344], ist, wie ~Diels~ erinnert,
sicherlich der nämliche aus dem berüchtigten Zauberlande Thessalien
stammende „Pythagoräer“, von dessen magischen Kunststücken und dessen
Ausweisung aus Italien im Jahre 28 v. Chr. ~Plinius~ berichtet[345];
dem Stockholmer Papyrus zufolge[346] empfahl er u. a. ein von
~Demokritos~ herrührendes Rezept, und ~Diels~ vermutet, daß ein
größerer Teil auch der übrigen Vorschriften durch ihn aus der [noch
unveränderten, also noch nicht in alchemistischem Sinne entstellten]
Urschrift des ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; auf diesen scheint in
einzelnen Punkten vielleicht auch die Sprache des Stockholmer Papyrus
zurückzugehen, die sich im ganzen aber als eine äußerst gewöhnliche
erweist.

Einige wenige +Siglen+ (z. B. für „Drachme“ und für „einhalb“)
und Wortabkürzungen (z. B. πορφ’ für πόρφυρα = Purpur, und υ/στ
für στυπτηρία = Alaun) sind dem Stockholmer und Leidener Papyrus
gemeinsam[347]; +allein+ im letzteren kommen die oben angeführten
Zeichen der Sonne und des Mondes für Gold und Silber vor; in +beiden+,
die zwar erst im 3. Jahrhundert niedergeschrieben, im ganzen aber,
trotz so mancher Abänderungen, Einschiebungen und Zusätze, doch
wesentlich orthodoxe und annähernd getreue Wiedergaben +weitaus+
älterer Überlieferungen sind, fehlen (wie bereits erwähnt) noch
gänzlich jene magischen und mystischen Ideen, unter deren Einfluß erst
der Übergang derartiger Lehren in eigentlich alchemistische stattfand.
Sehr bezeichnend für dieses Eindringen der Mystik, das schon in den
ersten nachchristlichen Jahrhunderten zu beginnen, seinen Höhepunkt
aber etwa zwischen 300 und 400 zu erreichen scheint, wäre eine mit
dem Stockholmer Papyrus vereinigte Beigabe, sofern sie wirklich zu
ihm gehört und zusammen mit ihm aufgefunden wurde, was sich indessen
bestenfalls als wahrscheinlich, keineswegs als bewiesen, hinstellen
läßt[348]. Sie besteht aus einem Papyrusblatte, das in Zügen, die
jenen des Hauptstückes zwar ähnlich, aber doch von ihnen verschieden
sind, die Inschrift trägt: „Sonne, Berbeloch, Chthotho, Miach, Sandum,
Echnin, Zaguel: bewahre mich, während ich die Mischungen vornehme
(συνιστάμενον). Übliche Formeln (κοίνα). Dann salbe Dich, und Du wirst
mit eigenen Augen die Ergebnisse sehen“[349]. Der Anrufung der Sonne
folgen also eine Anzahl (als Beinamen aufzufassender?) magischer
Worte, wie sie in gleicher Art sehr oft in den sog. Zauberpapyri
der nämlichen Epoche vorkommen; sodann soll der Ausführende, wie
ebenfalls häufig in diesen Zauberpapyri, die κοίνα aufsagen, d. s. die
vorgeschriebenen geheimen Formeln (die als ihm geläufig vorausgesetzt
werden), und schließlich eine Salbe gebrauchen, deren mystische Wirkung
zum gewünschten Ziele führt. Nimmt man die Zusammengehörigkeit des
Hauptpapyrus und des Beiblattes an, so drängt sich die verlockende
Vermutung auf[350], daß die „vorzunehmenden Mischungen“ die in ersterem
beschriebenen seien, daß also der ursprünglich mit völliger Offenheit
Nachahmende und Fälschende +hier+ bereits bewußte Täuschung ausübe,
d. h. an der Hand eines mystischen Rituales als Magiker und zaubernder
Alchemist auftrete. Hierzu wiederum würde vortrefflich die schon von
~Berthelot~ aufgestellte, von ~Lagercrantz~[351] und von ~Diels~[352]
gebilligte Hypothese passen, der Besitzer der Leidener und Stockholmer
Papyri sei ein der Magie und Alchemie ergebener höherer Priester
gewesen; für deren Richtigkeit spricht es noch, daß in Ägypten seit
altersher jedermann das, womit er sich im Leben beschäftigte, auch
in das Grab mitgegeben erhielt, und daß ein hoher Priester leicht in
der Lage war, sich derartige Prunkabschriften als Totenbeigaben zu
beschaffen.

Nach ~Wünsch~[353] ist indessen die von ~Lagercrantz~ gegebene
besondere Auslegung der Worte „ἔχε με συνιστάμενον“ unzulässig:
sie können nicht heißen „bewahre mich, während ich die Mischungen
vornehme“, sondern sind eine in den Zauberpapyri des Zeitalters
häufige rituelle Anrufung und bedeuten „nimm mich an, der ich zu dir
trete“. -- Die magischen Worte hält ~Löw~ für semitischen Ursprunges,
wonach das letzte, „Zaguel“, vielleicht als der in sehr ähnlicher Form
überlieferte Namen eines jüdischen Engels anzusehen wäre[354]. -- Da
ihrer aber sieben sind, stehen sie möglicherweise auch in Zusammenhang
mit den sieben Planeten, und in „Berbeloch“ könnte etwa die, durch
die religiöse Sekte der Barbelo-Gnostiker bekannte „Barbelos“ (=
παρθένος, Jungfrau), als Göttin des Mondes verborgen sein; für die
restlichen Worte müßten sich, falls die Voraussetzung zutreffen sollte,
Beziehungen zu den übrigen fünf Planeten nachweisen lassen.




2. Demokritos (Pseudo-Demokritos).

(Angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.)


Während die Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus zwar oft
Deutlichkeit und Zusammenhang vermissen lassen, nirgends aber, selbst
wo sie sichtlich auf Täuschung und Fälschung hinausgehen, völliger
Offenheit und Aufrichtigkeit ermangeln, finden wir die eigentlichen
„alchemistischen Traktate“ durchaus erfüllt von mystischem und
magischem Beiwerke, von zauberischem und abergläubischem Wesen, von
geheimtuenden und allegorischen Anspielungen, -- und daher, trotz ihrer
Ausführlichkeit und Breite, dunkel oder unverständlich.

Auf welche Weise, und durch was für Einflüsse vermittelt, dieser
veränderte Geist platzgegriffen haben mag, kann an dieser Stelle
noch nicht erörtert werden. Hervorzuheben ist jedoch, daß wir bisher
noch kein chemisches Werk kennen, das vermittelnden Charakter trüge
und allmähliche Übergänge zu ersehen, mindestens zu erschließen,
gestattete, daß vielmehr die bezeichnete Eigenart auch schon bei
jenen Schriften hervortritt, die die ältesten sind, oder sich doch
als solche geben. Freilich muß zugestanden werden, daß wir auch sie,
soweit es sich nicht überhaupt um Untergeschobenes oder Apokryphes
handelt, sicherlich nur in stark veränderter, durch so manche spätere
Hand zweckbewußt umgearbeiteter Gestalt kennen; auf diesem Umstande
wird es auch mit beruhen, daß die Reihe der griechisch schreibenden
alchemistischen Autoren, obwohl sie rund ein halbes Jahrtausend
umfaßt (ungefähr vom 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis zur
Eroberung Ägyptens durch die Araber, 640-643 n. Chr.), kaum nach
irgendwelcher Richtung hin Fortschritt oder Entwicklung verrät, so
daß von diesen Schriftstellern gilt, was ~Albrecht von Haller~[355]
über die arabischen Botaniker sagt: „sie sind die brüderlichsten
Brüder, und hast du einen von ihnen gelesen, so hast du sie alle
gelesen“; das einzige, aber ziemlich untrügliche Unterscheidungszeichen
älterer und jüngerer Abhandlungen bleibt die bei letzteren immer
weiter zunehmende Verworrenheit und Kritiklosigkeit, sowie das stets
merklichere Zurücktreten eigentlicher chemischer Kenntnisse und
praktischer Erfahrungen hinter leeren alchemistischen Einbildungen und
theoretischen Abstraktionen.

Welche Autoren in Wahrheit die frühesten sind, welche Lehren
tatsächlich von ihnen herrühren, und welche Auslegungen dieser
Lehren wirklich zutreffen, -- alle diese Fragen lassen sich zur Zeit
nicht mit Sicherheit beantworten. Wir wissen nur spärliches über
Lebenszeiten und Lebensumstände der Verfasser (deren Namen sich
überdies in einigen Fällen auch noch wiederholt haben sollen), es
läßt sich meist kaum entscheiden, ob und inwieweit ihre Zitate aus
den „Alten“ echte oder nur vorgebliche sind, und des weiteren bietet
der Wortlaut dieser Berufungen, nicht minder aber auch jener der
eigenen Ausführungen, dem Verständnisse noch viele ganz besondere
Schwierigkeiten: die Beschreibungen der vorzunehmenden Operationen sind
häufig unvollständig, unklar, oft auch „absichtlich geheimnisvoll“
und lassen meist jede Andeutung quantitativer Verhältnisse (Mengen,
Zeiten, Konzentrationen, Temperaturen) vermissen; als Bezeichnungen der
Substanzen dienen in fast beliebiger Weise vieldeutige Worte, und man
hat daher, etwa unter Chalkitis, Chrysokolla, Kadmia, Kommi, Magnesia,
Sinopis, Stypteria, je nach den Umständen das Allerverschiedenste
vorauszusetzen: nicht nur ganz anderes als der +heutige+ Sprachgebrauch
erwarten läßt (bei „Gummi“, bei „Magnesia“, usf.), sondern auch
nach +damaliger+ Kenntnis weit Auseinanderliegendes, so z. B. wenn
Sinopis[356] bald Rötel aus Sinope bedeutet, bald sinopisches Minium
(Mennige), bald aber Zinnober, Realgar, Oker, Eisenrost, oder Hämatit
(Roteisenstein). Endlich werden viele der benützten Stoffe überhaupt
nur unter dem Schleier von Geheimnamen, sog. Decknamen, eingeführt,
betreff derer begreiflicherweise die größte Willkür besteht[357], so
daß man schon bei den verständlicher klingenden niemals vorher wissen
kann, +welches+ Mineral, +welches+ Präparat, +welche+ Droge irgendein
Autor unter Ei, Eigelb, Galle, Honig, Gummi, Safran, Rettigöl,
Ricinusöl, Lorbeerholz u. dgl. gerade versteht und verstanden haben
will. Daß z. B. an irgendeiner Stelle „magnetische Blumenblätter“
den Braunstein (Pyrolusit, Mangansuperoxyd) bedeuten sollen, wird
allenfalls noch Derjenige erschließen können, der weiß, 1. daß „Blätter
der Krone“ zuweilen auch als Namen der „Magnesia“ vorkommen, 2. daß
„Magnesia“ (neben vielen anderen in den Gebieten Magnesias auftretenden
Mineralien) auch den Braunstein bezeichnet, und 3. daß dieser
„magnetisch“ auch noch deshalb heißt, weil durch seinen Zusatz das
infolge Eisengehaltes dunkle Rohglas entfärbt wird, was schon ~Plinius~
mit den Worten erklärt, er ziehe den Abschaum des Glases (liquorem
vitri) ebenso an sich, wie der Magnet das Eisen; darauf aber, daß an
irgendeinem anderen Orte mit „Lorbeerblättern“ der „weiße Schwefel“
(= Arsenigsäure) gemeint sein soll, würde überhaupt niemand verfallen
können, erschlösse ihm nicht zufälligerweise eine Parallelstelle diesen
Sinn, für den uns der richtige Anhaltspunkt völlig fehlt.

Durchaus zutreffend, und ~Berthelot~ gegenüber fast prophetisch, hat
also ~Kopp~ hervorgehoben, daß den alchemistischen Werken, -- wie
künftige bessere und vollständigere Ausgaben gewiß +noch+ klarer
ersichtlich machen würden, -- verhältnismäßig wenig Bestimmtes über
das chemische Wissen ihrer Verfasser zu entnehmen ist, und daß die
Auffassung des zu Entnehmenden oft zweifelhaft bleibt und in der
Luft schwebt, „worüber sich der Fernstehende durch zuversichtliche
Behauptungen nicht täuschen lassen darf“[358], um so mehr, als man für
eine frühe Zeit und die ihr angehörigen Schriften keine sichere Antwort
auf Fragen abzuleiten vermag, die, nach der Erkenntnisstufe jener Zeit,
in ihr gar nicht bewußt gestellt wurden[359]. Die Vorschriften zur
künstlichen Darstellung von Gold und Silber, so führt ~Kopp~ weiter
aus, sind nicht nur insoweit gegenstandslos, als sie dieses unmögliche
Ziel für erreichbar oder wirklich erreicht ausgeben, sondern sie lassen
auch meist im Dunkeln, wie man es erreicht zu haben +glaubte+, da
die Nomenklaturen unverständlich und rätselhaft, die Kunstausdrücke
vieldeutig und unsicher, die Einzelnamen fragwürdig und figürlich
sind, vielleicht auch ihren Sinn wiederholt gewechselt haben; selbst
Vergleiche der Werke untereinander fördern in dieser Hinsicht nicht
nach Erwarten, denn die Geschichte aller Irrlehren zeigt, daß diese
nicht oder kaum entwicklungsfähig sind, so daß die jüngeren Verfasser
die älteren stets nur aufs neue wiederholen und kommentieren[360]. „Man
findet bei diesen Autoren“, so sagt sehr richtig schon 1783 ~Moehsen~
in einem noch heute höchst lesenswerten Abschnitte seiner „Beiträge
zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg“[361],
„weitläufige Exegesen, nach Art der kirchenväterlichen über die Bibel,
.... der Schüler gibt weiter, was ihn sein Meister lehrte, und der eine
Blinde zeigt immer dem anderen den Weg.“

Nur mit großer Vorsicht wird man also unter solchen Umständen zum
Versuche schreiten dürfen, Lehren und Leistungen der griechischen
Alchemisten nach Möglichkeit klarzulegen.

                              ——————————

Die „alten“ Überlieferungen stimmen so gut wie ausnahmslos darin
überein, daß die frühesten der uns vorliegenden alchemistischen
Schriften jene des ~Demokritos~ seien[362]; zugleich stellen sie
dessen Identität mit dem +Philosophen+ ~Demokritos~ aus Abdera als
eine derartig unzweifelhafte und selbstverständliche hin, daß sie für
nicht wenige Gelehrte noch inmitten der Neuzeit ein unerschütterlicher
Glaubensartikel blieb, obwohl schon ~Salmasius~ (~Saumaise~) 1622 im
Kommentar zu des ~Tertullianus~ „Liber de pallio“ erklärte[363], „daß
diese Werke zwar unter dem Namen des ~Demokritos~ gehen, aber der
letzten Zeit der griechischen Literatur angehören“!

Ganz abgesehen von den unvereinbaren chronologischen Verhältnissen, --
der +Philosoph+ ~Demokritos~ starb um 350 v. Chr., und der Charakter
jener Schriften ist ausgesprochen späthellenistisch, -- muß es zunächst
unbegreiflich erscheinen, wie gerade der +echte+ ~Demokritos~ in den
Ruf eines Magiers, Astrologen und Alchemisten geraten konnte, er,
der anerkanntermaßen einer der scharfsinnigsten und nüchternsten
Köpfe des Altertums war, als Hauptbegründer der atomistischen Schule
neue und selbständige Pfade einschlug, und von ~Aristoteles~ „als
ein Mann, der über fast alles nachgedacht hat“, mit hoher Achtung
erwähnt und als unbedingt erste Autorität bezüglich der Naturkunde
angesehen wird. Den nächsten Anlaß zu dieser Umwertung, sicherlich
einer der auffälligsten, die die Geschichte der Wissenschaften kennt,
gaben wohl seine ungewöhnlich zahlreichen Reisen, deren Umkreis
spätere Berichte immer weiter ausdehnten, zuletzt bis in das Innere
Ägyptens und Babyloniens, dieser alten Heimstätten des Zauberwesens
und der Magie[364]; gefördert wurde sie durch das Vorhandensein eines,
angeblich auf vielerlei eigene Versuche und Erfahrungen gegründeten,
χειρόκμητα (Cheirókmeta = Handgriffe, Kunstgriffe) betitelten Werkes,
dessen ursprüngliche (echte?) Fassung leider, wie die aller Schriften
des wahren ~Demokritos~, verloren ist, über dessen Inhalt aber
allmählich immer abenteuerlichere Vorstellungen in Umlauf kamen und
auch Glauben fanden. Jedenfalls stand das Bild des ~Demokritos~ als
Astrologen und Magiers ersten Ranges gegen Anfang unserer Zeitrechnung
bereits längst fest, und aus den „Cheirókmeta“, auf die ~Vitruv~[365]
und ~Plinius~[366] hinweisen oder anspielen, sowie aus anderen seiner
Werke wird eine Fülle derartig abergläubisch-unsinniger (+nirgends+
aber alchemistischer!) Aussprüche und abgeschmackter Behauptungen
angeführt[367], daß schon einigen der Autoren, aus denen ~Plinius~
schöpfte, der Gedanke an Unterschiebungen aufstieg[368]; ~Plinius~
glaubt zwar nicht an solche, aber sein Zeitgenosse ~Columella~ (gest.
gegen 65 n. Chr.)[369], sowie der spätere ~Aulus Gellius~ (gest. um
180 n. Chr.)[370] sprechen von ihnen nicht nur als von etwas bereits
völlig Bekanntem, sondern nennen auch den (oder einen) Hauptfälscher,
~Bolos~ aus ~Mendes~ in Ägypten, der nicht lange nach Beginn der
Ptolemäerzeit gelebt und „zur Schule des ~Demokritos~“ gehört haben
soll[371]. Das Vorhandensein einer solchen Schule, die doch unbedingt
einer längeren Entwicklungszeit bedurfte, wäre von großem Interesse,
erscheint aber fragwürdig; wenn wir jedoch bei ~Petronius~ (gest. 66
n. Chr.) lesen[372], „~Demokritos~, ein zweiter Herakles (nämlich der
Wissenschaften) ..., füllte ein Leben mit Versuchen aus, um die Kräfte
der Steine und Pflanzen völlig ins Reine zu bringen“, und wenn ~Seneca~
(um 60 n. Chr.) anführt[373], „~Demokritos~ verstand auch Elfenbein
zu erweichen und mineralische Schmelzen in Smaragd zu verwandeln,
wie das noch jetzt mit den dazu passenden geschieht“, -- so erhalten
wir eine ziemlich ausreichende Vorstellung dessen, +was+ sie etwa
dem ~Pseudo-Demokritos~ zuschrieb; wir ersehen ferner, daß für die
technisch Ungebildeten jener Zeit ein den ägyptischen Glasmachern seit
altersher so geläufiger Kunstgriff wie das Grünfärben von Glasschmelze
durch kleine Mengen geeigneter Metallverbindungen noch den Charakter
einer, der geheimen „Kraft“ des Zusatzes zuzuschreibenden „Umwandlung“
trug. +Hier+ ist also die Stelle, an die die Phantasien der weiteren
apokryphen Litteratur anknüpften[374]. Aus dieser schöpfend berichten
z. B. im 3. Jahrhundert ~Diogenes Laërtius~[375], und im 4. ~Synesios~
(s. unten) und ~Panodoros~ (dessen ägyptische Chronik im Auszuge bei
~Georgios Synkellos~, einem Autor des 8. Jahrhunderts, vorliegt),
~Demokritos~ habe schon von einigen Magiern, die als Begleiter des
~Xerxes~ während des griechischen Feldzuges zu Abdera im Hause seines
Vaters Wohnung bezogen, Unterricht in den Geheimwissenschaften erhalten
(also etwa 20 bis 25 Jahre vor seiner Geburt?); später sei er zu
Memphis in Ägypten durch den persischen Priester ~Ostanes~, den ersten
und berühmtesten Lehrer der Astrologie und Alchemie (s. unten), in
diese Künste eingeweiht worden; daraufhin habe er dann die Vorschriften
zur Anfertigung des Goldes und Silbers (χρυσο-, ἀργυροποιία, Chryso-
und Argyropoiía) verfaßt und die „Bücher der Färbekunst“ (βίβλους
βαφικάς) geschrieben, deren vier Abschnitte das „Färben“ (βαφή, Baphé,
Tinktur) des Goldes, des Silbers, der Edelsteine und der Purpurgewänder
behandelten[376]. Die Folgerichtigkeit der Anschauungen tritt hierbei
klar zutage, denn genau so, wie die Gewinnung von grünem „Smaragd“
aus farblosem Glas, oder von purpurnem Gewebe aus farblosem Stoffe,
sprach man auch jene des Goldes und Silbers in erster Linie als einen
Vorgang der Farbengebung an: war es erst mehr oder weniger geglückt,
ungefärbten oder anders gefärbten Metallen die Farbe von Gold und
Silber zu verleihen, dann hatte man eben auch sie mit mehr oder weniger
Erfolg „umgewandelt“, also Gold und Silber „gemacht“.

                              ——————————

Die Lehren des ~Pseudo-Demokritos~ wurden der Neuzeit zuerst
einigermaßen bekannt, als 1573 ~Pizzimenti~ in Padua das Buch
„Demokritos Abderita, De arte magna“ veröffentlichte, dessen erster
Abschnitt „De rebus naturalibus et mysticis“ (Über das Natürliche
und Übernatürliche) eine Anzahl aus nicht näher angegebenen Quellen
entnommener Fragmente in lateinischer (sehr unzureichender) Übersetzung
bringt[377]; nach ~Berthelot~, der diese als seither unbekannt
geblieben ansieht, obwohl u. a. ~Kopps~ „Beiträge“ einen ausführlichen
Abdruck enthalten[378], stimmt ihr Inhalt völlig überein mit dem
des Werkes „Physica et Mystica“ (das in verschiedenen Handschriften
überliefert ist), nur umfaßt letzteres noch zwei weitere Absätze: der
erste berichtet über eine zauberische Anrufung des „persischen“ Magiers
~Ostanes~ und die Auffindung der von seinem Geiste angekündigten
Geheimschriften, während der zweite ein Rezept zum Färben mit Purpur
wiedergibt[379]. -- Hauptquellen zur Kenntnis des ~Pseudo-Demokritos~
sind die griechischen Texte seiner angeblich eigenen Werke, die am
ausführlichsten die berühmte, wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert
stammende alchemistische Sammelhandschrift der St. Markus-Bibliothek zu
Venedig enthält, ferner die Zitate aus seinen Schriften bei späteren
griechischen Alchemisten (u. a. bei ~Zosimos~ im 3. und ~Synesios~
im 4. Jahrhundert) und endlich einige in syrischer Sprache erhaltene
Übersetzungen und Auszüge.

                              ——————————

Um zunächst einen Begriff vom Inhalte und von der Abfassungsweise
der demokritischen Schriften zu geben, sei der erste Absatz aus der
Einleitung in die „Goldmacherkunst“ (χρυσοποιία) vorausgeschickt, der
wörtlich wie folgt lautet[380]: „Nimm Quecksilber, fixiere es mit
dem Körper der Magnesia, oder des italischen Stimmi, oder mit nicht
erhitztem [d. h. natürlichem] Schwefel, oder mit Aphroselinon, oder mit
gebranntem Kalk, oder mit Alaun aus Milo, oder mit Arsenikon, oder mit
etwas, was du sonst als passend kennst; wirf [projiziere] die weiße
Erde auf Kupfer, so erhältst du glänzendes Kupfer; wirfst du gelbes
Silber darauf, so erhältst du Gold, wirfst du aber Gold darauf, so
erhältst du Goldkoralle in Substanz. Die nämliche Wirkung bringt das
gelbe Arsenikon hervor, ferner das richtig behandelte Sandarach, oder
der völlig herausgekehrte [d. h. umgewandelte] Zinnober; glänzendes
Kupfer erhältst du allein mittels Quecksilbers. Die Natur besiegt die
Natur.“

Wer hiernach über das Verfahren Gold zu machen und über die dabei zu
benützenden Hilfsstoffe nicht genügend klar geworden ist, dürfte seine
Zuflucht vor allem zum sogenannten „Lexikon der χρυσοποιία“ nehmen,
einem schon in den ältesten Handschriften angefügten, erläuternden
Verzeichnisse der Stoffnamen, sowie der Bedeutungen, die diesen neben
ihrem nächstliegenden Sinne noch zukommen können; nach Durcharbeitung
der zahlreichen, jeder bestimmten Anordnung entbehrenden Paragraphen
dieses Wörterbuches[381] wird er sich im Besitze nachstehender
Erklärungen der im Absatze I vorkommenden Fachausdrücke finden, --
wobei vorausgesetzt sei, daß die Grundsubstanz „Quecksilber“ auch
wirklich Quecksilber sein soll, was möglich, aber keineswegs gewiß ist:

  Magnesia: weißes Blei; Kadmia; weibliches Stimmi; stärkster Essig;
  „Blätter der Krone“.

  Stimmi: natürliches [d. i. Spießglas, Schwefelantimon]; „Muschel“,
  dargestellt aus Kupfer, Blei, Zinn und Eisen; Goldkoralle.

  Nicht erhitzter Schwefel: Safran aus der Lösung; Dampf und
  Sublimiertes aus Quecksilber.

  Aphroselinon: Silberschaum; Argyrolith; Kupholith; Komaris von allen
  Arten Schwefel und Arsen; Talk; Selenit; Weinstein; Alaun; festes
  Quecksilber.

  Gebrannter Kalk: Kalk der Eier; Marmor aus Theben; Titanos; Alaun;
  Alaun von Melos; Stein des Dionysos; Knochen der Sepia; Muscheln.

  Alaun: weißer Schwefel [d. i. Arsenigsäure]; glänzendes Kupfer;
  gereinigtes Blei; phrygischer Stein; nicht erhitzter Schwefel.

  Arsenikon: weißer Schwefel; Komaris; attischer Oker; Erde aus Samos.

  Kupfer: Schale der Eier.

  Glänzendes Kupfer: Alaun.

  Gelbes Silber: Asem.

  Goldkoralle: feinstes rotes Gold.

  Gelbes Arsen: gelber Sand [d. i. Auripigment, gelbes Schwefelarsen].

  Sandarach: roter Sand [d. i. Realgar, rotes Schwefelarsen];
  scythisches Wasser; Quecksilber aus Zinnober.

  Zinnober: sublimierter Dampf, im Topfe gekocht; Sandarach; Mennige;
  Rotheisenstein [d. i. Hämatit].

Das angeführte Beispiel, das eine noch keineswegs zu den schlimmsten
zählende Stelle betrifft, im übrigen aber für Geist und Form
+aller+ alchemistischen Werke, von den frühesten an bis zu denen
des ausgehenden Mittelalters, recht charakteristisch ist, läßt
ersehen, welche ungewöhnlichen Schwierigkeiten der Text jedem
Versuche zureichender Deutung entgegensetzt, und in wie geringem
Grade diese durch das „Lexikon“ behoben werden; schon ~Kopp~ sagt
von diesem[382], es sei ein bloß verwirrendes, für das Verständnis
wertloses, selbst erst eines Kommentars bedürftiges Verzeichnis
nicht der erwarteten Erklärungen, sondern der nach alchemistischer
Redeweise gebräuchlichen Synonyma. Demgemäß verheißt ein Vorgehen,
abzielend auf weitere Anführung umfangreicher Stellen aus derartigen
Schriften und jedesmalige Auslegung ihrer Einzelheiten, wenig
Erfolg; zweckentsprechender erscheint der Versuch, den Inhalt nur im
allgemeinen wiederzugeben, jedoch unter tunlichster Berücksichtigung
der Ausführung und Erklärung chemischer Operationen, der gebrauchten
Kunstausdrücke und der benützten Apparate.

                              ——————————

Das Hauptwerk des ~Pseudo-Demokritos~ „Physica et Mystica“[383] weist
gleich in seiner Einkleidung arge Widersprüche auf. ~Demokritos~
beschwört den Geist des einstigen Lehrers, des +persischen+ Magiers
und dabei +ägyptischen+ Priesters ~Ostanes~, und erhält von ihm die
Auskunft, seine Geheimschriften befänden sich im „Tempel“; dieser wird
fruchtlos durchsucht, und erst später öffnet sich beim Gottesdienste
plötzlich eine Säule, die Bücher kommen zum Vorschein, enthalten jedoch
nichts als den Spruch „ἡ φύσις τῆ φύσει τέρπεται, ἡ φύσις τὴν φύσιν
νικᾷ, ἡ φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ“, d. h. „Die Natur freut sich über
die Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über
die Natur“[384]; die Schüler sind äußerst verwundert über die Kürze
und Kärglichkeit dieses Vermächtnisses, -- aber weiteres ist nicht
vorhanden. Trotz dessen gibt sich das ganze Werk des ~Demokritos~
als das wiedergefundene des ~Ostanes~, freilich ohne dies ganz offen
auszusprechen; die übliche Auslegung besagt allerdings, jener knappe
Satz schließe eben alles Sonstige bereits in sich, und von der
übermenschlichen Weisheit des ~Ostanes~ zeuge gerade seine Fähigkeit,
die ungeheure Mannigfaltigkeit der Erfahrungen in diesen wenigen Worten
zusammenzufassen. Merkwürdig bleibt hierbei noch, daß ~Ostanes~,
den doch ~Demokritos~ hier als frühesten und ersten der Alchemisten
sprechen läßt, selbst wieder Berufung an die „Älteren“ einlegt und
empfiehlt, mit der Begründung, die „Neueren“ glaubten nicht genügend an
die „Schrift“, τῇ γραφῇ[385], d. h. an die noch gar nicht vorhandene
schriftliche Überlieferung seiner Lehren!

Was nun ~Demokritos~ in „Physica et Mystica“, einerseits unter
Verweisung auf Bücher der persischen Magier[386], andererseits
unter rätselhafter Andeutung gewisser Geheimnisse der ägyptischen
Tempel[387], über das „Machen“ von Gold und Silber verrät, geht
durchaus auf jene drei Methoden hinaus, von denen (wie bereits
weiter oben angeführt) schon ~Salmasius~ spricht, und in völlig
übereinstimmender Weise auch ~Berthelot~[388]. Für +Silber+, zuweilen
auch Asem genannt, kommt in Frage: 1. Die „Weißung“ der Oberfläche
von Kupfer durch quecksilber- oder arsenliefernde Chemikalien, wie
gelbes und rotes Schwefelarsen (Auripigment und Realgar), Zinnamalgam,
Zinnober u. dgl. 2. Auftragen silberglänzender Firnisse auf Kupfer,
Eisen, oder Blei. 3. Bereitung silberähnlicher Legierungen aus Kupfer,
mittels Zinn, Blei, Orichalkum und anderer Zutaten, wobei hinterher
nach Bedarf auch nochmalige Weißung erfolgen kann. Für +Gold+ ist
in Betracht zu ziehen: 1. „Gilbung“ der Oberflächen von Kupfer und
Silber durch die Röstprodukte von Pyriten und Spießglanz (d. i.
Schwefelantimon), sowie durch Schwefel, arsen- oder schwefelliefernde
Präparate, u. a. „göttliches Wasser“ [d. i. Calciumpolysulfid?]. 2.
Auftragen goldglänzender Firnisse[389], bestehend u. a. aus Kadmia,
Safran, Chelidonium, Carthamus, Eigelb, Kalbsgalle, nebst den Ölen
von Terebinthen [d. i. die Frucht von Pistacia Terebinthus], Ricinus,
Rettig usf. 3. Bereitung goldähnlicher Legierungen aus Kupfer,
Silber und Blei, z. B. aus natürlichem Schwefelsilber mit Bleiglätte
und Spießglas, oder aus Kupfer nebst Blei, Zinn und „Klaudianos“
[Kupfer, Blei, Zinn oder Messing enthaltende Legierung?], auch
unter Mitverwendung von Quecksilber, Zinnober, Elektron, und unter
schließlicher abermaliger Gilbung. Nützliche Zusätze zur Darstellung
von Silber und Gold sind endlich kleine Mengen Silber, Gold, oder
Elektron[390], am besten als feine Pulver, die offenbar gleich „Samen“
die beabsichtigte Umwandlung anregen, oder sie nach Art von „Hefe“
fördern und beschleunigen sollen.

Als wichtigster Ausgangsstoff für die Herstellung der Edelmetalle
wird das Blei bezeichnet, „dessen Natur sich so leicht in vielerlei
anderes umwandeln läßt, μετατρέπεται[391], [nämlich in die
wohlbekannten Präparate weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei,
gelbe Bleiglätte, rote Mennige]; da nach den Theorien des ~Platon~
und ~Aristoteles~ alle Metalle mehr oder weniger Wasser enthalten,
das ihre Schmelzbarkeit bedingt und im Augenblicke der Verflüssigung
sichtlich hervortritt, und da ferner dieser Wassergehalt bei den
edlen Metallen am kleinsten, bei den unedlen am größten sein soll, so
hat aber jedenfalls auch der niedrige Schmelzpunkt des Bleies dazu
angeleitet, dieses gemeinste der Metalle als dasjenige anzusehen,
das als eine Art Urstoff [materia prima] den übrigen zugrunde liegt,
zunächst denen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) der Unedlen, d. i.
Blei, Kupfer, Eisen und Zinn[392]. Doch ist unter „Blei“ nicht stets
das gewöhnliche Blei zu verstehen, -- nämlich das „schwarze“ (plumbum
nigrum), neben dem das Zinn das „weiße“ (plumbum candidum) heißt, --
sondern zuweilen auch das +metallische Antimon+, dessen, als einer Art
Blei, u. a. schon ~Plinius~ und ~Dioskurides~ gedenken[393]; dieses
wird aus dem sehr leicht reduzierbaren στίμμι [Stimmi, Spießglas,
Schwefelantimon] gewonnen und „μόλυβδον τὸ ἡμών“ = „+unser+ Blei“
genannt[394], ähnlich wie an anderer Stelle eine scharfe Flüssigkeit
„τὸ ἡμέτερον ὄξος“ = „+unser+ Essig“[395]. Wie mehrere Bleie, so
gibt es auch mehrere Quecksilber, nämlich neben „einem aus Zinnober“
auch „eines aus Arsen“[396]; unter diesem ist das durch Röstung
und Reduktion der natürlich vorkommenden Arsensulfide leicht zu
gewinnende, durch Silberglanz, Sublimierbarkeit usf. dem Quecksilber
analog erscheinende +metallische Arsen+ zu verstehen, das „aus Kupfer
und aus Asem Silber erzeugt“[397] [indem sich eine silberglänzende
Kupfer-Arsen-Verbindung bildet]. Die Arsensulfide und der „Rauch“, den
sie beim Rösten entweichen lassen, heißen auch κοβαθία (Kobathía)[398],
-- ein Wort, mit dem, ebenso wie mit dem verwandten κόβαλος (Kóbalos),
nach ~Beckmann~ (1799) und ~Lobeck~ (1829) unser heutiges Kobold und
Kobalt zusammenhängen soll[399].

Um nun das „Blei“ genannte Rohmaterial in Silber oder Gold
überzuführen, hat man ihm jene richtige βαφή = Färbung zu erteilen,
„die das Ziel der großen Kunst bildet“[400]; die Aufgabe hierbei ist
im wesentlichen keine andere als die, farblose Gewebe aus Rohwolle und
Rohleinen in herrlich blaue und rote Prachtstoffe umzuwandeln[401]. So
wie man das ägyptische Chamäleon veranlassen kann, die verschiedensten
Farben anzunehmen, wobei aber seine eigentliche Natur keine Veränderung
erleidet, ganz ebenso hat man Farbenveränderungen des Ausgangsmaterials
anzustreben, das solcher sehr wohl fähig ist, in ihrem Verlaufe
ebenfalls seine ursprüngliche Natur bewahrt und deshalb [im Sinne eines
Urstoffes, einer Materia prima] auch selbst „Chamäleon“ heißt[402].
Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch nicht plötzlich, sondern
in verschiedenen Stufen[403], als deren vier wichtigste die Mélansis
(Schwärzung), Leúkosis (Weißung), Xánthosis (Gilbung) und Íosis
(Rötung) gelten; die erste erfüllt eine +unabänderliche Vorbedingung+,
indem sie die verschiedenen Rohstoffe in eine gleichmäßige schwarze
Urmasse überführt, die das Substrat jeder weiteren Veränderung
darstellt, die zweite bewirkt die Entstehung weißen Silbers, die dritte
die gewöhnlichen gelben, und die vierte die reinsten roten Goldes.

Die Leukosis und Xanthosis, das Weißen und Gilben, sind, wie
~Zosimos~, ~Synesios~ und andere spätere Erklärer bestätigen, die
wichtigsten jener „Handfertigkeiten“, die ~Demokritos~ in dem, von
ihnen χειροκμήματα genannten „Buche über die vier edlen Künste“ als
ἄργυρο- und χρυσο-ποιία (Machen des Goldes und Silbers) lehrte[404]
und angeblich auch in „geheimen Schriftzeichen“ (= Hieroglyphen) auf
die Säulen der Tempel setzen ließ[405]. Das Weißen und Gilben muß
der τεχνιτῆς[406] (Techniker, Kunstbeflissener) auf das Gründlichste
studieren[407], erstens, indem er durch immer wiederholte Versuche
die Eigenschaften und Wirkungen aller der festen und flüssigen Stoffe
erforscht, durch deren Einwerfen (ἐπιβάλλειν, projizieren)[408] man
das Weiße und Gelbe gewinnt, zweitens aber auch, indem er die hierfür
günstigsten Umstände ermittelt; dabei wird sich z. B. herausstellen,
daß Erfolg, namentlich guter Erfolg, nur eintritt, wenn sich alle
Substanzen in flüssigem (gelöstem oder geschmolzenem) Zustande
befinden, ἀναλυόμενα πάντα[409]. Die wichtigsten der erwähnten Stoffe
sind Quecksilber[410], ferner aber auch Zinnober[411], Schwefel,
Arsen, gelbes Arsen [Auripigment], rotes Arsen [Realgar, Sandarach],
Spießglas [Schwefelantimon], Pyrit [Schwefelkies u. dgl.], und zwar
besonders dessen silber- und goldglänzende Arten, z. B. λίθος χρυσίτης
(Goldkies)[412], sodann Sory und Misy[413] [Zersetzungsprodukte des
Pyrits; Schwefel, Kupfer, Eisen und andere Metalle enthaltend], endlich
noch Kadmia[414] (καθμεία), die auch den Namen Magnesia (μαγνησία),
weißes Blei, weißer Pyrit, Silberkies, u. dgl. führt[415].

Die Wirkung, die von ihnen ausgeht, beruht auf συγγένεια (Syngéneia),
d. i. Affinität, Verwandtschaft, wie eine solche in allbekannter
Weise sämtliche Metalle zum Schwefel, oder das Eisen zum Magnetstein
zeigen[416]; diese führt (so lehrte schon ~Platon~) zu einer gänzlichen
Verschmelzung und Vereinigung, zu einer wahren „Vermählung“, daher
sich denn z. B. Kupfer und Kadmia [hier ein zinkhaltiges Mineral]
durchdringen ἕως συγγαμήσωσιν (bis sie sich vermählt haben) und dabei
Nikäanisches Orichalkum [hier offenbar Messing] erzeugen, ganz ebenso
wie aus Kupfer und Zinn durch eine Vermählung gleicher Art „Erz“ [=
Bronce] hervorgeht[417]. Wie in diesen Fällen die Einflüsse geringer
Beigaben Zinn oder Kadmia, so sind auch die der oben angeführten
weißenden oder gilbenden Zusätze beim „großen Werke“ zu beurteilen; sie
veranlassen eine Umwandlung (μεταβολή, Metabolé), eine Artverwandlung
(ἀλλοίωσις, Alloíosis)[418], ersichtlich an der Farbenveränderung, ja
mit dieser geradezu identisch: „μεταβολὴ καὶ ἀλλοίωσις ἐστὶ βαφή“, „die
Umwandlung und Artverwandlung besteht in der Umfärbung“[419]. Daß die
Umwandlungen eintreten, ist nicht weiter erklärbar: „O ihr allmächtigen
Naturkräfte (φύσεις παμμεγέθεις), die ihr Metabolé bewirkt!“ ruft
~Demokritos~ aus[420], und weist hierdurch auf den dogmatischen
Lehrspruch des ~Ostanes~ zurück; Grundlage des letzteren wiederum soll
in Wahrheit ein auch von ~Zosimos~[421] angeführter Satz sein „αἱ
ποιότητες δι’ ἀλλήλων παρέρχονται“ (die Qualitäten verdrängen sich
gegenseitig), den ~Berthelot~ als aus der „Physik“ des ~Aristoteles~
entlehnt bezeichnet; doch steht er weder an der angegebenen Stelle
(Buch IV, cap. 6), noch ist er mit Hilfe des ~Bonitz~schen Registers zu
des ~Aristoteles~ Werken auffindbar.

Was die Ausführung der chemischen Operationen anbelangt, so ist
bemerkenswert, daß ~Pseudo-Demokritos~, wie das Altertum überhaupt,
von Säuren nur den Essig und einige saure Pflanzensäfte kennt; Essig
wendet er in verschiedenen Stärken an, u. a. auch als „schärfsten“
(unverdünnten), ὄξος δριμύτατος[422]; Citronensaft ist ihm „der Essig
aus Citronen“ (ἐν ὄξει κιτρίνῳ, ἐν χολῷ κίτρῳ)[423]. Das Behandeln
mit Chemikalien heißt ταριχεύειν (taricheúein)[424], welches Wort
das Einpökeln der Fische, aber auch das Einbalsamieren der Mumien
bezeichnet (das tatsächlich häufig nur ein Einsalzen mit Nitron war).
Gelindes Erwärmen, oft 15-31 Tage dauernd, erfolgt durch Einsetzen in
Mist, z. B. Pferdemist, ἐν ἱππείᾳ κόπρῳ[425], stärkeres Erhitzen durch
freies Feuer, wobei sich die leichteren Dünste des Wassers und anderer
Substanzen, aber auch jene dichteren Dämpfe, die alsbald in Form von
Sublimaten wieder fest werden, zunächst als „Wolke“ erheben. Von der
ἄρσις ὕδατος καὶ νεφέλης, dem „Aufsteigen des Wassers und der Wolke“,
sowie von der νεφέλη im Sinne eines Sublimates, ist daher häufig die
Rede[426]. Neben offenen Gefäßen (anscheinend meist tönernen) werden
auch einseitig und allseitig verschlossene erwähnt; diese letzteren
heißen ἀγγεῖον περίφιμον πάντοθεν, „ringsum geschlossene Gefäße“, und
machen keinen Anspruch auf Neuheit mehr, da man sich ihrer ὡς ἔθος (wie
gebräuchlich) bedienen soll[427].

                              ——————————

Was die Zitate aus ~Pseudo-Demokritos~ bei den +späteren Alchemisten+
betrifft, wie bei ~Zosimos~ und ~Pelagios~ im 3., bei ~Synesios~
und ~Olympiodor~ im 4. bis 5., und bei dem sog. ~Philosophus
Anonymus~ und ~Christianus~ im 6., 7., oder 8. Jahrhundert, so ist es
selbstverständlich, daß sie desto weniger Anhalt bieten, je ferner
diese Schriftsteller ihrer wirklichen oder angeblichen Quelle stehen;
schon was sie inhaltlich besagen, wird allmählich stets wertloser,
zudem gestaltet sich aber auch die Form der Überlieferung immer
fragwürdiger, indem philosophische und mystische Theorien in den
Vordergrund treten, u. a. besonders die Entgegensetzung von Körper
(σῶμα, Soma) und Geist (πνεῦμα, Pneuma), von festen somatischen
Grundlagen und flüchtigen pneumatischen Eigenschaften, usf.

~Demokritos von Abdera~, so erzählt der ~Philosophus Anonymus~, war
an Kenntnissen allen seinen Vorgängern weit überlegen und ist der
Verfasser der vier Bücher der Wissenschaft (ἐπιστήμη) vom Silber,
vom Gold, von den Edelsteinen und vom Purpur, nach einigen auch noch
eines fünften von den Perlen[428]. Das „große Werk“ beruht nach ihm
auf Durchdringung und Vereinigung gewisser körperlicher Substanzen und
geistiger Qualitäten, wobei unter Aufhebung und Zerstörung der alten
Wesen ein neues erzeugt wird, dessen Beschaffenheit davon abhängt,
welcher in die Mischung eingehende Bestandteil der stärkere ist, denn
„die Natur freut sich über die Natur, usw.“. Voraussetzung bei dem
des Werkes Beflissenen ist daher genaue Kenntnis der körperlichen und
geistigen Naturen, ihrer Arten und Abarten, Verwandtschaften, Zu-
und Abneigungen, Sympathien und Antipathien; denn durch Sympathie
z. B. zieht ὁ μαγνήτης λίθος (der magnesische Stein = Magnet) das
Eisen an, durch Antipathie verhindert ihn aber hieran die Gegenwart
von Knoblauch, durch Sympathie mischen sich Wasser und Wein, durch
Antipathie aber sondern sich Wasser und Öl, u. dgl. mehr[429].

Nach dem Berichte des ~Zosimos~ hat ~Demokritos~ gezeigt, daß das
„Werk“ vom Blei ausgeht, oder von den οὐσίαι (Usíai), den Substanzen,
das sind die vier auch „Körper“ (σῶμα, Sóma) genannten, festen,
feuerbeständigen Glieder der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft),
nämlich Blei, Kupfer, Eisen und Zinn, denen allen „nach Ansicht der
Ägypter“ das Blei zugrunde liegt[430]. Das „Blei“ des ~Demokritos~
kann aber, wie aus ~Olympiodoros~ zu ersehen[431], neben dem
gewöhnlichen stets auch „unser Blei“ sein, μόλυβδος ἡμέτερος, [d. i.
metallisches Antimon], denn er schreibt öfter vor[432] „mache Blei aus
Bleiglätte, aus Schwefelblei, oder aus Stimmi“, von welchem Stimmi
[Schwefelantimon] er das ägyptische aus Koptos, das kleinasiatische
aus Chalcedon, und das italische erwähnt[433]; desgleichen spricht
der ~Philosophus Christianus~ von dieser μελανία στίμμεως, der
„Schwärze aus Stimmi“[434], [dem durch Reduktion des Spießglases so
leicht gewinnbaren, dem Schwarzblei äußerst ähnlichen Roh-Antimon].
Als für das „Werk“ besonders geeignet erweist sich unter den Körpern
der Tetrasomie das Kupfer, denn es vermählt sich leicht und gern mit
anderen Stoffen, erfreut sich an ihnen und beherrscht sie[435]; es
gleicht, wie auch ~Pelagios~ versichert[436], einem Baume, indem es
sich „bei guter Pflege in feuchter, warmer Luft und bei genügendem
Begießen mit reichlichen Wässern“ alsbald unter „Gären“ entwickelt,
d. h. aufschwillt und wächst, Blüten entfaltet und zuletzt Früchte
trägt. Die Früchte sind, wie ~Zosimos~ noch deutlicher ausspricht[437],
Silber und Gold; aber auch was unter den Dünsten und Wässern
[Lösungen oder Schmelzen] zu verstehen sei, geht aus anderen Stellen
klar hervor. In erster Linie kommt der Schwefel in Betracht, „den
man gar nicht erst zu rösten braucht, da er in der Hitze schon von
selbst schmilzt und verdampft und durch seine Einwirkung alles
färbt“[438]; schon ganz wenig Schwefel „verbrennt“ dabei eine große
Menge der anderen Stoffe, und zerstört die meisten Mineralien und
Metalle[439]; besondere συγγένεια (Affinität) soll er aber zu bereits
schwefelhaltigen, ihm also schon wesensverwandten Substanzen zeigen,
die er „noch schwefliger“ macht, so daß der ~Philosophus Christianus~
neben dem ὕδωρ θεῖον, -- dem schwefligen (oder göttlichen) Wasser,
das Kupfer in Silber und Gold verwandelt[440] --, auch noch ein ὕδωρ
θειότατον (schwefligstes, göttlichstes) rühmt[441]. Dem +gelben+
Schwefel analog wirkt der +weiße+, [d. i. die beim Rösten der
„unreinen“ Arsensulfide entweichende flüchtige Arsenigsäure], sowie der
+schwarze+ (μελάντερον), [d. i. in der Regel das sich als schwarzer
Anflug absetzende metallische Arsen, zuweilen aber anscheinend auch
eines der +aus+ dem „Schwarzen“ (nämlich dem Spießglas) entstehenden
sublimierbaren Antimon-Oxyde oder -Sulfoxyde][442]. Weiterhin ist einer
der wichtigsten Stoffe das Quecksilber, sowohl das aus „Sand“ [d. i.
metallisches Arsen], wie das aus Zinnober[443]; aus dem „gelben Sand“
[Auripigment][444] entsteht es durch Röstung [und Reduktion], aus dem
Zinnober (Schwefel-Quecksilber)[445] durch Erhitzen mit νιτρέλαιον
(Nitrélaion), dem „Öl aus Nitron“; es ist dies vermutlich ätzendes
Natron, erhalten (wie schon dem ~Plinius~ zu entnehmen) aus der mittels
gebranntem Kalk „verstärkten“, d. h. kaustisch gemachten Lösung des
Nitrons, der in Ägypten massenhaft vorkommenden natürlichen Rohsoda.

Als wirksame Bestandteile aller dieser Mittel bezeichnete, nach
~Zosimos~, angeblich schon ~Demokritos~ den durch die Macht des Feuers
aus ihnen ausgetriebenen Dunst oder Rauch, die αἰθάλη (Aithále), wie
sie z. B. aus Zinnober oder Schwefelarsen sichtlich entweicht[446].
Er erklärt sie für wesensgleich, ja für identisch, mit der „inneren
Natur“, der Psyche oder Seele der ursprünglichen Substanzen, mit deren
Hauch oder Geist, deren +Pneuma+ (πνεῦμα)[447]; dieses flüchtige
Prinzip erweist sich aber zugleich als das +färbende+, das πνεῦμα
βαπτικόν[448], als der immaterielle Träger und Vermittler der
„färbenden Eigenschaften“; denn allein Qualitäten sind der Übertragung
und, wenn diese erfolgt ist, neuer Entfaltung ihrer Kräfte fähig:
„ποιότητες ἐνέργουσιν, die Qualitäten schaffen“[449]. Auch nach
~Pelagios~ findet beim demokritischen „Mysterium der Goldfärbung“
(χρυσοβαφή, Chrysobaphé) eine „Schöpfung“, δημουργία (Demurgía) statt;
sie besteht darin, daß der Einfluß des lösend und vergeistigend
wirkenden Pneumas auch die erdigen und rohen Eigenschaften des Körpers
(σῶμα, Sóma) in feinere und edlere verwandelt, wobei, der Um+wandl+ung
entsprechend, auch Um+färb+ung eintritt[450]; dienen z. B. als
Streupulver, ξήριον (Xérion), das man auf oder in die zu verwandelnden
Massen wirft, (projiziert)[451], weißer und gelber Schwefel, so
ergeben sie vermöge der Natur, die ihnen und ihrem Pneuma innewohnt,
aus der flüssigen, als „Magnesia“ bezeichneten Legierung (κρᾶσις,
Krásis) weißes Silber, dagegen aus der festen, als „Zinnober“ bekannten
Substanz (οὐσία, Usía) gelbes Gold[452]. Wie aber Kupfer oder Eisen,
wenn man sie schön vergolden will, vorher gebeizt werden müssen, so
gesellt man auch dem Xerion, also dem göttlichen Wasser, dem Schwefel,
Arsen, oder „Chrysolith“ [hier = golderzeugender Stein] noch allerlei
beizende, styptische, und adstringierende Hilfsstoffe zu, die teils
die „Farben“ in gewünschter Weise abstufen, teils bewirken, daß sie
genügend „scharf“ werden, um „auch in die Tiefe einzudringen“[453].

Was die Behandlungsart des „Bleies“, des von ~Demokritos~ zuweilen auch
als Asem[454] bezeichneten Kupfers, sowie der sonstigen Metalle mit
den verschiedenen Reagenzien betrifft, so werden sie, laut ~Zosimos’~
Bericht, oft nur in Dünger eingesetzt, namentlich in Pferdekot, dessen
Wärme sich als trefflich förderndes Mittel (φάρμακον, Phármakon)
bewährt[455]; nach ~Olympiodoros~ umwickelte ~Demokritos~ sie fest mit
Leinen, brachte durch „Einsalzen“ (ταριχεία, Taricheía) die Zusätze,
Beizen, oder schwefelhaltigen Stoffe (z. B. Stimmi) zur Wirkung und
kochte dann im „Meerwasser“, worunter vermutlich das Wasser des auch
als πόντος (Póntos, Meer) bezeichneten Wasserbades zu verstehen
ist[456]; zur Erreichung höherer Wärmegrade dient das Erhitzen ἐν
ἄγγεσιν διπλοῖς, „in zwiefacher Hülle“[457] d. h. in einem Gefäße,
das in ein zweites eingesetzt ist, z. B. in ein Sand- oder Aschenbad,
θερμοσπόδιον (Thermospódion)[458]. Bei allen derlei Operationen
erleidet man namhafte Verluste, so daß ~Demokritos~, wie ~Zosimos~
wissen will, nie mehr wie zwei Drittel bis drei Viertel des in Arbeit
genommenen Materiales in umgewandeltem Zustande erhielt[459]. Wenn
~Zosimos~ weiter anmerkt, dieses fertig transmutierte Kupfer (τέλειον
χαλκόν), „das keiner weiteren Färbung mehr bedarf“, finde sich nach
~Demokritos~ in den „Tempeln“ (ἐν ἱεροῖς)[460], so hat man hierbei
nicht sowohl an die Kultstätten der ägyptischen Götter zu denken, als
an die chemischen Apparate, denn diese pflegten die der „großen Kunst“
Beflissenen nicht selten mit Heiligtümern zu vergleichen und daraufhin
auch „Tempel“ zu benennen.

                              ——————————

Die in +syrischer Sprache+ übermittelten Lehren des ~Demokritos~
sind hauptsächlich in einigen zu London und Cambridge befindlichen
Manuskripten erhalten, auf die zuerst 1884 der berühmte Orientalist
~G. Hoffmann~ in Kiel an mehreren Stellen des von ihm verfaßten
geschichtlichen Artikels „Chemie“ in ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch der
Chemie“ hinwies[461]; ~Berthelot~, der besagten Artikel kannte[462],
gedenkt dieser Tatsache nicht, sagt jedoch auch nirgends, auf welche
Weise er sonst Kenntnis von jenen Manuskripten erhielt. Er ließ
die beiden ausführlichsten durch ~Duval~ und ~Houdas~ im Original
herausgeben und ins Französische übersetzen[463], worauf er selbst
dann die Übersetzung umarbeitete und „sinngemäß“ zu gestalten suchte.

Das Londoner Manuskript A zerfällt nach ~Duval~ in zwei Teile: der
erste stellt eine vermutlich im 7. bis 9. Jahrhundert verfaßte
Kompilation dar, denn er schließt sich noch völlig an die Werke
der griechischen Alchemisten an und enthält auch viele griechische
Fachausdrücke[464]; der zweite dürfte in seiner gegenwärtigen
Gestalt erst im 11. Jahrhundert niedergeschrieben sein und soll
eine der Vorlagen von ~Avicennas~ (~Ibn Sina’s~) Schrift „De anima“
wiedergeben[465], aber ein in ihn eingefügter arabischer Abschnitt
rührt wohl aus dem 9. oder 10. Jahrhundert her, da viele Wendungen
für die arabisch schreibenden Syrer, und gewisse persische Fremdworte
für die Einflüsse christlich-nestorianischer Autoren der genannten
Zeit charakteristisch sind[466]. -- Das Cambridger Manuskript B, das
~Berthelot~ nur zum Teil veröffentlicht hat[467], stammt aus dem 10.
bis 11. Jahrhundert, ist eine Übersetzung aus dem Griechischen und
enthält zum Teil sehr Altes und im griechischen Urtext Verlorenes aus
~Demokritos~ und aus anderen Autoren[468]. -- Sowohl in A wie in B ist
die Fassung zahlreicher Stellen sichtlich nur durch Überarbeitungen und
Einschiebungen zu erklären, die in späterer Zeit stattfanden, und zwar
wiederholt; nicht selten haben sie leider den Sinn des ursprünglichen
Textes stark verdunkelt, zuweilen aber auch derartig entstellt, „daß es
unnütz wäre, irgendwelches Verständnis zu erhoffen“[469].

Der Wortlaut des Buches „Vom Gold- und Silber-Machen“ (χρυσοκαὶ
ἀργυροποιία) stimmt im +Manuskript+ A, abgesehen von einigen
Auslassungen und Veränderungen, leidlich gut mit jenem der griechischen
Handschriften überein[470], enthält aber doch viele bemerkenswerte
Einzelheiten, die in diesen, so wie sie jetzt vorliegen, fehlen.

Zahlreich sind die „Wunder des Quecksilbers“[471], das bald aus
Zinnober gewonnen wird, bald aus „gelbem Sand“ [d. i. als metallisches
Arsen aus Auripigment], weshalb es auch „Tier mit zwei Gesichtern“
heißt[472]. Die Griechen bezeichnen es auch als Schwefel, Arsen,
Sandarach, Chrysokolla, die Syrier als Zijuka (syr. = Quecksilber),
ferner führt es noch unzählige andere Namen, z. B. flüssiges Silber,
Silberwasser, Wolke, Dampf, Flüchtiges[473], Milch, Galle, Honig,
Harz, Hefe, Schaum des Wassers, Schaum des Taues, Schaum der Pflanzen
und Tiere, Schaum des wütenden Hundes[474], u. dgl. mehr. Diese Fülle
von Ausdrücken erklärt sich daraus, daß das Quecksilber eine Substanz
von ungeheurer Wichtigkeit ist, denn es geht in alle Stoffe ein,
besonders auch in die Metalle, und bewirkt Gestaltung und Färbung[475],
daher denn auch der „Philosoph“ ~Pibêchios~ mit Recht lehrte, „alle
Stoffe sind Quecksilber, alle Stoffe enthalten Quecksilber“[476]. Das
„Flüchtige“ (d. i. Quecksilber) kann auf verschiedene Weise verfestigt
(fixiert) und gebunden werden, vor allem durch Schwefel, wobei Zinnober
entsteht[477]; man verwendet entweder den natürlichen Schwefel, θεῖον
ἄπυρον[478], oder den aus schwefelhaltigen Stoffen heraussublimierten,
der auch „Schwefel der Philosophen“ und „Öl (Dotter) der Eier“ genannt
wird[479], und erhitzt ihn mit dem Quecksilber in einem gläsernen
Gefäß (βίκος, Bíkos) acht bis neun Stunden lang im Dauerbrandofen
(πῦρ ἀυτόματον = automatischer Ofen)[480]. Reibt man den Zinnober
anhaltend mit metallischem Kupfer oder Blei, so geht der Schwefel, der
große Verwandtschaft zu den Metallen hat, an diese [d. h. es entsteht
Schwefelkupfer oder Schwefelblei], und das Quecksilber kommt wieder
zum Vorschein[481]; das nämliche geschieht, wenn man den Zinnober mit
Nitron schmilzt, wobei sein Schwefel zu etwas anderem „Festen“ [nämlich
Schwefelnatrium] wird[482]. Weitere „Fixationen des Flüchtigen“
erfolgen beim Erhitzen von Quecksilber mit Kochsalz, Alaun und Vitriol
[wobei vielleicht das Sulfat, jedenfalls aber das Chlorid entstand];
das „durch Sublimation Fixierte“ [d. i. Quecksilberchlorid, Sublimat]
wird dabei in schönen, festen, weißen Krystallen erhalten[483].

Schwefel gewinnt man auch beim Rösten des „Arsens“, [d. i. des gelben
und roten Arsensulfids], wobei er als „Seele“ in Gestalt eines
flüchtigen Sublimates nach oben steigt, während auf dem Boden als
„Körper“ eine feste Masse zurückbleibt [d. i. Arsenigsäure][484];
sie löst sich in Wasser, ist bei stärkerem Erhitzen auch selbst
sublimierbar, zeigt dann schneeweiße, Blumenkelchen gleichende
Gestalten und heißt deshalb neben „Kalk der Eier“ auch κάλυξ (Kályx =
Kelch); erhitzt man sie mit „Öl der Eier“ (d. i. Schwefel), so bildet
sich eine äußerst „scharfe“ Schmelze, „Tochter der Perser“ geheißen
[wohl ein Arsen-Persulfid][485]. Aus Schwefel bereitet man auch das
ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon, göttliches Wasser), das die mannigfaltigste
Anwendung findet und daher geradezu zahllose Namen hat[486]. Viel
Schwefel enthält noch das Stimmi [Antimonsulfid] und der Pyrit
[Schwefelkies]. Von ersterem unterscheidet man orientalisches und
okzidentalisches oder italisches[487], und wenn es „bestens zerrieben
wurde, wie zu Kohol“ [d. h. zum feinsten, im Orient auch als Schminke
dienenden Pulver][488], so macht man von ihm so vielerlei Gebrauch, daß
es als „Stimmi der Philosophen“ bekannt geworden ist[489]. Vom Pyrit
oder Markasit[490] gibt es sehr verschiedene Arten, z. B. die männliche
und weibliche[491], sowie die kupferhaltige Chalkitis; wird diese „alt“
[d. h. verwittert sie], so entsteht u. a. Chalkitarin (χαλκιτάριν,
syr. Khalkitarin, Colcotar), d. i. ein roher [meist Kupfer und Eisen
enthaltender] Vitriol[492]; reiner ist der cyprische [Kupfer-] Vitriol,
der schön und glänzend wie Glas aussieht[493] [vitrum = Glas; den
Vergleich macht schon ~Plinius~, und das Wort vitriolum, angeblich
zuerst belegbar aus den etwa im 8. Jahrhundert in Italien verfaßten
„Compositiones ad tingenda musiva ...“, war jedenfalls schon seit
langem gebräuchlich].

Blei wird durch vorsichtiges Schmelzen klar, spiegelnd und von schönem
Anblicke[494] [s. das γένεται ἱλαρός im Leidener Papyrus[495] und unser
„Silberblick“], bei weiterem Erhitzen geht es aber in „gebranntes Blei“
[Gemisch von Bleioxyden] über, das man auch „Kalk des Bleies“ oder
„Kalk der Philosophen“ nennt[496]. Ihm ähnlich ist das Zinn, doch gibt
dieses beim Biegen einen „Schrei“ von sich, der aber durch Projizieren
von Quecksilber, Arsen, oder Schwefel sogleich verschwindet[497]. Blei
und Zinn schmelzen leicht, andere Metalle aber schwer; bei diesen hilft
man sich durch Aufgießen von „einem Pfund Naphtha“ [Erdöl; pers. Naft,
ebenso arabisch], von dem aber die weiße Sorte zu nehmen ist, nicht die
gemeine schwarze[498].

Gelindes Erwärmen der Substanzen bewirkt man, indem man die Gefäße
in feuchten Dünger einsetzt, oder im Wasserbade[499] und auf dem
„Dreifuß der Philosophen“[500] durch Verbrennen trockenen Düngers
erhitzt[501]; höhere Wärmegrade erreicht man im freien Feuer, wobei man
die Gefäße mit Tonkitt, dem „Kitt der Philosophen“ [lutum sapientiae
der Späteren] gründlich zu verschließen hat[502], die höchsten aber
im „Ofen der Glasmacher“[503]. In solchen Öfen brennt man Glas- und
Tonwaren nach Art der vortrefflichen Amphoren aus Antiochia und der
Krüge aus Askalon[504], sowie die schönen bunten Tongefäße, die
zuvor eine „Glasur“ erhalten, nämlich einen Anstrich aus einer Masse
von farbigem Glaspulver nebst Traganthgummi, und dann sorgfältig
getrocknet werden[505]; die bunten Gläser, besonders auch schön grünes
Krystallglas, macht man aus bleihaltigen Schmelzen[506], andere
schöne Färbungen aber bringt man mit der „Magnesia der Glasmacher“
(ὑελουργική) hervor, d. i. mit Braunstein [Mangansuperoxyd][507].
Ähnlich wie die erwähnten Glasuren bereitet man Massen zur Vergoldung
von Gefäßen und Vasen, von Marmor und Stein, von Metallen und
anderen Materialien, sowie zur Herstellung vergoldeter Inschriften
und Goldschriften, indem man Goldstaub mit Leim, Fischleim, oder
arabischem Gummi anreibt und das dicke Gemisch auf die gewünschten
Stellen aufträgt; dauerhafter ist aber die [Feuer-] Vergoldung mit
Goldamalgam[508].

Was das „große Werk“ anbelangt, so wird die zur Bereitung des
golderzeugenden Projektionspulvers (ξήριον, Xérion, daher arab.
al-Iksir = Elixir) nötige Frist auf 40 Tage angegeben[509]; die
Arbeiten sollen nur zu einer ganz bestimmten, für sie günstigen
Jahreszeit unternommen werden[510].

Im +Manuskript+ B liegt der Text des Buches vom „Gold- und
Silber-Machen“ in erheblich abgeänderter und interpolierter Gestalt
vor, doch weist diese ebenfalls vielerlei Beachtenswertes auf.

Grundlage des „großen Werkes“ ist auch hier das Blei, besonders „unser
Blei“ [Antimon] aus Stimmi[511], sowie das Blei aus der blei-[in
Wahrheit zink-]haltigen Kadmia Kleinasiens und Thraziens[512]. So
wie man Wolle in einer Lösung von Alaun und Teig (μάζα, Máza) des
Fukus-Extraktes zu Purpur, und so wie man Glasflüsse zu Edelsteinen
und Perlen „färbt“, so hat man auch beim „Blei“ zu verfahren, und das
Quecksilber mit Schwefel, Arsen, italischem Stimmi, Magnesia u. dgl.
zu fixieren und zu tingieren[513]. Die richtig bereitete Masse, die
als Streupulver die Verwandlung der unedlen Metalle in Silber und
Gold bewirkt, ist ein Stein, aber auch kein Stein, sie hat nur einen
Namen, aber auch zahllose geheime und offenbare, sie ist überall und
nirgends, billig und teuer, schwer zu finden und doch so gemein, daß
man sie auf den Düngerhaufen wirft, usf.[514]; sie ist „das Werk der
großen Philosophen“, „die Wundertat der Kunst“, und heilt, entsprechend
angewandt, auch alle Krankheiten[515].

Die Vermehrung der Edelmetalle geschieht durch „Diplosis“, zu der man
Kupfer, Zinn, Blei, Antimon und cyprisches Quecksilber benützt[516];
ferner auch Klaudianon und sonstige Legierungen[517], sowie noch
andere Zusätze, z. B. Kalaïs [hier eine kupferhaltige Substanz?]
oder das schön weiße Alabastron [vielleicht ein Antimonoxyd?][518].
Vergoldung nimmt man mittels Goldamalgam vor, denn das Quecksilber löst
Gold leicht auf und dient daher auch zum Ausziehen der Goldreste aus
der Asche alter goldgestickter Kleidungsstücke[519]; mittels Galle,
glänzender Firnisse u. dgl. bewirkt man ebenfalls Vergoldung, und auf
derlei Weise lassen sich, neben den echten Gold- und Silberschriften,
auch unechte, weniger dauerhafte, herstellen[520]. -- Will man sich
einer Geheimschrift bedienen, so schreibt man mit Galläpfelauszug auf
χάρτη (Karte, Papyrus) und läßt trocknen; erst beim Befeuchten des
anscheinend leeren Blattes mit einem Auszug aus Misy treten die Züge
lesbar hervor[521], [indem sich das im Misy vorhandene Eisen mit der
Gerbsäure der Galläpfel verbindet].

                              ——————————

Wie aus dem Angeführten ersichtlich ist, enthalten die vorgeblichen
Werke des ~Demokritos~, -- denn daß unter seinem Namen auch seine
Schüler schrieben, wird ausdrücklich zugestanden[522] --, in dieser
syrischen Einkleidung zahlreiches erst nachträglich seitens der
Übersetzer und Bearbeiter Eingefügte, und erweisen sich daher als
Pseudepigraphen zweiten Grades. Sie berufen sich auf Autoren, die wie
~Zosimos~, ~Pibêchios~ und ~Krates~ einer späteren Zeit angehören[523];
sie benützen aus Syrien, Persien und Arabien stammende, und oft
in den Sprachen dieser Länder benannte Präparate, z. B. Wars (ein
hellgelber Farbstoff)[524], Markasit (= Pyrit)[525], „persisches Arsen“
und „persische Tochter“[526], Schwefel aus Irak[527], Schakk (arab.
= Arsen)[528], Kohol (arab. = feines Pulver)[529], „Chelidonium,
arabisch Kurkuma geheißen“[530]; sie vergleichen die Krystalle des
Sublimates (Quecksilberchlorides) mit denen des Kandiszuckers[531],
der vor der arabischen Eroberung Ägyptens unbekannt ist; sie rühmen
„indische“ Stoffe, wie Tinte (Tusche?) und Stahl[532]; sie gebrauchen
für das Metall Zinn das erst in jüngerer Zeit (s. unten) aufkommende
Synonym „Zeus“[533]; sie bringen vielerlei, wenn auch meist wenig
übersichtliche Gewichtsangaben bei, usf. Endlich treten auch in
auffälligem Maße theoretische und abergläubische Vorstellungen in den
Vordergrund; zu den ersteren zählt u. a. die Idee vom Vorhandensein des
Quecksilbers in allen Stoffen und besonders in den Metallen, zu den
letzteren die von der Herstellung des goldverwandelnden Wunderpulvers
und des „Steines“, aus dem er bereitet wird, sowie von dessen
mysteriösen Eigenschaften. Entstammt nun auch vieles dem Gesichtskreise
dieser syrischen Übersetzungen Zugehörige und im Zusammenhange erst
weiter unten zu Erörternde, einer bedeutend jüngeren Epoche als der
angeblichen des ~Demokritos~, so reichen doch die Wurzeln solcher
Anschauungsweisen nicht selten bis in beträchtlich frühere Zeiten
zurück; trotz aller Unsicherheiten im einzelnen schien es daher
gerechtfertigt, auch die syrischen Überlieferungen an dieser Stelle
im Anschlusse an die sogenannten „echten“ Lehren des ~Demokritos~
zu behandeln, und so die Fäden eines wenn auch noch so lockeren
Zusammenhanges nicht völlig zu zerreißen.

Anhangsweise sei noch einiger Fragmente gedacht, die sich in den
syrischen Manuskripten, allerdings nur in sehr entstellter, auch
gewisse gnostische Einflüsse verratender Fassung, erhalten haben[534].
Nach diesen schrieb ~Demokritos~ sechs Bücher über Blei, Zinn, Eisen,
Kupfer, Quecksilber und „Silberblei“ (Asem?), über die „Götter der
Metalle“, über Edelsteine, bunte Glasflüsse und Purpurfärberei[535];
sodann eine Abhandlung über die Bereitung des wunderbaren „Steines,
der kein Stein ist“ und der „die Samen“ der beiden Edelmetalle in
sich führt, weshalb er sie auch wieder hervorzubringen vermag[536];
ferner ein Buch über die Kunst des Gold- und Silber-Machens[537];
endlich auch ein Werk, enthaltend die aus dieser „philosophischen“
Kunst hervorgehende medizinische[538], -- wobei wohl an die Einflüsse
des Xerions auf Leben und Gesundheit zu denken ist, sowie an die sog.
„Sphaera des ~Demokritos~“, eine iatro-(medico-)chemische Tafel, die
u. a. den Verlauf von Krankheiten voraussehen läßt und sich bereits in
einem dem Leidener Papyrus angehörenden Stücke vorfindet[539].

Alle solchen Lehren sollen strengstens als Geheimnisse gehütet
und nur den als würdig Befundenen anvertraut werden, unter
besonderen Cerimonien und magischen, die Geheimhaltung betreffenden
Beschwörungen[540]. Mit derlei Künsten muß aber der des großen Werkes
Beflissene auch in anderer Hinsicht Bescheid wissen, denn wenn z. B.
vorgeschrieben wird, sich mit Harn gewisse Buchstaben und Zeichen auf
den Arm zu malen und sie durch Aufstreuung von Kohlenpulver sichtbar
zu machen, so erfahren wir aus dem syrischen Bibelkommentar des hl.
~Ephraim~ (4. Jahrhundert), daß es solcher, durch die hl. Schrift
verbotener Zaubereien, als Schutzmaßregeln gegen die mitwirkenden,
den Erfolg manchmal fördernden, sehr oft aber gefährdenden Geister und
Dämonen bedurfte[541].

Kulturgeschichtlich interessant ist es, daß die syrischen Schriften als
Gegensatz des tiefsinnigen, wahrheitsliebenden und klaren ~Demokritos~
keinen anderen hinstellen als ~Homer~, der ein elender Betrüger war,
die große und heilige Kunst verdunkelte und fälschte, ihre Lehren weder
zu verstehen noch darzustellen verstand und daher die Götter sowie den
~Achilleus~ nur als „falsche Symbole“ hinzustellen wußte[542].




3. Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios.

(angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.)


a) Pammenes, Maria.

Als Schüler, die zu Memphis den Unterricht des ~Ostanes~ gleichzeitig
mit ~Demokritos~ genossen, ja nach manchen Quellen diesen sogar
ihrerseits schon mit belehren konnten, werden ~Pammenes~ und ~Maria~
genannt[543].

~Pammenes~, angeblich identisch mit dem ~Phimenes~ aus Saïs, dessen
Rezept zu „echt ägyptischem Asem“ der Leidener Papyrus erwähnt[544],
vielleicht aber auch mit dem ~Pammenes~, dessen, als ägyptischen
Magiers, zu Beginn des 2. Jahrhunderts ~Tacitus~ und ~Aelian~
gedenken[545], soll sich in seinen Schriften zu deutlich über die ihm
anvertrauten Geheimnisse ausgedrückt und deshalb den Tadel des Meisters
erfahren haben[546]; von diesen „deutlichen“ Schriften ist aber leider
nichts erhalten geblieben.

~Maria~, anfangs einfach ~Maria die Jüdin~ geheißen, später (so
schon bei ~Zosimos~ im 3. Jahrhundert) identifiziert mit ~Maria~
oder ~Mirjam~ der Schwester des ~Moses~, und von der Legende mit
den nämlichen übernatürlichen Kräften ausgestattet wie dieser[547],
schließlich sogar zur „Prinzessin von Saba“ erhoben[548], wird seitens
aller jüngeren Autoren als eine der frühesten und bedeutsamsten
Alchemistinnen gepriesen und als solche auch im arabischen
Verzeichnisse des „Fihrist“ (vollendet um 987 n. Chr.) aufgeführt[549].
Daß sie Jüdin war, ist zweifellos, es wird dies auch von ihr selbst
durch einen gelegentlichen Ausspruch bestätigt, lautend[550]: „Berühre
den Stein der Philosophen nicht mit Deinen Händen, denn Du gehörst
nicht zu unserem Volke, Du bist nicht vom Stamme des ~Abraham~.“ In
den an ~Pammenes~ getadelten Fehler ist ~Maria~ nicht verfallen, sie
versicherte vielmehr laut Überlieferung des ~Al-Habib~ (s. unten):
„Kein einziger Philosoph hat die Wahrheit in klarer Form gelehrt“[551],
und soviel wir sehen können, handelte sie auch diesem Grundsatze gemäß;
doch ist zu berücksichtigen, daß wir ihre Werke fast nur aus den späten
und dürftigen Auszügen kennen, die hauptsächlich bei ~Zosimos~ erhalten
sind, zum kleinen Teile auch bei ~Olympiodoros~ und Anderen.

Das Material, dessen sich der „Philosoph“ bedient, ist „unser Kupfer“
und „unser Blei“. Unter „unserem Kupfer“ sind die vier Körper Kupfer,
Eisen, Blei und Zinn zu verstehen[552], unter „unserem Blei“ bald das
„schwarze Blei, μόλυβδος μέλας“[553], bald μόλυβδος ἡμετέρος [d. i.
Antimon], dessen Schmelze man auch „schwarze Brühe“, „schwarzen Saft“
nennt[554]; nur mittels „unseren Bleies“ läßt sich die Mischung
anfertigen, die entweder Magnesia heißt, oder Molybdóchalkos (wörtlich:
Bleikupfer), oder auch μᾶζα (Máza = Teig, Brot)[555]; sie enthält die
vier Metalle der Tetrasomie [also Kupfer, Eisen, Blei, Zinn], ist eine
„Viereinigkeit“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἑν = Viere in Einem) und heißt daher
auch „Ei der Philosophen“, „philosophisches Ei“[556], [weil auch das Ei
die Einheit von vier Bestandteilen darstellt: Eischale, Eihaut, Eiweiß,
Eigelb].

Unter den Stoffen, mit denen unser Blei und Kupfer behandelt und
„verbrannt“ werden muß, sind die wichtigsten: der Schwefel, der in der
Hitze von selbst verdampft und dabei alles färbt, welche Eigenschaften,
nämlich Flüchtigkeit und Färbevermögen, er aber mit „allen Schwefeln“
teilt[557]; das Quecksilber, sowie die στυπτηρία στρογγύλη = rundlicher
Alaun, [das sind Bröckchen der aus den Arsensulfiden gewonnenen
Arsenigsäure][558]; das göttliche Wasser, -- „Wasser“ kann stets Lösung
oder Schmelze bedeuten --, hergestellt aus der αἰθάλη (Aithále = Ruß,
Rauch) von schwefel- oder arsenhaltigen Substanzen, auch unter Zusatz
von Chálkanthos (Vitriol), „Galläpfeln“, oder „Kiki“ [äg. = Ricinus;
beides offenbar Decknamen], das Silber schwärzend [durch seinen
Schwefelgehalt], das Kupfer und Blei weißend oder gilbend, je nach
seiner Bereitung[559]; das schwefelhaltige Stimmi [Antimonsulfid][560];
Alabastron [vermutlich ein weißes Antimonoxyd][561].

Wie für den Menschen die Nahrung dann passend und förderlich ist, wenn
sie aus Festem und Flüssigem so gemischt wird, daß er sie gut bei sich
behalten und verdauen kann, so ist dies auch beim „Kupfer“ der Fall:
richtig ernährt „gedeiht“ es, und auch seine Wangen „röten“ sich in
der rechten Weise[562]. Dies vollzieht sich in den vier Phasen der
Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, die anzusehen sind als die
„ἔργα τοῦ λίθου“, die „Wirksamkeiten des Steines“[563], [d. h. des vom
Philosophen bereiteten Präparates, dessen Pulver er einstreut, wodurch
er die Umwandlung bewirkt]. Das Wesen der Letzteren besteht in einer
Vermählung, in der „Vereinigung des Weiblichen und Männlichen“, -- das
Wort ἄρῥην oder ἄρσην (Arsen) hat hierbei den Doppelsinn „Männliches“
und „Arsen“ --, denn „die Natur freut sich an der Natur“ usw.[564];
nach dem Berichte des schon erwähnten ~Al-Habib~ lehrte ~Maria~,
daß durch Verbindung des Weiblichen und Männlichen, des dunklen
Menstrualblutes und des weißen Spermas, ein wahrer Fötus entstehe, der
neun Monate zu seiner Reifung erfordere und als „Keim, Ei, Menschlein,
Neugeborenes, usf., zehntausend und mehr Namen trage“[565].

Für das große Werk eignet sich nur eine bestimmte Jahreszeit, der
Pharmuthi [ägyptischer Monat, etwa März-April], und die Stoffe müssen
fest in Leinen eingewickelt, dann der ταριχεία (Taricheía, Einsalzung)
unterworfen und schließlich im „Wasser des Pontos“ gekocht werden[566];
sie gehen zu einem Viertel oder auch zu einem Drittel im Laufe der
Umwandlung verloren[567], doch kann man das schließlich Erhaltene durch
die „Diplosis der ~Maria~“ ergänzen und vermehren[568]. Zu dieser
eignet sich neben Quecksilber namentlich die „unser Blei“ genannte
Legierung der vier Metalle[569]; auf deren Bereitung beziehen sich
wohl die vom ~Philosophus Christianus~[570] u. a. auch der ~Maria~
zugeschriebenen mystischen Sätze „Zwei sind Eins, Drei und Vier
sind Eins, Eins wird Zwei, Zwei wird Drei“, die sich in ähnlicher
Form bis ins späte Mittelalter erhielten, denn noch in der „Turba
Philosophorum“, einer etwa aus dem 12. Jahrhunderte stammenden Schrift,
heißt es: „Aus Zwei mache Drei, aus Vier mache Eins, aus Zwei mache
Eins,“ usf.[571].

Neben den älteren Behandlungsarten, z. B. Einsetzen in Dünger und
Pferdekot, in das Thermospodion (Aschenbad), usw.[572], benützte
~Maria~ auch verschiedene neuere, deren Erfindung ihr sogar seitens
späterer Autoren zugeschrieben wird. Nach ~Zosimos~, der über diesen
Punkt Ausführlicheres berichtet[573], konstruierte sie zahlreiche Öfen,
Koch- und namentlich auch Destillier-Apparate aus Metall, Ton und
Glas, und lehrte sie mittels Fett, Wachs, Kleister, fetter Tonerde und
dem „Tonerdekitt der Philosophen“ zu dichten und zu verbinden[574].
Glasgefäße bezeichnete sie als besonders nützlich, weil sie „Sehen ohne
Berühren“ und gefahrloses Umgehen mit schädlichen Stoffen gestatten,
z. B. mit Quecksilber, „dem furchtbaren Gift und verderblichsten aller
Metalle“[575], aber auch mit den „schwefligen“ [oft = arsenikalischen]
Substanzen, die zur Bereitung des göttlichen Wassers dienen[576].

Als Bestandteile der +Destillierapparate+, deren +älteste+
Beschreibungen und Abbildungen in den Schriften der ~Maria~ vorliegen,
werden angegeben: 1. Das +Füllgefäß+, das sehr stark und fest sein
muß, falls es aus Glas besteht und größeren Inhalt hat[577]; es heißt
βίκος (Bíkos = Gefäß, Schale, Krug), welcher Name auch βῆκος, βύκος
und βικίον geschrieben wird und an den ἄμβιξ (Ambix) des ~Dioskurides~
erinnert, den helmförmigen Aufsatz [ursprünglich wohl nur Deckel],
an dem sich bei der von diesem Autor beschriebenen Gewinnung des
Quecksilbers durch eine höchst unvollkommene Destillation (eigentlich
nur Sublimation) die αἰθάλη (Aithále) ansetzen, und +von+ dem sie nach
dem Abkühlen abgekratzt werden soll[578]. 2. Das +Abzugsrohr+, σωλήν
(Solén, Röhre), das aus Ton, Glas oder Kupfer bestehen kann[579]. 3.
Der +Rezipient+, τὸ ἄγγος (das Gefäß), zuweilen auch φιάλη (Phiále,
Kopf, Schale), oder ebenfalls nur βίκος genannt, in der Regel eine
Art Flasche mit verengertem Halse; sie wird im Bedarfsfalle mittels
eines Schwammes abgekühlt, der in einem größeren Behälter stets frisch
mit Wasser getränkt werden kann[580]. - Zuweilen bringt man an dem
Füllgefäße statt +eines+ Abzugsrohres auch deren +zweie+ oder +dreie+
an, die in ebenso viele Rezipienten münden, und es entsteht so der
„δίβικος (Dibikos, Zweikörper) und τρίβικος (Tribikos, Dreikörper)
der ~Maria~“[581]; kommt die „Fixation“ schwierig zu behandelnder
Stoffe in Frage, z. B. die von Schwefel, Quecksilber und anderen
„Sublimaten“, so empfiehlt sich auch ein röhrenförmiges Auffanggefäß
von Schlangengestalt, δρακοντῶδες[582], [+an+ (nicht +in+) dessen
Windungen die Kondensate sich absetzen]. -- Wie diese Schilderungen
ersehen lassen, ist der Fortschritt seit der Zeit des ~Dioskurides~
(der um 75 n. Chr. schrieb) insoferne ein ganz beträchtlicher, als
an Stelle +eines+ Stückes, bestehend aus dem Füllgefäße und dem fest
mit ihm verbundenen und verkitteten Aufsatze, ein aus +drei+ Teilen
(Füllgefäß, Abzugsrohr, Rezipient) zusammengesetzter Apparat getreten
ist, und das Kondensat nicht mehr an dem aufgestülpten helmartigen
Deckel (ἄμβιξ, φιάλη, auch κυμβάνη oder βάθος = Höhlung) hängen bleiben
soll [was stets nur zum kleinen Teile möglich ist], sondern seitlich
aus ihm abfließen kann[583]. Noch unverändert zeigt sich aber die
Kühlung; soweit sie nicht schon von selbst in ausreichender Weise
eintritt, wird ihr noch immer nur mit dem Schwamme nachgeholfen, den
schon ~Dioskurides~ bei der Darstellung von Ruß aus Harzen oder fetten
Ölen empfiehlt; infolgedessen ist die Destillation niedrigsiedender
Substanzen unmöglich, die hochsiedender aber, die leicht erstarren
und die Rohre verstopfen, erweist sich als schwierig und umständlich,
sofern sie nicht nach Art einer bloßen +Sublimation+ ausgeführt wird.

Zur Behandlung der Metalle mit Schwefel-, Quecksilber- und
Arsen-Verbindungen in kleinerem Maßstabe bedient sich ~Maria~
der κηροτακίς (Kerotakís), welches Wort ursprünglich die Palette
bezeichnete, auf der z. B. nach dem Berichte des ~Plinius~ [584] die
alten griechischen Maler ihre vier Grundfarben, weiß, schwarz, gelb,
und rot, mit Wachs (κηρός, Kerós) mischten und gelinde erwärmten. In
ganz gleicher Weise wie bei dieser Operation, der ἐγκήρωσις (Enkérosis
= Wachsbehandlung, ceratio)[585], wurden auf einer +Kerotakis+ der Form
▭ oder ▻ auch die Metalle mit den entsprechenden Reagenzien (φάρμακα
= Phármaka, Medizinen) zusammengemengt und angewärmt, digeriert,
geschmolzen, oder sublimiert[586]. Handelte es sich um flüchtige oder
giftige Stoffe, so kam statt der flachen Kerotakis ein ἄγγος ὀστράκινον
zur Anwendung, ein irdenes, oben bald offenes, bald geschlossenes
+Rohr+ von erforderlichen Dimensionen, das man entweder unmittelbar
durch die Flammen (φῶτα) des Kamines (καμίνιον) erhitzen konnte, oder
mittelbar im Aschen- und Sandbade. Weil hierbei die in Dampfform
aufgestiegenen Substanzen alsbald in Gestalt von Flüssigkeiten oder
Schmelzen wieder herabtropften, ihren Weg also nach rückwärts nahmen,
nannte man Apparat und Verfahren auch +Krebs+ (καρκίνος, Karkínos);
länglich-runde Gefäße hießen auch „Eier der Philosophen“[587], und
derlei Gerätschaften bildeten wichtige Vorstufen der Sublimations-
und Destillations-Apparate späterer Zeiten, u. a. der sog. Aludeln
(al-utal, im Arabischen ein röhrenförmiges Gefäß).

Unter den von ~Maria~ erfundenen oder benützten Vorrichtungen führen
ihre Schriften gerade +eine+ nicht auf, die viele Forscher als ganz
sicher von ihr herrührend ansahen, weil sie u. a. auch die Bezeichnung
„Balneum Mariae“ (bain Marie, Marienbad) trägt; hierbei hat jedoch eine
zwar naheliegende, aber unzutreffende Etymologie irregeleitet, denn
das Wasserbad war bereits viele Jahrhunderte vor ~Maria~ wohlbekannt
(so schon ~Hippokrates~ und ~Theophrastos~), und verdankt seinen Namen
anscheinend der Verkettung einer Reihe ganz fernliegender Umstände,
die mit der Tätigkeit der Chemikerin ~Maria~ erst nachträglich in
angeblichen Zusammenhang gebracht wurden[588].

Als eine von ~Maria~ erfundene, oder von ihr dem ~Demokritos~ und
~Ostanes~ abgelernte Kunst, wird noch die angeführt, Edelsteine im
Finstern leuchtend zu machen. Nach ~Berthelot~ beruhte sie vermutlich
auf der Erregung zeitweiliger Phosphorescenz, denn den „Farben und
Firnissen“ sollen „im richtigen Verhältnisse“ Mischungen gewisser
organischer Substanzen zugesetzt werden, die, wie Galle von Fischen und
Schildkröten, Saft von Medusen, Öle von Pflanzen, Harze, usf., sämtlich
zu den an der Luft leicht oxydierbaren gehören[589]; vielleicht ist
jedoch nur an das oft sehr intensive Nachleuchten zu denken, das manche
Edelsteine, aber auch andere Mineralien und Schmelzen, stundenlang
zeigen, nachdem sie längere Zeit im Sonnenlichte lagen, oder stark
erwärmt wurden.


b) Kleopatra, Komarios.

Während von anderen Berufsgenossinnen der ~Maria~, z. B. der
~Theosebeia~ und ~Paphnuthia~, kaum mehr als die Namen überliefert
sind, besitzen wir von ~Kleopatra~ noch Bruchstücke einiger,
„Χρυσοποιία“ (Goldmacherei), „Heilige und göttliche Kunst der
Philosophen“, „Über Maße und Gewichte“, betitelter Werke, die ihr
aber zum Teil allerdings nur zugeschrieben werden, zudem auch in der
vorliegenden Form, den magischen und den spät-gnostischen Anspielungen
gemäß, unmöglich schon in jener Zeit abgefaßt sein können, zu der
~Kleopatra~ gelebt haben soll[590]. Sie wird nämlich als etwa
gleichaltrig mit ~Maria~ bezeichnet, sehr oft (z. B. auch im arabischen
Verzeichnis des „Fihrist“, um 987) zusammen mit dieser genannt[591]
und von ~Stephanos~ (s. unten) noch als Teilnehmerin eines Gespräches
mit ~Ostanes~ angeführt[592]; ihr Lehrer soll ~Komarios~ gewesen sein.
~Renan~ vermutet[593], daß sie mit ~Maria Kleophas~ identifiziert
wurde, die in den gnostischen Evangelien neben der hl. ~Maria~ die
hervorragendste Rolle spielt und seitens der Valentinianer (einer
gnostischen Sekte) als „perfekt in der Gnosis“ bezeichnet wird, daher
auch in der Magie und der dieser zugerechneten Chemie; in noch späterer
Zeit erst scheint man sie mit einer ptolemäischen Königin ~Kleopatra~
zusammengeworfen zu haben, u. a. mit der letzten unglücklichen Trägerin
dieses Namens[594].

Die sog. Abhandlung über „Maße und Gewichte“ besteht nach ~Kopp~[595]
aus Fragmenten einer Schrift über allerlei kosmetische Mittel und
enthält auch Angaben über die vorgeschriebenen Maße und Gewichte sowie
deren Einteilungen und Verschiedenheiten, hingegen nichts eigentlich
Chemisches.

Den Überresten der anderen Werke ist zu entnehmen, daß die Herstellung
des golderzeugenden Pulvers große Schwierigkeiten bietet, sowohl
an und für sich, als auch wegen der Hindernisse, die der „Neid der
Dämonen“ (δαίμονες) und die Mißgunst der bösen Geister bereitet[596].
Die Behandlungen im Dünger und Pferdekot (ἐν βολβίτοις), unter
denen aber oft nur Erhaltung in gleichmäßiger Wärme zu verstehen
ist, dauern 7, 21, und 40 Tage[597]; das durch Macerieren, Erwärmen,
Sublimieren usf. zuerst gewonnene Präparat vergleicht ~Kleopatra~
einem im Grabe liegenden Toten, und befiehlt „Hebe auf den Toten (ἴσχε
τὸν νεκρόν) aus dem ersten Grabe (πρῶτος τάφος), und begrabe (θάψον)
ihn nochmals“; nun wird das Macerieren, Erwärmen, Sublimieren usf. in
gleicher Weise siebenmal wiederholt, bis endlich das wahre Ergebnis
der „philosophischen Kunst“ fertig aus dem letzten Grabe „gehoben“
werden kann[598]. Projiziert man es auf 1000 Teile unedlen Metalles,
ja nach anderen selbst auf eine Million Teile, εἰς χιλίας χιλίαδας, so
verwandelt es diese in Gold[599].

Die Digestions- und Destillations-Apparate der ~Kleopatra~ gleichen,
soweit die von ~Zosimos~ erhaltenen Zeichnungen ersehen lassen,
völlig jenen der ~Maria~; die beigefügten Abbildungen der sich in den
Schwanz beißenden Zauberschlange ~Urobóros~, die, wie den endlosen
Kreislauf des Weltganzen, so auch jenen der chemischen Stoffe bei der
Destillation symbolisieren soll, sowie die mystischen Inschriften „ἕν
τὸ πᾶν“ (Hen to pan: Eins in Allem; Alles in Einem) u. dgl. gehören
wohl erst einer erheblich späteren Zeit an[600].

                              ——————————

Dem „Philosophen und Oberpriester“ ~Komarios~, dem oben erwähnten
Lehrer der ~Kleopatra~[601], der sich selbst wieder auf ~Ostanes~ zu
berufen liebt[602], wird eine an ~Kleopatra~ gerichtete Abhandlung
„Über die heilige Kunst und den Stein der Philosophen“ zugeschrieben,
die jedoch nur in später, vielfach veränderter, durch mystische
und gnostische Interpolationen entstellter, von Anspielungen auf
Bibelsprüche, Wiederbelebung, Auferstehung, Fegefeuer usf. erfüllter
Fassung vorliegt[603], auch nach Meinung einiger Autoren nur den
Bericht eines Dritten über die dem ~Komarios~ und der ~Kleopatra~
gemeinsamen Lehren wiedergibt[604]; sie soll daher an dieser Stelle, im
Anschlusse an die Schriften der ~Kleopatra~, besprochen werden.

Das göttliche (θεῖον) Werk[605] besteht in vier Operationen, der
Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, begleitet und unterbrochen von
zahlreichen Verreibungen, Waschungen, Macerationen und Schmelzungen,
die man zum Teil in „Krügen aus Askalon“ vornimmt[606]. Eine Hauptrolle
spielen die +Sublimationen+ und +Destillationen+, bei denen u. a. das
„Flüchtige (ὁ φεύγων), Giftige, sich auch mit Schwefel Verbindende“,
[d. i. das +Quecksilber+], sowie das durch Schmelzen und Rösten der
„weiblichen“ σανδαράχη (Sandaráche) mit ägyptischem Nitron und anderen
Substanzen entstehende „Männliche“ (ἀρσενικόν, Arsenikón), [d. i.
+Arsen+ oder Arsenigsäure], nach aufwärts schwebt[607]; in diesen
Stoffen, sowie in den Dämpfen der göttlichen Wässer (θεῖα ὕδατα),
nehmen die Geister oder Pneumata körperliche Gestalt an[608]; sie
steigen als θεῖα μυστήρια [schweflige oder göttliche Mysterien], als
οὐράνια σώματα (himmlische, himmelanstrebende Stoffe) nach oben (ἄνω,
áno) und fallen von da aus wieder nach unten (κάτω, káto), „in die
finstere Tiefe der Unterwelt, des Hades“ [d. h. auf den Boden der
Gefäße][609]. Dort begegnen sie den aus dunklen Rohmetallen bestehenden
oder entstandenen Massen der „γῇ ἡμῶν τῇ αἰθιοπίδι“, „unserer Erde,
der äthiopischen“ [d. h. negergleichen, schwarzen][610], „den Toten“
(νεκροῖς), denen sie das „φάρμακον (Phármakon, Heilmittel) des Lebens“
zubringen und sie auferwecken[611]: „die Toten werden wiederbelebt“
(θνητὰ ἐμψυχοῦνται)[612], die Materien, aus denen das Pharmakon
die „stinkenden und finsteren [d. h. die Färbung hindernden] Teile
austreibt“[613], gelangen vom Tode zum Leben, von der Krankheit zur
Gesundheit und ergeben durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung) und
μεταβολή (Metabolé, Umwandlung) die rechten [d. h. edlen] Metalle[614].
Dies ist die „Erfüllung des Werkes“, die „Vollendung der Kunst“,
τῆς τέχνης πλήρωμα (Pléroma): Männliches und Weibliches haben sich
vereinigt und sind Eins geworden, denn „die Natur freut sich an der
Natur, usw.“, und es ist ein Embryo entstanden; so wie aber durch die
körperliche Wärme der Mutter die „Frucht ihres Leibes“ wächst und
sich entwickelt, nachher zu richtiger Zeit geboren und schließlich
mit der Milch des Mutterleibes ernährt wird, ganz so bringt auch der
Philosoph die „Frucht seines Werkes“ durch die Wärme gelinden Feuers
zur Reife und nährt sie mit den göttlichen Wässern[615], d. h. mit den
Lösungen oder Schmelzen der Umwandlung bewirkenden Präparate, des
λίθος τῆς φιλοσοφίας (Steines der Philosophie, der Weisheit), oder
λίθος τῶν φιλοσόφων (Steines der Philosophen, der Weisen)[616]. Aus den
befruchtenden Samen (σπέρμα, Sperma) des Männlichen entwickeln sich
Blüten (ἄνθη), Blumen und Pflanzen, und so wie solche aus ihren Keimen,
so schießen aus der schwarzen äthiopischen Erde θεῖα σώματα „göttliche
Substanzen“ empor, „köstliche Gesteine und Pflanzen“, aufsprießend aus
ihrem „Grabe“ in der Unterwelt[617]; denn die Vollbringung des Werkes
gleicht durchaus der Entfaltung von Blumen und Pflanzen[618].

Schließlich sei noch angeführt, daß der Namen des ~Komarios~ vielleicht
erst nachträglich in ganz willkürlicher Weise erfunden, nämlich von
Komaris (κώμαρις, κώμαρος) abgeleitet wurde, der sehr vieldeutigen
Bezeichnung eines angeblich besonders wichtigen und wirksamen
Präparates, unter dem Gips, Marienglas (Selenit), Talk, Arsen, rotes
Schwefelarsen (Sandarach) und noch zahlreiches andere verstanden werden
kann, so daß es im gegebenen Falle meist kaum zu erraten ist, welche
dieser Substanzen eigentlich in Frage kommen soll[619].




4. Pseudepigraphen der ersten Jahrhunderte: Hermes, Agathodaimon, Isis,
Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos, Moses, Johannes.


Die Schriften der bisher angeführten älteren, nicht genau datierbaren
Alchemisten konnten den Anspruch erheben, entweder deren wirkliche
(wenngleich vielfach entstellte und interpolierte) Werke zu +sein+,
oder doch mindestens in den Hauptpunkten auf diese +zurückzugehen+,
und so eine, zwar in den Einzelnheiten unzuverlässige und verworrene,
im ganzen aber immerhin zutreffende und richtige Tradition zu
wahren. Desgleichen besitzen wir, etwa von 300 n. Chr. an, die
Abhandlungen einer Reihe von Autoren (mit ~Zosimos~ beginnend),
über deren wesentliche Echtheit kein Zweifel besteht. Betreff der
Zwischenzeit dagegen ist uns nur eine Anzahl teils apokrypher,
teils pseudepigraphischer Schriften erhalten, die sämtlich, gleich
so vielen anderen, den verschiedensten Wissenszweigen jener Epoche
zugehörigen, den Charakter des spätorientalischen und spezifisch
alexandrinischen Synkretismus tragen, d. h. die absonderlichsten
Vermischungen griechischer, ägyptischer, jüdischer, frühchristlicher,
orientalischer, gnostischer, christlich-gnostischer und anderer Ideen
und Anschauungen zeigen. In vielen überwiegen vollständig die magischen
und abergläubischen Vorstellungen; zudem herrscht das Bestreben vor,
Entstehung und Herkunft der Alchemie mythisch zu verschleiern und in
die Tiefe von Zeiten zurückzuverlegen, zu denen noch Götter und Heroen,
Engel und Dämonen, auf Erden wandelten. Da sie außerdem zum Teil nur in
vielfach umgearbeiteter und abgeänderter Gestalt, zum Teil sogar nur
in Form von Auszügen und Zitaten auf die Nachwelt gekommen sind, läßt
der Inhalt, so Bemerkenswertes er zuweilen auch bieten mag, bestimmte
Schlüsse, namentlich nach chronologischer Seite, nur ausnahmsweise zu.


a) Hermes.

~Hermes~, erst durch eine sehr späte Tradition ganz fälschlich als
Babylonier angesprochen[620], gilt den hellenistischen Schriftstellern
fraglos als Ägypter und wird mit mehreren wichtigen altägyptischen
Göttern identifiziert, u. a. mit ~Ptah~, ~Chnum~ und ~Thot~; die
einschlägigen Erklärungen mögen, so weit sie zum Verständnisse
unentbehrlich erscheinen, gleich an dieser Stelle gegeben werden.

Die Bedeutung des ~Ptah~ beruhte im alten ägyptischen Reiche (beginnend
um 3000 v. Chr.) darauf, daß er der Gott der Reichshauptstadt
Memphis war und als solcher Besitzer der ihr benachbarten mächtigen
Steinbrüche, aus denen die Arbeiter seines Tempels unter Anleitung
der Priester die zur Errichtung der Pyramiden und anderer großer
Bauwerke bestimmten Steine brechen und zurechthauen; daher ist er „Gott
der Künstler“, „Bildner und Gestalter“, und der Hohepriester seines
Tempels führt den Titel „Großer Vorsteher der Steinkünstler“[621].
Den Theologen gilt er alsbald nicht nur als „Bildner und Gestalter“
der Werksteine, sondern des ganzen Weltbaues; seine Macht läßt aus
dem Chaos das Weltenei hervorgehen, mit dessen Bildung die Schöpfung
beginnt[622], seine Kunst formt die ersten Statuen der Götter und
versieht sie mit Schmuck aus Blaustein (Lapis lazuli), Grünstein
(Malachit) und Gold, und er ist der Gießer des goldenen Sonnenkäfers,
des die Sonne über den Himmel vor sich herwälzenden Skarabäus[623].
Daraufhin heißt sein Haupttempel in Memphis auch die „Goldschmelze“
oder „Goldschmiede“, er selbst „Herr der Goldschmelze“, „Herr der
Künste“, „Herr der Künstler“; diese letzteren aber sind seine Priester,
von denen Einer auch als „Meister der Kunst“, und der Hohepriester
als „Oberster der Künstler“ angeführt wird[624]. Als „von Dem, der
wissend ist um die Geheimnisse der Goldschmiede“ spricht von diesem
auch noch die hellenistische Zeit[625], die den ~Ptah~ dem ~Hephaistos~
gleichsetzt, ihn zu einem zaubermächtigen Wundertäter, Magier und Arzt
macht, und als einen solchen auch den zum „Sohne des ~Ptah~“ erhobenen
~Imhotep~ ansieht, der in Wahrheit im alten Reiche Oberleiter des
Pyramidenbaues unter dem Könige ~Zoser~ war[626].

Den widderköpfigen ~Chnum~ von Elephantine, den „Herrn des
Kataraktenlandes“ und Gott der Zeugung und Fruchtbarkeit, in späterer
Aussprache ~Chnub~ oder ~Chnubis~, betrachtete man ursprünglich u. a.
ebenfalls als Schmied, als Erfinder der Töpferscheibe (auf der er
das Weltenei rund dreht), als Künstler und als Baumeister, später
aber als Weltenbaumeister, Demiurgen, und Herrn des künstlerischen
Geistes sowie des Geistes überhaupt, daher auch des Lufthauches und
Pneumas[627].

~Thot~, der Ibisköpfige, der Gott der Stadt Chnumu, gilt dem alten
ägyptischen Reiche in seiner Eigenschaft als Mondgott für den Urheber
von Zeitrechnung, Maß, Ordnung und Recht, für den Erfinder der
Sprache, des Zeichnens, des Malens und der Schrift, für den Schöpfer
aller Wissenschaft und Kultur, sowie für den Heilkundigen, der die
Wunden der Götter durch seinen Speichel zu schließen versteht[628].
Einer späteren Zeit ist er der „Herr der Sprache und der Schrift,
der Schreiber und der Tinte“, der Stifter von Ordnung und Recht am
Himmel und auf Erden, der Erfinder der Amulette und Zaubersprüche, die
einerseits Heil und Gesundheit bringen, andererseits die Einflüsse der
bösen Geister abwehren[629]; daher rühmt ein um 1700 v. Chr. verfaßtes
ägyptisches Märchen dem Helden nach „er kennt die Zahl der Bücherkisten
der Weisheit und der Zaubersprüche im Heiligtums des ~Thot~, .... der
steinernen Kisten im Tempel zu Heliopolis“, und ein anderes preist, um
1350 v. Chr., „das Buch der Zaubersprüche, von ~Thot~, dem Gotte der
Weisheit, selbst geschrieben“[630]. In noch jüngerer Zeit wird dann
~Thot~ zum Astronomen, Astrologen, Magier, Bereiter von wunderwirkenden
Heilmitteln, usf.; seine Lehren stehen anfangs nur auf steinernen
Tafeln, Säulen und Wänden der Heiligtümer, „an geheimen und verborgenen
Stellen“, -- so noch zum Teil im spätptolemäischen Tempel zu Edfu, wo
er auch „Kenner aller Geheimnisse der Tempelküche“ genannt wird, d. h.
der Rezepte zur Herstellung der Räuchermittel, Heilsalben u. dgl. --,
weiterhin aber auch auf Leder oder Papyrus, und bilden so die „heiligen
Bücher“ oder „heiligen Schriften“[631]. Die hellenistische Aera
identifizierte ~Thot~ völlig mit ~Hermes~, wozu u. a. auch besonders
beitrug, daß ersterer beim großen Totengericht die Herzen wägt und
hiernach die Geschicke der Seelen bestimmt, ~Hermes~ aber ebenfalls die
Seelen zur Unterwelt geleitet, und einen Schlüssel führt[632]; auf ihn
übertrug sie daher auch die Autorschaft der gesamten priesterlichen,
dem ~Thot~ zugeschriebenen, nach ägyptischem Herkommen durchaus
anonymen Literatur, und so ist es zu erklären, daß die Zahl der von
~Hermes~ verfaßten Werke seitens ~Manethos~ (um 280 v. Chr.) auf
36525, seitens ~Iamblichos~ (im 3. Jahrhundert n. Chr.) auf 20000
beziffert wird, und daß ein bloßer Auszug, von dem anscheinend der um
220 n. Chr. gestorbene ~Clemens Alexandrinus~ berichtet, 42 Bände oder
Bücher umfaßte[633]. Es steht dahin, ob mit diesen 42 „hermetischen
Büchern“ jene etwas gemein haben, die als „hermetische Schriften“
oder „Weisheit des ~Hermes~“ auf uns gekommen sind, sich mit ihrem
+nicht+ alchemistischen, sondern zumeist mystisch-schwärmerischen und
-religiösen, oder naturwissenschaftlich-abergläubischen Inhalte als
Offenbarungen des ~Hermes-Thot~ geben und nur mit größter Vorsicht
zu Rückschlüssen irgendwelcher Art herangezogen werden dürfen[634];
fast erscheint es unglaublich, daß sie bis tief in das 17. Jahrhundert
hinein für echt und geradezu uralt-ägyptisch gehalten und erst durch
den berühmten Streit ~Conrings~ (in Helmstaedt) gegen ~Borrichius~
(in Kopenhagen), 1648 mit dem Buche über die hermetische Medizin
einsetzend, als in später Zeit untergeschoben erwiesen wurden[635].

Jedenfalls sieht die hellenistische Zeit schließlich in ~Hermes~
die Personifikation des Wissens, der Wissenschaft, des in allen
Künsten, namentlich aber in allen Geheimkünsten, erfahrenen und
schöpferischen Geistes, den Hüter und Bewahrer aller alten Erbweisheit
(daher sie ihn auch mit ~Adam~, ~Henoch~, ~Abraham~, ~Moses~, ~Josef~
usf. gleichsetzt)[636], den Verfasser und Schreiber unübertroffen
tiefsinniger und an Zahl endloser Werke, den „aller himmlischen Zeichen
und Einflüsse“ kundigen Astrologen, Arzt, und Magier, sowie den Mann,
„in dem sich Anfang und Ende der göttlichen Kunst vereint“, den Meister
„der heiligen und hermetischen Kunst“, den ersten Alchemisten[637].

                              ——————————

Nach den, durch die syrischen Manuskripte bewahrten Berichten des
~Zosimos~ schrieb ~Hermes~ als erster die zum Teil durch Dämonen
übermittelten Traditionen der Alchemie nieder, und zwar in einem
umfangreichen Werke, das aber auch viele andere, χειρόκμητα
(Handfertigkeiten, Handgriffe) genannte „Künste“ behandelte[638]. Es
zählte 24 Bücher, bezeichnet nach den Buchstaben des griechischen
Alphabetes und benannt mit besonderen Namen, z. B. Imos, Imuth,
Gesicht, Schlüssel (κλείς)[639], Siegel (Gesiegeltes), Encheirídion
(Handbuch), Epoche usf., und in diesen wurden sämtliche „Künste“ durch
„Tausende von Worten“ genau erklärt, so auch die Umwandlung von

  {Blei      {Kupfer
  {Zinn  in  {Silber,
  {Eisen     {Gold

aber auch von Blei in Zinn, Kupfer in Eisen, usf., kurz von allem der
Reihe nach, von oben nach unten und von unten nach oben; erst spätere
Erklärer, „die ohnehin auch allein die Verwandlung des Silbers in Gold
erwähnten“, „verdarben und verdunkelten diese Bücher und machten aus
ihnen Mysterien“. -- ~Hermes~ selbst schrieb sein Werk auf „Tafeln“,
die aber verloren gingen oder verborgen blieben, so daß erst der
ägyptische König ~Nechepso~ sie wieder auffand; die Götter, deren
Beistand er in endlosen Gebeten anrief, begnadeten ihn schließlich mit
ihrem Verständnisse[640], -- doch ist weder überliefert, wodurch der
(schon in früher ptolemäischer Zeit mythische) König veranlaßt wurde,
ein solches überhaupt anzustreben, noch welche Früchte es ihm trug,
nachdem er es errungen hatte.

Vermutlich auf +diese+ „Tafeln“ hin, deren Andenken lebendig geblieben
zu sein scheint, hat eine spätere Zeit dem ~Hermes~ auch die Abfassung
zweier sehr berühmt gewordener +anderer+ zugeschrieben, der „Tafel von
Memphis“ und der „Tabula smaragdina“. Die „memphitische Tafel“[641]
soll sich u. a. an einem Felsen bei Memphis vorgefunden und in
griechischer, sowie nach ~Kirchers~ Bericht von 1636 angeblich auch
in koptischer Sprache, nachstehende Inschrift getragen haben: „Himmel
oben, Himmel unten; Sterne oben, Sterne unten; Alles (πᾶν) ist oben,
Alles ist unten; Nimm es hin, es bringe Dir Glück.“ Weiteres über
sie ist nicht bekannt geworden, und die Behauptung, der angeführte
Spruch sei altägyptischen Ursprunges, hat sich nicht bestätigt, was
auch nach seinem auf Astrologie und Chemie (Sublimation, Destillation)
anspielenden Inhalte nicht anders zu erwarten war. -- Die, der Sage
nach durch ~Alexander den Grossen~ im Grabe des ~Hermes~ aufgefundene
„Tabula smaragdina“[642] war unter diesem Namen, sowie unter dem
Nebentitel „De operatione solis“ (Vom Machen der Sonne, d. h. des
Goldes), im Abendlande schon gegen 1200 wohlbekannt und hochgeschätzt;
der allein und nicht überall ganz gleichlautend übermittelte
+lateinische+ Text[643] lautet in wörtlicher Übersetzung: „Es ist wahr,
nicht gelogen, sicher und völlig gewiß. Was unten ist, gleicht dem was
oben ist, und was oben ist, dem was unten ist, zwecks Durchschauung
der Wunder des einen Dinges. So wie alle Dinge wurden aus Einem, durch
Nachforschung darüber [oder: durch Einen, seiner Überlegung gemäß],
so sind auch alle Dinge geboren aus diesem einen Dinge, vermöge der
Anpassung (adaptatione). Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der
Mond. Der Wind trug es in seinem Bauche. Seine Nährerin ist die
Erde. Es ist der Vater aller Vollendung (telesmi) im Weltalle. Seine
Kraft (virtus) steht auf ihrer Höhe, wenn es zu Erde gewandelt ist.
Du scheide das Erdige vom Feurigen, die dunstartigen Teile von den
dichten, gelinde, mit großer Kunst. Es [das Ding] steigt empor von der
Erde zum Himmel, steigt wieder nieder zur Erde, und nimmt in sich auf
die Kräfte der Oberen und der Unteren. So gewinnst Du das Rühmlichste
(gloriam) der ganzen Welt. So wird alles Dunkel von Dir weichen. Dies
ist die hohe Kraft in äußerster Stärke, da sie alle dunstartigen Teile
besiegt und alle dichten durchdringt. So wurde die Welt geschaffen. So
entstehen die wunderbaren Anpassungen (adaptationes), deren Art diese
ist. Deshalb werde ich ~Hermes Trismegistos~ genannt, weil ich innehabe
die drei Teile der Philosophie des Weltalles. Vollendet ist, was ich
verkünde über die Herstellung der Sonne.“

Bei aller Absonderlichkeit enthält dieser Text nichts, was
unverträglich wäre mit dem Geiste der Systeme einer Zeit, die
unbedenklich auch die buntesten Elemente zu vereinigen pflegte, --
und zwar weder was die Form, noch was den Inhalt anbelangt; letzterer
betrifft sichtlich die Gewinnung des Goldes mittels des „zu Erde
gewordenen“ großen Wunderdinges, d. i. des Steines der Philosophen, der
das „Dunkle“ weichen macht (d. h. die richtige Färbung bewirkt), die
Samen von Silber und Gold (Mond und Sonne, Weiblichem und Männlichem)
in sich trägt und durch richtige „Anpassung“ die höchste „Vollendung“
herbeiführt, +selbst+ aber wieder durch allerlei Sublimationen und
Destillationen (ἄνω καὶ κάτω) und unter Mitwirkung des „Windes“
(Geistes, Pneumas) „geschaffen wird“ und als Inbegriff aller Elemente
und Kräfte ein Analogon des Weltalls darstellt, ein ἓν καὶ πᾶν (Hen kai
pan: Eines in Allem, Alles in Einem). In ganz ähnlichem Sinne, und in
einem Wortlaute, der jenem der sog. hermetischen Tafeln sehr nahekommt,
heißt es auch in einem alten bei ~Zosimos~[644] übermittelten Spruche:
„Nach oben das Himmlische, nach unten das Irdische! Durch das Männliche
und das Weibliche wird das Werk vollendet!“

Ein griechisches Original der „Tabula smaragdina“ ist nicht bekannt,
und da die syrischen und arabischen Chemiker ihrer überhaupt keine
Erwähnung tun[645], so bestehen berechtigte Zweifel an ihrem
vorgeblichen Alter; +so+ alt wie der gesamte zugehörige Litteraturkreis
könnte sie aber dem soeben Ausgeführten zufolge immerhin sein, und
die Anführung des ~Hermes Trismegistos~, sowie die Herübernahme des
im Lateinischen ganz ungebräuchlichen Wortes telesmus (τελεσμός)
lassen eine Übersetzung aus dem Griechischen mindestens als möglich
erscheinen[646]. -- Älteren Forschern hat namentlich die Frage viel
Kopfzerbrechen bereitet, ob es tatsächlich Smaragde gebe, deren Größe
die Anfertigung einer Tafel von ausreichenden Abmessungen gestatte;
indessen erledigt sich diese Schwierigkeit dadurch, daß mit dem
mehrdeutigen Worte Smaragd keineswegs gerade unser Edelstein Smaragd
gemeint zu sein braucht, und daß auch z. B. in den ärztlichen Schriften
des ~Celsus~ (zu Beginn der Kaiserzeit) „emplastrum smaragdinum“ nicht
etwa ein Pflaster aus Smaragden bedeutet, sondern einfach ein grünes
Pflaster[647], -- wonach es also freisteht, die Tabula smaragdina als
Tafel aus grünem Glas, einem beliebigen grünen Gestein, oder einem
sonstigen grünen Material aufzufassen!

                              ——————————

Kaum besser, als über diese mythischen, auf Tafeln eingegrabenen
Schriften des ~Hermes~, sind wir über die dem Papyrus oder Pergament
anvertrauten unterrichtet; wir kennen sie nur aus Anführungen und
Zitaten, die sich u. a. bei ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Olympiodoros~ und
bei den noch späteren ersten syrischen und arabischen Chemikern finden
(so bei dem schon mehrfach genannten ~Al-Habib~) und allenfalls ersehen
lassen, welche Lehren man dem Manne zuschreiben zu sollen glaubte, den
es galt, als Begründer (oder als einen der Begründer) der „hermetischen
Kunst“ glaubhaft hinzustellen.

Das heilige oder große Werk muß begonnen werden in den ersten zehn
Tagen des Monates Pharmuthi (März-April; das syrische Manuskript
sagt im Nisân = April) und dauert sechs Monate[648]; sein Ziel ist,
„wie schon die Alten angaben“, die Umwandlung des „Kupfers“ in
ἰόχαλκος (Ióchalkos, rotes Kupfer = Gold)[649]. Die Grundsubstanzen
(οὐσίαι, Usíai) des Silbers und Goldes sind schon enthalten im „Ei
der Philosophen“ [der Mischung von Kupfer, Blei, Eisen, Zinn][650],
in jener „Magnesia“ genannten Legierung[651], auf die sich auch die
Sprüche „Zwei wird Eins, Drei und Vier wird Eins, usf.“ beziehen[652].
Die Operationen, die zur Umwandlung dieser Stoffe führen, beginnen mit
dem Einwickeln und Einbinden in Leinen, der Tarichie (Einsalzung),
sowie dem Kochen in „Meerwasser“[653]; im weiteren Verlaufe müssen
die Stoffe, -- und dies ist eine der wichtigsten und daher sehr oft
zitierten Vorschriften des ~Hermes~ --, ganz und völlig „verbrannt“
werden, „und wenn sie gänzlich zu Asche geworden sind, so ist dies das
Anzeichen eines guten Gelingens“, „denn wer den Stoffen nicht ihren
körperlichen Zustand nimmt und die unkörperlich Gewordenen wieder in
Körper verwandelt, der kann das Ziel nicht erreichen“[654]. Die völlige
Austreibung der flüchtigen Bestandteile aus den einen Substanzen und
ihre Wiedervereinigung mit den anderen, -- denn hierum handelt es
sich offenbar --, ist indessen nicht so leicht zu bewerkstelligen,
denn nicht selten erhält man „unverbrennlichen Schwefel“, d. i. nach
~Hermes~ jene Asche, zu der der Schwefel die Stoffe so verbrannte, daß
sie noch einen Teil der „Geister“ in sich zurückhielten[655].

Was unter „Schwefel“ verstanden werden soll, erscheint freilich
keineswegs eindeutig bestimmt, denn ~Al-Habib~ bezeugt z. B.
ausdrücklich, daß ~Hermes~ mit „Schwefel“ auch das Quecksilber aus
dem Zinnober bezeichnet habe[656]. ~Hermes~ unterscheidet dieses
Quecksilber von dem, das „als weiße αἰθάλη (Aithále) der roten Kobathia
die Magnesia weißt“[657] [d. h. vom Arsen], sagt jedoch, „Quecksilber
ist zwar zweierlei, aber doch nur Eines“[658]; „es ist Eines, besteht
jedoch aus zwei Monaden“ heißt es auch vom ὔδωρ ἐν ἀβύσσω, dem
„Wasser des Abyssos“ (Abgrundes), das aus den untersten Teilen der
Gefäße geschöpft wurde und sehr wohl neben allerlei abgetropften
Kondensaten auch das ohnehin oft nur mit dem Namen „Wasser“ bezeichnete
Quecksilber enthalten haben kann[659]. Nach dem Berichte der syrischen
Manuskripte[660] lehrte ~Hermes~, Quecksilber sei die Grundsubstanz
[Materia prima] aller Metalle und verwandle sich unter den passenden
Umständen nicht schwieriger in eines von diesen, als „Wasser“ zu Ölsaft
in einem Ölbaum, zu Harzsaft in einer Terebinthe, oder zu Honigsaft in
einer Dattelpalme[661]. -- Wie weiter oben wiederholt erwähnt wurde,
sollen die „Ägypter“ für die Ursubstanz der Metalle das Blei gehalten
haben, vermutlich angesichts seiner großen Schmelzbarkeit und seines
leichten Überganges in andere (vielfach auch mit den Abkömmlingen
sonstiger Metalle verwechselte) Stoffe, wie Bleiweiß, Bleiglätte,
Mennige, Schwefelblei usf.; da nun aber das Quecksilber, wie man nach
und nach erkannte, überhaupt stets flüssig bleibt und gleichfalls mit
Leichtigkeit das weiße Sublimat, den bald gelblichen, bald rötlichen,
bald schwarzen Zinnober ergibt usf., so liegt die Annahme nahe, es
sei auf solche Analogien hin allmählich dem Blei gleichgesetzt worden
und habe schließlich an dessen Stelle die Rolle einer Materia prima
übernommen, -- wofür aber auch noch ganz andere, erst später zu
erörternde Gründe ausschlaggebend waren.

Mittels Quecksilbers stellte ~Hermes~, nach einem beim ~Philosophus
Christianus~ erhaltenen Berichte, auch das +Xérion+ (ξήριον) her,
„das seit Äonen Gesuchte“[662], und verwandelte mit ihm ebensowohl
die gemeinen Metalle in Gold, „das allein frei von aller Krankheit
ist“[663], wie die körperlich Siechen in Gesunde[664]: ist doch nach
ihm der Mensch ein Mikrokosmos, und diese kleine Welt enthält alle
Elemente (einschließlich der Winde) ebenso in sich, wie die große, und
unterliegt daher genau den nämlichen Einflüssen wie letztere[665]. --
Hiernach wird man schwerlich der Behauptung einiger Autoren beistimmen
können, ~Hermes~ sei ein Feind der von ~Zoroaster~(?) gepriesenen
magischen Lehren und Vorstellungen gewesen; nach ~Zosimos~ war vielmehr
der Sachverhalt gerade der umgekehrte[666].

Wie in der „hermetischen Kunst“, so lebt der Name des ~Hermes~ bis auf
den heutigen Tag auch noch im „hermetischen Verschlusse“ fort. Nach
~Al-Habib~[667] spricht schon ~Zosimos~ vom „hermetischen Verschlusse
der Gefäße“ als von etwas Wohlbekanntem und keiner Erklärung
Bedürftigen, es scheint also fraglos, daß dieser völlig dichte, bei
Glasgefäßen durch Zuschmelzen bewerkstelligte Verschluß, oder doch
eine bestimmte Art seiner Herstellung und Verwendung, vorwiegend
auf ~Hermes~ zurückgeführt und als seine Erfindung angesehen wurde.
Daß einige seiner Bücher „Siegel“ oder „Gesiegeltes“ überschrieben
waren[668], kommt jedoch in dieser Hinsicht nicht mit in Frage,
vielmehr besagt dieser Titel nur soviel wie „Geheimnisse“; beruft sich
doch ~Zosimos~ u. a. auch auf Vorschriften aus Büchern gleichen Namens,
die der ägyptische Gott ~Ptah~ selbst verfaßt haben soll[669].


b) Agathodaimon.

Von ~Agathodaimon~ (= guter Geist) berichten die späteren Alchemisten,
z. B. ~Olympiodoros~[670], er sei ein alter ägyptischer Philosoph und
noch älterer Herrscher und Gott gewesen; als Philosoph wird er oft
zusammen mit ~Hermes~ genannt oder diesem auch gleichgesetzt, als
dritter König aus der göttlichen Urdynastie Ägyptens bei ~Manetho~
aufgeführt[671], als Gott aber mit ~Thot~ oder mit ~Chnum~ (Chnub,
Chnubis, Chnuphis) identifiziert, mit letzterem namentlich in seiner
Richtung als ärztlicher Gott: sein Emblem ist die sich häutende, und
dadurch angeblich die Krankheit abstreifende, neue Gesundheit und neues
Leben gewinnende Schlange. Die Schlange, die sich selbst in den Schwanz
beißt oder den eigenen Schwanz verschlingt und in dieser Form das alte
hieroglyphische Zeichen für „Welt“ darstellt, ist in hellenistischer
Zeit als οὐροβόρος (Urobóros) oder ὀφιοῦχος (Ophiúchos) auch das
Wahrzeichen des ~Agathodaimon~, „des guten Dämons von Ägypten“ und
„Hausschutzgottes“[672]; dies geht offenbar auf die nach ~Rohde~[673]
echt griechische Anschauung zurück, daß das Haus als seine Hüterin die
zum „guten Geiste“ gewordene Seele des Hausvaters zu verehren habe,
die, gleich allen chthonischen Wesen, in Gestalt einer Schlange, der
auch als Agathodaimon bezeichneten „häuslichen Schlange“, zu erscheinen
pflegt. Der Schlange dieses Namens brachte man in Alexandria jährlich
besonders feierliche Opfer dar[674], jedenfalls weil Alexandria in
~Agathodaimon~ seinen eigentlichen Stadtgott verehrte, -- wie denn
auch noch im 3. Jahrhundert ein Oberpriester ~Agathodaimon~ daselbst
nachweisbar ist[675]; der, dem Gotte ~Agathodaimon~ zugeordnete Stern
ist nach hermetischen Schriften die Sonne[676]. Wenn also, allem diesem
und dem klaren Wortlaute seines Namens entgegen, ~Agathodaimon~ in ganz
später Zeit nicht selten für einen neidischen und gefährlichen „Dämon“,
seine Schlange aber für einen bösen und verderblichen „Drachen“
angesehen wird, so beruht dies sichtlich auf Mißverständnissen und
Entstellungen, die zum Teil vermutlich dem Eindringen orientalischer
Überlieferungen zuzuschreiben sind.

Daß ~Agathodaimon~ ein chemisches Werk (βίβλος χημευτική) verfaßt
habe, berichtet ~Olympiodoros~[677], und den syrischen Manuskripten
nach erwähnt es schon ~Zosimos~ als ein an den ~Osiris~ gerichtetes,
oder ihm gewidmetes Buch[678]. Mit den Worten „~Agathodaimon~ begrüßt
den ~Osiris~“ beginnt auch die von ~Agathodaimon~ angeblich gemeinsam
mit ~Hermes~ verfaßte „Erklärung eines Orakels des ~Orpheus~“, zu
der zu bemerken ist, daß nach hellenistischen, u. a. bei ~Diodor~
erhaltenen Berichten, die mythischen Dichter ~Orpheus~ und ~Musaios~
nach Ägypten gekommen seien und dort die uralte Weisheit der Priester
erlernt, diesen aber auch ihre eigene mitgeteilt haben sollen[679]. Die
„Erklärung“, die nur in Form einer dunklen, vielfach entstellten, an
zahlreichen späteren Einschiebseln reichen Kompilation vorliegt[680],
behauptet auf Grund der „freilich sehr verwirrten und unklaren
Schriften der Alten“, daß dem ~Orpheus~ göttliche Stimmen durch ein
Orakel mitteilten, welcher Augenblick der günstigste für das große Werk
sei, wie man die Projektion auszuführen habe, und wie sich dabei durch
mystische Gebete und magische Beschwörungen die bösen Geister bannen
und die ihrem Neide entspringenden Hindernisse überwinden ließen[681];
daraufhin habe ~Orpheus~ auf Kupfer oder auf die „Knochen des Kupfers“,
die aus Kupfer, Eisen, Zinn und Blei bestanden und deren unter dem
Namen „persische Knochen“ auch ~Zosimos~ gedenkt[682], Arsen und Kadmia
(καθμία, καθμίς) zur Einwirkung gebracht[683], die Bestandteile 41
Tage lang maceriert, wobei sich ἐξανθήματα (Exantheme, Efflorescenzen)
bildeten[684], und sie so schließlich geweißt und gegilbt.

Nach ~Agathodaimons~ Lehre hat man die Schlange Urobóros, bei der
„das Ende der Anfang, und der Anfang das Ende ist“, als Symbol
des großen Werkes zu betrachten, da bei diesem ebenfalls die
anfängliche Grundsubstanz oder Materia prima schließlich in die
einzelnen Metalle übergeht, in diesen vorhanden ist, und auch
wieder aus ihnen zurückgewonnen werden kann. Wie die Schlange, so
ist auch das große Werk ein Symbol der Welt; als solches reiht sich
Beiden das „philosophische Ei“ an[685], das oft als synonym mit
dem großen Werke gilt, oder als „Stein, der kein Stein ist“ das
Verwandlungsmittel andeutet, eigentlich aber mit seinen vier „die
unzähligsten Namen führenden Teilen“ [Schale, Eihaut, Eiweiß, Eigelb]
das Ausgangsmaterial, die vier Metalle der Tetrasomie, bezeichnet[686].
Dieses „unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος), diese schwarze Brühe oder
Schmelze (μέλανα ζωμόν), hat man zu benützen[687], zehn Tage im Dünger
(ἐκ τῆς κόπρου) zu erwärmen und 21 Tage zu beizen[688], sodann mit
koptischem Stimmi (στίμη κοπτική)[689], mit vom Schwefel befreitem
Arsen „dieser Seele des Färbenden“[690], und mit anderen Chemikalien
zu behandeln und so zunächst in „unser Silber“ (ἄργυρον τὸν ἡμῶν)
überzuführen[691].

Wie als Erklärer des orphischen Orakels, wird ~Agathodaimon~ zusammen
mit ~Hermes~ auch als Verfasser eines merkwürdigen +Rätsels+
genannt, das spätere Autoren als „Rätsel vom philosophischen Steine“
anführen[692] und das in wörtlicher Übersetzung aus dem Griechischen
wie folgt lautet:

    „Buchstaben zähle ich neun; viersilbig bin ich. Nun rate!
    Merk’: von den ersten drei Silben hat zwei der Buchstaben jede,
    Aber die vierte hat drei. Fünf Buchstaben sind Konsonanten.
    Bilde die Summe der Zahlen: Du findest zweimal Achthundert,
    Dreimal Dreißig dazu, nebst Sieben. Hast Du mein Wesen
    Nunmehr erkannt, so hast Du auch teil an göttlicher Weisheit.“

Die älteste bisher bekannte Quelle dieses sog. Rätsels sind die
„Sibyllinischen Weissagungen“, eine im Tone der Propheten und
Orakelkünder gehaltene Sammlung sehr verschiedener, von vielerlei
jüdischen und christlichen Verfassern herrührenden Erzählungen und
Sentenzen, die wahrscheinlich zwischen 100 vor und 300 nach Chr.
niedergeschrieben wurde und ihre endgültige Form wohl erst gegen 300
erhalten hat. Im ersten Buche dieser „Weissagungen“[693], das von einem
Christen um 200 n. Chr. verfaßt sein dürfte, befiehlt Gott dem ~Noah~,
den sündigen Völkern noch einmal Buße zu predigen, und offenbart
sich ihm als Herrscher der Welt, wobei er die oben angeführten Worte
ausspricht. Daß sie also ursprünglich keinen alchemistischen Sinn haben
konnten, ergibt sich aus diesem Sachverhalte ohne weiteres; viel eher
scheinen sie auf einen der Geheimnamen Gottes hinzudeuten[694], deren
Kenntnis (nach altägyptischer Anschauung) dem Kundigen ungeheure Macht
verleiht, wie denn z. B. der weise König ~Salomon~ „die neun Buchstaben
des geheimen Namens des Herrn“ beherrscht und im „Mysterium der neun
Buchstaben“ den „Schlüssel alles Sichtbaren“ besessen haben soll[695];
welcher der zahlreichen Namen dieser Art gemeint sein mag, steht
indessen nicht fest. Zu einem von alchemistischem Tiefsinne erfüllten
„Rätsel“ machten die aus dem Zusammenhange gerissenen Verse erst
spätere Schriftsteller, aus denen ~Olympiodoros~ im 5. und ~Stephanos~
im 7. Jahrhundert schöpften[696]; sie schrieben sie, um ihnen die
gehörige Autorität zu sichern, einem der hochberühmten „Alten“ zu,
also dem ~Agathodaimon~, dem ~Hermes~, oder auch beiden zusammen.
Eine Lösung des Rätsels aus hellenistischem Zeitalter ist nicht
überliefert; vom 16. Jahrhundert ab gaben verschiedene Gelehrte als
solche an: Lithargyros, Kinnabari, Kassiteros, Ampelitis, namentlich
aber Arsenikon[697]. Die Namen der ersteren, ihrer Natur nach sehr
zweifelhaften Substanzen erfüllen jedoch die im Rätsel gestellten
Bedingungen nur annähernd, und der sachlich noch ansprechendste,
Arsenikon, ergibt seinem Zahlenwerte nach nicht die verlangte Summe
1697; allerdings führen einige Handschriften statt dieser Ziffer auch
andere, bei einigem guten Willen ziemlich genügende Zahlen an, und
manche lassen die letzten drei Verse ganz weg und beschränken sich auf
die ersten, die derlei erschwerende Sonderbestimmungen nicht enthalten.


c) Isis.

Unter dem Namen eines „Schreibens der ~Isis~ an ~Horos~ über die
heilige Kunst“ (περὶ ἱερᾶς τέχνης) geben die alchemistischen Sammlungen
in ziemlich abweichenden Fassungen den Text eines Briefes wieder, den
~Isis~, die sie als Göttin, Königin von Ägypten, oder Prophetin (=
Priesterin) bezeichnen, an ihren Sohn ~Horos~ gerichtet habe[698];
selbst der gutgläubige ~Borrichius~ (um 1650) wagte, seine Echtheit
zu bezweifeln, ~Chevreul~ (1845) erklärte ihn sogar für eine bloße
Satire[699], in Wirklichkeit reiht er sich aber den sonstigen
Apokryphen und Pseudepigraphen des Zeitalters als völlig gleichartig
an und läßt nichts von jenem besonderen „alchemistischen Geheimsinne“
merken, dessen noch ~Berthelot~ Erwähnung tut[700]. Die Art der
Einkleidung ist mit unleugbarem Geschicke gewählt und durchgeführt,
denn die Mitteilung der Lehren und Geheimnisse von Mund zu Mund, durch
den Gott an den Priester, den Vater an den Sohn, usf., entspricht einer
altägyptischen Tradition; auch derartige Gespräche gerade zwischen
~Isis~ und ~Horos~ waren schon in sehr entlegener Zeit bekannt, z. B.
eines, in dem die Göttin meldet, „daß es ihr erlaubt sei, dem eigenen
Kinde mitzuteilen den Namen des Gottes ~Rê~“, nämlich jenen „geheimen
und wahren Namen“, dessen Kenntnis furchtbare Macht verleiht (den man
aber natürlich schließlich doch nicht erfährt!)[701].

Was den Inhalt des „Schreibens“ betrifft, so erzählt ~Isis~ dem
~Horos~, der sich auf die Suche des ~Seth~ (Typhon), des Mörders seines
Vaters ~Osiris~, begeben hatte, sie sei inzwischen nach Ormanuthi
gegangen, -- d. h., wie ~Hoffmann~ angibt, nach ihrem berühmten
Tempel zu Eumenuthi bei Kanopos[702] --, „woselbst die heilige Kunst
Ägyptens, ἡ ἱερὰ τέχνη τῆς Αιγύπτου, betrieben wird“[703]; dort
näherte sich ihr ein „Prophet“ (προφήτης = Priester) und „Engel des
unteren Firmamentes“[704] und suchte ihre höchste Gunst, als deren
Preis sie Mitteilung des Transmutations-Geheimnisses verlangte; der
Prophet erklärte, er selbst sei nicht berechtigt, dieses zu verraten,
sandte ihr aber den „Obersten der Propheten“ (ἀρχιερεύς, Archiereús =
Oberpriester) und „Engel des höchsten Firmamentes“ ~Amnael~, mit dem
sie des Handels einig wurde: als Lohn für ihre Hingebung lehrte er sie
die Herstellung des Goldes und Silbers, nachdem er ihr vorher den Eid
abgenommen hatte „daß sie darüber niemandem Mitteilung machen werde,
als allein ihrem leiblichen Sohne“. Der in religionsgeschichtlicher
Hinsicht nach Form und Inhalt bemerkenswerte Eid[705], dessen
Verwandtschaft mit anderen, bei ~Stephanos~ (als „Eid des ~Pappos~“)
und beim ~Philosophus Christianus~ überlieferten Schwüren[706],
unverkennbar ist, lautet: „Ich lasse Dich schwören bei Himmel und
Erde, bei Licht und Dunkel; bei Feuer, Wasser, Luft und Erde; bei der
Höhe des Himmels, der Tiefe der Erde und dem Abgrunde der Unterwelt;
bei ~Thot~ und ~Anubis~; beim Gebell des dreiköpfigen ~Kerberos~, des
Hüters der Unterwelt; bei der Fähre des ~Charon~ und bei ~Charon~ dem
Fährmann; bei den drei Göttinnen der Notwendigkeit, den Geißeln und dem
Schwert: daß ich Niemandem das Geheimnis mitteilen werde als allein
meinem Kinde und teuren Sohne, damit er Du sei, und Du er“ [d. h. damit
er zum Gott werde durch Empfang Deines göttlichen Wissens].

Was daraufhin ~Amnael~ der ~Isis~ eröffnet oder vielmehr nur
andeutet[707], bewegt sich wesentlich im Geleise der demokritischen
Lehren vom Fixieren des Quecksilbers durch Magnesia, Pyrit, Arsen, die
Dämpfe der Kobathia, Schwefel u. dgl., vom Weißen und Gilben durch
Erteilen der richtigen Färbung mittels des Verwandlungs-Präparates
oder „Pharmakons“, von der Diplosis usf.; nachdrücklich findet sich
betont, daß jedes Ding von seinesgleichen erzeugt wird, der Mensch vom
Menschen, der Löwe vom Löwen, das Getreide vom Samen des Getreides, und
so auch das Gold vom Samen des Goldes: „die Natur freut sich über die
Natur, usw.“

Mehrfach wird in dieser Abhandlung ~Isis~, die den Hellenisten
für identisch mit ~Selene~ gilt, auch mit dem Symbol des Mondes ☾
bezeichnet, das ihren Namen selbst geradezu vertritt[708]: „~Horos~,
Sohn der ☾“, „Vereinigung mit ☾“, „Schreiben der ☾“; diese von
~Berthelot~ besonders hervorgehobene Tatsache geht indessen bereits aus
einer Anführung ~Kopps~ hervor[709].


d) Chimes.

Daß ~Chimes~ oder ~Chemes~ der erste Chemiker gewesen sei, und die
Chemie von oder nach ihm ihren Namen erhalten habe, ist die Behauptung
einer erst sehr späten Zeit, die einen „Heros Eponymos“ (Namengeber)
für die chemische Wissenschaft suchte und ausdachte; sachlich steht sie
etwa auf gleicher Höhe wie die Angaben, die Hellenen hießen so nach
~Hellen~, „dem ersten Griechen“, den Mörissee (äg. mer uer = großer
See)[710] habe ein „König ~Möris~“ graben lassen, und der Magnet sei
nach dem Hirten ~Magnes~ benannt, der dieses Gestein entdeckte, als
er beim Weiden der Schafe mit seinen eisenbeschlagenen Schuhen an ihm
hängen blieb[711].

Erwähnt wird ~Chimes~, ~Chymes~ oder ~Chemes~ (später auch ~Chem~,
~Khem~, ~Cham~, ~Kimas~)[712] zuerst bei Zosimos im 3., bei
~Olympiodoros~ im 5., und bei ~Stephanos~ im 7. Jahrhundert, und zwar
behaupten ~Zosimos~ und übereinstimmend mit ihm die übrigen Autoren,
daß er als Urheber des Satzes „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan = Eines ist
Alles, Alles ist Eines) anzusehen sei, den er durch die sich in den
Schwanz beißende Schlange symbolisch darstellte[713]. ~Stephanos~
berichtet hierüber, wo er die Umwandlung der unedlen Metalle durch
Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung erörtert, mit den Worten[714]:
„Eine ist diese Schlange, tragend die beiden Zeichen und führend das
Gift, denn Eines ist das All, durch das das All ist, und enthielte
das All nicht das All, so wäre das All nichts [so wäre das All nicht
entstanden; also mußt Du dieses All hineinwerfen, damit Du das All
gemacht habest]. Dies spricht der allherrschende ~Chimes~; und es
spricht die priesterliche Stimme: Gefunden ist der ~Pan~, der seit
Gründung Ägyptens gesucht wird.“ -- Nach ~Hoffmann~ spielen die beiden
„Zeichen“, die die Schlange trägt, auf die weiße und rote Königskrone
an, die uralten, in den Landesfarben prangenden Symbole der Herrschaft
in Ober- und Unter-Ägypten, die aber hier zugleich weißes Silber und
rotes Gold bedeuten sollen; das „Gift“ der Schlange aber geht auf die
zur Metall-Verwandlung dienenden Arsen- und Quecksilber-Präparate[715];
der „~Pan~“, der seit Ägyptens Urzeit gesucht wird, ist das Xerion (das
„hineingeworfen“, projiziert werden muß), der philosophische Stein,
die Panacee zur Heilung der Krankheiten von Metallen und Menschen,
und erinnert durch seinen Anklang gleichzeitig an den Namen des
griechischen Gottes ~Pan~ und an das Wort pan (πᾶν) des „ἕν καὶ πᾶν“.

Was die auch als giftiger und feuerspeiender Dämon angeführte Schlange
des ~Chimes~ anbelangt, so ist zu bemerken, daß ~Chimes~ auch mit
dem Gotte ~Ammon-Rê~ identifiziert wurde[716], und daß schon im
alten Ägypten die Statuen und Abbildungen des Gottes ~Rê~, der die
Sonne bedeutet und sich zeitweise fast monotheistischer Verehrung
erfreute, eine flammenhauchende und so die Feinde vernichtende
Schlange namens Apóphis zeigen, gewickelt um die sein Haupt zierende
Sonnenscheibe[717]; dieselbe Schlange, „Auge der Sonne“ oder
„Herrscherin des Alls“ genannt, führte aber auch der Gott ~Seth~,
und da dieser in späterer Zeit zu einem bösen und tückischen Dämon
wurde[718], ist es leicht erklärlich, daß auch der Charakter seiner
Schlange in entsprechenden Verruf kam.

Von den angeblichen Schriften des „großen“, „hochberühmten“,
„tausendfach gefeierten“ ~Chimes~ hat sich nichts erhalten, und außer
dem oben Angeführten ist über ihren Inhalt nichts Weiteres bekannt.


e) Ostanes.

~Ostanes~, den ~Herodot~ als Schwager des ~Xerxes~ und als dessen
Begleiter auf dem griechischen Feldzuge nennt[719], kam während
der Folgezeit aus unbekannten Gründen schon früh in den Ruf eines
hervorragenden persischen Magiers[720], gilt zur Zeit der letzten
Ptolemäer als identisch mit ~Hermes-Thot~ [721] und wird bereits
von ~Plinius~ als großer Zauberer, als erster Verfasser magischer
Abhandlungen und als Lehrer des ~Demokritos~ angeführt[722]; in
gleichem Sinne findet er sich auch bei den hellenistischen Alchemisten
erwähnt, ferner bei den Kirchenschriftstellern von ~Origenes~ bis auf
~Augustinus~, in vielen Papyrus-Urkunden und im „Fihrist“[723].

Nach ~Synesios~ (um 400) schrieb ~Ostanes~ ein chemisches Werk in
vier Büchern, das aber nicht „die Methoden Ägyptens“ darlegte,
sondern die Persiens, deren sich nach ~Zosimos~ auch ~Zoroaster~ und
~Sophar~ bedienten, welcher letztere aber bei verschiedenen Autoren
bald einfach „~Sophar~ der Perser“ heißt, bald „~Sophar~, König von
Persien“, bald wieder „~Sophar~, König von Ägypten“[724]. ~Pibêchios~,
der im 4. Jahrhundert lebte, meldet, daß jenes Werk den Titel „Krone“
geführt habe, und ~Synesios~ versichert, daß in ihm zuerst ~Ostanes~
die berühmte Lehre ausgesprochen habe „Die Natur freut sich über die
Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die
Natur“[725]. Wie indessen aus den um 350 n. Chr. verfaßten „Büchern
der Astronomie“ (richtiger Astrologie) des ~Julius Firmicus Maternus~
hervorgeht[726], ist das Prinzip „una natura ab alia vincitur“
(eine Natur wird von der anderen besiegt) bereits in den (aus dem
2. vorchristlichen Jahrhundert herrührenden) sog. „Astrologúmena“
(= Sternverkündigungen) zu finden, als deren Verfasser schon zur
Kaiserzeit (bei ~Plinius, Juvenal~ und vielen anderen) zwei völlig
mythische Gestalten ausgegeben werden, ein ägyptischer König ~Nechepso~
und ein ägyptischer Astronom und Priester ~Petosiris~ (äg. = „Geschenk
des Osiris“, Osiridor); der Satz lautet daselbst[727] „una natura ab
altera vincitur, unusque deus ab altero“ (eine Natur wird von der
anderen besiegt, ein Gott vom anderen), steht in rein astrologischem,
die Sternbilder, ihre Natur, ihre Einflüsse und ihre sog. Dekane
betreffenden Zusammenhange, und trägt also ursprünglich keinerlei
alchemistischen Charakter.

Über des ~Ostanes~ „Gespräche mit ~Kleopatra~“ ist nichts, über einen
„Adler“ betitelten Traktat nur soviel bekannt, daß er das große Werk
beschrieb und dessen Dauer auf ein Jahr angab[728]. Dem nur in sehr
entstellter und dunkler Form überlieferten „Schreiben des ~Ostanes~ an
~Petesis~“ (äg. = „Geschenk der Isis“, Isidor), ist zu entnehmen, daß
~Ostanes~ das „göttliche Wasser“ durch siebenmalige Destillation in
einem gläsernen Ambix darstellte[729]; erst steigt es nach oben (ἄνω,
áno) auf, dann aber sinkt es nach unten (κάτω, káto) in die finsteren
Tiefen des Hades, wo es, als „Pharmakon des Lebens“, die Toten (τὰ
νεκρά) erweckt und auferstehen macht[730]; mit göttlicher Hilfe und
entgegen dem Neide der Dämonen, die man durch magische Beschwörungen
(δαιμονοκλησίαι) austreibt[731], färben einige Tropfen dieses
göttlichen Wassers Kupfer zu Gold, sie heilen alle Krankheiten, auch
„die große Krankheit der Armut“, und erwecken selbst die Toten[732].

Wie die syrischen Manuskripte berichten, ordnete ~Ostanes~, als er
sein Ende herannahen fühlte, alle seine Schriften auf das Genaueste
und verbot, irgendetwas an ihnen zu ändern, sie anderen als Reinen und
Würdigen mitzuteilen, oder ihre Geheimnisse deutlicher zu enthüllen;
diese hatte er so sorgfältig verborgen „wie die Pupille seines Auges“,
er empfahl daher auch seinen Schülern, die Götter vor Beginn des großen
Werkes um ein reines Herz und um „Einsicht in die Pupille der Augen“
anzuflehen[733]. -- Auf die Bedeutung dieses Ausdruckes, den noch
die späteren Araber als „Geheimnamen der Alten für das Verfahren der
Transmutation“ kannten[734], wird weiter unten zurückzukommen sein.

Das sog. „Buch des ~Ostanes~“, das u. a. im arabischen Manuskripte Nr.
972 der Pariser Bibliothek vorliegt, erweist sich als Unterschiebung
aus jüngerer arabischer Zeit, da es neben mystischen Deklamationen und
Visionen auch Auszüge enthält, die dem als „Continens“ bekannten Werke
des Arztes ~Al-Razi~ (10. Jahrhundert) entnommen sein sollen[735].


f) Petesis.

~Petesis~ (äg. = Geschenk der Isis, Isidor) oder ~Petasios~, der von
den einen als Mitschüler, von den anderen als Schüler des ~Ostanes~
ausgegeben, in einer dem Leidener Papyrus zugehörigen Schrift als
Priester und Magier angeführt, und bei ~Olympiodoros~ „König von
Armenien“ betitelt wird[736], war nach Angabe des ~Philosophus
Christianus~ der erste, der mit Offenheit, wenn auch nicht mit
völliger, gewisse Geheimnisse des großen Werkes besprach: u. a.
den Doppelsinn des Wortes [ἀρσενικόν] (Männliches und Arsen),
sowie einige Gewichtsverhältnisse und Darstellungsweisen[737],
z. B. die des göttlichen Wassers, das er „Galle der Schlange“
genannt haben soll[738]. Den syrischen Manuskripten zufolge war
einer seiner wichtigsten Aussprüche: „Durch Nachdenken wird das
Werk vollendet“[739]. Neben der rechten Einsicht bezeichnete er
als unumgängliche Bedingungen guten Gelingens: Reinheit, Tugend,
Frömmigkeit, Freiheit von Neid und Habsucht, sowie Anstreben des
Erfolges aus bloßer Liebe zur Sache; wo diese Voraussetzungen
erfüllt sind, ist das große Werk nur „die Arbeit eines Kindes“, ein
Kinderspiel[740].


g) Iamblichos.

Die größtenteils sehr unklare, vielfach interpolierte, durch ihre
zahlreichen Angaben über Gewichtsverhältnisse bemerkenswerte Abhandlung
des (im übrigen vollständig unbekannten) ~Iamblichos~ bespricht
zunächst die ποίησις χρυσοῦ (Bereitung des Goldes) durch eine
verwickelte Diplosis, deren Anfangsstadium, als das des χρυσὸς μέλας
(des schwarzen Goldes), offenbar der „Schwärzung“ entspricht[741];
weiterhin soll die „Magnesia“ genannte Metall-Legierung (σῶμα
μαγνησίας) in Pferdemist erwärmt, mit verschiedenen Chemikalien
behandelt und schließlich durch das Xerion (ξήριον) in Gold verwandelt
werden. Zur Darstellung des Xerions selbst sind eine große Menge der
mannigfaltigsten Materialien notwendig, u. a. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ
ὀφθαλμῶν, „die italische Wolke für das Auge“[742], d. i. ein durch
Sublimation bereitetes Antimonpräparat aus italischem „Stimmi“, dem
seit jeher als vortreffliches Augen-Heilmittel und -Schminkmittel
gebrauchten Schwefelantimon oder Grauspießglanz.

Gold wird außerdem noch mittels der Galle des Huhnes, Fuchses,
Kamels und Ichneumons dargestellt, -- offenbar in Gestalt der gelben
glänzenden Gallen-Firnisse[743].


h) Moses (Pseudo-Moses).

Die Abhandlung des ~Moses~, die durchwegs starke Spuren jüdischer
Einflüsse und jüdisch-monotheistischer Anschauungen verrät[744], wird
einem in vielen Quellen, u. a. auch im „Fihrist“[745], sehr gepriesenen
Alchemisten ~Moses~ zugeschrieben, anscheinend dem nämlichen, den als
großen Zauberer und (gemeinsam mit den sonst nicht weiter bekannten
~Jamnes~ und ~Lotapes~) als Schöpfer einer „neuen Sekte der Magie“
bereits ~Plinius~ anführt[746]; da man, wie u. a. auch die „Apologie“
des ~Apuleius~ (um 180 n. Chr.) und viele Zauberpapyri bezeugen[747],
dem Gesetzgeber ~Moses~ nicht nur im allgemeinen übernatürliche
Fähigkeiten aller Art nachrühmte, sondern im Hinblick auf die
Verbrennung und angebliche Auflösung des goldenen Kalbes auch speziell
alchemistische[748], so führte man auf ihn auch die Schrift seines
Namensbruders zurück und sicherte ihr dadurch ein höheres Ansehen.

Als Ausgangsmaterial benützt auch ~Pseudo-Moses~ cyprisches
Kupfer[749], sowie „Maza“, d. i. das „schwarze Blei“ oder die
„Magnesia“ der ~Maria~; infolge einer Verwechslung der „weiblichen
Magnesia“ mit dem „männlichen Magnes“ [hier = Braunstein, Pyrolusit]
behauptet er, die „göttliche“ Maza trage den Charakter eines ὄξος (Oxos
= Essig, Schärfe), indem sie alles reinige und erweiche, selbst das
Glas, dem sie eine glänzend weiße Farbe verleihe[750]. Die „Färbung“
des Kupfers erfolgt durch Zinn, weiße Magnesia (eine Legierung)[751],
weiße dalmatische Kadmia (καθμία λευκή), italisches Stimmi, Quecksilber
und Quecksilber aus Sandarach oder „Bleiweiß“ [d. i. Arsen aus rotem
Schwefelarsen oder weißer Arsenigsäure], die das Kupfer umwandeln
und umfärben, indem sie die gewünschte „Natur“ oder Qualität, die
im Inneren schon vorhanden ist, an die Oberfläche heraustreiben
(φέρει ἔξω τὴν φύσιν)[752]. Zur Darstellung des wirkenden Mittels,
des +Xerions+, dessen Projektion auf Zinn z. B. Silber ergibt, das
sich als probehaltig (δόκιμος, dókimos) erweist[753], verwendet man
u. a. den goldfarbigen Pyrit (χρυσίζων, sog. Goldkies) aus Ägypten
oder Libyen[754], Sandyx [hier = Zinnober], ὑδράργυρον παγέντα, d. i.
fixiertes Quecksilber, ὑδράργυρον ἀνελθόντα, d. i. sublimiertes
[+nicht+ destilliertes!] Quecksilber, und ὑδράργυρον ἀποθανόντα,
d. i. „abgestorbenes“ Quecksilber, entweder an einen anderen Stoff
gebundenes, oder „in die Tiefen der Unterwelt“, d. h. auf den Boden der
Gefäße abgetropftes[755].

Ein als „Diplosis des ~Moses~“ berühmtes Verfahren bestand in der
Behandlung des χαλκοῦ καλαινοῦ, des kalaïnischen Kupfers [aus Kalaïs am
Sinai oder in Persien?], sowie einer Legierung von Blei und Kupfer, mit
Schwefel, Arsen, Rettigöl (ῥαφανίνω ἐλαίῳ; Deckname!) und etwas Gold;
das Ergebnis soll ebensogut gewesen sein wie das bei der Diplosis des
(im übrigen unbekannten) ~Eugenios~, der das Kupfer durch Zusatz von
allerlei Substanzen und von ein wenig [als „Samen“ wirkenden] Silber
oder Gold in das schönste Silber und Gold zu verwandeln wußte[756].

„Rettigöl“ und „Ricinusöl“ schreibt ~Moses~ auch zum Behandeln des
„Eiweißes“ und „Eigelbes“ vor[757], wobei es sich offenbar nur um
Decknamen handelt; an die Verbrennung wirklichen Ricinusöles und
wohl auch Leinöles (λινέλαιον, Linélaion) ist dagegen zu denken, wo
er die Darstellung des „schwarzen, gebrannten Schwefels“ beschreibt,
vermutlich ausgeschmolzenen Schwefels, der wegen seines Gehaltes an
Kohle und seiner dunklen Färbung auch als μέλαν (Mélan, Schwärze, Ruß)
bezeichnet wird[758].

Die Präparate, zu deren Bereitung sich oft süßes Wasser, im Gegensatz
zu Meerwasser, vorgeschrieben findet[759], werden längere Zeit in Mist
eingesetzt, oder durch das Feuer getrockneten Kuh- und Pferdemistes
erwärmt[760]; fraglich bleibt, ob σαπώνιον (Sapónion) wirklich auf
Benützung der (damals schon wohlbekannten) Seife hinweist[761], und
was unter dem bei der Herstellung des Xerions benützten Bock- und
Schweineblute (αἶμα τράγου ἢ χοίρου) zu verstehen ist[762].

Bemerkt sei noch, daß ~Moses~ den Ausdruck μᾶζα (Maza) an einer
Stelle seiner Schrift[763] im Sinne von Chemie, oder eines die Chemie
betreffenden Buches, eines chemischen Lehrbuches, gebraucht; da
indessen seine ganze Abhandlung in der uns vorliegenden Gestalt die
Spuren später (oft um Jahrhunderte späterer) Um- und Überarbeitung
trägt[764], lassen sich hieraus bestimmte Folgerungen, etwa in
zeitlicher Hinsicht, nicht ziehen.


i) Johannes.

Als Verfasser einer nur in stark entstellter Form überlieferten
Schrift „Von der heiligen (göttlichen) Kunst“ (θεία τέχνη), die sich
im wesentlichen auf ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~
und andere „Perser“ beruft, wird ~Johannes~, Ober- oder Erzpriester von
Ebeigia (Evagia, Ebagia, Euagia), genannt[765].

Der Verlauf des großen Werkes, wie ihn ~Demokritos~ auf die Säulen der
Tempel niederschreiben ließ[766], ist nach ~Johannes~ abhängig von
der Gunst der Jahreszeit, von Wind und Wetter und von den Gestirnen;
da er nämlich durchaus dem einer Schwangerschaft gleicht, -- nur daß
die Dauer statt neun Monate bloß neun Stunden beträgt --, so können
die Wirkungen und Effluvien der Planeten, z. B. die des Mondes,
die σεληνιακὴ ῥεῦσις[767], auch hier vorzeitige Entbindungen und
Fehlgeburten bewirken, die den Embryo vernichten[768]. Der Kundige
wird also das große Werk nur unternehmen, wenn die Umstände Erfolg
versprechen; dann aber wird auch er das Nämliche vollbringen, was die
Goldarbeiter (χρυσοχόοι, Goldgießer) vermögen, die „das Metall seiner
ganzen Tiefe nach zu Gold färben“, und zwar mittels Oker, Salz, Natron,
Thenakar [offenbar Tinkal, arabisch Tinkâr, d. i. Alkali, später auch
Borax] und χαλκάνθη [Chalkánthe = unreiner Vitriol oder Alaun], die
durch ihre Natur die Beimengungen des Goldes so an sich ziehen, wie der
Magnet das Eisen, oder die Magnesia der Glasmacher [d. i. Braunstein]
die Unreinigkeiten des Glases; er wird es aber vollbringen, indem
er +seine+ Mittel benützt, den „hieratischen (heiligen) schwarzen
Stein“, ἱερατικὸν λίθον μέλανα[769]. Sobald er diesen auf die Masse
projiziert, beginnt das ihm innewohnende Pneuma zu wirken: die im
Inneren der Rohmetalle verborgene Natur wird nach außen gekehrt, und
es entsteht die rechte Färbung, sowie das reine, gelbe, dem Feuer
widerstehende Gold, χρυσάνθιμον geheißen [Chrysánthimon = Blüte des
Goldes; auch Namen des goldfarbigen Pyrits, des Goldkieses][770].
Man versteht aber den heiligen Stein zu bereiten: in den Gauen der
Thebais, in Herakleopolis, Lykopolis, Apollinopolis, in Aphrodite und
Elephantine[771]. -- Diese Aufzählung des ~Johannes~ folgt entschieden
einer echten Tradition, denn sämtliche, wenn auch in griechischer
Umschreibung genannte Orte, sind ausschließlich ägyptische; daß
sie jedoch, wie ~Berthelot~ mutmaßt, ursprünglich die Stellen der
Goldbergwerke bezeichnet hätten, von denen ~Agatharchides~ und ihm
folgend ~Diodor~ und andere antike Autoren berichten, ist weder nach
+ihrer+ geographischen Lage möglich, noch nach der für jene +Bergwerke+
angegebenen; sie alle sind vielmehr Orte von Tempel- und Kult-Stätten,
namentlich von ursprünglich Gold-Verarbeitenden[772].

Den „stärksten weißen Essig“, τὸ λευκὸν ὄξος δριμύτατον, dessen
~Johannes~ als eines durch seine Schärfe die Metalle auflösenden
Mittels gedenkt, soll man nach ~Berthelot~ vielleicht für eine
unreine mineralische Säure ansprechen, die etwa durch Erhitzen des
Eisen- und Kupfer-Vitriols, sei es für sich, sei es zusammen mit
Kochsalz, erhalten worden wäre[773]; da aber derlei Ausdrucksweisen
keineswegs wörtlich zu nehmen sind, -- schreibt doch ~Pseudo-Moses~ der
Metall-Legierung „Magnesia“ die Natur eines ὄξος (Essigs) zu --, und
keine beglaubigte Tatsache eine so frühe Kenntnis der Mineralsäuren
bezeugt, so ist ~Berthelots~ Annahme ganz unwahrscheinlich.

Der ~Philosophus Anonymus~ bezeichnet ~Johannes~ als einen Schüler des
~Hermes~ und als ἀρχιερεύς (Archiereús), d. i. Erz- oder Oberpriester
der Tempel ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας[774]; ~Berthelot~ übersetzt dies „zu
Euagia in Tuthia“ und läßt es dahingestellt, ob hier an die mystische
Andeutung eines Namens zu denken sei, eines Ortes, oder etwa der nach
diesem Orte benannten „Tutia“ der späteren Alchemisten[775] [d. i.
des zur Messing-Darstellung dienenden, mehr oder weniger reinen
Zinkoxydes]. Ein ägyptischer Eigenname ~Thutia~ kommt zwar vor, --
u. a. trägt ihn, nach ~A. Wiedemann~, ein Feldherr, der um 1500
v. Chr. die Stadt Joppe oder Jaffa eroberte[776] --, doch kann dieser
hier ebensowenig in Frage stehen wie die Bezeichnung „Tutia“ für
Zinkoxyd, die erst zu arabischer Zeit auftritt und deren Quelle das
persische Wort Dûd = Rauch ist, (gemäß der ältesten Gewinnungsweise
dieses Präparates). Aber auch um einen (sonst unbekannten) Ort Thutia
handelt es sich wohl schwerlich, da andere Handschriften, statt der von
~Berthelot~ bevorzugten Lesart ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας, die Worte ἐν Εὐαγίᾳ
τῇ θείᾳ bieten, d. h. im heiligen Euagia, im Tempel zu Euagia (Evagia,
Ebagia), der offenbar als Sitz des Oberpriesters ~Johannes~ bezeichnet
werden soll[777]. Seitens späterer Autoren wurde, wie auch aus einer
bei ~Pseudo-Avicenna~ (um 1200?) erhaltenen Tradition zu ersehen ist,
dieser ~Johannes von Evagia~ mit ~Johannes Evangelista~ identifiziert,
und letzterer als „Oberpriester von Alexandria“ angesehen[778];
hieraus wieder erklärt es sich, daß der Apostel ~Johannes~ auch im
Okzident schon sehr frühzeitig in den Ruf eines Magiers und Alchemisten
kam, -- an dessen Berechtigung selbst der treffliche ~J. J. Becher~
in seiner „Physica subterranea“ von 1669 noch nicht den geringsten
Zweifel hegte[779]! Bereits der 1177 verstorbene Augustinermönch ~Adam
de St.-Victor~ (d. i. aus der Abtei St.-Victoris bei Paris), nach
~Harnack~[780] der bedeutendste Kirchenlehrer und größte Dogmatiker des
Abendlandes in der Zeit zwischen dem hl. ~Augustinus~ und ~Thomas von
Aquino~, rühmt in seiner „Hymne auf den hl. ~Johannes~“ den Apostel
als Herrn über die Kräfte der Gifte und Krankheiten, als Gebieter über
Leben und Tod, sowie als Meister der Dämonen, und fügt dann hinzu:

    „Cum gemmarum partes fractas
    Solidasset, has distractas
    Tribuit pauperibus;
    Inexhaustum fert thesaurum,
    Qui ex virgis fecit aurum,
    Gemmas ex lapidibus“,

welche Verse in sinngetreuer Übersetzung lauten:

    „Splitter wußt’ er neu zu einen
    Zu den schönsten Edelsteinen,
    Die er Armen überließ;
    Endlos reich wird +Der+ sich zeigen,
    Der sich Gold schuf aus Gezweigen,
    Edelsteine aus dem Kies.“

Anscheinend zweifelte ~Kopp~ die Echtheit dieser Verse an, jedoch mit
Unrecht, denn die „Poetischen Werke des ~Adam de St.-Victor~“, die er
im Original einzusehen keine Gelegenheit hatte, enthalten tatsächlich
die angeführte Strophe[781]; auch gebraucht dieser Dichter an mehreren
Stellen Gleichnisse, die auf einige technologische Kenntnisse schließen
lassen[782], z. B. eines vom Töpferofen, eines von der „colla
pigmentaria“ (der Vorratskammer für Farben, Gewürze, u. dgl.) und eines
von der Herstellung der Grundmauern:

    „Ätzkalk binden und Zemente
    Dieses Tempels Fundamente,
    Halten fest die Steine.“

Die Tradition von den Wunderkünsten des ~Johannes~ ist übrigens eine
sehr alte, denn schon die um 150-180 n. Chr. verfaßten apokryphen
„Johannes-Akten“ melden, daß ~Johannes~ zwei große Edelsteine aus
kleinen Stückchen zusammensetzte, um den Erlös den Armen zu spenden,
und daß er für zwei Ephesier, die es reute, ihren gesamten Reichtum an
Bedürftige verteilt zu haben, aus Rutenbündeln Gold und aus Kieseln
vom Meeresstrande Edelsteine herstellte[783]; ebenso erzählt die von
~Jacobus a Voragine~, Bischof von Genua (1230-1292), herrührende
„Goldene Legende“, daß ~Johannes~ „virgas et lapides“ (Ruten und
Kiesel), vom Seeufer geholt, in „aurum et gemmas“ verwandelte, und daß
die Goldschmiede (aurifices) und Juweliere (gemmarii) versicherten,
reineres Gold und wertvollere Steine niemals gesehen zu haben[784];
endlich verstand ~Johannes~ es auch, zerbrochene Glasgefäße aus ihren
Scherben neu erstehen zu lassen, und die fromme Litteratur berichtet
dann Züge dieser Art auch von verschiedenen anderen Heiligen[785].
Im Orient blieb das Andenken an verwandte Überlieferungen ebenfalls
lebendig, denn noch der große persische Dichter ~Saʿdi~ (1184-1286)
sagt im „Fruchtgarten“[786]:

    „Vor alters, wie es heißt im Land,
    Geschah’s, daß Stein in frommer Hand
    Zu Silber sich verkehrte.“




5. Papyrus Kenyon, Afrikanos, Zosimos.

(3. Jahrhundert.)


a) Papyrus Kenyon.

In dem 1893 zu London veröffentlichten „~Papyrus Kenyon~“[787], der
laut Urteil der Sachkenner im 3. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben
ist, finden sich eine Anzahl Rezepte magischen und mystischen Inhaltes
vor[788], die beredtes Zeugnis für die weite Verbreitung ablegen, deren
sich Ideen dieser Art zur erwähnten Zeit erfreuten. -- Bei magischen
Handlungen z. B. sind Tafeln und Blättchen dienlich, bestehend aus
den sechs Metallen[789], -- für die nach ~Berthelot~[790] auch den
„Königen“ des ~Zosimos~ (s. unten) verwandte Abbildungen vorkommen
sollen (?) --, und erinnernd an die λεπίς ἡλιακή (die sonnigen =
goldigen Flitter) der 1893 von ~Wessely~ bekanntgemachten, ungefähr
dem nämlichen Zeitalter entstammenden Zauberpapyri[791]; als siebentes
Metall wird Quecksilber nicht direkt genannt, doch verbirgt es sich
wohl unter dem Decknamen „Lorbeerblätter“, den auch das sog. „Orakel
des Apollon“[792] als Bezeichnung für Zinnober oder dessen „Dunst“
anzuführen scheint, während in den eben genannten Zauberpapyri der
Zinnober ἀιθάλη δάφνης, Dunst des Lorbeers, heißt[793]. Von Mennige
ist die Rede als vom „Blut der Tauben und Krähen“[794]; erwähnt wird
ferner Stimmi [Schwefelantimon] aus Koptos, Schwefelarsen, ammonisches
Steinsalz, „Smaragd“ und „Kallais“ [beide als grüne, zur Herstellung
von Vasen dienende Gesteine, hier vermutlich Malachit und ein anderes,
möglicherweise ebenfalls kupferhaltiges Mineral][795] und vielleicht
auch Alaun[796], da das Zeichen eines achteckigen Sternes ❋ bei
~Kleopatra~ diesen (στυπτηρία) bedeutet[797].

Unter den mystischen Autoren führt der Papyrus Kenyon auch ~Homer~
an[798], und zwar neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~, ~Moses~ und
~Demokritos~; dem letzteren wird ein bewährtes Rezept zum Fälschen von
Münzmetall beigelegt[799].

Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß auch einzelne nicht zum
Hauptstücke X gehörige Bestandteile des „~Leidener Papyrus~“ verwandte
Angaben enthalten: sie sprechen von einem magischen Ringe mit der
sich in den Schweif beißenden Schlange und dem Zauberwort ~Abraxas~
(dessen griechische Buchstaben, ihrem Zahlenwerte nach, die Summe 365
ergeben), von den mystischen Zahlen 10, 4 und 7[800], von der Rolle
des siebenmaligen Lachens[801], von der „Sphäre des ~Demokritos~“
[einer iatrochemischen Tabelle zur Voraussagung des Verlaufes von
Krankheiten][802], aber auch vom Reinigen des Goldes durch eine Art
Zementation[803], von einer Tinte aus Eisensalzen und Galläpfeln[804],
von ammonischem Salz, Aphroselinon, Magnesia und Magnetstein[805],
von ποίησις (Poíesis) und μᾶζα (Máza)[806], von allerlei Decknamen
mineralischer und pflanzlicher Stoffe[807], usf.


b) Afrikanos.

~Afrikanos~, der sich als den hochberühmten „alten“ Meistern zugehörig,
an verschiedenen Stellen der einschlägigen Verzeichnisse aufgeführt
findet[808], ist aller Wahrscheinlichkeit nach identisch mit ~Sextus
Julius Africanus~, der bald nach Beginn des 3. Jahrhunderts Bischof
von Emmaus war[809], von dort aus wiederholte Missionsreisen u. a.
nach Edessa, Alexandria und Rom unternahm[810] und 232 als Bischof
von Nikopolis starb; außer einer mit dem Jahre 220/221 abschließenden
„Chronographie“[811] verfaßte er hauptsächlich noch ein dem Kaiser
~Severus Alexander~ (222-234) gewidmetes, gelehrtes und weitläufiges
Sammelwerk „Kestoi“, dessen Titel auf den bei ~Homer~ erwähnten
reizverleihenden Gürtel der ~Aphrodite~ anspielt. Wir kennen dieses
Buch nur in völlig entstellter Form, durchsetzt von zahlreichen, zum
Teil um mehr als ein halbes Jahrtausend jüngeren Einschiebseln, zu
denen u. a. auch einige Angaben gehören dürften, gewisse schwefel-,
erdöl-, und ätzkalkhaltige Zündsätze betreffend, die sich in Berührung
mit Wasser von selbst entflammen, durch Essig aber gelöscht werden
können[812]; seinem alten Bestande nach enthält das Werk, wie ~Kopp~
versichert, nichts von alchemistischem, ja kaum irgendetwas von
chemischem Interesse[813]. ~Afrikanos~ schrieb aber, neben zahlreichen
sonstigen Abhandlungen, deren Gegenstände u. a. Medizin, Physik
und Ackerbau waren, auch eine, die von späteren Autoren unter dem
Titel δυνάμεις χυμευτικῶν, „Kräfte chemischer Präparate“, angeführt
wird[814], und auf diese, deren Text verloren gegangen ist, beziehen
sich offenbar die Zitate einiger Schriftsteller[815]; sie betreffen das
Färben der Metalle durch allerlei βοτάναι [Botánai = pflanzliche und
mineralische Zusätze][816], das Weißen des Kupfers mittels Auripigment
und kappadozischem Salz[817], sowie die Sublimation der Arsenigsäure in
einem geschlossenen Glasgefäße eigener Konstruktion[818] und sind also,
ebenso wie die wenigen flüchtigen Angaben im „Stockholmer Papyrus“,
viel zu spärlich, um ein Urteil über den angeblich so hohen Ruf des
Autors zu ermöglichen.

Daß dieser durchaus vom abergläubischen Geiste seiner Zeit erfüllt
war, beweisen einige Zitate in den als „Geopónika“ bekannten,
spätgriechischen landwirtschaftlichen Schriften, deren uns vorliegende
Redaktion etwa aus dem 9. Jahrhundert herrührt[819]; so z. B. bewahrt
man Wein vor dem Umschlagen, indem man auf die Fässer den 9. Vers des
34. Psalms schreibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr
ist“[820].

Einer alten Überlieferung gemäß soll ~Afrikanos~ das „heilige Buch des
~Cheops~“ besessen und diesem seine Weisheit entlehnt haben[821].


c) Zosimos.

~Zosimos~[822], der als Kind der oberägyptischen Stadt Panopolis in
der Thebais, sowie als Christ, nach ~Hoffmann~[823] als gnostischer
Christ, bezeichnet wird, soll sich seit früher Jugend zu Alexandria
aufgehalten und dort gelehrt und geschrieben haben; seine Lebenszeit
kann nicht, wie man ehemals annahm, in das 5. Jahrhundert fallen, da er
von den Tempeln zu Memphis und Alexandria, u. a. von dem 390 zerstörten
Serapeion, als von noch bestehenden spricht, sie ist vielmehr, allen
Anzeichen nach, um 300 anzusetzen, also in das 3. und vielleicht in
einen Teil des 4. Jahrhunderts[824]. Über seine Lebensumstände ist
Näheres nicht bekannt, ebensowenig über seine von einigen angezweifelte
christliche Herkunft; ~Harnack~ nennt zwar Panopolis nicht unter den
ägyptischen Städten, die gegen 300 bereits christliche Gemeinden
besaßen, erwähnt jedoch, daß auch in Oberägypten das Christentum um 300
schon „mächtig“ war[825]. Nach ~Suidas~ (um 1000) verfaßte ~Zosimos~
ein der Chemikerin ~Theosebeia~ (seiner „mystischen“ Schwester)
gewidmetes Werk „Cheirókmeta“, das in mindestens 28 Büchern eine
enzyklopädische Darstellung der gesamten Chemie gab, unter Benützung
seiner eigenen Erfahrungen, sowie der Arbeiten seiner sämtlichen
Vorgänger[826]; die Schriften, die wir noch unter dem Namen des
~Zosimos~ besitzen[827], sind vermutlich bloße Bruchstücke dieses
Hauptwerkes, und ebensolche waren auch wohl die von einigen Autoren
erwähnten Abhandlungen „Buch des ~Imuth~“ (äg. = Helfer, Heilbringer;
u. a. Beinamen des ~Imhotep-Asklepios~)[828], „Buch der Tetraden“
[829] usf. Ihre jetzige Gestalt empfingen die „Schriften“ sichtlich
erst auf Grund mehrfacher, zum Teil sogar erst nach Jahrhunderten
erfolgter Umarbeitungen durch Schüler und Erklärer; sie enthalten
daher, neben dem Hauptgrundstock echter Überlieferungen, zahlreiche
Einschiebsel und vielerlei Zusätze, -- auch abgesehen von jenen
Interpolationen, die schon ~Salmasius~ (1629) und ~Reinesius~ (1640)
sofort als solche einer ganz späten Zeit erkannten, da sie in ihnen
u. a. arabischen Namen und Ausdrücken begegneten, wie Tutia, Elilag,
Nateph u. dgl.[830]. Das Werk des ~Zosimos~ stand wegen seines Umfanges
und seiner Reichhaltigkeit, nicht weniger aber wegen seiner mystischen
Anspielungen und ekstatischen Visionen, fortdauernd in größtem Ansehen
und verschaffte seinem Verfasser die Beinamen ὁ ἀρχαῖος, παλαιός (=
der Alte), θεῖος, ἔνθεος (= der Göttliche), στέφανος τῶν φιλοσόφων (=
Krone der Philosophen), u. dgl. mehr[831]; doch darf man aus diesen
keine zu bestimmten Folgerungen ziehen, namentlich nicht in zeitlicher
Hinsicht, denn, wie ~Bouché-Leclerq~ hervorhebt, heißt z. B. im 2.
nachchristlichen Jahrhundert der große Astronom ~Ptolemaios~ schon
bei seinen unmittelbaren Nachfolgern und Kommentatoren ὁ παλαιός (der
Alte)[832], und als von den „Alten“ spricht auch wieder ~Zosimos~
selbst von seinen nächsten Vorgängern[833].

                              ——————————

Das heilige Werk, so berichtet ~Zosimos~, ist eine Errungenschaft
Ägyptens, woselbst man seit den ältesten Zeiten wie in allen Künsten
so auch in der Behandlung, Schmelzung und Färbung der Metalle große
Kenntnisse besaß; die über diese handelnden „wahren Lehren“ standen
in der symbolischen (= hieroglyphischen) Schrift der Priester auf den
Säulen der Tempel und wurden unter Androhung furchtbarer Strafen auf
das Strengste geheimgehalten, so daß erst ~Demokritos~ einiges über sie
andeutete, und auch das nur in Rätseln[834]; da die Priester betreff
des Erwerbes und der Darbringung von Opfergaben auf ihre „magische
Wirksamkeit“ angewiesen sind, erregt bei ihnen jeder große Eifersucht
und erbitterte Gegnerschaft, der in ihre Geheimnisse einzudringen
versucht[835]. Zu diesen gehören u. a.: „die Kenntnis des Abwägens
der Stoffe“ [d. h. der Gewichtsmengen][836]; „die Kenntnis der
Verbindungen der Stoffe nach gewissen Verhältnissen“, und zwar (gemäß
der orphischen Lehre) entweder nach den nämlichen, die man an der Lyra
des ~Hermes~ betreff der Harmonien [Saitenlängen und Töne] ermittelt
hat, oder doch nach analogen[837]; vor allem aber die „Kenntnis der
Verwandlung oder Alloíosis“[838]. Da diese Kunst allein den ägyptischen
Priestern vorbehalten ist, heißt sie auch τέχνη θεία, τέχνη δογματική
(göttliche, dogmatische Kunst)[839]; weitere Namen sind ἱερὰ τέχνη
(heilige Kunst) und μέγα ἔργον (großes Werk), ferner „unsere Kunst“,
„großes Mysterium“, oder „Mysterium des ~Mithras~“[840], d. i. der
Sonne, des Goldes. Vollbracht wird das θεῖον ἔργον, das göttliche
Werk, durch die Künste der ποιηταί (der Macher) mittels des λίθος
μεταλλικός (des metallerzeugenden Steines) in Ägypten, in Cypern und in
Thrazien, hauptsächlich aber zu Alexandria und Memphis, woselbst man
in den Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ durch Weißen mit Kadmia Silber
und durch Gilben mit Zinnober Gold gewinnt[841]. -- Wer sich dem
großen Werke widmen will, hat einer Anzahl schwieriger Vorbedingungen
zu genügen, die ihn der unentbehrlichen „Gnade Gottes“ würdig machen:
vor allem muß er durchaus rein sein, erfüllt von Frömmigkeit und
guter Gesinnung, frei von Eigennutz und Habgier, geneigt zu Opfern
und Gebeten, und fähig der tiefsten seelischen Versenkung[842];
sodann muß er rastlosen Fleiß besitzen, sich strenge an die Wahrheit
halten und die Kunst allein ihrer Göttlichkeit wegen betreiben, denn
von vornherein fruchtlos sind alle Versuche der Ungelehrten und
Betrüger, die nicht nach Erkenntnis streben, sondern nach Gold und
nach Heilung der unheilbaren Krankheit „Armut“[843], die mit mehr
Aussicht auf anderen Wegen zu erreichen ist, z. B. durch eine reiche
Frau mit großer Mitgift[844]; endlich muß er kundig sein der „richtigen
Zeiten und glücklichen Momente“, der betreff dieser entscheidenden
Einflüsse der Planeten[845], sowie der Gebete, der Beschwörungen, der
Zauberstoffe [βοτάναι = Botánai, ursprünglich nur Zauberkräuter],
der magischen Formeln und Handlungen usf., die erforderlich sind, um
göttliche Mithilfe zu erlangen und die Hindernisse, Verwirrungen und
Störungen abzuwehren, die seitens neidischer, dem bösen persischen
Geist ~Antimimos~ gleichender Dämonen drohen[846]. Nur wer allen diesen
Voraussetzungen entspricht, ist ein Würdiger; ihm läßt die Gottheit
durch Träume und Visionen im magischen Schlafe die Wahrheit zuteil
werden, entströmend dem Munde ihres Hierurgen (Priesters), der da
steht auf den sieben Stufen eines Altares von der Gestalt einer φιάλη
[Phiále, d. i. eine Kuppel, aber auch ein rundes, chemischen Zwecken
dienendes Glasgefäß][847]); ihm wird das große Werk nur +das+ sein, als
was es schon die Alten bezeichneten, „ein Kinderspiel und Weiberwerk“,
παιδίου παίγνιον καὶ γυναικὸς ἔργον[848].

Zu den Altmeistern der großen Kunst zählten u. a. ~Platon~[849]),
~Aristoteles~[850], ~Maria~[851], ~Hermes~[852], ~Ostanes~[853],
~Chimes~[854] und ~Moses~[855]; in den Werken dieser „vielen Alten“
und in den Schriften der Juden finden sich die rechten Lehren
niedergelegt[856], und zwar gibt es „tausend Bücher, behandelnd das
Weißen, das Gilben, und die Diplosis unseres Kupfers“[857], vorhanden
in den Bibliotheken der Ptolemäer und in denen fast sämtlicher Tempel,
vor allem aber des Serapeions zu Alexandria[858]. Das Wesen der Kunst,
der χημεία (Chemeía, Chemie), ist analog dem der Schöpfung, der
κοσμοποιία (Kosmopoiía), und betrifft die Reinigung und Befreiung der
an die Körper (στοιχεῖα, Stoicheía) gebundenen göttlichen Seele, des
an das Fleisch gefesselten göttlichen Pneumas (θεῖον πνεῦμα); denn
empor zur Vollendung der +himmlischen+ Sonne, Königin des Himmels,
rechtes Auge der Welt, oder ἄνθος (Anthos = Blüte) des Feuers geheißen,
wird durch das Pneuma auch das Kupfer erhoben, indem es, genügend
„gereinigt“, Anthos (d. h. Goldfarbe, Goldglanz) erhält und sich
wandelt zur +irdischen+ Sonne, zur Königin der Erde[859].

Das Kupfer, von dem das große Werk seinen Ausgang nimmt, muß „unser
Kupfer“ sein, enthaltend, wie schon ~Maria~ lehrte, die Tetrasomie
des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[860], welche vier Stoffe,
laut der durch ~Demokritos~ überlieferten Erkenntnis der „Ägypter“,
sämtlich allein aus dem Blei hervorgehen[861]: denn dieses ist höchst
verwandlungsfähig und kann, wie zu vielem anderem, so auch zunächst
zu Kupfer und weiterhin zu „Weißem und Rotem“, „Kadmia und Zinnober“,
Silber und Gold werden[862]. Wie bereits ~Maria~ wußte, gelangt
„unsere Kunst“ auch allein durch Verschmelzen des gemeinen schwarzen
Bleies mit Kupfer und anderen Metallen zur Darstellung der Legierung
Molybdóchalkos (des Bleikupfers, τῆς συνθέτου = des synthetischen,
zusammengesetzten)[863], „unseres schwarzen Bleies“, sowie der
Magnesia, auf die sich die Worte beziehen „aus Zwei wird Eins, aus
Drei wird Eins, aus Zwei wird Drei“[864]. Im Gegensatz zur einfachen
cyprischen Magnesia [einem natürlichen Mineral oder Metall][865] heißt
+unsere+ Magnesia +so+ von μιγνύειν (mignýein = mischen), ähnlich wie
man das Gemenge von Zinn und Quecksilber auch als μῖγμα bezeichnet[866]
[Migma, auch Magma = Gemisch; arabisch al Magmaʿ = Amalgam]. Den Namen
μᾶζα (Máza = Teig, Brot) für Magnesia brachte ~Maria~ auf[867], und
nach ihm wieder führen die „Wässer“ [die Schmelzen], die das Kupfer
so vermehren und verändern, daß es ἄνθη φέρει (Blüten trägt = Gold
wird), die sog. χαλκύδρια (Kupferwässerchen), auch den Titel ὕδατα
μαζυγίου, „Wässer des Mazachens“[868]. Endlich heißt die Magnesia oder
„unser Blei“ auch πᾶν (pan = Alles), denn zutreffend sprach ~Chimes~
von ihr als vom „ἓν τὸ πᾶν“ (Eines in Allem; Alles in Einem), da sie
nur Eines ist, aber Alles werden kann und Alles in sich enthält[869];
sind doch in Magnesia und Molybdochalkos das Silber und Gold schon
„der Möglichkeit nach“ (δυνάμει, potentia) vorhanden, so daß man, um
sie auch „in Wirklichkeit“ (ἐνεργείᾳ, actu) zu erhalten, nur ihre im
Inneren verborgenen Naturen (Qualitäten) herauszukehren braucht, -- was
eben vermöge der Projektion geschieht[870].

Die Umwandlung, μεταβολή (Metabolé), oder ἀλλοίωσις (Alloíosis)
der σώματα [Somata = Körper, Metalle], also der Magnesia, des
Molybdochalkos, sowie ihrer Bestandteile, des Kupfers, Bleies, Zinns,
Eisens und Asems [hier = Silbers], zu Gold erfolgt im allgemeinen
durch Einfluß der πνεύματα (Pneumata, Geister), die eine Bindung
(σύνδεσμος) und Fixierung (πῆξις) erleiden[871]; Vorbedingung hierfür
ist jedoch die Erregung einer gewissen „Neigung“ zur Umwandlung,
hervorgerufen durch „Annäherung“ der Substanzen, und sie wird erfüllt
durch Überführung in das „Schwarze“ [d. i. in den Zustand der noch
„ungeordneten“, aber zum Übergange in jede „Ordnung“ fähigen Urmaterie,
Materia prima][872], in „unser schwarzes Blei“[873], gleichend der
μελαίνα σποδός [schwarzer Asche, Schlacke oder Kohle] und tiefschwarz
wie Raben und Krähen[874]. So wie das Gewebe im bunten Farbbade durch
Farbstoffe und Beizen, ganz ebenso erhält das Schwarze (μέλαν) in
diesem schwarzen Farbbade, in der βαφὴ μέλαινα, der schwarzen Brühe
oder Schmelze, durch Zusätze und Beigaben die rechte Färbung, es
wird durch „weißen Schwefel“ in Silber, durch „gelben Schwefel“ in
Gold übergeführt[875]. Deshalb ist, wie schon ~Maria~ lehrte, die
Schwärzung, bei der sie angeblich zuweilen auch Chálkanthos [unreinen
eisenhaltigen Vitriol] und Galläpfel benützte [also eine Art Tinte
erzeugte][876], die erste jener vier Hauptoperationen, die sie
Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung nannte und als ἔργα τοῦ λίθου
bezeichnete[877], als Wirkungen jenes Steines, den man auch κιννάβαρι
τῶν φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) heißt[878].

Wirksam bei der Umwandlung, z. B. wenn sich Kupfer „gelb“ färbt [=
Gold wird], sind jedenfalls gewisse Qualitäten. Einige nehmen an, daß
diese körperlicher Natur sind, selbst zu Gold werden und dann auch Gold
erzeugen (ποιότης γίνεται χρυσός, καί ποτε ποιεῖ τὸν χρυσόν), worin
eben „das große Mysterium“ bestehe[879]; andere hingegen halten zwar
ebenfalls dafür, „daß die Qualitäten wirken“ (ποιότητες ἐνέργουσιν),
bestreiten jedoch, daß sie körperlicher Natur seien und daß, wenn sie
von solcher wären, ein Körper in einen anderen eindringen könnte[880].
Stets bleibt also ein „Träger der richtigen Qualitäten“ notwendig, der,
in vorgeschriebener Weise dargestellt, gereinigt und „ausgesüßt“, die
drei erforderlichen Haupteigenschaften „des Färbens, Eindringens und
Fixierens“ besitzt und übermittelt, also erst +oberflächlich+ und dann
+innerlich+ zu Gold +färbt+, und auch +dauernd+ zu Gold +macht+[881];
dieser ist „unser Gold“, „das große Mysterium“, das +Xérion+
(ξήριον)[882].

Das Xerion wirkt nach Art einer Hefe [eines Enzyms], ζύμης χάριν: wie
das Einstreuen von ganz wenig Hefe eine große Menge Teig in Gärung
versetzt und umwandelt, so wird auch „schon durch eine Kleinigkeit
Xerion [Streupulver]“ die ganze Masse „fermentiert“ und zu Gold
gestaltet[883]. Namentlich ergibt aber, wie in den ägyptischen Tempeln
des ~Ptah~ seit altersher bekannt ist, „Weißes“ die Kadmia, d. i.
Silber, und „Gelbes“ oder „Rotes“ den Zinnober, d. i. Gold, weil eben
jedes Ding seinesgleichen zeugt, so daß, wer den Samen des Getreides
säet, Getreide, und wer den des Silbers und Goldes säet, Silber und
Gold ernten wird[884]. Daher ist es unter allen Umständen vorteilhaft,
dem Xerion Blättchen oder Flitter von Silber, Gold oder auch Elektron
(Gold-Silber-Legierung) zuzusetzen, denn diese bewähren sich schon
ihrerseits als χρυσόσπερμα (Chrysósperma = Goldsamen) und χρυσοζυμία
(Chrysozymía, Goldhefe), erregen als solche die entsprechende
Silber- und Gold-Gärung und bringen immer neues Silber und Gold
hervor[885]. Wie in der Heilkunde, so ist auch hier das Streupulver
ein Phármakon[886], eine Medizin, „der die richtige Kraft innewohnt“
(φάρμακον τὴν δύναμιν ἔχον)[887]; begünstigt durch die Wärme des
Düngers oder der Thermospodien zieht sie sich, äußerlich aufgebracht,
in das Innere, wo die Vereinigung erfolgt[888].

Diese Vereinigung ist aufzufassen als eine wahre Vermählung der Naturen
(ein συγγαμεῖν der φύσεις), bei der nur Männliches (ἀρρενικῶς),
Weibliches (θηλυκῶς), oder allenfalls Zwitterhaftes (οὐδετέρως =
Keines von Beiden) in Frage kommen kann, entsprechend der Lehre der
Alten, daß das Werk (τὸ ἔργον) vollendet wird durch das Männliche
und Weibliche[889]. An sich ist das Kupfer, ebenso wie das Blei, die
Magnesia usf., tot und unbelebt (οὐδὲ ζῶντα)[890]; aber begierig
vermählt sich seine Natur mit einer anderen, erfreut sich an ihr und
beherrscht sie[891], und hierbei keimt neues Leben und es entsteht
ein Embryo, dessen Entwicklungszeit, falls keine Fehlgeburt eintritt,
neun Monate dauert[892], durch erhöhte Wärme aber nach einigen Autoren
auf sechs Monate, nach anderen auf 110, auf 41, auf 21, ja auf 14
Tage verkürzt werden kann[893]. Wie sich in der Matrix aus dem kalten
Blute der Katamenien und dem heißen, von Pneuma erfüllten Samen ein
Lebewesen (ζῶον) bildet, das anfangs unmerklich ist, allmählich Größe,
Gestalt und Farbe erhält, zuletzt in reifem Zustande geboren wird und
dann allen sichtbar vor Augen steht, ganz so gestaltet sich auch der
Vorgang beim heiligen Werke, nur daß, dessen Wesen entsprechend, sein
Endprodukt dem Feuer widersteht[894].

Demgemäß sieht ~Zosimos~ in seiner großen Vision, als göttliche
Gnade dem in magischem Schlafe Befangenen das Geheimnis der
Transmutation eröffnet, aus dem als Phiále gestalteten Altare ein
+Menschlein+ aufsteigen, ἀνθρωπάριον [= homunculus][895]; es ist
zunächst das +Kupfer-Menschlein+, ἀνθρωπάριον χαλκοῦ, eine Platte
Kupfer, Blei oder Molybdochalkos in Händen haltend, und bekleidet
mit kupferfarbigem, rotem, königlichem Gewande[896]; durch weitere
Behandlung „im Bade der μέλαινα βαφή“, der schwarzen Brühe oder
Schmelze, sowie durch Verbrennung von „Blut und Knochen des Drachens“,
wird dieser Kupfer-Mensch oder χαλκάνθρωπος (Chalkánthropos) erst zum
ἀργυράνθρωπος; (Argyránthropos) oder ἀσημάνθρωπος (Asemánthropos),
zum +Silber-Menschen+[897], der ganz weiß, die glänzende Gestalt des
Gottes ~Agathodaimon~ annehmend, im Feuer erscheint, sodann aber,
indem das Silber-Menschlein durch die Glut „rote Augen“ bekommt[898],
zum χρυσάνθρωπος (Chrysánthropos), zum +Gold-Menschen+[899]. Dieser
χαλκάνθρωπος χρυσός (goldgewordener Kupfer-Mensch), auch κινναβάρις
τῶν φιλοσόφων [Zinnober der Philosophen, d. i. Gold] geheißen, ist das
Ziel und Ende des Werkes[900]. „Blut und Knochen des Drachens“, d. i.
der Schlange ~Uroboros~, die als Schlange des ~Agathodaimon~ auch
Bewacherin der Tempel und Priester [= Öfen und Chemiker] ist, erhält
man „durch Schlachten und durch Verarbeiten des Fleisches und der
Gebeine“; der Drache besitzt drei Ohren und vier Füße, [deutend auf die
drei αἰθάλαι (Aithálai, Dünste) des Schwefels, Arsens und Quecksilbers,
sowie auf die vier Metalle der Tetrasomie, das Blei, Kupfer, Zinn
und Eisen, durch deren Schmelzung und Verbrennung „Blut und Knochen“
gewonnen werden]. Manche glauben, daß die Schlange, weil sie auch die
Aithále des Quecksilbers liefert, +deshalb+ von einigen selbst als
„Zinnober der Philosophen“ bezeichnet werde; in der Tat aber führt sie
diesen Namen, weil sie das Symbol des Endproduktes beim großen Werk,
dieses Werkes selbst und der ganzen Natur darstellt, denn gleich dieser
hat auch sie weder Anfang noch Ende, -- weshalb sie sich auch in den
eigenen Schwanz beißt --, sie ist „ἕν τὸ πᾶν“, Eines in Allem und immer
nur +Eines+, ganz so, wie auch die Urmaterie, bei allen Wandlungen des
großen Werkes, im Grunde immer nur die nämliche bleibt[901]. -- Die
in mehreren Manuskripten erhaltenen, mit Erklärungen und Inschriften
versehenen Abbilder der Schlange ~Uroboros~ entsprechen tatsächlich
diesen Schilderungen, bei denen wohl Einflüsse der schlangenverehrenden
Gnostiker, Ophiten usf., sowie Erinnerungen an den „feuerbewohnenden“
Salamander mitspielten[902]; auf das „königliche“ (weil rote) Gewand
des Kupfer-Menschleins dürfte sich auch die bisher unerklärte Tatsache
zurückführen lassen, daß die in der Phiále unter Menschengestalt
erscheinenden Metalle mit Vorliebe gerade als +Könige+ dargestellt
wurden, wofür u. a. noch das Pariser Manuskript 7147 sowie ~Mangets~
„Bibliotheca Chemica“ von 1702 schöne Beispiele bieten, wenngleich hier
wiederum die, zum Teil in prächtigen Farben ausgemalten Figuren der
Könige mit jenen der Planeten-Götter zusammengeworfen sein mögen (s.
unten)[903].

Im Verlaufe der Vision ertönt eine „Stimme von oben“[904],
verkündigend: „Pneuma werde ich ἐξ ἀνάγκης (durch Zwang), durch die
Gewalt des Beschwörers, des Hierurgen, des οἰκοδεσπότης [Gebieters des
Tempels = Ofens], des φύλαξ πνευμάτων (des Bewachers der Pneumata), der
mich umgewandelt hat, μετασωματούμενος“[905]; tatsächlich wirkt auch
das Xerion durch die Macht der Pneumata, die fähig sind, Veränderungen
jeder Art herbeizuführen[906]. Sie sind enthalten in den Säften
zahlreicher Pflanzen, z. B. des Chelidoniums (Schöllkrautes), des
Safrans, usf., die Färbung (βάμμα) und Diplosis in ganz gleicher Weise
bewirken, in der die Säfte mancher Zauberkräuter (βοτάναι, Botánai),
z. B. die der Mandragora (des Alrauns), gewisse magische Eigenschaften
entfalten[907]; in viel reichlicherer Menge aber entspringen sie
den Gesteinen, vor allem wieder unter dem Einflusse des mächtigen
Feuer-Pneumas, das sich z. B., wie allbekannt, beim Brennen des
Kalksteines so mit diesem vereinigt, daß er, als gebrannter Kalk, eine
völlig neue und einzig dastehende Beschaffenheit annimmt[908]. So ist
auch alles +das+ ein Pneuma, was beim Erhitzen der durch Reinigung
und Tarichíe (Einsalzung) vorbereiteten Stoffe „nach oben (ἄνω, áno)
aufsteigt“[909], z. B. das beim Rösten des Sandarachs Entweichende
[d. i. Arsenigsäure], sowie der aus „unserem Kalk“ [= Arsenigsäure]
durch Sublimation [unter Zusatz eines Reduktionsmittels] gewinnbare
λίθος oder „Stein“ [= metallisches Arsen][910]. Sobald man nun
Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder ähnliche „sublimierte Geister“ auf
die „Körper“ (σώματα, Metalle) projiziert (ἐπιβάλλει)[911], vereinigen
sich die flüchtigen, also ihrem Wesen nach unkörperlichen Pneumata mit
der inneren Natur oder ψυχή (Psyche, Seele) der Metalle zu einem σῶμα
πνευματικόν (durchgeistigten Körper)[912], sie bemächtigen sich der
Materie (ὑλή, Hýle) und beherrschen sie[913], werden dabei aber selbst
körperlich und fest, und bewirken bei dieser Fixierung „als färbende
Prinzipien“ die Entstehung von Silber und Gold[914]; erforderlich
ist hierzu, daß sie die, dem angestrebten Zwecke entsprechenden
Kräfte auch wirklich enthalten, es wird also nur der „Stein“, dem das
φάρμακον τὸ τὴν δύναμιν ἔχον (die richtig wirkende Medizin) innewohnt,
das „mithrische Mysterium“ verrichten, d. h. Mithras = Sonne = Gold
geben[915].

Unter den „Geistern“ sind die wichtigsten jene, die beim Sublimieren
des Schwefels und Arsens als αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch) und beim
Sublimieren von Quecksilber und Arsen als φεῦγον (Pheúgon = Fliehendes,
Flüchtiges) entweichen[916].

Der „lebendige“ +Schwefel+ verdampft schon für sich mit Leichtigkeit
und wirkt beim Projizieren durch sein kräftiges πνεῦμα βαπτικόν
(färbendes Pneuma) auf alle Metalle ein, wobei er sie, z. B.
das Kupfer, anfangs durch das πνεῦμα μελάντερον (schwarzes oder
schwärzendes Pneuma) tief schwarz färbt [durch Bildung von
Schwefelkupfer u. dgl.], während sich sonstige, hellere, gelbliche und
rötliche Färbungen erst späterhin einstellen[917]; daß schon ein wenig
Schwefel eine große Menge anderer Stoffe „verbrennt“ und viele Metalle
und Steine zerstört, ist daher eine richtige Lehre der Alten[918].

Das +Quecksilber+ erhält man durch „Entschwefeln“ (ἐκθείειν) des
Zinnobers, sei es durch Einwirkung heißen (geschmolzenen?) Natrons
(νιτρέλαιον, Nitrélaion = Öl aus Nitron), sei es durch Erhitzen
mit Kupfer, Blei oder Zinn nebst Essig; arbeitet man nach den
Regeln der Kunst, τεχνικῶς (technisch richtig), so erhebt sich, wie
schon ~Demokritos~ angab, aus dem „Stein“, nämlich dem Stein des
Quecksilbers, dem Zinnober, ein Pneuma in Gestalt einer aufsteigenden
Wolke (νεφέλη διαβαίνει), und die Fixation dieser Wolke, dieses
Pneumas, auf „unserem Kupfer“ oder auf dem „Körper der Magnesia“ ergibt
Silber[919]; daher erklärt sich der Ausdruck „Behandle das Kupfer!
Bekämpfe das Quecksilber (μάχου ὑδράργυρον)! Mache es unkörperlich
durch Verflüchtigung mit Hilfe der τέχνη (Technik, Kunst)!“[920]
Einige nennen Quecksilber etwas Körperliches, Schweres, Flüssiges,
Andere aber etwas Geistiges, Leichtes, Pneumatisches[921]; beide sagen
etwas Richtiges, denn einerseits ist Quecksilber ein „Körper“ (σῶμα,
Soma), ein silbernes Wasser (ἀργύριον ὕδωρ), ein flüssiges Silber
(ὑδράργυρον), andererseits aber ein φεῦγον πνεῦμα (flüchtiges Pneuma),
ein φεῦγον ἀεὶ (ein stets Flüchtiges), ein φυγαγοδαίμων (ein flüchtiger
Dämon oder Gehilfe, „servus fugitivus“)[922]; es ist also „ein Metall
und kein Metall“, zählend zu den σώματα ἀσώματα (unkörperlichen
Körpern), demnach ein Zwitter (οὐδετέρως = Keiner von Beiden), ein
Hermaphrodit (ἀρσενοθήλυ = Mannweib)[923].

Das „+zweite Quecksilber+“ [d. i. metallisches Arsen] entsteht
nicht aus Zinnober, sondern aus „gelbem Sand“, auch κόμμι (Gummi)
genannt[924], oder aus „rotem Sand“ oder Sandarach[925]. Reinigt und
befreit man diese durch vorsichtiges Erwärmen und Rösten vom Schwefel,
so entlassen sie unter dem weiteren Einflusse des Feuers zunächst ihr
Pneuma, ihr färbendes, von ~Demokritos~ auch als „Seele des Färbenden“
bezeichnetes Prinzip [d. i. Arsenigsäure], das man auch „Weißes“
nennt, „weißes Flüchtiges“, „weißen Rauch“[926], „Welke des Arsens“
(νεφέλη τοῦ ἀρσενίκου)[927], „unseren Kalk“[928], „unser Bleiweiß“
(ψιμύθιον)[929], „knolligen Alaun“ (στυπτηρία στρογγύλη)[930],
„scythisches Wasser“[931], usf.; auch aus den Krusten der roten
Kobathia entweicht beim Verbrennen im Ambix ein Rauch, der nichts
anderes ist als jene „Wolke“[932]. Weiß, wie diese selbst ist, „weißt“
sie auch alles andere, sowohl die „einfache Magnesia aus Cypern“ [ein
natürliches Mineral oder Metall] als auch die Masse „unserer Magnesia“,
der „durch unsere Kunst zusammengesetzten Legierung“ (τῆς συνθέτου
= der synthetischen), des Molybdochalkos[933]. Durch Erhitzen mit
verschiedenen anderen [nämlich reduzierenden] Stoffen gewinnt man dann
weiterhin aus diesem „Kalk“ [der Arsenigsäure] das zweite Quecksilber
[metallisches Arsen][934], den „Vogel“, der flüchtig aufsteigt
(ἐξατμιζόμενος), sich am Deckel des Gefäßes wieder niederläßt und
den +Stein+ (λίθος) bildet, dessen Projektion das Kupfer in Silber
verwandelt[935].

Aus Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder aus Stoffen, die diese ergeben,
bereitet man auch das +göttliche Wasser+, ὕδωρ θεῖον (Hydor theion);
ursprünglich verstand man hierunter das ὕδωρ θείου, das „Wasser
des Schwefels“ [oft auch Schmelze des Schwefels, der Arsenigsäure
usf., denn „alles was schmilzt, hat die Natur des Wassers“];
späterhin „Jegliches was sich nach oben (ἄνω) erhebt“, also das
Pneuma der schwefel-, arsen- und quecksilberführenden Substanzen,
gemäß dem Grundsatze „nach oben (ἄνω) das Himmlische, nach unten
(κάτω) das Irdische[936]; zuletzt endlich ein Gemenge, das allem
nur möglichen „Flüssigen“ (= Geschmolzenen) entspringen kann[937].
Die benützten Substanzen sind an sich nicht feuerbeständig, aber im
Laufe des „Werkes“ (ἔργον) werden sie es teilweise [d. h. soweit sie
nichtflüchtige Reste zurücklassen], während sich zugleich ihre Dünste,
die αἰθάλαι, dem „schwarzen Blei“ zugesellen[938]. Von den zahlreichen
Arten des göttlichen Wassers zeigen drei der wichtigsten, das gelbgrüne
„Rettigwasser“, das grünschwarze „Ricinuswasser“, und das „Regenwasser
der Alten“ ganz hervorragende Kraft, aber auch so entsetzlichen Geruch
[wohl nach Schwefelwasserstoff oder schwefliger Säure?], daß man die
Gefäße nicht öffnen darf ohne sich die Nase fest zuzuhalten[939]; im
übrigen trägt das göttliche Wasser noch „tausend Namen“[940], unter
deren etwa vierzig häufigsten besonders zu erwähnen sind: „Milch der
Frau, die einen Knaben geboren hat“ und „Milch der schwarzen Kuh“
d. i. des Zinnobers [der tatsächlich anfangs schwarz gewonnen wird
und erst beim Sublimieren rot wird][941]. Das göttliche Wasser ist
δίχρωμος (díchromos, zweifarbig), nämlich je nach seiner Zubereitung
weiß oder gelb und erzeugt demgemäß auch seinesgleichen, also weißes
oder gelbes Edelmetall[942], wobei es nach Art der Hefe (ζύμης χάριν)
einwirkt[943]; es vermag „Alles an Allem“ (πᾶν ἐν πᾶσι), vereinigt in
+einem+ Wesen +zwei+ Naturen (δύω φύσεις, μία οὐσία) und liefert dem
„Wissenden“ (νόων), der diese richtig zu gebrauchen vorsteht, Silber
und Gold[944].

                              ——————————

Die benützten Apparate (ὄργανα = Organa)[945] und +Öfen+ (καμίνοι =
Kamine) beschrieb ~Zosimos~ mehrfach, u. a. auch in einer eigenen
Abhandlung περὶ ὀργάνων καὶ καμίνων, deren Hauptwert in der Erhaltung
vieles Älteren liegt, das zum Teil auf ~Demokritos~, ~Maria~,
~Kleopatra~ usf. zurückgehen soll (und insoweit bereits oben besprochen
wurde). Die nötigen Gefäße fertigt man entweder aus Ton an oder aus
Glas, das den Vorteil bietet durchsichtig zu sein und die gefahrlose
Behandlung schädlicher und giftiger Stoffe zu ermöglichen, z. B.
der Dämpfe des Quecksilbers oder des Rauches der Kobathia[946], die
man im Ambix verbrennt. Zu den besten Glasgefäßen zählen die aus
Askalon in Syrien[947], und es gibt ihrer sehr mannigfaltige; aus
ihnen setzt man auch jene guten Destillier-Vorrichtungen zusammen,
die Leute von Geist erfanden, gelehrte Menschen, die des ~Archimedes~
„Pneumatika“, die Werke des ~Heron~, sowie die Abhandlungen anderer,
der Mechanik kundiger Schriftsteller auf das Gründlichste studiert
hatten. Solche Apparate[948] bestehen, wie bereits ~Maria~ angab,
aus verschiedenen Teilen: dem Füllgefäß oder Ambix (ἄμβιξ, ἄμπυξ),
auch κνούφιον genannt [Knúphion: wohl wegen der Gestalt des Aufsatzes
oder Helmes, der dem Kopfschmucke des Gottes ~Chnub~ oder ~Chnum~
glich[949], und zuweilen als Di- oder Tribikos ausgebildet; der
Abzugröhre (σωλήν); dem Sammelgefäß (βίκος, βῆκος, βύκος, ἄγγος);
dem schlangenförmigen (δρακοντῶδες) Kühlrohr, [+an+, nicht +in+ dem
die Sublimate und Kondensate sich kühlen und absetzen], usf. Man
verbindet und dichtet sie mittels Fett, Wachs, Tonerde, Gips, Ölkitt
und anderen Kitten[950], schützt ihre Wände und den „Hades“ [den
Boden][951] durch einen Lehmbeschlag (ἐπιδέρμις = Epidérmis) von der
Stärke eines halben Fingers[952], und verschließt sie mit Tonstöpseln,
die ringsum genau eingepaßt sind (ἰσόμετρον, isometrisch)[953]. So
vorgerichtete Gefäße vertragen nicht nur die „natürliche“ Wärme des
Pferde-, Kuh-, Esels-Mistes und Vogelkotes[954], sondern auch die
„künstliche“ der Thermospodien (Aschenbäder)[955] und der Kamine,
deren ~Zosimos~ einige, allerdings in verfallenem Zustande, schon
in einem uralten Heiligtum zu Memphis gesehen haben will[956]; man
heizt sie mit Schilf, „Prismen“ [= Scheitholz] oder Holzkohlen
(ἄνθραξ, Anthrax)[957] und kann so bei genügender Vorsicht jede Wärme
erzeugen., selbst bloße Handwärme[958]. Sobald die erforderliche
Hitze erreicht ist, beginnt das Aufsteigen (ἀναγωγή) der Dämpfe und
Sublimate, und diese setzen sich in Tropfen an den Deckel des Gefäßes
(λέβης) an; sublimiert man z. B. Quecksilber aus dem Goldamalgam, das
beim Ausziehen des Goldes aus der Asche alter goldgewirkter Stoffe
oder aus dem Pulver goldhaltigen Sandes gewonnen wurde, so muß man
daher Wasser bereithalten, um den Deckel mittels eines Schwammes
stets ausreichend befeuchten zu können[959]; bei anderen Substanzen
erfolgt die ἄρσις ὑδάτων (Arsis, Erhebung der Wässer), die stets +ganz
verschieden+ von der +bloßen Herstellung+ dieser Wässer ist, schon
bei geringerer Wärme, doch sagt man auch hierbei von dem aus ihnen
Sublimierenden und Abtropfenden (ἀποσταζόμενον De-stillierenden), es
sei „ihr Quecksilber“[960]. Die Rückstände (σκωρίαι) sind die Toten
(νεκροί): sie bleiben liegen und erwarten die ἀναστάσις (Anastásis,
Auferstehung), deren sie fähig bleiben, falls sie durch das Pneuma
nochmals neu beseelt werden (σώματα νεκρὰ ἐμψυχοῦνται)[961]; +möglich+
ist eine solche „Wiederbelebung“ +stets+, selbst bei den „Knochen der
Perser“, die auch „Knochen des Kupfers“ heißen und aus verbranntem
Kupfer, Blei, Zinn und Eisen bestehen[962].

In vielen Fällen unterwirft man die umzuwandelnden Rohmetalle,
in leinene Binden gewickelt, zunächst der „großen Einsalzung“
oder Tarichíe (ταριχεία μεγάλη), bei der sie anfangs mit gewissen
Zutaten im Pferdemiste oder Vogelkote 20 Tage und länger digeriert
werden[963]; in anderen wieder kocht man die Bestandteile wie bei der
Seifenbereitung (σαπωναρικὴ τέχνη) mit Asche und Spodos („Gebranntem“),
bis sie fest werden gleich Seifenmasse (σαπωναρικὴ στάκτη) oder Seife
(σαπώνιον)[964]; die entstandene Verbindung wird dann „ausgesüßt“ (τὸ
σύνθημα γλυκαίνεται), und zwar durch Auswaschen mit „süßem Wasser“
(γλυκοῖς ὕδασι)[965], oder „filtriertem Wasser“ (ὕδωρ ἀποσταζόμενον =
Abgetropftes)[966].

Als Gewichtseinheit führt ~Zosimos~ öfters κεράτιον (Kerátion) an[967],
-- wohl die Quelle des „Karats“; auf ihn soll auch schon die Idee eines
allgemeinen Lösungsmittels zurückgehen, des παντόρρευστος[968], des
„Alles-Lösenden“ [des Alkahests der späteren Alchemisten].

                              ——————————

Unter den +Chemikalien+ bespricht ~Zosimos~ etwas ausführlicher das
Bleiweiß. Es entsteht[969] bei längerer Behandlung des Bleies „mit
den Dämpfen“, -- nämlich denen des Essigs, der auch als „schärfster“,
λίαν δριμύτατος, vorkommt[970] --, und ergibt beim Erhitzen erst
Bleiglätte und sodann Mennige (σηρικόν, Serikón); diese beiden Stoffe
sind fähig, sich wieder mit Essig zu vereinigen, und wenn sie sich mit
ihm verbunden haben (κοινωνίαν ποιούμενος), zeigen sie die wunderbare
Fähigkeit anfangs salzartig und süßlich zu werden, später aber wieder
in schönes Bleiweiß überzugehen [infolge allmählicher Umwandlung des
süßlich schmeckenden Acetates, sog. Bleizuckers, durch die Kohlensäure,
z. B. die der Luft, deren Rolle das Altertum nicht erkannte]. Auf
gleich merkwürdige Weise wie Mennige verwandelt sich Sandarach [rotes
Schwefelarsen], -- dieses aber beim Rösten --, in eine derartige schön
weiße Masse [d. i. Arsenigsäure], die deshalb ebenfalls „Bleiweiß“
genannt wird[971].

Sehr wichtig für das große Werk ist der Pyrit, von vielen auch
„Etesischer Stein“ genannt, „der herrlichste und von der Gottheit
geliebteste sämtlicher Steine“ und „aus Allem zusammengesetzt“[972].
[Diese Vorliebe für den Pyrit, der tatsächlich oft die verschiedensten
unedlen und edlen Metalle enthält, ist wohl hauptsächlich auf das
Vorkommen der schön silber- und goldglänzenden Varietäten, Silberkies
und Goldkies, zurückzuführen, die nicht selten schon selbst für Silber
und Gold angesehen wurden.]

Von den farbigen Mineralien sind die prächtigsten der „Armenische
Blaustein“[973] [Kupferlasur] und der Zinnober, unter dessen Namen aber
„alles Gelbe und Rote“ zusammengefaßt wird, u. a. Minium (Mennige)
vom Pontos und aus Sinope, Realgar, Oker, Rötel (μίλτος), Hämatit
(Roteisenstein), geglühtes Misy und Chálkanthos [d. i. rotes Eisenoxyd]
usf.[974]. Aus dem eigentlichen Zinnober erhält man durch Entschwefeln
(ἐκθείειν), z. B. durch Erhitzen mit Natron (νιτρέλαιον) das
Quecksilber[975]; umgekehrt wird Quecksilber durch Schwefel erst „gelb
gemacht“ und „in den Zustand einer gelben Gerinnung versetzt“ [976] und
geht dann in Zinnober über.

                              ——————————

Einige bemerkenswerte +Zitate+ aus ~Zosimos~, die zum Teil verlorenen
Werken zu entstammen scheinen, finden sich bei ~Pelagios~,
~Olympiodoros~, dem ~Philosophus Anonymus~ und einem ungenannten
~Kommentator~. Nach der Lehre „~Zosimos~ des Vielwissenden“ [977] sind
theoretisches Verständnis und praktische Übung gleich notwendig, um
die τέχνη (Technik, Kunst) zu bemeistern[978], namentlich da deren
wichtigste Grundlage und überhaupt das vornehmste aller Mittel, das
so schwer zu beherrschende Feuer ist[979], -- daher denn die Chemiker
auch „Feuer-Philosophen“ [mittels des Feuers Forschende, Philosophi
per ignem] heißen. Was die „Umwandlung“ betrifft, „so läuft alles
auf das Blei hinaus“, denn dieses ist „unsere Magnesia“ und das „Ei
der Philosophen“, das zwar aus vier Komponenten besteht, diese aber
doch als Einheit enthält[980]; Schwärzung und Weißung erfolgen, --
so deutete ~Zosimos~ mystisch an (εἶπεν μυστικῶς) --, im δώματι
ἱερατικῷ [im Tempel = Ofen][981], und das Schwarze und Weiße gleichen
der κόρη des Auges (Kóre = Pupille) und der ἴρις des Himmels (Iris =
Regenbogen)[982]; als Xerion wirksam ist das Pneuma[983], und „die neue
Färbung zu Gold verleihend“ kommt es der Medizin gleich, die krankes
bleiches Blut in gesundes rotes überführt[984].

Wie der ~Kommentator~ berichtet, dessen Abhandlung nur in sehr
verdorbenem und verstümmeltem Zustande auf uns gekommen ist[985],
stellte ~Zosimos~ als eine Hauptlehre den Satz auf: „+Erfahrung+ ist
die große Meisterin, denn auf Grund bewiesener Ergebnisse lehrt +sie+
den Verständigen das Vorteilhafteste“[986]. Als sehr wichtig für
das große Werk erklärte er unter Berufung auf ~Hermes Trismegistos~
den Einfluß der Planeten, „wie denn die Sonne dem Gold vergleichbar
ist“, und für die wirksamste planetarische Sphäre hielt er die des
~Hermes~ (Merkur), schon weil der Schattenkegel der Erde gerade bis
zu ihr reiche[987]. Die Dauer des Werkes, das mit Erwärmen im Dünger
beginnt, gab er zu 40 Tagen an[988]; der Behandlung unterwirft man
dabei den „ἄσβεστος der Alten“ (Asbest = Kalk), der aber nicht das
Nämliche ist wie ἄσβεστος λευκή [weißer Asbest = gebrannter Kalk],
vielmehr aus gebrannten Metallen [verkalkten Metallen, Metallkalken]
besteht[989]. Wie die Meister des „Tieremalens“ ζωογράφοι = Maler
überhaupt] ihre Farbstoffe auf der Palette, so mischen die Meister
des großen Werkes die ihrigen auf der Kerotakís zusammen[990], sie
vermengen sie mit allerlei Zutaten, z. B. χρυσοκόμιον (wörtlich
Gold-Leim = Chrysokolla)[991], sie reinigen und waschen sie mit Wasser,
mit gewöhnlichem und mit solchem, das, wie bei der Seifenherstellung
(σαπωναρικὴ ἐργασία), durch Asche filtriert ist[992] usf. Beim Erhitzen
geben manche Körper, z. B. die verschiedenen Schwefel, ihre „innere
Natur oder ψυχή (Psyche, Seele)“ ab, die das Feuer als Dunst aus ihnen
austreibt: kommen diese flüchtigen und färbenden Dämpfe mit gewissen
anderen Stoffen zusammen, z. B. mit Quecksilber, so halten sie sich
gegenseitig fest und binden sich, sie schlagen sich nieder, sie sterben
ab und erleiden νέκρωσις (Nékrosis = Tötung) und die entstandenen
Substanzen heißen in diesem Zustande „Grabmal des ~Osiris~“[993]. So
bildet sich, wie ~Zosimos~ im „Buch der Schlüssel“ beschrieb, durch
Vereinigung heißen Quecksilbers und Schwefels der Zinnober, zunächst
als eine schwarze [erst beim Sublimieren rot werdende] Masse, auf die
sich der mystische Spruch vom „schwarzen Geist“ bezieht[994], aber
auch die Benennung des Quecksilbers und nach Anderen des Schwefels
als „Milch der schwarzen Kuh“, γάλα βοὸς μέλαινας[995]; erhitzt man
umgekehrt Zinnober, auch solchen künstlich (τεχνική) dargestellten,
nebst gewissen Zutaten in einem rings geschlossenen Gefäß oder Rohr
[d. i. die spätere Aludel; arabisch al udal genannt], so „sublimiert“
aus ihm das Quecksilber, steigt als „weißes Wasser“, „Silber-Wasser“,
„göttliches Wasser“ empor, in Gestalt eines furchtbar giftigen, in
der Hitze gar nicht festzuhaltenden „ätherischen Pneumas“ (πνεῦμα
αἰθερῶδες), verliert dann beim Abkühlen seinen „flüchtigen Schwung“
und setzt sich an den Deckel an, so daß man an diesem nach dem
Löschen des Feuers die Tropfen vorfindet und sie sammeln kann[996].
„Fest gewordenes Quecksilber“ [d. i. entweder dieses kondensierte
oder ein Amalgam] bezeichnen einige auch als „Gips“ und den Zinnober
(κινναβάρις, Kinnabáris) als κασσίτερος [Kassíteros = Zinn; vielleicht
weil er festes Quecksilber = „Zinn“ ergibt?][997]. -- Wer alles dieses
weiß und versteht, wird das Rechte finden, und „wer das Rechte gefunden
hat, heilt die unheilbare Krankheit der Armut“[998].

                              ——————————

Die +syrischen Manuskripte+ enthalten Vieles und Ausführliches aus den
verschiedenen, zum Teil im Original verloren gegangenen Werken des
~Zosimos~, zumeist jedoch allerdings stark durchsetzt mit späteren
Einschiebseln und Zutaten[999].

Alle „Künste“, so berichtet ~Zosimos~, waren ursprünglich tiefstes,
durch furchtbare Eide gehütetes Geheimnis der ägyptischen Priester,
und wie diese sie aus Neid, Habsucht und Aberglauben vor jedermann
zu verbergen streben, das habe er am eigenen Leibe erfahren
müssen[1000]. Aus den besagten Gründen wurden daher ehemals die
wichtigsten Geheimnisse überhaupt nicht aufgeschrieben, sondern den
Vertrauenswürdigen seitens der Priester nur mündlich mitgeteilt[1001];
zu ihnen zählte das schon vom Philosophen ~Demokritos~ gepriesene
„Färben“ der unedlen Metalle mittels Schwefel, Quecksilber, Arsen,
Kohol [Schwefelantimon] und Magnesia[1002], -- das ganz so erfolgt
wie das Färben von Geweben mittels des „Indigos aus Flechten“[1003]
--, ferner das „Färben“ mittels passend zubereiteter Firnisse[1004],
sodann die Herstellung des „weißen und gelben Kupfers“ [d. i. des
Silbers und Goldes oder der Bronce und des Messings][1005], und
endlich die Bereitung der Pigmente für die Kultbilder: die Maler
verwenden diese in den künstlichsten Mischungen, -- sogar Silber und
Gold setzen sie hinzu, um den Fleischton der Weiber zu treffen --,
so daß ihre Bildnisse wie lebendig aussehen, und tatsächlich hielt
das Volk die Bilder und Statuen der Götter für lebend und wagte
kaum sie anzublicken, und nur wenige hatten den Mut zu denken oder
gar insgeheim zu sagen, sie seien von Menschenhand gebildet und
zurechtgemacht[1006]. In späterer Zeit schrieben die Priester zwar ihre
Lehren nieder, fuhren aber fort sie im Verborgenen zu halten, schon
weil sie behaupteten, daß dies sehr zweckmäßig sei, um die neidischen
Dämonen zu täuschen[1007]. Seither besitzen sie ausführliche Bücher
der Kimija oder Kumia, verfaßt nach den Vorschriften des ~Hephaistion~
(d. i. ~Hephaistos~ = ~Ptah~)[1008], ~Agathodaimon~[1009] usf., durch
~Hermes~ und andere ägyptische Autoren; deren Abschriften lassen sie
in den Tempeln vorlesen, befehlen sie genau zu befolgen, tadeln jene,
die eigene Rezepte erfunden haben wollen und fordern strengste Wahrung
des Geheimnisses[1010]. Indem sich ~Zosimos~ an seine Schwester (?)
~Theosebeia~ wendet, -- der er seine Schriften zueignete, und die er in
ihnen sehr oft unmittelbar anredet, zuweilen auch als „Königin“[1011]
--, fährt er fort: Du aber, der es bekannt ist, daß nach ~Petesis~
das große Werk durch Nachdenken vollendet wird, hältst Deine Schüler
abseits, Du unterweisest sie öffentlich, ungebunden durch gegenseitige
Eide; jedoch das „Buch“, so sagst Du, [das angeblich von ~Hermes~
verfaßte „Buch der Kimija“] kann nur geheim erworben werden; aber im
Gegenteil, es sollte ein jeder, ohne alle Geheimnisse, auch ein Buch
der Kimija (Kumia) besitzen[1012], denn „nur aus den rechten Büchern,
nämlich aus jenen alten und aus den von +mir+ verfaßten, schöpft
und gewinnt man die Wahrheit“[1013]. Diese richtig aufzufassen und
durch sie zum Gelingen des Werkes geführt zu werden, ist freilich
eine besondere Gnade, die von oben kommt und nur dem Würdigen zuteil
wird[1014]; würdig aber erweist sich, wer ein edles Herz und lautere
Sitten hat, ferner Geduld und Aufmerksamkeit, geistigen Fleiß des
Studierens und Nachdenkens, körperlichen Fleiß des Arbeitens und
Versuchens, sowie reine Liebe zur Sache. Wer diese Vorbedingungen
erfüllt, für den ist, -- so lehrte schon ~Petesis~, und ihm nachfolgend
~Platon~, -- das große Werk nichts weiter als „die Arbeit eines
Kindes“[1015]. Viele Unberufene, die die Ausführung der heiligen Kunst
sahen, mußten mit Verwunderung deren Geringfügigkeit zugestehen; sie
verbrauchten dann alles Quecksilber Phrygiens und Spaniens, starben
aber ohne das Rechte gefunden oder auch nur begriffen zu haben,
verblendet durch das Antlitz der beiden Menschensöhne [vermutlich des
Silbers und Goldes][1016].

Die „Imuth“ genannte und „der Priesterin und Königin ~Theosebeia~“
gewidmete Hauptschrift des Zosimos enthielt nach den syrischen
Manuskripten „die genaue Schilderung des großen Werkes gemäß allen
Büchern über Chemie“[1017], geschöpft aus den Abhandlungen aller
Vorgänger, u. a. aus denen des ~Platon~ und ~Aristoteles~; ~Platon~
gab schon ein Rezept zur Darstellung des Silbers an, und zwar befahl
er, ein Gemisch von Pyrit, Oker, Sory und Vitriol (χαλκητάριν) drei
Tage im selbstziehenden Ofen zu schmelzen und sodann das Elixir
zuzusetzen[1018]; Großes hat auch ~Aristoteles~ vollbracht, dieser
glänzendste irdische Geist, aber weil ihm der rechte Glauben fehlte,
blieb es ihm versagt, seitens der richtigen Engel Belehrung zu erhalten
und deshalb gelang es ihm auch nicht, sich der himmlischen Sphären
würdig zu machen und sich in sie zu erheben[1019].

+Gold+ ist nach ~Zosimos~ das Edelste der Metalle, das alle anderen
an Schwere, Glanz und Unzerstörbarkeit übertrifft, aber auch an der
Fähigkeit weitgehendster Verteilung zu zartestem Staub, χρυσοάνθινον
(Goldblütchen)[1020], und zu dünnsten Blättchen, die man u. a. mit
arabischem Gummi oder Fischleim auf Elfenbein und auf das Pergament der
Bücher aufklebt[1021]; zum Vergolden der Götterbilder und Königsstatuen
in den Tempeln benützt man eine Lösung von Gold in Quecksilber,
„Sonnenwasser“, „verdichtete Sonnenstrahlen“, „gelöster Schwefel“
genannt, doch ist dies ein großes Geheimnis und der Erfolg gilt für
übernatürlich[1022]. Nicht selten ersetzt man übrigens Gold durch den
billigeren Oker, durch Zinnober, Minium u. dgl.[1023].

+Silber+ verarbeitet man zu vielen Geräten, besonders auch zu
Spiegeln; im Rohgusse sehen sie noch rauh und häßlich aus, nach dem
Polieren aber, zu dem Öl und Bimsstein, Wolle, Leinen und zuletzt
mit Lorbeerholz-Kohle gefüllte Leinensäckchen dienen, werden sie gar
herrlich und glänzen gleich Perlen[1024]. Zur Diplosis des Silbers
benützt man Blei, Quecksilber, Kupfer und das „Orichalkon“ genannte
Kupfer[1025]; die ägyptischen Priester bewirkten sie durch Weißen des
Kupfers mittels Arsen oder durch Behandeln und Überziehen des Metalls
mit passenden Firnissen[1026]. Das „ägyptische Silber“, auch +Asem+
genannt, stellt man nach verschiedenen Rezepten dar, indem man Kupfer
mit Arsen, Pyrit, Bleiweiß und ähnlichen Materialien zusammenschmilzt,
womöglich unter Zufügung von ein wenig echtem Silber[1027].

Das +Elektron+, das eine Legierung von Silber und Gold ist, erfand
~Alexander der Grosse~, und ließ daraus Amulette anfertigen, die
man als Schutz gegen den Blitz bei sich trägt oder auch in das
Erdreich eingräbt, ferner auch einen zauberischen, beim Beschauer
Selbsterkenntnis erweckenden und ihn vor allen Übeln schützenden
Spiegel, den nachher die Priester des „Tempels der sieben Pforten“
aufbewahrten. Aber nach dem echten „Buch der sieben Himmel“, das
spätere Kommentatoren abänderten und entstellten, bereitete schon der
König ~Salomon~[1028], den die Ägypter fälschlich auch als Verfasser
des genannten Buches ausgeben, das wahre Elektron, fertigte daraus
sieben, den sieben Planeten entsprechende Flaschen an, sperrte die
Dämonen in sie und beschrieb sie hierauf von außen mit Zauberformeln;
diese Talismane wirken gegen Dämonen ebenso kräftig wie Gebete oder
wie die neun Buchstaben König ~Salomons~ [die den wahren Namen Gottes
wiedergeben]. Auch zum heiligen Werke gehören neun Bestandteile,
über die alles Nähere in den jüdischen Schriften zu lesen steht;
desgleichen ist die Kenntnis von den Einflüssen der Gestirne auf die
Anfertigung des philosophischen Steines in den „heiligen und göttlichen
Vorschriften“ enthalten[1029].

+Kupfer+ findet sich in Cypern[1030], in Ägypten[1031], in Nicäa[1032]
und in Spanien[1033]. Aus ihm bereiten „geschickte Leute“ das „gelbe
oder persische, völlig dem natürlichen Gold gleichende“, sowie das
„helle und lichte“ Kupfer [d. i. Messing und Bronce], und der erste
Erfinder dieser „Farben“ soll der Erzgießer ~Pabapnidos~ gewesen
sein, der Sohn des ~Sitos~, der Fälscher und Betrüger. „Wie herrlich,
großartig und bewunderungswürdig sind doch die Entdeckungen solcher
Künste[1034]!“

+Zinn+ wird im fernen Westen gewonnen, woselbst eine Quelle aus der
Erde aufsteigt und zuweilen über ihren Rand hinausstürzen will; wenn
dies geschieht, stellen die Einwohner „ihm“ (ihrem Dämon, einem
furchtbar giftigen Drachen?) ein schönes nacktes Mädchen hin, die,
sobald er auf sie zueilt, um sich ihrer zu bemächtigen, hinweglaufen
muß; sowie er ihr gefolgt ist, stürzen eine Anzahl mit Hacken
bewaffneter junger Leute aus ihren Verstecken und töten ihn; im Sterben
nimmt er die Form eines Gußstückes an, indem er sich fixiert und hart
wird, und darauf zerschlagen die Leute seinen Leichnam und benützen die
Stücke, die eben das Zinn sind[1035].

+Eisen+ ist schwer zu bearbeiten, und manche Kunstgriffe gelingen
überhaupt nicht „ohne göttliche Hilfe“ [d. h. vermutlich: ohne Hersagen
von Zaubersprüchen][1036].

+Blei+ ist seiner Natur nach weich, läßt sich aber durch Zusatz von
Kupfer, Sandarach und „Krapp“ (Deckname!) derart härten, daß es dem
Metalle der Denare gleicht[1037]. Anderen Behandlungen [deren Zweck
nicht angegeben ist] unterwirft man es durch Schmelzen mit Minium aus
Amida, cyprischem und ägyptischem Oker, cyprischem Vitriol, ägyptischem
Alaun und phrygischem Stein [Pyrit?] im „Ofen der Glasmacher“ gemäß der
Vorschrift des ~Hephaistion~ (= ~Hephaistos~, ~Ptah~)[1038]; auch hat
man Mittel [Firnisse?], um Gefäße aus Blei oder Zinn so aussehen zu
machen, als beständen sie aus Erz (Bronce)[1039].

+Quecksilber+ findet sich als Hydrargyros, „silbernes Wasser“, in
Phrygien und Spanien und ist flüssig, von großer Kälte und bei
innerlicher oder äußerlicher Einwirkung ein furchtbares Gift[1040];
aus Zinnober wird es frei gemacht, indem man es nebst Blei oder Zinn
in einem Mörser verreibt, am besten in einem aus Eisen oder Basalt
[βάστνις; auf ägyptischen Ursprung deutend][1041]; das aus Zinnober
oder Sandarach Sublimierende (ἀναβιβάζων = nach oben Steigende) ist
gleichfalls Quecksilber [bzw. Arsen][1042]. Wie alles Reine in allen
Künsten gefälscht wird, z. B. Weine, Öle und Drogen durch habgierige
Kaufleute, ja die Philosophie durch unerfahrene Schwätzer, so geschieht
es auch mit dem Quecksilber, denn die Fälscher sind überall zahllos
und verstehen das Gefälschte dem Echten genau gleich zu machen; das
Quecksilber fälschen sie, unter Benützung chemischer Schriften, durch
Diplosis [Auflösung von Blei, Zinn, ...?] u. dgl., und während sie als
+Einkäufer+ die ihnen bekannten vielen Proben der Reinheit anwenden,
schwören sie als +Verkäufer+ auf ihren Kopf, sie hätten von derlei
Proben noch nie etwas gehört[1043]. -- ~Zosimos~ beschrieb Gewinnung
und Benützung des Quecksilbers besonders genau, und zwar in einem Werk,
das er „Buch der Schlüssel“ nannte; denn so wie im „Mysterium der
neun Buchstaben König ~Salomons~“ der Schlüssel alles Sichtbaren und
der ganzen Welt steckt, so enthalten auch die verschiedenen Arten des
Quecksilbers [das wahre und das metallische Arsen] den Schlüssel der
großen Kunst, da alles Flüchtige zu den Schwefeln gehört, die Schwefel
aber, wie schon ~Maria~ richtig lehrte, das eigentlich Färbende
sind[1044].

                              ——————————

Ein in den syrischen Manuskripten enthaltener und aus diesen von
~Berthelot~ ausgewählter „Pharmazeutischer Traktat“, den ~Zosimos~
gleichfalls der Priesterin und Königin ~Theosebeia~ gewidmet haben
soll[1045], betrifft hauptsächlich die medizinische Anwendung der
„nützlichen Stoffe“ und erweist sich für jeden Kenner des ~Dioskurides~
und ~Galenos~ als bloße Kompilation aus deren Schriften, -- was
~Berthelot~ später auch selbst zugestand[1046]. Dem ~Galenos~ folgend
beschreibt der Verfasser die wiederholten Reisen nach Cypern, Syrien,
den griechischen Inseln, Thrazien, Mazedonien und Italien, auf denen
er vielerlei Berg- und Hüttenwerke besuchte; der Leiter (ἐπίτροπος)
der cyprischen Unternehmungen erklärte ihm die Bildung des „Diphryges“
genannten Rückstandes in den Kupfer- und Kadmia-Öfen, sowie die
Entstehung des Spodós (σποδός, σπόδιον) und des Pómpholyx [d. i. des
unreinen schwarzen und des reinen weißen Zinkoxydes][1047], auch
zeigte er ihm in den Gruben die übereinander liegenden Schichten der
Substanzen Sory, Chalketárin, und Misy oder schwarzen Vitriol, die
alle sehr nahe verwandt sind und allmählich ineinander übergehen,
was sowohl in den Gruben geschah, als auch beim Aufbewahren der
mitgenommenen Vorräte[1048]. Von sonstigen Heilstoffen gedenkt er noch
der kimolischen und samischen Erde[1049], der lemnischen Siegelerde [=
terra sigillata], die eine Priesterin unter Geboten aus dem roten Ton
formte und stempelte, -- jedoch ohne Beigabe des ehemals gebräuchlichen
Ziegen- oder Bocksblutes[1050] --, des Asphaltes und Bitumens aus
Palästina[1051], sowie des „gelben Sandes“ [Auripigments] vom Berge
Bagavana nächst der Stadt Agrata in Armenien, armenisch Zarnika oder
Zarnia geheißen[1052].




6. Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios.

(4. Jahrhundert.)


a) Pelagios.

Die Lebenszeit des „Philosophen“ ~Pelagios~ ist nicht genau bekannt,
kann aber keinesfalls, wie ~Kopp~[1053] ursprünglich glaubte, schon
+vor+ jene des ~Zosimos~, und auch nicht, wie nachher ~Berthelot~[1054]
behauptete, bereits in das 1. oder 2. Jahrhundert fallen, denn ~Kopp~
selbst hat später ermittelt[1055], daß ~Pelagios~ sich auf ~Zosimos~
beruft, während +ihn+ hinwiederum zuerst ~Olympiodoros~ zitiert, der
um 425 schrieb; ~Pelagios~ dürfte also in die zweite Hälfte des 4.
Jahrhunderts zu versetzen sein. Sein Werk führt den Titel „Über die
göttliche und heilige Kunst“ (θεῖα καὶ ἱερὰ τέχνη), wurde zuerst 1573
von ~Pizzimenti~ als Teil III („De arte magna“) seiner weiter oben
angeführten Schrift ins Lateinische übersetzt (sehr mangelhaft!) und
liegt nur in sehr schlechter Erhaltung vor, erfüllt von zahlreichen und
dunklen Interpolationen[1056].

Auszugehen ist beim großen Werke vom χαλκός (Chalkós)[1057],
worunter man entweder Kupfer versteht oder Pyrit, der ebenfalls
von sehr verbrennlicher Natur ist; doch nennt man χαλκὸν πυρίτην,
Chalkopyrit, auch das mit Schwefel vorbehandelte Blei[1058]. Die
nächsten Aufgaben sind, das Kupfer von seinen erdigen Bestandteilen,
seiner materiellen Grobheit (παχύτης) zu befreien und es pneumatisch
(πνευματικός) zu machen, weiterhin aber die richtige Veränderung
seiner Färbung und damit die seiner Qualität (ποιότης, Poiótes) zu
bewirken; das geschieht vermöge der von den Alten erfundenen βαφικὴ
τέχνη (Färbekunst) und χρυσοβαφή (Färbung zu Gold), die bewirkt, daß
sich das Kupfer, ähnlich wie ein wohlgepflegter, mit reichlichem
Wasser begossener Baum in feuchter warmer Luft, freudig entwickelt,
„gärt“ und zuletzt jene Blüten und Früchte trägt, die schon
~Demokritos~ zu rühmen wußte[1059]. Von den sechs Operationen, deren
sich die Färbekunst bedient, ist die erste die Schwärzung, bei der
es gilt, eine vollkommen schwarze (πάνυ μέλαν), dem γραφικὸν μέλαν
(Schreiberschwärze = Ruß) gleichende Masse herzustellen[1060]; diese
wird dann, unter Digestion im Dünger, der Aufhellung (Verdünnung),
Weißung, Gilbung, Rötung (Iosis), und Bleichung (Exiosis) unterworfen,
u. a. mit Hilfe des göttlichen Wassers, das bei der Projektion auf
Kupfer, je nach den Umständen, bald weißes Silber, bald rotes oder
gelbes Gold erzeugt[1061], sowie des „weißen Essigs“ und des „Essigs
aus Geranium“ (Decknamen?)[1062]. Nach Art einer wahren Schöpfung
(δημουργία, Demurgía) erfolgt auch die von ~Demokritos~ gepriesene
Umwandlung der σώματα (Sómata, Körper = Metalle) in πνεύματα (Pneumata)
durch das Xérion, das, wie ~Zosimos~ lehrte, selbst pneumatischer
Natur ist[1063]; es stellt ein äußerst feines Pulver dar und führt das
Kupfer in prächtiges Gold über, „rot wie Blut“, auch κινναβάρις τῶν
φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) geheißen[1064]; man verstärkt es
durch Beifügung von etwas natürlichem Gold, das eine Gärung bewirkt
wie Hefe im Bäckerteig, und mehr Gold so ergibt, wie aus Getreidesamen
mehr Getreide wird[1065]. Außerdem kann man auch noch göttliches
Wasser zusetzen, das die „Farben“ nach Art einer Beize abtönt, und sie
zugleich „scharf“ und gehörig in die Tiefe eindringend macht; dies
wußte schon ~Demokritos~[1066].


b) Pibêchios.

~Pibêchios~[1067] [äg. = der Sperber des ~Horus~; s. den ~Apollo
Bechis~, = „~Horus~ den Sperber“, bei ~Plinius~, lib. 30, cap. 2, in
des ~Apuleius~ „Magia“, cap. 90, und im Teil V des Leidener Papyrus]
soll im 4. Jahrhundert zu Alexandria gelebt und ein „Buch von den
Steinen“ geschrieben haben, aus dem eine Stelle zitiert wird, der
gemäß er sich beim Zerkochen und Verbrennen gewisser Materialien des
Bocksblutes (αἷμα τράγου) bedient habe[1068]. Seine Arbeiten betrafen
die Darstellung und Anwendung des göttlichen Wassers[1069], vor allem
aber die des Quecksilbers, das nach ihm die größte Affinität zu
allen Stoffen besitzt[1070], so daß sämtliche Substanzen Quecksilber
enthalten und aus ihm bestehen[1071]. Nach Angabe der syrischen
Manuskripte schrie ~Pibêchios~ auf allen Märkten aus: „Sämtliche Körper
sind Quecksilber, sämtliche Körper enthalten Quecksilber! Wenn Du es
ausziehst und fixierst, so erhältst Du das Gesuchte! Dies ist das
enthüllte Geheimnis![1072]“

Die syrischen Manuskripte berichten auch über einen Brief[1073], in dem
~Pibêchios~ dem Philosophen und Magier ~Osron~ in Persien mitteilt,
er habe in Ägypten, in einem Verstecke, die göttlichen Schriften des
großen ~Ostanes~ gefunden, vereinigt in einem „Krone“ betitelten Buche,
das ihm aber, weil in persischer Sprache abgefaßt, unverständlich sei,
weshalb er um eine Übersetzung bitte. Aus ~Osrons~ Antwort und einer
weiteren Erwiderung des ~Pibêchios~ ist zu ersehen, daß die „Krone“ in
365 Abteilungen „die ganze Kunst“ enthielt, nämlich die Astrologie und
Astronomie, die Philologie und Philosophie [hier wohl = Kunde von den
„rechten Worten“, d. i. von den Beschwörungsformeln], die Vorschriften
betreff der Opfer und Mysterien, die Magie, sowie die Herstellung von
Edelmetallen, Edelsteinen und Purpur oder anderen kostbaren Farbstoffen
[d. i. die Chemie]. Nunmehr studierten und kommentierten die
zusammenberufenen Kunstbeflissenen Ägyptens diese Schrift, entzifferten
mit ihrer Hilfe auch die heiligen Säulen des ~Hermes~, und teilten ihre
Befunde dem Könige[1074] mit; teils durch ihn selbst, teils durch die
Priester und Philosophen, wurde darauf die göttliche und unerzählbare
Kunst auf sieben Säulen niedergeschrieben. Diese befahl der König in
einem Geheimbaue aufzustellen, der auch mit symbolischen Bildern [=
Hieroglyphen] und einem sich selbst in den Schwanz beißenden Drachen
geschmückt wurde; er verschloß ihn durch sieben Türen und gab Auftrag,
sie nur Edlen und Eingeweihten zu öffnen, die göttlichen Mysterien
jedoch allein dem Kreise der Nachfolger des großen Meisters kund zu
tun; die Priester versiegelten sodann den geheimen Bau und reisten ein
jeder wieder nach Hause. Die sieben Türen aber bestanden nach Einigen
aus Blei, Elektron, Eisen, Gold für die Sonne, Kupfer für ~Kronos~,
Zinn für ~Hermes~, und Silber für den Mond, nach anderen hingegen aus
Blei für ~Kronos~, Elektron für ~Zeus~, Eisen für ~Ares~, Gold für
~Helios~, Kupfer für ~Aphrodite~, Zinn für ~Hermes~ und Silber für
~Selene~. [Auf diese Beziehungen wird weiter unten noch zurückzukommen
sein.]


c) Heliodoros.

~Heliodoros~, der nicht näher bekannte, christliche Verfasser eines
dem Kaiser ~Theodosios~ gewidmeten Gedichtes „Über die mystische Kunst
der Philosophen“, soll im 4. Jahrhundert gelebt haben, was zutreffen
kann, falls es sich um ~Theodosios I.~ (379-395) handelt[1075]; das
in verschiedenen Fassungen vorliegende und auch öfter ins Lateinische
übersetzte Gedicht zählt etwa 270 jambische (sog. politische =
volkstümliche) Verse und ist ebenso schlecht und nachlässig betreff
der Form, wie leer und dunkel hinsichtlich des Inhaltes, der übrigens
nirgends über die allergewöhnlichsten alchemistischen Redensarten
hinausgeht. ~Borrichius~, der es in einem äußerst seltenen, 1696 aus
seinem Nachlasse herausgegebenen Werke bespricht[1076], sagt nicht mit
Unrecht, wer daraus klug werden wolle, möge sich einen ~Oedipus~ zur
Stelle schaffen.


d) Synesios.

Den älteren alchemistischen Werken erstanden, infolge ihrer
Schwerverständlichkeit und Unklarheit, alsbald Kommentatoren, deren
oft entstellende und zuweilen sogar fälschende Tätigkeit zwar schon
~Zosimos~ tadelt, die aber immerhin noch wirkliche Sachkenntnis
besaßen, und vermöge dieser hoch über ihren späteren byzantinischen
Nachfolgern stehen, bei denen tote Buchgelehrsamkeit die Stelle
der völlig fehlenden lebendigen Anschauung vertreten soll. Der
wichtigste jener Kommentatoren ist ~Synesios~, den man bis vor nicht
allzulanger Zeit meist für identisch mit ~Synesios von Ptolemaïs~
hielt. Letzterer, der Sprößling eines vornehmen Geschlechtes der
Provinz Kyrene und Schüler der berühmten alexandrinischen Philosophin
~Hypatia~ (an die er das bekannte Schreiben betreff der Herstellung
eines Aräometers richtete), bekleidete seit 410, trotz seines nur
sehr oberflächlichen Bekenntnisses zum Christentum, das Amt eines
Bischofes zu Ptolemaïs in der Kyrenaïka, woselbst er schon 415, erst
im 46. Lebensjahre stehend, einer schweren Krankheit erlag; er war ein
hochgebildeter Mann und verfaßte zahlreiche, zum Teil noch erhaltene
Schriften und Briefe über astronomische, philosophische und religiöse
Gegenstände, sowie eine Anzahl Hymnen gnostischer Richtung, in denen
er, dem Zeitgeiste entsprechend, hellenistische, orientalische,
ägyptische, jüdische und christliche Ideen zu vereinigen suchte[1077].

Die unter dem Namen des ~Synesios~ überlieferte (unvollendete)
Abhandlung chemischen Inhaltes findet sich in den Codices der eben
erwähnten Werke nicht vor, und da der Bischof ~Synesios~ erst 379
geboren wurde, der in Form eines Dialoges eingekleidete, „mit Hilfe
Gottes“ (θεοῦ συνεργείᾳ) unternommene „Kommentar zu ~Demokritos~“
aber vor 390 vollendet sein muß, -- da er dem ~Dioskoros~ zugeeignet
ist, „dem Oberpriester des Serapis-Tempels zu Alexandria“,
welches Heiligtum um 390 zerstört wurde --, so kann er unmöglich
vom Bischofe ~Synesios~ herrühren, sondern ist jedenfalls einem
seiner gleichnamigen Zeitgenossen zuzuschreiben[1078]. Seine erste
Veröffentlichung (in schlechter lateinischer Übersetzung) erfolgte 1573
durch ~Pizzimenti~, in dessen Werk er den zweiten Abschnitt bildet;
die ziemlich zahlreichen griechischen Handschriften weisen Spuren
später Umarbeitungen und verschiedene Lücken auf, stimmen in vielen
Einzelnheiten nicht überein, und enthalten sprachlich und sachlich so
viel allegorisch Dunkles und Unverständliches, daß die wiederholten
Mahnungen des ~Synesios~, ~Dioskoros~ möge doch genauer aufmerken
und seinen Verstand etwas mehr anstrengen, durchaus gerechtfertigt
erscheinen[1079].

~Synesios~ erwähnt, daß sich ~Demokritos~ jener persischen Methoden
bediente, die er von ~Ostanes~ erlernte, dem Verkündiger der großen
Wahrheit „Die Natur freut sich an der Natur, usf.“[1080]. Die Natur der
Stoffe ist in ihrem Inneren verborgen (ἡ φύσις ἔνδον κέκρυπται), und
es ist erforderlich sie herauszukehren (φέρειν ἔξω)[1081], was durch
das Werk (πρᾶγμα, Prágma) geschieht, indem man erst eine Verflüssigung,
dann aber wieder eine Festigung und Fixierung der Substanzen
herbeiführt[1082]. Zur ersteren bedient man sich u. a. der Lösungen und
Schmelzen (ὕδατα) von Nitron (νίτρον), Weinstein (φέκλη]) und anderen
Pflanzenaschen (σποδοκράμβη; wörtlich: verbrannter Kohl)[1083], --
also der Alkalien --, während die Festigung durch ἐξηδάτωσις erfolgt,
d. h. durch Entwässerung und Austreibung der flüssigen Teile[1084].
Die Fixation endlich erfordert die Beigabe gewisser Zusätze, die
bald „Metalloíosis“, d. i. Transmutation, bald „Metalleúosis“, d. i.
Metallisierung [zu Edelmetall] bewirken[1085]; sie bestehen aus
Schwefel, Auripigment [ἀρσενικὸν ξανθόν = gelbem Arsen], göttlichem
Wasser, oder jenen beiden Quecksilbern, die nach ~Hermes~ „Zweierlei
sind und doch nur Eines“, dem Weißenden aus Arsen und dem Gilbenden aus
Zinnober[1086]. Mit Recht behauptete ~Pibêchios~, daß das Quecksilber
die größte Affinität zu allen Körpern habe: denn tatsächlich zieht
es alles an sich, nimmt die Psychen und Pneumata, aber auch die
Hylen beliebiger Stoffe ganz ebenso in sich auf, wie Wachs beliebige
Farben, digeriert und kocht sie zurecht, fixiert sich samt ihnen
auf den Metallen der Tetrasomie, denen es die „Substanzen“ der
Trockenheit und der richtigen [z. B. gelben] Farbe zuführt[1087], und
geht mit ihnen unter Veränderung seiner eigenen Natur eine unlösbare
Verbindung ein; es vermag die „Form und Gestalt“ aller Substanzen
anzunehmen und bildet demgemäß ihre nur dem Anscheine nach fortwährend
wechselnde, in Wirklichkeit aber stets gleichbleibende und beharrende,
einheitliche Grundlage[1088], [d. i. die Materia prima, der „Mercurius
philosophorum“ der späteren Alchemisten].

Die Umwandlung der Metalle, die Diplosis, durch die man auch unedle
Metalle in die nächstverwandten edleren überführt[1089], die
Gewinnung der flüchtigen Geister und „Blüten“ aus pflanzlichen und
in analoger Weise aus mineralischen Stoffen[1090], usw., erfordern
eine Anzahl besonderer Vorrichtungen, z. B. die verschiedenen Arten
der Kerotakis, der Thermospodien (Aschenbäder), in denen man die
Erwärmung und Calcinierung, sowie die Wiederbelebung des Calcinierten
durch den Einfluß der Wärme (ἀναζωπύρησις) vornimmt[1091], sowie der
Destillations-Apparate[1092]. Bei den guten Apparaten dieser Art trägt
[laut beigefügter Abbildung] ein Dreifuß das Gefäß (λέβης), in dem
mittels Asche der Kolben (βοτάριον, λωπάς) vorsichtig erhitzt wird,
die Dünste aber steigen aus ihm durch ein dicht eingepaßtes Rohr in
den metallenen oder gläsernen Helm (φιάλη, χαλκεῖον), der die Gestalt
eines Kopfes oder auch einer weiblichen Brust (μαστάριον) besitzt; das
Rohr tritt von unten genau in der Mitte des ziemlich flachen Bodens
(über den es ein wenig hochgeführt wird) in diesen Aufsatz ein, die
Dünste verdichten sich rasch an der großen gewölbten Oberfläche, das
Verflüssigte sammelt sich auf dem Boden und fließt durch ein seitliches
Ansatzrohr in das Sammelgefäß (δοχεῖον) ab. -- Unverkennbar ist
dieser Beschreibung nach der Fortschritt von der rohen Destillation
oder vielmehr Sublimation zu Zeiten des ~Plinius~ und ~Dioskurides~
bis zum Gebrauche eines mit Tubulus und seitlichem Abfluß versehenen
Kondensationshelmes bei ~Synesios~.




7. Olympiodoros.

(5. Jahrhundert.)


~Olympiodoros~[1093], der als Gesandter des Kaisers ~Honorius~ 412
den Hof des ~Attila~ besuchte und um 425 eine Geschichte seiner
Zeit niederschrieb, gilt auch als Verfasser der Abhandlung „Der
alexandrinische Philosoph ~Olympiodoros~ über ~Zosimos~, ~Hermes~
und die Philosophen“[1094]. Nach dem Sammelwerke des byzantinischen
Patriarchen ~Photios~ (gegen 875) war er hervorragend als ποιητής
(Poietés = Macher, operator), wobei übrigens daran zu erinnern ist, daß
ποίησις (Poíesis) nicht nur das große Werk (μέγα ἔργον) bezeichnet,
sondern in Papyrus-Urkunden auch die Magie überhaupt[1095]; indes
verrät sein umfangreiches aber inhaltsarmes, wirres und schwülstiges
Buch, mindestens in der uns vorliegenden vielfach umgearbeiteten
Gestalt, keine selbständigen praktischen Kenntnisse, vielmehr ergeht
sich die Darstellung, die tiefgehende Spuren gnostischer Einflüsse
zeigt[1096], wesentlich in Betrachtungen allgemeiner Art, sowie in
Berichten über die Tätigkeit früherer Vorgänger, -- die, soweit
sie schon weiter oben herangezogen wurden, hier einer nochmaligen
Besprechung nicht bedürfen.

Zu jenen Vorgängern, den „Alten“, zählen u. a. ~Platon~ und
~Aristoteles~, ~Hermes~ und ~Zosimos~, sowie noch manche andere unter
den Naturforschern oder Physikern (τινὲς φυσικῶν φιλοσόφων) und
„unseren Philosophen“ (ἡμετέροι φιλόσοφοι)[1097]; ihre zahlreichen
Bücher, die sich in der Bibliothek der Ptolemäer befinden[1098],
sind aber in Allegorien abgefaßt[1099], sie sprachen μυστικῶς
(mystisch)[1100], und ihre Worte haben daher einen doppelten
Sinn, einen scheinbaren offenliegenden und einen eigentlichen
verhüllten[1101], den nur die Eingeweihten zu verstehen vermögen.
In den Schriften der wahren ägyptischen Altmeister oder „Propheten“
[= Priester gewisser Klassen][1102] werden sogar zumeist allein
die Theorien (δόξαι, Lehren, Meinungen) behandelt, die praktischen
Anweisungen (ἔργα, Werke, Ausführungen) jedoch verschwiegen[1103]; nach
den Angaben dieser Meister ist der Erfolg abhängig von der genauen
Einhaltung ganz bestimmter Handlungen und Worte, die sie entsprechend
den Regeln der Magie ritualisierten (ἱεράτευσαν)[1104]; denn
ausschließlich mit Hilfe dieser Magie [d. h. des magischen Rituals]
erlangt man die Mitwirkung der Natur, die mehr vermag als die bloße
Bemühung des Menschen, und ausschließlich durch sie überwindet man auch
den Einfluß der Dämonen, z. B. des ~Ophiuchos~[1105], deren Neid und
Bosheit die größten Schwierigkeiten entfließen [1106].

Das Geheimwissen von der Herstellung des Silbers und Goldes aus unedlem
Metall, besonders aus Kupfer, heißt ἔργον τοῦ χαλκοῦ = Bearbeitung
des Kupfers, ἐργασία = Ergasia oder Werk, μεγάλη θεραπεία = große
Therapie, τέχνη τῆς χυμείας = Téchne oder Kunst der Chemie[1107]. Die
Ausübung dieser Techne erfordert Verständnis und Übung, weil allein
Erfahrung die große Meisterin ist[1108], ferner aber auch Kenntnis der
richtigen Augenblicke und günstigen Epochen[1109]. Die eigentliche
Zeit für das „Werk“ ist der Monat Pharmuthi, der Monat der Philosophen
[mensis philosophicus][1110]; in ihm [im März-April] unterwirft man
die fest in Leinenbinden eingewickelten Rohmetalle erst der Tarichéia
(= Einsalzung, Räucherung, Schwelung, Maceration) mittels allerlei
schwefelhaltiger Zutaten und sodann der Kochung im „Meerwasser“, wobei
sie sich aufblähen und „wachsen“ wie Pflanzen (βοτάναι)[1111]. Ziel
der Techne, „um das allein es sich handelt“, ist die Vereinigung des
Männlichen und Weiblichen[1112]. Schon unter den Elementen sind Feuer
und Luft männlichen Charakters (ἄρρην, Arren) und aufwärtssteigend
(ἀνωφερής), Wasser und Erde aber weiblichen und niedersinkend
(κατωφερής), während das Quecksilber, seiner Natur als Zwitter gemäß,
bald ἄνω, bald κάτω strebt, bald nach oben, bald nach unten[1113]; beim
„Werke“ aber hat man das Männliche und Weibliche in seiner lautersten
und wirksamsten Gestalt zu vereinigen, das Rote, ~Adam~, das männliche
Sperma (σπέρμα ἄρρενος = Samen des Mannes oder des ἀρσενικόν, des
Arsens), von den Späteren auch Feuer, Schwefel, Seele geheißen[1114],
mit dem Weißen, der reinen unberührten Jungfernerde[1115] (παρθένος
γῆ; Deckname „Urin der Jungfern“), von den Späteren auch ~Eva~,
Materia prima, Quecksilber, Geist genannt: indem das Männliche, der
χρυσόλιθος (Chrysólithos = golderzeugender Stein) sich dem Weiblichen,
dem göttlichen Wasser, dem Safte (χυλός) oder der Brühe Ägyptens und
Cyperns [= der Kupferschmelze] zugesellt, bewirkt es Zeugung (τίκτει),
und es entsteht Gold[1116].

Die Möglichkeit dieser Umwandlung und mit ihr die der ganzen Techne
beruht in letzter Linie darauf, daß allem Bestehenden ein gemeinsames
Prinzip [die Materia prima] zugrunde liegt, das universeller ist
als die einzelnen Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía), das daher unter
geeigneten Umständen in alle Stoffe übergehen, aber sich auch aus
ihnen zurückbilden kann, und das die beharrende Unterlage von Anfang
und Ende des großen Werkes bildet; sein Symbol bezeichneten daher
~Agathodaimon~ und ~Chimes~ mit Recht als identisch mit dem der ganzen,
gleichfalls in endlosem Kreislaufe begriffenen Welt, d. i. mit dem
Drachen ~Uroboros~, oder mit dem philosophischen Ei, dem ἔν τὸ πᾶν
(Eines in Allem; Alles in Einem)[1117]. Die nämlichen Philosophen,
sowie auch ~Hermes~, ~Maria~ und ~Zosimos~, lehrten auch richtig,
daß das πᾶν (= Alles) gegeben sei in unserem Blei, dieser Grundsubstanz
des Silbers und Goldes, diesem philosophischen Ei, das die vier
Elemente zur Einheit verbunden enthält, τὰ δε τέσσαρα ἕν[1118]; dieses
„unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος) oder „schwarzes Blei“ (μόλυβδος
μέλας), das bereits ~Demokritos~ aus Bleiglätte oder aus Stimmi
darzustellen empfahl[1119], wünschten die ägyptischen Propheten zu
gestalten, zu realisieren und zu besitzen[1120]. Das natürliche
gemeine Blei (μόλυβδος κοινός) +ist+ schon schwarz, unser Blei aber
+wird+ erst schwarz im Laufe des Werkes und ergibt dabei den ζωμὸς
μέλας, jene schwarze Brühe (Schmelze), die ebenso unentbehrlich ist
zur anfänglichen Mélansis (Schwärzung) wie zur späteren Diplosis: so
erweist es sich als den Schlüssel der Theorie und Praxis, als den
eigentlichen Inhalt der tausend Geheimnisse und tausend Bücher, als das
„seit Äonen Gesuchte“[1121]; es ist die Substanz, „die alles annimmt“,
die in alles übergeht[1122], die das Wesen aller Metalle bildet [d. h.
ihre Materia prima, als die anfangs Blei, später Quecksilber galt],
die das Weiße, Gelbe, Rote und Schwarze in sich hat [d. i. Bleiweiß,
Bleiglätte, Mennige und Schwefelblei][1123], die die Eigenschaften
des Fest- und Flüssigseins besitzt, und deren wertlose und verachtete
Schlacken, auch „Asche der ~Maria~“ geheißen[1124], jenen gleichen,
die beim Schmelzen des Goldes entstehen [wohl bei der Kuppelation mit
Bleiglätte][1125]. So bildet es tatsächlich das Fundament der Téchne
(τέχνη), und wahr bleibt was die Alten und was ~Zosimos~ von ihm
verkündigen: „alles läuft auf das Blei hinaus, das Blei ist unsere
Magnesia“[1126].

Man nennt das Blei auch „Grab des ~Osiris~“, d. i. eine Mumie, fest
in ihre Binden gewickelt, die nur das Antlitz sichtbar lassen; auch
betrachtet man ~Osiris~ [jedenfalls weil seine Neubelebung zur Zeit
der Nilschwelle geschah] als Prinzip der ὑγρὰ οὐσία, des Flüssigseins
(Schmelzens)[1127]; doch versteht man zuweilen unter „unserem Blei“
auch den Schwefel, und in diesem Sinne heißt es „Ὄσιρίς ἐστιν
μόλυβδος καὶ θεῖον“, „~Osiris~ ist das Blei und der Schwefel“[1128].
-- [Das „tertium comparationis“ bei dieser bisher allen Erklärern
völlig rätselhaft gebliebenen Gleichsetzung ist offenbar die leichte
Schmelzbarkeit: in der Tat nennt der Text des Pariser Manuskriptes
2327, dessen Abschrift nach ~Berthelot~ 1478 vollendet wurde[1129],
sowohl Blei wie Schwefel αὐτόρρυτος = „von selbst fließend“[1130] und
gibt für beide das nämliche Zeichen [Symbol] an[1131], zugehörend dem
Typus der „Artabe“, eines vielgebrauchten und oft abgebildeten[1132]
ägyptischen Hohl- und Flüssigkeits-Maßes, und das Ausgießen eines
solchen Gefäßes versinnlichend.]

Das Schwarze, das eine wahre Farbe ist und daher auch mehrere Abarten
hat, und das Weiße, das eigentlich keine wirkliche Farbe vorstellt,
gleichen der Pupille (κόρη, Kóre) des menschlichen Auges, oder auch dem
Regenbogen (ἶρις, Iris) des Himmels, denn nach ~Hermes~ ist der Mensch
ein Mikrokosmos und besitzt alles das ebenfalls, was dem Makrokosmos
zukommt[1133]. In der „feurigen Sphäre“ nun [d. h. beim Erhitzen
oder Schmelzen] zeigt sich das „Schwarze“, „die schwarze Flüssigkeit
unseres Bleies“, als fähig Fixation zu bewirken: durch seine Schwere
zieht es eine „Seele“ zu sich herab, und hierin besteht das große
Mysterium[1134]. Die ihrer +ursprünglichen+ Seele (ψυχή) verlustig
gegangenen Metalle werden nämlich einer +neuen+ teilhaftig durch das
Pneuma, das ihnen zugleich als πνεῦμα βαπτικόν (färbendes Pneuma) neue
Farben und Eigenschaften zuführt[1135] und so ihre Natur in die des
Silbers und „roten Blutes“ (= Goldes) umwandelt[1136], nicht anders,
als wie die „große Medizin“ (μεγάλη θεραπεία) aus dem kranken und
bleichen Blute das gesunde und rote hervorgehen läßt[1137].

Die Kunst (τέχνη, Techne), vermöge deren man aus unserem Blei Gold in
ähnlicher Art gewinnt, wie es in Äthiopien Ameisen aus den Bergwerken
fördern und an das Tageslicht schleppen[1138], schufen die „Alten“,
indem sie ursprünglich Erden, Mineralien und Rohmetalle mit den an
Pneuma reichen Säften der βοτάναι (Botánai) zusammenbrachten, also
mit jenen der Kräuter, Früchte, frischen oder getrockneten Hölzer
usf.[1139]; später benützten sie auch andere pneumatische Stoffe, z. B.
den λιθάργυρος (Lithárgyros = silbererzeugenden Stein), dessen Namen
das rätselhafte Wort mit den vier Silben und neun Buchstaben [s. das
Rätsel des ~Agathodaimon~] in sich schließt[1140]. Die Übertragung
des Pneumas geschieht durch Projizieren (ἐπιβάλλειν = Einwerfen) des
Streupulvers oder Xerions: das (weiße) Arsenikon z. B. weißt hierbei
das Kupfer und ergibt, namentlich bei Zusatz von etwas fertigem
Silber, sehr schönes „Asem“ [hier = Silber][1141], während das (gelbe)
Arsenikon Gold hervorbringt und dabei selbst zu Gold wird[1142].

Von Chemikalien erwähnt ~Olympiodoros~ in erster Linie den Schwefel
(θεῖον, Theíon), der ein „Prinzip der Dinge“ und von so unendlicher
Macht ist, daß niemand seine Wirkungen aufzuzählen vermag[1143];
θεῖα (Theía, Schwefel) heißen aber auch alle die mit ihm verwandten
Substanzen[1144] und alle die, aus denen man ebenfalls das göttliche
Wasser herstellt, τὴν ἐμὴν δρόσον (meinen Tau), τὸ ἀέριον ὕδωρ (das
luftartige, ätherische Wasser)[1145]. Die Wichtigste unter diesen ist
das Arsenikon [= Arsenigsäure], auch στυπτηρία λευκή = weißer Alaun
geheißen[1146], eine weiße, im Feuer sehr flüchtige Masse[1147], die
man durch Rösten von Auripigment und Kobathia [Realgar] und durch
Sublimieren des hierbei entstehenden Rauches (αἰθάλη) gewinnt, und
deren Vermögen, die Magnesia zu weißen, sie zu dem hervorragendsten
Mittel und zu der wichtigsten Grundlage der ganzen Techne macht[1148].
-- Als ψάμμοι (Psámmoi, eigentlich Sande, Mineralien) faßt
~Olympiodoros~ „nach dem Gebrauche der Alten“ die sieben Metalle
zusammen (τὰ ἑπτὰ μέταλλα)[1149]; das „Blei“ aus Bleiglätte und aus
Stimmi [d. i. Antimonsulfid] sieht auch er als identisch an[1150];
Aphronitron (Schaumnitron) erwähnt er als Flußmittel[1151], und es
ist bekannt, daß z. B. das „künstliche Blau“ (κύανος σκευαστός)
des ~Theophrast~ und das „alexandrinische Blau“ des ~Vitruv~ durch
Zusammenschmelzen von Sand, Nitron und kupferhaltigen Zutaten gewonnen
wurden[1152].

Über die benützten Apparate spricht sich ~Olympiodoros~ nur flüchtig
aus; u. a. erwähnt er das von ~Afrikanos~ erdachte gläserne Gefäß zur
Sublimation von Arsenigsäure[1153], sowie einen Ofen (καμίνιον, Kamin)
zur Herstellung von „Smaragd“ [= grünem Glas] unter Beimischung von
„Kupfer-Arsen“[1154].




8. Philosophus Christianus, Stephanos; Herakleios, Justinianus;
Philosophus Anonymus; Pappos, Kosmas; Theophrastos, Hierotheos,
Archelaos; Salmanas, Psellos, Nikephoros.

(6. Jahrhundert und später.)


a) Philosophus Christianus.

Der umfangreiche, aus vielen oft kaum zusammenhängenden Absätzen
bestehende „Kommentar“ des nicht näher bekannten ~Philosophus
Christianus~, nach ~Berthelot~[1155] im 6. Jahrhundert abgefaßt, nach
~Kopp~[1156] vielleicht erst im 7., oder einem noch späteren, geht
zum großen Teile auf gute alte Quellen oder aus diesen kompilierte
Schriften des 5. und 6. Jahrhunderts zurück; so wie er gegenwärtig
vorliegt, weist er aber eine Unzahl späterer und ganz später (in
einzelnen Fällen erst dem 13., ja 14. Jahrhundert entstammender)
Erklärungen und Zusätze, Abänderungen und Einschiebsel auf, deren
zweifelhafter Sinn und unklarer Inhalt sein Verständnis in hohem Grade
erschwert, oder auch ganz unmöglich macht.

Der Verfasser, der diese Dunkelheit wohl selbst bemerkte, entschuldigt
sie damit, daß schon die Schriften der Alten sehr schwierig zu deuten
und infolge der Symbolik von Namen und Vorschriften rätselhaft
seien[1157]; auch hätten die „ägyptischen Philosophen“ manche der
Anweisungen entweder selbst nicht recht gekannt, oder sie aus Neid
und Eifersucht geheimgehalten, oder endlich sie wenigstens hinter
doppelsinnigen Bezeichnungen versteckt, wie „göttliches Wasser“ und
„Arsenikon“[1158], über die erst ~Petesis~ (~Petasios~) mit einer
gewissen, freilich nicht völligen Offenheit sprach und zugleich die
Mengenverhältnisse bei ihrer Bereitung und Anwendung erörterte[1159].

Auf die wichtigeren Zitate des ~Philosophus Christianus~ aus den
„Alten“, den früheren Chemikern, ist schon weiter oben bei deren
Besprechung jedesmal hingewiesen worden; aus Eigenem gibt er so gut wie
nichts, weshalb es an dieser Stelle genügen mag, seine Äußerungen über
die Transmutation als Beispiel anzuführen.

Beim Werke, das sowohl vielerlei Apparate erfordert, u. a. solche
aus Glas von Askalon, als auch vielerlei Zutaten, u. a. κόμμι und
κολοφωνία [Gummi und Kolophonium, das nach der Stadt Kolophon in
Kleinasien benannte Harz; Decknamen][1160], erhält man zunächst
einen schwarzen und unbelebten Niederschlag, μελάνθιον (Melánthion =
schwarze Blüte, Efflorescenz), der ohne Seele und Geist tot daliegt
(νεκρός), und dem man neues Leben (βίος) zuführen muß, damit er zur
ἀργυρο- oder χρυσοζύμη (zur Silber- oder Gold-Hefe)[1161] werde; wie
die Färber mit [ἄγχουσα (Anchusa) und φῦκος (Fucus)[1162], wie die
Indigofärber (ἰνδικοβάφοι) mit ihrem „Lack“ (λαχά), den sie zu einer
klaren und entfärbten Flüssigkeit aufzulösen wissen[1163], so färben
die Philosophen mit Xerion, dessen Name abgeleitet ist vom Namen der
analogen trockenen Pulver der Ärzte (ξήρια ιατρικά), und das, als
eigentlich wirksame Medizin beim großen Werke, zugleich auch die große
Krankheit der Armut zu heilen vermag[1164].


b) Stephanos von Alexandria.

~Stephanos von Alexandria~ war, wie ~Usener~ 1880 nachwies[1165], zur
Zeit des byzantinischen Kaisers ~Herakleios~ (~Heraklius~), der 610
bis 641 regierte, einer der „ökumenischen“, d. h. der im kaiserlichen
Palaste tätigen Meister, und zwar „las“ er, obwohl anscheinend
Mathematiker von Beruf, über Philosophie, -- ein Kommentar zu
~Aristoteles~ ist noch erhalten --, Arithmetik, Geometrie, Astronomie
und Musik, angeblich auch über Astrologie, Chemie usf.[1166].
Seine in mehreren Handschriften überlieferten chemischen Vorträge
veröffentlichte zuerst ~Pizzimenti~ in lateinischer (unzuverlässiger)
Paraphrase als Nr. 4 seines wiederholt genannten Werkes von 1573; das
griechische Original druckte ~Ideler~ 1841 in den „Physici et medici
graeci minores“ ab[1167], anscheinend ohne genügende Sichtung der
Handschriften und auch ohne Beigabe der in Aussicht gestellten Lesarten
und Erklärungen.

~Usener~ ist der Ansicht, daß ~Stephanos~ die Vorlesungen über
Astrologie und Chemie nicht wirklich gehalten haben könne; betreff
der Astrologie[1168] widerstreiten der üblichen Angabe einige
seiner eigenen Äußerungen, und die Chemie, deren Ausübung Kaiser
~Diokletian~ in Ägypten untersagt und durch Verbrennung der Schriften
chemischen Inhaltes unmöglich gemacht hatte[1169], die daher seitdem
als „verbotene Kunst“ galt, durfte er im kaiserlichen Palaste zu
Konstantinopel nicht wohl lehren. Auch der Inhalt dieser Vorlesungen
scheint ~Usener~ dagegen zu sprechen, daß ein Mathematiker von Fach sie
geschrieben habe, und er neigt daher dazu, sie (und auch einige andere
Fragmente) als Pseudepigraphen aus späterer Zeit (etwa um 775) zu
betrachten[1170]. So beachtenswert diese Ansicht auch ist, so scheint
sie doch noch weiterer Vertiefung zu bedürfen, da das Vorhandensein von
Widersprüchen bei Kompilatoren von der Art des ~Stephanos~ keineswegs
vereinzelt dasteht, das Eingreifen des ~Diokletian~ aber wohl kein
gerade der Chemie so feindliches gewesen ist (s. weiter unten), und
überdies seither auch mehrere Jahrhunderte vergangen waren; zudem
soll gerade der Kaiser ~Heraklius~ von besonderer Vorliebe für alle
Geheimwissenschaften erfüllt gewesen sein[1171].

Das Buch des ~Stephanos~, das sich bei den späteren Alchemisten
ganz besonderer Wertschätzung erfreute und auch im arabischen
„Fihrist“ gepriesen wird, vermag indessen solchen hohen Ruf in
keiner Weise zu rechtfertigen[1172]. Seine neun, stets „σὺν θεῷ“
(„mit Gott“) überschriebenen Abschnitte oder πράξεις (Práxeis =
Vorlesungen, Traktate, Handlungen), -- dieses Wort bezeichnet in
den magischen Schriften und Papyrus-Urkunden namentlich auch die
+Zauber+-Handlungen[1173] --, mag man aufschlagen wo man will, man
wird allerorten das Nämliche vorfinden: unklare und weitschweifige
Paraphrasen der „Alten“, die den Mangel jeglicher eigener Sachkenntnis
und praktischen Erfahrung bezeugen; kritikloses Aufzählen und Rühmen
der Autoritäten, ihrer Axiome und ihrer Präparate; schwülstige und
scholastische Darlegungen unverstandener oder halbverstandener
Theorien; wirre mathematische und astrologische Anspielungen, -- dies
alles im Gewande hohler, unbestimmter, oft jedes faßbaren Inhaltes
entbehrender Redensarten und dabei untermischt mit mystischen,
enthusiastischen und religiösen Anrufungen, Ausrufungen und
Deklamationen. Das ganze Werk, -- ~Usener~[1174] bezeichnet es als
Homilie voll geheuchelten, Heidnisches, Mystisches und Christliches
vermengenden „sacri furoris“ --, bietet ein trauriges Beispiel des
letzten und völligen Verfalles einer Wissenschaft unter den Händen der
vielschreibenden byzantinischen Buchgelehrten und Kommentatoren; es
ist geradezu eine Satire auf das hübsche von ~Stephanos~ irgend einem
Vorgänger entlehnte Zitat[1175]: „Die Wissenschaft vermag alles; sie
sieht das Unsichtbare und vollbringt das Unmögliche.“

Genauer auf den Inhalt des Buches einzugehen, -- von dem ~Berthelot~
übrigens keinen Abdruck, sondern nur einen Auszug gegeben hat[1176]
--, lohnt dem Vorstehenden zufolge nicht, es wird vielmehr genügen, auf
einige Hauptpunkte kurz hinzuweisen.

Die alten Chemiker, zu denen u. a. auch ~Platon~ und ~Aristoteles~
zählen, stellten treffliche Grundsätze auf, wie „ἄνω καὶ κάτω“ (nach
oben und nach unten) und „Eines ist Alles, Alles ist Eines“[1177],
erdachten vorzügliche Vergleiche, wie den des großen Werkes mit
der Schlange ~Uroboros~ und den des menschlichen Kopfes mit einem
Destillierhelm[1178], und fanden die Bedingungen auf, unter denen das
große Werk gerät und Gold liefert, das besser und schöner ist als
das natürliche[1179]. Als Ausgangsmaterial benützten sie entweder
Kupfer, das wie ein Mensch Körper, Seele und Geist hat[1180], oder
eine Legierung von vier Körpern (= Metallen), die Magnesia[1181]. Zur
Einleitung der Umwandlung, die auf einem Herauskehren des Inneren
beruht, verbrennt man die Rohstoffe erst zu Asche und betrachtet das
gute Gelingen +dieser+ Arbeit als günstiges Vorzeichen für das der
+gesamten+[1182]; es folgt die Schwärzung, „diese großartige und
bewunderungswürdige Sepsis [hier = Digestion, Maceration] der ~Isis~“,
sodann die Weißung, die sich langsam vollzieht wie das Bleichen von
Geweben, und schließlich die Gilbung[1183]. Diese Operationen erfordern
die Anwendung von Medizinen und Tinkturen[1184], u. a. des Schwefels,
des göttlichen Wassers, des Quecksilbers, das flüssig und heiß wie
Blut ist, sowie des anderen Quecksilbers, das man aus dem „Männlichen“
(Arsenikon) gewinnt, und dessen Name die Lösung vom Rätsel der neun
Buchstaben verbirgt[1185]. Wichtiger und mächtiger als diese alle
ist aber der zauberkräftige Stein [βοτάνη, Botáne, ursprünglich nur
Zauber+kraut+], den unser Land Äthiopien hervorbringt[1186], der
„Stein der Weisen“, „Stein der Philosophen“, der auch etesischer Stein
heißt, der geheim und allbekannt, gemein und kostbar ist, und vermöge
astrologischer Einflüsse der zwölf Zeichen des Tierkreises aus den
Naturen und Farben der sieben Planeten hervorgeht[1187]. Er vollzieht
aber das große Werk, indem er das Männliche mit dem Weiblichen
vereinigt, also das Aktive mit dem Passiven, das Heiße mit dem Kalten,
das Rote mit dem Weißen, ~Hermes~ mit der ~Aphrodite~: „kämpfe
Kupfer! kämpfe Quecksilber!“ In Freuden gesellen sich Männliches und
Weibliches, denn die Natur erfreut sich an der Natur, es erfolgt
Zeugung, und das Gezeugte reift binnen 40 Tagen zu Gold[1188].


c) Herakleios (Heraklios) und Justinianus.

Mehrere anscheinend verschollene Abhandlungen alchemistischen Inhaltes
werden dem „König ~Herakleios~“ zugeschrieben[1189], den einige
Autoren für einen nicht weiter bekannten Chemiker halten, andere aber
für den byzantinischen Kaiser dieses Namens (610-641), der große
Vorliebe für die Geheimwissenschaften gezeigt und den ~Stephanos~ als
Vortragsmeister berufen haben soll; nach dem weiter oben Ausgeführten
dürfte ihm durch diesen allerdings kaum wesentliche Förderung zuteil
geworden sein.

Nicht viel mehr ist über die Werke des ~Justinianus~ bekannt[1190],
die ebenfalls zwar noch in den Inhaltsverzeichnissen gewisser
Handschriften (z. B. des Codex Marcianus) aufgeführt werden, in deren
jetzt vorliegenden Texten aber nicht mehr mitenthalten sind; einige
im „Codex Vossianus“ zu Leiden aufgefundene Bruchstücke handeln von
den Bestandteilen des philosophischen Eies, und zwar ungefähr in der
aus den „Praxeis“ des ~Stephanos~ bekannten und auf dessen Zeitalter
hinweisenden Art.


d) Philosophus Anonymus (Anepigraphos).

Dieser byzantinische Sammler ist, da er den ~Stephanos~ zitiert, für
jünger anzusehen als der ~Philosophus Christianus~, der ~Stephanos~
nicht oder nur an später Einschiebung verdächtigen Stellen nennt,
und wird von ~Berthelot~ in das 7. Jahrhundert versetzt[1191], von
~Kopp~ in das 8.[1192]. Betreff seiner Abhandlung gilt das nämliche
wie hinsichtlich derer des ~Philosophus Christianus~, einige Hinweise
werden daher auch hier genügen.

Die genauen und sicheren Vorschriften zur Ausführung des großen
Werkes gaben die ökumenischen Philosophen und Kommentatoren des
~Platon~ und ~Aristoteles~, von ~Hermes~ angefangen bis auf den
großen ~Olympiodoros~ und ~Stephanos~[1193], am gründlichsten aber
~Demokritos~; die Lehren seiner vier Bücher sind vergleichbar den vier
Haupt- oder authentischen Tonarten der Musiker, während die Mißerfolge
und Fehlschläge (νεκρώσεις = Tötungen, Absterben) den Dissonanzen
und plagalen Schlüssen parallel gehen[1194]. Wesentliche Grundlage
des großen Werkes ist das Blei, das „etesische Metall“ von an sich
kalter Natur, das aber in der Wärme leicht flüssig wird, sich mit
anderen Körpern vereinigt und so die Schmelze ergibt, die, nach den
Worten μῖξις und μίγνυμι (Mischung, mischen), auch „Magnesia“ genannt
wird[1195]; weil die Wärme diese Mischung (σύνθημα) „ausbrütet“, heißt
sie „Ei der Philosophen“, auch besitzt sie die vier Teile, die nach dem
Philosophen ~Xenokrates~ das Ei aufweisen muß, nämlich Schale, Eihaut,
Eiweiß und Eigelb[1196]; das Produkt des großen Werkes bezeichnet man
demgemäß als ὕλη ὀρνιθογονία = das Vogel-Entsprossene, und das im
Laufe der Arbeit aufsteigende Sublimat als ὄρνις = Vogel, denn als die
„Eier“ dieses „Vögelchens“ sind eben die seine Entwicklung (γέννησις
τοῦ ὀρνιθίου) ermöglichenden Bestandteile anzusehen[1197]. Man reinigt
diese erst durch Taricheia und dann durch Waschen, wobei darauf zu
achten ist, daß schließlich so wie beim Waschen des Leinenzeugs,
der Schaum (τὰ σκάμματα) völlig klar abläuft[1198]; die nötigen
Sublimationen geschehen im δίπλωμα (Díploma = Wasser- oder Aschen-Bad),
in passenden Gefäßen, oder auch in geraden, teils einfachen teils
mehrfachen [in- oder übereinander gestellten] Rohren[1199]; die
schließliche Umwandlung erfolgt durch Projektion (ἐπιβάλλειν)[1200].


e) Pappos.

Ein Aufsatz dieses „Philosophen“, der sich außer auf ~Moses~ und
andere Alte auch auf ~Stephanos~ beruft und deshalb in das 7.
oder 8. Jahrhundert versetzt wird[1201], bietet inhaltlich nichts
Bemerkenswertes; eingeleitet wird er von einer Schwurformel, die
Verwandtschaft mit der von ~Isis~ an ihren Sohn ~Horos~ berichteten
zeigt und auf die schon bei Besprechung dieser letzteren hingewiesen
wurde.


f) Kosmas.

Diesen Schriftsteller halten nach ~Kopps~ Bericht Einige für vermutlich
noch dem 7. Jahrhundert angehörig[1202], aller Wahrscheinlichkeit
nach aber mit Unrecht; zum mindesten zeigen seine Werke, so wie sie
jetzt vorliegen[1203], die wohlbekannte Beschaffenheit der späteren
byzantinischen Kompendien, d. h. sie stellen, ohne viel sachliches
Verständnis, allerlei Auszüge aus ~Zosimos~ und anderen Förderern der
Chemie (χυμία)[1204] zusammen, knüpfen daran leere und hinfällige
Betrachtungen, die das stete Sinken des wissenschaftlichen Geistes
deutlich ersehen lassen, und geben sich nicht einmal äußerlich mehr den
Anschein, nach Form und Inhalt irgend einem deutlichen und bestimmten
Ziele zuzustreben. Auf späte Einschiebungen deutet auch das Vorkommen
verschiedener Bezeichnungen hin, die entweder wie σαλόνιτρον[1205]
(Salónitron = Salpeter) und τζαπάρικον[1206] (Tzapárikon = Salmiak,
ursprünglich = Soda, Nitron) Chemikalien betreffen, die den Byzantinern
vor dem 13. Jahrhundert kaum näher bekannt waren, oder die [was
sehr charakteristisch ist!] aus lateinischen Worten umgebildet
sind, wie ῥασούχθη aus „aeramen ustum“ (dem „gebrannten Kupfer“ des
~Dioskurides~)[1207], oder das eben genannte σαλόνιτρον aus „sal
nitrum“.

Grundlage der Metallverwandlung, die nur angestrengte Arbeit, nicht
irgendwelchen Aufwand erfordert, ist auch nach ~Kosmas~ die Magnesia,
so genannt nach dem Mischen und Legieren der Bestandteile, denn
sie ist ein bleihaltiges Gemenge (σύγκρασις), eine Vereinigung der
Substanzen (synousiôsis), die reine und einzig verehrungswürdige
„Weiße“ (μόνη σεβασμία λευκότης), das weibliche Prinzip, der etesische
Stein (λίθος αἰτήσιος), der Molybdochalkos des ~Demokritos~ und
~Olympiodoros~[1208]; auf sie beziehen sich die Worte „wenn nicht
1 zu 3 würde und 3 zu 1, so wäre das All (τὸ πᾶν) ein Nichts
(οὐδέν)“[1209]. Man unterwirft die Magnesia erst „zwecks Einwirkung des
Flüssigen“ der Taricheia[1210] und setzt sie sodann dem zu Fixierenden
aus[1211], und zwar im „Ei der Philosophen“, -- das hier als ein
chemischer +Apparat+ auftritt --, bis sich nach 120tägiger Behandlung
im Pferdedünger die Seele (ψυχή, Psyche) zu entwickeln beginnt[1212].
Als Xerion dient Quecksilber [hier = Arsen], das man zwischen zwei
flachen mit Ton und Eiweiß verkitteten Schüsseln sorgfältig sublimiert
hat[1213]; so erhält man aus dem Kupfer das Silber, „diese σεληναία
ὕλη“ (dem Mond zugehörige Substanz), und weiterhin aus diesem das
Gold[1214].


g) Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos.

Die in jambischen (sog. politischen = volkstümlichen) Versen
abgefaßten, die heilige Kunst, ἱερὰ τέχνη, betreffenden Gedichte
dieser Autoren, die ~Kopp~ frühestens in das 8., ~Berthelot~ in das 9.
Jahrhundert versetzt[1215] und die sich in ~Idelers~ „Physici et medici
graeci minores“ abgedruckt finden[1216], sind gänzlich verworren,
inhaltsleer und voll von mystischen, dem ~Stephanos~ entlehnten oder
nachgebildeten Deklamationen und Anrufungen, die z. B. an einer
Stelle des ~Theophrastos~ gleich zwanzig aufeinanderfolgende Zeilen
ausfüllen, deren jede mit einem O! beginnt[1217]. Über den Drachen
dieses Autors, -- den man 20 Tage im Mist halten soll, bis er seinen
Schwanz verschlingt, worauf man ihn schlachtet, seine Galle herausnimmt
und mit ihr weißt und gilbt --, hat sich schon ~Borrichius~ in dem
weiter oben erwähnten „Conspectus“ lustig gemacht[1218]. Das sonst
Vorgetragene beschränkt sich auf die gewöhnlichen Redensarten von
reinem Herzen, von der Gnade Gottes, von den Gebeten und Wohltaten
„zur Abwendung des Neides“, vom Männlichen und Weiblichen, vom Weißen
und Gilben des italischen Kupfers und Stimmis[1219], usf., und es ist
daher ebenso erstaunlich wie bezeichnend, daß gerade diese flachen und
abgeschmackten Gedichte seitens der Nachwelt andauernd hoch in Ehren
gehalten und als besonders wertvoll angesehen wurden[1220].


h) Salmanas.

Nach einer nicht ganz einwandfreien Vermutung, die sich auf gewisse
Angaben des byzantinischen Gelehrten ~Psellos~ (1020-1105) stützt,
soll ~Salmanas~ im 9. oder 10. Jahrhundert gelebt und gewirkt haben;
aus seiner vorgeblichen Schrift, die u. a. zuerst (?) das aus dem
Persischen entlehnte Wort τάλκ oder τάλακ (Talk) zu enthalten scheint,
läßt sich nicht klar ersehen, ob wirklich eine Abhandlung des
~Salmanas~ in Frage kommt oder nur ein Bericht über ihm zugeschriebene
Verfahren[1221]. Diese sollen sich u. a. auf die Herstellung runder
großer Perlen, anscheinend aus mehreren kleineren, beziehen, also auf
einen Gegenstand, den (ebenso wie die Nachbildung von Edelsteinen) die
griechischen Alchemisten nicht selten zu behandeln pflegten; zwar wird
~Salmanas~, -- man weiß nicht von wann an --, als „Araber“ bezeichnet,
da aber die arabischen Quellen und Zusammenstellungen nirgends einen
Alchemisten ~Salmanas~ erwähnen[1222], und die fragliche Schrift auch
allein in griechischer Fassung bekannt ist, so spielt der Beinamen des
„Arabers“ hier vermutlich nur eine ähnliche dekorative Rolle, wie in so
manchen anderen Fällen der des „Persers“ oder „Inders“. Überdies ist
dem Griechischen der Namen ~Salmoneus~ keineswegs fremd, es führt ihn
u. a. schon ein Sohn des ~Aeolus~ und Bruder des ~Sisyphos~[1223].


i) Psellos.

~Psellos~ (Michael Constantinos), der 1018-1078 in Konstantinopel
lebte, daselbst Lehrer der Theologie und Philosophie, vermutlich auch
beamteter Priester war, und vielerlei schriftstellerische Arbeiten
verfaßte, richtete u. a., auf eine Anfrage des Patriarchen ~Xiphilinos~
hin, an diesen einen Brief über die Goldmacherei (Chrysopoiía), in
dem er sich als wohlvertraut mit der überlieferten Literatur zeigt,
nirgends aber, wie man irrtümlicherweise behauptet hat, auf eigene
alchemistische Tätigkeit anspielt[1224]. Dafür, daß die späteren
Byzantiner solche ausübten, fehlen überhaupt noch entsprechende
Nachweise, und die sehr dürftigen Notizen einiger Lexikographen (auf
die weiter unten noch zurückzukommen sein wird) zeugen eher gegen, als
für diese Behauptung. Der Brief des ~Psellos~, der für die Verbreitung
alchemistischer Ideen im westlichen Europa zur Zeit der beginnenden
Renaissance von Bedeutung war, führt die Herstellung des Goldes teils
auf die Behandlung, des „ψάμμος χρυσίτης (goldfarbigen Sandes) der
Ufer“ zurück, teils auf die Anwendung der von den Alten, namentlich
von ~Demokritos~, beschriebenen Verfahren, an deren Vortrefflichkeit
und Untrüglichkeit ~Psellos~ offenbar fest glaubt, deren Schilderung
aber durch seine Darlegungen nicht an Deutlichkeit gewinnt; eine
lateinische, ziemlich willkürliche und nicht ganz vollständige
Übersetzung des Briefes veröffentlichte zuerst 1573 ~Pizzimenti~ als 5.
Teil seines wiederholt erwähnten Werkes.

Eine Anzahl inhaltsarmer alchemistischer Verse, die früher Einige
dem berühmten ~Johannes Damaskenos~ (700-754), Andere dem ~Psellos~
zuschrieben, gehört keinem dieser Autoren an, ist vielmehr vermutlich
von ~Philippos Solitarios~ verfaßt, einem byzantinischen Mönche, der um
das Jahr 1100 lebte[1225].


k) Nikephoros.

~Nikephoros~ identifizieren die Handschriften zumeist mit ~Nikephoros
Blemmydes~, der im 13. Jahrhundert zu Konstantinopel eine geistliche
Würde bekleidete (?)[1226]; da es aber nach ~Berthelot~ für jene
Gleichsetzung an ausreichenden Gründen fehlen soll[1227], +kann+ er
auch viel früher gelebt haben, und der Inhalt seiner nur unvollständig
erhaltenen Schriften[1228] spricht nicht gegen eine solche Annahme.
Sie erwähnen u. a. das Abwägen und das Zerkleinern der Substanzen, zu
dem man μάρμαρον πορφύρεον gebraucht (wörtlich: marmornen Porphyr,
d. i. Porphyrstein, -- auf ägyptischen Ursprung deutend)[1229], ferner
die Magnesia, die auch „gebranntes Kupfer“ oder „Gelbes der Eier“
heißt[1230], endlich den „Stein der Weisen“ (λίθον τῶν σοφῶν), der
aus den vier Elementen „Heiß, Kalt, Trocken, Feucht“ besteht[1231];
dieser „Stein, der kein Stein ist“, stellt das wahre Xerion vor, das
ξήριον ὀξυπορφύρεον [das intensiv rote = goldfarbige], von dem schon
die kleinste Menge, auf Silber projiziert, dieses in prächtiges Gold
verwandelt[1232]. -- An mehreren Stellen wird die Destillation der
vorgeschriebenen Substanzen verlangt und dabei angegeben, daß sich das
Kondensat in einem Glasgefäße ansammeln soll wie bei der Destillation
des Rosenwassers das ῥοδόσταγμα, d. i. das Rosenöl[1233]; die Gewinnung
dieses Öles durch Destillation scheint in Persien spätestens bereits
während des 9. Jahrhunderts in größerem Maßstabe üblich gewesen zu
sein, und die Vorschriften des ~Nikephoros~ bieten daher unter allen
Umständen hohes Interesse, namentlich auch für die Geschichte der
Destillation und ihrer Ausführung.




9. Technische Abhandlungen und Vorschriften.

(8. Jahrhundert und später?)


Unter dem Titel „Technische Abhandlungen und Vorschriften“ hat
~Berthelot~ eine Zusammenstellung zahlreicher einzelner „industrieller
Methoden“[1234] und „Atelier-Rezepte“[1235] veröffentlicht, die er
den verschiedensten Stellen der von ihm herausgegebenen griechischen
und byzantinischen Schriften entnahm und dadurch völlig ihrem
ursprünglichen Zusammenhange entfremdete, -- dessen Wiederherstellung
einen unverhältnismäßig großen und kaum gerechtfertigten Arbeitsaufwand
erfordern würde. Die betreffenden Angaben erweisen sich nämlich fast
stets als äußerst dunkel und schwerverständlich; ferner entstammen sie
meist weit auseinander liegenden und nicht stets sicher feststellbaren
Zeiten (etwa vom beginnenden 8. Jahrhundert an bis zum 13. oder gar
14.)[1236]; sodann erweisen sie sich, auch wo sichtlich Altes zugrunde
liegt, durch byzantinische Einschiebungen und Zusätze entstellt[1237];
endlich sind sie zu einem großen Teile in jenem barbarischen Griechisch
der späten und ganz späten Perioden abgefaßt, dessen hervorstechendes
Kennzeichen die Benützung lateinischer und romanischer, persischer und
arabischer Worte in gräzisierter Form ist.

Was +Gold+ und +Silber+ anbelangt, so wird deren Bearbeitung und
Verarbeitung, die viele Handarbeit und viel Brennstoff in Anspruch
nimmt[1238], ferner die Gewinnung dünner Blättchen, die Goldschlägerei,
die Herstellung von Goldschrift und Goldbuchstaben[1239] u. dgl. in
einer Art beschrieben, die den (allerdings auch +vor+ ~Berthelot~ von
niemandem bezweifelten) Zusammenhang der betreffenden antiken und
frühmittelalterlichen Verfahren deutlich hervortreten läßt[1240].
Neben dieser „Verarbeitung“ ist aber nicht selten auch von der
„Anfertigung“ der Edelmetalle die Rede: Silber macht man z. B. nach
einer aus dem Tempel des ~Helios~ [= ~Ptah~] stammenden Vorschrift
des Königs ~Salomon~, die eine Anwendung östlichen (ἀνατολικόν)
und westlichen (δυτικόν) Quecksilbers und eine Arbeitszeit von 40
Tagen voraussetzt[1241], Gold aber nach dem Verfahren des „Kaisers“
~Justinianus~ unter Benützung einer Kerotakis und binnen 41
Tagen[1242]. Die Schwärzung vollzieht sich mittels eines Xerions, zu
dessen Bereitung aus „Asche“ ~Isis~ und ~Zosimos~ Anleitung gaben, und
über das ~Zosimos~ auch sagte: „es schwärzt, ohne selbst schwarz zu
sein, aber nicht dauerhaft“[1243]; das Xerion (ξήριον) ist der trockene
(ξηρόν, xerón) Teil des fixierenden Steines (λίθος σφίγγων)[1244],
der die schließliche Umwandlung in Gold bewirkt, die durch Gegenwart
etwas fertigen Goldes sehr gefördert wird. Daher bringt man auch ein
wenig Gold an dem Ende des zur Mischung dienenden Rührstockes an[1245],
-- ein Verfahren, das naheliegenden und frühzeitig erkannten, aber
bis in die Neuzeit hinein immer wieder mit Erfolg benützten Kniffen
alchemistischer Betrüger Tür und Tor geöffnet hat.

Gold „macht“ man auch durch „Färben“ des +Kupfers+ nach persischer
Vorschrift mittels θουθία[1246]. -- Die Überlieferung einer persischen
Vorschrift ist in +diesem+ Falle sicherlich begründet, denn θουθία
= Tutía wird abgeleitet vom persischen Dûd = Rauch, und bezeichnet
das beim Rösten zinkhaltiger Materialien durch eine Art Sublimation
gewonnene Zinkoxyd, dessen Einwirkung auf Kupfer das +Messing+ ergibt;
dafür, daß man diese goldglänzende und goldähnliche Legierung, die
anfänglich wohl durch unmittelbares Verschmelzen von Kupfer oder
kupferhaltigen Erzen mit zinkhaltigen dargestellt wurde, in Persien
schon seit +sehr+ langer Zeit kannte, sprechen u. a. einige Angaben bei
~Aristoteles~.

+Oreichalkon+ (wörtlich = Bergerz), dessen ursprüngliche Beschaffenheit
dahinsteht, gilt den Verfassern der in Rede stehenden Schriften
ebenfalls bereits für +Messing+, denn zu Oreichalkon, gelb wie Gold,
wird das Kupfer außer durch „Safran, Eigelb, Honig, Galle, κορκυμά
(Kurkuma), .... und anderes Gelbes“ auch durch τουτία (Tutía),
durch τάρταρος (Tártaros), der auch als spanische grüne (?) Tutia
gekennzeichnet wird[1247], und durch κόπρος [Kópros, wörtlich Kot,
hier Abfall, nämlich eines Erzes oder Metalles][1248]. -- Wie Kurkuma
(der prächtig gelbe Farbstoff der Kurkuma-Wurzel) und Tutia, so weist
auch Tartaros auf arabische Vermittlung hin, denn „Tartarum“, -- in
dieser Form tritt das Wort im 11. Jahrhundert zuerst auf --, ist
eine durch Volksetymologie entstandene Umbildung des arabischen (vom
persischen Durd abgeleiteten) Dúrdijj, nach ~Tschirch~ „Durdijjun“,
das, ebenso wie κόπρος, einen Abfall, einen Bodensatz bezeichnet,
z. B. den Weinstein, faex vini, τρὺξ οἴνου, so daß die Gleichsetzung
von „Bodensatz“ und „Unterwelt“ leicht begreiflich und naheliegend
erscheint[1249].

Die altbekannte Legierung „aus einem Pfund cyprischen Kupferrostes
und zwei Unzen Zinn“, d. i. +Bronze+, wird bei Schilderung der aus
ihr herzustellenden Gußsachen unter dem Namen βροντήσιον (Brontésion)
erwähnt[1250], der nach ~Berthelot~ hier, in einer etwa dem 11.
Jahrhundert angehörigen Schrift, zum ersten Male in dieser Gestalt
auftritt, soferne nicht schon dem wohl einer byzantinischen Quelle
des 7. bis 10. Jahrhunderts entstammenden Zusatze „ἀπὸ βροτισίων“
(Brotisíon) zu einer Abhandlung des ~Zosimos~[1251] die nämliche
Bedeutung „aus Bronze“ unterzulegen ist (Näheres s. weiter unten).

+Quecksilber+, das sich, wie bereits angeführt, als orientalisches
und okzidentalisches unterschieden findet[1252], liefert bei der
Vereinigung mit Schwefel Zinnober[1253], sowie bei einer besonderen
(ganz unklar beschriebenen) Behandlung die „Sublimat“ genannte
Substanz, die furchtbar giftig ist und sich allmählich schwärzt,
wodurch sie dann unbrauchbar wird[1254].

+Eisen+ härtet man durch Abschrecken in Wasser oder Öl und versteht
es auch zu „färben“, u. a. zu „indischem“ [sog. damasciertem?]
Stahl[1255]; die Namen hierbei angewandter Zusätze werden mit den
arabischen (?), wohl aus +einem+ persischen Ausdrucke entstellten
Worten Elilag, Belilag und Amblag wiedergegeben, deren letzterer
u. a. den Gerbstoff der Myrobalanen bezeichnen soll, vielleicht aber
auch nur als Deckname dient[1256]. -- Auf einer der nicht seltenen
Verwechslungen von Braunstein und Magneteisenstein dürfte die Angabe
beruhen, daß „nach einer in Indien gemachten Entdeckung, die von
den Indern zu den Persern und von diesen zu uns kam“, die weibliche
Magnesia der Glasmacher (ὑελουργική) den Schwertern hervorragende und
wunderbare Eigenschaften verleihe; bei dieser Bearbeitung sollen 4
Pfund Eisen 100 Pfund Kohlen (κάρβωνα, Kárbona) erfordern[1257]. --
Eisen zu vergolden ist man ebenfalls imstande und bedient sich hierzu
eines (nicht weiter bezeichneten) τάρταρος (Tartaros)[1258].

+Glas+ stellt man in allen Farben dar, z. B. πράσινον (prásinon, grün),
κίτρινον (kítrinon, gelb), κυάνεον (kyáneon, blau), ἄσπρον (áspron,
weiß), usf.; zur Entfärbung (Reinigung) benützen die Glasmacher die
μαγνησία τὼν ὑελίνων, μαγνησία ὑελουργική (Magnesia der Glasmacher,
d. i. Braunstein, Mangansuperoxyd)[1259].

+Edelsteine+ „färbt“ man nach den Rezepten des „im Heiligtume des
Tempels gefundenen Buches“, -- eine Angabe, die auf alte Überlieferung
deutet oder deuten soll[1260]. Wie die Färbung der Metalle durch das
Xerion unbedingt eine Vorbehandlung erfordert[1261] und wie das Färben
der Gewebe, z. B. der purpurnen, mit +einer+ einzigen Lösung (die
tränkt, färbt und fixiert) nur dann möglich ist, wenn vorher eine
beizende Flüssigkeit entsprechend eingewirkt hat[1262], so verhält es
sich auch bei den mineralischen Substanzen. Schon ~Demokritos~, ~Maria~
und ~Zosimos~ wußten, daß die Färbung bald nur durch +mehrere+ Zusätze
zu den Lösungen (Schmelzen) geschieht, bald auch nur durch +eine+
Zugabe, je nach dem verlangten Erfolge: entweder braucht nämlich die
Färbung bloß oberflächlich zu sein, dann kann sie zuweilen unmittelbar,
zuweilen mittelbar d. h. unter Zuhilfenahme einer „Beize“, bewirkt
werden; oder sie soll die ganze Masse durch und durch betreffen, dann
muß erstens die Oberfläche erweicht, zweitens die färbende Substanz
aufgebracht, und drittens die Farbe fixiert werden[1263]. Grundlage
aller Färbungen, weil alle Farbstoffe in sich aufnehmend, ist +das+,
was die Griechen κομάρις (Komáris) oder ἀφροσέληνον (Aphrosélenon)
nennen, die Perser und Ägypter aber τάλακ, ταλάκ (Talk)[1264]; dies ist
eigentlich Selenit, Marienglas, die klare und durchsichtige Varietät
des Gipses, soll aber hier jedenfalls eine ebenso beschaffene und
rein weiße Glasmasse bezeichnen, die Färbungen jeden Tones leicht
und gut annimmt oder aufnimmt. Als Farbstoffe, die entweder der
Glasmasse zugesetzt oder [durchscheinenden Lacken ähnlich] nur auf die
fertigen Gläser aufgebracht werden, finden sich genannt: Kupferrost
(ein Kupferoxyd), λαξούριον (Kupferlasur?), ἰσάτις (Isátis), ἄγχουσα
(Anchusa), Drachenblut [rotes indisches Harz], indisches Schwarz (=
ἰνδικόν?)[1265], ferner, nach ~Ostanes~, ~Agathodaimon~, ~Maria~ und
~Moses~ die Gallen des Ichneumons und Geiers, die man zunächst 40 Tage
mit Kupferrost maceriert[1266], sowie Gallen, Schuppen und Knochen
der im Meere lebenden Fische, Wale und Schildkröten[1267]. Da diese
Seetiere des Nachts leuchten, so erhält man mittels ihrer Bestandteile
auch jene kostbaren Edelsteine, denen die nämliche Eigenschaft des
Leuchtens [Phosphorescierens?] im Dunkeln zukommt, z. B. den λυχνίτης
(Lychnítes) und den λαμπηδών (Lampedón)[1268].

Wie alle alten Philosophen lehrten, sind die ὕδατα (die göttlichen
Wässer) und πνεύματα (Pneumata) erfüllt von Kräften voll großartiger
Wirksamkeit, mittels derer man nicht nur Edelmetalle gewinnen kann,
sondern auch +Edelsteine+ und +Perlen+[1269]. Treffliche Vorschriften
zur Darstellung von Perlen, namentlich zum Vereinigen mehrerer kleiner
zu ganz großen, gab ~Salmanas~ der Araber[1270]; soll der Erfolg
ein guter sein, so müssen die nötigen Präparate gewissen [schon dem
~Plinius~ und den Verfassern der sog. „Geopónika“ bekannten] ganz
besonderen Reinigungen unterworfen werden, man verfüttert sie z. B. in
feinverteiltem Zustande an Vögel und gewinnt sie, durch die Verdauung
geläutert, aus deren Exkrementen wieder[1271].

+Seife+ stellt man durch Kochen von Fetten mit Lauge dar[1272]; die
Lauge wird bereitet, indem man Asche in einer Reihe von vier Kübeln
mit Wasser so auslaugt, daß die im Ersten gewonnene Lösung auf die
frische Asche im Zweiten gegossen wird, usw., wodurch die Flüssigkeit
den Letzten in stark angereichertem Zustande verläßt; manche verwenden
mit Vorteil statt gewöhnlichen Wassers Kalkwasser, andere benützen
auch noch Zusätze verschiedenster Art, mineralische, z. B. ἄσβεστον
θειώδη, pflanzliche, ja sogar „Bocksblut“[1273]. -- Den ἄσβεστον θειώδη
(ásbeston theióde) faßt ~Berthelot~ als Schwefelcalcium auf, doch wäre
dessen Gebrauch und Wirkung schwer zu verstehen; vermutlich bedeutet
das Beiwort θειώδη nicht „schweflig“ sondern „göttlich“, und es handelt
sich um gebrannten Kalk, dessen Eigenschaften man sehr allgemein als
höchst wunderbare und magische ansah; zu ihnen zählt u. a. seine
äußerst merkwürdige Fähigkeit, „dem mit Kalk und anderen Zusätzen
behandelten Leinen“ Unverbrennlichkeit zu verleihen[1274].

Sehr unklar und verworren sind einige Mitteilungen über das Brauen von
+Bier+ aus Gerste; das hierbei vorgeschriebene ὕδωρ γλυκύ ist indes
nicht „eau sucrée“, wie ~Berthelot~ glaubt, sondern einfach „süßes
Wasser“ im Gegensatze zu Meerwasser oder dgl.[1275].

Einige Stellen, die neben dem „gewöhnlichen schärfsten Essig“, ὄξος
δριμύτατον κοινόν[1276], auch der +Mineralsäuren+ Erwähnung tun,
gehören jedenfalls zu den Einschiebungen aus spätester Zeit, da
diese Säuren nicht, wie man früher annahm, arabische Entdeckungen
des 8. oder 9. Jahrhunderts sind, vielmehr nachweislich zuerst im
Abendlande und zwar im Laufe des 13. Jahrhunderts bekannt wurden,
also auch nur von dort aus, und nicht vor etwa 1300, nach dem Osten
gelangt sein können[1277]: demgemäß[1278] wird durch Destillation von
σαλονίτριον (sal nitrum, Salpeter) mit Alaun oder Vitriol (χάλκανθος),
von σαλονίτριον mit βιτριόλον ῥωμάνον [vitriolum romanum, römischer
Vitriol, in Wirklichkeit römischer Alaun], sowie von σαλονίτριον mit
diesen Stoffen und mit Salmiak jenes göttliche Wasser (θεῖον ὕδωρ)
bereitet, das als Kondensat den Helm [τὸ καπούτζιν = die Kapuze, ital.
capuccio] verläßt, um sich im Ambix anzusammeln, und ὕδωρ ἰσχυρόν [=
aqua fortis, scharfes Wasser, d. i. Salpetersäure bzw. Königswasser]
genannt wird (λέγεται); man benützt es zum Ausziehen und Abscheiden
des Goldes aus seinen Legierungen [daher „Scheidewasser“], und wenn
man es mit Silber oder Quecksilber in einem Kolben (ἐν βικίῳ) auf dem
Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ) erhitzt und dann eindampft, so erhält
man λευκὸν κρύσταλλον, „weiße Krystalle“[1279], [nämlich Silber-
oder Quecksilber-Nitrat]. Auch aus dem Schwefel, der beim Erhitzen
zunächst weich wird und in diesem Zustande zum Abdrücken von Münzen
u. dgl. dient[1280], macht man ὄξος θεῖον, den Essig [= die Säure] des
Schwefels[1281], [d. i. Schwefelsäure].

Das oft 5 bis 6 Stunden dauernde Erhitzen der mit verschiedenen
Stoffen gefüllten und nach Bedarf mit dem Helm (καπούτζις) verbundenen
Gefäße (ἄμβιξ, Ambix) geschieht entweder durch Einsetzen in kochendes
Wasser (ὑγρά κάμινος, wörtlich = Wasser-Kamin)[1282], oder im
Sand- und Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ)[1283], oder endlich, je nach
dem erforderlichen Hitzegrade, im Dauerbrandofen (αὐτοματάριον
Automatárion)[1284], im Backofen (ἐν φούρνῳ ἀρτοποιοῦ = im Ofen
des Bäckers; ἐν φουρνελλίῳ, im Bäckerofen)[1285], und im Ofen der
Glasmacher[1286]. Bei der Herstellung der Mineralsäuren ist ein
besonders haltbarer Kitt erforderlich, den man aus reinem gebranntem
Kalk (ἄνθος ἀσβέστης = Blüte des Kalkes), Käsestoff [d. i. Casein],
Haut- oder Knochen-Leim, dicker Hefe oder Eiweiß zurechtmischt[1287].
-- Zum Sammeln und Aufbewahren von Präparaten gebraucht man βυσσία
ὑάλινα, Büchsen aus Glas[1288]; Lösungen klärt man durch Filtrieren
über Werg[1289]; gleichmäßig feine Pulver gewinnt man durch Sieben
mittels πανίῳ μεταξωτῷ[1290], Stoff aus Métaxa = Seidenzeug[1291].
Als Gewichtsmaß, z. B. beim Abwägen von Silber, wird γράμμα (Gramma,
Gramm) erwähnt[1292], als Zeitmaß die Länge des Vaterunsers, ἕως ὥραν
πάτερ ἡμών[1293]; ~Berthelot~ faßte diese Worte in der Bedeutung auf
„bis zur Stunde des Vaterunser-Betens“, doch ergeben sie erstens
in dieser keinen rechten sachlichen Sinn, und zweitens ist es eine
ganz allgemeine Erscheinung, daß die alten, bei kultischen und
Zauber-Handlungen als Zeitbestimmung dienenden Sprüche (z. B. die
λόγοι der Zauberpapyri) später als unerlaubte ketzerische angesehen
und daher durch erlaubte orthodoxe ersetzt werden[1294], oder daß, wie
~Bouché-Leclercq~ es ausdrückt, Religionen, die sich in der Richtung
von Bildung und Moral umgestalten, an Stelle magischer Formeln fromme
Gebete treten lassen[1295].

Aus der Reihe der ungewöhnlichen oder aus fremden Sprachen übernommenen
und umgebildeten Worte seien die nachstehenden als besonders
bemerkenswert hervorgehoben:

  ἀέρα = aes (Gen. aeris) = Bronze[1296].

  ἀλκίμη, ἄλκιμον = Schmelze, Geschmolzenes[1297].

  ἄνθος ασβέστης = Blüte des Kalkes, Ätzkalk[1298].

  αντεμόνιον = Antimon[1299], angeblich erschmolzen aus Schwefel und
  μαρκαζήτα[1300] = Markasit; Markasit und Magnesia bezeichnen nicht
  selten das Schwefelantimon oder Stimmi[1301].

  ἀρτζέντο = argentum = Silber[1302].

  ἀσήμη = Silber[1303], (als „non signatum“, ungestempeltes?).

  βαμβάκη = Bombyx = Baumwolle[1304].

  βερδεράμη = ver d’arain [vom spätlateinischen aeramen] =
  Grünspan[1305].

  βερονίκη = vernix = Firnis[1306]; hat nichts gemein mit dem
  Eigennamen Beronika, Veronika, denn dieser ist identisch mit
  Pheronike oder Nikophora = die Siegbringende].

  βιτρίολον ῥωμάνον = vitriolum romanum = römischer Vitriol; in
  Wirklichkeit römischer Alaun[1307].

  βοράχη, βόραχον = Alkali, später = Borax[1308].

  γλυκόριζον = Süßholz[1309].

  διάργυρος = Quecksilber[1310].

  καπούτζις = Kapuze (ital. capuccio) = Helm, Deckel[1311].

  κόρκομα, κούρκουμα = Kurkuma (gelber Farbstoff)[1312].

  λαζούριον = Lasur (Kupferlasur? pers. laǰwerd, laǧwerd)[1313].

  λεμόνη = Lemone, Citrone[1314].

  λουμπάρδις = Metall der „Lombarden“ = Bronze[1315]; [„Lombarden“
  heißen schon gewisse größere Wurfgeschütze aus älterer Zeit].

  μανδίλιον = ein Stück Tuch[1316], [= Mantille].

  μαρκαζήτα = Markasit[1317].

  μάρμαρον ῥωμάνον = römischer Marmor; ἐπὶ μάρμαρον πορφυροῦν = auf
  Marmor feinreiben[1318] [franz. porphyriser].

  μβουράζω = Borax[1319], s. oben.

  μέταξα = Seide[1320].

  μόλυβδος ἔγχαλκος = kupferhaltiges Blei[1321]), [Legierung].

  μόλυβδος δελματήσιος = Blei aus Dalmatien (?); ähnlich σαβυήσιος aus
  Illyrien (?) und σαρδιανός aus Sardinien[1322].

  μονοβασία, ein griechischer Wein = Malvasier[1323].

  νατήφ der Araber, eine rote Farbe, auch „Rot der Palmen“, [wie φοίνιξ
  = Palme, Rot, rotes Schwefelantimon usf.][1324].

  νεράντζη, νεράντζιον (persisch) = Orange[1325].

  σάλγεμα = sal gemmae = Steinsalz[1326].

  σαλονίτριον = sal nitrum = Salpeter[1327], [ital. salonitro].

  σαπώνιον, σαπουνίον, σαπόνη, σάπωνον = Alkali, später Seife[1328];
  daher σαπονίζειν = reinigen, abseifen.

  σηπίας ὄστεον = Sepia-Knochen[1329].

  σουλίμα = sublimatum = Sublimat[1330].

  τάρταρος = Tartarus[1331], (ein Abfall, Bodensatz).

  τζαπαρικόν = Alkali, später Salmiak[1332], [verwandt mit σάπωνον?]

  τουτία, θουθία = Tutia[1333] [Zinkoxyd u. dgl.].

  φλουρία βενέτικα = florinus veneticus = venetianischer Gulden =
  Dukaten[1334].

  φοῦρνος, φουρνέλλιος = furnus, Bäckerofen[1335] (franz. fournil).




Zweiter Abschnitt.

Die Quellen der alchemistischen Lehren.




I. Die griechische Philosophie.


+Chronologische Übersicht der wichtigsten besprochenen
Philosophen+[1336].

  ~Thales~ (lehrte)                       um 600

  ~Anaximander~                          611-545

  ~Anaximenes~                           585-525

  ~Pythagoras~                           570-490

  ~Xenophanes~                           570-470

  ~Alkmaion~ (lehrte)                     um 500

  ~Leukippos~ (lehrte)                    um 500

  ~*Anaxagoras~                          500-428

  ~Heraklit~ (lehrte)                     um 490

  ~*Empedokles~                          490-430

  ~Zenon von Elea~                       490-430

  ~Parmenides~ (lehrte)                   um 480

  ~*Demokritos~                          460-360

  ~Melissos~ (lehrte)                     um 440

  ~Platon~                               427-347

  ~Philolaos~ (lehrte)                    um 400

  ~Diogenes von Apollonia~
  (lehrte)                                um 400

  ~Aristoteles~                          384-322

  ~Theophrastos~                         372-287

  ~*Zenon von Kition~                    342-270

  ~Xenokrates~ (lehrte)                   um 339

  ~*Kleanthes~                           331-251

  ~Straton~ (lehrte seit)                    286

  ~Chrysippos~                           280-205

  ~Panaitios~                            180-110

  ~Aristobulos~ (schrieb)                 um 150

  ~Poseidonios~                           135-51

  ~*Philon~                    30 v.-50 n. Chr.

  ~Seneca~ (gest.)                            65

  ~*Epiktetos~ (gest.)                       115

  ~Marc Aurel~                           121-180

  ~Numenios~ (schrieb)                    um 150

  ~Ammonios Sakkas~ (lehrte)              um 200

  ~*Plotinos~                            204-270

  ~*Porphyrios~                          272-304

  ~*Iamblichos~ (gest.)                      330

  ~Proklos~                              410-485

  ~Nestorios~ (lehrte)                    um 500

  ~Simplikios~ (lehrte)                   um 500

  ~Olympiodoros der Jüngere~
  (lehrte)                                um 600




1. Die Vorsokratiker.

Die Gelehrten, die sich mit den griechischen alchemistischen Schriften
nach deren Wiederauftauchen seit Ende des 15. Jahrhunderts zuerst
beschäftigten, machten bereits die Bemerkung, daß ihr Inhalt in
vieler Hinsicht durch gewisse Lehren beeinflußt sei, die sichtlich
der griechischen Philosophie entstammten; da man aber über diese
selbst und ihre Chronologie noch völlig im unklaren war, und erst die
Arbeit einiger Jahrhunderte dahin führte, auf solchem Gebiete auch nur
die Haupt-Richtlinien in annähernd zutreffender Weise zu ermitteln,
so darf es nicht wundernehmen, daß noch lange Zeit hindurch auch
sonst bedächtige und ernste Schriftsteller an Hand völlig haltloser
Voraussetzungen die abenteuerlichsten und verkehrtesten Schlüsse
zogen; diese blieben dann in der wissenschaftlichen Welt zum Teil
bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hin in einer Geltung, der die
Ausführungen einzelner aufgeklärter Köpfe nur geringen Eintrag taten.
Richtige und in allem Wesentlichen sachgemäße Einsicht erschloß zuerst
1856 eine Abhandlung „Keime der Alchemie bei den Alten“ von ~Prantl~,
dem hervorragenden, um die Geschichte der Geisteswissenschaften
und um Herausgabe und Verständnis der aristotelischen Werke gleich
hochverdienten Forscher; da sie aber nur in der von vielen als „höheres
Unterhaltungsblatt“ angesehenen „Deutschen Vierteljahrsschrift“
erschien[1337], und zwar ohne Namen des Verfassers, der ihrer
auch später bloß an einer ziemlich versteckten Stelle seiner
~Aristoteles~-Ausgabe Erwähnung tat[1338], blieb sie leider völlig
unbeachtet und den Historikern der Chemie, z. B. ~Kopp~, unbekannt.

Hat nun auch ~Prantl~ alles Hauptsächliche im rechten Lichte
gesehen, so ist doch einerseits seit 1856 ein ungeheurer Zuwachs
an Kenntnissen zu verzeichnen, andererseits aber bleibt auch eine
eingehendere Darstellung wünschenswert, als sie seine für eine
Zeitschrift bestimmte Skizze zu bieten vermochte. Im nachstehenden
soll daher der Versuch unternommen werden, Auftauchen und Entwicklung
derjenigen philosophischen Grundbegriffe und Lehren zu schildern,
die maßgebende Wichtigkeit für die Entstehung +alchemistischer+
Anschauungen erlangten. Diese Fassung der Aufgabe macht ersichtlich,
daß es sich nur um die zweckentsprechend eingeschränkte +Auswahl+
aus der unermeßlichen Fülle eines Stoffes handeln kann, den in
seiner Gesamtheit und allen seinen Verzweigungen nach selbst der
Fachmann auf philosophie-geschichtlichem Gebiete längst nicht mehr
gleich vollständig zu übersehen und zu beherrschen vermag; über die
Anschauungen vieler Forscher, ja ganzer Schulen, die an sich, also
ihren Gesamtleistungen und ihrer historischen Rolle nach, von hoher
Bedeutung sind, wird daher bald nur Weniges zu berichten, bald ganz
hinwegzugehen sein, soferne sie nicht auch auf jenem Sondergebiete
bestimmbare Spuren hinterliessen.

                              ——————————

Schon zur Blütezeit Griechenlands, insbesondere aber während der
hellenistischen Ära, gaben sich die ägyptischen Priester mit großer
Kühnheit als Stammväter wie der griechischen Religion, Poesie
und Gesetzgebung, so auch der griechischen Philosophie aus und
versicherten, Namen und Lehren der bei ihnen in die Schule gegangenen
„Weisen“ in ihren uralten „heiligen Schriften“ und auf den Stelen (ἐν
στήλαις) ihrer Tempel verzeichnet zu besitzen; bei den griechischen
Zeitgenossen fanden sie mit +dieser+ Behauptung ebenso Glauben[1339],
wie etwa mit +der+, auf solchen Säulen lese man die Erzählung von
jenen mythischen, in fernster Urzeit ausgefochtenen Kämpfen zwischen
den Bewohnern Attikas und der Atlantis, über die ~Platon~ im Dialoge
„Kritias“ berichtet[1340], oder auch die vom wahren Hergange des
trojanischen Krieges[1341]. Einfluß und Stellung der Priester Ägyptens,
woselbst, wie im ganzen Orient, Kult und Hierarchie in engster, dem
griechischen Geiste völlig fernliegender Weise verflochten waren[1342],
ließen es den fremden Zuhörern offenbar als berechtigt erscheinen,
diesen Männern unermeßliche Gelehrsamkeit und geheime Weisheit
zuzutrauen, deren Bedeutung man desto höher einschätzen durfte, je
weniger man in der Lage war, sie eingehender kennen zu lernen. Richtig
sprach indessen bereits ~Platon~ im Dialoge „Vom Staate“ (Republik)
aus, die Griechen beseele der Sinn für die reine Wissenschaft, die
Ägypter und Orientalen aber das Verlangen nach Erwerb[1343]; auch
bestätigen die Ergebnisse der neueren Forschung, daß tatsächlich weder
Ägypter noch Phönizier, Babylonier, Perser usf. jemals die Wahrheit
nur um ihrer selbst willen suchten, d. h. ohne jede Rücksicht auf
ihren Nutzen oder auf ihren Zusammenhang mit bestimmten Zwecken,
z. B. mit religiösen. Der westliche Orient besaß also Geheimnisse
rein wissenschaftlichen und vor allem rein philosophischen Charakters
selbst nicht, war daher auch nicht in der Lage, sie den Griechen
mitzuteilen; wohl aber entwickelte sich die griechische Philosophie
nicht unabhängig von den an ihrem Entstehungsorte, der kleinasiatischen
Küste, so mächtigen orientalischen Einflüssen, z. B. von jenen der
ägyptischen „Geometrie“, d. i. der rein praktischen Zielen dienenden
Landvermessungs-Kunst, der babylonischen Sternkunde, die, wesentlich
astrologischen Inhaltes, u. a. die regelmäßige Wiederkehr der
himmlischen Erscheinungen in Cyclen (Kreisläufen) und die Parallelität
der himmlischen und irdischen Ereignisse (des Makro- und Mikro-Kosmos)
lehrte, sowie endlich gewisser religiöser Vorstellungen babylonischer
und iranischer Herkunft. An genauerer Kenntnis dieser aller fehlte es
aber ursprünglich noch durchaus[1344].


a) Die jonischen Philosophen: Thales, Anaximander, Anaximenes; Heraklit.

Die jonischen Philosophen, deren Tätigkeit um etwa 600 v. Chr.
einsetzt, waren es, die zuerst den Gedanken erfaßten, Kern der bis
dahin allein betrachteten Welt des Wandelbaren und Flüchtigen sei ein
nur in Erscheinung und Gestalt Wechselndes, seinem eigentlichen Wesen
nach aber Beharrendes und Dauerndes, ein einheitliches Prinzip, das
sie als „göttliches“, als „Gottheit“ (jedoch nicht im religiösen Sinne
des Wortes) bezeichneten und φύσις (Physis) = Urstoff nannten[1345].
Aus dieser Ursubstanz, der Einen (ἐξ ἑνός) und Einheitlichen, in
späteren Zeiten auch ἀρχή (Arché = Urprinzip; +nicht+ = Uranfang in
+zeitlicher+ Hinsicht) oder οὐσία (Usía = Urmaterie) Geheißenen, die
allem Bestehenden zugrunde liegt (ὑποκείμενον), gehen zunächst die vier
Elemente hervor, die ebenso dauernd sind oder doch sein können wie der
Kosmos selbst, und weiterhin die Einzelstoffe, die sich fortwährend aus
den vier Elementen bilden, aber auch wieder in sie zerfallen[1346]; der
+Name+ „Element“ (στοιχεῖον, Stoicheíon) taucht allerdings, wie hier
ein für allemal bemerkt sei, erst bei ~Platon~ auf (und zwar als nicht
mehr ganz neuer)[1347], vorausgesetzt finden sich aber die Elemente,
alter Volksauffassung gemäß, bereits bei ~Homer~[1348].

Bei der Bildung oder Auflösung der Elemente handelt es sich also
nicht um ein Entstehen oder Vergehen, vielmehr erleidet der Urstoff
eine bloße μεταβολή (Metabolé = Umänderung)[1349], und zwar nur eine
qualitative αλλοίωσις (Alloíosis = Artverwandlung)[1350], hervorgerufen
durch mehr oder minder weitgehende Verdünnung oder Verdichtung unter
dem Einflusse von Wärme oder Kälte[1351], deren Fähigkeit zu derlei
umformenden und umgestaltenden Wirkungen dogmatisch feststeht[1352].
Demgemäß sind die Elemente potentiell (= der Möglichkeit nach) jedes in
jedem enthalten und können wechselseitig ineinander übergehen[1353],
nach Regeln, die sich aus ihrem festen Sitze und „natürlichem Orte“ im
Weltall ergeben, -- die Erde zu unterst, über ihr das Wasser, hierauf
die Luft, zu oberst das Feuer --, und denen zufolge jedes sich am
leichtesten in die ihm benachbarten zu verwandeln vermag[1354], z. B.
Luft in Feuer durch Verdünnung, dagegen in Wasser und sodann in Erde
durch Verdichtung[1355]. In diesem Sinne läßt sich der ganze Kosmos als
Ergebnis einer, wenn auch nur allmählichen und stufenweisen, so doch
einheitlichen Entwicklung des „einzigen“ und „göttlichen“ Ursubstrates
betrachten[1356].

Was den Anteil der einzelnen Philosophen[1357] an der Gestaltung
dieser Lehren betrifft, so ist er in vielen Punkten kaum mit wirklich
ausreichender Sicherheit zu ermitteln, teils weil die nur in
Bruchstücken vorliegenden Überlieferungen durch zahlreiche spätere
Einschiebsel und Fälschungen entstellt sind[1358], teils weil die
Deutungen, auch die der ersten Fachmänner, oft weit auseinandergehen.

Von ~Thales~ von Milet, dessen Blütezeit gegen oder um 600 v. Chr.
fallen dürfte, wird berichtet, er habe als erster eines der Elemente
selbst, und zwar das Wasser, für den Urstoff (φύσις, Physis) erklärt,
die übrigen aber als aus dem Wasser hervorgegangen angesehen[1359];
daß hierbei die Kenntnis, sei es des babylonischen Mythus vom
„Urwasser“, sei es einer analogen Tradition mit im Spiele gewesen sei,
ist vorerst unbewiesen, erscheint jedoch nicht unmöglich, falls, nach
~Kugler~[1360], ~Thales~ auch astronomische Zahlen-Angaben, Symbole
und Spekulationen unzweifelhaft babylonischer Herkunft übernahm. Daß
sein wenig jüngerer Landsmann ~Anaximander~ (611-545)[1361] die Stelle
des Wassers der Luft zugewiesen habe, trifft nicht zu, denn das πνεῦμα
(Pneuma = Luft, Lufthauch, Wind) spielt zwar bei ihm eine wichtige
Rolle und bewirkt u. a. die Bewegung der „göttlichen“ Sterne[1362],
doch als wesensgleich mit der Physis sieht er es ebensowenig an, wie
eines der anderen Elemente[1363]. Erst dem ~Anaximenes~ von Milet
(585-525)[1364] gilt als Urstoff die Luft, das πνεῦμα = Atem, Hauch,
Wind[1365]; zu unserem Körper verhält sich der kleine Anteil der Luft,
der ihn als „Seele“ genannter Lebensodem zusammenhält und regiert,
genau so, wie die gesamte Menge der Luft zum ganzen Weltall, die sie
als „Pneuma“ geheißener Windhauch durchdringt und beherrscht[1366];
anschaulicher Gegenstand der Vergleichung ist hierbei nach ~Goebel~ der
Wechsel von Verdichtung und Verdünnung, Erwärmung und Abkühlung, der
auch den Vorgang des Atmens begleitet[1367].

~Heraklit~ von Ephesos endlich, der seine tiefsinnigen und für die
gesamte Folgezeit außerordentlich bedeutsamen Schriften um 490 v. Chr.
verfaßte[1368], betrachtete als φύσις das Feuer[1369], vielleicht im
Anschlusse an iranische religiöse Vorstellungen[1370]; es ist ihm
der göttliche Urstoff (ὁ θεός = die Gottheit), der sich zu Allem zu
wandeln vermag (ἀλλοιοῦται)[1371], zu Luft, die eine Form des Wassers
ist[1372], zu Wasser, aber auch zu Erde, wobei er in unaufhörlichem
Kreislaufe seine Natur verändert, dementsprechend aber auch seinen Ort:
absteigend auf dem ὁδὸς κάτω (Hodós káto = Weg nach unten) über Luft
und Wasser herab zur Erde, und wieder aufsteigend auf dem ὁδὸς ἄνω
(Hodós áno = Weg nach oben) über Wasser und Luft empor zum Feuer[1373].
Diese Wandlungen erfolgen stets gleichzeitig und im Verbande, so daß
die Einheitlichkeit gewahrt bleibt: was sich unter den äußerlich
verschiedensten Formen zeigt, ist im Grunde stets ein- und dasselbe,
Eines ist Alles und Alles ist Eines (ἕν πάντα εἶναι; ἕν τὸ πᾶν, Hen to
pan)[1374], und selbst die scheinbar größten „Gegensätze“, wie Wärme
und Kälte, Trockenheit und Feuchte[1375], läßt die Natur sich suchen
und gleicht sie durch Vereinigung wieder aus, so wie sie das Männliche
mit dem Weiblichen (ἄρρεν καὶ θῆλυ, Arren kai Thély) zusammenführt und
verbindet[1376]. Das Feuer ist aber nicht nur die materielle Grundlage
des Universums, sondern als Welt-Feuer auch der Träger der Werde-Kraft
und -Tätigkeit[1377], die den Kosmos erwärmende, bewegende und
belebende Weltseele[1378], das Prinzip der ewigen Entwicklung, in deren
Verlauf alles entsteht und wieder vergeht, und die Weltvernunft oder
λόγος (Logos)[1379]. „Den Proteus Logos in irgendeiner anderen Sprache
zu fassen, ist ganz vergebliche Mühe“, sagt mit Recht ~Diels~[1380],
und ~Goebel~, der eine ganze Reihe von Erklärungen für Logos anführt,
stimmt ihm bei[1381]; nach ~Burnet~ bedeutet der (zuerst bei ~Heraklit~
vorkommende) Ausdruck ursprünglich entweder nur die „Rede“, das „Wort“
des ~Heraklit~ selbst, oder auch „Maß“ und „Messung“[1382], und erst
weiterhin erhält er den Sinn von Vernunft-Maß, Vernunft-Gesetz[1383],
weltbeherrschender Vernunft[1384], Gesetzmäßigkeit alles Geschehens,
Einheitlichkeit und Harmonie des Weltganzen[1385] usf., der aber
bei ~Heraklit~ selbst noch nirgendwo derart hervortritt wie in den
Schriften späterer Schulen[1386].


b) Pythagoras: die Pythagoräer (Alkmaion, Philolaos); die Orphik.

~Pythagoras~ von Samos (etwa 570-490), der sich zuerst φιλόσοφος
(Philosoph; nicht = Weiser, sondern = Freund, Sucher der Weisheit)
genannt haben soll[1387], scheint in erster Linie durch die Macht
seiner Persönlichkeit und seiner Lebens-Auffassung und -Führung gewirkt
zu haben[1388], doch wissen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~ nur
äußerst Dürftiges von ihm und seinen Lehren[1389], gar nichts aber von
jener „geheimen Weisheit“, die ihm (mehrere Jahrhunderte später) die
Schule der „Neupythagoräer“ zuschrieb[1390]. +Nicht+ auf ~Pythagoras~
zurückzuführen sind u. a.: die sog. Zahlenmystik, die erst nach 470
nachweisbar wird[1391]; die „Harmonie der Sphären“, da zu seiner
Zeit „Sphären“ noch unbekannt waren, und ἁρμονία (Harmonía) damals
nicht Harmonie bedeutete, sondern das Gleichgewicht entgegengesetzter
Spannungen[1392]; die Entdeckung der Identität von Morgen- und
Abendstern, Eosphoros und Hesperos, da diese zu den Voraussetzungen
der Siebenzahl der Planeten gehört und den Griechen wohl zusammen
mit dieser aus dem Oriente zukam[1393]; die Parallele zwischen den
sieben Planeten und den sieben Saiten der Lyra (Heptachord), die,
wie noch viele andere „pythagoräische“ Theorien, in Wirklichkeit
erst der pythagoräischen Schule des 5. Jahrhunderts zugehört[1394].
Nur +eine+ Lehre brachten schon die dem ~Pythagoras~ unmittelbar
folgenden Geschlechter mit seinem Namen in Verbindung, die von der
Unsterblichkeit und Seelenwanderung[1395], παλιγγενεσία (Palingenesía);
ihre oder ihrer wesentlichen Grundlagen Quelle suchten einige neuere
Forscher in Indien[1396], andere (wie vormals schon ~Herodot~) in
Ägypten[1397], während sie tatsächlich wohl aus alten volkstümlichen
Vorstellungen fließt[1398], die in der „Orphik“ spätestens im Laufe des
6. Jahrhunderts zu neuer und erhöhter Bedeutung gelangt waren[1399].

Die „Orphik“[1400], das Erzeugnis eines von Grund aus religiösen und
nach neuer religiöser Entwicklung strebenden Zeitalters, entstand
zweifellos im 7. Jahrhundert in Thrazien und wurzelt in dem dort
heimischen ~Dionysos~-Kultus, erreichte aber ihre eigentliche Blüte
erst in Attika zur Zeit der ~Peisistratiden~ (von 560 an) und wurde
im 6. Jahrhundert aus Kleinasien, wo sie gleichfalls weitverbreitet
war, durch griechische, den vordringenden Persern weichende
Auswanderer, mit großem Erfolge auch nach Kreta, Sizilien und
Süditalien verpflanzt[1401]. Die Orphiker bildeten Kultvereinigungen
zur Pflege gewisser Geheimlehren, Gemeinschaften, in die man durch
„Einweihung“ aufgenommen wurde; sie glaubten an eine geoffenbarte
Theologie, niedergelegt in den angeblich „uralten“ (vorhomerischen und
-hesiodischen) Dichtungen des Thrakiers ~Orpheus~, des gottbegnadeten
Sehers und Stifters ihrer Mysterien[1402], seines Schülers ~Musaios~
und seines Landsmannes ~Eumolpos~, des Begründers der (tatsächlich
ältesten) Geheimdienste zu Eleusis. Wesentlich waren diesen, einer
ganzen Epoche zuzuschreibenden Pseudepigraphen, -- und zwar nicht
als Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchung, sondern als rein
dogmatische Voraussetzungen, -- die Lehren von einer Reinigung,
Entsühnung und Erlösung[1403], von einer Befreiung der unsterblichen
Seele aus dem Kreislaufe der Wiedergeburt und Seelenwanderung, sowie
von einer Vergeltung durch Lohn oder Strafe im Jenseits[1404]. Schon
frühzeitig erfuhr die Orphik, infolge ihres Bestrebens, die den alten
+eigenen+ Göttern verloren gegangene Autorität bei +fremden+ zu
suchen, weitgehende Einflüsse seitens kleinasiatischer Kulte, z. B.
der Schlangenverehrung des phrygischen ~Sabazios~ (die dem Dienste des
thrakischen ~Dionysos~ ganz fremd war)[1405], sowie orientalischer,
vor allem babylonischer und iranischer Mythen[1406]; letzteren
scheinen sich namentlich gewisse, in dunkler und vieldeutiger Sprache
dargelegte Vorschriften angepaßt zu haben, betreffend die Erlangung
kultischer Würdigkeit durch Reinigung, Fasten und Bußen, sodann die
Verehrung und Beschwörung höherer Wesen durch Gebete, Lieder, Sprüche
und Formeln, ferner den Empfang von Offenbarungen durch abergläubische
Verkündigungen, Vorzeichen und Wunder usf., hauptsächlich aber auch
die Ideen über Kosmogonie und Theogonie (Entstehung von Welt und
Göttern). Soweit die lückenhafte und sehr schwankende Überlieferung
zu urteilen gestattet, gehört zu deren alten Zügen u. a. die Annahme,
daß aus einem, meist als Nacht, Dunkel, Chaos, .... bezeichneten
Urzustande zuerst ~Chronos~, hierauf ~Aither~ (Äther = Himmel?) und
Unterwelt, sodann (durch ~Chronos~?) das „silberglänzende“ Weltei
hervorgeht, und aus diesem schließlich der goldgeflügelte Lichtgott
~Phanes~ (Eros) der „Erstgeborene“; er wird androgyn (mannweiblich;
δισώματος = zweikörperlich) gedacht, angeblich weil er, als Symbol
der noch einheitlichen Welt, den Samen (σπέρμα, Sperma) aller Götter,
Einzelwesen und Einzeldinge in sich enthält, die später aus ihm zur
Entwicklung gelangen oder emanieren[1407]. Mit ~Phanes~ wird ~Dionysos~
identifiziert, weiterhin auch dessen Vater ~Zeus~ selbst[1408], und zu
seinen Gunsten wird auch Χρόνος (~Chronos~ = Zeit), den man anscheinend
schon frühzeitig mit Κρόνος (~Kronos~, dem Gotte der heißen Jahres-
und Erntezeit, wie ~Saturn~)[1409] zusammenwarf[1410], in eine jüngere
Epoche herabgesetzt[1411], während er als uranfängliches Weltprinzip
die +absolute+ Zeit darstellte, im Gegensatze zu Αἴων (~Aeon~), der
die +relative+ Zeit (die Zeitalter) vertritt und noch bei ~Euripides~
Χρόνου παῖς = Sohn des ~Chronos~ heißt[1412]. Wie nun ~Eisler~
erinnert[1413], kennt der iranische Mythus einen obersten Himmelsgott
~Zervan~, der als Zwitter das Weltenei erzeugte, aus dem die Götter
~Mithras~ und ~Angra-Mainya~[1414] hervorgehen, und der Wasser,
Wind und Feuer schuf; die Parallelen sind nach dieser und anderen
Richtungen hin überraschend, namentlich scheint dem iranischen ~Zervan~
der griechische ~Chronos~ nachgebildet zu sein, der gleichfalls aus
seinem Samen Wasser (als das πρῶτον = das Erste, Ursprüngliche),
Wind (Luft) und Feuer geschaffen haben soll. Vermittler solcher den
orientalischen Ursprung noch verratender Überlieferungen, die uns
freilich nur in dürftigen Resten aus später Zeit vorliegen[1415],
ist hauptsächlich ~Pherekydes~ aus Syros, den einige als Lehrer des
~Pythagoras~ ansprechen, während er nach anderen erst um 450 geblüht
haben soll[1416]; eine Hauptrolle spielen, wie bei ihm, so auch bei
seinen angeblichen Zeitgenossen ~Epimenides~ und ~Akusilaos~, das
Chaos, Chronos, das Weltenei, ~Zeus~ und ~Eros~, Erde und Unterwelt,
Himmel und Äther. Die orphische Gleichsetzung von Äther mit Weltseele
gehört allerdings, wie der letztere Begriff selbst, erst einer weitaus
späteren Periode an[1417]; für eine schon in alter Zeit erfolgte
Entlehnung und für iranische Herkunft des etymologisch schwierigen
Wortes αἰθήρ (Aithér, Äther) spricht aber die bisher anscheinend
nicht genügend gewürdigte Tatsache, daß „Feuer“ im Persischen „Atar“
heißt, und ~Atar~ als Sohn des ~Ahura-Mazdah~, des „weisen Herrn“
des Lichtreiches gilt[1418]; die Identifizierung des höchsten
Himmelsgottes mit Feuer und Äther, so z. B. auch bei ~Pherekydes~ Ζάς
(~Zeus~) = Αἰθήρ[1419], erscheint hiernach in neuem Lichte, und wenn
eine der Helios-Töchter, die, der Sage nach, zum Baume verwandelt
Tränen feuerfarbigen Bernsteines vergießt, ~Aitherie~ heißt[1420],
so durchschimmert diesen Namen vielleicht noch ein Rest der alten
Bedeutung.

Sehr möglich ist eine Beeinflussung schon der jonischen Philosophie
oder doch einzelner ihrer Vertreter (s. oben bei ~Heraklit~) seitens
der Orphik und ihrer aus dem Orient aufgenommenen Bestandteile,
und fraglos fest steht eine solche vieler späterer Philosophen und
Dichter[1421], z. B. des ~Empedokles~ (490-430?)[1422], ~Pindar~
(gest. um 445)[1423] und ~Euripides~ (gest. 407)[1424], der z. B. des
~Aristophanes~ glänzende Verspottung der orphischen Kosmogonie in den
„Vögeln“ (Vers 693 ff.) entgegentritt[1425].

Unmittelbar an ~Pythagoras~, der um 490 zu Metapont bei Kroton im
östlichen Unteritalien starb, knüpft die Schule der alten Pythagoräer
an; ihre Beurteilung ist sehr schwierig, erstens weil die Überreste
der wichtigsten (bis gegen 400 herabreichenden) Werke spärlich, reich
an Unklarheiten, von unverbürgter Echtheit und von unbestimmter
Abfassungszeit sind, zweitens weil Zweifel betreff der tatsächlichen
Zugehörigkeit mehrerer Forscher bestehen, und drittens weil +ihre+
Anhänger und die +anderer+ zu gleichzeitiger Entwicklung gelangter
philosophischer Systeme sich gegenseitig in mannigfacher Weise
beeinflußten.

Zu den wichtigsten Grundsätzen der Pythagoräer gehört die Lehre,
daß das wahre innere Wesen der Welt, das den Kosmos ordnende und
beherrschende Gesetz, in der alles messenden und bestimmenden +Zahl+
zu erblicken sei, daß zahlenmäßig angebbare Verhältnisse auch die
Entstehung der regelmäßigen räumlichen Gebilde bedingen, und daß die
räumliche, mathematisch bestimmbare +Form+ das für die Natur der
Einzeldinge eigentlich Entscheidende ist[1426]. Gehen Anschauungen,
wie sie uns in den (echten?) Fragmenten des ~Philolaos~ (gegen 400)
begegnen, wenn auch nicht (früheren Annahmen nach) auf ~Pythagoras~
selbst, so doch auf seine nächsten Schüler zurück, so hätten schon
diese sich vorgestellt, daß es +Dreiecke+ sind (als rein geometrische
Figuren, oder als äußerst dünne Blättchen betrachtet?), die als
solche, oder zu regelmäßigen Vierecken (Quadraten) und Fünfecken
(Pentagonen) aneinandergelegt, die Formen aufbauen[1427]; erfüllt
werden letztere von den vier Elementen, die in jedem Dreieck sämtlich,
wenn auch nach verschiedenen Anteilen gemischt, vorhanden zu denken
sind, weshalb man die Winkel, die den eigentlichen Ausschlag für die
Gestalt der Dreiecke geben, als ihnen geweiht ansieht. Das Wasser
wird hierbei dem ~Kronos~ zugeeignet, die Luft dem ~Dionysos~, das
Feuer dem ~Ares~, die Erde dem ~Hades~, denn diese vier Götter
beherrschen die feuchte und kalte Materie (ὑγρὰν καὶ ψυχρὰν οὐσίαν),
die feuchte und warme (ὑγρὰν και θερμήν), die feurige (ἔμπυρον
φύσιν), und die erdartige (χθονίαν)[1428]. Die „Gegensätze“ warm
und kalt, feucht und trocken, sind schon um 500 bei ~Alkmaion~ von
Kroton bezeugt, der u. a. die für die Geschichte der Medizin sehr
bedeutsam gewordene Lehre aufstellte, die Gesundheit sei abhängig vom
Gleichgewichtszustande dieser Gegensätze, sowie von der richtigen
Mischung der Elemente, die Krankheit jedoch beruhe auf Störungen dieser
Verhältnisse[1429]; aber auch die Gleichsetzung der Grundstoffe mit
bestimmten Göttern des Volksglaubens war nach ~Gilbert~[1430] schon
zu Beginn des 6. Jahrhunderts nichts Unbekanntes und Ungewöhnliches
mehr, und ist vermutlich auf theologische, dem Orient entstammende
Anschauungen zurückzuführen, soferne eine Auslegung zutrifft, der
gemäß schon ~Pherekydes~ von fünf Weltenräumen berichtete, bergend
die fünf Weltenmächte, nämlich Erde, Wasser, Luft (πνεῦμα, Pneuma),
Feuer und Äther (αἰθήρ = Ζάς, Zeus). Daß nun von den „regelmäßigen“
Körpern, deren bekanntlich fünf und +nur+ fünf möglich sind, bereits
~Pythagoras~ das Tetraeder für die Gestalt des Feuers erklärt
habe, das Oktaeder für die der Luft, das Ikosaeder für die des
Wassers und das Hexaeder (den Würfel) für die der Erde, ist völlig
unerweislich[1431]; aber auch betreff des ~Philolaos~, der gegen
400 eine Anzahl philosophischer und medizinischer, für die spätere
Entwicklung des Pythagoräismus wichtiger Schriften verfaßte[1432],
bestehen in dieser Hinsicht Schwierigkeiten, weil die Fünfzahl der
regelmäßigen Polyeder, von denen er gesprochen haben soll, erst als
Entdeckung der platonischen Akademie überliefert ist, wie schon der
Name „platonische Körper“ bestätigt[1433]; immerhin darf man aber
Vorahnungen dieser Gedanken für ihn in Anspruch nehmen, da er das
Dodekaeder als Form des Äthers und des von diesem umschlossenen
Weltenraumes bezeichnete, als den alles übrige umfangenden und in sich
fassenden „Schiffsrumpf“ oder „Schiffsbauch“ der Sphäre, wobei der
Aufbau der Welt mit dem eines Schiffes verglichen wird, dessen Material
Zimmerholz = ὕλη (Hyle) ist[1434]; nicht unerwähnt bleibe indes die
Vermutung, daß es umgekehrt die Existenz eines fünften regelmäßigen
Körpers gewesen sei, die den ~Philolaos~ zur Anerkennung des Äthers als
eines fünften Stoffes bewog[1435]. Übergänge der Elemente ineinander
hielten die Pythagoräer gleichfalls für möglich, konnten sie jedoch
begreiflicherweise nicht, wie die jonischen Philosophen, durch eine
„Alloíosis“ (qualitative Artverwandlung) erklären, sondern nur
durch eine „Genesis“ (γένεσις = quantitative Veränderung), beruhend
auf Anlagerung oder Abtrennung, Vermischung oder Entmischung von
Stoffteilchen[1436]; bemerkenswerterweise nahmen sie, wie es z. B. dem
~Philolaos~ zugeschrieben wird, auch einen Zusammenhang zwischen der
(später ποιότης, Poiótes = Qualität genannten) Beschaffenheit der Dinge
und ihrer Färbung (χρῶσις, Chrósis) an, die sie überdies, in nicht
mehr verständlicher Weise, auch mit ihrer Zahlenmystik in Verbindung
brachten[1437].

In den Mittelpunkt der Welt, der bei ~Philolaos~ (in nicht recht klarer
Weise) als Ausgangsort ihrer einheitlichen Entwicklung ἄνω und κάτω
(Ano-Káto, nach Oben und Unten) bezeichnet wird[1438], setzten die
Pythagoräer, als ihr „erstes“ Urgebilde (τὸ ἕν) und als „Herd“ des
Kosmos, ein „Zentral-Feuer“; um dieses bewegen sich, der Reihe nach,
die Erde nebst einer „Gegenerde“, Mond, Sonne, die später Merkur,
Venus, Mars, Jupiter, Saturn genannten Planeten (Merkur und Venus
also fälschlich +jenseits+ der Sonnenbahn!), und der als „Olymp“
bezeichnete Fixstern-Himmel[1439], jenseits dessen äußerer Feuerhülle,
des „Feuer-Kreises“, die unbegrenzte Luft (Pneuma) liegt, aus der die
Welt ihren Atem saugt[1440]. Der Umlauf der Erde um das Zentralfeuer
vollzieht sich in einem Tage, der der übrigen Gestirne entsprechend
langsamer, der des „Olymps“ erst in 10000 Jahren; die Bewegungen
der sieben Planeten, die ihre „Göttlichkeit“ beweisen, bringen Töne
hervor; die sich, vergleichbar denen der sieben Saiten der Leier, zur
„Sphären-Harmonie“ vereinigen[1441].


c) Die Eleaten: Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos.

Über die physikalischen Anschauungen des ~Xenophanes~ von Kolophon,
der, als ältester Vertreter der Schule Eleas (einer phokäischen
Pflanzstadt), 570-470 gelebt haben soll[1442], besitzen wir nur
spärliche und von Unstimmigkeiten nicht freie Überlieferungen[1443],
betreff deren Deutung die Ansichten der Forscher auseinandergehen. Nach
~Zeller~ betrachtete ~Xenophanes~ τὸ γὰρ ἕν τοὺτο καὶ πᾶν, „dieses
Eines und Alles“ (Hen kai pan), als identisch mit dem Göttlichen,
und nannte es τὸν θέον, „den Gott“[1444]; nach ~Gilbert~ lehrte er,
daß es nur eine einheitliche Welt gebe, die τὸ ἕν, τὸ πᾶν, τὸ ὄν
sei, „das Eine, das Alle, das Seiende“[1445]; nach ~Deussen~ sind
die Worte ἕν τὸ ὄν καὶ πᾶν richtig zu übersetzen „das Seiende ist
Eines und auch Alles“[1446]; nach ~Windelband~ endlich soll dieser
Ausspruch besagen, daß der Welt nur ein einziger, unentstandener und
unvergänglicher Urstoff zugrunde liege, der unwandelbar und keiner
Alloíosis (Artverwandlung) fähig sei, alle Einzeldinge aber in sich
enthalte[1447]. Zweifellos gründet sich jede dieser Auslegungen, auch
die zuletzt angeführte, auf einzelne, den Lehren des ~Xenophanes~ zu
entnehmende Stellen; aber diesen stehen auch andere, und nicht leicht
mit ihnen zu vereinbarende gegenüber, z. B. die Behauptung, daß der
Urstoff „Erde“ sei und sich durch Verwandlung ἄνω und κάτω (nach
Oben und Unten) in die drei übrigen Elemente umsetze und aus ihnen
wiederherstelle[1448], oder daß alles Vorhandene aus Erde und Wasser
entstanden sei und sich zu Erde und Wasser wieder auflöse[1449].

~Parmenides~ von Elea, der tiefsinnige Denker und „erste Metaphysiker“,
der um 480-470 schrieb[1450], räumt Erde und Feuer eine wesentliche
und bevorzugte Stellung ein, während Wasser und Luft ihm nur als
Verwandlungs- oder Ausscheidungs-Produkte der Erde gelten[1451],
als eine Art „Zwischen-Zustände, die er wohl, gleich ~Heraklit~,
nicht scharf trennte“[1452]. Auch er nahm Umwandlungen ἄνω und κάτω
an[1453], betrachtete jedoch die auch bei diesen mitwirkende Kälte als
bloße Negation der Wärme[1454], soferne die betreffende Stelle nicht
etwa besagen soll, daß er +beide+ nur als relativ, als Formen der
Erscheinung, ansah[1455]. Die Verbindung der Stoffe bewirkt bei ihm
eine den Weltlauf regierende Göttin (δαίμων = Dämon), wohl ~Ananke~
= die Notwendigkeit[1456], die zuerst den ~Eros~ bildete[1457],
und (durch ihn?) die Gegensätze (ἐναντία) zur Vereinigung treibt,
die als eine geschlechtliche symbolisiert wird: ἄρρεν (Arren) oder
ἄρσεν (Arsen) καὶ θῆλυ μιγνύειν = „das Männliche und Weibliche
vermischen“[1458].

Eine qualitative Artverwandlung, Alloíosis, hielt auch ~Zenon~ von Elea
(490-430) für möglich, der Autor der berühmten eleatischen „Aporien“
(~Achilleus~ und die Schildkröte; der fliegende Pfeil; usf.)[1459]; bei
~Melissos~ von Samos (um 440) unterliegt ihr die „Grundmaterie der vier
Elemente“, ein bei allen Veränderungen der eine und der einheitliche
bleibende Urstoff, der daher auch „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan) heißt[1460].


d) Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos.

~Empedokles~ von Akragas = Agrigent (490 bis 444 oder 430)[1461]
ist der eigentliche Vater des Begriffes (+nicht+ des Wortes)
„Elemente“[1462] sowie der „Systematik der vier Elemente“, die,
entgegen älteren Ansichten, nicht aus Ägypten stammen, woselbst vier
Elemente oder vier Paare von Elementar-Göttern erst während der
Ptolemäer-Zeit nachweisbar werden[1463]. Die Einzeldinge gehen bei
ihm nicht mehr durch innere Umwandlung einer einheitlichen φύσις
(Physis) hervor, sondern durch äußere Vermischung (μῖξις = Míxis)
oder Entmischung (διάλλαξις = Diállaxis) der kleinsten Teilchen von
vier als ῥιζώματα = Wurzeln (Rhizome) bezeichneten (und erst später
„Elemente“ genannten) Grundstoffen, die, dem Volksglauben gemäß,
mit gewissen Gottheiten identifiziert werden[1464]. Welche diese
sind, steht nicht in allen Fällen gleich fest[1465]. Zwar herrscht
kein Zweifel darüber, daß das Wasser der ~Nestis~ zugehört, die für
eine sizilische Wassergöttin gilt[1466]; aber im „leuchtenden“ oder
„schimmernden“ ~Zeus~ sehen z. B. ~Windelband~ Feuer, ~Diels~ Feuer
oder Äther, ~Burnet~ Luft; im ~Aidoneus Zeller~ Erde, ~Windelband~
Luft, ~Diels~ Erde oder Luft, ~Burnet~ Feuer; in der „lebenspendenden“
~Hera~ endlich ~Zeller~ Luft, ~Windelband~ und ~Burnet~ Erde,
~Diels~ Luft oder Erde[1467], -- welches Dilemma zugunsten der Luft
zu entscheiden wäre, wenn man mit ~Deussen~ annehmen darf, daß es
der Atem ist, durch den ~Hera~ das Leben verleiht[1468]. Keinem
der vier Elemente kommt ein Vorrang zu, vielmehr besitzen sie alle
die nämliche Bedeutung (ἰσότης, Isótes, Gleichwertigkeit)[1469],
und zwischen ihnen, den vier Wurzeln aller Dinge, und den (später
„Qualitäten“ geheißenen) vier „Gegensätzen“, das sind Kälte, Wärme,
Feuchte und Trockenheit, ist wenn nicht Identität[1470] so doch engste
Zusammengehörigkeit anzunehmen[1471], indem Wärme und Trockenheit
dem Feuer und der Luft anhängen (inhärieren), Kälte und Feuchte aber
dem Wasser und der Erde. Die Elemente selbst sind auf keinerlei
gemeinsames Substrat zurückführbar, bestehen vielmehr jedes aus sehr
kleinen, durchaus gleichartigen, als solche nicht weiter qualitativ
veränderlichen, charakteristischen Teilchen[1472], also Wasser „der
Schweiß der Erde“[1473] aus Wasser-Teilchen, Luft (nicht sowohl ἀήρ
als αἰθήρ; weder „leerer Raum“, noch zu Wasser zu verflüssigender
„leichter Dunst“)[1474] aus Luft-Teilchen, usf. Diese Teilchen der
vier Elemente sind keiner inneren Verschmelzung fähig, sondern
nur einer äußeren, rein mechanischen Vereinigung oder Trennung im
Raume[1475]; alle Einzeldinge entstehen demnach allein infolge
derartiger Vermischungen[1476], sie sind also ein bloßes μεῖγμα
(Meígma, Amalgam) der Elemente, die in ihnen als solche erhalten
bleiben und sich aus ihnen auch wieder abscheiden lassen; je nach
den obwaltenden Umständen, der τύχη (Týche, dem Zufall), können
die sich vermischenden Mengen der Elemente die wechselndsten und
mannigfaltigsten sein[1477], und die +qualitativen+ Verschiedenheiten
der unendlich vielen Einzeldinge erklären sich aus den +quantitativen+
dieser Mischungsverhältnisse, -- genau ebenso wie die Abstufungen
der unendlich vielen Einzelfarben aus den Mengenanteilen der vier
Grundfarbstoffe, die der Maler auf seiner Palette zusammenreibt[1478].

Diesem durchaus originalen, für die ganze Folgezeit höchst
bedeutungsvollen Prinzip gemäß, spielt die „richtige Mischung der
Elemente“ das „Gleichgewicht der Elemente“, bei ~Empedokles~ eine in
jeder Hinsicht sehr wichtige Rolle[1479]; u. a. sollen genau gegebene
Mengen der Elemente in Blut, Fleisch und Knochen vorhanden sein, in
letzteren z. B. 2 Teile Wasser + 4 Teile Feuer + 8 Teile Erde[1480],
-- weshalb gerade +diese+, bleibt dahingestellt[1481] --, so daß
die „richtigen Mischungen“ Gesundheit und körperliche Eigenschaften
bestimmen, aber auch geistige Fähigkeiten und Tätigkeiten bedingen und
ermöglichen[1482]; in medizinischer Richtung, von ~Hippokrates~ und
den Hippokratikern an bis auf ~Galenos~ und alle seine Nachfolger,
hat dieser Gedanke, wie bereits oben angedeutet, tiefgehenden Einfluß
geübt[1483].

Da die vier Elemente nicht, wie die Urstoffe der jonischen Philosophen,
aktiv und von Eigenleben erfüllt sind, sondern passiv und tot, so
können sie nur durch äußere, ihnen fremde Kräfte in Bewegung gesetzt,
gemischt oder entmischt werden; als solche nahm ~Empedokles~ φιλία
und νεῖκος an, = Liebe und Haß, die er hin und wieder bis zu gewissem
Grade im höheren geistigen Begriffe der ἀνάγκη (Anánke = Notwendigkeit)
zusammenfaßt[1484], zuweilen aber auch als selbst körperlicher oder
doch körperähnlicher Natur ansieht[1485]; ob φιλία und νεῖκος auch im
Sinne von Anziehung und Abstoßung, als rein innerer Eigenschaften,
verstanden werden dürfen, bleibt zweifelhaft, da ~Empedokles~ auch
in dieser Hinsicht nicht frei von Widersprüchen ist[1486]. An
verschiedenen Stellen lehrt er, daß Gleiches und Gleiches sich anziehe,
wie Eisen und Magnet, sich körperlich vermische, aber auch geistig
erkenne[1487]; Ergebnis der Vermischung von Gleichartigem kann aber ein
Produkt von gänzlich abweichenden Eigenschaften sein, so z. B. geht aus
den weichen Metallen Kupfer und Zinn das harte „Erz“ in ähnlicher Weise
hervor, wie aus dem weichen Samen des Pferdes und Esels der harte (und
daher unfruchtbare) des Maultieres[1488].

~Anaxagoras~ von Klazomenai (nach den einen etwa 500, nach anderen
etwa 460 bis 428)[1489] erkennt gleichfalls weder einen einheitlichen
Urstoff an, noch dessen Fähigkeit zur Artverwandlung, sondern nur
eine σύμμιξις, Sýmmixis = Vermischung und eine διάκρισις, Diákrisis
= Abscheidung von kleinsten Teilchen[1490]; die Teilchen sind aber
nicht, wie bei ~Empedokles~, die einiger weniger Elemente, sondern
die unzählig vieler Arten von qualitativ verschiedenen, an sich
unveränderlichen Urstoffen, als deren σπέρμα (Sperma) = „Samen“ sie
gelten[1491]. Das Ursprüngliche stellen also die individuell gearteten
Urstoffe dar, z. B. Gold, und erst aus diesen gehen durch Vermischung
nach allen nur möglichen Verhältnissen die vier Elemente und sämtliche
Einzeldinge hervor[1492], deren jedes zwar ein μῖγμα (Amalgam) aus
jenen +allen+ und in solchem Sinne eine πανσπερμία (Panspermía,
Samen-Gesamtheit) ist[1493], stets aber +einen+ Stoff vorherrschend
enthält, und diesem seine charakteristische Natur verdankt. Durch
Hinzutreten oder Abtrennen von „Samen“ kann begreiflicherweise ein
Wechsel in der Vorherrschaft, und dadurch eine αλλοίωσις (Alloíosis)
= qualitative Veränderung erfolgen[1494], und da jedes Ding „Samen“
+aller+ übrigen enthält, wenn auch von manchen noch so wenig, so bleibt
die Möglichkeit eines Überganges von Jeglichem in Jegliches stets
gewahrt[1495]. Daß hierbei ein Neues von oft ganz abweichenden, ja
entgegengesetzten Eigenschaften auftritt, beruht also nur scheinbar auf
einer „Entstehung“, während in Wahrheit die Samen des Neuen schon im
Alten vorhanden waren, z. B. die des dunklen Wassers im weißen Schnee;
in diesem Sinne kann man das Paradoxon aussprechen „Schnee ist [auch]
schwarz“[1496]: der Samen des schwarzen (dunklen) Wassers ist eben
in ihm schon gegenwärtig, wenn auch zunächst noch verborgen, und man
muß nur den Weg finden, ihn (etwa durch Vermehren seiner, oder durch
Vermindern fremder Anteile) sichtbar hervortreten zu lassen[1497].
Auch die ὕλη (Hýle, wörtlich Bauholz) des Weltalls[1498], d. h. der
Rohstoff, der dem ganzen Kosmos zugrunde liegt, ist ursprünglich ein
„Amalgam“, aus dem sich auf dem angedeuteten Wege, z. B. unter dem
Einfluß von Wärme und Kälte, oder von Verdünnung und Verdichtung, Feuer
und Luft ausscheiden, während Wasser und Erde zurückbleiben[1499];
weiterhin entwickeln sich aus ihm alle die Einzeldinge, Gestalten und
Organismen, deren Samen in ihrer Gesamtheit das μῖγμα bildeten[1500].

Wie die Elemente des ~Empedokles~, so sind aber auch die Samen des
~Anaxagoras~ völlig toter Stoff; in Bewegung geraten, um sich zu
mischen oder zu entmischen, können sie daher nur unter dem Einfluß
einer äußeren Kraft. Als solche stellt ihnen ~Anaxagoras~ den νοῦς
entgegen (Nûs = Geist, Intellekt), dessen Unkörperlichkeit er aber
ebensowenig ganz klar hervortreten läßt, wie ~Empedokles~ die von Liebe
und Haß[1501]. Für die Immaterialität soll ein Zitat bei ~Euripides~
sprechen: „Aus Äther stammt der Geist, in ihn kehrt er zurück“, doch
bleibt zweifelhaft, ob der Satz von ~Anaxagoras~ herrührt und was
dieser durch ihn ausdrücken wollte, denn Äther ist ihm meist mit
Feuer identisch[1502]. -- Sein jüngerer Zeitgenosse, ~Diogenes~ von
Apollonia[1503] (um 400) setzte νοῦς = ἀήρ des ~Anaximenes~, sah also
Geist = Luft an, Luft jedoch als den Urstoff, der durch Erwärmung =
Verdünnung oder durch Abkühlung = Verdichtung alle Dinge hervorbringt
und sie als „Erstes und Feinstes“ auch durchdringt und bewegt, ferner
aber auch als Atemluft ψυχή (Psyche = Seele, Leben) und νόησις (Nóesis
= Intelligenz, Geisteskraft) verleiht[1504]; die Anziehungskraft des
Magneten, dem schon ~Thales~ eine „Seele“ zuschrieb, „weil er das Eisen
bewegt“, erklärt ~Diogenes~ daraus, daß auch die Metalle eine feine
dunstartige Luft ein- und wieder ausatmen[1505].

Nach ~Demokritos~ von Abdera (460-360?)[1506], dessen Lehren meist mit
den nur sehr ungenügend überlieferten seines etwa 30-40 Jahre älteren
Vorgängers ~Leukippos~[1507] übereinstimmen, zum Teil sogar diesem
entlehnt sein sollen, bestehen alle Einzeldinge aus den nämlichen
kleinsten, nicht mathematisch, aber physikalisch unteilbaren Teilchen,
die ἄτομα = Atome (Unteilbare) heißen und in denen das zu finden
ist, was frühere Philosophen in der φύσις (Physis = Ursubstanz),
den ἰδέαι (Ideen, wörtlich Bildchen, Formen), den Gestalten oder
Figuren (der Pythagoräer), usf., suchten[1508]. Die Atome sind
ungeworden, unzerstörbar und unveränderlich, zwar alle von gleicher
„qualitätsloser“ Beschaffenheit, d. h. ohne Farbe, Geruch, Geschmack,
Wärme, Kälte, usf., dabei aber raumerfüllend, undurchdringlich, von
unendlich verschiedener Gestalt, Größe und Schwere [demnach doch nicht
ganz ohne innere Eigenschaften!][1509]. Daß es also Einzeldinge,
belebte Wesen, Menschen, ja Götter (Dämonen), von ganz verschiedenen
Qualitäten („Gegensätzen“) gibt, und daß sie entstehen und vergehen,
ist nicht aus der inneren Natur der Atome erklärbar, sondern nur aus
deren äußerer wechselnder Lage und Anordnung, Verbindung und Trennung;
hervorgerufen wird diese durch Druck oder Stoß, d. h. durch Bewegung
(κίνησις, Kínesis), die jedoch den Atomen nicht so gänzlich fremd
gegenübersteht wie „Liebe und Haß“ den Elementen oder wie „Nûs“ den
Samen, ihnen aber auch nicht derartig innewohnt wie das Eigenleben den
Urstoffen der jonischen Philosophen, vielmehr nur mit ihnen verbunden,
allerdings aber seit jeher verbunden ist[1510]. Ursprünglich vorhanden
(ἀρχαί) sind also nur der leere Raum und die bewegten Atome, +sie+ sind
φύσει gegeben, d. h. +objektiv+ in der Natur; die (später ποιότητες
genannten) Qualitäten dagegen, z. B. süß oder bitter, sind nicht
wahre Eigenschaften der Dinge, sondern nur νόμῳ, d. h. +subjektiven+
Ursprunges[1511], Zustände subjektiver Wahrnehmung[1512].

Ob ~Demokritos~ wirklich zuerst den Ausdruck Atom (ἄτομος, ἄτομον),
ferner die Schlagworte von Sympathie und Antipathie der Dinge, sowie
vom Menschen als Mikrokosmos geprägt hat[1513], ist zweifelhaft;
durch die Ausbildung der Atomistik, durch seine mannigfachen
naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Versuche und durch seinen
Grundsatz „Erfahrung ist die letzte Quelle unseres Wissens“[1514], hat
er aber jedenfalls tiefgehenden und dauernden Einfluß geübt.

Was die angeblichen magischen und alchemistischen Schriften des
~Demokritos~ anbelangt, so sind sie, wie schon in einem früheren
Abschnitte angeführt wurde, sämtlich Fälschungen einer späten
Zeit[1515]; auf ihre Entstehung wird weiter unten nochmals
zurückzukommen sein.




2. Platon und Aristoteles.


a) Platon.[1516]

~Platon~ (427-347), der die leitenden Gedanken seiner bedeutendsten
Vorgänger übernimmt, sie zusammenfaßt und zwecks Aufrichtung des
eigenen originalen, von einer Fülle unvergänglichen Tiefsinnes
zeugenden Lehrgebäudes verwertet, beschäftigte sich mit
naturgeschichtlichen Fragen erst verhältnismäßig spät, als die
Hauptpunkte seines (hier nicht zu erörternden) philosophischen Systems
längst endgültig feststanden; hieraus erklärt sich seine Unterschätzung
des Wertes der Anschauung sowie der Bedeutung der Materie, seine
mythologische, ja mystische Deutung mancher Naturlehren, -- wobei sich
die orphischen und pythagoräischen Einflüsse, die er erfahren hatte,
in sehr merklichem Grade geltend machen[1517] --, und eine gewisse von
derartigen Darstellungen kaum trennbare Unklarheit und Dunkelheit, die
dann späteren Geschlechtern als ein wesentliches Kennzeichen „geheimer
Weisheit“ erschien, weshalb man sie nachzubilden oder womöglich noch zu
überbieten trachtete.

Grundlage alles Bestehenden ist nach ~Platon~ ein Erstes,
Ursprüngliches, Unbegrenztes, das unsichtbar und sinnlich nicht
wahrnehmbar, ungeformt und ungestaltet, dabei aber allbildsam und
allempfänglich ist, daher auch „Mutter“ oder „Schoß“ alles Wesens
heißt. Über die Deutung dieser Lehre gehen die Ansichten seit jeher
auseinander: die Einen erklären das Unbegrenzte für den leeren Raum,
die Anderen für eine eigentliche, in steter aber ungeordneter Bewegung
befindliche Urmaterie oder ὕλη (Hýle), -- welches Wort übrigens bei
~Platon~ nur im alten Sinne von „Holz, Bauholz, Material“ vorkommt,
während es sich im neuen von „Materie“ (daher πρώτη ὕλη = ursprüngliche
oder Ur-Materie) erst bei ~Aristoteles~ gebraucht findet[1518]. Ein
Schwanken zwischen beiden angeführten Auffassungen macht sich aber
schon bei ~Platon~ selbst bemerklich, besonders auch in jenen Werken,
die er erst in höherem Alter verfaßte[1519].

[Illustration]

Das qualitätslose (ἄποιον) und ungeformte (ἄμορφον, amorphe)
Unbegrenzte wird zum eigentlichen bestimmten Körper (σῶμα = Soma),
und geht aus dem Zustande des „Nichtseienden“ (μὴ ὄν)[1520] in den
der körperlichen Realität über, indem es zunächst die Formen der vier
Elemente annimmt[1521]; dies geschieht vermöge einer Begrenzung seitens
geometrischer Gestalten, -- deren einschlägige Rolle die ungeheure
Bedeutung der Mathematik klar hervortreten läßt --, und zwar kommen
dabei im wesentlichen die zwei Arten rechtwinkliger Dreiecke in
Betracht, die durch Zerfällung des Quadrates und des gleichseitigen
Dreieckes entstehen. Sieht man nun als das „Ursprüngliche“ den leeren
Raum an, so erschafft den Körper offenbar schon die bloße mathematische
Abgrenzung durch die Dreiecksflächen[1522], also eine rein
stereometrische Konstruktion[1523], und die ausgedehnte Substanz wird
hiernach identisch mit der bloßen Ausdehnung[1524], -- eine Folgerung,
die sich keineswegs allen Werken ~Platons~ gegenüber widerspruchslos
aufrecht erhalten läßt[1525]; anderenfalls schneiden die Dreiecke die
Elementar-Krystalle aus dem von der Hyle erfüllten Raume[1526].

Vermutlich pythagoräischen Vorstellungen folgend, schreibt ~Platon~
von diesen „Elementar-Krystallen“, also den fünf „platonischen
Körpern“, das Tetraeder dem Feuer als Form zu, das Oktaeder der
Luft, das Ikosaeder dem Wasser und das Hexaeder der Erde, so daß die
Gestalten der genannten vier Gebilde die Natur der vier Elemente
(σώματα) hervorbringen und bedingen; das Dodekaeder wird, weil es
sich einigermaßen der Kugelform des Weltganzen annähert, mit diesem
verglichen, und nicht etwa als die Form des Äthers betrachtet[1527],
der ursprünglich nur für eine Art Luft von ganz besonderer Reinheit
gilt, hierin der gewöhnlichen Luft um ebensoviel überlegen, wie diese
wieder dem Wasser. Als ein fünftes Element, so daß von πέντε σχήματα
καὶ σώματα die Rede ist, tritt der Äther, wenn überhaupt in echten
Schriften ~Platons~, erst in solchen seiner Spätzeit auf, sowie
in denen seiner Nachfolger ~Speusippos~ und ~Xenokrates~, welchen
letzteren (der seit 339 lehrte) einige als Verfasser des „Epinomis“
genannten 13. Buches der „Gesetze“ ~Platons~ ansehen[1528], während
andere dieses seinem Schüler ~Philippos~ von ~Opus~ zuschreiben.

Da die Elemente bloße Modifikationen der nämlichen, noch form-
und qualitätslosen Urmaterie darstellen, so sind sie fähig, teils
unmittelbar, teils mittelbar (nämlich auf dem Wege über diese
Ursubstanz) ineinander überzugehen[1529]; die Erde nimmt dabei eine
Sonderstellung ein, weil allein ihre Grenzdreiecke die durch Zerfällung
des Quadrates entstandenen und daher spezifisch gestaltete sind[1530],
während die dem Wasser, der Luft und dem Feuer zugehörigen sämtlich
dem gleichseitigen Dreiecke entstammen, weshalb bei diesen Elementen
auch ein unmittelbarer gegenseitiger Übergang stattfinden kann, z. B.
1 Oktaeder der Luft ⮂ 2 Tetraeder des Feuers, 1 Ikosaeder des Wassers
⮂ 2½ Oktaeder der Luft oder auch 2 Oktaeder der Luft + 1 Tetraeder des
Feuers, usf. So vermag der eine Stoff völlig die Natur des anderen
anzunehmen, alles ist wandelbar, jegliches kann zu jeglichem werden,
und diese unter wechselnder Verdichtung und Verdünnung stattfindenden
Vorgänge erfolgen in endlosem und unaufhörlichem Kreislaufe ἄνω (áno)
und κάτω (káto); jedes Element strebt dabei seinem „natürlichem Orte“
zu, denn Gleiches und Gleiches ziehen sich an; wird es aber aufgelöst,
z. B. Wasser zu Luft und Feuer, so gilt das nämliche auch von den
Produkten dieser Umsetzung[1531]. Der Äther hingegen, der weder Kälte
oder Wärme noch sonstige „Gegensätze“ enthält, vielmehr durchaus
„einfach“ ist, vermag sich in keines der vier Elemente umzugestalten;
abweichend von diesen besitzt er auch von Natur aus die vollkommenste
aller Bewegungen, die Kreisbewegung[1532].

Aus den vier Elementen entstehen alle Einzeldinge, deren unendliche
Mannigfaltigkeit sich zum Teil aus den Verschiedenheiten ihrer
Mischungsverhältnisse erklärt, zum Teil aus der wechselnden Größe der
Grenzdreiecke, zum Teil endlich aus jener mehr oder minder weitgehenden
Verschmelzung der entgegengesetzten Qualitäten (ποιότητες) Wärme und
Kälte, Feuchte und Trockenheit, die als eine wahre Vereinigung oder
Vermählung anzusehen ist.

Das Wasser z. B. geht beim Erwärmen unter Verdünnung und durch die
Zwischenstufen des Dampfes und Dunstes in Luft über, beim Abkühlen
hingegen verdichtet es sich und erstarrt oberhalb der Erde zu Schnee
und Hagel, auf der Erde zu Reif und Eis, in oder unter der Erde aber zu
Gesteinen und Mineralien; je nach der Reinigung und Läuterung, und je
nach den Einflüssen von Wärme und Kälte, Zeitdauer und Druck, bilden
sich hierbei Salze, Laugensalze, glasartige Krystalle, Tone, feste
felsige Massen, Erze und schließlich Metalle, deren Ursprung sich noch
in ihrer Schmelzbarkeit verrät, denn alles, was flüssig werden kann,
ist von der Natur des Wassers[1533]. Die dichteste, gleichförmigste und
feinste aller Substanzen ist das Gold, das als edelstes der Metalle
in deren Rangordnung die oberste Stelle einnimmt, ebenso wie in der
Hesiodschen der Zeitalter und Geschlechter; wie jedoch den vornehmsten
Geschlechtern Glieder entspringen können, die in die mittleren oder
tiefsten Stände herabsinken, während sich umgekehrt aus diesen einzelne
Sprößlinge in die obersten Schichten zu erheben vermögen, so erzeugt
zuweilen auch das Gold die geringeren Glieder der Rangordnung, nämlich
Silber, Kupfer und Eisen, oder geht selbst aus einem von diesen
hervor. -- Ihm zunächst stehen das „jetzt nur mehr dem Namen nach
bekannte Oreichalkon“[1534], und sodann das Silber; weit weniger edel
sind Kupfer und Eisen, die daher leicht der Zerstörung anheimfallen und
dabei, unter Verlust auswitternder erdiger Teile, Grünspan und Rost
ergeben.

Wie die Mineralien und Erze, so gehen aus den vier Elementen auch die
Leiber der Pflanzen und Tiere hervor, doch enthalten sie z. B. die Erde
nur in besonders reinem und feinem, das Feuer nur in sehr gemäßigtem
und abgeschwächtem Zustande; dem im menschlichen Körper vorhandenen
Feuer-Elemente strömt durch Einatmen der belebende Lufthauch zu, das
πνεῦμα (Pneuma)[1535], das ~Platon~ als Erster auch als das seelische
Prinzip auffaßt[1536]. Das richtige Gleichgewicht der Elemente ist
Vorbedingung der Gesundheit; ihre ungleichmäßige Verteilung, die auch
eine solche der πνεύματα, d. h. der luftartigen Bestandteile, sowie der
Gallenstoffe, Schleime usf., mit sich bringt, erzeugt Krankheiten des
Körpers, oft aber auch, von diesen ausgehend, solche des Geistes[1537].

Aus den vier Elementen besteht endlich, gleich allem Irdischen, auch
alles Himmlische, und demnach das gesamte Weltall; seine Achse,
die Weltachse, ein Spindelstab mit Spitzen aus Stahl [Adamas, was
+nicht+ Diamant bedeutet!], ruht im Schoße der über allen Höhen
thronenden ~Ananke~ (der Notwendigkeit), und steht unter dem Schutze
ihrer Töchter, der Parzen. An der Weltachse sind, über der im
Mittelpunkte des Alls ruhenden Erde, und rings um diese herum, die
acht konzentrischen Sphären befestigt, und zwar entsprechen ihre
Entfernungen den Längen jener Abschnitte einer schwingenden Saite,
die, der Entdeckung des ~Pythagoras~ gemäß, harmonische Töne ergeben.
Die äußerste, achte, die des Fixsternhimmels, ist buntfarbig, da an
ihr zahlreiche, in verschiedenem Lichte funkelnde Sterne befestigt
sind; die siebente, gelbliche, trägt den Phainon (= Lichtbringer;
später ~Kronos~, Saturn); die sechste, glänzend-weiße, den Phaëthon
(= Leuchtender; später ~Zeus~, Jupiter); die fünfte, rötliche,
den Pyrôeis (= Feuerfarbiger; später ~Ares~, Mars); die vierte,
gelbliche, den Eosphoros oder Phosphoros (= Morgenstern; später
~Aphrodite~, Venus); die dritte, weißliche, den Stilbon (= Glänzender;
später ~Hermes~, Merkur); die zweite, glänzende, den ~Helios~ (Sol,
Sonne), und die erste, vom ~Helios~ bestrahlte, die ~Selene~ (Luna,
Mond)[1538]; jeder dieser Sphären ist eine Sirene zugeteilt, die einen
lauten Klang ertönen läßt, und diese alle vereinigen sich zu einem
harmonischen Gesamtklange, der Harmonie der Sphären oder Sphärenmusik.
Nach Analogie der „Wagen“ des ~Helios~ und der ~Selene~ werden, in
~Platons~ letzter Periode, die Planeten und die Sterne überhaupt als
„Fahrzeuge“ vorgestellt und zwar als solche der Seelen; die „Epinomis“
erklärt die Seelen der Sterne für eigentliche Stern-Götter, die, weil
ihr Dienst aus Syrien oder Ägypten stammt, nicht einmal sämtlich
griechische Eigennamen haben, und stellt demgemäß drei Klassen von
Göttern auf: die olympischen, die Sterngötter und die Dämonen, die
hinwiederum teils ätherische sind, teils solche der Luft und des
Wassers. Die Lehre vom lenkenden Einflusse der ~Ananke~ und ihrer
Töchter, der Parzen, auf die Himmelswelt, in Verbindung mit jener von
der Parallelität des Geschehens im Makro- und Mikro-Kosmos, führt zur
Annahme, daß die Schicksale der Welt, vom großen Ganzen bis zu den
kleinsten Einzelheiten herab, innig mit den Stellungen und Bewegungen
der Gestirne zusammenhängen, ganz besonders mit jenen der Planeten.
In diesen Theorien, namentlich denen von den Gestirngeistern als
lebendigen seligen Wesen, von den Sternen als „sichtbaren Göttern“,
von den himmlischen Vorzeichen und Einwirkungen, sowie von den
verschiedenen Klassen des Geisterreiches, treten die Einflüsse
orientalischer, besonders babylonischer und iranischer Vorstellungen
unzweideutig zutage[1539].

Da sich nicht verkennen läßt, daß ~Platon~ die Lehre von den vier
Elementen schon in recht dogmatischem Gewande vorträgt[1540], so erhebt
sich die Frage, aus welchen Quellen er die betreffenden Anschauungen
schöpfte; doch ist diese, nach allem in früheren Abschnitten Erwähnten,
zwar unschwer zu entscheiden, soweit die allgemeinen Grundzüge, nicht
aber soweit die besonderen Einzelheiten in Betracht kommen. Das +Wort+
für Elemente, στοιχεῖα (Stoicheía), bezeichnete ursprünglich, wie
~Diels~ nachwies, das Alphabet, in dem die Buchstaben eine geordnete
Reihe (στοῖχος, Stoíchos) bilden[1541]; στοιχεῖον im Sinne von Element
kommt weder bei ~Heraklit~ vor, noch bei ~Empedokles~, noch bei
~Anaxagoras~[1542], vielmehr ist es +zuerst+ bei ~Platon~ nachweisbar,
der es aber nicht als Neugebildetes und Eigenes, nicht mit Vorliebe
und auch nicht konsequent gebraucht, sondern unter diesem Ausdrucke
zunächst Anfänge oder Rudimente begreift, sodann die geometrischen
Grundgestalten der Elemente, und schließlich die arithmetischen
Prinzipien der (pythagoräischen) Weltordnung[1543]; von wem er ihn
entlehnte, bleibt vorerst dahingestellt, denn daß ~Leukippos~ hierin
sein Vorgänger gewesen sein möchte[1544], scheint eine bloße Vermutung.

Daß ~Platon~ ὕλη (Hýle) noch nicht im aristotelischen Sinne = Materie
setzt, ist bereits erwähnt worden; das eigentliche dauernde Wesen der
Dinge, ihre wahrhafte Substanz, bezeichnet er als οὐσία (Usía) und
stellt diese οὐσία, als Beharrendes, auch in Gegensatz zum Werdenden
und Wandelbaren, zur γένεσις (Genesis)[1545]. Übergänge der Stoffe
gelten ihm stets als durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung)
erfolgt[1546], und für die sich hierbei verändernden oder
ausgleichenden „Gegensätze“ gebraucht er als Erster das Wort ποιότητες,
d. i. Qualitäten[1547].


b) Aristoteles.[1548]

Durch Sammeln und kritisches Besprechen fremder, sowie durch Aufstellen
und planvolles Ausgestalten eigener Lehren übte ~Aristoteles~
(384-322), wie auf zahlreichen anderen Gebieten so auch auf dem der
Physik, tiefgreifenden und fast zwei Jahrtausende vorhaltenden Einfluß
aus; dies gilt auch betreff der Theorien über die Materie, trotzdem
die Vorzüge seiner Systematik gerade in dieser Richtung nicht so
durchschlagend hervortreten wie gewöhnlich, so daß in sachlicher
Hinsicht mancherlei Unklarheiten und Widersprüche bestehen bleiben,
der sprachliche Ausdruck aber nicht selten der Folgerichtigkeit und
Bestimmtheit ermangelt[1549]. Daß dem so ist, erklärt sich wohl zur
Genüge aus den Schicksalen der Niederschrift und Überlieferung jener
Fassung der aristotelischen Werke, die allein uns heute zur Verfügung
steht; an dieser Stelle können jedoch die angedeuteten Umstände nicht
des Näheren erörtert werden.

Merkwürdig schwankend gebraucht ~Aristoteles~ schon den Grundbegriff
οὐσία (Usía), in dem bald der Sinn von Materie oder Substrat zu
überwiegen scheint, bald der von Substanz oder Stoff, bald der von
Wesen oder Gattung[1550]; in der Regel bedeutet jedoch οὐσία das
Ursprüngliche der Dinge, ihre Anlage, ihr „Seiendes“, das zwar an
sich den Charakter des Beharrlichen und Bleibenden besitzen, dabei
aber fähig sein soll, sich unter dem Einflusse der Genesis (γένεσις,
der Entwicklung, des Werdens) in mehr oder minder weitgehendem Grade
zu „verwirklichen“, d. h. aus dem Zustande des „Möglichen“ (δύναμις,
Dynamis) in den des „Wirklichen“ (ἐνέργεια, Energie; ἐντελέχεια,
Entelechie) überzugehen[1551]. Die „Grundlage“ der Dinge (ὑποκείμενον),
ihre ὕλη (Hyle) oder Materie[1552], ihre „erste“ oder Ur-Substanz
(πρώτη ὕλη = materia prima), ist nämlich zwar das einheitliche und
bleibende Substrat aller Veränderungen[1553], besitzt aber kein
„aktuelles“ = tatsächliches Sein, sondern nur ein „potentielles“ =
mögliches; daher kann sie auch niemals +als solche+ auftreten[1554],
bildet vielmehr nur die „begriffliche (abstrakte) Voraussetzung“ für
die Möglichkeit der Körperwelt[1555]. Damit es nun zur „aktuellen“
Entstehung von Einzelkörpern komme, muß die als noch gestalt- und
qualitätslos zu denkende Hyle eine bestimmte +Form+ (εἶδος, μορφή)
annehmen[1556], die für sie ein Höheres, dem Logos (Begriffe) des
Einzelkörpers Gleichwertiges ist[1557], und nach der sie deshalb,
als nach etwas in ihr schon Angelegtem, strebt und verlangt, wie
das Weibliche nach dem Männlichen[1558]. Alle Wirklichkeit erhält
also die Materie erst durch die Form: diese ist das Entscheidende und
Bestimmende, sie macht den Einzelkörper zu dem was er ist, und sie
bedingt namentlich, daß er fortzeugend seinesgleichen hervorbringt,
also z. B. Feuer wieder das Feuer, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen
den Weizen, der Mensch den Menschen[1559].

Entgegen den im vorstehenden entwickelten Anschauungen sieht aber
~Aristoteles~ an anderen Stellen seines Lehrgebäudes die πρώτη ὕλη
oder Urmaterie als einen körperlichen Stoff an[1560]; dieser ist
fähig der μεταβολή (Metabolé), -- was ursprünglich Bewegung und
Ortsveränderung bezeichnet, später aber auch Veränderung der Größe
und Veränderung der Eigenschaften, welche letztere Unterart ἀλλοίωσις
(Alloíosis, Artverwandlung) heißt --, ferner der σύνθεσις (Synthesis)
oder äußeren Vermischung, und endlich der μῖξις (Míxis) oder inneren
Verbindung[1561]; aus ihm sollen zunächst die vier Elemente hervorgehen
und weiterhin aus diesen durch μῖξις die Einzelkörper; diese stellen
keine bloßen mechanischen Mischungen dar, sondern durchaus einheitliche
und neue Stoffe, und enthalten die Elemente, die in ihnen stets +alle
vier+, wenn auch in den wechselndsten Mengen, vorhanden sind[1562],
nicht mehr unverändert, sondern nur noch potentiell, d. h. unter
Umständen wieder aus ihnen abscheidbar[1563].

Hiernach sind die Elemente spezifische, nicht weiter in andersartige
Bestandteile zerlegbare Grundstoffe, die aus der Hyle hervorgehen
und sich scharf von den ἀρχαί (Archai), als den außerhalb der Dinge
stehenden bloßen Prinzipien, unterscheiden[1564]; andere Teile der
aristotelischen Schriften erblicken hingegen schon in der Hyle selbst
nichts Einheitliches, vielmehr eine Gesamtheit der vier Elemente, die
vereint als Träger der Hyle gelten und deren vier Einzel-Erscheinungen
ein (abstraktes) „gemeinsames Substrat“ (κοινὸν ὑποκείμενον) zugrunde
liegt[1565]; ferner werden die vier Elemente oder στοιχεῖα (Stoicheía)
auch bald als ἀρχαί, bald als σώματα (Sóma = Körper) bezeichnet[1566]
und als Verbindungen gewisser „Gegensätze“ angesprochen[1567]. Die
vier ersten und ursprünglichen Qualitäten, das sind Wärme und Kälte,
denen +aktive+, sowie Trockenheit und Feuchte, denen +passive+ Natur
zukommt, lassen nämlich sechserlei Arten der Paarung zu; zwei von
diesen scheiden aus, da sich offenbar weder Wärme und Kälte noch
Trockenheit und Feuchte miteinander zu verbinden vermögen; demnach
verbleiben noch vier Paarungen, und von diesen ist zu setzen: Kälte
+ Trockenheit = Erde, Feuchte + Kälte = Wasser, Wärme + Feuchte =
Luft, Trockenheit + Wärme = Feuer, wobei die zweite der angeführten
Qualitäten stets die vorherrschende ist, und durch weitestgehende
Steigerung aus Wasser und Feuer die „Extreme“ Eis und Flamme ergeben
kann. Alle vier Elemente sind gegenseitiger Umwandlung ineinander
fähig[1568], und zwar rasch und leicht in den Richtungen Feuer ⭢ Luft
⭢ Wasser ⭢ Erde oder umgekehrt, weil hierbei stets +eine+ gemeinsame
Qualität als Anknüpfungspunkt bestehen bleibt, langsam und schwierig
aber in der Richtung Feuer ⮂ Wasser oder Erde ⮂ Luft, die einen Wechsel
+beider+ Qualitäten erfordert; alle diese Umwandlungen vollziehen
sich ἄνω καὶ κάτω[1569], in einem unaufhörlichen Kreisprozesse oder
Zyklus (ἐν κύκλω)[1570], und in solcher Weise, daß im ganzen das
Gleichgewicht zwischen Erde, Wasser, Luft und Feuer stets erhalten
bleibt. Hinsichtlich des eigentlichen Wesens dieser μεταβολή (Metabolé,
Umänderung) der Elemente machen sich die oben erwähnten Unklarheiten
gleichfalls geltend: als Umwandlung des gemeinsamen Substrates, der
πρώτη ὕλη (materia prima), hängt die Metabolé enge zusammen mit
den Veränderungen der Qualitäten (ποιότητες) und ist demnach eine
Alloiosis[1571], aber gelegentlich der zyklischen Übergänge der
Elemente wird sie auch als γένεσις καὶ φθορά (Entstehen und Vergehen)
erklärt[1572], endlich ist es jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß
diese und andere Arten der Stoffverwandlung vielfach ineinander
übergreifen[1573].

Der +Äther+ ist +kein+ Element, sondern eine göttliche und himmlische
Substanz, durchaus und völlig verschieden von allen irdischen Stoffen,
deren Gesetze daher für ihn keine Gültigkeit haben; er ist immateriell,
einfach, unentstanden und unvergänglich, frei von den in den Elementen
enthaltenen „Gegensätzen“, daher auch qualitativ unveränderlich und
in endloser einheitlicher Kreisbewegung begriffen[1574]. Dieser ewig
unwandelbare, gleichmäßige, durchaus „vollkommene“ Umschwung des
Äthers, des Himmels und der Gestirne, ist das +erhaltende+ Moment
im Weltall, während die Schiefe der Ekliptik das +Verändernde+
hinzubringt; aus dem Zusammenwirken beider erklären sich die sämtlichen
grad- und krummlinigen Bahnen der irdischen Stoffe und die an sie
geknüpften Veränderungen der Materie, die also in letzter Hinsicht
auf die Bewegungen der „göttlichen“ Himmelskörper zurückgehen[1575].
Besonders wechselnd und verwickelt sind sie bei den Planeten, die sich
dadurch scharf von den unwandelbar an ihrem Orte beharrenden Gestirnen
der Fixsternsphäre unterscheiden; daß aber ihre Stellungen und Wege
Vorbedeutungen in sich schließen und in Beziehung zu den irdischen
Einzeldingen oder zu den Schicksalen der Menschen stehen sollen, gehört
in das Gebiet der Sagen und mythologischen Fabeln. Sämtliche Sphären
werden von lenkenden Sterngöttern durch den Raum geführt[1576]; diese
gelten [wie schon ihr späterer Übergang in „Schutzengel“ zeigt] in
der Regel als „gute Geister“ und gehören dem Kreise der „Untergötter“
an, die als Stufenreich bald wohlgesinnter, bald bösartiger Dämonen
zwischen der Weltseele und den körperlichen Dingen schweben[1577].

Dem Äther nahestehend und edler als die vier Elemente ist das
+Pneuma+, ein ätherischer Hauch von warmer Natur und von der feurigen
Beschaffenheit der Himmelsgestirne, daher auch wie sie wärmespendend
und lebenerweckend[1578]; es ist der Träger der tierischen Wärme, die
am auffälligsten in der δύναμις πνευματική (pneumatischen Kraft) des
Samens hervortritt[1579], aber auch als Lebenswärme das Blut erfüllt
und u. a. die Nahrung „zurechtkocht“, wobei die Dünste und Dämpfe
zum Kopfe aufsteigen und dort durch die Kälte des Gehirnes wieder
abgekühlt werden[1580]; es ist ferner der Sitz der Seele[1581], deren
Übertragung, zugleich mit jener des Lebens, durch den Samen erfolgt
und zur Entstehung eines neuen, als Mikrokosmos anzusehenden Wesens
führt[1582].

Durch Umwandlung der Elemente, besonders der Erde und des Wassers,
unter dem Einflusse von Wärme und Kälte, sowie durch Verdichtung
dampfartiger Dünste, namentlich unter Druck, entstehen im Inneren des
Erdkörpers der von vielen für höchst heilig (θεῖον, theíon) erachtete
Schwefel (θεῖον, Theíon) nebst den ihm verwandten Mineralien, ferner
die Salze, die Tone, die Erze und die Metalle, und zwar durch ein sehr
allmähliches Wachsen und Reifen, also auf ganz anderem Wege als sie
die menschliche Kunst unter Umständen herzustellen oder abzusondern
versteht.

Alle Metalle enthalten Wasser, jedoch nur in potentiellem Zustande,
während es aktuell erst beim Schmelzen hervortritt und erkennen läßt,
daß alles Schmelzbare von der Natur des Wassers ist; ferner enthalten
sie Erde, mit einziger Ausnahme des Goldes. Dieses allein ist völlig
rein und wird daher auch durch die größte Glut weder verändert noch
verbrannt; eine Flamme, die stets nur als „brennender Rauch“ anzusehen
ist[1583], gibt es selbst im schärfsten Feuer nicht; seine gelbe
oder rote Farbe beweist jedoch, daß es in enger Beziehung zum Feuer
steht, mittels dessen es zu gewinnen und auszuschmelzen zuerst der
Phönizier ~Kadmos~ lehrte. In merklicher Menge enthält das Silber
erdige Teile, in noch merklicherer das Kupfer, Eisen, Zinn und Blei,
die deshalb sämtlich verbrennbar sind und dem Feuer nicht widerstehen;
im Quecksilber ist hauptsächlich Erde und Wasser vorhanden, welches
letztere seinen flüssigen Zustand bewirkt, außerdem aber auch viel
Luft, die seine Verdichtung durch die Kälte verhindert.

Gold und das „feuerfarbige“ [Metall], sowie ebenso Silber und Zinn
gehören gleicher Gattung und Art an, stimmen in der Farbe und den
meisten Eigenschaften völlig überein und zeigen sich in anderen nur
wenig verschieden; sie sind also miteinander nahe verwandt und daher
auch gegenseitigen Überganges fähig. Durch Verschmelzen von Kupfer mit
einer im Lande der Mossynöken, am Südostufer des Schwarzen Meeres,
vorkommenden Erdart [offenbar einem zinkhaltigen Mineral], bereitete
ein Erfinder, der sein Verfahren hierbei geheim hielt, eine „Mischung“
(κρᾶμα = Kráma, κρᾶσις = Krásis, d. i. eine Legierung), vermutlich die
nämliche, aus der die berühmten „indischen“ Trinkschalen des Königs
~Darius~ verfertigt waren [d. i. Messing]: sie ist ebenso glänzend,
leuchtend und unverrostbar wie Gold und von diesem durch die Farbe
nicht zu unterscheiden, angeblich aber durch den Geruch. Übrigens
sehen gar mancherlei Dinge wie Gold oder Silber aus, die nur mit
χολοβαφίνη (Gallenfarbe) gelb gefärbt sind, oder aus Lithargyrina
[einer silberähnlichen Legierung?] bestehen; wer sie wirklich für Gold
oder Silber hält, gleicht dem Manne, dem ein Trugschluß als Wahrheit
erscheint.

Das Verschmelzen von Kupfer mit dem aus den keltischen Ländern
kommenden Zinn und das Zurechtmischen (χαλκοῦ κρᾶσις Krásis) und Gießen
des „Erzes“ [der Bronze] soll ein Lyder namens ~Skythos~ erfunden
haben. Das Wesen dieses Vorganges besteht darin, daß die ausgeprägte
und beständige Natur des Kupfers der ungefestigten und für Einwirkungen
sehr empfänglichen des Zinns völlig Herr wird, so daß das Zinn, als
wäre es zu einem bloßen stofflosen Zustand (zu einer Qualität) des
Kupfers geworden, im Erze verschwindet, dem es dabei eine (goldige)
Färbung erteilt; tatsächlich ist das Zinn, nachdem seine Vermischung
mit dem Kupfer stattgefunden hat, als solches nicht mehr wahrnehmbar,
aber aus den weichen Metallen ist dabei ein hartes, festes, von hohem
Glanze und von gänzlich anderer Farbe entstanden, das Kupfer hat also
zugleich mit der neuen Färbung auch eine völlig neue Natur angenommen.
Eine derartige Veränderung, die unter „Auflösung der eigenen Form“,
unter „Aufgeben der eigenen Hyle“ verläuft, steht indes keineswegs
vereinzelt da: ein Tropfen Wein z. B. +vermischt+ sich nicht mit
10000 Kannen Wasser, sondern +geht+ unter gänzlichem Verluste seiner
Form in Wasser +über+, ein Körnchen Süßes bleibt in einer sehr großen
Menge Flüssigkeit nicht als Gemengteil +erhalten+, sondern wird völlig
zu ihr „+aufgelöst+“. Beispiele für die Umwandlung der Natur eines
Stoffes unter Farbenwechsel sind das Reifen der herben und sauren
Früchte zu wohlschmeckenden und süßen, die Entstehung von Brot und
Backwaren aus μάζα (Máza = Brotteig), also aus Mehl und Wasser, --
wobei infolge der massenhaft entweichenden „Luft“ stets ein erheblicher
Gewichtsverlust eintritt --, ja auch die Veränderungen des Wesens der
Menschen zugleich mit deren „angeborener Farbe“, die ursprünglich für
jeden Einzelnen durch das Verhältnis bedingt ist, „wie sich in ihm die
Elemente mischten.“ Nicht möglich ist es indessen, solche und ähnliche
Veränderungen auf gleiche Weise wieder rückgängig zu machen: Wein geht
z. B. leicht in Essig über, soll aber aus Essig wieder Wein entstehen,
so kann das nur auf dem nämlichen Wege geschehen, auf dem aus einem
Toten aufs neue ein Lebendiger wird, d. h. durch die gänzliche
Auflösung seiner Bestandteile in die Ursubstanz (πρώτη ὕλη; próte hýle,
materia prima) und durch deren völlige Neugestaltung[1584].

Unter den der Schule des ~Aristoteles~ Zugehörigen, den Peripatetikern,
steht sein unmittelbarer Nachfolger ~Theophrastos~ (372-287) ihm nach
fast allen Richtungen sehr nahe und teilt auch seine Ansichten betreff
der Materie[1585]; als ὕλη (Hýle) betrachtet er jedoch fast stets einen
bestimmten Stoff und nicht, wie wiederum die späteren Schulhäupter,
die noch gestaltlose Ursubstanz „vor Aufnahme der Form“[1586]. Seine
hervorragendsten philosophischen Werke sind leider verloren gegangen,
so daß sich ihr Inhalt nur auf Grund später und oft arg entstellter
Überlieferungen wenigstens zum Teile erschließen läßt; auch von
der Schrift über die Mineralien, auf die an geeigneter Stelle noch
zurückzukommen sein wird, besitzen wir nur größere Bruchstücke.

~Theophrasts~ Schüler ~Straton~, der 287-269 lehrte, soll sich
vornehmlich mit Naturkunde beschäftigt haben, weshalb er auch ὁ φυσικός
(der Physikus) genannt wurde[1587]; in seinen Lehrmeinungen wich er
vielfach von ~Aristoteles~ ab und hielt u. a. auch die scharfe Trennung
von Stoff und Form für unzulässig und unmöglich[1588]. Von seinen
zahlreichen Schriften sind nur geringe Fragmente erhalten, aus denen
~Diels~ sein System nach Möglichkeit rekonstruierte[1589]. Wichtig ist
namentlich ~Stratons~ Lehre vom Pneuma[1590], die sehr bedeutenden
Einfluß auf die Medizin gewann; bei seinem Zeitgenossen ~Erasistratos~,
dem berühmten Arzte, tritt das Pneuma auch als mechanischer Träger der
Seelentätigkeit auf[1591].




3. Die Stoïker.


Von den drei neuen, seit dem Zerfalle des mazedonischen Weltreiches
ziemlich gleichzeitig zur Entwicklung gelangenden nacharistotelischen
Systemen, dem des ~Epikur~ (dessen Physik eine atomistische ist), dem
skeptischen und dem stoïschen, ist an dieser Stelle nur das letztere
zu betrachten; denn von ihm allein gingen hier zu berücksichtigende
Nachwirkungen aus, und zwar um so bedeutsamere und wichtigere,
als es sich vom 2. Jahrhundert an in steigendem Maße der gesamten
Schuldisziplin bemächtigte und hierdurch der höheren Allgemeinbildung
des ausgehenden Altertums tiefgreifende Spuren einprägte.

Im Laufe des 4. Jahrhunderts machte sich, zugleich mit der rasch
fortschreitenden Zerrüttung der politischen und religiösen Verhältnisse
Griechenlands, auch eine fühlbare Ermattung des philosophischen Geistes
bemerklich; ihre Anzeichen sind das Überwiegen rein praktischer
Bestrebungen und der auf sie hinzielenden ethischen Grundsätze, das
Verlangen nach Leichtfaßlichkeit und Volkstümlichkeit der Lehren, die
Berücksichtigung persönlicher Stimmungen, Neigungen, Vorurteile usf.
und Hand in Hand hiermit ein anfangs unmerklich einsetzender, alsbald
aber mächtig anwachsender Einfluß des Orients[1592]. Es kann daher
nicht unbeachtet bleiben, daß die hervorragendsten der älteren Stoïker
fast sämtlich der östlichen Mischbevölkerung angehörten[1593]: ~Zenon~
(342-270 oder 336-264) stammte aus Kition in Cypern, ~Kleanthes~
(331-251 oder 233?) aus Assos in der Troas, ~Chrysippos~ (280-205) aus
Soloi in Cilicien; aus Rhodus gebürtig war ~Panaitios~ (180-110), aus
Apamea in Syrien ~Poseidonios~ (135-51), welche Träger der mittleren
Stoa das System dem römischen Weltreiche übereigneten, in dem es durch
~Seneca~ (gest. + 65), ~Epiktet~ (gest. + 115?) und Kaiser ~Marc Aurel~
(121-180) seine letzte Nachblüte zeitigte.

Von den Werken der älteren Stoïker, also den eigentlich grundlegenden,
sind nur Bruchstücke erhalten, die in neuerer Zeit ~v. Arnim~
zusammenfaßte[1594]; infolge ihrer Überlieferung durch späte, häufig
sogar sehr späte Kompilatoren lassen sich die einzelnen Lehren nur
selten mit völliger Sicherheit bestimmten Urhebern zuschreiben, sie
zeigen vielfache Widersprüche, ihre Terminologie ist weder einheitlich
noch folgerichtig, auch wird der Sinn der Schulsprache oft nur auf
Grund medizinischer Schriften verständlich, die von Ärzten stoïscher
oder stoïsch-peripatetischer Richtung, den sog. „Pneumatikern“,
herrühren[1595]. Dies alles gilt insbesondere betreff der
Naturforschung, denn da die Stoïker der Ansicht waren, die Fähigkeiten
des Menschen seien unzureichend zur Feststellung der Wahrheit auf
diesem Gebiete, so vermochten sie sich auf ihm auch fast nirgends
zu eigenen Leistungen aufzuschwingen[1596]. Ihre Meinungen blieben
vielmehr abhängig von denen des ~Platon~, vor allem aber von denen
des ~Heraklit~, des ~Aristoteles~ und der aristotelischen Schule der
Peripatetiker[1597]; großen Einfluß entfalteten hauptsächlich einige
durch Letztere weiter ausgebildete Lehren, nämlich erstens die von der
„Antiperístasis“, -- d. i. der Intensitäts-Veränderung der Qualitäten
unter dem Einflusse ihrer Gegensätze, die unter Umständen zur völligen
gegenseitigen Ab- oder Ausstoßung unter Platzwechsel führen kann[1598]
--, und zweitens die vom „Pneuma“ [später: spiritus], das als
„treibende Kraft“ oder „Spannkraft“ eine große und allgemein-wichtige
Rolle im gesamten Weltenlaufe zugewiesen erhält und zwecks Deutung der
Naturvorgänge in steigendem Maße zum Ersatze der von ~Aristoteles~
gegebenen dynamischen Erklärungen herangezogen wird[1599].

Die Einflüsse des orientalischen Geistes machen sich u. a. in der
Vorliebe für die +Mantik+ geltend, über die bereits einige der älteren
Stoïker, aber auch noch ~Poseidonios~, ausführlich schrieben: den
Gestirnen, namentlich den Planeten, wird als den „sichtbaren Göttern“
besondere Verehrung gezollt; Vorbedeutungen, Wundererscheinungen
und abergläubischen Wahrzeichen wird hoher Wert beigemessen;
für denjenigen aber, der sich solchen Rates erholen will, sind
sittliches Wohlverhalten, Reinheit des Herzens, selbstlose Gesinnung,
Frömmigkeit, Keuschheit und auch entsprechende Ernährung wesentliche
Vorbedingungen des Erfolges[1600]. Zu den Wahrzeichen zählen auch die
+Sympathien+ und +Antipathien+, die ursprünglich mehr als naturgemäßes
Zusammentreffen verschiedener Vorgänge in verschiedenen Teilen
des Weltalls angesehen werden, weiterhin aber auch als Ergebnisse
einer Art höherer psychischer Fernwirkung, die dann in diesem Sinne
(ebenso wie die übrigen orientalischen Anschauungen) den Lehren der
späteren Neu-Pythagoräer und -Platoniker vorbauen[1601]. Als sehr
charakteristisch für die Stoïker erweist sich endlich ihr Streben nach
+allegorischer+ Aus- und Umdeutung religiöser Glaubenssätze und Mythen,
volkstümlicher Vorstellungen (Dämonen, Geister ...), dichterischer
Schöpfungen (der Epen ~Homers~, ~Hesiods~ ...) usf., wobei sie mit
großer Willkür verfahren und als „Beweise“ mit Vorliebe etymologische
Spitzfindigkeiten, ja Kindereien beibringen[1602], nach Art der
Gleichsetzung von ~Kronos~ mit ~Chronos~[1603], die sich allerdings
vielleicht schon bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen läßt[1604]. So
ermitteln sie auch Beziehungen der Götter zu den vier Elementen[1605],
Zusammenhänge zwischen den Namen, Gestalten und Attributen der
Götter[1606], -- u. a. auch betreff deren ägyptisch-hieroglyphischer,
angeblich auf Sonne, Mond und Sterne bezüglicher Symbole[1607] --,
zwischen Gottheiten und den Gestirnen, namentlich den Planeten, die
in einer für das Weltall sehr nützlichen Anzahl vorhanden sind und
sehr wunderbare Wirkungen ausüben[1608], usf. Nach Überlieferungen bei
~Plutarch~ (48-125 n. Chr). und ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.)
erklärte man die homerische Episode vom Beilager des ~Ares~ und der
~Aphrodite~ als Konjunktion der gleichnamigen Planeten[1609], die
Hochzeit des ~Zeus~ mit der ~Hera~[1610] als Verbindung der Elemente
u. dgl. mehr.

                              ——————————

Nach der naturwissenschaftlichen Lehre der Stoïker, die, wie erwähnt,
keineswegs als eine klare und widerspruchsfreie zu bezeichnen ist,
gibt es zwei gestaltlose, ungewordene und unvergängliche Urprinzipien
oder αρχάι (Archái)[1611], die am kürzesten Stoff und Kraft, Leib und
Seele, oder Körper und Geist zu benennen wären[1612]; ihre Unterschiede
werden bald in schärfster Weise hervorgehoben, bald wieder mehr oder
minder verwischt, indem man den Stoff als unmittelbar belebt, den Geist
aber als einen stofflichen Hauch ansieht[1613], -- so daß hiernach
alles gleichzeitig körperliches +und+ geistiges Wesen besitzen, demnach
eigentlich +einheitlich+ sein, also nur je nach dem Standpunkte der
Betrachtung vorwiegend körperlich oder geistig erscheinen müßte[1614].

Ursprünglich vorhanden war die +Urmaterie+, der allgemeine Grundstoff
(ὑποκείμενον, Hypokeímenon), die eine und einheitliche Substanz oder
+Usía+ (οὐσία) alles Bestehenden, die auch, -- und zwar +zuerst+
von den Stoïkern[1615] --, mit der +Hyle+ identifiziert und πρώτη
ὕλη (materia prima) genannt wird[1616], zuweilen auch πρωτίστη
ὕλη = „allererste Materie“[1617]; sie ist der reine, form- und
eigenschaftslose Stoff, ἄποιος ὕλη, ἄποιος οὐσία[1618], σῶμα ἄποιον
καὶ ἄμορφον[1619], gänzlich +passiv+, aber allempfänglich, fähig
jeglicher μεταβολή (Metabolé, Umänderung) und αλλοίωσις (Alloíosis,
Artverwandlung)[1620], zu Allem wandelbar und gestaltbar. Diese
Gestaltung begann zunächst[1621], indem die +aktive+ göttliche ἄρχη
(Gottheit, Zeus, Kraft, Geist, ....) die vier ebenfalls aktiven und
göttlichen +Qualitäten+, d. s. Wärme und Kälte sowie Trockenheit
und Feuchte, auf die Hyle einwirken und sich (unter Verdünnung und
Ausdehnung, Verdichtung und Zusammenziehung usf.) mit ihr verbinden
ließ[1622]; hierdurch entstanden die vier Elemente, d. s. Feuer und
Luft sowie Erde und Wasser, die jedes nur +eine+ ποιότης (Poiótes,
Qualität) haben[1623], -- wie denn z. B. ὕλη + göttliches Wärmeprinzip
= Feuer als Element ergibt[1624] --, und die nach ~Heraklits~ Regel
ἄνω (áno) und κάτω (káto) ineinander überzugehen vermögen und auch
tatsächlich ununterbrochen übergehen[1625].

Die vier +Elemente+ oder στοιχεῖα[1626] sind, im Gegensatze zu den
ἀρχάι, geworden und geformt, also auch vergänglich und zerstörbar[1627]
und erweisen sich als die ersten besonderen Gestaltungen des göttlichen
Wesens, sowie als die allgemeinsten Substrate für die Wirksamkeit
der göttlichen Kraft[1628]. Da das Feuer heiß und leicht ist, die
Luft kalt und leicht, die Erde trocken und schwer, das Wasser feucht
und schwer, so treten [wie auch schon bei ~Aristoteles~ und den
Peripatetikern][1629] Feuer nebst Luft, sowie Erde nebst Wasser sich
in zwei natürlichen Gruppen gegenüber, die als „obere und untere“,
„feinere und gröbere“, „bindende und gebundene“, „aktive und passive“,
„tätige und leidende“ Elemente, „ποιοῦν καὶ πάσχον“[1630], ihrerseits
wieder im Verhältnisse wie Kraft zu Stoff, Geist zu Körper, Seele zu
Leib stehen[1631].

+Wirklich+ und +wirksam+ können nach stoïscher Lehre allein +Körper+
sein, daher muß auch den ποιότητες, den Qualitäten oder Eigenschaften,
+körperliche+ Natur zukommen[1632], etwa die einer „feinsten zarten
Substanz“, einer „leichten materiellen Strömung“[1633], eines von
τόνος (Tónos = tenor; Spannung, Spannkraft) erfüllten Hauches
oder Pneumas[1634]. Im Gegensatze zur üblichen Lehre von der
Undurchdringlichkeit ist hiernach eine „κρᾶσις δι’ ὅλων“ möglich, d. h.
eine „völlige Durchdringung“ der Körper und ihrer Qualitäten[1635]:
sie ist weder eine παράθεσις (Paráthesis = mechanische Vermengung)
wie die verschiedener Arten Getreide, noch eine gewöhnliche κρᾶσις
oder μῖξις (Krásis, Míxis = Vermischung) wie die von festem Eisen
mit Feuer oder von flüssigem Wasser mit Wein, noch endlich eine
σύγχυσις (Sýnchysis = Verschmelzung) wie die der Salben und Arzneien,
bei der die Qualitäten der Bestandteile verschwinden und ganz neue
entstehen[1636], vielmehr bewahren bei ihr sämtliche Komponenten ihre
Individualität, vereinigen sich aber zu einem neuen Stoff[1637].
In letzter Linie gehen daher aus der Usía, der Ursubstanz als
allgemeinen Grundlage der Körperlichkeit[1638], infolge Einwirkung der
Qualitäten die Einzeldinge hervor, teils unmittelbar, teils (durch die
Zwischenstufe der Elemente) mittelbar, und zwar jedes in Gestalt einer
stofflichen, aus Usia und einer veränderlichen Menge verschiedener
ποιότητες (Qualitäten) bestehenden Mischung (κρᾶσις); eine solche kann
ihrer Natur nach steten Veränderungen unterliegen[1639], indem sie
entweder durch Vermehrung oder Verminderung ihrer +Usia+ der Metabolé
(Umänderung) fähig ist, oder durch Wechsel ihrer +Qualitäten+ der
Alloíosis (Artverwandlung). Diese Einzeldinge, also bestimmte Stoffe
wie Holz, Gold, Eisen, Erz, -- für dessen Entstehung aus Kupfer
und Zinn die aristotelische Erklärung das ständige Schulbeispiel
bleibt[1640] --, werden aber von manchen Stoïkern auch als „Hyle“
bezeichnet oder zusammengefaßt[1641], so daß es dann u. a. auch wieder
heißt „die vier Elemente machen die Hyle aus“[1642].

Entsprechend der Lehre ~Heraklits~ gehen die Elemente aus einem
„Urfeuer“ hervor[1643] und lösen sich beim Weltuntergange durch
ἐκπύρωσις (Ekpýrosis, Feuer-Werdung) wieder in dieses auf[1644].
Verschieden von dem gewöhnlichen verzehrenden Feuer, dem πῦρ ἄτεχνον,
ist aber das πῦρ νοερόν oder τεχνικόν, das vernünftig-intellektuelle,
künstlerisch-bildende, leben- und wachstumverleihende[1645], das sich
auch οὐσία θεοῦ = göttliche Usia, Gottheit, Zeus, Substanz des Himmels
und der Gestirne, himmlischer Lufthauch, Pneuma [Spiritus], göttlicher
Geist, formende Kraft, Äther, Weltfeuer, Weltseele, Weltvernunft
(κοινὸς λόγος), Logos usf. benannt findet[1646]. Obwohl nun dieser
Weltkraft alle Merkmale des heraklitischen Logos zugeschrieben
werden[1647], so trifft doch auch für sie zu, daß sie als Gottheit
„wirkt“, demnach körperlicher Natur sein, dem physischen Stoffe
also nach Art eines zarten geistigen Hauches innewohnen muß[1648];
diesen „göttlichen feurigen Hauch“, den schaffenden und wirkenden (τὸ
δραστήριον), betrachteten schon die älteren Stoïker als eine Verbindung
der leichten und aktiven (ποιητικά) Elemente Feuer und Luft und als
identisch mit dem +Pneuma+[1649]. Ursprünglich galt das Pneuma nur
als etwas Materielles und Körperliches, als eine Strömung jener feinen
Luft, die sich beim Gewitter entzündet[1650] und durch ihre Spannung
(τόνος = tónos) die Erdkugel in Schwebe und den ganzen Kosmos in
Vereinigung erhält[1651]; allmählich aber würde es (in Fortbildung
aristotelischer Anschauungen)[1652] zu einer die gesamte Materie
durchdringenden und hierdurch gleichfalls mit τόνος erfüllenden,
„geistigen“ und „göttlichen“ Naturmacht, die als „natura naturans“
gestaltet und formt, bildet und bewegt, ja Leben und Empfindung, Seele
und Denkvermögen erweckt[1653].

Die Kraft, die den τόνος des Pneumas bedingt, wird insbesondere
auch als +Logos+ bezeichnet[1654], der seinem Wesen nach aktiv,
zwecksetzend und zielstrebig ist und sich zum Kosmos verhält wie die
Seele zum Leib, oder wie die bewegende Ursache (causa) zur bewegten
Masse (materia)[1655]. Häufig findet sich der Logos aber auch
unmittelbar dem Pneuma gleichgesetzt[1656] und samt diesem wieder
dem himmlischen Äther[1657]; als ein „göttliches Feuer“, dem πῦρ
τεχνικόν entstammend, durchdringt dann sein „warmer Hauch“, πνεῦμα
ἔνθερμον, das Weltall, bewirkt in ihm Einheitlichkeit und Harmonie,
Ordnung und Notwendigkeit[1658], bedingt die Entwicklung der Materie
nach gewissen Regeln und Normen und erweist sich so als Träger der
Gesetzlichkeit und Vernunft[1659]. Da nun die Götter dem menschlichen
Geschlechte den Logos, der als Vernunft und Gedanke in der Brust ruht,
als Wort und Sprache aber aus ihr hervortritt, durch den ~Hermes~
gesandt haben sollen, so wird dieser Götterbote unter den Namen Logos
oder Lógios (λόγιος) auch +selbst+ mit dem Logos identifiziert, und
zwar in jener Doppelgestalt des geistigen, die Seelen leitenden und
geleitenden „~Hermes~ psychopómpos“ und des weltlichen, die irdischen
Angelegenheiten ordnenden und regelnden „~Hermes~ chthónios“, die
sich allerdings schon im Volksglauben und bei den älteren Philosophen
vorgedeutet findet, ihre eigentliche Ausbildung aber erst bei ~Philo~
von Alexandria (etwa 30 v. bis 50 n. Chr.) und den Kirchenvätern
erfährt[1660].

Wie der Gottheit, so muß auch der +Seele+ (ψυχή, Psyche), da sie
„wirkt“, den Leib affiziert und von ihm affiziert wird, körperliche
Natur zukommen[1661]: sie ist ein warmer göttlicher Hauch, ein
Pneuma[1662], -- diese Gleichsetzung kennen in vollem Umfange zuerst
die Stoïker[1663] --, ein πνεῦμα ἔνθερμον[1664], als „Usia der Seele“
mit dem Leibe verbunden[1665] und ihn durch ihren τόνος (tónos)
erfüllend und beeinflussend[1666]. Die Seele wird aber auch als σπέρμα
(Spérma) = +Samen+ bezeichnet[1667], denn der Lehre des ~Aristoteles~
gemäß liegt ihr Keim in dem vom Samen umschlossenen warmen Lufthauch
(aura seminalis), und dieses Pneuma des Samens ist selbst wieder als
ein losgerissenes Stück der väterlichen Seele zu betrachten; weil
diese aber auf gleichem Wege entstanden ist, so enthält sie auch
gewisse Reste von den Seelen der Vorfahren, und zwar oft in Form bloßer
„Anlagen“, die erst unter passenden Umständen in späteren Generationen
wieder zur Entwicklung gelangen[1668].

Zum Körper verhält sich die Seele wie zum Weltganzen der Logos:
auch er geht als „Samen“ (σπέρμα, Sperma) in die Materie ein,
befruchtet und belebt, bildet und gestaltet sie durch die Macht seines
himmlisch-ätherischen Pneumas (δύναμις πνευματική) und bringt aus ihr
alle Einzeldinge zur Entwicklung[1669]. Sein Vermögen hierzu erklärt
sich daraus, daß er unbeschadet seiner Einheitlichkeit dennoch die
„λόγοι σπερματικοί“ (+Lógoi spermatikoí+), die „rationellen Keimkräfte
und Keimformen“, „keimhaften Vernunft-Anlagen“, „vernünftigen
Samen-Elemente“, die „Samen“ sämtlicher Einzeldinge, bereits in
sich enthält[1670]. In diesen λόγοι σπερματικοί schufen die Stoïker
„einen ihnen eigentümlichen, doktrinären Begriff, ausgerüstet mit
mystisch-dämonischer Gewalt“[1671]; sie sehen in ihm die „allgemeine
Vernunft“ als jene formende Naturmacht (natura naturans) am Werke,
die zwar als Inbegriff schöpferischer Kraft in ihrer Einheit das
Weltganze hervorbringt, zugleich aber auch als „keimbildende Vernunft“
in ihren besonderen Ausflüssen die Einzeldinge[1672]. Als Prinzipien
der Entwicklung, -- geistig als λόγοι, materiell als σπερματικοί --,
stehen die Lógoi spermatikoí in engster Beziehung zu den ποιότητες,
den Qualitäten[1673]; denn indem sie die Materie völlig durchdringen,
verleihen sie ihr Eigenschaften, individualisieren sie dadurch,
wirken formbildend und fortbildend und befähigen sie ferner unter
Umständen, neue Individuen in den alten Formen hervorzubringen[1674].
Die Identifizierung des einheitlichen Logos mit dem Pneuma läßt die
als Einzelkräfte in den Dingen waltenden Lógoi spermatikoí ebenfalls
als Pneumata ansehen; wie alles übrige, so erfüllen sie auch den
menschlichen Körper mit ihrem bald leichteren wärmeren und trockneren,
bald dichteren kälteren und feuchteren Hauche, und da sich ihre
Veränderungen als Ursachen körperlicher und geistiger Krankheiten
auffassen ließen, so ist es leicht erklärlich, daß sich als eigentlich
stoïsche Ärzteschule gerade die eingangs erwähnte der „Pneumatiker“
entwickelte[1675].

Daß die Stoïker die Sterne und insbesondere die Planeten als „sichtbare
Götter“ betrachteten und ihnen die mannigfachsten Einwirkungen
zuschrieben, fand bereits im Vorstehenden kurze Erwähnung; auf
+einen+ Umstand muß aber, seiner dauernden Nachwirkung halber, noch
ausdrücklich hingewiesen werden, nämlich auf den außerordentlichen
Vorschub, den sie dem +Fatalismus+ leisteten, einer Denkrichtung, die
allerdings durch die Zeitumstände und namentlich durch die gewaltsamen
politischen Ereignisse schon seit dem Auftreten ~Alexanders des
Grossen~ und der Diadochen in fortdauernd steigendem Maße begünstigt
wurde[1676]. Die Stoïker, meist dem Osten entstammend und „Virtuosen
der allegorischen Auslegung“[1677], brachten die älteren griechischen
Überlieferungen von der unerbittlichen Notwendigkeit der ἀνάγκη
(Anánke) und dem unentrinnbaren Zwange des Verhängnisses, der ἑιμαρμένη
(Heimarméne), -- die den jüngeren Orphikern als Tochter des Demiurgen
und der Ananke galt[1678] --, in Verbindung mit verschiedenen, ihnen
wohlbekannten Ideen zumeist spätbabylonischer (chaldäischer) Herkunft,
vor allem mit jenen, die die Astrologie, die Parallelität des Mikro-
und Makro-Kosmos und die Lehre von der Sympathie betrafen. Finden
sich auch einige Anklänge an diese letztere schon bei ~Theophrast~,
so beginnt doch ihre planmäßige Durcharbeitung und litterarische
Darstellung erst bei den Stoïkern, denen schließlich die ganze Welt
als ein einheitlicher Organismus (σῶμα = Sóma) erscheint, in dem
daher notwendigerweise sämtliche Teile durch ein natürliches Band
verknüpft sein müssen, durch das Band der σύνθεσις τῶν ὅλων, der
allseitigen Zusammengehörigkeit[1679]. Als einen Sonderfall dieser
allgemeinen, auf der Einheitlichkeit des Weltganzen beruhenden
Sympathie betrachteten nun die Stoïker den Einfluß der Planetengötter,
der in jenem des Wandels und der Stellung ihrer Gestirne, der
Planeten, sichtlich hervortritt: die zugehörigen orientalischen
Anschauungen (über diese s. weiter unten) übernahmen sie ziemlich
unverändert, ersetzten die „chaldäischen“ Namen der Planetengötter
durch hellenistische oder griechische, und die nämlichen Gelehrten,
die sich sonst als ausschließliche Vertreter reiner, den „unnützen“
Naturwissenschaften verschlossener Weisheit und strenger Sittlichkeit
zu geben liebten[1680], führten auf derartigem Wege die +Astrologie+
und die Theorie von der Parallelität des Makro- und Mikro-Kosmos
in die „praktische Philosophie“ ein[1681]. In dem so entstandenen
Systeme, dessen Entwicklung zwar schon zur Zeit des ~Diogenes von
Babylon~ und des ~Panaitios~ ziemlich weit fortgeschritten war, den
Höhepunkt bedeutsamer und weittragender Ausgestaltung aber erst
unter ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) erreichte[1682], gewährleistet
einerseits der gestirnte Himmel, zu dem der Sterbliche mit stets
neuer Bewunderung emporblickt, durch die ewige Unveränderlichkeit
und vollendete Ordnung seiner Fixstern-Sphäre auch eine solche der
gesamten großen und kleinen Welt; andererseits aber irren an ihm
nach fortwährend wechselnden Richtungen und in völlig willkürlichen
Bahnen die Planeten hin und her, zu unsteter Bewegung und Drehung
genötigt durch ihre lenkenden „Sterngötter“, jene furchtbaren und
tyrannischen „Dämonen“, die sich schon allein durch diese Störungen der
sonstigen Regelmäßigkeit und Harmonie als Feinde der guten Gottheiten
erweisen und wie am Himmel so auch auf Erden alles Schlechte und
Böse, alles Ungemach und Unglück hervorrufen. Dieses „Wirken der
Planeten“, diese „Schicksalsmacht der Sterne“ identifizierten die
Stoïker mit der Heimarméne, dem allgewaltigen Verhängnisse, gegen das
jeder Widerstand fruchtlos bleibt, und dem daher Niemand zu entrinnen
vermag, weder durch Nachdenken noch durch Handeln; zwar erstreben alle
Menschen Erlösung von diesem furchtbaren und niederdrückenden Zwange,
aber zuteil wird sie nur den Wenigsten, Einigen durch magische und
zauberkräftige Geheimlehren oder durch Begnadigung seitens der mit
ihren „richtigen“ Namen angerufenen Götter, Anderen durch mystische
und religiöse Weihen, noch Anderen durch die wahre (= stoïsche)
Philosophie[1683].




4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie; die
Neuplatoniker und die Schule von Athen.


a) Die Neupythagoräer.

Zu Alexandria, dem nicht nur für Handel und Verkehr, sondern auch für
Wissenschaft und Geistesleben bedeutsamsten Berührungspunkte abend-
und morgenländischer Kultur, begannen schon seit dem 2. Jahrhundert,
ausgesprochener aber gegen 100 v. Chr., als neue Stämme der
Philosophie der +neupythagoräische+ und der +jüdisch-hellenistische+
hervorzutreten; da beide gleichartigen Wurzeln entsprossen und unter
gleichartigen Einflüssen erwuchsen, bietet auch ihre Entwicklung nach
Inhalt wie Verlauf zahlreiche Analogien[1684].

Auftreten und Erfolg der Neupythagoräer zählen zu den Zeichen eines
sinkenden, an Enttäuschungen politischer, wirtschaftlicher und
geistiger Art reichen Zeitalters: Glückseligkeit und Erkenntnis,
die das +Wissen+ nicht gewährt hat und anscheinend auch gar nicht
zu gewähren vermag, sollen nunmehr im +Glauben+ gesucht werden, sei
es in den religiösen Überlieferungen „uralter“ griechischer oder
orientalischer Kulte und Mysterien, sei es in göttlichen Offenbarungen,
die dem Würdigen durch Mittelwesen (Demiurgen, Dämonen, Geister, ...)
zuteil werden; würdig ihres Wohlgefallens und ihrer Mithilfe ist aber
allein der Fromme, Selbstlose, innerer und äußerer Reinheit Beflissene,
daher hat der Philosoph fortan nur mehr als „Diener der Gottheit“
auf Erfolg zu rechnen, und das Priestertum erhebt sich für ihn zu
ungeahnter Wichtigkeit[1685].

Vorwiegend beeinflußt haben das neupythagoräische System einerseits
die Ansichten der Stoïker[1686], andererseits die seit Beginn
des 3. Jahrhunderts zu neuer Bedeutung gelangten wirklichen und
vermeintlichen Überlieferungen aus orphischer Quelle, welche letzteren
„zum synkretistischen Brei die Zutat der Mystik beisteuerten, als eine
für den überreizten Gaumen der Epoche unentbehrliche Würze“[1687].
Gedanken indischer Herkunft sind (früheren Vermutungen entgegen)
nicht nachweisbar, der ägyptischen Religion und deren angeblicher
geheimer Priesterweisheit entstammende kaum, reichlich dagegen sog.
„persische“ (richtiger: spätbabylonische) meist abergläubischen und
astrologischen Inhaltes[1688]; vermittelt sind diese hauptsächlich
durch die Verbindungen mit Juden und jüdischen Sekten, besonders den
Essenern oder Essäern (s. unten)[1689]. Um Beschaffung ansehnlicher,
ganze Lehrgebäude stützender „Autoritäten“ war man in Alexandria
niemals verlegen, da dort „schon im 2. Jahrhundert v. Chr. das Gewerbe
literarischer Unterschiebung und Fälschung durch Griechen und Juden
geradezu fabrikmäßig betrieben wurde“[1690]. Im vorliegenden Falle
griff man auf ~Pythagoras~ zurück, von dessen Leben und Lehre so
weniges Genaue bekannt ist, daß es keine Schwierigkeit bot, beide
zweckentsprechend auszugestalten; so z. B. ließ man den „erhabenen
Weisen und Propheten“ die Geheimwissenschaft von den ägyptischen
Hierophanten, die Astrologie von den persischen Magiern, die Mantik
von den arabischen Priestern erlernen[1691] und seine Errungenschaften
in strengstens geheim zu haltenden Schriften allegorischen Inhaltes
zusammenfassen[1692], wobei, wie in allen dergleichen Fällen, die
Schule dasjenige, was ihr selbst für Wahrheit galt, ihrem Stifter in
den Mund legte[1693].

Ganz außerordentliche Wichtigkeit maßen die Neupythagoräer der
Zahlenspekulation bei, sowie den „von unendlicher Kraft und Bedeutung
erfüllten“ Zahlen selbst: die Einheit z. B. bedeutet einerseits
wirkende Kraft, Gottheit, Vernunft, Logos, Logos spermatikós, Form der
Formen, Maß, Harmonie, Gut, Glück, andererseits aber auch Materie,
Chaos, Finsternis, Styx, Tartarus, im ganzen also das „Gerad-Ungerade
und Männlich-Weibliche“; die Zweiheit stellt einerseits Gleichheit,
Fortstreben, Entwicklung dar, andererseits Teilung, Mehrheit, Wechsel,
Gegensatz, Stoff; die Dreiheit ist die erste wahre Zahl, da sie Anfang,
Mitte und Ende besitzt; in der Vierheit ist die „Vollkommenheit
der Dekas“ (der platonischen Zehnzahl) verborgen, da 1 + 2 + 3 + 4
als Summe 10 ergibt, usf.[1694]. Die Zahlen lassen sich als Punkte
darstellen, aus diesen gehen zunächst Linien hervor, sodann Flächen,
Gestalten (Figuren) und schließlich die in diesen auftretenden
Elemente, denen sämtlich das Vermögen zukommt, ineinander überzugehen
(μεταβάλλειν)[1695]; es sind ihrer vier oder unter Hinzurechnung des
Äthers, des πέμπτον σῶμα, fünf[1696], und zwar stehen Wasser nebst
Erde zu Luft nebst Feuer im Verhältnisse von Stoff zu Form, Passivem
zu Aktivem, πάσχον zu ποιοῦν. Nicht selten findet sich aber auch den
Elementen die Natur einer Hyle bestimmter Art zugeschrieben, im
Gegensatze zur πρώτη ὕλη (materia prima), die als οὐσία (Usía), als
noch form- und eigenschaftsloses, jedoch allbildsames Substrat das
weibliche Prinzip des Kosmos vorstellt, das durch das Männliche, den
Logos spermatikós, befruchtet wird[1697].

Aus Luft und Feuer, die dem Pneuma des Samens entstammen, bestehen
auch die Seelen; nach dem Verlassen des Leibes schweben sie, gleich
den Dämonen und den jüdischen Engeln, in der Atmosphäre[1698], und
der Seelenbeherrscher ~Hermes~, den ~Plutarch~ zugleich mit dem
griechischen Logos und dem ägyptischen ~Thoth~ identifiziert[1699],
führt die würdigsten unter ihnen empor zum höchsten Gott, der mit
einem jüdisch-hellenistischen Ausdrucke als ὕψιστος (Hýpsistos) =
der Oberste, Höchstthronende bezeichnet wird[1700]. Die erhabenste
Offenbarung der Gottheit ist die Sonne[1701]; ferner stehen in ihrem
Dienst als „sichtbare Götter“ die Sterne[1702] und als unsichtbare die
Untergötter, Dämonen und Geister, der Demiurg, der Logos usf.; sie sind
die Mittler zwischen Gott, dem reinen Geist (Pneuma), und der gemeinen
und unreinen Materie, mit der sich unmittelbar zu befassen des ὕψιστος
nicht würdig wäre[1703].

                              ——————————

Unter den zahlreichen, durch den neu erwachenden Pythagoräismus
beeinflußten Werken ist wegen ihrer tiefgehenden und bis an die
Schwelle der Neuzeit anhaltenden Wirksamkeit die Schrift „+Von der
Welt+“ (περὶ κόσμου) hervorzuheben[1704]. Sie ist vermutlich im 1.
Jahrhundert n. Chr. geschrieben[1705], jedoch dem ~Aristoteles~
untergeschoben, und zwar mit so gutem Erfolge, daß dessen „Opera omnia“
sie samt der vorgeblichen Widmung an ~Alexander den Grossen~ noch in
ihren jüngsten Ausgaben enthalten; der Inhalt der Abhandlung, die
sich durch Kürze, vortrefflichen Stil und eindringliche Darstellung
auszeichnet und in sehr geschickter Weise peripatetischen Theismus mit
stoïschem Pantheismus verbindet[1706], gibt ohne weiteres zu erkennen,
daß sie unmöglich aus der Zeit des ~Aristoteles~ herstammen kann, daß
ihr Verfasser vielmehr ein Eklektiker ist, der seine Anschauungen
aus platonischen, peripatetischen und stoïschen Quellen schöpft, --
namentlich aus ~Poseidonios~[1707] --, sie mit denen der Neupythagoräer
zu vereinigen sucht[1708] und an Stelle der Metaphysik vielfach bereits
die Theologie treten läßt, wodurch er den Übergang von der reinen
Philosophie der älteren zur religiösen Spekulation der späteren Zeit
vorbereitet, ja mitvollzieht[1709].

Die Elemente bilden auch hier die beiden bedeutsamen Gruppen der
aktiven (Feuer und Luft) und passiven (Wasser und Erde)[1710]; der
Äther bleibt bald im (peripatetischen) Gegensatze zu ihnen[1711],
bald tritt er „in der gröblich materialisierten Gestalt eines
eigentlichen fünften Elementes auf“ (πέμπτη οὐσία = quinta essentia,
Quintessenz)[1712], und zuweilen wird er dem göttlichen Pneuma
gleichgesetzt, dem Stoffe des Himmels und der Gestirne[1713]. Die
Hauptrolle unter diesen spielen die Planeten, d. s. Kronos, Zeus, Ares
oder Herakles, Hermes oder Apollon, Aphrodite oder Hera, Helios und
Selene[1714]; ihre Bewegungen bedingen die Harmonie der Sphären[1715],
in der ein Symbol der im gesamten Weltall obherrschenden zu erblicken
ist.


b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie.

Schon zur Zeit der ersten Ptolemäer, des ~Ptolemaeus Lagi~ (331-283),
~Philadelphos~ (283-246) und ~Euergetes~ (246-221), bildeten in
Ägypten, besonders aber in Alexandria, einen der zahlreichsten und
intelligentesten Bestandteile der Bevölkerung die Juden[1716]; sie
allein von allen orientalischen Nationen unternahmen den Versuch,
die griechische Philosophie, unter entsprechender Umgestaltung, mit
ihren eigenen religiösen Überlieferungen in Einklang zu bringen[1717]
und schufen so eine höchst merkwürdige Mischlehre aus platonischen,
stoïschen und alttestamentarischen Elementen[1718]. Die Anfänge
dieser Bestrebungen dürften in das 2. Jahrhundert fallen, soferne,
wie es berechtigt scheint, die Fragmente des ~Aristobulos~ (gegen
150 v. Chr.?) als echt anzusehen sind[1719]. In ihnen machen sich
bereits die Versuche geltend, Griechisches und Jüdisches vermöge
allegorischer Deutungen biblischer Lehren sowie gefälschter Zitate aus
~Orpheus~ und ~Linos~, aber auch aus ~Homer~ und ~Hesiod~ kunstgemäß
zu vereinigen, die ältesten griechischen Dichter und Philosophen aber
ihre Weisheit den Schriften des ~Moses~ entlehnen zu lassen[1720]; es
geschieht dies schon völlig im nämlichen Sinn, in dem sich noch um 150
n. Chr. ~Numenios~ dahin ausspricht, ~Platon~ habe aus ~Pythagoras~
geschöpft und dieser aus den heiligen Schriften der Inder, Perser,
Ägypter und Juden, so daß in letzter Linie ~Platon~ nichts anderes sei
als ein Μωύσης ἀττικίζων, ein griechisch sprechender ~Moses~[1721].
-- Gedanken, die denen des ~Aristobulos~ verwandt sind, finden sich
auch niedergelegt in der „Weisheit ~Salomons~“ (verfaßt zwischen
100 und 50 v. Chr.), in der u. a. Gott die Welt ἐξ ἀμόρφου ὕλης
schafft (aus der gestaltlosen Urmaterie)[1722], ferner im sog. „4.
Buche der Makkabäer“ (verfaßt um 100 v. Chr.)[1723] und vor allem
im dritten (ältesten) Abschnitte der „Sibyllinen“, d. s. 14 Bücher
jüdisch-christlicher Orakel, die ursprünglich zwischen 150 und
100 v. Chr. niedergeschrieben, später vielfach erweitert, von den
Kirchenvätern aber für durchaus echt und uralt angesehen wurden[1724].

Der Vermengung jüdischer und griechischer Vorstellungen entsprangen,
wohl nicht ohne Einwirkung iranischer, auch die den neupythagoräischen
Lehren verwandten gewisser jüdischer Sekten[1725], u. a. jene
der ägyptischen „Therapeuten“, die in der Nähe Alexandrias ein
beschauliches und asketisches Dasein führten[1726], sowie der
palästinensischen Essäer (Essener), die gleichfalls besonderen
religiösen Lebens- und Kult-Formen huldigten[1727], den „wahren“
und geheimzuhaltenden Namen der Engel große und übernatürliche
Wirkungen zuschrieben und die „verborgenen“ Heilkräfte der Pflanzen
und Mineralien nutzbar zu machen verstanden; sie sollen magische oder
Zauber-Bücher besessen haben „nach Art derer des Königs ~Salomon~“ und
gaben dieser Litteratur das rechte Ansehen, indem sie sie Verfassern
aus fernster Vorzeit unterschoben[1728].

Die hervorragendste Persönlichkeit des jüdisch-hellenistischen
Zeitalters ist ~Philo~ von ~Alexandria~, auch ~Philo Judaeus~
genannt, der etwa von 30 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte und in seinen
umfangreichen Werken das gesamte Gut der Schule niederlegte, wie
es schon seit Generationen überliefert wurde, und zwar teils
mündlich, teils in Form schriftlicher Lehrvorträge, die die Zuhörer
abschrieben oder auszogen[1729]; die innige Verknüpfung des Judentums
mit der hellenistischen Religionsphilosophie, wie sie sich in ihm
verkörpert, bedeutet nach ~Harnack~ den größten aller religions- und
kulturgeschichtlichen Fortschritte, wenngleich sie selbst es noch
nicht zu kräftigen religiösen Bildungen brachte, ihre Schöpfungen
vielmehr erst im Christentum zur vollen Entfaltung gelangten[1730].
~Philos~ griechische Quellen, die er übrigens keineswegs stets aus
erster Hand benützt zu haben scheint, sind hauptsächlich ~Platon~ und
die Stoïker, weiterhin auch die Peripatetiker und Skeptiker, sowie
die Neupythagoräer[1731]; ihre Verbindung mit alttestamentarischen
Anschauungen vollzieht er, wie ~Harnack~ sagt[1732], „als Meister in
der Kunst der Allegorik und biblischen Alchemie“, die ihn zum Vater des
„feinen Dualismus“ macht.

Aus der Materie, die für ~Philo~ in der Regel nicht Hyle ist, sondern
die stoïsche Usia[1733], gehen zunächst die vier Elemente hervor, die
sich in den beiden Gruppen der „Groben“, d. i. Wasser und Erde, und
der „Feinen“, d. i. Luft und Feuer, gegenüberstehen, und denen sich
der Äther bald als fünftes Element, bald als ἱερὸν πῦρ (himmlisches
Feuer) der Stoïker anschließt[1734]; aus den vier Elementen bauen
sich die Einzeldinge auf und erhalten ihre Qualitäten durch die
Spannung (τόνος, Tónos) des sie durchströmenden Pneumas[1735], das ein
materieller Lufthauch ist, zugleich aber, als allgemeinstes Prinzip
des Seins, des Lebens und der Kraft, auch der Odem Gottes[1736]. Nun
kann sich aber Gott, weil die Materie gemein, unrein und daher Grund
aller Mängel und Übel ist, nicht selbst mit ihr befassen und durch sie
beflecken[1737]; seine Einwirkung, -- denn er verhält sich zu ihr wie
das ποιοῦν (das Tätige) zum πάσχον (dem Leidenden)[1738] --, muß sich
daher durch schöpfende, bildende und lenkende Mittelwesen vollziehen,
als da sind die Weltseele, der Demiurg und die Ideen ~Platons~, die
Kräfte und wirkenden Ursachen (δυνάμεις) der Stoïker, die Dämonen des
Orients, die Engel der Juden, vor allem aber der Logos, der auch als
~Hermes~ allegorisiert wird[1739]. Den Begriff Logos führt ~Philo~ ohne
weitere Erklärung ein, fand ihn also wohl bei den alexandrinischen
Philosophen schon als gebräuchlich vor[1740]. Der Logos ist ihm die
wirksame göttliche Vernunft, die göttliche „oberste Idee“, die Kraft
Gottes; Gott ist sein Vater, die göttliche Weisheit (Sophia) seine
Mutter, er ist Gottes erstgeborener Sohn (πρωτόγονος ὑιός), die zweite
Gottheit (δεύτερος θεός), das Bindeglied zwischen Gott und Welt[1741];
Gott schuf die Welt durch ihn als seinen Stellvertreter, er gilt für
den göttlichen Vermittler und Dolmetscher (ἑρμηνεύς, Hermenéus), für
das Werkzeug (ὄργανον, Organon) Gottes, daher auch für den Ober- oder
Hohenpriester[1742]; als „Kraft der Kräfte“ stellt er den Bildner
und Erhalter der Welt dar, als „weltwirksame Kraft“ die Einheit und
Zusammenfassung der die Einzeldinge gestaltenden Logoi = Ideen und
Logoi spermatikoí = Sonderkräfte[1743]; er ist Träger aller Macht der
Engel, Dämonen und sonstigen Zwischenwesen und identisch mit dem Äther
der Peripatetiker, dem Pneuma der Stoïker und daher auch mit der Seele
und mit dem göttlichen Geiste der Weisheit[1744].


c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen.

Eine Schule der Platoniker scheint in Alexandria schon um 100 v. Chr.
bestanden zu haben[1745]; aus ihr entwickelte sich sehr allmählich
und erst gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. in bedeutsamer
Selbständigkeit hervortretend, jene der +Neuplatoniker+, die +selbst+
zwar allezeit den Anspruch erhoben, getreue Jünger ~Platons~ zu
sein[1746], +in der Tat+ aber Eklektiker waren und den Versuch
machten, „durch Verbindung wissenschaftlicher und religiöser Motive
den griechischen Polytheismus zu einer vergeistigten Naturreligion zu
verklären und zu einem pantheistischen Systeme zu entwickeln“[1747].
Für die Richtigkeit der ehemals ziemlich allgemeinen Voraussetzung
einer Abhängigkeit neuplatonischer von indischen Gedanken haben sich,
wenngleich mancherlei merkwürdige Übereinstimmungen statthaben,
doch keinerlei Beweise beibringen lassen[1748]; orientalische
Einflüsse sind zweifellos vorhanden[1749], jedoch nicht gerade (wie
früher vermutet) solche seitens der Gnostiker, welche religiösen
Sekten vielmehr umgekehrt fast alle ihre philosophischen Lehren der
griechischen und jüdisch-hellenistischen Philosophie entnahmen[1750];
von entscheidendem Gewichte ist dagegen die enge Verbindung mit dem
Eklektizismus ~Philos~[1751], nach dessen Weise die metaphysischen
Grundsätze im wesentlichen dem ~Platon~ entlehnt werden, die
methodischen dem ~Aristoteles~, die zwecks Verbindung beider Lehren
erforderlichen, oft tiefgehenden Abänderungen den Peripatetikern und
Stoïkern, die mystischen Allegorien den Neupythagoräern, usf.[1752].
Das so entstandene System soll vermeintlich ein rein platonisches sein,
zugleich aber auch auf pythagoräischer Grundlage fußen; die kühne
Behauptung von der Identität der Lehren ~Platons~ und ~Pythagoras’~
ließ sich um so leichter verfechten, als die für Letztere fehlende
Überlieferung jede beliebige Unterstellung ermöglichte; zudem aber
bot sie auch den Vorteil, statt auf die Autorität ~Platons~, „der
doch allzu genau historisch bekannt war“, auf die des fast mythischen
~Pythagoras~, also auf eine weitaus imponierendere, zurückgreifen zu
können[1753].

Von ~Ammonios Sakkas~, der um 200 n. Chr. zu Alexandria auftrat und
nur als Lehrer, nicht als Schriftsteller wirkte, ist mit Sicherheit
allein bekannt, daß er als neues, allen Uneingeweihten strenge zu
verschweigendes „Schulgeheimnis“ die Übereinstimmung der platonischen
und aristotelischen Lehren „in ihrer wahren Reinheit“ verkündigte und
hierdurch den endlosen Streitigkeiten der Platoniker und Peripatetiker
ein Ziel setzte[1754]; Materie und Pneuma, Körper und Seele, so
behauptete er, können durch κρᾶσις (Krásis), gleich Wasser und Wein,
völlig Eines werden, ohne in ihren Grundwesen eine Veränderung zu
erleiden (κατ’ οὐσίαν ἀλλοιοῦσθαι)[1755].

Eigentliches Haupt der Neuplatoniker ist sein Schüler ~Plotinos~
(204-270?), auf dessen überragende Bedeutung für die gesamte Geschichte
der Metaphysik und Religion an dieser Stelle nur hingewiesen werden
kann[1756]; sein Hauptwerk ist in der unter dem Titel „Enneáden“
bekannten Fassung erhalten, sechs Gruppen von je neun Abhandlungen
bildend[1757], und ein Auszug aus einigen von diesen liegt in der
pseudepigraphischen „Theologie des ~Aristoteles~“ vor, die im
Mittelalter für echt galt und außerordentlichen Einfluß ausübte,
nach allen Einzelheiten aber erst in neuerer Zeit, auf Grund einer
arabischen Übersetzung, bekannt wurde[1758].

Grundlage (ὑποκείμενον) aller Körper ist nach ~Plotinos~ eine
gemeinsame, ungestaltete, unwandelbare, keiner Metabolé oder
Alloíosis fähige, aber jede Form willig aufnehmende Urmaterie[1759];
sie besitzt, im Sinne des platonischen μὴ ὄν (des Nichtseienden),
nur +eine+ Eigenschaft, die στέρησις (Stéresis), d. i. die reine
Negation, daher ist sie das Unbegrenzte, Unbestimmte, in Schatten
und Finsternis Liegende, in ethischer Hinsicht aber (wegen ihrer
Wirkung auf die Seele) das Gemeine, Unreine, Böse, das πρῶτον κακόν =
Wurzel alles Übels[1760]. Die Materie als Hyle stellt das niedrige,
weibliche, empfangende Prinzip vor, dem durch das höhere, männliche,
gestaltende, erst die Form verliehen werden muß[1761]. Dies geschieht
durch den göttlichen Logos, den Vermittler, Demiurgen und zweiten
Gott (δεύτερος θεός)[1762], den die „Alten“, weil er als Sendbote des
höchsten Intellektes anzusehen ist, allegorisch-mystisch (μυστικῶς)
auch ~Hermes~ benannten[1763]. Er faßt die sämtlichen Qualitäten als
Inbegriff zusammen[1764], durch sie, die zugleich platonische Ideen,
pythagoräische Zahlen, Lógoi spermatikoí, Samen (σπέρματα) und Seelen
sind, geht er in die Materie ein, verbindet sich mit ihr vermöge der
κρᾶσις τῶν ὄλων und bringt so die Einzeldinge aus ihr hervor[1765];
das Wesentliche hierbei sind die in den „Samen“ wirkenden Logoi, die
gestaltenden, erzeugenden, zwecksetzenden Begriffe, die Träger der für
die Einzeldinge charakteristischen und zu ihrer Entstehung notwendigen
Formen[1766]. Indem so, durch eine Art Emanation oder Ausstrahlung, aus
dem einheitlichen und obersten Weltprinzip (τὸ ἕν = to Hen; das „Eine“)
zuerst der Logos als einheitliche Weltvernunft und Weltseele, sodann
die Logoi spermatikoí als individuelle Samen und Seelen, schließlich
aber die materiellen Einzel-Dinge und -Wesen hervorgehen[1767], ergibt
sich, im Sinne des „platonischen Ringes“, der „platonischen Kette“,
eine Welt, die zwar in zahlreichen Abstufungen reich gegliedert ist,
deren Glieder jedoch vermöge der Einheitlichkeit des höchsten Prinzips
auch selbst alle in einheitlicher Verbindung und in gesetzmäßigem
Zusammenhange stehen.

Hieraus erklärt es sich, daß die Einzeldinge nicht nur infolge
äußerer +physischer+ Vorgänge aufeinander wirken, sondern auch
infolge innerer +sympathetischer+[1768], und auf letzteren beruht
u. a. die den Gestirnen als „göttlichen Wesen und sichtbaren Göttern“
zukommende Macht, die also bei den Neuplatonikern +ursprünglich+ der
„gegenseitigen Sympathie aller Dinge“ als eine rein naturgemäße und
ganz allgemeine, nicht eigentlich astrologische, entfließt[1769]. Erst
im Laufe +weiterer+ durch den Geist der Zeit bedingter Entwicklung wird
dann die nämliche Quelle auch zu der aller geheimen und mystischen
Wirkungen, -- denen u. a. die der Gebete beigezählt werden[1770],
-- und hat die Möglichkeit der Magie zu beweisen, sowie die der
Zauberei und Astrologie, der Vorbedeutungen und abergläubischen
Ideen, des Verkehres mit Dämonen und Geistern, der ekstatischen und
eschatologischen Träumereien, z. B. von der Auferstehung und ewigen
Seligkeit usf.[1771]. Will die Seele derartigen Lohnes teilhaftig
werden und dadurch ihre ursprüngliche himmlische Vollkommenheit
wiedererlangen, so hat sie sich von der gemeinen und bösen Materie
des Leibes loszulösen und im Leben durch tugendhaften Wandel einer
κάθαρσις (Kátharsis = Läuterung) zuzustreben, indem sie nach Kräften
die unreinen Elemente von sich weist und ausstößt, die reinen aber
anzieht und in sich aufnimmt: schon ein wenig Zinn macht bei der
Darstellung des Erzes das Kupfer besser und schöner, wobei es selbst
völlig verschwindet[1772].

Bei ~Porphyrios~ aus Tyros (232-304?), dem Schüler des ~Plotinos~ und
Herausgeber seiner „Enneaden“, der den ägyptischen Aberglauben und die
orientalische Mystik bekämpft und Großes in allegorischen Umdeutungen
(u. a. auch des ~Homer~) leistet, überwiegt die Philosophie immerhin
noch die Theologie[1773]. In den Schriften seines Schülers ~Iamblichos~
aus Chalkis in Syrien (gest. 330?) sowie dessen syrischer Freunde und
Nachfolger wird hingegen der Schwerpunkt bereits zielbewußt nach der
Seite der Theologie verlegt[1774]; die Vermengung sog. orphischer,
pythagoräischer (= neupythagoräischer), ägyptischer und chaldäischer (=
spätbabylonischer) Lehren und ihre Verbindung mit Theurgie und Mantik,
Magie und Dämonologie, -- wie z. B. in der „Synagogé (= Sammlung) der
pythagoräischen Meinungen“ --, fand indessen den größten Beifall der
Zeitgenossen, die nicht anstanden, dem Verfasser den Beinamen θεῖος =
der Göttliche zu erteilen[1775].

Von großem Einflusse erwies sich ~Iamblichos~ auf die letzten
Mitglieder der „+Schule von Athen+“, deren eigene Philosophie
ein bereits völlig scholastisch anmutendes Gemisch platonischer,
aristotelischer, stoïscher, neupythagoräischer und -platonischer
philosophischer, mit orphischen und chaldäischen theologischen
Überlieferungen darstellt[1776]. Zu nennen sind ~Proklos~ (410-485),
dieses „Bindeglied antiker und mittelalterlicher Wissenschaft“, bei
dem neben den höchsten Begriffen des ~Platon~ und ~Aristoteles~
auch chaldäische Gebete und ägyptische Zauberräder ihre Rolle
spielen[1777], der „göttliche“ ~Nestorios~ nebst seinen Jüngern[1778],
sowie ~Simplikios~ (um und nach 500); in seiner Polemik gegen
~Philoponos~ verteidigt er nochmals die neuplatonischen Lehren von
der Materie, u. a. den Unterschied zwischen πρώτη ὕλη (Urstoff) und
σῶμα (Soma; Einzelkörper), die Natur des Äthers als fünftes Element,
den Gegensatz zwischen Feuer nebst Luft und Wasser nebst Erde (aktiv
-- passiv, ποιοῦν -- πάσχον, Kraft -- Stoff, Seele -- Leib, ....),
die Durchdringlichkeit materieller Körper für immaterielle, die
Göttlichkeit der beseelten Gestirne usf.[1779].

Mit der Schließung der „Schule von Athen“, d. i. der platonischen
Akademie, durch den beschränkt-glaubenseifrigen und fanatischen
Kaiser ~Justinian~ im Jahre 529, nach fast tausendjährigem Bestande,
erlosch in Griechenland, wie die Philosophie überhaupt, so auch ihr
letzter Ausläufer, die neuplatonische; in Alexandria hingegen, wo
z. B. noch gegen 600 der jüngere ~Olympiodoros~ Kommentare zu ~Platon~
und ~Aristoteles~ verfaßte, erhielt sie sich anscheinend um etwa ein
Jahrhundert länger, bis zur Zeit der Eroberung Ägyptens durch die
Araber[1780].




II. Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands.




1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens.


+Übersicht einiger Hauptdaten.+

  Zwischen 2600 u. 2500, wohl gegen 2500: König ~Sargon~ von Akkad.

      „    2400 u. 2300, wohl um 2340: Fürst ~Gudea~ von Lagas.

      „    2000 u. 1900, wohl seit 1958: König ~Hammurabi~.

  Gegen 2000: Die ersten assyrischen Priesterfürsten (Patesi).

     „  2000: Babylon Reichshauptstadt.

  1120: Großmacht-Stellung Assyriens unter ~Tiglatpileser~ I.

  Gegen 850: Auftreten der Khaldi (Chaldäer).

    745-727: ~Tiglatpileser~ IV., Weltherrschaft Assyriens.

    721-705: König ~Sargon~ II.

    668-626: König ~Assurbanipal~ (~Sardanapal~).

    678: Begründung des persischen Reiches (Parsua).

    607: Iranische Meder erobern Assyrien; Zerstörung Ninives, Gründung
              Ekbatanas.

    604: Neubabylonisches Reich unter ~Nebukadnezar~ II.

    539: ~Kyros~ erobert Babylon.

    330: Sturz des persischen Reiches durch ~Alexander den Grossen~.

In den vorstehenden Abschnitten wurde schon wiederholt der Rolle
gewisser Vorstellungen religiösen, abergläubischen, astralen und
astrologischen Inhaltes gedacht, die der Kultur des Orients entstammen,
vor allem jener der großen westasiatischen Reiche, deren mannigfaltige
Einflüsse auf sämtliche Länder des östlichen Mittelmeerbeckens sich
schon seit sehr früher Zeit als außerordentlich bedeutsame erwiesen.

Die Aufgabe, der Herkunft und Wirksamkeit Bestimmter unter ihnen des
näheren nachzuspüren, begegnet jedoch ganz besonderen Schwierigkeiten,
vor allem der, daß gerade betreff des wichtigsten Gebietes,
Babyloniens und des Zweistromlandes, die Ansichten der Historiker weit
auseinandergehen; die Einen, die sog. „Panbabylonier“, führen die
Gesamtheit aller einschlägigen und daher auch die der hier besonders
in Betracht kommenden Gedanken auf Babylon zurück, und zwar auf das
älteste Reich des 3., ja 4. Jahrtausends, die Anderen lassen in der
Sache, noch mehr aber in der Zeit, sehr weitgehende Beschränkungen
eintreten. Es ist selbstverständlich unmöglich, an dieser Stelle ihre
Gründe und Gegengründe zu erörtern, vielmehr muß die Bemerkung genügen,
daß das System der „Panbabylonier“, wie es etwa noch neuerdings
~Jeremias~ in seinem „Handbuch der altorientalischen Geisteskultur“
zusammenfaßte[1781], durch die Forschungen und Darstellungen von
~Kugler~[1782], ~Jastrow~[1783], ~Bezold~[1784], ~Ed. Meyer~[1785]
~Boll~[1786] und Anderen in seinen Hauptpunkten widerlegt ist und in
vielen Einzelheiten selbst von manchen seiner Verteidiger nicht mehr
unbedingt aufrecht erhalten wird. Es sollen daher in dem folgenden
Überblicke die Ergebnisse der genannten Gelehrten zugrunde gelegt, die
ihrer Gegner jedoch, wo dies angezeigt erscheint, in der Regel unter
Hinweis auf das „Handbuch“ von ~Jeremias~ angeführt werden.


a) Babylon und das Zweistromland.

Im Laufe des 3. Jahrtausends, etwa unter König ~Sargon~ I. von Akkad
(Agade), der in der Zeit zwischen 2600 und 2500 (näher wohl an 2500)
regiert haben dürfte[1787], scheint die Verschmelzung der beiden bis
dahin im Zweistromlande bestehenden Kulturkreise erfolgt zu sein, des
nordbabylonischen der semitischen Akkader und des südbabylonischen der
nichtsemitischen Sumerer[1788], die vermutlich als die eigentlichen
Stammväter der gesamten altbabylonischen Kultur und Religion anzusehen
sind[1789]. Die Herkunft dieses Volkes ist bisher nicht sicher
festgestellt. Die doppelsprachigen Inschriften, die noch im Zeitalter
des Begründers der babylonischen Vormacht, des Königs ~Hammurabi~ (um
2200 nach ~Kugler~[1790], um 1950 nach ~Meyer~) sehr häufig vorkommen,
beweisen, daß sich die Sprache der Sumerer, die auch die Erfinder
der Keilschrift sind, noch jahrhundertelang neben der babylonischen
erhielt, und zwar nicht nur zu Zwecken des Kultus, für den ein schon im
3. Jahrtausend mächtiges, organisiertes Priestertum zu sorgen hatte;
erst weiterhin erringt die semitische babylonische Sprache gänzlich
die Oberhand und ist im 15. Jahrhundert auch in Kleinasien, Cypern und
Ägypten die dem höfischen und diplomatischen Verkehre geläufige und im
Umgange Vornehmer vielfach gebräuchliche[1791].

Die Verehrung von +Sonne+, +Mond+ und +Sternen+ ist eine bei
so zahlreichen Völkern der ganzen Erde und besonders auch des
Orientes schon seit altersher derart weitverbreitete[1792], daß
die Voraussetzung gerechtfertigt erscheint, es seien ihr auch
weder Akkader noch Sumerer fremd geblieben; davon aber, daß diese
mindestens zu Beginn des 3. Jahrtausends, wenn nicht gar schon um
die Mitte des 4., genaue Kenntnis vom Tierkreise besessen hätten, --
der allerdings fraglos babylonischen Ursprungs ist[1793] --, daß man
damals bereits eine „Siebengottheit“ der Planeten angebetet habe und
daß spätestens im 3. Jahrtausend eine wissenschaftliche Sternkunde in
voller Blüte gestanden sei[1794], kann nach ~Kugler~ und den anderen
oben angeführten Forschern ernstlich gar nicht mehr die Rede sein.
Die älteste und wichtigste Trias von Gestirngöttern und Gestirnen,
über die wir Kenntnis besitzen, ist die von Sonne, Mond und Venus,
und zwar rührt diese Vereinigung daher, daß die Venus im Orient als
größter, hellster und lichtstärkster Planet erscheint, allein von
allen Wandelsternen häufig auch bei Tage gesehen werden kann und als
einziger unter ihnen einen deutlichen Schatten wirft[1795]; auf den
„Kudduru“ genannten Grenzsteinen, deren ältestbekannte aus dem 14.
Jahrhundert herrühren, sowie auf Felsenreliefs und Stelen der gleichen
Zeit findet sich die Zusammenstellung der Gottheiten ~Samas~ = Herr der
Sonne, ~Sin~ = Herr des Mondes und ~Istar~ = Herrin der Venus schon als
eine völlig gebräuchliche vor[1796], verdeutlicht durch Embleme, die
einzeln möglicherweise schon im 16. Jahrhundert und auch noch früher
nachgewiesen werden können[1797].

Sinnbild der Sonne ist auf diesen Darstellungen nicht, wie man
früher annahm, die geflügelte Scheibe (obwohl sie nicht erst im
9. Jahrhundert unter ägyptischem Einflusse in Aufnahme kam[1798],
vielmehr durch die Chetiter schon im 2. Jahrtausend in Vorderasien
bekannt wurde)[1799], sondern stets nur ein Kreis, bald ein leerer,
◯, darstellend das leuchtende Auge oder Antlitz des ~Samas~, bald ein
mit vier oder acht Speichen versehener, [Symbol] und [Symbol][1800].
Als Sinnbild des Mondes dient entweder ein liegender Halbmond,
[Symbol], oder der Vollmond mit einem die Scheibe etwa zur Hälfte
umziehenden leuchtenden Streifen, [Symbol], wie er sich öfter zur
Zeit des Neulichtes zeigt[1801]. Venus hat als Emblem meistens
einen achtstrahligen Stern, ✴, oft aber auch eine Scheibe, die
diesen (oder einen sechzehnstrahligen) eingezeichnet erhält[1802];
sie trägt den Beinamen „sarpanitu“ (bab. = die weißglänzende,
silberstrahlende)[1803], doch wird ursprünglich der aufgehende
Morgenstern als männlich (zikkarat) vom untergehenden Abendsterne als
weiblich (zinnisat) unterschieden[1804]. ~Jeremias~ ist allerdings
der Meinung, den Sumerern, die das Zeichen ✴ schon um 2800 gebraucht
hätten, sei auch bereits damals die astronomische Identität des Morgen-
und Abend-Sternes (~Istar~ und ~Belit~) bekannt gewesen, so daß die
ehemalige Zweigeschlechtlichkeit und spätere Mannweiblichkeit nur als
mythologische Erfindung anzusehen sei[1805]; indessen faßt der alte
Orient das Zwitterwesen sehr allgemein als Inbegriff der Vollkommenheit
auf und schreibt es daher ursprünglich +allen+ Göttern der Urzeit
zu (wenngleich im Kult oft das eine Geschlecht vorwiegt)[1806],
desgleichen nachmals den Dämonen und Sternbild-Figuren[1807] und so
jedenfalls auch schon der ~Istar~[1808]. Bei den Assyriern, die gegen
1100 bereits zu höchster politischer Bedeutung gelangten, galt der
Morgenstern ebenfalls anfänglich noch als männlich und als verschieden
vom weiblichen Abendstern, und daraufhin dann, in jüngerer Zeit,
die vereinheitlichte Venus (deren heimischer Name ~Dilbat~ war) als
androgyn[1809]. Der Zeitpunkt dieser Vereinheitlichung steht zwar genau
weder für Venus fest, noch für Merkur, der gleichfalls als Morgenstern
auf- und als Abendstern untergeht, dürfte aber nicht vor das 8.
Jahrhundert zu verlegen sein, in dessen Verlauf erst die Entwicklung
einer eigentlichen und systematischen Astronomie begann[1810].

Kenntnis und Verehrung der +Planeten-Siebenheit+ setzt ~Jeremias~
schon für die entlegensten Zeiten voraus, jedenfalls für die des
Fürsten ~Gudea~ (um 2340) und der Erbauung des Tempels zu Borsippa,
der Nachbar- und Schwester-Stadt Babylons[1811]; auch hält er das
Pentagramm und Heptagramm für Zeichen der 5 Wandelsterne und 7
Planeten[1812] und gedenkt der uralten Überlieferung, nach der Gott
~Bel~ selbst die Sonne, den Mond und die 5 Planeten geschaffen
habe[1813]. Indessen ist daran zu erinnern, daß letztere Tradition
erst einem geschichtlichen Werke entstammt, das der babylonische
Priester ~Berossos~ dem Könige ~Antiochus~ I. ~Soter~ (281-263 v. Chr.)
widmete[1814]; ferner daß in den babylonischen Sternlisten der
Inschriften zu Boghazkiöi in Kleinasien (um 1400 v. Chr.) nur Venus
(als Schwurgöttin) nachgewiesen ist[1815]; sodann daß unmittelbare
Belege für die Zusammenstellung von Sonne, Mond und den 5 Planeten
erst aus spätassyrischer und solche für die planetarischen Vorzeichen
und Einzel-Einflüsse allein aus arsakidischer Zeit vorliegen (seit
dem 3. Jahrhundert v. Chr.)[1816]; endlich daß jüngere Berichte „dem
ersten Könige Babels, dem die göttliche Verehrung der 7 Planeten
und 12 Tierkreiszeichen vorgeschlagen wurde, dies als eine Freveltat
erscheinen lassen“[1817]. Was den siebenstufigen Tempelturm von
Borsippa betrifft, dessen Namen „Turm der 7 Befehls-Überbringer“
die 7 Planeten schon für das alte Babylon als ἑρμηνεῖς (Hermeneís)
= „Verkündiger“ (der Gottheit) bezeugen soll, -- allerdings nur
indirekt[1818] --, so wird auf diesen noch weiter unten zurückzukommen
sein.

In Wirklichkeit waren Planeten-Götter und Planeten-Siebenheit, wie
schon ~Lenormant~ richtig sah[1819], im ältesten und alten Babylon
völlig unbekannt, und alle gegenteiligen Folgerungen, die man
namentlich aus keilschriftlichen Texten zog, die in der Bibliothek
des Königs ~Assurbanipal~ (= ~Sardanapal~, 668-626) aufgefunden
wurden, sind gänzlich hinfällig; denn diese vielfach abgeänderten und
interpolierten Niederschriften beweisen weder etwas für den Inhalt
ihrer +ursprünglichen+ Vorlagen, noch gestatten sie, seine Wandlungen
während etwa 2000 Jahren zu verfolgen und deren einzelne Stufen
bestimmten Zeiten zuzuweisen[1820]. Ebensowenig wie im Verlaufe des 3.
Jahrtausends, zur Zeit ~Sargons~ und ~Gudeas~, finden auch gegen dessen
Ende, zur Zeit ~Hammurabis~, die Planeten in ihrer Gesamtheit, ihre
Bewegungen oder gar deren Bedeutungen irgendwelche Erwähnung; vielmehr
ist nur die Rede bald von der Sonne, bald vom Monde, bald von der Venus
(die auch mit ~Istar-Nanai~ als Göttin des Liebeslebens in Beziehung
gebracht wird) und vereinzelt von einem Stern als Zeichen für ein
göttliches Wesen, von einem „reinen“ oder einem „guten“ Stern[1821].
In Verfolg der sehr langsamen Entwicklung, die sich zwischen 2000 und
etwa 850 vollzieht, erscheinen dann in den Inschriften zunächst die
vereinten Sinnbilder von Sonne, Mond und Venus, und weiterhin einzelne
Planeten im Zusammenhange mit bestimmten Gottheiten[1822], doch ist
das Wissen über die Planeten-Bewegungen auch gegen Schluß dieser
Periode noch ein äußerst dürftiges[1823]. Erst unter dem Einflusse
neuer semitischer Stämme, der ~Khaldi~ oder ~Chaldäer~, die gegen 850
im Süden des Zweistromlandes auftreten[1824], beginnt die allmähliche
Entfaltung einer eigentlichen methodischen Astrologie, der Mutter
der späteren Astronomie; zu deren +früheren+ Errungenschaften zählen
u. a. die Schaffung der Ekliptik, des Tierkeises mit seinen Gestalten,
vieler anderer Sternbilder, z. B. des Siebengestirnes der Plejaden,
sowie die etwa seit König ~Nabonassar~ (747-734) nachweisbaren
Beobachtungen der Planetenbahnen[1825]; zu ihren +späteren+ u. a. die
volle Ausbildung der Lehre von den Verbindungen der 5 Planeten mit
bestimmten Göttern als ihren „Führern“, sowie von der Einsetzung der 5
Planeten zu „Lenkern der Schicksale“[1826]. Zugeteilt wird hierbei der
Jupiter dem ~Marduk~, der als Stadtgott Babels an die Stelle ~Ellils~
(des alten sumerischen Sturmgottes) tritt, der Saturn dem ~Ninib~,
der Merkur dem ~Nebo~ (Nabo), der Mars dem ~Nergal~ und die Venus
der (androgynen) ~Istar~[1827]; alle anderen vorgeblichen Deutungen
über Zugehörigkeit und Vertauschung von Namen sind unrichtig[1828]
und zum Teil darauf zurückzuführen, daß man (besonders in späterer
Zeit) gewisse „Stellvertretungen“ für möglich erachtete, u. a. die
des ~Jupiter~ durch ~Merkur~ (aber nicht umgekehrt)[1829], oder
die der Sonne durch ~Saturn~, der z. B. des Nachts statt ihrer am
Himmel scheinen sollte[1830]. ~Jupiter~ wurde seines hellen Glanzes
halber für „günstig“ angesehen und führte u. a. die Namen „großes
Glück“, „königlicher Stern“, „Stern des Königs“[1831]. ~Saturn~
galt, vermutlich weil er der „oberste“ Planet ist, auch für den
kräftigsten, einflußreichsten, eigentlich „kündenden“[1832], dabei
aber wegen seines schwachen Lichtes und langsamen Umlaufes für bleich
und unfreundlich, störrisch und unwillig[1833], für Unglück- und
Tod-bedeutend, für verstockten und dunklen Charakters, daher auch für
einen „Schwarzen“[1834]. ~Mars~ betrachtete man auf sein rötliches,
„in allerlei Farben funkelndes“ Licht hin für „ungünstig“, böse und
feindlich, Unheil- und Krieg-bringend[1835]. ~Merkur~ endlich, der am
Morgenhimmel den bevorstehenden Sonnenaufgang anzeigt, verheißt Glück,
er bestimmt, wenn er zu Jahresanfang erscheinend den Jupiter vertritt,
in dessen Namen und Vollmacht die Ereignisse des neuen Jahres, die er
mit dem Schreibstift in die Schicksalstafeln eingräbt[1836], und ist
daher Prophet, Lenker und Geleiter der Seelen, Verkünder der Zeiten,
Gott der Wissenschaften und besonders der Sternkunde, Schreiber des
Weltalls, Herr der Schrift und des Wortes, daraufhin auch Patron der
Kaufleute, des Handels- und Erwerbs-Standes, der Diebe usf.[1837].

Den Inschriften nach reichen die ältesten zu astrologischen Zwecken
angestellten Beobachtungen von Planetenbahnen, die besonders den
Jupiter betreffen, nicht weiter zurück als in das 8. Jahrhundert und
sind außerordentlich oberflächlich und unwissenschaftlich[1838],
aber auch die aus der Zeit ~Assurbanipals~ (~Sardanapals~, 668-626)
herrührenden zeugen noch von überraschender Unkenntnis und
Unklarheit[1839]. Zureichende Genauigkeit wird erst gegen Ende des
7. und im 6. Jahrhundert erreicht, zum Teil sogar erst in persischer
Zeit, also nach der Eroberung Babylons durch ~Kyros~, 539[1840];
soweit die gerade für diese Periode spärlichen keilschriftlichen
Quellen ein Urteil gestatten[1841], scheint man sich eingehender
erst seit etwa 700 mit Farbe und Glanz, Zu- und Abnahme des Lichtes
der Planeten usf. befaßt, die Lehre von den Vorzeichen ausgebildet,
sowie die Konjunktionen der Wandelsterne beobachtet und astrologisch
gedeutet zu haben[1842]. Die Fortschritte der eigentlichen Astronomie
und die durch sie bedingte Entdeckung von der Identität des Morgen-
und Abend-Sternes bei Venus und Merkur, -- die bei letzterem ganz
erheblichen technischen Schwierigkeiten begegnen mußte --, ermöglichten
erst die endgültige Feststellung der Fünfzahl der Wandelsterne, sowie
deren Zusammenfassung mit Sonne und Mond zur Siebenheit der Planeten.
Diese bloß auf die Art des Umlaufes gegründete Vereinigung erscheint,
der Natur der Sache nach, nichts weniger als selbstverständlich und
naheliegend[1843]; genau läßt sich allerdings derzeit noch nicht
festlegen, wann sie erfolgte[1844], keinesfalls kann dies jedoch vor
dem 7. Jahrhundert geschehen sein. In dessen Verlaufe benützte die
Theologie, ganz im Einklange mit ihrem damals bereits angenommenen
Charakter, die magische und geheimnisvolle Siebenzahl, um eine solche
„Einheit der 7 Planeten“ zustande zu bringen, diese den höchsten
Gottheiten des altbabylonischen Pantheons zuzueignen und so das völlige
Übergewicht der Astrologie und des Fatalismus zu sichern[1845].
+Allein von dieser spätesten Gestalt+ der chaldäischen Astrologie
wissen und berichten die antiken Schriftsteller, z. B. ~Herodot~[1846]
(485-425), ~Diodor~[1847] (um 45 v. Chr.), ~Strabon~[1848] (63-20),
~Vitruv~[1849] (um 25 v. Chr.), ~Plinius~[1850] (23-79) u. A., wobei
es erwähnenswert ist, daß noch ~Berossos~ (um 280 v. Chr.) und wohl
ihm folgend auch ~Diodor~ nur von 5 Wandelsternen sprechen und
nicht von 7[1851]. Aus altbabylonischer Zeit liegen einheitliche
Darstellungen der 7 Planetengottheiten überhaupt nicht vor[1852], und
die in den Keilinschriften erwähnten 7 Götter sind niemals die der 7
Planeten[1853], bedeuten vielmehr in älterer Zeit die „Siebengottheit“,
d. i. „die Gesamtheit der großen Götter“[1854], und in jüngerer die
Plejaden, wie sie z. B. in der Gestalt [Symbol] auf der Stele des
Königs ~Assarhaddon~ (681-668) abgebildet erscheinen[1855].

Auf die Bedeutung der im vorstehenden so oft erwähnten +Siebenzahl+,
über die eine umfangreiche Litteratur besteht[1856], kann an dieser
Stelle nur kurz eingegangen werden. Zahlen wie 3, 5, 7, 9, 13 und
andere, spielen bei so vielen Völkern, auch bei solchen ganz entlegener
Kulturkreise, wie z. B. des alten Mexikos, eine derart wichtige
Rolle[1857], daß dieser wohl eine allgemeine Ursache zugrunde liegt,
nämlich die gänzlich mangelnde (oder wie bei 9 nur sehr beschränkte)
Teilbarkeit und die hieraus erfließende Schwierigkeit bei der
rechnerischen Verwendung[1858]. Im alten Babylon ist indessen unter
diesen Zahlen fraglos 7 die obherrschende, die an Einfluß und Bedeutung
alle übrigen weit hinter sich läßt und als „vollendete Zahl“, „Zahl
der Vollendung“ ἀριθμός τελειός gilt[1859]. Vermutlich ist dies, wie
den „Attischen Nächten“ des ~Gellius~ (113-165 n. Chr.) zufolge schon
~Aristarchos~ von ~Samos~ (um 260 v. Chr.) behauptete[1860], und wie
in neuerer Zeit, anscheinend selbständig, wieder ~Kant~ hervorhob,
aus der Art der Teilungen des Mondmonates zu erklären, als deren
natürlichste sich ergeben: für den siderischen und Licht-Monat von
27-28 Tagen die Fristen 4 × 7 und 3 × 9, für den synodischen Monat
von 29-30 Tagen aber die von 3 × 10[1861], -- wobei nach ~Aristarch~
noch als besonders maßgebend zu berücksichtigen ist, daß die Summe
1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 gerade 28 beträgt. Der Kult der Zahl 7 reicht
daher in Babylon sehr weit zurück und war längst völlig entwickelt,
bevor im 7. Jahrhundert die Verehrung der Planeten aufkam[1862], und
die mystische, bereits als „heilig“ angesehene Siebenzahl sowohl auf
diese angewandt wurde als auch (in recht willkürlicher Weise) auf die
Sterngruppen der Plejaden und Hyaden, des Orion, des großen und kleinen
Bären usf.[1863]. So z. B. begegnen wir schon im alten babylonischen
„Weltschöpfungs-Epos“[1864] sowie im Gedicht über die „Höllenfahrt der
~Istar~“[1865]) den 7 Winden und den 7 Geistern der Stürme[1866], den 7
bösen Dämonen[1867], den 7 durch 7 Tore verschlossenen Abteilungen der
Unterwelt, die den 7 Zonen der Oberwelt und des Himmels nachgebildet
sein dürften[1868], den 7 Gewändern der ~Istar~[1869] usf.; späteren,
zum Teil sogar weit späteren Zeiten gehören dagegen, -- im Widerspruche
zu ~Jeremias~[1870] --, u. a. an: die 7 Namen gewisser Sterne, z. B.
des Mars[1871], die 7 Zeitalter[1872], die 7 Lebensstufen[1873], die 7
Tage in ihrer Verbindung zur fortrollenden Woche, die Siebenzahl der
den 7 Planeten zugehörigen Farben und Metalle, Töne und Saiten, Stufen
und Mauern, Himmel und Sphären usf.

Die 7 Himmel sollen nach ~Jeremias~ allerdings schon für die sumerische
Periode bezeugt sein[1874], und zwar durch die sog. Zikkurat, d. s.
+Tempeltürme+ von 7 Stockwerken, auf deren oberstem sich noch ein
Aufbau erhob, der den eigentlichen achten Himmel vorstellte, den Sitz
„der in höherem Sinne einheitlich gedachten Gottheit“[1875]. Als
solche Türme, deren Besteigung zu den kultischen Mitteln gezählt haben
soll[1876] und deren 7 Absätze den 7 Planeten geweiht waren und in
deren Farben strahlten[1877], erwähnt ~Jeremias~ u. a. den Turm des
Fürsten ~Gudea~ (um 2340) in Lagas, den des Gottes ~Nabu~ in Borsippa,
den des Gottes ~Marduk~ in Babel, „dessen Spitze aufreicht bis zum
Himmel“, sowie den zu Khorsabad[1878]. Diesen Angaben gegenüber
erheben sich indessen berechtigte Bedenken: Nach ~Ed. Meyer~ waren die
Zikkurat (= Berghäuser) ursprünglich künstliche Berge aus Ziegeln,
aufgeworfen in Gestalt eines Bergkegels oder „Tempelberges“ mit zur
Spitze führender, den Bau schräg umwindender Rampe und bestimmt, den
sumerischen Sturmgott ~Ellil~ auch im Flachlande an sein Heiligtum zu
fesseln[1879]. Etwa seit der Regierung ~Gudeas~ wurden sie auch für
andere Götter errichtet[1880], aber erst in sehr viel späterer Zeit
gab man ihnen die Form sog. Terrassen-Türme, die aber keineswegs stets
7 Stockwerke besassen, sondern oft nur 3, 5 oder auch 4[1881]; als
z. B. ~Nebukadnezar~ II. um 600 den Turm zu Borsippa (nach anderen
auch den zu Babel) erneuerte, erhöhte er ihn erst von 3 Stockwerken
auf 7 und ersetzte die silberne Täfelung der Wahrsage-Halle durch eine
goldene[1882].

Was die Beziehungen zu den +Farben+ der Planeten anbelangt, die
~Jeremias~ ebenfalls schon als für die Zeit ~Gudeas~ feststehend
voraussetzt[1883], so liegen Angaben vor für die Türme von Babel, von
Borsippa, von Birs-Nimrud (der aber mit dem Vorgehenden identisch
ist!) und von Khorsabad, sowie für die von ~Herodot~[1884] erwähnten 7
Ringmauern der den Sternen geweihten Stadt Ekbatana[1885]:

                     1.       2.      3.     4.     5.   6.       7.
   I. Babel:     tonfarbig gelbgrün   --     --     --    --     bunt
  II. Borsippa:  schwarz      --     rot    blau    --   blau
 III. Borsippa:  schwarz   hellrot   purpur golden weiß  blau    silbern
  IV. Birs       schwarz  {orange?   rot    golden weiß  blau    {weiß?
      -Nimrud:            {grün?                                 {grün?
   V. Khorsabad: weiß     schwarz    rot   {weiß?  --    --      --
                                           {blau?
 VI. Ekbatana:  weiß     schwarz    purpur  blau   {gelb silbern golden
                                                   {rot

Wie man sieht, gehen diese Bezeichnungen weit auseinander, ganz
abgesehen davon, daß sie mehrfach sprachlich unsicher sind und daß
die Aufstellungen meist ohne weiteres das Vorhandensein von gerade 7
Stockwerken oder Stufen voraussetzen; überdies gründen sie sich zum
Teil auf späte Überlieferungen, zum Teil auf Berichte über neuere
Ausgrabungen, aus denen allen, soweit die Angaben (nach ~Prinz~) nicht
überhaupt ganz unzutreffend, ja geradezu aus der Luft gegriffen sind,
keinesfalls Schlüsse auf die Zustände zur Zeit der ersten Herstellung
gezogen werden können. Den Turm von Borsippa z. B. ließ, wie erwähnt,
~Nebukadnezar~ II. erst um 600 erneuern und eine Inschrift anbringen,
die nach ~Oppert~ laute[1886]: „Ich habe ... das Wunderwerk zu
Borsippa, den Tempel der 7 Sphären[1887] des Himmels und der Erde,
wiederhergestellt und neu erbaut, ... in der Mitte Borsippas baute
ich den Turm, das ewige Haus, dessen Glanz erhöht ist durch Gold,
Silber und andere Metalle und durch glasierte Ziegel; ... +ich+ bin
der Wiedererbauer des Turmes, ... des Stufenturmes, des Tempels, der
bekleidet ist mit getriebenem Gold, Kupfer, Blei und Steinen“; eine
abermalige Erneuerung erfolgte dann unter König ~Antiochus I. Soter~
(283-263), dem nämlichen, dem ~Berossos~ sein Werk über die Geschichte
Babels widmete[1888]. Ziegel des Turmes von Birs-Nimrud mit bunter
Glasur (in deren Herstellung die Babylonier seit altersher große
Meister waren) untersuchten ~Layard~ und ~Percy~ und ermittelten als
Farbstoff der weißen opakes Zinnoxyd, der roten Kupferoxydul, der
blauen ein Kupferoxyd (versetzt mit einem bleihaltigen Flußmittel) und
der gelben ein zinnhaltiges Bleiantimoniat, ähnlich dem sog. Neapelgelb
(mit Natriumsilikat als Flußmittel)[1889]. Zu Khorsabad wurde 1854
unter dem Eckstein des von König ~Sargon~ II. 706 errichteten Baues
eine Steinkiste mit 7 Barren gefunden, von denen drei verloren gingen,
während die vier erhaltenen nach ~Berthelot~[1890] aus Gold, Silber,
Bronze und weißem Magnesit (Magnesium-Carbonat) bestehen und längere
Inschriften tragen, denen zufolge die Materialien aller sieben waren:
Hurasu = Gold, Kaspi = Silber, Uruki = Erz (Bronze)[1891], Anaki =
Blei, Kasazatiri = Zinn, Abar = Magnesit (determinierender Zusatz:
sipri zakur = Marmor?)[1892] und Gissipgal = Alabaster (nach ~Jeremias~
aber = Lapis Lazuli, Lasurstein)[1893]. Was endlich die 607 erbaute
Stadt Ekbatana und das gleichzeitig zerstörte, angeblich ebenso
ummauerte Ninive betrifft[1894], so müßte die innerste goldfarbige
Mauer der Sonne, die benachbarte silberfarbige dem Mond entsprechen,
während die planetarische Zugehörigkeit der übrigen Farben fraglich
bleibt; nach ~Jeremias~[1895] ist für diese anzunehmen, von außen
nach innen: weiß = Venus, schwarz = Saturn, purpur = Mars, blau =
Merkur, gelb = Jupiter, silbern = Mond, golden = Sonne, doch finden
sich zuweilen für die nämlichen Planeten die Angaben blau (oder
bunt), schwarz, rot, grüngelb, weiß, grün, golden (oder grün)[1896]
und auch noch verschiedene andere. Die Ordnung bei Borsippa (III)
hält ~Bouché-Leclercq~ „für die umgekehrte wie am Himmel“[1897]; die
bei Birs-Nimrud (IV) endlich soll der „wahren“ Planetenreihe Saturn,
Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond folgen. Sichtlich stimmen
die Zuweisungen, die sich überdies nur auf Bauwerke sehr später
Zeiten gründen, so wie sie vorliegen, durchaus nicht untereinander
überein, während es hinwiederum ganz unstatthaft bleibt, je nach
Bedarf „Irrtümer“ vorauszusetzen und willkürliche Umstellungen
vorzunehmen[1898], -- betreff derer es schon zur größten Vorsicht
mahnen muß, daß z. B. ~Nebukadnezar~ den silbernen Schmuck einer Halle
ohne weiteres durch goldenen ersetzt, oder daß ~Sin~, der Gott des
silbernen Mondes, mit einem lasurblauen Bart ausgestattet wird[1899];
ohne Zwang lassen sich auch jene Farbenskalen weder der einen oder
anderen älteren und unrichtigen Reihe der Planeten angliedern, noch der
spät entdeckten richtigen, noch auch der in der Folge der Wochentage
überlieferten.

Die siebentägige „+Planeten-Woche+“ und die Darstellung ihres
Zusammenhanges mit den Planeten durch ein (sehr künstliches)
Heptagramm hält ~Jeremias~ für außerordentlich alt, wenngleich er
zugibt, daß sie sich für die babylonische Zeit nicht unmittelbar
nachweisen lasse[1900]; wie indessen ~Boll~, -- auch gegenüber
~Bouché-Leclercq~[1901] --, zeigte, fehlen für Babylon sämtliche
einschlägige Grundlagen[1902]. Allerdings kommen schon unter dem
Fürsten ~Gudea~ die durch Viertelung des Lichtmonates entstehenden
siebentägigen Fristen vor[1903], die sich u. a. vortrefflich zur
Ausgleichung des Sonnenjahres mit dem Mondmonat eignen[1904],
ferner in späterer Zeit auch der 7., 14., 21. und 28. Monatstag
als „Siebener-Tage“, betreff derer es jedoch immer noch strittig
ist, ob und seit wann sie „Schabattu“ hießen, und was dieser Name
bedeutete[1905]. Erstens waren jedoch solche Fristen bloß Unterteile
je eines Monates und wurden nicht, wie die wahre „fortrollende“ oder
„laufende“ Woche, ohne Rücksicht auf das Monatsende „durchgezählt“,
und zweitens gibt es dafür, daß man ihre sieben Tage in irgendeine
Verbindung mit den Planeten gebracht habe, auch nicht einen einzigen
litterarischen oder bildnerischen Anhaltspunkt[1906]. Nach den
Berichten des Historikers ~Cassius Dio~ (150-235)[1907], des Astrologen
~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.), der gleichzeitigen
Papyri, sowie des ~Laurentius Lydus~ (um 560 n. Chr.)[1908] soll die
+willkürliche+, der Folge der Wochentage zugrunde liegende Reihe der
Planeten, d. i. Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, aus
der +wahren+ des ἑπτάζωνος (Heptázonos, Septizonium), d. i. Saturn,
Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond, dadurch abgeleitet worden
sein, daß man, vom Saturn aus beginnend, immer um je vier Stellen
weiter schritt, oder, wie eine nachträgliche pythagoräisierende
Erklärung besagt, den musikalischen Quartenabstand διὰ τεσσάρων auf
die Gestirne übertrug; aber jene +willkürliche+ Reihe läßt sich weder
als in Babylon entstanden aufweisen noch als frühzeitig von dort aus
weiter verbreitet, und die +wahre+ vollends, die auf Kenntnis der
Erdentfernungen und Umlaufszeiten fußt, setzt erhebliche Fortschritte
der beobachtenden Astronomie voraus und wurde in Babylon erst gegen
Anfang unserer Zeitrechnung bekannt[1909]. Die zutreffende Erklärung
erwähnen überdies auch schon ~Cassius Dio~ und ~Vettius Valens~: zählt
man die 24 Stunden des Tages gemäß der wahren Reihe der Planeten immer
wieder von 1-7 durch und macht dabei den Anfang mit Saturn, so trifft
auf die +erste+ Stunde jedes Wochentages der richtige zugehörige
Gott, der zunächst nur +sie+ beherrscht, weiterhin aber den +ganzen
Tag+[1910]. Die Ausbildung dieser wirklichen Planetenwoche und ihre
Durchführung als „fortrollende“ sind indessen erst Schöpfungen der
hellenistischen Periode; wie auf eine Anzahl anderer Errungenschaften
des nämlichen Zeitalters, wird daher auch auf sie weiter unten nochmals
zurückzukommen sein.


b) Persien.

Die Kultur der Iranier, die sich, ebenso wie die der Inder, seit dem
Ende des dritten Jahrtausends selbständig, namentlich ganz unabhängig
und unbeeinflußt von der babylonischen, ausgestaltet hatte[1911],
erfuhr tiefgehende Einwirkungen durch das spätestens gegen 1000
v. Chr. erfolgende Auftreten des ~Zarathustra~ (~Zoroaster~)[1912],
das wesentlich auf Seßhaftmachung der vielfach noch nomadischen und
räuberischen östlichen Stämme, Verbesserung ihrer Lebensbedingungen
durch Förderung von Ackerbau und Viehzucht, sowie Läuterung ihres
Glaubens abzielte[1913]; in letzterer Richtung war aber bei den
breiteren Volksschichten ein Erfolg nur sehr langsam und unvollständig
erreichbar[1914], so daß erst die nächsten Jahrhunderte, die 678
zur Begründung eines eigentlichen persischen Reiches, Parsua,
führten[1915], die Entwicklung zu einem gewissen Abschlusse brachten.
Fast völlig im Dunkel liegen noch die frühesten Beziehungen zwischen
den Persern und den gleichfalls iranischen Medern, die nach lange
andauernden, zum Teil gemeinsam mit anderen Völkerschaften geführten
Kämpfen 607 das assyrische Reich stürzten, Ninive zerstörten und
Ekbatana begründeten[1916], um die Mitte des 6. Jahrhunderts aber
selbst wieder unter persische Botmäßigkeit gerieten, -- ohne daß dieser
Ersatz +eines+ herrschenden iranischen Stammes durch einen +anderen+
nach außen hin besonderen Eindruck hervorgerufen hätte[1917].

Die reine iranische Religion, nach ~Mommsen~ ausgezeichnet „durch fast
monotheistische Verehrung des ‚Höchsten der Götter‘, Bildlosigkeit und
Geistigkeit sowie strengste Sittlichkeit und Wahrhaftigkeit“[1918],
kannte weder Götterbilder noch Gotteshäuser[1919]. Die oberste Stellung
in ihr nahm ~Ahura-Mazda~ ein, auch ~Mazda-Ahura~ = „der weise Herr“;
die Sonne gilt als sein Auge, Atar (das Feuer) ist sein Sohn, er
offenbart sich in Sonne und Mond sowie in Erde, Wasser, Feuer und
Wind (nicht Luft)[1920], und man betet zu ihm auf Bergeshöhen unter
Entzünden der lauteren Opferflamme[1921]; mit den sechs „Amesa Spenta“
= „Unsterblichen Heiligen“ (einer Art Erzengel) vereint er sich zur
„Siebenheit“, die aber nicht im entferntesten Zusammenhange mit jener
der chaldäischen Planetengottheiten steht[1922].

Von diesen erhielten die Perser nicht früher Kenntnis, als sie in
nähere Berührung mit den Babyloniern kamen, und eine Vermischung
iranischer und chaldäischer Vorstellungen eintrat, deren Anfänge zwar
sicher weit hinter der Regierung ~Alexanders des Grossen~ zurückliegen,
die aber ihren Höhepunkt erst zur Zeit der Diadochen erreichte[1923].
Zunächst beharrte die große Volksmenge, wie schon ~Lenormant~ richtig
ausführte[1924], auch nach dem Sturze des babylonischen Reiches durch
~Kyros~ im gewohnten Aberglauben, teils weil die Perser völlige
religiöse Toleranz übten[1925], teils weil sie eine nur äußerst dünne
Oberschicht bildeten, die zur Blütezeit der Achämeniden-Dynastie
nur etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung betrug (500000 von 50
Millionen)[1926], in früherer Zeit, bei geringerem Umfange des Reiches,
also vielleicht einige Prozente. Während der Herrschaft der Diadochen
erhielt dann die persische Religion wenigstens in den Mittelpunkten der
Kultur ein erhebliches Übergewicht, aber nicht, ohne auch selbst wieder
durch die spätbabylonische weitgehend beeinflußt zu werden[1927],
namentlich betreff Astrologie und Magie, die ihrem eigenen Wesen völlig
fremd gewesen waren; den „Magiern“, Mitgliedern der für das alte Medien
charakteristischen einheimischen Priesterschaft[1928], über deren
Namen und Herkunft nichts ganz sicheres bekannt ist[1929], lag nämlich
ursprünglich, nach den übereinstimmenden Berichten der besten und
ältesten Quellen, gerade alles +das+ völlig fern, was man als Zauberei,
Geheimkunst, Geisterbannen usf., kurz als „Magie“ zu bezeichnen gewohnt
ist[1930]. Die dürftigen echten Überreste des rein erhaltenen Glaubens
in den heiligen Büchern des „Avesta“, das in seiner heutigen Gestalt
erst im 3. nachchristlichen Jahrhundert unter Bewahrung frühpersischen,
medischen oder baktrischen Sprachgutes aufgezeichnet wurde, verraten
keine Spur derartiger Kenntnisse, die vielmehr, wo sie sich im „Avesta“
geltend machen, allemal eines der Kennzeichen später, zum Teil sogar
sehr später (bis ins 7. nachchristliche Jahrhundert herabreichender)
Einschiebungen darstellen[1931].

Erst als sich die persische Priesterschaft im Laufe des 4. Jahrhunderts
immer nachhaltiger seitens der babylonischen beeinflussen ließ,
übernahm sie von ihr Astronomie und Astrologie, Sterndienst und
Magie[1932]. Für die babylonischen Priester dieser Epoche, die sich
ausdrücklich „Chaldäer“ nannten, steht als Grundgedanke ihrer Lehre
fest, daß sich die Götter in den Gestirnen verkörpern, vor allem in den
7 Planeten, den „Lenkern der Schicksale“, die durch ihre Bewegungen
die Gesamtheit der irdischen Vorgänge und Ereignisse beherrschen und
in untrüglicher Weise herbeiführen; alles auf Erden hat daher seine
bestimmte und berechenbare Zeit und tritt unabwendbar ein, sobald diese
gekommen ist. Die Berechnung anzustellen, die betreffenden Vorzeichen
rechtzeitig zu erkennen und richtig zu deuten, die Götter durch Gebet,
Sühnung, Opfer, Beschwörung usf. womöglich noch zu beschwichtigen oder
umzustimmen u. dgl. mehr, ist Sache der Priester; denn diese allein
kennen das erforderliche Ritual und die den Göttern wohlgefälligen
Einzelheiten des Kults und der Liturgie, der Worte und Gebärden, der
Anrufungen und Intonationen, auch besitzen sie allein Kunde vom „wahren
Wesen“ und den „wahren Namen“ der Gottheiten und verstehen es auch,
die ungeheuren und geheimnisvollen „Kräfte“, die solches Wissen (nach
uralten und bei zahlreichen Völkern weitverbreiteten Vorstellungen)
verleiht, mit zauberischer Macht anzuwenden, d. h. die Götter zu
+zwingen+, falls sie sich nicht +erbitten+ lassen[1933]. Wie die Magie,
hierin die Zwillingsschwester der Astrologie, erkannt hat, gibt es eben
dunkle Beziehungen zwischen Dingen, Worten oder Namen, und Personen,
auch göttlichen; wer diese Beziehungen durchschaut, besitzt auch
Einblick in die ihnen entsprechenden Zerimonien, bestimmte Zerimonien
haben aber auch bestimmte Folgen[1934].

Solche, auf zum Teil uralt babylonischen Aberglauben zurückgehende,
für Stellung und Macht des chaldäischen Priestertums äußerst
charakteristische Anschauungen konnten sich indes nicht ohne erhebliche
Abänderungen mit den iranischen verschmelzen; großes Beharrungsvermögen
erwies namentlich deren dualistische Grundlage, der gemäß dem guten
Prinzip, ~Ahura-Mazda~ (= ~Ormuzd~), dem Geiste des Lichtes und der
Wahrheit, in ~Angra-Mainyu~ (= ~Ahriman~), dem Geiste des Dunkels und
der Lüge, ein Böses gegenübersteht, desgleichen der Schar der guten
und wohlwollenden Genien eine der bösen und neidischen Dämonen usf.,
derart, daß sich der ganze Vorgang der Weltentwicklung im Kampfe dieser
beiden Prinzipien erschöpft[1935]. So eignete sich die persische
Religion u. a. zwar den Planetenkult an und ersetzte die Dreizahl der
iranischen Himmel, über denen sich das Paradies befindet, durch die
Siebenzahl der Sphären[1936]; ebenso übernahm sie den Gedanken von der
Herabkunft und dem Wiederaufstiege der Seelen durch die Sphären der 7
Planeten, wobei ihnen deren „Herrscher“ (Wächter, Hüter; Archonten) die
geschlossenen Tore auftun und „Kleider“ (= Anlagen, Leidenschaften,
...) mitgeben oder wieder abnehmen[1937]; die +Gottheiten+ der Planeten
aber setzte sie zu +Dämonen+ herab, und wenn nicht alle sieben, weil
der Charakter von Sonne und Mond doch allzu gesichert feststand,
so mindestens die fünf der eigentlichen Wandelsterne, die entweder
sämtlich, oder in ihrer Mehrzahl zu „Widersachern der guten Götter“,
„Verstörern des Himmels“ und „bösen Geistern“ werden, als arglistige
Neider die Himmelsreise der Seelen zu hindern suchen und sei es durch
Anbetung und Opferbringen, sei es durch Drohung und Beschwörung,
zu beschwichtigen oder zu gewinnen sind[1938]. Auch der iranische
~Mithras~, ursprünglich Genius des Himmelslichtes, wird nunmehr mit
dem babylonischen Sonnengott ~Samas~ identifiziert und erhält so die
Oberherrschaft über die Gestirngötter der Planeten, denen man, ebenso
wie den Tierkreisbildern, je nach ihrer Beschaffenheit, Helligkeit,
Färbung usf., zahlreiche bald nutzbringende, bald verderbliche
„Kräfte“, sowie mannigfache „Beziehungen“ zuschreibt, u. a. zu Tieren,
Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen und Metallen[1939], -- wofür indessen
unmittelbare Nachweise erst aus der Anfangszeit der Arsakiden-Dynastie
vorliegen, die vom 3. vor- bis zum 3. nachchristlichen Jahrhundert
regierte[1940]. Die Notwendigkeit, auch für den Kult der bösen Geister
zu sorgen, und durch genehme Verehrung entweder ihr Wohlwollen
zu erkaufen oder sie durch Zauberhandlungen unschädlich, wenn
nicht gar dienstbar zu machen[1941], mußte jedenfalls Bedeutung
und Wichtigkeit der Priesterschaft neuerdings steigern und ihren
liturgischen Handlungen und Worten sowie ihrer Kenntnis der „wahren
Geheimnamen“, -- die deshalb nur in „leisem Gebete“ ausgesprochen
und in charakteristischer Weise „gemurmelt“ werden durften[1942] --,
erhöhtes Ansehen verschaffen[1943]. Götterbilder in menschlicher
Gestalt aufzustellen und sie in geschlossenen Räumen anzubeten sollen
die Perser, nach ~Berossos~, erst seit der Regierung ~Artaxerxes~ II.
(405-359) begonnen haben, also seit Beginn des 4. Jahrhunderts[1944],
und die im arabischen „Fihrist“ (gegen 1000 n. Chr.) überlieferte
Erzählung, schon der völlig mythische persische König ~Aldahhak~ habe
den 7 Planeten Tempel erbaut[1945], ist daher in das Reich der Fabel zu
verweisen; allgemein gebräuchlich scheint jene Sitte aber erst in der
Zeit der Diadochen geworden zu sein, in der auch die Verehrung der vier
Elemente Feuer (âtar), Wasser, Erde und Wind, über die schon ~Herodot~
erzählt[1946], zum Dienste von Elementen-Gottheiten als „Herren
der Elemente“ (στοιχεῖα) ausartet, denen man Kultstätten weiht und
Bildsäulen setzt[1947]; dies sind offenbar die „Idole der Planeten“ und
„Idole der Elemente“, deren, zusammen mit den „Festen ihrer Verehrung“,
den „Festen der Vermählung der Elemente“ usf., noch im 10. Jahrhundert
n. Chr. der hochgelehrte arabische Schriftsteller ~Albiruni~ in seiner
„Chronologie der alten Nationen“ Erwähnung tut[1948], aber auch schon
im 2. Jahrhundert n. Chr. der Apologet ~Aristides~, der Tempel wie
Kultbilder den „Chaldäern“ zuschreibt[1949]. Für die griechischen
Berichterstatter verwischten sich eben schon seit den Tagen ~Alexanders
des Grossen~ die Grenzen zwischen Babyloniern, Assyriern, Chaldäern
und Persern in einer Weise, die zwecks Beurteilung aller späteren
Überlieferungen von größter Wichtigkeit bleibt; vor allem aber
flossen die Begriffe der babylonischen „Chaldäer“ und der iranischen
„Magier“ so völlig ineinander, daß schließlich z. B. ~Zarathustra~
für die nämliche Person gehalten werden konnte wie ~Nimrod~, der
sagenhafte Held der babylonischen Urzeit[1950]. War aber auch die
Verschmelzung babylonischen und iranischen Wesens in Wirklichkeit
nicht so vollständig, wie sie den griechischen Beobachtern aus
leicht begreiflichen Gründen erscheinen mußte, so zeitigte sie doch
außerordentlich wichtige Folgen; denn wie die babylonische Kultur
seit fernen Zeiten unmittelbar oder durch assyrische Vermittlung auf
die ganz Vorderasiens eingewirkt hatte, so beeinflußte sie nun jene
Persiens und durch sie wieder die der weitesten und entlegensten
Kreise der alten Welt, wobei, ebenso wie in Persien, nicht selten an
die Stelle der babylonischen Göttergestalten abgeänderte einheimische
treten, oder statt ihrer auch fremde, geheimnisvolle und magische
Mächte[1951].




2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens.


+Übersicht einiger Hauptdaten+[1952].

                                                  v. Chr.
  Zeitalter der Horus-Verehrer                     um 4250
  Zeitalter der Thiniten                         3315-2895
  Altes Reich                                    2895-2540
  Zeitalter des Überganges                       2540-2160
  Mittleres Reich                                2160-1785
  Zeitalter der Zersetzung; Hyksos-Könige        1785-1580
  Neues Reich                                    1580-1100
  Herrschaft der Söldner, Äthiopier, Assyrier    1100-663
  Zeitalter der Restauration                      663-525
  Herrschaft der Perser                           525-332
  Ptolemäische Könige                             331-30
  Ägypten römische Provinz                            30

  Einführung des verbesserten 365tägigen Kalenders: am 15. Juni 4241
  v. Chr.[1953].

                              ——————————

Da die ägyptische Religion schon zu Beginn des neuen etwa von 1580-1100
währenden Reiches in vielen Richtungen bis zur Unkenntlichkeit
entstellt und in anderen nur mehr der Form nach annähernd erhalten
war[1954], so bietet es große Schwierigkeiten, ihre Entwicklung
bis in die Zeit des mittleren oder gar des alten Reiches (etwa
von 2160-1785 und 2895 bis 2540) zurückzuverfolgen. So weit dies
indessen möglich ist, zeigt sich, daß keine Gottheit in höherem
Ansehen stand als der Sonnengott ~Rê~, neben dem allenfalls noch der
Mondgott ~Thot~ in Betracht kommt, während andere Sterngötter, --
denn nicht die +Gestirne+ verehrt man, sondern die +Wesen+, die sich
in ihnen offenbaren[1955] --, keinerlei Rolle in Sachen des Glaubens
spielen[1956].

Anfänglich scheinen +Sonne+ und +Mond+ als Augen einer Gottheit
gegolten zu haben, des „großen ~Horus~“, des „~Horus~ der beiden
Augen“[1957], den man sich als Falken mit leuchtenden Augen vorstellte;
demgemäß heißt auch ~Rê~ später „der große Gott“, „der Herr des
Himmels“, wird falkenköpfig abgebildet und trägt auf dem Haupte die
Sonnenscheibe, umwunden von der flammenspeienden Schlange ~Apophis~,
der „Vernichterin der Feinde“; an weiteren Beinamen, -- betreff derer
zu beachten ist, daß die ägyptische Religion gewohnheitsgemäß auch
an gänzlich widerspruchsvollen Angaben keinen Anstoß nimmt und sie
als gleichwertig nebeneinander gelten läßt --, besitzt der „große
Lichtgott“ u. a. „Stier seiner Mutter“ sowie „~Chepre~ der Käfer“,
und zwar hängen diese mit den sehr mannigfaltigen Vorstellungen über
seinen Ursprung zusammen[1958]. Nach der einen von diesen wird ~Horus~
jeden Morgen neu geboren und zeugt dann sich selbst (d. h. die am
folgenden Tage aufgehende Sonne) im Leibe der Himmelsgöttin, die bald
(nach ägyptischer Sitte) als seine Schwester und Gemahlin, bald wieder
als seine Mutter gedacht wird[1959], und zu deren besonderen Formen
auch ~Isis~ zählt, -- weshalb in der späteren Sage deren Sohn, der
aber +ganz verschieden+ vom großen Lichtgotte ~Horus-Rê~ ist, wiederum
~Horus~ heißt[1960]. Nach einer anderen ist der große ~Horus~ sein
eigener Erzeuger und schuf sich selbst, sowie seine Namen; dieser
Zusatz weist darauf hin, wie innig zusammenhängend auch den Ägyptern
Sache oder Person und Namen erschien[1961]: sogar die Götter müssen
sich demjenigen fügen, der sie durch Verrat ihres „wahren Namens“ in
jedermanns Macht zu geben droht, und selbst in äußerster Gefahr teilt
~Rê~ den seinen nur der ~Isis~ mit, „allein für sie und ihren Sohn
~Horus~“[1962]. Wieder eine andere läßt, wie den Skarabäus-Käfer
sein Ei, d. i. die Mistkugel, in der er (nach ägyptischer Annahme)
ungeschlechtlich seine Nachkommen zeugt, so ~Horus~ das seinige, d. i.
die Sonne, vor sich herwälzen[1963] und dann aus diesem „von ihm
selbst geschaffenen Ei“ auskriechen[1964], als „Keim eines schönen und
edlen Eies“[1965], als „Sonnenkind, aus dem Ei entspringend“[1966];
man erzählt aber auch, daß dieses Ei als „Weltenei“ bei Beginn der
Schöpfung aus dem finsteren, die männlichen und weiblichen Keime in
sich bergenden Urwasser ~Nun~ hervorging, und daß es Gott ~Ptah~ von
Memphis oder Gott ~Chnum~ von Esne, „der Weltbaumeister“, auf der
Töpferscheibe rund drehte[1967]. -- Sagen dieser Art über Entstehung
von Welt und Mensch sind übrigens auf der ganzen Erde sehr verbreitet,
weshalb auch Eier, wirkliche, nachgemachte oder gemalte, eine wichtige
Rolle im Totenkult spielen, nicht nur im ägyptischen, in dem sie oft
verbunden mit der Schlange als „Seelentier“ auftreten[1968]: das Ei
ist eben von geheimer Lebenskraft erfüllt, wird deshalb auch von den
Anhängern mancher Geheimlehren nicht genossen und sichert (ebenso wie
das Blut) dem Toten das Leben[1969]. Auf einen babylonischen Mythus
geht die Erzählung zurück, daß Fische an das Ufer des Euphrat ein Ei
von wunderbarer Größe herausschoben, aus dem eine Taube die „große
syrische Göttin“ (Dea Syria) ausbrütete[1970]; bei den Iraniern
zerreißt der „eiförmige Felsen“ des „Welteneies“ in zwei Hälften, deren
obere die Himmelswelt mit ~Ormudz~ und deren untere die Unterwelt mit
~Ahriman~ ergibt, während aus der Mitte ~Mithras~ entspringt, und
dies ist das berühmte „mithräische Mysterium des Steines, der kein
Stein ist“ (μιθριακὸν μυστήριον τοῦ λίθου, ὃς οὐ λίθος)[1971]; durch
persische Vermittlung soll es schon frühzeitig den kleinasiatischen und
europäischen Griechen zugekommen sein[1972] und seither nicht minder
in den alten Mysterien-Diensten des ~Pythagoras~ und ~Orpheus~ (Ei des
~Phanes~!) seine Rolle gespielt haben, wie noch in den späten Lehren
gewisser gnostischer Sekten, z. B. der Sethianer[1973].

Die Ansicht, daß ~Horus~ identisch sei mit ~Osiris~, ist unzutreffend
und entspringt jedenfalls der Tatsache, daß ~Horus~, aus nicht recht
durchsichtigen Gründen, zuweilen für ~Osiris~ eintritt, so z. B. schon
frühzeitig im sog. „Totenbuche“[1974], das man vornehmen Bestatteten
als eine Art Wegweiser im und ins Jenseits mit in das Grab zu geben
pflegte. Dieses als Grundlage für die Unsterblichkeits-Lehre sehr
wichtige Buch ist schon zu Anfang des neuen Reiches (um 1600) eine
weitläufige Sammlung von Texten und Textsätzen mannigfaltiger Herkunft
und verschiedensten, zum Teil bis etwa 3300 zurückgehenden Alters, das
weiterhin noch ständig und in ganz willkürlicher Weise aus vieldeutigen
und unzuverlässigen Quellen ergänzt und vermehrt wird, so daß es
größtenteils nur ein wirres und unklares Gemisch darstellt, das zudem
noch ungenau und fehlerhaft überliefert ist[1975].

Was nun die außerordentlich bedeutsame Gestalt des ~Osiris~ betrifft,
so war er ursprünglich (gleich dem Getreidegott ~Nepera~)[1976] ein
Erd- und Vegetations-Gott, der in der Tiefe des Bodens haust und aus
ihr Saaten, Kräuter und Bäume hervorwachsen heißt; die sommerliche
Glut, die sein göttlicher Bruder ~Seth~ sendet, macht diese verwelken
und auch ihn dahinsterben, jedoch nicht völlig, vielmehr erweckt ihn
der Zauber des „neuen Wassers“ aus seinem Grabe zu neuem Leben, so
daß er wieder aufersteht und von früherer Zeugungskraft erfüllt die
Felder abermals ergrünen läßt[1977]. Den bösartigen ~Seth~, der im
übrigen wenig bekannt ist und angeblich den Esel zum „heiligen Tiere“
haben soll, bringt die Sage nach verschiedener Weise mit ~Osiris~
in Verbindung[1978]. Nach der einen Überlieferung tötete er ihn
heimtückisch und warf den Sarg mit seiner Leiche in den Nil, so daß er
bis ins Meer und weiter bis Byblos schwimmt, wo ihn ~Isis~ auffindet
und nach Ägypten zurückbringt; hierdurch erklärt sich die Verbindung
mit den Kulten der „großen Göttin“ von Byblos und des einem Eber zum
Opfer gefallenen ~Adonis~ (semitisch = der große Gott)[1979]. Einer
anderen zufolge zerstückelte ~Seth~ den Körper des ~Osiris~ und trennte
ihm den Kopf ab, weshalb auch das sog. „Rückgrat des ~Osiris~“,
eigentlich wohl nur ein Baumstamm mit mehreren Querbalken, als sein
Fetisch gegolten haben soll[1980]; da nun ursprünglich, wie bei vielen
Völkern, so auch bei den Ägyptern der älteren Zeit die sog. „sekundäre
Bestattung“ des wie angegeben behandelten und durch Abschaben vom
Fleische befreiten Leichnams gebräuchlich war, -- Beispiele hierfür
kommen selbst noch zur Zeit der persischen Eroberung vor[1981] --,
so ist die Sage wohl erst nachträglich dieser Sitte entsprechend
umgestaltet worden; und wie der Spruch „die Glieder mögen sich wieder
vereinigen, der Kopf füge sich wieder an die Knochen“ mit „Erneuerung
des Lebens“ (παλιγγενεσία, Palingenesía) gleichbedeutend war[1982],
so hielt man es auch betreff des ~Osiris~: sein Sohn ~Horus~ sucht
mit Hilfe des Gottes ~Thot~ oder des ~Anubis~ die Knochen zusammen,
balsamiert die Überreste ein, umwickelt die Leiche mit weißen und
farbigen Binden, wie das (schon im alten Reiche) bei den Mumien, aber
auch bei den Götterbildern geschieht, und macht sie durch Zauber
lebendig[1983]. Später wirkt hierbei auch ~Isis~ mit, und das „neue
Wasser“, das ~Horus~ und ~Thot~ schon auf sehr alten Wandzeichnungen
über den toten ~Osiris~ ausgießen[1984], das „Wasser, das das Leben
wiederholt“ (erneut), den der Dürre ~Seths~ Erlegenen „wieder aufleben“
läßt und ursprünglich nichts anderes war als das Überschwemmungswasser
des Nils[1985], geht dann allmählich in ein „Wasser des Lebens“
über im Sinne eines von der ~Isis~ erfundenen „Zaubermittels der
Unsterblichkeit“ (φάρμακον τῆς ἀθανασίας)[1986], das auch mit dem
„Blute der ~Isis~“ und dem symbolischen „Knoten (Gürtelknoten) der
~Isis~“ in Verbindung gebracht wird[1987]. -- Solches „Wasser des
Lebens“ kennt übrigens auch die alte babylonische Litteratur[1988]
u. a. schon in „~Istars~ Höllenfahrt“[1989], ferner erwähnen es
griechische Grabschriften spätestens des 4. Jahrhunderts[1990], und
selbst ~Alexander den Grossen~ soll einer seiner Züge bis zur „Quelle
des Lebenswassers“ geführt haben[1991].

Wenngleich nun der erstandene ~Osiris~, wie schon seine Darstellung
als bekrönte Mumie zeigt[1992], als +Toter+ angesehen wurde, so galt
er doch als eine tote +Gottheit+, die in Mumiengestalt auf Erden
weiterherrscht, und in dieser Eigenschaft verdrängte er schon gegen
Ende des alten Reiches den mächtigen Gott ~Anubis~, der bis dahin
zu Abydos als eigentlicher „Totengott“ und „Schützer der Toten“
Gegenstand einer der wichtigsten Kulte gewesen war[1993]; hieran
anschließend entstand wohl die Tradition, daß der vornehmste Teil der
~Osiris~-Leiche, das Haupt des Toten (caput mortuum), gerade an der
altheiligen Stelle zu Abydos begraben gelegen habe[1994], und daß das
„Totenbuch“, das seit jeher vornehmlich als „dem Herrn von Abydos“
geweiht galt, mit ~Osiris~ und demgemäß mit der Auferstehungs- und
Unsterblichkeits-Lehre in Verbindung zu bringen sei[1995]. Bereits
im alten Reiche wird ~Osiris~ zum „Vorbild aller Toten“, zum „Ersten
aller Toten“: er verbürgt die Unsterblichkeit, indem er wie ein
Mensch stirbt, bestattet wird, nachher aber mit allen körperlichen
und geistigen Eigenschaften zu neuem Leben aufersteht[1996]. Wie nun
überhaupt der Mensch nur, indem er sich mit den Göttern identifiziert,
Anteil an ihrer Macht zu gewinnen vermag[1997], so hat er sich auch
„mit ~Osiris~ zu vereinigen“, „zu ~Osiris~ zu werden“, damit er gleich
ihm die Totenwelt durchwandere, so den Tod überwinde und unsterblich
erstehe[1998]. In solchem Sinne wird nicht nur ein verstorbener König
angeredet als „dieser ~Osiris~“[1999], sondern jeder Tote heißt einfach
„der ~Osiris~ N. N.“, ~Anubis~ balsamiert ihn ein und bestattet ihn
wie einstens den ~Osiris~, und wenn sein Grab gefunden ist, wird
zur rechten Zeit das „neue Wasser“ auch ihn wieder neu aufleben
lassen[2000]. Bei den sog. „Mysterien des ~Osiris~“ wurde dies,
anknüpfend an das Wiedererblühen der Natur nach totenähnlicher Ruhe,
durch Vorzeigen und Herumtragen keimender Pflanzen angedeutet[2001];
noch bis in die späteste Zeit des Altertums erhielt sich zu Abydos
eine große, dreitägige, im Laufe des November stattfindende Feier,
die dem Tode des ~Osiris~, dem Suchen und Finden seiner Leiche, sowie
der Auferstehung galt[2002]; auf sie spielen u. a. ~Ovids~ Worte vom
„nie genug gesuchten ~Osiris~“ an[2003], ~Juvenals~ (47-127) Erwähnung
des endlosen Jubelgeschreies unter dem Volke „wenn ~Osiris~ gefunden
ist“[2004], sowie die Berichte des ~Seneca~ (gest. 65), ~Firmicus~ (um
315) und ~Lactantius~ (gest. 330)[2005].

Hinsichtlich des +Mondes+, des „Stieres unter den Sternen“, ist zu
bemerken, daß sein Gott „~Thot~, der Ibis“ war, vielleicht so benannt,
weil die Sichel des Halbmondes einige Ähnlichkeit mit dem krummen
Schnabel dieses Vogels zeigt[2006]; bereits weiter oben wurde erwähnt,
daß der Mondgott auch als Urheber von Zeitmessung, Maß und Ordnung, als
Erfinder von Sprache, Schrift, Zeichen- und Mal-Kunst, als Schöpfer
aller Wissenschaft und Kultur, aber auch als Arzt galt, dessen Speichel
die Wunden der Götter heilt[2007].

Die fünf +Planeten+ waren schon im alten Reiche wohlbekannt, und
Erwähnungen des Saturn als „Stieres des Himmels“ und des Morgen- und
Abend-Sternes (die man für verschieden hielt) sind nicht selten; im
neuen Reiche wird um 1400 Jupiter „König ~Osiris~“ benannt, Saturn
„~Horus~ der Stier“, Venus „Schiff des ~Phoenix-Osiris~“, Merkur
„Stern des ~Seth~“ und Mars „der leuchtende ~Horus~“, während seine
Bezeichnung als „der rote ~Horus~“ erst sehr viel später aufzutreten
scheint; in Verbindung mit Sonne und Mond finden sich dabei die
Wandelsterne niemals gebracht[2008]. An irgendwelcher genauerer
Kenntnis ihrer Bewegungen mangelt es vollständig, ja eine solche wird
nicht einmal (wie so manche andere) seitens der Spätzeit als „uralte
Überlieferung“ in Anspruch genommen[2009], und da man überdies die
Planeten nicht als himmlische Körper, sondern als „Lampen“ anzusehen
pflegte[2010], blieben Astronomie, Astrologie und Sterndienst dem
alten Ägypten fremd[2011]. Entgegen früheren Annahmen besteht auch
kein Zusammenhang zwischen Planeten-Verehrung und Zauberei, der
schon zur Zeit der Thiniten-Dynastie, also im 4. Jahrtausend, eine
wichtige Rolle zukam, besonders was das Wissen um die Verkörperung der
Götter (vor allem in den heiligen Tieren) und um ihre „wahren Namen“
betrifft[2012]. Astrologische Anspielungen fehlen ferner vollständig
in den Erzählungen über die „Zauberbücher“: diese umfangreichen Werke
gelten zum Teil schon dem alten Reiche als in grauer Urzeit von den
Göttern, u. a. von ~Thot~, verfaßt und selbst niedergeschrieben,
später durch Weise und Gelehrte weiter überliefert, schließlich von
den Priestern in Gräbern, Grabgefäßen oder Mumien aufgefunden und
in den Bibliotheken der Könige oder der Tempel niedergelegt; sie
füllen in diesen die „Bücherkisten der Weisheit“, und man eignet sich
die Kraft ihrer Zauberformeln an, indem man solche auf ein Stück
Papyrus schreibt, das man, mit Bier befeuchtet oder ausgezogen,
hinunterschluckt[2013].

Verhältnismäßig spät und nur gelegentlich tritt im neuen Reiche, also
nach 1600, die +Siebenzahl+ auf, z. B. in Gestalt von 7 Fäden, Ringen
oder Knoten bei Zaubereien und medizinischen Beschwörungen[2014],
niemals aber im Zusammenhang mit den 7 Planeten. Auch im ganzen
folgenden Jahrtausende würde man vergeblich nach Spuren der Astrologie
suchen, und es scheint, daß diese Kunst, wenngleich sie in Ägypten
nach der Zeit der persischen Eroberung (525) schon einigen Boden zu
fassen begann, doch zur eigentlichen Entwicklung erst seit Beginn
der ptolemäischen Herrschaft (332) gelangte, als ein Mischprodukt
orientalischen und griechischen Geistes[2015]. +Zunächst+ handelte
es sich allerdings nur um bloße Übertragung neubabylonischer
(chaldäischer) Gedanken, die unter persischer, zum Teil wohl auch
jüdischer Vermittlung als „persische“ Eingang fanden, angeblich
herrührend (später auch „übersetzt“) aus uralten persischen Schriften
des ~Zoroaster~, ~Ostanes~, ~Hystaspes~ usf.[2016]; genügende Beweise
ihres wirklichen Ursprunges liefern indessen schon die Auffassung
der Planetengötter als „böser Geister“[2017], sowie die Verbindung
der Planeten mit Engeln und Dämonen, deren die meisten sogar mehrere
haben, der „oberste und mächtigste“ Saturn aber nur je einen, ~Ktetoel~
und ~Beelzebub~[2018]. +Späterhin+ wurde die Astrologie aber auch in
recht selbständiger Weise weiterentwickelt und erfuhr eine vielfach
eigenartige Lokalisierung[2019], auch unter Heranziehung sowohl
griechischer wie einheimischer Vorstellungen, z. B. der „Dekane“
genannten Götter der zehntägigen ägyptischen Woche[2020].

Vom ältesten astrologischen Gesamtwerke der ptolemäischen Zeit, dem
spätere Überlieferung den Titel „Hermetische Untersuchungen“ beilegten,
wissen wir bisher nur, daß es gegen 200 v. Chr. verfaßt wurde und
seither als „astrologische Bibel“ die gemeinsame, unerschöpflich
fließende Quelle immer erneuter, fast zahlloser Kommentare, Auszüge
und Darstellungen bildete[2021]. Unter diesen ist das weitaus
wichtigste und einflußreichste das als Ganzes gleichfalls verlorene, in
einzelnen Teilen jedoch u. a. bei ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert
n. Chr.) erhaltene Buch der ἀστρολογούμενα (Astrologúmena)[2022] aus
der Zeit gegen 150 v. Chr.[2023], aufgefunden „in den Archiven der
alten Priester“ und auf Mitteilungen der Götter ~Thot~ und ~Imhotep~
(~Imuthes~) hin verfaßt vom Oberpriester ~Petosiris~, „dem weisen
Alten“, und vom „göttlichen Pharao ~Nechepso~“, den man später auch
zum „Könige von Assyrien“, ja zum „Kaiser von Ägypten“ vorrücken
ließ[2024]; beide Persönlichkeiten hat man um so mehr für rein
sagenhafte anzusehen, als ägyptische Priester, die astrologische
Werke verfaßt haben, bisher überhaupt nicht nachgewiesen werden
konnten[2025]. Die „Astrologúmena“ machen indessen nicht nur
eingehende Angaben über rein Astrologisches, namentlich über die
Einflüsse der Planeten auf alle Einzelheiten der Lebensumstände,
Berufe und Schicksale, sondern beschäftigen sich auch ausführlich mit
astrologischer Medizin, sog. Iatromathematik[2026]: so fest glaubte
man z. B. an ein Band der Sympathie, das die kranken Körperteile, die
erforderlichen Heilmittel und die Gestirne vereinige[2027], daß noch
der große ~Galenos~ (gegen 200 n. Chr.) nachdrücklich versichert,
„~Nechepsos~ Jaspis“ bewähre sich auch +ohne+ die vorgeschriebene
Eingravierung von Sternen oder Zauberzeichen[2028]!

Unter den verschiedenen astrologischen Theorien stellen die einen
mehr die 7 Planeten, die anderen die 12 Zeichen des Tierkreises,
noch andere alle beide in den Vordergrund und verbinden sie auch mit
den vergöttlichten Elementen als leitende und geleitete στοιχεῖα
(Stoicheía), z. B. indem sie die „Leiter“ den Planeten solche
Bewegungen erteilen lassen, daß aus diesen die erforderlichen
Einwirkungen auf die Elemente entspringen[2029]. Die 12 Zeichen als
„Herrscher der Schicksale“ anzusehen, lag angeblich den ägyptischen
Priestern näher, die 7 Planeten als solche anzuerkennen aber den
„persischen“ Magiern, deren einzelne schon im 2. Jahrhundert v. Chr.
in Ägypten ansässig gewesen sein sollen[2030], während sie als
Mitglieder eigentlicher Priesterschaften dort erst sehr viel später
auftreten[2031]; hierüber Genaueres anzugeben ist indessen um so
schwieriger, als die einschlägigen Nachweise spärlich sind, und
z. B. das ältestbekannte Ostrakon (Tonscherbe), das die 5 Planeten
und 12 Tierkreisbilder in ägyptischer Sprache aufzählt, erst dem
Beginn unserer Zeitrechnung entstammt[2032]. Unzutreffend ist auf
alle Fälle die Annahme, schon zur Zeit der persischen Eroberung im
6. Jahrhundert hätten die Magier den Ägyptern Kunde von der wahren
Anordnung der Planeten (Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur,
Mond) zugebracht, denn von ihr wußten sie damals selbst noch nichts, in
Ägypten aber kennen zuerst ~Petosiris-Nechepso~ dieses sichtlich noch
sehr neue System; hauptsächlich weil ihm der Vorzug innewohnte, daß es
der Sonne als „König“ ihren Platz gerade in der Mitte der Planetenreihe
einräumte, fand es den allgemeinen Beifall der Astrologen und wurde
alsbald von ihnen als herrschendes angenommen[2033].

Auf ~Petosiris-Nechepso~ ist allem Anscheine nach auch die Einführung
der durchlaufenden siebentägigen +Planeten-Woche+ zurückzuführen,
deren große Künstlichkeit vermuten läßt, daß ein Einzelner sie
ausklügelte[2034]. Die ägyptischen astrologischen Kalender aus der
Zeit um 200 v. Chr. verraten noch keine Spur von ihr, und schon
die Tatsache, daß sie die Kenntnis der +richtigen, griechischer+
Forschung zu verdankenden Reihe der Planeten voraussetzt, weist
auf ihren wahren Herkunftsort hin[2035] und erledigt die Vermutung
über ihre Erfindung durch Babylonier oder Juden, denen allerdings,
ebenso wie den Griechen, bloße siebentägige Fristen (wie bereits
weiter oben erwähnt) seit altersher bekannt und geläufig waren[2036].
Daß die Planetenwoche, wie u. a. ~Ideler~ schon 1831 bestimmt
aussprach[2037], in Ägypten aufkam und sich von dort aus, besonders
im Laufe des 1. vorchristlichen Jahrhunderts, weiter verbreitete, --
gegen Anfang unserer Zeitrechnung auch nach dem Westen --, unterliegt
keinem Zweifel[2038]; nach ~Philo~ von Alexandria (etwa 30 vor
bis 30 nach Chr.) steht sie bereits allerorten in Gebrauch[2039],
nach ~Cassius Dio~ (150-235) wurde sie aus Ägypten her erst in der
neueren Zeit bekannt, ist aber schon allgemein angenommen[2040],
und tatsächlich bezeugen dies Gemälde und Inschriften zu Pompeji,
sowie Anspielungen bei ~Tibull~, ~Horaz~, ~Petronius~, ~Plutarch~
(48-125), ~Philostrat~ und vielen Späteren[2041]. Ursprünglich begann
die Woche mit dem Tage des „höchststehenden“ Planeten ~Saturn~, und
erst im Laufe des 2. Jahrhunderts führte die steigende Bedeutung der
orientalischen Sonnen-Verehrung und namentlich die Begünstigung des
~Mithras~-Kultes durch die römischen Kaiser zur Vorherrschaft der
Sonne und des Sonntags, die aber endgültige Anerkennung erst im 4.
Jahrhundert fand, und zwar bei den Christen nicht ohne andauernde,
aber vergebliche Bekämpfung seitens der Kirche[2042]. Auf die
Herabsetzung des Saturntages[2043] zum letzten Wochentage verweist
eine (verloren gegangene) Schrift des ~Plutarch~: „Warum die nach
den Planeten benannten Tage in der umgekehrten Reihenfolge gezählt
werden“[2044]; begünstigt wurde die Verbreitung einer mit dem „dies
Saturni“ schließenden Woche durch ihre Übereinstimmung mit den bei den
Juden üblichen siebentägigen Fristen[2045], deren Ursprung aus Babylon
übrigens durchaus fraglich ist[2046]. Die Feier des Sabbats am Tage des
~Saturn~ (~Kronos~) und der Wortwitz Κρόνος (Krónos) -- ὄνος (Onos =
Esel)[2047] scheint in Alexandria und später auch in Rom zur Behauptung
Anlaß gegeben zu haben, die Juden verehrten als Gott einen Eselskopf,
-- auf welchen Aberglauben u. a. wieder die sog. „Spottkruzifixe“ der
römischen Katakomben zurückgehen[2048].




3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands.


Entgegen früheren Annahmen, die bei einzelnen Gelehrten allerdings
noch bis in die neuere Zeit hinein in Geltung blieben, darf man es
als zweifellos festgestellt erachten, daß zwar der Volksglauben der
Griechen, ebenso wie der so vieler anderer Völker, die Sterne seit
jeher als etwas Göttliches verehrte[2049], daß aber das griechische
Altertum „von einem förmlichen Gestirndienste völlig entfernt
war“[2050].

Soweit eine Übersicht möglich ist, zeigen sich Kenntnisse eines solchen
erst im Verlaufe jener Zeit, während der auch andere orientalische
Einflüsse, zunächst bei den jonischen Griechen Kleinasiens, in
deutlicher Weise hervortreten[2051], -- worüber der Historiker
~Dikaiarchos~ (um 310 v. Chr.) auffällig richtige Vorstellungen
verrät[2052]. Schon seit dem 8. Jahrhundert, ganz allgemein aber
seit dem 7., gelangen die Vorbilder orientalischer Kunst zu hoher
Bedeutung, z. B. im Typus jener korinthischen Vasen, deren Gemälde
teppichartige Vorlagen, sowie Greifen, stilisierte Löwen oder Panther
u. dgl. wiedergeben[2053]; im 7. Jahrhundert wird das babylonische
Gewichtssystem übernommen[2054], etwa seit dem 6. auch Sonnenuhr und
Gnomon, die ~Herodot~ (485-425) als babylonisch bezeugt[2055], sowie
der zwölfstündige Tag und die Himmelskugel mit den Abbildungen der
Sterne[2056], während den Tierkreis und die eigentliche babylonische
Astronomie erst ~Oenopides~ von ~Chios~ gegen 400 näher bekannt gemacht
haben soll[2057]. Die ersten dunklen Nachrichten über Sternkunde und
Sterndeutung, Mantik und Leberschau u. dgl. scheinen (wie bereits
weiter oben erwähnt) die Lehren der orphischen Mystiker des 6.
Jahrhunderts, aber auch die der ersten griechischen Philosophen nicht
unerheblich beeinflußt zu haben[2058], so daß sich „orientalische
Ideen“, wie schon ~Chwolsohn~ richtig erkannte, bei ~Pherekydes~, bei
den Mitgliedern der jonischen und pythagoräischen Schule, bei ~Platon~
und noch bei manchen der übrigen Weltweisen unverkennbar geltend
machen[2059]. Zum Teil werden sie indessen sowohl bei ~Pherekydes~
als auch bei ~Anaximander~ (611-545), ~Empedokles~ (490-430) und
den Anderen weitgehend umgedeutet und abgeändert[2060], zum Teil
erfahren sie auch, als mit dem gesunden griechischen Geiste gar zu
unvereinbar, zunächst völlige Ablehnung, namentlich soweit jene
entschieden abergläubischen Vorstellungen, der Einfluß der Planeten
auf die Schicksale, die astralen Vorzeichen u. dgl. mehr, in Betracht
kommen[2061], betreff derer sich Anspielungen erst bei ~Euripides~ und
einige nähere Angaben bei ~Theophrastos~ (372-287) finden[2062].

Erklärt sich das frühe Auftreten kosmologischer Spekulationen im
Gesichtskreise der jonischen Philosophen durch Berührung mit dem
Orient[2063], so dürfte das Nämliche betreff der Kenntnisse über die
Planeten der Fall sein[2064], die aber lange Zeit hindurch höchst
dürftige und nur ganz allgemeine bleiben[2065]; noch ~Anaximander~
setzt die Sonne zu oberst an den Himmel und läßt dann den Mond,
hierauf die Fixsterne und zuletzt die Planeten folgen[2066].
~Leukippos~ (um 500) sowie ~Demokritos~ (460-360?) kennen weder die
Zahl der Planeten, noch unterscheiden sie bestimmt zwischen ihnen
und den Fixsternen[2067], auch hebt ~Demokritos~ Sonne, Mond und
Venus gemeinsam aus der Zahl der übrigen Gestirne heraus, -- hierin
vermutlich einer babylonischen Quelle folgend --, und nicht viel
besser steht es um das Wissen der übrigen Vorsokratiker[2068]. Bei
den Pythagoräern und ~Philolaos~ (um 400) entstammen viele Kenntnisse
und Ideen gleichfalls dem Orient, u. a. auch die Benennung von
Winkeln, geometrischen Gestalten und Zahlen nach Göttern, z. B. die
des Zwölfecks und der Zwölfzahl nach ~Zeus~, dessen Gestirn (der
Jupiter) eine Umlaufszeit von 12 Jahren besitzt[2069]. Die Reihenfolge
der Planeten ist bei ~Philolaos~, von dem sie dann auch ~Platon~
übernimmt, die un+richtige+ „Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars,
Jupiter, Saturn“[2070], die also nicht erst von ~Herakleides~ (gest.
330) herrühren kann[2071], jedoch allerdings griechischen Ursprunges
zu sein scheint. Die großen Fortschritte der beobachtenden und
rechnenden griechischen Astronomie während der Folgezeit (namentlich
auf alexandrinischem Boden) dürften dann um 200 zur Entdeckung der
+richtigen+ Reihe „Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn“
geführt haben, die vielleicht schon bei dem Stoïker ~Diogenes~
von ~Babylon~ (um 160) erwähnt wird, sicher aber den griechisch
schreibenden ~Petosiris~ und ~Nechepso~ genannten ägyptischen
Verfassern der „Astrologúmena“ (um 150), sowie etwas später dem großen
griechischen Astronomen ~Hipparchos~ (in Alexandria) bekannt war[2072].

Daß sich hingegen aus dem babylonischen Sterndienste weder die „heilige
Siebenzahl“ der Griechen, noch die fälschlich als +alt+pythagoräisch
betrachtete Verbindung der 7 Planeten und der Sphärenharmonie mit den
7 Saiten der Leier herleiten lasse, ist als zweifellos feststehend
anzusehen[2073]. Schon sehr frühzeitig besaßen die Griechen neben
dem Sonnenjahr einen von diesem unabhängigen Mondmonat, -- μήν, μείς
(lat. mensis), der Monat, ist ursprünglich der Mond selbst in seiner
Eigenschaft als Zeitmesser[2074] --, dem Mondmonate aber entsprangen
auch bei ihnen die naturgemäßen Fristen 3 × 9 und 4 × 7[2075].
Ausschlaggebend für das Übergewicht der letzteren war jedoch das nach
~Diels~ schon vorhomerische Eindringen des so außerordentlich wichtigen
~Apollon~-Kultes in die griechische Religion[2076]. Der Kult des
Ἀπέλλων (Apéllon, von ἀπέλλα, die Hürde), des Hürdengottes, der Vieh
und Herden beschützt[2077], stammte nämlich in seiner ältesten Form
aus Kleinasien[2078] und brachte von dort schon gewisse Vorschriften
mit sich, u. a. betreff der am 7. Tage des Monats zu feiernden Feste
und darzubringenden Opfer, die zwar ursprünglich nur für den Dienst
des ~Apollon~ galten, alsbald aber auch auf die übrigen Hauptgötter
übertragen wurden; diese Umstände bedingten die hohe Bedeutung der
Siebenzahl und der (nach pythagoräischer Art) sich an sie knüpfenden
Zahlenspekulationen, namentlich in der Mythologie, dem Kult und der
Kathartik des ~Apollon~, jedoch, da dieser zugleich Ἰατρὸς Ἀπόλλων
„der große Heilgott“ ist, auch in der Medizin[2079]: in den aus dem
5. und 4. Jahrhundert stammenden Schriften des ~Hippokrates~ und der
Hippokratiker spielen daher Siebenzahl, siebentägige Fristen usf.,
bereits eine durch lange Überlieferungen gefestigte völlig dogmatische
Rolle[2080].

Was die mit den Göttern zusammenhängenden +Namen+ der Planeten
anbelangt, so finden sich diese zuerst in den spätesten von
~Platon~ (427-347) verfaßten oder ihm zugeschriebenen Werken (z. B.
Timäus, Kritias, Epinomis), in denen auch die ersten deutlichen
Anklänge an astrologische und magische Gedanken, Parallelität des
Makro- und Mikro-Kosmos, Dämonen- und Geister-Lehre usf. zutage
treten[2081], sowie solche an den Aufstieg der Seelen in die
Himmelsregion, welche Lehren aber vielleicht auch Umbildungen
orphisch-pythagoräischer Vorstellungen sein mögen[2082]. Früher
pflegte man vorauszusetzen[2083], daß die Namen ursprünglich gelautet
hätten: Eosphóros (auch schon Phosphóros?) und Hesperos für ~Venus~
als Morgen- und Abend-Stern, die für verschieden galten, Phaëthon
(Leuchtender) für ~Jupiter~, Phainon (Lichtbringer) für ~Saturn~,
Stilbon (Glänzender) für ~Merkur~, Pyróeis (Feuerfarbiger) für ~Mars~
(adjektivisch gebraucht schon in einer der sog. homerischen Hymnen,
die in Wirklichkeit etwa aus dem 4. Jahrhundert stammt)[2084], und
daß sie sämtlich orphisch-pythagoräischer Herkunft gewesen seien.
Indessen ist es keineswegs sicher, oder auch nur sehr wahrscheinlich,
daß man diese Benennungen tatsächlich als ältere von echt griechischer
Herkunft anzusehen habe[2085]; jedenfalls werden aber seit etwa 400
die neuen, nach ~Platons~ Zeugnis aus Syrien und Ägypten übernommenen
gebräuchlich, die die großen chaldäischen Gottheiten der Planeten
mit entsprechenden griechischen identifizieren, und zwar in anfangs
noch etwas schwankender Weise[2086]. Der orientalischen Sitte getreu
heißen die Gestirne zunächst nach ihren Herren, also die ~Venus~ ὁ
Ἀφροδίτης ἀστής oder ὁ τῆς Ἀφροδίτης (der Stern der ~Aphrodite~;
der der ~Aphrodite~), der ~Merkur~ ὁ τοῦ Ἑρμοῦ ἀστής oder ὁ τοῦ
Ἑρμοῦ (der Stern des ~Hermes~; der des ~Hermes~) usf., und in dieser
Art führt ~Platon~ sie zum Teil an, -- denn im „Timaeus“ nennt er
Jupiter und Saturn noch nicht mit Namen[2087] --, ~Aristoteles~ aber
sämtlich[2088]; die vereinfachten kurzen Bezeichnungen ~Aphrodite~,
~Hermes~ usf. kommen dagegen erst in erheblich späterer Zeit in
Aufnahme[2089].

Als +Farben+ der Sterne und ihrer Sphären gibt ~Platon~ im 10. Buche
des Dialoges „Vom Staate“ an[2090]: glänzend für ~Helios~ und ~Selene~,
weißlich für ~Stilbon~ (Merkur), gelblich für ~Phosphoros~ (Venus),
rötlich für ~Pyroeis~ (Mars), strahlendweiß für ~Phaethon~ (Jupiter),
gelblich für ~Phainon~ (Saturn), „buntfarbig“ für die im verschiedenen
Lichte ihrer Sterne funkelnde Fixsternsphäre; er läßt ferner im
„Kritias“ (cap. 9) die Mauern und Zinnen der Burg und des Tempels auf
der sagenhaften Insel Atlantis in Absätzen aus schwarzen, weißen, roten
und bunt vermengten Steinen, sowie schimmernd von Kupfer, Zinn, dem
goldähnlichen Oreichalkos, Silber und Gold emporsteigen[2091]. Da nun
dieser Schilderung unverkennbar die Vorbilder der babylonischen und
persischen Stufentürme mit ihrem Schmuck aus glasierten Ziegeln und
metallenen Belagplatten zugrunde liegen, so darf es für wahrscheinlich
gelten, daß die angeführten Stellen nicht nur für die Verbindung der
Sterne mit gewissen Farben Zeugnis ablegen, sondern auch für die
mit bestimmten, entsprechend gefärbten Metallen, -- ohne daß sich
aber auch hier, angesichts der Flüchtigkeit der Anspielungen und des
Mangels an näheren Angaben, sichere Schlüsse betreff der Einzelheiten,
wie Reihenfolge, Zugehörigkeit usf. ziehen ließen. Bei ~Aristoteles~
finden sich derlei Andeutungen nicht, wie er denn auch die sonstigen
Überlieferungen von sichtlich orientalischer Herkunft, z. B. die
sternlenkenden und die Sphärenmusik hervorbringenden Sirenen, die
auf Wagen fahrenden „Seelen der Sterne“ (= Sterngötter), den Einfluß
der Planeten auf das Schicksal, die Parallelität der großen und
kleinen Welt, die Wasser-, Luft- und Äther-Dämonen, das „große (sog.
platonische) Jahr“ von wenigstens 10000 gewöhnlichen Jahren (nach
dessen Ablauf alle Sterne an ihre ursprünglichen Plätze zurückkehren
und der Weltenlauf von vorne beginnt) u. dgl. mehr, entweder mit
Stillschweigen übergeht, oder ausdrücklich als Mythen und Fabeln
verwirft[2092].




III. Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus.


a) Alexandria (der Schauplatz).

Die mit dem Tode ~Alexanders des Grossen~ einsetzende und auf ihrem
Hauptschauplatze, +Alexandria+, erst zur Zeit der arabischen Eroberung
völlig erlöschende Periode des Hellenismus und Synkretismus darf
weltgeschichtliche Bedeutung für sich in Anspruch nehmen, sowie
hervorragende Wichtigkeit für die geistige Entfaltung der Menschheit,
die Neugestaltung der Wissenschaften und die Entwicklung des Glaubens,
aber auch des Aberglaubens. ~Burckhardt~ bezeichnet den Hellenismus
als „das kosmopolitisch mitteilbar gewordene Griechentum“[2093]
und gibt hiermit in gewohnter Kürze und Schärfe für den einen,
den griechischen Bestandteil, der in die „Synkretismus“ genannte
Vermengung und Verschmelzung eingeht, die erschöpfende Definition;
einer gleichwertigen unfähig ist hingegen der +andere+, dem Orient
(Vorderasien und Ägypten) entsprungene, denn er ist weder von
einheitlicher Beschaffenheit, noch von einheitlicher Wirkung, und
dieser Umstand bedingt die außerordentliche Schwierigkeit, die
verwickelte Gesamtbewegung entsprechend darzustellen, -- auch nur für
den begrenzten hier in Frage kommenden Zweck. Überdies vollzieht
sich die Durchdringung orientalischen und griechischen Geistes weder
allerorten gleichzeitig noch zur selben Zeit überall im nämlichen Maße,
und da sie dort, wo sie am vollständigsten statthatte, nämlich in
Syrien und vor allem in Alexandria, uns überwiegend in +der+ Gestalt
entgegentritt, daß -- allmählich -- „in der Mischung das Gute und Edle
zugrunde geht“[2094], so ist es nicht leicht, sie vorurteilslos zu
betrachten und zu würdigen.

Die neue Residenz, Alexandria, hatte dank ihrer vorzüglichen
geographischen Lage gleich von der Begründung an ungewöhnlich raschen
und ununterbrochenen Aufschwung genommen, und war schon unter der
vortrefflichen Regierung der ersten Ptolemäer zur wesentlichen
Vermittlerin des Orienthandels emporgewachsen, der ihr ungeheure
und bis dahin unerhörte Gewinne brachte und sie alsbald zu einer
Hauptstätte verfeinerter Lebensweise und ausschweifenden Luxus, aber
auch geistiger Regsamkeit und wissenschaftlicher Tätigkeit machte. Den
vorübergehenden Wirren zur Zeit des Erlöschens der Dynastie folgte
nach der Einverleibung unter Kaiser ~Augustus~ eine abermalige Periode
höchster und glänzendster Blüte: Alexandria war neben Rom zur ersten
Großstadt sowie zur wichtigsten Handelsstadt des römischen Weltreiches
geworden, zum Mittelpunkte des ausgedehntesten und einheitlichsten
Freihandelsgebietes, das die Geschichte kennt, zum „Markte der
ganzen Erde“[2095] und besaß, wenn auch nicht dem Rechte, so doch
der Tat nach ein Monopol für den Orienthandel, dessen Umsatz sich
nach ~Plinius~ schon unter den ersten Kaisern jährlich auf etwa 22
Millionen Mark Goldwertes (entsprechend mindestens dem 5- bis 6fachen
heutigen Geldwertes) belief und bis nach Mitte des 2. Jahrhunderts in
fast stetiger Weise zunahm[2096]. Der Rhetor ~Dion Chrysostomos~, der
als Begleiter Kaiser ~Vespasians~ (69-79) in Ägypten weilte, nennt
in seiner 32. Rede Alexandria die sehenswürdigste aller menschlichen
Sehenswürdigkeiten, die Herrscherin aller Meere, den Sitz des
vollendetsten Kunstgewerbes der Welt, die Schatzkammer griechischen
Wissens und ägyptischer Geheimnisse[2097], und in einem Briefe des
Kaisers ~Hadrian~ (117-138), dessen Echtheit allerdings angezweifelt
oder auch gänzlich bestritten wird[2098], heißt es, die Stadt sei voll
von Fabriken für Glas, Papier, kostbare Stoffe und Leinenwaren, Öle und
Wohlgerüche, wimmle von Astrologen, Zeichendeutern und Quacksalbern,
werde erfüllt von Kaufleuten, Händlern und Schiffsherren und kenne
nur einen einzigen Gott, den Einheimische wie Fremde in gleicher
Weise verehren, das Geld[2099]. Erst im Laufe des 3. Jahrhunderts
wurde der Wohlstand durch die langwierigen, meist unglücklichen
Kriege im Osten, die andauernde Handelsstockungen bedingten, schwer
beeinträchtigt, finanzielle Schwierigkeiten des Reiches wie der
Provinz riefen wirtschaftlichen Notstand und politische Uneinigkeit
hervor, und schließlich kam es zu Aufständen, deren gefährlichsten
Kaiser ~Diocletian~ 297 in Person niederwarf, mit ebensogroßer
Entschlossenheit wie Grausamkeit; die Hauptstadt der „Kornkammer
Italiens“ geriet damals in so traurige Lage, daß ihr der Kaiser noch
fünf Jahre später von dem für Rom bestimmten Getreidevorrat ablassen
mußte, und hat sich seit dieser Katastrophe niemals wieder völlig
erholt[2100].

Allbekannt ist es, daß die guten ptolemäischen Herrscher Alexandria
zwar zum Mittelpunkte griechischer Bildung und Wissenschaft erhoben,
die daheim keine würdige Freistatt mehr fanden, daß aber der
griechische Geist die ihm anfänglich zugedachte ausschließliche
Führerrolle nicht dauernd zu behaupten vermochte; gezwungen, sich
auch hier den ihm fernstehenden Zielen eines fremden Staatswesens und
den Bedürfnissen seiner minderwertigen Bevölkerung anzupassen, mußte
er notgedrungen vieles von seiner Eigenart und Reinheit preisgeben,
dabei Zersetzung bald erleiden, bald bewirken und von seiner Höhe
schon merklich herabsinken, um die übergroße Gegenlast nur ein weniges
emporzuheben.

Ganz besonders galt dies auf religiösem Gebiete, denn der Vermischung
von Griechen mit Ägyptern, Juden, Syrern und anderen orientalischen
Völkern entsprang auch eine ebensolche der Gottheiten und Kultformen,
eine wahre „Götter-Verschmelzung und -Verwechslung“[2101],
für die Dauer zwar „von Wichtigkeit als Durchgangsstufe der
Religionsgeschichte, nämlich als Vorschule des Glaubens an +einen+
Gott“, zunächst aber „den widerlichen Eindruck charakterloser
Verleugnung des väterlichen Erbteiles hervorrufend“[2102]. Kein Kult
ist bezeichnender für die Entwicklung dieses Synkretismus und keiner
erlangte für sie umfassendere Bedeutung als der neu aufkommende
des ~Serapis~, der Natur und Macht aller wichtigen Götter, u. a.
des ~Zeus~, ~Pluton~, ~Dionysos~ und ~Osiris~, ebenso in sich
vereinigte, wie ~Isis~ die aller Göttinnen, und dessen Haupttempel,
das alexandrinische Serapeion, weit über ein halbes Jahrtausend lang
als Wunder an Pracht und Herrlichkeit galt und Wunder des Heils und
der Heilung verrichtete[2103]. ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216)
erzählt, dem ~Athenodoros~ von ~Tarsos~ folgend, König ~Sesostris~ (den
er für identisch mit dem um tausend Jahre jüngeren ~Ptolemäus Soter~,
323-285, hält!) habe aus einer Mischung aller sieben Metalle und vier
edlen Gesteine Ägyptens den griechischen Bildhauer ~Bryaxis~ (der
in Wahrheit gegen 350 blühte) eine Statue seines Ahnherren ~Osiris~
anzufertigen geheißen, sie mit einem Reste der Salbe (φάρμακον,
Phármakon) von der Einbalsamierung des „~Osiris~“ und des „~Apis~“
bestrichen und die so entstandene Bestattungs- und Grabes-Gemeinschaft
durch den Namen ~Osirapis~ = ~Serapis~ zum Ausdrucke gebracht[2104];
nach anderen Berichten ließ er das Götterbild aus Sinope am schwarzen
Meere herbeiholen, nach noch anderen nur auf eine σινώπιον ὄρος
(= Sen-Hapi, Apis-Hügel) genannten Erhöhung aufstellen[2105]. In
Wirklichkeit scheint aber ~Serapis~ babylonischer Herkunft zu sein,
denn Ea, der Vater ~Marduks~, der aus der Urflut auftauchende Gott der
Urweisheit[2106], hieß auch ~Sarapsî~ = „König des Ozeans“ und wurde
in der von den Assyriern begründeten Kolonie Sinope tatsächlich schon
in Verbindung mit ~Zeus~ und ~Pluton~, den Göttern des Himmels und
des Hades, verehrt; von dort aus führte, politischen Zwecken folgend,
~Ptolemaeus~ I. seinen Kult „als einen den Griechen und Ägyptern
gemeinsamen“ in Ägypten ein, wo infolge Gleichsetzung mit ~Osor-Hapi~,
d. i. „~Osiris~ der Apis“ (die Gottheit des letztverstorbenen Apis),
die Namen ~Oserapis~ und ~Serapis~ entstanden, weiterhin ~Osiris~ außer
mit ~Ea~ (Eaû, Jaû) auch mit der Gottheit Ἰαώ (~Jao~) der Zauberpapyri
sowie dem jüdischen ~Jehovah~ identifiziert und ebenso wie Isis als
menschenköpfige Schlange dargestellt wurde[2107].

Daß in Ägypten die Verehrung eines neuen Gottes wie des ~Serapis~
so leicht Boden fassen, auf Kosten der einheimischen Kulte rasch
zu höchstem Ansehen aufsteigen und zu prunkvoller äußerer wie
künstlerischer innerlicher Verklärung gelangen konnte, läßt erkennen,
daß bereits unter den ersten Ptolemäern Macht und Ansehen der alten
Religion und ihrer Priesterschaft gebrochen waren, und auch begreifen,
daß die hellenistischen Einflüsse den weiteren Verfall mächtig
beschleunigten und daß dieser in der Zeit der mit dem römischen
Eingreifen beginnenden Wirren, von etwa 150 bis 50 v. Chr., zu einem
fast vollständigen wurde[2108]. Bereits ~Strabon~, der um 35 v. Chr.
Ägypten bereiste, fand an den berühmtesten Stätten, wie z. B. in
Heliopolis, als „Priester“ nur mehr Fremdenführer, Opferer und Kustoden
vor, letzte herabgekommene Verteter eines einst so gefeierten und
wichtigen Standes, bar nicht nur der berühmten „geheimen Weisheit“,
sondern jeder höheren Bildung[2109]; in der Folgezeit gestalteten sich
diese Verhältnisse immer trauriger, und schon seit dem 2. Jahrhundert
war die ägyptische Religion so gänzlich zersetzt, daß z. B. in den
altchristlichen und gnostischen Schriften, die sich beide von der
syrischen und chaldäischen weitgehend beeinflußt zeigen, von ihr
kaum mehr die Rede ist[2110]. Es kann daher nicht wundernehmen, daß
die Reste der Priesterschaft, -- wie so oft in sinkenden Zeitaltern
--, teils um ihre Stellung, teils um ihren Broterwerb zu wahren, von
Pflegern des Glaubens zu solchen des in Ägypten ohnehin seit altersher
mächtigen Aberglaubens wurden, und zwar mit derartigem Erfolge, „daß
das Land alsbald von dieser Seite aus den Einfluß wiedereroberte,
den es von seiten des Wissens eingebüßt hatte“[2111]. „Die Religion
wird zum Ausgangs- und Mittel-Punkte für allen erdenklichen frommen
Zauber und heiligen Schwindel, .... fromme Einfalt und spekulierender
Betrug drapieren sich dieserhalb im Mantel der Wissenschaft“[2112],
und den Ehrentitel eines φιλόσοφος (Philosophen) führen bereits
im 2. Jahrhundert nicht nur Gelehrte, Lehrer, Theoretiker, Ärzte
und Künstler, sowie höhere technische oder Ober-Beamte (z. B. die
Steinbruch- oder Zimmer-Meister), sondern auch schon Ringkämpfer,
Adepten der Geheimwissenschaften und Zauberpriester[2113]! Das Gebaren
der letzteren hat ~Lukian~ (um 180 n. Chr.) in seiner glänzenden
Satire „~Alexandros~ oder der falsche Prophet“, einem Zeitbilde
ersten Ranges, in geradezu unübertrefflicher Weise geschildert[2114].
Zu mächtiger Förderung gereichte der ganzen Richtung die abnehmende
allgemeine Bildung und die zunehmende Rolle der orientalischen
Einflüsse an den Höfen der von Orientalen umgebenen oder selbst dem
Osten entstammenden Kaiser des 3. Jahrhunderts, so daß die für alle
orientalischen Religionen und Kulte charakteristische große Bedeutung
der Priesterschaft und mit ihr zusammen die Macht der Mantik, Magie,
Zeichen- und Traumdeuterei, Dämonologie und Astrologie immer weiter
anwuchs[2115]. Ihren Höhepunkt erreichte sie im 3. und 4. Jahrhundert
in Verbindung mit der Mystik der Neuplatoniker; war indes das so
entstandene System in vielen Teilen trostlos verworren und aberwitzig
und in anderen geradezu unsinnig und vernunftwidrig[2116], so ermangelt
es dennoch nicht der geschichtlichen Bedeutung: „denn, so dunkel die
Abwege waren, auf die die Geister für Jahrhunderte hinaus verlockt
wurden, ... dieser Mutter der mittelalterlichen Magie, Astrologie und
Alchemie ... entsprangen die Keime der neuzeitlichen Naturkunde, der
Physik, Astronomie und Chemie“[2117].

Ein hervorstechender Zug auch der Litteratur dieses ganzen Zeitalters
ist das Haschen nach dem Außerordentlichen, Wunderbaren, Zauberhaften,
das die Macht des Menschen über Natur und Mitmenschen zu steigern
versprach. Wie vordem die niederen ungebildeten Schichten der
Gesellschaft, so fanden nunmehr auch die höheren gebildeten Geschmack
an derlei Absonderlichkeiten, und Werke einschlägigen Inhaltes wurden
allgemein verlangt und daher auch geliefert; weil aber seit jeher
der Prophet bei den Seinigen am wenigsten gilt, trachtete man den
widersinnigen Erzeugnissen des Aberglaubens dadurch erhöhtes Ansehen
zu sichern und vermehrten Eingang zu schaffen, daß man ihnen die Namen
altehrwürdiger Verfasser vorsetzte, am liebsten solcher, die ohnehin
schon im Rufe „geheimer Weisheit“ standen[2118]. So wurde Alexandria
ein Hauptsitz und Fabrikationsort apokrypher und pseudepigrapher
Schriften und „Übersetzungen“, herrührend von Göttern, Göttersöhnen,
Patriarchen, Königen, Sibyllen, Propheten, Priestern und Philosophen,
u. a. von ~Abraham~, ~Apollonius~ von ~Tyana~, ~Aristoteles~,
~Asklepios~, ~Daniel~, ~Demokritos~, ~Deukalion~, ~Esdra~, ~Eudoxos~,
~Henoch~, ~Heraklit~, ~Hermes~, ~Imhotep~, ~Moses~, ~Nechepso~,
~Orpheus~, ~Ostanes~, ~Petosiris~, ~Platon~, ~Pythagoras~, ~Salomon~,
~Thot~, ~Zoroaster~ usf.[2119]. Je länger die Entwicklung dieser Art
Litteratur andauerte, desto mehr trat an die Stelle bloßer Plünderung
älterer, nur mehr aus dritter oder vierter Hand bekannter, halb oder
ganz unverstandener Schriftsteller „unter unrechtmäßiger Aneignung
und Verschweigung“[2120], die völlig willkürliche Unterschiebung und
Fälschung, deren Erzeugnisse „sich selbst an Frechheit und Absurdität
zu überbieten suchten“[2121], gerade dieser aber ihren Erfolg zu danken
hatten.

Träger des apokryphen Schrifttumes waren von Anfang an neben den
Griechen vorzugsweise die +Juden+[2122]; schon zur Zeit der ersten
Ptolemäer konnte Alexandria fast ebensosehr als Stadt der Griechen
wie der Juden gelten[2123], und zu Beginn der Kaiserzeit, als ihre
Zahl in Ägypten auf wenigstens eine Million gestiegen war, erfüllten
sie zwei der fünf Bezirke der Residenz, zu deren fleißigsten und
fähigsten Bewohnern sie gehörten, und zählten längst, wie bereits
weiter oben bei Besprechung ~Aristobuls~ und ~Philos~ angeführt, zu den
Mitbegründern einer eigenartigen und für die Folgezeit sehr bedeutsamen
Philosophie[2124]. Mit den abergläubischen Vorstellungen der Chaldäer,
namentlich den astrologischen, scheinen die Juden erst im 7. und 6.
Jahrhundert, hauptsächlich aber während der Zeit des babylonischen
Exils (586-537), nähere Bekanntschaft gemacht zu haben; im
ptolemäischen Ägypten räumten auch sie ihnen erheblichen Einfluß ein,
so daß schon jüdisch-hellenistische Schriften des 1. vorchristlichen
Jahrhunderts ~Abraham~ zu einem großen Astrologen machen und ~Moses~
mit der babylonischen und assyrischen Wissenschaft auch die chaldäische
von den Himmelskörpern erlernen lassen[2125], -- im ganzen bleibt
aber dieser Zweig der jüdischen Litteratur sehr selbständig, wie dies
u. a. in den betreffenden Teilen der „Sibyllinen“ hervortritt, in
der „Weisheit ~Salomons~“, in den Sprüchen des ~Jesus Sirach~ und in
den Apokalypsen des ~Baruch~ und ~Henoch~, welcher letztere bereits
im 2. vorchristlichen Jahrhundert als Besitzer und Lehrer geheimer
Weisheit und als eine Art Gegenbild des hellenistischen ~Hermes~
gilt[2126]. ~Philo~, als strenger Monotheist, bezeichnet allerdings die
Vergötterung der Planeten, die Identifikation der Sonne mit ~Apollon~,
des Mondes mit ~Artemis~, des Morgensternes mit ~Aphrodite~, des
Stilbon mit ~Merkur~ usf. noch als einen „Irrglauben“ der sternkundigen
und sternverehrenden Chaldäer[2127], aber dieser Standpunkt blieb
offenbar nicht der der großen Menge, deren abergläubische Entwicklung
durch viele seiner Lehren geradezu gefördert wurde, z. B. durch die von
den „Kräften“ (δυνάμεις, Dynámeis), Mittelwesen und Zwischenmächten
(Logos, Idee, Weisheit, Herrlichkeit, Geist, Odem, Wort Gottes,
...), von den Dämonen und Engeln, die dem nachexilischen Judentume
aus iranischen Religions-Vorstellungen übermittelt worden waren,
usf.[2128]. Die Anschauungen, die der beständigen Wechselwirkung
griechischer und jüdischer Spekulation entsprangen, und in denen die
erhebliche Einwirkung jüdischer Einflüsse nach vielen Richtungen
deutlich hervortritt[2129], erwiesen sich als sehr bedeutsam für die
Umgestaltung ägyptischer und hellenistischer religiöser Mythen[2130]
und machen sich auch bei ~Paulus~, in den nachpaulinischen Schriften,
im Evangelium ~Johannis~ und im „Hirten des ~Hermas~“ unverkennbar
geltend[2131]; dieses letztere Werk, das vielleicht durch ~Hermas~,
einen Bruder des römischen Bischofs ~Pius~, um 150 n. Chr. verfaßt
wurde und sich in der alten Kirche größter Beliebtheit und geradezu
kanonischen Ansehens erfreute[2132], führt seinen Namen daher, daß dem
~Hermas~ ein Engel in jener Gestalt eines Hirten erscheint, die durch
den „guten und schönen Hirten“ ~Anubis~ der ägyptisch-demotischen und
durch die Gottheit als „guten Hirten“ der phrygischen Tradition längst
außerordentliche Volkstümlichkeit genoß[2133]. Aber nicht erst im 2.
Jahrhundert, sondern schon zu Beginn der Kaiserzeit waren unter den
Juden Zauberei und Magie stark verbreitet; ~Plinius~ (um 75 n. Chr.)
erwähnt sogar besondere jüdische Richtungen der Magie, die er von
Männern namens ~Moses~, ~Jamnes~ und ~Lotapes~ ausgehen läßt[2134], und
weiterhin gelten Juden in diesen Künsten sowie in der Astrologie und
dem Exorcismus sogar als ganz besonders bewandert, sowohl in Ägypten
als auch in Cypern und Thracien, woselbst sie in großer Zahl wohnhaft
waren und in Thessalonike eine Provinzial-Synode besaßen[2135]. In
Zusammenhang hiermit steht auch die allgemeine und bis ins späte
Mittelalter vorhaltende Verbreitung spätjüdischer Lehren, u. a. der von
den 7 Himmeln mit ihren 7 Engelklassen[2136], der jüdischen Namen für
die 7 Planeten und die 7 Sphären-Dämonen[2137], ja selbst die gewisser
fast scholastischer Spitzfindigkeiten, z. B. der Bezeichnung der Zahl
7 durch „~Athene~“, „da diese Zahl, die als Führerin und Herrscherin
über allen steht, nur sich selbst gleicht, aber von jeglicher anderen
verschieden ist, gerade so wie ~Athene~ weder erzeugt wurde, noch
selbst zeugt“[2138].


b) Die stoïsche Lehre.

Von hoher Bedeutung für die Ausgestaltung des Synkretismus in Ägypten
war, wie bereits weiter oben erwähnt, die Lehre der +jüngeren Stoa+,
insbesondere in Form jener Vereinigung pythagoräischer, platonischer
und stoïscher Gedanken, als deren letzter Gipfelpunkt das System des
~Poseidonios~ anzusehen ist[2139]; ~Reitzenstein~ bezeichnet sogar die
schließliche völlige Zersetzung und Hellenisierung der ägyptischen
Religion geradezu als „das Werk der Stoa“[2140], wobei natürlich nicht
an einen rasch und einheitlich stattfindenden Vorgang zu denken ist,
sondern an einen in den verschiedensten Abstufungen verlaufenden und
nur sehr allmählich zu Ende gehenden.

Mit besonderer Vorliebe entwickelten die Stoïker die babylonische
Idee von der +Parallelität+ des Makro- und Mikrokosmos, und zwar auf
Grundlage der Theorie von der Einwirkung der großen auf die kleine
Welt gemäß der „gegenseitigen allgemeinen Sympathie sämtlicher Teile
und Dinge“[2141], wobei sie Himmel = oberste Ursache = ewige Zeit =
unentrinnbares Schicksal (Heimarméne) = höchstes Wesen = Gottheit
setzten[2142] und die Einheitlichkeit des Weltganzen als durch das
Prinzip „ἓν καὶ πᾶν“ (Hen kai pan: Alles ist Eines, Eines ist Alles)
verbürgt ansahen[2143]. An dieses anknüpfend machten sie, teils auf
orphischen Ideen, teils auf der falschen Etymologie πᾶν = Πάν fußend,
aus dem Gotte ~Pan~, ganz entgegen seinem ursprünglichen Wesen, einen
Allgott und weiterhin, durch Identifizierung mit dem pantheistisch
gefaßten ägyptischen ~Chnum~, einen ebenfalls pantheistischen
„Universal-Regenten“, der Gegenstand eines feierlichen Kultus war, in
symbolischem Abbilde inmitten des Tierkreises thronte und nicht selten
die orphische Allgöttin „Physis“ als würdiges Gegenstück zugesellt
erhielt[2144].

Die +Materie+ betrachteten die jüngeren Stoïker in Fortbildung der
platonischen Anschauung als an sich durchaus unwandelbar, trotz jenes
scheinbar unaufhörlichen Wechsels der Formen, den sie von der „Zeit“
= ~Aion~ = ~Chronos~ abhängig sein ließen[2145], wobei ~Chronos~
dem ~Kronos~ und dieser wieder, unter dem Einflusse des iranischen
~Zervan~, der „ewigen Zeit“ gleichgesetzt wurde[2146]. Die vier
Elemente sind, wie ~Aristoteles~ und die Peripatetiker lehrten, teils
aktiv (ποιητικά, poïetisch), teils passiv (παθητικά, pathetisch), sie
gehen mehr oder minder leicht ineinander über, sie vereinigen als [ὕλη
(Hýle) alle Qualitäten in sich[2147] und bedingen durch ihre Mischung
(κρᾶσις, Krásis), besonders durch ihre +richtige+ Mischung (εὐκρασία,
Eukrasía), die rechte Beschaffenheit aller Dinge, zumal auch die
Gesundheit von Körper und Seele[2148]; beim Menschen kommen hierbei
nach der Ansicht Einiger allein σῶμα (Soma) = Körper und νοῦς (Nûs) =
Geist in Betracht, nach der Anderer aber neben σῶμα noch ψυχή (Psyche)
als die niedere physiologische Lebenskraft und νοῦς oder λόγος (Logos)
als die höhere spezifisch-menschliche Vernunft[2149]. Ein fünftes
Element ist der Äther, den aber viele auch als „Pneuma“ ansehen[2150],
denn bei der Entstehung der Elemente aus dem Urwesen soll ein Rest
„Ur-Pneuma“ (= „reinstes Feuer“ der Iranier und des ~Heraklit~)
verblieben sein[2151], das als Äther jenseits der Grenzen der Welt
schwebt und sie als Gottheit regiert[2152].

Das +Pneuma+ spielt bei den jüngeren Stoïkern eine außerordentlich
wichtige Rolle, und seine allmähliche Entwicklung aus einem von
Anfang an rein physischen und sinnlichen Faktor zu einem durchaus
geistigen, ja göttlichen, wurde durch sie zum endgültigen Abschlusse
gebracht[2153]. Bei den jonischen Philosophen und den älteren
Atomistikern ist Pneuma, wie weiter oben erwähnt, nichts anderes
als bewegte Luft und Windhauch[2154], bei ~Platon~ der einströmende
Atemzug[2155], bei ~Xenophanes~ (als Erstem!) Odem = Seele, ψυχή[2156],
bei ~Hippokrates~ und den Hippokratikern ursprünglich Luft, Wind
und „Nahrung des Feuers“[2157], später der luftartige Inhalt der
Adern und Vermittler des Lebens[2158], bei ~Diokles~ von ~Karystos~
auch die natürliche Wärme des Körpers[2159]; für ~Aristoteles~ und
die Peripatetiker stellt es u. a. die treibende Kraft des Windes
und Spannkraft des Sturmes dar und entzündet sich bei Gewittern zum
Blitz[2160]; ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.) und seine ärztliche
Schule lassen, vermutlich dem ~Straton~ folgend, mit der Atemluft das
belebende Pneuma dem Herzen und das beseelende dem Hirn zuströmen
(πνεῦμα ζωτικόν, ψυχικόν) und aus dem Pneuma, der luftgeist-artigen
δύναμις des männlichen Samens, als Kraft, sowie aus der Hyle, dem
weiblichen Blute, als Stoff, den Fötus entstehen[2161], wobei also
das Pneuma den „mechanischen Träger der Seelenfunktion“ abgibt[2162].
Der Stoa endlich ist Pneuma eine Art Seelensubstanz, eine Vorstufe
der Psyche, so daß die Geburt als μεταβολή εἰς ψυχήν (Metabolé,
Umänderung zur Psyche) und der Tod als Umkehrung dieses Vorganges
erscheint[2163]: bei Ersterer geht das Pneuma zum Teil in das Blut
über und bewirkt so Leben und Bewegung, bei Letzterem kehrt die ψυχή
in die höhere Region reinen Pneumas und Äthers zurück, während der
Schlaf, als ein Mittelzustand beider, der Ergänzung des zur Zeit des
Wachens verbrauchten Pneumas dient[2164]. Die Seele ist wesensgleich
dem göttlichen Hauche, dem πῦρ νοερόν, dem feurig belebenden Äther,
den sie nur weitaus an Feinheit übertrifft[2165], und wie sie als
unsichtbare Lebenskraft dem +Einzelnen+ Dasein und Belebung, Empfindung
und Beweglichkeit, Denkkraft und Vernunft verleiht, so geschieht
dies dem +Kosmos+ gegenüber durch das +Pneuma+ als Weltseele und
Einheit der unsichtbaren göttlichen Obmacht: es ist der ganzen Welt
immanent, hält sie durch seine Spannung zusammen, erfüllt sie vermöge
seiner Schöpferkraft als ihre aktive Grundlage und als allgemeines
Lebensprinzip (= spiritus) und steigt so zum Range einer göttlichen
Persönlichkeit, ja eines eigentlichen Gottes auf[2166].

Aus der Mannigfaltigkeit dieser Anschauungen über das Pneuma erklärt
sich auch die der Auffassungen bei den verschiedenen seitens der Stoa
beeinflußten philosophischen und religiösen Schulen und u. a. auch bei
~Paulus~: Manche sehen im Pneuma eine Einheit von Materie und Geist,
Manchen dagegen tritt es auseinander in ὕλη (Hýle) = πάσχον = materia
als Inbegriff der Elemente, und in οὐσία (Usía) = ποιοῦν = spiritus
als Inbegriff der Lógoi spermatikoí, und diese werden dann von der
Gottheit oder von ~Hermes~ als Sendboten und Träger ausgesät, um die
Hyle und den gesamten Kosmos durch ihre Keimkräfte zur Entwicklung zu
bringen[2167]. Einigen ist Pneuma allgemeine Gottheits-Bezeichnung,
Innerstes der Gottheit, Kraft des Herzens, immaterieller geistiger Teil
(= ψυχή)[2168], Anderen wunderbares Wissen und Vermögen[2169], noch
Anderen Gebetsmurmeln und zauberkräftiges Wort[2170], -- insoferne
nach den Lehren der ägyptisch-hellenistischen Mystik allein das
δοξάζειν, d. i. das „rechte“ Sprechen der Formeln und Anrufungen, zum
„Verklärten“ macht[2171]. Die in den Einzeldingen wirkenden Kräfte sind
πνεύματα (Pneúmata) und diese wieder bald reine Geisteshauche, bald
geistige Gewalten, gute Engel und böse Dämonen, die gleich angenehmen
und widerlichen Gerüchen in der Luft wehen und schweben[2172]. Der
niedrigsten Klasse der Ungläubigen und Fleischesmenschen (σαρκικοί)
übergeordnet ist die der Proselyten und Seelenmenschen (ψυχικοί),
und ihr wieder jene der Geweihten (τέλειοι) und Geistesmenschen
(πνευματικοί)[2173]; der „Psychikos“, dessen Seele (ψυχή) noch
irdischen Stoffes ist, kann der γνῶσις (Gnosis), d. i. der himmlischen
Erkenntnis, und des Lichtes der γνῶσις θεοῦ (Gnosis, Erkenntnis der
Gottheit) nicht teilhaftig werden[2174], dem „Pneumatikos“ aber, dem
von der Last der ψυχή Befreiten und übersinnlichen Geistes Vollen,
erschließt sie sich auf dem Wege der Erleuchtung[2175]: einer
orientalisch-religiösen Grundvorstellung gemäß gewährt sie ihm Kunde
des „wahren Namens“ der Gottheit und dadurch ungeheure Macht[2176],
sie ermöglicht es ihm, sich der Gottheit anzugleichen, aus ihren
Strahlen Pneuma einzuziehen und dadurch „ihr Teil“ (also selbst Pneuma)
zu werden und läßt ihn so zum göttlichen Lichte höherer Sphären
aufschweben und sich der „Himmelfahrt“ würdig erweisen[2177].

Die Idee von der +Himmelfahrt+ oder +Himmelsreise+ der Seele[2178], die
völlig ausgebildet und in Verbindung mit jener von der Seelenwanderung
gebracht bei ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) vorliegt[2179], geht
auf Grundlagen verschiedener Herkunft zurück: den Griechen war sie
mindestens seit ~Parmenides~ (um 480 v. Chr.) bekannt, der sie wohl
der orphisch-pythagoräischen Mystik, indirekt also vielleicht deren
orientalischen Quellen entlehnte[2180]; bei den Ägyptern vermittelt
schon im 14. Jahrhundert v. Chr. ein Spruch des „vom Gotte ~Thot~
selbst geschriebenen Zauberbuches“ die Kunst, „von der Unterwelt zur
Erde und von dieser zum Gotte ~Rê~ in den Himmel zu gelangen“[2181];
nach chaldäischer Lehre endlich ist der oberste oder Fixstern-Himmel
die Heimat der Seele, von dort aus steigt sie bei der Geburt des
Menschen durch die Milchstraße und die Sphären der 7 Planeten herab
und nach seinem Tode kehrt sie auf dem nämlichen Wege und wenn nötig
nach Läuterung in der Milchstraße wieder ebendahin zurück[2182],
-- in welchem Sinne es noch in dem um 90 n. Chr. verfaßten sog.
„4. Buche Esra“ heißt: „Die Verklärten werden glänzen wie Sterne
des Himmels“, d. h. sie werden in den Fixsternhimmel gelangen und
dort als Unsterbliche weilen[2183]. Da die Perser, als sie sich die
Vorstellungen der Chaldäer teilweise anzueignen begannen, deren
Planetengötter zu Dämonen herabsetzten, ließen sie die Seele beim
Heruntersteigen durch die Sphären „die unseligen Geschenke der
7 Planeten“ (d. s. die 7 Todsünden des Mittelalters) in Empfang
nehmen[2184] und sich „aus ihrer Substanz, nach Art von Gewändern,
mit den luftartigen pneumatischen Leibeshüllen beschweren“, von denen
sie sich dann umgekehrt beim Wiederaufstiege, den die bösartigen
Dämonen zu verhindern suchen, zunächst wieder zu befreien haben.
In dieser Gestalt kennen den Weg der Seele ἄνω καὶ κάτω (áno kai
káto) die späteren Stoïker[2185], die von diesen beeinflußten
Neu-Pythagoräer und -Platoniker, Orphiker und Gnostiker[2186],
~Porphyrios~ (232-304?)[2187], die Verehrer des ~Mithras~[2188], die
Verfasser der jüngeren Teile des Avesta und der Pehlewi-Tradition aus
sassanidischer Zeit (3. Jahrhundert n. Chr.), sowie die der Schrift
von der „Himmelfahrt des frommen ~Arda-Viraf~“ (4. Jahrhundert?) durch
die ursprünglich 3 (persischen), später 7 (chaldäischen) Himmel[2189],
-- wichtig als ein frühes Beispiel der „ekstatischen Vision in einer
Art Rauschnarkose“, wie sie bei den Schiiten Persiens noch gegenwärtig
im Schwange ist[2190]. Die jüdische Litteratur nimmt den Gedanken
der Himmelsreise anscheinend erst in hellenistisch beeinflußten
Texten auf[2191]. Das Buch „~Henoch~“ z. B., das in griechischer,
äthiopischer und ausführlicher in slavischer (aus dem Griechischen
übersetzter) Fassung vorliegt, kennt die Auffahrt ~Henochs~ durch
die 7 Himmel[2192], es erwähnt die 7 Sphären mit den 7 Planeten
Kronos, Aphrodite, Ares, Sonne, Zeus, Hermes, Mond[2193] und läßt
~Adam~ aus 7 Bestandteilen zusammengesetzt und mit 7 Eigenschaften
oder Naturen ausgestattet sein[2194]. Ähnliche Anspielungen enthalten
u. a.[2195]: die „Testamente der 12 Patriarchen“, die (stark christlich
überarbeitete) „Ascensio ~Jesaiae~“, die griechisch und slavisch
bekannte „Apokalypse des ~Baruch~“, die „Himmelfahrt des ~Moses~“, die
sog. „Oden ~Salomons~“[2196], die paulinischen Schriften (die aber nur
von 3 Himmeln wissen) und christlichen Apokalypsen, die Apokryphen
„Leben ~Josef~ des Zimmermannes“ und „Die sieben Aeonen der Finsternis“
usf.[2197]; von mehreren Himmeln spricht ~Origenes~ (185-254), von 7
Himmeln ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216), und auf christliche oder
jüdische Überlieferung scheint auch der spätislamische Bericht von
~Muhammeds~ Himmelfahrt zurückzugehen[2198].

Die +Vergöttlichung+ der Elemente, wie sie bereits im Orient und
frühzeitig bei den Orphikern gebräuchlich war, fand bei den Stoïkern
allgemeine Aufnahme[2199], desgleichen die mit ihr in naher Verbindung
stehende Anschauung, daß, wie jede Gottheit, so auch jedes Moment
ursprünglich +mannweiblicher+ Natur sei[2200]. Den Ägyptern war schon
von altersher die Annahme geläufig, das finstere Urwasser ~Nun~
habe männliche und weibliche Keime in sich getragen, aus denen ein
Ei hervorging, das Einige als „Weltenei“ durch ~Chnum~ der Göttin
~Neith~ übergeben ließen um es auszutragen, während Andere es mit
dem Skarabäus oder dem Geier in Verbindung brachten, die man als
zweigeschlechtlich (zuweilen auch als ungeschlechtlich) ansah[2201];
+nicht+ altägyptisch ist hingegen die von ~Seneca~[2202] und
~Iamblichos~ (gest. 330)[2203] erwähnte Lehre, daß jedes der vier
Momente einen männlichen und weiblichen Teil enthalte, die man als die
acht Elementen-Götter verehre, vielmehr ist diese erst ein Erzeugnis
ptolemäischer Zeit und geht wohl auf griechische Überlieferung
zurück[2204]. Der Glaube an androgyne Gottheiten war nämlich bereits
der älteren griechischen Welt keineswegs fremd[2205], doch nahm er erst
gegen 400 v. Chr. und besonders in Athen lebhaften Aufschwung, teils
unter dem Einflusse kleinasiatischer und cyprischer Kulte (z. B. des
der „bärtigen ~Aphrodite~“, ~Aphrodite~ barbata, geweihten), teils
zufolge der Bestrebungen großer Künstler, männliche und weibliche
Körperschönheit in der nämlichen Statue harmonisch zu vereinigen,
das ἀρῥενόθηλυ in Gestalt von Hermaphroditen darzustellen[2206]; da
er zuerst bei Pythagoräern und Orphikern nachweisbar wird, -- es sei
nur an das Ei des ~Phanes~ und dessen Zweigeschlechtigkeit erinnert,
-- und zum Teil mit unzüchtigen Kultgebräuchen zusammenzuhängen
scheint[2207], so ist es sehr wohl möglich, daß es ihnen aus dem
Oriente zukam[2208], und tatsächlich ist es eine echt orientalische,
in der babylonischen, iranischen und vielleicht auch jüdischen
Litteratur nachweisbare Vorstellung[2209], daß das, was zu allem
werden, was alles aus sich schaffen und was alles Leben in der Natur
hervorbringen kann, die Zeugungskraft beider Geschlechter in sich
vereinigen muß[2210]. Die Stoïker, die diese Vorstellung aufgriffen,
erweiterten und pantheistisch umdeuteten, nahmen daher eine androgyne
höchste Gottheit an[2211], deren männliche und weibliche Teile
späterhin auch als ζωὴ καὶ φῶς (Leben und Licht), ψυχὴ καὶ νοῦς
(Seele und Geist), Leben (ζωή = Milch oder Trank der Unsterblichkeit,
φάρμακον τῆς ἀθανασἰας) und Tod (νοῦς = guter Hirt = Totengott
~Anubis~) allegorisiert werden[2212]. Soweit hellenistische Einflüsse
reichen, haben sich auch ähnliche Gedanken erhalten, z. B. in den
mannweiblichen Urgottheiten der Gnostiker und Manichäer[2213], den
Gestalten zahlreicher gnostischer Erzählungen und Legenden[2214],
den (mit den Urgottheiten oft wesensgleichen oder verwandten)
Urmenschen phrygischer, iranischer und jüdischer Mythen[2215], den
7 zweigeschlechtlichen Menschen bei ~Poimandres~[2216], den Dämonen
der meist im 2. Jahrhundert verfaßten, jedoch zum Teil erst im 3.
oder 4. niedergeschriebenen Zauberpapyri[2217] usf. Fraglich bleibt
es, ob aus den nämlichen Gesichtspunkten, wie manche wollen, auch die
Annahme männlicher und weiblicher Edelsteine, Mineralien und selbst
Drogen zu erklären sei, denn da das Vorhandensein männlicher und
weiblicher Palmbäume und anderer Gewächse im Orient seit altersher
und in Griechenland mindestens seit ~Herodot~ und ~Ktesias~ bekannt
war[2218], kann es sich hierbei auch um unmittelbare Analogien
anderer Art handeln; jedenfalls sprechen als von etwas Wohlbekanntem
schon ~Theophrastos~ und seine späteren Nachfolger, aus deren Werken
~Plinius~ die betreffenden Kapitel der „Naturgeschichte“ kompilierte,
von männlichem und weiblichem Carneol (σάρδων), Lasurstein (κύανος),
„Luchsstein“ (λυγκούριον), „Adlerstein“ (ἀετίτης), Stimmi (στίμμι
= Antimonglanz) usf., wobei die größeren, härteren, dunkleren und
glänzenderen Exemplare für die männlichen gelten[2219]; ebenso ist
bereits bei ~Hippokrates~ u. a, von männlichen Weihrauchtropfen die
Rede[2220], unter denen offenbar gleichfalls die größeren und längeren
zu verstehen sind, wie man denn auch bei Sträuchern und Kräutern die
höher und kräftiger aufschießenden Varietäten, ja Individuen, kurzweg
als „männliche“ zu bezeichnen pflegte.

Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß zu den sonstigen
Lehren, die die Stoïker zwar nicht aufbrachten, aber zu tonangebenden
ausgestalteten, +erstens+ die von der Umwertung der irdischen
Elemente zu Elementen und Grundpfeilern des Himmels zählt, -- die
fortan gleichfalls στοιχεῖα (Stoicheía) heißen und namentlich in
Gestalt der 7 Planeten als „Herren“ der Tage, Jahre und Zeitperioden,
sowie als κοσμοκράτορες (= Weltregenten) das gesamte allgemeine und
besondere Geschehen beherrschen und lenken[2221] --, und +zweitens+
die vom Zusammenhange zwischen Planeten und Erzeugnissen der Erde,
z. B. Tieren, Pflanzen, Mineralien, Metallen, aber auch Gewürzen,
Wohlgerüchen usf.[2222]; da indessen derlei Theorien in engster
Verbindung mit den eigentlich astrologischen stehen, so sollen sie im
nachfolgenden Absatze gemeinsam mit diesen besprochen werden.


c) Die Astrologie.

Die Astrologie der synkretistischen Zeit ist der Versuch, auf
anscheinend untrügliche und zweifellos feststehende (in Wahrheit
freilich unverstandene oder mißdeutete) Naturgesetze hin ein
einheitliches Weltbild zu gestalten und dabei die Vorgänge im ganzen
Kosmos als abhängig von denen am Sternenhimmel zu erweisen[2223].
Grundlagen dieses Versuches waren der alte griechische Volksglauben
an die Göttlichkeit der Gestirne, der ältere babylonische Stern- und
der jüngere chaldäische[2224] Planetendienst, sowie die griechische
Philosophie und Wissenschaft, besonders die der Stoa mit ihren Lehren
von der Heimarméne, der allgemeinen Sympathie im Weltall und der
Einwirkung des Makro- auf den Mikrokosmos, die nicht selten lebhaft
an die Vergleiche moderner Soziologen zwischen Gesellschaft, Staat
oder Menschheit und einem großen Organismus, sowie an die Theorien
vom Einflusse des sog. Milieu erinnern[2225]. Die Astrologie als
Resultierende dieser Komponenten ist entschieden ein Erzeugnis des
Hellenismus[2226], unter dessen Einfluß die Griechen Stern-Dienst
und -Verehrung allmählich und „nur nach langem Sträuben“ annahmen,
zunächst und vorzugsweise in Ägypten[2227]. Unter den Schriften ihrer
hervorragenden Astronomen zeigen z. B. noch jene von ~Platons~ Schüler
~Eudoxos~ und die in derlei Hinsicht an Gelegenheiten zur Anknüpfung
so überreichen „Sternerscheinungen und Wetterzeichen“ des ~Aratos~ (um
250 v. Chr.) keinerlei Spuren astrologischer Vorstellungen, vielmehr
treten solche erst bei ~Hipparchos~ von Alexandria zutage, also um
150 v. Chr.[2228]; zu dieser Zeit waren aber in Ägypten neben dem
u. a. auch dem Fälscher ~Bolos~ von ~Mende~ zugeschriebenen Buche
über die „Sternzeichen“ (περὶ σημείων)[2229] schon die weiter oben
erwähnten „Hermetischen Untersuchungen“ erschienen, sowie das Hauptwerk
des ~Petosiris~ und ~Nechepso~, das für Ansehen und Auffassung der
Astrologie während der folgenden Jahrhunderte nach jeder Richtung hin
ausschlaggebend blieb.

Von großer Bedeutung für die Ausbreitung dieser „Wissenschaft“ erwies
sich ihre Aufnahme und Förderung durch die jüngeren Stoïker, sowie
die Neu-Pythagoräer und -Platoniker, welche letzteren Schulen als
eine ihrer Hauptquellen die Schriften des „uralten Dichters und
Sehers“ ~Orpheus~ ausgaben, den die Abbildungen nicht selten beim
Spielen der Leier in nächtlicher Stunde zum Sternenhimmel aufblickend
darstellen. Die sog. „Orphischen Hymnen“, die als Reste der ihm
zugeschriebenen mystisch-philosophischen Lehrgedichte vorliegen,
stammen indessen ihrer ursprünglichen Gestalt nach erst aus den beiden
letzten vorchristlichen Jahrhunderten und unterlagen zudem später oft
wiederholten und tiefgreifenden Abänderungen, teils durch Einschiebung
stoïsch-pantheistischer Gedanken und popular-philosophischer Wendungen,
teils durch Umformung zu Zwecken der Magie und Dämonologie, -- in
welcher Form sie dann in die Zauberpapyri des 3. und 4. Jahrhunderts
übergingen[2230]. Sie sind also selbstverständlich nicht beweisend
für ein Zurückreichen astrologischer Gedanken bis in das mythische
Zeitalter und können die Tatsache nicht erschüttern, daß sich der
griechische Geist mit den chaldäischen Lehren, namentlich von den 7
Himmeln und den 7 beherrschenden Planetengöttern, erst seit Beginn
der hellenistischen Periode zu befreunden begann. Bezeichnend für
die verhältnismäßig rasch fortschreitende Durchdringung chaldäischen
und griechischen Geistes ist es, daß bereits im 1. vorchristlichen
Jahrhundert ~Asklepiades~ von ~Myrleia~ den ~Homer~ astrologisch
kommentierte, und daß Siegelsteine (sog. Zylinder) der griechischen
Spätzeit die 5 Planetengötter nebst Sonne und Mond eingeschnitten
zeigen[2231]. Nach ~Philo~ von Alexandria, der um Beginn unserer
Zeitrechnung schrieb, gelten die 7 Planeten als Herrscher von
unbeschränkter Gewalt, deren Ruhm und Macht gar nicht genügend
gepriesen werden kann[2232], die man in ihren Sinnbildern, z. B. 7
Lichtern, einem siebenarmigen Leuchter, den 7 griechischen Vokalen
αεηιυοω usf. zu verehren pflegt[2233], und die im engsten Zusammenhange
mit den „göttlichen“ vier Elementen stehen, aus denen sich die gesamte
Welt (einschließlich des Menschen) aufbaut[2234], und in die sie auch
wieder zerfällt, „da kein Wesen zu nichts wird, sondern sich zu dem
auflöst, woraus es entstand“[2235].

Die endgültige wissenschaftliche Darstellung der Astrologie auf Grund
der pythagoräischen, peripatetischen und stoïschen Lehren liegt in
dem gegen 160 n. Chr. verfaßten „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~ vor,
welcher Forscher, ebenso wie sein größerer Fachgenosse ~Kepler~,
neben der Astronomie auch die Astrologie zu betreiben geneigt oder
genötigt war. Dieses Werk faßt in eingehender, oft fast haarspalterisch
eindringlicher Weise die Ansichten sämtlicher Vorgänger zusammen, und
zwar so vollständig und in seiner Art so vollendet, daß es fortan
das dauernd maßgebende und überhaupt das letzte selbständige der
ganzen Gattung blieb, zu dem alle späteren sich nur als Auslegungen
und Kommentare verhalten[2236]. Der Umfang dieser erklärenden und
ergänzenden Litteratur ist erstaunlich, da zur Zeit allein an
griechischen Handschriften mindestens 170 bekannt, wenn auch in dem
großen Sammelwerke „Catalogus codicum astrologorum graecorum“[2237] nur
zum geringsten Teile und auszugsweise veröffentlicht sind[2238]. Die
Planeten spielen bei ~Ptolemaios~ eine ganz hervorragende Rolle, doch
ist zu bemerken, daß er, abgesehen von dem für apokryph zu erachtenden
Schlußkapitel, stets nur von fünfen spricht[2239], neben denen Sonne
und Mond stehen; die Gestalt, in der die Sonnengottheit auftritt, ist,
wenngleich sie noch nicht mit dem betreffenden +Worte+ bezeichnet
wird, schon völlig die des „+Königs+ Helios“ und beeinflußt als solche
die gesamte spätere Literatur und die malerische und plastische
Darstellung, auch noch die mittelalterliche[2240]. Als trocken und
daher männlich sieht ~Ptolemaios~ ~Ares~, ~Zeus~ und ~Kronos~ an, als
feucht und daher weiblich ~Selene~, ~Aphrodite~ und auch ~Hermes~, der
sonst meist für mannweiblich gilt[2241]; die männlichen sind tages-
und lichtfroh und freuen sich (χαίρουσιν), zusammen mit der Sonne
auf- oder unterzugehen[2242]. ~Kronos~ bezeichnet er als aschgrau,
~Zeus~ als weiß, ~Ares~ als rot, ~Aphrodite~ als gelb oder blond und
~Hermes~ als bunt oder wechselnd, doch stimmen die Handschriften und
die Überlieferungen bei den Scholiasten nicht genügend überein, und die
näheren Angaben letzterer lauten völlig verwirrt[2243].

Von den Abänderungen der ptolemaeischen Theorien ist nur eine
einzige als bedeutsam zu bezeichnen; unter der üblichen Berufung auf
~Pythagoras~ und ~Platon~ und in Anlehnung an gewisse Vorstellungen
des platonischen „Timaeus“ lehrten nämlich die Neuplatoniker, daß
die Sterne, insbesondere die Planeten, die Geschehnisse im Weltall
zwar nicht selbst +bewirken+, sie jedoch +anzeigen+[2244]: mit
Recht beobachteten daher die „Weisen“ des platonischen Staates, die
in den Augen der Neuplatoniker Astrologen waren, die Stellungen
und Bewegungen der Gestirne, denn diese gestatteten ihnen wichtige
Rückschlüsse z. B. betreff der „richtigen“ Zeiten für Ehe, Konzeption,
Entwicklung des Fötus usf.[2245]; die Entscheidung über das, was in
der Welt zu geschehen hat, geht freilich von der Gottheit aus, aber
vermittelt, angezeigt und ausgeführt werden ihre Befehle durch die
demiurgischen Wesen, vor allem durch die Dämonen, „die an Zahl den
Mikroben gleichen, allerorten gegenwärtig sind und überall ihre Hand
im Spiele haben“[2246], -- weshalb auch die Dämonologie, die Kunst des
Rufens, Erkennens, Unterscheidens, Verehrens und Bannens der Geister
eine der umfangreichsten und wichtigsten Seiten des neuplatonischen
Systemes bildet[2247]. Indem dieses jedoch das +Wirken+ der Gottheit
vorbehielt, die von Dämonen gelenkten Planeten aber für bloße
+Anzeiger+ des göttlichen Willens erklärte, machte es die Astrologie
vereinbar mit sämtlichen Religionen, auch den streng monotheistischen,
und hierin besteht die Wichtigkeit der besprochenen Umdeutung[2248];
allgemein angenommen oder folgerichtig durchgeführt wurde sie übrigens
keineswegs, und als im Kampfe des von griechischen, ägyptischen,
chaldäischen und jüdischen Einflüssen durchtränkten Neuplatonismus
mit Mithrasdienst, Manichäismus und Christentum das letztere Sieger
und „Universalerbe“ geblieben war[2249], erhielt der ptolemaeische
Gedanke sogar allmählich wieder die Oberhand, trotzdem er in unlösbarem
Widerspruche mit christlichen Grundwahrheiten stand.

Wie im Osten, so faßte die Sterndeuterei, gefördert durch die jüngere
Stoa und ganz besonders durch ~Poseidonios~, auch im Westen Boden,
so daß in Italien schon 139 v. Chr. von einer ersten Austreibung
der „Chaldäer“ als gemeingefährlicher Lügner und Betrüger berichtet
wird[2250]. Diese blieb aber nicht nur ohne jeden dauernden
Erfolg, sondern der „chaldäische Geist“ erwies sich als geradezu
unüberwindlich, erfaßte mit staunenswerter Raschheit immer weitere
Kreise und hatte schon zur Zeit ~Ciceros~ die gesamte prosaische und
poetische Litteratur derart durchdrungen, daß er sich bei allen,
auch bei den sonst freiesten und aufgeklärtesten Schriftstellern der
klassischen Periode, geschweige denn bei ihren späteren Nachfolgern,
als etwas völlig selbstverständliches, einer Begründung gar nicht erst
bedürftiges geltend macht[2251]. Nicht wenig scheint hierzu die immer
engere Berührung mit Ägypten beigetragen zu haben, woselbst zu Beginn
unserer Zeitrechnung die Astrologen Alexandrias eine Gewerbesteuer
(„Narrensteuer“ genannt) zahlten[2252], und der berühmte Zodiakus
(Tierkreis) von Denderah ~Jupiter~ und ~Mars~ sperberköpfig abgebildet
zeigt, ~Saturn~ stierköpfig, ~Merkur~ menschenköpfig, ~Venus~ aber
doppelköpfig, -- wohl eine Nachwirkung ihrer beiden Formen als Morgen-
und Abendstern, ~Istar~ und ~Belit~[2253].

Unter der Regierung des ~Augustus~ war die Astrologie nicht nur zur
Mode und zum Bedürfnisse der feinen Gesellschaft geworden, sondern
fand geradezu Aufnahme von Staats wegen[2254]: rühmte doch ~Augustus~
selbst sich gewisser Wunderzeichen, die bewiesen, daß das Fatum (= die
Heimarméne) ihn zur Herrschaft berufen habe[2255]. Vermutlich höfischen
Anregungen folgend verfaßte ~Manilius~ damals sein Lehrgedicht
„Astronomica“, dessen Gesänge, soweit sie vollendet wurden, in schönen
Versen und edler Sprache eine Übersicht der gesamten Astrologie
bieten, jedoch unter planmäßigem Ausschluß aller rein ägyptischen
Gottheiten und rein chaldäischen Lehren, daher auch der meisten die
Planeten betreffenden[2256]. Die Schicksale, Lebensberufe usf. des
Menschen, der ein Mikrokosmos ist[2257], gehen nach ~Manilius~ nicht,
wie Chaldäer und Ägypter behaupten, von den Planeten aus (die er
meist, aber nicht immer, „astra“ oder „stellae“ nennt), sondern, wie
der Kyllenier, d. i. ~Hermes~, verkündigte[2258], von den Fixsternen
(meist, aber nicht immer, „sidera“ geheißen), und zwar von jenen des
Tierkreises, wenngleich die Planeten nicht ganz ohne Belang sind, da
sie und die Fixsterne sich gegenseitig beeinflussen können[2259].
Von den 7 Planeten, die mit den 7 Mündungen des Nils zu vergleichen
sind[2260], werden Sonne und Mond stets zusammen genannt und den fünf
übrigen in der Anordnung des ~Poseidonios~ aufgezählten Wandelsternen
gegenübergestellt[2261], als deren Anführer der Mond gilt, der
zugleich auch (durch Ebbe und Flut) die Tiefe des Meeresgrundes
beherrscht[2262]. ~Merkur~ ist nur als Morgen- und Abendstern sichtbar,
ebenso ~Venus~, für die an Stelle der alten Namen ἐωσφόρος (Eosphóros)
und ἕσπερος (Hésperos) auch der neue φωσφόρος (Phosphóros = Lucifer
= Lichtträger) tritt[2263]; ~Saturn~ wird als schätze-sammelnder und
-hütender Alter bezeichnet[2264]. Das Geschlecht der Planeten ist
verschieden, ebenso wie das der Sterne im Tierkreise[2265], unter denen
merkwürdigerweise der Stier (taurus) als weiblich auftritt, weil ~Jo~
in ein Rind verwandelt wurde[2266].

Im weiteren Verlaufe der Kaiserzeit nahm die Astrologie, die zwar,
wie ~Tacitus~ hervorhebt[2267], offiziell stets verboten, zugleich
aber unter der Hand geduldet, ja gefördert wurde, an Einfluß und
Macht immer weiter zu, vor allem am kaiserlichen Hofe selbst[2268];
ihre Vertreter waren meist Asiaten, Griechen und Ägypter, wie z. B.
der berüchtigte „in allen chaldäischen Künsten erfahrene“ ~Pammenes~,
von dessen Ausweisung 66 n. Chr. unter der Regierung ~Neros~
~Tacitus~ berichtet[2269]. Einen Begriff davon, wie gänzlich schon
im 1. und 2. Jahrhundert alles staatliche und private Wesen von
Aberglauben jeglicher Art durchdrungen war, erhält man am besten aus
der „Naturgeschichte“ des ~Plinius~ (um 75 n. Chr.), in der ganze
Bücher mit Hunderten von Kapiteln über nichts anderes handeln, ferner
aus den „Attischen Nächten“ des ~Aulus Gellius~ (113-165) mit ihren
langatmigen Darlegungen über die 7 Planeten, die Siebenzahl usf.[2270],
sowie aus dem „Buche der Traumdeutungen“ des ~Artemidoros~ (135-200),
dem Vorbilde einer endlosen Litteratur, deren letztes Glied das auch
heute noch weitverbreitete und immer neu aufgelegte „Große ägyptische
Traumbuch“ ist. Die Vorbedeutungen und Wirkungen der Sterne, so
heißt es bei ~Artemidoros~, braucht man nur zu erläutern, nicht zu
beweisen, „denn für jeden Gebildeten stehen sie ohnehin fest“[2271],
-- nämlich getreu dem Grundsatze, den noch 1648 ~Salmasius~ in seinem
ebenso gelehrten wie monströs-formlosen Werke über die Astrologie
anführt[2272], „aut astra dii sunt, aut nulla est astrologia“,
„entweder sind die Sterne Götter, oder es gibt keine Astrologie“!

Weitere Fortschritte machte die abergläubische Bewegung unter
den orientalischen oder von Orientalen umgebenen Kaisern des 3.
Jahrhunderts, besonders unter den ~Severen~, „deren politische Tat
die völlige Orientalisierung der Religion auch im Westen des Reiches
war“[2273]. ~Septimius Severus~ (193-211) z. B. besoldete Astrologen
von Staats wegen[2274], stellte zuerst zu Rom Altäre der Planetengötter
auf, wie sie später u. a. im Circus maximus erwähnt werden[2275], und
erbaute ein „Septizonium mit den sieben Planeten- oder Tages-Göttern“,
vermutlich ein Planetenhaus, das die Konstellation des vom Fatum für
den Thron bestimmten Kaisers versinnlichte[2276]; ~Severus Alexander~
(222-235) befahl, die in Ägypten gesammelten Bücher der geheimen
Weisheit in das Grab ~Alexanders des Grossen~ zu legen und in diesem
zu verschließen[2277], und reihte unter seine Penaten ~Orpheus~,
~Abraham~, ~Christus~ und ~Apollonius~ von ~Tyana~ ein[2278]. Die
Neigung der Astrologen zu Lug und Trug war zwar niemals ein Geheimnis
geblieben, -- nennt doch in diesem Sinne schon bei ~Petronius~ (zur
Zeit des ~Nero~) der reiche Prasser ~Trimalchio~ einen Weinfälscher
„im Zeichen des Wassermannes geboren“, welcher Spott ihn freilich
nicht hindert, die Wände seines Hauses mit den 7 Planeten- und 12
Tierkreis-Bildern bemalen zu lassen[2279] --, aber man sah über
diese Schattenseite hinweg und ließ der „Wissenschaft der Sterne“
immer freiere Bahn[2280]. Stets neue Anhänger gewann ihr einerseits
der Verfall der alten heimischen Kulte, das Aufhören der Orakel,
das Verbot der Vögel- und Eingeweide-Schau[2281], andererseits die
allgemeine Überzeugung, daß die wahre Quelle neuer religiöser und
philosophischer Ideen allein im Oriente fließe[2282], dem nun Frömmler
und „Geweihte“ zuströmten, um „am Nil, am Euphrat oder angeblich gar
am Ganges in die Schule zu gehen“ und sich in der Magie, Theurgie,
Dämonologie, Iatromathematik, in der Lehre von der medizinischen
Sympathie und den heilbringenden Wundermitteln u. dgl. mehr zu
unterrichten oder doch zu vervollkommnen[2283]. Der zum Teil geradezu
gemein- und staatsgefährliche Charakter, den die Gesamtheit dieser
„Künste“ allmählich anzunehmen schien, erklärt das von ~Diokletian~
nach der Niederwerfung des ägyptischen Aufstandes im Jahre 296
erlassene allgemeine Verbot[2284]; durchgeführt konnte dieses aber
nicht werden, vielmehr erreichte die Astrologie im 4. Jahrhundert
ihre größte Macht und Verbreitung, wie sie uns vor allem aus dem
zusammenfassenden Werke des ~Firmicus Maternus~ (verfaßt 335-337) und
den Schriften ~Hephaistions~ (um 340) und seiner Nachfolger sichtlich
entgegentritt[2285]. Als seine Hauptquellen in der „Mathesis“[2286]
bezeichnet ~Firmicus Nechepso~, den göttlichen König, und ~Petosiris~,
den Oberpriester und weisen Alten[2287], ferner ~Anubis~, ~Aeskulap~
und ~Merkur~[2288], endlich ~Abraham~, ~Achilles~, ~Kritodemos~,
~Orpheus~, die Pythagoräer und Platoniker[2289], während er sich über
andere Vielbenützte ausschweigt, z. B. über ~Anubion~, ~Manetho~,
~Manilius~, ~Ptolemaios~, ~Vettius Valens~[2290]. Die Astrologie ist
ihm eine göttliche Wissenschaft (divina scientia)[2291] und fordert
daher von ihren Vertretern strengste Geheimhaltung, kultische Reinheit
der Person und des Lebenswandels, sowie völlige Freiheit von Habsucht,
Geldgier und gemeinem Streben[2292]. Die Hauptrolle spielen bei
~Firmicus~ die Planeten, die, je nach ihren Stellungen, Bewegungen und
Beziehungen untereinander und zu den Fixsternen, ganz wie schon in den
„Astrologúmena“, die menschlichen Lebensschicksale, Neigungen, Berufe,
Kenntnisse usf. bis in die kleinsten Einzelheiten bestimmen[2293].

~Constantin der Grosse~ (323-337), zu dessen Zeit ~Firmicus~ schrieb,
blieb astrologischem und anderem Aberglauben zeitlebens ergeben;
seine Thermen versah er mit 7 Nischen und 12 Portiken zur Aufnahme
der Planeten- und Tierkreis-Bilder[2294], seine Kirchen erhielten 7
Stufen, 7 Tore und 7 Bänke für die Priester[2295], und die der Sophia
schmückte er „mit hellenischen Statuen der 12 Zeichen des Tierkreises,
des Mondes, der ~Aphrodite~ und der übrigen Planeten“[2296], ohne sich
hierin durch seine christlichen Neigungen und Gesinnungen beeinflussen
zu lassen, deren Aufrichtigkeit allerdings überhaupt dahinsteht.
Die Kirche bekämpfte anfangs, wie die Planetenwoche (s. weiter
oben), so auch alle sonstigen mit der Astrologie zusammenhängenden
Anschauungen und Einrichtungen, und zwar unter Hinweis auf ihre Engel,
Märtyrer und Asketen, an deren Wundertaten auch die hervorragendsten
Kirchenschriftsteller nicht minder fest glaubten, als etwa die
schärfsten Denker der neuplatonischen Schule an die des ~Pythagoras~
oder anderer ihrer „göttlichen Männer“[2297]. ~Tertullianus~ (um 190)
verbietet in seiner Abhandlung „De idolatria“ den Christen, das Gewerbe
eines Astrologen oder Magiers auszuüben[2298]. Daher finden sich auch
die drei Magier, die dem Sterne bei ~Christi~ Geburt nachziehen, in den
ursprünglichen Berichten als Chaldäer, Perser oder Araber bezeichnet,
„die die Kunst (τέχνη, Téchne) verstehen“; sie heißen noch beim hl.
~Hieronymus~ (331-420) „docti a daemonibus“ (von Dämonen belehrt),
während sie erst im 6. Jahrhundert „Könige“ werden (wobei Stall,
Krippe, Ochs usf. hinzutreten, um die Richtigkeit alter Prophezeiungen
zu erweisen) und schließlich gar „heilige Könige“, deren Namen indes
erst ~Beda Venerabilis~ (672-703) kennt[2299]. Vom 4. Jahrhundert an
scheint das Verhalten der Kirche, wenigstens im Westen, zeitweilig
ein weniger abweisendes gewesen zu sein, wofür indessen der berühmte
„Chronograph von 354“ +nicht+ als Beleg angeführt werden kann, weil
dieser römische Kalender, der neben den Abbildungen und astrologischen
Charakteristiken der 7 Planetengötter u. a. die älteste Papst-Liste
enthält, auch im übrigen keinerlei christliche Einflüsse verrät[2300].
Späterhin wurde aber der alte Standpunkt wieder strenge festgehalten,
zum mindesten grundsätzlich; die um 630 verfaßten „Origines“ des hl.
~Isidorus~ (= Isidorus Hispalensis, Erzbischof von Sevilla), ein
Sammelwerk, das trotz der völligen Kritiklosigkeit des Autors und
seiner Vorliebe für die albernsten Etymologien kulturgeschichtlich
außerordentlich wertvoll ist, sprechen von der Astrologie als einem
„von den Chaldäern stammenden, vom Teufel begünstigten, von ~Christus~
verworfenen Aberglauben“[2301], erwähnen daher kein Wort über
Vorzeichen und Beziehungen, die sich an die 7 Planeten knüpfen, --
auch nicht in dem verlockenden Kapitel „De natis“[2302] --, und führen
nur an, daß sich von ihren Namen die der Wochentage ableiten[2303]
und daß sich mit ihren Qualitäten auch die der menschlichen Körper
verändern[2304]. In seiner kleineren Schrift „De natura rerum“
behauptet ~Isidorus~, die Planeten hießen „errantia“ (Irrsterne), „weil
sie uns in die Irre leiten“[2305], im übrigen schweigt er aber auch
hier über alles abergläubische[2306] und nur vom ~Saturn~ sagt er an
einer Stelle, er sei, wie ~Virgil~ bestätige, „von kalter Natur“[2307]
und daher auch auf Erden Kälte erzeugend.

Die hier und wiederholt auch schon im Vorhergehenden berührte Idee der
+Abhängigkeit irdischer Erzeugnisse+ von den +Gestirnen+, sowie ihrer
+Zusammengehörigkeit+ mit bestimmten Fixsternen und Planeten, zählt zu
den eigentümlichsten und wichtigsten auf astrologischem Gebiete und
rechtfertigt daher eine nähere Erörterung.

Wie die ganze Lehre von den 7 Himmeln mit den 7 weltbeherrschenden
Planeten-Gottheiten, so ist auch deren Ausgestaltung betreff der
Einflüsse von Bewegung, Stellung, Auf- und Untergang, Farbe, Glanz
und „Natur“ der einzelnen Gestirne eine spätbabylonische, also
chaldäische[2308]. Den u. a. bei dem Astrologen ~Vettius Valens~ (2.
Jahrhundert n. Chr.) ziemlich ausführlich erhaltenen Überlieferungen
gemäß, geht sie von der Grundvorstellung aus, daß jeder Stern seine
„Natur“ und „Kraft“ nach außen „emaniere“ und daher alles das, was
seine Strahlen treffen, auch seinem eigenen Wesen entsprechend
beeinflusse und gestalte[2309]. In Ägypten verschmolz diese Vorstellung
mit der dort heimischen, daß gute Gaben, Segnungen u. dgl., Ausflüsse
(ἀπόρῥοιαι) aus dem Leibe der Götter seien, wonach es einleuchtend
erschien, daß solche auch den Sterngöttern zukämen, sowie den Sternen,
deren Herren diese sind[2310]; gefördert wurde sie ferner durch die
Theorie von der allgemeinen Sympathie, die derartige Beeinflussungen
erklärlich machte, ja selbst erwarten ließ. So ruft denn schon bei
~Philo~ jedes Sternbild des Tierkreises die ihm eigene Färbung auch
in Luft, Wasser und Erde, bei allen Vorgängen in diesen Elementen,
sowie bei allen Arten Gewächsen und Lebewesen hervor[2311]; auf dem
Zodiakus (Tierkreis) von Denderah, der aus dem Anfange der Kaiserzeit
stammt, sind den Namen der Planeten die von Mineralien und Metallen
beigefügt[2312]; ~Ptolemaios~ stellt die Planeten nach ihrer Farbe
mit den Metallen zusammen[2313]; die Neuplatoniker opfern ihnen die
„zugehörigen“ Steine, Kräuter und Tiere[2314] und verbinden sie, auf
oft lächerliche Spitzfindigkeiten hin, mit seelischen Eigenschaften,
körperlichen Teilen, gesunden und kranken Säften (χυμοί), Tieren,
Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen, Metallen, Farbstoffen, Gerüchen,
Gewürzen, Tönen, Vokalen usf.[2315]; der „göttliche“ ~Iamblichos~
(gest. 330?) bezeichnet in dem, wenn nicht von ihm, so doch von seiner
Schule herrührenden „Buche der Mysterien“ die Planeten als „sichtbare
Götter“ (θεοὶ φανεροί, ὁρατοί)[2316] und läßt sie auf das Weltall, das
„nur ein großes Tier (= Lebewesen) ist“ (ἕν ζῶον ἐστί τὸ πᾶν), vermöge
der Sympathie, nach ihren Qualitäten, Farben und Strahlen Wirkungen
ausüben[2317]. Ähnlich urteilen auch die gleichzeitigen Papyri, z. B.
der Papyrus ~Mimaut~ (3. Jahrhundert)[2318], ferner die bei ~Proklos~
angeführten Autoren[2319], sowie die späteren Gnostiker und Hermetiker,
deren Ansichten schließlich in den sog. „Kyraniden“ eine letzte
Ausgestaltung in der Richtung unsinnigsten Aberglaubens erfahren[2320].

Die Ansicht ~Berthelots~, die älteste Anspielung (oder doch eine der
ältesten) auf die Zusammengehörigkeit der 7 Planeten mit den Metallen
u. dgl. enthalte die zur ptolemaeischen Frühzeit abgefaßte ägyptische
Erzählung von dem in 7 Kisten eingeschlossenen Zauberbuche des Gottes
~Thot~[2321], ist gänzlich irrtümlich; erstens stammt nämlich diese
Erzählung aus dem 14. +vor+christlichen Jahrhundert[2322] und zweitens
spricht sie anscheinend nur von sechs Kisten, die aus Eisen, Bronze,
Palm- (oder Zimt-) Holz, Ebenholz und Elfenbein (schwarz-weiß), Silber,
und Gold bestehen[2323]; auch eine Liste der Malerfarben Schwarz
(kême), Dunkelblau, Rot, Hellblau, Grün, Gelb, Weiß hat nichts mit
den 7 Planeten zu tun, gibt vielmehr, abgesehen vom Schwarz, diese
Farben in der nämlichen Reihenfolge wieder, die für Aufzählung der
kostbaren Mineralien und Steine (Lasur, Rubin, Türkis?, Smaragd, Topas,
Bergkristall) die althergebrachte war[2324]. Daß Inschriften aus dem
alten oder mittleren Reiche den Gott ~Ptah~ „Gießer des goldenen
Sonnenkäfers“ nennen und die „Sonne mit den goldgelben Strahlen“,
die „Sonne, die da goldene Strahlen hat“ preisen[2325], bezeugt
nichts weiter, als daß auch die Ägypter, wie die verschiedensten
Völker zum Teil ganz fernliegender Kulturkreise, schon frühzeitig
den naheliegenden Vergleich zwischen Sonne und Gold, Mond und Silber
zogen. Unbegründet ist endlich auch die Vermutung ~Berthelots~[2326],
Listen von bloß fünf Metallen und Planeten (ohne Sonne und Mond), wie
sie u. a. das Pariser Manuskript 2327 bietet, deuteten auf spezifisch
ägyptischen Ursprung hin, -- denn eine Sonderstellung von Sonne und
Mond ist nicht nur u. a. zur Zeit der Verschmelzung chaldäischer und
persischer Religions-Vorstellungen nachweisbar, sondern auch bei
späteren hellenistischen Autoren, z. B. bei ~Ptolemaios~.

Über Entstehung und Ausbildung der Lehre von der Verbindung zwischen
+Planeten+, +Farben+ und +Metallen+ bei den Chaldäern selbst[2327]
liegen bisher nur äußerst dürftige unmittelbare Nachrichten vor, so daß
wir hauptsächlich auf spätere Überlieferungen angewiesen sind, die zum
Teil aus weder zuverlässigen, noch lauteren Quellen stammen, in vielen
Einzelheiten stark auseinander gehen und Rückschlüsse nur mit aller
Vorsicht zu ziehen gestatten.

Fraglos ist es, daß die Babylonier, vor allem die Chaldäer und die
von ihnen beeinflußten jüngeren Perser, Götzenbilder aus Holz, Stein
und Metall besaßen, u. a. aus Gold, Silber, Kupfer, Bronze (Erz)
und Eisen; daß diese schon bei den alten Babyloniern solche der
Planetengötter waren[2328], ist natürlich ausgeschlossen, und die
oft angeführten Berichte des späten und stark iranisch beeinflußten
Buches ~Daniel~ (verfaßt von 170 v. Chr. an)[2329] und des noch weit
späteren Buches ~Baruch~ (verfaßt zwischen 100 und 250 n. Chr.)[2330]
lassen Folgerungen hinsichtlich der fernen Vergangenheit nicht zu.
Eine annähernde Vorstellung betreff der neueren Periode mag die von
dem byzantinischen Chronisten ~Kedrenos~ (um 1050) wiedergegebene
Erzählung gewähren, der gemäß Kaiser ~Heraklius~ (603-641) im Tempel
der armenischen Stadt Gazakos, die er während des persischen Feldzuges
eroberte, prächtige, vom Könige ~Chosroës~ von Persien (532-579)
gestiftete Götzenbilder vorfand, „in der Kuppel wie im Himmel sitzend,
umgeben von Sonne, Mond und Sternen, denen ~Chosroës~ als Göttern
diente“[2331]. Ob durch Schriftsteller des 11. und 12. Jahrhunderts
bewahrte Überlieferungen zutreffen, nach denen die chaldäischen
Priester Fingerringe aus den verschiedenen Metallen trugen[2332],
bleibe dahingestellt, denn vielleicht handelt es sich hierbei nur
um Erneuerung einer Nachricht, die das gegen 215 von ~Philostratos~
verfaßte Leben des vielberufenen ~Apollonius~ von ~Tyana~ enthält;
dieser Wundermann, „neben ~Moses~ und ~Hermes Trismegistos~ der einzige
wahrhaft göttliche“[2333], soll nämlich gelegentlich seiner in Indien
betriebenen Studien der „über die menschliche Natur hinausgehenden
Kunst Astrologie“ vom Brahmanen ~Jarchas~ 7 Ringe erhalten haben,
die die Namen der 7 Planeten trugen (und aus deren Metallen
bestanden?), und die er an den entsprechenden Wochentagen abwechselnd
ansteckte[2334].

Über die +Farben+, die die Chaldäer den einzelnen Planeten zuschrieben
und daraufhin in Gestalt von Platten aus den „zugehörigen“ Metallen
oder aus entsprechend glasierten Steinen auch bei ihren Tempelbauten
in Anwendung gebracht zu haben scheinen, herrscht (wie schon weiter
oben angeführt) keine ausreichende Gewißheit, und die verschiedenen
vorliegenden Angaben lassen sich ohne willkürliche Abänderungen
nicht in Übereinstimmung bringen[2335]. Im Abendlande dürfte, -- da
so naheliegende Zusammenstellungen wie z. B. die von Gold und Sonne
bei ~Pindar~ (5. Jahrhundert v. Chr.) nicht wohl in Betracht kommen
können --, die erste einschlägige Anspielung, wie schon gegen 1800
der hochgelehrte ~Beckmann~ erkannte[2336], in ~Platons~ Dialoge
„Kritias“ zu finden sein, woselbst (sichtlich nach persischen
Vorbildern, die dem Verfasser vor Augen schwebten) über die Hauptstadt
der Insel Atlantis berichtet wird, ihre äußere Mauer sei mit Kupfer
belegt, ihre innere mit Zinn und die Schloßmauer mit Gold. Im Orient
bleiben ähnliche Vorstellungen anscheinend viel länger lebendig,
doch liegen sie meist nur in späten Überlieferungen vor, aus denen
sich bestimmte Schlüsse nicht ableiten lassen. So z. B. erwähnt der
arabische Kosmographe ~Aldimeschqi~ (1256-1327), der meist aus sehr
alten und guten Quellen schöpfte, die Stadt Jerusalem und ebenso die
Peterskirche zu Rom seien von 7 Mauern aus Feuer (= feuerfarbigem
Metall oder Stein?), Gold, Marmor, ...gestein, Silber, Eisen und Kupfer
umgeben gewesen[2337]; der 7 „jenen Ekbatanas gleichenden“ Mauern der
Stadt Ganzakh tut der armenische Historiker ~Moses~ von ~Chorene~ (5.
Jahrhundert) Erwähnung, derer des Palastes des sassanidischen Königs
~Vahraran~ V. (= ~Bahram Gur~) der persische Dichter ~Nizami~ (gest.
1198)[2338]; ferner schildert sein Landsmann ~Dschami~ (1414-1492) in
„~Jussuf~ und ~Suleikha~“ den Bau eines Schlosses, das, gleich jenen
der Könige ~Chosrau~ (= ~Chosroës~), ~Kei Kawus~ und ~Bahram Gur~, aus
„7 voneinander umgebenen“ Palästen bestand, für die 7 Tage der Woche
bestimmt, in 7 Farben prangend und unter dem Einflusse der 7 Planeten
stehend, -- wobei jedoch nur vom siebenten bemerkt wird, daß er in
Gold erstrahlte[2339]. Auch in den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“,
die zum Teil bis in das 8. Jahrhundert zurückgehen, ist die Rede von 7
solchen Palästen aus Kristall, Marmor, chinesischem Stahl, Edelstein,
Porzellan, Silber und Gold[2340], und von der Kuppel des Pharus zu
Alexandria melden die „Arabischen Wundergeschichten“, vermutlich einer
hellenistischen Tradition folgend, daß sie an jedem der 7 Wochentage
in einer anderen, jedenfalls dem betreffenden Planeten entsprechenden
Farbe erglänzte[2341].

Welches diese Farben waren, bleibt zweifelhaft, denn schon die
Angaben bei ~Ptolemaios~ und seinen Kommentatoren schwanken, und in
noch höherem Grade gilt dies von jenen der späteren Schriftsteller
und Enzyklopädisten, die oft auch nur die zugehörigen, nicht immer
bestimmt zu deutenden Mineralien betreffen. In der nachstehenden
Tabelle gibt Reihe 1 die (nicht immer sicher zu benennenden) Farben
nach ~Ptolemaios~ (um 150) an[2342], 2 nach ~Vettius Valens~ (2.
Jahrhundert) und einigen Zeitgenossen[2343], 3 nach ~Firmicus~ (um
335), 4 nach ~Pseudo-Kallisthenes~ (4. bis 5. Jahrhundert)[2344], 5
nach der arabischen Enzyklopädie der „Treuen (richtiger: lauteren)
Brüder“ (10. Jahrhundert)[2345], 6 nach einer in ~Ruskas~ Ausgabe
des „Steinbuches des ~Aristoteles~“ erwähnten Quelle[2346], 7 nach
dem persischen Dichter ~Nizami~ (12. Jahrhundert)[2347], 8 nach der
arabischen Enzyklopädie des ~Aldimeschqi~ (1256-1337)[2348]:

    Saturn     Jupiter    Mars    Sonne     Venus    Merkur      Mond
    φαίνων     φαέθων     πυρόεις ἥλιος     φωσφόρος στίλβων     σελήνη
 ----------------------------------------------------------------------
 1. aschgrau    weiß       rot    golden    gelb    verschieden silbern
                                            (blond) (bunt)

 2. schwarz     weiß       rot    (gold)-   bunt     gelb       grünlich
                                   glänzend

 3. schwarz     --         rot    golden      --      --         weiß

 4. Ophit      Aerit     Hämatit  Berg-     Sapphir  Smaragd    Diamant
    (schwarz) (grün)      (rot)   kristall   (blau)   (grün)

 5. schwarz    grün        rot    golden    blau      bunt      silbern

 6. Sabh       Berg-     Hämatit  Berg-      --      Magnet-     Onyx
    (schwarz?) kristall           kristall?          stein

 7. schwarz    sandarach   rot    golden    weiß      azur       grün
               (gelbrot)

 8. schwarz    sandarach   rot    golden    blau      braun?     grün

Wiederum abweichende Farben führt, nach ~Salmasius~[2349], ~Porphyrius~
(3. Jahrhundert) an und vergleicht sie mit denen der bunten Gewänder
(vermutlich der 7 bunten Gewänder der ~Isis~ bei den Naassenern)[2350],
während +einige+ Autoren auf Beziehungen zu gewissen „irdischen
Sternen“, d. i. Blumen, verweisen (die aber nicht stets die +heute+
so benannten sind)[2351], z. B. des ~Saturn~ zur Hyazinthe (dunkel),
des ~Jupiter~ zur Lilie (weiß), des ~Mars~ zur Viole (rot), der Sonne
zur Rose (rot; gelb), der ~Venus~ zur Anagallis (gelbrot; rot; blau),
des ~Merkur~ zum Krapp (gelbrot), des Mondes zur Narzisse (grünlich),
+andere+ Schriftsteller aber auf solche zu gewissen Tieren, z. B. des
~Saturn~ zum Esel (aschgrau)[2352], des ~Jupiter~ zum Adler (weiß,
gelblich)[2353], des ~Mars~ zum Wolf (rot), der Sonne zum Löwen (gelb),
der ~Venus~ zur Taube (weiß), des ~Merkur~ zur Schlange (bunt),
des Mondes zum Rind (weiß); hierbei mögen indes noch andere, rein
mythologische Zusammenhänge obwalten, wenngleich auch bei ~Kelsos~ (um
150) die 7 bösen „archontischen“ Engel in Gestalt von Esel, Adler,
Hund, Löwe, Bär, Drache (= Schlange) und Stier erscheinen[2354].

Grundlage aller dieser Zusammenstellungen ist eine, jedenfalls
schon den Chaldäern geläufige Anschauung, auf die bereits ~Philo~,
~Plinius~[2355] und ~Artemidoros~ (135-200)[2356] hindeuten, und die
~Firmicus~, aus hellenistischen Astrologen schöpfend, mit den Worten
wiedergibt[2357], Sonne, Mond und Sterne seien Maler, die die ihnen
eigenen Farben auch auf jene Dinge und Wesen übertragen, die sie
beeinflussen, so daß z. B. ~Saturn~ die dunkelfarbigen und schwarzen
Menschen hervorbringe, ~Mars~ die rötlichen, der Mond die hellfarbigen
und weißen usf., -- indem die vier Elemente, aus denen Mikro- und
Makrokosmos in gleicher Weise bestehen, entsprechende Veränderungen
oder Mischungen erfahren[2358]. In völlig gleichem Sinne äußern
sich die späteren Überlieferungen: nach des ~Proklos~ Kommentar zu
~Platons~ „Timaeus“ (5. Jahrhundert) lassen die Strahlen der Sonne
in der Erde das Gold entstehen, die des Mondes das Silber, die des
~Mars~ das Eisen, die des ~Saturn~ das Blei[2359]; gemäß der arabischen
Enzyklopädie der „Lauteren Brüder“ (10. Jahrhundert) erzeugt jeder
Planet, seiner Farbe entsprechend und je nach den näheren Verhältnissen
seiner Stellung und Bewegung, gewisse gleichfarbige Pflanzen,
Mineralien, Metalle usf.[2360]; die Quellen, die dem „Steinbuche
des ~Aristoteles~“ zugrunde liegen, teilen „laut ~Aristoteles~ und
~Ptolemaios~“ jedem Planeten „+seinen+ Stein, in +sein+ Metall gefaßt“,
zu, bei der richtigen Konstellation mit den richtigen Inschriften
und Bildern graviert[2361]; eine unter dem Namen „Causa causarum“
bekannte syrische Enzyklopädie des 11. oder 12. Jahrhunderts meldet,
daß sich „den Alten gemäß“ die Natur der Planeten in ihren Strahlen
zeige, denen ganz bestimmte Einflüsse zukämen, mit Ausnahme derer
des ~Merkur~, weil dieser bereits selbst „gemischter“ (= androgyner)
Art sei und sich daher den wechselnden Wirkungen der benachbarten
Wandelsterne anpasse[2362]. Sie berichtet ferner[2363], -- und zwar in
Übereinstimmung mit anderen Kompilatoren desselben Zeitalters, z. B.
~Maimonides~ (1135 bis 1204) und ~Schahrastani~ (gest. 1153)[2364] --,
daß man aus bestimmten, den Planeten entsprechenden Materialien von der
richtigen Farbe, z. B. aus Gold, Silber oder Erz (Bronze), auch deren
Idole, ferner Bilder und Statuen der Sterngötter, sowie noch andere
„Teufelswerke“ anfertige, deren Verehrung und Anbetung schwere Sünde
und auch insoferne ganz fruchtlos sei, als die Planeten überhaupt nicht
„bewirken“, sondern nur „ankündigen“.

Betreff der 7 +Metalle selbst+, sowie ihrer +Zugehörigkeit zu den
einzelnen Planeten+ bleiben mannigfache Zweifel bestehen[2365]. Eine
der ältesten Aufzählungen scheint die bei ~Pausanias~ zu sein[2366],
der gegen 200 n. Chr. eine „Beschreibung von Hellas“ verfaßte, die
fast nur aus den Schriften weitaus (oft bis um mehrere Jahrhunderte)
früherer Vorgänger zusammengestellt ist, jedoch den Anschein erregen
soll, als lägen ihr eigene Reisen und Wahrnehmungen zugrunde; bei der
Schilderung der Quelle des Styx in Arkadien und ihres unglaublich
kalten und scharfen Wassers erwähnt nun ~Pausanias~, daß dieses
u. a. auch alle Metalle auflöse, und nennt als solche Blei, Kupfer,
Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold[2367]. Für das Alter dieses
Verzeichnisses spricht namentlich die Erwähnung des Elektrons, das kein
einfaches Metall, sondern eine Silber-Gold-Legierung ist und als solche
seit langen Jahrhunderten bekannt war, so daß die Einfügung unter die
übrigen auf eine Zeit zurückweist, in der sein natürliches Vorkommen
noch unvergessen, vielleicht aber auch seine Verwendung (etwa zu
kultischen Zwecken?) noch nicht abgekommen war. Der Astrologe ~Vettius
Valens~ (2. Jahrhundert) reiht den Planeten ebenfalls Blei, Kupfer,
Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold zu[2368]. Aus diesen nämlichen
7 Metallen (nebst Edelsteinen und Perlen) ließ ~Constantin der Grosse~
den herrlichen Prunktisch in der Sophienkirche anfertigen[2369], aus
ihnen bestehen nach einer in der syrischen Übersetzung des ~Zosimos~
erhaltenen Tradition die Tore im „Tempel der 7 Planeten“, die als
Tore der 7 Himmel aufzufassen sind[2370], und ebenso führen sie ein
alexandrinischer Scholiast zu ~Pindar~, ferner ~Olympiodoros~, sowie
auch die Quellen des Buches „Causa causarum“ auf (s. unten).

Was die Zuordnung zu den +einzelnen+ Planeten anbelangt, so gibt
Reihe 1 der nachstehenden Tafel sie nach ~Kelsos~ (um 150 n. Chr.)
an, dessen christenfeindliche Schrift „Das wahre Wort“ nur durch die
ausführliche Widerlegung des ~Origenes~ bekannt, aus dieser aber
ziemlich vollständig wieder herstellbar ist[2371]; Reihe 2 nach dem
Astrologen ~Vettius Valens~ (2. Jahrhundert)[2372]; Reihe 3 nach
einem bei ~Eustathios~ zitierten alexandrinischen Scholiasten zu
~Pindars~ „Isthmischen Siegesgesängen“ (V, 2)[2373]; Reihe 4 nach
~Olympiodoros~, der dabei des ~Proklos~ Kommentar zur „Meteorologie“
(Buch III) des ~Aristoteles~ folgt[2374]; Reihe 5 nach ~Stephanos~
von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert)[2375]; Reihe 6 nach dem „Steinbuche
des ~Aristoteles~“[2376]; Reihe 7 nach dem syrischen Buche „Causa
causarum“[2377]; Reihe 8 nach einer arabischen Aufstellung gegen 900,
die Sekte der Ssabier betreffend (s. über diese weiter unten)[2378];
Reihe 9 nach einer späteren, vermutlich arabischen Überlieferung[2379]:

    Saturn   Jupiter     Mars        Sonne    Venus     Merkur     Mond
    φαίνων   φαέθων     πυρόεις     ἥλιος    φωσφόρος   στίλβων   σελήνη
 -----------------------------------------------------------------------

 1. Blei     Bronze     Mischmetall   Gold     Zinn     Eisen     Silber
             (Kupfer?)   (κρᾶμα)

 2. Blei      inn        Eisen       Gold     Kupfer   Elektron   Silber
                                                       [Queck-
                                                       silber]

 3. Blei     Elektron     Eisen       Gold     Kupfer   Zinn      Silber

 4. Blei     Elektron     Eisen       Gold     Kupfer   Zinn      Silber

 5. Blei      Zinn        Eisen       Gold     Kupfer   Queck-    Silber
                                                        silber

 6. Blei     Messing      Eisen       Gold       --     Elektron  Silber
             (Bronze?)

 7. Blei      Zinn        Eisen       Gold     Kupfer   Elektron  Silber
                                                        [Queck-
                                                         silber]

 8. Blei      Zinn        Eisen       Gold     Kupfer     --      Silber

 9. Blei      Zinn        Eisen       Gold     Kupfer    Queck-   Silber
                                                          silber

Will man davon absehen, allerlei zwar sehr mögliche, aber nicht
mit Bestimmtheit nachweisbare „Irrtümer“ und „Verwechslungen“
vorauszusetzen und durch deren Verbesserung die erwünschte
Übereinstimmung herzustellen, so muß man zugestehen, wie dies schon
im 17. Jahrhundert ~Borrichius~ tat[2380], daß wohl von Anfang an
„keine Einigkeit bei der Verteilung herrschte“. Als „Führer“ dienten
jedenfalls die uralten Vergleiche Sonne = Gold, Mond = Silber[2381],
denen dann an Allgemeinheit ~Kronos~ = Blei und ~Ares~ = Eisen am
nächsten kommen. Die übrigen Zuweisungen schwanken schon bei den
angeführten und noch mehr bei einzelnen anderen Angaben[2382] ganz
erheblich: für ~Aphrodite~ stehen Zinn und Kupfer (Bronze?) in Frage,
für ~Zeus~ neben Kupfer (Bronze?) Zinn, Elektron und Messing (?)
auch noch Silber, Erz, Gold und „Mischmetall“, für ~Hermes~ neben
Eisen, Elektron, Zinn und Quecksilber auch Kupfer, für ~Ares~ neben
Mischmetall auch Kupfer, für den Mond neben Silber auch Krystall oder
Glas, -- das ursprünglich (als Rohglas) stets grün war und daher
auch mit der grünen Farbe vereinbar ist, die dem Monde zuweilen
zugeschrieben wurde (s. oben). Im einzelnen stimmen indessen auch
die Farben der Planeten mit denen ihrer Metalle oder Mineralien
keineswegs streng überein: kann man allenfalls noch Mond = Stimmi
(Schwefelantimon, Grauspießglanzerz) angesichts des schön weißen
Glanzes dieses Erzes zulässig finden, so sind doch Gleichsetzungen wie
Sonne = Sapphir, ~Jupiter~ = Beryll, ~Saturn~ = Klaudianos (eine in der
Regel als goldähnlich beschriebene Legierung)[2383] nicht ohne weiteres
begreiflich und ebensowenig die von dem arabischen Astrologen ~Abu
Maʿschar~ (9. Jahrhundert) überlieferte ~Merkur~ = Smaragd[2384].

Das „Mischmetall“ (κρᾶμα), das ~Kelsos~ dem ~Ares~ zuschreibt, ist
nicht, wie das verschiedentlich geschah, als Elektron zu deuten,
vielmehr handelt es sich bei ihm wirklich um eine der aus Gemengen
aller sieben oder doch möglichst vieler Metalle zusammengeschmolzenen
Legierungen, wie sie besonders bei den Persern dauernd in Gebrauch und
Ansehen blieben (s. unten); der Bericht des ~Kelsos~ knüpft aber an den
Mithrasdienst an[2385], schöpft also aus persischen Überlieferungen,
und sein ~Ares~ ist vermutlich nur der Stellvertreter des persischen
Kriegsgottes (?) ~Schahréwar~, der im jüngeren Avesta „Herr der 7
Metalle“ heißt[2386], der nämlichen, die nach einer spätpersischen
Legende aus den Gliedern des sterbenden Urmenschen ~Gayomard~
entstehen[2387] und bei der iranisch beeinflußten Sekte der Mandäer (im
Tigrisdelta) die 7 Schichten oder (flachen) „Ambosse“ des Erdkörpers
bilden[2388].

Das Eisen wurde nach ~Kelsos~ dem ~Hermes~ zugeeignet, weil beide
ausdauernd, beharrend und jeder Mühsal gewachsen sind, das Elektron
aber nach dem Buche „Causa causarum“, weil es sich, ganz wie der
(androgyne) ~Hermes~ den anderen Sternen, so den anderen Metallen
anpaßt, sich mit ihnen verbindet und dabei seine und ihre Natur
verändert[2389]. ~Abu Maʿschar~ (9. Jahrhundert) will wissen,
daß erst die Perser dem ~Hermes~ das Zinn beigaben, das Elektron
(διάργυρον) aber dem ~Zeus~[2390]; indessen sind derlei Angaben wenig
zuverlässig, wie denn z. B. der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~
(um 950), der meist sehr gute Quellen benützte, bestimmt behauptet,
die Verbindung des ~Zeus~ mit dem Zinn stamme schon aus der Zeit des
„alten babylonischen Heidentumes“[2391]! In Wirklichkeit dürfte aber
die Übertragung des Zinns von ~Hermes~ auf ~Zeus~ mit der Zuteilung des
Quecksilbers an ~Hermes~ zusammenhängen, betreff derer hier vorerst
nur erwähnt sei, daß sie in weit neuerer Zeit erfolgte[2392], --
nämlich etwa im 4. Jahrhundert, nach Entdeckung der Destillation des
Quecksilbers.

In der Regel ist indessen Eisen das Metall des ~Ares~, und die
Anspielungen hierauf sind zahlreich und alt; schon ~Didymos~, der zu
Beginn unserer Zeitrechnung die Ilias kommentierte, nennt ~Ares~ den
Stern des Eisens[2393]. Nach neupythagoräischen Anschauungen[2394]
steht das dunkle, krieg- und verderbenkündende Eisen auch dem Reiche
der Unterwelt nahe, während Gold, Silber und Erz der Höhe, Mitte und
Tiefe des Weltalls beizuordnen sind, das Kupfer aber Beziehungen zum
„göttlichen Pneuma“ haben soll (weshalb es manche auch dem ~Hermes~
zuteilen). Bei ~Artemidoros~[2395] bedeutet ein Traum vom ~Mars~, daß
dem Träumenden eine chirurgische Operation mittels eiserner Instrumente
bevorstehe.

Das Blei gilt als Metall des Planeten ~Kronos~ (~Saturn~), und weil
dieser nach dem Gotte ~Kronos~ genannt ist, schreibt man auch ihm
eine bleiche, kalte, greisenhafte, langsame, mißgünstige, geizige,
schädliche und namentlich auch feuchte Natur zu, denn wie schon
den Orphikern und daher dem ~Platon~ (im Dialoge „Kratylos“), so
ist vor allem den Stoïkern ~Kronos~ der „Herr der ῥεύματα“, d. h.
des Nassen und Feuchten[2396]. Wie aber ~Kronos-Chronos~ schon als
ταρταροῦχος = Herr der Unterwelt und des Totenreiches, sowie als
κακοδαίμων (Kakodaemon)[2397] Unglück und Verderben bringt, so tut
dies auch sein Planet, und eben deshalb auch das „saturnische Metall“,
das Blei[2398]. Daher fertigt man aus diesem die sog. „Fluchtafeln“
an, die man, beschrieben mit dem Namen des zu Schädigenden, mit dem
Übel, das man ihm zufügen will, sowie mit den Namen und Zeichen der
Planetengötter oder Dämonen, die den Fluch vollstrecken sollen, in der
Erde vergräbt, -- worauf dann die Folge nicht ausbleiben kann[2399],
da das dunkle Blei die bösen Geister ebenso heranzieht, wie z. B. das
leuchtende Silber oder die glänzende Bronze sie vertreiben[2400]; auf
Grund ähnlicher Anschauungen wird auch Saturn mit Nemesis in Verbindung
gebracht, während dem ~Jupiter~ Níke (Sieg) zukommt, dem ~Mars~
Tólma (Mut), der Sonne Daímon, der ~Venus Eros~, dem ~Merkur~ Anánke
(Notwendigkeit) und dem Monde Týche (Zufall)[2401]. Endlich dient das
Blei auch mit zur Bestrafung der sündigen Seelen im Tartaros, wobei
sich die Vorstellung von seiner so besonders „kalten“ Natur in höchst
bezeichnender Weise geltend macht; während nämlich sonst dem ~Saturn~
als Emblem z. B. eine bleierne Vase zugeschrieben wird, aus der sich
ein Strom kalten Wassers ergießt[2402], -- so noch zu Anfang des 5.
Jahrhunderts in ~Marcianus Capellas~ Schrift „Hochzeit des ~Merkur~
mit der Philologie“[2403], die ~Diels~ treffend einen „philologischen
Karneval“ nennt --, meldet ~Plutarch~ (2. Jahrhundert)[2404], daß sich
im Hades drei Seen von +geschmolzenem+ Gold, Eisen und Blei befänden,
der letztere von solcher +eisiger Kälte+, daß er die hineingetauchten
Frevler gleich Hagelkörnern erstarren macht!

In altem, wenn auch nicht (nach ~Jeremias~)[2405] bis in die
babylonische Frühzeit zurückreichendem Zusammenhange mit den
Metallen der Planeten scheint deren Verbindung mit den +Weltaltern+
zu stehen. Die Lehre von 7 aufeinander folgenden, von ~Saturn~
anfangend durch je einen der Planeten beherrschten und durch deren
Metalle charakterisierten Zeitaltern[2406] dürfte einer Verquickung
chaldäischer und iranischer Ideen entsprungen sein. Nach einer
persischen, noch in einem der apokryphen „~Henoch~“-Bücher (s.
unten) erhaltenen Überlieferung werden die aus sechs verschiedenen
Metallen bestehenden „Berge der Erde“ zuletzt vor der Macht und
Herrlichkeit des „Auserwählten“ dahinschmelzen, d. h. die sechs
ersten Weltreiche dem siebenten eines Messias Platz machen[2407],
und bei dem durch einen feurigen Kometen herbeigeführten Weltenende
sollen die „Metalle der Erde“ in der Glut zerfließen und durch ihre
Ströme die Sünder verzehren, „den Frommen aber nicht anders, denn
laue Milch erscheinen“[2408]. Derlei Gedanken sind seit den letzten
Jahrhunderten des Altertums weit verbreitet: die Mandäer zählen 7
planetarische Weltperioden; die „Sibyllinischen Schriften“ sprechen
von den nach den Metallen benannten Weltreichen, die von 7 Sonnen in
den entsprechenden Farben erleuchtet werden; 7 „Regenten“ kennt die
„Apokalypse ~Johannis~“; in einer spätpersischen Apokryphe des 5. oder
6. Jahrhunderts dient als Symbol der Weltentwicklung ein Baum mit
7 Zweigen aus Gold, Silber, Kupfer, Erz (nach Anderen Eisen), Blei
(nach Anderen Stahl), Zinn und Mischmetall[2409]; endlich erwähnt
auch der ~Virgil~-Kommentar des ~Servius~ (5. Jahrhundert) sechs nach
ihren Metallen bezeichnete Zeitalter, die er die Cumäische Sibylle
verkünden läßt[2410]. Ist „Sibylle“ wirklich vom babylonischen Worte
Sibiltu (Subultu) abzuleiten, das ursprünglich „Ähre“ geheißen haben
soll und späterhin auch das Sternbild der „Jungfrau“ bedeutete,
welche hochwichtige babylonische Göttin mit einer Ähre in der Hand
abgebildet wurde[2411], so hätte dieser Name eine deutliche Spur der
orientalischen Herkunft des ganzen Anschauungskreises bewahrt.

Da der Mikrokosmos keinen anderen Gesetzen als der Makrokosmos
unterliegen kann, ergaben sich in Parallele mit den 7 Zeitaltern die
von den Planeten beherrschten 7 menschlichen Lebensstufen[2412].
Reichen auch die Hauptlehren über den Einfluß der Planeten auf „alles
Menschliche“, auf Alter und Lebensjahre, auf Leib und Seele, ja auf
alle einzelnen Körperteile und Glieder, bis auf ~Petosiris~ und
~Nechepso~ zurück[2413], so sind doch einzelne Ausgestaltungen erst
späthellenistisch, so z. B. die auf Triebe und Vermögen, die auf
Empfindungen und Geschmäcke[2414], vor allem aber die auf die sog.
Stufenjahre bezüglichen[2415]; das Wichtigste unter diesen war das 63.
Lebensjahr, das für ganz besonders bedeutsam und bedenklich galt, da
die schon an sich sehr „ominösen“ Zahlen 7 und 9 offenbar ein in noch
weit höherem Grade verdächtiges Produkt liefern mußten.


d) Apokryphen und Pseudepigraphen.

Von der in den vorstehenden Abschnitten erörterten Geistesrichtung
erfüllt erweisen sich auch zahlreiche der Apokryphen und
Pseudepigraphen des alten und neuen Testamentes, sowie einige ihnen
dem Herkommen nach nicht beigezählte, jedoch inhaltlich nahestehende
Schriften; nur auf einige der wichtigsten soll an dieser Stelle
hingewiesen werden.

Das „Buch ~Henoch~“, das zum Teil in griechischer und altslavischer
Sprache, am vollständigsten und ausführlichsten jedoch in äthiopischer
vorliegt[2416] und zuerst wohl während der Zeit zwischen 167-64 v. Chr.
verfaßt, in das Äthiopische aber erst im 5. Jahrhundert n. Chr.
übersetzt wurde, beschäftigt sich mit dem „Propheten“ ~Henoch~,
einem der (nach ursprünglich +nicht+-israelitischer Tradition)
vorsündflutlichen Patriarchen, der als Erfinder von Sternkunde und
Geheimwissenschaft, Schrift und Rechenkunst gilt, ferner als Kenner
und Beherrscher aller Verborgenheiten der irdischen und himmlischen
Welt, sowie als Weiser und Verkünder aus grauer Urzeit[2417]. In diesen
Eigenschaften feiern ihn auch das aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.
stammende „Buch der Jubiläen“[2418], sowie das zuerst gegen 50 v. Chr.
niedergeschriebene, dann aber um 90 n. Chr. stark umgearbeitete sog.
„4. Buch ~Esra~“[2419]. Der Titel „Schreiber des Wissens des Höchsten“,
den er in letzterem führt, erinnert an den in den Visionen ~Ezechiels~
vorkommenden „Schreiberengel in der Mitte der sechs übrigen“, der kein
anderer ist, als der babylonische ~Nabu~, der als Gott des Wissens
und der Schreibkunst „das Schreibrohr hält“ und tatsächlich in der
Aufzählung der Götter „~Samas~, ~Sin~, ~Nergal~, ~Nabu~, ~Marduk~,
~Istar~, ~Ninib~“ die Mittelstellung einnimmt[2420]. Da indessen das
Buch ~Ezechiel~ zwar aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert herrührt,
jedoch zahlreiche, zum Teil bis in späte Zeiten herabreichende
Abänderungen und Einschiebungen aufweist, so können Vergleiche
überhaupt nur unter allem Vorbehalt gezogen werden, besonders aber
solche, die auch die äthiopische Übersetzung des ~Henoch~ betreffen
sollen, da diese erst gegen 500 angefertigt und nur in Handschriften
des ausgehenden 15. Jahrhunderts erhalten ist.

Eingehende Kenntnis der chaldäischen und persischen Anschauungen über
Sternkunde verrät jedenfalls der ganze „astronomische Abschnitt“ des
äthiopischen ~Henoch~[2421], die Erwähnung der 7 Planeten und ihrer
„Führer“[2422], die Vergleichung der 7 Planeten mit großen brennenden
Bergen (in babylonischem Sinne = bösen Geistern)[2423] sowie die
Vision von den „im Himmel verborgenen“ Bergen aus sechs Metallen,
„die schmelzen und vor dem Gerechten gleich Wachs sein werden“. Als
Namen der Metalle führt eine Stelle an: Eisen, Kupfer, Silber, Gold,
weiches Metall, Blei[2424], eine zweite: Eisen, Kupfer, Silber, Gold,
Zinn, Blei[2425], und eine dritte: Gold, Silber, Zinn, Eisen, weiches
Metall[2426]; die letztere zeigt, daß unter dem „weichen Metall“
nicht Zinn verstanden sein kann, da sie beide nebeneinander aufzählt,
doch gibt auch die Übersetzung „Tropfmetall“[2427] keinen genügenden
Aufschluß, um so mehr, als die Deutung auf das schon an sich flüssige
Quecksilber keine Wahrscheinlichkeit bietet. Angesichts der über
allen Einzelheiten schwebenden chronologischen Unsicherheit kann man
die ganze Stelle nicht, wie das wohl geschehen ist, als die älteste
auffassen, die Weltalter und Planeten-Metalle in Zusammenhang bringt.

Nach der zwischen 100 und 50 v. Chr. verfaßten „Weisheit
~Salomonis~“[2428] besaß König ~Salomon~ Einsicht in „das System der
Welt und die Kraft der Elemente“, von denen Feuer und Wasser, Luft
und Wind, neben Himmel und Sternen Vielen als Götter gelten[2429].
Das System der Welt aber schuf Gott aus dem gestaltlosen (Ur-)Stoffe,
alles ordnend nach Maß, Zahl und Gewicht[2430], denn durch die
verschiedenartige Vereinigung der Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía)
brachte er das Mannigfaltigste ganz ebenso hervor, wie die Musen
aus den wenigen Klängen des Saitenspieles die Gesamtheit der
wechselvollsten Melodien zusammenfügen[2431]. -- Im nämlichen Sinne
berichten auch die christlichen Abschnitte der „Sibyllinen“ (um
150 n. Chr.), daß bei der Schöpfung alle Elemente, dem Befehle
Gottes folgend, ebenso sich sammelten und vereinigten, wie sie am
Ende der Tage sich wieder verlieren und die Welt öde zurücklassen
werden[2432]; im „Hirten des ~Hermas~“ heißt es desgleichen, die Welt
sei zusammengefügt aus den vier Elementen und stehe auf ihnen fest, wie
eine Bank auf ihren vier Beinen[2433].

In den sog. „Oden ~Salomons~“, die aus jüdisch-mystischen Kreisen
etwa zwischen 50 und 67 n. Chr. hervorgingen und um 100 n. Chr. eine
Umarbeitung in christlichem Sinne (aber noch ohne gnostische Einflüsse)
erfuhren[2434], wird die Welt geschildert als bestehend aus oberen und
unteren Orten, Höhen und Niederungen, in deren Mitte sich die Dinge
befinden[2435]; im tiefsten Grunde liegt das finstere Chaos, in dieses
sinken die schwerlastenden Materien (Hýlai) wie Blei hinab[2436],
sammeln sich dort an, werden zwecks Erneuerung aufgelöst und durch
das „Wasser des Herrn“ wiederbelebt und schweben dann geläutert zum
Licht, d. h. nach oben, so daß auch τὰ κάτω (die unteren Dinge) τὰ
ἄνω (zu oberen) werden und schließlich „alles oben ist“, d. h. bei
Gott oder im Herrn[2437]. So wird also die ganze Welt zur Vernichtung
geführt, um sie aufzulösen, zu erneuern und das Tote aufzuwecken durch
das „lebendige, unsterbliche Wasser des Herrn“[2438]; auch die Seelen
steigen hierbei aus der Finsternis der Hölle und dem Rachen des Todes
empor zu Licht und Leben, aus dem Rauche des Abgrundes „durch den Tau
des Herrn“ zur Wolke des Friedens[2439].

Das schon weiter oben erwähnte Werk des ~Kelsos~, „Das wahre Wort“
(um 150), bezeichnet als den ehrwürdigsten und machtvollsten Teil des
Himmels Sonne, Mond, Wandel- und Fixsterne, deren göttliche Natur sie
zu himmlischen Boten, zu sichtlichen Herolden der oberen Dinge geeignet
erweist[2440]; die 7 Planeten schweben in den 7 Himmeln, geleitet und
beherrscht von guten und bösen Engeln, welche letzteren die Gestalten
von Löwe, Stier, Drache, Adler, Bär, Hund und Esel besitzen[2441].
-- In ähnlicher Weise sprechen von den 7 Himmeln die Erzählungen
„Testamente der 12 Patriarchen“ und „Leben ~Adams~ und ~Evas~“ (1. bis
2. Jahrhundert)[2442], das „Martyrium ~Jesaias~“ (2. Jahrhundert)[2443]
und die „Apokalypse des ~Baruch~“ (griechisch und syrisch, 2.
Jahrhundert)[2444], in der auch von den Himmeln und ihren Toren aus
Eisen, Erz usf. die Rede ist[2445].

Die Grundschriften, jedenfalls aber die jetzt vorliegenden
Redaktionen der angeblich von ~Clemens Romanus~ herrührenden
(Pseudo-)Clementinen und Homilien sind nicht schon gegen 150 verfaßt,
wie noch ~Langen~[2446] und ~Soltau~[2447] voraussetzten, sondern nach
~Krüger~[2448], ~Harnack~[2449], ~Heintze~[2450], ~Jülicher~[2451] und
~Bousset~[2452] erst um 250-260, ja was die Homilien betrifft, nach
~Harnack~ vielleicht sogar noch erheblich später. Den vielfach von
iranischen Anschauungen beeinflußten Lehren des ~Clemens Romanus~[2453]
zufolge ist Gott der Schöpfer der vier οὐσίαι (Usíai) heiß, kalt,
trocken, feucht[2454], er hat die πρώτη ὕλη (Urmaterie) vierfältig
und nach Gegensätzen gestaltet, durch ihn wird Luft zu Wasser, Wasser
zu Erde, Erde zu Feuer (beim Aneinanderschlagen der Steine)[2455],
und durch ihn gehen aus den vier Elementen vermöge der μῖξις (Míxis)
die verschiedenen Arten der κράσεις (Kráseis, Gemische) hervor[2456],
unendlich an der Zahl und doch alle zusammenstimmend, da der gesamte
Kosmos „nur als +ein+ großes Tier (Lebewesen) zu betrachten ist“.
Ursprünglich glich eben, der Lehre des ~Orpheus~ gemäß, das Chaos
einem Ei, das alle Elemente in noch einheitlicher ungeformter Mischung
einschloß, aber fähig zur Gestaltung der ganzen Welt, -- geradeso, wie
das Ei des Pfauen schon die Anlage zu jeglicher Buntheit des fertigen
Vogelgefieders in sich enthält. Unter dem Einflusse des göttlichen
Pneumas (πνεῦμα θεῖον) entwickelte sich in jenem Chaos-Ei ein
Mannweibliches (ἀρῥενόθηλυ), ~Phanes~ genannt, und stieg in ihm nach
oben, während die restliche unverbrauchte Materie in die Tiefe sank und
„~Pluton~“ geheißen wird, weil dieser der König der Toten ist[2457].
Sie kann wiederbelebt werden durch das „Wasser des Lebens“, doch darf
dieses Mysterium nicht entweiht werden, und das Buch, das darüber
berichtet, ist auf das strengste geheim zu halten und nur dem eigenen
Sohne zu überliefern[2458].

Zu den merkwürdigsten der höchst abenteuerlichen Begebenheiten,
deren Zeuge ~Clemens Romanus~ in Syrien gemeinsam mit dem von ihm
aufgesuchten hl. ~Petrus~ gewesen sein will, zählt das Zusammentreffen
mit ~Simon Magus~, über dessen dem Christentume feindseliges Auftreten
schon die „Apostelgeschichte“ berichtet, der aber erst in etwas
späterer Zeit (namentlich bei den Gnostikern) zu einer geradezu
führenden Stellung als „Erz-Ketzer und -Zauberer“ und „Vorbild aller
Verworfenen und Abtrünnigen“ gelangte[2459]. Mit Hilfe der Magie, die
es ihm u. a. ermöglichte, die „Buhlerin“ ~Helena~ in ein weibliches
Abbild zu bannen und mit sich zu führen[2460], sich in eine Schlange,
eine Ziege, ein Wesen mit zwei Gesichtern und in Gold zu verwandeln
(μεταβάλλειν)[2461], unendlichen Reichtum zu gewähren usf., vermochte
er auch ein künstliches Menschlein (= homunculus) darzustellen[2462]:
zu diesem Zwecke ließ er eine Vorrichtung, einem Schröpfkopfe
gleichend, menschliches Pneuma anziehen[2463], führte das Pneuma in
Wasser und das Wasser in Blut über, ließ dieses erst gerinnen und dann
zu festem Fleische werden[2464], und erhielt so einen Menschen, den er
auf dem umgekehrten Wege auch wieder in Luft aufzulösen vermochte.


e) Hermes und die Hermetik.

Der Name ~Hermes~ leitet sich nach ~Ed. Meyer~ ursprünglich von ἕρμα
(Hérma) ab, dem an Weg und Weide errichteten Stein-Kegel oder -Haufen,
der dem Beschützer der Herden und Straßen gilt, später zur Steintafel,
und zuletzt, durch Andeutung von Kopf und Geschlechtsteilen, zur
Halbstatue, zur Herme wird. Als Hirt ist ~Hermes~ ein Heilkundiger, ein
verschlagener und auf Gewinn bedachter Betrüger, ein hurtiger Läufer,
gewandt auch im Finsteren und daraufhin ein Herr des Schlafes und der
Träume, der auch mit der dunklen Unterwelt in Verbindung steht[2465].
~Hermes~ ist aber ferner, und vielleicht im Zusammenhange mit dem
Amte des Herdenschutzes, ein Wind-, Luft- und Wetter-Gott[2466],
und aus diesen seinen Eigenschaften erklären sich unschwer die
des Boten und Dieners der Götter, des Diebes und Entführers, des
Pfeifers und Sängers, des Leiters der Seelen (auch durch Schlaf und
Traum)[2467], des Herrn über Glück und Zufall, sowie über Befruchtung
und Zeugung[2468], des Behüters der Wege und Wanderer, des Förderers
der Kaufleute und Händler usf. Die meisten dieser Wirksamkeiten kennt
schon ~Homer~, was für ihr hohes Alter spricht[2469], während erst
eine schon jüngere Zeit den göttlichen Herold in geziemender Weise zum
Meister der Rede, Klugheit und Erfindungsgabe stempelt, zum ~Hermes
Logios~ (λόγιος). Sein eigentümlicher Stab, das Kerýkeion (κηρύκειον),
war nach den einen ursprünglich ein Fetisch[2470], worauf noch der
Gebrauch als Wünschelrute hindeuten könnte[2471], nach anderen hingegen
wandelte sich der Hirten- und Herolds-Stab, die „virga aurea“, mit der
noch ~Horaz~[2472] den Gott die Seelen leiten läßt, nur allmählich zum
schlangenumwundenen Abzeichen[2473].

Im Verlaufe der synkretistischen Periode wurde ~Hermes~ zum
Krystallisationspunkte vielfältiger, u. a. auch durch orientalische
und ägyptische Ideen beeinflußter Götter-Vorstellungen[2474]: schon
den jüngeren Stoïkern gilt er als Träger des λόγος σπερματικός (Lógos
spermatikós), den Neupythagoräern und Orphikern ist er προφήτης
λόγου (Prophet des Logos), Verkünder der Lehre oder des „Wortes“, --
vielleicht infolge Umwandlung der in Arkadien mythischen Genealogie
~Zeus-Hermes-Pan~ zu ~Zeus-Hermes-Logos~, „weil der Gedanken der Vater
des Wortes ist“[2475] --, den Neuplatonikern der „Vernunftgeist“ Logos,
der als Vereinigung des λόγος (Logos) und νοῦς (Nûs) von Anbeginn
her Materie und Sinnenwelt bildete und sich untertan machte[2476],
und weiterhin wird er in pantheistischem Sinne zum Weltherrscher und
Allgeist (κοσμοκράτωρ, παντοκράτωρ), zum Gebieter aller Pneumata, daher
auch der Seelen und Geister, sowie zum Nekromanten = Totenbeschwörer,
Zauberer, Magier, sowie zum Herrn aller diesen Geheimwissenschaften
Ergebenen[2477]. Die Fülle dieser Wirksamkeiten macht es erklärlich,
daß einige der Synkretistiker verschiedene ~Hermes~ annahmen und den
Gott schließlich in nicht weniger als 5 Personen gleichen Namens und
schwankender Genealogie zerlegten[2478], während Andere wiederum
die Einheitlichkeit dadurch zu wahren suchten, daß sie ~Hermes~
mit orientalischen oder ägyptischen Göttern verwandten Charakters
identifizierten.

Die wichtigste und älteste dieser Gleichsetzungen, deren Anfänge schon
in die frühhellenistische Periode zurückreichen[2479], ist die mit dem
(~Platon~ bereits wohlbekannten) ägyptischen ~Thot~ oder ~Tehuti~,
welcher Namen eine Dualform ist, anspielend auf den „Doppel-Ibis“,
in dessen Gestalt man ~Thot~ in den Flecken des Mondes zu erkennen
glaubte[2480]. Den Ägyptern gilt ~Thot~ als Gott der Sternkunde,
Zähler und Berechner alles himmlischen und irdischen, Herr über Maß,
Gewicht und Ordnung, Verkörperer von Geist und Intellekt, Erfinder der
Musik, Rede und Schrift, Schreiber der Götter, Verfasser sämtlicher
ägyptischen Schriftwerke und daher Gott der Bibliotheken, Kenner alles
wißbaren, insbesondere auch der Geheimwissenschaften, Meister der
magischen und mystischen Besprechungen, Beschwörungen und Formeln
nebst ihrer medizinischen Anwendung, Beherrscher der Seelen und Geister
und Wiedererwecker der Verstorbenen[2481]. In späterer hellenistischer
Zeit und unter Anlehnung an die echt ägyptische Vorstellung einer
Schöpfung mittels Emanation durch das bloße Wort, der gemäß der
„Urgott“ die jüngeren Götter „spricht“[2482], entstand dann die Lehre,
daß der Urgott die Welt durch siebenmaliges Lachen hervorbrachte, und
daß beim dritten Lachen der νοῦς (Nûs) zum Vorschein kam, „genannt
~Hermes~“, identisch mit ~Thot~, ~Rê~ dem Sonnengott, ~Mithras~ dem
Sonnengott, ~Agathodaimon~, ~Iao~ usf.[2483], der Herr des Logos
und der Welt[2484], der Beherrscher und Verteiler der Pneumata, der
Führer der Seelen und Lenker der Geister, der das All erfüllende
Weltgeist, das Bewegungs-Prinzip des gesamten Kosmos (mundi velocior
servus)[2485], der „Dreimal-Größte“, ~Hermes Trismegistos~[2486].

Die vielerörterte Benennung „~Trismegistos~“[2487] geht in letzter
Linie auf einen alten und stehenden Beinamen des Gottes ~Thot~ zurück,
der ursprünglich einfach „der Große“ lautete, in jüngerer Zeit
aber auch „der Große, der Große“, ägyptisch āa-āa (so noch in dem
erst zur Kaiserzeit vollendeten Tempel zu Denderah), was gemäß der
üblichen Phraseologie so viel besagt, als „der Wachsende“[2488]; in
wörtlicher Anlehnung werden daher auch für ~Hermes~ die Bezeichnungen
„ὁ μέγας“ sowie „μέγας καὶ μέγας“ überliefert, so z. B. in einer
Inschrift zu Rosette und noch bei Zosimos[2489]. Der Name τρὶς μέγας
oder τρὶς μέγιστος, Trismegistos, findet sich entgegen früheren
Annahmen[2490] auch auf ägyptischen Denkmälern und rührt daher, daß
man die ägyptischen Worte „der Große, der Große“ noch durch ein sog.
determinierendes Zeichen „Wr“ verstärkte, das gleichfalls „groß“
bedeutet, so daß „Trismegistos“ mit „der dreimal Große oder Größte“
zu übersetzen und rein superlativ zu verstehen ist[2491]. Sehr
allgemein wird angegeben, „Hermes ille Trismegistus, ... magister
omnium physicorum“ (= Herr der ganzen Natur) sei zuerst im 15. Kapitel
der Streitschrift des Kirchenvaters ~Tertullianus~ (verfaßt um 210)
gegen die gnostischen Valentinianer nachweisbar; indessen beendigt
schon ~Martial~[2492] sein Spottgedicht auf einen „allvollendeten“
Gladiator namens ~Hermes~ mit den satirischen Worten[2493]: „Hermes,
omnia solus et ter maximus“, „Hermes, der Du allein Alles (zugleich
das Eine und das All) bist und der dreimal Größte“, und sollten
diese Verse allgemein verstanden werden, so mußte das Attribut
„Trismegistos“ den gebildeten Kreisen Roms schon gegen Ende des 1.
nachchristlichen Jahrhunderts durchaus geläufig sein[2494], denen
Alexandrias also noch weit früher. Tatsächlich heißt denn auch
~Hermes Trismegistos~ schon in einem um 260 abgefaßten Ehrendekret
für einen hohen Beamten, das im Papyrus von Hermopolis (in Ägypten)
erhalten ist, „der Gott +unserer Väter+“, was auf eine Verehrung seit
Generationen zurückweist[2495]; analoge gleichzeitige Schriftstücke,
sowie die Zauberpapyri, die meist aus dem 2. Jahrhundert herrühren
und uns in Niederschriften aus dem 3. oder 4. vorliegen, sprechen von
~Hermes Trismegistos~ oder ~Trismegistos~ als etwas wohlbekanntem,
ohne weitere Erklärung[2496]. Beinamen ähnlicher Art kommen übrigens
in der synkretistischen Litteratur nicht selten vor: bei ~Clemens
Romanus~ ist τρισεπάπειρος (ter protendens) „ein die göttliche Natur
dreimal ins Endlose Verbreitender“[2497], in der „Pistis Sophia“ (um
250) sind τριπνεύματοι „die dreimal von Pneuma Erfüllten“[2498], und
ebenda, sowie in anderen Schriften τριδύναμοι oder τριδυνάμεις die
Bewohner des obersten Himmels als die „dreimal Gewaltigen“[2499];
in übertriebener Weise nennt diese der Verfasser der „Pistis“ auch
παντοδυνάμεις, sozusagen „x-mal Gewaltige“[2500], ähnlich wie
~Zosimos~, für den ~Platon~ schon der τρίσμεγας (trísmegas) ist,
folgerichtig den ~Hermes~ als μυριόμεγας (myriómegas, tausendmal-groß)
bezeichnen zu müssen glaubt[2501]. ~Zosimos~ behauptet, den Beinamen
Trismegistos habe ~Hermes~ empfangen, weil er dem Weltall die Zustände
der Kälte, der Wärme und des Flüssigseins, „diese unteilbare Triade“,
als Einheit zugrunde legte[2502]; nach ~Lactantius~ (gest. 330),
für den ~Hermes Trismegistos~ der würdige Nachkomme des ~Uranos~,
~Saturn~ und ~Merkur~, älter als ~Pythagoras~ und die sieben Weisen
und der Meister aller Tugenden und Künste ist, erhielt er ihn
wegen seiner Vielseitigkeit; nach ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7.
Jahrhundert) „wegen seiner dreifachen Ausübung der Kunst“[2503];
nach ~Isidorus Hispalensis~ (7. Jahrhundert) wegen seiner Kenntnisse
in den zahlreichsten Wissenschaften[2504]. Nachdem ~Philosophus
Anonymus~ (7. Jahrhundert?), weil er bei dem „großen Werke“ drei Arten
Grundsubstanzen (οὐσίαι, usíai) wirken ließ[2505]; endlich nach dem
byzantinischen Lexikographen ~Suidas~ (um 1000), weil bereits er in der
Trinität +eine+ Gottheit sah[2506], nämlich die zur Dreifaltigkeit des
Pneumas verbundenen drei höchsten Gewalten. Da ~Plinius~[2507] angibt,
die Magie umfasse drei Teile, nämlich Religion, Medizin und Astronomie,
und halte diese mit dreifachem Bande als Dreiheit der Magie zusammen,
so hat man auch vermutet, ~Hermes~, als größter Meister in allen drei
Teilen, habe mit Recht den Beinamen des „dreifach Größten“ in Anspruch
nehmen dürfen, -- und zu dieser Auslegung würde sowohl das stimmen,
was er am Schlusse der ihm zugeschriebenen „Tabula Smaragdina“ +selbst+
sagt, als auch das, was ~Stephanos~ über seine dreifache Ausübung der
Kunst bemerkt. Da indes, wie angeführt, τρὶς μέγας oder τρὶς μέγιστος
unbedingt superlativ zu verstehen ist, so werden derlei Auffassungen
hinfällig und ebenso auch verwandte, z. B. die des „Dreigestaltigen,
der im Himmel, auf Erden und im Hades der nämliche bleibt“, und des
„die drei Würden des Königs, Propheten und Philosophen (oder Arztes) in
sich Verbindenden“[2508].

Die ursprüngliche Identifikation des ~Hermes~ mit ~Thot~ war bereits
vergessen zur Zeit der Abfassung der sog. „Hermetischen Schriften“,
in denen ~Hermes~ für den Vater des ~Thot~ gilt, zuweilen aber auch
(als ein „zweiter Hermes“?) für den des ~Agathodaimon~[2509], mit dem
zusammen er dann wieder, schon vom 1. Jahrhundert n. Chr. ab, als
Lehrer des ~Pythagoras~ und ~Platon~ auftritt[2510]. Da das ältere
Ägypten jeden „weisen Priester“ als Inkarnation des ~Thot~ ansah und
nach seinem Hinscheiden als „~Thot~“ verehrte, die ganze stets anonym
verbleibende Priester-Litteratur aber als alleiniges Erzeugnis, des
~Thot~ betrachtete[2511], so kann es nicht wundernehmen, daß dem
~Hermes Trismegistos~ „als alleinigen Erben und Besitzer der gesamten
uralten Weisheit Ägyptens“[2512] nach ~Iamblichos~ 20000 Werke
zugeschrieben wurden[2513], ja auf einen angeblichen Bericht ~Manethos~
(um 280 v. Chr.) hin sogar 36525, -- wobei zu bemerken ist, daß diese
Zahl (25 × 1461) 25 jener Sothis- (Hundsstern-) Perioden umfaßt,
nach deren Ablauf jedesmal eine völlige Erneuerung der Welt erfolgen
soll[2514]. In welchem Verhältnisse diese Werke zu einem bei ~Clemens
Alexandrinus~ (gest. 216) erwähnten angeblichen „Auszuge in 42 Büchern“
stehen, (26 engeren philosophischen, 4 astrologischen, 6 medizinischen,
6 sonstigen Inhaltes?), ist nicht bekannt, jedenfalls knüpft aber an
sie die „Fabrikation“[2515] der eigentlichen hermetischen Schriften an,
von denen mehr als zwanzig bis auf unsere Tage gelangten.

Nach ~Zeller~ waren „Hermetische Schriften“, meist älteren, aus
verschiedenen pythagoräischen und platonischen Quellen stammenden
Werken nachgebildet, bereits um 100 n. Chr. vorhanden[2516], ihre
jetzt noch vorliegende Gestalt empfingen sie jedoch erst gegen 300
in Ägypten[2517], und zwar zur Zeit unglücklicher, ja verzweifelter
Zustände des Landes[2518]; daß Einkleidung und Erklärung auf
Verteidigung der ägyptischen Religion abzielen und die „für Minoritäten
charakteristische strenge Geheimhaltung“ gefordert wird, spricht
nach ~Zeller~ für ägyptische Priester als Verfasser[2519]. Auch
~Reitzenstein~ nimmt an, daß solche im 1. Jahrhundert in vorwiegend
theologischem, noch von griechisch-wissenschaftlichen Elementen
getragenem Sinne tätig waren, im 2. Jahrhundert aber den orphischen,
magischen und mystischen Einflüssen die Oberhand ließen[2520], während
christliche fehlen, und neuplatonische nicht für die Entstehung, wohl
aber für das Fortleben bis in das 6. Jahrhundert hinein von Bedeutung
waren[2521]. ~Otto~[2522], ~Zielinski~[2523], ~Kroll~[2524] und ~E.
Kroll~[2525] vertreten hingegen die Ansicht, daß ägyptische Priester
als Verfasser nicht bewiesen sind, wie denn überhaupt der „weise
ägyptische Priester“ ein bloßer litterarischer Typus und zu keiner Zeit
bezeugt ist, am wenigsten aber zur hellenistischen, während derer das
Priestertum auch nicht +eine+ wissenschaftliche Leistung von Bedeutung
hervorgebracht hat[2526]. Die hermetische Litteratur ist zwar, zum Teil
seit ~Philo~, zum Teil seit ~Numenios~ (um 150 n. Chr.), in Ägypten
entstanden, zeigt aber wenige für dieses Land charakteristische Züge.
Ägyptisch ist noch am ehesten ihre +Form+, z. B. wenn ~Hermes~ den
~Asklepios~ (der = ~Thot~ oder ~Tat~ „einer blutlosen Verdoppelung des
Thot“ und = ~Imuthes~ oder ~Imhotep~ sein soll) über die vorgeblichen
Offenbarungen des ~Agathodaimon~ belehrt, also die Geheimwissenschaft
in mündlicher Überlieferung „vom Vater zum Sohne“ weitergibt[2527]; da
aber griechische profane Kreise eine große theologisch-philosophische
Litteratur hervorbrachten, die den Zweck verfolgte, ägyptische und
griechische Religion auf dem Boden der Philosophie einander zu nähern,
so könnte auch jene +Form+ von Nicht-Ägyptern nachgeahmt sein[2528],
um so mehr, als weder die Schilderung der Götter, noch die Art des
Vortrages dem eigentlichen ägyptischen Herkommen ausreichend und
mehr als ganz äußerlich entspricht[2529]. Der +Inhalt+ der Schriften
hingegen, ihr eigentlicher Ideenkreis, ist (von einzelnem abgesehen)
weder ägyptisch, noch ägyptisch beeinflußt, schließt sich vielmehr
seinem ganzen Wesen nach der großen Gedankenwelt des Hellenismus
an, der auch das aus der Fremde Entlehnte unter Anknüpfung an
altgriechisches Gut in geeigneter Weise eingegliedert wird[2530].
Soweit dieses Fremde dem Orient entstammt, ist sein wichtigster
Vermittler ~Poseidonios~; die bei ihm zusammenfließenden Elemente
peripatetischer, platonischer, stoïscher, orphisch-pythagoräischer
und syrischer Herkunft bleiben allerdings nur selten rein bewahrt
(wie z. B. der berühmte Gedanke einer dauernden Verbindung des
Menschen mit der Gottheit durch Betrachtung der Schönheit der Welt
und des gestirnten Himmels), erleiden vielmehr zumeist Verzerrungen
in magischem, mystischem und allegorischem Sinne[2531]: zu solchen
gehören u. a. die Ausführungen über die Rolle der Zahlen, „die
noch über den (platonischen) Ideen stehen“, über die Urmonas, „die
alles weitere samenhaft in sich enthält“, über die „Eins, als die
Oberste“, über gewisse an das Hexen-Einmaleins erinnernde Zahlenrätsel
u. dgl. mehr[2532]. Ein weiterer Vermittler, besonders für jüdische
Vorstellungen, ist ~Philo~, ferner machen sich zahlreiche Anklänge an
die von den Neupythagoräern wiederbelebte Orphik bemerklich, und einige
auch an die Neuplatoniker, aber nicht mehr an ~Plotinos~[2533], was für
einen Abschluß der betreffenden Schriften um 200 spricht[2534]; die
Forderung der „Geheimhaltung“ wäre dann nicht, nach ~Zeller~, äußeren
Umständen zuzuschreiben, sondern erwiese sich als der orphischen
(und auch ägyptischen) Mystik entlehnt[2535]. Spuren frühgnostischer
Gedanken sind nur spärlich nachweisbar, solche christlich-gnostischer
und rein christlicher ursprünglich gar nicht, doch mögen später einige
leise Umformungen stattgefunden haben, vielleicht gelegentlich der
vielfachen Benützungen der hermetischen Schriften durch christliche
Autoren[2536]; die rein ethischen Betrachtungen, die gewisse, angeblich
bloß in arabischer Übersetzung erhaltene Abhandlungen gänzlich
erfüllen, z. B. die „An die menschliche Seele“[2537], erklären sich
daraus, daß deren Verfasser in Wirklichkeit erst im 11. bis 13.
Jahrhundert schrieben und die hermetische Art nur mit mehr oder weniger
Geschick nachahmten[2538].

Was die eigentliche, wesentlich theologische +Lehre+ der
Hermetiker betrifft, so geht sie verschiedentlich zunächst von
peripatetischen Vorstellungen aus, z. B. vom νοῦς (Nûs) = ~Hermes~
dem Hirtengotte[2539], formt diese in platonischem Sinne um, so daß
sie z. B. das „Böse“ (das, einem Stoffe gleich, von selbst entsteht,
wie der Grünspan am Kupfer und der Schmutz am Körper)[2540] als
durch die Hyle und samt dieser als durch das Planetensystem bedingt
ansieht[2541], und sucht endlich den platonischen Dualismus mit
dem stoïschen Pantheismus zu vereinigen[2542]: ~Hermes~ ist als
Demiurgos der die Welt schaffende und als Nûs der sie durchdringende
Allgeist[2543], er wird identifiziert mit dem Logos, der sich ihm
ursprünglich nur offenbarte, und tritt schließlich an dessen Stelle als
Mittler zwischen Gott und Welt, als der Erlöser, der die Menschheit
befreit vom Zwange der Heimarméne, der Herrschaft der Planeten
(στοιχεῖα, Stoicheía), die mit Ausnahme der Sonne sämtlich verderbliche
und bösartige Dämonen sind. Die erlösten Auserwählten sind τέλειοι,
(Vollendete), sie trinken ἀμβρόσιον ὕδως (ambrosisches Wasser =
Unsterblichkeitstrank der Ägypter und Orphiker), und ihre Seelen sind
würdig der παλιγγενεσία (Palingenesía, Wiedergeburt der Orphiker) und
der Himmelsreise[2544].

Nach ~Reitzenstein~ wurden diese Lehren in ihren verschiedenen
Entwicklungs-Zuständen unter entsprechenden Kulthandlungen innerhalb
eigener Gemeinden gepflegt, zu deren Mitgliedern u. a. auch ~Zosimos~
gehörte, und die sich etwa vom 1. vor- bis zum 3. nachchristlichen
Jahrhundert erhielten[2545]; nach ~Cumont~ und ~Kroll~ ist hingegen ein
Kult nicht bewiesen und in den „Schriften“ nicht vorausgesetzt, die
Hermetik muß vielmehr als eine rein litterarische Bewegung angesehen
werden, die die griechische Philosophie in ähnlicher (sehr wechselnder)
Weise ebenso mit ägyptischen und orientalischen Traditionen zu
vereinigen suchte, wie jene, die in den „Chaldäischen Orakeln“ des 2.
oder 3. Jahrhunderts ihren Ausdruck fand, mit chaldäischen[2546]. Erst
die gnostisch beeinflußten Gemeinden der Ssabier (s. unten) kennen
einen Kult des ~Hermes~, berufen sich auf Offenbarungen durch ihn und
~Agathodaimon~ und schätzen sich im Besitze der „heiligen Bücher“
beider; von ihnen gingen die einschlägigen Anschauungen auf die Araber
über[2547], und durch Übersetzungen arabischer Werke ins Lateinische
gelangten sie frühzeitig auch zur Kenntnis des Westens: schon bei
~Albertus Magnus~ (12. Jahrhundert) ist ~Hermes Trismegistos~ einer der
großen „Weisen der Vorzeit“[2548], und in diesem Sinne übergibt er in
dem 1488 durch ~Giovanni~ ausgeführten Fußboden-Mosaik im Hauptschiffe
des Domes zu Siena dem Heiden- und Christentume ein Buch mit der
Inschrift „Suscipe, o, litteras et leges Aegyptii“ (Empfange hier
Weisheit und Gesetzgebung des Ägypters)[2549].

Bruchstücke der ältesten hermetischen Lehren enthält die sog.
„Straßburger Kosmogonie“[2550], der gemäß ~Hermes~ den Himmel als
Halbkugel formt; an ihm bildet er die 7 Zonen (Sphären) mit den die
Schicksale bestimmenden Planetengeistern, den 7 ἄρχοντες (Archontes,
Gebietern) oder κοσμοκράτορες (Kosmokrátores, Weltherrschern)[2551],
die auch mit den 7 Gewändern der Isis im Kult der phrygischen
Naassener (vom 1. Jahrhundert vor bis zum 2. nach Chr.) verglichen
werden[2552]. Einer schon etwas späteren Zeit scheint der „Poimandres“
anzugehören, der aus 18 sehr verschiedenen und nicht streng
zusammengehörigen Abhandlungen besteht. Der Name ~Poimandres~, der
sich schon bei ~Zosimos~ findet und wohl auf neuplatonische Quellen
zurückgeht, bedeutet wörtlich einen „Hirten“ und spielt demnach auf
das wichtige Bild an, dessen sich schon ägyptisch-demotische Schriften
und ausführlicher ~Philo~ bedienen[2553]. Die Eigenschaft, in der
~Poimandres~ auftritt, ist indessen die einer höchsten Gottheit[2554],
eines zweiten demiurgischen Gottes[2555], eines Sohnes Gottes, der
entstanden ist aus dem Nûs und dem ewigen Licht, als Inbegriff aller
δυνάμεις (Kräfte) Gottes, als Logos. Indessen ist unter diesem Logos
nicht der rein geistige des ~Heraklit~ und der Stoa zu verstehen,
sondern der des ~Philo~, d. h. die vernünftig wirkende Kraft, die
Einheit aller einzelnen Vernunftkräfte oder das vollbringende
Schöpferwort Gottes, verkörpert durch den Demiurgen, den Mittler
zwischen Gott und Menschheit, den Sohn Gottes[2556]; mit der Materie
zeugt dieser 7 zweigeschlechtliche Menschen, die erst in der nächsten
Weltperiode in je zwei Hälften getrennt werden, und ein Zusatz besagt,
daß dies geschah, weil er bei der Herabfahrt durch die 7 Sphären die
Naturen der 7 Planeten in sich aufgenommen hatte[2557].

Zumeist jüngere, in einigem aber auch ältere Gedanken als der
„Poimandres“ dürfte die, aus verschiedenen, bisher nicht genügend
trennbaren Quellen entflossene Abhandlung „Κόρη κόσμου“ bieten[2558],
deren Titel nicht mit „Pupille der Welt“, sondern mit „Jungfrau der
Welt“ zu übersetzen ist[2559]; u. a. treten in ihr die vier Elemente,
die auch mit den Planeten als στοιχεῖα zusammenfließen, in Person auf,
um allerlei Anklagen zu erheben[2560], und ~Hermes~ bildet „mit den
Händen“ wie die „Körper“ aus Erde und Wasser, so auch die „Seelen“
aus göttlichem Pneuma und dem πῦρ νοερόν (hier etwa = dem himmlischen
Funken), und diese stellen daher ein bloßes κρᾶμα (Kráma) dar, eine
Mischung, die durch den Tod wieder διάλυσις (Diálysis, Trennung)
erleidet[2561].

Weitere Bestandteile der „Hermetischen Schriften“ bilden der bei
~Apuleius~ (gegen 200) erhaltene „~Asklepios~“, dessen Schlußgebet sich
auch im „Papyrus ~Mimaut~“ des ausgehenden 3. Jahrhunderts findet,
ferner der „κλείς“ (Schlüssel), voll dunklen astrologischen Inhaltes,
und in seinem Titel, der nicht selten auch den Zauberbüchern vorgesetzt
wird, wohl auf den mystischen „Schlüssel des ~Hermes~“ anspielend,
sowie endlich das Buch „Die 7 Pflanzen der 7 Planeten“[2562]. Letzteres
erklärt die betreffenden Pflanzen für „hervorgebracht durch das
eigentümliche Pneuma der 7 Planeten“ und nennt als die der Sonne
Heliotrop, als die des Mondes Aglaophotis (= Paeonia, Pfingstrose?),
als die des ~Kronos~ Aeïzoos (= Sempervivum, Hauswurz), als die des
~Zeus~ Eupatorium (= Odermennig?), als die des ~Ares~ Peucedanum (=
Hirschwurz?), als die der ~Aphrodite~ Panacea (= Adiantum, Frauenhaar),
als die des ~Hermes~ Phlomos (= Verbascum, Königskerze)[2563].

Auf die schon weiter oben besprochenen chemischen Pseudepigraphen
des ~Hermes~ braucht an dieser Stelle nicht nochmals eingegangen zu
werden. Nach ~Zielinski~[2564] verehrte man in Böotien ~Hermes~ als
~Kadmilos~, ~Kadmos~ oder ~Kasmos~ und deutete diesen Namen auf den
Kosmos um, den der ~Kadmos~-Gattin ~Harmonia~ aber auf die Harmonie
der Sphären, die die Schicksale bestimmen; ihr goldenes Halsband,
ein Geschenk des ~Hermes~, wurde, gleich dem goldenen Vließ und dem
goldenen Lamm des ~Atreus~ (die ebenfalls Gaben des ~Hermes~ waren)
als „Fluchgold“ betrachtet, und an diesen Zug soll die sog. „niedere
Hermetik“ angeknüpft und ihre weitere Ausbildung hauptsächlich in
Ägypten erfahren haben. ~Dieterich~ erklärt indessen eine solche
Trennung der Hermetik in höhere und niedere für unberechtigt und
unmöglich, auch hält er es für aussichtslos, nur der letzteren den
durch ~Reitzensteins~ Untersuchungen festgestellten „ägyptischen
Bestandteil der synkretistischen Mischung“ zugestehen oder diesen gar
völlig ausscheiden zu wollen[2565]; der nämlichen Ansicht ist auch
~Kroll~.

Was endlich die sog. „Kyraniden des ~Hermes~“ anbelangt, die nach
~Zielinski~ über Kyrene (zusammenhängend mit κύρη = κόρη?) nach
Ägypten gelangt wären, so ist diese sehr späte und völlig formlose
Schrift, deren Original angeblich im Orient auf eisernen Säulen
in syrischer Sprache eingegraben gefunden wurde, ein „Denkmal
des krassesten Aberglaubens“, insbesondere was den botanischen,
mineralogischen und pharmakologischen Inhalt betrifft[2566]. Sie bildet
eine Hauptquelle der bis an die Schwelle der Neuzeit fortwirkenden
„astrologischen Medizin“ und „medizinischen Mantik“, mit ihrer
Zuordnung der körperlichen Teile und Krankheiten an die Planeten[2567]
und mit ihrer „magischen Pharmakopöe“, als deren Musterbeispiel die
„Iatromathematika“ dienen können, die ~Hermes Trismegistos~ dem
„Könige ~Kyranos~ von Persien“ offenbarte[2568]. Sie wimmeln von den
abenteuerlichsten Rezepten, die in den späteren hermetischen Texten
auch kurzweg στῆλαι (Säulen)[2569] heißen, -- woraus sich wohl das
„Eingegrabensein auf Säulen“ erklärt --, und halten den göttlichen
Ursprung selbst für Heilmittel profansten Zweckes aufrecht: so
überliefert denn auch z. B. ~Alexander~ von ~Tralles~[2570] (um 550)
„Ἑερμοῦ κλίμαξ“ (Klimax des ~Hermes~) als Bezeichnung eines ganz
besonders wirksamen Abführmittels!

                              ——————————

Der Name des mit ~Hermes~ so enge verbundenen ~Agathodaimon~
ist, als ἀγαθὸς δαίμων (= der gute Gott), ursprünglich der einer
arkadischen und böotischen Gottheit ländlichen Natursegens, die in
den uralten Tempeln zu Megalopolis und Epidauros verehrt wurde;
erst später wandelte sich, wie ἀγαθὸς ἄγγελος zu ~Agathangelos~, so
ἀγαθὸς δαίμων zu ~Agathodaimon~[2571]. Dieser galt als Schutzgeist
für Gemeinwesen und Einzelne, als ein glückbringender und das Heim
behütender Hausgeist, der nach dem Ende der Mahlzeit eine Spende
ungemischten Weines erhielt; doch besaß er als Hervorbringer der
Feld- und Baumfrüchte auch chthonische Bedeutung. In Hinsicht auf sie
wurde er als Schlange dargestellt, denn diese ist die Verkörperung
der Götter der Erdtiefe, der in ihr hausenden Heroen, aber auch der
einfachen Toten und daher namentlich der Ahnen[2572]. ~Agathodaimon~
nannten die alten Griechen insbesondere die (als „heilige Schlange“
angesehene und als „Hausschlange“ verehrte) Natter, während in der
Neuzeit die Bezeichnung auf die Eidechse übergegangen ist, „die an
und in der Erde lebt und daher mantische Natur besitzt“[2573]. In
der synkretistischen Zeit verband sich die griechische Anschauung
mit der orientalischen, der gemäß die Schlange, die sich stets in
der Nähe der Allmutter Erde bewegt, eine Trägerin der Weisheit, ein
Symbol des Wissens und ein prophetisches Tier ist[2574], sowie mit der
ägyptischen, nach der Verstorbene, vor allem aber Götter, tiergestaltig
in Schlangen weiterleben[2575]; so wurde ~Agathodaimon~ mit dem
chthonischen Gotte ~Anubis~ (= chthonischer ~Hermes~, ~Hermanubis~)
identifiziert[2576], vor allem aber mit dem zuweilen Schlangengestalt
annehmenden Gotte ~Thot~ der Stadt Chnumum (Hermopolis magna)[2577].
Dieser, auch ~Chnum~, ~Chnubis~, ~Chnuphis~, ~Knuphis~, ~Kamephis~
und ~Kameph~ genannte Gott[2578] herrschte anfänglich in Syene als
„Herr der schwarzen Töpfererde“ zugleich mit ~Isis~, der „Herrin der
schwarzen Fruchterde“, mit der er „sich vereint hat“ (chnum, äg.
= vereinigen, gesellen), und die ihm daher später als Besitzerin
dieses Gebietes nachfolgt[2579]. Schon weiter oben wurde der Rolle
gedacht, die er in der hellenistischen Periode spielte, die ~Chnum~ =
~Thot~ = ~Ptah~ = ~Zeus~ = ~Aion~ = ~Agathodaimon~ setzte und diese
synkretistische Gestalt als Demiurgen, Allerweltskünstler, Herr
des Pneumas, Lebenshauches und Geistes, als Schutzgott Ägyptens,
Stadtgott Alexandrias usw. verehrte. Hier sei daher nur erwähnt, daß
~Agathodaimon~ auch = Nûs und Logos, sowie als Verfasser von als
λόγια (Lógia) eingeschätzten Lehren galt[2580], daß man ihn als ~Pan~
in stoïschem Sinne, d. h. als Allgott, betrachtete[2581] und auch
als den syrischen Glücksgott ~Gad~ = „männliche ἀγαθὴ τύχη“ = bonus
eventus = guten Genius feierte, worauf anspielend schon ~Nero~ sich als
„~Agathodaimon~ des Erdkreises“ bezeichnete[2582]. Auch die Astrologen
stellen ~Agathodaimon~ = ~Jupiter~ = bonus eventus in Gegensatz zu
~Kakodaimon~ = ~Saturn~ = malus eventus[2583] und benennen ersteren
zuweilen als „venerandus felix“, den zu verehrenden Glücksbringer[2584].

Dargestellt wurde ~Agathodaimon~ meist in Gestalt des ~Chnum~, als
Schlange, die sich in den Schwanz beißt oder sich in einen Ring
zusammengeschlungen hat, als Schlange mit Sperberkopf, oder als auf
dem Schweif aufrecht stehende Schlange mit breitem Menschen- oder
Löwen-Antlitz und teilweise langem, gesträubtem Haar[2585]; in solcher
Form gebildete oder mit dergleichen Zeichnungen versehene Amulette,
die namentlich die gnostische Sekte der Ophiten (Schlangen-Anbeter)
mit Vorliebe gebrauchte und schon im 1. Jahrhundert n. Chr. nach
Kleinasien brachte, sind in großer Zahl auf unsere Zeit gekommen.
Wie der ausgezeichneten Satire des ~Lukian~ (um 180) über den
berüchtigten Schwindelpriester ~Alexandros~ von ~Abonoteichos~ zu
entnehmen ist[2586], bediente sich schon dieser abgefeimte Betrüger
einer derartigen kunstvoll vorgerichteten Schlangenfigur, die beim
Ziehen an einer verborgenen Schnur den „reichlich Zahlenden“ die ihnen
erwünschten Orakelsprüche „auf autophonem Wege“ erteilte[2587].


f) Die Gnostik.

Die letzten vorchristlichen Jahrhunderte brachten infolge der
sinkenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Mißgeschicke
und Bedrängnisse aller Art über die Bevölkerung des Ostens, die ihr
Unglück, im Sinne des astrologischen Fatalismus, von dem sie durchaus
erfüllt war, dem Einflusse der Planeten zuschrieb, der Heimarméne;
ein Verlangen nach Befreiung von dieser furchtbaren und erdrückenden
Gewaltherrschaft, eine Sehnsucht nach Erlösung, erfüllte daher schon
damals mehr und mehr alle Gemüter[2588]. Diese Gefühle verstärkten
sich noch, als im Verlaufe der Kaiserzeit, namentlich seit dem 2.
Jahrhundert, die Grundlagen des überlieferten Glaubens endgültig
zusammenbrachen, die alten Religionen keinen Halt mehr gewährten,
und Aberglauben jeglicher Form aus den unteren unwissenden Schichten
auch in die oberen gebildeten emporstieg. Die neuerwachten religiösen
und metaphysischen Bedürfnisse suchten nunmehr Befriedigung in der
Mystik „uralter“ Geheimkulte und philosophischer Spekulationen, die
die Reste eigener Denktätigkeit zunächst befriedigten, bald aber zu
gänzlichem Schwinden brachten[2589]. Getreu dem bei ~Makrobios~[2590]
(5. Jahrhundert) überlieferten Grundsatze „Vetustas adoranda est“
= „Ehrfurcht vor der Vergangenheit!“ flüchtete die Phantasie aus
der trüben Gegenwart in die glanzvoll ausgemalte „alte Zeit“, zu
~Pythagoras~, „der in alle verborgenen Kulte und Mysterien eingeweiht
war“[2591], zur angeblich unverändert überlieferten und daher
„höheren“ Weisheit ägyptischer, chaldäischer oder gar indischer
Priester, „dieser getreuen Bewahrer heiliger Geheimnisse“[2592],
zum Ritual unverstandener alter oder fremder Kultbräuche, dem man
verborgenen symbolischen Sinn unterlegte, und vor allem zu der durch
die Neupythagoräer wiederbelebten Orphik. ~Orpheus~ galt auch hier
wieder als ältester und wichtigster Verkünder erhabener Offenbarungen,
deren Inhalt sich in höherem Fluge weit über alles sonstige menschliche
Wissen hinaus erhebt[2593], und als Verfasser jener „tiefsinnigen
und göttlichen“ Prophezeiungen, Sprüche und Hymnen, mit deren
Sammlung und Erhaltung sich eigene Zirkel und Kultgemeinden auf
das angelegentlichste beschäftigten[2594]. Soweit ihre Reste ein
Urteil gestatten, erweisen sie sich als Ergebnis der Vereinigung und
Umbildung der im hellenistischen Ägypten aus sehr verschiedenen Quellen
zusammengeflossenen orphischen Lehren, verraten anfangs (um 100-150)
noch keinerlei christliche Einwirkung, zeigen später neuplatonische
(nicht aber plotinische) Spuren, gelangen gegen 300 zur abschließenden
Gestaltung, erfahren aber auch in den folgenden Jahrhunderten noch
mancherlei Abänderungen und Einschiebungen[2595].

Der Einfluß der geschilderten Verhältnisse förderte notwendigerweise
die Verbreitung aller Arten Magie, Mantik und Orakelwesen, die Kulte
enthusiastischer und mysterienhafter Richtung, sowie die Geheimdienste
mit ihren Formeln, Riten und Weihen[2596]; unter Verschmelzung
älterer griechischer, orphischer, orientalischer, spätägyptischer
und neuplatonischer Elemente eigneten sich die theurgischen
Praktiken (die sich zu einem großen Teile in den gleichzeitigen
Zauberpapyri erhalten haben) Charakter, Terminologie und Ritual der
Mysterien-Dienste an, strebten aber gleichzeitig nach „Verfeinerung
und theoretischer Begründung“ durch Anlehnen an Anschauungen, die
unter dem Titel „philosophischer“ die sog. gebildeten Kreise des
Zeitalters erfüllten[2597]. Eine wichtige Rolle spielten hierbei
namentlich die Zeremonien des Schwures bei der Einweihung, des Eides
der Geheimhaltung, sowie der „Reinigung“, denn nur die „Weihen“
reinigen die Seelen und stellen sie in ihrem ursprünglichen Glanze
wieder her, und nur die so Geweihten vermögen jenes Gut höherer
Wahrheit zu erfassen, das ihnen Befreiung und Erlösung in Aussicht
stellt[2598]. Als selbstverständlich ergibt sich die Pflicht, ein
solches vor der großen Menge zu bergen und es mittels einer dunklen
Symbolik, die das eigentlich Wichtige verdeckt, vor „Profanation“ zu
bewahren[2599]. „Alle Theologen der Hellenen und Barbaren (so sagt
hierüber ~Clemens Alexandrinus~, gest. 216) haben das Wesen der Dinge
verhüllt und die Wahrheit nur in Rätseln und Gleichnissen, Allegorien
und Metaphern überliefert; Geheimnisse vertraut man nur der Rede an,
nicht der Schrift, die schon fast Entweihung ist; jedenfalls ist aber
der profane Leser in die Irre zu führen, so daß er gar nicht merkt, was
die Hauptsache ist und was unwichtiges Beiwerk[2600].“

Die unter dem Namen der „+gnostischen+“ bekannte Form der ganzen
Bewegung ist keineswegs, wie vielfach angenommen wird, eine spezifisch
christliche und dem Altertum fremde, vielmehr war sie in ihren
Anfängen vermutlich schon im 1. Jahrhundert v. Chr., wenn nicht
früher, in Syrien vorhanden und gelangte von dort aus auch nach
Ägypten[2601]; bereits die paulinischen Briefe kennen sie als eine Art
heidnisch-mystischer Religiosität, der gemäß ein unmittelbarer Verkehr
mit der Gottheit das Wissen um ihre sonst verborgenen Geheimnisse
gewährt[2602]. Auch ein vielgestaltiger jüdischer Gnostizismus, dessen
Geheimlehren selbst wieder hauptsächlich von orientalischen, weniger
von griechischen Überlieferungen und Spekulationen abhängig waren,
übte um die nämliche Zeit mannigfaltige, wenngleich im einzelnen
bisher schwer faßbare Einflüsse aus[2603]. Spätere griechisch-jüdische
Kultgemeinden Ägyptens besaßen noch einschlägige, der jüdischen
Tradition entstammende „heilige Bücher“, zu denen u. a. die „ἱεραὶ
βίβλοι“ gehörten, deren der Leidener Papyrus gedenkt, ferner das sog.
„8. Buch Mosis“ (in der vorliegenden Gestalt um 150 verfaßt) u. dgl.
mehr[2604]; Beschwörungen bei „~Jesu~, dem Gotte der Juden“, sind
ebenfalls Wahrzeichen aus der Periode derartiger synkretistischer
Durchdringungen[2605].

Der Geburtsort der eigentlichen +Gnostik+ ist indessen das
spätptolemäische Alexandria, „wo sich ihr Gebäude erhob über dem Boden
uralten ägyptischen Glaubens, aus dem Schutte zahlreicher anderer
Religionen“[2606], und Stätte ihrer Entstehung waren die hellenistisch
umgestalteten, von Zauber erfüllten Mysterienkulte orphischer und
enthusiastischer Richtung[2607]; Griechischer Einfluß blieb stets
überwiegend[2608], und griechischer Geist suchte in Kultgemeinden,
deren religiöser Dienst dem orphischen, dionysischen, ägyptischen,
jüdischen, phrygischen, persischen und chaldäischen nachgebildet war
und sich heiliger Bücher, Lieder und Hymnen bediente, die uns zum
Teil zwischen den „Rezepten“ der Zauberpapyri als „Gebete“ erhalten
geblieben sind[2609], die Bausteine so mannigfaltiger Herkunft nach
einheitlichem Plane zusammenzufügen[2610]. So betrachtet, erweist
sich die Gnosis als Erscheinungsform der großen synkretistischen
Bewegung, zu der den Anstoß gab die zunehmende nähere Berührung des
Orients und Okzidents, der fortschreitende Austausch der nationalen
Religionen, deren Beeinflussung durch die griechische Philosophie, und
schließlich die Aufnahme gewisser, jedoch schon völlig phantastisch
veränderter Gedanken des nachapostolischen Christentums[2611]. Die
nämliche weitgehende Durchdringung hellenistischen, chaldäischen und
ägyptischen Wesens, von dem die Kultbilder zu Denderah und Edfu und
auf babylonischem Gebiete ~Teukros~ Zeugnis ablegen[2612], zeigt sich
in den Glaubensvorstellungen der Gnostiker und tritt ganz besonders
auch in der Bedeutung zutage, die gerade orphische, chaldäische
und ägyptische Geheimlehren für sie besitzen[2613]. Die gnostische
Litteratur ist daher erfüllt von Berufungen auf derartige Mysterien
und Weihen, deren Kult-Mythen und -Gebräuche sie unter entsprechender
Allegorisierung als bildliche Darstellungen aller der Wahrheiten
ausgibt, die sie zu erweisen bemüht ist[2614]; ihre Autoritäten
sind hierbei bald griechische Philosophen (in neupythagoräischer
oder -platonischer Auffassung), Dichter (auch ~Homer~) und Weise,
bald die „eigenen Berichte“ von Gottheiten wie ~Thot~, ~Hermes~,
~Isis~, ~Asklepios~, ~Agathodaimon~ und Anderen über die Schöpfung
und Entwicklung der Welt, bald die Erzählungen jener durch solche
Offenbarungen kosmologischen, astrologischen und dämonologischen
Inhaltes begnadeten „Propheten“, denen die Götter, wenn sie sie durch
Beschwörung und Bedrohung erst einmal herniedergezogen und zum Sprechen
gebracht haben, „nichts zu verbergen vermögen“[2615]. Merkwürdig und
bedeutsam erweist sich hierbei die Verquickung des iranischen Dualismus
der guten und bösen Götter mit dem spätgriechischen Gegensatze zwischen
der guten Welt des geistig-göttlichen Pneumas und der schlechten
des körperlich-gemeinen Stoffes (der Hýle), da nichts geeigneter
war, die Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung zu fördern, als die
Lehre von der unendlichen Überlegenheit der geistig-idealen über die
sinnlich-materielle Welt[2616]. Der großen Menge allerdings blieb diese
Seite der Gnosis unfaßlich; für sie war Gnostik gleichbedeutend mit
Magie, -- etwa jener der Zauberpapyri[2617] --, d. h. sie verhieß ihren
Anhängern alle Güter der Welt, hauptsächlich Reichtum, Gesundheit und
Unsterblichkeit, und gewährte ihren Verkündigern geheime Weisheit =
νοῦς (Nûs), höhere Vernunft = λόγος (Logos), sowie wahre Erkenntnis =
γνῶσις (Gnosis)[2618].

Aber auch in den Kreisen dieser Verkündiger, also der eigentlichen
Träger der Bewegung, wandte sich die gesuchte „Erkenntnis“ weit
minder rein geistigen Zielen zu, als durchaus praktischen, nämlich
der Ausforschung des Heilsweges, sowie der geheimnisvollen Mittel,
die den Zwang der Heimarméne zu brechen vermöchten[2619]. Die Gnosis,
γνῶσις σωτηρίας, γνῶσις θεοῦ (Erkenntnis des Heilsweges, Erkenntnis
Gottes) wird daher nicht durch Denkarbeit und wissenschaftliches
Bemühen erworben, sondern durch ekstatisches Schauen der höchsten Dinge
und visionären Verkehr mit der Gottheit, sie ist nicht ein Ergebnis
der Vernunft, sondern entspringt dem inneren Fühlen, der andächtigen
Stimmung, der gläubigen Schwärmerei, kurz einem Seelenzustande, dessen
Vollendung τέλος, Télos) zu erreichen nur dem durch „Gnade von oben“
Auserlesenen vergönnt bleibt[2620]. Alle diese Züge sind orientalischer
Herkunft, finden sich aber nicht nur bei neupythagoräischen Orphikern
und Neuplatonikern, sondern schon bei ~Poseidonios~, verknüpft mit
solchen, die teils auf die alten griechischen Geheimkulte zurückgehen,
teils der griechischen Philosophie und besonders dem platonischen
Enthusiasmus entstammen[2621]; zu diesen gehört u. a. die für die
Verbindung mit der Astrologie höchst wichtige Idee, daß die Erlangung
der Gnosis gefördert wird durch Betrachtung und Kenntnis des gestirnten
Himmels, da „die Ordnung am Himmel“ das Dasein der ordnenden Gottheit
verbürgt, und die geordnete Bewegung der Sterne nach ~Aristoteles~ das
Prinzip alles Werdens und Vergehens ist[2622]. Allerorten schöpfen eben
die Gedanken, die in hellenistischer Zeit anscheinend plötzliche und
unbegreifliche ausgedehnte Eroberungen machen, die hierzu erforderliche
Kraft aus der griechischen Welt, in der sie sich jahrhundertelang
allmählich und organisch entwickelt hatten[2623].

Würdig der Gnosis macht aber außer dieser Beschäftigung mit den
himmlischen Dingen auch solche mit den Lehren und Schriften bereits
„Begnadeter“, also mit den „uralten und mystischen Offenbarungen der
Propheten“, die zum Himmel entrückt wurden und zur Erde wiederkehrten
als Verkündiger des Geschauten, des himmlischen Lichtes und Lebens, der
göttlichen Kraft und Gnade[2624]. Ihre Worte geben die Sicherheit, daß
die Gottheit auf die Anrufung des Gläubigen hört und bereit ist, „sich
mit ihm zu vereinen“, und daß +nach dem Tode+ seine Seele auferstehen,
durch die Ogdoas (= Achtheit der 7 Planeten- und der Fixsternsphären)
zum Himmel auffahren und sich dem θεὸς ὕψιστος, dem Höchst-Thronenden,
zugesellen wird[2625]. Aber ein gleiches kann auch +dem noch Lebenden+
beschieden sein, sofern er in den schwärmerischen Zustand der Ekstase
gerät, während derer (nach einer durch ~Poseidonios~ vermittelten
Ansicht der Chaldäer, der sich auch Mithrasverehrer und Neuplatoniker
anschlossen) die Seele den Körper verläßt, um zum Himmel emporzusteigen
und „ein Teil der Gottheit“ zu werden[2626]. Derartige Ekstase bewirken
bei dem ihrer Gewürdigten nicht nur innere Stimmungen und Regungen,
sondern auch äußere Mittel, u. a. der Genuß von ἀμβρόσιον ὕδωρ
(ambrosischem Wasser = Unsterblichkeits-Trank), sowie gewisse rituale
Veranstaltungen[2627]. Zu dem für die Gläubigen Bedeutsamsten, was
die Gnosis lehrt, gehört die „richtige“ Ausführung solcher religiöser
und theurgischer Operationen, der geheimen heiligen Handlungen oder
Sakramente, an die sich u. a. auch die Bekanntgabe gewisser heiliger
Symbole, Formeln, Zeichen, Namen und Zauberworte schließt, deren die
Seele hauptsächlich bedarf, um den Widerstand zu überwinden, den die
Bosheit der 7 Planeten-Dämonen ihrer Himmelsreise entgegensetzt[2628].
Wirksame Hilfe gewährt dem Gnostiker hierbei, aber auch bei allen
sonstigen Anlässen, eine möglichst nahe Verbindung mit seinem „Engel“,
und da die Seelen als „pneumatische Bräute“ dieser Engel gelten,
die sie mit sich in den himmlischen oberen Weltenraum (πλήρωμα,
Pléroma) heben, so erklärt sich hieraus das bei manchen Sekten, z. B.
den Valentinianern, übliche „Sakrament des Ehegemaches“ (νύμφωμα,
θάλαμος), die Zeremonie des „πνευματικὸς γάμος“, der „geistigen
Hochzeit“, die an den Neophyten und Neophytinnen in der „himmlischen
Brautkammer“ als „Sinnbild der innigsten Vereinigung“, und oft wohl
nicht nur ganz symbolisch, vollzogen wurde[2629]. Der so Geweihte ist
τέλειος (Téleios), d. h. ein „Vollendeter“, er ist „umgeschaffen“
durch μεταβολή (Metabolé), erfüllt von deren „totenerweckender Kraft“
(δύναμις τῆς μεταβολῆς) und würdig des Pléromas; auch weiß er das
heilige Licht zu trennen von der verworfenen Finsternis (tenebrae,
chaos, abyssos) und die „unnatürlich“ zur Welt zusammengemengten
Bestandteile zu entmischen, wobei er verfährt wie ein Künstler κράσεως
καὶ μίξεως (der Krasis und Mixis), der die Teile des Eisens mittels
des Magneten von denen anderer Metalle sondert, oder Schmelzen und
Legierungen wieder in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt[2630].

Infolge der ungeheuren Wichtigkeit, die dem „dicere et facere
mysterium“, d. h. dem Reden und Tun beim Geheimdienste, zugemessen
wurde, steigerte sich in gleichem Maße auch die des ausführenden
Priesters, und so kann es nicht wundernehmen, daß Ägypten allmählich
zur „Hochschule“ der Betrüger, Schwindler und betrogenen Betrüger
heranreifte: für die große Menge war der Priester der „Zauberer
κατ’ ἐξοχήν“, der ihren Aberglauben in ausreichender Weise zu
befriedigen, vor allem jedoch seinen gehörigen persönlichen Einfluß
auf die Götter zu bewähren hatte[2631]. Aber auch die Gebildeteren
sahen in ihm den Auserwählten, der es verstand, die Gottheiten auf
die richtige Weise und mit den richtigen Worten anzurufen, unter
Gebrauch der „rechten“ Beschwörungen, Zeichen, Sprüche, Intonationen,
Formeln, Buchstaben, Zahlen und vor allem Namen. Die Namen sind
wesentliche Bestandteile ihrer Träger, deren Macht jener erlangt,
der sie weiß[2632], aber nur die „wahren“ Namen oder Beinamen sind
„treffend und verpflichtend“[2633]. Daher betonen schon ~Origenes~
und die „Chaldäischen Orakel“ im 2. Jahrhundert[2634], sowie das dem
~Iamblichos~ (gest. 330) oder seiner Schule angehörende Mysterien-Buch,
-- das die Dämonen-Lehre und die Kraft der Zaubermittel „mit wahrhaft
scholastischer Gründlichkeit“ abhandelt[2635] --, man habe Namen und
magische Worte in der ägyptischen oder chaldäischen +Ursprache+ zu
kennen und +allein in dieser+ zu benützen, „da solche fremde Ausdrücke
durch jede Übersetzung die Emphase und Kürze des Originals verlieren,
das den Göttern auch das gewohntere und angenehmere ist“[2636]. Von
dieser Kürze merkt man allerdings nichts, wenn z. B. die „Pistis
Sophia“ berichtet, „die 5 großen Archonten, die die ganze Welt als
solche kennt, hießen ~Zeus~, ~Aphrodite~, ~Kronos~, ~Hermes~ und
~Ares~, ihre eigentlichen und unvergänglichen (ἄφθαρτοι) Namen
lauteten aber ~Chrubal~, ~Chosi~, ~Orimuth~, ~Tarpetanuph~ und
~Munichunaphor~“[2637]. Vermutlich ist anzunehmen, daß die Wirkung
dieser, der Gemeinde geläufigen, aber unverständlichen Worte eine
ähnliche war, wie noch heutzutage die des Amen, Sela, Hosianna und
Halleluja[2638], oder die des Gottesdienstes in ausgestorbenen
Sprachen, z. B. Lateinisch oder Sanskrit; auch trug man überhaupt
große Scheu, an dem, was einmal für althergebracht galt, irgendwelche
Veränderungen vorzunehmen, da schon der geringste Fehler in Wort
oder Tat nicht nur die ganze Wirkung des Rituals zu nichte machen,
sondern auch statt der gerufenen guten Geister böse (oft sogar noch
in verkappter Gestalt) herbeiführen und so schreckliche Gefahren
verursachen konnte[2639]. Die typische (auch in den Zauberpapyri
erhaltene) Anordnung des priesterlichen Geheimdienstes umfaßt daher
neben der πρᾶξις (Praxis) = Zauberhandlung und dem λόγος (Logos) =
Zauberspruch stets als dritten Punkt noch die φυλακτήρια (Phylaktéria)
= Schutzmittel gegen die Geister[2640], und es ist sehr wahrscheinlich,
daß zu diesen auch das Locken, Beschwichtigen und Scheuchen durch
tierische Laute, sowie das Schnalzen, Brüllen, Zischen, Pfeifen und
Zwitschern seitens der Mysten zählten[2641].

Ein großer Teil der Gedanken, die in der Gnosis zu völliger Ausbildung
gelangten, wurzelt, wie zuerst ~Anz~ überzeugend nachwies[2642], in der
spätbabylonischen Verfallszeit, namentlich in der Periode, während
derer sich chaldäische und persische Anschauungen zu durchdringen
begannen[2643]. Demgemäß ist die Welt eine Mischung aus Licht und
Finsternis, aus edlem göttlichem Geiste und gemeiner „böser“ Materie,
das Machwerk eines untergeordneten, wenn nicht schlechten, so doch
schwachen Demiurgen, und wenn nicht geschaffen, so doch mitbeherrscht
von den Planeten-Geistern[2644]. Anfänglich scheint (wie noch im
„Hirten des ~Hermas~“) jedem Planeten je ein guter und ein böser
Geist, „eine Tugend und eine Sünde“, zugeteilt gewesen zu sein[2645],
allmählich jedoch erhielten die nach persischer Auffassung zu Dämonen
herabgesetzten „niederen Genien“ die Oberhand, die Sterngeister wurden
aus guten erst zu „halbbösen“, dann zu bösen Gestalten[2646] und
schließlich zu „Göttern des Verderbens“, deren Schuld die mangelhafte
Weltordnung ist[2647]. An ihrer Spitze steht ~Jaldabaoth~, ursprünglich
die babylonische Gottheit des bösen und vom Vermögen „hinterlistiger
Täuschung“ (ἐνέδριον ψεῦδος) erfüllten Planeten ~Saturn~[2648], der
daher auch dem ~Kronos~, ~Chronos~, ~Jao~ usf., besonders häufig aber
dem Judengotte ~Jehovah~ gleichgesetzt wird[2649]. Die Planetengötter
sind Archonten = Herrscher[2650], sie knechten die Welt, berauben die
Menschen der Freiheit und befehden sie auf das bitterste[2651]; wie
sie, -- schon nach ~Philo~[2652] und ~Porphyrios~ (232-304?)[2653] --,
die Bewegungen und Geschwindigkeiten der Planeten störend beeinflussen
und diese (nach persischer Auffassung) zur Rückläufigkeit zwingen,
indem sie die guten, dem ~Ormuzd~ dienenden Lenker überfallen und
einkerkern[2654], so verhalten sie sich auch gegen die Sterblichen.
Ihre Schlechtigkeit und Bosheit verkörpert sich im ἀντίμιμον
πνεῦμα[2655], dem „Geist des Zuwiderhandelns“, dem „Geist, der stets
verneint“, dem Ἀντίθεος (Widersacher), dessen Macht furchtbar ist und
selbst durch die Sakramente des „heiligen Wassers“ oder „heiligen Öles“
nur schwierig mit Erfolg bekämpft werden kann; er bringt alles Gute und
Edle zu Fall, zieht das Gemeine und Verderbliche an sich und zwingt die
Menschen zur Sünde oder verbindet sich doch, gemeinem (ὑλικόν, zur Hýle
gehörigen) Kupfer gleichend, in ihrer Seele so mit der dem geläuterten
Silber ähnelnden Kraft des himmlischen Lichtes, wie dies das Kupfer
mit dem Silber in der Metallmischung der Scheidemünzen tut[2656].
Die Hýle, besonders als gestalts- und qualitätslose ὕλη ἄποιος, als
neuplatonische „böse“ Materie, gilt den Gnostikern überhaupt als Symbol
der Schlechtigkeit[2657], des niedrigen weiblichen Prinzips (ἡ θήλεια,
Théleia) im Gegensatze zum höheren männlichen ὁ ἄρσην, Arsen)[2658],
sowie der das Weltganze umfassenden „Finsternis“ und ihres Sinnbildes,
der Schlange oder des Drachens, den Schweif im Munde, oder zum Knoten
verschlungen[2659].

Wie die Sonne, die schon die Chaldäer eine schlangenförmige Bahn
verfolgen und durch ihren Lauf auch den der Gestirne lenken
lassen[2660], so sind auch die Planeten, die vom Demiurgos, dem
„Herrn der zwei oberen Elemente“ (Luft und Feuer) geschaffenen
Wandelsterne[2661], Träger und Erscheinungsformen göttlicher Gewalten,
-- daher noch die Namen ὁ τοῦ Κρόνου (der des ~Kronos~) u. dgl. --,
und beherrschen so entweder unmittelbar, oder durch Geister, die ihre
und der Heimarméne „Diener“ sind, die Welt, die irdischen Dinge, die
Menschen und ihre Seelen[2662]. Die Annahme von 7 Sphären und die
Herabsetzung der Planetengötter zu bösartigen Dämonen führte hiernach
zur Lehre von jener Siebenzahl der an die Planeten gebundenen Übel, die
seither in den „7 Todsünden“ fortlebte[2663], sowie zur Vorstellung,
daß die Dämonen, als Feinde und Hasser der Menschen, sie durch ihre
„zugehörigen“ Übel zu verderben, oder doch zu schädigen trachten.

Nun thronen, spätpersischer Voraussetzung folgend, im obersten über
den 7 Sphären gewölbten Himmel ein höchster, in synkretistischer
Redeweise als „unbekannter Vater“ bezeichneter Gott, der θεὸς ὕψιστος,
sowie eine analoge Göttin, für welche beide auch, in nicht ganz
folgerichtiger Weise, die „Besseren der Sieben“, nämlich Sonne und
Mond, als Symbole gelten[2664]. Die Göttin, offenbar Nachfolgerin der
chaldäischen Himmelskönigin ~Istar~[2665], wird bald ~Sophia~ genannt,
bald ~Barbelo~, d. i. ein verstümmeltes παρθένος (Parthénos, Jungfrau),
bald μήτηρ (Mutter), oder ἡ ἄνο μήτηρ (Mutter in der Höhe), und nähert
sich dem Typus der uralten vorderasiatischen „Magna Mater“, d. h. sie
ist bald Jungfrau (πνεῦμα παρθενικόν), bald Mutter, bald ausschweifende
Liebesgöttin und Buhlerin im Sinne der „~Helena~“ des ~Simon
Magus~[2666]. So wie der Mond (im Griechischen weiblich σελήνη Selene
= Helene) ist auch sie Herrin der Gestirne und der 7 Planeten, umgeben
von männlichen und weiblichen Sterngottheiten niedrigeren Ranges, von
Engeln, Lichtjungfrauen, Schicksalsfrauen und Geistern jener 7 Sphären,
die den 7 übereinander liegenden Gewändern der ~Istar~ gleichen[2667],
-- kurz von ursprünglich durchaus guten Genien, die erst allmählich,
unter persischem Einflusse, zunächst zweifelhaften Charakter annehmen,
schließlich aber das Wesen verworfener und hinterlistiger Dämonen. Der
obere Himmel, die Wohnstätte des höchsten Gottes und der ~Sophia~, ist
aber auch die eigentliche Heimat der Seelen, die von ihm herab in die
Welt der Materie nur gelangen können, indem sie die trennenden Gewölbe
der 7 Sphären durchwandern; hierbei lauern ihnen die Archonten auf und
geben ihnen beim Abstiege ein jeder seine „niedrigen Eigenschaften“
mit auf den Weg, so daß sie von diesen sündigen Anlagen wie von 7
Kleidern oder Hüllen umgeben und so schon von vornherein dem Unglücke
geweiht, auf Erden anlangen[2668]. Noch schlimmer aber ergeht es den
Seelen, wenn sie nach der Trennung von den Leibern den Rückweg in das
himmlische Heim einzuschlagen versuchen[2669]: die heimtückischen
Archonten, als „Türhüter der Sphären“, stellen sich ihnen in den Weg,
wehren ihnen den Einlaß, hindern sie durch Drohung und durch Gewalt die
Pforten der 7 Himmel zu durchschreiten und stoßen sie erbarmungslos in
die Finsternis des Abgrundes zurück[2670]. Hier bewährt sich nun an
den sonst Verlorenen die Macht der Gnosis: denn +sie+ verriet ihren
Anhängern die wahren Namen der Archonten, +sie+ gab ihnen Kunde von den
richtigen Losungsworten und +sie+ erschloß ihnen die rechte Art der
Aussprache; an solchem überirdischen Wissen bricht sich der Trotz der
„Hüter“, sie sehen sich gezwungen, ihren Widerstand aufzugeben und den
Seelen die Himmel zu erschließen. Was sonst +nur+ der erlösende Mittler
zwischen Gott und Welt vermag, der kraft seiner zauberischen Macht
durch die Reiche der Dämonen herabfährt, sie niederkämpft und wieder
gen Himmel aufsteigt[2671], das leistet die Gnosis für ihre Gläubigen
und erfüllt hierdurch ihre wesentlichste, wenn auch nicht alleinige
Verheißung[2672]. Ein gnostisches Evangelium (verfaßt um 150 n. Chr.)
schildert ausführlich die Wanderung der Seele durch die 7 Sphären in
den obersten Himmel[2673], und eine späte, in der „Legenda aurea“
des ~Jacobus a Voragine~ (Bischofs von Genua, 1230-1298) erhaltene
Tradition preist die oft kaum einen Augenblick währende Himmelfahrt
der Gläubigen als ganz besonderes Wunder, weil im Gewöhnlichen zur
Durchwanderung jeder Sphäre und jedes Himmels 5 Jahrhunderte, zur
Erreichung der Himmelswölbung also 7500 Jahre erforderlich sein sollen,
-- „ob das aber wirklich so zutrifft, das weiß Gott allein“, fügt der
Verfasser vorsichtigerweise hinzu[2674].

Da die στοιχεῖα (Stoicheía) als +Gestirne+ und +Elemente+ Bestandteile
der +Welt+, als +Buchstaben+ aber auch solche der +Worte+ sind, ergeben
sich geheimnisvolle Beziehungen zwischen den Namen oder Bezeichnungen
der Dinge, den Buchstaben, aus denen diese Namen bestehen, und den
Zahlenwerten, die diesen Buchstaben entsprechen[2675]; da derlei
Betrachtungen in den älteren magischen und koptischen Texten vom
+griechischen+ Alphabet ausgehen, „dessen Zeichen kraftvoller sind“,
so gelangten sie nach Ägypten wohl über griechische Gebiete[2676],
denen selbst sie wieder aus dem Oriente zukamen, der alten Heimstätte
der Buchstaben-Mystik[2677]. Indem deren Lehren sich mit jenen
von den 7 Planeten vereinigten[2678], entstand die bereits den
Neupythagoräern, dem ~Philo~[2679] und dem ~Plutarch~ (48-125)[2680]
völlig geläufige Vorstellung, daß die Töne, die schon ~Platon~ die
sternlenkenden „Sirenen“ hervorbringen läßt, keine anderen seien, als
die 7 griechischen Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, die sich als „Mysterien
der 7 φωναί (Klänge)“ zum Heptachord der Sphärenharmonie vereinen
und in Beziehung stehen zu den 7 Saiten, Farben, Tagen, Himmeln,
Sphären und Stufen der Erlösung[2681]. Umgekehrt rief man daher die
Planetengötter durch Intonieren und Psalmodieren der 7 Vokale in allen
möglichen Variationen an, -- s. das spanische insalmar = impsalmare =
zaubern[2682] --, legte den aus 7 Buchstaben gebildeten, „die Sphären
und ihre 7 Vokale“ umfassenden Götternamen besondere Macht bei[2683]
und verfertigte auch spielerische Bilder solcher Zusammenstellungen,
z. B. in Gestalt eines Eies, Herzens, Täubchens, Quadrates, oder des
als Amulett u. dgl. ganz besonders wirksamen „Flügels des ~Hermes~“
(Ἑερμοῦ πτέρυξ)[2684]:

  ω                                  ω
     ο                            ο
  ω     υ                      υ     ω
     ο     ι                ι     ο
  ω     υ     η           η    υ     ω
     ο     ι     ε     ε    ι     ο
  ω     υ     η     α     η    υ     ω
     ο     ι     ε     ε    ι     ο
  ω     υ     η           η    υ     ω
     ο     ι                ι     ο
  ω     υ                      υ     ω
     ο                            ο
  ω                                  ω

Weil aber im Griechischen die Zahlen mit Hilfe der Buchstaben
ausgedrückt und geschrieben werden:

  { 1     2     3     4     5     6            7      8     9
  { α     β     γ     δ     ε     ϛ (Stigma)   ζ      η     θ

  { 10    20    30    40    50    60    70     80     90
  { ι     κ     λ     μ     ν     ξ      ο     π      ϙ (Koppa)

  {100   200   300   400   500   600   700    800    900
  { ρ     σ     τ     υ     φ     χ     ψ      ω      ϡ (Sampi),

ergaben sich Betrachtungen über die „Ziffernsummen der Worte“ fast von
selbst[2685], und solche, die gewisse wichtige Zahlenwerte darstellten,
mußten erhöhte Bedeutung gewinnen[2686].

Unter diesen nimmt die erste Stelle der Name ~Abraxas~ ein, der 7
Buchstaben zählt und die Zahlensumme 3α + β + ρ + ξ + σ = 3 + 2 + 100
+ 60 + 200 = 365 ergibt; dies ist der Geheimname des obersten, die
Macht der 7 Planeten in sich vereinenden Beherrschers der 7 Sphären
und der 365 das Pleroma erfüllenden Engel, Teilgötter, göttlichen
Kräfte oder göttlichen Erscheinungsformen, die nach gnostischer Lehre
durch Emanation aus ihnen hervorgingen[2687]. Schon dem Kirchenvater
~Irenaeus~, der um 202 als Bischof von Lyon starb, ist dieser Name
und seine Bedeutung = 365 wohlbekannt[2688], und an ~Abraxas~ scheint
sich auch das berühmte Zauberwort „Abracadabra“ zu knüpfen, das
aus der bereits im 1. Jahrhundert sehr entwickelten medizinischen
Magie stammt und zuerst bei ~Sammonicus~ (gest. 211) nachgewiesen
ist[2689], seinen hohen Ruf aber in den Kreisen der Abergläubischen
bis auf den heutigen Tag unverändert bewahrt hat[2690]. Der „Urgott“
~Abraxas~ gilt u. a. als wesensgleich mit dem Logos, mit ~Hermes~
und mit ~Thot~, besitzt die „pneumatischen Kräfte des ~Thot~“, vor
allem die der Wiederbelebung Abgeschiedener (σῶμα νεκροῦ), und ist
„Beherrscher des heiligen Pneumas“, aus dem die vier Stoffe der
Weltordnung hervorgehen, d. s. die zu je zweien entgegengesetzten
Elemente, von denen Wasser und Erde mehr körperlicher, Luft und Feuer
aber mehr körperloser Natur sind[2691]; er wird ferner identifiziert
mit ~Anubis~, ~Serapis~, ~Mithras~, ~Jao~, ~Zebaoth~, ~Pan~ usf.,
und findet sich, mit diesen Namen bezeichnet und den Sinnbildern
von Schlange, Löwe, Sphinx, Affe, Käfer, Hahn u. dgl. zugesellt,
auf den gnostischen Gemmen und Amuletten, deren eine sehr große
Zahl auf unsere Zeit gekommen ist[2692]. Aus der Beziehung zum
Sonnengott ~Mithras~ und zum Hahn als „Sonnenvogel“ erklärt es sich
auch, daß man in ~Abraxas~ den hahnenköpfigen Leger des +Welteneies+
erblickte[2693]. Schon weiter oben wurde einiger hierher gehöriger
Legenden gedacht, der babylonischen vom Urei, aus dem ~Ea~ = ~Oannes~,
der Bringer des Lebenswassers, hervorging[2694], der vorderasiatischen
vom Ei der syrischen ~Aphrodite~, das aus dem Himmel in den Euphrat
fiel[2695], der ägyptischen vom Ei = Chaos[2696] und der (aus diesen
entsprungenen?) orphischen vom Ei des ~Phanes~, das infolge des
Umschwunges des Chaos = Chronos = Aither entstand[2697]. Sie alle
flossen zusammen in der gnostischen Anschauung vom Weltenei „in den
Wassern“ oder „im Schoße des Alls“, aus dem sich Himmel und Erde, ja
der ganze Kosmos gestaltet[2698], und das man daher, -- der Gewohnheit
der Zeit folgend, und nicht etwa auf eigene Kenntnis des ~Heraklit~
oder ~Xenophanes~ hin --, auch als ἓν καὶ πᾶν (Hen kai pan) und
(nach der falschen Etymologie πᾶν = Πάν) als Symbol des Gottes ~Pan~
ansah[2699]. Besonders beliebt war der Vergleich des von ~Abraxas~
gelegten Welteneies mit dem Ei des Pfauen, das ebenfalls nur „Eines“
ist, trotz dessen aber die Anlage zu „allen 365 Farben“ und damit „zu
den mannigfaltigsten, vielgestaltigen und buntesten Bildungen“ schon in
sich enthält[2700].

Wie das Weltall, so besitzt auch das Ei ein Oben, eine Mitte und
ein Unten und ferner mehrere den Sphären entsprechende Hüllen und
Schichten, deren innerste von dem in Schlangenform eindringenden
„Geist“ (oft auch von einem bösen) befruchtet wird[2701]. In allem
diesem zeigen beide die auffälligste Analogie mit dem +Mutterschoße+,
der geradezu ein Abbild des Kosmos, seiner Ordnung und seiner
Entstehung darstellt[2702] und als „Gefilde der Entstehung“ zu
bezeichnen ist, in dem die pythagoräische heilige Vierzahl herrscht,
nämlich die der vier Elemente[2703]. Das Weltall ist in der Tiefe
erfüllt vom Dunkel „schrecklichen Wassers“, in der Höhe von Licht,
in der Mitte aber von Pneuma; Licht und Pneuma trachten, das Dunkel
nach oben zu drängen, es emporzuheben „wie auf Fittigen des Adlers“,
damit das Schlechte zum Guten hinstrebe, gleich der indischen Naphtha
zum Feuer[2704]. Ganz ebenso enthält die Matrix in der Tiefe dunkles
Wasser, in der Höhe das lichte Feuer des Lebens (den lebenden
Embryo), dazwischen aber Pneuma, das die einen als Spiegelbild
des Lichtes im Wasser auffassen (entsprechend dem der Außenwelt im
dunklen Wasser des Auges)[2705], die anderen als den leisen Wind, der
dem befruchtenden Schlängelchen gleich säuselt und dabei im Wasser
„Wellen“ erregt, die Anstoß zu Bewegung und Entwicklung geben[2706].
So ordnen sich die Elemente und es entsteht, falls keine „Fehlgeburt“
störend eingreift[2707], im „Wasser“ und aus dem Wasser der Matrix das
Kind[2708]; seine „Begierde“ zu entstehen nimmt aber ihren Ausgang vom
Feuer, das im Blute des Mannes und Weibes zu Samen und Milch wird, --
durch μεταβολή (Metabolé) der ποιότης (Poiótes, Qualität), +nicht+
der οὐσία (Usía, Substanz) --, und sich so anfangs zur Materie und
weiterhin zur Nahrung des neuen Wesens umgestaltet[2709].

                              ——————————

Auf die spätere, eigentlich christliche Gnosis, braucht an dieser
Stelle nicht mehr eingegangen zu werden; die „phantastische Mischung“
aus paulinischen Ideen, platonisierender Religions-Philosophie,
Mysterien-Praxis und orientalischer Kultweisheit ist in ihr fast
unentwirrbar[2710], und das Bestreben, πίστις (Pístis, Glauben) in
γνῶσις (Gnósis, Erkenntnis) zu verwandeln, führt zu bedenklichen
Versuchen „spekulierender Phantasten“, die Dogmen des Christentums
vorgefaßten Meinungen gemäß umzudeuten und seine Lehre zum Rahmen
neuplatonischer, chaldäischer und anderer orientalischer Lehren zu
modeln[2711]. Durch das Zugeständnis, daß der auch von der Gnosis
verkündete Erlöser kein anderer sei als ~Christus~, sowie durch
die Bemühungen, die gnostische Offenbarung durch apokryphe und
pseudepigraphe Akten, Dokumente und Evangelien zu legitimieren,
konnte das erhoffte Ergebnis nicht erzielt werden, da die Machwerke
der Theosophen und Mystagogen allzusehr gegenüber den Schriften
abfielen, in denen sich die christliche Idee mit der Weltmacht
griechisch-philosophischer Gedanken edelster Art vereinigte[2712].
So verblieb denn auf diesem Gebiete nach ~Deussen~ nur eine einzige
dauernde Nachwirkung, die der unwiderleglichen Behauptung der
Gnostiker, daß es in einer Welt, die das Werk eines allgültigen,
allweisen und allmächtigen Gottes wäre, einer Erlösung nicht
bedürfte[2713].


g) Der Mithrasdienst.

Wie die durch ~Winckler~ zu Boghazkiöi in Kleinasien aufgefundenen
hethitischen Inschriften aus der ersten Hälfte des 2. vorchristlichen
Jahrtausendes ersehen lassen, gehörte ~Mithra~, neben ~Varuna~ und
~Indra~, schon in dieser Zeit der ältesten datierbaren Zeugnisse
iranischer Sprache und Religion zu den wichtigsten Göttern uralter,
noch vorzoroastrischer Herkunft[2714]. Ursprünglich galt ~Mithras~
anscheinend als Herr der himmlischen Tageshelle und so, als ein
bloßer Lichtgott, an sich keineswegs für ebenbürtig dem Weltherrscher
~Ahuramazda~ (~Ormuzd~ = ~Zeus~) und dem Gotte der unendlichen Zeit
~Zervan~ (= ~Chronos~ = ~Kronos~ = ~Aion~), vielmehr beruhte seine
hervorragende Bedeutung darauf, daß der Lichtgott auch Luftgott war und
als solcher der „Mittler“ zwischen Himmel und Unterwelt, ~Ormuzd~ und
~Ahriman~[2715]. Im System ~Zoroasters~ ist er ein guter Genius, ein
„Erlöser“, da er u. a. die Gerechten gegen die Dämonen schützt und sie
in das Paradies geleitet[2716]. Die Periode der chaldäisch-persischen
Verquickung identifiziert ihn mit ~Samas~, dem Sonnengotte und
Beherrscher der 7 Planeten, und erhebt ihn hierdurch zwar nicht
zur obersten Gottheit, aber zu einer der hauptsächlichsten und den
obersten verbündeten[2717]; seine Verehrung, bis dahin immer noch eine
heterodoxe Abzweigung der iranischen Religion, nimmt aber erst beim
Übergange in den Okzident den Charakter eines Mysterien-Kultes an[2718].

In die eigentliche griechische Welt hatte ~Mithras~ niemals Eingang
gefunden; erst die späthellenistische betrachtete ihn zunächst als
Vater des ~Helios~ und dann, „da Vater und Sohn Eines sind“, als
~Mithras-Helios~ oder als ~Helios~ (Sonne) selbst, als den allmächtigen
unüberwindlichen Sonnengott (Ἥλιος ἀνίκητος; Sol invictus)[2719],
identisch mit ~Apollon~, aber auch mit ~Hermes~, ~Jahweh~, ~Jao~ und
anderen Gottheiten der synkretistischen Zeit[2720]. Seinen Dienst
verband sie teils mit den älteren griechischen Lehren von den Sternen
als gottbeseelten Wesen, teils mit den jüngeren neupythagoräischen
vom heiligen Lichte als Sinnbilde der unsichtbaren Gottheit[2721] und
knüpfte ihn an wiedererweckte uralte Riten, wie Abhaltung in Höhlen,
Benützung tierischer Masken und Laute, gefährliche Prüfungen und
geheime Weihen, u. dgl. mehr[2722]. Diesen ausgesprochenen Charakter
eines fremdländischen Geheimkultes behielt der Mithrasdienst unentwegt
mit nachdrücklicher Schärfe bei; da sich ihm aber infolgedessen das
ganze Gebiet des gebildeten Hellenismus verschloß, blieben seine
Anhänger allezeit eine „kulturlose Sekte“, die sich nur aus den
untersten Volksschichten ergänzte[2723]. Einen außerordentlichen
Aufschwung nahm er in Ägypten und im Orient zur Zeit der großen
römischen Annexionen in Kleinasien, also gegen Ende des 1. Jahrhunderts
n. Chr., und zwar hauptsächlich unter den römischen Soldaten
und niedrigen Beamten[2724], die ihn seither mit erstaunlicher
Geschwindigkeit durch fast das ganze römische Weltreich ausbreiteten.
Das meiste hierzu trug die Huld der Kaiser im 3. Jahrhundert bei,
die wie ~Septimius Severus~ (193-211), ~Heliogabalus~ (218-222),
~Severus Alexander~ (222-235) und schließlich ~Aurelianus~ (270-275)
den „Sol invictus“ in die römische Staatsreligion aufnahmen[2725] und
die völlige Umwandlung des von ~Augustus~ nach römischem Begriffe
geschaffenen „Principates“ in die absolute Monarchie „von Gottes
Gnaden“ nach orientalischem Geiste vollzogen[2726]: für sie war die
Sonne der Regent der das Schicksal bestimmenden Sterne, daher das
königliche Gestirn, das die Auserwählten zu Herrschern erhebt, sie
an seiner eigenen Gottheit teilhaben und als deren Emanation ihre
Stellvertretung auf Erden übernehmen läßt, endlich ihnen auch das Recht
verleiht, sich die „Strahlenkrone“ auf das Haupt zu setzen, wie sie im
Orient bereits der ptolemäische und seleukidische König getragen hatte,
und in Rom zuerst ~Nero~[2727].

Die älteste Form des Mithrasdienstes, über die wir bisher Kunde
besitzen, scheint aus einer „Mithras-Liturgie“ ersichtlich zu sein,
die ~Dieterich~ als Bestandteil des „Pariser Zauberpapyrus“ (ed.
~Wessely~) nachwies[2728]. Niedergeschrieben ist dieser gegen 300, die
vorgetragenen Lehren dürften aber bereits seit 200 zur Anfertigung
von Zauberbüchern herangezogen, mindestens seit 150 im Kulte benützt,
also ungefähr um 100 abgefaßt worden sein[2729]; dementsprechend
verraten sie keinen Einfluß des ~Plotinos~ oder ~Porphyrios~, zeigen
den Charakter der frühen Gnostik, die eine engere Verbindung mit dem
Christentum noch nicht eingegangen war, und räumen letzterem keine
bedeutsame Stellung ein, wenngleich sie ~Christus~ zweimal, als „Gott
der Juden“ und zusammen mit ~Abraham~, ~Israel~ und ~Jakob~ erwähnen,
-- wie dieses auch andere Zauberpapyri des nämlichen Zeitalters tun,
die von „~Jesus Ammon~“, „~Jesus Osiris Ammon~“ und anscheinend auch
von „~Jesus Anubis~“ sprechen[2730].

Das Heil, das der Dienst des ~Mithras~ den „Söhnen“ oder „Kindern“ des
Gottes (d. h. seinen Anhängern)[2731] verheißt, ist im wesentlichen,
wie bei den Gnostikern, die Auferstehung, der Aufstieg der Seele nach
dem Tode, aber auch die Himmelfahrt und Vereinigung mit der höchsten
Gottheit noch während des Lebens, im Zustande der Ekstase[2732], durch
die man „wie es alltäglich geschieht, den Grenzen dieser Welt entrückt
und ein Teil des Gottes im Himmel wird“[2733]. Der Geheimdienst
symbolisiert die Schicksale der Gläubigen, indem er einen Gott sterben
und in das Totenreich niederfahren läßt, worauf er beklagt, gesucht
und gefunden wird, kraft höherer Macht aufersteht und wieder gen
Himmel fährt[2734]; aus den Ähnlichkeiten dieser Formen mit denen
anderer analoger Kulte erklären sich gewisse gemeinsame Züge, wie
z. B. die Entlehnung des Ausrufes εὑρήκαμεν („er ist gefunden“) aus
den ~Osiris~-Mysterien in ihrer späten Gestalt[2735]. Auch die an dem
einzelnen Mysten vorgenommenen Zerimonien betreffen Tod und Begräbnis,
äußere und innere Reinigung, Wiedergeburt und Auferstehung[2736] und
machen seine Seele würdig, später den Weg in den obersten Himmel zu
finden, oder schon jetzt den Anblick des ~Mithras~ zu ertragen, der dem
in völliger Ekstase Befindlichen als „König“ in scharlachrotem Mantel
erscheint[2737].

Während der Pariser Zauberpapyrus die ekstatische Himmelfahrt in einer
Weise beschreibt, die der älteren persischen Auffassung, die nur drei
Himmel kennt, noch nähersteht[2738], lassen jüngere Berichte, die uns
hauptsächlich in des ~Kelsos~ Schrift „Das wahre Wort“ (verfaßt um 150)
erhalten sind[2739], sie in 7 Stufen vor sich gehen und verknüpfen sie
auf das engste mit der Lehre von den 7 Planeten. „Daß es einen Weg der
Seelen zur Erde und von der Erde hinweg gibt, -- so sagt ~Kelsos~[2740]
--, bezeugen ~Platon~ und die Mysterien des ~Mithras~ bei den
Persern.... Ihr Sinnbild ist wie folgt beschaffen: eine Leiter (κλῖμαξ,
Klímax) mit 7 hohen Toren, darüber aber ein achtes; die Tore sind aus
Blei, Zinn, Erz, Eisen, Mischmetall, Silber und Gold, zugeschrieben
dem ~Kronos~ (weil das Blei die Langsamkeit dieses Sternes anzeigt),
der ~Aphrodite~ (weil man mit ihr die Helle und Weiße des Zinns
vergleicht), dem ~Zeus~ (weil das Erz stark ist und der Palast des
~Zeus~ χαλκοβατής heißt, d. i. mit erzener Schwelle versehen)[2741],
dem ~Hermes~ (weil sich das Eisen, gleich ihm, betriebsam, arbeitsselig
und alle Mühen ertragend zeigt), dem ~Ares~ (weil das Mischmetall
wechselnd und mannigfaltig ist wie er), der ~Selene~ und dem ~Helios~
(weil Silber und Gold ihre Färbungen nachahmen).“ Dieser κλῖμαξ
ἑπτάπυλος (7toriger Klimax), dessen Toren ursprünglich wohl nur die
+Farben+ der 7 Planeten und ihrer Sphären und erst späterhin die
diesen Farben entsprechenden +Metalle+ zugeschrieben wurden[2742], ist
offenbar eine Nachbildung des babylonischen Stufenturmes[2743], der
schon der Vision des Patriarchen ~Jakob~ von der Himmelsleiter zugrunde
liegt[2744], und gilt als Sinnbild der stufenweisen Erhebung der Seele
zum „Höchstthronenden“[2745], dem großen ~Mithras~, dem Allgotte,
dessen Name in der Schreibweise Μείθρας auch den Zahlenwert 40 + 5
+ 10 + 9 + 100 + 1 + 200 = 365 besitzt[2746]. An den 7 Toren stoßen
die aufsteigenden Seelen der „Guten“ auf die „göttlich-dämonischen“
Gestalten der 7 „Hüter“[2747], geben sich ihnen durch den rechten
Vortrag der erlernten Formeln und Worte als „Geweihte“ zu erkennen,
legen die beim Abstiege in Empfang genommenen schlechten Hüllen
wieder ab, durchschreiten die Tore (wie das auch die zuerst um
180 verfaßten „Oracula chaldaica“ schildern)[2748] und schweben
schließlich als „sublimierte Monaden“ zum Empyreum empor[2749]. Dieser
Wichtigkeit der Sphären gemäß erscheinen den Gläubigen schon während
des Geheimdienstes, neben den 7 himmlischen Schicksals-Göttern und
-Jungfrauen und den 7 Bewahrern der Weltachse, -- diese sind wohl nach
persischer Anschauung die Sterne des großen und kleinen Bären --, die
„7 unsterblichen Gottheiten der Welt“, d. s. die 7 Planetengötter, für
die in den Mithräen 7 Nischen und 7 Tore bereitstanden[2750]. Ihnen
entsprechen die 7 Grade der Eingeweihten, die in späterer Zeit zufolge
der allgemeinen Verbreitung der Mithrasverehrung im römischen Heere
zugleich als eine Art militärischer Rangordnung der „~Mithras~-Armee“
gedacht waren[2751], ursprünglich aber besondere, zum Teil dem
Tierreiche entnommene Geheimnamen führten, aus denen sich auch das
Brüllen, Heulen, Pfeifen und Schnalzen der Mysten erklärt[2752]. Für
die Anrufung der Planetengötter, die am erfolgreichsten an den ihnen
zugehörigen Wochentagen geschah[2753], bestand ein ausführliches
und verwickeltes Ritual, das auch hier wieder den Priestern eine
hervorragende Bedeutung als „Mittler“ zwischen Mensch und Gottheit
sicherte[2754]. Die Rolle des ~Mithras~ selbst war dabei zwar nicht
ganz einheitlich, indem er bald als Weltherrscher und Allgott gefeiert
wurde, bald nur als dessen „erste Emanation“, als Logos, himmlisches
Pneuma, Inbegriff der (bei den Persern seit altersher göttlich
verehrten) Elemente und Demiurgos, der in höherem Auftrage die Welt
schuf und gestaltete, sie regiert und über sie wacht[2755], -- aber
derlei Widersprüche beschwichtigte die Überlegung, daß im Grunde doch
„Alles nur Eines“ und der Oberherr mit seiner Emanation identisch sei.

Als Gottheiten, die teils nur als Begleiter des ~Mithras~ aufgefaßt,
teils aber auch (mehr oder minder weitgehend) ihm gleichgesetzt wurden,
sind zu erwähnen[2756]: ~Schahrewar~, der persische Kriegsgott(?) und
„Beherrscher aller Metalle[2757], -- aus welcher Eigenschaft sich
vermutlich die Zuteilung des „Mischmetalles“ an ~Ares~ erklärt --,
und der Gott der unendlichen Zeit, ~Zervan~ = ~Chronos~ = ~Kronos~ =
~Saturn~. Er ist ein löwenköpfiges Ungeheuer in Menschengestalt, von
Schlangen umwunden und mit den Abzeichen der Planeten geschmückt, gilt
als Vater sämtlicher Götter, die er erzeugt und deren Kräfte er in
sich vereint enthält, und ist Herr und Führer der vier Elemente, aus
denen die ganze Welt besteht, und daher auch Schaffer und Zerstörer
alles Vorhandenen. Als ~Kronos-Mithras~ wird er auch abgebildet mit dem
schon der Antike wohlbekannten Attribute des Himmelsschlüssels, mittels
dessen er den Geweihten die Tore der 7 Himmelsstufen erschließt, und
dessen Besitz ihm auch gewisse Pseudepigraphen zuschreiben, als deren
Verfasser ~Ostanes~ und der „Prophet und Himmelswanderer“ ~Krates~
[= ~Chrat~, Beinamen des ägyptischen ~Horus~] genannt werden; κλείς =
Schlüssel, im Sinne von „Wunderschlüssel“, ist daher, wie schon weiter
oben erwähnt, auch ein beliebter Titel magischer und astrologischer
Zauberbücher, ja die koptischen Gnostiker verstehen nicht selten unter
κλείς ~Christus~, der übrigens schon im Evangelium des ~Lukas~[2758]
κλείς γνώσεως = „Schlüssel der Erkenntnis“ genannt wird[2759].


h) Die Ssâbier und Mandäer.

Unter dem Namen der +Ssâbier+[2760] bergen sich die Harrânier, d. s.
die Bewohner der Stadt Harrân (= Karrhae), die sich im nördlichen
Mesopotamien unweit Edessa erhob, nach alter (irrtümlicher)
Überlieferung etwa an der Stelle des babylonischen und als Heimat
~Abrahams~ auch biblischen Ur[2761]. Harrân bildete seit frühester Zeit
einen wichtigen Mittelpunkt ost-westlichen Verkehrs und Handels, --
schon der Prophet ~Ezechiel~ (6. Jahrhundert v. Chr.) zählt es unter
den „Krämern von Tyrus“ auf[2762] --, war dem Monde geweiht und seiner
Gestalt gemäß (halbmondförmig) erbaut[2763] und in babylonischer,
assyrischer, syrischer, römischer, christlicher und arabischer Zeit
hochberühmt als Sitz uralter Heiligtümer und vor allem als Kultstätte
des Mondes, der daselbst als ~Sin~, ~Selene~, und androgyner ~Deus
Lunus~ verehrt wurde[2764].

Als Ssâbier bezeichneten sich die Harrânier nicht schon zur Zeit der
arabischen Eroberung (639)[2765], vielmehr legten sie sich diesen
Namen erst um 830 unter dem Khalifen ~Almaʿmun~ bei, der ihnen als
„ungläubigen Heiden“ völlige Ausrottung ankündigte. Den von solcher
Gefahr Bedrohten erteilte ein schlauer muslimischer Rechtsgelehrter
gegen schwere Bezahlung den Rat, sie sollten sich als jene Ssâbier
ausgeben, über die niemand mehr irgend Genaueres wisse, denen jedoch
der Koran an drei Stellen Duldung zugesagt habe; dies geschah
seinerzeit jedenfalls, weil man ihre Sekte, die der mesopotamischen
Elkesaïten (die zwar verwandt, aber nicht identisch sind mit den
Mendaïten, Mandäern oder „Johannes-Christen“, deren dürftige
Reste sich bis auf den heutigen Tag erhielten), trotz des starken
Einschlages heidnischer Elemente für eine christliche ansah[2766].
Der Name Ssâbier ist syrischen Ursprunges und bedeutet die sich (zu
kultischen Zwecken) „Waschenden“, vielleicht auch „Taufenden“[2767].
Tatsächlich sind auch die Ssâbier Reste echt syrischer Heiden und
in vieler Hinsicht Bewahrer der alten heidnischen Religion und
des alten, durch chaldäische und persische Einflüsse abgeänderten
Sterndienstes, wie er etwa bei der spätbabylonischen Landbevölkerung
üblich gewesen sein mag[2768]. Verhältnismäßig früh wurden sie mit
hellenistischer Litteratur und Philosophie vertraut, nahmen sodann
hermetische, gnostische und neuplatonische Lehren auf[2769], und
während ihr Schrifttum und ihre Übersetzungen auch weiterhin syrisch
blieben, fühlten sie sich einerseits als Zugehörige des ererbten
Glaubens mit seinen noch die babylonischen Namen tragenden Göttern,
Tempeln und Kultgebräuchen, andererseits als Träger hellenistischer,
namentlich hermetischer und gnostischer Überlieferungen, sowie als
Pfleger des hermetischen und gnostischen Gemeinde-Wesens[2770].
In dieser Mischform, die für die Überlieferung zahlreicher alter
Traditionen von +größter Bedeutung+ ist, da sie unter dem leichten
monotheistischen Firnis neuplatonischer und hermetischer Ideen das rein
Heidnische zumeist fast unverändert bewahrte[2771], war das Ssâbiertum
spätestens schon im 3. Jahrhundert vorhanden[2772] und machte Harrân
zu einem Hauptorte der Fälschung philosophischer, religiöser und
mystisch-magischer Schriften, als deren Verfasser u. a. galten: die
Propheten und Weisen ~Pythagoras~, ~Platon~, ~Aristoteles~, ~Hermes~
„der Fürst der Leute von Harrân“ und sein großer Schüler (oder Lehrer)
~Agathodaimon~, ~Hermes Trismegistos~, „der König, Philosoph, Prophet
und Patron der untergeschobenen Bücher“[2773], der große Zauberer
~Ostanes~[2774], usf. Die Eroberung durch die Araber, die in Harrân
die erste Bekanntschaft mit dieser ganzen Art der Litteratur gemacht
haben dürften, änderte nichts an den bestehenden Verhältnissen, um so
mehr als die Ssâbier sich als sehr anpassungsfähig erwiesen und eine
ganze Anzahl arabisch schreibender Gelehrter hervorbrachten, u. a.
den berühmten ~Thabit ben Qorrah~ (826-901), sowie den Astronomen
~Albattani~. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts berichten über die Ssâbier
und ihren Glauben recht zutreffend ~Alnadim~ im „Fihrist“[2775], der
Geograph ~Ibn Hauqal~, sowie der hochgelehrte ~Albiruni~. Nach ~Ibn
Hauqal~ ist Harrân die Stadt der Ssâbier, bewohnt von 14 Hütern ihrer
Tempel, dessen größter erbaut ist von ~Abraham~[2776], der schon
nach dem „Buche der Jubiläen“ (2. Jahrhundert v. Chr.) daselbst „die
Zeichen der Sonne, des Mondes und der Planeten beobachtete“[2777].
~Albiruni~ meldet, daß die Ssâbier in Harrân, die verschieden von den
+wahren+ Ssâbiern im Irâk sind, gleich den alten persischen Königen vor
~Zoroaster~ Sonne, Mond, Planeten und Elemente verehren, deren Idolen
und Kultbildern in den Tempeln gewisse Feste feiern, über die er nicht
ausreichend unterrichtet sei, und zahlreiche Propheten und Philosophen
besäßen, u. a. ~Agathodaimon~ und ~Hermes~, der auch dem ~Henoch~,
~Idris~ und ~Buddha~ gleichgesetzt werde[2778]. Der „große Tempel“ zu
Harrân, d. i. der Mond-Tempel, „in dem ~Selene~ begraben liegt“[2779],
war gegen 1050 noch wohlerhalten; entweder in dieser Zeit, gelegentlich
eines Krieges mit den Ägyptern, oder im 13. Jahrhundert anläßlich des
Mongolen-Einbruches, wurde er gänzlich zerstört und zugleich mit ihm
verschwinden auch die Ssâbier spurlos aus der Geschichte[2780].

Im Mittelpunkte der ssâbischen Lehren, über die allein der Araber
~Almusabbihi~ ein Buch von 6000 Seiten geschrieben haben soll[2781],
steht der Sterndienst[2782], der aber erst einem älteren und
nichtsemitischen Kultus eingegliedert worden zu sein scheint. Betreff
des letzteren haben sich nur spärliche und späte Andeutungen erhalten,
z. B. bei dem ganz unzuverlässigen ~Ibn Alwahschijah~ (um 900) und bei
~Maimonides~ (1135-1204)[2783], denen zufolge der „Prophet“ ~Tammuz~,
der zuerst zur Verehrung der 7 Planeten und 12 Tierkreiszeichen
aufforderte, deshalb auf Befehl des Königs von Babylon getötet worden
sei[2784]. In der frühesten überlieferten Form der Lehren geben sich
diese als wesentlich dem Neuplatonismus entsprungen zu erkennen, wenn
auch einem vielfach umgestalteten und erweiterten, so daß Theorien
über Pantheismus, Weltseele, Väter und Mütter, tätige und leidende
oder männliche und weibliche Prinzipien, Zusammenhalten aller
Naturerscheinungen durch geistige Kräfte und Wesen, sympathetische
Verbindungen und Einflüsse u. dgl. stark vorwiegen, ferner den Formeln,
Zerimonien, Zauberkünsten, theurgischen oder magischen Praktiken, die
Einwirkung oder Zwang auf die geistigen Wesen ermöglichen, besondere
Bedeutung zugemessen wird[2785]. Die Erhabenheit der Gottheit über die
Materie und alles auch nur teilweise Materielle, sowie die Schwäche des
Menschen erfordert Vermittler rein geistiger Natur, die in ähnlicher
Weise Emanationen der Gottheit sind, wie die Lichtstrahlen solche
der Leuchte[2786]; zu ihnen zählen u. a., ganz im Sinne ~Philos~,
der den λόγος (Lógos) und die δυνάμεις (Dynámeis) schon „Werkzeuge
und Diener Gottes“ nannte[2787], die „oberste Ursache“ (= πρῶτον
αἴτιον des ~Iamblichos~), die „oberste Vernunft“ (= πρῶτος νοῦς des
~Iamblichos~)[2788], die Notwendigkeit, die Weltordnung, die Seele
und verschiedene andere[2789]. Die wichtigsten unter diesen geistigen
Wesen und Vermittlern sind aber die Leiter der 7 Planeten, die als „7
Glieder Gottes“ die Welt gestalten, lenken und beeinflussen[2790],
als „Väter“ die Elemente hervorbringen, die dann wieder die „Mütter“
aller Einzeldinge sind[2791], und für Aller Augen in den 7 Planeten
hervortreten. Den Planeten-Geistern, die teils männlich und weiblich
(oder wie ~Sin~, der Mond, androgyn), teils gut und böse, teils glück-
und unglückbringend[2792] sind, sowie den „intellektuellen Substanzen“,
weihten die Harrânier ihre Tempel, deren älteste und prächtigste
~Abraham~ erbaute[2793]; sie bergen als Repräsentanten der unsichtbaren
Geister und der nicht stets sichtbaren Planeten deren Idole und Götzen,
die daher entsprechend den jenen zugehörigen Formen, Gestalten,
Farben, Stoffen und Zahlen anzufertigen sind, da allein unter dieser
Voraussetzung die „Kräfte ihrer Sterne“ sich auch wirklich über sie
ergießen[2794].

Wollen nun Menschen von den Gottheiten etwas erbitten, so muß dies
durch die Priester geschehen, denn diese allein besitzen die zu einer
wirksamen Anrufung erforderlichen Kenntnisse der astrologischen und
magischen Eigenschaften der Gestirne, sowie die der chaldäischen,
persischen, altgriechischen, romaeischen (= neugriechischen),
arabischen und indischen Namen oder Worte, die man stets +sämtlich+
auszusprechen hat, damit die jeweilig „angenehmsten“ keinesfalls
übergangen werden[2795]. Die Priester wenden sich an +die+ Götzen und
durch sie an +die+ Sterngeister, unter deren Einfluß das Erwünschte
steht[2796], allenfalls aber auch an solche, die jenen gut befreundet
sind, -- man kann z. B. ~Aphrodite~ um das angehen, was man von ~Ares~
verlangt, und sie bei ihm, dessen Gunst wegen seiner großen Macht und
Schädlichkeit ohnehin ganz besonders zu suchen ist, Fürbitte einlegen
lassen[2797]. Am aussichtsvollsten ist es, wenn man +den+ Planeten
anrufen kann, unter dem man geboren ist; aber auch hierbei bleibt es
für den Bittsteller wie für den Priester Vorbedingung, daß sie der
Gottheit innerlich und äußerlich gereinigt nahen, mit lauterer Seele,
ohne niedrige und selbstsüchtige Gedanken, ferner zur richtigen und
angenehmen Zeit, z. B. jedem Sterne womöglich an seinem Tage, zu seiner
Stunde (der ersten des Tages)[2798], während seiner Kulmination, bei
guter Stellung und Nachbarschaft[2799], und endlich unter den richtigen
Zerimonien, Gebeten, Anrufungen, Beschwörungen und Gebärden, sowie
unter den richtigen, zugehörigen und „angenehmen“ Opfern, bei denen
nicht nur die Art und Farbe der Kleider, Räucherwerke, Tiere, Pflanzen,
Metalle usf. in Frage kommt, sondern auch die passende Zahl[2800]. Je
nachdem man 7 Sphären annimmt oder 9 (z. B. einschließlich derer der
Erde und Luft)[2801], hat man daher den Planeten Opfer von 7 oder 9
Lämmern, Schafen, Böcken u. dgl. darzubringen[2802] und sich dabei zu
überzeugen, daß die Altäre der Idole die erforderliche Zahl Stufen
besitzen, drei für den Mond, vier für ~Merkur~, fünf für ~Venus~,
sechs für die Sonne, sieben für ~Mars~, acht für ~Jupiter~ und neun
für ~Saturn~[2803]. Betreff der drei wichtigen oberen Planeten,
~Saturn~, ~Jupiter~, ~Mars~, gelten nach dem „Ghâjat“ die Vorschriften:
Kleidung schwarz, weiß, und gelb-rot; Ring aus Eisen, Bergkrystall(?),
Kupfer; Räucherpfanne aus Eisen, --, Kupfer; Opfertier schwarzer Bock,
weißes Schaf, --[2804]. Indessen gehen die Meinungen nach manchen
Richtungen auseinander, so z. B. schreiben einige dem ~Mars~ nicht
das Kupfer zu, sondern das Eisen, nebst den Leuten, die es bearbeiten
und gebrauchen, dem ~Jupiter~ aber das Edelmetall und die Leute, die
es aus den Gesteinen abscheiden[2805]. Die Berichte wiederum, die
~Aldimeschqi~ (1256-1327) in seiner „Kosmologie“ anführt[2806], und
die sichtlich aus sehr guten alten Quellen geschöpft sind, geben für
die 7 Planeten[2807] Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und
Mond an: Farben der Tempel schwarz, grün, rot, gelb, blau, bunt, weiß;
Farben der Kleider schwarz, grün, blutrot, gelb, weiß(?)[2808], bunt,
weiß; Metalle der Idole Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Mischmetall
nebst einem Porzellangefäß voll Quecksilber, Silber; Tag der
Verehrung Samstag, Donnerstag, Dienstag, Sonntag, Freitag, Mittwoch,
Montag[2809]. Das Quecksilber und ebenso das Gefäß aus Porzellan, einem
Material, das im westlichen Asien erst während des 8. Jahrhunderts
näher bekannt wurde, sind indessen hier offenbar Einschiebsel einer
erst späteren Zeit. In der Liste, die, ssâbischen Ansichten folgend,
~Ibn Alwahschijah~ (um 900) betreff der Planeten, ihrer üblichen und
auch auf den „Planeten-Siegeln“ enthaltenen Zeichen und ihrer Metalle
überliefert, fehlt das Quecksilber[2810], und ~Aldimeschqi~ selbst
sagt gelegentlich, daß Andere als siebentes Metall das „Châr Ssînî“
betrachten, d. i., wie schon der Name anzeigt, eine aus China stammende
Legierung, vielleicht eine Art sehr heller Bronze[2811]. Möglicherweise
ersetzte sie zunächst das anfänglich dem Jupiter zugeteilte
Elektron (Gold-Silber-Legierung), denn die Behauptung des syrischen
Lexikographen ~Bar Bahlul~ (um 950)[2812], die Verbindung zwischen
Jupiter und Zinn stamme schon aus sehr alter, wenn auch nicht ältester
Zeit babylonischen Heidentumes, ist nachweislich ganz unrichtig. Die
zwischen Metallen, Edelsteinen usf. und Planeten erklären aber die
Ssâbier daraus, daß die Sterne durch ihre Stellungen, Bewegungen und
Kräfte, vor allem aber durch ihre Farben und Lichtstrahlen, alles
Bestehende in entsprechender Weise beeinflussen, daher denn die Sonne,
das leuchtende gelbe Gestirn, das Gold hervorbringt, ~Saturn~, „dieser
in Weisheit und Geheimwissenschaft erfahrene indische (= schwarze)
Alte“ das Blei, usw.[2813].

Über die +Stifter+ der ssâbischen Religion besitzen wir Berichte
einer großen Anzahl hervorragender arabischer Gelehrter, Historiker
und Geographen, u. a. solche des ~Alkindi~ (starb nach 870),
~Ibn Khordadhbeh~ (gest. 912), ~Almasʿudi~ (gest. 958), ~Alkindi
Altudschibi~ (gest. um 970), der Verfasser der „Schriften der treuen
Brüder“ (10. Jahrhundert), des ~Schahristani~ (gest. 1153), ~Alqifti~
(gest. 1248), ~Ibn Saʿid~ (gest. 1274), ~Abuʿlfaradsch~ (gest. 1286),
~Aldimeschki~ (gest. 1327), ~Makrizi~ (gest. 1441), die auch bei diesen
letzteren Autoren häufig auf sehr frühe und zuverlässige Quellen
zurückgehen. Vielfach herrscht die Überzeugung vor, die ssâbische
Religion sei die älteste aller, und bei den Chaldäern, Persern,
Arabern, Indern, Chinesen, Türken, Griechen, Römern und sämtlichen
„fremden und heidnischen“ Völkern entweder die ursprüngliche oder die
seitens der Chaldäer bei ihnen eingeführte[2814], -- doch fehlt es
gegenüber derartigen Einbildungen auch nicht an Zweifeln, wie denn
z. B. ~Aldimeschqi~ ohne weiteres zugesteht[2815], „daß viele Angaben
und Erzählungen der Ssâbier auf lügnerischen Erfindungen dieses
heidnischen Volkes beruhen“.

Als Begründer der ssâbischen Religion werden neben ~Orpheus~, ~Solon~,
~Homer~, dem Astronomen ~Aratos~[2816], den Verfassern einiger
hermetischer Schriften[2817] und ~Abraham~[2818] hauptsächlich
angeführt ~Hermes~ = ~Henoch~, sowie ~Agathodaimon~ = ~Seth~, die
sich auch mit ~Orpheus~ I. und II. identifiziert finden[2819].
Vermittelt wurden diese Gleichsetzungen wohl durch die Syrer, bei
denen Synkretismus und neuplatonische Mystik, namentlich seit der
Einwanderung der von den „rechtgläubigen“ byzantinischen Kaisern
ausgetriebenen Nestorianer[2820] überraschend schnell Boden
faßten[2821]; doch ist es nicht ganz ausgeschlossen, daß sie ganz
oder teilweise auch erst aus der Zeit nach der arabischen Eroberung
herrühren, die nicht nur späthellenistische Pseudepigraphen aller Art
mit kritikloser Gläubigkeit aufnahm, sondern sie alsbald auch mit Eifer
und Geschick nachzuahmen verstand[2822].

Von ~Hermes~ heißt es, daß er gleichzeitig Prophet, Philosoph (oder
Astronom) und König war[2823], und zwar nach den einen König von
Persien[2824], nach den anderen aber von Oberägypten, wo er als
~Hermes~ I. alle überhaupt bekannten Werke verfaßte, die von Magie,
Astronomie, Astrologie, Medizin, Zauberei u. dgl. handeln[2825];
auch seine Sprößlinge, die ebenfalls ~Hermes~ hießen, waren Könige,
und zu ihnen zählt u. a. ~Alexander der Grosse~, dessen rechter
Name „~Hermes~, Sohn des ~Philippos~“ lautete[2826]. ~Hermes~
wurde gleichgesetzt mit ~ʿUtarid~ (babylon. = ~Merkur~), mit dem
hochberühmten arabischen Propheten ~Idris~, d. i. ursprünglich
dem Apostel ~Andreas~[2827], und samt diesem dem Urpatriarchen
~Henoch~[2828]. Vermöge seiner geheimen Kräfte, -- denn er war
„dreifach an Weisheit“ --, stieg er empor bis zur Sphäre des ~Saturn~
(= zur äußersten), verweilte in ihr 30 Jahre (= Umlaufszeit des
~Saturn~), nahm von da aus Einblick in alle Zustände des Weltalls
und kehrte dann zur Erde zurück, wohlbewandert in der Kenntnis des
Planeten-Umlaufes und aller Himmels-Erscheinungen[2829]. Auf solches
Wissen gestützt erschloß er aus der Stellung der Gestirne das Nahen
der Sündflut und errichtete deshalb zur Sicherung seiner Schätze und
Manuskripte die Pyramiden, deren jede, „wie alle ägyptischen Tempel“,
7 den 7 Planeten geweihte Kammern enthält, auf deren Wänden magische,
astronomische, astrologische, medizinische, chemische und andere
Inschriften stehen[2830]; der Khalif ~Harun Alraschid~ ließ, als er
nach Ägypten kam, eine von ihnen „mit Feuer und Essig“ öffnen, aber
ohne Ergebnis und vor allem ohne die Schätze zu finden[2831].

Der „ägyptische“ ~Agathodaimon~, der kein anderer ist als ~Seth~, der
Sohn ~Adams~[2832], soll nach einigen ein „griechisch-ägyptischer
Prophet“, tausend Jahre älter als ~Hermes~ und dessen Lehrer gewesen
sein[2833], nach anderen aber sein Jünger und Schüler[2834]; um diese
Widersprüche zu vereinigen, nahm man auch an, daß es +mehrere+ ~Hermes~
gegeben habe[2835], u. a. einen ägyptischen, „der die ägyptische
Religion begründete“[2836], und einen babylonischen, „einen der 7
Diener des Tempels, nämlich jenes des ~ʿUtarid~“ (= ~Merkur~)[2837].
Dieser letztere ging aber nach manchen ebenfalls nach Ägypten, lehrte
die Priester zu Memphis die Astrologie und Geheimwissenschaft, über
die er zahllose religiöse, philosophische und alchemistische Werke
verfaßt hatte, und zeichnete gemeinsam mit ~Agathodaimon~ seine
Lehren auch auf den Tempel-Stelen auf, aus deren Inschriften später
(was schon ~Iamblichos~ als wohlbekannt berichtet) ~Pythagoras~ und
~Platon~ ihre Weisheit schöpften[2838]. Nicht sicher ist, welcher der
verschiedenen ~Hermes~ der Lehrer des ~Agathodaimon~ war; viele nehmen
an, es sei ~Hermes Trismegistos~ gewesen[2839], der sein ganzes Leben
philosophischem Nachdenken und wissenschaftlichen Versuchen widmete, --
u. a. erfand er dabei die Glasur der Tongefäße mittels Salmiak[2840]
--, und nach seinem Tode als Lichtsäule gen Himmel fuhr[2841]. Nach
allgemeiner Annahme sind er und ~Agathodaimon~ in den beiden großen
Pyramiden begraben[2842], während die drittgrößte den ~Ssabi Ben
Hermes~ bergen soll, -- eine offenbar erst nachträglich als „Heros
epónymos“ (Namengeber) der Ssâbier erdachte Persönlichkeit[2843].

                              ——————————

Nur ganz kurz sei an dieser Stelle der oben erwähnten +Mandäer+
gedacht, aramäischer Stämme, die im mesopotamischen Delta (im
Irak) wohnten[2844] und anscheinend mancherlei Gemeinsames mit den
Manichäern besaßen, über die erst in neuester Zeit die Funde zu
Turfan im chinesischen Turkestan helleres, doch bei weitem noch nicht
ausreichendes Licht verbreiteten.

Die Religion der Mandäer ist eine Mischbildung, die, soweit ihre erst
im 3. bis 6. Jahrhundert abgefaßten „heiligen Schriften“ ein Urteil
gestatten, aus ursprünglich rein heidnischen und verhältnismäßig
einfachen Grundlagen unter dem Einflusse babylonischer, chaldäischer,
persischer und gnostischer Anschauungen entstand[2845]. Die Welt
ist ihr eine Mischung von Gutem und Bösem, Licht und Finsternis,
hervorgebracht durch eine androgyne Urgottheit, und zwar nicht
miterzeugt, aber mitbeherrscht von den halbbösen und bösen 7
Planeten-Dämonen[2846]. Bei der Weltschöpfung entstand ein Festland
mit 7 Ringmauern, durch die das feindselige böse Wesen Ur von der
Oberwelt so abgeschlossen ist, daß auf seinem Leibe die Erde ruht, in
Gestalt 7 flacher Schichten aus (7) Metallen, „Ambosse“ genannt[2847].
Ferner bildeten sich aus der Urmasse, der „Mutter der Welt“[2848],
unter Einwirkung des „Wassers des Lebens“[2849] die 7 Planeten, die
als „7 Leuchten der Welt“ auf Wagen fahren und ~Samos~ (Sonne),
~Libat~ (~Dilbat~, ~Venus~), ~Sin~ (Mond), ~Kiwan~ (~Saturn~), ~Bel~
(~Jupiter~), ~Niragh~ (~Mars~) und ~Enbu~ (~Nebu~, ~Merkur~) heißen,
aber auch vielerlei andere, zum Teil babylonische Namen führen[2850].
Die 7 Planeten regieren die 7 Weltperioden oder Weltreiche[2851],
sie lenken durch ihre Bewegungen alle Vorgänge auf Erden[2852] und
bestimmen namentlich, getreu den Aufzeichnungen des „weisen Schreibers
~Nebu~ im Buche der Schicksale“, die Erlebnisse der Menschen[2853]. Den
zur Erde hinabsteigenden Seelen erteilen sie ihre Laster und stürzen
sie dadurch in endloses Unglück; aus diesem befreit die Würdigen (=
Gläubigen) die gute erlösende Gottheit und führt sie nach dem Ende des
Lebens zu ihrem Sitze in den obersten Himmel zurück[2854].

Nach ~Reitzenstein~ ist es bemerkenswert, daß, wie manche mandäische
Namen (z. B. ~Abatur~ für ~Hermes~)[2855], so auch vielerlei Lehren
und Anschauungen der Mandäer sichtlich iranischen Ursprung oder doch
iranische Gestaltung aufweisen[2856]; zu diesen zählen die vom Aufstieg
der Seele[2857], vom großen Drachen (der babylonischen Tiamat)[2858],
sowie vom Feuer und Wasser, den beiden enge mit der dualistischen
Theorie zusammenhängenden Grundstoffen[2859]. Ursprünglich ist das
Feuer der gute und männliche, das Wasser der schlechte und weibliche;
bei den Mandäern wird diese Einteilung aber in ihr Gegenteil verkehrt
und bleibt so auch bei einigen christlich-gnostischen Sekten bis
in das 2. Jahrhundert hinein bestehen[2860], während andere, unter
Einmischung der griechischen Lehre von den vier Elementen, Feuer und
Luft als ψυχικὰ στοιχεῖα (seelische Elemente) ansehen, Wasser und Erde
aber als σοματικὰ στοιχεῖα (körperliche Elemente)[2861]. Die nämlichen
iranischen Einflüsse machen sich zugleich mit jenen der griechischen
Philosophie[2862] auch schon frühzeitig in der hermetischen Litteratur
bemerkbar[2863], und ebenso zusammen mit jenen der phrygischen
Götterlehre in den gnostischen Offenbarungs-Schriften[2864]:
es entstammen ihnen u. a. der zweigeschlechtliche Urmensch, die
Göttin ~Psyche~, die in die Materie herabsinkt und wieder in den
Himmel heimkehrt[2865], sowie verschiedene kosmogonische Züge, die
vermutlich auf dem Wege über die in großem Ansehen stehende Tradition,
insbesondere die volkstümlich-hellenistische, Eingang fanden[2866].
Den iranischen Mythen, deren religiöse Nachwirkung überhaupt
außerordentlich hoch einzuschätzen ist[2867], entnahm vieles höchst
Bedeutsame auch ~Mani~ (216-276), der Begründer des Manichäismus,
der die christliche und die persische Religion miteinander zu
verschmelzen suchte[2868]; auch er schöpfte indessen nicht unmittelbar
aus orientalischen Quellen, sondern aus älteren griechischen, in
frühhellenistischer Zeit entstandenen Vorlagen, von denen sich
Überreste in den Zauberpapyri erhalten haben[2869]. Aus allen den
genannten Litteraturkreisen hinwiederum gingen iranische Lehren zu den
Ssâbiern über[2870], ferner zu den früharabischen „Treuen Brüdern“ (s.
unten)[2871], sowie auch zu den eigentlichen arabischen Hermetikern,
die indes bisher nur sehr unzureichend erforscht sind[2872].




Dritter Abschnitt.

Chemie und Alchemie.




1. Die Technik in Ägypten.


Schon die ersten neuzeitlichen Autoren, die sich nach Wiederauffindung
der alchemistischen Schriften näher mit deren Inhalte beschäftigten,
erkannten in zutreffender Weise als Grund der Erscheinung, daß gerade
Ägypten zur Stätte alchemistischer Entwicklung geworden sei, die
Tatsache, daß sich in diesem Lande seit altersher die Gewinnung und
Verarbeitung der Edelmetalle, sowie die Herstellung von Glasflüssen,
gefärbten Stoffen, Heilmitteln, Räucherwerken usf. eifriger und
erfolgreicher Pflege erfreuten.

Betreff der letztgenannten Gegenstände reichen begreiflicherweise
weder Funde noch schriftliche oder bildliche Überlieferungen bis in
die früheste Epoche zurück. Was hingegen +Glas+ anbelangt, so wissen
wir, daß schon zur Zeit der ~Horus~-Verehrer (um 3500 v. Chr.) Perlen
aus Kalk-Natron-Glas, und zu jener der Thiniten-Dynastie (3315-2895)
hellblaue Glasstücke als Schmuck dienten[2873], daß man um Beginn
des 3. Jahrtausends allerlei farbige Glasflüsse, bunt glasierte
Ziegel und polychrome Kacheln anfertigte[2874], und daß schon vor
2000 jene prächtige blaue Glasur der Tonwaren bekannt war[2875],
deren Bereitung nach Ansicht einiger Forscher zur Erzeugung der
eigentlichen Glasgeräte führte, die man ursprünglich nur dunkel (meist
grün) und undurchsichtig, im 15. Jahrhundert aber auch schon weiß und
durchsichtig herzustellen verstand[2876]. Eine Vase aus der Zeit der
4. Dynastie (etwa um 2800) fand ~Berthelot~ noch aus einer bloßen
Fritte von Quarzsand, Kochsalz und Bleiglätte bestehend[2877]; um 2000
war aber bereits richtiges Glas vorhanden. Einen unter der Regierung
~Amenemhets~ (um 1830) angefertigten und seinen Namen zeigenden
Glaswürfel, aus einem Bündel verschiedenfarbiger Glasstäbe bestehend,
bewahrt das Berliner ägyptologische Museum, und ebenda sind auch schöne
und große Glasperlen zu sehen, die die Gemahlin ~Thutmosis~ III.
(um 1475) schmückten. Dem nämlichen Herrscher sandte auch der König
von Assur „echten“ Blaustein oder Chesbet (Lasurstein)[2878], der
neben Grünstein oder Mafek (Malachit), -- die diesen hervorbringende
Sinaihalbinsel heißt ebenfalls Mafek[2879], -- der älteste in
Ägypten übliche Schmuckstein war[2880]. Aber schon um 2500 ist in
einer Inschrift[2881], um 2000 im Papyrus ~Westcar~[2882], und in
derselben Zeit und um 1700 in ägyptischen Märchen[2883] von solchem
„echten“ Blaustein die Rede, offenbar im Gegensatze zum „unechten“:
dieser ist, neben dem aus ägyptischem und cyprischem Bergblau oder
Kupferlasur bestehenden[2884], der „in Ziegel gegossene“, κύανος χυτός
(gegossener Blaustein), von dem noch ~Theophrast~ berichtet, „die
Kunst seiner Herstellung sei zur Zeit gewisser ägyptischer Könige
erfunden worden“[2885]. Teile solchen blauen Glasflusses sind neben
anderen farbigen Glasstücken aus Gräbern der mykenischen Periode und
ferner als Einlagen eines Alabasterfrieses aus den Trümmern von Tiryns
(um oder vor 1500) zutage gekommen[2886]; auch der blaue Wandschmuck
(κύανος), mit dem ~Homer~ den Palast des ~Alkinoos~ ausstattet[2887],
war sicherlich nichts anderes als derartiger „unechter“ Blaustein.

Die Kunst, eigentliche Glaswaren zu gießen, sowie die, Glas zu
blasen, die man bis vor kurzem, infolge unrichtiger Deutung einiger
Wandzeichnungen, bis in das zweite Jahrtausend zurückverlegte,
haben jedoch keinen Anspruch auf ein so hohes Alter; sie stammen
zwar ebenfalls aus Ägypten, kamen jedoch erst gegen Beginn unserer
Zeitrechnung in Gebrauch[2888]. Auch buntes durchscheinendes Glas
herzustellen, verstand man wohl kaum vor dem 7. Jahrhundert[2889].

Hinsichtlich der +Edelmetalle+ ist zu erwähnen, daß das älteste
Ägypten und auch seine unmittelbaren Nachbarstriche arm an reinem
Silber waren, das daher bis gegen Beginn des neuen Reiches (um 1500)
äußerst kostbar und meist höher geschätzt als Gold blieb[2890],
während dieses, und zwar sowohl durch bergmännische, wie durch
Wascharbeit gewonnenes „Berggold“ und „Wassergold“, schon sehr
frühzeitig in verhältnismäßig großer Menge zur Verfügung stand und
den Gegenstand eines ausschließlich königlichen Monopoles bildete.
Muttergestein des nordostafrikanischen Goldes sind die Quarzgänge der
krystallinischen Schiefer, die im eigentlichen (oberen) Ägypten, etwa
von Koptos (Kuft) bis Assuan, zwischen Nil und Rotem Meer auftreten,
in weit umfangreicherem Maße aber etwas südlicher, in der schon
zum Goldlande Nubien (nub = Gold) gehörigen Landschaft Kusch, und
zwar hauptsächlich im Wadi ʿOllâki, einem Tale, das sich gegen das
Rote Meer zu erstreckt, außerdem aber auch in anderen Gegenden der
äthiopischen (= nubischen und abessinischen) Ländereien[2891]. Das
Gold dieser Lagerstätten, die zum Teil vor kurzem wieder aufgedeckt
wurden[2892], findet sich unter dem Namen Wasser- oder Flußgold,
Berggold, Gold von Kusch, Gold von Edfu, Ombo, Kuft (d. s. Orte, an
denen die Wüstenstraßen den Nil erreichen), nubisches Gold usf., schon
in Inschriften des 3. Jahrtausends als etwas längst Wohlbekanntes
erwähnt[2893]. Das „Flußgold“, dessen glänzende schwere Flitter und
Körner wie in den verschiedensten Ländern der Erde so auch in Ägypten
naturgemäß die Aufmerksamkeit der Bewohner zuerst auf sich zogen,
gewann man aus dem Sande (ἄμμος: ψάμμος χρυσίτης = goldführender Sand)
durch Waschen, Schlämmen und Auffangen der feinsten Teilchen in Fellen
oder Tüchern[2894], und das älteste hieroglyphische Zeichen für Gold
stellt ein derartiges, zwecks Abpressen des Wassers zusammengewundenes
Seihetuch dar. Über die bergmännischen Verfahren besitzen wir erst aus
dem 2. Jahrhundert v. Chr. einen Bericht des ~Agatharchides~, und auch
diesen nur in den bei ~Diodor~ (um 40 v. Chr.)[2895] und bei ~Photios~
(10. Jahrhundert n. Chr.) erhaltenen Auszügen mit ihren in lebhaften
Farben gehaltenen Schilderungen der entsetzlichen Leiden und Qualen der
(meist auf Lebenszeit) zur Bergwerksarbeit Befohlenen und Verurteilten.
Schon in der ältesten Zeit, zu der man sich, den gemachten Funden
nach, noch allein steinerner oder kupferner Werkzeuge bediente, ließen
indessen die „königlichen Beamten und Fronvögte der Goldbergwerke in
der Wüste“, von denen die Inschriften sprechen[2896], die Arbeiten in
wesentlich derselben Weise betreiben wie ihre späten, im Dienste der
Ptolemäer stehenden Nachfolger[2897]: man legte Stollen in der Richtung
der Quarzgänge an, machte das Gestein durch Feuer mürbe, brachte die
groben Stücke heraus ans Tageslicht und zerstampfte sie in steinernen,
dem Felsmassiv abgewonnenen Gruben („Mörsern“) mit steinernen oder
metallenen Stößeln bis zur Erbsengröße; diese kleineren Brocken zerrieb
man in Handmühlen, rührte das feine Mehl mit Wasser an und sonderte
aus dem so gewonnenen Schlick das Gold durch sorgfältiges Schlämmen
ab. Schließlich schmolz man es zusammen, -- wozu man die Öfen schon
zur Zeit des alten Reiches (2895-2540) mit Rohren anblies, zu der des
neuen (1580-1100) aber mit Blasbälgen, auch mit doppeltwirkenden[2898]
--, goß es in Ziegel, Platten, Stangen oder Ringe und wog es in dieser
Form (während für Waschgold das Füllen in Beutel von gewissem Inhalte
gebräuchlich blieb)[2899]. Das auf solchem Wege hergestellte Metall
erreichte selten einen Gehalt von mehr als etwa 92% Gold[2900], war
zuweilen von etwas Platin begleitet[2901] und enthielt stets erhebliche
Mengen Silber, von dem schon einige Prozente genügen, um jenen
weißlichen Schimmer des „Elektrons“ hervorzubringen, der so zahlreichen
Funden aus älterer Zeit eigen ist[2902]. Die Inschriften erwähnen vom
3. bis in das 1. Jahrtausend herab gewöhnliches, feines und gutes Gold,
Gold „von zweimal“ und „von dreimal“ (wiederholt umgearbeitetes?),
Gold von der Wage, Silber-Gold, Weißgold, sowie Ismu oder Asemu (=
Elektron)[2903]. Die seitens mancher Forscher angenommene Identität
von Weißgold und Elektron bleibt fraglich, da manche Inschriften beide
nebeneinander nennen[2904], so wie auch der „Papyrus ~Harris~“ (13.
Jahrhundert) von „⅔-Gold, feinem Gold und Weißgold“ spricht[2905], und
ein Brief aus dem Ende des 12. Jahrhunderts von „Gold, feinem Gold und
Silbergold“[2906]. Endlich ist, außer von „⅔-Gold“, auch von „Kupfer
mit der Farbe von ⅓-Gold“ die Rede[2907]. Die erwähnte wiederholte
Umarbeitung geschah vermutlich durch Umschmelzen des Goldes, für sich
oder mit irgendwelchen Zusätzen; eine durchgreifende Reinigung durch
eine Art Kuppelation, die Gold von 99,7-99,8% lieferte, wird aber erst
nach Beginn der persischen Eroberung (6. Jahrhundert) nachweisbar und
dürfte aus Lydien stammen, wo sie zur Zeit der in diesem Lande zuerst
ausgeübten Münzprägung, im 7. Jahrhundert, erfunden worden zu sein
scheint[2908]. Nach ~Agatharchides~ brachten die Schmelzer (ἑψηταί)
zu diesem Zwecke gewisse abgewogene Mengen Gold, Kochsalz, Blei, Zinn
(κασσίτερος, Kassíteros) und Gersten-Kleie oder -Spreu in Tontiegel,
legten die Deckel auf, verstrichen sie sorgfältig mit Lehm und
setzten die Gefäße hierauf fünf Tage lang dem Feuer der (nicht näher
beschriebenen) Schmelzöfen aus, worauf dann das Gold fast mit seinem
ursprünglichen Gewichte, aber nun völlig rein, zurückblieb [offenbar
indem das Silber in Chlorsilber übergeführt und samt der Schlacke von
den porösen Tiegelwänden aufgesaugt wurde][2909].

Diese Gewinnung des Goldes in den Wäschen und Bergwerken, die in
wechselnder Ausdehnung und mit wechselndem Erfolge die ptolemäische,
römische, byzantinische und arabische Herrschaft überdauerte[2910]
und angeblich erst nach der türkischen Eroberung Ägyptens völlig zum
Stillstande kam, verschaffte dem Lande den Ruf außerordentlichen
und im Laufe der Zeiten durch das Gerücht immer übertriebener
geschilderten Reichtums. Die Ufer des Nils sollten bedeckt sein vom
ψάμμος χρυσίτης, dem goldführenden Sande, dessen edles Erz man nur
vom gemeinen Sande der unedlen, bei ~Olympiodoros~ (6. Jahrhundert)
selbst ψάμμοι geheißenen Metalle zu trennen brauchte, und noch der
byzantinische Gelehrte und Schriftsteller ~Psellos~ (1018-1078)
kündet das Lob dieses hochberühmten „Chrysites der Ufer“, der „arena
litoralis“ (des Ufersandes)[2911]. Nach dem Araber ~Alhabib~ (8.
Jahrhundert?) gewannen die alten Ägypter unendliche Schätze aus
„Sand“[2912], ~Jaʿqubi~ (9. Jahrhundert) preist den unermeßlichen
Goldertrag Oberägyptens[2913], und ein Brief des 9. Jahrhunderts aus
dem „Papyrus ~Rainer~“ meldet den Abgang einer Goldsendung aus Nubien,
„wo das Gold im Sande wächst wie in Arabien die gelben Rüben“[2914].
Bei ~Qalqaschandi~ (gest. 1418), der eine „Geschichte der Geographie
und Verwaltung von Ägypten“ seit dem 10. Jahrhundert schrieb, heißt es
auf Grund älterer Quellen[2915]: „Ein Berg bei Fustât (= Kairo) führt
den Namen Al-Muqattam, nach einigen deshalb, weil auf ihm ein Priester
~Muqattam~ wohnte, der sich mit Alchemie beschäftigte, ... aber der
Autor der „Duftenden Gärten“ sagt: wenn man seine Erde sorgfältig
behandelt, so wird reines Gold aus ihr gewonnen.“

~Heliodoros~ erwähnt in seinen um 250 n. Chr. verfaßten romanhaften
„Äthiopischen Geschichten“, daß in Abessynien die Ameisen Gold graben
und zutage bringen[2916]; sein Zeitgenosse ~Aelian~[2917] sowie
~Olympiodoros~ stimmt ihm hierin bei, und auch gewisse der vielleicht
gleich alten Quellen des apokryphen „Steinbuches des ~Aristoteles~“
gedenken der goldfördernden Ameisen und bezeichnen den weisen König
~Salomon~ als ihren Herrn[2918]. Vorstellungen dieser Art entstammen
Sagenkreisen, die sich schon im alten Griechenland weiter Verbreitung
erfreuten. Bereits um 550 v. Chr. vollendete ~Aristeas~ sein von
orphischen Vorstellungen beeinflußtes Gedicht „Arimaspeia“[2919], dem
zufolge die Völkerschaften der einäugigen Arimaspen das Gold unter
schrecklichen Gefahren den es behütenden wilden Greifen rauben[2920],
die er in den äußersten Norden, ~Aischylos~ aber in den äußersten Osten
versetzt; neben diesen Greifen kennt „goldgrabende Ameisen Indiens,
... kleiner als Hunde, aber größer als Füchse“ schon ~Herodot~[2921].
~Ktesias~ scheint dann die eingeschnürten, sehnig-mageren Leiber
der geflügelten Greifen mit denen der Ameisen zusammengeworfen zu
haben[2922], und schließlich gestalteten jüngere Berichte diese
Überlieferungen noch weiter aus[2923]. Was ihren tatsächlichen
Untergrund betrifft, so hält ~Humboldt~ die Arimaspen für Bewohner
der Abhänge des goldreichen Altai, die „Ameisen“ erklärt er aber, auf
Beobachtungen des Reisenden ~Vigne~ hin, für die Murmeltiere Tibets,
die dort auch heute noch den goldhaltigen Sand der Gebirge aufzuwühlen
pflegen[2924]; dieser Deutung der Herkunft des Ameisengoldes aus Tibet,
-- dessen Landschaft Dardistan schon zur Zeit des Königs ~Darius~ jenes
Gold lieferte, das (laut ~Herodots~ Erwähnung) die nordwestlichen Inder
dem Herrscher als Tribut darbrachten --, stimmten auch viele andere
Gelehrte zu[2925], doch ist zu erwähnen, daß einheimische indische
Quellen die Sage ebenfalls anführen und hierbei wirklich von Ameisen
(pripîlika) sprechen[2926]. Da solche aber bei den Indern häufig
als Dämonen angesehen und verehrt wurden[2927], während man wieder
im mittleren und nördlichen Asien den das Gold (und andere Metalle)
Fördernden und Bearbeitenden nicht selten dämonische Eigenschaften
zuschrieb, so ist die eigentümliche Vorstellung vielleicht durch
Verbindung dieser beiden Anschauungen zustande gekommen[2928].

Die Verarbeitung der Edelmetalle zu Kunstgegenständen und Schmuck,
das Abwägen, das Schmelzen in Tiegeln, die Herstellung von Hals- und
Armbändern usf. waren in Ägypten schon im 4. Jahrtausend wohlbekannt
und hatten, wie Abbildungen und einzelne Funde zeigen, bereits damals
eine erstaunliche Stufe technischer und künstlerischer Vollkommenheit
erreicht[2929]. In Vollguß verfertigte man jedoch in dieser und auch
noch in der nächstfolgenden Zeit nur kleinere Gegenstände, -- so z. B.
sind noch an der berühmten Statue des Königs ~Pepi~ I. (um 2500)
Brust, Arme, Beine usf. aus einzelnen Platten hergestellt, die man
nachträglich durch Nieten verband[2930] --, und erst gegen 2000 begann
man ihn auch auf größere Stücke auszudehnen[2931]. Getriebene, gepreßte
und eingelegte Arbeiten waren noch selten, während man sich auf Hohlguß
und auf Vergoldung mit Platten und Plättchen um 2000 schon gut, auf
Goldschlägerei und Vergoldung mit feinstem Blattgolde aber bereits um
2500 vortrefflich verstand[2932].

Wie weit Kunstfertigkeiten solcher Art zurückreichen, zeigt die
Überlieferung, daß der Gott ~Ptah~ selbst die ersten Statuen der Götter
angefertigt und sie mit Gold, Blaustein und Grünstein geschmückt
habe[2933]; er ist daher, wie schon weiter oben angeführt, der
„Herr der Goldschmelze und Goldschmiede“, der „Gießer des goldenen
Sonnenkäfers, des Käfers aus reinstem Golde“, der „Herr der Künste und
der Künstler“, sein Haupttempel in Memphis ist die „Goldschmiede“,
der Oberpriester „der Oberste der Künstler“, ein anderer Priester
der „Meister der Kunst“ usf.[2934]. Offenbar standen also schon seit
alten Zeiten mindestens gewisse Kunstgewerbe in enger Verbindung mit
den Tempeln und dienten in deren Werkstätten der Anfertigung und
Ausschmückung der Götterbilder und gottesdienstlichen Geräte[2935].
Die Oberpriester in Memphis nennen sich „wissend um die Geheimnisse
der Goldschmiede“[2936], und andere Priester rühmen, „daß sie Kenntnis
besitzen vom Geheimen in den Goldhäusern“[2937]; dies bezieht sich
nicht, wie man früher zuweilen annahm, auf Alchemie[2938], sondern
auf die Götterbilder[2939] und auf die schmalen in den Mauern
ausgesparten Geheimgänge, durch die man die Statuen und Geräte aus den
Schatzkammern in die Tempel und wieder zurück brachte[2940], ferner
auf die in den „Goldhäusern“ aufgestapelten Tempelschätze an Gold,
„ganz vollwertigem“ und „gestempeltem“ Gold, Silber, Kupfer und anderen
Metallen[2941], die die Könige den Göttern in oft sehr bedeutenden
Mengen als Weihgeschenke darzubringen pflegten[2942]. Die königlichen
Schatzkammern hießen „weißes Haus“ oder „weißes und rotes Haus“,
-- welche Beinamen u. a. einerseits auf Silber und Gold hindeuten,
andererseits auf die Nationalfarben der alten süd- und nordägyptischen
Reiche[2943] --, und aus ihnen brachten die „Vorsteher“, die eines der
wichtigsten Hofämter bekleideten, die Metalle in das „weiße Haus der
Tempel“, das ebenfalls besondere Abteilungen für Gold, Kupfer, feine
Stoffe usf. besaß[2944]. Im Tempel zu Denderah findet sich ein Raum
ausdrücklich als „Goldschmiede“ bezeichnet, Inschriften aus späterer
Zeit berichten, daß daselbst zwölf „Künstler“ vier Monate des Jahres
damit beschäftigt waren, den Schmuck für die Götter aus Gold, Silber,
Elektron und Kupfer herzustellen, und eine ähnliche Tätigkeit wird
von den „Goldschmieden des Gottes ~Ammon~“ vermeldet[2945]. Die Sage
behauptet, daß schon bei der ersten Eroberung Ägyptens in ferner Urzeit
Schmiede dem Gotte ~Horus~ zum Siege verhalfen, weshalb er sie zum
Danke als erste Priester einsetzte[2946], und im Zusammenhange hiermit
soll die Befähigung und Neigung dieser heiligen Männer gestanden haben,
aus Metallen und sonstigen wertvollen Stoffen kostbare Arbeiten selbst
anzufertigen oder durch andere anfertigen zu lassen. An den Vergleich
mit solchen ist zu denken, wenn es z. B. um 2500 vom Gotte ~Rê~ heißt,
„als er alt wurde, waren seine Glieder Gold, seine Knochen Silber
(oder Elektron), seine Haare echter Blaustein“[2947], wenn ferner eine
Inschrift berichtet: „Gold ist der Leib der Götter und ~Rê~ hat gesagt,
als er anfing zu sprechen: meine Haut ist reines Elektron“[2948], oder
endlich wenn der „Papyrus ~Westcar~“ (um 2000) von einem königlichen
Kinde erzählt, „das geboren wird mit Gliedern aus Gold und mit dem
Kopftuche aus echtem Blaustein“, d. h. mit den Einlagen aus Gold und
mit den Schmuckstücken des Hauptes, wie sie den Statuen der Götter oder
ihrer irdischen Stellvertreter, der Könige, zukamen[2949].

Während des mittleren und neuen Reiches nahmen derartige
„Priestergewerbe“ an Bedeutung und Wichtigkeit zu und umfaßten
u. a. Weber, Färber, Schmelzer, Gold-, Silber- und Kupferschmiede,
welche letzteren den niedrigsten Rang einnahmen, und später auch
Eisenschmiede[2950]. Ihre größte Ausdehnung erreichten sie jedoch
erst in ptolemäischer und hellenistischer Zeit, zu der zahlreiche
heilige Stätten, besonders die größten, wie z. B. das Serapeion[2951],
eine unter priesterlicher Leitung stehende, mannigfach verzweigte
Tempel-Industrie besaßen und mit Hilfe von Meistern, Vorarbeitern,
Handwerkern und Händlern die verschiedensten Gewerbe und
industriellen Anlagen zur Deckung des eigenen und des Kunden-Bedarfes
betrieben[2952], wenngleich es keineswegs in +allen+ Fällen feststeht,
daß die Geschäftsführung auf Rechnung der Tempelkasse erfolgte[2953].
Unter den Weihegaben dieser Epoche wird zwar Silber und Gold, besonders
auch „Erdgold“, immer noch genannt[2954], zumeist aber scheinen sie
bereits aus vergoldetem oder versilbertem Kupfer, oder auch nur aus
Kupfer (Bronze?) bestanden zu haben[2955]; soweit Überlieferungen und
Fundstücke schließen lassen, mußten sich auch die Götter in stets
zunehmendem Maße statt mit „echten“ Schmucksachen, Prunkkleidern
und Kultgeräten mit den nachgebildeten begnügen, die die „heiligen“
Werkstätten der Gotteshäuser unter geschickter Wahrnehmung des alten
Anscheines herzustellen verstanden.

Was die eigentliche Tempel-Industrie anbelangt, die jedoch, wie
angeführt, mit der profanen in mancherlei, derzeit noch nicht
genügend aufzuklärendem Zusammenhange stand, so ist es bezeichnend,
daß der „Archiereús“ und „Prophétes“, die ursprünglich die Würde
eines ersten und zweiten Beamten der Tempel und der Priesterschaft
bekleideten[2956], späterhin aber nur mehr Träger dieser leeren Titel
waren[2957], schließlich zu einer Art von Arbeiter-Vorständen, ja
Vorarbeitern von Beamten-Charakter herabsanken, -- gleich dem ἀρχιατρός
(Archiatrós, Archiater, Oberarzt) oder ἀρχιτέκτων (Architékton,
Architekt, Oberbauleiter) des ptolemäischen Zeitalters[2958] --, und
als solche eine rein technische Tätigkeit ausübten. Techniker, τεχνῖται
(Technítai), waren den Griechen in älterer Zeit die einer Kunst (τέχνη,
Téchne) oder kunstvollen Gebahrung Beflissenen, und in solchem Sinne
heißen noch bei ~Xenophon~ (um 400)[2959] die persischen Magier „οἱ
περῖ τοὺς θεοὺς τεχνῖται“, d. h. „in der Kunst des Gottesdienstes
Bewanderte“[2960]. Bei ~Platon~, im Dialoge vom „Staatsmanne“, ist der
τεχνῖτης (Technítes) schon, ebenso wie später bei ~Diodor~[2961], ein
technischer Sachverständiger; in den Fragmenten von ~Theophrasts~ Buch
„Über die Steine“ steht der ägyptische künstliche Lasurstein (τεχνητόν
= der technische, der von Technikern bereitete) dem natürlichen echten
gegenüber[2962], überhaupt das durch Kunst hergestellte Erzeugnis
(τεχνικόν; κατ’ ἐργασίαν) dem der Natur (αὐτόφυες; αὐτόματον)[2963].
Gelegentlich der Abscheidung des Quecksilbers aus „natürlichem“
Zinnober, durch Verreiben mit Essig in einem Kupfermörser mit einem
kupfernen Stämpfel, findet sich ebenda der (aristotelische)[2964] Satz
angezogen: „ἡ τέχνη μιμεῖται τὴν φύσιν“, „die Kunst ahmt die Natur
nach“, und die Erwartung ausgesprochen, „daß sie vielleicht noch zur
Entdeckung von mehr dergleichen Dingen führen möchte“[2965].

Unter den Ptolemäern wird der τεχνῖτης (Technítes) oder τεχνείτης,
als Handwerker, scharf vom ἐργάτης, dem ungelernten Tagelöhner,
unterschieden[2966], und schon um 250 v. Chr. bestehen Techniten-
oder Handwerker-Gilden (z. B. die περὶ τὸν Διόνυσον, die
~Dionysos~-Gilde)[2967]; sie erhalten sich bis in die römische, ja
byzantinische Periode hinein und gehen allmählich in Zünfte über,
daher dann die Zunftgenossen συντεχνῖται (Syntechniten) heißen, und
die Zunftvorstände πρῶτοι τεχνίτων (Erste der Techniten)[2968].
In hellenistischer Zeit gibt es kaum ein Feld, auf dem sich nicht
Techniten als Arbeiter oder Vorarbeiter bewähren: sie sind z. B.
Zimmerer, verfertigen und reparieren als μηχανάριοι und μηχανικοί
(Mechaniker) die Schöpfwerke und die meist hölzernen und oft
überdachten Wasser-Hebemaschinen nebst deren Ersatzteilen und den
zugehörigen Werkzeugen, bauen die Wasserräder (μηχάνη = Maschine,
μηχανικὰ ὄργανα = mechanische Organe) und setzen sie auch wieder
in Stand, während die bloße Überwachung der ὀργανίστης (Organist)
besorgt[2969]; sie sind Kunsttischler (σκευοπόιοι)[2970], Orgelbauer
und Orgelspieler[2971], Steinmetzen und Leiter von Steinbrüchen
(wie die spätrömischen „philosophi“)[2972]; sie bereiten das Salz
zu, das nach ~Philo~ „den Körper erhält und daher den zweiten Rang
nächst der Seele hat“[2973], und betreiben als „Taricheuten“ die
ταριχεία (Taricheía), d. i. das Einsalzen, Einpökeln, aber auch
Einbalsamieren (das zum Teil wirklich nur mit Salz erfolgte)[2974];
sie brauen Bier[2975], pressen Öle von verschiedener Art und
Beschaffenheit, vom gewöhnlichsten bis zum feinsten „flos olei“
(Blüte des Öles) genannten[2976], und mischen Salben, Heilmittel und
Arome zurecht[2977]; sie bewähren sich als Weber, namentlich als
βυσσουργοί = Weber des Byssus, d. i. ursprünglich des Leinens, das
seit jeher, weil es von keinem sterblichen Tiere stammte, den Ägyptern
für besonders „rein“ galt[2978], die Kleidung der Priester bildete
und daher auch in oft ausgedehnten „Tempel-Webereien“ verarbeitet
wurde[2979]. Abgesehen von diesen und anderen Gewerben, die zum Teil
schon in ptolemäischer und dann wieder in späterer römischer Zeit
königliche oder Staats-Monopole bildeten[2980], beschäftigten sie sich
endlich eingehend mit Färberei, Metallarbeit und allem, was mit dieser
zusammenhängt.

Was die +Färberei+ (βαφή, Baphé) anbelangt, so bestätigen zahlreiche
Belege und Funde den sehr hohen Stand, den sie vor und um Beginn
unserer Zeitrechnung schon erreicht hatte, und über den u. a.
~Plinius~[2981] ausführlich berichtet. Besonders ausgebildet war die
Färberei mit dem echten (unter den römischen Kaisern gleichfalls
monopolisierten) Purpur (πορφύρα, Porphýra)[2982], die jedoch,
entgegen früheren Annahmen, weder als ägyptische noch als phönizische
Erfindung anzusehen ist, vielmehr in Kreta bereits um 1600 v. Chr.,
also in vorphönizischer Epoche, wohlbekannt war[2983]. Vermutlich
begann schon in früher, wenn vorerst auch nicht genau angebbarer
Zeit der Ersatz des so kostbaren, echten, tierischen Purpurs durch
billigere pflanzliche Farbstoffe und wurde allmählich bis zu jener
Stufe der Vollendung ausgebildet, die uns in den Berichten so
vieler Schriftsteller der späteren Antike entgegentritt. Unter den
Arten des „Pseudo-Purpurs“ (ψευδοπορφύρα), die u. a. der vom Kaiser
~Diokletian~ im Jahre 301 erlassene Maximaltarif dem echten (ἀληθινής)
ausdrücklich gegenüberstellt[2984], waren die wichtigsten der Krapp
(πορφύρα ῥιζίας = Purpur der Wurzeln)[2985], der Scharlach aus den
besonders in Galatien (Kleinasien) gedeihenden Eichen-Schildläusen oder
Kokken (κοκκηρᾶς; Galaticus ruber)[2986], die Anchusa (Ochsenzunge,
Anchusa tinctoria)[2987], der Phykos oder Fucus (Orseille- und
Lackmus-Flechte)[2988], der Safflor (κνῆκος, Knékos)[2989], die in
Ägypten schon um 1300 v. Chr. gut bekannte echte Hennah (Alkanna,
aus Lawsonia inermis; da sie u. a. über Cypern kam, auch κύπρος
geheißen)[2990], und der Sandyx, dessen Name bald eine prächtig
rotfärbende Pflanze bezeichnete, bald aber auch verschiedenes anderes
„Rote“, z. B. Mennige, Zinnober, Eisenoxyd u. dgl.[2991]. Durch
Vermittlung der bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. weit ausgedehnten
Verbindungen mit Vorderasien, deren Umfang u. a. die damalige Aufnahme
des babylonischen sexagesimalen Rechnungssystems beweist[2992],
gelangten aber zweifellos schon seit altersher auch andere als diese
+roten+ Farben nach Ägypten; fraglich ist, seit wann zu ihnen der
indische Indigo gehörte, da dieser bisher im Westen mit Sicherheit
nicht vor 700 v. Chr., und zwar in phrygischen Gräbern, nachgewiesen
ist[2993], Pflanzen aber, die Indigo ergeben (wenn auch in kleinerer
Menge und von geringerer Güte) auch in Ägypten heimisch sind, ja als
Namen des Indigos ursprünglich „n-tinkon“, also ein ägyptischer,
angegeben wird, der anscheinend erst in klassischer Zeit, infolge
einer irrtümlichen Deutung, mit Indien in Verbindung gebracht worden
sei[2994].

Die allgemeine Bezeichnung der Farbstoffe war φάρμακον (Phármakon =
medicamen, medicamentum, Medizin), worunter man aber auch Färbemittel
anderer Bestimmung verstand, z. B. Anstrichfarben, Schminken und
Malerfarben[2995], die auf der Palette (deren früher angezweifelter
Gebrauch durch bildliche Darstellung gesichert ist)[2996] teils für
sich, teils mit erweichtem oder geschmolzenem Wachs angerieben und
zurechtgemischt wurden[2997]. Die Überlieferung, daß man ursprünglich
nur ganz wenige Farben gekannt habe, trifft für Ägypten schon
hinsichtlich des alten Reiches nicht zu, aber auch für Griechenland,
woselbst als die vier klassischen Farben weiß (Erde von Melos), schwarz
(Atrament, meist = Rußkohle), gelb (Oker aus Attika) und rot (Rötel
aus Sinope) aufgeführt werden, hat sie ~Rhousopoulos~ durch seine
Untersuchungen[2998] von Fundstücken widerlegt: diesen gemäß benützte
man schon vor 2500 (also noch zur Steinzeit) allerlei rote und braune
Eisen- und Mangan-Oxyde, um 2000 (vormykenisch) weißes Calcium-Phosphat
und Calcium-Magnesium-Silikat (das man auch zu Perlen formte), sowie
blaues Kupfer-Silikat, um 1600 (mykenisch) die nämlichen Silikate
in verschiedenen Tönen, um 600 (vorpersisch) außerdem noch Gips,
schwarzes Mangan-Oxyd, Zinnober, Bergblau, Kupferlasur und grünes
Kupferoxydhydrat, und in der Folgezeit auch Bleiweiß. In späterer und
besonders in hellenistischer Zeit, lernte man eine außerordentlich
große Zahl mineralischer und pflanzlicher Farbstoffe verschiedenster
Beschaffenheit und Verwendungsmöglichkeit kennen, u. a. die reinsten
und sorgfältig aufbereiteten Arten Zinnober, armenisches (Kupfer-)
Blau, Kupfer-Grün, Drachenblut, Indigo, Purpurissum u. dgl., die, wie
~Plinius~ erzählt, wegen ihrer Kostspieligkeit seitens der Auftraggeber
beigestellt werden mußten[2999] und ἄνθη (Anthe, Blüten, Blumen der
Farben; colores floridi) hießen[3000]; doch bezeichnete ἄνθος (Anthos,
flos) nicht nur die Blüte (= das Beste) des Purpurs, Safflors u. dgl.,
sowie den Schimmer und Glanz der gefärbten Stoffe[3001], sondern
auch das Feinste des Mehles[3002], des Öles und Wachses[3003], der
(natürlichen) Soda[3004], der (als Farbe dienenden) Rußkohle[3005]
usf., ja sogar die als Blüten des Mineralreiches angesehenen Krystalle
und Edelsteine, wie denn z. B. bei ~Plinius~ und bei ~Pollux~ (2.
Jahrhundert n. Chr.) der Diamant als ἄνθος κρυσοῦ, auri nodus (= Blüte,
Knospe des Goldes) gilt[3006].

„Gefärbt“ wurden jedoch nicht nur Fasern und Stoffe aller Art, sondern
auch +Glas+- und +Ton+waren, sowie +Email+.

Die Bearbeitung des +Glases+, ὕαλος (Hýalos, was bei ~Herodot~[3007]
noch Bergkrystall bedeutet), vitrum (das Wort ist zufällig erst bei
~Cicero~ nachweisbar), hatte unter den Ptolemäern ganz außerordentliche
Fortschritte gemacht, und Glaswaren, die ~Aristophanes~ noch als
orientalische Seltenheit anführt, bildeten längst den Gegenstand
eines Welthandels; große Öfen, die κάμινοι ὑαλουργικαί (Kamine der
Hyalurgen) lieferten sie, ganz besonders zu Alexandria, in höchster
Vollkommenheit, gegossen, geblasen, gepreßt und (wie schon die Sage
vom „unzerbrechlichen“ Glase zeigt)[3008] von den mannigfaltigsten
Eigenschaften[3009]. Die Darstellung gefärbter Gläser war in Ägypten,
wie bereits weiter oben erwähnt, außerordentlich alt, und auch die
„falschen Smaragde“ (ψευδής) des ~Theophrast~[3010], sowie die „in
irdischem Feuer gefärbten Chrysolithe“ des ~Agatharchides~[3011] (2.
Jahrhundert v. Chr.) dürften nichts anderes als bunte ägyptische
Glasflüsse gewesen sein. Ihren Höhepunkt erreichte aber die Herstellung
falscher Edelsteine und Halbedelsteine gegen und seit Anfang unserer
Zeitrechnung[3012]; nach ~Plinius~ betrieben eigene Werkstätten
(officinae) diese „lohnendste aller Betrügereien“ und lieferten, nach
den zum Teil „gewissen Vorschriften ägyptischer Könige entnommenen
Anweisungen“ des ~Demokritos~, ~Xenophanes~, ~Zoroaster~ und anderer
„Magier“, -- auf die näher einzugehen ~Plinius~ ausdrücklich ablehnt
--, Steine aller nur denkbaren Farben, die bald durch Beizen in
Essig, bald durch Kochen in Honig, bald auch noch durch „Brennen“
hervorgebracht wurden[3013]. Besonderer Beliebtheit scheint sich u. a.
der kallaïnische Farbenton, das ist der des Kallaïs, erfreut zu haben;
Kallaïs oder Kallaïna ist bei ~Plinius~ und seinen Nachschreibern
ein grüner, dem Smaragd ähnlicher, angeblich dem indischen Kaukasus
entstammender Edelstein, vielleicht die grünliche, oft sogar lebhaft
grüne Abart des Türkises[3014], die auch ~Alexander~ von ~Tralles~
(6. Jahrhundert n. Chr.) καλλάινος (Kalláïnos) benennt[3015]. Einen
grünen Stein καλλάινος, aus dem man Gefäße und Vasen macht (ganz wie
aus „Smaragd“ = grünem Glas, -- so noch bei ~Olympiodoros~), erwähnen
der „Papyrus ~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts n. Chr.[3016], die „Pistis
Sophia[3017] und manche andere Quellen dieses Zeitalters[3018];
den Namen κέραμος καλλάινος führen ferner ägyptische, schön grün
glasierte Tonwaren, denen man im 2. und 3. Jahrhundert häufig
begegnet[3019], und auch die καλάινα ἀγγεῖα, βυσσία καλλάινα καὶ
ὑέλινα der Zauberpapyri[3020] sind Gefäße und Büchschen aus grünem
(wohl undurchsichtigem) Glase, deren sich die Magier bei ihren
Vorführungen zu bedienen pflegten. Schließlich wurde Kallaïs zu einer
bloßen Farbenbezeichnung[3021], so daß, wenn z. B. ~Pseudo-Moses~ (2.
Jahrhundert) des χαλκοῦ καλαινοῦ gedenkt, dies vermutlich nur mit
Grünspan bedecktes oder grün angelaufenes Kupfer bedeutet und nicht
Kupfer aus Kallaïs, das einige am Sinai suchen, andere in Persien, noch
andere in Spanien[3022]. -- Irrtümlich ist die Angabe, das Kallaïs-Grün
sei das nämliche wie das sog. Prasinum; dieses wird vielmehr neben dem
Venetum genannten Blau, nicht vor der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr.
erwähnt, während die als „Grünen und Blauen“ bekannten Zirkus-Parteien
sich mit jenen Namen erst auf den sog. Kontorniaten bezeichnet finden,
d. s. eine Art größerer Bronze-Medaillen, deren Herstellung frühestens
unter ~Constantin dem Grossen~ beginnt[3023].

Die Kunst, +Tonwaren+ (u. a. Ziegel) zu „färben“, d. h. sie mit bunten
Glasuren zu versehen, reicht mit ihren Anfängen fast bis in die des
ägyptischen Staates zurück, zur Vollendung gedieh sie aber, wohl unter
Einfluß orientalischer Vorbilder, erst in hellenistischer Zeit, wobei
es jedoch unsicher und bestritten bleibt, ob sie sich auch in bewußter
Weise bereits bleihaltiger Glasuren zu bedienen wußte. Fragwürdig
ist ferner die Natur des bunten Stucks, den ~Plinius~[3024] im Sinne
zu haben scheint, wenn er vom „Färben der Steine“ (lapides tingere)
und vom „Malen der Steine und Mauern“ (lapidem, parietem pingere)
spricht[3025]; wo er indessen erwähnt[3026], daß man in Ägypten
das Silber färbt (tingit) und malt (pingit), z. B. um den ~Anubis~
abzubilden, meint er Silber, das mit teils durchsichtigem, teils opakem
+Email+ überfangen ist, in dessen Herstellung und Anwendung die Ägypter
zu seiner Zeit tatsächlich höchste Meisterschaft erreicht hatten[3027].

Was schließlich die +Metall+-Arbeiten der Techniten anbelangt, so
zeigt sich auf diesem ganzen Gebiete schon frühzeitig eine erstaunlich
weitgehende Spezialisierung[3028]. Gold- und Silber-Schmiede
waren schon vor der macedonischen Eroberung äußerst zahlreich und
bewohnten z. B. in Memphis ganze Straßen, aus denen vielerlei
Fundstücke, Gußformen aus Gips und Stein, Gipsmodelle usf. zutage
getreten sind[3029]; in ptolemäischer Zeit gewann das Gewerbe noch
an Ausdehnung, und in hellenistischer, namentlich in römischer, fand
man Leute, die die „Goldgießerei“ (χρυσοχοικὴ ἐργασία) ausübten,
sogar in kleineren Dörfern[3030], woselbst sie eine Gewerbesteuer
bezahlten[3031], und im 2. Jahrhundert eine Art (oft durch Verpachtung
bezeugtes) Monopol besaßen[3032]. Die Verarbeitung von Gold und
Silber durch die Tempelindustrie dauerte, wie unter altägyptischer
und ptolemäischer, so auch unter römischer Herrschaft fort[3033],
beeinträchtigte aber in keiner Weise die eigentlich berufliche;
noch der Maximaltarif ~Diokletians~ von 301 gedenkt neben den εἰς
κύπρον (in Kupfer oder Bronze) arbeitenden Techniten, -- die u. a.
kunstgewerbliche Gegenstände, z. B. schöne bronzene Weinkännchen,
herstellten[3034] --, auch derer, „die in kunstvoller Weise Goldsachen
aller Art anfertigen“[3035]. Ihr eigentliches Material war Feingold,
χρυσίον ὄβρυζον, d. h. durch entsprechendes Umschmelzen (ἕψειν;
coquere, conflare) bis zur völligen Reinheit geläutertes; „obrussa“
bezeichnete ursprünglich das Läuterungsverfahren selbst, ging dann als
ὄβρυζα (Obryza) ins Griechische über und wurde, als dieser Tatbestand
schon vergessen war, und Gebrauch sowie Verständnis der griechischen
Sprache in Rom seit dem 2. Jahrhundert rasch und gegen Ende des 3.
schon so gut wie völlig aufgehört hatten[3036], schließlich als ein
griechisches Fremdwort ins Lateinische zurückgenommen[3037]. Die
Herstellung von Schmuck, Kunstgegenständen u. dgl. (hauptsächlich aus
Gold, in erheblich geringerem Maße aus Silber) erfolgte durch Gießen,
Hämmern, Pressen, Treiben, Prägen usw., durch Einlegen, Niellieren
und Emaillieren, ferner unter Mitbenützung dünner Platten, Bleche
und Drähte[3038], und schuf wahre Wunderwerke an Kunstfertigkeit und
Geschmack. Echte Vergoldung bewirkte man im Feuer, u. a. auch mittels
des zu Beginn der Kaiserzeit längst wohlbekannten Quecksilber-Amalgams,
oder durch Blattgold und Goldschaum, zu deren Befestigung Eiweiß
oder auch andere Bindemittel dienten[3039]; weißliche, gelbliche
und rötliche Farbentöne wußte man durch das von ~Plutarch~ erwähnte
„Färben des Goldes“ (βαφὴ χρυσοῦ) hervorzubringen, d. h. durch
entsprechende Zusätze während der Ver- oder Bearbeitung[3040]; bei
unechten Waren endlich täuschte man den Goldglanz entweder durch
geeignete Legierungen unedler Metalle vor, oder durch firnisartige, aus
feinstgepulvertem Zinnober, Rötel und Oker bereitete Anstriche[3041],
oder endlich durch die schon bei ~Aristoteles~ als allbekannt erwähnten
Gallenfarben (χολοβάφινα)[3042]: so z. B. bestanden die Theaterkronen
(coronaria) der Schauspieler aus einer Art dünnen Rauschgoldes
(laminae; angefertigt aus „aes“), das mit Ochsengalle überfangen
war[3043]. Es liegt auf der Hand, daß das Vertrautsein mit derlei
Kunstgriffen schon frühzeitig die Kundigen in Versuchung führen,
sowie ihre Neigung zu jenen Unredlichkeiten fördern mußte, über die
schon ~Plinius~ klagt[3044], und deretwegen nach ~Artemidoros~ Träume
von Goldgießern auf Hinterlist und Tücke hindeuten, „wegen der mit
den getriebenen Arbeiten und den kunstvollen Halsketten verbundenen
Betrügereien“[3045]; solche wurden übrigens noch ganz besonders
durch die althergebrachte Gewohnheit begünstigt, daß Gold- und
Silber-Schmiede in der Regel nur auf Bestellung arbeiteten, wobei ihnen
der Auftraggeber die erforderlichen Materialien zu liefern hatte[3046].


2. Die Entstehung der Alchemie.

Aus den im vorigen Abschnitte dargelegten Tatsachen, nämlich der
Entwicklung einer nach vielen Richtungen hin weit vorgeschrittenen
Technik, der Kenntnis systematisch ausgebildeter Verfahren zum Ersatze
kostbarer Metalle, Edelsteine und Farbstoffe durch minderwertige
Nachahmungen, sowie der Ausübung der mit echtem und falschem Material
arbeitenden „Künste“ in den Tempel-Werkstätten, folgerten bereits die
Schriftsteller des 16. und 17. Jahrhunderts, -- so unbestimmt sie
auch nur über alle Einzelheiten unterrichtet sein konnten --, daß der
Ursprung der Alchemie im Bereiche der ägyptischen Gotteshäuser zu
suchen sei; diese Ansicht hat sich zwar als verschiedener Abänderungen
bedürftig, im wesentlichen aber als richtig erwiesen.

Ohne auf die Äußerungen der älteren Autoren einzugehen, unter denen
auf das rühmlichste ~Salmasius~ (~Saumaise~) hervorragt, der die
Manuskripte der Pariser Bibliothek von 1610 bis 1615 eingehend
durchforschte[3047], sei hier nur an die Darlegungen von ~Wiegleb~,
~Moehsen~, ~Sprengel~, ~Schmieder~, ~Chevreul~, ~Hoefer~, ~Kopp~,
~Figuier~, ~Hoffmann~, ~Berthelot~ und ~Riess~ erinnert, die, mit
dem Jahre 1777 einsetzend und bis zur Gegenwart herabreichend,
übereinstimmend zum Schlusse führen, daß ab Ausgangspunkt der
Alchemie die Metallurgie und des näheren die chemische Technik der
Edelmetalle und ihrer Surrogate anzusehen sei. Bereits ~Wiegleb~
erklärt durchaus zutreffend[3048], die Gewinnung des Goldes sei bei
den alten Ägyptern, als alleiniges Vorrecht der Könige, nach gewissen
geheim zu haltenden Verfahren erfolgt, habe aber stets nur als eine
κατασκευή (Kataskeué, Aufbereitung) gegolten, niemals als eine γένεσις
(Génesis, Neuentstehung) oder μεταβολή (Metabolé, Umwandlung),
und ebensowenig sei dies anfänglich betreff der durch „Färben“
von Kupfer herstellbaren Legierungen der Fall gewesen[3049]. Auch
~Chevreul~[3050], ~Hoefer~[3051] und ~Kopp~[3052] sind der Ansicht,
daß alle späteren Entwicklungen in letzter Linie auf die in Ägypten
seit uralter Zeit[3053] ausgeübten mannigfachen metallurgischen,
präparativen und pharmazeutischen Verfahren zurückgehen, also auf
die chemisch-technische Praxis der Künste, Gewerbe, Kunstgewerbe
und Handwerke; ebenso läßt sie ~Berthelot~ in richtiger, wenngleich
nicht (wie er in Anspruch nimmt) origineller Weise, „den ägyptischen
Industrien entfließen, deren Gegenstand die Herstellung von Metallen
und Legierungen, Glaswaren, künstlichen Edelsteinen und gefärbten
Stoffen war“[3054], und desgleichen erblickt ~Riess~ ihre Quelle in
den seit altersher gebräuchlichen und durch die Erfahrungen vieler
Generationen vervollkommneten Methoden der Metall-Gewinnung und
-Verarbeitung, der Erzeugung von Glasflüssen, Edelsteinen und Perlen,
sowie der Färberei mit Purpur und anderen Farbstoffen[3055].

Vermutlich waren derlei Verfahren ursprünglich Hoheitsrechte und
Geheimkünste bevorzugter Stände, und zwar die einen, mehr die
Großbetriebe (wie die der Gold-Bergwerke und -Wäschen) betreffenden,
etwa solche des Hofes und der in der Hofsprache als „Freunde des
Königs“ bezeichneten hohen Beamten, die anderen, mehr der Feinkunst
zugehörigen, solche der Priesterschaft; diese ihre Eigenart erklärt
ohne weiteres die Vorschrift, sie nur den Eingeweihten mitzuteilen
und nichts über sie niederzuschreiben[3056]. Während aber die Könige
kraft ihrer Herrschergewalt ein Monopol wie das der Goldgewinnung
festzuhalten und sich und ihren Nachfolgern erblich zu bewahren
vermochten, gelang es den Priestern offenbar nicht, den gesamten
Bereich geheimer Kenntnisse einem weiteren Kreise dauernd zu
verbergen, vielmehr trat im Laufe der Entwicklung, wie in zahlreichen
gleichartigen Fällen so auch hier, allmählich eine profane „Kunst“ an
die Seite der sakralen, ohne diese jedoch auf ihrem Sondergebiete zu
beeinträchtigen oder sogleich in jede Einzelheit ihrer Überlieferungen
einzudringen. Auf das tatsächliche und schon sehr frühe Vorhandensein
dieser Profankunst und auf ihre stetig und erfolgreich fortschreitende
Entfaltung wurde an vielen Stellen des vorhergehenden Abschnittes
hingewiesen; neben ihr blieb aber, wie gleichfalls angeführt, die
Tempelkunst nicht nur ebenfalls lebendig und fuhr fort, Götterbilder,
heilige Geräte, Festgewänder u. dgl. anzufertigen und auszuschmücken,
sondern auch sie erweiterte nach und nach den Umkreis ihres Gebietes,
neue Verfahren aufnehmend und sie auf neue Zweige kunstvoller Tätigkeit
ausdehnend.

Es liegt nun kein Grund vor, zu bezweifeln, daß die Erfahrungen,
die uns z. B. im Leidener und Stockholmer Papyrus in Gestalt eines
umfangreichen und nach vielen Richtungen weitentwickelten Systems
völlig offener Nachahmung und Fälschung von Edelmetallen, Edelsteinen
und Farbstoffen entgegentreten, zuerst +da+ gesammelt wurden, wo
Veranlassungen gegeben und Mittel vorhanden waren, größere Arbeiten
in kostbaren Materialien auszuführen, also in den Werkstätten der
Tempel, und daß ferner die „Geheimnisse der Goldhäuser“ nicht nur
das erste ursprüngliche Wissen um die Herstellung der Götterbilder
aus Gold, Silber, „echten“ Steinen u. dgl. umfaßten, sondern auch
das allmählich erworbene um den Ersatz dieser echten Rohstoffe durch
passend nachgeahmte. Dafür, daß dies bereits in sehr früher Zeit der
Fall war, spricht nicht nur das hohe Alter zahlreicher Angaben, die
Echtes und Unechtes nachdrücklich auseinander halten, sondern auch
schon Umfang und Mannigfaltigkeit der Vorschriften jener Papyri und
der weit hinter ihnen zurückliegenden Grundtexte, die sie (wie schon
oben erwähnt) zum großen Teile und mit einer Art orthodoxer Genauigkeit
wiederzugeben scheinen; die Gesamtheit derartiger Rezepte kann nur als
Ergebnis langsam fortschreitender, ungezählte Jahrhunderte umspannender
Entwicklung aufgefaßt werden.

Auch darüber kann kein Zweifel walten, daß die einschlägigen Vorgänge
oft unrichtig beobachtet und noch öfter unrichtig ausgelegt wurden.
Gewann man z. B. aus Materialien, deren Gehalt an Edelmetallen nicht
unmittelbar erkennbar war, Gold oder Silber, so konnte die Kunst der
Abscheidung gar leicht als eine solche der Hervorbringung gelten[3057].
Trat an einem Metall auf Zusatz eines anderen oder irgend eines
Präparates eine erhebliche Veränderung der Farbe und der Eigenschaften
zutage, so war ein neues Metall entstanden[3058]. Lieferte das rote
Kupfer mit arsen- oder quecksilberhaltigen Zusätzen eine silberfarbige
Masse und mit zinn- oder zinkhaltigen eine goldfarbige, so hatte man
Silber und Gold „gemacht“, und erwies es sich nicht für +alle+ Zwecke
als brauchbar, so war doch das gemeine Metall mindestens +so+ weit
veredelt, daß man hoffen durfte, durch Wiederholung oder Abänderung
+völlig+ zum Ziel zu gelangen: denn jede derartige Überführung galt,
ebenso wie die von Kupfer in Bronze durch verhältnismäßig sehr wenig
Zinn, für eine bloße „Färbung“ (βαφή, Baphé) des Grundstoffes, und war
diese noch nicht +ganz+ die richtige, so blieb sie doch vielleicht
+weiter+ vervollkommnungsfähig, soferne man andere Mittel oder andere
Mengenverhältnisse zur Anwendung brachte[3059]. Erhielt man endlich
schon frühzeitig aus Gold und Silber das Asem (Elektron), -- aus dem
man später überdies das reine Gold wieder abzuscheiden lernte --, und
auch aus unedlen Metallen dem Asem gleichende Legierungen, so lag die
Vermutung nahe, daß Gold und Silber selbst ebenfalls aus verschiedenen
Bestandteilen zurechtgemischt und durch geeignete Anreicherung
der Schmelzen in beliebig zu vermehrender Menge gewonnen werden
könnten[3060]. Als weitere und besonders wichtige Tatsachen auf dem
nämlichen Gebiete heben ~Hoefer~[3061] und ~Kopp~[3062] mit Recht die
anscheinend sehr alten Wahrnehmungen hervor, daß durch Einwirkung von
Schwefel auf manche arsenhaltige Substanzen das gelbe Auripigment und
rote Realgar entsteht, aus Schwefel und Quecksilber aber der anfänglich
schwarze, durch Erhitzen jedoch rot werdende und deshalb in der
Folgezeit „Hermaphrodit“ benannte Zinnober[3063], -- Stoffe, die genug
Metallartiges an sich zu haben schienen, um noch im 17. Jahrhundert
als „Metallica“ abgehandelt zu werden[3064]. Alle diese Beobachtungen
mußten die Anschauungen bestärken, daß es sich bei der angestrebten
Herstellung gold- und silberglänzender Legierungen und schließlich
auch der Edelmetalle selbst um nichts anderes handle als um eine
„Färbung“, gleich der von Leinen oder Wolle, und um die Ermittlung des
richtigen Färbemittels, der rechten „Tinktur“[3065]; daraus, -- so sagt
~Kopp~ --, daß diese freilich mißverständliche Idee der reinen Praxis
und einem empirisch wohlbegründeten Wissen entsprungen war, erklärt
sich die Zähigkeit, mit der die Gleichsetzung von Metall-Herstellung
oder -Umwandlung und Färbekunst (βαφικὴ τέχνη) seit ihrem ersten
Auftauchen so viele Jahrhunderte lang unentwegt festgehalten
wurde[3066]. „Färbungen“ waren und blieben auch, wie schon ~Salmasius~
und neuerdings wieder ~Berthelot~ hervorhob, die drei seit jeher
benützten Hauptverfahren der Metall-Arbeiter und -Fälscher, nämlich das
Überziehen der Oberflächen mit dünnen Schichten echten oder unechten
Goldes und Silbers, der Ersatz dieser metallischen Schichten durch
metallglänzende Anstriche oder Firnisse, und endlich die Herstellung
der gesamten Gegenstände aus gold- und silberfarbigen Legierungen.
Hatte man auf irgendeinem dieser Wege die gesuchte Färbung zustande
gebracht, so war auch das gesetzte Ziel erreicht, man erfreute sich in
aller Aufrichtigkeit der gelungenen Nachahmung oder Fälschung, erteilte
den Kunstprodukten kurzweg die Namen der echten, -- „du erhältst
Purpur“, „du findest Smaragd“, heißt es im Stockholmer Papyrus --, und
stellte mit Befriedigung fest, wie sie selbst die τεχνῖται (Techniten)
derart täuschten, daß sie nichts von der Unterschiebung bemerkten. Wie
schon weiter oben hervorgehoben wurde, läßt diese im Texte des Leidener
und Stockholmer Papyrus öfter wiederkehrende Versicherung ohne weiteres
ersehen, daß die geschilderten Kunstgriffe nicht von den Techniten
selbst herrührten, sondern von Persönlichkeiten höheren Ranges, die
sich im Besitze umfangreicherer, zum Teil auch sorgfältig geheim
gehaltener Kenntnisse befanden.

Nun geht, ganz abgesehen von anderen, später zu besprechenden
Gründen, schon aus der allgemeinen und stehenden Bezeichnung der
Alchemie als „ἱερὰ, θεία, δογματικὴ τέχνη = heilige, göttliche,
dogmatische Kunst“ zweifellos hervor, daß sie nicht von der
+profanen+ Technik ihren Ausgang nahm, sondern von der +sakralen+,
also von der der Tempelwerkstätten; alles spricht daher dafür, daß
jene „höheren Persönlichkeiten“ dem Stande der Priester angehörten,
die, wie ~Figuier~ schon vor über einem halben Jahrhunderte richtig
urteilte[3067], „zwar nicht die höhere verborgene Weisheit besaßen,
die ihnen die Folgezeit zuschrieb, dagegen vielerlei empirische und
praktische Kenntnisse“. Tatsächlich gelten auch der gesamten antiken
Tradition, der hierin die Ermittlungen der Ägyptologie zur Stütze
gereichen, die ägyptischen Priester als älteste Vertreter der Kunst,
Edelmetalle, Edelsteine und Purpur nachzuahmen und zu fälschen, einer
Kunst, deren Ursprung sich in den „Geheimnissen“ der zur Herstellung
der Götterbilder, sowie der gottesdienstlichen Geräte und Gewänder
bestimmten „Goldhäuser“ verliert; auch die vielerlei, zum Teil
freilich sagenhaften Berichte über die Aufbewahrung und Auffindung
von „Rezeptbüchern“ in Tempeln bestätigen, daß sich in diesen auch
die Werkstätten zur Ausübung der betreffenden Vorschriften befanden
und machen es ferner erklärlich, daß die Legende das erste Auftreten
des späterhin als „Vater der Alchemie“ gerühmten sog. ~Demokritos~
(~Pseudo-Demokritos~) in den Tempel zu Memphis verlegt (s. weiter
unten).

So lange die ägyptische Landesreligion und mit ihr die Priesterschaft
auch nur einigermaßen ihre herkömmliche Stellung behauptete, -- und
dies blieb ihr, trotzdem die Zeichen längst begonnener Auflösung
immer deutlicher hervortraten, bis in die ptolemäische Zeit hinein
möglich --, scheinen die geschilderten Verhältnisse keine wesentliche
Veränderung erfahren zu haben. Eine solche trat erst ein, als im
weiteren Verlaufe der hellenistischen Bewegung der Verfall des ererbten
Glaubens mit zunehmender Schnelligkeit fortschritt, im 1. Jahrhundert
v. Chr. schon mit überraschender, im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. mit
erschreckender, und als das Eindringen der oft falsch verstandenen
Lehren spätgriechischer Philosophie, hermetischer und gnostischer
Vorstellungen, sowie orientalischer Kulte zur völligen Zersetzung der
alten Religion und ihrer Organisation führte. Der in den vorhergehenden
Abschnitten geschilderten Zeitströmung, die sich auf allen Gebieten
des öffentlichen und privaten Lebens durch Überhandnahme der Magie und
Mantik, Zauberei und Mystik, Astrologie und Dämonologie geltend machte,
konnten sich auch die Priester nicht mit dauerndem Erfolge widersetzen,
und wenn es ihnen glückte, ihr Dasein noch verhältnismäßig lange mit
einem gewissen äußeren Ansehen zu umgeben und in auskömmlicher Weise
wirtschaftlich gesichert zu fristen[3068], so ist dies nur dem Umstande
zuzuschreiben, daß sie, teils in richtiger Einsicht, teils unter der
Macht des Zwanges, dem Drängen der großen Menge nachgaben und ihr
boten, was sie verlangte: freilich wurde der Priester so aus einem
Hüter des Glaubens zum Pfleger des Aberglaubens, er hatte in erster
Linie das, was man ihm zuschrieb und bezahlte, nämlich die Fähigkeit
persönlichen Einwirkens auf das Walten der guten und bösen Gottheiten,
auch ausreichend nachzuweisen, und da ihm hierzu jedes Mittel das
rechte sein mußte, sank er vom geschäftsmäßigen Beschwörer und
Geisterbanner zum arglistigen Zauberer und Gaukler und von diesem zum
bewußt täuschenden Schwindler und Betrüger herab. Wie die Geschichte
für so viele ähnliche Fälle bestätigt, gibt es auf diesem Wege keine
Umkehr: jeder Niedergang des Standes fördert den weiteren seiner
Zugehörigen, und jede Entwürdigung des Einzelnen beschleunigt die
völlige Verderbnis der Gesamtheit.

Was nun auf sämtlichen Gebieten priesterlicher Tätigkeit statthatte,
das vollzog sich auch auf dem der Tempelgewerbe, und wenn man bis
dahin bei aller Geheimtuerei doch in ganz aufrichtiger Weise auf
Nachahmung und Fälschung ausgegangen war, so gab man +nunmehr+ vor,
vermöge magischer Mittel und unter Mithilfe der Geister nicht etwa
gleichwertigen +Ersatz+ für Gold, Silber und andere Kostbarkeiten
herstellen zu können, sondern +diese selbst+. Wie es aber, -- schon
weiter oben wurde darauf hingewiesen --, der synkretistischen Richtung
überhaupt eigen war, sich nicht mit der einfachen Verschmelzung
überlieferter mystischer, theurgischer und anderer Praktiken
zu begnügen, sondern gleichzeitig auch „deren Verfeinerung und
theoretische Begründung anzustreben, und zwar durch Anlehnung an
Anschauungen, die unter dem Titel ‚philosophischer‘ die sogenannten
gebildeten Kreise des Zeitalters erfüllten“, so durfte es auch im
vorliegenden Falle nicht bei der bloßen Behauptung sein Bewenden
finden, vielmehr sollte diese durch eine zureichende Theorie gestützt
werden. Eine derartige Forderung zu stellen, lag selbstverständlich
ganz außerhalb des Gesichtskreises gewöhnlicher Techniten, wohl aber
konnten sie Priester erheben, die, unter hellenistischen Einflüssen
großgezogen, über den Weg zu ihrer Erfüllung von vornherein im klaren
waren: Beweise für die Möglichkeit und Lösbarkeit der Aufgabe hatte
die griechische Philosophie zu erbringen, und zwar in erster Linie auf
Grund jener von ~Platon~ und ~Aristoteles~ aufgestellten Lehren vom
Wesen und von den Umwandlungen der Materie, von der Entstehung der
Bronze aus Kupfer und Zinn usf., die dem Zeitalter (obwohl zumeist nur
in vielfach abgeändertem und entstellendem Gewande) durchaus vertraut
waren und noch über die Schriften seiner spätesten Autoren einen
wenngleich schwachen, so doch unverkennbaren Abglanz der ursprünglichen
Gedanken, Betrachtungen und Ausdrucksweisen verbreiten[3069]. In
zweiter Linie wurden aber auch brauchbare, passend ausgewählte
Anschauungen der nacharistotelischen Schulen zur Stütze herangezogen.

Nicht in der Körperschaft praktisch tätiger Techniten nahmen
also die alchemistischen Ideen ihren Ursprung, etwa indem (nach
~Schmieder~)[3070] die Arbeiter zunächst sich selbst und dann
andere täuschten, oder (nach ~Berthelot~) anfänglich wirklich
glaubten Gold und Silber erzeugen zu können und hieran erst später
durch höher Gebildete irre gemacht und zu deren Zwecken ausgenützt
wurden[3071], -- findet doch ~Berthelot~ schließlich selbst einen
solchen Vorgang auffällig und überraschend[3072] --, vielmehr ist die
Quelle jener Gedanken in der Gilde der spätägyptischen, richtiger
ägyptisch-hellenistischen Priester zu suchen. Bei ihnen allein
vereinigten sich die verschiedenen, sämtlich gleich wichtigen und
unentbehrlichen Elemente: Vertrautheit mit den Arbeitsmethoden,
Gelegenheit zu ihrer Ausübung, Kenntnis des griechischen, ägyptischen
und orientalischen Mysterienwesens sowie der hellenistischen
Philosophie, und endlich reichlicher Anlaß zur Verwertung der
einschlägigen Vorführungen im eigenen wie im Standes-Interesse.
Schauplatz derartiger, wie aller anderen mit Zauberei,
Dämonen-Beschwörung usf. verbundenen Wundertaten dürften die Tempel
geblieben sein, so lange sie bestanden und die Priester über sie zu
verfügen hatten; als sie ihnen aber seit dem 3. Jahrhundert allmählich,
und gegen Ende des 4. gänzlich entrissen, zum Teil aufgelassen, zum
Teil in Kirchen umgewandelt, zum Teil auch gewaltsam zerstört wurden,
da flüchteten die ausgetriebenen, von ihren christlichen Nachfolgern
wie von den Staatsbehörden mit gleich großem Hasse verfolgten
Kenner überlieferter Weisheit in „fest zusammenhaltende esoterische
Zirkel“[3073], in denen sie unter dem dichten Schleier des Geheimnisses
ihre Künste weiterpflegten und noch weit über zwei Jahrhunderte
hinaus bis zur Zeit der arabischen Eroberung lebendig erhielten.
Zweifellos sind diese Zirkel die nämlichen, in denen z. B. dem Berichte
des ~Rufinus~ (345-410) gemäß gewisse Priester, die zur Zeit der
Schließung der alexandrinischen Tempel durch Kaiser ~Theodosius~ (um
390) nach Kanopos geflohen waren, „dort alsbald, unter dem Vorwande
des Studiums ihrer heiligen Schriften, wiederum Aberglauben, Zauberei
und Magie lehrten“[3074]; es sind ferner die nämlichen, deren
Teilhaber, wie ~Horapollons~ um 400 vollendetes Werk „Hieroglyphika“
beweist[3075], noch anderthalb Jahrhunderte nach Anbringung der
spätesten hieroglyphischen Inschriften an den Tempelwänden (um 250
n. Chr.) Listen mit einer Anzahl richtiger hieroglyphischer Zeichen
in Händen hatten, „allmählich aussterbende Kreise letzter Diener der
alten Landesgötter, abergläubischer Zauberer und Quacksalber, die,
an entlegenen Orten ein verborgenes Dasein fristend, die Reste ihrer
religiösen Kenntnisse in diese Bilder hineingeheimnisten“[3076].

Aus den geschilderten Verhältnissen, die so manchen Einzelheiten nach
vorerst nicht streng zu beweisen, sondern nur zu erschließen sind,
folgerte ~Sprengel~ schon 1820, soweit er sie damals zu überblicken
vermochte, „die Alchemie sei als ein Zweig der Theurgie zu betrachten,
aus ihr hervorgegangen unter gnostischen und neupythagoräischen
Einflüssen verschiedener Art“[3077]. Der Zusammenhang, den er hiermit
scharfen Blickes erkannte, steht den Alchemisten selbst in der
Tat fest und wird von ihnen jederzeit in streng dogmatischer Form
ausgesprochen: sie nennen sich Priester und Mysten ihrer Kunst, diese
Kunst ist eine geheime, heilige, göttliche und wird identifiziert
mit der Weisheit der alten ägyptischen Priester, als deren legitime
Nachfolger und Erben sich die hellenistischen Hierophanten ausgeben.
Nach ~Zosimos~, der spätestens um 300 n. Chr. schrieb, hatten die
Ägypter vor den Griechen zwei Arten der τέχνη (Techne) voraus, die
Kunst der φυσικῶν ψάμμων, d. i. die Aufbereitung der natürlichen
Sande, die die Könige durch ihre „Techniten“ als Regal ausführen
ließen[3078], und die Kunst der καιρικῶν ψάμμων, d. i. die Behandlung
der „in Binden gewickelten“ = zugerichteten Mineralien (der Präparate),
erfolgend durch gewisse Handgriffe (χειροκμήματα), die ein Geheimnis
der in den Tempelwerkstätten tätigen Priester bildeten[3079]. Gleich
den Mysten und Theurgen mußte sich auch der Alchemist an Leib und
Seele reinigen und heiligen, er sollte nicht niedrigen persönlichen
Zielen nachstreben, sondern nur höheren allgemeinen, er durfte seine
Arbeit nicht zwecks Gewinnung von Gold unternehmen, sondern allein
zwecks Lösung des großen Problemes der Verwandlung[3080]. Gleich den
Mysten und Astrologen hatte er ferner einen „Eid der Geheimhaltung“
abzulegen, dessen Fassung sich, gemäß der Überlieferung im sogenannten
„Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“, in vielen Punkten auffällig an echt
altägyptische Vorlagen anlehnt: der Schwur erfolgt bei ~Hermes~ (=
~Thot~) und ~Anubis~, den Göttern der Leichenbestattung, beim Geheule
des dreiköpfigen Höllenhundes und der typhonischen Schlange ~Apep~
(~Apophis~), „die da bedroht die Totenbahre des ~Serapis~“ (der an die
Stelle des ~Osiris~ getreten ist), sowie bei den drei großen Nöten,
dem Feuer, dem Gift oder dem Strang, der Geißel oder dem Schwert, und
er schließt mit dem Gelöbnis, die geoffenbarten Geheimnisse einzig
und allein dem eigenen Sohne zu überliefern, -- in welchem Sinne
die „Kunst“ auch τεκνοπαράδοτος genannt wird, d. h. „an den Sohn
weiter zu gebende“[3081]. Endlich ist, dem ganzen Vorstellungskreise
entsprechend, auch die alchemistische Terminologie eine durchaus
doppelsinnige: wie die Chemiker Priester, so sind ihre Arbeitsräume und
ihre Apparate Tempel[3082], und die Parallelisierung ihrer Operationen
mit gottesdienstlichen Handlungen geht so weit, daß den Beschreibungen,
wie ~Reitzenstein~ erkannte, nicht selten hohe religionsgeschichtliche
Bedeutung innewohnt; die Anspielungen betreffen meist Kulte ägyptischer
Gottheiten, vor allem des ~Osiris~, nicht selten aber auch solche
orientalischer, besonders des ~Mithras~, woraus sich die Bezeichnungen
„mithrisches Geheimnis“ für die Kunst und „mithrische oder persische
Knochen“ für gewisse Präparate erklären[3083].




3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens.


Sobald die gegen Ende des 10. Jahrhunderts wieder aufgefundenen
Schriften der griechischen Alchemisten zunächst das Interesse der
Philologen und weiterhin das der Naturkundigen erregt hatten, begann
man über Alter und Herkunft der in ihnen vorgetragenen Lehren
Vermutungen aufzustellen; da es aber an zureichenden Unterlagen
für solche angesichts der dürftigen geschichtlichen Einsichten des
Zeitalters noch völlig fehlte, so kann es nicht wundernehmen, daß die
absonderlichsten Voraussetzungen auftauchten, einmal ausgesprochen auch
Boden faßten und nicht selten bis gegen Anfang des 19. Jahrhunderts, ja
noch über diesen hinaus, festgehalten wurden.

Auf die Hypothesen, die den Ursprung der Alchemie in Phönizien,
Babylonien, Persien, Indien oder China suchten, braucht an dieser
Stelle um so weniger eingegangen zu werden, als die richtige
Erkenntnis, daß Ägypten ihr Mutterland sei, niemals ganz zu verdunkeln
war, -- wozu jedenfalls die arabische Überlieferung das meiste beitrug.
Wie aber schon im 10. Jahrhundert ~Alnedim~ im „Fihrist“ meldet, „die
Pyramiden seien chemische Laboratorien gewesen und die hieroglyphischen
Inschriften alchemistische Texte“[3084], so erzählt noch im 15.
~Qalqaschandi~ (gest. 1418), „während der Regierung ~Nimrods~ im
Lande Babel zu Irak habe in Ägypten der [völlig mythische] koptische
König ~Kalkan~ die Alchemie, die bis dahin nur in geheimen Zeichen
aufgeschrieben war, zuerst allgemein bekannt gemacht“[3085]. Derlei
ein halbes Jahrtausend überdauernde Traditionen erklären es genügend,
daß man auf sie hin das Aufkommen dieser Kunst in eine weitaus zu
frühe Zeit verlegte und infolgedessen auch nicht daran zweifelte, daß
ihre Spuren schon in den ältesten bekannten Schriftwerken nachzuweisen
seien, u. a. in den biblischen Büchern sowie in den Epen ~Homers~.

In Wirklichkeit verrät aber, von ~Homer~ ganz zu geschweigen, kein
klassischer Schriftsteller griechischer oder lateinischer Zunge die
geringste Kenntnis der Alchemie, und alle Behauptungen dieser Art,
alte wie neue, beruhen ausschließlich auf vorgefaßten Meinungen,
irrtümlichen Deutungen oder willkürlichen Unterschiebungen, und
dies gilt insbesondere auch, unbeschadet aller entgegengesetzten
Versicherungen, betreff des ~Platon~, ~Aristoteles~ und
~Theophrastos~[3086]. Wenn z. B. ~Platon~ im Dialoge „Euthydemos“
sagt: „Und wüßten wir selbst alle Felsen in Gold zu verwandeln, so
hätte dies doch keinen Wert“, so wird kein Einsichtiger diese Worte
in alchemistischem Sinne auslegen wollen[3087], und wenn er, und
ihm nachsprechend mancher Spätere, der γῆ παρθενική, γῆ παρθενία,
παρθένος γῆ Erwähnung tut, so versteht er hierunter nicht die sog.
„Jungfernerde“ der Alchemisten, sondern einfach noch unberührte,
jungfräuliche Erde[3088], die z. B. ~Plinius~ mit einem Fachausdrucke
als „unverritztes Gestein“ bezeichnet[3089], ~Firmicus~ aber als
die „terra virginis“, die Gott zur Schöpfung ~Adams~ benützt haben
soll[3090]. Aus den Werken des ~Aristoteles~, soweit sie echt sind,
lassen sich selbst Andeutungen derartig verschwommener Art nicht
zutage fördern. Was endlich ~Theophrastos~ betrifft, so entwickelt
er in den Bruchstücken des Buches „Über die Steine“[3091] die zu
seiner Zeit herrschende Lehre, die Metalle bestünden (wie ihre
Schmelzbarkeit beweise) im wesentlichen aus Wasser, die Erden und
Gesteine aber aus einer reinen und einheitlichen Materie (ὕλη,
Hýle), und beschreibt als ein sehr bemerkenswertes Gestein u. a. den
Zinnober, der κιννάβαρι (Kinnábari) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt:
die „natürliche“ Art findet sich in Spanien und in Kolchis, wo die
Einwohner sie von unzugänglichen Felsklüften (κρημνῶν]) mit Pfeilen
herabschießen müssen[3092]; die „künstliche“ erhält, wer mit den
vielerlei nötigen Handgriffen genügend Bescheid weiß, durch Schlämmen
eines gewissen Sandes (ἄμμος), der an Farbe und Glanz dem κόκκος
(Kókkos, Kermes, Scharlach) gleicht, weshalb ihn auch ~Kallias~, ein
Athener des 5. Jahrhunderts, anfangs für goldhaltig hielt und Gold
aus ihm ausschmelzen wollte[3093]. Wie man sieht, kommt auch hier
kein alchemistisches Verfahren in Frage, sondern nichts weiter, als
einer jener so naheliegenden Versuche, die, unzählige Male unter den
verschiedensten Verhältnissen fruchtlos angestellt, Veranlassung zur
Entstehung des Sprichwortes gaben: „Es ist nicht alles Gold, was
glänzt.“

Nicht anders verhält es sich mit dem vielberufenen „Experiment des
Kaisers ~Caligula~“ (37-41 n. Chr.): wie ~Plinius~ berichtet[3094],
befahl dieser geldgierige Herrscher, eine große Menge der sehr
kostbaren Malerfarbe „Auripigment“ auszuschmelzen (excoquere), wobei er
zwar Gold von ganz vortrefflicher Beschaffenheit darstellte (fecit),
aber, „obwohl vierzehn Pfunde zur Umsetzung kamen (permutarentur)“, in
so geringer Menge, daß der Schaden äußerst empfindlich war. Von einem
„ersten Versuche der Transmutation“, von dem ~Berthelot~ spricht[3095],
kann also gar nicht die Rede sein; offenbar waren es die goldige Farbe
und der goldähnliche Glanz des gelben Schwefelarsens, die die Hoffnung
(spes), daß es auch wirklich Gold enthalte, beim Kaiser oder seinen
Ratgebern erregt hatte, und bei letzteren mag ihr die Erfahrung zur
Stütze gereicht haben, daß das Mineral tatsächlich zuweilen schwach
goldhaltig befunden wird[3096]. ~Caligula~ dachte indessen das Gold
einfach ausschmelzen (wörtlich: auskochen) zu lassen, und den Worten
„fecit“ und „permutarentur“ darf nicht willkürlich der Sinn unterlegt
werden, er hätte es aus dem Auripigment „machen“, oder dieses in Gold
„transmutieren“ wollen[3097]. Könnte an dieser Auffassung noch ein
Zweifel bestehen, so würde er durch die Überlegung beseitigt, daß
das umfangreiche, von magischen, astrologischen u. dgl. Anspielungen
wimmelnde Werk des ~Plinius~ auch an keiner anderen Stelle irgendwie
der Alchemie Erwähnung tut, und daß das Nämliche von der weltberühmten
und meist aus den nämlichen Quellen schöpfenden, ebenfalls gegen 75
n. Chr. vollendeten „Arzneikunde“ seines Zeitgenossen ~Dioskurides~
gilt; wenn dieser erwähnt[3098], daß man das Quecksilber „ἐν
μετάλλοις“ finde, so heißt dies nicht, wie einige Forscher, u. a.
anfangs auch ~Berthelot~[3099], annahmen, „in den Metallen“, sondern
„in den Bergwerken“, und jede alchemistische Bedeutung ist hierbei
ausgeschlossen[3100].

Noch unter der Regierung des ~Augustus~ scheint ~Manilius~ seine
schon wiederholt erwähnten „Astronomica“ gedichtet zu haben, in deren
4. Buche der Vers 248 heißt: „materiamque manu certa duplicaris et
arte“, worin ältere Philologen, z. B. ~Scaliger~, eine alchemistische
Andeutung erblicken und deshalb den Hexameter für untergeschoben
erklären wollten, während er nach ~Berthelot~ zwar alchemistische
Kenntnis bezeugt, trotzdem aber als echt angesehen werden muß[3101].
An der Echtheit zweifeln auch neuere Herausgeber nicht[3102],
das „duplicare“ ist aber, wie schon ~Kopp~ hervorhob[3103] und
~Riess~ bestätigt[3104], nicht als ein Fachausdruck der Alchemie
(etwa = Diplosis, Verdoppelung) aufzufassen, sondern als einer der
Goldschmiedekunst (= biegen, falten, treiben), so daß man nicht zu
übersetzen hat „mit sicherer Hand wirst du die Materie vermöge der
Kunst verdoppeln“, sondern mit „sicherer Hand wirst du das Material
kunstgemäß treiben“. Dies bestätigt auch der ganze Zusammenhang
der Stelle, denn sie besagt, daß das Sternbild des Steinbockes
(capricornus) Feuer-Arbeiter aller Art hervorbringe und ihnen die Gabe
der Metallbehandlung verleihe, z. B. den Goldschmieden, Goldschlägern,
Gold-, Silber-, Erz- und Eisen-Schmelzern[3105], ganz so, wie auch
das Sternbild des Wassermannes (aquarius) Goldschmiede, Gold- und
Silber-Gräber, Gold- und Silber-Händler und dergleichen Leute entstehen
lasse[3106].

In der zwischen 100 und 150 n. Chr. zu Alexandria verfaßten Astrologie,
dem „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, werden zwar gewisse Sternbilder
mit Bergwerken, Häuserbauten und Handelsgeschäften in Verbindung
gebracht, ferner auch die Planeten Venus und Mars mit Färbern, Kräuter-
und Salben-Verkäufern, Pharmazeuten, Ärzten, Gold-, Silber-, Zinn-
und Blei-Gießern oder -Bearbeitern, aber alchemistische Hinweise
fehlen gänzlich. Manche Forscher haben dies in Anbetracht der Zeit-
und Orts-Verhältnisse auffällig gefunden, doch kann man im Ziehen von
Schlüssen „ex silentio“ (aus dem Stillschweigen) niemals vorsichtig
genug sein, um so mehr als die Lebensumstände des ~Ptolemaios~ so gut
wie völlig unbekannt sind, und es durchaus fraglich bleibt, ob der
gelehrte Astronom überhaupt jemals Anlaß hatte und nahm, sich um das
mehr oder weniger verborgene Treiben gewisser dunkler Ehrenmänner und
ihres abergläubischen Anhanges des Näheren zu bekümmern. Nicht zu
vergessen ist auch, daß der eigentliche Aufschwung der in örtlichen
Verbänden heimischen Alchemie, und damit ihr Bekanntwerden in weiteren
Kreisen innig mit dem Aufkommen theoretischer Begründungen der in den
Tempelwerkstätten üblichen Arbeitsweisen zusammenhängt, daß aber die
maßgebenden Einflüsse der spätgriechischen Philosophie, der Hermetik
und Gnostik, des orientalischen Zauberwesens usf. erst um die Mitte des
2. Jahrhunderts ihrem Höhepunkte zuzustreben begannen; es ist daher
begreiflich, daß der Gegenstand damals zumeist noch ganz außerhalb des
Gesichtskreises sowohl der Autoren, als auch des Leserkreises lag, für
den sie schrieben, und deshalb nicht nur bei den Sammlern von Anekdoten
und Wundergeschichten wie ~Aulus Gellius~ (113-165), ~Aelian~ (um 200)
und Anderen unerwähnt bleibt, sondern z. B. auch bei ~Artemidoros~
(135-200?), dem Verfasser des großen „Traumbuches“, -- die im übrigen
sämtlich magischer, planetarischer und anderer abergläubischer
Einflüsse an zahllosen Stellen Erwähnung tun. Dieser im wesentlichen
örtliche Charakter der Alchemie macht auch die Tatsache erklärlich,
-- die ihm ihrerseits wieder zur Bestätigung gereicht --, daß die vom
Kaiser ~Justinian~ veranlaßten sehr umfangreichen Sammlungen römischer
Gesetze und Verordnungen kein Wort über Alchemie enthalten, obwohl
Anlässe, ihrer zu gedenken, nicht fehlen würden; in dieser Hinsicht
sei nur an das Cornelische Gesetz über Münzfälschung (Lex Cornelia de
falsis) erinnert, das schon im Jahre 81 v. Chr. verbietet, gemeine
Metalle zu „färben“ (tingere), durch Legierungen solcher Metalle edle
vorzutäuschen (fingere), und unedle unter Anwendung gewisser Zusätze zu
gießen (flare), kurz, durch Färbungen und Mischungen den Anschein des
Silbers oder Goldes hervorzubringen[3107].

Die Autoren des 3. und des beginnenden 4. Jahrhunderts, -- immer
von den eigentlichen Fachschriftstellern abgesehen --, schweigen
ebenfalls noch über Alchemie, und dies gilt namentlich auch von
~Firmicus Maternus~, dem man bis vor kurzem sogar die erste Nennung
ihres Namens zuschrieb (s. unten). Weder sein großes astrologisches
Werk „Mathesis“ (von 336 oder 337), noch die kleinere Schrift über die
„Irrlehre der heidnischen Religionen“ (von 342 oder 346)[3108] bieten
irgend Hierhergehöriges, und der Ausdruck „duplicatio“, dessen sich
die „Mathesis“ bedient, bedeutet auch in ihr keineswegs „Diplosis“,
sondern, wie ein Blick in den Text zeigt, eine einfache „Verdoppelung“,
und zwar eine solche von Zahlen und Tagen[3109]. Ganz unzutreffend
ist auch die Behauptung, ~Firmicus~ habe bei der Erörterung der
babylonischen und „ägyptischen“ Lehren über die Bedeutung von
Stellungen, Bahnen, Nachbarschaften und Konjunkturen der Planeten,
-- dem Vorbilde des mittelalterlichen Nativitäts-Stellens[3110] --,
deren alchemistische Beziehungen und Einflüsse genau geschildert. Nach
seiner ausführlichen und sehr merkwürdigen Darstellung der „Lehren
der Alten“ verhalten sich die Planeten vielmehr (je nach den äußeren
Umständen) wie folgt: ~Jupiter~ bringt u. a. Gold- und Silber-Schmiede
sowie Goldsticker hervor[3111]; ~Mars~ Rothaarige, Leute die mit
Feuer und Eisen zu tun haben[3112], Leute die Wunden durch Feuer und
Eisen erteilen und empfangen[3113] und die sich mit Farbstoffen,
Edelsteinen und Perlen befassen[3114]; ~Venus~ Goldschmiede, Vergolder,
Silber- und Gold-Arbeiter[3115], Färber, Erfinder von Farbstoffen und
Wohlgerüchen[3116]; ~Merkur~ Verschacherer von Edelsteinen, Perlen
und Aromen, Färber, Entdecker von Erzlagern[3117], Goldschmiede,
Goldgräber und Meister gewisser verborgener Künste (= Meister der
Künste, verborgene Schätze aufzufinden)[3118]; ~Saturn~, der ernste
und tiefsinnige Alte, der sein Domizil im männlichen Wassermann oder
weiblichen Steinbock hat[3119], Geizige, Gold- und Silber-Hütende,
Erbschaften Empfangende[3120], Kenner geheimer und verbotener Künste
(d. h. des Aufsuchens in der Erde und namentlich in den Gräbern
versteckter Kostbarkeiten)[3121], Magier, Philosophen, Astrologen,
Wahrsager usf., sowie in derlei Künsten bewanderte Priester[3122];
der ~Mond~ Erzschmelzer, Färber[3123], Fälscher insbesondere
Münzfälscher[3124], Probierer und Färber von Edelsteinen, „die diesen
mit allerlei Farbstoffen andere Färbungen erteilen (adpingunt;
wörtlich: anmalen)“[3125], endlich Kenner jener Künste (artes), die
Farbstoffe, Arome, Edelsteine und Perlen betreffen[3126]. Nirgends ist
also die Rede vom künstlichen „Machen“ des Silbers und Goldes, vom
Zusammenhange zwischen Planeten und Metallen usf., vielmehr nur vom
Nachahmen und Fälschen der Edelmetalle und sonstigen Kostbarkeiten,
sowie von den Schlichen und Betrügereien der Künstler, Vermittler und
Händler; offenbar ist ~Firmicus~, der von Beruf Rechtsgelehrter und
nur ein Liebhaber der Astrologie gewesen sein soll, in den von ihm
benützten Vorlagen der „Alten“ keinen anderen Angaben begegnet.

Erst von der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts an finden
sich Zeugnisse, die für das Bekanntsein mit der Metall-Verwandlung
sprechen; die Schriften des Rhetors ~Euphrades~ (um 360) gehören zwar,
entgegen ~Schmieders~ sehr bestimmter Versicherung[3127], +nicht+ zu
diesen[3128], hingegen bestreitet sein Zeitgenosse ~Themistios~ die
Möglichkeit solcher Vorgänge[3129], während der hl. ~Ephraim~, der
berühmte syrische Bibel-Kommentator des 4. Jahrhunderts, in einer
Hymne sagt, „daß die Schätze der Menschheit in gleicher Weise durch
Tugendhafte wie durch Goldmacher vermehrt werden“[3130]. Gegen 500
ist endlich der in Syrien und Palästina tätige christliche Rhetor und
Philosoph ~Aineias~ von ~Gaza~ anzuführen, der sich eifrig bemühte,
die Lehren des Christentums, der älteren griechischen Philosophie
und des Neuplatonismus miteinander zu verschmelzen[3131]; in seinem
Dialoge „Theophrastos“, der die Wiederbelebung der Toten und die
Unsterblichkeit der Seele behandelt, setzt er die Auferstehung der
Abgeschiedenen mit verklärtem Leibe in Parallele mit der Veredlung
gemeiner Metalle zu Gold und betrachtet es als bekannt, daß man
kraft eines besonderen Wissens Erz in Gold verwandeln könne, und
daß die mit der „Kunst der Metalle“ Vertrauten aus Silber oder Zinn
„unter Vernichten der Form und Färben“ vortreffliches Gold zu machen
verstehen, ähnlich wie man aus Sand und Natron das ganz andersartige
Glas darzustellen vermöge[3132].

                              ——————————

Bei keinem der im vorstehenden erwähnten Schriftsteller findet sich
eine besondere +Bezeichnung+ für die „Kunst der Metalle“; zwar haben
bis vor kurzem sämtliche Geschichtsschreiber der Chemie angenommen,
daß der +Name+ dieser Wissenschaft zuerst, jedoch schon als ein
bekannter und daher keiner Erklärung mehr bedürftiger, bei ~Firmicus~
vorkomme, in dessen „Mathesis“[3133] es heiße: „Ist das Haus (in
dem der Mond steht) das des ~Merkur~, so verleiht er (der Mond)
Astronomie, ist es das der ~Venus~, Gesang und Fröhlichkeit, ist es
das des ~Mars~, Gebrauch der Waffen und Werkzeuge, ist es das des
~Jupiter~, Priesterweisheit und Rechtskunde, ist es das des ~Saturn~,
die Wissenschaft der Alchemie (scientiam alchimiae)“, -- die letzten
Herausgeber dieses Autors, ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ erbrachten
jedoch den Nachweis, daß hier eine Fälschung vorliege[3134], auf die
übrigens, soweit die Vatikanischen Handschriften in Frage kommen,
schon 1665 der gelehrte, in Rom tätige Polyhistor ~Athanasius Kircher~
hinwies[3135]. Der Schuldtragende ist der Magister der freien Künste
~Joh. Angelus~, der in seinem 1488 zu Augsburg erschienenen „Opus
Astrolabii“ zuerst einige Bücher der „Mathesis“ abdruckte, bei dieser
Gelegenheit eine größere Lücke im 3. Buche, die sämtliche Handschriften
mit Ausnahme einer einzigen aufweisen, völlig willkürlich ausfüllte,
und hierbei auch die (jedenfalls von guter Sachkenntnis zeugende)
Stelle über die seitens der Planeten verliehenen Begabungen einfügte.
Jene +einzige+ Handschrift, die sie +ebenfalls+ bietet, und zwar
mit dem Wortlaute „scientiam alkamie“ (= alkamiae), ist die der
Staatsbibliothek zu Neapel (um 1500), die neben zahlreichen anderen
Einschiebungen auch die dem „Opus Astrolabii“ entnommene aufweist;
wegen ihrer Schönheit und anscheinenden Vollständigkeit hielt man
sie auch für besonders zuverlässig, daher legten sie sowohl der
gewissenhafte (unbekannte) Herausgeber der venetianischen „Editio
princeps“ von 1497, als auch der ganz unzuverlässige Veranstalter
der Aldinischen Ausgabe (Venedig 1499) ihren Drucken zugrunde, und
so ging die Fälschung für Jahrhunderte in die Litteratur über. Daß
die genannten Erstdrucke nicht „scientiam chemiae“ oder „chimiae“
haben, sondern „alchimiae“, letzteres Wort also in der bei einem
Schriftsteller des 4. Jahrhunderts undenkbaren, mittelalterlichen, mit
dem arabischen Artikel al vereinigten Form bieten, fiel allerdings
schon ~Kirchers~ Zeitgenossen, dem berühmten und vielseitigen
niederländischen Gelehrten ~Voss~ (~Vossius~) auf, und er bemerkte
daher in seinem „Etymologicon linguae latinae“[3136]: „alchimiae druckt
auch ~Aldus~, aber die Handschriften haben chimiae“, -- ohne jedoch
genauer anzugeben, +welche+ Handschriften diese Lesart zeigen sollen.
-- Die angebliche Wissenschaft Alchimia oder Alkimia des ~Firmicus~
unternahmen einige ältere Philologen auch mit den Eigennamen ~Alkimos~
oder ~Alchimos~ in Verbindung zu bringen, um ihr einen Erfinder unter
deren im Altertum zahlreichen Trägern zu suchen, deren bekanntester
wohl der homerische ~Alkimos~ ist, der zusammen mit ~Automedon~ die
Rosse des ~Achilleus~ anschirrt[3137]; durch Aufdeckung der Fälschung
werden natürlich auch diese gelehrten Vermutungen hinfällig!

Gleich verschiedenen früheren Forschern ist auch ~Riess~ geneigt[3138],
als ältestes Zeugnis für das Vorkommen des Wortes „Chemie“ jenes in
einem Berichte über die Niederwerfung des alexandrinischen Aufstandes
durch Kaiser ~Diokletian~ im Jahre 296 anzuerkennen. Der byzantinische
Lexikograph ~Suidas~ erzählt hierüber in seinem Sammelwerke: „Chemie
(χημεία, Chemeía) ist die κατασκευή (Kataskeué, Verfertigung,
Darstellung) des Silbers und Goldes. ~Diokletian~ ließ diese Bücher
aufsuchen und verbrennen; weil sich die Ägypter empört hatten, verfuhr
er gegen sie hart und grausam; so ließ er auch die von ihren Vorfahren
(τοῖς παλαιοῖς; wörtlich: den Alten) über die Chemie (περὶ τῆς χημείας)
des Goldes und Silbers verfaßten Bücher aufsuchen und verbrennen, damit
die Ägypter aus dieser Kunst (έκ τῆς τέχνης) keine Reichtümer mehr
schöpfen und sich nicht mehr auf diese hin gegen die Römer empören
könnten[3139].“

Bereits ~Gibbon~, der 1776 sein großes Werk „Decline and Fall of the
Roman Empire“ vollendete, hob hervor[3140], und neuere Historiker,
bis zu gewissem Grade auch ~Kopp~[3141], stimmen ihm hierin zu, daß
~Suidas~ erst im 10. Jahrhundert schrieb und eine Bestätigung durch
Quellen aus diokletianischer Zeit fehlt, sowie daß die Begründung der
vom Kaiser befohlenen Maßregel wenig glaubhaft erscheine, weshalb
wohl die ganze Erzählung in das Reich der Fabel zu verweisen sei.
~Wiegleb~[3142], ~Schmieder~[3143] und auch wieder ~Berthelot~[3144]
nehmen an, es habe sich um Bücher metallurgischen Inhalts, etwa über
die ägyptischen Geheimverfahren zur Gewinnung und Aufbereitung des
Goldes und Silbers gehandelt (welches letztere aber in Ägypten niemals
bergmännisch gewonnen wurde!), und ~Kopp~ hält es ebenfalls nicht für
ausgeschlossen, daß κατασκευή als bergmännischer oder metallurgischer
Ausdruck anzusehen sei[3145], -- soferne man der so späten Darstellung
des ~Suidas~ überhaupt Vertrauen schenken wolle. In dieser Hinsicht
ist jedoch zu bemerken, -- und ~Kopp~ erörtert dies ausführlich[3146]
--, daß auch ~Johannes~ von ~Antiochia~, um 700, in seiner „Chronik“,
die zum Teil auf jener des ~Panodoros~ (um 400) fußen soll und von
der uns ~Constantin Porphyrogennetes~ (10. Jahrhundert) einen Auszug
erhalten hat, der Verbrennung der ägyptischen Bücher περὶ χημείας
ἀργύρου καὶ χρυσοῦ (über die Chemie des Silbers und Goldes) Erwähnung
tut; dieser Autor verwirft ferner die Deutung des goldenen Vließes
auf ein Fell, in dessen Zotten die Kolcher nach ~Strabon~ das feine
Flußgold auffingen, hält es vielmehr (wie nachher auch ~Suidas~ und
Andere) für eine Tierhaut, ein Pergament, mit der Anweisung „Gold
zu machen mittels der Chemie“ (διὰ χημείας), für ein verderbliches,
mit Fluch behaftetes Geschenk des ~Hermes~, gleich dem goldenen
Lamme des ~Atreus~ und ~Thyestes~ und dem goldenen Halsbande der
~Hermione~[3147]. Endlich gedenken des diokletianischen Befehles aber
auch die Akten des hl. ~Prokop~, die zwar in der heute vorliegenden
Gestalt dem 10. Jahrhundert entstammen, aller Wahrscheinlichkeit nach
aber bereits gegen 400 abgefaßt sind[3148]. Mangeln also auch ganz
bestimmte Beweise, so sprechen doch äußere Gründe nicht +gegen+ die
geschichtliche Wahrheit des Ereignisses, innere aber entschieden +für+
sie. Daß dabei an Bücher über geheime bergmännische oder metallurgische
Verfahren zu denken sei, ist allerdings nicht anzunehmen, denn über
solche durfte überhaupt nicht geschrieben werden, und es fehlt jeder
Anhalt dafür, daß gegen dieses Verbot jemals gesündigt worden sei und
daß es Schriften solchen Inhaltes überhaupt gegeben habe. Dagegen
bestand um 300 tatsächlich bereits eine von den „Alten“ überkommene,
ausgedehnte alchemistische Litteratur, -- verfaßte doch um diese
Zeit ~Zosimos~ sein umfangreiches Werk, wie er ausdrücklich angibt,
unter Benützung aller seiner zahlreichen Vorgänger --, und daß deren
Gegenstand, also eben die „Chemie“, damals noch keinen Namen gehabt
hätte, ist nicht nur an sich äußerst unwahrscheinlich, sondern wird
dadurch widerlegt, daß die obengenannten Autoren und auch ~Zosimos~
selbst (dieser allerdings an einer bestrittenen Stelle, s. weiter
unten) χημεία als bereits wohlbekannten Fachausdruck gebrauchen. Gerade
die Schriften des ~Zosimos~ bestätigen indessen, falls dies überhaupt
noch eines Beweises bedürfte, in welchem innigen Zusammenhange die
Chemie mit Mystik und Aberglauben, Magie und Astrologie stand[3149],
und schon ~Kopp~[3150] sowie ~Burckhardt~[3151] vermuteten daher, daß
~Diokletian~, der grausame Verfolger und Ausrotter aller ketzerischen
Irrlehren, der z. B. in der ganzen Provinz Afrika die Verbreiter des
Manichäismus aufgreifen und samt ihren Schriften verbrennen ließ[3152],
auch die +chemischen+ Bücher den magischen und abergläubischen
zugezählt und sie daraufhin gleichfalls der Vernichtung preisgegeben
habe.

Indessen ist in dieser Hinsicht noch ein Umstand in Betracht zu
ziehen, dessen Bedeutung bisher anscheinend niemand genügend gewürdigt
hat, nämlich die Beziehung ~Diokletians~ zum römischen Münzwesen.
Nachdem dieses während der Bürgerkriege, gegen Ende der Republik,
nicht selten im argen gelegen hatte (s. z. B. die oben erwähnte „Lex
Cornelia de falsis“ von 81 v. Chr.), ließ die beginnende Kaiserzeit
ihm große Sorgfalt angedeihen, und ihre sämtlichen Goldstücke zeichnen
sich daher durch genaues Gewicht und hohe gleichmäßige Reinheit
aus[3153]; aber schon ~Nero~ (54-68) begann u. a. den silbernen
Denaren einen Zusatz von Kupfer zu geben[3154], und die Versuchung,
diesen zu erhöhen und bei anderen Münzen in ähnlicher Weise zu
verfahren, machte sich allmählich desto verführerischer geltend,
je weiter die politische und finanzielle Kraft des Reiches und die
Zuverlässigkeit seiner Verwaltung sank, und in je stärkerem Maße, als
Folge einer zuletzt fast wahnwitzigen Verschwendung, das Abströmen
des Gold- und Silber-Geldes nach dem Osten fortdauerte, hauptsächlich
nach den arabischen und indischen Stapelplätzen der orientalischen
Luxuswaren[3155]. Bereits zur Zeit ~Trajans~ (98-117) und ~Marc Aurels~
(161-180) enthielten die Silbermünzen bedenkliche Mengen an Kupfer,
die Bronzemünzen an Zinn, Zink (10-15%, in Gestalt von Messing?) und
Blei, die Messingmünzen an Zinn und Blei[3156], und dieser Zustand
verschlechterte sich im Laufe des 2. Jahrhunderts immer weiter, wenn
auch nicht in regelmäßiger Weise[3157]. Im 3. Jahrhundert endlich
führte der Verfall der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
zunächst zu einer schweren Bedrängnis der Staatsfinanzen, und
schließlich „zum völligen Zusammenbruche“, „zu einer Art Bankerott“,
äußerlich hervortretend in einer raschen, bis dahin unerhörten
Verschlechterung der Legierungen und im fast gänzlichen Verschwinden
des guten Silbergeldes[3158]. Der ehemalige Silberdenar von etwa 99%
Silbergehalt und 50 Pfg. Geldwert enthielt schon unter ~Severus~
(222-235) nur mehr etwa 50% und unter ~Aurelian~ (270-275) gar nur
mehr 4% Silber, so daß die Kaufkraft dieses sog. „Weißkupfers“, das
schon nach ganz kurzem Umlaufe seinen flüchtigen Silberglanz verlor
und nicht mehr vom Kupfer zu unterscheiden war, unter ~Severus~ auf
30, und unter ~Aurelian~ auf 1¼ Pfg. herabsank, also auf die des
Kupfers[3159]. Aber auch das Kupfergeld war infolge Bleizusatzes meist
entwertet, und die ohnehin schon immer seltener werdenden Goldstücke
wiesen derartige Mindergehalte (bis zu 50%) und so erhebliche und
unregelmäßige Untergewichte auf, daß selbst die öffentlichen Kassen
sie nicht mehr in Zahlung nahmen, vielmehr wie in ältester Zeit das
Silber und Gold +zugewogen+ verlangten[3160]. Eine wichtige Rolle bei
diesen Vorgängen, den Kennzeichen „wachsender allgemeiner Verarmung
und Verrohung“[3161], spielten zweifellos die Betrügereien und
Unterschleife der „monetarii“, des Münzstätten-Personals, das z. B. in
Rom den Versuch ~Aurelians~ zu einer mindestens teilweisen Reform durch
Erregung eines gefährlichen Aufstandes beantwortete, dessen blutige
Unterdrückung (274?) dem Kaiser nur mit großer Mühe gelang[3162].
Erst ~Diokletian~ (284-305) erkannte in vollem Umfange die ungeheure
politische und wirtschaftliche Gefahr der Münzverschlechterung, und
zweifellos sollte sein Maximaltarif, der sichtlich allein den Vorteil
des Verbrauchers im Auge hat, in erster Linie das weitere Sinken des
Wertes der Silber-Scheidemünze verhindern und dadurch dem Soldaten
und Beamten wieder die Gewißheit sichern, für seinen Gehalt das zum
Leben Nötige an Ware und Handwerkerarbeit beschaffen und eine Familie
erhalten zu können[3163]. Zwecks schleunigster Herbeiführung geordneter
Zustände zog der Herrscher die schlechten Goldstücke aus dem Verkehr,
ließ Silber und Gold nach bestimmten und festen Gewichtseinheiten
ausprägen, schritt in schärfster Weise gegen die von ~Aurelian~
fruchtlos bekämpfte Falschmünzerei ein und untersagte schließlich jede
Ausmünzung von Weißkupfer-Denaren[3164]. Diese Maßregeln, die der
Kaiser als höchst dringliche und unaufschiebbare mit allem Nachdruck
betrieb, verursachten in Alexandria, dessen Wohlstand ohnehin durch
die endlosen Kriege im Osten und durch andauernde Handelsstörungen
auf das schwerste gelitten hatte[3165], außerordentliche Erregung,
die nicht wenig zum Ausbruchs des gefährlichen Aufruhres von 296
beitrug[3166]. Seit jeher nahm nämlich der weitaus größte Teil des nach
dem Orient abfließenden guten Silber- und Gold-Geldes seinen Weg über
Alexandria[3167], das eine solche Gelegenheit nicht ungenützt ließ,
ferner war die Stadt Sitz eines der größten Münzämter des römisches
Reiches, das von Anfang an kein Gold und in späterer Zeit auch kein
Kupfer mehr ausprägte, wohl aber große Massen silberner Scheidemünze,
namentlich 4-Drachmen-Stücke (στατήρ = Statér; Schekel), deren
Silbergehalt allmählich von 25 bis auf 4, ja bis auf 1,8% gesunken
war[3168]. Das Verbot, diese weiter in Umlauf zu setzen, und das
Einschreiten gegen die im ganzen römischen Reiche, vor allem aber in
Ägypten weitverbreitete private Falschmünzerei[3169] bedeutete also
für die Alexandriner einen gefährlichen Angriff auf Erwerbsquellen,
die sie unter ihre lohnendsten zählten, und dieser Umstand erklärt
zu einem guten Teile die Leidenschaft, mit der sich ein seit langem
unzufriedener und verhetzter Pöbel dem großen Aufstande von 296
hingab; er macht aber auch die furchtbare Härte begreiflich, mit der
der Kaiser, gestört in der Ausführung eines seiner wichtigsten Pläne,
gerade in diesem Falle verfuhr, und wenn er die noch von ~Aurelian~
geduldete ägyptische Münzstätte sofort völlig aufhob[3170] und
gleich den ketzerischen Büchern der Manichäer auch die chemischen
der Alexandriner aufsuchen und verbrennen ließ, so läßt sich ohne
weiteres vermuten, was er von der chemischen „Kunst“ und den durch sie
zu gewinnenden „Reichtümern“ hielt: in den von den „Alten“ verfaßten
Büchern erblickte er Anleitungen zur Falschmünzerei, und daß diese
tatsächlich, wie stets und allerorten so auch in Alexandria, mit
alchemistischen Bestrebungen enge verbunden war, beweist der „Papyrus
~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts[3171], der dem ~Demokritos~ ein bewährtes
Rezept zur Münzfälschung zuschreibt). Auch die oben angeführte Stelle
des ~Rufinus~ (245-310)[3172] über die heimliche Tätigkeit der nach
Kanopos geflüchteten alexandrinischen Zauberpriester erweckt ähnlichen
Verdacht, um so mehr, als schon unter ~Constantin dem Grossen~
wiederum Weißkupfer-Geld (auch untergewichtiges) in Umlauf kam,
das seine Söhne für wertlos erklären, einziehen und durch besseres
ersetzen mußten[3173]; und doch war schon seit dem 3. Jahrhundert
die Verbrennung, die als schwerste Todesstrafe „ohne Unterschied des
Standes“ Hochverrat, Gotteslästerung, Blutschande, widernatürliche
Unzucht und Zauberei traf, auch auf Münzfälschung ausgedehnt
worden[3174]!

Allem Dargelegten zufolge liegt also kein Grund vor, zu bezweifeln, daß
die von ~Suidas~ übermittelte, vielumstrittene Erzählung ihrem Kerne
nach richtig ist, und daß ~Diokletian~ in der χημεία (Chemie) das sah,
als was sie demgemäß auch ~Suidas~ noch definiert, eine seiner Meinung
nach den verwerflichsten Zwecken dienende Kunst der „Verfertigung
von Silber und Gold“. Aber diese Definition ist keine erschöpfende;
sie zeigt zwar, in welchem Lichte dem von einer ganz bestimmten
Anschauungsweise Erfüllten die Chemie +erschien+, was diese aber +war+,
und wie ihr Name, der in den Worten „Bücher über die Chemie des Goldes
und Silbers“ als ein schon ganz geläufiger vorausgesetzt wird, zu
erklären sei, darüber besagt sie nichts. Die tunliche Aufhellung dieser
Frage erfordert daher weitere Untersuchungen.




4. Herkunft des Namens Chemie.


Als eines der wichtigsten Zeugnisse für die frühe Verbreitung der
Chemie und ihres Namens ist die Tatsache zu betrachten, daß man
spätestens im 3. Jahrhundert bereits das Bedürfnis empfand, einen
„Heros epónymos“ (namengebenden Urheber) für sie zu suchen, und daß
sich ein solcher schon bei ~Zosimos~, also um 300 n. Chr., unter dem
sichtlich wohlbekannten Namen ~Chemes~, ~Chimes~, ~Chymes~ angeführt
und seither als hochgefeierter Schriftsteller, „Prophet“ und „erster
Chemiker“ gepriesen findet; wie in allen dergleichen Fällen wird auch
im vorliegenden der wahre Sachverhalt umgekehrt, d. h. der künstlich
ausgedachte Namen des Erfinders als das Ursprüngliche hingestellt, die
in Wirklichkeit allein vorhandene Kunst oder Wissenschaft aber als die
abgeleitete.

~Zosimos~ spricht in dem seiner „Schwester“ ~Theosebeia~ gewidmeten
Buche „Imuth“ über eine (weiter unten noch näher zu erörternde)
hellenistische Sage, deren Gegenstand die Überlieferung gewisser
Geheimkünste durch gefallene Engel ist[3175], und berichtet, daß sie
erfolgte „durch das Buch χημεῦ (Chemeú), -- richtig χημοῦ (Chemú),
also durch das Buch des ~Chemes~--, „woher die Kunst χημεία (Chemeía)
heißt“[3176]. So lange diese Stelle nur aus einem Werke des Byzantiners
~Georgios Synkellos~ bekannt war, der im 9. Jahrhundert lebte, konnte
die Möglichkeit einer späteren Einschiebung nicht für ausgeschlossen
gelten[3177]. Sie findet sich aber auch schon in dem von ~Berthelot~
veröffentlichten „syrischen Traktat“ [3178], der ursprünglich wohl im
5. oder 6. Jahrhundert niedergeschrieben ist[3179], und lautet dort
nach ~Diels~ in berichtigter Übersetzung, -- denn die bei ~Berthelot~
gegebene ist mangelhaft --, „sie lasen die Schriften des ~Khumu~, und
daher wird die Khumia genannt“; hiernach sei anzunehmen, daß diese
beiden Worte in der griechischen Vorlage χυμοῦ (~Chymu~) und χυμεῖα
(Chymeia) lauteten[3180]. In den Handschriften des ~Zosimos~ kommt
auch, wie erwähnt, die Form ~Chymes~ neben ~Chemes~ und ~Chimes~ vor,
dagegen, soweit bekannt, nur Chemeia; nach ~Olympiodoros~ war es Χήμης
(~Chemes~), der (angeblich) dem ~Parmenides~ den Spruch ἕν καὶ πᾶν
(Hen kai pan) entlehnte und ihn durch die sich in den Schwanz beißende
ägyptische Schlange darstellte. Der byzantinische Chronist ~Kedrenos~
endlich, ein unzuverlässiger und unkritischer Kompilator des 11.
Jahrhunderts, entnahm einer unbekannten Quelle etliche Worte über „die
Künste des Χείμης“ (~Cheimes~) und die „Betrügereien eines ἀνήρ τις
χιμευτής (chimeutés)“, las also nach ~Diels~ den Titel des „Urbuches“
vermutlich Χήμα (Chéma)[3181].

~Zosimos~, und wohl schon der angebliche ~Hermes~, auf dessen „Physika“
er sich beruft, bezeichnet als Urheber der Chemia als der Kunst, unedle
Metalle in edle zu verwandeln, die Priester Ägyptens und versetzt,
wie auch ein Zitat bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ bestätigt, die
erste Entstehung in die Urzeit dieses Landes, dessen nordägyptischen
Namen „Chemi“ er mit ~Noahs~ Sohn ~Cham~ in Verbindung bringt, weil
dieser der Vater des ~Mestrem~ (= Mizraïm = Ägypten = Chêmî) ist;
daraufhin identifiziert er ~Cham~ mit ~Chemes~ und erklärt die
Chemie als die Kunst dieses ~Chemes~, des ersten Chemikers[3182]. --
Legenden-Bildungen solcher Art reichen weit zurück: Schon ~Clemens
Romanus~ (spätestens im 3. Jahrhundert) sagt, daß von ~Cham~, dem
Sohne ~Noahs~, ~Mestrem~ oder ~Mesraïm~ (Dual, = die beiden Ägypten)
abstamme, von dem die Babylonier, Perser und Ägypter herkommen, sowie
der Magier ~Nebrod~ (~Nimrod~), den er für die nämliche Person hält wie
~Zoroaster~[3183]. Nach ~Johannes Cassianos~, der im 4. Jahrhundert
schrieb, hatte ~Cham~, „der die Magie vererbte“, sie zur Zeit der
Sündflut ohne Wissen ~Noahs~ aufbewahrt und gerettet, indem er sie auf
Platten aus verschiedenen Metallen eingraben ließ, und tatsächlich war
noch um 200 n. Chr. in Ägypten ein Buch mystischen Inhaltes unter dem
Titel „Prophezeiungen des ~Cham~“ im Umlaufe[3184]. Endlich wird auch
erzählt, ~Noah~ habe die von ~Adam~ überkommenen Bücher der Magie,
sowie die magischen Schriften des ~Henoch~, in einem Winkel seiner
Arche verborgen, ~Cham~ habe sie aber entdeckt, gestohlen und später
seinem Sohne ~Misr~ geschenkt, der sie dann nach Misraïm = Ägypten
brachte[3185].

Derlei Phantasien gegenüber konnte schon ~Kopp~ mit Recht alle
Ableitungen der Chemie von ~Chemes~ und ~Cham~ als „Träumereien“
bezeichnen[3186], und ~Hoffmann~ hinzufügen: „Nicht von ~Chimes~ rührt
die Benennung der Chemie her, vielmehr ist diese seine Mutter und
~Cham~ sein Vater“[3187]. Auch ist zu beachten, daß, entgegen früheren
Ansichten, ~Chemes~ oder ~Chimes~ kein ägyptischer oder hellenisierter
ägyptischer Eigenname war, denn die Hieroglyphe des Gottes von Koptos,
„der Stadt der Bergleute“, dem ~Ramses~ III. (um 1200 v. Chr.) auf
einer Stele der Goldbergwerke von Kuban in Nubien als „Herrn des
Gebirges und Schutzgott der Bergleute“ huldigt, ist nicht ~Chem~ zu
lesen[3188], sondern ~Min~[3189].

„Chemie“ ist aber, wie bereits der große Sprachforscher und Etymologe
~Pott~ in seiner einschlägigen Abhandlung hervorhob, auch kein
griechisches Sprachgut, vielmehr „ein aus dem Griechischen schlechthin
unerklärbares Fremdwort“[3190], und ~Hoffmann~ stimmt ihm hierin
bei[3191]. Der im späteren Griechischen so häufige Wechsel von η, ει,
υ und ι, der Übergang von η, ει und υ in ι (sog. Itacismus), sowie
die wachsende Vorliebe für diese „itacistische Gleichmacherei“[3192]
erzeugten oder begünstigten nach ~Kopp~[3193] und ~Pott~[3194] das
Vorkommen der Formen χημία, χημεία, χειμεία, χυμεία, χημαία, χημᾶ,
χείμη, χίμη; doch glaubt ~Pott~, „mit größter Zuversicht“ χημεία
(Chemeía) als die Ursprüngliche hinstellen zu dürfen, und auch
~Hoffmann~ versichert, daß die weitaus meisten der zahlreichen von
ihm durchforschten griechischen, syrischen und früharabischen Codices
vorwiegend, und manche griechische +nie+ anders schrieben als χημεία
oder χιμεία (Chimeía), während sich die Lesart χυμεία (Chymeía) erst in
späterer Zeit geltend machte[3195].

Versuche, im Gegensatze zu ~Potts~ Urteil „Chemie“ dennoch aus dem
Griechischen abzuleiten, waren schon in früherer Zeit unternommen
worden, wobei man zumeist auf die mit Schmelzung, Fluß, Guß u. dgl.
in Verbindung stehenden Worte χέω, χύω, χῦμα, χεῦμα zurückgriff, doch
hatten sowohl ~Kopp~[3196] wie ~Pott~[3197] und ~Gildemeister~[3198]
sie abgewiesen, und letzterer bemerkt ausdrücklich: „Nicht zu denken
ist an Gießen oder Schmelzen, was jetzt auch ganz aufgegeben ist.“
Neuerdings erstand indes dieser Erklärungsweise in ~Stephanides~
wiederum ein Fürsprecher: seiner Meinung nach hat man auszugehen von
„Chymes“ und „Chymeia“, „welcher Name der heiligen Kunst von χύμα
(Chýma) = Metallguß herkommt“. Laut ~Agatharchides~’ Bericht (um
150 v. Chr.) verbleibt nämlich beim Behandeln des echten Goldsandes
ψάμμος mit gewissen Zuschlägen schließlich „χρυσίου τὸ χύμα“ = „der
Guß (Chýma) des Goldes“, dessen Gewinnung nach ~Stephanides~ ein
altes Geheimnis der ägyptischen Priester war; diese hätten schon beim
Einbruche der Perser (525 v. Chr.) die Eroberer hierüber getäuscht,
indem sie aus Blei, aber auch aus Kupfer, Eisen und anderen gemeinen
Metallen oder οὐσίαι (die nicht durch die λίθοι, die unreinen Metalle
und Erze ersetzbar sind), im Zustande von χυτά (Chytá = Schmelzen),
vermöge eines vermittelnden Zusatzes, des „Steines der Weisen“, ein
+goldähnliches+ χύμα (Chýma) gewannen, so daß jene glaubten, die
gemeinen Metalle seien wirklich in Gold verwandelt worden. Demgemäß
sei Chyma das Stammwort von Chymeia, und diese ursprünglich die Kunst,
Gold und goldähnliche Legierungen herzustellen, wobei das Blei als
„Urmaterie“ erschien und wegen seiner Schwärze auch mit dem schwarzen
Boden Ägyptens und dem Nilschlamme verglichen wurde als der Quelle, aus
der alles Vorhandene entsteht; weiterhin sei aber der Name von dieser
altägyptischen Methode auch auf die neue, persische, durch ~Ostanes~
vermittelte, übertragen worden, die darin bestand, die gemeinen Metalle
auf einer metallenen Platte, der κηροτακίς (Kerotakís), mit einem
φάρμακον (Phármakon, Mittel) zu erhitzen, durch das die Goldfarbe
hervorgebracht wird[3199].

Obwohl sich, vorwiegend wohl vom philologischen Standpunkte aus, kein
Geringerer als ~Diels~ ebenfalls dieser Ansicht anschloß und von
χύμα (Chýma), -- dessen vereinzeltes Vorkommen er noch in einer der
„Hippokratischen Schriften“ (3. Jahrhundert), in der „Septuaginta“
und an einigen anderen Stellen nachwies --, zunächst χυμεύειν und
davon dann χυμεία, χύμευσις, χυμευτής, χυμευτικός, sowie Χύμης
(~Chymes~) ableiten will[3200], muß man jedoch feststellen, daß sie
der inneren Berechtigung durchaus ermangelt. Nirgendwo findet sich
bezeugt, oder auch nur erwähnt, daß die Goldgewinnung in der Wüste
von Priestern betrieben worden oder deren Geheimnis gewesen sei,
und demgemäß den Namen einer „heiligen, göttlichen Kunst“ (ἱερὰ,
θεία τέχνη) getragen habe; nirgends, daß die ägyptischen Priester
schon die persischen Eroberer, die ihnen überdies an metallurgischen
Kenntnissen weit überlegen waren, hinters Licht zu führen versuchten;
nirgends, daß sie in so früher Zeit Transmutationen angestellt, das
Blei als Urmetall betrachtet und einen „Stein der Weisen“ gekannt
hätten; nirgends endlich, daß die Perser Alchemie getrieben, und daß
die Benützung der Kerotakis eine persische, erst durch ~Ostanes~ (den
berüchtigten pseudepigraphischen Schriftsteller, Zauberpriester,
Propheten usf.) nach Ägypten gebrachte Methode gewesen sei[3201].
Es ist ferner das Wort Chymeia „bei den Griechen nie anders als von
der +Metall-Verwandlung+ gebraucht worden“[3202], und zwar mit dem
bestimmten Nebensinne einer +betrügerischen+, der ihm auch bei den
Syrern, Arabern und allen Späteren unentwegt anhängen bleibt. Wenn
also, wie ~Diels~ erwähnt, einige Punkte der hellenistischen Erzählung
von der Überlieferung der Geheimkünste durch gefallene Engel, und
selbst die Definition des ~Suidas~, mit der Ableitung der Chemie von
χύμα nicht unvereinbar sind, wenn ferner in einer der Fassungen des
sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“ Kimija auch für die „Künste der
Metallgießer“ gebraucht wird[3203], usf., so ist dies nicht beweisend,
weil auch bei diesen Anlässen schon stillschweigend vorausgesetzt
oder offen erwähnt wird, daß es sich um nachahmende und betrügerische
Fälschung handle: niemals wird aber der „Chemiker“ als Erzgießer
angesehen und bezeichnet, oder dieser, etwa der χαλκοχύτης (Gießer des
Kupfers, des Erzes)[3204], als „Chemiker“. Endlich hebt auch ~Hoffmann~
noch hervor, daß bei einer Ableitung des Wortes „Chemie“ von der
sehr seltenen Bezeichnung χύμα oder χεῦμα für in Barren gegossenes
Metall, wonach also χυμεία etwa die „Beschäftigung mit metallischen
Rohprodukten zwecks Goldbereitung“ wäre, eher der Namen χυματεία
(Chymateía) zu erwarten bliebe, analog der μεταλλεία (Metalleía =
Beschäftigung mit Metallen) des ~Suidas~[3205].

Außer der Herkunft des Ausdruckes Chemie von χέω oder χύμα wurde
seitens älterer Gelehrter auch der von χυμός (Chymós = Flüssigkeit,
Saft) in Betracht gezogen, im Sinne einer zur Verwandlung der Metalle
dienlichen Lösung; ~Kopp~[3206], ~Pott~[3207] und ~Diels~[3208] lehnten
sie ab, während ~Gildemeister~[3209] die Ansicht vertrat, χυμεία als
„transmutierende Substanz“ sei zwar bei den Griechen nicht, oder
doch nicht sicher nachweisbar, die Araber aber hätten sie von ihnen
als solche übernommen: bei ihnen sei die „Kîmijâ“ ursprünglich ein
χυμός (Chymós), ein +flüssiges+ Präparat, im Gegensatze zum ξήριον
(Xérion), dem +festen+ Streupulver, das, -- wie ~Fleischer~ schon 1836
zeigte[3210] --, in Verbindung mit dem arabischen Artikel al, als
„Aliksîr“ dem „Elixîr“ den Namen gab; erst später bezeichne dann Iksîr
vorwiegend die transmutierende Substanz in beliebiger Form, Kîmijâ aber
nicht mehr das Präparat oder auch seine Verfertigung (ποίησις), sondern
die Wissenschaft als solche. ~Riess~ stimmt diesen Darlegungen zu[3211]
und vermutet, daß die Beinamen der chemischen Kunst, θεία und ἱερά (die
göttliche, die heilige), Übersetzungen ägyptischer Worte seien (wofür
jedoch nicht der geringste Anhaltspunkt vorliegt). ~Hoffmann~ indessen
erklärt die Annahme ~Gildemeisters~ für sachlich und sprachlich ganz
unmöglich: χημεία oder χιμεία, -- so ist die richtige, alte, dem
Namen Χήμης entsprechende Schreibweise, während χυμεία erst später
vorkommt[3212] --, tritt bei sämtlichen griechischen Autoren und deren
frühesten syrischen Übersetzern +niemals+ als der Name eines Präparates
auf, sondern allein als der einer Kunst und Wissenschaft, und überdies
haben in den chemischen Schriften χυμοί (Chymoí = Säfte) die übliche
Bedeutung der Säfte (humores) des menschlichen Körpers[3213], -- wie
denn auch z. B. bei ~Alchwarizmi~ (um 980) „Kimus“ = Chymus ist[3214]
und im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ „Kîmûsât“ = Mischungen der Säfte,
Temperamente[3215]. Erst die Araber und jene späteren Syrer, die zum
Teil schon wieder aus arabischen Quellen schöpften, gebrauchen Kîmijâ
auch in dem von ~Gildemeister~ erwähnten Sinne[3216], aus dem dann
in mittelalterlichen Schriften „Kimia“ und „Alkimia“ nicht nur als
Bezeichnung von chemischen Präparaten, sondern selbst von Apparaten
und Gefäßen hervorgeht[3217]. Diese sämtlichen Bedeutungen sind
sekundär, und schon deshalb erscheint es ausgeschlossen, daß ihnen der
Name für das Primäre entlehnt worden sei, nämlich für die Kunst der
Umwandlung unedler und die Darstellung edler Metalle.

Bereits ~Pott~ wies 1876 darauf hin, daß das lange î des arabischen
Kîmijâ auf itacistische Aussprache von χημεία oder χυμεία deute, so
daß das Wort wohl nicht unmittelbar als griechisches, sondern als
„auf fremdem Boden gewachsenes“ in das Arabische übergegangen sei;
seine Vermutung wurde durch spätere Forschungen bestätigt, und es
ist unumgänglich, deren Ergebnisse teilweise schon an dieser Stelle
vorauszunehmen.

Die Araber lernten nach ~Reitzenstein~ die hermetische und
alchemistische Litteratur zweifellos zuerst gelegentlich der Eroberung
von Harrân kennen, und ihre ersten eigenen Nachbildungen entstanden
vermutlich in harranischen, also wesentlich syrischen Kreisen[3218].
Die Syrer selbst trieben, der üblichen Annahme nach, mindestens
seit dem 6. Jahrhundert Chemie, wahrscheinlich aber, wie u. a. das
oben angeführte Zitat aus den Hymnen des hl. ~Ephraim~ ersehen
läßt, bereits seit dem 4., und besaßen eine ganze Reihe unmittelbar
aus dem Griechischen angefertigte Übersetzungen alchemistischer
Schriften, von denen nach ~Hoffmann~ noch zahlreiche (u. a. in London
und Cambridge) erhalten sind, -- leider, bis auf die wenigen von
~Berthelot~ benützten, in undurchforschtem Zustande[3219]. Aus ihnen,
aber auch schon aus inzwischen entstandenen arabischen Werken, schöpfte
u. a. ~Bar Bahlul~, der um 950 ein wichtiges syrisches Wörterbuch
verfaßte[3220]. Die Kimia bezeichnet er in diesem als die Wissenschaft
von den sieben Metallen und der Verwandlung ihrer Natur, von den
Arbeiten, die die unedlen und edlen Metalle sowie „Glas“ (= künstliche
Edelsteine?) betreffen, von der Herstellung des „philosophischen
Steines“ (Steines der Weisen), sowie von der künstlichen Darstellung
des Goldes und Silbers; einige glauben, „Kimia“ komme von „Kima“,
einer Bezeichnung der acht Sterne der Plejaden, und bedeute daher
eine „Arbeit mit acht Mischungen“, andere aber nennen sie „Kameleía“
oder „Khemaléa“, d. i. χαμαιλέων, Chamäleon. Hierüber heißt es: „Die
‚Körper‘ (= οὐσίαι, gemeine Metalle) in ihrer Zusammensetzung (ἐν
συνθέσει) nennt man Chamäleon“[3221], und dieser Satz, den ~Hoffmann~
nicht ganz richtig aufgefaßt hat, spielt darauf an, daß vermöge der
Kunst die (erst schwarze) metallische Schmelze ihre Farbe zu wechseln,
also zu Silber und Gold zu werden vermag, ohne doch ihr eigentliches
Wesen zu verändern, ganz so, wie das Chamäleon je nach den Umständen
alle Farben annehmen kann, dabei aber doch stets eines und dasselbe
bleibt[3222]. Vermutlich liegt übrigens der Benennung nicht nur
der Vergleich mit dieser Eidechsenart zugrunde, sondern auch eine
Anspielung auf ~Demokritos~, dem man eine „Chamäleon“ betitelte
Abhandlung zuschreibt, die aber zoologischen Inhaltes war und nicht
alchemistischen.

Unter den älteren arabischen Autoren, die übrigens vielfach nur
arabisch schreibende Syrer oder Perser waren, erwähnt ~Abu Jussuf~
(gest. 789) die Chemie schon als etwas Wohlbekanntes, indem er als
sprichwörtliche Redensarten anführt: „Wer die Kîmijâ sucht, ist
nicht sicher vor Verarmung“, und „Nicht zu erlangen ist Jugend durch
Schminke, Gesundheit durch Arznei, Vermögen durch Kîmijâ“[3223].
Die Schriften der „Treuen Brüder“, die zwar erst im 10. Jahrhundert
abgefaßt sind, sich aber auf das engste weit älteren, den griechischen
Originalen noch ganz nahestehenden anschließen, berichten, daß viele
Salze in der Kîmijâ und von den Chemikern gebraucht werden[3224];
bei ~Aldschahiz~ (gest. 869) und in einer alten, im Wörterbuche des
~Jaqut~ (1178-1229) angeführten Quelle heißt der Chemiker Alkimavi
oder Alkimijâ’î[3225]; der hervorragende Philosoph und Enzyklopädist
~Alkindi~ (gest. nach 870) richtete an den Khalifen ~Almuʿtadid~
(813-842) einen Brief über die „Kîmijâ altabîch“ = „Nachahmung (oder
Fälschung) der Speisen“, schildernd die Kunst der Vortäuschung von
Eiern, Leber, Hirn, Fleisch u. dgl., ohne solche in Wirklichkeit mit
zu verwenden[3226]; nach ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902) verlieh Allah
den Bewohnern Rûms (des oströmischen Reiches) u. a. das Wissen von
der Ausübung der Chemie, dortige „Philosophen“, die ein persischer
König gelegentlich schlecht behandelte, verbrannten aber, nachdem,
sie noch das für ihr eigenes ferneres Leben nötige Gold gemacht
hatten, ihre sämtlichen Bücher, so daß diese Kunst seither verloren
ging[3227]. Der berühmte Reisende und Schriftsteller ~Almasʿudi~
(gest. 956) sagt: „Alkîmijâ ist das Werk der Darstellung von Gold,
Silber, Edelsteinen, Perlen und Elixir“[3228]; in den Erzählungen
„1001 Nacht“, deren arabische Quellen zum Teil bis ins 8. Jahrhundert
zurückgehen, ist „Chemie und natürliche Magie die Kunst, Silber und
Gold darzustellen“[3229]; nach ~Althaʿalibi~ (961-1038) erfand diese
Kunst ~Karun~ [d. i. der ~Korah~ der Bibel][3230], und noch bei
~Alakfani~ (auch ~Alansari~ oder ~Alsachawi~, gest. 1348) findet sich
die alte Definition angeführt „al Kîmijâ ist die Kunst, aus unedlen
Metallen Gold und Silber zu machen“[3231]. Über die Herkunft des
+Namens+ „Chemie“ blieben aber ebenso wie die Syrer auch die Araber
im unklaren: schon ~Alchwarizmi~ (um 980) glaubt, Alkîmijâ sei ein
arabisches Wort, komme von jakmî, dem Imperfektum des Zeitwortes kamâ,
bedeute „er verheimlichte, verhüllte, verschwieg“, und weise auf
eine Geheimwissenschaft hin[3232], ~Alakfani~ gar überliefert eine
Etymologie, die Kîmijâ in Zusammenhang mit dem hebräischen „Kîm-Jah“
bringen will, angeblich = „wohltätiger als Gott“![3233]

Aus allem Vorstehenden darf mit Sicherheit geschlossen werden, daß
„Chemie“ keinesfalls, wie man wegen der späten Erwähnungen bei
~Synkellos~ (9. Jahrhundert) oder ~Suidas~ (um 1000) noch bis in die
neueste Zeit hinein für möglich hielt, erst ein von den Byzantinern
gebrauchtes, ursprünglich vielleicht orientalisches Wort ist; χημεία
war vielmehr zweifellos schon bei den hellenistischen Alchemisten
gebräuchlich, ging, ~Potts~ Vermutung gemäß, aus ihren Schriften in
die der Syrer und zuerst wohl aus diesen in die der Araber über und
bedeutete die „Goldmacherei“, und zwar eine betrügerische. In letzterer
Hinsicht läßt sich als Parallele noch anführen, daß bei den Persern,
die ihre alchemistischen Kenntnisse gleichfalls den Syrern verdankten,
schon im 10. Jahrhundert ~Firdusi~ (= der Paradiesische), der Dichter
des gewaltigen „Königsbuches“ (Schah-Nameh), an einer Stelle dieses
Werkes sagt: „Sein Herz war voll Kîmijâ“, und damit meint „voll
Falschheit“[3234].

Stand aber der Ausdruck χημεία schon bei den hellenistischen
Alchemisten in Gebrauch und ist er nach ~Pott~ (und auch ~Hoffmann~)
„ein aus dem Griechischen schlechthin unerklärliches Fremdwort“, so
drängt sich auf die unabweisbare Frage nach seiner Herkunft schon von
vornherein als die wahrscheinliche Antwort +die+ auf: er stammt aus
dem Ägyptischen. Lehnt man diese Ableitung aus philologischen Gründen,
oder unter dem Hinweise, „daß ein Urwort Chemie in den Schriften
der griechischen Chemiker fehlt“, als eine „vergebliche“ unbedingt
ab[3235], so versperrt man den einzigen gangbaren Weg, der überhaupt
die Möglichkeit einer Lösung in Aussicht stellt und verzichtet auf
Verwertung der zwar wenigen, aber sehr wichtigen, weil unmittelbare
Anknüpfung gestattenden Zeugnisse.

Unter diesen ist das beachtenswerteste das des ~Plutarch~, der im
33. Kapitel seiner Abhandlung über „Isis und Osiris“ sagt: „Die
weisen Priester Ägyptens nennen das meist schwarzerdige Ägypten
χημία (+Chemía+), so wie das Schwarze [die Pupille] im Auge[3236].“
Tatsächlich lautet der hieroglyphische Name Ägyptens „Kême“ =
das Schwarzerdige, das Schwarzland[3237], und das nämliche Wort
charakterisiert auch den ägyptischen Einwohner = Mann des Schwarzlandes
(rem n kême)[3238], den „schwarzen Stein“ (ôner kem = dunklen
Granit)[3239], das „schwarze Kupfer“ (homt kem = Schwarzkupfer)[3240],
den „schwarzen Weihrauch“, der beim Gottesdienste nicht gebraucht
werden darf, weil er „aus der Pupille des [bösen Gottes] ~Seth~“
stammen soll[3241] usf.; nichts zu tun hat es aber mit ~Cham~, dem
angeblichen Stammvater der afrikanischen Völker und daher auch der
Ägypter[3242]. Im Koptischen heißt Ägypten ebenfalls Kême oder Kêmi,
und im unterägyptischen, den Griechen wohlbekannten Dialekte χημι
(Chemi), kennzeichnend das „Schwarzland des Fruchtbodens“ im Gegensatze
zu „Dosret“, dem „Rotlande der Wüste“[3243]. Eine alte Inschrift nennt
Ägypten „das Auge des ~Osiris~, dessen Pupille ist der große [den
fruchtbaren schwarzen Schlamm herbeiführende] Strom, dessen Augenrund
sind die Berghänge des Ostens und Westens, und dessen Inhalt [=
Inneres] sind die Heiligtümer Ober- und Unter-Ägyptens“ [die ἄνω – καὶ
κάτω – χώρα][3244], und noch um 400 n. Chr. überliefert ~Horapollon~
richtig in seinen „Hieroglyphika“: „Ägypten liegt inmitten des
Erdkreises (οἰκουμένη), wie die Pupille (κόρη, Kóre) im Auge[3245].“

~Pott~ war der Ansicht, daß von χημία = Ägypten, etwa unter Mitwirkung
wirklicher oder scheinbarer Analogien, ein Zeitwort χημεύειν oder
χιμεύειν (= sich nach ägyptischer Art beschäftigen) abgeleitet worden
sei, und von χιμεύειν, -- ähnlich wie von μαγεύειν (= sich magisch
beschäftigen) μαγευία und μαγεία (Magie) --, χημευία und χημεία,
χιμεία, χυμεία, Chemie); wie φυσικός, μαγικός, μεταλλικός den der
Physik, Magie, Metallbearbeitung Beflissenen, so würde hiernach χημικός
(oder χυμικός) den sich mit Chemie Abgebenden bedeuten, und vielleicht
auch χημεία die χημεία τέχνη, die „ägyptische Kunst“[3246].

Obwohl sich zugunsten dieser Hypothese anführen ließe, daß Abstrakta
auf -εία und -ία nicht selten ursprünglich weibliche Adjektiv-Formen
waren[3247], und daß „ägyptische Kunst“ oder „Kunst Ägyptens“ im Sinne
von „Chemie“ tatsächlich vorkommt (s. unten), so ist letzteres doch nur
in einigen wenigen, auf einen ganz bestimmten Sonderzweck abzielenden
Sätzen der Fall, während ein Zeitwort χιμεύω, sowie χημεία als
Eigenschaftswort überhaupt nicht nachgewiesen werden kann. Läßt sich
daher diese Seite der ~Pott~schen Vermutung nicht aufrechterhalten,
so erfordert doch die andere, die übrigens auch schon von ~Kopp~
betont wurde[3248], desto größere Beachtung: Chemie ist der Name
eines „Verfahrens zur Bearbeitung eines Gegenstandes“ (~Kopp~), einer
„Beschäftigung“ (~Pott~).

So kommt denn auch ~Hoffmann~[3249] im Verlaufe seiner Untersuchung,
die ~Reitzenstein~ mit Recht eine glänzende nennt, zum Schlusse, χημεία
(Chemeía, Chemie) bedeute, ebenso wie μαγεία (Mageía, Zauberei),
μεταλλεία (Metalleía, Metallurgie), ταριχεία (Taricheía, Pökelei)
u. dgl., eine +Tätigkeit+, eine +Beschäftigung+, und zwar entweder
„die eines N. N.“, oder „die mit einem X. X.“; das erstere, etwa
„Beschäftigung der Ägypter“, ist ausgeschlossen, schon weil der Name
ursprünglich von ägyptisch Sprechenden selbst herrühren muß und gerade
deshalb von den hellenistischen Schriftstellern nur selten gebraucht,
vielmehr wörtlich mit μέλαν (= chêmî = das Schwarze) übersetzt
wurde[3250]; es verbleibt also das zweite, die „Beschäftigung mit
dem Schwarzen“ (chêmî), und dieses kann kein anderes sein als das
„+schwarze Präparat+“, das das Alpha und Omega der Verwandlungskunst
bildete und zugleich deren innige Verquickung mit dem Mythus von
~Osiris~, dem „Schwarzen“, erklärt.

Aus den Schriften der griechischen Alchemisten geht hervor, daß sie
als das Wesentliche der Metallverwandlung die „Färbung“ (βαφή, Baphé)
ansahen, durch die in letzter Linie die erwünschte „Weißung“ und
„Gilbung“ bewirkt wird; vorausgehen +muß+ ihr aber, als grundlegende
und unumgängliche Operation, die μέλανσις (Mélansis) oder μελάνωσις
(Melánosis) = „Schwärzung“, auch „große Beizung“, „große Einsalzung“
(Tarichie, μεγάλη ταριχεία), „große Wäsche“, „große Fäulnis“ (Sépsis,
σῆψις), „große Fäule der ~Isis~“ usf. benannt[3251], deren Zweck es
ist, mittels einer „schwarzen Brühe“ aus allerlei Salzen, Essig,
Säften „heiliger“ Pflanzen und sonstigen Beimischungen, die unedlen
Metalle zunächst in den Zustand der Urmaterie oder „Materia prima“
zurückzuführen, die zwar in sämtliche mögliche Substanzen wandelbar,
selbst aber formlos, eigenschaftslos, von chaotischem Dunkel, in
Schatten und Finsternis liegend ist[3252]. Als Ergebnis der richtig
ausgeführten Tarichie erhält man ein schwarzes Produkt, „schwarz wie
die Tinte der Schreiber“ (d. i. wie Ruß, der zu Tinte aufgeschlämmt
wird), unzählige Namen führend, bestehend aus dem gemeinsamen Urstoff
aller Metalle, also auch der edlen, in die es nunmehr durch weitere
Behandlung umgewandelt werden kann[3253]. Dies ist die Tinte des
~Hermes-Thot~, des „Schreibers des Himmels“ und „Herrn der vollkommenen
Schwärze“, nach dem Ägypten auch Hermochémios = Schwarzland des
~Hermes~ heißt[3254], die Tinte, mit der ~Kamephis~ (= ~Chnubis~,
~Chnum~), der Urvater der Götter, die ~Isis~ beehrte[3255], die
Schwärze, von der die hermetische Schrift „κόρη (Kóre) κόσμου“, sowie
(nach ~Olympiodoros~) auch ~Zosimos~ sagen: „sie ist die Pupille
(κόρη, Kóre) des Auges“, d. h. χημία (Chemía), das Schwarze, „sie ist
die himmlische Iris“, d. h. sie birgt wie der Regenbogen die bunten
Farben aller Metalle in sich, die man nur mehr aus ihr zu entwickeln
braucht[3256]; endlich ist sie auch das „Chamäleon“, das als Tier
[Chamaeleon vulgaris] seine ursprünglich schwarze Farbe in alle
möglichen bunten übergehen läßt[3257], und als Pflanze [Chamaeleon
niger = Carthamus corymbosus, Schirmsafflor?] seine eigentlich
schwarzen Blätter, je nach dem Standorte, in gelbe, blaue, grüne usf.,
verwandeln soll[3258].

Weil unter den Metallen das „schwarze“, nämlich das gemeine
Schwarzblei, dieser „Schwärze“ am nächsten steht, ging nach ~Zosimos~
die ursprüngliche Meinung der „Ägypter“ (= hellenistischen Chemiker)
dahin, es sei der Grundstoff aller οὐσίαι („Körper“ = Metalle); später
ließ man aber statt des Bleies auch „unser Blei“ (meist = metallisches
Antimon), Schwarzkupfer, Kupferblei oder irgendeine andere dunkle
Legierung als „Urmaterie“ gelten, und schließlich wurde als solche
das Quecksilber (äg. thrim) angesehen. Dies geschah vermutlich seit
der etwa im 4. Jahrhundert erfolgten Entdeckung der Destillation
des Quecksilbers, dessen „Pneuma“ man dem ~Hermes Logios~ oder
Psychopompos, dem sich durch das Weltall erstreckenden Naturgeiste,
zuordnete, während gleichzeitig das bisherige Metall des ~Hermes~,
das Zinn, auf den ~Zeus~ übertragen, und dessen Metall, das Elektron
(die Gold-Silber-Legierung), aus der Reihe der Planeten-Metalle für
immer gestrichen wurde[3259]. Wie der Geist des ~Hermes~ dem Kosmos im
allgemeinen, so lag nun der seines Metalles, der Quecksilber-Geist,
den Metallen im besonderen zugrunde, als ihre gemeinsame Seele, aber
auch als der ihre Verwandlung bewirkende Stoff, wobei, wie ~Hoffmann~
sehr treffend sagt, „weniger an das Haben gedacht wurde, als an das
Soll“[3260]. In diesem Sinne riefen schon ~Pibêchios~ und mit ihm
andere Chemiker des 4. Jahrhunderts aus: „Alles ist Quecksilber!“,
„Alle Körper enthalten Quecksilber!“, und betrachteten dieses, seinem
silberweißen Metallglanze zum Trotze, -- vielleicht gestützt auf die
Theorie von den verborgenen, entgegengesetzten Eigenschaften, -- als
die mit der Urmaterie identische Schwärze; daher galt fortan, bis in
das späte Mittelalter hinein, das Dogma „Mercurius philosophorum est
nigredo perfecta“, „Das Quecksilber der Philosophen (= Chemiker) ist
die vollkommene Schwärze“ (die Schwärze in ihrer Vollkommenheit)[3261].

Wie ~Olympiodoros~ nach einer „Orakel des ~Apollon~“ genannten Schrift
übermittelt, hieß das der ταριχεια (Einsalzung, Einpökelung) in der
„schwarzen Brühe“ unterworfene schwarze Blei oder Kupfer-Blei auch
„Grab des ~Osiris~“: man verglich nämlich die in Leinen (πέταλον)
eingelegten und mit leinenen Binden (καιρίαις, κειρίαις) umwundenen,
eingebeizten schwarzen Rohmetalle mit der gleichfalls in Leinen
gehüllten, mit Leinenbinden umwickelten, einbalsamierten Leiche des
„schwarzen“ ~Osiris~, von der allein noch das Haupt des Toten (caput
mortuum) zu sehen ist[3262], -- daher denn der Ausdruck „Präparation
des Kopfes“ schon den alten Alchemisten völlig geläufig war[3263].
Demgemäß nennt auch ~Zosimos~ die chemisch behandelten Mineralien
„καιρικὰς ψάμμους“ = „eingebündelte Sande“, und Leute, die mit
Erfolg chemisch tätig sind, „καιρικὰς εὐτυχοῦντας“ = „die mit dem
Eingebündelten Glück haben“; es sind eben die vorgerichteten Präparate
Mumien, die Chemiker Priester, die den toten Leib einbalsamieren,
~Hermes-Thot~ und ~Anubis~ aber, die Götter der Toten-Konservierung,
zugleich auch Meister der chemischen Wissenschaft[3264]. Dieser
gelten wie die natürlichen Metalle so auch die künstlichen chemischen
Präparate für Verkörperungen und Erscheinungsweisen der Götter, daher
die „vollkommene Schwärze“ für eine solche des „schwarzen ~Osiris~“,
und diese Art der Anschauung ist es, die ~Demokritos~ und andere
alchemistische Schriftsteller im Sinne haben, wenn sie von μυστικὴ
χημεία (mystische Chemie, Mysterien der Chemie) sprechen[3265]. Weil
aber nach neuplatonischer Theorie auch die Priester Verkörperungen
ihrer Götter darstellen, so erscheinen unter Umständen auch sie als
Personifikationen der Metalle und der metallverwandelnden Mittel
und tragen zuweilen auch entsprechend ausgedachte Namen: ~Komarios~
(in den Schriften der ~Kleopatra~) leitet sich von dem vieldeutigen
Mineral und Präparat Komaris ab, ~Neilos~ vom Nil, „der Flut der
schwarzen Brühe“, ~Amnael~ (im Briefe der ~Isis~ an ~Horos~) ist der
Geist des „weißenden“ Quecksilbers, und betreff des „Propheten“ (=
Priesters) ~Chemes~ überliefert ~Stephanos~ von ~Alexandria~ den die
Arbeit der Transmutation begleitenden Ausruf: „Kämpfe Kupfer, kämpfe
Quecksilber!“, aber auch „Kämpfe Kupfer, hilf Chemoi!“ (richtig:
χήμι oder χημῆ), wobei also ~Chemes~ unmittelbar mit dem Quecksilber
identifiziert wird[3266].

Aus der hellenistischen Gleichsetzung des ~Osiris~ mit ~Pan~ erklärt
sich der bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ auf die Transmutation
bezogene Spruch: „Gefunden ist der große Pan, der seit Begründung
Ägyptens gesucht wird“, denn in Wirklichkeit ist dies der
Freudenruf der Priester und des Volkes am Festtage der Auffindung
des ~Osiris~[3267]. Aus der Gleichsetzung des ~Osiris~ mit der
„vollkommenen Schwärze“ ergibt sich ferner die Deutung der schon
weiter oben angeführten ~Osiris~-Statue, über die u. a. ~Athenodoros~,
~Rufinus~, sowie eine Inschrift des Tempels zu Tentyra berichten: nach
ersteren enthält sie sämtliche Metalle und Edelsteine, zusammengeknetet
zu einer tief dunkelblauen oder schwärzlichen Masse, nach letzterer
verfertigt man die Statue des „unterirdischen ~Osiris~“ aus einer
Mischung von 24 Mineralien, nebst allerlei Pflanzensäften; dies ist
der nach ~Plutarch~[3268] vom Feuer des ~Typhon~ getötete „schwarze
~Osiris~“, alle buntfarbigen Gesteine und Erze in sich bergend, das
mineralische „ἕν καὶ πᾶν“ (Alles in Einem). Von ~Osiris~ aus wurde
diese Vorstellung auf ~Serapis~ übertragen und von diesem wieder durch
die Ssabier auf ~Hermes~, dessen Statue daher bei ihnen (wie schon oben
erwähnt wurde) aus sämtlichen Metallen nebst einem mit Quecksilber
gefüllten Porzellangefäße bestehen soll[3269].

Das zur „Wiederbelebung der Schwärze“, d. h. zu ihrer Umwandlung in
Gold oder Silber dienende ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon) ist ursprünglich
jenes ὕδωρ θεῖον καὶ ἄθικτον, jenes „heilige, gesegnete, unberührbare“
mystische „Wasser des Lebens“, das ~Osiris~ den Seelen der
Abgeschiedenen als Trank der Läuterung und Erhaltung darreicht, mit
dem ~Isis~ die Leiche des ~Osiris~ oder auch des ~Horos~ wiederbelebt,
das Weihwasser, das, dem „Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“ gemäß, der
Hohepriester ~Amnael~ auf dem Haupte trägt, und das gegen Ende
der ~Isis~-Mysterien der diensttuende „Prophet“ vor der Gemeinde
emporhebt, -- womit wieder die schon bei ~Demokritos~ auftretende
allegorische Bezeichnung der Sublimation und Destillation als „Erhebung
des Wassers“, „Erhebung der Wolke“, zusammenhängt. Späterhin wird,
anknüpfend an den Doppelsinn von θεῖον (göttlich, aber auch schweflig),
das ὕδωρ θεῖον zum „schwefligen Wasser“ oder „Wasser des Schwefels“,
sei es weil zu seiner Darstellung Schwefel diente, sei es weil die
gelbe Farbe der Lösung, der Schmelze, oder des Schwefels selbst, eine
Beziehung zu der des Goldes ergab, so wie die weiße des Quecksilbers
zu jener des Silbers[3270]. Zuletzt stellt das vieldeutige ὕδωρ
θεῖον einen Sammelnamen für alle verwandelnden Präparate dar, umfaßt
(sozusagen als seine gemeinsamen Derivate) die zu Gold wie zu Silber
transmutierenden, und wird deshalb mit dargestellt durch das Symbol des
„weißenden, wandelbaren, beweglichen, giftigen Quecksilber-Geistes“:
dieses ist die Schlange, die ihren eigenen Schweif verschlingt, die
Schlange ~Agathodaimons~, des Schutzpatrons ganz Ägyptens, weshalb sie
als Hauptschmuck die beiden Kronen Ober- und Unter-Ägyptens trägt, die
weiße und rote, die gleichzeitig auf Silber und Gold anspielen. Sie
ist aber ferner auch das hieroglyphische Zeichen für das Weltganze,
das „Alles in Einem“ umfaßt, sodann wieder der schreckliche „Drachen
~Uroboros~“ (οὐροβόρος δράκων) und der verderbliche Dämon ~Ophiuchos~
(δαίμων Ὀφιοῦχος des ~Zosimos~), und endlich, wegen der Ähnlichkeit
ihrer Form mit jener der eigentümlich gestalteten Kopf-Bildung und
-Bedeckung des Gottes ~Chnum~, auch noch der Gott ~Chnubis~, ~Knuph~,
~Kneph~; der nämlichen Ähnlichkeit wegen heißt der Deckel eines
Sublimations- oder Destillations-Gefäßes ἄμπυξ κνούφιον, „knuphischer
Deckel“, „Deckel des ~Knuph~“, „Tempel des ~Knuph~“[3271].

Indem man schließlich die „schwarze Brühe“ mit dem dunkeln
Menstrualblute des Mutterschosses verglich[3272], das als das +eine+
(mütterliche) Substrat des Fötus galt, -- das +zweite+ (väterliche)
war das belebende Pneuma des Samens --, ließ man aus ihr beim großen
Werke, „das durchaus den Charakter einer Schwangerschaft trägt“, den
neugezeugten Körper auch als Menschlein, Homunculus, ἀνθρωπάριον,
hervorgehen, das sich zum Kupfer-, Silber-, Asem- und Gold-Menschen
auswächst, -- wobei möglicherweise der Mythus von ~Horos~, als dem
Sonnen- (= Gold-) Kinde, mit herangezogen wurde[3273].

Nach den Schriften des ~Hermes~ erfolgt die „große Taricheia“ am besten
zu einer ganz bestimmten Jahreszeit, und zwar sind die angegebenen
Monate gerade die, während derer die Dürre des ~Typhon~ den niedrigsten
Stand des Nils bedingt, der getötete ~Osiris~ in der Unterwelt ruht,
sein goldenes Rind mit einem schwarzen Mantel bekleidet[3274], und die
„Milch der schwarzen Kuh“ geopfert wird, die, falls kein sog. Deckname
vorliegt, auch einen Bestandteil der „schwarzen Brühe“ bildete[3275];
davon, daß gerade diese Zeit auch der als „Etesien“ bekannten kühlen
Nordwinde ermangelt, soll nach ~Hoffmann~ das schwarze Präparat die
Beinamen „etesische Schwärze“, „etesische Wolke“, „etesischer Stein“
empfangen haben. Diese Erklärung ist indessen wenig wahrscheinlich,
schon weil während des weitaus größten Teiles des Jahres die Etesien
überhaupt ruhen; diese vom schwarzen Meere herkommenden nördlichen
Winde, eine Art „sommerlicher Nordostpassate des Ägaeis“[3276],
treffen nur ein einziges Mal jährlich, gegen Anfang des Sommers und
der Nilschwelle, in Ägypten ein, verbreiten dort angenehme Kühle und
dem Gedeihen der Pflanzenwelt förderliche Feuchtigkeit und halten mit
hoher, wenn auch nicht unbedingter Beständigkeit 40 Tage an[3277].
Die Zahl 40 ist aber eine der ältesten „großen“ Zahlen, die schon bei
den Babyloniern einem der Hauptgötter, dem ~Ea~, heilig war[3278]
und auch während der hellenistischen Zeit nie an ihrer Wichtigkeit
einbüßte[3279], die in erster Linie daher rührt, daß der Fötus im
Mutterleibe nach 40 Tagen menschliche Gestalt erhalten[3280] und
binnen 7 Abschnitten zu 40 Tagen = 280 Tagen = 10 (Mond-) Monaten
seine Entwicklung vollenden soll[3281], weshalb denn 40 Tage für die
allgemeine Frist der Reife und Vollendung gelten, umgekehrt aber auch
für die der Auflösung und Verwesung[3282]. Wenn also der „etesische
Stein“, -- der übrigens bei ~Plinius~ ein wirklicher, dem schwarzen
Basalt verwandter, zu Mörsern für Salben und Arzneien vortrefflich
geeigneter Stein ist[3283] --, als gleichbedeutend mit der vollkommenen
Schwärze angesehen wurde, so geschah das wohl deshalb, weil Eintritt
der Etesien, Beginn der Nilschwelle, Neuentfaltung der Vegetation und
Auferstehung des toten ~Osiris~ auf das Engste zusammenhingen, und weil
das befruchtende Pneuma der Etesien auch die Entwicklung des Fötus beim
„großen Werke“ fördern sollte, dessen Dauer in der Regel ebenfalls auf
40 Tage angegeben wird. Mitgespielt mag aber dabei noch die u. a. von
~Theophrast~ erwähnte Sage haben, daß in Baktrien zur Zeit der Etesien,
wenn die Winde den Wüstensand auseinander wehen, Edelsteine und Perlen
bloßgelegt werden, die man von Berittenen einsammeln lasse[3284];
Perlen betrachtet ~Theophrast~ bekanntlich als eine Art der Edelsteine,
und ihre Namen μαργαρίτης (Margarítes), μαργαρίς (Margarís), μάργαρον
(Márgaron) leiten die einen vom babylonischen Margalitu = „Kind des
Meeres“ ab[3285], die anderen aber vom altindischen Mangara (manǵara,
manǵari) = „Blütenköpfchen“[3286].

Allem Dargelegten zufolge rechtfertigt die ~Hoffmann~sche Erklärung
in jeder Hinsicht die Bezeichnung einer „glänzenden“, die ihr
~Reitzenstein~ gab; vereinzelt erhobene Einwendungen, wie die
von ~Riess~[3287] (die Schwärzung, μελάνωσις, sei bloß eine
der erforderlichen Operationen; die Fabeleien des ~Zosimos~ bei
~Synkellos~ wären christlich beeinflußt usf.), sowie die schon durch
~Rhousopoulos~[3288] zurückgewiesenen einiger anderer Forscher, sind
nicht als ausschlaggebend anzuerkennen, und die Deutung, „Chemeia“ sei
die Beschäftigung mit dem „Chêmî“, dem schwarzen Präparat, übertrifft
jedenfalls alle bisher bekannt gewordenen an Wahrscheinlichkeit,
an Anschaulichkeit, sowie an Fülle der durch sie erschlossenen
Beziehungen[3289].

                              ——————————

Mit diesem Namen ihrer +Kunst+ brachten nach ~Hoffmann~ die Chemiker
erst nachträglich den anklingenden des +Landes+, niederägyptisch Chêmi,
zusammen, um hiernach Chemie auch als eine uralte und eigentlich
„ägyptische“ Kunst hinstellen zu können. In diesem Sinne redet z. B.
~Demokritos~ im „Schreiben an ~Leukippos~“ von „dieser ägyptischen
Kunst“ und der „Brief der ~Isis~ an ~Horos~“ von der „heiligen Kunst
Ägyptens“; ein chemisches Lehrbuch des ~Theophilos~ (2. Jahrhundert?)
heißt nach ~Olympiodoros~ „Gold-Bergwerke der Landesbeschreibung“,
sagt aber nicht offen, +wie+ man Gold macht, sondern umschreibt dies
durch die Angabe +wo+ man es im „Lande“ (Chêmî = Ägypten) findet: „die
‚alten‘ Ägypter betrieben unzählige ‚Goldgruben‘, stellten sie als
Heiligtümer dar, bestimmten ihre Lage nach den vier Himmelsgegenden,
zuteilend dem Osten und Westen die weißen und gelben Wesen (οὐσία,
Usía), denn an der östlichen und westlichen Pforte der Tempel findet
man den weißen und gelben Sand (ψάμμος); gräbt man drei Ellen tief,
so stößt man zuerst auf das Schwarze, bei weiterem Graben aber
zeigen sich hellere Schichten und Bänder, schließlich weiße und
zuletzt gelbe (= goldene), und dies ist das Geheimnis der libyschen
Goldgruben“[3290]. Die nämliche Allegorie der Schwärzung, Weißung und
Gilbung, die hier ganz offenbar zutage tritt, äußert sich auch in der
Angabe, Gold finde sich beim (~Isis~-) Tempel in Terenuthis, von dem
~Isis~ an ~Horos~ schreibt, daß man dort „geheimnisvoll ausübe die
heilige Kunst Ägyptens“, wobei Αἰγύπτου für Chêmi steht, also die Kunst
„τῆς Αἰγύπτου“ für die „τῆς χημίας“, d. i. die der Chemie. Demgemäß
betrachtet auch das sog. „Chemische Wörterbuch“, das sich den ältesten
Sammlungen der alchemistischen Schriften beigefügt findet, Terenuthis
als ein +Präparat+ und nennt es auch Chrysokolla (eigentlich: Goldlot)
oder ὠίτης λίθος, wörtlich den Stein (das Feste) der Eier, d. i. der
als gelbe Kugel erhärtete Eidotter, aus dem ~Ptah~, der Vater des
~Imuthes~ (~Imhotep~) entsprang, der aber nach Gestalt und Farbe auch
ein Symbol der Sonne sowie des Goldes und deshalb wieder ein wichtiger
Bestandteil zahlreicher alchemistischer Rezepte ist[3291].

In dem nämlichen angedeuteten Sinne bewegen sich endlich die Versuche,
den Namen der „ägyptischen Kunst“ mit ~Cham~, dem Vater des ~Mestrem~,
in Zusammenhang zu bringen, und zwar durch Identifizierung ~Chams~
mit dem „ersten Chemiker“ ~Chemes~[3292]. Diese Versuche, über die
=Zosimos= berichtet, und mit denen auch die oben angeführte, an ~Cham~
anklingende Bezeichnung „Chamäleon“ für Chemie mit in Verbindung stehen
mag, sind beachtenswert und auffällig: die Chemie war anfänglich
die heilige und göttliche Kunst (ἱερὰ, θεία τέχνη), das große Werk
(μέγα ἔργον), das große Mysterium (μυστήριον), die Kunst des Färbens
(βαφικὴ τέχνη) und des Goldmachens (χρυσοποιία), die Kunst der Weisen
oder „Philosophen“ d. h. der Sachverständigen und Techniker (τέχνη
τῶν φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας), deren „Stein der Weisen“ (λίθος τῶν
φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας) als „κιννάβαρι τῶν φιλοσόφων“ (Zinnober der
Philosophen = Gold) schon den alten Quellen des ~Zosimos~ wohlbekannt
ist. Woher rührt nun das Bestreben, sie nachträglich mit dem biblischen
~Cham~ in Verbindung zu setzen, sowie mit dem angeblichen ~Chemes~ oder
~Chimes~, dessen Eigenname in Ägypten sonst weder in einheimischer noch
in hellenisierter Form bekannt und gebräuchlich ist?

Zur Beantwortung dieser Frage ist in Betracht zu ziehen, daß ~Zosimos~
einen erheblichen Teil seiner Weisheit nicht nur aus ägyptischen
und persischen, sondern vor allem aus +jüdisch+-hellenistischen
Pseudepigraphen schöpfte, und daß in Ägypten, wie schon wiederholt
angeführt, neben den Griechen gerade die Juden pseudepigraphische
Schriften aller Richtungen in rein geschäftsmäßiger Weise
„fabrizierten“. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist daher die Ableitung
der Chemie von ~Cham~, dessen Gleichsetzung mit ~Chemes~, sowie die
ganze Erfindung der Gestalt dieses ~Chemes~ (~Chimes~, ~Chimas~;
~Kimas~ der Araber) als Chemikers, Propheten, Schriftstellers usf.,
spezifisch +jüdisch+-hellenistischer Herkunft: weil die ägyptischen
Priester ihre Geheimwissenschaft durch Mitteilung zwischen Gottheit
und Priester, Lehrer und Schüler, Vater und Sohn überliefern ließen,
so wird dies betreff der Chemie genau nachgeahmt und ihre Kenntnis von
~Adam~ her u. a. über ~Seth~, ~Henoch~, ~Noah~, ~Cham~ (= ~Chemes~),
~Abraham~, ~Josef~, ~Moses~, ~Aaron~, ~Salomon~, ~Esra~ usf. bis auf
die Alchemistin ~Maria~, die sich ausdrücklich als Jüdin bezeichnet,
und weiter bis auf die Gegenwart herabgeleitet[3293].

Diese Annahme setzt offenbar sehr tiefgehende jüdische Einflüsse
voraus, solche sind aber auch tatsächlich nachweisbar und lassen
erkennen, daß die Juden Ägyptens und besonders Alexandrias, wie auf
zahlreichen verwandten Gebieten, z. B. dem der Magie[3294] und der
Dämonologie[3295], so auch auf dem der Chemie und ihrer Litteratur
mit regem Eifer tätig waren. So z. B. berichten ~Zosimos~ und
~Olympiodoros~, daß die Ägypter außer ihren Landsleuten allein den
Juden gestattet hätten, die Chemie zu erlernen, zu lehren und zu
beschreiben, so daß sie nur diesen noch bekannt war und nur durch
sie Anderen bekannt gemacht werden konnte[3296]; es bedarf keines
Wortes darüber, daß eine derartige Behauptung gänzlich aus der Luft
gegriffen und nur hinterher ausgesonnen ist, um, unter Berufung auf
das Ansehen der „Alten“, die Bedenken eines im übrigen ungebildeten
und urteilslosen Leserkreises mit gehörigem Erfolge zu beschwichtigen.
Nach ~Zosimos~ findet man die „rechten Lehren“ über das große Werk,
sowie alles Nähere über die zu ihm erforderlichen neun Bestandteile
in den „jüdischen Schriften“ und den „Büchern der Juden“[3297]. Nach
~Olympiodoros~ schuf schon Gott als rote Erde (später = Schwefel,
Feuer, Seele) den ~Adam~, als weiße Erde (später = Quecksilber,
Urmaterie, Geist) aber die ~Eva~, -- aus deren Vereinigung Zinnober =
Gold hervorgeht[3298] --, und offenbarte einigen Würdigen, wie ~Adam~,
~Moses~ und ~Aaron~ das große Werk[3299]; im Gegensatze hierzu läßt
~Hermes~ es zuerst von Dämonen verkündigt und dann durch ~Adam~,
~Henoch~, ~Abraham~, ~Josef~ und ~Moses~ weiter übermittelt werden,
also durch Autoritäten, die man, wie in so manchen ähnlichen Fällen,
als Gebilde reiner Willkür anzusehen hat[3300]. Da schon gegen Ende
der Ptolemäerzeit ~Hermes~ oder ~Hermes-Thot~ auch mit dem angeblichen
Perser ~Ostanes~ identifiziert wurde, so bildeten diejenigen Juden,
„die sich mit ~Ostanes~ persisch gebärdeten“, die Beziehungen zwischen
dem großen Werke und den Mysterien des „ägyptischen“ ~Osiris~ nicht
nur auf Grund ihrer eigenen religiösen Traditionen nach, sondern auch
gemäß jenen der ~Mithras~-Verehrung[3301], -- woraus sich mancherlei
absonderliche Vermengungen der Kultformen erklären: ~Maria~ z. B. gibt
sich als strenge Jüdin und sagt: „Berühre nicht den philosophischen
Stein mit deinen Händen, denn du gehörst nicht zu unserem Volke,
du bist nicht vom Stamme des Abraham“, will aber zugleich auch
unmittelbare Schülerin des persischen Oberpriesters ~Ostanes~ sein,
der zeitweilig auch wieder den Charakter des jüdischen Hohenpriesters
annimmt, wie ihn auch ~Amnael~ trägt, obwohl er im „Briefe der ~Isis~
an ~Horos~“ als Oberpriester eines ägyptischen Isis-Tempels bezeichnet
wird. Starke Spuren jüdischen Geistes und jüdisch-monotheistischer
Anschauung machen sich bei ~Pseudo-Moses~ geltend[3302], desgleichen
bei ~Zosimos~, wo er vom großen Werke und seiner Ausübung in den
Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ redet[3303], ebenso in der Abhandlung
„Synagoge (= Versammlung) der Philosophen“[3304], und ferner in
den Berichten über ~Salomon~, der das Elektron erfand[3305] und
nach ~Zosimos~ in daraus geformten Flaschen die sieben bösen
Planeten-Dämonen bannte und einsiegelte, der treffliche Rezepte zur
Anfertigung des Silbers binnen 40 Tagen und zum Machen des Goldes
ausarbeitete[3306], zudem noch die Ameisen für sich Gold graben ließ,
Zauberbücher „gleich denen der Essäer“ verfaßte oder doch besaß und
seine Kenntnisse der Geheimwissenschaften in mystischen Schriften voll
unergründlichen Tiefsinnes niederlegte. Jüdische Einflüsse treten (wie
leicht begreiflich) auch hervor: in der sog. „Weisheit ~Salomonis~“;
in den vorgeblichen „Oden ~Salomons~“; in Teilen der „Sibyllinischen
Orakel“; in den spärlichen Resten der „heiligen Bücher“ (ἱεραὶ
βίβλοι) jüdisch-gnostischer und hellenisierter jüdisch-ägyptischer
Kultgemeinden, des sog. „8. Buches ~Mosis~“ u. dgl.[3307]; ferner in
Schriften verwandten, namentlich auch hermetischen Charakters, die sich
gelegentlich auf ~Abraham~, ~Isaak~ und ~Jakob~, oder auf ~Moses~,
~Mirjam~, ~Henoch~, ~Baruch~, ~Salomon~ und ~Esra~ berufen[3308], vom
Herrn der Cherubim und der Heiligtümer Jerusalems sprechen[3309] und
Eisen oder Stahl als „βαλλαθά (Ballathá) der Juden“ erwähnen[3310].
Endlich bleibt auch anzuführen, daß nach ~Zosimos~ Alchemie außer in
Ägypten noch in Cypern und Thrazien erfolgreich betrieben wird, also
gerade in jenen Ländern, die gleichfalls eine besonders zahlreiche
jüdische Bevölkerung besaßen[3311]. Auf derlei Umstände hin, die ihm
allerdings nur recht unvollkommen bekannt waren, gelangte schon vor
etwa 150 Jahren der gelehrte ~De Pauw~ zu dem für die damalige Zeit
sehr überraschenden (und nur teilweise richtigen) Schlusse, Schöpfer
der Alchemie seien die Juden gewesen, die sie einerseits ägyptischen
und persischen Priestern zugeschrieben hätten, andererseits jüdischen
Weibern[3312].

Unter diesen Weibern sind jedoch nicht etwa die Chemikerinnen
~Maria~ und ~Kleopatra~ zu verstehen, vielmehr spielen jene für die
Anschauungen über die Herkunft der Chemie sehr bezeichnenden Worte auf
eine merkwürdige und schon weiter oben mehrfach gestreifte Sage an:
die der Übermittlung der Chemie an die Menschen durch Dämonen[3313].
Die jüdisch-hellenistischen Kreise, die schon bald nach Beginn der
ptolemäischen Zeit alttestamentliche, ägyptische, orientalische und
griechische Traditionen synkretistisch zu vereinigen trachteten,
führten nämlich den Ursprung der für sie mit Priestertum und Magie
zusammenhängenden „heidnischen Wissenschaften“, zu denen sie neben
Astronomie und Astrologie u. a. auch Metallkunde und Kosmetik zählten,
auf jenen Umgang der Göttersöhne mit den Menschentöchtern zurück,
den die Bibel noch vor Eintritt der Sündflut stattfinden läßt[3314],
-- unter Bewahrung eines dürftigen Restes jener alten Mythen, die
im übrigen bei ihrer Redaktion durch den sog. Jahvisten (etwa im
9. Jahrhundert v. Chr.) fast gänzlich ausgetilgt wurden[3315]. Den
„Göttersöhnen“ oder Dämonen (δαίμονες) kommt selbst göttliche oder
engelhafte Natur zu, und sie dürfen nicht etwa als von Göttern Gezeugte
gedacht werden, wie es die ungenaue ~Luther~sche Übersetzung „Kinder
Gottes“ nahelegt[3316]; Dämonen aber heißen sie, weil sie +gefallene+
Engel sind, „gestürzte Sterngeister“, ἀντίθεοι (= Widersacher der
Gottheit)[3317]. Die Erzählungen von dem Falle der Engel durch ihre
Verbindung mit den Menschentöchtern und von den Sünden und Übeln, die
die verführten Engel in die Welt brachten, sind Stücke babylonischen
Aberglaubens, zum Teil ausgestaltet unter dem Einflusse iranischer
und griechischer Kultlehren und schließlich in oberflächlicher
Weise jüdisch-monotheistisch übertüncht[3318]. Die Engel erscheinen
entweder auf der Erde, erliegen, vom „Bösen“ in Versuchung geführt,
den Verlockungen der buhlerischen Weiber und werden hierdurch ihrer
himmlischen Heimat verlustig[3319], oder, -- so berichten z. B. die
im 2. Jahrhundert n. Chr. verfaßten apokryphen „Taten des Apostels
~Thomas~“ --, der „große Drache“, die „große Schlange“, der Böse, der
Teufel (= ~Ahriman~) reizt sie zur Empörung, bewirkt hierdurch ihren
Sturz, „wirft sie aus der Höhe auf die Erde herab“, fesselt sie an
sich durch die Begierde nach den Weibern und beraubt sie so ihrer
Göttlichkeit[3320]. Daß nach einer mißglückten Empörung verstoßene und
gefallene Heroen, Himmelsgeister oder Engel die Menschen geheime Künste
oder Wissenschaften lehren, ist ein weitverbreiteter, bei Griechen,
Ägyptern und Orientalen in verschiedenster Gestaltung nachweisbarer
Gedanke[3321], der in der jüdisch-hellenistischen Litteratur schon
im sog. „Buche der Jubiläen“ aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.[3322],
sowie in den etwa gleichalterigen ursprünglichen Fassungen des „Buches
~Henoch~“ auftritt[3323]; größere Verbreitung und Volkstümlichkeit
erlangte er aber erst in späterer Zeit durch die alexandrinischen
Juden[3324], nach deren Behauptung bereits ~Adam~ derlei Kenntnisse
besaß, sie durch seinen Sohn ~Seth~ (nach dem sich die gnostischen
Sethianer benannten) auf ~Henoch~ und weiterhin über ~Noah~ und ~Cham~
auf ~Mestrem~, oder über ~Abraham~ auf ~Josef~ vererbte, und die durch
~Mestrem~ oder ~Josef~ mit nach Ägypten gebracht und dort insgeheim
weitergepflegt wurden.

~Justinus~, der gegen 150 n. Chr. seine „Apologie“, und der Apologet
~Athenagoras~, der um 175 die Abhandlung „Supplicium“ verfaßte,
erwähnen den Herabstieg der Engel und ihre Vereinigung mit den
Erdentöchtern als etwas Wohlbekanntes, jedoch ohne nähere Angaben zu
machen[3325], und auch ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216) sagt nur,
die Engel hätten die Hingabe der Weiber durch Mitteilung gewisser
Geheimnisse belohnt, die er aber nicht nennt[3326]. Bei ~Irenaeus~
(um 180) heißt es im „Erweis der apostolischen Verkündigung“, die in
armenischer Sprache erhalten ist[3327]: „Als Gabe brachten die Engel
den Weibern die Anleitung zum Bösen mit; sie lehrten sie die Kraft
der Wurzeln und Kräuter, das Färben und Schminken, die Erfindung
wertvoller [Kleider-] Stoffe, die Mittel zur Beförderung der Anmut,
zur Erweckung von Haß und Liebe, zur Sicherung der Lebensdauer, zu
Geisterbünden, Gaukelei (= Magie) und Götzendienst.“ Etwas später
bezeichnet ~Tertullianus~ (160-240?) in der Schrift „De cultu
feminarum“ als die von den Engeln gelehrten Geheimnisse[3328]: die
Behandlung der Metalle (opera metallorum), die Kräfte der Pflanzen
(ingenia herbarum), die Macht der Beschwörungen (vires incantantionum),
die Ausdeutung der Gestirne (stellarum interpretationem = Astrologie),
die Anfertigung von Armbändern aus Gold und von Halsketten aus
Edelsteinen, das Färben der Wolle (tincturae vellerum) mit Farbstoffen
aus Tang (medicamenta ex fuco), die Bereitung des schwarzen Pulvers
zum Anschminken verbreiterter Augenbrauen (calliblepharum tincturae),
sowie die Bearbeitung (opera) des Goldes und der Edelsteine. Nach dem
„Buche ~Henoch~“[3329] (in den späteren, anscheinend aber auch schon
in den ursprünglichen vorchristlichen Fassungen?) unterrichteten der
Engel ~Azazael~, und seine Genossen die Weiber über magisch wirksame
Substanzen (φαρμακεῖαι) und Formeln, heilkräftige Pflanzen (ῥιζοτομίαι
= Schneiden der Wurzeln), Metalle und deren Verarbeitung zu Waffen und
Schmuck, Verschönerung durch Augenschminke und andere Schminken, über
Edelsteine, Farbstoffe [die auch als Heilmittel und Amulette dienen],
Herbeiführen und Lösen von Zaubern, Schauen und Deuten der Sterne sowie
der [astrologischen] Zeichen für Sonne, Mond und Erde, Schreiben mit
Tinte auf Papier; dies sind aber die Geheimnisse, die bald als die
„der himmlischen Urzeit“ oder „der himmlischen Weisheit“ bezeichnet
werden[3330], bald wieder als jene „Werke des Teufels“, zu denen, wie
nach späteren Anschauungen so schon damals, alles auf Physik, Chemie
und Technik gehörige gezählt wurde, einschließlich des Schreibens
und besonders des Bücherschreibens[3331]. Auch bei ~Clemens Romanus~
(2. oder 3. Jahrhundert)[3332] lassen sich die Engel von den Weibern
betören, bis sie deren Lüste wegen Erschöpfung ihrer Kräfte nicht mehr
befriedigen können, machen ihnen dann, um sie dennoch bei guter Laune
zu erhalten, λίθον τίμιον (köstliches Gestein = Edelsteine), Perlen,
Purpur, herrliches Gold (χρυσὸς ἔνδοξος) und alle Arten prächtiger
Dinge (πᾶσαν πολυτίμιον ὕλην), zeigen ihnen in den „Eingeweiden der
Erde“ Edelsteine von magischen Eigenschaften und ἐκ μετάλλων ἄνθη
(die Blüten der Metalle = das Beste, Reinste), darunter Gold, Silber,
Kupfer und Eisen, lehren sie die zugehörigen Künste (τέχνας), Magie,
Astrologie, die Kräfte der Pflanzen, das Buntfärben der Kleider,
die Herstellung alles sonst zur Ergötzung und Zierde der Weiber
Dienlichen, und ferner, was den Menschen zu erfinden unmöglich gewesen
wäre, das Schmelzen (Gießen) des Goldes, des Silbers und der verwandten
Metalle (χρυσοῦ καὶ ἀργύρου καὶ τῶν ὁμοίων χύσιν); seither kennen die
Menschen die Namen der Engel, verstehen das Austreiben der Dämonen
und [daher auch] das Heilen der Krankheiten durch φάρμακα (Phármaka),
die Beschwörung der giftigen Schlangen, die Benützung der Sympathien
und Antipathien u. dgl. mehr. ~Zosimos~ endlich (gegen 300) erzählt
im Buche „Imuth“, angeblich den „Physika“ des ~Hermes~ (aber auch dem
alten Testamente) folgend, daß gewisse Engel des Himmels verlustig
gingen, weil sie die irdischen Weiber Böses und der Seele Verderbliches
lehrten, nämlich „alle Werke der Natur“, und daß diese Dämonen über
sämtliche, Künste solcher Art das „Buch Chemu“ (Khumu) verfaßten[3333],
von dem der Name der Chemeía (Khumia) herkommt, ein Buch, das in 24
Abschnitten, „deren Titel die Priester erklären“, neben vielen anderen
Künsten, die man χειρόκμητα (Handgriffe) nennt, auch die Umwandlung
unedler Metalle in edle und ineinander beschreibt, und zwar ausführlich
„in Tausenden von Worten“, deren Klarheit erst die Kommentatoren
verdorben haben[3334].

Wie diese Übersicht erkennen läßt, ist in +keiner+ der älteren Quellen
von Alchemie die Rede, die bösen Lehren der Engel betreffen vielmehr
neben Magie, Astrologie, Geisterbeschwörung, Heil- und Zaubermitteln
fast ausschließlich Dinge, die der Befriedigung weiblicher Eitelkeit
und Prunkliebe dienen, weshalb denn auch ~Tertullianus~ verlangt,
die Weiber sollten sich fortan verschleiern, um nicht neue Engel
zu Fall zu bringen[3335], und der hl. ~Cyprian~ vermutet, daß
ihre Putzsucht schon selbst eine Erfindung gewisser Dämonen sei.
Hauptsächlich handelt es sich um die im Orient uralten und wichtigen
Schminken und Kosmetika[3336], um Farbstoffe und bunte Kleider,
Edelsteine und Perlen, goldene und silberne Geschmeide u. dgl.; erst
~Tertullianus~ (um oder nach 200) spricht von der Behandlung der
Metalle und der Bearbeitung des Goldes und der Edelsteine, sichtlich
zwecks Herstellung von Schmucksachen, -- im „Buche ~Henoch~“ ist dies
auch ausdrücklich gesagt --, erst ~Clemens Romanus~ auch von anderen
Metallen, deren „Blüten“ das Innere der Erde birgt, sowie von den
zugehörigen metallurgischen Verfahren, u. a. vom Schmelzen und Gießen
des Goldes, des Silbers und der „übrigen“. Nirgends liegt hier der
geringste Anhalt zu alchemistischen Deutungen vor, insbesondere auch
nicht, wie oft behauptet wurde, bei ~Henoch~, aus dem doch ~Justinus~
und ~Athenagoras~[3337], ~Tertullianus~[3338] und noch der hl.
~Augustinus~ (354-430) ihre einschlägigen Berichte schöpften, +ohne+
dabei irgendeine derartige Anspielung einfließen zu lassen[3339]. Den
aufgezählten „Künsten“, die sich übrigens bei den genannten Vorgängern
in bemerkenswerter Zusammengehörigkeit darstellen[3340], reiht erst
~Zosimos~, der letzte, späteste und selbst völlig von alchemistischen
Anschauungen durchdrungene Autor, auch die der Metall-Verwandlung und
des Machens von Gold und Silber an, vielleicht indem er den λίθος
τίμιος, dessen ~Clemens Romanus~ gedenkt, als „kostbaren Stein“
im Sinne von „Stein der Weisen“ hinzustellen und einer derartigen
Auffassung Vorschub zu leisten suchte. Anscheinend liegt seiner ganzen
Erzählung eine alexandrinische Lokalsage jüdisch-hellenistischer
Herkunft zugrunde[3341], so daß auch an dieser Stelle die Wichtigkeit
gerade derartiger Einflüsse abermals und in unverkennbarer Weise
hervorträte.




5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und Namen.


Für die Entwicklung der alchemistischen Theorien auf Grund der
griechischen Philosophie waren, wie ~Prantl~ schon 1856 in
seinem mehrerwähnten Aufsatze „Keime der Alchemie bei den Alten“
darlegte[3342], drei Quellen von größter Bedeutung; sie fließen aus
den Schriften des ~Platon~, des ~Aristoteles~ sowie der stoïschen
Philosophen und werden unter Aufnahme von allerlei Ägyptischem
und Orientalischem durch die Alexandriner zu einem großen Ganzen
vereinigt; nur von einem +großen+ Ganzen kann man sprechen, nicht
von einem +einheitlichen+, um so mehr, als neupythagoräische und
neuplatonische Anschauungen in stets wachsendem Umfange die Oberhand
gewinnen, verändernd und umgestaltend wirken. Maßgebend bleiben daher:
was ~Platon~ angeht die mystischen und schwärmerischen Lehren, was
~Aristoteles~ betrifft die spekulativen und deduktiven, und was die
späteren Philosophen anbelangt jene eklektischen und synkretistischen,
denen sich der alexandrinische Geist auf allen Gebieten mit
ausnehmendem Behagen anpaßte, und die seinem Charakter ganz besonders
angemessen erschienen[3343].

In dem der griechischen Philosophie gewidmeten Abschnitte der
vorliegenden Schrift sind die für die Vorgeschichte der Alchemie
bedeutsamen Forscher genannt und ihre Systeme insoweit erörtert worden,
daß es genügen dürfte, kurz auf sie zurück zu weisen, wenn nunmehr der
Versuch gemacht werden soll, die Entwicklung einiger der wichtigsten
einschlägigen Begriffe zusammenfassend in möglichster Kürze zu
schildern[3344].

Der φύσις (Phýsis) genannte +Urstoff+ der jonischen Philosophen geht
in die vier Elemente und weiterhin in die Einzelstoffe durch μεταβολή
(Metabolé = Umänderung) über, deren qualitative Abart die ἀλλοἰωσις
(Alloíosis = Artverwandlung) ist; die vier Elemente verwandeln sich
wechselseitig entweder unmittelbar ineinander, wie bei den Eleaten
und ~Melissos~, oder auf dem Umwege über den form- und gestaltlosen
Urstoff, wie bei ~Platon~. Bei ~Aristoteles~ entstehen aus der
Ursubstanz (πρώτη ὕλη = erste Substanz) die vier Elemente und aus
diesen die Einzeldinge, jedoch so, daß sie stets +alle vier+ Elemente
enthalten, wenn auch in den verschiedensten Verhältnissen; dabei sind
zwar die Elemente wechselseitigen Überganges fähig, nicht aber die
Einzeldinge, es kann also z. B. Essig wieder zu Wein nur so werden,
wie ein Toter wieder zu einem Lebendigen, d. h. er muß zunächst in die
gemeinsame πρώτη ὕλη oder Ursubstanz zurückverwandelt und aus dieser
dann neu individualisiert werden. Die ὕλη (Hýle) ist bei ~Philolaos~
und ~Anaxagoras~ = Holz, Bauholz, Materia[3345], bei ~Platon~ im
nämlichen Sinne das allgemeine Baumaterial, Mutter und Schoß aller
Wesen, bei ~Aristoteles~ als πρώτη ὕλη die bald rein potentiell, bald
auch körperlich aufgefaßte Urmaterie, bei ~Theophrastos~ aber ein
bestimmter Stoff. ~Platon~ nennt einen solchen σῶμα (Sóma, Körper),
bezeichnet aber mit diesem Worte gelegentlich auch die vier Elemente,
während ihm οὐσία (Usía) die beharrende wahre Substanz der Dinge ist,
ihr dauerndes Wesen; ~Aristoteles~ gebraucht σῶμα in gleicher Weise und
sieht in der οὐσία (jedoch nicht stets folgerichtig) das Wesentliche
und Seiende der Dinge. Die Stoïker nehmen οὐσία (die Urmaterie),
sowie ὑποκείμενον (= das zugrunde liegende, den Grundstoff) für
gleichbedeutend mit Hyle an und setzen der πρώτη ὕλη zuweilen noch eine
πρωτίστη (allererste) zur Seite; die Einzeldinge bestehen für sie aus
Usia + (körperlicher!) Qualität und verändern sich, indem die erstere
Metabolé, oder die letztere Alloíosis erleidet. Bei den Neupythagoräern
ist πρώτη ὕλη = οὐσία, bei ~Simplikios~ ist sie = Urstoff im Gegensatze
zu σῶμα, dem Einzelkörper, und bei ~Plotinos~ = Urmaterie im Zustande
der Eigenschaftslosigkeit (στέρησις), die dunkle, chaotische, im
Schatten und Finstern liegende, die Ursache allen Übels (πρῶτον κακόν).

Durch Alloíosis kann bei ~Heraklit~ das Feuer zu allem Sonstigen
werden, bei den jonischen Philosophen und bei ~Zenon~ von ~Elea~ jedes
der Elemente zu einem der drei übrigen; bei ~Anaxagoras~ veranlaßt
sie die Wandelbarkeit durch Vermehrung oder Verminderung der Samen,
bei ~Platon~ bewirkt sie alle Übergänge, und bei ~Aristoteles~, der
auch hierin nicht ganz folgerichtig verfährt, ist die Materie fähig
der Umänderung, der Metabolé, insbesondere aber der qualitativen, also
der Alloíosis, der Artverwandlung. Die Stoïker lassen beide Begriffe
vielfach ineinander übergehen; bei den Neupythagoräern geschehen die
Veränderungen der Elemente vorzugsweise durch μεταβάλλειν (durch
Metabolé), bei den Neuplatonikern durch ἀλλοιοῦσθαι (durch Alloíosis).

Eine Reihenfolge, durch die Bestimmung +ἄνω-κάτω+ (nach oben, nach
unten), gibt zuerst ~Heraklit~ an; des nämlichen Ausdruckes bedienen
sich ~Philolaos~, ~Xenophanes~ und ~Parmenides~; bei ~Platon~ geschehen
die Umwandlungen ἄνω-κάτω in endlosem Kreislaufe, bei ~Aristoteles~
derart, daß die Menge der einzelnen Elemente im ganzen stets die
nämliche bleibt; die Stoïker versuchen zum Sprachgebrauche ~Heraklits~
zurückzukehren.

Die Gegensätze +aktiv-passiv+ finden sich schon bei ~Empedokles~
angedeutet, indem Wärme und Trockenheit der Luft und dem Feuer
anhaften sollen, Kälte und Feuchtigkeit aber dem Wasser und der Erde.
~Aristoteles~ bezeichnet Wärme und Kälte als aktiv, Trockenheit und
Feuchte als passiv; den Peripatetikern, den Stoïkern, dem Verfasser
der „Schrift von der Welt“ und den Neupythagoräern sind Feuer und Luft
aktiv, Wasser und Erde passiv, und dem ~Philo~ fallen die aktiven
Elemente mit den feinen zusammen, die passiven mit den groben.
Bestimmte Eigenschaften der Einzelstoffe können übrigens durch
abweichende, ja ganz entgegengesetzte, äußerlich verdeckt werden,
sie sind dann „verborgen“, lassen sich aber unter Umständen durch
„Herauskehren“ zur Geltung bringen, und dieser bereits bei ~Anaxagoras~
auftauchende Gedanke wird, insbesondere durch die Peripatetiker und
Stoïker, zu der umfassenden Lehre von der „Antiperístasis“ ausgebildet.

Vielfach schließt sich dem Gegensatze aktiv-passiv auch der
+männlich-weiblich+ (ἄρῥην καὶ θήλυ) an, der wieder in inniger
Beziehung zum ἀρῥηνόθηλυ, dem Mannweiblichen (Zwitterwesen) steht, wie
es bereits im ~Phanes~ der Orphiker (entlehnt dem persischen ~Zervan~?)
zutage tritt; vom Männlichen und Weiblichen redet schon ~Heraklit~,
die Vereinigung der Gegensätze (ἐναντία) gleicht nach ~Parmenides~ der
geschlechtlichen Vermischung des Mannes und Weibes (μιγῆναι), ~Platon~
spricht von einer wahren Vereinigung und Vermählung der Qualitäten,
bei ~Aristoteles~ ist das Verhältnis der Form zur Materie das des
Männlichen zum Weiblichen, bei den Neupythagoräern und bei ~Plotinos~
wird die weibliche Materie (οὐσία, ὕλη) vom männlichen Logos, oder den
von Logos erfüllten Samen, den λόγοι σπερματικοί (Lógoi spermatikoí),
befruchtet.

Frühzeitig gesellt sich den vier materiellen Elementen der +Äther+.
Die Orphiker verstehen unter αἰθήρ anscheinend zumeist den Himmel (im
Sinne des persischen atar = Feuer des Himmels), ~Pherekydes~ benennt
ihn Zeus und läßt ihn einen der fünf Weltenräume erfüllen, auch
~Philolaos~ gedenkt seiner, dem ~Empedokles~ gilt er zumeist als Luft
und dem ~Anaxagoras~ als Feuer. Bei ~Platon~ ist der Äther eine Luft
von besonderer Reinheit und völliger Eigenart, daher unfähig in eines
der vier Elemente überzugehen, desgleichen nennt ihn ~Aristoteles~
eine göttliche und himmlische Substanz, die den gemeinen und irdischen
Stoffen gänzlich fernesteht und sich daher auch in keinen von ihnen zu
verwandeln vermag; vergröbert zu einem eigentlichen fünften Element
(πέμπτον σῶμα, πέμπτη οὐσία) findet sich der Äther erst bei den
Neupythagoräern, in der „Schrift von der Welt“, bei ~Philo~, bei den
Neuplatonikern, bei ~Simplikios~ und anderen, die ihn auch häufig,
hierin der Stoa folgend, dem Pneuma und dem Logos gleichsetzen.

Das +Pneuma+ betrachten ~Anaximander~ und ~Anaximenes~ als Luft,
Lufthauch, Wind und Atem, ~Pherekydes~ als Luft, ~Philolaos~ als
die unbegrenzte und das Weltall umgebende Luftmasse, ~Platon~ (ja
vielleicht schon ~Xenophanes~) als belebende Atemluft und seelisches
Prinzip, ~Hippokrates~ sowie ~Diokles~ von ~Karystos~ als Vermittler
des Lebens und der natürlichen Körperwärme, ~Aristoteles~ und
ihm folgend auch ~Theophrastos~ und ~Strabon~ als den Träger der
Seelensubstanz, der dem Äther nahesteht und daher an edler Natur
den vier Elementen überlegen ist. Den Stoïkern und nach ihnen den
Neupythagoräern, dem Verfasser der „Schrift von der Welt“ und dem
~Philo~ ist Pneuma ein leichter materieller Hauch, dessen treibende
Kraft und Spannkraft (τόνος, Tónos) das Wesen der Qualitäten bedingt,
eine Vereinigung der oberen Elemente Feuer und Luft, eine göttliche
und himmlische Substanz, identisch mit der Weltseele, der Seele,
der Lebenskraft, dem Äther, dem Logos, dessen Lógoi spermatikói
zugleich Pneumata sind, als solche die wirkenden Kräfte aller Samen
vorstellen und daher auch, wie bereits ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.)
lehrte, durch Befruchtung der Hyle des weiblichen Menstrualblutes die
Entstehung des Fötus veranlassen.

Den +Logos+ erklärt ~Heraklit~ für die Weltvernunft, aber erst die
Stoa, die ihn als materiellen pneumatischen Hauch ansieht, beginnt ihm
auch eine gewisse Schöpferkraft zuzuschreiben, läßt ihn durch seinen
τόνος (Tonus) die Qualitäten erzeugen und setzt ihn, je nachdem die
geistige oder materielle Betrachtungsweise vorwiegt, bald mit dem
~Hermes psychopompos~, bald mit dem ~Hermes chthonios~ in Zusammenhang.
Während nach den Orphikern der noch einheitliche ~Phanes~ die Samen
aller Dinge in sich enthält, ~Anaxagoras~ von den Samen der unzähligen
Urstoffe spricht und ~Aristoteles~ schon eine pneumatische Kraft
(πνευματικὴ δύναμις) des Samens anerkennt, lassen die Stoïker den
Logos, der den Inbegriff aller einzelnen Lógoi spermatikói darstellt,
als Sperma in die Materie eingehen, sie mit Qualitäten erfüllen und
ihr durch seinen Hauch (die aristotelische „aura seminalis“) Leben
und Seele verleihen. Bei den Neupythagoräern erzeugen die Lógoi
spermatikói durch Befruchtung der Usia die Einzeldinge, so daß sich
der Logos selbst als Mittler zwischen dem reinen göttlichen Pneuma und
der unreinen gemeinen Materie erweist; ~Philo~ allegorisiert ihn als
~Hermes~ und betrachtet ihn in systematischer Weise als vernünftig
wirkende, einheitliche, mit dem Äther und Pneuma identische Kraft; die
Neuplatoniker endlich, sowie ~Plotinos~, erklären den Logos für die
oberste Einheit der Lógoi spermatikói, für den Demiurgen, Mittler,
Seelenbeherrscher, Allgeist, ~Hermes~. Als höchstes einheitliches
Weltprinzip besitzt er einerseits enge Beziehungen zum Wesen des
orphischen (ursprünglich iranischen) Welteneies, des Urquells alles
Vorhandenen, andererseits zur unwandelbaren Ordnung der Gestirne, die
in gleicher Weise dem ~Anaximander~ und ~Philolaos~, dem ~Platon~ und
~Aristoteles~, den Stoïkern und Neupythagoräern, dem ~Plotinos~ und
~Simplikios~ „göttliche Wesen“ und „sichtbare Götter“ sind, und stellt
schließlich auch das „Alles in Einem, Eines in Allem“ dar, das ἓν καὶ
πᾶν des ~Heraklit~, ~Xenophanes~ und ~Melissos~, das die Neuplatoniker
und ~Plotinos~ mit den nämlichen Worten als Sinnbild der „eigentlichen
obersten Weltordnung“ bezeichnen.

Daß zwischen der +inneren Beschaffenheit+ der Dinge und ihrer +äußeren
Färbung+ (χρῶσις, Chrósis) nahe Zusammenhänge walten, lehrte bereits
~Philolaos~; bei der Entstehung des harten Erzes (der Bronze) aus
weichem Kupfer und Zinn, die ~Empedokles~ mit der des „harten“ (=
unfruchtbaren) Maultiersamens aus dem „weichen“ Pferde- und Eselsamen
in Parallele setzt, verschwindet daher nach ~Aristoteles~ das Zinn
spurlos und wird unter Auflösung seiner Form zu einer Qualität des
Kupfers, dem es (neben der Härte usf.) vor allem „Farbe“ verleiht,
nämlich die des Goldes, -- und diese aristotelische Darlegung
erlangt hohe geschichtliche Wichtigkeit, da die Stoïker, sowie ihre
Nachfolger, und auch noch ~Plotinos~ sie als Schulbeispiel benützen.
Ganz so, wie nach ~Aristoteles~ beim Reifen der Früchte und auch
beim Backen des Brotes aus dem Teig (μάζα, Máza) die Veränderung der
Qualitäten unter entsprechendem Farbenwechsel erfolgt, kann dies auch
bei dem von ihm gelehrten allmählichen Wachsen und Reifen der Metalle
angenommen werden; behauptet er doch, daß „feuerfarbige“ (Legierung)
und Gold, Zinn und Silber, sowie andere nach Farbe und daher auch nach
sonstigen Eigenschaften ähnliche Metalle leicht gegenseitig ineinander
überzugehen vermögen.

Sichtlich schließen sich diese Anschauungen des ~Aristoteles~ jenen
des ~Platon~ an, betreff derer nur erinnert sei: an die Theorie von
der Urmaterie als dem gemeinsamen Substrate der vier Elemente, an die
Möglichkeit allgemeiner gegenseitiger Wandelbarkeit, an den ewigen
Kreislauf der Elemente, der Verwandtes zusammen zu führen und nach Art
einer eigentlichen „Vereinigung“ oder „Vermählung“ zu neuen Stoffen
zu gestalten sucht, an die Verwandlung und Umbildung der Stoffe durch
„Trennen und Vereinigen“, an das allmähliche Hervorgehen von Gold
und Silber aus unedlen Metallen (und umgekehrt) in der Natur, an die
obherrschende Stellung und symbolische Bedeutung des Goldes usf.

Diese Lehren des ~Platon~ und die analogen des ~Aristoteles~ über das
Zusammentreten und die Verwandlung der vier Elemente und ebenso die
auf die vier „Säfte“ (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle)
bezüglichen der Hippokratiker führen, wie schon ~Prantl~ hervorhob,
zum Schlusse, daß Grundlage jeder qualitativen Veränderung, chemischer
wie medizinischer Art, ein +Zufügen+ oder +Wegnehmen+ sei. Nach
~Aristoteles~ gehen die Elemente aus der Urmaterie hervor, empfangen
ihr spezifisches Wesen durch die in zwei Gegensatz-Paaren auftretenden
vier Qualitäten, und bilden selbst wieder das Substrat der Einzeldinge,
die sich aus ihnen unter dem Einflusse der höheren begrifflichen Form
gestalten. Hiernach zeigt sich die qualitative Wandlung in letzter
Linie abhängig von einem Zufügen oder Wegnehmen von +Qualitäten+, und
da ihre erste Ursache (wie die +aller+ Vorgänge, auch derer des Lebens
und der seelischen) im weltbeherrschenden Kreislaufe des Himmels und
der Gestirne liegt und vom göttlichen Äther ausgeht, ist auch sie
keine materielle; je nach dem Überwiegen der aktiven oder passiven
Kräfte (heiß und trocken; kalt und feucht) in den Elementen, sowie der
aktiven oder passiven Elemente (Luft und Feuer; Erde und Wasser) in den
Einzeldingen, gestaltet oder verändert sich also deren Beschaffenheit.

Wie an fast allen von ~Aristoteles~ aus- oder vorgebildeten Lehren
(z. B. jener von der Antiperístasis) nahmen auch an den vorstehenden
schon die Peripatetiker gewisse Abänderungen vor, indem sie in stets
wachsendem Umfange an die Stelle der dynamischen Erklärungen solche
durch das Pneuma (spiritus) treten ließen, die namentlich unter dem
Einflusse der als „Pneumatiker“ bekannten Ärzte und ihrer Schule in
immer allgemeinere Aufnahme kamen. Weit tiefer greifende Umgestaltungen
gingen jedoch von der Stoa aus: da ihr die Qualitäten +körperlicher+
Natur waren, die Körper aber vollständiger Durchdringung und demnach
die Qualitäten einfacher Summierung fähig erschienen, so konnte das
Zubringen der zur Erzielung einer Umwandlung erforderlichen neuen
+Qualität+ durch Beifügung eines neuen +Stoffes+ bewirkt werden,
der mit dem alten völlig verschmilzt. Nun trägt aber nach stoïscher
Anschauung alles Bestehende gleichzeitig materiellen und logischen
Charakter: der +stofflichen+ Seite, d. i. der +Materie+ oder +Hyle+,
gleichwertig erweist sich die +logische+, d. i. der +Logos+, der in
allem Sein als vernünftiger Gedanke waltet, sich in der „Form“ der
Dinge äußert (die zugleich ihr Zweck und Begriff ist), ihrem Wesen als
„immanente Zweckmäßigkeit“ zugrunde liegt und identifiziert wird mit
dem warmen, lebenzeugenden und -erhaltenden, alles durchdringenden
und mit Spannung (τόνος, Tónos) erfüllenden Pneuma, sowie mit dem
zum fünften Elemente herabgesetzten und gröblich materialisierten
Äther. Feuer und Luft, die als leichte und feine Elemente von hoher
Spannkraft das warme und aktive Prinzip (das Pneuma) darstellen,
durchdringen hierbei Wasser und Erde, die als schwere und dichte
Elemente von geringem Tonus dem kalten und passiven Prinzip (der
Hyle) entsprechen, und erfüllen, gliedern und formen so alle
Einzeldinge. Zwischen dem passiven und qualitätslosen Stoffe und dem
mit der „treibenden Kraft“ des Zweckbegriffes gestaltenden Logos ist
jedoch eine Vermittlung nötig; zugeteilt wurde sie in Anknüpfung an
die Rolle, die der +Samen+ (Sperma) bei ~Aristoteles~ spielt, den
„Lógoi spermatikói“: diese gelten als die allgemeinsten, jeglichem
Seienden zugrunde liegenden, vernunftgemäßen Keime der Entfaltung,
als bildendes, individualisierendes, der Materie die (platonischen)
Ideen einpflanzendes Prinzip, als eigentliches Wesen der Naturkräfte,
das alle Dinge im Innersten zusammenhält, als ihre Quintessenz,
ihr Lebensgeist, ihre Seele. In dem bei den Stoïkern üblichen
Schulbeispiele für das Hervorgehen eines bestimmten neuen Stoffes,
eines Individuums selbständiger Art, vermöge der Einwirkung des Logos
auf die Materie, nämlich der Umwandlung des Kupfers in Bronze durch
das Zinn nach ~Aristoteles~, ist es also das Zinn, dessen Lógoi
spermatikói jene neue Qualität hinzubringen, durch deren Aufnahme das
Kupfer in Bronze übergeht: Kupfer (d. i. Urmaterie + n Qualitäten) +
1 neue Qualität = Urmaterie + (n + 1) Qualitäten = Bronze. Diese im
Grunde aristotelische Anschauung birgt u. a. die Quelle der bis tief
in die Neuzeit hinein festgehaltenen Theorie[3346], daß jede besondere
Eigenschaft eines Körpers auch einen besonderen Bestandteil als ihren
Träger voraussetze.

Die +Neupythagoräer+ nahmen ebenfalls die beiden Prinzipien der
passiven Hyle und des aktiven Logos an und ließen die Logoi, als
Qualitäten der Dinge, zusammenfallen mit den Formen des ~Aristoteles~,
den Ideen des ~Platon~ und den Zahlen des ~Pythagoras~; bei ~Philo~ ist
der Logos zugleich auch Äther und πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma),
und der gestaltenden Kraft der Logoi fällt die Weltenbildung zu, wobei
sie zunächst die Materie in grobe und feine, weiterhin aber erstere in
Wasser und Erde, letztere in Luft und Feuer zu teilen haben, welche
Paare aber auch wieder als Repräsentanten des eigentlichen kalten und
passiven Stoffes, sowie des heißen und aktiven Pneumas gelten. Für
die +Neuplatoniker+ endlich bestanden die Körper aus der Hyle als
Materia prima und dem Logos als Inbegriff der Qualitäten, die als Lógoi
spermatikói individualisierend wirken und als „zeugende Formen“ oder
„Samen“ von „mystisch-dämonischer Kraft“ allem Vorhandenen das Sein
verleihen; der intellektuelle Logos, d. i. Vernunft und Sprache, die
einst die Götter den Menschen durch ihren geflügelten Boten ~Hermes~
(~Merkur~) vom Himmel herabsandten, weiterhin aber auch der allgemeine,
sämtliche Dinge des Weltgebäudes hervorbringende und durchdringende,
wird im Anschlusse an die Stoïker mit ~Hermes~ (~Merkur~) identifiziert.

Da man bei der Darstellung der Arzneien das Zumischen eines weiteren
Bestandteiles als επιβάλλειν (+projizieren+) zu bezeichnen pflegte, so
ist es sehr wahrscheinlich, daß dieser Ausdruck auch auf das Einwerfen
oder Einstreuen der chemischen Zusätze Anwendung fand, z. B. des Zinnes
zum Kupfer, und daß daher tatsächlich dem Worte für Streupulver,
d. i. ξήριον (Xérion), der spätere arabische Name aliksîr, d. i.
Elixir, entsprang; erst weiterhin wurde dieser vorzugsweise auf ein
ganz bestimmtes Streupulver angewandt, und zwar auf jenes, dem die
Eigenschaft zukommen sollte, unedle Metalle in edle zu verwandeln,
also auf das Pulver jenes Präparates, dem man den mystischen Namen
„philosophischer Stein“, „Stein der Philosophen“ oder „Stein der
Weisen“ erteilte. Ist nämlich, wie schon ~Platon~ lehrte, alles
wandelbar, kann in stetigem Kreislaufe der Elemente und im endlosen
Strömen „von unten nach oben und von oben nach unten“ Jegliches in
ein Anderes übergehen, läßt die +Natur+ das Gold aus Silber, Kupfer
oder Eisen und diese wieder als Produkte eines stufenweisen Abbaues
aus jenen „verwandten“, aber edleren Metallen entstehen, -- warum
sollte dann nicht auch der +Mensch+ vermögen, Kupfer oder Silber in
Gold überzuführen, sei es auf allmählichem Wege unter Nachahmung des
langsamen Wachsens und Reifens, sei es auf raschem und praktisch allein
in Betracht kommenden unter anfänglicher Rückführung in den Zustand
der gemeinsamen Urmaterie (der Materia prima) und darauf folgender
Umgestaltung? Auch hier zeigt sich wieder die hohe Bedeutung und
entscheidende Rolle der „+Schwärzung+“, denn die form- und gestaltlose,
chaotische, in Schatten und Finsternis liegende Urmaterie ist die
unentbehrliche Durchgangsstufe und notwendige Vorbedingung der weiteren
Verwandlung. Diese erfolgt durch βαφή (Färbung, Tinktion), wobei der
innere Vorgang durch den Wechsel der Farben auch äußerlich sichtbar
wird; demgemäß sind Tinktion und Tinktur von ganz außerordentlicher
Wichtigkeit, da umgekehrt aus dem Eintritt der gewünschten äußeren
Färbung auch wieder auf den der inneren Umwandlung zurückgeschlossen
werden kann. Die neuen +Qualitäten+, die zwecks Stattfindens der
Transmutation einzuführen sind, haften an dem zuzusetzenden +Präparat+,
dem philosophischen Stein, der wie ein Samen und daher schon in
äußerst geringer Menge wirkt und in seiner Vollendung, den „uralten“
Mysterien der Orphiker gemäß, gleich deren „ovum philosophicum“
(philosophisches Ei, Weltenei) die Keime aller Dinge in sich enthält;
man gewinnt ihn aber in solcher Vollkommenheit durch Vermählung
des weiblichen reinsten noch unberührten Stoffes (Materia prima,
himmlische Hyle, Jungfernerde, Jungfernmilch, ...) mit dem aktivsten
Prinzip des männlichen Logos, weshalb er auch selbst als Keim, Embryo,
Homunculus, Hermaphrodit betrachtet wird. Die Gleichstellung seiner
Lógoi spermatikói mit den Qualitäten, Samen und Seelen führt dann
dazu, von den „Seelen“ und den „Samen“ des Goldes, Silbers, Schwefels,
Quecksilbers zu sprechen, unter denen die Quintessenzen oder „Geister“
dieser Dinge zu verstehen sind[3347], das „philosophische“ Gold und
Silber, „unser“ Gold und Silber, im Gegensatze zu den gewöhnlichen,
natürlich vorkommenden. Die Identifikation des Logos mit dem Äther,
dem Pneuma, dem Luftgeist (spiritus), der Lebenskraft usf. gab
weiterhin dazu Anlaß, den philosophischen Stein aus Äther, Luft,
Sternschnuppen-Substanz u. dgl. bereiten zu wollen, aber auch, in
Ansehung der Parallelität des Makro- und Mikrokosmos, aus den Produkten
der Lebenskraft in der „kleinen Welt“, besonders aus den „heißen“
Exkreten[3348]; des ferneren erklärt sie, und zwar auf Grund der
nämlichen Anschauung, sowie der Symbolisierung des Goldes als reinsten,
edelsten und himmlischen Elementes, daß dem philosophischen Stein
auch psychische und religiöse Wirkung zugeschrieben wurde, sowie die
Eigenschaft eines Allheilmittels gegenüber Krankheit, Alter und Tod,
die ja nach ~Platon~ sämtlich allein auf unrichtiger Verteilung oder
Umsetzung der Elemente beruhen.

Die seit den Zeiten der jüngeren Stoïker unentwegt zunehmende
Hinneigung der philosophischen Schulen zum morgenländischen
+Aberglauben+ in seinen verschiedenen Formen, namentlich zur
Astrologie und Dämonologie, zu ekstatischen und eschatologischen
Träumereien von Wiederbelebung und Auferstehung usf. macht auch den
wachsenden Einfluß derartiger Anschauungen auf die entstehende und in
Entwicklung befindliche Alchemie begreiflich, um so mehr, als sich
z. B. die aristotelische Lehre über die Abhängigkeit aller materiellen
Veränderungen vom Kreislaufe der Gestirne, oder die stoïsche über
die Beziehungen des Logos zur „Ordnung am Sternenhimmel“ leicht in
entsprechender Weise umdeuten ließen. Dieses Eindringen ägyptischen
und orientalischen Gutes und sein Verschmelzen mit dem Inhalte
der griechisch-philosophischen Überlieferung blieb den klareren
Köpfen keineswegs verborgen und wird im allgemeinen von zahlreichen
Schriftstellern zutreffend anerkannt und erörtert; zur richtigen
Einsicht im einzelnen gelangten sie jedoch allerdings nicht, schon
weil für die Griechen, wie bereits weiter oben erwähnt, babylonische,
chaldäische, assyrische und persische Traditionen bereits in früher
Zeit ununterscheidbar zusammenflossen, in späterer aber meist gleich
von vornherein als identisch angesehen und behandelt wurden.

Den Griechen galten zwar die Sterne seit altersher als göttliche
Wesen, aber erst verhältnismäßig spät empfingen sie aus dem Orient
(nicht aus Ägypten) die Lehren von den babylonischen Sterngöttern
und persischen Sterndämonen, von den männlichen, weiblichen und
mannweiblichen Planeten-Gottheiten, -- ~Venus~ und ~Merkur~, die man
ursprünglich als Morgen- und als Abend-Sterne beobachtete --, von
der Beziehung zwischen den Planeten und den Göttern, deren Namen sie
tragen, von der Emanation, durch die sie nach chaldäischer Anschauung
ihre Naturen, Kräfte und Farben auf Tiere, Pflanzen, Mineralien,
Metalle usf. übermitteln, und von dem Einflusse, den sie auf alle
irdischen Vorgänge bis ins Kleinste hinein ausüben. Nur allmählich
erfolgte ihre Annahme, und völliges Gemeingut der entsprechenden Kreise
waren sie erst seit der Zeit der jüngeren Stoïker und Neupythagoräer.
In Ägypten, -- woselbst diese vorzugsweise wirkten, wo seit Beginn
der synkretistischen Periode „persische“ Magier eine immer lebhaftere
Tätigkeit entfalteten, wo hellenisierte Juden und Ägypter unter
Benützung der gesamten anonymen Priesterlitteratur eine Flut apokrypher
und pseudepigraphischer Schriften ans Licht förderten und sie dem bald
mit ~Henoch~, bald mit ~Thot~ identifizierten ~Hermes~ unterschoben
--, vollzog sich dann die Verquickung jener orientalischen Lehren mit
geeigneten ägyptischen, freilich oft schon selbst arg entstellten; zu
diesen zählte u. a. die vom Ei aus dem Urwasser ~Nun~, das die Keime
des Weiblichen und Männlichen in sich birgt, von der Sonne als dem Ei
des Skarabäus, von der Bestattung der mit Binden umwickelten Leiche des
~Osiris~, seiner durch das Wasser des Lebens bewirkten Wiederbelebung
und Auferstehung usf. Als bezeichnendes Ergebnis der vollzogenen
Verquickung anzusehen ist u. a. die Legende von der Statue des ~Osiris~
aus den sieben Metallen und vier edlen Gesteinen Ägyptens, in der auch
wieder die Identifizierung dieses Gottes mit ~Pan~ zutage tritt, den
schon die jüngere Stoa dem ~Chnum~ gleichgesetzt hatte.

Die nahe Verbindung, in der die Alchemie von Anfang an mit der
Magie, Dämonologie und Astrologie steht[3349], gibt Aufschluß über
verschiedene auffällige Zusammenhänge. Da z. B. die Stellungen der
Gestirne die richtigen Zeiten für Ehe, Konzeption und Entwicklung
des Fötus anzeigen, sind sie auch äußerst wichtig zur Erkenntnis des
„rechten“ Augenblickes für die „Vermählung“ der Bestandteile beim
„großen Werke“; daher hat der Alchemist den Verlauf der Sternbewegungen
und die Konstellationen der Sterne genauestens zu beobachten[3350]
und eifrig jene Betrachtung des gestirnten Himmels zu pflegen, die
nach den Stoïkern, Gnostikern, Neuplatonikern und Ssabiern in so hohem
Grade die Erlangung der rechten Erkenntnis (γνῶσις, Gnosis) fördert,
zugleich aber auch die ihrer drei Hauptgaben: Reichtum, Gesundheit und
Unsterblichkeit. „Heilige und göttliche Vorschriften“ sind es, wie
~Zosimos~ bezeugt[3351], die die Beziehungen der sieben Planeten zum
großen Werke, zum philosophischen Steine sowie zu den sieben Metallen
regeln, und nur dem Sternkundigen erschließen sie sich völlig, da
doch „wie jedermann weiß“ die Astrologen es waren, die das Kupfer der
~Aphrodite~ zuschrieben und das aus Kupfer, Zinn, Silber oder anderen
Metallen bestehende Elektron dem ~Zeus~[3352]; demgemäß müssen, wie
es am ausführlichsten die Ssabier überliefern, die Planetengötter in
Gestalt von Idolen aus den ihnen eigentümlichen Metallen und durch
Opfergaben der ihnen zugehörigen Tiere und Pflanzen verehrt werden,
denn wie die Sonne das Gold hervorbringt, so erfreut sie sich auch
wieder vorzugsweise am Golde usf. Als Diener der Planeten und ihrer
Gottheiten unterliegt daher, gleich dem Astrologen nach ~Firmicus~,
auch der Alchemist dem Gebote kultischer Reinheit, äußerer wie
innerer; er muß sich der Einweihung unterziehen, den Eid der Mysten
schwören, unbedingte Verschwiegenheit geloben und darf über die ihm
offenbarten Geheimlehren und ihre „Verfeinerung und theoretische
Begründung durch Anlehnung an die Philosophie“ entweder überhaupt nicht
schreiben, oder (laut der von ~Clemens Alexandrinus~ mitgeteilten
Anweisung) bloß +so+, daß er das Wesentliche in Form von Rätseln,
Gleichnissen, Allegorien und Metaphern im Dunkeln läßt und den Leser
völlig in die Irre führt. Nur der kultisch Reine kann zum „Vollendeten“
(τέλειος, Téleios) werden, und wie dieser selbst „umgeschaffen“ ist
durch Metabolé, durchdrungen von der Fähigkeit geistiger „Krasis und
Mixis“, erfüllt von „totenerweckender Kraft“ (δύναμις τῆς μεταβολῆς der
Gnostiker), so vermag er auch wieder zu wirken: er wird „umschaffen“,
sich als Künstler der Krasis und Mixis an Metallen und Legierungen
bewähren und die in den Abýssos (Abgrund), in die Unterwelt, in die
große Finsternis eingegangenen „Toten“ wiederbeleben, oder, wie es
in den sog. „~Oden Salomons~“ heißt, die gleich Blei in das Chaos
hinabgesunkenen Hylai auflösen, erneuern und erwecken, durch das
heilige Wasser, den „Tau des Herrn“, sie dem Dasein zurückgeben und aus
der Schwärze der Hölle geläutert emporführen, „bis alles oben (ἄνω)
ist“. Als kultisch Reiner wird er es so vermögen, der widerwärtigen
und schlechten Materie Herr zu werden, die körperlich-gemeine Hyle mit
Hilfe der geistig-göttlichen Pneumata, denen er gebietet, zu erheben
und zu veredlen, sowie den sich in den Schwanz beißenden Drachen zu
besiegen, der das Symbol der Finsternis ist; seine Anrufungen und
Beschwörungen werden die guten, wohlwollenden und dem großen Werke
günstigen Geister heranziehen und fesseln, -- z. B. den goldglänzenden
„König ~Helios~“ (= Sonnengottheit des ~Ptolemaios~) oder den bald
(wie bei ~Zosimos~) silberstrahlenden, bald im scharlachroten
Herrschermantel erscheinenden „König ~Mithras~“ --, die bösen,
neidischen und störenden aber bannen und fernhalten, z. B. den Drachen
~Uroboros~, den Schlangendämon ~Ophiuchos~[3353], den hinderlichen und
hämischen ~Karkinos~ (κάρκινος, καρκινάς, καβούρι) = Krebs[3354], sowie
den stets verneinenden Verderber ~Antimimos~ (αντίμιμον πνεῦμα der
„Pistis Sophia“). Solche Gebete fördern daher das Gelingen des großen
Werkes -- nicht anders als etwa, nach dem Berichte des ~Theophrastos~,
die der Köhler das Entstehen vielen und guten Pechs[3355] --, und
zugleich bilden sie den Maßstab für die Dauer der vorzunehmenden
Operationen, ganz ebenso wie bis tief in die Neuzeit hinein z. B. die
Länge des Vaterunsers oder Ave-Marias[3356].

Die Wichtigkeit der Pneumata für Veredlung und Läuterung der gemeinen
Metalle erklärt die entscheidende +Rolle des ~Hermes~+, der als „Herr
der Pneumata“ und „Gebieter der Lógoi spermatikói“ notwendigerweise
auch Meister der „hermetischen“ Kunst sein muß, und desgleichen die des
mit ihm identifizierten ~Thot~, ~Pan~ und ~Mithras~, deren jeder als
Allgott und Inbegriff sämtlicher Elemente und Einzeldinge angesehen
wird. Das Weltenei, sei es das in Gestalt eines Felsens gebildete der
Iranier, das im Wasser der ~Nun~ schwimmende der Ägypter, oder das
im Schoße des Alls geborgene der Gnostiker, trägt Himmel und Erde in
sich, es ist ἓν καὶ πᾶν (Eines in Allem; Alles in Einem) und vermag
daher +alles+ hervorzubringen, wie das einheitliche und einfarbige
Pfauenei der Gnostiker und des ~Clemens Romanus~ das tausendfältig
bunte Gefieder des fertigen Vogels. Das nämliche gilt betreff des
großen Werkes: wie das Ei und wie der Mutterschoß dem Weltganzen
vergleichbar ein „Gefilde der Entstehung“ sind, wie sich in der Matrix
die Vierzahl der im schwarzen Menstrualblute enthaltenen Elemente unter
dem Einflusse des aus dem Samen stammenden Pneumas zum Embryo ordnet,
wie dank der „rechten“ Wärme die Reifung erfolgt, und schließlich,
falls keine „Fehlgeburt“ störend eingreift, das neu entstandene
Wesen als Menschlein das Licht erblickt, genau ebenso wird die zur
„schwarzen Brühe“ gelöste Tetrasomie der Rohmetalle durch das an den
philosophischen Stein gebundene Pneuma umgelagert, das Gebilde durch
„mäßiges“ Feuer zurechtgeformt und zuletzt, soferne kein Mißgriff das
Ergebnis vernichtet, das neu Gezeugte als Silber oder Gold zutage
gefördert, -- zwar ein Kunstprodukt, aber doch das völlige Analogon des
ἀνθρωπάριον (homunculus)[3357].

Die nach ~Prantl~ einer Verquickung aristotelischer und stoïscher
Meinungen entsprungene Lehre, „daß man die Körper erst ‚körperlos‘
machen und sie dann durch das Pneuma in neuer Form erstehen lassen
müsse“, ist daher eines der ältesten, schon der ~Maria~ wohlbekannten
alchemistischen +Dogmen+[3358]. Zu diesen zählen ferner: die bereits
dem ~Aristoteles~ geläufigen Prinzipien, „daß Gleiches Gleiches
erzeugt, z. B. der Mensch neue Menschen, der Weizen neuen Weizen“, daß
der Samen „nach Art einer Hefe wirkt“, und daß „ein kleiner Zusatz Hefe
eine große Menge Brotteig (μάζα, Máza) in Gärung versetzt“, -- aus
denen gefolgert wird, daß auch Gold neues Gold hervorbringt, daß die
Entstehung des letzteren durch Beigabe von etwas fertigem Golde als
„Samen“ gefördert wird, und daß schon eine Spur des philosophischen
Steines genügt, um die Umwandlung bedeutender Massen der „Maza“
genannten Rohmetall-Mischung einzuleiten[3359]; die Annahme, daß eine
Substanz, die die unrichtig verteilten Elemente in die „richtige“
Ordnung bringt und das Unreine vom Reinen trennt, auch Gesundheit und
langes Leben, ja Unsterblichkeit verleihe, gleich der „Athanasía“ der
~Isis~[3360] oder der bei ~Plinius~ erwähnten „Panacéa“[3361] --,
wie denn der philosophische Stein schon bei ~Synesios~ selbst die
„große Krankheit der Armut“ heilt und nach einer bis in das späte
Mittelalter hinein gewahrten Überlieferung „die sechs Aussätzigen“
gesund macht[3362]; der Satz: „Die Natur freut sich der Natur, besiegt
die Natur, beherrscht die Natur“, den ~Firmicus~ einem medizinischen
Werke des ~Nechepso~, und der unbekannte Verfasser der Scholien zu
~Lucanus~ der Schrift eines „antiquus poeta“ (nach ~Usener~ eines
ποιητής = Alchemisten) entstammen läßt, der aber sicherlich der
stoïschen Theorie von der Sympathie und Antipathie der Naturdinge
zugehört und vermutlich durch ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; die
wesentlich stoïsche und neuplatonische Gleichsetzung des Vorganges
beim großen Werke mit der Entwicklung des Embryos im Mutterschosse
oder im Ei, dem „Ei der Philosophen“; die der hermetischen Anschauung
von der All-Einheit entsprungene Bezeichnung der goldergebenden
Verwandlungsmasse als „ἓν καὶ πᾶν“, wobei das Sinnbild, die sich in den
Schwanz beißende Schlange, babylonischer Herkunft ist[3363], der von
~Zosimos~ angeführte Zusatz „Gefunden ist der große ~Pan~!“ aber auf
einen ägyptischen Geheimritus anspielt, usf.

Aus der Verbindung der Alchemie mit den übrigen priesterlichen
Geheimwissenschaften, zu denen, wenigstens bis zu gewissem Grade,
Heilkunde und Heilmittellehre mit zählten, dürfte sich auch der
bei den Alchemisten ganz allgemeine Gebrauch sog. +Geheim+- oder
+Decknamen+ erklären, die innerhalb der Medizin im letzten Grunde auf
den Wunsch der Ärzte zurückgehen, ihren Mitbewerbern, aber auch den
Kranken selbst, Natur und Zusammensetzung der von ihnen nicht nur
verordneten, sondern meist auch zubereiteten und verkauften Arzneien
zu verheimlichen. Derlei „hieratische“ Namen (ὀνόματα ἱερατικά)[3364]
enthält anscheinend schon der medizinische „Papyrus ~Ebers~“, der gegen
1500 v. Chr. auf Grund mannigfacher, noch weit älterer Quellenschriften
verfaßt ist; daß sie seither stets in Anwendung standen und
blieben, beweist u. a. ein zuletzt im 2. Jahrhundert v. Chr.
niedergeschriebener, 1885 von ~Leemans~ herausgegebener Papyrus, der
eine ganze Sammlung solcher überlieferter Ausdrücke aufführt und
erklärt, z. B. „Herz des Geiers“ = Absinthium, „Träne der ~Isis~“ =
Verbena, „Auge des ~Typhon~“ = Scilla, „Blut des ~Ptah~ (~Hephaistos~)“
= Artemisia[3365], denen sich noch „~Herz~ des ~Hermes~“ = Moly
(Allium nigrum?), „Blut der ~Athene~“ = roter Günsel, „Blut des
~Herakles~“ = Crocus[3366], sowie manche ähnliche, bei ~Plinius~,
~Dioskurides~ und anderen Autoren vorkommende anreihen ließen[3367].
In den alchemistischen Schriften, besonders in den jüngeren, tauchen
ihrer, wie schon weiter oben angeführt wurde, sehr mannnigfaltige auf,
darunter viele nur schwierig oder gar nicht zu deutende; erinnert sei
z. B. an „Milch der schwarzen Kuh“ = schwarzen (rohen) Zinnober;
„Lorbeerblätter“ = roten (sublimierten) Zinnober; „Blut der Tauben“
und „Blut der Krähen“ = Mennige oder roten Zinnober; „gelben Schwefel“
und „Sonnenwasser“ = Goldlösung in Quecksilber; „Blut des ~Saturn~“ =
Mennige[3368]; „Knochen des ~Typhon~“ = Eisen[3369]; „Blut und Knochen
des Drachens“, „Knochen der Perser“, „Knochen des Kupfers“ = verbrannte
Metalle; „vier Füße des Drachens“ = Tetrasomie (Kupfer, Eisen, Blei,
Zinn); „drei Ohren der Schlange“ = drei αἰθάλαι (Raucharten: des
Schwefels, Arsens, Quecksilbers) usf.

Ähnlich wie viele +Namen+ erfuhren im Zeitalter des Überganges der
Chemie in die Alchemie auch zahlreiche, ursprünglich rein technische
+Bezeichnungen+, +Vorschriften+ und +Anweisungen+ gewisse Veränderungen
und Umdeutungen in mystischem und abergläubischem Sinne, die als
außerordentlich charakteristisch für den ganzen Vorgang dieser
Umlagerung anzusehen sind. So wurde z. B. das „große Werk“ aus einer
magischen Zeremonie zur alchemistischen Zauberhandlung; die Spaltung
des als eiförmiger Felsen gedachten iranischen Welteneies in Himmel
und Erde zum „mithrischen Mysterium des Steines, der kein Stein
ist“; der mit dem rechten Geschick (τεχνικῶς) arbeitende Technit
zum Meister der „hieratischen Geheimkunst“; das ursprünglich zwecks
Aufbesserung der Mischungen zugefügte echte Silber und Gold zum
„Samen“, der neues Silber und Gold hervorbringen, oder zur „Hefe“,
die den Teig (Maza) in eine Art Silber- oder Gold-Gärung versetzen
soll[3370]; die einstige bloße „Veränderung“[3371] zur eigentlichen
„Verwandlung“ (z. B. der unedlen Metalle in edle); die Herstellung
einer Gold vortäuschenden, „Blende“ (ἀμαυρά, ἀμαύρωσις) genannten
Legierung zu der eines zauberischen, auch unsichtbar machenden
Präparates[3372]; die Leinenstücke, in die eingebunden man z. B.
die zu färbenden „Steinchen“ in die vorgeschriebenen Flüssigkeiten
bringt[3373], gehen in die Leinenbinden über, in die man den „Toten“,
den „~Osiris~“, den „Leichnam des ~Osiris~“ (d. i. das unedle Metall)
gleich einer Mumie so einwickelt, daß nur das Haupt des Toten (das
„caput mortuum“) sichtbar bleibt, und in die gehüllt man ihn der
„Wiederbelebung“ (als Edelmetall) entgegenführt[3374]; aus dem
einfachen „Einwerfen“ (ἐπιβάλλειν) der Zutaten wird das magische
„Projizieren“; aus dem einzuwerfenden Mittel (φάρμακον = medicina)
oder „Streupulver“ (ξήριον, Xérion) der mystische Erreger der
Transmutation, das „Xerion“ (aliksir der Araber = Elixir); aus dem
„schwefligen Wasser“ (θεῖον ὕδωρ) das gleichnamige göttliche[3375];
aus dem Gold lösenden Mineral Chrysokolla das ebenso benannte Gold
hervorbringende Wundermittel[3376]; aus dem ἀρῥένικον oder ἀρσενικόν,
d. i. „Arsen“[3377], das gleichlautende „männliche“ (scil. Prinzip);
aus dem silber- oder goldglänzenden Stein „Androdámas“, den die
Magier Zorn und Wut der Menschen besänftigen ließen[3378], der
giftige (aus stark arsenhaltigem Pyrit bestehende) „Androklástes“ =
„Menschenvernichter“[3379], „der bei den Ägyptern zugleich das so
höchst gefährliche 63. Lebensjahr bezeichnet“[3380], usf. In ganz
analoger Weise betrachtet man die der Metallverwandlung dienenden
Gefäße, Sublimations- und Destillations-Apparate als „Tempel der
Metall-Götter“[3381]; die „Toten“ (= die vier unedlen Metalle) sinken
„wie Blei“ in ihre Tiefe, den „Hades“, den „Abýssos“, den „Abgrund
des Chaos“; sie werden dort wiederbelebt durch das „göttliche Wasser“
= „Wasser des Lebens“; sie gelangen, von seinem Pneuma erfüllt und
neubeseelt, zur „Auferstehung“; es vollendet sich die „Erhebung
der Wolke“, κάτω-ἄνω, zum Oberteile des Kolbens, zur „Höhe des
Firmamentes“, zum „Deckel des ~Knuph~“; die Elemente ordnen sich im
„Gefilde der Entstehung“ zu einem neuen Wesen, und dem „Priester“, der
die „Toten“ gewickelt, der Tarichéia unterworfen und der „hermetischen“
Kunst gemäß zur „rechten“ Zeit mit den „heiligen Wässern“ behandelt
hat, wird endlich die Genugtuung, sie dem „Grabe“ in der „verklärten“
und verjüngten Gestalt „Neugeborener“, als „Vollendete“ (τέλειοι),
entsteigen zu sehen und so mit Hilfe der „Gnade von oben“ das große
Werk der Verwandlung glücklich vollendet zu haben, -- natürlich allein
des wissenschaftlichen Interesses wegen und ferne jeder eigennützigen
Absicht.




6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften.


a) Pseudo-Demokritos.

Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß das Hervorgehen der
Gestalt des ~Pseudo-Demokritos~ als Magiers, Astrologen, Wunderarztes,
Alchemisten usf. aus jener des ebenso scharfsinnigen wie naturkundigen
Philosophen ~Demokritos~ (gest. um 360 v. Chr.) zu den merkwürdigsten
Erscheinungen der gesamten Geschichte der Wissenschaften zählt. Den
ersten Ausgangspunkt dieser auffälligen Entwicklung scheint das
Wanderleben des echten ~Demokritos~ gebildet zu haben. Langjährige
Reisen, deren Umkreis die Folgezeit immer weiter ausdehnte, führten
ihn angeblich bis zu den entferntesten Völkern Asiens und Afrikas, den
Indern und Äthiopen, ließen ihn die vielseitigsten Erfahrungen schöpfen
und derartige Kenntnisse in den reinen Wissenschaften (Zoologie,
Botanik, Mineralogie, ...), aber auch in den angewandten (Sternkunde,
Meteorologie, Technik, ...) gewinnen, daß er zwar den einen als
„typischer Vertreter der Vielwisserei“ erschien, dafür aber den anderen
als Mann von fast übernatürlichen Fähigkeiten[3382]. Diese sollte er
dann entweder im Umgange mit ägyptischen und chaldäischen, persischen
und arabischen Zauberern und Magiern erworben haben[3383], oder dank
absonderlicher Funde, wie denn z. B. ~Plinius~ erzählt, er habe aus dem
Grabe des ~Dardanos~, „des Stammvaters der Trojaner, des Begründers
der samothrakischen Mysterien und der Magie“, dessen verborgene
Geheimschriften zutage gefördert[3384].

Von den (etwa 80) Werken, als deren Verfasser ~Demokritos~ gilt[3385],
und deren Titel meist fragwürdigen Alters sind[3386], besitzen wir
nur noch spärliche Bruchstücke, deren ausgezeichnete Zusammenstellung
durch ~Diels~ ersehen läßt, daß ~Demokritos~ in der Tat der klare,
bestimmte und einflußreiche Denker war, als den ihn schon ~Aristoteles~
preist, und der er auch gewesen sein +muß+, sollte sein bloßer Name
hinreichen, um untergeschobenen Nachahmungen entsprechende Beachtung
zu sichern. Wann man solche vielfach wohl an Echtes anknüpfende
Pseudepigraphen abzufassen begann, steht nicht sicher fest, doch
dürfte es zuerst bald nach 300 v. Chr. der Fall gewesen sein, denn
schon um 250 (oder etwas später) tritt der wichtigste und bereits
völlig systematische Fälscher auf, ~Bolos~ von ~Mende~ (oder Mendes)
in Ägypten[3387]. Unter dem Namen des ~Demokritos~ gab er verschiedene
Werke magischen, astrologischen, medizinischen und landwirtschaftlichen
Inhaltes heraus, erfüllt von zauberischen, mystischen und mantischen
Ideen aller Art, vom Glauben an gute und böse Geister, die sich durch
Zeichen, Weissagungen und Träume kundgeben, usf.[3388], ferner eine
Art Enzyklopädie, in der er die Ergebnisse griechischer Wissenschaft
und ägyptischer Technik mit den angeblich uralten Überlieferungen
persischer Magier (~Zoroaster~, ~Ostanes~, ...) zu vereinigen
suchte, und deren Titel „χειρόκμητα καὶ φυσικὰ δυναμερά“ (etwa =
„Wirkungen künstlicher und natürlicher Kräfte“) gelautet zu haben
scheint[3389]. Aus ihr gingen vermutlich zunächst die vier βίβλοι
βαφικαί (= Färbebücher) hervor, handelnd über das „Färben“ (= Machen,
Nachahmen, Fälschen) des Goldes und Silbers, der Edelsteine (Perlen)
und des Purpurs (περὶ χρυσοῦ, ἀργύρου, λίθων, πορφύρας), weiterhin
aber die unter dem Namen „Physica et Mystica“ (etwa = „Natürliches und
Übernatürliches“) bekannten Schriften, von denen allen wir nur geringe,
vielfach abgeänderte, durch späte Umarbeitungen[3390] entstellte
Reste und Auszüge besitzen; soweit diese, -- noch dazu in der sehr
mangelhaften Redaktion ~Berthelots~ --, einen Rückschluß gestatten,
umfaßte der ursprüngliche Inhalt eine große Anzahl sehr verschiedener
Rezepte, teils wirklich ausführbarer, teils ganz unmöglicher, und
zwar waren letztere zumeist an mystische, magische, religiöse,
philosophische und theologische Vorschriften oder Formeln gebunden
und gemäß der (von den „Astrologúmena“ des ~Petosiris-Nechepso~
her bekannten) Gewohnheit der alexandrinischen Synkretistiker
aus griechischen, ägyptischen und orientalischen Bestandteilen
zusammengefügt[3391].

Weitere Pseudepigraphen des ~Bolos~ von ~Mende~ waren die Bücher
„Über Sympathien und Antipathien“, anscheinend die ersten und daher
wirkungsvollsten ihrer Art[3392], deren Überbleibsel wir jedoch nur aus
Umarbeitungen ganz später, wohl erst byzantinischer Zeit kennen[3393],
ferner die Abhandlungen über die astrologischen Vorzeichen (περὶ
σημείων), über die Wunderdinge (περὶ θαυμασίων], über den Landbau
(περὶ γεωργίας), sowie über die zauberischen und abergläubischen
Eigenschaften der Pflanzen, in denen neben ~Pseudo-Demokritos~ auch
~Pseudo-Orpheus~ und ~Pseudo-Pythagoras~ als maßgebende Autoritäten
auftreten[3394]. Endlich reihen sich diesen auch noch Schriften
medizinischen Inhaltes an, denn schon dem ~Celsus~, dessen „De
medicina libri octo“ um 30 n. Chr. vollendet sind, gilt ~Demokritos~
als einer der ältesten und hervorragendsten Ärzte, ja als Lehrer des
~Hippokrates~[3395], und in gleichem Sinne zitiert ihn noch ~Caelius
Aurelianus~ (5. Jahrhundert) in „De morbis acutis et chronicis“[3396]).
Ferner entstanden vermutlich im 4. und 5. Jahrhundert zu Alexandria
jene griechischen Sammelwerke, auf die die „Ephemeriden des
~Demokritos~“, die „Prognostika des ~Demokritos~“, die „Tafeln des
~Demokritos~“ (zur Vorausbestimmung des Krankheits-Verlaufes) u. dgl.
zurückgehen, die dann etwa von 700 an in Unteritalien ins Lateinische
übersetzt wurden, und an die sich, bis in das 9. Jahrhundert herab, die
den Namen des ~Demokritos~ führenden Zusammenstellungen anreihen, in
denen sich wissenschaftlich richtige und rationelle Vorschriften nicht
selten mit magisch-medizinischen und abergläubisch-sympathetischen
absonderlichster Natur in völlig kritikloser Weise untermischt
zeigen[3397]. Ihre angebliche Auffindung in Grüften, vergrabenen
Gefäßen usf. ist ein charakteristischer Zug aus der hellenistischen
Offenbarungs-Litteratur, die (wie weiter oben schon öfter erwähnt)
wichtige oder für wichtig erachtete Mitteilungen und Entdeckungen an
Könige, Heroen und Weise der Vorzeit oder an Götter, Dämonen, Geister
usf. anzuknüpfen liebt[3398].

Schon durch den alexandrinischen Dichter und Schriftsteller
~Kallimachos~ (310-240) wurde ~Bolos~ als Betrüger entlarvt[3399], aber
ohne dauernden Erfolg, denn während z. B. ~Columella~[3400] (gest.
gegen 66 n. Chr.) und später auch ~Aulus Gellius~[3401] (gest. um 180
n. Chr.) ihn als Fälscher kennen und bezeichnen, äußert ~Plinius~
(gest. 79 n. Chr.), der den sog. ~Demokritos~ unzählige Male zitiert,
nie den geringsten Verdacht[3402] und trug daher angesichts seines
ungeheuren und nachhaltigen Einflusses nicht wenig dazu bei, das
Ansehen des vermeintlichen „großen Philosophen“ in dauernden Ehren zu
erhalten; er selbst schöpfte übrigens seine einschlägigen Kenntnisse,
wie in zahlreichen anderen Fällen so auch hier, nur aus zweiter
Hand, nämlich aus den Schriften seines Zeitgenossen, des ägyptischen
Arztes ~Xenokrates~ von ~Aphrodisias~, die die Hauptquelle der von
Aberglauben aller Art erfüllten Abschnitte 28-30 der „Naturgeschichte“
darstellen[3403]. Ein etwas älterer Vermittler ähnlicher Art ist der
zur Zeit des Kaisers ~Augustus~ lebende ~Anaxilaos~, dessen ~Plinius~,
sowie die Vorlagen des „Stockholmer Papyrus“ Erwähnung tun. Nach
~Diels~[3404] hat man als wahrscheinlich anzunehmen, daß vielerlei
Angaben des Leidener und Stockholmer Papyrus den Kompilationen des
~Anaxilaos~ und seinesgleichen entlehnt sind, und daß uns durch sie
Teile der sog. „Cheirókmeta“ in ihrer mehr oder weniger ursprünglichen
Gestalt erhalten geblieben sind, d. h. in derjenigen, die (im
Anschlusse an die alten Rezepte der Tempelwerkstätten usf.) noch ganz
offen auf Täuschung durch geschickte Nachahmung von edlen Metallen und
Steinen hinauslief. In Übereinstimmung hiermit steht, wie schon weiter
oben (den Annahmen ~Berthelots~ und ~Riess~’ gegenüber) hervorgehoben
wurde, der klare Inhalt und die unverhohlene Sprache dieser Papyri:
die künstliche Gewinnung von Gold, Silber, Edelsteinen und Farbstoffen
heißt einfach σκευή (Skeué, Herstellung), Weißen und Gilben erfolgen
durch Firnissen, Überfangen, Legieren, Putzen und Polieren, Di- und
Triplosis durch geeignete Beimischungen, die μᾶζα ἀνέκλειπτος ist eine
durch Zusatz unedler Metalle immer weiter verschlechterte Masse, das
ὀθόνιον ein Stück Leinwand zum Einwickeln, das ὕδωρ θεῖον eine aus
Schwefel bereitete Lösung oder Schmelze, ἀλλοιοθῆναι bedeutet eine
äußerliche Veränderung (z. B. durch Umfärben), ἐπιβάλλειν ein Zugeben
oder Einwerfen, usf.

Erst in der Periode neu einsetzender und alsbald mächtig
fortschreitender Entfaltung des Zauberwesens und der Magie, also wohl
frühestens im letzten Drittel des 1. nachchristlichen Jahrhunderts,
beginnt, anknüpfend an die „Cheirókmeta“, an die bei ~Seneca~ (aus
~Poseidonios~) überlieferten Rezepte zum Erweichen des Elfenbeins,
Verwandeln der Glasflüsse in Smaragd u. dgl., die eigentlich
+alchemistische Umgestaltung+ der Schriften des ~Demokritos~[3405]. So
zahlreich und mannigfach nämlich die Zitate der älteren Autoren sind
(vor allem die des ~Plinius~), +niemals+ findet sich unter ihnen ein
von Alchemie handelndes, oder auch nur von ferne auf sie anspielendes,
auch da nicht, wo die Gelegenheit sich von selbst böte: so z. B.
erwähnen die Quellen der Abteilung V des Leidener Papyrus ~Demokritos~
(neben ~Ostanes~) als Seher, Magier und Verfasser eines Rezeptes zur
ἴωσις (Iosis, Rötung) des Goldes[3406], und die des etwa gleichzeitigen
„Papyrus ~Kenyon~“ überliefern eine Vorschrift „zum Fälschen von
Münzen nach ~Demokritos~“[3407], setzen diesen also etwa in Parallele
mit ~Pabapnidos~, „dem Gauner und Betrüger“, dem offenbar zu gleichem
Zwecke (der syrische) ~Zosimos~ die Erfindung des Messings und der
Bronze zuschreibt, -- mit keinem Worte aber ist von ~Demokritos~ als
Alchemisten oder Goldmacher die Rede. Den späteren Bestrebungen,
ihn als solchen zu kennzeichnen, scheint ein bisher nicht genügend
beachteter Umstand großen Vorschub geleistet zu haben; unter den dem
echten ~Demokritos~ zugeschriebenen Werken, deren Titel überliefert
sind, befinden sich nämlich auch solche περὶ λίθου, περὶ τῆς ποιήσεως
und περὶ χαμαιλέοντος[3408], die ursprünglich zweifellos den
schlechtweg als „Stein“ (λίθος, Líthos) bezeichneten Magnetstein, die
Dichtkunst (Poíesis) und das Tier Chamäleon betrafen, in einer bereits
von alchemistischen Ideen erfüllten Zeit aber mit Leichtigkeit so
hingestellt werden konnten, als wäre der „Stein“, von dem sie gehandelt
hätten, der „Stein der Weisen“ gewesen, die „Poiesis“ das „Machen“ von
Gold und Silber, und das „Chamäleon“ die „Chemie“, für die (wie schon
weiter oben angeführt) dieser anspielende und anklingende Name wohl
schon ziemlich frühzeitig in Aufnahme kam.

Einer ähnlichen Umformung wie die Darstellung der vermeintlichen
Hauptgedanken des ~Demokritos~ unterlag auch die Schilderung seiner
vorgeblichen Lebensschicksale. Die älteste Überlieferung meldete,
er sei, als er nach Ägypten kam, von den Priestern des Tempels zu
Memphis in ihre Geheimnisse eingeweiht worden und habe das von ihnen
Erlernte in jenen vier Büchern (τόμοι = Rollen) von den „Färbekünsten“
niedergelegt, als deren Verfasser ihn ~Synesios~ (um 400) und ~Georgios
Synkellos~ (um 800) rühmen[3409]; in der Folgezeit wurde sie zunächst
dahin abgeändert[3410], daß die Einweihung nicht mehr durch die
Priesterschaft als solche erfolgte, sondern allein durch den berühmten
persischen Magier (aber ägyptischen Oberpriester!) ~Ostanes~ als den
ausschließlichen Kenner und Lehrer der Geheimwissenschaften; zuletzt
endlich erfuhr sie eine gänzliche Umgestaltung in dem Sinne, daß es
nunmehr ~Demokritos~ war, der die Geheimlehren aus dem Orient nach
Ägypten brachte und die Priester mit ihnen bekannt machte, -- ganz
so, wie nach der bei den Ssabiern erhaltenen Tradition ~Hermes~ I.
aus Babylon nach Ägypten auswandert und die Priester zu Memphis in
Astrologie und Geheimwissenschaften unterrichtet. Demgemäß zerfallen
auch die erst in später Zeit[3411] redigierten und unter dem Titel
„Physica et Mystica“ zusammengefaßten Reste des pseudo-demokritischen
Hauptwerkes in drei größere, so gut wie unzusammenhängende Gruppen:
Die erste enthält Bruchstücke von kaum veränderten, rein technischen
Rezepten über die Purpurfärbung (βαφή), die in jeder Hinsicht den
im Leidener und Stockholmer Papyrus erhaltenen gleichen. Die zweite
berichtet über gewisse Beschwörungen, die zur wunderbaren Auffindung
verborgener magischer Bücher und Sprüche in der hohlen Säule eines
Tempels führen, -- wobei aber der Schauplatz nirgends wirklich in
Persien oder Babylonien liegt[3412], sondern der Verfasser „nur so
tut“; sie verraten bereits, ähnlich wie die Anrufungen der Geister
bei ~Zosimos~ und der Gebrauch der (auch auf gnostischen Amuletten
vorkommenden) dämonischen Formeln des Krebses, Sternes usf. bei
~Kleopatra~, entschieden neuplatonische Einflüsse[3413]. Die dritte
endlich lehrt das „Machen“ des Goldes und Silbers und zeigt den
alten, ursprünglich rein technischen Text, durch mystische und
alchemistische Zutaten und Einschiebsel in völlig willkürlicher Weise
so verändert und erweitert, wie er schon um 400 dem Kommentator
~Synesios~ vorgelegen haben mag[3414]. Erst in dieser letzten Gestalt
nämlich, die u. a. in wirrer Weise bald auf angebliche Übersetzungen
aus uralten persischen Originalen zurückgreift, bald die Erfindung
der Alchemie den ägyptischen Königen zuschreibt, bald wieder die
Verfahren der ägyptischen Priester zugunsten derer der persischen
Magier ablehnt[3415], schienen die „Vier Bücher“ der Auslegung
und Erklärung bedürftig und galten für dunkel und rätselhaft: ihr
vordem allgemeinverständlicher Sinn war eben auf Grund magischer und
alchemistischer Ideen entstellt worden, und zwar oft bis zur völligen
Unkenntlichkeit.

Der Vermutung ~Diels~’, daß mancherlei Angaben des ursprünglichen
~Demokritos~-Buches, vermittelt durch ~Anaxilaos~ und ähnliche
Schriftsteller, in den Leidener und Stockholmer Papyrus übergegangen
seien, steht es nicht entgegen, daß der erstere sicherlich,
der letztere möglicherweise, zusammen mit magischen Rollen,
Zauberbesprechungen u. dgl. an das Tageslicht gelangte; denn, wie schon
weiter oben erwähnt, handelt es sich bei den chemischen Abteilungen
der Gräberfunde offenbar um orthodoxe und annähernd getreue
Abschriften +weitaus+ älterer Vorlagen, während die abergläubischen
und mystischen Texte jener Zeit angehören, zu der die Besitzer der
Schriften bestattet wurden, also etwa dem Ausgange des 3. Jahrhunderts.
Weshalb man damals auf derlei möglichst zuverlässige Wiedergaben
noch Wert legte, ist nicht ohne weiteres ersichtlich, daß es aber
geschah, mag wie in so manchen ähnlichen Fällen gleichfalls auf
Aberglauben beruht haben: waren doch aller Wahrscheinlichkeit nach
Generationen der nämlichen hellenisierten Priester die Verfasser
der „ehrwürdigen“ alten Originale, die Eigentümer der Kopien, sowie
die Urheber der verballhornten Neuausgaben. Nach der Schließung der
alexandrinischen Tempel, also etwa seit 400 n. Chr., wahrten dann sie
und ihre Nachkommen noch jahrhundertelang in „fest zusammenhaltenden
esoterischen Zirkeln“[3416] und „magischen Konventikeln“ die Mysterien
der Alchemie und hatten allen Grund, sie sorgfältigst geheim zu halten:
einerseits nämlich blieben für die Vertreter der „großen Kunst“, --
insoweit sie nicht selbst betrogene Betrüger waren --, Nachahmungen,
Täuschungen und Übervorteilungen jederzeit das letzte Ziel, und
andererseits hatten sie, die dem Staate als Fälscher (namentlich
als Münzfälscher), der Kirche als mit Dämonen im Bunde stehende
Geisterbeschwörer, und beiden als Anhänger verbotenen heidnischen
Aberglaubens verdächtig waren, scharfe Verfolgung bald seitens der
einen, bald seitens der anderen dieser Mächte zu gewärtigen, nicht
selten auch seitens beider zusammen[3417].


b) Ostanes.

Über die vornehme Herkunft und Stellung des als Begleiter des
~Xerxes~ genannten geschichtlichen ~Ostanes~ walten keine
Zweifel[3418], er besaß vermutlich seine Hausmacht in Kappadozien[3419]
und bekleidete das Amt eines Satrapen[3420]; schon frühzeitig war
der Name ~Ostanes~ auch im westlichen Asien gebräuchlich,
u. a. führte ihn 407 v. Chr. der Vorsteher des Rates der Gemeinde zu
Jerusalem, und zwar neben seinem eigentlichen jüdischen[3421], --
vielleicht um sich als eine Art Klienten irgend eines angesehenen
Persers zu bezeichnen. Die Frage, auf welchem Wege, und ob unter
Anschluß an den historischen Träger des Namens, ~Ostanes~
dazu kam, zur „geradezu typischen Figur des Aberglaubens“[3422], zum
Vorbilde der Zauberer, Geisterbanner, Wunderärzte, Alchemisten usf.,
sowie zu einem Hauptträger der griechischen Fälschungs-Litteratur
zu werden[3423], läßt sich vorerst nicht sicher beantworten; als
wahrscheinlich darf es aber gelten, daß hierbei, wie bei so manchen
„persisch-hellenistischen“ Traditionen, jüdische Einflüsse die
maßgebenden waren[3424], und daß die angebliche Einweihung der
persischen Magier durch die ägyptischen Priester, -- denn diese bildete
auch hier die erste Stufe der Legende --, in keinem anderen Lichte zu
sehen ist, wie die der „neben den Ägyptern allein zugelassenen Juden“,
oder jene des ~Demokritos~, also in dem eines nachträglichen
Versuches, die eigene Kunst im Abglanze höherer Autorität und
Legitimität erstrahlen zu lassen.

Die Verbindung zwischen ~Ostanes~ und ~Demokritos~ scheint bereits
im 1. vorchristlichen Jahrhundert hergestellt worden zu sein[3425]
und war daher z. B. dem ~Plinius~ schon ganz geläufig[3426]; im 2.
und 3. Jahrhundert n. Chr. nennt ~Apuleius~ (um 180) den ~Ostanes~
neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~ und ~Epimenides~, sowie neben ~Moses~,
~J(oh)annes~, ~Zoroaster~, ~Appolobex~, ~Dardanos~, ~Damigeron~ und
anderen[3427]. Ferner erwähnen ihn: der Neupythagoräer ~Nikomachos~
neben ~Zoroaster~ und den „Babyloniern“[3428]; ~Minucius Felix~ (um
200) im „Octavius“, woselbst er ihn „den Ersten der Magier in Wort
und Werk“ nennt[3429]; ~Tertullianus~ (gest. 220) neben ~Dardanos~
und ~Damigeron~[3430]; ~Hippolytos~ (gest. 235) neben ~Zoroaster~,
~Petosiris~ und ~Hermes Trismegistos~[3431]; endlich der Pariser
Zauberpapyrus (sowie auch sonstige Papyri) neben ~Appolobex~,
~Dardanos~ und ~Damigeron~[3432]. Dieser letztere, für den ~Ostanes~
„der Meister aller Magier“ ist (magorum omnium magister), soll eine
unübertreffliche Abhandlung über die „Kräfte der Steine“ verfaßt haben,
die um 400 ~Pseudo-Orpheus~ auf Befehl des ~Hermes~ „zur Abwehr des
Leides von den Sterblichen“ in Verse brachte, aus der im 5. Jahrhundert
der „arabische König“ ~Evax~ einen lateinischen (!) Auszug anfertigte,
und die noch ~Psellos~ im 11., ~Marbod~ im 12. und ~Matthäus
Silvaticus~ im 13. Jahrhundert ihren Werken mit zugrunde legten[3433].
Aber auch ~Ostanes~ selbst war, ähnlich wie ~Pseudo-Orpheus~,
äußerst bewandert in den wunderbaren und geheimen Eigenschaften
der Steine, der Tiere und namentlich der Pflanzen[3434], bewährte
sich daher gleich diesem als Wunderarzt, verfertigte heilbringende
Amulette mit den Zeichen der Tierkreisbilder und Planeten[3435] und
fand wohl hauptsächlich bei solcher medizinischen Tätigkeit den ihm
zugeschriebenen, nach ~Firmicus~ aber schon bei ~Petosiris-Nechepso~
vorkommenden Satz bewährt: „Die Natur freut sich über die Natur, die
Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die Natur“[3436].

Späteren Zeiten galt ~Ostanes~ auch als Besitzer einer „in den sieben
Sphären aufgefundenen Zaubertafel mit der Summe aller Weisheit“, deren
Inhalt er in dem philosophischen und astrologischen, hauptsächlich
aber dämonologischen „Buche des ~Ostanes~“ niederlegte[3437], --
zu dem, nach dem sog. „Steinbuche des ~Aristoteles~“, dieser Weise
einen Kommentar schrieb --, ferner als Verfasser und Herausgeber
alchemistischer Werke, und endlich auch als Erfinder gewisser
technischer Verfahren; in den „Technischen Abhandlungen und
Vorschriften“[3438] wird z. B. das Färben des Glases mit „Galle“[3439]
in ähnlicher Weise auf ihn zurückgeführt, wie etwa bei den Ssabiern das
Glasieren der Tongefäße mit Salmiak auf ~Hermes Trismegistos~.


c) Schreiben der Isis an Horos.

Das sog. Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~ zeugt nach ~Riess~[3440] und
~Reitzenstein~[3441], sowohl dem Grundgedanken wie der Einkleidung
nach, von einem besonders engen Ineinandergreifen alchemistischer und
theologischer Litteratur, alter ägyptischer Mythen und umgestaltender
jüdischer Einflüsse.

Ursprünglich ging, wie aus einer dem ~Hekataios~ entlehnten Stelle des
~Diodor~[3442] folgt, ~Isis~ nach dem Tempel von Hormanuthi[3443],
um dort das φάρμακον τῆς ἀθανασίας zu holen, das Wasser der
Unsterblichkeit, das Lebenswasser, dessen sie zur Auferweckung des
toten ~Osiris~ bedurfte, des Herrn Ägyptens und der Fruchterde, des
„Schwarzen“, der schwarz ist wie der Boden seines Landes und wie die
Pupille des Auges (χημία, Chemía)[3444]. In der synkretistischen Zeit
erfolgte die Umdeutung des schwarzen Toten auf das unedle Metall, der
Wiederbelebung auf die Transmutation, des aufzugießenden Wassers auf
das „göttliche Wasser“ (ὕδωρ θεῖον) usf., und ~Isis~ galt vermutlich
zunächst als die Zaubergöttin, die zuerst diese Kunst der Alchemie
lehrte und den Einzuweihenden den großen, altertümlich-ägyptischen
Eid der Geheimhaltung abnahm[3445]; nach ~Reitzenstein~[3446] ist
vielleicht statt Hormanuthi „Hormahudhi“ zu lesen, was den „Herrn von
Edfu“ bedeutet, den man als Sohn des ~Chnum~ (~Chnubis~) mit diesem
identifizierte, so daß eine Anspielung auf den Tempel von Edfu vorläge,
der tatsächlich eine der frühesten Pflegestätten der Chemie war. Erst
der jüngsten (im „Schreiben der ~Isis~“ vertretenen) Auffassung gemäß
begibt sich ~Isis~ nach Hormanuthi, um +selbst+ die „ἱερά τέχνη τῆς
Αἰγύπτου“ zu erlernen, die „heilige Kunst Ägyptens“, -- wobei „Ägypten“
für „Chemie“ steht, also die „Kunst Ägyptens“ für „Kunst der Chemie“
--, die dort μυστικῶς κατασκευάζεται, „mystisch (= insgeheim) ausgeübt
wird“[3447]. Unter dem „Engel“ des ersten unteren Firmamentes, der ihr
zu Anfang entgegentritt, jedoch keine Vollmacht hat sie zu belehren,
ist nach ~Zielinski~[3448] die Mondgottheit zu verstehen, unter dem
Engel des zweiten oberen Firmamentes aber, der ihr zum Lohn für ihre
Hingebung das große Geheimnis verrät, ~Hermes~, in dessen Sphäre
allerdings die „hermetische Kunst“ ihren „natürlichen Ort“ hat; da nun
die Gleichsetzung des ~Hermes~ mit ~Thot~, ~Chnum~ (~Chnubis~, ~Kmeph~,
~Kamephis~) und ~Agathodaimon~[3449], der bei den jüdischen Verfassern
apokrypher und pseudepigraphischer Schriften oft ~Agathoel~ heißt,
durch diese nämlichen Autoren auch auf die aus der jüdischen Kabbala
bekannten Engel ~Amaniel~ und ~Eminiel~ ausgedehnt wurde[3450], so
erscheint es begreiflich, daß im „Schreiben der ~Isis~“ der „Engel der
oberen Sphäre“ den Namen ~Amnael~ führt, und einerseits als „oberster
Priester“ des Tempels, d. h. als jüdischer Hoherpriester erscheint,
andererseits aber als Verkörperung des ~Hermes~, ~Agathodaimon~ und
~Chnum~[3451], und schließlich, -- weil die chemischen Apparate
zur Metallverwandlung allegorisch als „Tempel der Metall-Götter“
bezeichnet werden --, auch noch als der ἴος χρυσός, der „goldene (=
golderzeugende) Geist“, der durch „Vereinigung“ mit der ~Isis~, die
dabei das unedle Metall symbolisiert, dieses in Gold überführt[3452].

Auch in einem Zauberpapyrus verleiht ~Agathodaimon~ oder ~Kmeph~ der
~Isis~ als Gegengeschenk für ihre höchste Gunst das τέλειον μέλαν, das
„vollendete (vollkommene) Schwarze“, d. h. er lehrt sie die Kunst,
die heimisch ist in der Sphäre des ~Hermes~, „in der er herrscht“.
Desgleichen sagt ~Isis~ in der weiter oben wiederholt erwähnten
hermetischen Schrift „Κόρη κόσμου“ gelegentlich einer Erzählung ihrer
gemeinsam mit ~Osiris~ betriebenen Entzifferung uralter Schriften des
~Hermes~: „Diese Offenbarung gab mir ~Kamephis~ zugleich mit der über
das τέλειον μέλαν“ (= das vollendete Schwarze = die Chemie)[3453].
-- Wie ersichtlich bilden alle diese Umstände wichtige Stützen
der Auffassung ~Hoffmanns~, daß χημεία (Chemeía) nichts anderes
bedeute, als die „Beschäftigung mit dem Schwarzen“; sie lassen ferner
vermuten, daß der Titel „κόρη κόσμου“ nicht, wie frühere Forscher
wollten, ausschließlich mit „Pupille der Welt“, aber auch nicht,
nach ~Zielinski~, allein mit „Jungfrau der Welt“ zu übersetzen sei,
daß vielmehr von vornherein ein Doppelsinn beabsichtigt war, der es
ermöglicht, die Überschrift nach Belieben bald in der einen, bald in
der anderen Weise auszulegen. Gerade in der von ~Zielinski~ zugunsten
seiner Meinung angeführten Stelle aus ~Zosimos~, daß die Κόρη den
„Geist“ in sich aufnehmen und so die übrigen Metalle gebären solle,
tritt dieser Doppelsinn deutlich zutage, indem ebensowohl die „Pupille“
(χημία, das Schwarze), wie die „Jungfrau“ als „Muttersubstanz“ der aus
ihr hervorgehenden Derivate angesehen werden kann, -- wobei an die
Parallelisierung des großen Werkes mit der Schwangerschaft zu erinnern
ist, an die des Mutterschoßes mit dem „Gefilde der Entstehung“,
sowie an die des Hervorgehens des Fötus (aus der τετρακτύς genannten
Vierheit der Elemente) mit jenem des Goldes (aus der als Tetrasomie
bekannten Vierkörperschaft der unedlen Metalle)[3454]. Als „Geister“,
die „aufzunehmen“ sind, galten ursprünglich wohl die altbekannten
„weißenden“ und „gilbenden“; in der Folgezeit jedoch stand an erster
Stelle der Allgeist des ~Hermes~ (~Merkur~), das Quecksilber, und
tatsächlich ist in der uns vorliegenden, spät redigierten Form des
„Schreibens der ~Isis~“ die „Fesselung des Quecksilbers“ das erste
Geheimnis, in das ~Horos~ seitens seiner Mutter eingeweiht wird[3455].


d) Zosimos.

Als Entstehungszeit der Schriften des ~Zosimos~ läßt sich mit
ziemlicher Sicherheit die um 300 angeben, denn ~Synesios~ (vor 390)
benützt sie, ohne jedoch den Namen des Verfassers zu nennen, und dieser
selbst zitiert den ~Porphyrios~ (232-301?) und spielt an einer Stelle
auf ~Manichaios~ (gest. 277) an (+nicht+ auf ~Zoroaster~!)[3456]. Er
war Mitglied der ~Poimandres~-Gemeinde[3457], ebenso wie ~Theosebeia~,
die er nur in bildlichem Sinne „Schwester“ nennt; sein ihr gewidmetes
Hauptwerk bestand aus 28 Büchern, angeblich zu je vieren den sieben
Sphären zugeteilt und geordnet κατὰ στοιχεῖον (nach dem Alphabet),
wobei sich den 24 griechischen noch 4 koptische Buchstaben anreihten,
und jedes Buch wie einem Buchstaben so auch einer Gottheit entsprach,
z. B. das öfters erwähnte 9. dem i (Jota) und dem ~Imuthes~[3458].
Dieser ~Imuthes~, ägyptisch ~Imhotep~, war ursprünglich (wie schon
oben erwähnt) ein Baukünstler und Pyramiden-Erbauer zur Zeit des
Königs ~Zoser~ um 3000 v. Chr.[3459], wurde später auch als Urheber
sonstiger Künste und vor allem der Heilkunst angesehen, weiterhin als
„Sohn des ~Ptah~“ (~Hephaistos~) vergöttlicht und dem „~Asklepios~,
Sohn des ~Hephaistos~“ gleichgesetzt, sowie mit dem Symbol dieses
chthonischen Geistes, der Schlange, in Form des Schlangenstabes
ausgestattet, der zuerst auf einer Münze der Stadt Magnesia aus dem 3.
Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen ist[3460]. Schließlich galt er auch
als großer Meister aller Geheimkünste, Wunderarzt, Zauberer, Astrolog
und Alchemist[3461], und als solchen kennt ihn auch ~Zosimos~, dessen
syrische Übersetzung das fragliche Buch ausdrücklich „Buch ~Imuthes~,
über alles was mit der Hand gearbeitet wird“ zubenennt[3462]. Dieser
an die „Cheirókmeta“ des ~Demokritos~ mahnende Titel bestätigt die
Richtigkeit der Vermutung, daß ~Zosimos~ ursprünglich für sein Werk
das des ~Demokritos~ als Vorlage benützte, es aber durch Auszüge
aus sonstigen Schriften, Zusätze theoretischer und praktischer Art,
polemische Bemerkungen (gegen ~Paphnutia~, ~Neilos~ und andere) usf.
erweiterte, sowie den 24 älteren Büchern („τὰ κατ’ ἐνέργειαν“ = „Über
die Kräfte“ genannt) noch vier neue, eigenartig mystische hinzufügte,
deren Inhalt in inniger Beziehung zur Litteratur der Zauberpapyri,
der Gnostiker, Neupythagoräer, Hermetiker, ~Mithras~-Diener und
Schlangen-Verehrer (Ophiten) steht[3463].

Der merkwürdigste Abschnitt in den Schriften des ~Zosimos~, die große
dämonisch-ekstatische Vision, in der die Zerstückelung des Leibes,
das Abschaben des Fleisches und das Lostrennen des Kopfes an die
sog. „sekundäre Bestattung“ der ägyptischen Urzeit mahnt[3464],
ist sichtlich die alchemistische Umgestaltung einer theologischen
Vorlage, zeigt Magie und Theologie in engster Berührung und stellt den
vollkommenen Alchemisten auch als wahren Propheten und vollendeten
Inhaber der Gnosis hin[3465]. Offenbar liegt ihr, ganz so wie einer
ähnlichen Stelle bei ~Komarios~, die übliche ägyptisch-hellenistische
Hades-Vision zugrunde[3466], der Überarbeiter hat aber die Vorgänge
umgedeutet und in die Bilder der Mysteriensprache chemische
Reaktionen hineingeheimnisst, immer von der Auffassung ausgehend,
daß die Chemie ein Bestandteil der Magie und die Magie ein solcher
der Priesterwissenschaften sei[3467]: daher ist der „Führer“ ein
μέγας ἱερεύς (Großpriester), ein ἱερεὺς τῶν ἀδύτων (Priester im
Allerheiligsten), ein φύλαξ πνευμάτων (Hüter der Pneumata) und
selbst ein Pneuma[3468]; Wiedergeburt und Auferstehung betrifft die
toten Leiber der Metalle und erfolgt „durch den Mutterschoß des
Feuers“[3469]; der Leib (σῶμα) der Metalle empfängt ψυχή (Seele
= niedriges vegetabilisches Leben) und πνεῦμα (Pneuma = höheres
geistiges Leben), oder auch πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma) allein,
-- denn zum pneumatisch Vollendeten macht erst das gänzliche Aufgehen
im Pneuma unter Verlust der immer noch gemeineren Psyche[3470]; die
leiblichen Reste der Metalle bleiben im Abýssos (Abgrund) zurück,
während sich die reinen, der Verwandlung in alle Gestalten fähigen
Geister (Pneumata) von ihnen lösen, emporschweben und so, neugeboren
dem Mutterschosse entsteigend, als ἀνθρωπάρια (homunculi, Menschlein)
erscheinen, -- wobei es nicht als ein Widerspruch +mehr+ empfunden
wird, daß der μολυβδάνθρωπος, das Blei-Menschlein, auch wieder die
Gestalt eines uralten Mannes zeigt[3471], vielleicht um anzudeuten,
daß das Blei als Urahne und Stammvater +aller+ Metalle anzusehen sei.
Einen außerordentlich merkwürdigen symbolischen Zug bringt noch der
Schluß der Vision: dem Ekstatischen erscheint nämlich das „heilige
Pneuma“ auch in Gestalt des „Sohnes Gottes“, der in die Materie sinkt,
wieder aus ihr aufsteigt und sich in alle Gestalten verwandelt, um die
Seelen zu retten und emporzuheben, hierin durchaus erinnernd an den
Gottmenschen ~Anthropos~ der Hermetiker, den Urmenschen der Manichäer,
den ~Thot~ und ~Adam~ der Gnostiker und Synkretistiker usf.[3472].

Der Altar mit den ursprünglich 15 Stufen (κλίμακες), den ~Zosimos~ vor
sich sieht, geht, als Symbol der Himmelsleiter, wie auf orientalische
so auch auf altägyptische Vorstellungen zurück, jung ist aber seine
(unter Verminderung der Stufenzahl auf 7 vollzogene) Verbindung mit
den sieben Sphären, die selbst wieder an die der jüngeren ägyptischen
Zeit wohlbekannten „sieben Hallen“ angegliedert wurden, deren u. a.
schon das „Totenbuch“ gedenkt[3473]. Im „Tempel der 7 Sphären oder 7
Tore“ (d. i. der sieben Himmel), der mit sieben Inschriften in sieben
Sprachen geschmückt ist, befindet sich nach dem späten (syrischen)
~Zosimos~ ein Zauberspiegel aus Elektron, „Auge Gottes“ genannt und von
πνεῦμα θεῖον (göttlichem Pneuma) so sehr erfüllt, daß die Seele, in ihn
schauend, selbst Pneuma empfängt und höchste Reinheit erlangt[3474];
dieser Tempel ist wohl der nämliche, in dem ~Ostanes~ die berühmte
Zaubertafel, „enthaltend die Summe aller Weisheit“, aufgefunden haben
soll (s. oben).

Dem großen Mystiker und Pneumatiker ~Zosimos~ hat die Folgezeit
auch noch ein äußerst prosaisches Werk zugeschrieben, nämlich eine
Anweisung zum Bierbrauen, dessen spärliche Überreste 1814 ~Gruner~
herausgab[3475]; in einem von ~Wessely~ verglichenen Manuskripte aus
dem 14. Jahrhundert ist indessen ~Zosimos~ gar nicht als Verfasser
genannt.


e) Pibêchios.

Zwischen der Schrift des ~Pibêchios~ und einem Buche des ~Ostanes~,
das nur in arabischer Übersetzung und Überarbeitung erhalten ist (s.
unten), besteht nach ~Reitzenstein~[3476] fraglos enger Zusammenhang;
auch entspricht bei beiden Autoren der „Tempel der sieben Tore“, der
sieben Hallen enthält, in die man nacheinander gelangt, durchaus der
hellenistisch-ägyptischen Vorstellung vom Himmel, aber auch von der
Unterwelt (die nach +alt+ägyptischer Anschauung nur +einen+ Raum
umfaßt, in den sieben Tore führen). Von ~Pibêchios~ und ~Ostanes~
leiten aber weitere Fäden auch zu einem Werke hinüber, das wir nur mehr
in arabischer Umformung (etwa des 9. Jahrhunderts?) kennen, dem sog.
„Buche des ~Krates~“ (s. unten); dieser ~Krates~, der „der göttliche“
benannt wird und so auch im Leidener Papyrus V heißt, ist kein anderer
als „der göttliche ~Chrat~“, d. i. ~Horos~, das göttliche Kind der
~Isis~ (chrat äg. = Kind, s. ~Harpokrates~, die Zauberer ~Pachrates~,
~Pankrates~ usf.). ~Horos-Chrat~ ist auch ein Offenbarungsgott und
Verfasser heiliger Bücher, und das „Buch des ~Krates~“ schöpft aus
einer solchen, griechisch abgefaßten Offenbarungsschrift; sie ist
älter als das 2. Jahrhundert v. Chr. und handelt u. a. von der Vision
der sieben Himmel[3477], vom Kampfe mit dem großen Drachen, sowie von
der Erlangung des geheimen Wissens, das man in höchster Vollendung
nur im Totenreiche erwirbt. Diese Vorlage des „Buches des ~Krates~“
hinwiederum berührt sich in vieler Hinsicht mit einer Erzählung aus
der ebenfalls um das 2. Jahrhundert v. Chr. redigierten Sammlung
ägyptischer Zaubernovellen: ihr Gegenstand ist anscheinend nur die
Aufsuchung des von Gott ~Thot~ selbst geschriebenen Zauberbuches, das
auf einer entlegenen Insel in sechs, ursprünglich wohl sieben Kisten
aus sieben verschiedenen Stoffen aufbewahrt wird; in der Tat spiegelt
sie aber einen uralten Mythus wieder, nämlich den von der Erlangung
höchster Weisheit in den sieben Hallen des Himmels. Demgemäß erwirbt
man noch in später Zeit die Gnosis, das kraftspendende Wissen, durch
Lesen der Inschrift auf einer Stele aus wundervoll glänzendem Metalle
in der innersten der sieben Himmelshallen; an diese Vorstellung wieder
erinnert der aus Elektron verfertigte Zauberspiegel ~Alexanders des
Grossen~, von dem (der syrische) ~Zosimos~ berichtet, „der Spiegel,
der da steht über dem Tempel der sieben Tore, die den sieben Himmeln
entsprechen“, sowie auch eine in abgeänderter Form bei den Mandäern
erhaltene Spiegelsage. Der letztere Umstand deutet auf einen
ursprünglich babylonischen Mythus, unter dessen Einfluß die ältere
ägyptische ~Horos~-Überlieferung schon in früh- oder vorhellenistischer
Zeit umgebildet wurde; diese Tatsache erscheint für Anfang und Art des
orientalischen Synkretismus von hoher Wichtigkeit.[3478]


f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen Alchemisten.

Hinsichtlich aller Betrachtungen über die griechischen alchemistischen
Schriften ist vorweg daran zu erinnern, daß diese uns, wie schon
vor fast hundert Jahren ~Sprengel~ betonte[3479] und wie neuerdings
~Riess~[3480], ~Kroll~[3481] und ~Diels~[3482] hervorhoben, fast
durchwegs nur in später und vielfach überarbeiteter Form vorliegen,
so daß nach ~Diels~ nur einige Wenige noch Inhalt und Form aufweisen
dürften, die den ursprünglichen, wohl gegen Ende des 1. und im
Laufe des 2. Jahrhunderts n. Chr. vollendeten Werken zukamen. Nicht
nur die unter magischen und mystischen Einflüssen entstandenen
Pseudepigraphen und Apokryphen, sondern auch Abhandlungen wie die des
~Zosimos~ und seiner Nachfolger unterlagen zweifellos wiederholten
und oft zu bestimmten Zwecken (z. B. Verchristlichung) vorgenommenen
Umgestaltungen und Verdunkelungen, die desto eingreifender ausfielen,
je ferner die jüngeren Verfasser als bloße Theoretiker und
Kommentatoren der chemischen Praxis standen und je weniger Sachkenntnis
sie daher besaßen. Erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts, also nachdem
die Alchemie bereits zu den Syrern, ja selbst zu den Arabern gedrungen
war, dürfte in Konstantinopel jene Sammlung chemischer Schriften
entstanden sein, von der wiederum auch die besten noch vorhandenen
Manuskripte, wie die in Venedig und Paris, nur mehr unvollständige und
erheblich verstümmelte Überreste vorstellen; aber auch diese harren
zur Zeit noch einer neuen, wirklich zuverlässigen und wissenschaftlich
einwandsfreien Ausgabe, denn darüber, daß die von ~Berthelot~
und seinen Mitarbeitern besorgte den billigerweise zu stellenden
Anforderungen durchaus nicht entspricht, sind heutzutage wohl alle
Sachkenner der nämlichen Meinung.

Sämtliche alchemistischen Autoren[3483] stimmen darin überein, daß
die Alchemie in engster Verbindung mit Mystik, Magie, Geisterbannen
und Mantik stehe, und daß, wie für letztere schon nach den Stoïkern
und Neupythagoräern, so auch für sie die wichtigste Vorbedingung des
Erfolges kultische Reinheit „des Herzens wie des Körpers“ sei (zu
bewähren u. a. durch Keuschheit und entsprechende Ernährung), ferner
sittliches Wohlverhalten, Tugend, Frömmigkeit, selbstlose Gesinnung,
Freisein von Neid, Eigennutz und Habsucht, endlich Anstreben des
großen wissenschaftlichen Zieles der Metallverwandlung und +nicht+
bloßer Gewinnung von Gold, die ja ohnehin nur zu allgemeinem
Reichtum und dadurch zur völligen Verderbnis der gesamten Menschheit
führen könnte[3484]. Einzig der von solchen Gesinnungen Erfüllte
ist „würdig“, und nur dem Würdigen wird „Gnade von oben“ zuteil,
befähigt ihn zu tiefstem seelischem Versenken, zu Wahrträumen und
Visionen, eröffnet ihm das Verständnis für die „großen Geheimnisse
der ägyptischen Priester“, die diese aus Eifersucht und Aberglauben
entweder ganz verbergen, oder nur mündlich oder in rätselhafter „die
Dämonen täuschender“ Form mitteilen, und macht ihm die „heilige Kunst“
leicht wie die Arbeit eines Kindes, so leicht wie Kinderspiel oder
Weiberwerk[3485].

Erste und unumgängliche Voraussetzung für das Gelingen des „großen
Werkes“ ist die Zurückführung der unedlen Metalle in die form-
und eigenschaftslose, dunkle, chaotische, das Substrat jeder
weiteren Verwandlung bildende Urmaterie: sie ist das „Fundament“,
unsere Schwärze, unser Kupfer, unser schwarzes Kupfer, unser Blei,
unser schwarzes Blei, die Schwärze (μελανία, Melanía) des Stimmi
(Schwefelantimons), unsere Magnesia (hier = Braunstein)[3486],
die schwarze Brühe, der schwarze Saft, die schwarze Schmelze des
Stimmi[3487], die schwarze Asche, Schlacke und Kohle, die Schwärze der
Krähen und Raben, die schwarze Färbeflotte[3488], die Farbe, Schwärze
und Rußkohle der Schreiber, die vollendete Schwärze (πάνυ μέλαν, die
Blüte der Schwärze (μελάνθιον)[3489], das [noch] schwarze Gold (χρυσὸς
μέλας)[3490], der „Inhalt der Theorie und Praxis“, der „Inbegriff der
10000 Geheimnisse und Bücher“, das „seit Aeonen Gesuchte“[3491]; sie
ist unsere Erde, die schwarze und negergleiche, unsere äthiopische
Erde, die Erde unseres Landes Äthiopien, die da aus den Gräbern
der Unterwelt Pflanzen, Blüten und göttliche Früchte emporschießen
läßt[3492], die da hervorbringt den „Stein der Weisen“, den „Stein
der Philosophen“, den „etesischen Stein“, der alle sieben Farben der
sieben Planeten in sich birgt[3493]. Um zu der „Rechten“ unter diesen
zu gelangen, bedient man sich, wie beim Färben der Kleiderstoffe, der
Zusätze und Beizen[3494]: in Leinenbinden eingewickelt unterwirft man
die Rohstoffe der großen „Tarichéia“ (Einbalsamierung, Einsalzung,
Einpökelung)[3495], der „großen Sepsis der ~Isis~“[3496], wobei
sie unter dem Einflusse der Salze, der Schwefel, der heiligen
Wässer usf., Metabolé (Umänderung) und Alloíosis (Artverwandlung)
erfahren[3497], kenntlich und ersichtlich durch den entsprechenden
Wechsel der Farben[3498]; diesem unterliegt die Urmaterie, unbeschadet
der Erhaltung ihrer ursprünglichen und einheitlichen Natur, nicht
anders als das Chamäleon[3499], und „Chamäleon“ nennt man deshalb
auch „unser Blei“[3500], wenn es in Gold verwandelt wird, „besser und
schöner als das natürliche“[3501]. Das Wissen um die Alloíosis war
ehemals den „ägyptischen Priestern“ vorbehalten[3502], es war das
ihnen von ~Hermes~ offenbarte und hieß daher „hermetische Kunst“, ganz
ebenso wie der von ihm erfundene luftdichte Verschluß „hermetischer
Verschluß“[3503]. Im Hinblicke auf dieses Wissen sagte der große
~Ostanes~: „man erflehe von den Göttern Einsicht in die ‚Pupille des
Auges‘ (= Chemi, das Schwarze)“, und „man verberge das Geheimnis der
Kunst der Pupille des Auges“; auch verglich man „das Schwarze und das
Weiße“ (für die es verschiedene Deutungen gab) mit der Pupille (Κόρη,
Kóre) des Auges und mit der „~Iris~ des Himmels“, die alle Farben in
sich enthält[3504].

Insoferne das große Werk die Vereinigung der aufeinander wirkenden
Substanzen zu einer neuen erfordert, verrät es völlige Analogie mit
einer Neuschöpfung im Kosmos[3505] oder einer Neuentwicklung im
Pflanzen- und Tierreiche. Wie nach ~Aristoteles~ Feuer wiederum Feuer
hervorbringt, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen den Weizen, der Mensch
den Menschen, so erzeugen auch Gold, Silber und Elektron wieder Gold,
Silber und Elektron, wenn man ihre „Samen“, z. B. kleine Mengen der
feinsten Pulver, in der richtigen Weise aussät, mit den rechten Wässern
begießt und sorgfältig pflegt[3506]; der Untergrund des „Kupfers“
schwillt auf und „gärt“, es sprießen Pflanzen (βοτάναι, Botánai),
die so wie Kräuter und Bäume wachsen, es zeigen sich ἐξανθήματα
(Exantheme, Effloreszenzen)[3507], es entfalten sich Blüten[3508] und
schließlich reifen „Früchte“[3509], deren „Wangen sich röten“[3510].
Aber auch einer Schwangerschaft gleicht das große Werk[3511]; die
Vermählung (συγγένεια) der Naturen, deren schon ~Platon~ gedenkt,
bildet seine Grundlage[3512], und nur durch Vereinigung des Männlichen
(ἄρσην, Arsen) und Weiblichen kann man es vollbringen[3513] und so das
„Ziel der Kunst“ erreichen[3514]. Wenn sich die männlichen, aktiven,
aufwärts (ἄνω) strebenden Elemente, Feuer und Luft, mit den weiblichen,
passiven, abwärts (κάτω) strebenden, Wasser und Erde, vereinigen[3515],
wenn z. B. der (geschmolzene schwarze) Schwefel mit dem (weißen)
Quecksilber den Zinnober zeugt (τίκτει), so entsteht das neue Wesen
(ἀνθρωπάριον, Menschlein) in der Phiole nicht anders, wie der Embryo
in der Matrix[3516]: aus dem schwarzen Menstrualblute und dem weißen
Sperma, dem „Schwarzen und Weißen“, dem „Schwefel und Quecksilber“, dem
„Kupfer und Quecksilber“, der „~Aphrodite~“ und dem „~Hermes~“, geht
der Fötus hervor, das Neugeborene, das Menschlein, das ζῶον (Lebende),
der Keim, das Ei, das Gebilde mit den 10000 und mehr Namen[3517], es
reift „bei richtiger Pflege und Ernährung unter passender Wärme und
durch die geeigneten Wässer“ zur „Vollendung“ heran[3518], erreicht
diese innerhalb einer Zeit, die nach den einen 9 Stunden beträgt[3519],
nach anderen 7, 14, 21, 40, 41 oder 110 Tage[3520], nach noch anderen
4, 6, 9 oder 12 Monate[3521], und tritt dann zur Welt, soferne kein
vorzeitiges Absterben (νέκρωσις = Nékrosis), keine verfrühte Entbindung
und keine Fehlgeburt erfolgt ist[3522]. Derlei Mißgeschicke können
namentlich die Einflüsse und Ausströmungen der Planeten bewirken, z. B.
die des Mondes (σεληνιακὴ ῥεῦσις)[3523], aber auch Neid und Mißgunst
der Dämonen[3524], sowie Fehler bei der Ausübung der „Kunst“; daher ist
es von der größten Wichtigkeit, jene Einflüsse der Planeten (besonders
des ~Hermes~) und der Tierkreiszeichen zu kennen[3525], die günstige
Jahreszeit des „philosophischen Monates“, der „belebenden Nilschwelle“,
der „Etesien“ abzuwarten[3526], die geeigneten Augenblicke zu
benützen[3527] und endlich die Regeln der Sympathie und Antipathie,
die Formeln, Handlungen, Gebete, Beschwörungen usf. auf das genaueste
zu beherrschen[3528], denn mittels der Kräfte des Rituals und des
magischen Wissens „zwingt man zum Dienste die Natur, die mehr vermag
als die Menschen“[3529].

Weil unser Kupfer, unser Blei, unsere Magnesia durch die Wärme
„ausgebrütet“ wird, nennt man sie auch „Ei der Philosophen“,
„philosophisches Ei“, „vogelentsprossene Masse“ (ὕλη ὀρνιθογονία)[3530].
Wie aber das Ei zwar ein einheitliches Ganzes darstellt, trotzdem
jedoch Schale, Haut, Weißes und Gelbes in sich enthält „als
Viereinigkeit, die doch nur Eines ist“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἕν)[3531], so
umfaßt auch das philosophische Ei, unbeschadet seiner Einheit, die
Tetrasomie des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[3532] und stellt in
seiner Fähigkeit „zu allem zu werden und sich zu allem zu entwickeln“
das ἕν τὸ πᾶν (Alles in Einem, Eines in Allem) dar, den seit Aeonen
gesuchten und endlich gefundenen „großen ~Pan~“, dessen Symbol, sie
sich in den Schwanz beißende Schlange, daher auch ihm zukommt[3533].
Das philosophische Ei +ist+ schon Gold und Silber, es birgt das Gold
und Silber schon in sich, freilich nur der δύναμις (Möglichkeit)
nach und noch „in seinem Inneren verborgen“ (ἔνδον κέκρυπται)[3534],
aber ebendeshalb ist weiter nichts mehr nötig, als „die Natur
herauszukehren“ (φέρειν ἔξω τὴν φύσιν), damit man das Erstrebte auch in
Wirklichkeit (ἐνεργείᾳ) besitze[3535].

Wie schon die Zusammenfassung von Kupfer, Blei, Zinn und Eisen unter
dem Namen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) erweist, sind diese
gemeinen Metalle bloße „Körper“ (σώματα, στοιχεῖα), und zwar tote
Körper (νεκροί), im Grabe liegend, ja selber dem „Grabe des ~Osiris~“
vergleichbar[3536], und es gilt, sie zu erwecken, zur Auferstehung
(ἀνάστασις) zu bringen und wiederzubeleben (ἐμψυχοῦνται)[3537]. Das
Mittel hierzu ist das Pneuma, das göttliche Pneuma (πνεῦμα θεῖον),
das sich des Körpers (des „Fleisches“, der „Hyle“) bemächtigt, sich
mit ihm verbindet und auf ihm „fixiert“, -- ohne aber hierbei, als
bloßer Geist, eine Gewichtsveränderung zu bewirken[3538] --, ihn
beherrscht, befreit, reinigt, durch Metabolé und Alloíosis „auf höhere
Stufe hebt“ und „veredelt“, kurz zu einem „pneumatischen“ macht (σῶμα
πνευματικόν)[3539]. Diese Erfüllung des Toten mit neuer Seele (ψυχή,
Psyche) und neuem Geist (πνεῦμα, Pneuma) ist „das große Wunder“,
„die große Vollendung“, „das große Mysterium“[3540] und vollzieht
sich nach den einen schon in 9 Stunden, nach den anderen erst binnen
Jahresfrist, innerhalb der „feurigen Sphäre“, unter dem Einflusse der
αἰθάλη (des Rauches, Dampfes), des πνεῦμα βαπτικόν (färbenden Pneumas),
das das Innere der Naturen verwandelt und diesen Vorgang zugleich auch
äußerlich durch die „Umfärbung“ zutage treten läßt[3541]. So wird das
schwarze Blei, das „Grab des ~Osiris~“, oder auch das gemeine schwarze
Kupfer, in „pneumatisches Kupfer“, in „vollendetes Kupfer“ übergeführt
(χαλκὸς πνευματικός, χαλκὸς τέλειος = Gold)[3542], das „einen neuen
Leib angenommen hat“ (μετασωματούμενος) unter dem Zwange (ἐξ ἀνάγκης)
des „Gebieters der Pneumata“ und „Herrn des Tempels“ (φύλαξ πνευμάτων;
οἰκοδεσπότης)[3543]; als Gebieter und Herr wird hierbei, allegorisch
umschreibend, der Chemiker bezeichnet, der Tempel aber ist der
chemische Apparat, das „heilige Gebäude (δῶμα ἱερατικόν des Ofens“, die
Phiale (φιάλη), d. i. die Kuppel, jedoch auch das Glasgefäß[3544] das
Knúphion (knouphion), d. i. der dem Kopfputze des ~Knuph~ (~Chnubis~)
ähnliche Aufsatz des Destillationskolbens (βίκος, βῆκος, βύκος, βίκιον,
Ambix, Dibikos, Tribikos)[3545] usf.

Beim Arbeiten mit solchen Gefäßen, namentlich aber bei der Sublimation
und Destillation, vollzieht sich die Trennung der Substanzen, ἄνω und
κάτω, gemäß dem Spruche „Nach oben das Himmlische, nach unten das
Irdische[3546]: das Schwere, Passive, Weibliche, zu Wasser und Erde
Gehörige bleibt von vornherein in der Tiefe der Unterwelt[3547], oder
sinkt wieder herab in den finsteren Abgrund, den Abyssos, den dunklen
Hades[3548], das Leichte, Aktive, Männliche, zu Luft und Feuer Gehörige
steigt hingegen als zarte Wolke empor (ἄρσις νεφέλης), schwebt nach
oben (ἀναβιβάζων) und erhebt sich als ätherisches Pneuma (πνεῦμα
αἰθερώδες) zur höheren Sphäre[3549]. Von ausgesprochen pneumatischer
Natur sind vorzüglich die verschiedenen Schwefel, das gelbe und rote
Arsen [Auripigment und Realgar], das weiße Arsen [Arsenigsäure], die
beiden Quecksilber [Quecksilber und metallisches Arsen], sowie die aus
allen diesen bereiteten θεῖα ὕδατα (göttlichen Wässer)[3550]; daher
nehmen sie alle ihren Weg ἄνω [d. h. sie sublimieren und destillieren]
und sind erfüllt von körperbelebender Kraft und Färbevermögen[3551].
Eine eigentümliche Rolle unter ihnen spielt jedoch das Quecksilber:
bald ist es ein leichter Dunst, ein flüchtiger Hauch (πνεῦμα φεῦγον)
männlicher Art, bald ein schwerer Körper (σῶμα), ein silbernes Wasser
(ἀργύριον ὕδωρ) weiblichen Charakters[3552], das sich als weißes
jungfräuliches Mineral (παρθένος γῆ) mit dem roten σπέρμα ἄρῥηνος
vereinigt [dem „männlichen Sperma“, oder auch dem „Sperma des Arsens“,
d. h. dem aus dem roten Realgar gewonnenen Schwefel] und hiernach den
Zinnober (= Gold) gebiert (τίκτει)[3553]; demgemäß wird es mit Recht
als ein Zwitter angesehen, als ein σῶμα ἀσώματον (unkörperlicher
Körper), als etwas was „ein Metall und kein Metall“ ist[3554].
Manche nennen auch alles das, was beim Sublimieren oder Destillieren
irgendwelcher Materien nach oben steigt, „ihr Quecksilber“[3555] und
erblicken daraufhin im Quecksilber eine Grundsubstanz sämtlicher
Stoffe, hauptsächlich aber der Metalle[3556]; nach der „Lehre der
alten Ägypter“ ist hingegen die allgemeine Ursubstanz (Materia prima)
das Blei, das sich leicht in weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei,
gelbe Bleiglätte, rote Mennige und noch vieles andere verwandeln
läßt (μετατρέπεται)[3557], ein Zubehör des ~Osiris~, des Herrn ὑγρᾶς
οὐσίας (des Flüssigen, Schmelzbaren) darstellt, daher auch als
„etesisches Metall“ durch die „Nilschwelle“ neubelebt wird usf.[3558].
Unter der Nilschwelle und ihrer belebenden Flut sind die heiligen
Wässer (göttlichen Wässer, θεῖα ὕδατα) zu verstehen, die „alles an
allem vermögen“ (πᾶν ἐν πᾶσι), die „Wässer des Mazachens“ (ὕδατα
μαζυγίου)[3559], die auf die „Maza unserer Magnesia“ einwirken wie die
Hefe (ζύμη) auf die Masse des Brotteiges[3560], sie zum Aufschwellen
und Zunehmen bringen und sie in eine Art Silber- und Gold-Gärung
versetzen (χρυσοζυμία), namentlich wenn man als Samen (χρυσόσπερμα)
noch einige Silber- oder Gold-Flitter beifügt[3561], die man z. B.
zweckmäßigerweise am Ende des Rührstockes befestigt[3562].

Träger dieses Samens kann aber auch ein besonderes Präparat sein,
„der Stein der kein Stein ist“[3563], der „philosophische Stein“, der
„Stein der Weisen“, der „Stein der Philosophen“ (λίθος τῆς φιλοσοφίας,
τῶν φιλοσόφων)[3564]; als Ergebnis der „heiligen und göttlichen
Kunst der Philosophen“[3565] heißt er nach diesen ebenso, wie der
„Kalk der Philosophen“ [= Bleioxyd], der „Kitt der Philosophen“,
der „Dreifuß der Philosophen“ usf.[3566], wenngleich unter λίθος
schlechthin nicht selten das metallische [das Kupfer weißende] Arsen
verstanden wird[3567]. Auch mit dem Namen des trockenen Streupulvers
der Ärzte, ξήριον (Xérion), wird dieser Stein bezeichnet[3568], und
wie das medizinische Xerion krankes und bleiches Blut in gesundes und
rotes verwandelt, so „rötet“ auch das philosophische „die Wangen der
Kranken“[3569] und ergibt κινναβάρι τῶν φιλοσόφων (philosophischen
Zinnober = Gold), das „Ende des Werkes“ und „Pléroma der Kunst“[3570];
da aber Gold selbst „allein frei ist von aller Krankheit“[3571], so
verleiht auch das Gold-erzeugende Xerion zugleich Gesundheit und langes
Leben, ist die Panacee für alle heilbaren und unheilbaren Krankheiten,
-- auch für die große und unheilbare Krankheit der Armut[3572] --, und
bewährt sich so als der seit Äonen gesuchte und endlich gefundene große
~Pan~[3573].

Daß schon Spuren des Xerions beim Einstreuen (ἐπιβάλλειν, projizieren)
eine so mächtige, jener der Hefe vergleichbare Wirkung entfalten,
erklärt sich aus der ungeheuren Kraft seiner pneumatischen Natur[3574],
durch die der „hieratische schwarze Stein“ (ἱερατικὴ λίθος μέλαινα)
alle zauberischen Kräuter (βοτάναι) und Mineralien, ja selbst den
Ätzkalk (gebrannten Kalk) völlig in Schatten stellt[3575]. Allerdings
muß aber das Xerion, um wahrhaft „unser Gold“ zu sein, d. h. wirklich
~Mithras~ (= Sonne, Gold) zu ergeben und das „große mithrische
Mysterium“ mit durchschlagendem Erfolge ins Werk zu setzen, auch die
„+richtige+ Kraft“ (δύναμις, Dýnamis) und die „+rechte+, Wandlung
schaffende Qualität“ in sich führen, die einige für eine rein geistige
halten, andere aber zugleich für eine körperliche[3576]; wie auf der
Kerotakis (Palette) des Malers auch ein nur geringer Zusatz richtiger
Farbe der ganzen Mischung den gewünschten Ton verleiht, so bewirkt
dies auf jener des Chemikers schon eine kleine Beigabe solchen echten
Xerions[3577], das sich dadurch als ein Wunder der Kunst bewährt,
„das da führt unendliche geoffenbarte und geheime Namen, das zugleich
überall ist und nirgends, unauffindbar und allbekannt, billig und
unerschwinglich, verborgenes Geheimnis und greifbares Präparat“[3578].

Das Xerion richtig herzustellen und anzuwenden, so daß es aus der
Phiale das ανθρωπάριον (Menschlein) im „weißen“ glänzenden und im
„roten“ königlichen Gewande aufsteigen macht, lernt man in den heiligen
Kultstätten Ägyptens, doch auch Cyperns und Thraziens, sowie in den
Bibliotheken der Ptolemäer und der heiligen Tempel, besonders des
Serapeions; in diesen verkündigen die Bücher „zu Zehntausenden“ die
große Weisheit, -- verständlich freilich nur dem Eingeweihten, für
alle übrigen aber dunkel, doppelsinnig, allegorisch und mystisch
(μυστικῶς)[3579].




7. Alchemistische Zeichen und Symbole.


Die Frage nach Herkunft und Alter der von den mittelalterlichen
Alchemisten und ihren Nachfolgern vielbenützten Zeichen für die sieben
Metalle, nämlich ☉ für Gold, ☾ für Silber, ♄ für Blei, ♃ für Zinn, ♂
für Eisen, ♀ für Kupfer, ☿ für Quecksilber, ist eine außerordentlich
schwierige und auch heute noch bei weitem nicht ausreichend geklärte.

Als sicher darf es gelten, daß derlei Symbole ursprünglich nicht die
Metalle bezeichneten, sondern die Planeten, und daß das höchste Alter
unter ihnen den Figuren ◯ und ☾ zukommt, mittels derer zahlreiche
Völker der ganzen Erde die Gestalt von Sonne und Mond in einfacher
Weise nachahmend abbilden.

Bei den Ägyptern wurden, wie im alten Reiche (vor 2300) so noch in
ptolemäischer Zeit, Sonne und Mond durch die Zeichen ☉ und [Symbol]
oder (seltener) ☉ und [Symbol] dargestellt[3580], später auch durch
☉ und ☾[3581] oder [Symbol] und [Symbol][3582], wobei die Sonne,
namentlich in der schon frühzeitig sehr beliebten Form der geflügelten
Scheibe, sich auch als „grünes Auge“, „grünfarbige Sonne“, „Käfer aus
reinstem Golde“ (d. h. grünlich glänzend wie dessen Flügeldecken)
zubenannt findet[3583], und nicht selten das Symbol der Sonne für 1
steht, das des Mondes für 2 und die Abbildung beider nebeneinander für
3[3584]. Das Bild ☉ versinnlicht die Sonne nach uralter ägyptischer
Anschauung im Zustande der Mutterschaft, den Keim der von ihr neu zu
gebärenden Sonne des nächsten Tages schon in sich tragend[3585].

In Babylonien ist ein ganz ähnliches Zeichen ☉ ebenfalls sehr alt,
bedeutet aber, z. B. schon in den frühen sumerischen Urkunden, die Erde
mit dem sie umströmenden Ozean[3586] und demgemäß in späterer Zeit
den Kosmos und das Weltganze[3587]. Die Sonne, eines der drei großen
Gestirne ◯ [Symbol] ✴ (Sonne, Mond, Venus), stellten die Babylonier
mit Vorliebe auch als strahlenden Stern [Symbol] [Symbol] dar, bald
mit 4, bald mit 8 Strahlen oder Büscheln[3588], und die Iranier, die
ursprünglich weder Tempel noch Bilder kannten, ahmten ihnen dies
anfangs nach[3589], entlehnten aber dann von den Chetitern die bei
diesen (wie überhaupt in Vorderasien) schon seit dem 14. Jahrhundert
aufgenommene ägyptische geflügelte Sonnenscheibe[3590] und wandelten
sie schließlich in das Zeichen [Symbol] um, darstellend das Haupt des
Sonnenkönigs ~Mithras~, geschmückt mit der τιάρα (Tiára) oder κίταρις
(Kítaris)[3591], einer Art kegelförmiger Mütze, die allein der König
mit gesteifter Spitze tragen durfte, während alle anderen sie oben
eindrücken mußten.[3592]

Im synkretistischen Zeitalter erfolgte, wohl zusammen mit der
Einführung anderer zugehöriger orientalischer Bräuche und Gewohnheiten,
auch die des Zeichens [Symbol] in Ägypten; die Siglen ☉, ☾ und ✴ werden
in einigen Papyri oft (wenn auch nicht regelmäßig) angewandt und gehen
aus ihnen in die beliebten „carmina figurata“ über, Gedichte, deren
untereinander gesetzte Zeilen verschiedener Länge im ganzen eine
bestimmte Gestalt nachbilden[3593]; an einer Stelle des „Leidener
Papyrus“ ist ebenfalls ☉ = Sonne, meistens aber bedeutet ☉ Himmel
oder Weltganzes, während (neben ☽ oder ☾ für Mond)[3594] in der Regel
[Symbol] für Sonne auftritt[3595], u. a. auch im „Papyrus ~Mimaut~“
des 3. Jahrhunderts[3596]. Wie für den Mond, so steht ☾ auch für seine
Herrin, die ~Isis~, z. B. im „Briefe der ~Isis~ an den ~Horos~“, und
in einer Abteilung des „Leidener Papyrus“ heißt „Augenbraue des ☾“
soviel wie „Augenbraue der ~Isis~“, welcher Name eine heilsame Pflanze
bezeichnete[3597]. In ganz gleicher Weise gingen offenbar die Zeichen
☉ und ☾ auch auf jene Metalle über, die aus naheliegenden Gründen seit
jeher mit Sonne und Mond verglichen und ihnen als ἡλιακή und σηληναία
ὕλη (Sonnen- und Mond-Substanz), verdichtete Sonnen- und Mond-Strahlen
usf. zugeordnet wurden[3598], auf das Gold und Silber. Ist der
„Leidener Papyrus“ wirklich schon im 3. Jahrhundert abgefaßt, so
bietet er nach ~Berthelot~[3599] in seinem chemischen Abschnitte (X.)
das älteste Beispiel dieser Art, da daselbst in einer die Darstellung
von Asem betreffenden Vorschrift die Zeichen [Symbol] und ☾ für Gold
und Silber gesetzt sind; es bleibt natürlich dahingestellt, ob sich
ihrer schon die älteren Vorlagen dieses Papyrus bedienten, oder ob sie
erst der letzte Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits bestehenden
Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte. Zugunsten letzterer Vermutung
spricht es u. a., daß das Zeichen [Symbol], entgegen ~Berthelots~
Annahme, kein altes ägyptisches ist, sondern ein neueres persisches,
also erst im Verlaufe der synkretistischen Periode nach Ägypten
gelangtes[3600].

In einem von ~Parthey~ herausgegebenen Berliner Papyrus, der dem
Beginne des 4. Jahrhunderts anzugehören scheint und fast ausschließlich
Astrologie, Traumdeuterei und Zauberei behandelt, -- μέγα ἔργον, das
große Werk, heißt in ihm nicht das Goldmachen, sondern die Magie --,
stehen ebenfalls für Sonne und Mond die Zeichen ☉ und ☾[3601]. Man
darf diese jedoch keineswegs, wie das ehemals geschah, ohne weiteres
überall, wo man sie vorfindet, in derartigem Sinne auslegen; so z. B.
enthalten früher unverstandene Inschriften, abgefaßt in den alten
Alphabeten der Inseln Kreta und Thera (im 9. oder 8. Jahrhundert
v. Chr.), durchaus nichts Alchemistisches, vielmehr gebrauchen sie ☉
für den Buchstaben w[3602]; in hellenistischer Zeit wiederum wird ☉ oft
gleichbedeutend mit Θ oder [Symbol], dem großen griechischen Theta,
und ist dann Θεός (Theós, Gottheit) zu lesen[3603], doch schreibt man
statt des großen Θ aus Bequemlichkeit auch wieder das kleine θ, und
ohne Kenntnis dieser Umstände würde niemand enträtseln können, auf
welchem Wege der Buchstabe θ dazu kam, bald Gottheit, bald Kosmos, bald
Sonne, bald Gold zu bezeichnen[3604]. Ähnliche Umbildungen erfuhr auch
das Zeichen [Symbol], das in den Gestalten [Symbol] [Symbol] und (aus
diesen vereinfacht) [Symbol] [Symbol] [Symbol] vorkommt, statt durch
ein solches großes Delta, Δ, auch durch ein kleines, δ, wiedergegeben
wird und daraufhin dann auch zur Abkürzung verschiedener, zum Teil ganz
fernliegender, aber zufällig mit δ beginnender Worte dient[3605].

Was die Zeichen für die übrigen Metalle und die sonstigen chemischen
Substanzen anbelangt, so erklärte sie ~Kopp~[3606] für Erzeugnisse
einer späten Zeit, vielleicht erst der jener Kompilatoren, die im
8. oder 9. Jahrhundert zu Byzanz die alchemistischen Schriften zu
Sammlungen vereinigten, deren uns in Gestalt des „Codex Marcianus“
wenigstens +eine+ zum größten Teile erhalten blieb; ~Letronne~, dessen
Ansicht sich auch ~Humboldt~ anschloß[3607], hat ihre Entstehung
sogar in das 10. Jahrhundert herabgesetzt und angenommen, erst die
damaligen Abschreiber gnostischer und alchemistischer Manuskripte
hätten sie den ursprünglichen Texten bei- oder eingefügt. Im Gegensatze
hierzu schrieben ihnen aber andere Forscher ein hohes Alter zu und
beriefen sich auf ihren Gebrauch bei ~Firmicus~, ~Stephanos~ und im
Codex Marcianus. Bei ~Firmicus~ kommen nun zwar [Symbol] und ☾[3608],
sowie ☉, ♄, ♀, ☿[3609] vor, und zwar auch in älteren Handschriften,
doch rechtfertigen diese, wie schon weiter oben erörtert, weitgehende
Bedenken und lassen namentlich keinerlei Schlüsse auf die Gestalt ihrer
einstigen Vorlagen zu. Das Nämliche gilt betreff der (nach ~Usener~
zweifelhaften) chemischen Schriften des ~Stephanos~, der dem ~Zeus~
schon das Zinn beiordnet und dem ~Hermes~ das Quecksilber, als dessen
Symbol anfänglich ☽ (also ein Gegenstück zum ☾ des Silbers) und erst
späterhin ☿ aufzutreten scheint[3610]; zudem weisen die nach ~Usener~
fraglos echten „Astronomica“ des ~Stephanos~ Planetenzeichen, und zwar
die allgemein üblichen, erst im Codex von Urbino auf, der dem 15.
Jahrhundert entstammt[3611]. Die Listen endlich, die der Marcianus für
die Planeten, ihre Metalle und ihre sonstigen Derivate (τὰ ἐξ αὐτῶν)
wiedergibt[3612], gehören nach Inhalt und Form ganz verschiedenen
Zeitaltern an, vermengen ältere (übrigens nicht einheitliche) Angaben
und Zeichen mit zum Teil jüngeren, zum Teil ganz späten Zusätzen,
verraten Einflüsse arabischer Herkunft (u. a. medizinische, z. B. durch
Nennung des Zuckers, σάκαρ, σάκχαρ), berufen sich auf den berühmten
arabischen Astronomen ~Abu Maʿschar~ (gest. 886) usf.[3613], schließen
also eine Benützung zu chronologischen Folgerungen gänzlich aus.

Im „Leidener Papyrus“ (X) fehlen Zeichen für andere Metalle als Gold
und Silber ebenfalls[3614], vielleicht weil die weitaus älteren
Vorlagen, die er zum größten Teile getreulich wiedergibt, auch
keine solchen enthielten; die Frage, ob sie nicht dennoch um 300
schon bekannt waren, ist jedoch trotzdem keineswegs von der Hand zu
weisen, sobald man sich erinnert, daß die Symbole ursprünglich nicht
den Metallen zugehörten, sondern den Planeten und ihren Göttern.
Entgegen früheren Ansichten steht es nämlich fest, daß sie für
diese in Ägypten schon zum Beginn unserer Zeitrechnung gebräuchlich
waren, denn ein gegen 1900 aufgefundener demotischer Papyrus enthält
horoskopische Tafeln für die 28 Regierungsjahre des Kaisers ~Augustus~
mit den Zeichen [Symbol] für Kronos, [Symbol] für Zeus, [Symbol]
für Ares, [Symbol] für Aphrodite, [Symbol] für Hermes, „die nur
demotische Abänderungen der seit viel älterer Zeit benützten zu sein
scheinen“[3615]. Vermutlich gingen sie also aus der Astronomie und
Astrologie, als diese durch die späteren Hermetiker und Gnostiker,
Neu-Pythagoräer und -Platoniker usf. in immer nähere Verbindung mit
den übrigen Formen der Magik und Mystik gebracht wurden, in deren
Litteratur über, wie sich denn z. B. in der „Pistis Sophia“ (um 250
n. Chr.) für den „großen Vater, unnahbaren Gott, siebenten Schatz (=
Schatz des siebenten Himmels), ...“ ebenfalls das Symbol [Symbol]
[Symbol] vorfindet, also das des ~Zeus~[3616]. Die schon seit dem 16.
Jahrhundert viel erörterte Frage über das Alter derartiger Zeichen,
-- die einschlägigen Ansichten des ~Salmasius~ (1619), ~Kircher~
(1653), ~Huët~ (1679), ~Ducange~ (1688), ~Boerhaave~ (1732), ~Goguet~
(1756) und Anderer hat mit gewohnter Gelehrsamkeit und Vollständigkeit
schon 1792 ~Beckmann~ zusammengestellt[3617] --, ist daher aller
Wahrscheinlichkeit nach dahin zu beantworten, daß solche zu Beginn der
Kaiserzeit schon vorhanden waren, von der Alchemie aber spätestens
während der Periode ihres großen Aufschwunges im 2. und 3. Jahrhundert
aufgenommen wurden.

Was ihre Entstehung anbelangt, so verdient die von ~Salmasius~ (1629)
herrührende Anschauung auch heute noch den Vorzug vor allen seither
geäußerten. Nach eingehender Prüfung der Handschriften der Pariser
und auch anderer Bibliotheken gelangte er nämlich zur Überzeugung,
daß der Ursprung der üblichen Formen ♄ (~Kronos~), ♃ (~Zeus~), ♂
(~Ares~), ♀ (~Aphrodite~), ☿ (~Hermes~), -- die nicht wie ☉ und ☾
oder wie Löwe, Widder, Stier des Tierkreises einfache Abbildungen
sind --, in bloßen, dem Gebrauche der Zeit durchaus entsprechenden
Abkürzungen der Planeten- oder Götter-Namen zu suchen sei, die dann
später allerdings, zum Teil nach vorgefaßten Ideen, mehr oder minder
willkürlich Abänderungen erlitten[3618]: wie die verschiedenen Codices
zeigen, wurde für ~Kronos~ aus Κρ (auch [Symbol], [Symbol], [Symbol]),
[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Zeus~ aus
[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Ares~, aus dessen altem
Beinamen Θούριος (~Thurios~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol],
[Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Aphrodite~, aus deren Beinamen
Φωσφόρος (~Phosphoros~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol] oder
[Symbol]; für ~Hermes~, aus dessen Beinamen Στίλβων (~Stilbon~),
[Symbol] oder [Symbol] ([Symbol] und [Symbol] sind alte Formen für σ
oder ϛ), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]. Wesentlich gestützt,
ja geradezu bewiesen wird diese Behauptung des ~Salmasius~ durch eine
Bemerkung in den (arabischen) „Schriften der treuen Brüder“[3619], die
zwar erst im 10. Jahrhundert abgefaßt sind, jedoch auf weit ältere und
den griechischen Originalen sehr nahestehende zurückgehen; es heißt
daselbst ausdrücklich, daß man die Planeten u. a. in ähnlicher Weise
mit ihren Anfangsbuchstaben bezeichne, wie die 28 sog. Mondstationen
(d. s. die täglichen Orte des Mondes im 28tägigen Mondmonate) mit den
28 Buchstaben des (arabischen) Alphabetes[3620]. Auch die Symbole,
denen man in den syrischen Manuskripten begegnet, sowohl in den von
~Berthelot~ veröffentlichten I. und II., die nach ihm im 7.-9., nach
~Diels~ schon im 6. Jahrhundert verfaßt sind, als auch in anderen,
z. B. in jenen des Buches „Causa causarum“[3621], stammen sichtlich
von den obigen griechischen ab, haben aber in der Zeit bis zum 11.
Jahrhundert (aus dem die jetzt vorliegenden Niederschriften herrühren)
mancherlei erst noch näher zu erforschende Veränderungen erfahren. In
I. und II.[3622] sowie in der „Causa causarum“ finden sich folgende
vor, deren einige auch ägyptisch-demotische oder syrische Worte
andeuten mögen:

  ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+
           |  Sonne =  |   Mond =  |  Kronos = |        Zeus =         |
           |  Gold     |   Silber  |  Blei     |        Zinn,          |
           |           |           |           |        Elektron       |
  ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+
  Syr.     | [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  | fehlt  [Symbol]       |
   Man. I: |           |           |           |        [Symbol][3624] |
           |           |           |           |                       |
  Syr.     | [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  fehlt       |
   Man. II:|           |           |           |                       |
           |           |           |           |                       |
  Causa    |           |           |           |                       |
  causarum:| [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  [Symbol]    |
           | [Symbol]  | [Symbol]  | [Symbol]  |                       |

  ---------+--------------+---------------+----------------------------
           |    Ares =    |  Aphrodite =  |        Hermes =
           |    Eisen     |  Kupfer       |        Zinn[3623],
           |              |               |        Quecksilber
  ---------+--------------+---------------+----------------------------
  Syr.     |   [Symbol]   |  [Symbol]     |  [Symbol]        [Symbol]
   Man. I: |              |               |
           |              |               |
  Syr.     |   [Symbol]   |  [Symbol]     |  [Symbol][3625]  fehlt
   Man. II:|              |               |  [Symbol]        [Symbol]
           |              |               |
  Causa    |              |               |
  causarum:|  [Symbol]    |  [Symbol]     |  [Symbol]      Quecksilber
           |  [Symbol]    |  [Symbol]     |  [Symbol]      und Elektron

Auch aus ihnen ist wiederum ersichtlich, daß die Metalle den Planeten
nicht von Anfang an sämtlich in unabänderlicher Weise zugeteilt
waren, und namentlich, daß ursprünglich dem Zeus das Elektron
(Gold-Silber-Legierung) angehörte und dem Hermes das Zinn, während
später Zeus das Zinn erhielt, Hermes aber das Quecksilber. Als Zeit,
um welche dieser Wechsel stattfand, -- auf die besondere Wichtigkeit
ihrer Ermittlung wies bereits ~Hoffmann~ hin[3626] --, ist wohl nicht
erst etwa das 6. Jahrhundert anzusehen[3627], sondern schon das 4.,
während dessen allem Anscheine nach die Destillation des Quecksilbers
entdeckt wurde, auf die hin man diesen bis dahin der kalten und
trägen Hýle zugeordneten Stoff, als einen der Verwandlung in heißes,
Spannung besitzendes Pneuma fähigen, nunmehr dem Kreise des Pneumas
einreihte und als flüchtigen und alles durchdringenden „Geist“ mit dem
Träger des Pneumas, dem ~Hermes~ oder ~Merkur~, identifizierte[3628].
Demgemäß wird im syrischen Manuskript I. das Quecksilber schon mit
dem der Astronomie entlehnten Ausdrucke ἀναβιβάζων (das Aufsteigende)
bezeichnet[3629]. Die in diesen syrischen Handschriften wiedergegebenen
Zeichen, die nicht vollständig und zuweilen auch undeutlich sind[3630],
stimmen im ganzen, wenn auch nicht in allen Einzelnheiten, mit jenen
überein, die der (etwa im 10. Jahrhundert niedergeschriebene) Codex
Marcianus seinen älteren Quellen entlehnte[3631], was gleichfalls für
ihren griechischen Ursprung spricht; die „üblichen“ Symbole, d. h.
diese nämlichen, benützte auch gegen Ende des 9. Jahrhunderts der
(in seinen eigenen Werken meist gänzlich unzuverlässige) arabisch
schreibende Syrer ~Ibn Wahschijah~[3632].

Zeichen und Abkürzungen ähnlicher Art waren mindestens seit dem
2. Jahrhunderte auch in anderen Wissenschaften gebräuchlich, so
z. B. setzten die Astrologen [Symbol] oder [Symbol] für κέντρον
(Zentrum), [Symbol] für χρόνος (Chronos, Zeit), [Symbol] für ὡρόσκοπος
(Horoskop), [Symbol] für Διάμετρος (Diameter), [Symbol] und [Symbol]
für ἀνα- und κατα-βιβάζων (aufsteigend und niedersinkend), [Symbol]
für σφαῖρα (Sphäre) usf.[3633]. Die Ärzte bedienten sich der Bilder
[Symbol], [Symbol] und ähnlicher und deuteten durch ein ihren Rezepten
vorgesetztes [Symbol] an „mit Hilfe des ~Zeus~“, woraus in römischer
Zeit „J. J.“ (Juvante Jove, mit Hilfe ~Jupiters~) entstand und in
christlicher „J. J.“ (Juvante Jesu) oder „J. D.“ (Juvante Deo)[3634].
Bei den Mathematikern findet sich u. a.[3635]: ½ = ἥμισυ = [Symbol],
[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol][3636]; ⅓ = τρίτον = [Symbol]
und [Symbol]; ¼ = τέταρτον = Δ; μοῖραι (Teile, u. a. Einheiten der
Kreisperipherie) = Ṁ, woraus wohl das Zeichen ° für Kreisgrad entstand;
οὐδεμία μοῖρα, οὐδέν (kein Teil, nichts) = 0[3637]; auch einige bei
~Diophantes~ (4. Jahrhundert?) gebrauchte Zeichen (z. B. für die
Subtraktion) gehören vermutlich hierher[3638]. Die Metrologen endlich,
sowie die ihnen folgenden Ärzte, schrieben z. B. Lítra = λίτρα = λν,
[Symbol], [Symbol], ⭡, ⇂; Unze = οὐγκία = [Symbol]; Xéstes = ξέστης =
[Symbol], [Symbol]; Oxýbaphos = ὀξύβαφος = [Symbol], [Symbol]; u. dgl.
mehr[3639]. Ohne die zuweilen nur auf Zufällen beruhende Kenntnis
der Übergangsglieder würde man die Herkunft solcher Abkürzungen oft
ebensowenig erraten können, wie etwa die unseres Zeichens % für
Prozente, wüßte man nicht, daß es aus dem italienischen „per cento“,
abgekürzt [Symbol], hervorgegangen sei[3640].

Über Alter, Entstehung und Deutung der zahlreichen Symbole für
allerlei Abkömmlinge der Metalle (τὰ ἐξ αὐτῶν) und sonstige chemische
Verbindungen, die sich in einzelnen, anscheinend jüngeren Listen des
Marcianus und den syrischen Manuskripten vorfinden[3641], ist bisher
nichts Näheres bekannt. Manche von ihnen sind bloße Abbildungen, z. B.
die sternförmige Figur ✴ für krystallisierte Alaune oder Vitriole, die
u. a. auch schon in den Schriften der ~Kleopatra~ sowie im „Papyrus
~Kenyon~“ (3. Jahrhundert) vorkommt, andere mögen auf Abkürzung
griechischer, syrischer oder ägyptischer Worte zurückgehen, noch andere
irgendwelche besondere, vorerst in der Regel nicht zu enträtselnde
Beziehungen wiedergeben. Die scheinbar sehr auffällige Tatsache z. B.,
daß der Schwefel mit dem Zeichen des Bleies, also des ~Kronos~,
geschrieben wurde, dürfte zweifellos aus der leichten Schmelzbarkeit
dieser Stoffe zu erklären sein, auf die hin sie beide dem ~Kronos~,
als „Herrn alles Flüssigen“, zugeordnet wurden; daß man den
Schwefel-Verbindungen des Arsens und Antimons das Symbol des Schwefels
erteilte, ist aber sichtlich nicht, wie ~Berthelot~ annahm[3642], auf
die Erkenntnis ihrer Sulfid-Natur und die Berücksichtigung dieser
Erkenntnis zurückzuführen, sondern einfach auf die Beobachtung, daß sie
sich in zahlreichen Fällen, z. B. beim Erhitzen und Verbrennen für sich
oder mit anderen Stoffen, ganz ähnlich wie Schwefel +verhalten+, also
Schwefel, oder wenigstens Arten des Schwefels, auch +sind+.




Vierter Abschnitt.

Die Alchemie im Orient.




1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften.


Einleitung.

Fast unmittelbar nach dem Tode ~Muhammeds~ (570-632) begannen die
Araber ihre Siegeszüge, nahmen auf die gewaltige Schlacht bei
Kadesia hin, in der 636 das persische Reich zusammenbrach, alsbald
dessen fruchtbarste Gegenden (Mesopotamien, Chuzistan) in Besitz,
erstürmten Damaskus und Jerusalem und eroberten bereits 640 die
oströmische Provinz Syrien; sie begegneten in diesen Ländern einer
so hochentwickelten, von ihrer eigenen so verschiedenen und sie in
jeder Hinsicht so himmelweit überragenden Kultur, daß die Art, in der
sie diese vom ersten Augenblicke an richtig zu würdigen verstanden
und sofort zu ihrem eigenen Besten nutzbar zu machen begannen, den
denkwürdigsten und erstaunlichsten Tatsachen der Weltgeschichte
zugezählt werden darf.

In Mesopotamien, namentlich aber in Syrien, hatte die griechische
Litteratur schon frühzeitig festen Boden gefaßt, und griechische
Werke philosophischen und medizinischen Inhaltes wurden vielleicht
bereits seit dem 4. Jahrhundert, in weiterem Umfange aber seit den
Austreibungen der Nestorianer aus dem byzantinischen Reiche (431
und 489), unmittelbar in das Syrische übersetzt. Ganz besonders tat
sich hierbei der Mönch ~Sergius~ von ~Resain~ oder Rîschʿaïnâ hervor
(gest. 536), der in Alexandria studiert haben soll und zahlreiche
theologische, philosophische, medizinische, physikalische und mystische
Schriften ins Syrische übertrug[3643]; die Behauptung, er habe auch
astrologische und alchemistische Abhandlungen übersetzt, ist unerwiesen
und gründet sich wohl nur auf das Vorhandensein von mancherlei
Pseudepigraphen, die sein berühmter Name noch in späterer Zeit zu
decken hatte, -- denn eine lebhafte Übersetzungs-Tätigkeit ins Syrische
hielt bis in das 8., ja bis in das 10. Jahrhundert hinein an und wurde
erst von da ab durch die aus dem Griechischen und Syrischen in das
Arabische abgelöst[3644].

Daß es hingegen mindestens schon seit dem 5. oder 6. Jahrhundert von
+anderen+ Autoren angefertigte syrische Übertragungen astrologischer,
hermetischer und alchemistischer Bücher gegeben habe, ist durchaus
wahrscheinlich, und schon weiter oben wurde auf diesen Punkt
verschiedentlich hingewiesen. Durch syrische Vermittlung erhielten
daher wohl auch die Araber die erste Kunde von einer Litteratur, die
ihnen bis dahin in jeder Hinsicht völlig fremd gewesen war, -- entgegen
einer weitverbreiteten Annahme auch in astrologischer; hatten doch,
wie ~Albiruni~ (um 1000) erzählt[3645], die Araber daheim vom Himmel
und den Himmels-Erscheinungen nicht mehr Kenntnisse als die Bauern
allerorten, d. h. sie beobachteten Aufgänge, Stellungen, Aussehen,
Lichtfarben usf. der Gestirne[3646], und verehrten zwar, wie alle
Westsemiten, Mond und Sterne[3647], schrieben jedoch den Planeten
keinerlei besondere oder bestimmende Wirkungen zu.

Eine eigene, d. h. +selbständige+ arabische Litteratur hermetischen
und alchemistischen Inhaltes scheint, soweit die noch sehr dürftigen
Kenntnisse in dieser Beziehung ein Urteil gestatten, als Fortsetzung
der hellenistischen und syrischen zuerst in harranischen (ssabischen)
Kreisen entstanden zu sein[3648], und zwar erst zur Zeit der
Herrschaft der Abbassiden. Dagegen besaß man schon um das Ende der
Omajjaden-Dynastie (661-750) arabische +Übersetzungen+ astronomischer
und astrologischer Werke, u. a. der dem ~Hermes~ und ~Zoroaster~
zugeschriebenen aus dem Syrischen, sowie der des „babylonischen“
~Tinkalos~ (d. i. des griechischen ~Teukros~) aus dem Mittelpersischen
(Pehlewi)[3649]; Übertragungen alchemistischer Schriften aus dem
Griechischen tauchen sogar, soferne man den vorliegenden Berichten
Glauben schenken darf, bereits etwa 50 Jahre nach der Inbesitznahme
Alexandrias (641) auf.

Es ist bekannt, daß die Araber, wie zahlreiche ihrer anderen
anfänglichen Eroberungen, so auch die Ägyptens (von 641 an) auf das
Schonendste vollzogen, unter derart weitgehender Berücksichtigung
der bestehenden Verhältnisse, -- immer abgesehen von der politischen
Obmacht --, daß die große Masse einer seit jeher gänzlich passiven und
das Aussaugungs-System +jeder+ Regierung widerstandslos hinnehmenden
Einwohnerschaft kaum zum Bewußtsein gekommen sein mag, abermals den
Herrn gewechselt zu haben. Daher fiel es den Arabern leicht, alsbald
nähere Beziehungen mit den Einheimischen anzuknüpfen, vor allem auch
mit den hellenistisch gebildeten Elementen der städtischen Bevölkerung,
und da sie, wie bereits erwähnt, ebenso fähig waren, die Vorteile
überlegener Kultur zu erkennen, wie bestrebt und begabt, sie sich zu
eigen zu machen, bahnten sich schon nach kurzem die Anfänge jener
Übermittler-Rolle an, die ihnen so ungeheure Wichtigkeit für die ganze
geistige Entwicklung Europas verleihen sollte.

Begreiflicherweise und auch der nationalen Veranlagung gemäß
erstreckten sich die erwähnten Aneignungen zunächst auf das praktisch
Wichtige und Wertvolle, also auf alles Das, was mit Kriegstüchtigkeit
und Gesundheitspflege, mit Ertragsfähigkeit und Bereicherung des
Landes, mit Handel und Verkehr, oder mit Produktion und Technik
zusammenhing. Nicht vom +wissenschaftlichen+ Standpunkte aus, der ihnen
noch gänzlich ferne lag, sondern der (wenn auch nur vermeintlichen)
+praktischen+ Bedeutung wegen wurden daher die Araber schon sehr
frühzeitig auch auf das Treiben der Gold- und Silber-Macher aufmerksam,
und daß dies geschehen konnte und geschah, beweist zugleich, daß
alchemistische Bestrebungen bis in das 7. Jahrhundert hinein lebendig
geblieben waren und sich auch damals noch, besonders wohl in
Alexandria, fortdauernder und eifriger Pflege seitens gewisser Kreise
erfreuten; daß die Araber griechische Kunstworte und Termini nur von
griechisch sprechenden Lehrmeistern und Laboranten übernommen haben
können, ist eine naheliegende und u. a. schon von ~Schmieder~ mit
Klarheit ausgesprochene Schlußfolgerung[3650].

Eingehendes Interesse für Alchemie soll zuerst der omajjadische Prinz
~Khalid ibn Jazid ibn Muʿawijah~ (635-704) bekundet haben[3651], der
bei seinen fruchtlosen Bemühungen, das Khalifat zu erlangen, schwere
Enttäuschungen erlitt und seither in Alexandria zum Zeitvertreib und
aus Liebhaberei medizinische, astrologische und alchemistische Studien
betrieb; nach den in ~Alnadims~ „Fihrist“ (abgeschlossen 987) und bei
~Aldschahiz~ (9. Jahrhundert) erhaltenen Nachrichten[3652] war +er+
es, auf dessen Befehl die ältesten Übersetzungen arabischer Werke aus
dem Griechischen und Koptischen [?] angefertigt wurden[3653], und auch
er selbst, der im Rufe größter Gelehrsamkeit stand[3654], schrieb
alchemistische Werke, u. a. ein Lehrgedicht „Paradies der Weisheit“ in
2315 Versen oder Strophen[3655]. Von diesen blieb durch ~Almasʿudi~
(gest. 956) eine einzige erhalten, „die die Goldbereitung in dunkler
Form schildert“[3656] und in freier Übersetzung lautet:

    „Nimm Talk, dazu ammonisch Salz, und was Du findest auf der Straße,
    Dann etwas, was dem Baurak gleicht[3657], und mische es im rechten
        Maße.
    Was höchste Macht der Welt verleiht, das wird dem Mann gewährt,
    Der alles dies genau vollbringt, und fromm den Allah ehrt.“

In Prosa und wohl genauer gibt sie ~E. Wiedemann~ wie folgt
wieder[3658]: „Nimm Talk (Glimmer, Gips), Uschschak (= Ammoniak-Harz?),
ferner was man an den Wegen findet, sowie eine Substanz, die dem
Baurak gleicht, und wäge es ab ohne einen Fehler zu machen; dann, wenn
Du Gott, Deinen Herrn, liebst, wirst Du zum Gebieter der Schöpfung
gemacht werden.“

Als Lehrer des ~Khalid ibn Jazid~ nennt der „Fihrist“ den ~Morienes~
(~Morienus~, ~Marinos~, ~Marianos~), einen alexandrinischen Gelehrten,
Arzt und Schriftsteller aus der Zeit der arabischen Eroberung,
der selbst wieder seine Weisheit von dem etwas älteren berühmten
Alchemisten ~Adfar~ (später auch ~Ibn Adfar~, ~Ibn Adschar~ geheißen?)
überkommen haben soll[3659]. Unter dem Titel „Buch des ~Morienus~“
ist eine alchemistische Abhandlung auf uns gelangt, jedoch nur in
lateinischer Übersetzung, an deren Echtheit Zweifel erhoben wurden.
Ihr Verfertiger, der sie laut Vorrede und Schlußbemerkung am 21.
Februar 1182 glücklich vollendete, nennt sich ~Robertus Castrensis~,
und ~Jourdain~ hält ihn für den anderweitig bekannten ~Robert de
Retines~[3660]. Daß dieser, wie ~Leclerc~ will[3661], schon 1143
in Pampelona als Archidiakonus gestorben sei, trifft zwar nach
~Wüstenfeld~ nicht zu, trotzdem könne er aber nicht identisch mit dem
fraglichen Übersetzer sein, der sich in der erwähnten Vorrede noch
1182 als Jüngling bezeichne[3662]; was er sich daselbst in seinem
sehr schlechten Latein zuspricht (dessen Mängel er ausdrücklich
entschuldigt), ist indessen nur „ingenium juvene“ (= juvenile),
d. i. „jugendlicher Eifer“, so daß diese Stelle kein unbedingtes
Hindernis böte, -- da aber der Name öfter vorkommt[3663], und
überdies „Castrensis“ ein gebräuchlicher Hoftitel ist, der u. a.
schon bei ~Ammianus Marcellinus~ (um 380) auftaucht[3664] und auch
noch dem berühmten arabischen Arzte ~Alrazi~ (9. Jahrhundert)
beigelegt wird[3665], bleibt die Unsicherheit bestehen. In der
Vorrede seines Buches sagt ~Morienus~, er sei Römer von Geburt, habe
seit dem vierten Jahre nach dem Tode des Kaisers ~Herkules~ (d. i.
~Heraklius~, 603-641) als Eremit nächst Jerusalem gelebt und widme
das Werk dem „Könige ~Khalid~ von Ägypten, Sohne ~Gezids~, Sohne
~Madoyas~“[3666]. Was seinen Inhalt anbelangt, so wird es an Leere,
Unklarheit und albernem Gefasel von keinem späteren übertroffen,
enthält aber nichts, was mit den Lehren der letzten griechischen
Alchemisten unvereinbar wäre, und führt auch, soweit die oft gänzlich
entstellten (wenn nicht willkürlich erfundenen?) Namen der Autoritäten
überhaupt eine Deutung zulassen[3667], keine anderen als griechische
an; zahlreich begegnen mit dem arabischen Artikel al verschmolzene
Ausdrücke, wie Alnatron, Almizadir (= Salmiak), Albaurach (= Borax),
Alzebric (= Schwefel)[3668], Almagra (= Amalgam, Legierung, u. a.
auch Messing)[3669], ferner Azoc (u. a. = Quecksilber)[3670], Zarnak
(= Arsen)[3671], Arkan (= Pfeiler, Grundlage)[3672], Elixir (als das
verwandelnde Mittel auch „Alchymia“ genannt)[3673] usf., und wiederholt
wird auch auf die ursprünglichen arabischen Worte verwiesen, z. B.
„Borreca, quod arabice tincar“[3674], „Borax, d. i. das arabische
Tinkar“. Allem Angeführten nach ist es nicht ausgeschlossen, daß das
„Buch des ~Morienus~“ im wesentlichen auf eine alte arabische, den
griechischen Vorlagen noch ganz nahestehende Schrift zurückgeht,
von der es aber in der vorliegenden Gestalt nur als eine schon vom
christlichen Standpunkt aus umgearbeitete Übersetzung anzusehen
wäre; da aber ein arabisches Original nicht bekannt ist, und die
so zahlreichen zuweilen mit überraschendem Geschicke angefertigten
Fälschungen aller Art zur größten Vorsicht mahnen, kann vorerst nur von
Möglichkeit die Rede sein, keinesfalls von Gewißheit[3675].


a) Buch des Krates.

Seit ~Hoffmann~ 1884 darauf hinwies[3676], daß ohne Durchforschung der
früh-syrischen und -arabischen Übersetzungen aus dem Griechischen, wie
sie u. a. in den Bibliotheken von London und Cambridge in großer Zahl
vorhanden sind, die ältere Geschichte der Chemie unmöglich aufgeklärt
werden könne, ist in dieser Hinsicht nur verhältnismäßig Spärliches
geschehen; einige wenige auf Veranlassung ~Berthelots~ herausgegebene
und übersetzte Bruchstücke, die den von ~Hoffmann~ erkannten besonderen
Wert jener Quellenschriften durchaus bestätigen, ermöglichen vorerst
allein den (freilich noch äußerst beschränkten) Einblick in die
Schöpfungen einer Litteratur, die vorher in völlig undurchdringlichem
Dunkel lag.

Als einer ihrer ältesten Bestandteile, mindestens aber als eines ihrer
frühesten Dokumente, ist das „Buch des ~Krates~“ anzusehen[3677],
offenbar, wie schon der Titel verrät, die Übersetzung eines
griechischen Werkes, das uns im Original nicht mehr erhalten ist,
sich jedoch bei ~Pseudo-Demokritos~ (in den syrischen Manuskripten)
zitiert findet[3678]; die einen nennen den oben erwähnten omajjadischen
Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ als Herausgeber, die anderen berichten, er
sei nur Besteller der Übersetzung gewesen, die zu jenen zählte, durch
die er zuerst es unternahm, die griechische Alchemie im arabischen
Schrifttume einzubürgern. Diesen Überlieferungen entspricht das „Buch
des ~Krates~“ in jeder Hinsicht, denn es schließt sich inhaltlich
durchaus an die Werke der griechischen Alchemisten an, enthält neben
wenigen, dem Orient entstammenden Namen (wie Markasit)[3679], viele
unveränderte griechische, z. B. Androdamas, Elektron, Magnesia,
Molybdochalkos[3680], und gibt auch noch alchemistische Zeichen,
sowie Zeichnungen von Figuren und Apparaten wieder, die bei den
späteren Arabern fehlen, -- angeblich aus Gründen der Orthodoxie. Auf
alte Überlieferung aus ägyptischen und gnostischen Quellen deutet
die Behauptung, das Buch sei nur infolge Verrates seitens einer von
ihrem Verführer verlassenen Priestermagd des alexandrinischen [damals
schon seit Jahrhunderten zerstörten!] ~Serapis~-Tempels bekannt
geworden[3681], ferner die Erwähnung der Schlange ~Uroburos~[3682],
die Schilderung abenteuerlicher Visionen der sieben Planeten mit ihren
sieben Himmeln[3683], die Berufung auf ~Hermes Trismegistos~[3684], die
Ausstattung der ~Aphrodite~ mit einer Vase, der ein Strom Quecksilber
entfließt[3685], u. dgl. mehr.

Als Grundlage sämtlicher Metalle wird das „schwarze Blei“ bezeichnet,
das auf sie alle seine eigene Fähigkeit überträgt, in der Wärme zu
schmelzen, beim Erkalten aber wieder fest und starr zu werden[3686];
sein Übergang in eines der anderen Metalle und die hiermit verbundene
Farbenveränderung werden durch entsprechende Zutaten hervorgerufen,
ganz ebenso wie solche das Entstehen der gelben Bleiglätte, der roten
Mennige und des leuchtenden Bleiweißes ermöglichen[3687]. Dem Blei
gleichwertig ist das Kupfer, das sich auch ganz analog verhält; daher
pflegt man beim großen Werke von ihm auszugehen und ihm die richtige
Färbung zu verleihen[3688], wozu man zweckmäßigerweise etwas fertiges
Gold mit einsät[3689]. Bei der Wahl der Zutaten ist zu bedenken, daß
Verbindungen zwei Bestandteile erfordern, die passend auszusuchen
sind, d. h. so, daß sie sich gegenseitig anziehen und nötig haben,
sich bei der Begegnung aneinander freuen, sich vereinigen und paaren
wie Mann und Weib, und wie durch Vereinigung von Samen und Katamenien
in der Matrix ein Kind zeugen, -- denn das ist Inhalt und Vollziehung
des großen Werkes, dem Grundsatze gemäß „Die Natur freut sich an der
Natur“[3690]. Die Vorgänge beim Entstehen einer solchen Verbindung, bei
der sich das Passende vereinigt, das Nicht-Passende aber abgeschieden
wird, gleichen jenen, die sich im menschlichen Körper abspielen, der
die schädlichen und unbrauchbaren Stoffe, die z. B. das Fieber in ihm
erzeugt, eben durch dessen Hitze auch wieder ausstößt, -- ähnlich wie
das verbrennende Holz die Asche absondert --, und so seine Lebenskraft
bewahrt[3691]; auch gleichen sie jenen beim Brennen des an sich kalten
und trockenen Kalksteines, der, einmal im Feuer „zurechtgekocht“, ein
inneres Leben empfängt und fortan den Geist des Feuers zeigt[3692].
Die richtige Verbindung erhält man freilich nur dann, wenn man die
Bestandteile +so+ mischt, wie die Maler ihre schwarzen, weißen, gelben
und roten Farben, oder wie die Ärzte ihre heißen, kalten, trockenen und
feuchten Arzneimittel, nämlich entsprechend den bestimmten Gewichten,
nach denen sich die wägbaren Stoffe verbinden, und die man deshalb
genau kennen muß; in diesen rechten Gewichten liegt das Geheimnis,
+sie+ sind es, die den Kenner zum „Herrn des Werkes“ machen, und
deshalb haben die alten Meister sie entweder gänzlich verschwiegen,
oder nur flüchtig angedeutet[3693]. Das eigentlich Wirksame bei der
Verbindung sind jedoch keineswegs die körperlichen Stoffe selbst,
da diese sich weder zu durchdringen noch ineinander auszubreiten
vermögen, vielmehr ihre luft- und feuerartigen Geister, und daraus,
daß +diese+ das Wesentliche vorstellen, erklärt es sich auch, daß
die „Färbung“ nicht mit Erhöhung des Gewichtes verbunden ist[3694];
ferner erhellt eben daher die Möglichkeit, den „Schwefel“ benannten
Teilen der „verbrannten, getöteten“ Körper ihre, auch „Quecksilber“
geheißenen Geister, neu zuzuführen[3695] und so ihre „Wiederbelebung“
zu bewirken[3696].


b) Buch des Alhabib.

Auch das „Buch des ~Alhabib~“[3697] ist entweder durch Übersetzung
oder durch leichte Umarbeitung hellenistischer Vorbilder zustande
gekommen: noch gibt es ausschließlich deren Gedankengänge wieder,
fußt auf deren Dogmen und beruft sich auf deren Autoritäten, von
~Pythagoras~[3698], ~Platon~[3699] und ~Aristoteles~[3700] an bis auf
~Hermes~ und ~Chimes~[3701], ~Maria~ und ~Zosimos~, der auch ~Rosinos~,
~Rosinus~, ~Rimes~, ~Rusem~ usf. benannt wird[3702]. Immerhin finden
sich arabische Termini schon häufiger vor als im „Buch des ~Krates~“,
neben Markasit[3703] z. B. auch Kermes [= Würmchen, d. i. der später
„Carmoisin“ geheißene rote Farbstoff aus den Schildläusen gewisser
Eichenarten], Aludel [= al ʿutal], Borax[3704] usf.

Das große Werk, so berichtet ~Alhabib~, ist eine Erfindung der Ägypter,
die schon in uralten Zeiten unendliche Mengen Goldes aus „Sand“
gewannen[3705]. Man führt es aus, indem man „das Schwarze“ einer
Umwandlung unterwirft, wobei man ein wenig Gold aussät, um mehr Gold zu
ernten, und das Produkt der Umwandlung in vollendetem Zustande und im
richtigen Augenblicke fixiert[3706]; wie man aber hierbei im einzelnen
verfahren soll, darüber hat kein einziger Philosoph die Wahrheit
in klarer Form gesagt, vielmehr verheimlichten alle großen Meister
gerade das Wichtigste, die Gewichts- und Zeitangaben[3707], nicht etwa
aus Mißgunst, sondern weil sie fürchteten, den Neid der Dämonen zu
erwecken, und sich scheuten, durch Ermöglichung unbegrenzten Reichtumes
eine allgemeine Verderbnis der Menschheit zu verschulden[3708].

Sicher ist, daß es darauf ankommt, das heiße und trockene Männliche
(ἀρῥενικόν, Arsen) mit dem kalten und feuchten Weiblichen zu vermählen,
und zwar nach den Gewichten und Mengen, die den Eigenschaften und
Temperaturen der Bestandteile entsprechen[3709]. Das Männliche ist
aktiv, beharrend, Kraft, Wärme und die mit letzterer verbundene
Bewegung spendend, das Weibliche hingegen passiv, veränderlich und
das Gespendete empfangend[3710]; so gleichen sie dem Schwefel und dem
Quecksilber, aber zu viel Schwefel würde verbrennend, und zu viel
Quecksilber abkühlend wirken[3711], daher gilt es, die richtigen
Verhältnisse einzuhalten. Wo solche herrschen, da freut sich das
Blut der Katamenien, das Sperma aufzunehmen, denn da dieses sich
aus den feinsten Bestandteilen des Blutes bildet und ursprünglich
selbst Blut war, so ziehen sich die beiden verwandten Substanzen beim
Zusammentreffen an, und vermischen sich[3712]; es entsteht ein Gebilde,
das zehntausend Namen trägt, ein Keim, ein Ei, ein Neugeborenes, ein
Fötus[3713]; und wie der wahre Fötus nach 40 Tagen Form besitzt, nach
weiteren 80 Tagen Beweglichkeit erlangt und nach weiteren 150 Tagen
[im ganzen also nach 270 Tagen = 9 Monaten] zur Welt kommt[3714], so
verlangt auch der des großen Werkes, das der Zeugung ganz analog ist
und wie diese Wärme und Zeit erfordert[3715], zu seiner Entwicklung 40,
80 und 150 Tage (= 270) nach den einen, dagegen 100, 180 und 365 Tage
nach den anderen[3716].

Bei Anwendung von zu viel „Schwefel“ werden, wie erwähnt, die
Substanzen „verbrannt“ und hinterlassen eine Asche, die auch
„unverbrennlicher Schwefel“ heißt, während ihre Geister zum weitaus
größten Teile entweichen und nur zu einem kleinen Betrage mit der Asche
vereinigt zurückbleiben[3717]; gelingt es, letztere mit „Quecksilber“
zu verbinden, so kann man ihr die Geister wieder zuführen[3718], und in
diesem Sinne bezeichnet vielleicht ~Hermes~ auch das Quecksilber aus
dem Zinnober als „Schwefel“[3719].

Will man das Entweichen der Geister verhindern, so benützt man
die Gefäße mit „hermetischem Verschluß“, die schon ~Zosimos~
erwähnt[3720]. Die Dünste und Dämpfe schlagen sich an den kälteren
Stellen nieder und werden dort fest [durch Sublimation], oder flüssig
[durch Kondensation]; ganz analoge Vorgänge vollziehen sich nach den
griechischen Autoren auch im Kopfe der Menschen[3721] [der, z. B.
nach ~Aristoteles~ durch die Kälte des Gehirnes die bei der Verdauung
entstehenden Dünste teilweise verflüssigt, worauf die brauchbaren
und gesunden Bestandteile dem Blute zuströmen, die unbrauchbaren und
ungesunden aber als Schleim abfließen, der in Rachen und Nase Flüsse
und Katarrhe erzeugt].


c) Buch des Ostanes.

Unter dem Namen dieses „Meisters“ ist eine angeblich uralte Schrift
überliefert[3722], die zwar auf echten hellenistischen Grundlagen
beruht, jedoch viele spätere Einschiebsel enthält[3723], denn der
Verfasser, der u. a. den ~Aristoteles~ selbst gesprochen und ausgefragt
haben will[3724], redet z. B. an einer Stelle von „Ägypten und
Andalusien“[3725], was frühestens auf die Zeit um die zweite Hälfte
oder gegen das Ende des 8. Jahrhunderts hinweist.

Vom Stein der Weisen, für den sich 84 verschiedene Namen angeführt
finden, wird berichtet, daß seine Kräfte und Tugenden über jede
Lobpreisung erhaben sind, jedoch, ebenso wie die Vorschriften zu
seiner Herstellung, strengstens geheim gehalten werden müssen[3726].
In einer phantastischen Vision erzählt der Verfasser seinen „Traum
von den sieben Pforten“ und teilt deren Inschriften mit, die sich
leider nur noch bei dreien als lesbar erwiesen[3727]: nach der ersten,
ägyptischen, besteht das Geheimnis des großen Werkes in der Paarung
der Elemente; nach der zweiten, persischen, lassen sich die Ägypter
aus Persien Gehilfen kommen und von den dortigen Magiern gewisse
Präparate zusenden, die es in Ägypten nicht gibt[3728]; nach der
dritten, indischen, ist der Harn der weißen Elefanten ein Heilmittel
von unübertrefflicher Wirksamkeit.


d) Gespräche des Markos.

Das Buch von den Gesprächen des ~Markos~ oder ~Markusch~[3729], der
auch als „König von Ägypten“ bezeichnet wird und nach ~Berthelot~ der
in späteren Zeiten „~Marcus Graecus~“ benannte Autor sein soll (?), ist
eine völlig wirre, vielfach von jüngeren Interpolationen durchsetzte
Zusammenstellung unverstandener oder halbverstandener Lehren und
Aussprüche, angeblich herrührend von ~Hermes~, (Pseudo-) ~Demokritos~,
~Maria~ „der Prinzessin von Saba“, dem Syrier ~Marianos~[3730],
~Galenos~, ~Dschabir~ (s. unten), und anderen Meistern der Philosophie.


e) Dschâbir Ibn Hajjân.

Zu den wichtigsten der alten arabischen Schriftsteller über Alchemie
wird ~Dschabir~ gezählt, den die Tradition in die Zeit um das Ende
des 8. oder den Anfang des 9. Jahrhunderts versetzt und als Schüler
des ~Dschaʿfar Alsadiq~ (699-765?) bezeichnet, eines sehr berühmten,
angeblich mit dem in verschiedenen Texten genannten ~Adfar~ von
~Alexandria~ identischen Alchemisten, dessen Schriften verloren
gegangen sind[3731]. Indessen ist diese Tradition schon in früher Zeit
eine merkwürdig schwankende, denn bereits ~Alnadims~ hochwichtiges, 987
abgeschlossenes Sammelwerk „Fihrist“ erklärt, es gelte für fragwürdig,
ob dieser ~Dschabir~ überhaupt gelebt habe, ob der Name ~Dschabir~
+einer+ bestimmten Persönlichkeit zukomme, und ob man berechtigt
sei, letzterer die Abfassung einer so ungeheuren Anzahl von Werken
zuzuschreiben, -- deren schon damals einige Hunderte vorlagen, neben
denen einige weitere Hunderte nur dem Titel nach bekannt waren[3732].
Alles über das Leben und die Lebensumstände des ~Dschabir~ Berichtete
ist daher als durchaus unsicher anzusehen, auch hat es zweifellos
mehrere Gelehrte dieses Namens gegeben, deren Schriften vielleicht
erst in späterer Zeit zunächst mit denen des Ältesten unter ihnen
sowie mit denen seiner Schule vereinigt, weiterhin aber sämtlich als
die seinigen betrachtet, oder doch ausgegeben wurden. Daß man diesen
Werken keinesfalls +jene+ zuzählen dürfe, die im Okzident seit etwa
1300 für solche des Arabers ~Dschabir~ oder ~Geber~ galten, daß dieser
vermeintliche ~Geber~ unmöglich mit dem eingangs genannten ~Dschabir~
identisch sein könne, daß die angeblichen Schriften des ~Geber~, die
ausschließlich in barbarisch-lateinischen „Übersetzungen“ vorliegen, in
Wahrheit keine Übersetzungen aus dem Arabischen, vielmehr im Abendlande
entstandene Kompilationen seien, und daß die in ihnen niedergelegten
Erfahrungen nicht dem wissenschaftlichen Standpunkte um 800, sondern
dem um 1300 entsprächen, -- alle diese Erkenntnisse reiften endgültig
erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und reinigten die
Geschichte der Chemie von einem Wuste folgenschwerer Irrtümer und
unlösbarer Widersprüche. Auf Einzelheiten kann an dieser Stelle noch
nicht eingegangen werden, doch sei hervorgehoben, daß sich ~Berthelot~
in völligem Unrechte befindet, wenn er, seiner Gewohnheit gemäß, die
Herbeiführung dieses Umschwunges für sich ganz allein in Anspruch zu
nehmen sucht; ein wirkliches Verdienst erwarb er sich jedoch dadurch,
daß er die Herausgabe und Übersetzung einer Anzahl wichtiger arabischer
Werke des „echten“ ~Dschabir~ veranlaßte[3733], die bis dahin allein
den Orientalisten von Fach zugänglich, allen anderen Forschern aber
nur aus deren Berichten bekannt waren. Auch diese Schriften[3734],
die dem chemischen Inhalte nach noch engen Anschluß an die ihrer
hellenistischen Vorbilder zeigen, sonst jedoch durch Verwalten
mystischer Auslegungen, metaphysischer Betrachtungen und dialektischer
Spitzfindigkeiten starke byzantinische Einflüsse verraten[3735], liegen
uns übrigens zweifellos nur in vielfach überarbeiteter Gestalt vor, die
zahlreiche spätere Zusätze sowie Bemerkungen und Glossen der Schüler
mit einschließt[3736].

a) „_Buch des Königs._“ Dieses Buch, „das fünfte aus der Reihe
der fünfhundert“[3737], rühmt sich „alles ganz klar und ohne jede
Allegorie“ darzulegen[3738], und zwar in Gestalt jener raschen und
leichten Verfahren, die Könige und Fürsten lieben, weil sie zur
Ausführung langsamer und schwieriger weder die Geduld noch die
Kenntnisse besitzen; desto dringender ist aber auch die Pflicht, diese
Verfahren völlig geheim zu halten[3739], denn wer Gold so wohlfeil und
gemein machte wie Glas, der stürzte die ganze Welt in entsetzliches
Verderben[3740]. Statt viele (bis 70) Jahre Ausführungszeit, wie
die alten Methoden, erfordern diese neuen nur 14 Tage, nur 9 Tage,
ja nur den einen Augenblick, der zum Vermischen der Präparate mit
dem reinsten und kräftigsten, die Färbung bewirkenden „Ferment“
unumgänglich ist[3741]; auch lehren sie die Darstellung dieses
„Fermentes der Fermente“, des „Elixires der Elixire“, das „Imâm“ (=
Führer) heißt[3742], und das die Alten entweder gar nicht kannten, oder
nur durch gewisse Geheimnamen andeuteten, zu denen z. B. „Pupille des
Auges“ zählt[3743]. -- Näheres über Gewinnung und Anwendung des „Imâms“
erfährt man natürlicherweise aus dem „Buche der Könige“ schließlich
ebensowenig wie aus irgend einem anderen.

b) „_Buch der Milde._“ Auch dieses Buch[3744] ist „besonders klar
und deutlich gehalten“: der Leser wird versichert, daß das Wesen des
großen Werkes einfach auf der Fixierung des Quecksilbers beruhe, die
Herstellung des hierzu erforderlichen Elixires „Imâm“ aber auf der
geeigneten Kombination der vier Elemente; +ein+ Teil Imâm färbt dann
mit Leichtigkeit +eine Million+ Teile gemeiner Metalle zu Silber und
Gold[3745].

c) „_Buch der Gleichgewichte._“ Das Buch[3746] lehrt, daß das große
Werk die richtige Mischung der vier Elemente voraussetze, denn
+jeder+ Körper enthält zwar Erde, Wasser, Feuer und Luft und demgemäß
Trockenheit, Feuchtigkeit, Geist und Seele[3747], aber die +Mengen+
sind bei den verschiedenen Steinen, Pflanzen und Tieren ebenfalls ganz
verschiedene; +welche+ aber zu wählen sind, erkennt der Weise teils
aus den Sternen gemäß den astrologischen Regeln des ~Ptolemaios~ [der
tatsächlich auch ein grundlegendes astrologisches Werk „Tetrabiblos“
schrieb], teils aus den innigst mit dem Wesen verbundenen Namen der
Stoffe, -- wie z. B. dem kurzen Namen des Essigs (arab. hall) seine
besonders kalte Natur entspricht[3748] --, teils aus vielen anderen
Anzeichen [betreff derer eine Unzahl abergläubischer Vorstellungen
beigebracht wird][3749]. Wie alle anderen Körper, so besteht auch der
Stein der Weisen aus den vier Elementen, und diese können jeglicher
geeigneten Substanz entnommen werden, sei sie eine tierische,
pflanzliche oder mineralische[3750]; zu den brauchbarsten letzteren
Ursprungs gehört nach ~Pythagoras~ und ~Sokrates~ der Markasit, sowie
der wegen seiner Heilsamkeit gegen Epilepsie geschätzte „Barud“[3751].
Ist die Vereinigung der vier Elemente in den rechten Verhältnissen
gelungen, so muß der fertige „Stein“ purpur- und kermesfarbig sein,
zugleich perlenartig glänzend, von blendendem Schein, weich wie Wachs,
aber völlig beständig im Feuer[3752].

d) „_Buch des Mitleides._“ Zweck des Buches[3753] ist die eingehende
und zutreffende Belehrung der Silber- und Gold-Macher, von denen nicht
selten die einen Betrüger sind, die anderen aber Betrogene; jene soll
es vom falschen Wege abhalten, diesen aber den richtigen weisen[3754].

Vor allem hat man sich klar zu machen, daß das „Ei der Philosophen“
[hier = Silber und Gold] durch Eindringen des „Geistes“ in den
„Körper“ entsteht; der „Geist“ ist das aus seinem ursprünglich kalten
und flüssigen Zustande in den heißen und flüchtigen übergegangene
Quecksilber, er ist das „Leben“[3755], das jedoch nicht in alle
beliebigen toten Körper eingeht, z. B. nicht in Glas, Eierschalen,
Talk, Salz, Markasit, Kohol [Schwefelantimon], Tutia[3756], sondern
nur in geeignete, die richtig vorbereitet, gereinigt und angepaßt
sind, z. B. in Blei, Kupfer, Eisen und die sonst als zum großen Werke
brauchbar bekannten[3757]; schon vorhandenes Gold erleichtert ihm seine
umwandelnde Wirkung, daher soll man von vornherein etwas Gold einsäen,
das dann neues Gold hervorbringt, gleich dem Vater, der ein Kind
zeugt[3758].

Wie unter günstigen Umständen die kleinste Zutat Hefe eine ungeheure
Menge Teig in Gärung setzt[3759], so kann bei richtigem Verfahren auch
ganz wenig Geist, sofern ihm überhaupt die rechte Kraft innewohnt,
sich der größten Masse der Körper bemächtigen, mögen diese auch von
den Elementen, die alle vier stets in jeder Substanz vorhanden sein
müssen, die verschiedensten Anteile enthalten[3760]. Die Art und Kraft
des vorhandenen Geistes, ja auch dieses Vorhandensein selbst, läßt
sich allerdings meist nicht durch Nachdenken erschließen, sondern nur
durch die Erfahrung feststellen: so z. B. zieht der Magnet das Eisen
an, und zwar selbst durch einen Schwefelkuchen hindurch, vermöge eines
Geistes, dessen Kraft sich aber zuweilen allmählich ändert, denn in
einem Falle wurde z. B. im Laufe einer längeren Aufbewahrungszeit ein
Rückgang der anfänglichen Tragfähigkeit um 20% beobachtet[3761]. Ebenso
kann nur die Erfahrung lehren, welche Mengen Geist sich dauernd mit den
Körpern verbinden, in die sie eindringen und die sie umwandeln; die
kleinste Menge Geist enthalten Silber, Gold, Edelsteine und Perlen,
die sich deshalb als sehr fest und beständig erweisen; die größte
Menge aber Schwefel, Arsen und Quecksilber, die daher flüchtig und
veränderlich sind[3762]. In Markasit, gelbem und rotem Arsen u. dgl.
zeigen sich die Geister ursprünglich an andere Stoffe gebunden, doch
entweichen sie beim Erhitzen und bei sonstigen Anlässen in Gestalt
rauchartiger, brennbarer, lebendiger Dämpfe; andere mehr erdige
Stoffe, z. B. Kalkstein, verhalten sich nicht so, vermutlich weil es
ihnen an Geist fehlt[3763]. Betreff aller dieser Punkte ist aber die
Beurteilung oft großen Irrtümern ausgesetzt, die sich ebenso auch auf
die Beschaffenheit von Erden und Erzen erstrecken, sowie auf die Natur
der in letzteren, und zwar stets in schon völlig fertigem Zustande
verborgenen Metalle: das Aussehen der Oberfläche und des Äußeren
täuscht eben über das Innere[3764]. Diese Umstände erklären zahlreiche
der falschen Anschauungen, die hinsichtlich der Brauchbarkeit der
Substanzen zum großen Werke herrschen; zahlreiche andere aber rühren
daher, daß man Umschreibungen [= Geheim- oder Deck-Namen] wörtlich
nahm: weil z. B. Quecksilber auch „Tier“ heißt, -- denn es hat wie ein
Tier eine spezifische Seele[3765] --, oder weil Gold, Silber, Blei,
Kupfer, Eisen auch Blut, Harn, Speichel, Galle, Hirn usf. benannt
werden, glaubten manche, diese tierischen Stoffe seien wirklich zum
großen Werke dienlich. Weil sie aber den Metallen nicht mehr genügend
nahestehen, sind sie dies +unmittelbar+ nicht[3766]; +mittelbar+
jedoch können sich alle tierischen und pflanzlichen Stoffe verwendsam
erweisen, da eine völlige Analogie des Mikro- und Makro-Kosmos besteht,
ja nach ~Platon~ das große Werk sogar als „die dritte Welt“ zu
bezeichnen ist, die jene beiden durchgehends verbindet[3767].

Können aber auch die Bestandteile aller drei Reiche zum großen Werke
taugen, so vermag doch nur der Weise, der sie, ihre Eigenschaften,
sowie deren Beeinflussungen durch die sieben Planeten genau kennt, die
Auswahl so zu treffen, daß sich die Qualitäten in richtigem Maße teils
ergänzen und steigern, teils aufheben und neutralisieren, und daß durch
die Vereinigung das +Elixir+ zustande kommt, das +fertig+ ein ebenso
einheitlicher Körper ist wie der gleichfalls aus unzähligen Materialien
zusammengesetzte Theriak[3768]. Nicht anders als die dem Kranken
eingegebene Medizin durch die mächtige Kraft +ihrer+ Natur jene des
Siechen beeinflußt, verändert auch das Elixir die Natur der gemeinen
Metalle, denen man es durch Projizieren oder Aufstreuen einverleibt, --
woher es nach einigen eben den Namen „Elixir“ führt[3769] [= aliksir
= τὸ ξήριον = das Streupulver]. Weil es selbst entstanden ist durch
Vereinigung der vier Elemente, des Körpers und des Geistes, -- daher
nie ohne Mitwirkung von Quecksilber[3770] --, des Männlichen und
des Weiblichen, also durch Zeugung und Entwicklung, Schwangerschaft
und Geburt, macht es in gleicher Weise auch die „Körper“ wieder
lebendig; es läßt die Toten auferstehen[3771], es überwindet die grobe
Beschaffenheit ihrer Leiber, es assimiliert sie, färbt sie weiß oder
rot, je nachdem es selbst weiß oder rot ist, und verwandelt sie in
Silber und Gold, die von beständiger Farbe sind und besser und reiner
als die natürlichen[3772].

e) „_Buch der Konzentration._“ Dieses Buch[3773], das auf ~Pythagoras~
zurückgehen soll, entwickelt im wesentlichen, auf völlig unklare und
wirre Weise, die Theorie der „verborgenen Eigenschaften“[3774]; was
z. B. äußerlich Blei ist, das ist innerlich bereits Zinn, Silber oder
Gold, und man hat nichts weiter zu tun, als diese „herauszukehren“,
indem man, z. B. durch Beifügung entsprechender Mengen der fehlenden
Qualitäten, eine Umwandlung bewirkt[3775]. -- Die Angabe, daß man durch
Destillation des Kupfervitriols eine sehr saure und scharfe Flüssigkeit
erhalte, offenbar unreine Schwefelsäure, ist ein ganz später, mit dem
sonstigen Inhalte gar nicht zusammenhängender Zusatz[3776].

f) „_Buch des Quecksilbers._“ Trotz der Ankündigung besonderer Klarheit
und Deutlichkeit übertrifft das „Buch des Quecksilbers“[3777] an
Unverständlichkeit und mystischer Dunkelheit noch alle früheren.
Als Hauptmittel bei der Darstellung des „Steines“ bezeichnet es
das Quecksilber, das orientalische oder „Tier“[3778] und das
okzidentalische oder „Myrthe“ und „göttliches Wasser“, so geheißen,
weil es die Naturen umwandelt und die Toten wiederbelebt[3779]; ist die
Bereitung des Steines richtig gelungen, so gerinnt das fertige Elixir
wie die zurechtgekochte Öl- und Alkali-Mischung der Seifensieder, und
es entsteht eine weiße glänzende Masse, die „Milch der unbefleckten
Jungfrau“[3780].

g) „_Buch der Siebzig._“ Unter diesem Titel erwähnt die Liste des
„Fihrist“ ein Werk des ~Dschabir~[3781], das bisher im arabischen
Original nicht aufgefunden ist, von dem jedoch das Manuskript 7156
der Pariser Nationalbibliothek eine in äußerst barbarischem Latein
verfaßte, „Liber de septuaginta“ betitelte Übersetzung zu enthalten
scheint (?)[3782]. Diese Übersetzung[3783], -- sie wäre die einzige
lateinische eines Werkes des „echten“ ~Dschabir~ --, ist übrigens sehr
unvollständig und mangelhaft, trotz großer Weitschweifigkeit unklar
und verworren, dabei voll von Lücken und Einschiebseln[3784], darunter
sehr späten aus christlicher Quelle, z. B. den die Exkommunikation und
das Schlagen des Kreuzes erwähnenden[3785]; sie enthält zahlreiche
arabische, zum Teil unerklärte oder unverstandene Benennungen und
Decknamen, und beruft sich vorzugsweise auf griechische Autoren, u. a.
auf die großen Alchemisten ~Platon~[3786] und ~Aristoteles~[3787].

Alle „Körper“ oder „Metalle“, deren es sieben gibt, nämlich Gold,
Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und Glas (vitrum)[3788], -- denn
Quecksilber ist ein „Geist“ --, enthalten stets die vier Elemente,
davon zwei in offenem und zwei in verborgenem Zustande, welche
letzteren es „heraus zu kehren“ gilt[3789]. Dies vollzieht die
Natur allmählich und langsam[3790]; rascher, schon binnen 40 Tagen,
vollbringen es die „Medizinen“, indem sie die fehlerhaften „Säfte“
austreiben, verbessern, oder durch die geeigneten ergänzen[3791]; noch
rascher, bereits innerhalb einer Stunde, wirkt das „Elixir“[3792],
von dem 1 Teil 100, ja 1000 Teile der gemeinen Metalle umwandelt, am
leichtesten Blei zunächst in Silber und dieses dann in Gold[3793].
Welche Kraft den „rechten Medizinen“ innewohnt, ersieht man aus der
Entstehung der herrlich gefärbten Produkte Bleiglätte, Mennige und
Bleiweiß aus dem Blei, doch kommt es stets darauf an, das dem Zweck
Entsprechendste, also z. B. Auripigment, Al-Markasit, Talk, Alaun,
Salmiak, Kalk, Alkali, Aschen, Bauracia [Boraxe, meist = Alkalien],
Salze, Myrthenzweige und Galläpfel [also Gerbstoffe] usf., auch an
rechter Stelle zu gebrauchen[3794]. Die größten Kräfte besitzen,
einzeln oder zusammen angewandt, die „vier Geister“, d. s. Schwefel,
Arsen, Quecksilber und Salmiak[3795], vor allem aber das Quecksilber,
das eine „radix in omni re“ ist, ein Wurzel- oder Grund-Bestandteil
aller Substanzen[3796]; sämtliche Geister sind auch in pflanzlichen und
tierischen Stoffen vorhanden[3797] [deren Bezeichnungen aber oft nur
als Decknamen aufzufassen sind]. Was den „Stein der Weisen“ betrifft,
so gewinnt man ihn aus den nämlichen vier Elementen, die, nur in
anderen Mengenverhältnissen, auch alle übrigen Stoffe bilden[3798];
daher kann man sie allen diesen entnehmen, den mineralischen,
pflanzlichen, tierischen und menschlichen, doch müssen sie sich
im Zustande höchster Reinheit befinden[3799] und dürfen nur „zur
günstigen Stunde“ vereinigt werden[3800], und zwar in den richtigen
Gewichtsverhältnissen, die das eigentlich wichtige und daher, des
Wohles der ganzen Menschheit halber, mit äußerster Strenge zu wahrende
Geheimnis darstellen[3801]. Wie die geringen anfänglichen Zusätze von
Silber und Gold, so wirkt auch das Elixir wesentlich als Ferment,
weshalb einige bei seiner Bereitung auch „Sperma“ benützen[3802] [=
Samen; Deckname?].

Aus der Reihe der Chemikalien, deren ~Dschabir~ sich bedient, sind
anzuführen: Almizadir [alnûschadîr = sal armoniacum = Salmiak][3803],
Duenec [zuģâģ = vitriolum][3804], Baurac [meist Alkali][3805], Seisarat
[zarnîch = auripigmentum citrinum, gelbes Schwefelarsen][3806], Tutia
femina und „marina“ [= weibliche und männliche Tutia][3807], und
Alcofol oder Alchofol [= Spießglanz, Schwefelantimon][3808], aus dem
man „plumbum merdaceum ex alcofol“ gewinnt[3809] [d. i. „Abfall-Blei“ =
metallisches Antimon].

Von chemischen Verfahren beschreibt ~Dschabir~ flüchtig: die
Darstellung und Reinigung verschiedener Metalle[3810]; die Gewinnung
pflanzlicher Öle, die als „allgemeines pflanzliches Element“
gelten[3811], und ihre Aufbewahrung in der „olla stagnata“ (in
verzinnten Gefäßen)[3812]; die Sublimation des Sublimates aus
Quecksilber[3813], sowie die Sublimation und Krystallisation des
Salmiaks[3814]; das Reinigen und „Waschen“ mit Sapo (Seife) und Baurac
(Alkali)[3815]; die Destillation, „gleichend jener des Rosenöles“, und
zuweilen auch „mehrmals wiederholt“[3816]. Viele Reaktionen nimmt man
in der Alutel vor[3817], die auch als „Alutel pergamenum“, Alutel aus
Pergamon, bezeichnet wird[3818], und zu deren Erhitzung der als Athanor
(tannûr) bekannte Ofen dient[3819].

Neben der Kenntnis der „richtigen Verfahren“ ist auch die der richtigen
„Sprüche und Formeln“ von großer Wichtigkeit, daher es vom Ausübenden
heißt „et recitavit multa ...“[3820], „er sprach (oder murmelte)
Vielerlei“.


2. Die „Schriften der Treuen Brüder“.

Zu den für die Geschichte der Chemie wichtigsten Werken, die uns aus
früharabischer Zeit erhalten blieben, gehört die große Enzyklopädie,
die unter dem Namen „Schriften der lauteren Brüder“, richtiger der
„treuen Brüder“ oder „treuen Genossen“ (Ikhwân alsafâ) bekannt ist;
ihr Titel entstammt der Vorrede zur „Erzählung der Ringeltaube“ in der
Märchensammlung „Kalîlah wa Dimnah“[3821], deren Grundstock etwa im 6.
Jahrhundert n. Chr. aus Indien nach Persien und von dort aus zu den
Syrern und Arabern gelangte.

Die „treuen Brüder“ (Brüder der Reinheit, der Lauterkeit)[3822]
waren Mitglieder eines in Basra (Bassorah) gegen 950 begründeten
Geheimbundes, einer gelehrten Zwecken dienenden, aber von politischen
Nebenabsichten nicht ganz freien Vereinigung, die für die Versöhnung
der Wissenschaften mit dem „wahren“ Glauben kämpfte, sich mit den
Forderungen der Orthodoxie vermöge gewagter äußerer und innerer
Umdeutungen und Allegorisierungen abzufinden suchte, in ihren eigenen
Lehren aber einem weitgehenden Eklektizismus naturphilosophischer
und abergläubischer Ideen huldigte[3823]. Unter den „Eingeweihten“
gab es vier Grade, und die Kenntnisse jener der obersten Klasse
legte man in einer „Enzyklopädie des gesamten Wissens“ nieder[3824],
bestehend in 51 Abhandlungen, die seitens verschiedener „Weiser“
(von denen sich fünf mit Namen angeführt finden) zu gleicher Zeit im
einzelnen ausgearbeitet, und sodann zu einem Ganzen zusammengefaßt
wurden[3825]. Ihren Inhalt bilden „die Wissenschaften und Erfahrungen,
deren Besitz den Menschen über das Tier erhebt“[3826], eingeteilt,
geordnet und dargestellt nach ihren Stoffen[3827], jedoch nicht in
erschöpfender Art, sondern nur in übersichtlich andeutender, unter
mancherlei Hinweisen auf die benützten Quellen[3828]. Diese sind,
obwohl die Verfasser vieles ihren nächsten arabischen Vorgängern
entlehnten (namentlich dem hochgelehrten ~Alfarabi~[3829], gest.
950; s. unten) und auch der syrischen, hebräischen, persischen,
indischen, lateinischen und griechischen Sprache und Schrift mehr oder
weniger kundig scheinen (?)[3830], dennoch +so gut wie ausschließlich
griechische+, und zwar ganz vorwiegend solche der letzten Periode;
die Enzyklopädie ist daher von ganz besonderem Werte für die Kenntnis
dieser spätgriechischen Lehren und Vorstellungen, deren manche
uns anderweitig gar nicht, oder doch bei weitem nicht in gleicher
Vollständigkeit und Klarheit überliefert sind, und aus diesem Grunde
erscheint es auch gerechtfertigt, sie schon an dieser Stelle, außerhalb
der eigentlichen chronologischen Ordnung, zu besprechen.

Daß die „Treuen Brüder“ unmittelbar aus griechischen Originalen
schöpften, ist wenig wahrscheinlich, sie hielten sich vielleicht
wohl so gut wie allein an die syrischen Übersetzungen, die die 431
und 489 ausgewiesenen und nach Persien und anderen orientalischen
Ländern geflüchteten Nestorianer angefertigt hatten[3831], und die
betreff der Medizin ausgesprochen galenischen Charakter trugen[3832],
betreff der Philosophie und Naturwissenschaft aber aristotelischen,
neupythagoräischen und neuplatonischen[3833]; besondere
Berücksichtigung fand hierbei die entsprechend umgebildete Lehre des
~Plotinos~, daß die Welt eine in Stufen (angeblich in neun) erfolgte
Emanation ihres Schöpfers (hier des Allah) sei[3834], sowie die des
~Pseudo-Pythagoras~, daß die Natur alles in der Welt Vorhandenen durch
jene der Zahlen bedingt sei, vor allem der Zahlen 1 bis 9, über deren
maßgebende Bedeutung sich sämtliche Völker der ganzen Welt im klaren
befänden[3835].

Ursache der Entstehung, Erhaltung, Einheitlichkeit und Harmonie der
Welt ist die +Weltseele+, die selbst eine Einzig-Eine ist, einheitliche
geistige Beschaffenheit besitzt, aber zahlreiche Kräfte in sich
schließt, vermöge derer sie alles hervorbringt, alles bewirkt und
alles mit Eigenschaften erfüllt von den unermeßlichen Sphären an bis
zu den kleinsten Einzeldingen herab[3836]. Es geschieht dies durch
Emanationen, d. s. Ausstrahlungen und Ergüsse, die der Reihe nach
zuerst die Sphären ins Leben treten lassen (von der äußersten bis zur
innersten), sodann die Urmaterie, die Qualitäten, die Elemente und
zuletzt die Einzeldinge, die am jüngsten Tage alle in umgekehrter Folge
wieder vergehen werden[3837]; die äußerste Sphäre und die Urmaterie
sind, als der Weltseele zunächst benachbart, ihr auch noch am engsten
verwandt, daher gleichfalls von einfacher Natur und nur geistig
erfaßbar[3838]. Der äußersten oder Umgebungs-Sphäre reihen sich an:
die der Fixsterne, des ~Kronos~, des ~Zeus~, des ~Ares~, der (inmitten
der Planeten thronenden) Sonne, der ~Aphrodite~, des ~Hermes~, des
Mondes, und schließlich die Feuer nebst Luft, sowie die Wasser nebst
Erde umfassende, so daß man also im ganzen ihrer 11 zählt[3839]; die
Weltseele versetzt sie in Kreisbewegung und läßt sie hierbei durch die
Reibung jene wundersamen Töne hervorbringen, deren Harmonie zuerst
~Pythagoras~ vermöge der Reinheit seiner Seele vernahm, verkündete und
mit Hilfe der von ihm erfundenen Lyra auch auf Erden wiederklingen
ließ[3840]. Bis zur Sphäre des ~Kronos~ (des äußersten Planeten)
empor stieg der Prophet ~Idris~, auch „~Hermes~, der Dreifache in
der Weisheit“ genannt, verweilte dort 30 Jahre [die Umlaufszeit des
Saturn], nahm Einblick in alle Vorgänge der oberen Welt und kehrte
dann zur Erde zurück, um die Völker auf die bis dahin vernachlässigte
Sternkunde und die Kenntnis der Himmelserscheinungen hinzuweisen[3841];
denn den Menschen erscheint auch das Wunderbarste nicht merkwürdig,
wenn sie es täglich vor Augen sehen[3842].

Die +Urmaterie+ ist, gleich der Weltseele und den von einigen Gelehrten
„Atome“ genannten, kleinsten, nicht mehr teilbaren Körperchen[3843],
etwas für die Sinne nicht Erfaßbares, Ungeordnetes, Ungeformtes,
jedoch alle Formen anzunehmen Fähiges[3844], und zwar ergibt sie
durch die „Formung“ zunächst die vier Qualitäten heiß, kalt, trocken
und feucht[3845], weiterhin aber aus je zweien von diesen die vier
Elemente, von denen Feuer und Luft aktiven Charakter tragen, Wasser und
Erde aber passiven[3846].

Der +Qualitäten+ sind vier, wie der Pole, Himmelsgegenden, Jahreszeiten
und Winde[3847], der Temperamente und Säfte des Körpers[3848], der
Hauptsaiten der Musikinstrumente[3849], sowie der Hauptfarben, die
z. B. auch am Regenbogen in der Reihenfolge rot, gelb, blau und grün
deutlich hervortreten[3850]. Durch Vereinigung je zweier Qualitäten
entstehen die vier +Elemente+ oder +Arkân+[3851], die „Allmütter“
und „Mütter alles Seins“[3852], die sämtlich ineinander übergehen
können[3853], und deren „Reinheit“ sich in aufsteigender Linie von der
Erde über Wasser und Luft zum Feuer bewegt[3854]. Gänzlich verschieden,
und nicht etwa bloß dem Grade nach abweichend, steht ihnen das „fünfte
Wesen“, die „fünfte Natur“, gegenüber, d. i. die des Himmels und alles
Himmlischen, deren Vollendung und Unveränderlichkeit sich im ewigen und
stetigen Kreislaufe der Gestirne offenbart[3855]; dieses fünfte Wesen
ist identisch mit dem +Äther+ (athîr), der einem Feuer ohne Licht und
Wärme gleicht und sich von der Sphäre des Mondes an bis zur äußersten
Grenze des Weltalls ausbreitet[3856]. Als Formen der Elemente erwies
~Euklid~ [!] den Würfel für die Erde, das Ikosaeder für das Wasser,
das Oktaeder für die Luft und das Tetraeder für das Feuer, während
der fünfte regelmäßige Körper, das Dodekaeder, dem Allhimmel oder
Weltganzen zugehört[3857]; wie sich diese fünf körperlichen Gebilde aus
den Flächen aufbauen, kann nur ein der Mathematik Kundiger einsehen,
denn allein die Mathematik erschließt das Verständnis der Dinge,
sowie das der so wichtigen Zahlenkünste, Zahlen- und Zauber-Quadrate
usf.[3858].

Was die +einzelnen+ Elemente anbelangt, so soll von der +Erde+ noch
weiter unten die Rede sein. Das +Feuer+ ist dem Äther wenn nicht
wesensgleich so doch wesensverwandt[3859], und die Bewegung, die den
übrigen Elementen nur zeitweise zukommt, gehört bei ihm zu seiner
Natur, so daß es unaufhörlich zittert und unaufhaltsam nach oben
steigt[3860]; vermöge der ungeheuren Kraft, die ihm innewohnt, ist
es „der große Richter über alle Dinge“ und der mächtige Bewirker der
wichtigsten menschlichen Arbeiten, z. B. der das Eisen, Kupfer, Messing
und Glas, den Kalk und Ton, das Pech usf. betreffenden[3861].

Die +Luft+ fördert als Lebensgeist die Atmung und die Wärme des
Herzens[3862]; an manchen Orten, z. B. in Gruben und Bergwerken, wirkt
sie verlöschend auf das Feuer und erstickend auf die Menschen, so
daß diese dort nur verweilen können, wenn man ihnen durch Rohre und
gewisse Vorrichtungen frische und atembare Luft zuführt[3863]. Wie der
Glasbläser durch seinen Hauch die Rundungen der Flaschen, und wie
der Stein durch seinen Fall die Wellen des Wassers hervorbringt, so
entstehen durch Schlagen von Glocken, durch Schellen und Kesselpauken
usf. auch in der Luft Bewegungen, die sich fortpflanzen und als Töne
verschiedener Art vernommen werden, je nachdem das erklingende Material
aus Gold, Silber, Messing, Eisen, Legierungen von Zinn mit Kupfer
oder Eisen (nicht aber aus Blei!) bestand[3864]; mit Hilfe der Luft
wirken die Töne unmittelbar auf die Seele ein, daher vermochten die
griechischen Weisen „mit ihrem Instrumente, dem Organon [der Orgel]“
selbst Feinde in die Flucht zu jagen[3865].

Daß das +Wasser+ in Gestalt von Dünsten emporschwebt und in der
von Tropfen wieder herabfällt, lehrt die Beobachtung der Vorgänge
in der Natur, in den Badehäusern, sowie bei der Ausübung gewisser
Künste[3866]. Die aus dem Erdboden aufsteigenden Dünste erzeugen den
Tau[3867], die wasserführenden Wolken der höheren Regionen Regen und
Schnee, die die Quellen und Flüsse speisen, wofür das bekannteste
Beispiel das Steigen des Nils ist, das infolge der Sommerregen
eintritt, die in den äquatorialen Gebieten niedergehen[3868]. Fließt
das Wasser zunächst durch die Erde, so nimmt es aus den Schichten
auf, was es in ihnen vorfindet, daher sind die zutage tretenden
Wässer bald süß, bald aber herb, salzig, oder sauer, je nachdem sie
Salze, Vitriole, Alaune, Schwefel, Naphtha, Quecksilber (?) und
noch manche andere Stoffe enthalten[3869]; Wässer, die durch derlei
Fremdstoffe verunreinigt sind, werden durch sie befähigt, Mineralien
und Metalle zu bilden[3870]. Sehr bemerkenswert erscheint es, daß
auch das reinste Wasser „die Dinge für das Auge krumm macht“ [d. h.
Brechungs-Erscheinungen bewirkt][3871]. -- Was die erwähnten Künste
anbelangt, so sind das die jener Sachverständigen, die das Gewerbe der
Destillation betreiben und auf den Märkten aus ihrem „Kürbis“ genannten
Gefäße die zarte Feuchtigkeit der Rosen und Veilchen, aber auch die
scharfe des Essigs, als Dunst aufsteigen und dann als klare Flüssigkeit
wieder herabtröpfeln lassen[3872].

Aus den beschriebenen vier Elementen entstehen die Mineralien,
Pflanzen, Tiere, Menschen und Engel[3873], und zwar vollziehen sich
die Übergänge allmählich und völlig kontinuierlich, indem aus den
Mineralien zunächst Pilze u. dgl. hervorgehen, sodann höhere Pflanzen
und so nach und nach alles Übrige[3874]; es gibt daher drei Reiche,
nämlich die der Mineralien, Pflanzen und Tiere[3875], zu welchen
letzteren als „erhabenstes Tier“ auch der Mensch gehört[3876], denn
nur insoferne können manche auch von vier Reichen sprechen, als sie
den Menschen dem Geiste nach der Klasse der Engel zuzählen[3877].
Im Tierreiche bedingt die richtige Mischung der vier Elemente oder
Temperamente das rechte Verhältnis der vier Säfte und durch dieses
die Gesundheit, während unrichtige Mischungen oder Umwandlungen,
soferne ihnen nicht durch Eingabe entsprechend temperierter Arzneien
entgegengewirkt werden kann, zu Krankheit, Auflösung und Tod
führen[3878].

Bewirkt werden alle die erwähnten Übergänge und Umwandlungen durch
die +Planeten+, „und wer deren Einfluß leugnet, mit dem ist überhaupt
nicht zu streiten“[3879], denn daß von der Sonne Kräfte und Wirkungen
ausgehen, fühlt doch Jeder unmittelbar[3880], daß der Mond die
Tiefen des Meeres erwärmt und hierdurch die Flut veranlaßt, ist eine
alltägliche Erfahrung[3881], und daher liegt der Schluß nahe, daß sich
in gleicher Weise auch die übrigen Wandelsterne ihrer Natur gemäß
geltend machen[3882]. Sie +deuten+ keineswegs nur +an+, was geschieht
oder geschehen wird[3883], sondern +bringen+ es +hervor+[3884], aber
freilich stets nur gemäß dem Willen der Gottheit[3885], und erweisen
sich dadurch als „Gehilfen der Natur“ und als das vermittelnde Band
zwischen Makro- und Mikro-Kosmos[3886]. An den höchsten, in der
Erdferne gelegenen Punkten ihrer Bahn nehmen sie die Emanation der
Weltseele in Form von Licht und Kraft der Fixsterne auf, übertragen
sie, in die Erdnähe zurückgekehrt, auf die vier Elemente und ordnen
diese so zu Mineralien, Pflanzen und Tieren; das Ergebnis hierbei ist
im einzelnen abhängig u. a. von ihrer Größe, dem Abstande ihrer Sphären
von der Erde, ihrem Bahnwege durch die zwölf Tierkreis-Zeichen (deren
je drei einem Elemente zugehören), ihren Stellungen und Konjunktionen,
ihrer Farbe, ihrem Lichte und endlich von der Richtung und Schiefe
der einfallenden Lichtstrahlen[3887]. Da nun die Planeten die wahre
Ursache aller Bewegungen der Elemente auf Erden sind, so müssen die
so hervorgebrachten Dinge auch ihrem Wesen entsprechen, ganz so wie
das Erzeugte dem Erzeugenden gleicht, die Kopie dem Original, das
Spiegelbild dem Abgespiegelten[3888]. Je nach der Beschaffenheit und
Anteilnahme der Planeten werden also in allen drei Reichen Produkte
entstehen, die angemessene harmonische Mischungen, und die zugehörigen
inneren sowie äußeren Eigenschaften (z. B. Farben) aufweisen[3889].

Daß es gerade +sieben Planeten+ gibt, erklärt sich aus der besonderen
Vollkommenheit der Siebenzahl, da 7 = 3 + 4 = 2 + 5 = (3 + 3) + 1,
... also „die erste wirklich vollständige Zahl ist“[3890]; von diesen
sieben sind zwei strahlend (Sonne und Mond), zwei glückbringend
(~Zeus~ und ~Aphrodite~), zwei unglückbringend (~Ares~ und ~Kronos~),
und einer gemischter Art (~Hermes~)[3891], ferner sind drei männlich
(Sonne, ~Zeus~, ~Kronos~), drei weiblich (Mond, ~Aphrodite~, ~Ares~),
und einer ein Zwitter (~Hermes~)[3892]. Ihre persischen Namen lauten
~Kaiwan~ (~Kronos~), ~Birdschis~ (~Zeus~), ~Bahram~ (~Ares~),
~Nahid~ (~Aphrodite~), ~Tir~ (~Hermes~)[3893], und man bezeichnet
sie u. a. auch mit den Anfangsbuchstaben, die ihnen in ähnlicher
Weise zugehören wie die 28 Buchstaben des arabischen Alphabetes den
28 Mondstationen[3894]. Ihre Haupteigenschaften sind nach allgemeiner
Ansicht die folgenden[3895]: 1. Die +Sonne+ ist Führer, Herr und König,
macht Könige[3896] und beherrscht im Körper das Herz; 2. der +Mond+
ist „Mutter der Sterne“ und Vezir, macht Weibische, regiert Entstehen
und Vergehen und beherrscht die Lunge, die abwechselnd Luft ein- und
ausatmet[3897]; 3. +Zeus+ ist Richter und Weiser, macht Gerechte und
Einflußreiche, regiert Ausgleiche und Verbindungen und beherrscht
die Leber, die das Blut absondert; 4. +Ares+ ist Feldherr, macht
Tapfere, regiert Bewegung und Streben und beherrscht die Galle, die
die Gelbgalle absondert (als einen Bestandteil des Chylus)[3898]; 5.
+Aphrodite+ ist „Schwester der Sterne“ und Dienerin, regiert Schönheit
und Ordnungsliebe, Lebendigkeit und Begehrlichkeit und beherrscht
den Magen, der die Speisesäfte absondert; 6. +Hermes+ ist „Kleiner
Bruder der Sterne“ und Schreiber, macht Einsichtige und Kluge, regiert
Fähigkeiten und Wissensdrang und beherrscht das Gehirn, das die
Denkkräfte absondert; 7. +Kronos+ ist der Alte und Schatzmeister, macht
Träge und Beständige, regiert Festigkeit und Stillstand, bewirkt daher
das dauernde Haften der Formen an der Materie[3899] und beherrscht die
Milz, die die Schwarzgalle absondert[3900]. ~Ares~, ~Aphrodite~ und
~Hermes~ machen noch insbesondere Handwerker und Künstler; die alten
„Ssâbier“ genannten Mandäer und Harrânier, die die Gestirne ganz ebenso
anbeteten wie die Juden und Christen gewisse Götzen und die Parsen das
Feuer[3901], führten daher ihre Kinder an den Festtagen jener drei
Planeten in deren Tempel und empfahlen sie der Huld der Gottheiten, die
den Planeten und den betreffenden Gewerben vorstehen[3902]. Wegen der
Parallelität des Makro- und Mikrokosmos[3903] entsprechen die sieben
Planeten nicht nur den genannten sieben Hauptteilen des Körpers[3904],
sondern bedingen auch Entstehung und Wachstum des Embryos während
der neun Monate der Schwangerschaft, und zwar in der Reihenfolge
~Kronos~, ~Zeus~, ~Ares~, Sonne, ~Aphrodite~, ~Hermes~, Mond, ~Kronos~,
~Zeus~[3905], weshalb, da auf den achten Monat wieder der schädliche
~Kronos~ trifft, die Achtmonat-Kinder nicht lebensfähig sind[3906];
ferner stehen noch die eigentlichen fünf Wandelsterne in naher
Beziehung zu den fünf Hauptdenkkräften[3907].

Was die +Farben+ der Planeten betrifft, so entspricht der Sonne die
goldene, dem Mond die silberne, dem ~Kronos~ die schwarze, dem ~Zeus~
die grüne, dem ~Ares~ die rote, der ~Aphrodite~ die blaue und dem
~Hermes~ die bunte[3908], und demgemäß regeln sie, je nach den näheren
Verhältnissen, auch die Farben der ihnen zugehörigen Tiere, Pflanzen
und Mineralien: so z. B. erzeugt die Sonne u. a. Zarnich (Auripigment),
Markasit (Schwefelkies u. dgl.) und einige Edelsteine, alle von gelber
Farbe; der Mond u. a. Silber, Zinn, Salz, Salmiak, Nitron, Kalk, Glas
(Krystall, Alaun, ...), Sublimat, alle von weißer Farbe; der ~Ares~
Zinnober und rote Edelsteine; der ~Zeus~ Malachit; die ~Aphrodite~
Lasurstein, Türkis, Glas (Kupfervitriol) und blaue Edelsteine
usf.[3909].

Von den +Mineralien+ gibt es 700 Arten[3910], deren 7 Klassen den 7
Himmelssphären entsprechen[3911]; sie sind sämtlich Verbindungen der
vier Elemente und gehen aus ihnen hervor unter den Einflüssen der
einzelnen oder zusammenwirkenden Planeten, der Länder und Klimate, der
Meere usw.[3912]. Als besonders schöpferisch bewähren sich hierbei
~Hermes~ und ~Kronos~, indem sie feine Ausdünstungen aller Art gerinnen
machen und wie am Himmel zu durchsichtigen Kometen so in der Erde
zu durchsichtigen Mineralien gestalten[3913]: ~Hermes~ erzeugt, wie
dies allen Mineralogen, Alchemisten und Glasmachern geläufig ist,
schon allein durch seinen wechselnden Gang unzählige Gesteine[3914],
während ~Kronos~ durch seine Langsamkeit die schwersten und wenigst
veränderlichen Stoffe heranreift, zuvörderst Blei, aber auch Eisen,
Arsen und Antimon[3915]. Maßgebend für das, was in jedem Einzelfalle
entsteht, sind die „Verhältnisse“ der sich verbindenden Elemente, denn
welche Rolle Verhältnisse spielen, zeigt die allbekannte ungleicharmige
Wage[3916], sowie das [spezifische] Gewicht, da ein Körper in einer
Flüssigkeit, z. B. Wasser, schwebt, wenn er gerade sein Gewicht an
Wasser verdrängt, anderenfalls aber untersinkt oder schwimmt[3917].

Alle Mineralien enthalten Erde als Körper, Wasser als Geist und Luft
als Seele, gar gemacht, veredelt und gereift durch Feuer, den großen
Schiedsrichter[3918], doch entstehen sie +niemals unmittelbar+ aus
diesen Elementen. Die Erde, deren Höhen und Tiefen allmählichen
weitgehenden Veränderungen zu Gebirgen, Wüsten, Meeren und Flüssen
unterliegen[3919], enthält nämlich vielerlei Klüfte und Höhlen,
in denen die beiden Hauptarten der Dünste, die wässerigen und die
rauchartigen[3920], sich langsam, in wechselnden Mengen und bei
verschiedenen Wärmegraden verdichten und verdicken, welchen Vorgängen
als +primäre+ Produkte +Schwefel+ und +Quecksilber+ entspringen[3921].
Der „feurige Schwefel“ bildet sich in feuchten und öligen Schichten,
enthält viele flüssige und ölige Teile, ist daher leicht schmelzbar
und entzündlich, wird vom Feuer verzehrt und verbrennt selbst alles
andere[3922]; das „zitternde Quecksilber“ geht hingegen aus feuchten
und wässerigen Schichten hervor, enthält viele flüssige und wässerige
Teile, ist daher flüssig und leicht beweglich und „zeigt in der Hitze
keine Geduld“, sondern entflieht ihr[3923]. Schwefel und Quecksilber
durchdringen sich aber wie Erde und Wasser in Lehm, Ton oder Ziegeln,
indem das Quecksilber den Schwefel weich und formbar macht, und auf
diese Weise bilden sich unzählige Formen und Gestalten, von denen der
Zinnober [Schwefel-Quecksilber] zwar die bekannteste ist, aber doch nur
+Eine+[3924].

So entstehen also im Schoße der Erde sämtliche Mineralien, auch die
Metalle und Edelsteine[3925], +ausnahmslos sekundär+ aus Schwefel
und Quecksilber[3926], unter Einschließung von mehr oder weniger Erde
und Staub[3927]; je nach den Mengenverhältnissen und der Reinheit,
der Kochung und dem Garsein, der Örtlichkeit und Temperatur und noch
manchen anderen Umständen bildet sich hierbei entweder das edle,
lautere, völlig reine Gold, oder nur Silber, Kupfer, Zinn, schwarzes
oder weißes Blei, Antimon usf.[3928]. Es reifen aber in einem Jahre
und weniger: die Arten der Salze, Alaune, Vitriole und Schwefel; in
einem Jahre und mehr: die Korallen und Perlen; in einer Reihe von
Jahren: die Metalle; in Jahrhunderten: die Edelsteine, vom Krystall
bis zum Diamanten[3929]. Mit Recht betrachtet man daher als „Anfänge
der Mineralien“ jene, die ursprünglich schon binnen kürzester Frist
in den hell- und dunkelfarbigen, salz- und natronhaltigen, feuchten
Erdschichten zusammenbacken und gerinnen[3930]; es sind dies z. B.
Salz, Gips und Kalk[3931], Alaune und Vitriole[3932], die grünen,
gelben und blauen „Gläser“ und Chalkitis-Arten, die man ebenfalls
als Alaune und Vitriole anzusehen hat[3933], der Nûschâdir oder
Naûschâdir [= Salmiak], das Kilja der Aschen [= Kali], das Nitron
[d. i. unreine natürliche Soda, und +nicht+ Salpeter[3934]], die
Salze des Harnes[3935] und noch andere ähnliche, die alle für
die Kîmijâ (Chemie) erforderlich sind[3936] und nebst Magnesia
[Mangan, Braunstein] auch als Flußmittel bei der Herstellung des
gewöhnlichen und des durchsichtigen hellen Glases dienen[3937].
Was die restlichen Mineralien betrifft, so pflegt man sie in sechs
Klassen zu teilen[3938]: 1. Schmelzbar sind: Gold, Silber, Kupfer,
Eisen, Blei (schwarzes und weißes) und Glas. 2. Unschmelzbar sind
infolge ihres besonderen Gehaltes an Schwefel und Quecksilber:
Ton, Krystall („Glas“), Smaragd, Topas, Hyazinth, Carneol, der für
das Licht so besonders durchlässige Billaur [meist Bergkrystall]
und ähnliche Edelsteine[3939]. 3. Verdichtete Niederschläge, weder
brennbar noch schmelzbar, aber zerreiblich, sind u. a.: Gips,
Talk, Magnesia, Lasur, Malachit, Markasit und Pyrit [Schwefelkies
u. dgl.], Arsen [Arsen-Sulfide], Stibi [Antimonsulfid][3940], welches
letztere vielfache Anwendung findet und z. B. als Augensalbe zum
[abergläubischen, gegen den „bösen Blick“ schützenden] „Zeichnen“ der
Neugeborenen dient[3941]. 4. Verdichtete Niederschläge, aber brennbar
und schmelzbar, oder selbst flüssig, und infolge ihres Gehaltes an
Luft und Öl (oft auch an Schwefel und Arsen) leicht entzündlich sind
u. a.: Pech, Erdpech, Asphalt, Erdöl[3942] und weiße Naphtha[3943]. 5.
Dem Wasser nahestehend, daher nicht brennbar und das Feuer fliehend,
ist das Quecksilber. 6. Den Pflanzen und Tieren nahestehend und daher
wachsend sind Korallen und Perlen.

Unter den Angehörigen der ersten Klasse, also der +Metalle+, ist
das vornehmste das +Gold+ (dhahab, ibrîz), dessen gelbe Farbe es,
ebenso wie Markasit, Hyazinth oder Krokos als Erzeugnis der Sonne
erweist[3944]; es entsteht in trockenen Steinwüsten und in festen
Gesteinen, enthält ausschließlich reinsten Schwefel und klarstes
Quecksilber im richtigsten Verhältnisse und ist gelb, schwer,
gewichtig, dehnsam zu Blättern, spinnbar zu Fäden, lötbar mittels
des giftigen kupferhaltigen Malachits, besonders nebst Tinkâr [=
Tinkal, Borax], löslich in Quecksilber, das es im Feuer unverändert
zurückläßt[3945], und legierbar mit Silber und Kupfer; von letzterem
kann es wieder getrennt werden, indem man es mit gewissen glänzenden
und eine Art Schwefel enthaltenden Markasiten heftig erhitzt, wobei
das Gold allein unangegriffen zurückbleibt, während alles übrige
verbrennt[3946]. -- Das +Silber+ (fiddah) gibt sich durch seine weiße
Farbe, ebenso wie Salz, Krystall oder Baumwolle als Erzeugnis des
Mondes zu erkennen[3947], entsteht in staubhaltigen Gebirgen und
Gesteinen und hat infolge zu frühzeitigen Abkühlens keine völlige Reife
[zu Gold] erlangt; es ist weiß und zart, „verbrennt“ in anhaltend
starkem Feuer, „verwest“ allmählich beim Liegen im Erdreich, wird von
Schwefel geschwärzt, von Quecksilber erweicht und gelöst, und legiert
sich mit Kupfer und Blei; von diesen läßt es sich mittels Nitrons
und gewisser Reinigungs-, Schmelz- und Flußmittel unschwer wieder
befreien[3948]; wer es gelb und trocken machen [in Gold verwandeln]
könnte, der hätte, was er braucht[3949]. -- +Kupfer+ (nuhâs) entsteht
in ähnlicher Weise wie Silber[3950], enthält aber noch mehr Schwefel
von geringerer Reinheit und ist daher grob, rot, schwärzt sich rasch
im Feuer und verbrennt darin völlig; schon Kupfer selbst macht
die Speisen giftig, noch giftiger aber erweisen sich der Grünspan
(zindschâr), der aus ihm durch Säure entsteht, sowie das kupferhaltige
Mineral Malachit (dahnadsch) und die Legierung Taliqûn [s. unten];
Quecksilber erweicht und löst es, Blei und Zinn ergeben die Legierungen
Mafrig (= mufragh, Gußmetall?) und Isfid (= Weißmetall), und gewisse
geeignete Mittel, z. B. das sog. „syrische Glas“ [eine zinkhaltige
Substanz], erzeugen daraus beim Verschmelzen das weichere, gelbe oder
goldfarbige Messing (schabh), an dem so recht die hohe Bedeutung der
Form zutage tritt, denn aus einem Stücke von 5 Dirhem Wert fertigt
der Kundige Instrumente an, z. B. Astrolabe, für die der Käufer 100
Dirhem zu bezahlen hat[3951]. Wer das Kupfer weiß und zart machen
[in Silber verwandeln] könnte, der hätte, was er braucht[3952]. --
+Zinn+ (qalʿijj) ist zwar weiß wie Silber, jedoch weich, stinkend
und beim Biegen kreischend, da es zu viel Quecksilber und zu zähen
Schwefel enthält und deshalb nicht ganz gar werden konnte; es ist
ebenfalls leicht verbrennbar, jedoch nicht giftig, sondern im Gegenteil
medizinisch nützlich, besonders für die Augen; durch bestimmte Mittel,
wie Salz, Arsen, Markasit und Myrthenzweige, kann man es heilen und
dadurch in Silber verwandeln[3953]. -- +Eisen+ (hadîd) bildet sich
ganz ähnlich wie Silber und Kupfer, ist jedoch noch unreiner, weshalb
auch die Schmiede keine langen Drähte aus ihm anfertigen können[3954];
von seinen zahlreichen Arten sind einige weich, andere aber, in
Wasser getaucht [zu Stahl abgelöscht] hart[3955]; eine besondere und
merkwürdige Begierde herrscht zwischen Eisen und Magnet[3956]. -- Das
+Blei+ (usrub) ist das ursprünglichste der in der Erde zur Gerinnung
gelangten Metalle[3957] und wegen des in ihm vorhandenen Überschusses
an ganz schlechtem Schwefel auch das gemeinste; Weichheit, Schwärze und
Gestank hindern es jedoch nicht daran, sehr nützlich zu sein, im Feuer
gelbe Bleiglätte und rote Mennige, sowie mit Säure leuchtendes Bleiweiß
zu ergeben[3958] und sogar den härtesten aller Steine, den Diamanten,
zu „zerbrechen“[3959].

+Alchemie+, d. i. die Herstellung edler Metalle aus unedlen, die von
manchen als Betrug bezeichnet wird, ist fraglos möglich, wie das schon
die Entstehung +aller+ Metalle durch allmähliches Reifen und Garwerden
+einer und derselben+ Urmaterie bezeugt[3960], und tatsächlich gibt
es, wie Astrologen, Zauberer, Zeichendeuter und Talismanschreiber,
so auch Alchemisten in großer Zahl[3961]; sie sind wohlbekannt mit
den Einflüssen des ~Hermes~[3962], kennen die Bedeutung der Salze und
anderer Stoffe für die Kîmijâ[3963], verfertigen ein gewisses Sublimat,
das „aliksîr“ heißt[3964], und verwandeln so das Kupfer oder Zinn in
Silber, das Silber in Gold usf.[3965]. Eine Natur nämlich freut sich
der anderen, gesellt sich ihr und überwindet sie, je nach der Stärke
von Liebe oder Haß: so haftet, um nur einige, jedermann geläufige
Beispiele anzuführen, das Eisen am Magneten, der Diamant am Golde,
Stroh oder Haar aber an gewissen Steinen, so wird Blei des Diamanten
und Schmirgel der Edelsteine Herr, so erweicht Quecksilber das Gold,
Silber, Kupfer und Eisen, so verbrennt Schwefel unedle und edle
Metalle, so besiegt Salmiak den „Schmutz“ der Metalle und Edelsteine
u. dgl. mehr[3966].

Während einige, wie angegeben, Perlen und Asphalt für Mineralien der
4. und 6. Klasse erklären, halten andere sie für eine Art geronnenen
Taues und reihen ihnen als Analoga u. a. folgende Stoffe oder deren
Bestandteile an: Lack, Opium und Manna[3967], Kampher[3968], Ambra,
Aloe und Moschus[3969], Koriander[3970], den in Indien zum Kauen
benützten Betel[3971], das Harz Sandarak, aus dem die Gaukler ihre
Feuerkugeln anfertigen[3972], den Bernstein und den „aus den Gruben
geförderten“ heilsamen Bezoarstein[3973] [der aber tatsächlich kein
Stein ist, sondern ein der Bezoarziege entstammendes Konkrement].
Dieser Bezoar [persisch = Gift abwaschend, d. i. Gegengift] ist nicht
nur ein höchst vielseitiges medizinisches Mittel, sondern gewährt auch
Schutz vor Giften: bei einigen verhindert er, daß sie Koagulation
hervorrufen, wie sie der so „heiße“ Saft der Pflanze Melongena oder das
Lab in der Milch und der männliche Samen im weiblichen Menstrualblut
bewirkt (wodurch der Embryo entsteht); bei anderen wieder beugt er
dem Übergang in das Blut vor, ganz so wie z. B. gewisse Säuren die
Aufnahme mancher Farbstoffe durch das Wasser verhindern, oder die schon
aufgenommenen wieder ausfällen[3974]. Derlei Säuren sind jene aus den
unreifen Früchten der Citrone, Orange, Limone und Tamarinde, aus den
reifen der Eiche und Cypresse, aus den Galläpfeln und Myrobolanen
[d. s. Gerbsäuren[3975]), sowie der Essig; es ist merkwürdig, daß
die köstlichsten Dinge der Welt, die Seide, die Perlen und der
Honig, alle drei unter Milhilfe kleiner und unscheinbarer Tiere
entstehen[3976], daß ferner aus dem zarten Honig[3977], dem süßen
Safte der zweigeschlechtlichen Palme[3978] und dem honigähnlichen
Zucker, die für sich oder nebst Mandeln und Öl die lieblichsten Speisen
ergeben[3979], zunächst scharfe und berauschende Getränke hervorgehen,
-- „Feinde Gottes und der Vernunft“ geheißen, aber trotzdem auf allen
Märkten feilgeboten[3980] --, weiterhin aber verschiedene Arten des
kalten und sauren Essigs, und schließlich sogar die im Essig lebenden
Würmer[3981]; doch entstehen freilich Pflanzen und Tiere, auch höhere,
unter gar mancherlei Verhältnissen nicht wie sonst aus Samen, sondern
unmittelbar durch Zersetzung, Verwesung und Fäulnis[3982].

                              ——————————

In Ansehung der großen, um das Jahr 1000 schon bis nach Spanien
reichenden Verbreitung der „Schriften der Treuen Brüder“ und ihres
Einflusses auf die geistige Entwicklung im Osten und Westen[3983], dem
selbst die Verbrennung durch die Orthodoxen zu Bagdad keinen Abbruch
zu tun vermochte[3984], hat man ihre Bedeutung für die Übermittlung
zahlreicher spätgriechischer Lehren sehr hoch einzuschätzen. Zu diesen
zählen neben den eigentlich alchemistischen von der Herstellung des
Goldes und Silbers, der „Heilung“ der unedlen Metalle usf., auch
gewisse, durch mehr oder minder weitgehende Abänderung aristotelischer
Anschauungen entwickelte, u. a.: die im Erdinneren, bald durch
Erhitzen und Schmelzen, bald durch Niederschlagen und Verdichten von
teils trockenen und rauchartigen, teils feuchten und dampfartigen
Dünsten, erfolgende Entstehung der Mineralien und Metalle, die
in ihren eigentümlichen „Mischungen“ stets +alle vier Elemente+
enthalten, wenngleich in den verschiedensten Mengenverhältnissen, und
demgemäß auch die verschiedensten, entsprechend charakteristischen
Eigenschaften zeigen[3985]; das Garwerden und Reifen der Metalle und
Erze, ihr Wachsen und Nachwachsen (welches letztere ~Aristoteles~ in
Abrede stellte)[3986]; das Bestehen der Mineralien und insbesondere
der Metalle, aus +Schwefel+ und +Quecksilber+. Letztere, bis tief
in die Neuzeit hinein fortwirkende, so höchst eigentümliche und
absonderliche Theorie, die man seit jeher als „rein arabischen
Ursprunges“ ansprach, ohne aber jemals ihre Quelle nachweisen zu
können[3987], tritt in den „Schriften der Treuen Brüder“ schon in
völlig bestimmter, durchaus dogmatischer Gestalt auf; sie wird
ohne jeden Anspruch auf Neuheit als etwas so Selbstverständliches
und zweifellos Feststehendes vorgetragen, daß sie offenbar etwas
Altüberliefertes und des nämlichen Ursprunges wie alles übrige
sein muß, nämlich griechisch-alexandrinischen. Die Frage, auf was
hinwiederum sich ihre Autorität bei den späthellenistischen Chemikern,
den Stammvätern der syrischen und arabischen Tradition, gründete, --
behauptete doch bereits ~Pibêchios~ (4. Jahrhundert), „alle Gegenstände
enthalten Quecksilber“ --, läßt sich unschwer beantworten, soferne man
des schon von ~Aristoteles~ hervorgehobenen Gegensatzes der aktiven und
passiven Qualitäten und Elemente gedenkt, sowie der von den jüngeren
und jüngsten philosophischen Schulen gelehrten, bei der Weltbildung
erfolgenden Scheidung der Materie; diese zerfällt nämlich zunächst in
grobe und feine Teile, und weiterhin in die Paare (Wasser + Erde) und
(Feuer + Luft), die aber schließlich auch wieder als Repräsentanten des
eigentlichen kalten und passiven Stoffes sowie des heißen und aktiven
Pneumas gelten, demnach als solche der Hýle und des mit dem πνεῦμα
θεῖον (göttlichen Pneuma) identischen Logos. Beruht nun, der Behauptung
jener Schulen gemäß, die Entstehung der Einzeldinge auf Durchdringung
von Hýle und Logos, und gelten diese als gleichwertig mit den groben
und feinen Teilen der Materie, also mit den Paaren (Wasser + Erde)
und (Feuer + Luft), so werden durch deren Vereinigung die Elemente,
die nach ~Aristoteles~ stets alle vier in jedem Körper vorhanden
sein müssen, wieder zusammengeführt. Die Kombination (Wasser + Erde)
ist aber, schon den Lehren des ~Aristoteles~ gemäß, im Quecksilber
verwirklicht, als dessen Hauptbestandteile die in jedem unedlen Metalle
vorhandene Erde, sowie das viele, seinen flüssigen Zustand bedingende
Wasser anzusehen sind; für die zweite Kombination (Luft + Feuer),
die dem πνεῦμα θεῖον (pneuma theíon) entspricht, ergibt sich aus dem
Doppelsinne des Wortes theíon (= göttlich, aber auch gleich Schwefel)
als passendster Träger der schon von altersher für „heilig“ angesehene
Schwefel, dessen Eigenschaften, nämlich „heiße“ und „feurige“ Natur,
sowie Flüchtigkeit, einer solchen Vorstellung durchaus angemessen
erschienen. Demgemäß vereinigen sich, wie auch die „Treuen Brüder“
berichten, die Elemente zunächst zum Schwefel und Quecksilber, und erst
diese bilden dann, unter Verbindung nach den verschiedensten Mengen-,
Reinheits- und Reife-Verhältnissen, wie alle anderen Stoffe so auch die
Metalle; die Voraussetzung einer derartigen Entstehungsweise führte
auch zu dem für die Folgezeit bedeutsamen, mit den Ansichten ~Platons~
übereinstimmenden Schlusse, daß sich Verbrennung und Rosten [also die
raschen und langsamen Vorgänge der Verbrennung und Oxydation] +unter
Ausscheidung+ eines Bestandteiles und daher +unter Gewichtsverlust+
vollziehen[3988].

Die Entstehung der so merkwürdigen und vom rein chemischen Standpunkte
aus ganz unbegreiflichen, ja völlig widersinnigen Theorie vom Schwefel
und Quecksilber als den Grundlagen sämtlicher Stoffe und wesentlichen
Bestandteile der Metalle, -- einer Theorie, die trotz ihrer Absurdität
fast anderthalb Jahrtausende lang in unvermindertem Ansehen blieb und
vielen noch im 18. Jahrhundert durch die analytischen Untersuchungen
hervorragender Gelehrter keineswegs endgültig widerlegt erschien
--, wird daher nur verständlich, wenn man sich gegenwärtig hält,
daß sie, allem Dargelegten zufolge, überhaupt nicht an der Hand
+chemischer+ Voraussetzungen abgeleitet wurde und werden konnte,
sondern nur auf Grund +philosophischer+, und zwar allein der oben
erwähnten, ausschließlich für ganz bestimmte spätgriechische Schulen
charakteristischen.

Dieser Umstand ist von besonderer Wichtigkeit für die Lösung gewisser,
im übrigen nur schwierig aufzuklärender geschichtlicher Fragen, die die
Ausbreitung der Alchemie betreffen; denn sobald, auch in anscheinend
ganz entlegenen Kulturkreisen, die dogmatische Lehre vom Schwefel
und Quecksilber als Ursubstanzen auftaucht, wird man mit größter
Wahrscheinlichkeit schließen dürfen, daß sie nicht zufälligerweise in
aller ihrer Eigenart zum zweiten Male entwickelt, sondern in bereits
fertig ausgebildeter Gestalt von außen her übermittelt worden sei.


3. Das „Steinbuch des Aristoteles“.

Das noch von ~Berthelot~, vermutlich auf das Urteil älterer
Orientalisten hin, als wichtige Quelle früharabischer Alchemie
angesehene sog. „Steinbuch des ~Aristoteles~“ kann zwar als solche,
den neuesten eingehenden Untersuchungen ~Ruskas~[3989] zufolge,
nicht mehr in Betracht kommen, enthält aber immerhin sehr vieles
für die Geschichte der Chemie und Alchemie höchst Merkwürdige und
Beachtenswerte. Das Buch ist nach ~Ruska~ syrisch-persischer Herkunft
und ursprünglich noch vor dem Jahre 850 in arabischer Sprache von
einem mit der griechischen und persischen Litteratur wohlvertrauten
Syrer niedergeschrieben, vielleicht von dem 873 verstorbenen,
berühmten Universalgelehrten ~Honein~ (~Hunain~) ~ibn Ishaq~[3990];
diese erste arabische Fassung, die mehrfach in die hebräische und aus
dieser wieder in die lateinische Sprache übersetzt wurde und nur die
Edelsteine nebst einigen anderen seltenen und auffälligen Steinen
behandelt zu haben scheint, ist als ältestes Dokument arabischer
Mineralogie anzusehen[3991]. Leider blieb sie aber in unveränderter
Gestalt weder im Original noch in Übersetzung erhalten, vielmehr sind
die uns vorliegenden Texte Ergebnisse vielfacher und oft wiederholter
Erweiterungen und Interpolationen, die von sachkundigen, teils
orientalischen, teils spanischen muslimischen Gelehrten herrühren:
diese fügten zunächst die Metalle nebst deren Zubehör ein[3992],
sodann eine stets wachsende Zahl medizinisch, chemisch und magisch
wirksamer oder wirksam geglaubter Steine[3993], und überarbeiteten
schließlich die ganze Schrift in alchemistischem Sinne, ohne aber diese
Absicht offen einzugestehen oder deutlich hervortreten zu lassen[3994].

Als ein „Steinbuch des ~Aristoteles~“ will das Werk offenbar für
die Übersetzung eines griechischen Originales gelten, und indem es
dem ~Aristoteles~ u. a. auch die Kenntnis aller nur möglichen in
Kleinasien, Syrien, Persien usf. vorkommenden Mineralien und ihrer
tatsächlichen oder vermeintlichen Eigenschaften zuschreibt, knüpft
es an eine Überlieferung der „Alexander-Sage“ an[3995]: diese, die
zuerst schon im zweiten vorchristlichen Jahrhundert nachweisbar
wird, läßt nämlich ~Alexander~ den Großen auf seinen sämtlichen
Feldzügen von ~Aristoteles~ begleitet sein, der mit übermenschlicher
Weisheit stets auf den ersten Blick alles Niegesehene erkennt, alles
Unerhörte enträtselt, List und Trug durchschaut und jede drohende
Gefahr abwendet, wodurch er sich in gleichem Maße als Lehrer wie als
Schutzgeist seines königlichen Schülers bewährt. ~Alexander~ selbst
lebt in der Sage nicht nur als größter Eroberer, Feldherr und Herrscher
fort, sondern wird allmählich auch zum Gelehrten, Philosophen[3996],
Arzt, Magiker und Chemiker ersten Ranges; die nötigen Kenntnisse
übermittelte ihm der allbewanderte ~Aristoteles~, der sie selbst
wieder teils dem weisen, aller Künste und Zauber kundigen König
~Salomon~ verdankte, teils dem Verfasser der tausend Bücher, dem
~Hermes~[3997]. Von ~Salomon~ stammte z. B. sein Wissen um jenen „roten
Schwefel“ (= Gold), den die Ameisen für diesen König aus den Felsen
des „Tales der Ameisen“ graben mußten[3998], -- jedenfalls als späte,
von hellenistischer Phantasie gezeugte Nachkommen der märchenhaften
goldgrabenden Ameisen des ~Herodot~; von ~Hermes~ hingegen erlernte
er die Kunde der Steine[3999], sowie die Astrologie, auch übersetzte
er das astrologische Werk des ~Hermes~ ins Griechische und verfaßte
zu dem des ~Ostamahis~ (= ~Ostanes~?) einen Kommentar, den, auf seine
Empfehlung hin, auch ~Alexander~ der Große zu studieren pflegte[4000].

Kaum bedarf es des Hinweises, daß die echten Schriften des
~Aristoteles~ keine Spur von astrologischen Anschauungen enthalten, und
daß ~Aristoteles~ zwar zoologische und (verloren gegangene) botanische
Bücher herausgab, aber keine eigentlich mineralogischen[4001]. Von
seinem Schüler und Nachfolger ~Theophrastos~ rührt zwar eine (nur
fragmentarisch erhaltene) Abhandlung „Über die Steine“ her, und
diese mag, als der Schule des ~Aristoteles~ entstammend, in späterer
Zeit von manchen auch als von ihm selbst verfaßt angesehen worden
sein; doch auch in ihr ist nirgends von den zauberhaften, magischen
und medizinischen Wirkungen der Mineralien die Rede, wie sie sich
z. B. schon bei ~Dioskurides~ geltend machen, bei ~Plinius~ bereits
vorherrschen und die Schriften der hellenistischen Spätzeit, z. B.
die dem ~Orpheus~ zugeschriebenen „Lithika“, die „Kyraniden“ u. dgl.,
völlig erfüllen[4002]. Im wesentlichen beschränken sich die Kenntnisse
des ~Theophrastos~[4003] auf die Silber, Kupfer, Eisen und Blei
führenden Erze; auf Malachit und Lasur, Oker und Rötel, gelbes und
rotes Arsen; auf Bleiweiß, Grünspan und Zinnober, sowohl den natürlich
vorkommenden aus Spanien und Kolchis, als auch den „künstlichen“,
d. h. künstlich aufbereiteten, den ~Kallias~ aus dem „Sand“ der
ephesischen Silbergruben durch wiederholtes Pochen und Waschen als
rotes, prächtig glänzendes Pulver darstellte; ferner auf „Magnetis“,
ein silberglänzendes, vom Drechsler zu bearbeitendes Gestein (wohl
eine Art Glimmer oder Talk), sowie auf den für ein Mineral angesehenen
Bernstein, der Elektron oder Lynkurion genannt wird. [Die schon im
Altertums weitverbreitete Anschauung, „Lynkurion“ sei der zum Stein
verhärtete Harn (οὖρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), erklärt sich
aus einer Mißdeutung des Namens der Lingurier oder Ligurer, in deren
Gebiet eine der uralten nord- und zentraleuropäischen Handelsstraßen,
auf der u. a. auch der Bernstein befördert wurde, die Küste des
Mittelmeeres erreichte.]

Von den über siebzig im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ besprochenen
Mineralien sind besonders die nachstehenden, als auch für die
alchemistische Litteratur wichtig, hervorzuheben: +Schwefel+, der als
gelber, roter und weißer auftritt[4004]. -- +Arsen+, Zarnik, Zirnich
[d. i. Schwefelarsen], findet sich als gelbes und rotes, gibt beim
„Verkalken“ eine weiße, tödlich giftige Masse [d. i. Arsenigsäure],
färbt das Kupfer weiß, eignet sich als Zugabe für Feuerwerkssätze
(opera ignea) und liefert mit Kalk, Nura, vereint ein treffliches
Enthaarungsmittel[4005]. -- +Magnesia+ ist [im Sinne von Braunstein]
unentbehrlich für die Glasmacher[4006], färbt auch den Billaur oder
Bellor, aus dem man Gefäße und Brenngläser macht [d. i. eigentlich
Bergkrystall, hier wohl ein Krystallglas][4007]; Magnesia benennen
viele aber auch den schwefelhaltigen Androdámas [= Pyrit][4008],
sowie den glänzenden, Gold und Silber führenden Markasit [= Pyrit,
Kupferkies usf.], von dem es sehr zahlreiche Arten gibt[4009]. --
+Ithmid+, auch Itmad, Ezmit, Azmat, ist Stimmi [d. i. Schwefelantimon,
zuweilen auch Schwefelblei, also Antimon- oder Bleiglanz][4010]. --
+Tutia+ [d. i. wesentlich Zinkoxyd] kommt in vielen, bald weißen, bald
gelben oder grünen Sorten an den Seeküsten von Hind und Sind [d. i. des
nordwestlichen Indiens und des südöstlichen Persiens] vor und ist auch
ein vorzügliches Augenheilmittel[4011].

Aus Kalkand (χάλκανθος, Chálkanthos) und Kalkatar oder Kalkadir
(χαλκῖτις, Chalkítis) entsteht der +Zâdsch+, Vitriol, eine glasartige
Masse von mancherlei Farben (vitrum multorum colorum)[4012]; zu seinem
Geschlechte zählen manche auch den für die Färberei so wichtigen
+Schabb+, Alaun, dessen beste Sorte aus Jemen kommt[4013]. Für alle
diese und viele andere Substanzen gibt es „Spezialisten“, das sind
Gelehrte, die nur eine einzige bestimmte Gattung und deren Anwendungen
behandeln, über diese aber, die nun einmal ihre „Spezialität“ ist,
niemals hinausgehen[4014]. -- Vom gewöhnlichen Salz kennt man ebenfalls
höchst verschiedene Arten, darunter die sehr schöne feste, schneeweiße
(lapis albus sicut nix); merkwürdigerweise sind viele Fundorte des
Salzes auch solche der leicht entzündlichen Naphtha (minerae ignis
graeci = Fundstätten des griechischen Feuers)[4015]. -- Dem Salze
gleichen die +Kali+ genannten Aschen bestimmter „baumhoch wachsender“
Kräuter, die beim Verbrennen durch das Feuer versteinert und verhärtet
werden[4016], ferner das zum Waschen und Reinigen dienliche +Nitron+
oder Natron, eine Abart des Borax[4017], sodann der eigentliche
+Borax+, der aus gewissen Salzseen stammt und sich sehr geeignet
zu Zwecken des Lötens und Schmelzens erweist[4018], endlich auch
in mancher Hinsicht der +Kalk+, Nura[4019]. Ein Salz ist auch der
+Nausadir+ [Nûschâdir, Salmiak; nach ~Lagarde~ armenisch?][4020],
„nasciador qui fit in balneis“, „liscianada quae fit in balneis“[4021],
d. h. „der Salmiak der in den Bädern entsteht“ [nämlich durch
Sublimation, aus dem zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Miste,
besonders dem der Kamele]; er ist von heißer und trockener Natur, zieht
viele Stoffe an sich und fixiert daher die Farben und zeigt Weiße,
Farbe und Glanz des Diamanten[4022].

Dieser kostbarste aller Edelsteine findet sich allein in einer völlig
unzugänglichen Felsenschlucht Indiens; ihn aus dieser herauszuholen
glückte erst ~Alexander~ dem Großen, indem er, -- wie schon 392 der
gegen die Ketzer schreibende ~Epiphanios~ erzählt, und wie es 1190
der persische Dichter ~Nizami~ in seinem „Alexander-Liede“ bestätigt
--, mächtige Stücke rohen Fleisches hinabwerfen und sie samt den
anhaftenden Edelsteinen durch große Vögel wieder emportragen ließ.
Der Diamant wird durch Feuer nicht angegriffen, löscht es vielmehr
aus[4023] [vermöge seiner „besonders kalten Natur“]; zum Gold hat er
Neigung und zieht es an wie ein Magnet[4024], hingegen ist ihm das
Blei feindlich, „zerbricht und pulvert ihn“[4025]. [Dieser noch im
Mittelalter sehr allgemein verbreitete Aberglaube rührt vermutlich
daher, daß man Edelsteine aller Art durch An- oder Einschmelzen in
Bleiplatten zu befestigen pflegte, um sie gehörig schleifen und
polieren zu können.]

Unter den +Metallen+, -- deren Schilderung, wie oben erwähnt,
vermutlich erst in späterer Zeit (und wohl gemäß den Angaben
in der Enzyklopädie der „Treuen Brüder“) in das „Steinbuch“
eingefügt wurde[4026] --, ist allein das +Gold+ völlig rein und
unveränderlich[4027], während schon das weiße und glänzende +Silber+
durch Blei oder Quecksilber „verdorben“ und durch Schwefel geschwärzt
wird[4028]. Vom +Kupfer+, Nuhâs[4029], kennt man viele Arten und
verfertigt aus ihm Messing, Sifr[4030], aber auch sonst noch unter
Benützung von Borax, Vitriol und anderen Zutaten allerlei dem Golde
Gleichendes[4031]; kupferne und messingne Gefäße machen Speisen
und Getränke giftig, es ist nämlich in ihnen ein tödliches Gift
„verborgen“, das man mittels Essig „herauszuziehen“ vermag, d. i.
der Grünspan, Zindschar[4032], eine Art Malachit, der aus dem Kupfer
entsteht[4033]. +Zinn+, Rasas[4034], das oft mit Blei verwechselt
oder für Blei angesehen wird[4035], enthält oft etwas Gold oder
Silber und ist selbst eine Art unreines Silber, das man nur von
Weichheit, Gestank und „Geschrei“ befreien müßte, um es in wahres
Silber überzuführen[4036]. Mannigfaltiger Art ist das +Eisen+,
dessen merkwürdigstes Erz, das Magneteisen, im indischen Meere den
berühmten Magnetberg bildet[4037]; man kennt übrigens mehr als zwanzig
verschiedene Magnete, die sämtliche Metalle und auch noch vieles
andere anziehen[4038]. Im Feuer gibt das Eisen roten Eisenrost[4039]
und durch die Kraft gewisser Zusätze wird es zu Stahl, Fûlâd[4040].
Das +Blei+, Usrub oder Rasâs[4041], wird aus Ithmid [= Bleiglanz;
oft aber auch = Antimonglanz] gewonnen[4042] und ist bei völliger
Reinheit frei von Trockenheit, kalt und weich, „zerbricht“ aber
trotzdem den Diamanten[4043]; in ihm verborgen ist das glänzende, zu
Salben nützliche Bleiweiß, Isfîdâdsch (= weißes Wasser), das Essig
schon in der Kälte „herauszieht“[4044], ferner noch die nur durch
Feuer herausziehbare Bleiglätte, Martak[4045], die bei weiterem
Erhitzen rot wird und Mennige, Usrundsch, liefert, aus der man mit
Öl ein Bleipflaster anfertigt[4046]. +Quecksilber+[4047] ist ein
„beschädigtes“ Silber und so schwer, daß alle schwersten Mineralien
auf ihm schwimmen, mit Ausnahme des Goldes; ~Alexander der Grosse~ kam
aber [was auch der Dichter ~Nizami~ erwähnt] auf seinen Zügen an ein
Meer, dessen Wasser ebenso schwer war wie Quecksilber. Selbst sehr
giftig gibt Quecksilber einen noch weit furchtbarer giftigen Dampf; in
„verkalktem“ Zustande macht es das Kupfer weiß[4048], beim Erhitzen mit
Schwefel in verschlossenen Töpfen färbt es sich hingegen rot und wird
dabei zu Zinnober, Zundschufr oder Schandschart, aus dem man es jedoch
durch „Brennen“ in gläsernen Gefäßen wieder „ausziehen“ kann[4049].
Nicht selten wird Zinnober verwechselt mit Mennige und samt dieser
wieder mit Bleiglätte, sowie mit Rötel[4050].

Was die, gelegentlich später Umarbeitungen, in das „Steinbuch“
eingeschobenen +alchemistischen+ Betrachtungen anbelangt[4051],
so besagen sie, daß die Philosophen in dieser Hinsicht allerlei
Andeutungen zu machen, sie aber vor der großen Menge sorgfältig
zu verbergen pflegen[4052]; der (neben anderen Steinen genannte)
„philosophische Stein“ verleiht, wie das die Goldmacher wissen
(sciunt qui faciunt aurum), die Kunst des großen Werkes (scientiam
magisterii)[4053] und findet sich im gemeinen Kot (in luto), und zwar
in zwei Abarten, die weiß und rot sind und die weiße und rote Farbe
(d. h. Silber und Gold) hervorbringen[4054]. Aus Silber (14 Teilen)
erhält man rotes Gold entweder durch Einwirkung von „Satansstein“ (1
Teil), der unter Wasser gelb wie Auripigment aussieht, an sich aber
rot ist und beim Verkalken zu einem Zinnober wird[4055], oder durch
Behandlung mit „Farsalus“, d. i. Aphroselinon[4056] [= Talk, Glimmer;
hier wohl Deckname für ein alchemistisches Präparat]. Der Farsalus
ist überhaupt von wunderbarer Kraft: er fixiert das Quecksilber,
was außerdem auch die Steine „Karsijâd“, „Hâdi“ und „Wollmagnet“
vermögen[4057], er verwandelt Blei und Eisen in Silber und Gold[4058]
und erzeugt aus Kupfer Silber sowie aus Silber Gold[4059]. Kupfer
wird „weiß“ [d. h. zu Silber] durch Quecksilber, durch den Stein
„Baumwollmagnet“[4060] und vor allem durch Zirnich [= Arsen], den
„weißen Vogel“ [avis alba = Arsenigsäure], in dem das „große Geheimnis“
steckt, und der auch „Weiß der Ifrangis“ (Franken) heißt[4061]; Kupfer
und auch Silber wird „rot“ [d. h. zu Gold] durch den „indischen“ Stein
„Hâmi“, sowie durch Schwefel, der es rötet und rot färbt, weshalb
er wichtige Anwendung beim Machen des Goldes findet[4062]; auch
Borax, Vitriol und andere Zutaten ergeben aus Kupfer oder Messing
„Goldähnliches“, das viel billiger einsteht wie echtes Gold, jedoch
nicht feuerbeständig ist[4063]. -- Zu alchemistischen Zwecken dürfte
auch die persische Legierung „Haftdschausch“, d. h. „aus sieben
[nämlich Metallen] gekocht“, bestimmt gewesen sein[4064]; Mischungen,
auch im Sinne von Temperamenten, werden mit „Kîmûsât“ (abgeleitet vom
griechischen χυμοί, Chymoi = Säfte) bezeichnet[4065], die Künste der
Metallgießer aber auch mit „Kîmijâ“, Chemie[4066], zu deren Aufgaben
u. a. das „Auflösen“ (Zersetzen) der Substanzen mittels „Kürbis
und Alembik“ [d. h. durch Sublimation oder trockene Destillation]
gehört[4067].

Wie bereits eingangs bemerkt wurde, ist das „Steinbuch“
syrisch-persischer Herkunft und liefert mit einen wichtigen Beleg zu
der Tatsache, daß die Araber ihre eingehenderen mineralogischen und
namentlich metallurgischen Kenntnisse zuerst den Persern entlehnten,
bei denen sie zur Zeit der arabischen Eroberung (die um 640 stattfand)
also längst vorhanden waren. Demgemäß sind nicht nur die Namen der
Edelsteine u. dgl., sondern auch die der metallischen und mancher
anderen Produkte zu einem großen Teile persischen Ursprunges. Im
ganzen richtig erkannte dies bereits vor fast einem Jahrhundert
~Hammer-Purgstall~, wenngleich im einzelnen viele seiner Vermutungen
durch die Fortschritte der Wissenschaft überholt, jene aber als ganz
unrichtig erwiesen sind, die den Übergang persischen Sprachgutes auch
in das Griechische betrafen. Von den Angaben, daß u. a. zurückgehe:
Amethyst auf Dschemest, Jaspis auf Jascheb, Hyazinth auf Jakut,
Smaragd (arab. Zabargad) auf Smerrud, Lasur (arab. Lazward) auf
Ladschiwerd, Margarita auf Merwarid, Bezoar auf Pâwzahr (armenisch
Fadzuhr) usf.[4068], ebenso wohl auch Türkis auf Turkesa[4069], sind
daher die ersteren sämtlich zu streichen[4070]. Wirklich dem Persischen
entlehnte arabische Worte sind hingegen z. B.: Fûlâd (Stahl), Zindschar
(Grünspan), Usrub und Rasâs (Blei, Zinn), Isfîdâdsch (weißes Wasser =
Bleiweiß), Martak (Bleiglätte; das mittelpersische Wort hat sich im
Arabischen erhalten), Usrundsch (Mennige), Sifr (Messing), Zundschufr
(Zinnober) usw.[4071].


4. Syrische Schriften.

Die vielfachen und in hellenistischer Zeit ganz besonders engen
Beziehungen zwischen Ägypten und Syrien machen es sehr wahrscheinlich,
daß in letzterem Lande auch die alchemistischen Lehren bereits
frühzeitig eine Stätte fanden, ja den nach Westen vordringenden
Arabern zuerst schon dort bekannt wurden[4072]. Mit Recht betonte
daher, wie dies bereits oben bei Besprechung des ~Pseudo-Demokritos~
Erwähnung fand, der berühmte Orientalist ~G. Hoffmann~ schon 1884
die Wichtigkeit der einschlägigen früh-syrischen und -arabischen
Handschriften (namentlich der in London und Cambridge vorhandenen) und
deren Unentbehrlichkeit zur Aufklärung der anfänglichen Geschichte
der Chemie und Alchemie. Ebenso wurde weiter oben auch erwähnt, daß
~Berthelot~, dem gegebenen Fingerzeige folgend, ~Duval~ und ~Houdas~
zur Herausgabe und Übersetzung zweier der bedeutsamsten dieser
Manuskripte veranlaßte; sie erwiesen sich teils als vermutlich dem
7.-9. und 9.-10. Jahrhunderte angehörige Kompilationen[4073], teils
als dem 9.-10. und 10.-11. Jahrhunderte entstammende Übersetzungen
aus dem Griechischen, die vieles sehr Alte, aber auch so vieles von
weit späteren Autoren Zugefügte und Eingeschobene enthalten, daß ihr
eigentlicher Sinn oft arg verdunkelt, oft auch bis zur gänzlichen
Unerkennbarkeit entstellt erscheint. Da die Niederschriften der jetzt
vorliegenden Fassung frühestens dem 11. Jahrhundert angehören sollen,
Zeitgrenzen für die Interpolationen aber kaum genau festzulegen sind,
lassen sich bestimmte Schlüsse auf die ursprüngliche, von arabischen
Einflüssen noch unberührte Gestalt dieser Werke vorerst nur mit
großer Zurückhaltung ziehen, und zumeist bleiben die Ergebnisse zu
erhoffender weiterer Erforschung der zugehörigen alten Litteratur
abzuwarten; zur Vorsicht betreff dieser mahnt aber das Vorhandensein
vieler Pseudepigraphen, zu denen u. a. auch die von ~Berthelot~[4074]
aus dem „Fihrist“ angeführten, angeblich im 6. Jahrhundert verfaßten
Übersetzungen des ~Sergius von Resaina~ zählen, -- wie dies ~Hoffmann~
schon 1884 hervorhob[4075].


a) Ältere Schriften.

Der in +syrischer+ Sprache abgefaßte +ältere+ Hauptteil der
Manuskripte[4076] verbreitet sich zunächst über die Eigenschaften, die
für jeden des großen Werkes Beflissenen unumgänglich sind, nämlich
Reinheit, Selbstlosigkeit, Freisein von Geiz oder Geldgier usf., in
dem aus den Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ und ~Zosimos~ genügend
bekannten Sinne[4077]; sodann führt er die sieben Metalle an nebst
ihren (weiter oben schon im Zusammenhange besprochenen) planetarischen
Zeichen und Namen, als welche zumeist, aber nicht stets gleichbleibend,
die bei den späteren griechischen Autoren gebräuchlichen in
Betracht kommen[4078]. Daß auch die vier Elemente den Planeten
zugeordnet werden, scheint indessen auf kein griechisches Vorbild
zurückzugehen[4079].

Von den Metallen findet sich, neben Alchemistischem in üblicher
Darstellung, auch allerlei Technologisches berichtet. Gold prüft
man auf Feinheit und Gehalt durch eine Art Zementation mit Alaun,
Vitriol und Kochsalz[4080], und lötet es mittels „Tanger“ (Tinkâr =
Lot, Lötmittel), d. i. Tinkal oder Borax[4081]. Silber oder Asem,
das man u. a. aus Kupfer durch Einwirkung von Arsen gewinnt, am
besten unter Zusatz etwas schon fertigen Silbers, legiert sich mit
Gold zu Silbergold oder Elektron, das [irrtümlicherweise] auch
dem „Kahrubâ“ gleichgesetzt wird [persisch = Strohräuber, d. i.
Bernstein, griech. Elektron][4082]. Eisen erleidet durch Glühen und
Abkühlen große Veränderungen und liefert durch Ablöschen dünner
Blättchen in Weißwein ein medizinisch sehr wirksames Elixir[4083].
Kupfer, andauernd mit Essig oder saurem Traubensaft behandelt[4084],
geht in Grünspan oder Irin über (d. i. das Jarim oder Jarin der
mittelalterlichen Alchemisten)[4085]. Aus Blei entsteht beim Erhitzen
mit Schwefel das schwarze Schwefelblei, dessen sich die Augenärzte
bedienen, beim „Verbrennen“ die gelbe Bleiglätte, und bei längerem
Liegen „auf Ruten, über sehr scharfem und nicht gefälschtem Essig, in
der Wärme des Düngers“ das leuchtende Bleiweiß[4086]; beim „Rösten“
gibt letzteres Mennige oder Minium, auch Sandarach geheißen[4087],
weil es die rote Farbe des Harzes Sandarach besitzt [arab. sandarus
d. i. Harz oder Gummi][4088]. Dieser Name bezeichnet aber auch das
rote Schwefelarsen, aus dem sich, ebenso wie aus dem gelben „Safran“
(= Auripigment), beim Erhitzen ein „Alaun“ verflüchtigt [d. i.
Arsenigsäure]; nach wiederholter Sublimation ist dieser, „die Blume
des Arsens“, eine feste und glänzend weiße Masse, im Gegensatze zum
gemeinen „männlichen“ Arsen, das rot oder gelb erscheint[4089]. Durch
Verreiben von Quecksilber mit Schwefel und Sublimieren des Gemisches
bildet sich der Zinnober[4090]; der als Rötel oder Sîrîkôn bezeichnete
Farbstoff ist +kein+ Zinnober, vielmehr bereiten ihn einige durch
Rösten von Chalkitis [wobei, je nach dem Vorwalten des Kupfers oder
Eisens im Vitriol, unter Umständen ein rotes Kupfer- oder Eisen-Oxyd
hinterbleiben kann], andere durch Rösten von Chalkitis nebst Bleiweiß
[letzteres hinterläßt Mennige], und noch andere durch Vermischen
von Mennige mit Eisenrot [Eisenoxyden][4091]. Zu vielerlei Zwecken
gebraucht man die Kadmia, die auch Kalimía (καλιμία) heißt [welches
Wort wohl zur Bezeichnung zinkhaltiger Mineralien als „Calamine“ Anlaß
gab][4092]; aus dem Rauche der Öfen, in denen man sie verarbeitet,
schlägt sich Tutia oder Pompholyx nieder[4093] [d. i. das weiße, an
den Ofengewölben haftende Zinkoxyd]. Der glänzende Pyrit oder Markasit
[d. i. Schwefelkies] liefert [beim Rösten] Schwefel, dessen reinste
Form die „Schwefel-Blumen“ sind[4094], ferner [beim Verwittern]
Chalkitis oder Vitriol, dessen syrische Benennung „Glas“ bedeutet[4095]
[vgl. die wohl wörtliche Übersetzung „vitriolum“]; diesem ähnlich ist
der Alaun, von dem es viele Sorten gibt, u. a. den vortrefflichen
„römischen“, und als dessen Bezeichnung ✶ üblich ist, d. i. ein
Stern[4096]. „Stern der Erde“, γῆς ἀστήρ, ist aber auch bald der
Selenit [= krystallisierter Gips] bald der Talk, dem noch unzählige
andere Namen zukommen[4097].

Eichen, Pappeln, Feigenbäume und zahlreiche sonstige Pflanzen
hinterlassen beim Verbrennen eine scharfe, salzige Asche; behandelt man
ihre wässerige Lösung mit Ätzkalk, so erhält man die noch schärfere
„Lauge“[4098], die sehr dienlich zur Gewinnung von Seife ist[4099].
Unentbehrlich erweist sich jene Asche aber auch zur Darstellung des
Glases; diese erfolgt, indem man 1 Teil feinstes, durch ein Haarsieb
gesichtetes Pulver von Kieselsteinen mit 3 Teilen Asche gründlich
vermischt, das Gemenge in einem Tiegel auf starkem Feuer schmilzt
und mit einer zweizackigen Eisengabel so lange verrührt, bis es die
richtige Dicke „zum Herausziehen“ erlangt hat. Durch Zusätze kann man
ihm jede gewünschte Farbe erteilen, z. B. die weiße durch Bleiweiß,
die grüne durch „gebranntes Kupfer“, die blaue (?) durch spanisches
Antimon [Schwefelantimon], die schwarze durch eine goldglänzende Kadmia
[hier wohl das Sulfid eines Schwermetalles] usf.[4100]. Ein Gemenge
aus feinstem Glaspulver und Nitron ist das vortreffliche, ἱερόκολλα
(Hierókolla) genannte Lötmittel[4101]; die Gewinnung eines anderen
Bindemittels [wohl einer Art Leim oder Gelatine] erfolgt durch Auflösen
der Knochen junger Kälber oder Kamele in Essig, dem man noch Kampher
zuzusetzen pflegt[4102].

Die zur Herstellung der Präparate empfohlenen Vorschriften werden
als „Schlüssel“ (κλεῖσις = Verschließung) oder als „Macht“ (κράτος)
bezeichnet[4103]. Die Apparate, die zum Teil durch [sehr unzulängliche]
Abbildungen veranschaulicht sind[4104], gleichen zumeist genau den von
den griechischen Alchemisten, z. B. von ~Synesios~, benützten, so u. a.
der als ὄργανον (Organon) angeführte Sublimations-Ofen[4105] und die
beiden auf einander gestellten „Töpfe“ zum Sublimieren der Arsenigsäure
„aus dem unteren in den oberen“[4106]; auch die Gleichsetzung der „Erde
der Philosophen“ mit der Tiegelerde aus Assuan am oberen Nil[4107]
bezeugt die ägyptische Herkunft der beschriebenen Vorrichtungen.


b) Jüngere Schriften.

Die mit syrischen Buchstaben geschriebene, aber in +arabischer+
Fassung oder Übersetzung eingeschobene, +jüngere+ Abteilung der
Manuskripte[4108] bespricht ebenfalls die sieben Metalle und ihre
unzähligen Benennungen, deren sie für Gold 23 anführt, für Silber
17, für Kupfer 15, für Blei 20 (darunter mehrere auch für Schwefel
gültige), für Eisen 18, für Zinn 17, für Quecksilber 51[4109]. Die
unedlen Metalle in edle zu verwandeln vermag die Kunst des großen
Werkes, das zugleich auch die Darstellung der Edelsteine und Perlen
lehrt, sowie deren Verschönerung durch besondere Verfahren, z. B.
die der Perlen, indem man sie an Tauben verfüttert und durch deren
Verdauungskanal gehen läßt[4110]. Materialien, die den Zwecken des
großen Werkes dienen, sind Kadmia, Bleiglätte, Mennige, Bleiweiß,
Alkali, Glas[4111], orientalisches und okzidentalisches Quecksilber
(oft zu gleichen Teilen gemischt)[4112], zuweilen auch Grünspan
von Emesa, ägyptischer und persischer Vitriol, Malachit und
Lasurstein[4113], sowie noch andere zum gründlichen Färben oder
oberflächlichen Firnissen geeignete Stoffe[4114]. Die Umwandlung dauert
42 Tage[4115], und ihr Endprodukt, eine goldrote Masse, vermag die
Kranken zu heilen[4116] und wirkt auf die Rohmetalle als Elixir; zur
Gewinnung des Elixirs sind aber auch viele pflanzliche und tierische
Stoffe tauglich[4117], deren Veränderungen oft gar wunderbare Wirkungen
entfalten, wie denn durch die Fäulnis von Haaren Schlangen, von Rindern
Bienen, von Eiern Drachen entstehen[4118].

Alle Metalle schmelzen bei genügender Hitze und gehen dabei in den
Zustand des Quecksilbers über, das als ihr eigentliches Prinzip
anzusehen ist[4119]. Als erster und wesentlicher Bestandteil der
Metalle, sowie als Grundstoff auch aller übrigen Substanzen, ist das
Quecksilber ein „Körper“ von fester und beständiger Natur; da es jedoch
dem Feuer nicht widersteht und sich in der Wärme verflüchtigt, ist
es aber auch ein „Geist“; demnach kommt ihm das Wesen eines, diesen
+beiden+ Reichen angehörigen Zwitters zu, und demgemäß erklären sich
viele seiner zahllosen Namen, wie „das Kalte“, „die Wolke“, „der
flüssige Geist“, „der Schweiß der Körper“, „der flüchtige Diener“
[„servus fugitivus“ der mittelalterlichen Alchemisten], „der Erwecker
der Toten“, „das Wasser des ~Kiwan~“ (aramäisch = ~Saturn~, auf dessen
Metall, das Blei, hinweisend) usf.[4120].

Der flüchtigen Geister zählt man sieben, neben dem Quecksilber nämlich
noch den gelben und roten Schwefel, den weißen Schwefel, das gelbe und
rote Arsen, sowie den Salmiak[4121]. -- Der gelbe Schwefel, arabisch
Kibrit[4122], ist der gewöhnliche, der die Kraft hat alles zu färben,
alles in Umwandlung zu versetzen und sich mit allem zu verbinden,
weshalb einige seiner 26 Namen lauten: „der göttliche Stein“ (vgl.
θεῖον), „der Färber“, „das Wachs“ [das alle Farben annimmt], „die
Hefe“, „der Bräutigam“ usf.[4123]; der rote Schwefel ist auch identisch
mit Sandarach [rotem Schwefelarsen], der weiße mit Arsenigsäure;
das gelbe und rote Arsen [dies sind Auripigment und Realgar] heißen
u. a., -- im ganzen werden 21 Namen aufgeführt --, „die beiden Vögel“,
„die beiden Brüder“, „die beiden Khalifen“, „das Gelbe und Rote der
Philosophen“[4124]. Den Salmiak, -- dessen Kenntnis die Araber schon
von den spätalexandrinischen Chemikern übernahmen, von dessen Vorkommen
in den vulkanischen Gegenden Vorderasiens und Chinas aber auch die
alten arabischen Geographen, sowie die von ~Carra de Vaux~[4125]
herausgegebenen arabischen „Wundergeschichten“ berichten --, zeichnet
seine große Flüchtigkeit aus, die eine völlige Reinigung durch
wiederholte Sublimation ermöglicht[4126]; auf diese deuten auch viele
seiner 13 Namen, z. B. „Vogel von Chorasan“, „Oberster oder Khalif von
Armenien“, „Kampher“, „Adler“[4127], sowie [offenbar bei Färbung durch
Eisenoxyd] „roter Adler“[4128]. Was als „Fixation“ des Salmiaks durch
Ätzkalk beschrieben wird[4129], entspricht sichtlich der Darstellung
von Chlorcalcium.

Die sieben Geister sind hauptsächlich in sieben Steinen enthalten,
nämlich im Markasit, Antimon [Schwefelantimon], Magnesia [oft = Pyrit],
Hämatit [hier = Zinnober], Magnetstein [ein Metallsulfid?], Vitriol
(arab. Zâdsch)[4130] und „Salz“; von jedem dieser Steine kennt man
sieben Arten in sieben Farben, so daß es z. B. auch sieben Magnete
gibt, deren jeder ein anderes der sieben Metalle anzieht, ferner sieben
Vitriole, sieben Alaune, sieben Boraxe [arab. Tinkar, meist = Alkalien]
und sieben Salze, deren Gewinnung und Reinigung, oft bis zur Weiße
und Härte des persischen Tabarzad-Zuckers[4131], die „Philosophen“
entdeckten und lehrten[4132]. Steine, die +keine+ Geister in sich
führen, gibt es ebenfalls sieben, nämlich Talk, Kohol (Blei- oder
Antimon-Glanz), Perlmutter, Krystall, Malachit, Lasurstein und Achat.
[Alle diese Angaben gehen in letzter Linie auf die weiter oben unter
dem Namen „Steinbuch des ~Aristoteles~“ angeführte pseudepigraphische
Schrift oder auf deren Quellen zurück, strotzen aber von Irrtümern und
Verwechslungen.]

Aus dem weißen Schwefel [= Arsenigsäure], dem Sandarach [= Realgar]
und dem italischen Kohol [= Antimonsulfid] läßt sich ebenfalls ein
„Quecksilber“ erhalten[4133], unter dem offenbar metallisches Arsen
und Antimon zu verstehen ist, welches letztere auch als „Antimon“ aus
Stibi oder Stimmi (= Kohol) erwähnt zu werden scheint[4134], sowie
in einer Vorschrift, die (in der Übersetzung) lautet: „nimm gleiche
Teile Kohol und Antimon“[4135]. Aus Kupfer und „gebranntem Antimon“ [=
metallischem Antimon oder Antimon-Oyxden?] wird u. a. die goldfarbige
Legierung Schabh dargestellt, vermutlich eine Antimon-Bronze[4136];
ähnlich wie die mit einer dicken Lösung arabischen Gummis angeriebenen
Goldflitter[4137] fand wohl auch sie Verwendung zur Herstellung von
„Goldschrift“.

Behandelt man das eigentliche Quecksilber mit Kochsalz und Vitriol,
so erhält man zwei verschiedene Substanzen[4138] [die gegenwärtig als
Quecksilber-Chlorür und -Chlorid, Calomel und Sublimat, bezeichnet
werden]; die eine, die sich leicht verflüchtigt, kann man in schönen
weißen Krystallen gewinnen, indem man sie wiederholt sublimiert[4139],
doch muß man hierbei, weil Dampf und Sublimat furchtbar giftig sind,
Mund, Nasenlöcher und Augen durch Beschmieren mit Honig schützen[4140];
ihre Lösung in Wasser gleicht der Milch und ist von solcher Kraft,
daß sie viele Metalle und Erze auflöst, weshalb sie auch „scharfes
Wasser“ oder „dreifach-scharfes Wasser“ heißt[4141]. -- Wie auch
diese Stelle bezeugt, braucht das „scharfe Wasser“ (aqua acuta, aqua
fortis der mittelalterlichen Alchemisten) keineswegs, wie man früher
irrtümlicherweise oft annahm, eine mineralische Säure zu sein, und
tatsächlich kennen auch die syrischen Manuskripte als Säuren nur
Essig[4142], Citronensaft[4143] u. dgl.

Aus einer Mischung von feingepulverten Kieselsteinen (13 Teilen) und
Aschen-Alkali (10 Teilen) bereitet man das Glas; die „Philosophen“
haben Glasöfen von wunderbarer Einrichtung ausgedacht, kleine,
große, mehrstöckige, mit besonderen Kammern zum Einsetzen, Erhitzen
und Abkühlen versehene, mit Zirkulation des Feuers eingerichtete,
usf. Aus der in den Tiegeln zu einem „Gummi“ geschmolzenen Masse
formt man Gefäße, Becher, Phiolen und noch vieles andere; was
während der Arbeit zerspringt, wird mit einem heißen Glasfaden
vereinigt und dann nochmals erhitzt. Man versteht auch alle nur
denkbaren Färbungen hervorzubringen, z. B. weiße durch weibliche
Magnesia [d. i. Braunstein, der entfärbend wirkt], schwarze durch
Eisenschlacke, blaue (?) durch gebranntes Antimon, rote durch dieses
nebst Eisenschlacke, gelbe durch Bleiglätte, sapphirblaue durch
gebranntes Blei und Zinn, -- wobei nur die reinsten Metalle von völlig
„schönem Blick“ [s. „Silberblick“] zu verwenden sind --, ferner auch
citronengelbe, grüne und pistazienartige[4144]. Auch ein schönes Email
bereitet man unter Benützung bleihaltiger Materialien[4145] [dies ist
eine der frühesten ausdrücklichen Erwähnungen von Bleiglasuren].

Zu den Einfügungen aus sehr später Zeit gehört die Erwähnung des
„Barud“ im Sinne von Salpeter[4146]; dieses „Salz von China“, das
in Syrien noch wenig bekannt ist[4147], wird als weiß, hart und
nach gekochten Eiern [also wohl nach Schwefelwasserstoff] riechend
bezeichnet, was insoferne zutreffen kann, als es mit dem [an
Kellerwänden, Düngestätten usf. auswitternden] „Salz der Mauern“
identifiziert zu werden scheint[4148]. Aus Mischungen von Barud,
Schwefel und Kohle in verschiedenen Verhältnissen verfertigt man
Brandsätze für Feuerpfeile, Petarden und Feuerwerkskörper, wobei
man zuweilen auch noch Kampher hinzufügt[4149]. -- Es ist sehr
bemerkenswert, daß der Gebrauch dieses „Pulvers“ zum +Schießen+, sowie
die Verwendung von +Schießwaffen+, +nicht+ erwähnt wird, und daß
eine der angeführten Mischungen [die ganz an jene in dem angeblich
um 1275-1295 niedergeschriebenen sog. „Feuerwerksbuche“ des ~Hassan
Alrammah~ erinnern] den Namen „Fränkische Körner“, „Körner der Franken“
führt[4150], was auf Herkunft aus dem Okzident hinweist. Ebendahin
deuten auch die alchemistischen „Verfahren der Franken“, bei denen
Quecksilber, Zinn, sowie europäisches und römisches „Harz“ benützt
werden[4151], ferner eine Stelle, die vielleicht einige Kenntnis der
Mineralsäuren verrät (?)[4152] und in diesem Falle erst um oder nach
1300 niedergeschrieben sein könnte.

Von Apparaten finden sich genannt: Rohre, Aludeln (Athal, Udal,
Udel)[4153] und Schalen, u. a. solche aus Porzellan[4154] [was
wohl ein Übersetzungsfehler ist und schwerlich das im Oriente zwar
schon seit etwa dem 9. Jahrhundert bekannte, aber unerschwinglich
teure chinesische Porzellan bedeuten dürfte]; Tiegel aus Erde von
Assuan[4155]; zwei aufeinander gesetzte Tiegel, deren einer einen
durchlöcherten Boden hat (z. B. zum Sublimieren von Arsenigsäure,
Salmiak u. dgl.), „But ber But“ genannt [persisch = „Tiegel
auf Tiegel“, d. i. der „Botus barbatus“ der mittelalterlichen
Alchemisten][4156]; Gefäße zur Destillation von Wässern und
wohlriechenden Essenzen[4157]; Wasserbäder[4158], in der Übersetzung
einige Male mit „bain-Marie“ wiedergegeben[4159]; Haar- und
Seiden-Siebe[4160].


c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit.

Nach diesem, auch als „Causa causarum“ (Ursache der Ursachen)
bekannten, in syrischer Sprache im 11. oder 12. Jahrhundert abgefaßten,
aber auf weit ältere Quellen zurückgehenden Buche bestand die Welt
ursprünglich aus einer form- und gestaltlosen Urmaterie „Hýle“[4161],
aus der nach Gottes Willen zunächst vermöge der vier Qualitäten die
vier Elemente hervorgingen, die ganz bestimmte Eigenschaften besitzen
und unveränderlich an Menge und Gewicht sind[4162], weiterhin aber alle
übrigen Dinge[4163], auch die Gestirne, die kein besonderes fünftes
Element enthalten[4164].

Die ersten, allerorten gegenwärtigen Substanzen, die sich aus den
Elementen bilden, sind Schwefel und Quecksilber[4165]. Aus dem Innern
der Erde steigen nämlich Dünste und Dämpfe gegen ihre Oberfläche
empor, auf der die Berge nicht anders sitzen wie die Schädel auf den
Rümpfen oder die Deckel auf den Töpfen, und in ihnen schlagen sich
die Dünste nieder und tropfen ab[4166], wobei sich Erde und Feuer zu
weiblichem Schwefel vereinigen, Wasser und Luft aber zum [männlichen]
Quecksilber[4167]; der Schwefel wird fest, das Quecksilber (Ziwag)
ist und bleibt jedoch ein Wasser, eine Art Tau, der zuweilen auch
als solcher aus den wässerigen Dünsten des Himmels herabfällt[4168].
Unter den Einflüssen der planetarischen Strahlungen[4169] und
der „auskochenden“ Kraft der Sonne verbinden sich Schwefel und
Quecksilber[4170] und ergeben, je nach ihrer Reinheit und den
Mengenverhältnissen, je nach Ort, Klima, Luftmischung, Wärme, Zeitdauer
und je nach Gottes Zulassung +alle+ übrigen Substanzen, nämlich Gold,
Silber, Kupfer, Zinn, Eisen und Blei, ferner Edelsteine, Perlen, Purpur
und andere Farbstoffe[4171], sodann die verschiedenen Arten Schwefel,
Arsen, Markasit, Magnesia, Lasur, Mennige, Tutia, Salz, Nitron, Alaun,
Vitriol und endlich sämtliche übrigen Gesteine und Erden[4172].

Die Erze finden sich hauptsächlich in den Bergwerken[4173], und
aus ihnen gewinnt man die Metalle durch kunstvolle Trennungen,
denn Gold z. B. läßt sich von Kupfer ebenso scheiden wie süßes
Wasser vom Salze des Meeres[4174]; ihre Eigenschaften sind oft sehr
merkwürdige, u. a. erhält das Eisen erst durch Blitzschlag seine beste
Beschaffenheit[4175], auch wird es vom Magneten angezogen, soferne
nicht die Gegenwart übelriechender Stoffe, wie Zwiebel oder Knoblauch,
dessen Kraft behindert[4176].

Außer den Metallen bearbeitet man mittels Feuers auch das Glas, und
die Glasmacher vollbringen mit Hilfe ihrer sinnreich gebauten Öfen,
die in mehreren Abteilungen ein rasches Erhitzen und ein langsames,
stufenweises Abkühlen gestatten, die erstaunlichsten Künste[4177].

Im Feuer, das sonst alles tötet, lebt der Vogel Amianton, dessen
Gefieder den Asbest liefert[4178]; die das Leben erhaltende Luft
hinwiederum ist an manchen Orten tödlich, z. B. in tiefen Schachten und
in Zisternen[4179].


5. Spätere Araber.

Verzeichnis einiger wichtiger arabischer oder arabisch schreibender
Schriftsteller (meist in nachstehendem Abschnitt angeführt).

  ~Abu Jusuf~                    gest. 795
  ~Abu Maʿschar~                       805-885
  ~Thabit Ibn Qurra~                   826-901
  ~Banu Musa~                          826-901
  ~Ibn Khordadhbeh~                    836-850
  ~Alrazi~ (= ~Razi~)                  850-923?
  ~Aldschahiz~                   gest. 869
  ~Alkindi~                 gest. nach 870
  ~Hunain Ibn Ishaq~             gest. 873
  ~Aljaʿqubi~                       um 891
  ~Aldschauhari~                 gest. 899
  ~Ibn Wahschijah~                  um 900
  ~Ibn Alfaqih~                  gest. 902
  ~Ibn Hauqal~                         902-968
  ~Alhamadani~                   gest. 945
  ~Alfarabi~                     gest. 950
  ~Alistakhri~                      um 950
  ~Almasʿudi~                    gest. 956
  ~Hamza~                           um 961
  ~Ibn Alhaitham~                      965-1019
  ~Alkindi Altudschibi~             um 970
  ~Albiruni~                           973-1048
  ~Ibn Sina~ (= ~Avicenna~)            980-1037
  ~Alkhwarizmi~[4180]               um 980
  ~Almuqaddasi~                     um 985
  ~Alnadim~[4181]                gest. 995?
  ~Alghazzali~                        1059-1111
  ~Albaihaqi~                         1105-1169
  ~ʿOmar Alkhajjam~             gest. 1121
  ~Altughrai~ (= ~Artefius~?)   gest. 1128
  ~Alkhazini~                      um 1130
  ~Ibn Badscha~ (= ~Avempace~)  gest. 1138
  ~Alidrisi~                       um 1150
  ~Ibn Alʿauwam~                   um 1150
  ~Schahrastani~                gest. 1153
  ~ʿAbd Allatif~                      1160-1231
  ~Ibn Alqifti~[4182]                 1172-1227
  ~Abuʾlfadl~                      um 1175
  ~Jaqut~                             1178-1229
  ~Ibn Tufail~                  gest. 1185
  ~Ibn Dschubair~                  um 1185
  ~Ibn Ruschd~ (= ~Averroes~)   gest. 1192
  ~Ibn Albaitar~                      1197-1248
  ~Ibn Abi Usaibiʿa~                  1203-1270
  ~Ibn Khallikan~                     1211-1282
  ~Ibn Saʿid~                         1212-1274
  ~Aldschaubari~                   um 1220
  ~Ibn Alathir~                 gest. 1233
  ~Alqifti~                     gest. 1248
  ~Alnabarawi~                     um 1250
  ~Altifaschi~                  gest. 1253
  ~Aldimeschqi~                       1256-1327?
  ~Abulfeda~ oder: ~Abuʾlfida~        1273-1331
  ~Alqazwini~                   gest. 1283
  ~Alnuwairi~                         1288-1335?
  ~Ibn Bassam~                     um 1300?
  ~Raschid Eddin~               gest. 1318
  ~Ibn Khaldun~                       1322-1406
  ~Ibn Batuta~                        1325-1377
  ~Ibn Fadl~                    gest. 1348
  ~Alakfani~[4183]              gest. 1348
  ~Ibn Alwardi~                 gest. 1349
  ~Alibschihi~                  gest. 1446
  ~Abuʾlfadil~?                    um 1575
  ~Daʾud Alantaqi~              gest. 1596
  ~Almaqqari~                   gest. 1646
  ~Haddschi Khalifa~            gest. 1658.

Wie aus den vorangehenden Abschnitten ersichtlich ist, erlangte die
arabische Litteratur über Alchemie bereits im Verlaufe des 8. und 9.
Jahrhunderts einen überraschend großen Umfang. Der nähere Einblick
in ihren Werdegang bleibt freilich derzeit noch verschlossen: „zu
einer wirklichen Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin im
islamischen Kulturkreise fehlt uns noch fast alles“, ist ein leider
durchaus zutreffender Ausspruch ~Ruskas~ in seiner ausgezeichneten
Ausgabe und Übersetzung des sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“[4184].

Unter diesen Umständen ist es von hoher Bedeutung, daß wir wenigstens
ein Verzeichnis jener Autoren und ihrer Schriften besitzen, die man im
9. und 10. Jahrhundert als die maßgebenden ansah. Erhalten ist es uns
in dem schon wiederholt erwähnten, hervorragend wichtigen Sammelwerke
„Fihrist“, d. i. „Kitâb al Fihrist“ (= Buch des Verzeichnisses), dessen
Verfasser der gelehrte ~Ibn Abi Jaʿqub Alnadim~ war. Älteren Autoren
nach starb er 850 oder um 850, sein Werk erfuhr aber nachträglich
Ergänzungen und Einschübe (wie schon aus der Tatsache hervorgeht,
daß es noch den als Arzt weltberühmten ~Alrazi~ anführt, als dessen
Lebenszeit bald 850-923 oder 932, bald 860-940 angegeben wird) und
gelangte, nach einer ihm selbst zu entnehmenden Bemerkung, erst im
Jahre 987 zum endgültigen Abschlusse[4185]; neuerdings gibt aber
~Brockelmann~, der die Schreibung ~Mohammed ibn Ishaq an Nadim~
vorzieht, als Todesjahr erst 996 an, d. i. acht Jahre nach der 988
erfolgten Vollendung des „Fihrist“[4186].

In seinem Kapitel über Alchemie berichtet der „Fihrist“[4187], daß zwar
einige die Erfindung dieser Kunst den Griechen, Persern, Indern oder
Chinesen zuschreiben, daß sie aber in Wirklichkeit von den Ägyptern
gemacht wurde, deren Pyramiden nichts anderes als große chemische
Laboratorien waren, und bei denen allein auch eine ausgedehnte
chemische Litteratur besteht[4188]. Begründet wurde diese nach
Versicherung aller Alchemisten, d. h. der Silber- und Gold-Macher,
durch ~Hermes~, einen Babylonier, der ursprünglich zu Babylon Hüter
eines der sieben Tempel der sieben Planeten war (wohl des dem ~Hermes~
oder ~Merkur~ geweihten), nach der Völker-Zerstreuung sich aber zu Misr
(Ägypten) in Memphis ansiedelte, dort als König und Philosoph regierte,
die Metalle transmutierte und Talismane anfertigte; die +Kenntnis+
dieser Geheimwissenschaften ist jedoch einige Jahrtausende älter als
die erste +Niederschrift+ durch ~Hermes~, denn nach ~Alrazi~ offenbarte
Gott das große Werk schon dem ~Moses~, dem ~Aaron~ und einigen anderen
Würdigen[4189]. -- An diese wirren, sichtlich einer späten Zeit
angehörigen Sagenbildungen schließt der „Fihrist“ ein Verzeichnis von
51 der berühmtesten „Philosophen“ an[4190], beginnend (ähnlich wie
das des ~Alhabib~) mit ~Hermes~ und ~Chymes~ (~Kimas~), ~Maria~ und
~Kleopatra~ usf., und herabreichend bis zum Zeitalter des ~Alrazi~;
zugleich nennt er die Titel ihrer wichtigsten Werke, soweit dies
nämlich möglich ist, denn die „tausend Bücher“, die ~Ostanes Alrumi~
(der Romäer = Grieche), oder die unübersehbare Reihe der Schriften, die
~Zosimos~ der Alexandriner herausgab, lassen sich einzeln überhaupt
nicht aufzählen.

Mit Inhalt und Entwicklung der chemischen Erfahrungen und Theorien
befaßt sich der „Fihrist“ seiner ganzen Anlage und Bestimmung gemäß
nicht des näheren, und die Schlüsse, die er in dieser Hinsicht zu
ziehen gestattet, bleiben demgemäß spärlich und unvollständig.
Eingehenderes Wissen von den chemischen und alchemischen Kenntnissen
der Autoren des 9. und 10. Jahrhunderts (oft nur arabisch schreibender
Perser und Syrer), sowie ihrer späteren, eigentlich arabischen
Nachfolger, bleibt daher nur vom gründlichen Studium der auf uns
gekommenen Originalschriften zu erwarten. Ganz hervorragende Förderung
hat dieses seit 1902 durch ~E. Wiedemanns~ „Beiträge zur Geschichte
der Naturwissenschaften“ erfahren[4191], deren zahlreiche (bisher
etwa 60) Abteilungen indes fast sämtliche Zweige der Forschung in
Betracht ziehen, und zwar ohne die Absicht lückenloser Aufzählung oder
bestimmter zeitlicher Anordnung. Im nachstehenden ist daher versucht
worden, aus der ungeheuren Fülle des so erschlossenen, zumeist ganz
neuen Materials, aber auch aus dem bereits bekannten älteren, das
die Chemie, Alchemie und chemische Technologie im weiteren Sinne
Betreffende auszusondern und unter Mitbenützung mancher anderer,
von arabischen Ärzten, Philosophen, Enzyklopädisten, Reisenden usf.
verfaßter Schriften eine chronologische Übersicht der wichtigsten
Forscher und ihrer Lehren zu geben. Daß hierbei Vollständigkeit nicht
angestrebt, noch weniger erreicht werden konnte, bedarf wohl kaum
besonderer Erwähnung.

1. ~Abu Jusuf~ (gest. 798). Mißerfolg und Vergeblichkeit der
alchemistischen Bemühungen waren zu seiner Zeit schon längst
sprichwörtlich geworden, wie dies bereits weiter oben Andeutung
fand[4192].

2. ~Aldschahiz~ (gest. 869). Nach Mitteilung dieses gelehrten
Polyhistors übernahmen und erlernten die Araber von den Griechen
oder Romäern [Bewohnern des oströmischen Reiches, Rums] u. a. die
Gewinnung und Verwendung von Glas, Lasurstein [blauem Glas?], Mosaik,
Email (mînâ), Mennigen (sarandsch), Zinnober (zandschafr), Salmiak
(nûschâdir) und griechischem Feuer[4193]. Nun kann der Chemiker,
alkimâwî, zwar wirklich reinen Salmiak herstellen, schönstes Glas,
haltbarstes Email, Messing von bestimmter Färbung, das er mit Salmiak
und Polirstein goldglänzend macht, aber weder Silber noch Gold, und
wenn deren künstliche Erzeugung auch theoretisch nicht undenkbar sein
mag, so ist sie doch praktisch unmöglich. Es gibt kein Elixir und keine
Alchemie, niemals wird das Quecksilber zu Silber, obwohl es flüssigem
Silber gleicht, niemals das prächtigste damascenische Messing (schabh)
zu Gold, mag es auch wie lauteres (ibrîz) Gold glänzen[4194]; jedes
derartige Vorgeben beruht auf Unwahrheiten und Schwindel[4195].

3. ~Alkindi~ (gest. 873). Der hervorragende Philosoph ~Alkindi~
erklärte in mehreren Schriften, u. a. in einer „Die Betrügereien
der Alchemisten“ betitelten, die Kunst des Goldmachens für eine
lügnerische, durchaus von Täuschungen und bösartigen Kniffen aller
Art erfüllte[4196]. -- Über die möglichen Umwandlungen der Metalle,
z. B. des Eisens (hadîd), spricht er in seinem Berichte „Über die
Eigenschaften der Schwerter“[4197]: Das aus den Erzen gewonnene
Eisen ist entweder das weibliche, nicht härtbare Nermahâni [persisch
nerm-âhen = weiches Eisen], oder das männliche, härtbare Sâburqâni
[aus Schaburan?]; mittels gewisser besonderer Zusätze soll es
Magneteisen ergeben[4198]; mittels zahlreicher anderer, freilich
aber erst nach unzähligen Reinigungen und Härtungen, den Stahl
(fûlâd), der silberweiß, zuweilen jedoch blau oder grün angelaufen
ist[4199], auch schönen Damast (fîrind) annimmt, so daß er „geädert
wie Malachit“ aussieht[4200] und sich u. a. zu Nadeln und zu Glocken
verarbeiten läßt[4201]. Der beste heißt alhindî, alhinduwânî (= der
indische)[4202], kommt aus oder über Qalah (auf Malakka?), Ceylon,
Jemen, Basrah und Damaskus, vor allem aber auch aus China[4203].

4. ~Abu Maʿschar~, verderbt ~Albumasar~ (gest. 885), der berühmte
Astronom, ein Schüler ~Alkindis~[4204], soll die Alchemie ebenso
absprechend beurteilt haben wie dieser; „berühmt dem Namen, unbekannt
dem Stoffe nach“, -- wie so oft später[4205] --, soll das Elixir schon
bei ihm heißen.

5. ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902). Die verschiedenen Länder und ihre Völker
stattete Allah mit verschiedenen Gaben aus: Ägypten bringt Gold,
Kupfer, Eisen, Magnetstein, Asbest, Smaragd und Amethyst hervor[4206];
Arabien Gold, Silber, Sufr [hier ein zinkhaltiges Erz?], Weihrauch,
Traganth, Wars [= Hennah, echte Alkanna] und Indigo[4207]; in China
verfertigt man die schönsten metallenen und tönernen Waren [Porzellan];
in Sidschistan die feinsten Geräte aus Bronze (schabh) und Messing
(sifr); in Fars (Persien) die besten eisernen und stählernen Kessel,
Schlösser, Schwerter, Panzer, ja Spiegel, „denn seinen Bewohnern machte
Allah das Eisen gefügig und dienstbar, so daß sie daraus bereiten, was
sie wollen“[4208]; und so verlieh er auch den Leuten von Rum [Romäern,
Griechen] das Wissen von der Ausübung der Chemie, vom Machen des
Goldes[4209], von der Anfertigung des philosophischen Eies, das dem
Kosmos gleicht, und in dem der Dotter die Erde vorstellt[4210].

6. ~Alrazi~, als dessen Lebenszeit, wie schon erwähnt, einige 850-923
oder 932, andere 860-940 angeben, und dessen voller Namen ~Abu Bekr
Muhammad Alrazi~ sich zuweilen zu ~Bubekr~ oder ~Bubacar~ verkürzt
findet, -- die von ~Berthelot~ „vermutete“ Identität von ~Bubacar~ und
~Alrazi~[4211] war längst bekannt[4212] --, gilt mit Recht für eine der
größten Leuchten der arabischen Heilkunde; auf seinen medizinischen
Ruhm, und auf die Bedeutsamkeit seiner (im Urtexte immer noch wenig
erforschten) einschlägigen Werke kann jedoch hier nur hingewiesen
werden. Der Angabe, er habe ursprünglich Alchemie betrieben und diese
deshalb aufgegeben, weil ihn der Beherrscher aller Gläubigen wegen
Mißerfolges der anbefohlenen Transmutationen mit einer Tracht Prügel
bedachte, kommt vermutlich anekdotischer Charakter zu; etwas Wahres
liegt ihr aber wohl zugrunde, denn der Schriftsteller ~Albaihaqi~
(1105-1169) erzählt in seinen „Biographien“[4213]: „~Alrazi~ war
ursprünglich ein Handwerker, befaßte sich aber später eifrig mit
Alchemie und wurde dabei durch die Dämpfe der zur Herstellung des
Elixirs dienenden Präparate augenleidend, weshalb er zu einem Arzte
ging, um sich heilen zu lassen. Dieser sagte zu ihm: ‚Ich heile Dich
nicht eher, als bis ich von Dir fünfhundert Dinare erhalten habe.‘
~Alrazi~ gab sie ihm und sagte: ‚+Dies+ ist die wahre Alkimijâ und die
rechte Kunst Gold zu machen, und +nicht das+, was ich bisher getrieben
habe‘; darauf verließ er die Kunst des Elixirs und widmete sich der
Medizin.“

Jedenfalls stimmen die Berichte über ~Alrazi~ dahin überein, daß er
ein sehr eifriger Anhänger der Alchemie war, ihre Möglichkeit durch
das Vorhandensein einer gemeinsamen Urmaterie und durch den Einfluß
der Planeten auf die zugehörigen irdischen Stoffe, ihre Wirklichkeit
aber durch die Erfolge der großen Meister, des ~Pythagoras~, ~Platon~,
~Demokritos~ und ~Aristoteles~, für gesichert ansah[4214] und auch die
Meinung vertrat, ~Karun~ (d. i. der ~Korah~ der Bibel) habe die „Kunst“
von seiner Frau erlernt, die eine Schwester ~Mosis~ war und gemeine
Metalle in Gold verwandelte[4215]. Von ~Alrazis~ alchemistischen
Schriften[4216] scheint bisher keine vollständig im arabischen
Original bekannt zu sein, und wir wissen daher nicht, wie er das
Elixir verfertigte, mit dem er zu Bagdad Gold machte. Er unterschied
„die nicht flüchtigen Körper und die flüchtigen Geister“, zu welchen
letzteren Schwefel, Quecksilber, Zarnîch [Schwefelarsen; Arsenigsäure]
und Nûschâdir (Salmiak) zählen, die u. a. im Marqaschîtâ (Markasit)
und Schâdanah, in der Magnîsijâ (Magnesia) und Tûtijâ (Tutia), in
Vitriolen und Salzen usf. enthalten sind[4217]. Man gewinnt sie aus
diesen durch Calcination, Sublimation und Destillation (Ikhrâdsch =
Herausgehen-Machen; Istiqtâr = Tröpfeln-Machen), und die wichtigsten
Apparate und Materialien, die man hierzu benützt, sind: Tannûr (Ofen),
Qara (Gurke = Destillier-Gefäß), der mit Schnabel versehene Anbiq
(Ambix = Destillier-Helm), Alatal (Aludel, Rohr), Qabîlah (Rezipient),
But-eber-But [Tiegel über Tiegel: zum Ausschmelzen und zur sog.
absteigenden Destillation][4218], Wasserbad, Qandîl [Lampe, Kerze; lat.
candela], Ton der Philosophen oder der Weisheit (tîn alhikma; bestehend
aus Ton, Mist, Haaren, Stroh der Alkalipflanze Uschnan), usf.[4219].

Für untergeschoben gelten die allein in lateinischer „Übersetzung“
vorliegenden Werke, u. a. „Buch der Siebzig“, „Lumen luminum“
(Licht der Lichter), „De aluminibus et salibus“ (Über Alaune und
Salze), „Liber secretorum“ (Buch der Geheimnisse)[4220]; indessen
vertritt ~Berthelot~ ohne Anführung besonderer Gründe die Ansicht,
das „Liber secretorum“ der Pariser Bibliothek gehe wirklich auf
~Alrazi~ zurück[4221]. Dieses Buch, in dem viele arabische Ausdrücke
und Namen vorkommen, bespricht u. a. die vier Geister, die sieben
Metalle [einschließlich „Katesim“, das ~Berthelot~ fälschlich für
„Asem“ erklärt; s. unten], die verschiedenen männlichen und weiblichen
Magnesien, Tutien und Markasite, sowie die Vitriole, Alaune, Boraxe,
Alkalien und Salze[4222]. ~Berthelots~ Deutung des „indischen Salzes“
(sal indum) als Salpeter ist sichtlich irrtümlich und unmöglich,
vielmehr ist das „indische Salz“ der arabischen Autoren Steinsalz;
auch der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~, der um 629 n. Chr. Indien
bereiste, um den Buddhismus an der Quelle kennen zu lernen, berichtet,
daß weißes, schwarzes und zinnoberrotes Steinsalz im Nordwesten des
Landes (Provinz Sindh) in großen Mengen vorkomme, von den Einwohnern
massenhaft gewonnen und als Heilmittel in alle Gegenden der Welt
verschickt werde[4223]. -- Völlig haltlos ist die Annahme, ~Alrazi~
spreche im „Liber secretorum“ von mineralischen Säuren, z. B. von
Schwefelsäure und von deren die Metalle angreifender Wirkung[4224],
denn „aqua acida et venenosa“ nennt der lateinische Text auch
gewöhnliche alkalische oder ammoniakalische Flüssigkeiten, denen er als
„scharfen Wässern“ die angebliche Eigenschaft zuschreibt, +sämtliche+
Metalle aufzulösen.

Blei (usrub) und Zinn (qalʿijj) bezeichnet ~Alrazi~ als „die beiden
rasâs, das schwarze und das weiße“, und dem Blei schreibt er, der
allgemeinen Ansicht folgend, die Fähigkeit zu, „den Diamanten
zu zerbrechen“[4225] [ein Vorurteil, das, wie bereits erwähnt,
auf den noch heute üblichen Kunstgriff zurückgeht, Diamanten und
andere Edelsteine an (oder in) Blei oder Blei-Zinn-Legierungen
festzuschmelzen, um sie sicherer bearbeiten, schleifen oder spalten zu
können].

7. ~Alfarabi~ (gest. 950). Dieser hochgelehrte und einflußreiche
Denker[4226] bekämpfte zwar die „widersinnige Atomistik“ und
„abergläubische Astrologie“[4227], glaubte hingegen, gestützt auf die
ursprüngliche Einheit der Urmaterie, an die Möglichkeit des Goldmachens
und schrieb eine „Abhandlung über Alchemie“, die noch ~Ibn Badscha~
(gest. 1138) ausführlich kommentierte[4228]. Die „Notwendigkeit
der Kunst der Künste, die da ist das Elixir“, ergibt sich aus den
Lehren der Philosophen; daher ist auch die Kunst selbst nur für
Philosophen faßbar und erreichbar, nicht aber für gewöhnliche Leser
von Schriften, die unverständlich sind und auch unklar und rätselhaft
sein +müssen+, weil sie das Heil der ganzen Menschheit gefährdeten,
machten sie ihr die Erlangung allgemeinen und unbegrenzten Reichtumes
möglich. Aber auch für Eingeweihte bleiben noch viele Schwierigkeiten
bestehen, nämlich die Behebung, ja schon die rechte Erkennung der
von ~Aristoteles~ hervorgehobenen „kleinen Akzidentien“, d. h. der
geringen Unterschiede, die u. a. noch zwischen Silber und Gold, Zinn
und Silber, Quecksilber und Silber bestehen; denn „Zinn z. B. ist
eine Art des Silbers, bis auf Weichheit, Knirschen und Geruch“, und
ebenso „Quecksilber eine Art des Silbers, die jedoch in den Gruben
eine gewisse Beschädigung erlitten hat“[4229]. Wirkungen wunderbarer
Art seitens der Planeten kommen hierbei nicht mit in Frage, denn
die von Bewegern geistiger Beschaffenheit gelenkten Wandelsterne
beeinflussen alles Irdische nur den natürlichen Ursachen gemäß[4230];
aus der gemeinsamen Ursubstanz bringen vielmehr die vier Qualitäten,
diese Schöpferinnen der Formen und tatsächlichen Existenzen,
zunächst die vier Elemente hervor, und durch Vermischung von diesen
nach verschiedenen Verhältnissen kann man dann weiterhin zu allen
überhaupt denkbaren Stoffen gelangen, oder diese unter Herstellung des
„richtigen“ Verhältnisses ineinander überführen[4231].

8. ~Almasʿudi~ (gest. 956). Der berühmte Reisende und Schriftsteller
erwähnt, daß die Kîmijâ, d. i. das Werk der Darstellung von Gold,
Silber, Edelsteinen und Perlen, Iksîr (Elixir), die Kunst des
Festmachens (iqâma = Fixierens) von Quecksilber zu Silber, u. dgl.
mehr, eine äußerst verwickelte Wissenschaft ist, „voll feiner
Listen, Kniffe und Betrügereien“[4232]. Sie bedient sich zahlreicher
Hilfsmittel, und manche von diesen sind für die Gesundheit verderblich,
indem sie beim Erhitzen schädliche Dämpfe und Gerüche verbreiten,
wie z. B. die Vitriole[4233]; deren Beschaffenheit und Färbung, sowie
auch ihr Vorkommen in den Gruben, ist übrigens vom Lichte des Mondes,
von Luftzügen, Windrichtungen, Blitzschlägen u. dgl. Zufälligkeiten
abhängig, wie dies auch beim Schwefel und bei den Edelsteinen der
Fall ist[4234]. -- Nûschâdir (Salmiak) kommt nach ~Almasʿudi~ aus
den Bergen, die Chorasan von China trennen[4235], und Zinn (das Blei
alqalijj) aus Qalah, dem Mittelpunkte des Handels mit Zinn, Elfenbein,
Ebenholz, Sandelholz, Bresilholz, Aloe, Kampher und Gewürzen[4236].
[Qalah halten die einen für einen Ort auf der Halbinsel oder „Insel“
Malakka, andere für Sumatra oder Java[4237], noch andere für Galla
= Point de Galle auf Ceylon[4238]; doch erwähnt ~Almasʿudi~ an
anderer Stelle ausdrücklich die Zinngruben auf der ostindischen Insel
Qalah[4239]].

9. ~Ibn Hauqal~ (902-968?). Nach diesem Reisenden und Geographen ist
Persien reich an Eisen, Quecksilber, Messing (sifr), das bei Sardan
gewonnen und in großer Menge ausgeführt wird, ferner an Naft (Naphtha,
Erdöl), dessen „heilige Feuer“ schwarzen Ruß und aus diesem „schwarze
Tinte“ zum Schreiben und Färben liefern, und endlich an Nûschâdir
(Salmiak), dessen Dämpfe aus einer bei Damindân gelegenen Höhle dringen
und in dem oberhalb dieser bei Boltan erbauten Hause aufgefangen
werden[4240]; Gold und Silber ist, außer in Ferghâna[4241], nicht oder
nur spärlich vorhanden, dagegen Zinn (anûk)[4242]. In Tûs gewinnt man
Kupfer, sowie einen rotbraunen Eisenstein, dem ägyptischen Hämatit
gleichend, der eine Art bald männlichen, bald weiblichen Eisens,
„Chum-âhen“ genannt, ergibt[4243]; in Armenien, am Wan-See, findet sich
gelbes und rotes Zarnich [Auripigment, Realgar], das „Salz des Burag“
für die Bäcker und der „Burag der Goldschmiede“ [Borax], der von dort
aus mit ungeheurem Gewinne nach allen Teilen der Welt geht[4244].

In der Stadt Samarkand ist ein ganzes Straßenviertel nur von
Messingarbeitern bewohnt; das Wasser wird dahin durch bleierne, aber
auch durch eiserne Rohre verteilt, und die Kanäle sind mit Bleiplatten
umrandet oder abgedeckt[4245].

10. ~Alistakhri~ (um 970?), der Zeit- und Fachgenosse ~Ibn Hauqals~,
bestätigt das persische Vorkommen des Zinns[4246] und des Nûschâdirs,
„den die Ägypter aus dem Rauche ihrer Bäder haben“[4247] [aus dem
Rauche des zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Kamelmistes], und
rühmt die Menge des Goldes, Silbers, Quecksilbers und Eisens in
Transoxanien.

11. ~Almuqaddasi~, dessen wichtigste Reisen in die Zeit zwischen 965
und 985 fallen sollen, preist gleichfalls die Fülle an Gold, Silber,
Quecksilber, „Rattengift“ (schakk = Arsen), Naphtha und Erdpech bei
Ferghâna in Transoxanien; er erwähnt, daß der dortige Salmiak nicht
von gleicher Güte ist wie der Siciliens, dessen Lager jetzt aber schon
erschöpft seien, und lobt die Edelmetalle und Vitriole Kuhistâns, sowie
den Kuhl [= Kohol, d. i. feinstes Pulver, hauptsächlich aus Antimon-
oder Bleiglanz, u. a. zum Schwärzen der Augenbrauen dienend], dessen
beste Sorte aus Ispahan kommt; Arabien führt nach ihm neben Eisen
[Stahl?] auch Zinn aus[4248].

12. ~Alkindi Altudschibi~ (um 970) erzählt in seiner „Beschreibung
Ägyptens“: ~Hermes~, der als Prophet, König und Weiser dreimal
Begnadigte, der ~Trismegistos~, goß daselbst das rasâs (Blei) als
glänzendes Gold aus; seine Schüler waren die Ssabier ~Agatimun~
(= ~Agathodaimon~) und ~Fitagurus~ (= ~Pythagoras~)[4249]; auch
~Maria~ und ~Kleopatra~ machten Talismane, Elixire und alchemistische
Präparate, z. B. das philosophische Ei, das dem Globus, d. h. dem
Weltganzen, analog ist[4250].

13. ~Alkhwarizmi~ (verfaßte um 980 die „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel
der Wissenschaften“). Kîmijâ, d. i. die geheim zu haltende und zu
verhüllende Kunst, ist möglich, und zwar dank dem „Steine“, der
die Grundlage des Elixirs bildet[4251]. Dieses aliksîr ist das
„Heilmittel“, das die geschmolzenen Metalle weiß und gelb macht und
aus ihnen Silber und Gold ergibt, oder doch etwas äußerst Ähnliches.
Man bereitet es aus dem „Stein“; diesen selbst aber gewinnt man
aus pflanzlichen, tierischen und menschlichen Produkten, z. B. aus
Knochen, Haaren, Eiern, Blut, Galle, Harn, Kot, hauptsächlich aber
aus mineralischen, z. B. aus Blei (rasâs al usrub), Zinn (rasâs al
qalaî), Quecksilber, Schwefel, gelbem, rotem und grünlichem Zarnich
[Schwefelarsen; Arsenigsäure] und Nûschâdir [Salmiak]; denn Schwefel
und Arsen sind Seele und Prinzip des Weißen und Roten, Quecksilber
aber der gemeinsame Geist beider[4252]. Die hierzu erforderlichen
Geräte, deren sich schon der große ~Zosimos~ und der ~Hermes~-ähnliche
~Demokritos~ bedienten[4253], sind die bereits von ~Alrazi~
geschilderten; u. a. Alqara [= Kürbis, Gurke, Kolben], Alanbîq „in
Gestalt eines Schröpfkopfes, der zweite Apparat jener, die Rosenwasser
herstellen“ [= Ambix], Alattâl „das mit Ton gedichtete“ [= Aludel,
Rohr][4254], Dîk ber Dîk, auch Bût eber Bût [persisch = Tiegel über
Tiegel], worin nach dem „Herabsteigen-Machen“ oben Schlacke oder
„Rost“ (chabath) verbleibt[4255], während sich unten das „Bereitete“
ansammelt, z. B. Dîk-Rûy = Bleikupfer-Legierung usf.

Die Kîmijâ macht sich sowohl „Körper“ wie „Geister“ nutzbar. Die
„Körper“ sind die 7 Metalle Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (usrub),
Zinn (qalî) und Châr Sinî[4256]. Letzteres [in den lateinischen
Übersetzungen aus dem Arabischen oft „Katesim“ genannt und von
~Berthelot~ fälschlich für Asem (Elektron), von anderen Autoren für
Zink erklärt] ist „ein ausländisches Metall unbekannter Natur“, heißt
auch Alhadîd alsînî (= chinesisches Eisen; chinesischer Stahl) und
stellt eine weißglänzende bis gelbliche oder goldfarbige Legierung
dar, aus der man schöne Spiegel, Waffen und Glocken anfertigt[4257].
In der Geheimsprache der Kîmijâ verbindet und bezeichnet man Gold mit
Sonne, Silber mit Mond, Kupfer mit ~Aphrodite~, Eisen mit ~Ares~,
Blei mit ~Kronos~, Zinn mit ~Zeus~ und Châr Sinî mit ~Hermes~, doch
herrscht, vom Gold und Silber abgesehen, über diese Zuteilungen
Meinungsverschiedenheit[4258]. „Geister“ sind Schwefel, Arsen,
Quecksilber und Salmiak[4259], und als wichtigste Stoffe, die solche
ergeben, hat man zu nennen: Mârkaschîtâ [Markasit; Schwefelkies
u. dgl.], dessen zahlreiche Arten rot wie Kupfer, weiß wie Silber, gelb
wie Gold sind und auch als Schmuck dienen[4260]; Magnîsijâ [Magnesia],
die bald bunt, bald rot, bald schwarz, bald eisenähnlich ist, und
als Magnâtis „den Stein bildet, der das Eisen anzieht“[4261]; Tûtijâ
[Tutia, persisch Dûd = Rauch, d. i. der beim Erhitzen zinkhaltiger
Mineralien entweichende Zinkoxyd-Rauch], weiße aus Indien, gelbe aus
Chuzistan, grüne aus Kerman[4262]; Talq [Glimmer und glimmerartig
glänzende andere Mineralien][4263]; Kuhl, „eine Substanz des Usrub“
[Kohol = feines Pulver aus Blei- oder Antimonglanz][4264]; Schakk
[Arsen], „gelb aus den Gruben“ [= Auripigment], weiß „aus dem Rauch des
Silbers“ [= Hüttenrauch, d. i. Arsenigsäure], ein Rattengift[4265].
Diesen Stoffen reihen sich noch einige ähnliche, aber künstlich
dargestellte an: Zundschufr [Zinnober] aus Schwefel und Quecksilber;
Zandschâr [Grünspan] aus Kupfer und Essig; Isfîdâdsch [pers. „weißes
Wasser“ = Bleiweiß] aus Blei und Essig; Murdâsang [Bleiglätte], durch
Erhitzen von Blei, bis es gelb ist; Usrundsch [Mennige], durch Erhitzen
von Blei, bis es rot ist; Zafrân [Eisenrost; Grünspan], aus Eisen und
Kupfer; Tûtijâ [Rauch], ein Rauch aus Erzen, Kupfer-Mineralien oder
Kuhl[4266].

14. ~Ibn Sina~, ~Avicenna~ (980-1037), der berühmteste der arabischen
Ärzte, der Verfasser hervorragender medizinischer und philosophischer
Schriften, war ein ausgesprochener Gegner der Astrologie und
Alchemie[4267] und erklärte ausdrücklich, Gold und Silber entstünden
unter dem Einflusse von Sonne und Mond aus den Dünsten der Erde mit
allen jenen besonderen Eigenschaften, die ihnen der Wille Allahs
verliehen habe, und die daher kein Mensch künstlich nachzuahmen
vermöge[4268]; trotzdem wurde er jedoch in späterer Zeit als Autor
alchemistischer Abhandlungen ausgegeben, denen der Abglanz seines
Namens zu völlig unverdientem Ansehen verhalf. Auf Inhalt und
Bedeutung, Vorzüge und Schwächen seiner echten, sehr umfangreichen,
philosophischen und medizinischen Kompilationen einzugehen, ist an
dieser Stelle nicht möglich; hervorgehoben sei jedoch, daß sie alle,
insbesondere aber der große „Canon der Medizin“, -- ein Riesenwerk, das
im Rufe absoluter Vollständigkeit und Unfehlbarkeit stand, die gesamte
Wissenschaft Europas bis tief in das 17. Jahrhundert beherrschte
und für den muslimischen Orient noch gegenwärtig maßgebend ist --,
sich ganz besonders durch strenge Systematik der Form, sorgfältige
Anordnung und genaue Bestimmtheit des Inhaltes auszeichnen und die
Größe und Dauer ihres Erfolges nicht zum wenigsten gerade +solchen+
Eigenschaften verdankten. Keine Spur von diesen verrät aber die unter
dem irreführenden Namen „De anima“ oder „Tractatus de anima“ gehende
alchemistische Hauptschrift des ~Avicenna~: ohne rechten Plan, ohne
geregelte Durchführung, immer wieder aufs neue mit dem längst Abgetanen
beginnend, das aber doch nie zum endgültigen Schlusse gebracht
wird, und vom Hundertsten ins Tausendste springend zieht sich in
endloser ermüdender Breite ein Dialog zwischen ~Avicenna~ und seinem
„Sohne“ hin, in dem jedoch ~Avicenna~ fast allein das Wort führt,
während hin und wieder, -- man weiß nicht wieso und warum --, auch
~Albumasar~ (d. i. der berühmte Astronom und Astrolog ~Abu Maʿschar~)
dazwischenspricht. Auch der Inhalt, der sich kaum mit Gegenständen
der Erfahrung befaßt, hauptsächlich vielmehr mit allgemeinen Ideen
aristotelischen Charakters in der mißverstandenen und entstellten
Gestalt ganz später Tradition, ist zum größten Teile unklar, verworren
und unverständlich, oft sogar völlig unsinnig, so z. B. in folgendem,
die Fixierung des Quecksilbers betreffenden Satze, den man, aus
dem Zusammenhange gerissen, für eine Parodie halten könnte: „Nimm
Quecksilber, soviel nötig ist, bringe es in das Gefäß, von dem Du
weißt, lasse es kochen, so wie Dir bekannt ist, füge die Substanz
zu, von der Du gehört hast, und zwar in der Menge, von der die Rede
war: dies ist das Geheimnis von der Fixation des Quecksilbers.“ --
Ein Werk derartiger Beschaffenheit kann ein mit den echten Schriften
des ~Avicenna~ Vertrauter unmöglich als von diesem Autor herrührend
anerkennen. So kam denn schon ~Kopp~ zum Schlusse[4269], das Buch
„De anima“, das erst seitens der Autoritäten des 13. Jahrhunderts
rühmend erwähnt werde und daraufhin sich bei deren Nachbetern ganz
übertriebener Wertschätzung erfreue, sei in nicht sehr viel früherer
Zeit auch abgefaßt und alsbald, um ihm erhöhte Wirksamkeit zu
sichern, kühnlich dem ~Avicenna~ untergeschoben worden. Nach Ansicht
des Orientalisten ~Weil~, die ~Kopp~ einholte, machen die vielen,
allerdings zumeist stark entstellten arabischen Namen und Bezeichnungen
eine teilweise Übersetzung aus dem Arabischen, oder doch die Benutzung
ursprünglich arabischer Quellen, sehr wahrscheinlich.

~Berthelot~[4270], der auch hier die Ergebnisse ~Kopps~ völlig
unberücksichtigt läßt, gibt zwar ebenfalls zu, daß die Schrift „De
anima“ viele Interpolationen enthalte, und daß man ihre, gegen 1300
schon wohlbekannte lateinische Übersetzung, die gemäß der vorkommenden
Namen und spanischen Worte im Laufe des 13. Jahrhunderts in Spanien
angefertigt zu sein scheint[4271], dem ~Avicenna~ nur zugeschrieben
habe[4272]; dagegen erklärt er, wenn auch nicht in ganz unzweideutiger
Weise, das angebliche arabische Original doch für ein echtes Werk
des ~Avicenna~[4273], wobei er sich u. a. darauf stützt, daß an
verschiedenen Stellen der Übersetzung arabische liturgische Formeln
und Gebräuche Erwähnung finden[4274], und auch gewisse Anklänge an
den ~Morienes~ (~Marianos~) und ~Dschabir~ (+nicht+ aber an den
sog. ~Geber~) auftauchen[4275]. Für überzeugend wird man indes
diese Ausführungen um so weniger halten können, als Anklänge an die
Kompilationen des ~Dschabir~ bestenfalls auf gemeinsame Quellen
hindeuten, während ~Morienes~ oder ~Marianos~, wie schon weiter oben
hervorgehoben wurde, selbst eine Persönlichkeit mindestens fragwürdiger
Natur bleibt[4276].

Gegenstände, über die sich ~Pseudo-Avicenna~ noch am verständlichsten
ausdrückt[4277], sind die vier Geister und ihre Eigenschaften, die
Zusammensetzung der Metalle aus mehr oder weniger Schwefel und
Quecksilber, -- das Vorhandensein des letzteren soll die Schmelzbarkeit
bedingen, das des ersteren die beim Erhitzen zu beobachtende Entstehung
von „azenzar“ (d. i. eigentlich Zinnober, jedoch auch jedes andere rote
Oxyd oder Sulfid) --, und die Gewinnung des „besten“ Goldes mittels des
Elixirs: zwar gibt es hierbei viele Fälscher und Betrüger, doch kennt
man auch die Wege, ihre Nachahmungen vom Echten zu unterscheiden[4278].

Für den Geist des späteren Mittelalters ist es sehr bezeichnend, daß
gerade diese so dürftige, inhaltsleere, betreff wirklicher Erfahrungen
und Tatsachen überaus armselige Zusammenstellung pseudepigraphischer
Natur für einen Ausbund wissenschaftlicher Weisheit und Zuverlässigkeit
galt, so daß man auf +sie+ hin, und nicht seiner +echten+ Werke halber,
den ~Avicenna~ als „Hochgelehrtesten aller arabischen Naturforscher“
und als „dux et princeps philosophorum“ verehrte[4279]; der spanische
Arzt ~Monardes~, der im 16. Jahrhundert zu Sevilla wirkte, und
dessen Werke ~Clusius~ (~de l’Écluse~) ins Lateinische übersetzte,
scheint sogar, vermutlich irgendeiner älteren Tradition folgend, die
Bezeichnung „dux“ wörtlich genommen zu haben, denn er macht ~Avicenna~
zum „König von Cordova“[4280]!

15. ~Albiruni~ (973-1048), einer der größten Gelehrten und
vielseitigsten Forscher und wohl der bedeutendste experimentierende
Physiker, den die arabische Litteratur zu verzeichnen hat[4281], war
ein Gegner der Alchemie und Astrologie, über deren Verbreitung und
Pflege bei vielen Völkern er eingehende Mitteilungen machte. Die sieben
Metalle, zu denen das Quecksilber +nicht+ zählt, haben das passive,
feuchte, weibliche Quecksilber zur Mutter, und den aktiven, trockenen,
männlichen Schwefel zum Vater[4282]; nach der Anschauung der Perser,
besonders aber der Ssabier[4283], stehen sie, weil auf ihnen alle
Handarbeit und daher das Wohl der Welt und der Menschheit beruht,
unter dem Schutze des mächtigen Engels ~Schahrewar~, dessen Name
Liebe und Sperma bedeutet[4284]. Innige Zusammenhänge verbinden sie
mit den 7 Planeten, den Planetengöttern (deren Namen in den Sprachen
der Griechen, Araber, Perser, Syrer, Hebräer, Inder und Chowarezmier
aufgeführt werden)[4285], sowie mit deren Statuen und Idolen[4286]: so
z. B. bringt der Planet ~Ares~ Unglück, desgleichen ~Kronos~, den Gott
am siebenten Tage schuf, und dem zu Ehren ~Abraham~ seinen Sohn opfern
wollte[4287], während „~Hermes~ der Schreiber“ und ~Aphrodite~ „Sterne
der Sonne“ sind, und ~Zeus~ sich von günstiger Natur erweist[4288].
Das an Schätzen aller Art reiche Persien liegt nach ~Hermes~ in der
Mitte der Erde, während die sechs anderen wichtigsten Staaten es im
Kreise umgeben, wie das eben nur bei sechs Kreisen möglich ist, die
einen siebenten umschließen[4289]; die Inder, die neun Teile der Erde
annehmen, zeichnen indessen eine andere Figur auf, in der aber ihr
Land gleichfalls als das der Mitte erscheint[4290]. In Indien ist die
Alchemie unbekannt, oder wird doch nicht beachtet[4291], vielleicht
weil das Land Überfluß an Kostbarkeiten aller Art hat; zu erwähnen ist,
daß man Zinn (rasâs alqalijj) aus Ceylon holt, aus Qalah (auf Malakka?)
und auch, wie ~Alschirazi~ anzudeuten scheint, aus Hinterindien[4292].

[Illustration]

[Illustration]

16. ~Altughraʾi~ (gest. 1128), Dichter und Alchemist, nach
~Gildemeister~ im Abendlande schon frühzeitig als ~Artephius~ bekannt
geworden[4293], erzählt, daß man Gold am oberen Nil, aber auch am
Oxus, in haarigen Ziegenfellen auffange, es so in Körnern bis zur
Größe von Fischschuppen erhalte und nachher noch mittels Quecksilbers
weiter „sammle“ [ausziehe; anreichere][4294]. Die Alchemisten stellen
mittels gewisser Apparate aus Glas und Ton[4295] die Edelmetalle auf
künstlichem und verborgenem Wege her; sie haben unzählige Geheimnamen,
unter diesen 13 für Nûschâdir, 14 für Blei, „das Metall des Kuhl“ [hier
= Bleiglanz], 15 für Kupfer, 16 für Silber (z. B. „weißer ~Hermes~“,
aussätziges Gold), 18 für Eisen, 20 für Gold und 51 für das so
ungeheuer wichtige Quecksilber[4296], das zwar flüchtig und ein Geist
ist, zugleich aber auch „ein Anfang der Körper“ [eine Grundlage der
Metalle][4297].

17. ~Alkhazini~ (um 1130) war ein Gegner der Alchemie, was bei einem
so trefflichen Experimentator nicht wundernehmen kann; er machte
sehr genaue Bestimmungen einer großen Anzahl spezifischer Gewichte,
ermittelte die Zusammensetzung gegebener Mischmetalle aus ihren
Dichten und gab auf Grund solcher Feststellungen den Kupferschmieden
und Gelbgießern (saffâr) Vorschriften zur Darstellung von Legierungen
bestimmten Aussehens und gewünschter Eigenschaften[4298].

18. ~Ibn Alʿauwam~, der gegen 1150 in Sevilla das ausführliche „Buch
der Landwirtschaft“ verfaßte, erwähnt in diesem gelegentlich das
rote Arsen [Realgar], das man zum Vergiften von Vögeln und in der
Tierheilkunde gebraucht[4299], das gebrannte schwarze [metallische?]
Arsen[4300], den feinpulverigen Kohol [Schwefelantimon][4301], die
indische Tutia[4302], den persischen Pulâd oder Fulâd [Stahl][4303],
das Zinn (qalah) und die schön verzinnten (moqasdar) nordafrikanischen
Kessel[4304], sowie den aus Reis zu erhaltenden Essig, der von äußerst
kalter Natur, dabei aber so scharf ist, daß er selbst Gefäße und Steine
auflöst[4305].

19. ~Abuʿlfadl~ (schrieb gegen 1175). Als genauer Kenner der Farbstoffe
und Drogen, „deren es 3000 gibt“, ihrer Verfälschungen und deren
Aufdeckung durch genaue Prüfung (u. a. durch Ermittlung der Menge
des eigentlich wirksamen Bestandteiles, z. B. bei Indigo)[4306],
war er ein abgesagter Feind der Alchemisten, die das Volk mit
nachgeahmten Metallen, Edelsteinen und Perlen betrügen und gemeine
Metalle mittels gewisser Heilmittel zu weißen und zu röten verstehen,
z. B. zu Gold durch ‚Dawâ‘ (= Medizin)[4307]. Häufig bedienen sie
sich des Quecksilbers (zîbaq), dessen beste Sorte aus Toledo kommt,
das „leicht flüchtig ist wie ein flüchtiger Sklave“ und daher erst
im Laufe der Arbeit [wieder] sichtbar wird[4308]. Von den übrigen
Metallen kennt man meist vielerlei Arten: das Eisen (hadid) kann
männliches sein (aldhakar), weibliches weiches (narm âhan), Stahl
(fulâd), oder damasciertes; das Kupfer ist an sich rot, wird aber zu
prächtig gelbem Messing durch Zusatz von Tûtijâ, deren es namentlich in
Spanien vielerlei gelbliche, rötliche und bunte Sorten gibt, ferner zu
weißglänzendem, hartem, aber leicht brüchigem Isbâd-rûy oder Sefîd-rûy
durch Zugabe eines Fünftels Zinn[4309]; Zinn (qalî, qasdîr) ist das
weiße Blei[4310] im Gegensatze zum schwarzen. Letzteres zerbricht
trotz seiner Weichheit den Diamanten, der sich, auf einer Bleiplatte
befestigt, durch vorsichtiges Klopfen zwischen den Schneiden zweier
Hämmerchen zerteilen läßt[4311], und liefert das leuchtende Bleiweiß,
das aus ihm durch Essig herausgezogen wird. Wie man aber wieder diesen
gewinnt, das vermag man nur durch die Praxis zu erlernen und auf keine
Weise aus den Büchern[4312].

20. ~Alnabarawi~, der gegen 1200 lebte, bisher aber mir aus den
Auszügen des ~Ibn Bassam~ (13. oder 14. Jahrhundert) bekannt ist, besaß
gleichfalls ausgebreitete Kenntnisse über die „3000 Drogen“ und ihre
Verfälschungen[4313], berichtet u. a. näher über die verschiedenen
Arten des Itmid oder Kuhl, des Nûschâdirs und des Kamphers[4314],
und beschreibt die Sublimation (tasʿîd) und Destillation (taqtîr),
z. B. die Herstellung des aus der Gurke (alqarʾ) durch Destillieren
(saʿad) gewinnbaren Kampher-Wassers und des destillierten Pechs
(qatrân musʿad)[4315]. Er erwähnt auch das betrügerische Aufhellen
dunkler Zuckersyrupe und Melassen durch Klären mit Bleiessig (gewonnen
durch Lösen von Bleiweiß in Essig) und weist dessen Gegenwart dadurch
nach, daß er die verdächtige Probe über eine Abortgrube stellt, wobei
Schwärzung eintritt [indem der entweichende Schwefelwasserstoff
schwarzes Schwefelblei bildet][4316].

21. ~Aldschazari~ und ~Ridwan~, die gegen 1200 über den Bau kunstvoller
Uhrwerke berichten, erwähnen unter den Materialien rotes Kupfer,
Messing, -- beide auch verzinnt (murassas), oft „mit einer dicken
Schicht Zinn“ (anûk)[4317] --, Bronze (sifr, sufr)[4318], Isfidrûy oder
Isfâdrûy [= „Weißkupfer“, d. i. eine Art sehr heller Bronce][4319],
sowie Quecksilber[4320].

22. ~ʿAbd Allatif~ (1160-1231), der Verfasser der ausgezeichneten
Beschreibung Ägyptens und seiner Naturschätze, war ursprünglich ein
Freund der „großen Kunst“, erkannte sie aber bei näherer Beschäftigung
mit ihr und ihren Vertretern als „falsch, nichtig, schwindelhaft,
lügnerisch und trügerisch“[4321].

23. ~Aldschaubari~ (schrieb gegen 1220 die „Enthüllung der
Geheimnisse“)[4322]. Die „Genossen der Kîmijâ“, die Alchemisten,
sind Lügner, Gauner und Schwindler, die selbst ihre Fürsten schon
in frechster Weise hintergingen und täuschten; wer ihnen immer noch
glaubt, wird allein durch seine Erfahrungen belehrt werden, denn ihre
Kniffe zur Fälschung der edlen Metalle und Steine sind zahllos und die
Methoden ihrer Betrügereien belaufen sich auf dreihundert oder mehr.
So z. B. haben sie allein 47 Verfahren, um aus zerriebenem Perlmutter,
Glimmer, Quecksilber u. dgl. falsche Perlen zu bereiten, die sie in
Fische einlegen oder von Vögeln fressen lassen, um ihnen den rechten
Glanz zu erteilen[4323], und allein 48 Verfahren, um aus Eierschalen
und Indigo oder Waid falschen Lasurstein zu gewinnen[4324]. Sie
geben sich den Anschein, Silber und Gold aus einer gemeinen „Asche“
darzustellen, die aber vorher aus diesen Metallen durch Behandlung
mit allerlei schwefel- und arsenhaltigen Stoffen erhalten wurde und
sie beim starken Erhitzen, besonders mit gewissen Zutaten, wieder
zurückliefert[4325]. „Reines Silber“ machen sie durch „Weißen“ von
20 Teilen Kupfer mit 1 Teil Auripigment (rasâcht), Realgar, Zarnich
[Arsenigsäure?], Quecksilber oder Sarkokolla; „reines Gold“ (ibrîz)
durch „Gilben“ oder „Rotfärben“ von Kupfer mit Auripigment, Zinnober,
Grünspan, grüner Tûtijâ u. dgl. unter dreimaligem Umschmelzen [zu
einer Art Bronze?][4326]; „echte Edelsteine“ endlich durch Herstellen
gewisser gefärbter Gläser und Schmelzen, angeblich gemäß den
Rezepten in ~Platons~ „Buch der Zauberkünste“[4327]. Was die von
ihnen benützten Hilfsstoffe betrifft, so findet man Kuhl in Ispahan
und die „Tûtijâ der Weisen“, die auch al qalamî [Galmei] heißt, in
vielen Ländern[4328]; Grünspan (zindschâr) und Bleiweiß (isfîdâdsch)
bereitet man durch Eingraben von rotem Kupfer oder schwarzem Blei
nebst natürlichem Nûschâdir und scharfem Essig (den man auch ohne
Destillation erhalten kann)[4329] in den feuchten Erdboden[4330];
Zinnober (zindschafar) durch „Töten“ von Quecksilber mit Schwefel,
Arsen [Arsensulfiden] und Essig, wobei man das geschlossene und gut
mit Ton gedichtete Gefäß im Ofen bei richtigem Feuer lange genug zu
erhitzen hat[4331]; Bleiglätte (martak) durch Rösten von Blei und chubz
alfiddî [wörtlich Silber-Brod; Substanz unbekannter Natur] auf nicht
näher angegebene Weise.

~Aldschaubari~ macht auch höchst merkwürdige Angaben über die
ungeheuerlichen Fälschungen der Gewürze, Wohlgerüche, Nahrungs- und
Gebrauchs-Mittel von den seltensten Drogen an bis zur Seifenlauge (râs
al sâbûn) herab[4332], er bespricht zahlreiche Heilstoffe (z. B. die
7 Gallen von 7 Tieren) und Gifte (z. B. Bang, d. i. Bilsenkraut, für
dessen schärfste Sorte, die blaue kretische, der Essig ein unfehlbares
Gegenmittel bleibt)[4333], und preist gewisse pflanzliche Öle, Fette
und Harze als unersetzlich für das Härten der Schwerter aus indischem
und damascener Stahl[4334].

24. ~Jaqut~ (1178-1229) berichtet in seinem, auf Grund der
zuverlässigsten alten Quellen verfaßten „Geographischen Wörterbuche“,
daß Zinn von bester, einzig in der Welt dastehender Güte aus Qalah (auf
Malakka) gebracht wird, aber auch, wie dies schon ~Alistakhri~ und
~Albiruni~ wußten, aus Ceylon und Fars (Persien) und außerdem noch aus
Spanien[4335]. Kupfer ergibt mit Zinn, aber auch mit anderen Metallen
und Erzen, schöne Legierungen, aus denen man in Indien herrliche
Arbeiten herstellt; solche kommen u. a. aus Kulam (Malabar), woselbst
man auch Porzellan erhalten kann, das aber weder so fein, noch so
weiß, noch so durchscheinend ist wie das echte chinesische[4336]. --
Quecksilber findet sich in Chorasân, besseres (reineres und schwereres)
in Persien, das beste aber in Spanien, und zwar nach dem Berichte
~Alidrisis~ [des berühmten Geographen; um 1150] im Gebirge Burianus
oder Murianus [= Sierra Morena], sowie in Abâl nächst Cordova [Almaden;
almaʿden = das Bergwerk][4337].

Der Reichtum Spaniens an Zinnober und Quecksilber ermöglichte es
schon dessen Khalifen ~Abd Arrahman~ II. (912-961), seinen Lustgarten
(nächst Cordova?) durch einen mit Quecksilber gefüllten Teich
auszuschmücken[4338], und der Palasthof seines Zeitgenossen, des
Khalifen ~Muktadir~ in Bagdad, dürfte (917) einen ebensolchen enthalten
haben, der freilich „als gefüllt mit flüssigem Zinn (rasas qalî),
heller leuchtend als poliertes Silber“ beschrieben und durch einen
„mit geschmolzenem Golde gefüllten“ noch übertrumpft wird[4339]; aber
bereits 868 legte ~Ahmed Ibn Tulun~ in Kairo, und ebenda 892 der
Statthalter ~Chumarawaih~ „ein Bassin an, von 50 Ellen im Gevierte,
gefüllt mit Quecksilber, -- im Vollmond ein unvergleichlicher Anblick
--, dazu bestimmt, sich auf seiner Oberfläche auf Luftkissen zu
schaukeln und so in recht sanften Schlaf einzuwiegen“[4340].

Eine besonders bemerkenswerte Anwendung fand das Quecksilber zum Füllen
kunstvoller Uhren (s. oben bei ~Aldschazari~ und ~Ridwan~) [die in
Spanien noch zur Zeit König ~Alfons~ X. (1252-1284), des bekannten
Förderers der Astronomie, gebräuchlich waren[4341]].

25. ~Ibn Albaitar~ aus Malaga (gest. 1248), der Verfasser eines sehr
ausführlichen Wörterbuches der Heil- und Genußmittel, erwähnt zwar
vielerlei Mineralien, Salze, Metalle usf., aber seinem pharmazeutischen
Hauptzwecke gemäß fast stets nur vorübergehend. Er spricht z. B.
vom Gold[4342], Taliqûn, „einer Art Kupfer“[4343], Rasas, dem
schwarzen Blei, das den sonst nur durch Feuer zerstörbaren Diamant
„zerbricht“[4344], Kazdir, dem weißen Blei, aus dem man Gefäße
anfertigt[4345], der Bleiglätte, die in Essig gelöst süß wird[4346],
dem Sublimat aus Quecksilber[4347], usf.; ferner beschreibt er die
Vorgänge der Sublimation, der Destillation, des Ausschmelzens usf.,
durch die vielerlei wichtige Substanzen gewonnen werden, während die
wertlosen Schlacken (chabath) zurückbleiben[4348].

26. ~Ibn Mansur~ (13. Jahrhundert) schrieb in persischer Sprache
ein Steinbuch, das in Gestalt der türkischen Bearbeitung durch
~Aldschaffari~ auf uns gekommen ist[4349]. Als die 7 einfachen Metalle
führt es auf: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Châr Sinî [das,
wie oben erwähnt, in Wirklichkeit ein Mischmetall ist]. Von Legierungen
erwähnt es: Messing (schabah, türk. birindsch) aus Kupfer und dem
Rauche der Tutijâh; Bronze (sufr, türk. tudsch) aus Kupfer und Qalaî
(Zinn); Tal, „ein gelbes Erz“ [eine Art Messing?] aus Kupfer und Blei
[weißem, d. i. Zinn?]; Taliqûn, eine messing- oder bronzeähnliche
Legierung aus Kupfer, Tutijâh und noch mehreren anderen Metallen[4350];
Derâ-rûy, eine Legierung aus Kupfer, Messing, Bronze und Tal; Sachtah,
eine Legierung aus Silber, Kupfer und Quecksilber; Heft-Dschosch
[Sieben-Geschmolzenes], eine Legierung aller sieben Metalle.

27. ~Alqazwini~ (gest. 1283). Der von ~Wüstenfeld~ herausgegebene
arabische Text seiner umfassenden „Kosmographie“, von dem ~Ethé~ einen
großen Teil ins Deutsche übersetzte[4351], hat sich neuerdings leider
als eine späte, erst dem 18. Jahrhundert entstammende Überarbeitung
erwiesen[4352] und ist daher nur mit Vorsicht zu benützen.

Aus der Urmaterie entstanden nach ~Alqazwini~ die vier Elemente
(arkân), die auch Mütter heißen und gegenseitigen Überganges
ineinander fähig sind[4353]; sie erfüllen, wie alles, so auch die
im Innern der Erde vorhandenen Dünste und Flüssigkeiten, aus denen
sich zunächst, unter Vereinigung von Wasser und Erde, das Quecksilber
abscheidet, zugleich aber unter Verkochung der Luft und der übrigen
Elemente durch Feuer zu einem Öle, der Schwefel[4354]. Aus diesen
beiden bilden sich weiterhin, je nach den Einflüssen und Farben der
Planeten, -- namentlich des „Schatzmeisters“ ~Kronos~ und des Mondes
--, alle übrigen Metalle und Mineralien und entfalten sich besonders
schön und rein mit zunehmendem Monde, wie dies sämtlichen Bergleuten
längst durch eingehende Erfahrungen bekannt ist[4355]. Auf solche
Weise entspringen also, je nach den Verhältnissen und Umständen, die
7 Metalle, d. s. Gold (dhahab), Silber (fidda), Kupfer (nuhâs), Zinn
(usrub), Eisen (hadîd), Blei (rasâs) und Châr Sînî, das man mittels
einer mineralischen rötlichbraunen Substanz gewinnt, die in China
gefunden und auch Tutia oder Tutanega genannt werden soll[4356]. Durch
langsames Abtropfen und sehr allmähliches Gerinnen in den Klüften der
Gebirge verdichten sich ferner die Salze, Vitriole und Alaune (z. B.
der schön weiße aus Jemen)[4357], Natron und Salmiak[4358], die öligen
Schwefel und Arsene[4359], Naphtha, Asphalt und Pech[4360], Markasit
und andere Erze[4361] und zuletzt noch die Edelsteine[4362], u. a.
der Diamant, der vielen auch für eine Versteinerung des himmlischen
Feuers gilt, trotz seiner ungeheuren Härte aber durch Blei „zerbrochen“
wird[4363]. Berühmte Fundorte sind: für Edelsteine und Diamanten
Ceylon[4364]; für Schwefel, auch gelben und roten [Auripigment,
Realgar], Vitriole, Blei und Antimon [Blei- und Antimonglanz] die
Berge des Demawend sowie der in Spanien gelegene Gebl-al-kohl (Berg
des Bleiglanzes), woselbst das Wachsen mit zunehmendem Monde besonders
deutlich zu beobachten ist[4365]; für Zinn und Quecksilber „wie sonst
nirgends“ Spanien[4366]; für Gold, Silber, Messing, Eisen, Türkis,
Naphtha und Steinkohle Transoxanien[4367]; für Gold, Silber, Kupfer und
Eisen die Inseln des persischen Meeres[4368]; für Magnetstein, dessen
Kraft durch Knoblauch gebrochen, durch Essig aber wieder hergestellt
wird, der Magnetberg im indischen Meere[4369]. Auf den Inseln dieses
Ozeans ist Eisen sehr selten und kostbar, die Bewohner der Nikobaren
tragen es sogar als Schmuck, die Sumatras und anderer Inseln tauschen
es gegen Ambra ein[4370]; außer dem weichen weiblichen Eisen (narm
âhen) hat man auch das harte männliche [= Stahl][4371], aus dem
man die Schwerter macht, die wie Zinn glänzen, aber nicht aus Zinn
bestehen[4372].

Beim Erhitzen der Vitriole entweichen dicke Dämpfe, die äußerst
übelriechend und gesundheitsschädlich sind, wegen ihrer Schärfe zum
Ausräuchern dienen und bei Berührung mit Wasser oder wässerigen
Flüssigkeiten große Hitze erzeugen[4373].

Eine Anzahl weiterer zugehöriger Angaben ~Alqazwinis~ ist einem von
~Ruska~ übersetzten, den Mineralien gewidmeten Abschnitte seiner
„Kosmographie“ zu entnehmen[4374]: unter dem Einflusse von Kälte,
Wärme, Trockenheit und Feuchte entstehen zunächst Quecksilber und
Schwefel, weiterhin aber aus diesen die Mineralien, deren es 700
gibt[4375]. Das Quecksilber ist eine etwas beschädigte Art des Silbers,
entwickelt beim Erhitzen einen furchtbar giftigen Dampf[4376], ergibt
beim Kochen in einem geschlossenen Kolben jenen roten Zinnober
(zundschufr), der sich auch in den Gruben bei der Einwirkung von
Schwefel auf Quecksilber ausscheidet[4377], und ist [als Salbe] sehr
geeignet zur Vernichtung von Läusen und anderem Ungeziefer[4378].
Auch der Schwefel bildet leicht Dämpfe, verflüchtigt sich in Gestalt
solcher bei der Entstehung der Metalle und verdichtet sich dabei z. B.
zu Malachit, wenn er aus werdendem Kupfer, zu Smaragd aber, wenn
er aus werdendem Golde entweicht[4379]. -- Gold ist beständig und
unveränderlich, aus Kupfer dagegen (und auch aus Messing) wird durch
Essig Grünspan herausgezogen[4380], auch erhält man aus [geschmolzenem]
Kupfer durch Einwerfen eines gewissen Zusatzes, der es zu festem Steine
macht, die giftige Legierung Tâlîqûn, und ebenso durch Verschmelzen
mit den sechs anderen Metallen die Legierung Haftdschausch (=
7-Geschmolzenes)[4381]. Wie den Grünspan aus dem Kupfer, so zieht Essig
das Bleiweiß (isfîdâdsch = weißes Wasser) aus dem Blei heraus, das man
u. a. aus dem bleihaltigen Itmid [Bleiglanz?] darstellt[4382]; die
Dämpfe des Bleies sind giftig und das nämliche gilt vom Bleiweiß und
von der beim Rösten aus ihm entstehenden Mennige[4383]. Das Blei ist
der Feind des Diamanten, der sich in einer unzugänglichen Talschlucht
Indiens findet, wegen seiner ungeheuren Härte zum Bohren der Gesteine
dient, durch Bocksblut aber zersprengt wird[4384].

Produkte der Verdichtung sind ferner die Salze, Boraxe (tinkâr), Alaune
(schabb), Vitriole usf.[4385]. Die Alaune gebrauchen die Färber zum
Beizen und Fixieren der Farbstoffe, die Chemiker aber zum Reinigen und
Färben der Metalle[4386]. Die Vitriole werden bald durch Eisen gelb und
rot, bald durch Kupfer grün gefärbt; die Kalkand und Kalkadis genannten
sind äußerst scharf und hitzig, dienen zum Räuchern und ergeben
beim Erhitzen unter Entwicklung eines furchtbaren Dunstes Kalkatâr
[Colcotar][4387]. -- Den Salzen ähnlich, aber sublimierbar, ist der
Nauschâdar [Salmiak], der sich in vielen Gruben findet, sowie im feinen
hitzigen Dunst der Bäder[4388].

Weitere Ergebnisse mehr oder minder weit fortgeschrittener Verdichtung
sind u. a. noch: Die Naphtha (naft), deren schwarze Sorte durch
Destillation mit Helm und Alambik weiß wird[4389]; die Tûtijâ, die
nach einigen ein beim Reinigen des Kupfers [?] entweichender Rauch
ist, nach anderen nur in Silbergruben vorkommt, nach noch anderen aber
aus gewissen farbigen Mineralien Indiens [Vitriolen?] besteht[4390];
die Magnesia [hier = Braunstein], die durch ihren Bleigehalt [!]
Kiesel und Alkali zu Glas zusammenschmilzt[4391]; der Magnet, der
den berühmten Magnetberg bildet und seine Kraft durch Gegenwart von
Zwiebeln oder Knoblauch verliert, durch Essig oder Bocksblut aber
wiedergewinnt[4392]; die nur sehr allmählich reifenden Edelsteine, wie
der Diamant, der Smaragd, der Jâkand [Jâqût = ὑάκινθος, Hyazinth][4393]
und viele andere. Nicht zu diesen gehörig ist der Kahrubâ [=
Strohräuber, d. i. Bernstein], der vielmehr das verhärtete Harz des
römischen Nußbaumes vorstellt[4394].

Viele Mineralien sind, wie schon ~Aristoteles~ [d. h. das
„Steinbuch des ~Aristoteles~“] lehrte, wichtig für die Kunst der
Metallverwandlung, niedergelegt in den Büchern des ~Hermes~, aus denen
u. a. auch ~Alexander der Grosse~ seine medizinischen und chemischen
Kenntnisse schöpfte[4395]. Das Arsen, sowohl das gelbe und rote, wie
das beim Calcinieren entstehende weiße, die sämtlich furchtbare Gifte
sind, Fliegen und Läuse töten, und zuweilen auch als Depilatorien
Verwendung finden, weißt das Kupfer[4396] und ebenso wirkt der
calcinierte arsenhaltige Ifrangis [Stein der Franken] beim Projizieren
auf 50 Teile Kupfer[4397]. Auch der schwefelhaltige Markasit dient in
der chemischen Kunst zur Überführung von Kupfer und Blei in Silber,
oder doch in ein silberähnliches Metall[4398]; aus Blei, Kupfer, Eisen
und Zinn ergeben ferner gutes Silber die Steine Talk, Baumwollmagnet,
Kidâmi und Karsijâd[4399], welche letzteren, ebenso wie der Furslus,
der Wollmagnet und der Bleimagnet, auch Quecksilber zu glänzendem,
festem, ausgezeichnetem Silber härten[4400]. Der Wetzstein erzeugt
aus Silber ein dem Gold sehr ähnliches Metall[4401], der Satansstein
färbt 14 Teile Silber zu rotem Gold[4402], der Stein Hâdî sowie die
Korallenasche fixieren Quecksilber zu Gold[4403], der Chrysolith [=
golderzeugender Stein] und der rote, indische Stein Hâmî gilben auch
Kupfer zu Gold, das durch Talk noch ganz besonders schön glänzend
wird[4404].

28. ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327 oder 1331), Verfasser der berühmten,
sehr ausführlichen „Kosmologie“[4405], aus der schon weiter oben das
die Ssabier Betreffende angeführt wurde. Allgemeiner Ansicht nach,
die schon zur Zeit des ~Ibn Wahschijah~ (um 900) die herrschende war,
erweisen sich die sieben Metalle, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
Zinn, Blei und Châr Sinî (nach anderen aber Quecksilber, nach noch
anderen Zink)[4406], sämtlich als nahe verwandt, da sie alle aus
verschiedenen Mengen Schwefel und Quecksilber von mehr oder minder
hoher Reinheit zusammengesetzt sind und sich untereinander wie
Blüten, Knospen und Früchte verhalten[4407]; nach Farbe, Natur und
Eigenschaften gleichen sie den sieben leuchtenden Planeten, denen
sie zugeordnet und durch deren Strahlen sie entstanden sind, und mit
Recht sagt daher der Mystiker ~Ibn Alʿarabi~ (gest. 1240): „Gold und
Silber sind die großen Namen, abhängig von den Planeten und ihren
Häusern“[4408].

Der Schwefel ist der „Vater der Metalle“, der „Samen der
Metalle“[4409], er verdichtet sich aus den öligen Teilen der irdischen
Wässer und Ausdünstungen, findet sich daher in manchen Quellen und in
der Nähe der Vulkane[4410] und ist gelb, auch rötlich oder weißlich,
leicht entzündlich und sehr brennbar[4411]; ihm äußerst ähnlich,
aber schwieriger entflammbar, sind das gelbe und rote Arsen und das
männliche oder weibliche Sandarach, das, mit Kalk vereinigt, den
Indern als wirksamstes Enthaarungsmittel dient[4412], sowie auch das
Arsen, „Dik ber Dik“ [aus einem Tiegel in den andern sublimiert;
Arsenigsäure], das Rattengift, das in Spanien auch als „Erde“ [Mineral]
vorkommen soll[4413]. -- Das Quecksilber, die „Mutter der Metalle“,
bildet sich durch allmähliche Verdichtung des himmlischen Wassers,
namentlich des auf Schwefel fallenden; es ist zwar äußerlich weiß,
innerlich aber rot, ergibt Legierungen mit den Metallen, besonders auch
mit dem Gold, dessen „Magnet“ es ist, weißt das Kupfer und löst sich
in der Hitze zu Dampf auf, der tödlich ist wie Kohlendunst[4414]. --
Erst weiterhin vereinigen sich, wie angegeben, Schwefel und Quecksilber
miteinander; sie reifen dann, je nach den Umständen und der Länge der
Zeit, zu einem oder dem anderen der 7 Metalle heran.

Die Alchemisten, die alle diese Lehren aufstellen, versichern nun,
die Natur nachahmen, das Reifen beschleunigen und so künstlich Gold
und Silber machen zu können; aber alles, was sie behaupten, ist
unmöglich und unwahr, und sie selbst sind Täuscher, Betrüger, Fälscher,
Münzfälscher, bestenfalls „Färber“, niemals aber „Macher“[4415]. Ihre
Theorien „alle Metalle verwandeln sich beim Erhitzen in Quecksilber;
die Blüte Quecksilber trägt die Frucht Gold; die übrigen Metalle
sind Zwischenstufen und enthalten mehr Schwefel,...“ sind verkehrt
und unsinnig, denn jedes Metall ist und bleibt ein besonderes Wesen,
allein abhängig von der Natur des zugehörigen Planeten, seines
Erzeugers[4416]. Ihre Vergleiche „Vitriol, Galläpfel und Wasser, obwohl
nicht schwarz, geben zusammen schwarze Tinte; Kieselsand, Alkali und
Magnesia [Braunstein], obwohl nicht durchsichtig, geben zusammen
durchsichtiges Glas; so geben unsere Präparate zusammen Silber oder
Gold,...“ führen irre und beweisen gar nichts[4417]. Alles, was sie
vermögen, kommt darauf hinaus, dem Blei durch verschiedene Zusätze
eine silberähnliche Farbe zu erteilen, den Zinnober, den sie „roten
Schwefel“ und „Salz der Sonne“ nennen, für Gold zu erklären und
auszugeben, u. dgl. ähnliches[4418].

In Wahrheit wird das +Gold+ aus den Mineralien, deren es 700 oder
mehr gibt, durch die Hitze der Sonne, seines Planeten, ausgekocht,
weshalb es auch fast nur in heißen Ländern verkommt; Quecksilber
haftet ihm an, die Ausdünstung des Bleies macht es zerbrechlich und
durch Salmiak wird es glänzend[4419]. -- +Silber+ findet sich in der
Nähe des persischen Golfes und nördlich vom asowischen Meere, wo es
noch mit den unvollkommensten Mitteln ausgeschmolzen wird[4420]. --
+Kupfer+, von dessen griechischem Namen Kypros sich auch jener der
Insel Cypern herschreibt[4421], schätzen manche Negervölker höher als
Gold, wie das auf einigen indischen Inseln auch mit dem Eisen, in den
Ländern der Nilquellen (Gânah) mit dem Zinn, und in Abessynien mit
dem Messing der Fall ist[4422]. Das „weiße Kupfer“, Isfid-rûy, auch
Isfad-rûy, Isbâdârîh, Sefidrûy, von manchen auch Châr sinî genannt,
aus dem man prächtig klingende Glocken, Spiegel u. dgl. anfertigt, ist
eine Art sehr heller, weißglänzender, harter, leicht und trefflich
polierbarer Bronze, zeigt aber zuweilen auch gelbliche bis goldige
Färbung, oder ein Gemenge hellerer und dunklerer Teile; es kommt
aus China, wo es Pe-tong = „weißes Kupfer“ heißt, und besteht nach
chinesischen Werken aus einer Legierung von Kupfer, viel Zinn (ein
Fünftel und mehr) und etwas Arsen, das den aus ihm angefertigten
Waffen tödliche Eigenschaften erteilen soll[4423]. -- +Zinn+, qasdîr,
qalî, anûk, maqad, weißes rasâs (Blei) genannt, halten viele für
ein aussätziges oder pockennarbiges Silber, so wie sie das Blei für
ein unfertiges und ungares Gold erklären[4424]. -- +Eisen+ wird aus
vielerlei Erzen gewonnen, vor allem aus Hämatit [Roteisenstein], dem
Chumâhan oder Kamâhen, von dem es mächtige Lager zwischen Nil und rotem
Meer gibt[4425]; das beste, namentlich für Schwerter geeignetste, kommt
aus Indien und China[4426]. Aus ungeheuren Eisenplatten verfertigte
~Alexander der Grosse~ die Mauer um die wilden Völker zu Magog
im äußersten Norden der Erde, ferner erbaute der persische König
~Sapor~ [241-272] einen Aquädukt, ruhend auf riesigen, eisernen, mit
„Bleizement“ vergossenen Säulen[4427]. Zu den größten Merkwürdigkeiten
gehört es, daß ein Stein, der Magnetstein, das Eisen anzieht und oft
das Doppelte seines eigenen Gewichtes festhält[4428]; noch gesteigert
wird seine Kraft durch Berührung mit Bocksblut, das auch sonst sehr
wunderbare Eigenschaften zeigt, denn nach dem Bestreichen damit werden
die Diamanten im Feuer schmelzbar, und kupferne (bronzene?) Waffen
verursachen tödliche Wunden[4429] -- +Ithmid+, das schwarze Antimon
[bald Spießglanz, bald metallisches Antimon], soll aus dem Kupfer in
Gegenwart zu vielen Schwefels entstehen und „verbrennt“ die meisten
anderen Metalle, selbst das Eisen[4430]. Das beste findet sich in
Ispahan, am Ebro, sowie in Andalusien, wo es mit zunehmendem Monde
wächst; eine Quelle bei Cadix liefert einmal im Jahre während einer
Woche geschmolzenes Blei und schwarzes Quecksilber, das zu schwarzem
Antimon erstarrt[4431]. -- +Zink+, das einige, wie angegeben, zu den 7
Metallen zählen[4432], kommt einzig aus China, und niemand vermag zu
sagen, wie es dort hergestellt wird; es ist ein weißes Metall, gleicht
dem Zinn, hat aber einen dumpfen Klang und zeigt sich veränderlich,
indem es allmählich seine Farbe und Härte verliert[4433] [sich
oxydiert, zerfällt, ...]; seine persische Bezeichnung ist Isfidrûy,
d. i. weißes Kupfer, auch Sapîd-rûy, Isbidâri, Sbiadâr [wovon sich der
alte Name „Spiauter“ für Zink ableitet][4434].

Zu den wichtigsten Mineralien zählen: Pyrit und Markasit [Schwefelkies
u. dgl.], deren 7 Arten die 7 Metalle enthalten sollen, die man
aus ihnen gewinnen kann, indem man den gleichzeitig vorhandenen
vielen Schwefel abscheidet[4435]; die Magnesien, vor allem die der
Glasmacher [= Braunstein][4436]; der Asbest[4437]; der Salmiak, dessen
natürliche Sorten aus China, Persien und Ferghâna kommen, während man
ihn in Ägypten künstlich zu bereiten versteht[4438]; die Naphtha,
die weithin ausgeführt und u. a. von den koptischen Christen [in
Ägypten] nebst Pulver und sonstigen geeigneten Substanzen zur Feier
des Weihnachtsabendes angezündet und verbrannt wird[4439]. Manche
Arten Naphtha sind von Natur aus wasserhell und so flüchtig, daß man
sie nicht in offenen Gefäßen aufbewahren kann, andere werden aus einer
Art Erdpech erst in trüber und dunkler, dann aber durch nochmalige
Umarbeitung in klarer und weißer Beschaffenheit gewonnen, und zwar
„indem man sie wie Rosenwasser destilliert“[4440]. Letztere Kunst
wird hauptsächlich in Damaskus betrieben, und man bedient sich dabei
besonderer, oft in mehrstöckig aufgebaute Öfen, besser aber in Wasser-
oder Dampf-Bäder eingesetzter Gefäße aus Blei, Eisen oder Glas[4441];
das richtig Überdestillierte [Übergeschwitzte; Schweiß = araq][4442]
ist von bester Beschaffenheit, dauernd haltbar und schön klar, so wie
man auch wieder vom Bergkrystall sagt, daß er „durchsichtig ist wie
reines destilliertes Wasser“[4443].

29. ~Alakfani~ (auch ~Ansari~ und ~Alsachawi~ genannt; gest. 1348).
Alkîmijâ ist die Kunst, den Metallen, die sämtlich nahe verwandt
und nur in kleinen Akzidentien verschieden sind, gewisse noch
erforderliche, sie ein wenig verändernde Eigenschaften zu erteilen
und so zur Erzeugung von Silber und Gold zu gelangen[4444]; dies
geschieht mit Hilfe des „geehrten Steines“ Aliksîr, der ganz wie die
Krankheiten und Schäden der Menschen auch die der Metalle heilt,
z. B. Aussätzigkeit, Epilepsie, Apoplexie, Verbrennungen, ..., und
sie hierdurch in Silber oder Gold überführt, -- ohne dabei selbst die
geringste Veränderung zu erleiden. Alle Mitteilungen der Alten über
seine Herstellung, für die auch die Einflüsse der Planeten (vor allem
des ~Hermes~) von Belang sind[4445], lauten undeutlich, dunkel und
rätselhaft und +mußten+ dies auch, da [technische] Schwierigkeit und
[moralische] Gefahr der Sache die größte Vorsicht bedingen. Notwendige
Materialien sind Schwefel und Quecksilber, als Grundlagen der Metalle,
sublimierter Zarnich [Arsenigsäure], der das Kupfer ebenso weißt
wie die Tûtijâ [Galmei u. dgl.], ferner gewisse Salze und Aschen,
pflanzliche und tierische Substanzen, sowie endlich unedle Metalle,
deren Menge nach bestimmten Gewichtsverhältnissen der Wage zu bemessen
ist[4446]. Deshalb heißt die Kîmijâ auch „Wissenschaft der Wage“, weil
allein mittels dieser die zur Gewinnung des Elixirs und der Edelmetalle
erforderlichen Mischungen nach vorgeschriebenem Gewicht oder Volum so
kombiniert werden können, daß ihr Gewicht und Volum dem des „Gesuchten“
gleich ist; wie viel aber auf die richtigen Verhältnisse ankommt,
zeigt die Erfahrung, daß verschiedene Stoffe in einer Flüssigkeit
bald schwimmen, bald untersinken, bald eben nur die Oberfläche
berühren[4447].

Das Elixir fixiert auch das Quecksilber und verwandelt Krystall,
dessen schönste Sorte der arabische Bergkrystall ist[4448], in
Edelsteine[4449]; die wertvollsten von diesen sind der fleischfarbige
oder rötliche Korund (jaqût)[4450], die Perle (dschauhar)[4451] und der
Diamant, der auch aus Jemen, Cypern und Macedonien kommt (?), Stahl-
oder Silberglanz zeigt und ganz außerordentlich giftig ist[4452].

30. ~Ibn Khaldun~ (geb. 1332 in Tunis, gest. 1406 in Kairo; der
bekannte Historiker)[4453]. Die Alchemisten geben vor, ein aus
mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Stoffen dargestelltes,
bald festes, bald flüssiges Präparat „Aliksîr“ zu besitzen, von dem
schon ein Körnchen oder ein Tropfen genügen soll, um 1000 Teile
der passend vorbehandelten „Körper“ des Kupfers oder Silbers mit
„Geist“ zu erfüllen und sie hierdurch, kraft einer erfolgenden
Fäulung, „Vermählung“ oder „Verbindung“, in reines Silber oder
Gold zu verwandeln[4454]. In Wirklichkeit gibt es aber eine
Alchemie ebensowenig wie eine Astrologie oder Magie, und es ist
gerade so vergeblich, sich mit ihren rätselhaften, unsinnigen und
unverständlichen Schriften und Vorschriften zu beschäftigen, wie
Astrologie oder Magie zu studieren[4455]: weder sind die Metalle
tatsächlich „nahe verwandt“ und „leicht ineinander verwandelbar“, noch
läßt sich ihr angeblich 1000 Jahre währendes „Reifen“ in der Natur
beweisen, nachahmen oder beschleunigen, auch gibt es keinen „Stein
der Weisen oder Alkîmijâ“, und er erzeugt daher auch nicht „einer
Hefe gleich aus wenigem Golde vieles“[4456]. Niemals hat die Alchemie
einen Erfolg gezeitigt, niemals hat sie einen Armen reich gemacht,
-- „~Abuʾlhasan~ blieb stets arm und schmutzig“, sagt bereits der
„Fihrist“[4457] --, und wie schon der arme ~Alfarabi~ sie verteidigte,
während der reiche ~Avicenna~ sie verwarf, so betreiben sie auch
jetzt noch die Bedürftigen und nicht etwa die Wohlhabenden[4458]. Die
Alchemisten waren und sind Lügner und Betrüger: sie wissen Kupfer
mit Quecksilber oder Sublimat wie Silber zu weißen, schlechten
Metallgemischen Goldglanz zu verleihen, kupfernen Schmuck auf allerlei
Weise mit dünnen Schichten Gold oder Silber zu überziehen und ihn für
echten auszugeben, und alle diese oder ähnliche Unterschleife führen
sie so geschickt aus, daß nur der ganz Erfahrene ihren Schlichen
entgehen kann. Endlich betreiben sie auch noch Falschmünzerei, in der
sich namentlich die Studierenden des Rechtes und der Theologie im
Maghreb (Nordwest-Afrika) hervortun, weshalb man dort nicht wenige der
Ertappten mit abgehauenen Händen umhergehen sieht[4459].

31. ~Abuʾlfadil~, im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des
nordindischen Königs ~Akbar~, der ein Anhänger der Alchemie war und
selbst Gold erhalten zu haben glaubte[4460], macht einige Mitteilungen
über Metall-Legierungen und zählt unter diesen auf[4461]: a) Sefîdrûy,
aus Kupfer und Zinn, eine sehr helle Bronze[4462]; b) Kaulpatr (?), aus
Sefîdrûy mit mehr Kupfer; c) Rûy, aus Kupfer und Blei [weißem = Zinn?];
d) Birindsch, aus Kupfer und Tûtijâ [Galmei, ...], d. i. Messing von
verschiedener Färbung; e) Sîm-i-Suchtah, aus Silber, Bronze und Blei;
f) Hescht-Dhât = „(aus) acht Sachen“, also ein Mischmetall aus acht
Bestandteilen; g) Haft-Dschôsch = aus Sieben oder Sieben-Geschmolzenes,
bestehend aus den 7 Metallen Tilâ (Gold), Nukra (Silber), Mis (Kupfer),
Ahan (Eisen), Surb (Blei), Qalî (Zinn) und Rûh-i-Tûtijâ, wörtlich
„Geist des Galmeis, Galmeigeist“, d. i. metallischem Zink. Mit
Haft-Dschosch identisch soll auch Tâliqûn sein, das indessen andere für
ein aus China kommendes und mit einem Giftstoff [Arsen?] versetztes
„siebenmal gekochtes Kupfer“ halten, und noch andere für eine besondere
Legierung aus Kupfer oder Eisen.

32. (+Anhang+): +Die Erzählungen+ „1001 +Nacht+“. Diese
Erzählungen[4463] gehören zu den merkwürdigsten und eigenartigsten
Dokumenten der gesamten muslimischen Kulturgeschichte und erfordern
daher an dieser Stelle Berücksichtigung, obwohl man sie keineswegs
als ein einheitliches Werk ansehen kann, und nicht sowohl von ihren
Verfassern als von ihren Sammlern zu sprechen hat[4464]. Die Rahmenform
des Ganzen, aber auch mancherlei des Stoffes, ist zweifellos indischen
Ursprunges[4465]; in Persien waren die Märchen wohl mindestens
schon seit dem 8. Jahrhundert im Umlaufe, und dort lernten sie auch
die Araber kennen, bei denen sie aber noch im 10. Jahrhundert der
„Fihrist“ als „persische“ bezeichnet, und ~Almasʿudi~ unter persischem
Titel als die „1000 Erzählungen“ oder „1000 Nächte“ erwähnt, die
jedoch damals schon mit neuen, nachträglich eingeführten Geschichten
durchsetzt waren[4466]. Ein alter Grundstock reicht also vermutlich
bis in die abbasidische Frühzeit zurück, und Bagdad lieferte auch
die Hauptmenge der späteren Zutaten[4467]; ihre maßgebende Gestalt
erhielten jedoch die Erzählungen „1001 Nacht“, -- +dieser+ Name kommt
nicht vor dem 12. oder 13. Jahrhundert auf[4468] --, erst im Kairo der
Mamluken-Dynastie, also während des 13. Jahrhunderts[4469], und das
älteste erhaltene Manuskript der so neu geschaffenen Gestalt ist etwa
um 1350 niedergeschrieben[4470]. Weitere Umarbeitungen brachte die
Folgezeit, und zwar bis in das 18. Jahrhundert hinein[4471].

Da aus dem Werke selbst nur ganz vereinzelte feste Daten zu ersehen
sind[4472], so kann naturgemäß von chronologischer Sicherheit zumeist
keine Rede sein, immerhin ist aber, abgesehen von gewissen, schon
ihrem Inhalte nach leicht kenntlichen, späten Einschiebungen, der
weitaus größte Teil der Angaben sehr wertvoll und für die während der
Blütezeit des arabischen Reiches herrschenden Verhältnisse höchst
charakteristisch.

Von Magie, Astrologie und Alchemie ist in „1001 Nacht“ so oft
und unter so mannigfaltigen Umständen die Rede, daß sich hieraus
ohne weiteres die ungeheure Rolle ersehen läßt, die diese
Geheimwissenschaften in sämtlichen Kreisen der muslimischen Welt
spielten. Sie werden als allerorten heimisch vorausgesetzt, da die
Menschen, durch die gefallenen Engel ~Harut~ und ~Marut~ einmal in
ihren Besitz gelangt[4473], sie überallhin verbreiteten; doch soll
Afrika, insbesondere Nordwest-Afrika, die gefährlichsten +Magier+
und mächtigsten Zauberer besitzen, „berüchtigt ob ihrer unheilvollen
Kenntnisse“[4474].

Die +Astrologie+ mit ihren Theorien von den 7 in den Sphären kreisenden
Planeten, deren Auf- und Absteigen, Konstellationen und Aspekten,
Häusern und Ordnungen usf., ist von höchster Wichtigkeit für alle
öffentlichen und privaten Angelegenheiten[4475], u. a. auch für die
Erziehung der Kinder[4476] und für die Ausbildung der Ärzte[4477]; nur
ganz ausnahmsweise wird über sie gespottet, z. B. wenn eine Konjunktion
von ~Ares~ und ~Hermes~ den günstigen Augenblick zum Haarschneiden
gewährleisten soll[4478], in der Regel aber begegnen ihre Lehren und
alle an diese geknüpften Folgerungen der ernstlichsten Erörterung, wir
hören daher von silbernen und goldenen astrologischen Instrumenten
mit 7 Scheiben und zugehörigen geomantischen Tafeln[4479], von den
7 Farben der 7 Planeten[4480], von Seide in 7 Farben, den einzelnen
Tagen entsprechend[4481], von 7 Schlössern, aus Krystall, Marmor,
chinesischem Stahl, Edelsteinen, Porzellan, Silber, Gold[4482], u. dgl.
mehr.

Die +Alchemie+ geht aus von den vier Elementen und vier Säften, denn
aus Wärme, Kälte, Feuchte und Trockenheit schuf Allah zunächst Feuer,
Luft, Wasser und Erde, die heiß und trocken, heiß und feucht, kalt
und feucht, kalt und trocken sind[4483], und aus denen alle übrigen
Dinge bestehen. Die Kunst, Silber und Gold zu machen, ist die Chemie
oder „natürliche Magie“[4484]; sie steht in enger Verbindung mit
der Astrologie[4485] und ist niedergelegt in den Büchern, die da
handeln von den Eigenschaften der Mineralien, Steine und Kräuter, von
Zaubereien und Talismanen, Giften und Gegengiften, vom Schneiden und
Fassen der Edelsteine, usf.[4486]. Wer sie beherrscht, kann nach dem
rechten Rezepte für 10000 Dinare Gold herstellen, ja selbst auf einmal
1000 Drachmen [7½ Pfunde] Silber oder 10 Pfunde Kupfer ohne weiteres in
feines Gold verwandeln, wozu er nicht mehr als eine halbe oder ganze
Drachme des „gelben Kohols“ [= goldgelben Streupulvers] gebrauchen
wird, das auch Scheidepulver oder Elixir heißt[4487]. Man erzählt
hierüber, daß auf einer Zauberinsel goldgelbe, nachts leuchtende Blüten
wachsen, die bei Sonnenaufgang abfallen, vom Winde unter die Felsen
geweht werden und dort zu Elixir eintrocknen, das die Menschen sammeln
und zur Kunst des Goldmachens gebrauchen[4488]; diese ist jedoch des
Betruges und Schwindels wegen verboten, und die sie betreiben, werden
mit dem Tode bestraft[4489]. Manche erklären übrigens, es gebe in
Wahrheit nur ein einziges +wirkliches+ Elixir, nämlich +jenes+ flüssige
Gold der Weisen, das man in Bechern abmessen könne, den Wein[4490].
Hingegen versichern andere[4491], die eigentlichen alchemistischen
Regeln, diese „Wunder der Kunst“, fänden sich samt den Annalen der
alten ägyptischen Priester auf Syenittafeln verzeichnet, die nebst
Götzenbildern und Figuren, Inschriften, Geräten, Waffen, Schätzen,
Vasen voll Edelsteinen, Gefäßen aus Krystall und aus „biegsamem“
[unzerbrechlichem] Glase, Heiltränken usf., im Innern der Pyramiden
verborgen seien; der Khalif ~Almamun~ versuchte deshalb (um 810) die
größte Pyramide zu öffnen, jedoch ohne Erfolg[4492].

Aus +Kupfer+ bestehen rote, prächtig polierte Palasttüren, Türbeschläge
und Türringe[4493], große Schalen und Kochgeschirre[4494],
Lampen[4495], Waffen[4496], Zaubergeräte[4497] und Statuen[4498]; aus
+Messing+, „gelbem Kupfer“, „goldgleichem Kupfer“, „andalusischem
gelbem Kupfer im Werte des Goldes“[4499], Statuen und Löwen[4500],
Türen und Türringe[4501], Beschläge von Türen und Fußböden[4502],
Gitterfenster und Bänke[4503], Kessel, Schüsseln und Gefäße[4504],
Ketten, Ringe, Klappern und Schellen[4505], Stifte, um in Sand, und
Federn, um mit Tinte (auch mit azurblauer) zu schreiben[4506], die
gurken- und kürbisförmigen Flaschen, in die König ~Salomon~ die bösen
Geister verschloß und einsiegelte[4507], sowie die gewaltige sagenhafte
„Messing-Stadt“[4508]; aus +Bronze+ Dächer von Pagoden[4509], Gefäße
und Krüge[4510], Zauberruten (die man auch aus je einem Vierteil
Kupfer, Bronze, Eisen und Stahl zusammensetzt)[4511] und der aus
bronzeartigem Mischmetall gegossene Zauberspiegel König ~Salomons~, der
dem Hineinblickenden alles zeigt, was sich in den 7 Klimaten der Welt
begibt[4512].

+Blei+, dessen Scheiben so groß wie Brotlaibe sind[4513], dient zum
Vergießen der Fundamente mächtiger Gebäude, z. B. der Pyramiden[4514],
zur Anfertigung der todbringenden Pfeile, Fluchtafeln und Wundersiegel,
z. B. jener des Königs ~Salomon~[4515], und besitzt die Kraft,
Diamanten zu teilen und zu zerbrechen[4516]. -- Weißes Blei oder +Zinn+
findet sich nach den Berichten des Seefahrers ~Sindbad~ [spätestens
gegen 800] in den „Blei“-Minen der ostindischen Insel Qalah[4517],
gleicht dem Silber, weshalb man auch das Pferdegeschirr verzinnt[4518],
Zinn und Messing dem Silber und Gold unterschiebt[4519] und anscheinend
übergoldetes Zinn oder Kupfer für echtes Gold ausgibt[4520].

+Eisen+ wird geschmiedet und gegossen, so daß riesige Stadtmauern
geschmolzenen Eisenmassen gleichen[4521]; ein wunderbarer Stein, der
Magnet, der im indischen Meere einen ganzen Berg bildet, zieht es an
und hält es fest[4522]. Das härteste Eisen, das mit dem Feuerstein
Funken gibt[4523], ist der Stahl, von dem Indien und China die
besten Sorten liefern, namentlich auch den glänzend blanken und den
„gewässerten“ [damascierten][4524]; man macht aus ihm Stäbe und Keulen
von 1 bis 2½ Zentnern Schwere[4525], Türen und Schlösser[4526], Dolche
und Schwerter[4527], Steigbügel[4528] usf.

+Quecksilber+ (zîbak) ist äußerst beweglich, und der hurtige Läufer
~ʿAli Zibak~ trägt daher seinen Namen[4529]; es ist ein gutes
Augen-Heilmittel, wirkt [als Sublimat] konservierend[4530] und dient
[als Zinnober] zur Herstellung von Malerfarbe und Farbe für rote
Schrift[4531].

+Antimon+ oder +Kohol+ [ein feines Pulver aus Antimon- oder Bleiglanz]
wird an sehr zahlreichen Stellen zum Umrändern der Augen und als
Augenschminke empfohlen, um so mehr als es auch die Sehkraft stärkt
und vor dem „bösen Blicke“ schützt[4532], weshalb Vornehme es in einem
Silber-Büchschen (nebst dem zum Auftragen dienenden Silberstifte) stets
an einer Kette um den Hals zu tragen pflegen[4533]; auch bildlich ist
die Rede vom „Kohol des Blickes“; gelber und roter Kohol findet sich
ebenfalls erwähnt[4534].

Gelbes +Arsen+ [Auripigment] nebst Kalk dient als zuverlässig wirkendes
Enthaarungsmittel[4535].

                              ——————————

Ein Rückblick auf die in den letzten Abschnitten besprochene
Litteratur läßt erkennen, daß weder Syrer noch Araber die eigentliche
Alchemie auch nur um einen einzigen neuen oder originellen Gedanken
bereicherten. Sämtliche angeführten Autoren (denen zweifellos noch
viele andere anzureihen wären), mögen sie nun Freunde oder Gegner
der Alchemie sein, -- und an diesen hat es schon von Anfang an nicht
gefehlt --, zehren ausschließlich von der Hinterlassenschaft ihrer
hellenistischen Vorfahren; sie halten fest, was diese überlieferten,
verbreitern und vergröbern die verstandenen Ideen, entstellen und
verzerren die unverstandenen, erheben sich aber nirgendwo im geringsten
über die hergebrachten Dogmen, die ihnen vielmehr, als geheiligt durch
die „großen Autoritäten“ der Vergangenheit, unverbrüchlich feststehen.
Entgegen früheren Anschauungen ist daher, wie in nicht wenigen anderen
Punkten so auch hier, die Rolle der Araber so gut wie ausschließlich
eine empfangende und vermittelnde, -- durch welche Einsicht jedoch der
Anerkennung ihrer ganz außerordentlichen Wichtigkeit keinerlei Abbruch
geschehen soll.


Anhang.

Des Zusammenhanges wegen seien an dieser Stelle noch die Schicksale der
Alchemie in einigen dem islamischen Kulturkreise zugehörigen Ländern
berührt, jedoch nur in aller Kürze, da nirgendwo neue Gesichtspunkte
auftauchen oder Ansätze zu weiterer Entwicklung hervortreten.

In +Persien+ besaßen und besitzen die eigentlichen Parsen keinerlei
Bücher, die der Magie und Zauberei oder deren Nebenzweigen gewidmet
wären, da ihre Religion diese durchaus verbietet, und schon ~Zoroaster~
als erbitterter Feind alles derartigen Wesens bezeichnet wird[4536];
zudem ist die Ausübung der Chemie noch besonders untersagt, weil sie
eine Verunreinigung des geheiligten Feuers bedingt[4537]. Wenn also
~Zosimos~, ~Synesios~ und andere griechische Autoren, und diesen
folgend wieder die Verfasser der syrischen Manuskripte, den ~Zoroaster~
teils allein, teils zusammen mit ~Ostanes~, ~Sophar~, ~Osron~ usf. als
alchemistische Autoritäten zitieren und außerdem allerlei „persische“
Schriften, Vorschriften und Präparate anführen, und wenn ~Alnadim~
im Fihrist berichtet, daß einige den Ursprung der Alchemie nach
Persien verlegen, so walten hierbei entweder bewußte, gewissen Zwecken
dienliche Unterschiebungen ob; oder es werden (aus ähnlichen Gründen)
alchemistische Verfahren zusammengeworfen mit metallurgischen, deren
die Perser seit altersher manche ganz treffliche besaßen; oder endlich
es handelt sich um die so häufige, aber irrtümliche Bezeichnung der
Babylonier (Chaldäer) als „Perser“. Diese erklärt sich, wie bereits
weiter oben erwähnt, aus den politischen Verhältnissen, bezüglich derer
nochmals daran erinnert sei, daß die Perser im babylonischen Reiche,
wie nach der ersten Eroberung durch ~Cyrus~ so auch späterhin, stets
nur eine ganz dünne Oberschicht bildeten, und zwar die Herrschermacht
in Händen hatten, auf Sitten und Gebräuche, Glauben und Aberglauben
der großen Masse der Bevölkerung aber keinen maßgebenden Einfluß
ausübten und umgekehrt einen solchen auch nur in beschränktem Umfange
und sehr allmählich erfuhren. Anfänge alchemistischer Bestrebungen
traten daher in Persien wohl erst durch syrische und nestorianische
Vermittlung zutage, während alchemistische Schriften nicht vor der Zeit
tiefgreifender Umwälzung durch die arabische Eroberung abgefaßt wurden,
dann aber, soweit bekannt, ausschließlich seitens arabisch schreibender
Perser oder Syrer, also nicht in persischer Sprache, sondern in
arabischer.

Dafür aber, daß einige Jahrhunderte genügten, um auch den persischen
Geist gänzlich mit alchemistischen und astrologischen Anschauungen zu
durchdringen, zeugt das gegen 1000 vollendete persische Nationalepos,
das „Königsbuch“ (Schâh-Nâmeh), dessen Verfasser, ~Firdusi~ (= der
Paradiesische), übrigens für seine Person dem Aberglauben freien
Geistes gegenübersteht. Schon weiter oben wurde angeführt, daß er die
Chemie und ihr Elixir erwähnt und daß ihm ein Herz „voll Kîmijâ“ ein
Herz „voll Falschheit“ ist; er kennt auch die vier Elemente und sagt
von ihnen[4538]:

    „Durch Mischung von Feuer, von Wasser, von Erd’
    Und von Luft, wird das Antlitz der Welt verklärt.“

    „Wer die vier Grundstoffe verband,
    Nahm mit Mannheit die Welt in die Hand.“

Von den Astrologen und ihren Auslegungen der Planeten-Tafeln und
-Kreise, sowie des mit den Bildern der sieben Planeten geschmückten
„Weltenbechers“, der Gegenwart und Zukunft anzeigt[4539], hat er jedoch
keine günstige Meinung[4540]; es heißt über sie:

    „Vor jedem Schâh ein Sterndeuter stand,
    Voll Gedanken, Sterntafeln zur Hand;
    Nach dem Geheimnis spähten sie,
    Wem die Sphär’ ihre Gunst verlieh?
    Die Sterne schauten zu den Scharen,
    Und die Sterndeuter ratlos waren[4541],“

und über ihren Auftraggeber, den Schâh:

    „Nicht wußt’ er: es ist kein Verlaß auf die Kreise,
    Der Sterne sind viel, doch Gott nur ist weise[4542].“

Bei den Dichtern der Folgezeit sind chemische, alchemistische
und astrologische Anspielungen etwas Alltägliches und geradezu
Unentbehrliches, daher offenbar auch dem Leserkreise durchaus
Geläufiges; so sagt schon ~ʿOmar Alkhajjam~ (um 1100, der berühmte
Mathematiker)[4543]:

    „Die Traube kann mit ihrem Saft
    Der Weisen Zweifel widerlegen:
    Sie ist’s, die reines Gold, -- Heil ihr und Segen! --,
    Aus dieses Lebens schlechtem Kupfer schafft.“

    „Der Traube Saft wird Deine Unruh’ bändigen,
    Und den Streit der Weisen beendigen:
    Trink +einen+ Krug dieser Alchemie[4544],
    +Tausend+ Gebrechen heilet sie,“

und bei ~Saʿdi~ (1184-1286) finden sich in einem „Alchemie“
überschriebenen Gedichte des „Bostan“ (Fruchtgartens) folgende Verse:

    „Du hast ja wohl gehört, daß vormals Staub und Sand
    Zu Gold und Silber ward in eines Frommen Hand[4545].“

    „Willst Du erreichen, hab’ zum Suchen Kraft
    Wie der Adept, der rastlos hoffend schafft
    Und Haufen Goldes wandelt um in Erde,
    Daß ihm, aus Erde, Golds ein Körnlein werde[4546].“

Ferner:

    „Schwarzes Metall, mit Gold überfangen,
    Zum Tiegel der Schmelze gebracht,
    Wird anders daraus hervorgelangen,
    Als die Leute gedacht[4547].“

    „Bist Du ein heller Edelstein, so sei
    Doch härter nicht als Diamanten:
    So hart sie sind, sie fügen sich dem Blei,
    Das weich ist und doch abschleift ihre Kanten[4548].“

Bei dem tiefsinnigen Mystiker ~Dschelaleddin Rumi~ (1204-1273) ist
„Kîmijâ“ das Elixir, das, wie unedle Metalle in edle, so Unwissenheit,
Unglauben und Empörung des Menschenherzens in Weisheit, Glauben und
Gehorsam umsetzt und dem Frommen durch Gottes Gnade zu Teil wird:

    „An Gottes Zauberkraft reicht die der Menschen nie,
    Noch ihre Alchemie an seine Alchemie[4549].“

    „Gottergebnen wird aus Staub lautres Gold gewährt,
    Sündern aber sich zu Staub lautres Gold verkehrt.
    Falsches Gold auch gibt oft Gott; soll echt sich’s weisen
    In der Flamme Glut, so bleibt nur schwarzes Eisen[4550].“

Ein ungenannter Dichter der nämlichen Zeit schreibt:

    „Gott goß in Dich Vernunft als Leitung zu den Sternen,
    Wie in das Feuer Licht und in den Moschus Duft;
    Willst Du die Wissenschaft, den Glauben kennen lernen,
    So hör’ die Stimme, die aus sieben Minen ruft:
    Der Kopf sei heller Stahl, das Herz sei Gold gediegen,
    Sitz’ fest wie schweres Blei, die Brust sei glänzend Erz,
    Zur Lende soll sich Zinn, zum Fuß Quecksilber schmiegen,
    Und silbern sei die Hand des Manns von Kopf und Herz[4551].“

Die Hofpoeten preisen den Schâh[4552], „der als Himmelsschreiber den
Merkur bestellt hat“, der Blei in Gold zu verwandeln und den Stein der
Weisen zu bereiten weiß, während ~Ibn Jamin~ (gest. 1344) diesen nicht
durch das Tun des Fürsten verwirklicht sieht, sondern durch das des
Ackerbauers[4553]:

    „Das, was Du sätest, blüht Dir auch empor:
    Der Stein der Weisen ist kein Werk der Kunst,
    Zur Erde wirf’ Dich, birgt ihn doch +ihr+ Flor.“

    „Alchemie, das Werk der Nacht, leitet ins Verderben,
    Weil es mehr verlieren macht, als es macht erwerben.
    Willst Du wahre Alchemie, deren ganzen Segen
    Reicht kein irdisches Genie würdig zu erwägen:
    Bauer sei und schlichten Sinns pflüge Deine Erde,
    Daß, was Fülle des Gewinns, offenbar Dir werde.
    Welchem Grund, wie ihr, entspringt Überfluß, der wundert?
    Wo, wie in der Erde, bringt +Eines+ siebenhundert?“

~Hafis~ (gest. 1389) verkündigt:

    „Sieh’, der Chemiker der Liebe wird des Körpers Staub behandeln,
    Wird ihn, wär’ er noch so bleiern, doch in reines Gold
        verwandeln[4554].“

    „Freue Dich des Weines! Dieser Alchemist
    Macht, daß gleich dem König reich der Bettler ist[4555].“

    „Dem Dürft’gen gilt oft schon allein
    Die Bitte für des Weisen Stein[4556].“

    „Dein Glück wird jeder, der Dich kennt, gar höchlich preisen:
    Du hast in Dir das Element des Steins der Weisen[4557],“

auch verspricht er den Berufenen die Schätze der Sphären:

    „Dient Saturn Dir doch, der Neger,
    Und der Himmel ist Dein Sklave,“

wobei Saturn „Neger“ heißt, weil er auch ein schwarzer böser Dämon
~Zuhal~ ist und als solcher der Schutzherr aller Räuber, Betrüger,
Schatzgräber und ähnlicher zweifelhafter Gestalten[4558]. Unter
diesem Namen erwähnt ihn auch ~Dschami~ (1414-1492) gelegentlich der
Himmelfahrt ~Muhammeds~ durch die sieben Sphären in „~Jusuf~ und
~Suleikha~“[4559], wo er auch sagt[4560]:

    „Was frommt’s, daß +Der+ ein Alchemiste heißt,
    Kann er vergolden nicht den +eignen+ Geist?“

    „Mache, daß Dein Blick einmal mich Armen auch berühre,
    Deines Blickes Elixir mich zum Reichtum führe.“

Daß ~Dschami~ der 7, in den Farben der 7 Planeten prangenden, für je
einen Tag der Woche bestimmten Paläste gedenkt[4561], ist schon weiter
oben angeführt worden; oft spricht er auch von den 4 Elementen, deren
Beinamen geradezu unzählige sind, z. B. die 4 Arten, Badeöfen, Drachen,
Fußdecken, Geier, Genossen, Gewölbe, Kinder, Lastträger, Lehrer,
Mütter, Nägel, Perlen, Pfeiler, Polster, Saiten, Säulen, Schnüre,
Steuermänner, Wurzeln[4562].

Im eigentlichen +Arabien+ blieb, wie die Angaben ~Snouck-Hurgronjes~
aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts zeigen[4563], die Alchemie
während des ganzen Mittelalters bis in die neueste Zeit hinein
lebendig, und zwar in ziemlich unveränderter Gestalt[4564]; das
nämliche gilt für +Ägypten+, wo ~Vansleb~ noch 1700 in Siut an 360
Derwische antraf, bemüht, durch Magie die Metalle zu transmutieren,
besonders mittels Quecksilbers, das sie als „Substanz“ bei sich
zu führen pflegten, und überzeugt, daß in den Pyramiden ungeheure
Schätze verborgen seien[4565]. Auch in den Küstenländern Nord- und
Nordwest-Afrikas (Maghrebs), unter denen +Marokko+ seine Blüte zur
Zeit der Almohaden (etwa 1150-1200) erlangte, und in die schon die
Erzählungen „1001 Nacht“ die gefährlichsten Zauberer und mächtigsten
Magier versetzen, erfreute sich die Alchemie fast seit Beginn der
arabischen Eroberung unausgesetzter und eifriger Pflege. Der aus
Tunis gebürtige ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) eiferte zwar, wie weiter
oben berichtet wurde, nach Kräften gegen die Schwindeleien und
Betrügereien der Alchemisten, die er namentlich auch der Münzfälschung
beschuldigte, aber seine Stimme verhallte ungehört, und noch anderthalb
Jahrhunderte später erzählt der sog. ~Leo Africanus~ (gest. 1526) in
seiner „Beschreibung Afrikas“[4566]: „In der Stadt Fez gibt es eine
Unmenge Alchemisten, die sich ganz ungeheuer um diese eitelste aller
Künste bemühen; es sind das völlig verdummte Menschen, die sich mit
Schwefel und anderen stinkenden Sachen zu tun machen; des Abends
pflegen sie regelmäßig in einer Moschee auf einer Anhöhe zusammen zu
kommen und über ihre unsinnigen Lehren zu disputieren.... Es gibt ihrer
zwei Arten, die einen suchen nämlich nach dem Elixir, das Kupfer und
Metalle tingieren soll, die anderen aber betreiben die ‚Vermehrung‘
(multiplicatio) der Metalle vermöge geeigneter Vermischungen.
Gewöhnlich läuft alles auf Falschmünzerei hinaus, daher sieht man
in Fez die meisten dieser Leute mit [zur Strafe] abgehauener Hand
herumlaufen.“

Über das Treiben der Alchemisten in Fez und Tanger zu Beginn des
17. Jahrhunderts berichtet der englische Kapitän ~Parry~[4567], und
ausgestorben ist die Alchemie in Nord- und Nordwest-Afrika auch während
der seither vergangenen drei Jahrhunderte nicht; „noch heute, -- so
sagt ~Doutté~ mit Recht[4568] --, beherrscht der Zauberglaube der
ausgehenden Antike die gesamte islamische Welt“.


6. Die Alchemie in Indien und Tibet.

+Noch+ weniger weit als die Erforschung der naturwissenschaftlichen
arabischen Litteratur ist die der indischen fortgeschritten, auch
bestehen auf diesem Gebiete ganz eigenartige Schwierigkeiten
allgemeiner und besonderer Natur, die bisher nur zum kleinsten Teile
behoben werden konnten. Die erste ist der dem indischen Geiste
eingeborene völlige Mangel an chronologischem Sinne, der u. a. auch
in dem fast gänzlichen Fehlen einheimischer Geschichtschreiber oder
Annalisten zutage tritt. Die zweite die eigentümliche Art der Abfassung
indischer Werke, die, um einen der Botanik entlehnten Ausdruck zu
gebrauchen, durch Intussuszeption wachsen, d. h. neue Materialien ohne
weiteres und immer wieder mit in ihren alten Bestand aufnehmen oder
einlagern, wodurch dann unübersichtliche und unentwirrbare Gebilde
entstehen, wahre Ineinander-Schachtelungen der mannigfaltigsten, oft um
ein halbes Jahrtausend und mehr an Alter verschiedenen Einzelheiten.
Die dritte endlich die Neigung, das Alter der vorhandenen Schriften
und ihres gesamten Inhaltes in eine möglichst entlegene Vergangenheit
hinaufzurücken, -- ein Bestreben, das bei den einheimischen Autoren
begreiflich und verzeihlich sein mag[4569], dem aber, selbst
noch neuestens, auch europäische Gelehrte (z. B. ~G. Oppert~)
stattgaben, namentlich auf dem ihnen häufig nicht genügend vertrauten
naturwissenschaftlichen Gebiete. Infolge dieser Umstände bleibt es
bei vielen Quellenschriften dahingestellt, ob sie überhaupt zur
angenommenen Zeit verfaßt wurden, ob sie, wenn dies zutrifft, seither
frei von weitgehenden Einschiebungen blieben, und ob, wenn auch dies
der Fall ist, die vorausgesetzte Bedeutung der Fachworte als richtige
und mit der ursprünglichen noch übereinstimmende angesehen werden
darf. Diese Fragen vermag die Wissenschaft derzeit in vielen Fällen
gar nicht, in anderen nur mit großer Zurückhaltung zu beantworten, und
demgemäß ist auch der Wert der im nachstehenden gegebenen Darlegungen
nach mehr als einer Richtung hin nur mit aller Vorsicht einzuschätzen.

Die früher weitverbreitete Ansicht, die nach dem Süden einwandernden
Inder hätten schon zur Zeit der Entstehung ihrer heiligen Gesänge, der
Veden (etwa zwischen 1600 und 1000 v. Chr.), die Planeten verehrt und
ihre Siebenzahl mit der der Metalle in Verbindung gebracht, hat sich
längst als vollkommen irrtümlich erwiesen. In den +älteren+ Teilen der
Veden werden zwar Sonne und Mond oft zusammen genannt, auch gemeinsam
mit den Sternen als himmlische Feuer bezeichnet, besondere Erwähnungen
der Planeten und einer Gesamtheit von 5 Wandelsternen oder 7 Planeten
fehlen jedoch[4570]; von Siebenheiten, z. B. der großen Götter, der
Jungfrauen, der Töne, der Ströme, der Schritte usf. ist zwar zuweilen
die Rede[4571], doch haftet diesem Begriffe, der einem festen Rahmen
gleich benützt und ausgefüllt wird, sichtlich etwas Fremdes an, so
daß er wohl von außen übernommen wurde und vermutlich, ebenso wie
gewisse Spuren im vedischen Kalender, auf babylonische Einflüsse
hinweist[4572]. Was die Metalle anbelangt, so gilt allein das Gold, --
wie aus naheliegenden Gründen bei so vielen Völkern der ganzen Erde
--, als Symbol der Sonne, ferner auch als wesensgleich mit dem Gotte
des Feuers ~Agni~ und als entstanden aus dessen Samen, der sich, in
die Wässer ergossen, zu dem Golde umwandelte, das die Flüsse mit sich
führen[4573]. Erst in +jüngeren+ Abteilungen der Veden, besonders im
Atharva-Veda, lassen sich manche Stellen, wenngleich keineswegs mit
Sicherheit, als Hinweise auf 5 oder 7 Planeten auffassen[4574], und
zu den unzähligen (zum Teil auf sehr alte Grundlagen zurückgehenden)
abergläubischen Bemerkungen, die daselbst vorgetragen werden, zählen
auch die, daß Gold ein kräftiges Amulett sei und das Leben verlängere,
Blei aber vor der Macht der Zauberei schütze[4575].

Im Laufe der Periode zwischen etwa 1000 und 500 v. Chr., jener der
„Upanischaden“ (= „Verehrungen“, d. s. im wesentlichen Erläuterungen
und Erklärungen der vedischen Texte)[4576], werden anfänglich die 5
Planeten selbst des näheren bekannt, während betreff ihrer Bewegungen
noch große Unsicherheit herrscht; weiterhin machen sich, soweit die
noch höchst unzureichenden Untersuchungen ersehen lassen, astrologische
Vorstellungen über ihre Einflüsse geltend und zwar ganz in Form der
auch in Griechenland bekannten spätbabylonischen (chaldäischen)[4577];
schließlich finden sich die Unregelmäßigkeiten der Bahnen gewissen
„Formen der Zeit“ genannten, geistigen Wesen zugeschrieben, die
die Planeten an Seilen aus Luft hinter sich herziehen[4578]. Als
Zahl der Planeten geben diese spätesten Texte 9 an, indem sie den 7
bekannten (u. a. ~Çukra~ = ~Venus~, ’~Cani~ = ~Saturn~) noch ~Rahu~
und ~Ketu~ beifügen, „Kopf und Schwanz des Drachen“, d. s. die (wohl
wegen ihrer Rolle bei den Verfinsterungen) materiell gedachten sog.
auf- und absteigenden Knoten der Mondbahn[4579]. Von Metallen werden
u. a. das rote (rohita) Kupfer und das schwarze (trishna) Eisen
genannt, auch zusammen mit dem weißen (çukla) Ton in Gleichnissen
aufgeführt[4580]; aber nur vom Golde heißt es, daß sich im Innern
der Sonne ein goldener Mann befinde[4581], und daß Gold den Keim
des Welteneies bilde, dem sich späterhin auch zwei Schalen aus Gold
und Silber zugeschrieben finden[4582]. Sonne und Mond bestehen im
übrigen aus Feuer, Wasser und Erde[4583], also aus dreien der fünf
Elemente, die man gegen Ende dieser Periode schon ganz allgemein
annimmt, und zwar in der Reihenfolge Äther, Wind (Luft), Feuer,
Wasser, Erde[4584]. Ein Zusammenhang zwischen der indischen, sehr
ausführlichen Elementenlehre[4585] und der griechischen erscheint,
entgegen ehemaligen Voraussetzungen, weder nachweisbar noch
wahrscheinlich, um so mehr als die griechische Theorie vermutlich
bedeutend weiter zurückreicht und auch eine andere Reihenfolge der
Elemente einhält, nämlich Äther, Feuer, Luft, Wasser, Erde[4586]; die
Frage, ob vielleicht beide Lehren von dritter Seite aus beeinflußt
wurden, etwa von persischer[4587], läßt sich derzeit nicht entscheiden.
Als ursprüngliches und grundlegendes Element wird der in den
Upanischaden oft erwähnte Äther (âkâça) angesehen[4588], zugleich aber
auch in vieler Hinsicht mit dem endlosen Raume identifiziert, der
„allgegenwärtig“ und „von der feinsten Substanz des Äthers erfüllt
ist“[4589]: „Aus dem Âkâça (Äther, Raum) entspringt der Wind, aus ihm
das Feuer, aus ihm das Wasser, aus ihm die Erde“[4590]. Dies ist die
„fünffache Wesensschar“[4591], die Schar der fünf „grobstofflichen
Elemente“ (Mahabhûta), so genannt, weil ihnen oft auch fünf
„feinstoffliche“ (Tanmâtra) als Grundsubstanzen von Schall, Gefühl,
Farbe, Geruch und Geschmack gegenübergestellt werden[4592] [also eine
Art Imponderabilien]; solche genaue Unterscheidungen sind keineswegs
gleichgültig, denn nicht minder wie die Gestalt ist auch der Name
jeglichen Dinges ein eigentliches und bedeutsames Stück seines Wesens,
dessen Realität sich schon in der erfolgreichen Verwendung zu Zwecken
der Zauberei sichtlich und ganz offenbar zu erkennen gibt[4593].

Die Theorien der jüngsten, nachvedischen Periode (etwa von 500
v. Chr. bis 1500 n. Chr.)[4594] verbreiten sich ausführlich über die
gegenseitigen Umwandlungen der Elemente, vom Äther bis zur Erde bei
Bildung und Entstehung, von der Erde bis zum Äther bei Vernichtung und
Auflösung der Welt[4595], sowie über das Hervorgehen der Einzeldinge
und Lebewesen aus den Elementen[4596]. Aber auch andere, von den
vedischen unabhängige Schulen, die in ihren Anfängen zum Teil bis
in die vorhergehende Periode zurückreichen mögen und sich später
gleichzeitig und nebeneinander weiterentwickeln, halten an der Lehre
von den Elementen fest[4597]. Die „rationelle“ Sâmkhya-Philosophie
(Sâmkhya = Zahl), als deren angeblicher Begründer der völlig
mythische ~Kapila~ gilt[4598], und die nach ~Oldenberg~, entgegen
~Deussen~[4599], schon vorbuddhistischen Ursprunges ist[4600], setzt
seit jeher die 5 Elemente Äther (âkâça), Feuer, Luft, Wasser und Erde
voraus[4601]. Den zahlreichen Kommentaren gemäß, deren letzte erst
dem 16. Jahrhundert angehören[4602], nimmt sie eine Urmaterie an,
die zwar einheitlich und unteilbar ist, zugleich aber „so wie der
einheitliche Wald aus Bäumen“ aus drei Komponenten besteht und sich so
lange nicht verändert, als alle drei in ursprünglichem Gleichgewichte
verharren; sobald dieses aber „durch magnetartige, Erschütterung
bewirkende Triebe“ gestört wird, bilden sich in erster Linie die fünf
„groben“ Elemente und sodann, indem diese sich nach verschiedenen
Mengen und Arten mischen, die sämtlichen Einzelstoffe der Welt[4603],
ungefähr ebenso, wie aus dem gelben Farbstoffe der „gelben Wurzel“
[Kurkuma] durch Einwirkung von Kalk ein neuer roter hervorgeht[4604].
-- Bei den Buddhisten und schon bei ~Buddha~ selbst, der um 480
v. Chr. starb, ist von den 4 Elementen die Rede[4605], zuweilen
auch von 5, wobei der Äther, oder von 6, wobei das Bewußtsein mit
eingeschlossen ist[4606], niemals aber, wie man wohl behauptet hat,
von 7, die angeblich in Zusammenhang mit den 7 Planeten und Metallen
stehen sollten; die Siebenzahl als solche ist jedoch ~Buddha~ nicht
unbekannt, wie z. B. die Gleichnisrede von den 7 Arten der Frauen
bezeugt[4607]. -- Auch in den Systemen der Jainas[4608], des ~Gotama~
[4609] und vieler anderer[4610], spielen die Elemente eine wichtige
Rolle, und zur einfachen Theorie der Elemente gesellt sich die der
Atome und Atom-Aggregate, die der Sâmkhya-Philosophie noch fehlt[4611],
den jüngeren Buddhisten und Jainas bereits geläufig ist[4612], ihre
ausführliche Entwicklung aber erst im „Vaiçeshikam-System“ fand, dessen
Urheber der im übrigen gänzlich unbekannte ~Kanada~ sein soll[4613].
Der eingehenden Darstellung zufolge, die ~Anambhatta~ zwar erst im
17. Jahrhundert, jedoch auf Grund der besten und ältesten Quellen
gab[4614], treten nach ~Kanada~ zwar nicht der alldurchdringende Äther,
der durchaus einheitlich, unendlich, ewig und sinnlich unwahrnehmbar
ist, wohl aber Luft, Feuer, Wasser, Erde (einzeln oder zueinander
gesellt), in Form veränderlicher und vergänglicher Aggregate auf,
-- so z. B. ist das Gold nach einigen reines, nach anderen mit Erde
vermischtes, festgewordenes Feuer[4615] --, in letzter Linie bestehen
sie aber aus ewigen und unvergänglichen Atomen (paramânu). Abweichend
von jenen der griechischen Philosophie sind diese sämtlich kugelförmig,
gleich groß, nämlich sechsmal kleiner als das kleinste wahrnehmbare
Sonnenstäubchen, mit bestimmten Qualitäten behaftet, sowie mit der
Fähigkeit ausgestattet, sich zu je zweien aneinander zu lagern und
hierdurch kleine Aggregate zu bilden, die sich dann weiter zu größeren
und ganz großen vereinigen können[4616]. Diese Lehre von den doppelten,
dreifachen, vierfachen Atomen usf. ist schon bei ~Kanada~ eine
keineswegs leicht verständliche[4617], wird aber in späterer Zeit und
durch die jüngeren Schulen auf äußerst verwickelte Voraussetzungen hin
noch weiter ausgebaut; sie schwankt dann oft in gänzlich unklarer Weise
zwischen eigentlich atomistischen und mehr korpuskularen Anschauungen
hin und her[4618].

Wie zahlreichen Völkern der alten und neuen Welt, so schwebte auch den
Indern als höchstes Gut ein langes Leben in Gesundheit und Wohlstand
vor, und demgemäß fehlte es auch bei ihnen niemals an Leuten, die
da versicherten, den rechten Weg zu diesem schönen Ziele weisen zu
können und, -- sei es vermöge Frömmigkeit oder Zauberei --, in Besitz
der zu seiner Erreichung erforderlichen Mittel gelangt zu sein.
Daß als solche eigentlich alchemistische und auch nach bekannten
alchemistischen Methoden dargestellte Elixire in Frage kämen, und daß
diese schon in den frühesten medizinischen Werken Indiens abgehandelt
würden, hat sich indessen als eine vollkommen unhaltbare Behauptung
erwiesen, deren Aufstellung nur infolge des Dunkels erklärlich scheint,
das noch bis vor kurzem über den Anfängen der indischen Medizin und den
Abfassungszeiten ihrer „klassischen“ Schriften lag, gegenwärtig aber,
wenn nicht gänzlich behoben, so doch in ausreichender Weise aufgehellt
ist[4619].

Als ältestes Dokument indischer Medizin, das uns in zweifellos
unverändertem Zustande vorliegt, hat man das sog. ~Bower~-Manuskript
anzusehen, das eine Sammlung um etwa 350-375 n. Chr. auf Birkenbast
geschriebener Texte enthält und in Chinesisch-Turkestan im Inneren
eines buddhistischen Denkmals (sog. Stupa) aufgefunden wurde[4620];
es erwähnt u. a. als Heilmittel natürliche Soda und Pflanzenasche,
Kupfer- und Eisen-Vitriol, Blei- und Antimonglanz, Realgar, Kupferrost,
ferner Gold, Silber, Kupfer, Eisen[4621] und an einer Stelle auch das
in den alten Schriften sehr selten vorkommende Quecksilber[4622],
kennt dagegen kein Calcinieren der Metalle[4623], versteht auch unter
„Râsa“ (= Saft) nicht ein Elixir, sondern den Chylus des menschlichen
Körpers[4624], und führt zwar einen wunderwirkenden Trank an, der
„tausendjährige Lebensdauer“ verleiht[4625], bringt ihn aber mit
keinerlei alchemistischer Vorstellung in Verbindung. -- Was die „große
Dreiheit“ der Ärzte, ~Susruta~, ~Caraka~ (~Charaka~) und ~Vaghbata~
betrifft, so dürfte ~Susruta~ der älteste (schon vorchristliche?),
und sein Werk eine Hauptvorlage für ~Caraka~ und ~Vaghbata~ gewesen
sein[4626]; die Form aber, in der wir es gegenwärtig besitzen,
ist das Ergebnis sehr zahlreicher, noch während des 7. bis 11.
Jahrhunderts oft erneuerter, tiefgreifender Umarbeitungen und läßt
bestimmte Schlüsse auf seine Urgestalt nur in recht beschränktem Maße
zu[4627]. ~Caraka~ scheint seine (nicht ganz vollendete) Schrift auf
Grund älterer Quellen im 2. Jahrhundert n. Chr. abgefaßt zu haben,
doch kennen wir sie nur in gänzlich abgeänderter, erst aus dem 8.
Jahrhundert herrührender Gestalt[4628]; ~Vaghbatas~ Kompendium endlich
mag zuerst frühestens im 6. oder 7. Jahrhundert abgeschlossen worden
sein[4629]. Die Heilmittel aller drei Autoren sind in ihrer großen
Mehrzahl vegetabilischer Herkunft[4630], doch bereitet ~Susruta~
u. a. auch reine natürliche Soda und Pflanzenasche durch wiederholte
Auslaugung, macht die Lösung mit gebranntem Kalk ätzend und kocht
sie in eisernen Kesseln ein[4631]; ferner verwendet er „getötete“
und geröstete Metalle[4632], führt aber als solche nur an einer
Stelle Zinn, Blei, Kupfer, Silber, Gold, Eisen (loha)[4633] und in
sehr unbestimmter Weise auch Quecksilber an[4634]. ~Caraka~ erwähnt
neben Gold auch Silber, Kupfer, Blei, Zinn und Eisen, nebst ihren
„Unreinigkeiten“ (Kalken?); ferner Kupfer- und Eisen-Rost, mit Schwefel
geröstetes Silber, Kupfer und Eisen; sodann natürlichen Kupfer- und
Eisen-Vitriol, Pyrit, Antimonglanz, Schwefel, Auripigment und Realgar,
Salz; endlich natürliche Soda, Pflanzenasche (auch durch Ausziehen mit
Wasser gereinigte), Kalk, Lasur und allerlei Edelsteine[4635]. Bei
~Vaghbata~ wird außerdem Quecksilber genannt, z. B. als Bestandteil
einer auch noch Blei, Schwefelblei und Kampher enthaltenden
Augensalbe[4636]. Weder bei diesen der „großen Dreiheit“ Zugehörigen,
noch bei ~Vaghbatas~ angeblichem Zeitgenossen ~Varamihira~, -- der
u. a. von Glockenmetall, Bronze, Eisen als Tonikum, sowie Quecksilber
als Aphrodisiakum spricht[4637] --, noch bei sonstigen Ärzten des 6.
(?) Jahrhunderts, die auf „festes“ (fixiertes?) Quecksilber anspielen
sollen[4638], werden jedoch die wunderbaren Wirkungen der Edel-Metalle
und -Steine, des Quecksilbers usf., mit alchemistischen Vorstellungen
in Verbindung gebracht. Da nun z. B. selbst bei ~Susruta~ „rasa“ noch
= „Saft“ ist, und nicht = Quecksilber[4639], so bleibt es unberechtigt
und irreführend, den Namen der Wissenschaft von den Säften, „Rasâyana“,
mit „Alchemie“ zu übersetzen und daraufhin wieder die bei ~Susruta~,
~Caraka~ und anderen vorkommenden Wundertränke, die Gesundheit,
Heilung, langes Leben usw. bewirken sollen, ohne weiteres als Elixire,
Panaceen und Essenzen im bekannten alchemistischen Sinne zu bezeichnen.
Ein Lehrer dieser Rasâyana war u. a. schon in vorchristlicher
Zeit, nach den einen im 2., nach den anderen im 4. Jahrhundert,
~Patañjali~[4640], dessen Werk zwar noch erhalten ist, aber nur in
einer aus unbestimmbar später Periode stammenden Überarbeitung[4641];
von ihr spricht auch ~Albiruni~, der, nach mehrjährigem Aufenthalte in
Nordindien gelegentlich der Eroberungszüge des Sultans ~Mahmud~ von
~Ghazna~, im Jahre 1031 sein so außerordentlich wichtiges Werk über
Indien verfaßte. Wie er in diesem berichtet[4642], beschäftigten sich
[wenigstens in den von ihm besuchten Gegenden] die Inder noch zu seiner
Zeit nicht, oder doch so wenig mit Alchemie, daß er Näheres hierüber
und namentlich betreff der etwa benützten mineralischen Substanzen
nicht in Erfahrung bringen konnte; dagegen besitzen sie eine sehr alte,
ganz besondere, ihnen eigentümliche Wissenschaft „Rasâyana“[4643], die
bestimmte Methoden zur Darstellung merkwürdiger, aus allerlei Drogen
und pflanzlichen Substanzen zusammengesetzter Arzneien und Tränke
lehrt, die dem sie Genießenden Gesundheit, Jugend und langes Leben
gewährleisten[4644].

~Albiruni~ zufolge lebte im 9. Jahrhundert der gelehrte ~Nagarjuna~,
der die Darstellung des [anfangs] schwarzen Schwefel-Quecksilbers
entdeckt haben soll[4645], die indessen andere auch dem ~Vrinda~
(um 950) oder dem ~Chakrapani~ (um 1050) zuschreiben[4646]. ~Rây~
versetzt jedoch den ~Nagarjuna~ in die Mitte des 2. Jahrhunderts
und preist ihn als großen Philosophen und als „wichtigste Gestalt
der indischen Alchemie“, sowie als Erfinder der Sublimation und
Destillation[4647]; sein hoher Ruhm mache es begreiflich, daß seine
Biographie schon bald nach 400 ins Chinesische übersetzt wurde, daß
der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ (629-645 in Indien) ihn als
„Sonne der Welt“ rühmt[4648], und daß auch einheimische Schriften des
7. (?) Jahrhunderts ihn als einen Zauberer, Magier, Astrologen und
Alchemisten kennen und von ihm zu erzählen wissen, daß er die große
Kunst „von einem alten Heiligen auf einer Insel des indischen Ozeans
erlernte“[4649]. Den Bruchstücken seines Werkes „Rasaratnâkara“ ist zu
entnehmen, daß der „Meister der Kunst“ seine alchemistischen Kenntnisse
in Traumvisionen[4650] empfing und zum Teil in Dialogform niederlegte,
daß er u. a. durch Destillation des Zinnobers (darada) dessen Wesen
oder Essenz, das Quecksilber, darzustellen, es mittels Salz und
Salmiak zu fixieren und mit den „acht Metallen“ zu amalgamieren
lehrte[4651], daß er durch 1 Teil seines „Projektions-Pulvers“ 10
Millionen Teile gemeiner Metalle in Gold verwandelte[4652], Gold
ferner noch durch Rösten von Silber mit Schwefel oder Zinnober, sowie
von Kupfer mit Galmei (rasaka) gewann[4653], und aus diesem letzteren
auch metallisches Zink abzuscheiden wußte[4654]. Alle diese fast
ausnahmslos wohlbekannten und keinerlei indisches Gepräge tragenden
Züge und Kenntnisse sprechen entschieden gegen die Entstehung
des Werkes im 2. oder überhaupt in einem frühmittelalterlichen
Jahrhunderte[4655], und der offenbare Irrtum ~Râys~ rührt nach ~Sêal~
daher, daß er ohne zureichende Gründe den obigen ~Nagarjuna~ mit dem
gleichnamigen (buddhistischen) Begründer der Mâdhyamika-Philosophie
identifiziert[4656], dem Bearbeiter des ~Susruta~ und Herausgeber von
Schriften über Metallgewinnung und Alchemie, der aber einer um sieben
oder mehr Jahrhunderte späteren Periode angehört, wie dies schon
seine Vertrautheit mit dem Quecksilber und den Quecksilber-Präparaten
beweist[4657].

Obwohl nämlich das Quecksilber den Indern schon frühzeitig bekannt
war, so wird es doch, wie bereits erwähnt, in den wirklich alten
Schriften nur sehr selten genannt, und wenn man von solchen
zweifelhafter Echtheit absieht, so finden sich genauere Angaben
über das Metall selbst, und vollends über seine Derivate, erst in
jenen, die dem Zeitalter der arabischen Eroberungszüge angehören,
also dem Ende des ersten Jahrtausends. Der Lexikograph ~Amarasinha~
z. B. (um 1000) kennt das Quecksilber (pârada, chapala, suta) schon
unter dem Namen rasa = Saft, Flüssigkeit, aber auch Schweiß[4658];
~Govinda~ (etwa im 11. Jahrhundert)[4659] weiß es durch Destillation
von beigemengtem Blei oder Zinn zu befreien und durch Schwefelarsen
oder andere Sulfide in einen Stoff „rot wie Lack der Cochenille“
[also Zinnober] überzuführen[4660]; auch im Wörterbuche „Vaijayanti“
(11. Jahrhundert?) ist von verschiedenen Quecksilber-Amalgamen die
Rede[4661]. In den Werken aus der etwa um 1100 einsetzenden „Zeit
der Tantras“ (= Traktate, Abhandlungen) beginnt das Quecksilber eine
maßgebende Rolle zu spielen: in der sehr wichtigen „Rasârnara“ (=
Quecksilber-See) z. B. heißt es pârada oder rasa (= Schweiß, weshalb
es den Körper, aus dem es kommt, auch wieder schützt)[4662]; es
wird durch siebenmalige Destillation von dem zwecks Verfälschung
zugesetzten Blei und Zinn befreit[4663], mit Alaun, Salz und grünem
Vitriol „getötet“ und in Sublimat oder Calomel übergeführt[4664],
und durch zahlreiche (18 und mehr) besondere Verfahren der Alchemie
(Vasasiddha) fixiert und in verschiedene Präparate verwandelt, z. B.
in Zinnober[4665]. Mit Schwefel werden jedoch, so wie Quecksilber,
auch die übrigen Metalle geröstet, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
Zinn, Blei[4666], sowie jene „aktive Grundmaterie“ oder „Essenz“, die
aus dem nämlichen Rasaka [Galmei], das mit Kupfer Gold [goldgelbes
Messing] gibt[4667], beim Erhitzen mit pflanzlichen [Kohle liefernden]
Zutaten, mit Pflanzenasche, oder mit Borax [Alkali] hervorgeht und wie
Zinn aussieht [metallisches Zink][4668]. Aber allein das Quecksilber
verleiht Gesundheit und Unsterblichkeit; es besteht aus allen fünf
Elementen, stellt eine Verkörperung des Gottes ~Siva~ dar, und ist 1188
dem Lexikographen ~Mahesvara~ bereits unter dem Namen „Haravija“ (=
Samen des ~Hara~ = ~Siva~) bekannt[4669].

~Rây~ ist der Ansicht, schon um 400 n. Chr. habe die Verschmelzung
des alten ~Siva~-Kultes mit der nördlichen Form des Buddhismus
begonnen[4670] und Anlaß zur Entwicklung der buddhistischen
„Tantras“ gegeben, die sich unter Miteinfluß entstellter Lehren
anderer Systeme (besonders des Yoga-Systems) vielfach mit Zauberei,
Magie, Wunderwirkungen, Unsterblichkeitstränken und Alchemie
beschäftigen[4671]. Daß sie bereits im 5. und 6. Jahrhundert vorhanden
waren[4672], sollen tibetanische Übersetzungen aus dem 6.-8.
Jahrhundert bezeugen, die vom Quecksilber sprechen, „das den Körper
stärkt, alle Krankheiten austreibt, ... und die gemeinen Metalle in
Gold überführt“[4673] und die auch erwähnen, daß die betreffenden
Tantras eigenhändige Werke des ~Siva~ seien, dessen Samen, pârada
= Quecksilber, sechsmal „getötet“ und mit Schwefel geröstet usf.,
ein Präparat liefere, das Kupfer in Gold verwandelt[4674]. Aus den
Anschauungen dieser Tantras, so meint ~Rây~, seien dann im Laufe des
12. Jahrhunderts die des obengenannten „Rasârnara“ hervorgegangen[4675]
und im Laufe des 13. jene, die weiteren wichtigen Schriften zugrunde
liegen, z. B. dem „Rasaratna“ (um 1300)[4676], sowie dem sog.
„Quecksilber-System“[4677]. In der Darstellung des ~Madhara~ (um 1350)
über die sechzehn großen philosophischen Systeme der Inder nimmt
„Raseçvara“, das Quecksilber-System, die neunte Stelle ein[4678];
gestützt auf die irrtümliche Etymologie pârada = pâra-da = „das
jenseitige Ufer verheißend“, verspricht es „Rettung aus dem Strom der
Seelenwanderung an das andere Ufer“, „Erlösung schon bei Lebzeiten“,
„Gewinnung und Erhaltung eines göttlichen Leibes“ u. dgl. mehr, und
empfiehlt zu diesem Zwecke das Einnehmen eines von den mächtigsten
Zauberern empfohlenen Wundertrankes, der aus Quecksilber besteht,
oder aus Quecksilber und „Talk“ (entstanden aus dem Gotte ~Hara~ =
~Siva~ und der Göttin ~Gauri~, seiner Gemahlin). Das Quecksilber ist
flüssig, kann aber sowohl luftförmig werden, als auch (durch „Töten“
und „Ersterben“) fest [fixiert], wobei es dann in verschiedenen
Farben schillert und, obwohl selbst „tot“, dennoch belebend und
die Krankheiten austreibend wirkt. Voraussetzung hierfür ist aber
die genaueste und sorgfältigste Zubereitung durch achtzehnerlei
„Werke“, nämlich Schwitzen [Destillieren?], Zerreiben, Starrmachen,
Fixieren, Absetzenlassen, Einzwängen [?], Pressen, Glühen, Dämpfen,
Abmessen, Pulvern, Bedecken, Schmelzen (inneres und äußeres), Ätzen,
Fließenlassen (in Farben), Vermengen, Durchmischen, Einnehmen; nur
bei peinlicher Einhaltung aller dieser Vorschriften bewährt sich das
Quecksilber „als das Wesen, das Blut und Leib durchdringt“ und von dem
es heißt:

    „Es ist der Säfte Fürst, denn es verleiht
    Dem Leib Nichtaltern und Unsterblichkeit.“[4679]

Den Höhepunkt seiner Bedeutung als Mittel zur Lebensverlängerung und
zugleich zur Metallverwandlung erlangt das Quecksilber indes erst
während der um 1300 einsetzenden Oberherrschaft der Iatrochemie, deren
Wurzeln aber vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen[4680].
Aus seinen Vorgängern schöpfend, z. B. aus ~Nandi~, „dem Erfinder der
Sublimation“, berichtet ~Somadeva~ (12. oder 13. Jahrhundert?) über
Quecksilber und Quecksilber-Präparate, sowie über Darstellung von Gold
durch Legieren verschiedener Metalle, darunter Zink, nach bestimmten
Gewichtsverhältnissen[4681]. ~Yasodhava~ (13. Jahrhundert?)[4682], „der
alle Versuche selbst ausgeführt hat“, entdeckte angeblich „das Metall
des Galmeis“ [Zink], „das sich glänzend wie geschmolzenes Blei aus dem
Tiegel ergießt“, die Darstellung des Wundermittels Calomel, „dieses
Kamphers aus Quecksilber“, und die Bereitung eines Projektionspulvers
aus Zinn, Pyrit, Salmiak, Realgar und etwas Blei oder Silber, das
100 Teile gemeine Metalle in Gold verwandelt[4683]. ~Rasakalpa~ (13.
Jahrhundert), „der alles selbst erprobt, und nichts aus anderen
entlehnt hat“[4684], nennt als „große Mittel“ Quecksilber, auch das
mit Salmiak und anderen Salzen „getötete“, das ~Siva~, „der König der
Quecksilber-Lehre“, selbst erfand, ferner Schwefel, Arsen und Zinnober,
den natürlichen oder den künstlich aus Quecksilber und Schwefel
gewonnenen. Sie alle dienen auch dazu, die gemeinen Metalle in Gold und
Silber zu verwandeln, oder diese doch zu „vermehren“, denn „Reichtum
gewinnt, wer Gold oder Silber, die vermehrt sind, z. B. durch 100
Teile Kupfer, Blei oder Quecksilber-Amalgam, als [vollwertiges] Geld
ausgibt“[4685]; zu jenen gemeinen Metallen zählen Kupfer, Eisen, Zinn,
Blei, aber auch das Zink, das sechs verschiedene Namen führt, u. a.
„Bruder des Silbers“[4686], d. i. das Metall jenes vielverbreiteten
Galmeis[4687], der mit Kupfer pittala (Messing) liefert[4688].
Verschiedene andere medizinische Schriften dieses Zeitalters[4689]
nennen neben den 6 einfachen Metallen[4690], neben dem „einer besseren
Art Blei gleichenden“ Metall aus Antimonglanz [Antimon][4691], dem
zinnähnlichen Metall Jasada aus Galmei [Zink][4692], den Legierungen
Pittala (aus Kupfer und Zink; Messing), Kâmsya oder Kâmsyaha (aus
8 Teilen Kupfer und 2 Teilen Zinn; Glockenmetall), Vartaloha (=
geschichtetes Metall, aus 5 Bestandteilen) usf.[4693], noch folgende
„große Mittel“: die Edelsteine, die, je nach Glanz, Farbenspiel und
Größe der Krystalle, als männliche, weibliche und Zwitter unterschieden
werden[4694], und deren vornehmster, der Diamant, mit Bocksblut
bestrichen zu Asche verbrennbar ist[4695]; den Schwefel, das gelbe und
rote Arsen [Auripigment, Realgar]; den Antimon- und Bleiglanz, dessen
Name „Surma“ einer Sprache der Urbevölkerung entstammen soll[4696];
vor allem aber das Quecksilber, „dessen Kräfte den Arzt, der sie
recht versteht, zum Gotte machen“[4697]. Quecksilber ist der „Samen
des ~Siva~“, der beim Abtropfen auf die Länder Darada (Dardistan in
Kaschmir) und Parada (nicht näher bekannt) deren Boden mit Zinnober
(Hingula) erfüllte[4698], als dessen „Wesen“ es bei der Destillation
wieder hervorgeht[4699]. Es ist flüssig, läßt sich aber destillieren
und mittels Salmiak und anderer Salze auch fixieren[4700], verleiht
langes Leben, macht frei von Krankheit und Sünde und ist Wesen und
Träger der von ~Siva~ selbst gelehrten Alchemie, der Kunst, Gold und
Silber herzustellen[4701]. Zu den Präparaten, mit denen die Metalle
zwecks ihrer Umwandlung behandelt werden, zählen die Säuren, und zwar
ausschließlich die vegetabilischen[4702], die gold- und silberfarbigen
Pyrite, der Blei- und Antimonglanz, die natürlichen Kupfer- und
Eisen-Vitriole, der Schwefel, das Auripigment und Realgar, der beim
Brennen mit Dung bereiteter Ziegel entstehende Salmiak (Navasara;
vom persischen Nûschâdir)[4703] und die verschiedenen Salze und
Alaune[4704].

Reichhaltige, sichtlich auf einer Fülle altüberlieferter Beobachtungen
beruhende Verzeichnisse aller dieser Mineralien enthalten das um 1300
entstandene „Rasaratna“[4705], vor allem aber das Buch „Raganighantu“
des Arztes ~Narahari~ aus Kaschmir[4706], das nach ~Garbe~ um 1250
verfaßt ist, während ~Rây~ es (ohne genauere Angabe) für ein Werk
„aus ziemlich später Zeit“ erklärt[4707], als welche freilich auch
1250 schon gelten kann. Unter den Metallen zählt ~Narahari~ die
folgenden auf: Gold, 42 Namen führend, gelblich, gelbrot oder rot,
fünferlei Legierungen mit Silber und ein Amalgam mit Quecksilber
bildend[4708]; Silber, das mondähnliche Metall oder Metall des Mondes,
mit 17 Namen[4709]; Kupfer, rot, das Metall der Sonne, giftig (mit
12 Namen)[4710], aus dem da entsteht das helltönende weiße und das
goldähnliche, kurkumafarbige, gelbe und rote Messing (mit zusammen
26 Namen), das Fäden, Blätter, sowie heilsame Asche und Schlacke
liefert (mit zusammen 20 Namen)[4711]; Zinn, in Bengalen, wohin es
aus Birma kommt, Vanga, im Sanskrit Jaçada geheißen, zu Fäden und
Blättern verarbeitbar, mit 10 Namen[4712]; Blei, bläulich, giftig,
mit 16 Namen[4713]; Eisen, mit 9 Namen, ergebend den Stahl „Kinaga“
= Chinesischen (mit 15 Namen), den damascierten Stahl (mit 8 Namen),
und das Magneteisen (mit 7 Namen)[4714]; Antimon, mit 7 Namen, das
Metall des für die Augen wohltätigen „Surma“ [des Antimon- und
Bleiglanzes][4715]; Quecksilber, pârada oder rasa, das Metall der
Metalle, mit 33 Namen, darunter Çivabîga (= Samen ~Sivas~), Amrita (=
Ambrosia), Khekara (= Sublimiertes), Himmlisches, Edelstes usf.[4716].
Quecksilber ist für sich, sei es flüssig oder getötet, gemeinsam mit
anderen Substanzen, z. B. mit Magneteisen, vor allem aber zusammen
mit Schwefel als „schwarzes Präparat“, ein Mittel von wahrhaft
wundertätiger Fähigkeit, eine Vereinigung sämtlicher großer Kräfte,
daher Jugend, Gesundheit, langes Leben und alles Heil verleihend[4717];
sein Erz ist der herrliche, aber sehr giftige Zinnober, der 15
Namen trägt[4718]. -- Von sonstigen Mineralien nennt ~Narahari~
u. a.: Schwefel, den weißen, gelben, roten und schwarzen, mit 15
Namen[4719]; Realgar und Auripigment, die goldfarbigen, heilsamen,
mit 27 Namen[4720]; Schwefelkies, den gold- und silberfarbigen[4721];
Talk, den gold- und silberfarbigen, auch weißen oder schwarzen, von
welchem letzteren es heißt: „Quecksilber und schwarzer Talk entstehen
in ~Hara~ (~Siva~) und seiner Gattin ~Gauri~, wenn die Liebe sie
vereinigt“[4722]; Mennige und gelben oder roten Oker, mit je 14
Namen[4723]; Eisenvitriol, den grünen und gelben, sowie Kupfervitriol
(Tuttha), den blauen (nila), Erbrechen erregenden, mit zusammen 23
Namen[4724]; Alaun, den die Farben festigenden, und Alaunschiefer (?),
mit 8 und 14 Namen[4725]. Ihnen schließen sich noch an: Bergkrystall,
Sonnen- und Mond-Stein [Adular-Arten][4726], Lasur und Türkis (blauer
und grünlicher)[4727], sowie die Edelsteine, „die dem, der sie trägt,
die Planeten günstig machen“[4728]. Es gehören nämlich zu: Rubin (15
Namen) der Sonne[4729]; Perle (25 Namen) und der ähnliche Tabaschir aus
Bambusrohr [die aus Kieselsäure bestehende Ausscheidung der Halmknoten]
dem Monde[4730]; Smaragd (11 Namen) dem ~Merkur~[4731]; Diamant (14
Namen; die fehlerhaften heißen weibliche) der ~Venus~[4732]; Koralle (8
Namen) dem ~Mars~[4733]; Topas (8 Namen) dem ~Jupiter~[4734]; Sapphir
(8 Namen) dem ~Saturn~[4735]; Hyazinth (6 Namen) und Katzenauge (6 und
10 Namen) dem ~Rahu~ und ~Ketu~, d. i. dem auf- und absteigenden Knoten
der Mondbahn[4736].

Weitere, besonders die Metalle betreffende Angaben hat ~G. Oppert~
aus einer Anzahl indischer Werke beigebracht[4737]; da er indes ihr
Alter, das er meist unerörtert läßt, in verschiedenen Fällen sichtlich
weitaus überschätzt, zudem ihren gesamten Inhalt stets als aus der
nämlichen Zeit herrührend behandelt und endlich chemisch-technische
Sachkunde merklich vermissen läßt, so sind sie nur mit aller Vorsicht
zu benützen. Einige jener Schriften sprechen von „7 in den Bergen
entstehenden Metallen“, Gold, Silber, Kupfer, Zinn (oder Zink?),
Quecksilber, Blei und Eisen, nebst den Gemischen Bronze (aus Kupfer
und Zinn) und Messing (yasoda aus Kupfer und kupya, d. i. Galmei; oder
pârada aus Kupfer und Quecksilber); andere von „8 Metallen göttlichen
Ursprunges“, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Quecksilber, Blei,
wobei aber die letzteren zum Teil auch durch Messing, Bronze, Stahl,
Magneteisen oder Zink vertreten werden, und die Namen von Blei, Zinn
und Zink oft zusammenfallen (wie im Tamulischen bei „nâga“); noch
andere von 9 Metallen, Gold, Silber, Messing, Blei, Kupfer, Zinn (oder
Zink), Eisen (oder Stahl), Bronze und Magneteisen. Für ihre Namen
gibt schon das Wörterbuch „Vaijayanti“, das aus dem 11. Jahrhundert
herrühren soll, mannigfaltige Synonyma an: so z. B. ist Kupfer Tâmram
und Tâmba (woher Tombak); Zinn Vanga, Vangam, Nâgam, Kastirâm; Blei
Sîm [persisch: Silber], Trapu; Messing „das weiße, rote oder goldgelbe
Metall“, aus dem, in Legierung mit Gold, Silber, Eisen, Zinn und
Quecksilber (!) die Reliquienkästchen ~Buddhas~ und ähnliche kunstvolle
Arbeiten bestehen; Bronze „das künstliche Metall“ oder „Glockenmetall“,
das Glockenton besitzende; Pañcaloham, „Fünfmetall“, eine Legierung von
Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn (oder Zink), u. dgl. mehr.

                              ——————————

Auf Grund seiner eigenen Untersuchungen und verschiedener der im
vorstehenden wiedergegebenen, freilich noch sehr unvollständigen
Mitteilungen gelangt ~Rây~ zum Schlusse, eine wahre Alchemie sei auf
indischem Boden durchaus selbständig und ohne jede fremde Vermittlung
erwachsen[4738], und diese Ansicht hält er fest, wenngleich er an
+einer+ Stelle aufrichtigerweise selbst zugesteht, daß in der so
schwierigen Frage das letzte Wort noch zu sprechen und die endgültige
Aufklärung abzuwarten bleibe[4739].

Völlige Eigenart zeigt nach ~Rây~ die indische Alchemie darin, daß sie
keinen Zusammenhang zwischen den Planeten und den 7 Metallen annimmt,
-- obwohl Kupfer und Silber nicht selten Sonnen- und Mond-Metall
benannt werden --, und auch überhaupt nur 6 Metalle kennt[4740]; erst
~Sangadhara~, der um 1363 schrieb, soll von 7, oder einschließlich
Bronze und Messing von 9 Metallen reden, die den 7 oder 9 Planeten
entsprechen[4741], und sein Kommentator ~Adhamalla~ verbindet dann
Kupfer und Sonne, Silber und Mond, Bronze und ~Mars~, Eisen und
~Saturn~, Gold und ~Jupiter~, Zinn und ~Venus~, Blei und ~Merkur~,
Kâmsya (Glockenmetall) und ~Rahu~, Vartaloha (Messing) und ~Ketu~,
während Quecksilber als „~Siva~“ oder „Samen des ~Siva~“ abseits stehen
bleibt[4742]. Indessen ist daran zu erinnern, daß schon ~Nagarjuna~
8 Metalle aufzählt, die daher, nach ~Râys~ Datierung dieses Autors,
bereits im 2. Jahrhundert bekannt gewesen sein müssen[4743], und daß
~Narahari~ um 1250 Listen der Zugehörigkeit der Edelsteine zu den
Planeten anführt, die er, wie alle seine sonstigen Angaben, aus weitaus
älteren Quellen schöpfte.

Während sich, ~Rây~ zufolge, die Alchemie im nördlichen Indien bis etwa
in das 6. oder 7. Jahrhundert hinein der eifrigsten Pflege erfreute,
die die tibetanischen Übersetzungen des 6. bis 8. Jahrhunderts in
ihren Berichten über Quecksilber-Panaceen und Metall-Verwandlungen
widerspiegeln[4744], soll sie seit der Zurückdrängung des Buddhismus,
die er erst in das 8. Jahrhundert versetzt, vernachlässigt und
schließlich ganz vergessen worden sein; erst um 1350 sei sie aus
Tibet, und zwar in ihrer alten, fast unverändert erhalten gebliebenen
Gestalt, wieder nach Indien zurückgewandert, und daher hätten dort,
zugleich mit dem damals neu (?) auftauchenden Opium, auch Quecksilber
und Quecksilber-Präparate abermals weitgehenden Einfluß zu erlangen
begonnen[4745]. -- Diese Behauptungen lassen sich nicht leicht mit den
an anderer Stelle überlieferten vereinbaren, denen gemäß Alchemie und
Tantra-Mystik [diese doch erst gegen 1100 beginnend!] vorzugsweise in
dem jedem fremden Einfluß entrückten Zentral-Indien zur Entwicklung
gekommen und von da aus wie nach Südindien so auch über Magadha
nach Tibet gelangt wären[4746]. Auch ermangeln sie insoferne des
Beweises, als die belangreiche Rolle, die eine mit dem Buddhismus
enge verknüpfte Alchemie +vor+ dessen Zurückdrängung in Nordindien
gespielt haben soll, durch die Tatsachen nicht bestätigt wird. Ganz
besondere Wichtigkeit besitzen in dieser Hinsicht die Berichte der
chinesischen Pilger ~Fa-hien~ (399-414)[4747], ~Hiuen-Thsang~ (verfaßt
629)[4748] und ~I-Tsing~ (671-695)[4749], die sich, um den Buddhismus
an seiner Quelle kennen zu lernen, viele Jahre, ja jahrzehntelang in
Nordindien aufhielten und über Glauben, Anschauungen und Sitten der
Einwohner sehr ausführliche Beschreibungen hinterließen. Keiner von
ihnen bringt auch nur mit einem Worte den Buddhismus mit der Alchemie
in Verbindung, oder tut überhaupt der Metallverwandlung Erwähnung;
~Fa-hien~ spricht keineswegs, älteren Angaben gemäß, von den 7 Metallen
und der Verehrung der 7 Planeten, sondern zählt die 7 kostbaren oder
heiligen Substanzen (Saptaratna) auf, die man zur Ausstattung der
Tempel und zur Anfertigung der ~Buddha~-Statuen gebraucht, nämlich
Gold, Silber, Lasurstein, Bergkrystall, Rubin, Diamant (oder Smaragd)
und Achat[4750]; ~Hiuen-Thsang~ gedenkt bei ähnlichem Anlasse nur des
roten und gelben Kupfers (Messings)[4751] und außerdem vorübergehend
des Zinns und des gelben Arsens (Auripigments)[4752]. Am ehesten wäre
nähere Nachricht gelegentlich der ziemlich ausführlichen Beschreibung
zu erwarten, die ~I-Tsing~ von der indischen Medizin gibt[4753],
und zwar zum Teil auf Grund „der acht Bücher des durch ganz Indien
verbreiteten Ayur-Veda“[4754], zum Teil buddhistischen Theorien
folgend. Was die im 8. Buche des Ayur-Veda behandelte „Verlängerung des
Lebens“ betrifft, so bestanden die vorgeschriebenen Tränke zur Zeit des
~I-Tsing~ fast ausschließlich aus Pflanzensäften[4755] und nicht, wie
erst spätere Autoren überliefern, aus metallischen Präparaten[4756];
die eigentlich wirksamen Mittel zur Verlängerung des Lebens soll es
nach ihm freilich nur in China geben, wo man über 400 Arten heilsamer
Pflanzen und auch Steine besitze[4757], aber die von der indischen
Medizin als „râsayâna“ bezeichneten streben immerhin ähnliche Ziele
an[4758]. Nach buddhistischer Lehre, die bereits ~Buddha~ selbst
verkündet haben soll[4759], hängen Gesundheit, Wachstum usf. von den
vier „großen Elementen“ (Mâhabhûta) Feuer, Wasser, Luft und Erde ab,
sowie von einem gewissen Gleichgewicht, in dem sie innerhalb der Säfte
des Körpers stehen sollen, und dementsprechend hat man die zur Behebung
von Störungen oder zur Erreichung bestimmter Zwecke erforderlichen
Arzneien zu bemessen[4760]. Unter diesen erwähnt ~I-Tsing~ den
Tah-Shih = roten Stein, d. i. den Zinnober, und warnt vor ihm, da das
„Verschlucken“ gefährlich sei und schon so manchem das Leben gekostet
habe[4761]. Im übrigen ist bei ~I-Tsing~, wie schon die sichtlich
griechischen Einflüsse betreff der Elementen- und Humoral-Theorie
erwarten lassen, von Zinnober, Quecksilber, oder anderen metallischen
Präparaten nicht weiter die Rede[4762], auch findet sich zwar der
Schwefel besprochen[4763], aber nicht mit Quecksilber in Verbindung
gebracht, und Anspielungen auf Goldmachen und Alchemie fehlen völlig,
-- denn der bei vielen Völkern bekannte Vergleich der Weltentwicklung
aus dem Chaos mit der Entstehung des Vogels im Ei[4764] ist nicht als
solche anzusehen.

Wie aus der oben angeführten Stelle des ~Albiruni~ hervorgeht, war
in den von ihm bereisten Gegenden des nördlichen Indiens auch noch
etwa 500 Jahre +nach+ der Zeit dieser chinesischen Buddha-Pilger von
Alchemie nichts, oder so gut wie nichts bekannt, was ~Rây~ allerdings
daraus erklären will, daß die große Kunst inzwischen in Indien
ausgestorben sei, und ihr Leben nur mehr in Tibet weiter zu fristen
vermochte. Daß es dort bereits im 6. bis 8. Jahrhundert Übersetzungen
eigentlich alchemistischer indischer Schriften gegeben habe, ist aber
bisher ebenso unbewiesen, wie das Vorhandensein der jedenfalls doch
+noch+ älteren indischen Originale selbst; auch die medizinischen
Schriften Tibets lassen einschlägige Spuren nicht erkennen, halten
vielmehr nach ~Laufer~ den aus Indien überlieferten Stand, der so
ziemlich dem von ~I-Tsing~ geschilderten entspricht, noch lange mit
großer Beharrlichkeit fest[4765]. Betreff der Zeit vor und gegen 1350,
zu der nach ~Rây~ die Alchemie wieder nach Indien zurückgebracht
worden sein soll, fehlt es leider noch an ausreichenden Forschungen
und besonders an Übersetzungen aus dem Tibetanischen, indessen hat
~Grünwedel~ neuerdings wenigstens +eines+ der ausführlichsten und
kulturgeschichtlich wichtigsten Werke dieser Periode, die „Geschichte
der 84 Zauberer“, ins Deutsche übertragen, und diesem lassen sich
eine ganze Anzahl beachtenswerter Anhaltspunkte entnehmen. Den öfters
erwähnten Trank des langen oder ewigen Lebens[4766], der auch „Amrita“
zubenannt wird [d. i. die gleichfalls Unsterblichkeit gewährende
Ambrosia der Götter], bereitet u. a. ein Zauberer „mitten im dichten
Walde“, woselbst er die erforderlichen Zutaten sammelt, unter denen
hier also offenbar vegetabilische verstanden sind[4767]. An späterer
Stelle[4768] sucht jedoch der „begüterte Brahmane ~Vyali~“ die Amrita
aus Quecksilber und aus dem Pulver vieler, nach der Vorschrift eines
Rezeptbuches zusammengekaufter Drogen darzustellen, was ihm trotz
dreizehnjähriger Arbeit, die sein Vermögen aufzehrt und ihn zum
Bettler macht, nicht glückt, da ihm +ein+ Bestandteil fehlt, die
„rote Myrobalane“; erst nach langer Zeit wird diese zufälligerweise
durch einen Tropfen Blut ersetzt, der dem Finger einer badenden Hetäre
entquillt, und nun gelingt der Trank so vortrefflich, daß er nicht nur
der Hetäre und dem Brahmanen Unsterblichkeit verleiht, sondern sogar
dessen Pferde, das ihn gekostet hat. Da es aber von dem Brahmanen
schließlich heißt, „er sei besessen gewesen vom Sündenleben, das am
Gold hängt“, so handelt es sich in dieser Erzählung anscheinend um ein
wahres, sowohl Gesundheit und langes Leben spendendes, als auch die
Metalle verwandelndes Elixir; ein solches muß auch ein anderer Zauberer
besitzen, der sich entschließt, die Umwandlung eines Berges, der
bereits erst zu Eisen und dann zu Kupfer geworden ist, lieber nicht bis
zum Endzustande des Goldes fortzusetzen, weil er hiervon schreckliche
Folgen für das Wohl der Allgemeinheit befürchtet[4769]. Wieder in einer
anderen Erzählung ist sogar ausdrücklich vom „Steine der Weisen“ die
Rede[4770], und in noch anderen wird der Gewinnung der Goldtinktur
und der Amrita mit Hilfe von Urin und Kot gedacht[4771], sowie der
Tatsache, daß die nämlichen Mittel bald Gifte und bald Bestandteile der
Medizinen sein können, so daß nur der Kundige Entscheidung zu treffen
weiß[4772].

Nun ist aber die „Geschichte der 84 Zauberer“ kein tibetanisches
Originalwerk, sondern die Übersetzung einer indischen Schrift,
deren Verfasser und Alter zwar bisher nicht ermittelt ist[4773],
die jedoch sichtlich nur eine Zusammenfassung mannigfaltiger, viel
älterer Überlieferungen darstellt und die Tantra-Zeit als auf voller
Höhe stehend und auf eine lange Entwicklung zurückblickend, durchaus
voraussetzt[4774], also dem 12. oder 13. Jahrhundert angehören dürfte.
In dieser Periode war demnach, entgegen ~Rây~, in Indien, auch in
Nordindien, die Alchemie keineswegs gänzlich vergessen; was von ihr
berichtet wird, trägt aber nicht indische Züge, sondern ausgeprägt
griechische.

Soweit daher zur Zeit ein Urteil über die Entwicklung der Alchemie in
Indien überhaupt möglich und zulässig ist, dürfte folgender Sachverhalt
der wahrscheinlichste sein: Eine „Râsâyana“ genannte „Lehre von den
Säften“ (râsa), zuweilen die Säfte des menschlichen Körpers betreffend,
hauptsächlich aber die der Pflanzen (einschließlich der Lösungen
vegetabilischer Mittel und Drogen), ist in Indien nicht minder alt
wie in vielen anderen Ländern, befaßt sich aber ursprünglich nur
mit der Erlangung von Gesundheit und langem Leben und hat nichts
mit Metallverwandlung und Alchemie zu tun; neben verschiedenen,
natürlich vorkommenden mineralischen Substanzen sind auch Zinnober
und Quecksilber in Indien frühzeitig bekannt und werden (zunächst
ohne Ahnung ihrer nahen Verwandtschaft) gleich den übrigen äußerlich,
vielleicht auch innerlich, als Heilmittel angewandt[4775]; wann,
woraufhin, und wie dies zuerst geschah, bleibt vorerst ungewiß. Das
~Bower~-Manuskript (4. Jahrhundert) erwähnt an einer Stelle zwar den
Wundertrank, der tausendjährige Lebensdauer verheißt, und an einer
anderen das Quecksilber, weiß aber von keiner Verbindung beider; unter
den chinesischen Buddha-Pilgern führt nur ~I-Tsing~ den Zinnober an
und warnt vor seinem Gebrauche[4776]; die Ärzte der „großen Dreiheit“
sprechen von Quecksilber nicht oder nur vorübergehend, „râsa“ gilt
ihnen = Saft, und das nämliche ist noch einige Jahrhunderte später bei
den Gewährsmännern des ~Albiruni~ der Fall, die nur von pflanzlichen
Substanzen und Drogen als Bestandteilen des Unsterblichkeits-Trankes
berichten. Da auch die sonstigen, von ~Rây~ ohne ausreichende
Unterlagen in das 6.-8. Jahrhundert versetzten Texte[4777] sowie
ihre angeblich wenig jüngeren tibetanischen Übersetzungen nicht
in Betracht kommen können, so fehlt bisher jeder genügende Beweis
für die Behauptung, die Inder hätten sich bereits zu so früher
Zeit mit Alchemie beschäftigt und unter Anwendung von Quecksilber
oder Quecksilber-Präparaten eigentliche Metall-verwandelnde und
Leben-verlängernde Elixire bereitet[4778].

Die Annahme, die ersten Nachrichten über Alchemie seien schon gegen
Ende des 2. oder zu Anfang des 3. Jahrhunderts aus Ägypten nach
Indien gedrungen, erscheint zwar angesichts der damaligen regen
Handelsbeziehungen beider Länder nicht an sich unmöglich, aber allen
näheren Umständen nach wenig glaubhaft und jedenfalls durch keinerlei
Tatsache belegbar. Wahrscheinlicher klingt die Vermutung, anfängliche
Verkündiger seien die Nestorianer gewesen, die, im 5. Jahrhundert als
Ketzer aus dem oströmischen Reiche ausgetrieben, u. a. in Persien
festen Fuß gefaßt hatten und insbesondere die maßgebende Rolle an
der medizinischen Schule zu Gondisapûr im Tigris-Delta spielten;
diese Schule, eines der wichtigsten Bindeglieder für die Übermittlung
antiker Bildung und Wissenschaft an den Orient, stand aber um jene
Zeit seit langem in enger Verbindung mit Indien, wo überdies die
Nestorianer bereits so verbreitet waren, daß z. B. der Reisende ~Kosmas
Indikopleustes~ um 530 selbst in Malabar ganze Gemeinden antraf[4779].
Immerhin liegen aber bestimmte Zeugnisse auch in dieser Richtung nicht
vor[4780], und es spricht daher vieles für die Voraussetzung, daß
maßgebend für die Verbreitung der Alchemie, wie in zahlreichen anderen
Ländern so auch hier, erst die Araber waren[4781], die mit Indien schon
seit dem 7.-8. Jahrhundert in sehr lebhaftem Verkehr zu Wasser und
seit dem 8.-9. auch zu Land standen, während ihre großen planmäßigen
Eroberungszüge erst gegen Ende des 10. begannen[4782].

Auf derartigen, etwa seit dem 8. Jahrhundert einsetzenden Vermittlungen
beruht nach ~Jolly~ das Aufkommen des „Tötens“ der Metalle und des
Röstens mit Schwefel (schon in jüngeren Fassungen der dem ~Susruta~ und
~Caraka~ zugeschriebenen Werke), der „Wiederbelebung“, des „Fixierens“
von Quecksilber, und schließlich des Machens und „Vermehrens“ von Gold
und Silber[4783]. Wohl erst von dieser Zeit an begann das den Indern
schon längst bekannte Quecksilber die Rolle anzunehmen, die es in der
griechischen Alchemie spielt und die bei ~Amarasinha~ (um 1000) in der
Gleichsetzung von Quecksilber und „rasa“ schon deutlich hervortritt.
Nicht von „alten Heiligen auf Inseln des indischen Ozeans“, sondern von
arabischen Meistern dürften auch im 9. und 10. Jahrhundert ~Nagarjuna~,
~Vrinda~ und ihre Zeitgenossen die Künste gelernt haben, als deren
Erfinder nachher bald der eine, bald der andere von ihnen hingestellt
wurde, nämlich die Sublimation und Destillation, insbesondere des
Quecksilbers, die Abscheidung dieses Metalls aus Zinnober, die
Darstellung des schwarzen und roten Schwefelquecksilbers aus seinen
beiden Bestandteilen, das Töten und Fixieren von Quecksilber,
die Gewinnung von Sublimat und Calomel[4784], u. dgl. mehr. Der
nämlichen Abkunft ist auch die Bereitung des Elixirs, des „Pulvers
der Projektion“, das bei ~Nagarjuna~ schon 10 Millionen Teile unedler
Metalle in Gold verwandelt und zugleich Gesundheit, langes Leben, oder
gar Unsterblichkeit verleiht, ferner die Bezeichnung des Quecksilbers
als Zubehör, ja als Verkörperung eines Gottes und als dessen Samen,
und endlich die Betrachtung von Quecksilber und Schwefel[4785]
als ausschlaggebende Elemente und Bestandteile der Metalle[4786].
Erreichte auch die Ausbildung dieser Theorien und die Anwendung solcher
Kenntnisse ihren Höhepunkt erst im „Quecksilber-Systeme“[4787], in
der Iatrochemie, sowie in der alchemistischen Praxis des 13. bis 14.
Jahrhunderts, -- wobei dann Gott ~Siva~ (dem ~Hermes~ gleich) als Vater
und Lehrer der großen Kunst, die Zeitgenossen (~Yasodhara~ und andere)
aber als Erfinder der Sublimation und Destillation, des Sublimats und
Calomels, des Projektionspulvers usf. gelten --, so waren sie doch
auch vorher schon, zwar nicht allgemein[4788], aber immerhin weit
verbreitet und keineswegs nur in einzelnen, engumgrenzten Bezirken
Indiens. Dies bestätigen, neben verschiedenen der weiter oben gegebenen
Anführungen, namentlich der auf die „Geschichten der 84 Zauberer“
bezüglichen, auch noch die Berichte des ~Marco Polo~, die sich auf
Zustände in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts beziehen. Wie
~Polo~ erzählt, erreichen z. B. gewisse, der Sekte der Jainas[4789]
angehörige Priester zu Lar im mittleren Südindien das hohe Alter von
150 bis 200 Jahren, indem sie zweimal monatlich einen aus Schwefel
und Quecksilber bereiteten Trank genießen[4790]; auch ~Argon~, ein
König aus der damals in Persien regierenden mongolischen Dynastie,
befragte indische Asketen, worin ihre Kunst der Lebensverlängerung
bestehe, und als sie auf ihren Trank aus Schwefel und Quecksilber
verwiesen, nahm er diesen ebenfalls acht Monate lang, starb aber dann
trotzdem[4791], -- oder eher infolge des Trankes, den man vielleicht
wirklich mit aus Schwefel und Quecksilber zusammenbraute, statt aus den
unter diesen symbolischen Namen zu verstehenden Bestandteilen. Für die
Dauerhaftigkeit und Festigkeit, mit der sich solcherlei abergläubische
Vorstellungen unausrottbar erhalten, zeugt ~Pigafetta~, der Begleiter
des ~Magelhaës~ auf der ersten Reise um die Erde (1519-1522), der zu
melden weiß, daß die Mohammedaner auf gewissen Inseln des ostindischen
Meeres einen derartigen Trank genießen, der nicht nur die Krankheiten
heilen, sondern auch die Gesundheit dauernd erhalten soll, weshalb
Quecksilber und Zinnober daselbst sehr gesucht seien und hoch im Preise
stünden[4792].

Zugunsten des arabischen Ursprunges der indischen Alchemie sprechen
endlich noch die Tatsachen, daß das Kupfer bei den indischen
Alchemisten einen anderen Namen führt als in der Sanskrit-Litteratur,
was für das späte Aufkommen der betreffenden Lehren sehr bezeichnend
ist[4793], ferner daß die Vorschriften für das Leben und Verhalten
der Alchemisten völlig mit den arabischen (ursprünglich griechischen)
übereinstimmen[4794], und endlich daß nicht nur die chemischen
Operationen nebst ihren Namen und Bezeichnungen, sondern auch die
zur Ausführung vorgeschriebenen Geräte und Apparate durchaus den
wohlbekannten arabischen (griechischen) gleichen[4795]. Daß die Inder
sie trotzdem für sich selbst in Anspruch zu nehmen und einheimischen
Erfindern zuzuschreiben trachten, kann nicht überraschen, aber auch
nicht überzeugen, um so mehr als das nämliche Bestreben auch bei
anderen Gelegenheiten hervortritt, z. B. beim Versuche, der Kunst,
metallisches Zink darzustellen (die, soweit sich übersehen läßt, aus
China nach Indien gelangte)[4796], indischen Ursprung zu sichern, wobei
dann als Erfinder (wie oben angeführt) die verschiedensten Gelehrten
ausgegeben, und mit großer Willkür bald in das 11. oder 12., bald in
das 13. oder 14. Jahrhundert versetzt werden[4797].


7. Chemie und Alchemie in China.

Nicht anders wie Ägypten oder Babylonien, Persien oder Indien, so hatte
sich zeitweise, namentlich im 18. Jahrhundert, auch China einseitiger
Überschätzung und maßloser Bewunderung seitens gewisser europäischer
Gelehrter zu erfreuen, die daselbst die Heimat jeglicher Kultur und
Wissenschaft, sowie die Entstehungsstätte aller geheimen Weisheit
aufgefunden zu haben vermeinten; so sollten die Chinesen auch seit
jeher Großes in der Naturwissenschaft geleistet und u. a. schon vor
Jahrtausenden eingehende Kenntnis der Chemie und Alchemie besessen
und diese letztere in nahe Verbindung mit der Astronomie und der
Planeten-Verehrung gebracht haben, -- wie dies alles durch unzählige
Zeugnisse einer uralten Litteratur unwiderleglich bewiesen werde.
Sämtliche Voraussetzungen solcher Art haben indessen einer näheren
Prüfung nicht standzuhalten vermocht.

Zunächst ist daran festzuhalten, daß die chronologisch beglaubigte
Geschichte Chinas erst mit dem Jahre 841 v. Chr. beginnt[4798], und
daß auch in den ältesten kanonischen Schriften, die ~Confucius~
(~Kung-fu-tze~ = ~Kung~ der Meister, 551-478) abgefaßt haben
soll[4799], alle über diese Grenze hinausgehenden Angaben auf Mythe
und Phantasie beruhen. Von den echten alten Schriften fand ferner
ein sehr großer Teil im Jahre 213 v. Chr. seinen Untergang, als der
Kaiser ~Schi-hoang-ti~ zwecks wirksamer Bekämpfung der Neuerer alle
ihm erreichbaren Bücher verbrennen ließ, mit Ausnahme derer über
Ackerbau, Baumzucht, Wahrsagerei, Medizin und Pharmazie[4800]. Zur
Zeit der Han-Dynastie (205 v. Chr. bis 220 n. Chr.), die bald darauf
das Zerstörte nach Möglichkeit wieder herzustellen suchte und für die
Herbeischaffung alles der Vernichtung Entgangenen hohe Belohnungen
gewährte, entwickelte sich dann die Fälschung zu einem ebenso
ausgebreiteten wie einträglichen Gewerbe[4801], und obwohl man sie
durch vorbeugende Maßregeln einzuschränken suchte[4802], wurde doch die
Zahl teils bewußt untergeschobener, teils aus wahren und angeblichen
Bruchstücken wieder zusammengesetzter, teils durch nachträgliche
Ergänzungen und Zusätze nach Belieben erweiterter Werke alsbald fast
unübersehbar[4803]. Weil aber der von den Han-Kaisern hochgehaltene
Grundsatz der „Rückkehr zur ruhmreichen Vergangenheit“ auch für die
ganze fernere Gestaltung der Litteratur maßgebend blieb, entfaltete
sich seither die für den chinesischen Geist so bezeichnende und ihm
offenbar ganz besonders zusagende Tätigkeit der Sammler, Herausgeber,
Erklärer und Kommentatoren[4804]: in endloser, seit über anderthalb
Jahrtausenden niemals abreißender Reihe fügten sie ein Glied der Kette
an das andere und schufen ihre immer dickleibiger und vielbändiger
werdenden Zusammenstellungen und Enzyklopädien, stets erfüllt von Fleiß
und vom Bestreben, alles so vollständig wie tunlich zu bringen und es
als so alt wie möglich hinzustellen, dagegen meist gänzlich unbeirrt
von Wahrheitsliebe, Gewissenhaftigkeit und Kritik. Boten schon ältere
kanonische Texte, z. B. die sog. „Landesbeschreibung“, eine Fülle
unerhörter und märchenhafter Wunderdinge[4805], so glaubten spätere
Autoren ihrer Erfindungsgabe erst recht freien Lauf lassen zu dürfen;
man nahm ferner keinen Anstand, selbst wirklich bessere historische
Werke, u. a. das des ~Chu-Hi~ (1130-1200), immer wieder, und zwar
bis in das 18. Jahrhundert hinein, „neu herauszugeben“, hierbei im
Stillen bis zur Gegenwart herab- und bis in die mythische Urzeit
zurückzuführen[4806] und durch willkürliche Zutaten und Ergänzungen
zu bereichern, deren späten Ursprung oft nur ganz zufälligerweise
irgend ein vereinzelter Zug verrät[4807]. Infolgedessen kann es nicht
überraschen, daß gewisse „Fanatiker der Skepsis“[4808] schließlich die
Echtheit fast +aller+ chinesischen Litteraturwerke in Zweifel zogen,
sogar die des von ~Confucius~ redigierten kanonischen „Schi-king“
und „Schu-king“[4809], deren Inhalt in der Regel als beruhend auf
wesentlich echten Überlieferungen des 12. bis 7. Jahrhunderts v. Chr.
anerkannt wird[4810], sowie die des „Tao-teh-king“ (= Buch vom Tao)
des großen Religionsstifters ~Lao-tze~ („des Meisters ~Lao~“, 604-425
v. Chr.?)[4811], -- wobei ihnen in nicht wenigen Fällen allein entgegen
gehalten werden kann, daß es ganz unwahrscheinlich wäre, Fälschern
so viel geistige Eigenart und Tiefe, aber auch Gewandtheit und
Geschicklichkeit zuzutrauen[4812].

Was die chinesische Astronomie anbelangt, so hält es ~Kugler~ für
wahrscheinlich, daß der altchinesische Kalender von babylonischem
Einflusse zeugt[4813], und ~Bezold~ für gewiß, daß den einigermaßen
sicher datierbaren Werken, wie z. B. dem um 100 v. Chr. abgefaßten
„Schi-ki“, chaldäische Anschauungen zugrunde liegen[4814], während
wieder ~Saussure~ das hohe Alter und den einheimischen Ursprung
einer rein wissenschaftlichen, in innigem Verbande mit Religion und
Staatswesen stehenden Astronomie nachgewiesen zu haben glaubt[4815].
In Ansehung der Tatsache, daß der chinesische Geist seit jeher und
auf sämtlichen Gebieten immer nur allein die praktisch brauchbaren
Erfolge als wertvolle anstrebte und als würdige anerkannte, müßte
die frühzeitige Ausbildung einer wirklich theoretischen Astronomie
wundernehmen; vermutlich kommen daher nicht sowohl astronomische
als astrologische Beobachtungen in Frage, zusammenhängend mit dem
weitverbreiteten und auch in China sehr alten Volksglauben, „daß
die Ereignisse auf Erden irgendwie beeinflußt würden von denen am
Himmel“, und das Geschick des Gesamtstaates und seiner Einzelprovinzen
„sich widerspiegle im gestirnten Firmament, dieser himmlischen
Projektion des irdischen Reiches“[4816]. Zwecks richtiger Deutung
der Himmelsbilder unterhielt der Staat eigene Beamte[4817], die
sich u. a. im 2. und im 7. Jahrhundert v. Chr. als „Astrologen“ und
„Großastrologen“ erwähnt finden[4818], sowie für 671 v. Chr. auch
im „Yih-king“[4819], dem kanonischen, wie man glaubt in ziemlich
ursprünglicher Gestalt vorliegenden „Buche der Wandlungen“[4820].
In diesem, hauptsächlich von Wahrsagerei handelnden Werke sind die
Astrologen etwa gleichwertig den Wahrsagern, Losziehern, Geisterbannern
und Traumdeutern, von welchen letzteren auch das Buch „Schi-king“
spricht, wo es die Träume mit den Stellungen der Gestirne am Himmel in
Verbindung bringt[4821], während +andere+ Arten des Aberglaubens in
ihm, wie auch im „Schu-king“, +keine+ Erwähnung finden[4822]. Daß die
großen Ritualwerke „Li-ki“ und „Chou-li“ der Chou-Dynastie (1122-255
v. Chr.) sie +sämtlich+ kennen und als „uralte“ bezeichnen[4823], wäre
daher schon an sich auffällig, doch wissen wir zudem, daß z. B. das
Buch „Li-ki“ erst in den Jahrhunderten zwischen 200 v. und 200 n. Chr.
zusammengestellt wurde, und daher keinerlei Rückschlüsse auf eine
entfernte Vergangenheit gestattet[4824]. Daß erst in solchen jungen
und zweifelhaften Texten die Planeten besonders erwähnt, zusammen mit
Sonne und Mond als „7 Lenker“ und „7 Regenten“ bezeichnet und ebenso
wie die zwölf Tierkreisbilder mit gewissen Opfern bedacht werden[4825],
spricht für das späte Aufkommen auch dieser, sichtlich aus der Fremde
stammenden Vorstellungen[4826]; von einer Verbindung der 7 Wandelsterne
mit den 7 Metallen ist übrigens zunächst auch hierbei gar nicht die
Rede, vielmehr werden nur die 5 Planeten mit den sog. 5 „Elementen“
der Chinesen in Beziehung gebracht, nämlich Saturn mit Erde, Mars mit
Feuer, Merkur mit Wasser, Jupiter mit Holz und Venus mit Metall[4827].

Die Lehre von diesen 5 Elementen wird allerdings als eine schon in
der Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“ (= des Volkes) in
China[4828], mindestens aber in jener der mythischen Kaiser ~Ki~ (um
2200 v. Chr.) oder gar ~Hoang-hi~ (um 2700 v. Chr.) wohlbekannte
vorausgesetzt[4829], gehört jedoch in der Tat erst einer weit späteren
Periode an, die indessen vorerst noch nicht genau abgegrenzt werden
kann. Von wirklich hohem, vermutlich weit über das der kanonischen
Schriften hinausreichende Alter ist nur die Theorie von dem
„allgegenwärtigen Dualismus“ der beiden einander entgegengesetzten
kosmischen Urkräfte Yang und Yin, durch deren Zusammenwirken und
Kreislauf schon das Buch „Yih-king“ alle überhaupt vorhandenen
Einzeldinge körperlicher und geistiger Natur aus dem chaotischen
Anfangszustande der Welt hervorgehen und sich sodann weiter entwickeln
läßt[4830]. Unter diesen Kräften gilt seit jeher Yang als die lichte,
männliche, zeugende, herrschende, aktive, den geraden Linien und
ungeraden (vornehmeren) Zahlen entsprechende, Yin aber als die
dunkle, weibliche, empfangende, dienende, passive, den gebrochenen
Linien und geraden (gemeineren) Zahlen zugehörende[4831]; weiterhin
wurde dann Yang mit der roten Farbe, der Sonne, den guten Geistern,
und in der Pharmakologie mit dem Heißen, Trockenen, Heilsamen, in
Verbindung gebracht, Yin aber mit der schwarzen Farbe, dem Monde, den
bösen Geistern, und in der Pharmakologie mit dem Kalten, Feuchten,
Schädlichen[4832]. Nach der Lehre des ~Lao-tze~ sind Yang und Yin mit
in seinem „Tao“ (= „Weg“ und auch „Vernunft“) enthalten, weil dieses
Prinzip, als höchstes und umfassendstes, -- in mancher Hinsicht dem
griechischen Logos vergleichbares[4833] --, wie die ganze übrige Welt
so auch „jene beiden Wagenlenker der schaffenden Kräfte“ in sich
schließen muß[4834]. Hierbei bleibt jedoch ihr völliger Gegensatz
unverändert bestehen, und ihn nach monistischer Weise in eine höhere
Einheit aufzulösen versuchte erst ~Chou-tze~ (~Chou~ der Meister),
dessen Lebenszeit in die Jahre 1017-1073 fällt[4835]: bei ihm erzeugt
das ewige und einzige Urprinzip „Tai-kih“ durch seine Bewegung den
Yang, und durch seine Ruhe am Ziele der Bewegung den Yin, und diese
erst gesellen sich und bringen dadurch die 5 Elemente Wasser, Feuer,
Erde, Holz, Metall hervor, „jedes von seiner eigenen Beschaffenheit,
jedes von seiner eigenen Natur“, so daß man im Tai-kih bereits Yang
und Yin als enthalten anzusehen hat, und in diesen beiden wiederum
die 5 Elemente[4836]. In den folgenden Jahrhunderten und namentlich
unter dem Einflusse der rasch zu andauernder und kaum glaublicher
Bedeutung gelangenden sog. Wissenschaft „Feng-Schui“, einer Art vom
gröbsten (namentlich auch astrologischen) Aberglauben erfüllten
Geomantie[4837], erfolgte dann zum Teil eine Erweiterung, zum Teil
eine Neuschöpfung und systematische Ausgestaltung der Lehre von den
Beziehungen der 5 Elemente zu allem nur Möglichen und Unmöglichen,
u. a. zu den 5 Planeten[4838], zu den 5 Farben (grün, gelb, rot, weiß,
blau)[4839], zu den Tieren, Pflanzen, Mineralien und Metallen, sowie
zu deren Gottheiten[4840], zu den verschiedenen Teilen der Länder, der
Erdoberfläche, des Erdinneren usf.[4841].

Was die Frage nach dem Auftauchen einer eigentlichen Alchemie
betrifft, so hat man sich im Bereiche der chinesischen Kultur nicht
minder als in dem der indischen davor zu hüten, daß man zwischen
einheimischen Gedanken oder Vorstellungen und irgendwie ähnlichen,
aus der griechischen Alchemie her bekannten, statt einer gewissen
Analogie kurzweg Identität voraussetze und dieser durch unmittelbare
Anwendung der überlieferten hellenistischen Schlagworte auch schon eine
ausreichende Stütze gesichert zu haben glaube. Der Wunsch z. B., ein
langes Leben in Gesundheit und Wohlstand hinzubringen, ist ein so tief
in der menschlichen Natur begründeter, daß es nicht überraschen darf,
ihn bei den verschiedensten Völkern der alten und neuen Welt auftauchen
und sich allerorten der Meinung verbinden zu sehen, das erstrebte Ziel
sei entweder durch Frömmigkeit und Gebete oder durch Zauberkraft und
magische Kunst in mehr oder weniger vollkommener Weise erreichbar.
So zweifelten die alten Mexikaner nicht an der Wirksamkeit ihres
Unsterblichkeits-Trankes[4842]; bei innerafrikanischen Negerstämmen
begegnete ~Schweinfurth~ dem Glauben, man vermöge mittels gewisser
Pflanzensäfte Gold zu erzeugen oder die ewige Jugend zu gewinnen[4843];
sowohl südamerikanische wie südasiatische Völker hielten sich für
überzeugt, daß bestimmte Pflanzen, besonders die vermeintlich der Sonne
oder dem Monde zugehörigen, nicht nur verborgene Schätze finden ließen,
sondern auch selbst Gold oder Silber hervorbrächten, während wieder
bestimmte andere (z. B. solche, die Erschöpfte stärken, Kranke heilen,
weiße Haare schwarz färben) auch Jugend, Gesundheit, Zeugungsfähigkeit,
langes Leben, ja Unsterblichkeit verliehen[4844]. Es kann daher
nicht wundernehmen, auch bei den alten Chinesen schon frühzeitig auf
verwandte Anschauungen zu stoßen, die sich hauptsächlich an ihre
„großen drei Glücksgüter“ (San-fuh) knüpften, d. s. langes Leben,
Kindersegen und Reichtum[4845].

Bereits im 4. vorchristlichen Jahrhundert ist eine an den Mythus von
der Atlantis anklingende Sage lebendig, von fabelhaften, inmitten des
fernen östlichen Ozeans liegenden, für die jetzigen Menschen nicht
mehr erreichbaren Inseln, deren Einwohner Paläste und Tore aus Gold
und Silber, sowie den Trank des langen Lebens und der Unsterblichkeit
besäßen, bereitet aus der Pflanze Ling-chi-tsao[4846]; noch im 3.
Jahrhundert v. Chr. rüstete deshalb der Kaiser ~Schi-hoang-ti~ eine
Flotte zur Aufsuchung dieser Inseln aus, die jedoch, obwohl sie unter
der Leitung eines besonders hervorragenden „Zauberers“ stand, ihre
Aufgabe nicht zu lösen vermochte[4847]. In China selbst soll den
Unsterblichkeits-Trank zuerst ~Chung-li-küan~ „erlangt“ haben, von dem
man nur weiß, daß er noch zur Zeit der Chou-Dynastie (also spätestens
255 v. Chr.) lebte, zu den „acht großen Siën“ gehörte, d. h. zu den
Genien und Obermeistern aller magischen und geheimen Wissenschaften,
und diesen auch die Kenntnis der neuen Errungenschaft übermittelte
„in der Verborgenheit der tiefsten Wildnis seiner heimatlichen
Berge“[4848]. Hiernach wird man annehmen dürfen, daß ~Chung-li-küans~
Trank hauptsächlich aus Pflanzensäften bestand, und daß er selbst zu
jenen Einsiedlern gehörte, deren Erscheinung den während der letzten
vorchristlichen Jahrhunderte dem Aberglauben ganz besonders ergebenen
Chinesen etwas völlig Neues und höchst Erstaunliches war, und denen man
daher übernatürliche Kräfte aller Art zutraute, z. B. Fliegen durch
die Luft, willkürliches Trennen der Seele vom Körper, Verlängern des
Lebens, Überwinden des Todes, usf.[4849]. Es ist sehr wahrscheinlich,
daß das Auftauchen dieses dem eigentlichen chinesischen Geiste ganz
fern liegenden Einsiedlertumes und alles sich daran Knüpfenden mit dem
Eindringen des Buddhismus zusammenhängt[4850], dessen Verbreitung in
China, entgegen früheren Annahmen, schon im 3. Jahrhundert v. Chr.
begann und im 2. bereits eine ziemlich ausgedehnte war[4851].

Die sehr weitgehenden gegenseitigen Beeinflussungen und Anpassungen
der älteren chinesischen Religionen und des Buddhismus erstreckten
sich insbesondere auch auf die Lehre des ~Lao-tze~, dessen
philosophische Betrachtungen über das Tao der großen Menge ohnehin
seit jeher vielerlei Schwierigkeiten geboten hatten. Schon im Laufe
des 2. vorchristlichen Jahrhunderts zerfiel daher die Tao-Lehre in
zwei Richtungen, deren eine die Grundlagen des reinen und lauteren
Aufwärtsstrebens festhielt, während in der anderen das Tao vom Prinzipe
höchsten Gutes und vollkommenster Einsicht zu dem des Wundertuns
und Zauberns herabsank, das den Gläubigen vor allem Erfüllung ihrer
irdischen Wünsche in Aussicht stellte, u. a. derer nach langem Leben
und Reichtum[4852]. Die letztere Richtung daraufhin von vornherein als
„alchemistische“ zu bezeichnen[4853], liegt indessen keine Berechtigung
vor, denn auch in seiner Entstellung bleibt das Tao zunächst nichts
weiter als ein geistiges Symbol ungeheurer geheimer Macht: „dem, der
es erlangt hat, ist nichts unmöglich“, daher vermag er sogar den Tod
zu überwinden und sich durch seine Kunst Gold zu verschaffen[4854].
Natürlicherweise wurden diese Fähigkeiten in besonders hohem Grade
schon dem ~Lao-tze~ selbst zugeschrieben: Einer der großen „Siën“
unterrichtete ihn in allen zauberkräftigen und geheimen Wissenschaften,
und er selbst vervollkommnete sich in diesen dermaßen, daß er
unendliche Schätze an Gold zu gewinnen verstand, -- weshalb ihn die
chinesischen Alchemisten noch heutzutage als Schutzpatron verehren --,
und sein Leben bis 1040 n. Chr. zu verlängern wußte, in welchem Jahre
er auf einem mit blauen Ochsen bespannten Wagen nach dem Abendlande zu
entschwand, um in Indien als ein Buddha wiedergeboren zu werden[4855].

Diese Überlieferungen gehören indessen, wie schon die genannte
Jahreszahl zur Genüge zeigt, einem weitaus späteren Zeitalter an, in
dessen Verlaufe die Chinesen andauernde und tiefgehende, nach ihren
Einzelheiten noch durchaus ungenügend erforschte Beeinflussungen
von Westen her erfahren hatten: in Chinesisch-Turkestan vollzog
sich u. a. die Berührung mit manichäischen und nestorianischen
Lehren, deren Träger zum Teil auch ostiranische Sogdier waren[4856],
635 erreichten die Nestorianer von Indien aus auf dem Seewege
China[4857], und 714 erschienen die ersten arabischen Schiffe in dem
700 den fremden Völkern geöffneten Hafen von Kanton, worauf sich
der Handelsverkehr alsbald mit überraschender Schnelligkeit zu fast
unglaublicher Höhe emporschwang[4858]. Nach der Überzeugung, die sich
einer der größten Kenner Chinas und der chinesischen Litteratur, ~v.
Richthofen~, im Laufe jahrzehntelanger Forschungen bildete[4859],
gelangten die Chinesen erst seit dieser Periode, also etwa seit dem
8. Jahrhunderte, zur Kenntnis einer wirklichen Alchemie, nämlich
der von den Arabern übermittelten hellenistischen, gliederten deren
Gesamtbilde ein, was sie selbst an irgend passenden, oder unter
einiger Umänderung verwertbaren Zügen besaßen, und suchten sodann,
gemäß der unbeschränkten Eitelkeit, die eine Haupteigenschaft
ihres Nationalcharakters bildet, das Ganze als ihre eigene,
selbstverständlich uralte Erfindung hinzustellen. Wie auf anderen
Gebieten, so nahm man auch auf diesem keinen Anstand, die fehlenden
Beweise nachträglich zu beschaffen, und dem Sachkenner muß sich, nach
~Richthofen~, je gründlicher er sich mit dem Problem beschäftigt, desto
überzeugender die Ansicht aufdrängen, daß jenseits des 8. Jahrhunderts,
sobald Alchemie in Frage kommt, sowohl einzelne litterarische
Zeugnisse wie ganze Werke durchwegs entweder späterer betrügerischer
Einschiebungen oder gänzlicher Fälschung verdächtig sind.

Zu den erwähnten verwertbaren Zügen einheimischer Herkunft gehören
in erster Linie die mit der Erlangung von Gold und langem Leben
zusammenhängenden. Das schon weiter oben angeführte hohe Alter der
Unsterblichkeits-Tränke wird auch seitens der chinesischen Medizin
bestätigt, deren früheste wirklich zuverlässige Werke, die allerdings,
entgegen der üblichen Tradition, nicht aus dem 2. oder gar 3.
+vor+christlichen Jahrtausende herrühren, sondern erst aus dem 3.
Jahrhundert n. Chr.[4860], bereits von jugend- und lebenserhaltenden
Pflanzensäften und Drogen berichten, wie sie die Weisen der fernen
Vergangenheit herzustellen verstanden[4861]. Die Ergebnisse dieser
inländischen Gelehrten scheinen sich aber nicht ausreichend bewährt
zu haben, denn schon gegen 100 v. Chr. soll der Chinese ~Yo-fu-ku~
nach Japan gekommen sein, um +dort+ nach Unsterblichkeitsmitteln zu
suchen[4862], und eine andere Überlieferung besagt, daß zu gleichem
Zwecke laut ~I-Tsing~ (671-695 n. Chr.) einer seiner Landsleute nach
Indien gesandt wurde[4863], -- obwohl ~I-Tsing~ seiner persönlichen
Meinung dahin Ausdruck gibt, die wahrhaft wirksamen Mittel zur
Verlängerung des Lebens besitze man nur in China selbst, wo man über
mehr als 400 Arten heilsamer Pflanzen und auch Steine verfüge[4864].
Daß die vegetabilischen Substanzen seit jeher die an Zahl weitaus
überwiegenden waren und dies auch blieben, beweist u. a. das große,
1548-1578 verfaßte, 1597 in 52 Bänden gedruckte Sammelwerk „Pen-tsao“
des ~Li-schi-tschin~, das auf Grund von 800 der wichtigsten alten
Schriften (freilich aber auch vieler neuerer und ganz später) nicht
weniger als 1892 Medizinen und 11896 Rezepte wiedergibt[4865] und
als zu deren Herstellung erforderlich 347 Bestandteile aufführt,
unter denen sich nur 43 mineralische befinden[4866]. Auch alte
abergläubische Vorstellungen (die sich zum Teil bis zur Gegenwart
erhielten) kennen nur ein „Kraut der Unsterblichkeit“[4867]; die
spätere Tao-Lehre läßt den Hasen, den die Chinesen im Monde zu
erblicken glauben, in einem Mörser die Kräuter zur Gewinnung des
Unsterblichkeits-Trankes kleinstoßen[4868]; auch ~Chang-tao-ling~, der
um 70 n. Chr. erster „Meister des Himmels“, d. h. erstes eigentliches
Oberhaupt der Tao-Hierarchie wurde, soll seinen Trank des ewigen Lebens
in einer verborgenen Höhle des Gebirges zubereitet haben[4869], also
wohl aus Pflanzenstoffen. Wenn die Sage hinzufügt, die kostspieligen
Versuche hätten seine ganze Barschaft verschlungen, so bezieht sich
dieses vermutlich auf die seit jeher für ganz besonders wirksam
erachteten Zusätze an Perlen und edlen Steinen oder Metallen, betreff
derer ein Buch von 1108 schon ausführliche Auszüge aus Werken der
Vorzeit gibt[4870]; zu den aus diesen stammenden Mythen gehört u. a.
die seitens ~Pfizmaiers~ angeführte vom „Edelsteinfett“, das aus
gewissen unzugänglichen Bergen quillt, binnen 10000 Jahren allmählich
zerrinnt und dabei schließlich zur Pflanze der Unsterblichkeit wird,
die dem glücklichen Besitzer wenn nicht ewiges, so doch wenigstens
tausendjähriges Leben gewährleistet[4871].

+Für+ die Behauptung, die Bewohner des „Reiches der Mitte“ hätten
sich bereits in so weit zurückliegender Ferne eingehender Kenntnisse
mineralogischer und chemischer Natur erfreut, fehlen bisher glaubhafte
Beweise. +Gegen+ sie spricht es aber, daß die Chinesen, nach so genauen
Kennern ihrer älteren und neueren, gelehrten und volkstümlichen
pharmakologischen Litteratur wie ~Hanbury~[4872] und ~Hübotter~[4873],
zu keiner Zeit über die empirische Handhabung gewisser für die Praxis
(namentlich die metallurgische und keramische) brauchbarer Verfahren
hinauskamen; sie besaßen weder eigenartige chemische Methoden noch
Apparate einheimischer Herkunft, sie verwandten als mineralische
„Heilstoffe“ teils völlig unwirksame Substanzen, teils ganz unreine
und rohe, und sie gelangten niemals zu einem zureichenden Begriffe
von der Notwendigkeit und Art richtiger Dosierung[4874]. Aus der
Reihe der in älteren Schriften sowie im „Pen-tsao“ erwähnten und
unter Angabe der einheimischen Fundorte[4875] aufgezählten Mineralien
seien hier angeführt: die Edel- und Schmucksteine, an deren Spitze
der unermeßlich kostbare Yü (Jadeït, Nephrit) steht, hervorgehend
durch allmähliche Reifung und Gerinnung der edelsten Teile einer im
Erdboden enthaltenen Materie Ki[4876]; die Edelmetalle und Metalle,
d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (das aber zugleich auch Zinn
und Zink mit umfaßt) sowie ihre Erze, u. a. das an der Grenze gegen
Anam bei Kwang-si in großen Mengen vorkommende Zinkerz [basisches
Zinkcarbonat][4877]; die Yu und Pi geheißenen Verdichtungen aus den
gemeineren Teilen der Materie Ki, d. s. weibliches gelbes Auripigment
und männliches rotes Realgar, aus denen man auch ganze Becher
verfertigte, die die Heilkraft der Arzneien außerordentlich erhöhen
sollten[4878]; Naoscha [= Nûschâdir, Salmiak], eine Art Salz oder
Alaun vulkanischen Ursprunges, das man noch gegenwärtig im Innern
Chinas für besonders wirksam ansieht, daher teuer bezahlt und oft
mit anderen Salzen verfälscht[4879]; Schwefel, eines der mächtigsten
Gegengifte, Zauber- und Schutzmittel, der durch seine Dämpfe die bösen
Geister austreibt, sowie die von diesen verursachten Krankheiten
heilt, und alle, die am Tage des Drachen-Bootfestes ein wenig in Wein
eingerührt trinken, ein Jahr lang vor dem Übelwollen sämtlicher Arten
Dämonen schützt[4880]; das Quecksilber, von dem es im fernen Westen
ein unterirdisches Meer geben soll[4881], ein Stoff, dem man trotz
seiner eigenen Giftigkeit die Fähigkeit zuschreibt, die Wirkungen
anderer (namentlich metallischer) Gifte aufzuheben, und der auch
sonst für kräftig, heilsam und kalt (daher auch weiblicher Natur)
gilt[4882]; der Zinnober, den man wegen seiner roten Farbe, die
glückbringend und deshalb den bösen Geistern unerträglich ist, für
einen hervorragenden Talisman hielt, für ein die Krankheiten heilendes,
die Fieberhitze vertreibendes, die Wunden schließendes, zauberhaftes
Mittel, und außerdem für einen nahen Verwandten des gleichfalls
roten Goldes[4883]. Daß die enge Beziehung, die zwischen Zinnober
und Quecksilber waltet, keineswegs schon in „uralten“ Zeiten bekannt
war, beweist eine Bemerkung im Buche des ~Ko-hung~, das man für ein
unzweifelhaft echtes Erzeugnis des 4. Jahrhunderts n. Chr. ansehen
zu dürfen glaubt[4884]: es heißt daselbst, daß beim „Verbrennen“ von
Zinnober Quecksilber entstehe, was den meisten, die hiervon vernehmen,
völlig unbegreiflich und auch unglaublich erscheine, da doch weder ein
Stein wirklich verbrennen, noch dabei, während er selbst rot gefärbt
sei, weißes Quecksilber ergeben könne[4885]; dennoch, versichert
~Ko-hung~, ist dies so, und das gewonnene Quecksilber verleiht ewiges
Leben und erhebt die Menschen zum Range von „Siën“ (großen Geistern,
Genien), wie das jene richtig beurteilen werden, die die „Lehre“
eingesehen haben [offenbar die Tao-Lehre in ihrer späteren Gestalt].
Nach gewissen „Meistern“ des 4. und 5. Jahrhunderts, die ihre Studien
in den Gebirgen des Südens betrieben, angeblich weil sie daselbst mehr
Zinnober vorfinden, soll dieser, indem er beim Erhitzen Quecksilber
ergibt, selbst „Leben bekommen“, und daher auch wieder geeignet sein,
andere mit Leben und Unsterblichkeit zu erfüllen[4886]; solche und
ähnliche allegorische Auslegungen sind indessen vermutlich erst
späteren Ursprunges, während es sich anfangs nur um rein abergläubische
Vorstellungen, sowie um Zauberkünste zur Überführung ohnehin schon
goldfarbiger Mineralien, z. B. Zinnober, Realgar, oder Auripigment,
in wirkliches Gold gehandelt haben mag. Wird doch schon vom Kaiser
~Wu-ti~ (140-87 v. Chr.) berichtet, er habe den Tau des Himmels in
einer Schale gesammelt, die eine vor seinem Palaste errichtete Statue
in Händen hielt, und aus ihm durch Einrühren feingepulverten Yüs
(Jadeïts, Nephrits) einen Unsterblichkeits-Trank bereitet[4887]; auch
ein Prinz seines Hauses beschrieb sowohl die Entstehung des Goldes in
der Erde durch allmähliche (1500 Jahre dauernde) Umwandlung feinster,
dem Himmel entstammender Teilchen, als auch die Darstellung des
Unsterblichkeits-Trankes, und soll, nachdem er ihn gekostet, alsbald
gen Himmel emporgefahren sein, wohin ihm sein Hund nachfolgte, der
einige vergossene Tropfen aufgeleckt hatte[4888]. Dem nämlichen Kaiser
~Wu-ti~ riet ein Zauberer, er möge kraft bestimmter Opfer gewisse
mächtige Geister bannen, sie Zinnober in Gold verwandeln lassen und aus
derlei Goldgeschirr essen und trinken: dadurch werde er nicht nur das
Gold erlangen, sondern auch langes Leben, den Anblick der „Genien der
fernen Inseln“ und durch diese schließlich Unsterblichkeit[4889]. Die
großen Gaben, Reichtum und langes Leben, gehen hier aus dem „Kin-tan“
(= Gold-Rot) genannten Zinnober hervor, und zwar ausschließlich durch
Zauberei; falls also die Quellen wirklich berichten, „unter der
Regierung des Kaisers ~Wu-ti~ habe man zuerst den ‚Stein der Weisen‘
besessen“[4890], so müssen mindestens diese Worte auf Einschiebung aus
späterer Zeit beruhen, in der die eigentliche Alchemie schon bekannt
geworden und zu jener Vereinigung mit der entstellten Tao-Lehre gelangt
war, die Anlaß zur Entstehung einer ausgebreiteten, an Umfang reichen,
an Inhalt armen, okkultistischen Litteratur gab[4891].

In dieser treten dann, wie leicht begreiflich, die Analogien hervor,
die u. a. ~Grube~ auffielen und ihn zu dem Ausspruche veranlaßten,
die chinesische und die mittelalterliche Alchemie zeigten eine Reihe
merkwürdig verwandter Züge[4892], während andere Forscher sogar aus
ihnen folgern wollten, die Araber hätten die Idee vom „Stein der
Weisen“ und überhaupt die ganze Alchemie aus China geholt[4893].
Tatsächlich begannen dort erst seit etwa dem 8. Jahrhundert einige aus
dem Westen übermittelte chemische Kenntnisse, sowie die alchemistischen
Ideen, Boden zu fassen. Der „Einsiedler in der Abgeschiedenheit des
Gebirges“ muß nun kultische Reinheit beobachten, den Lebenswandel eines
Geweihten führen, die rechte Jahreszeit und die richtige Stellung der
Gestirne wahrnehmen[4894], die Beziehungen zwischen den fünf Planeten
und dem Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Blei (oder Zinn und Zink)
berücksichtigen[4895], mit dem Blei als „Mutter“ und dem Quecksilber
als „Seele“ der Metalle Bescheid wissen[4896], das allmähliche
Heranreifen des aus den Erddünsten zuerst niedergeschlagenen Bleies zu
den edleren Metallen und schließlich zu Gold nachahmen[4897], und mit
Fleiß und Geduld die äußerst schwierige und mühevolle Transmutation
betreiben, die eine mystische Ähnlichkeit mit der 9 Monate währenden
Entwicklung des Fötus zeigt, 9 Umwandlungen erfordert und 9 Monate
in Anspruch nimmt, -- ist doch 9 auch eine „heilige Zahl“ der
Tao-Lehre[4898]. Zahl und Beschaffenheit der zur Darstellung des
Elixirs erforderlichen Ausgangsstoffe werden verschieden angegeben,
in der Regel sind es Schwefel, Quecksilber, Zinnober, gelbes und
rotes Arsen, alkalische Salze, Alaun, Kalkstein, Seifenstein, Kaolin,
Talk (= Perlmutter?) und ein Mineral namens Kung-tsing[4899]; das
aus ihnen hervorgehende Präparat, Tan (= Rotes), Tan-sha (roter
Sand), Kin-tan (Goldrot), später auch Gold-Elixir, Metallsaft,
Metallösung, Trank der Siën usf. geheißen, verwandelt 200 Teile Blei
oder Quecksilber in Gold; es heilt alle Krankheiten, indem es die
Dämonen austreibt, den Körper reinigt und ihm seine und des lauteren
Goldes Beständigkeit und Unvergänglichkeit mitteilt; es macht alles
Zerbrochene und Verdorbene wieder ganz und heil und verleiht langes
Leben und Unsterblichkeit[4900]. Schwefel und Quecksilber beginnen seit
der angegebenen Zeit auch in China die maßgebende Rolle zu spielen,
desgleichen kommen Quecksilber-Verbindungen wie Sublimat und Calomel
in Gebrauch, -- zu deren Darstellung man aber fast bis zur Gegenwart
(gleichwie in Indien und in Japan) nur die unvollkommensten, den alten
arabischen nachgebildeten Apparate besaß und beibehielt[4901], -- und
die „heilbringenden“ Elixire werden gemeingefährlich, sei es, daß sie
allzu lange in Berührung mit giftigen Substanzen blieben, sei es, daß
man Zusätze von wirklichem Quecksilber, Schwefel u. dgl. an Stelle
der mit diesen allegorischen Namen gemeinten Beigaben treten ließ;
so z. B. starben allein in den Jahren 801 bis 860 nicht weniger als
vier Kaiser der Tang-Dynastie infolge fortgesetzten oder übermäßigen
Genusses der für sie „aus Schwefel und Quecksilber“ hergestellten
und auch noch mit Perlen und Edelsteinen „verstärkten“ Lebens- und
Unsterblichkeits-Tränke[4902]. Mag die Erlangung solcher ehemals das
Hauptbestreben der Zauberer, und ihr gegenüber die des Goldes „weniger
ein Ziel als ein Mittel“ gewesen sein[4903], -- seit der Berührung
mit den Arabern änderte sich dieses jedenfalls gänzlich[4904], und
während der Jahrhunderte des Mittelalters erscheinen Alchemie und
Alchemisten Chinas und Europas durchaus im nämlichen Lichte. Schon in
dem Sammelwerke „Wundergeschichten aus alter und neuer Zeit“, dessen
jetzt vorliegende Form etwa dem 15. Jahrhundert angehören soll, das
aber auf weit älteren Quellen fußt, schildert z. B. eine Novelle „mit
wahrhaft drastischem Humor den Gimpelfang durch die Alchemisten“, die
seit jeher sämtlich nichts anderes waren als Schwindler, Lügner,
Betrüger und geschickte Ausnützer von Leichtgläubigkeit und Dummheit
der großen Menge[4905]: da kennt der schlaue Gauner die „Geheimnisse
der 9 Umwandlungen“, er bereitet aus Schwefel nebst Quecksilber (=
Zinnober) ein Streupulver, von dem schon eine Fingerspitze voll das
richtig geläuterte Zinn oder Quecksilber sogleich in reines Silber
oder Gold verwandelt, er unterstützt diese Transmutation, indem er
etwas Silber oder Gold als „Muttermetall“ hinzusetzt, „je mehr, desto
besser“, und prellt so auf bekannte Weise und mit bekanntem Erfolge
seine Opfer. -- Auch die von ~Pfizmaier~ benützten, leider jedoch nicht
kritisch gesichteten, ihrem Alter nach aber meist weitaus überschätzten
Schriften erzählen von „den Leuten vom Weißen und Gelben“, von den
„Bereitern der Arzneien“ [= medicinae, phármaka], die Blei und Zinn
mittels solcher Arzneien oder „Blüten“ in Silber und Gold verwandeln,
-- was ihnen aber freilich nicht immer, oder doch nicht so gelingt, daß
die Erzeugnisse das Schmelzfeuer aushalten[4906] --, die ferner aus
„geläutertem“ oder nebst gewissen „Arzneien“ in einer Röhre verbranntem
Quecksilber bald einen das Leben über 100 Jahre hinaus fristenden
Trank, bald edle Metalle bereiten[4907] und endlich aus diesen „weiße
und gelbe Eßgeräte“ herstellen, durch deren tägliche Benützung der
Besitzer Unsterblichkeit erlangt[4908].

Von eigentlichen chemischen Kenntnissen in wissenschaftlichem Sinne,
wie sie das europäische Mittelalter allmählich ausbildete, kann aber
im chinesischen gar nicht die Rede sein, auch fehlten solche noch
zur Zeit der ersten Erschließung Chinas im 16. Jahrhundert daselbst
vollkommen. Nach ~Klaproth~, dessen Vermutungen von 1807 ~Guareschi~
neuerdings wiedererwähnte[4909], kannten allerdings die Chinesen schon
im 8. Jahrhundert den Sauerstoff als „Yin der Luft“, als durch Feuer
austreibbare Substanz verschiedener Steine, z. B. des Salpeters, sowie
als Bestandteil des Wassers, „das sie demnach als zusammengesetzt
ansahen“; sie wußten auch, daß der Yin aus Luft, aus Wasser, oder aus
Alaun [?], das Kupfer in Grünspan [?] verwandle; ferner, daß der Yin
sich nur mit dem Golde nicht verbinde, weshalb dieses auch nie anders
als gediegen vorkomme, während er die anderen Metalle angreife und
dabei deren Oxyde ergebe, z. B. das seit uralter Zeit zum Färben des
Porzellans benützte, aber streng geheim gehaltene Antimonoxyd[4910],
usf. usf. Alle diese Voraussetzungen sind indessen hinfällig, oder
beruhen nur auf Auslegungen in vorgefaßtem Sinne: Yin und Yang, die
beide, wie schon weiter oben erwähnt, als kosmische Urstoffe gelten,
sind freilich überall und in allem vorhanden[4911], daher auch in
Luft und Wasser; sie bilden auch die 5 Elemente, und ihr richtiges
Verhältnis verleiht dem menschlichen Körper, dessen Säfte sie samt
Blut und Atemluft erfüllen, Gesundheit[4912] und der Erdoberfläche
sowie dem Erdinnern Fruchtbarkeit, gute Beschaffenheit usf.[4913];
aber nicht der geringste Anhaltspunkt liegt +dafür+ vor, daß man sie
jemals als „Bestandteile“ in chemischem Sinne betrachtete, den Yin,
der doch das minderwertige und passive Prinzip ist, mit dem Sauerstoff
identifizierte, oder diesen seiner elementaren Natur und seiner
Verbindungsfähigkeit nach richtig erkannte. Die angeführten, ohnehin
sehr verworrenen chemischen Einzelheiten stammen sichtlich erst aus
später Zeit; auf eine solche weist auch die Bemerkung hin, daß in die
Zusammensetzung der Metalle, mit Ausnahme des reinen und vollkommenen
Goldes, also vom Silber abwärts, steigende Mengen Schwefel mit eingehen
sollen[4914], und ebenso die Angabe betreff des Porzellans, da dessen
Herstellung, früheren Annahmen entgegen, in China keineswegs uralt ist,
vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. einen gewissen,
aber immerhin noch bescheidenen Grad der Vollkommenheit erreichte[4915].

Die weiter oben geschilderten Vorstellungen, wie sie im 7. und 8.
Jahrhundert in China herrschten, gelangten im Laufe des 8. Jahrhunderts
auch nach +Japan+; das Doppelprinzip des Yin und Yang, sowie die
Theorie von den 5 Elementen, deren Zahl aber unter buddhistischem
Einflusse alsbald wieder auf 4 (Feuer, Wasser, Erde, Luft) beschränkt
wurde, blieben, namentlich in der für Japan fast allein in Betracht
kommenden medizinischen Richtung, bis in das 16. und 17. Jahrhundert
hinein völlig alleinherrschend[4916]. Beweise dafür, daß während
des Mittelalters, außer einigen unvollkommenen, trotzdem aber stets
unverändert beibehaltenen Verfahren und Apparaten, auch eigentlich
chemische Kenntnisse in Japan vorhanden gewesen, oder aus China
dahin gelangt seien, haben sich bisher nicht erbringen lassen, und
so bestätigt auch dieser Umstand wieder die Überzeugung, daß die
Chinesen solche selbst nicht besaßen; die völlige Haltlosigkeit aller
entgegengesetzten Behauptungen, sowie deren Ursprung aus den zu
gewissen Zwecken absichtlich entstellten Berichten der jesuitischen
Missionäre deckte übrigens schon 1773 ~De Pauw~ auf[4917], indem er
nachwies, daß noch zur genannten Zeit den Chinesen weder mineralische
Säuren bekannt waren, noch eigentliche Destillationsapparate, noch
irgendwelche neuere Vorrichtungen, Verfahren oder Präparate, noch
endlich auch nur die Begriffe Chemie und Chemiker.




Fünfter Abschnitt.

Die Alchemie im Okzident.




1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300.


Die Wege, auf denen nach den Stürmen der Völkerwanderung die chemischen
und chemisch-technologischen Kenntnisse des späten Altertums aufs
neue zum Gemeingute des Abendlandes wurden, sind im einzelnen noch
bei weitem nicht genügend erforscht und aufgeklärt. Betreffs ihrer
Gesamtrichtung meint zwar ~Berthelot~, als erster die ganz neue und
höchst wichtige Tatsache entdeckt zu haben, daß neben und vor der
arabischen, hauptsächlich von Spanien her wirksamen Tradition, auch
eine unmittelbare, auf byzantinische Überlieferung zurückweisende
bestanden habe, -- doch schreibt er sich hierbei, wie auch in
anderen Fällen, Verdienste zu, die ihm in Wirklichkeit keineswegs
gebühren. Daß nämlich mit dem Ende des Altertums, also mit dem Falle
des weströmischen Reiches im Jahre 476, plötzlich die gänzliche und
endgültige Vernichtung alles Bestehenden eingetreten sei, und eine
spätere Zeit auf sämtlichen Gebieten wieder völlig von neuem zu
beginnen und die leer gewischten Tafeln allein aus eigenen Kräften
allmählich neu zu beschreiben gehabt hätte, war allerdings ehemals
eine weitverbreitete Vorstellung; sie ist jedoch längst der besseren
Einsicht gewichen, daß wie zwischen Mittelalter und Neuzeit so
auch zwischen Altertum und Mittelalter Verbindungen und Übergänge
nirgendwo gefehlt haben, und daß insbesondere das geistige Band auf
keinem Gebiete jemals vollkommen gerissen ist. Auf wenigen Feldern
hat sich diese Überzeugung so frühzeitig aufgedrängt und gefestigt
als auf dem des Kunstgewerbes und der Kunsttechnik, und es ist daher
sehr auffällig, daß ~Berthelot~, der sich ihr im übrigen nicht
verschließt[4918], gerade auf diesem seine Entdeckung gemacht zu
haben glaubt; um die Selbsttäuschung begreiflich zu finden, müßte
man annehmen, daß ihm nicht nur die älteren und neueren Forschungen
hervorragender französischer Philologen und Kunsthistoriker unbekannt
blieben, sondern auch die Spezialwerke von ~Eastlake~[4919] und
~Merrifield~[4920], die Abhandlungen und Kommentare der Herausgeber in
der großen als „Wiener Quellenschriften“ bezeichneten Sammlung[4921],
usf. Da aber einige seiner zuweilen nicht ganz an der Oberfläche
liegenden Anführungen ersehen lassen, daß ihm diese Veröffentlichungen
durchaus nicht entgangen waren, so muß es genügen, die Tatsache
festzustellen, daß bereits die genannten Autoren, sobald sie auf
den fraglichen Zusammenhang zu sprechen kommen, ihn als einen +im
allgemeinen+ ganz offenkundigen voraussetzen; sie betrachten ihn
als einen angesichts der politischen und kulturgeschichtlichen
Beziehungen zwischen dem oströmischen Reiche und Italien gar
keinem Zweifel unterliegenden und beziehen sich hierbei u. a. auf
die nämlichen frühesten Werke des Mittelalters, von denen auch
~Berthelots~ Darlegungen ihren Ausgang nehmen, d. s. hauptsächlich
die „Compositiones ad tingenda musiva“ und die „Mappae clavicula de
efficiendo auro“. Hingegen befanden sie sich, da ihnen der Wortlaut
der chemischen Texte griechischer und byzantinischer Herkunft gar
nicht oder nur sehr unvollkommen, der Inhalt demnach fast nur aus den
spärlichen Berichten zweiter oder dritter Hand bekannt war, nicht
in der Lage, auch +im einzelnen+ Ähnlichkeiten und Analogien zu
erkennen und nachzuweisen, und in dieser Hinsicht bleibt die Leistung
~Berthelots~, deren wahre Vorzüge nicht verkleinert werden sollen,
selbstverständlich die weitaus überlegene.

Was die erwähnte Übermittlung chemischer und vor allem
chemisch-technologischer Traditionen durch die Araber betrifft, -- die
schon seit Beginn des 8. Jahrhunderts ihre Herrschaft und ihren Einfluß
über Sizilien, Süditalien, Spanien und Südfrankreich zu erstrecken
begonnen hatten --, so steht sie zwar als +Ganzes+ fest, und an ihrer
Tatsächlichkeit und hohen Bedeutung ist nicht zu zweifeln; ihre
+Einzelheiten+ hingegen liegen noch so gut wie gänzlich im Dunkeln,
und nur in Ausnahmefällen lassen sich die Fragen beantworten, welche
Vorbilder zunächst Nachahmung fanden, oder wo, wann und durch wen
dies zuerst geschah? Überlegt man, daß die einschlägigen Verfahren
nach Tunlichkeit geheim gehalten wurden, weshalb selbst die spätere
Litteratur nur selten einige dürftige Winke über sie gibt, daß
ferner deren ausschließliche eigene Verwertung größte Wichtigkeit
für Handel und Verkehr der Eroberer besaß, daß aber die Arabisierung
der besetzten Länder nur eine oberflächliche war und blieb (selbst
in weiten Teilen Spaniens), so ist wohl allein an eine unverhütbare
allmähliche Aneignung seitens Mitbeschäftigter und Lernbeflissener
zu denken, nicht aber an eine gewollte Lehrtätigkeit der Araber.
Ebenso sind auch gewisse, wie in älterer so noch in neuerer Zeit mit
lebhaften Farben ausgemalte Schilderungen abzuweisen, denen gemäß,
etwa vom 11. Jahrhundert an, junge Leute mitteleuropäischer Herkunft
die arabischen Universitäten Spaniens aufgesucht hätten, um dort neben
anderen Geheimwissenschaften auch Alchemie zu studieren und sie in
den Laboratorien der großen Meister praktisch zu betreiben[4922].
In Wirklichkeit[4923] waren nämlich diese „Universitäten“ teils
eine Art Seminare und als solche unmittelbar den Moscheen
angegliedert[4924], teils eine Art Stifte oder Kollegien und als
solche in eigenen, „Medreseh“ genannten Schulgebäuden untergebracht.
Unterrichtsgegenstände bildeten in ersteren ausschließlich Theologie
und ihre Nebenzweige, namentlich Jurisprudenz, in letzteren aber
auch Philosophie, Philologie, sowie zuweilen Medizin, Astronomie und
Mathematik[4925], und zwar wurden, wie noch heutzutage etwa in den
entsprechenden Anstalten zu Konstantinopel oder Kairo, die Paragraphen
des von einer „anerkannten Autorität“ verfaßten Lehrbuches durch den
Vortragenden abgelesen und erklärt, die Lehrstoffe aber durch die
Zuhörer nachgeschrieben und memoriert; nur die „Vorlesung“ kam also
in Betracht, nicht eine selbständige und praktische Forscherarbeit
der Lehrer, geschweige denn der Schüler, am allerwenigsten aber eine
auf dem Gebiete der Naturwissenschaften, die als solche noch gar kein
Sonderdasein führten, in den Lehrplänen keine Stätte besaßen und
in den Augen der Strenggläubigen immer noch mit Magie und Zauberei
zusammenhingen, also für „verdächtig“ galten. Endlich waren aber auch
diese Schulen, angesichts der gerade in Spanien großen Intoleranz der
Geistlichkeit und ihrer regen Eifersucht gegen alles Fremde[4926], für
Ungläubige völlig unzugänglich, so daß schon allein dieser Umstand
der angeführten Hypothese jeden Boden entzieht. Infolgedessen wurde
sie dahin abgeändert, daß nicht die arabischen Hochschulen Ziel der
Alchemie-Studierenden gewesen seien, sondern die aus ihnen schon
seit der Rückeroberung Toledos (1085) hervorgegangenen spanischen.
Aber auch diese sog. Universitäten pflegten, gleich sämtlichen
mittelalterlichen, ausschließlich die Geisteswissenschaften (in
weiterem Sinne), -- in erster Linie natürlich die Theologie --, während
die Naturwissenschaften für sie überhaupt nicht vorhanden waren und
auch späterhin nicht die geringste Beachtung erfuhren; wer niemals
Anlaß hatte, sich mit den Erzeugnissen ihres rein scholastischen
Betriebes zu befassen, schöpft die richtigste Vorstellung von ihrer
starr konservativen und orthodoxen Gesinnung in früheren Jahrhunderten
aus einer Antwort, die noch 1771 die vornehmste Universität,
Salamanca, auf Vorschläge König ~Karls~ III. zu einer zeitgemäßen
Umgestaltung der Lehrweise erteilte: „~Newton~ lehrt nichts, was einen
guten Logiker oder Metaphysiker bilden könnte, und ~Gassendi~ oder
~Descartes~ stimmen nicht mit der Wahrheit der Offenbarung überein,
wie das ~Aristoteles~ tut[4927].“ Von einem Studium der Chemie an den
spanischen Universitäten und von alchemistischen Arbeiten in deren
Laboratorien, kann also ernstlich gar nicht gesprochen werden. Wie
sich indessen die großen Übersetzer arabischer Werke aller Art in das
Lateinische, z. B. ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187)[4928] und andere,
gelegentlich ihres Aufenthaltes in Toledo und sonstigen spanischen
Städten nicht etwa der Mithilfe akademischer Kreise bedienten, sondern
jener gelehrter sach- und sprachkundiger Juden, so dürften sich auch
die auf Kenntnis der Geheimwissenschaften und der Alchemie Ausgehenden
unmittelbar an Personen gewendet haben, die im Rufe standen, selbst
mit diesen Dingen Bescheid zu wissen. Das werden aber, wie jederzeit
und allerorten, vorwiegend Schwindler, Betrüger und allenfalls
betrogene Betrüger gewesen sein, die teils einzeln im verborgenen
wirkten, teils jenen mystischen, magischen und nekromantischen
Geheimzirkeln angehörten, die z. B. nach ~Del Rio~ und ~Gesner~ noch
um 1600 in Toledo, Granada, Cordova, Sevilla und Salamanca ihr Wesen
trieben[4929], und es kann daher nicht wundernehmen, daß das im Dunkeln
Ausgeübte auch im Dunkeln verblieb, und schriftliche Aufzeichnungen
darüber nicht vorliegen. -- Im ganzen scheint man jedoch überhaupt
die Rolle des eigentlichen Spaniens als Ausgangspunkt der Verbreitung
und Vervollkommnung chemischer und alchemistischer Kenntnisse
und Verfahren bisher überschätzt zu haben, und die maßgebenden
arabischen Anregungen fielen vermutlich in der Provence, in Italien
und in Sizilien auf fruchtbareren Boden. Die einschlägige arabische
Litteratur dieser Länder ist leider noch sehr ungenügend erforscht,
doch steht es z. B. fest, daß schon ~Ibn Badschrun~, ein sizilischer
Autor (des 11. Jahrhunderts?), ein Buch „Sirr Alkîmijâ“ (= Geheimnis
der Chemie) verfaßte, und sizilischen Ursprunges scheint auch eine
ausführliche Anweisung zu sein, behandelnd die Herstellung von Tinten
in verschiedenen Farben, von Goldtinte mittelst Auripigment, von
Silbertinte mittelst Zinnamalgam, sowie die Vergoldung von Papier und
Pergament[4930].

In Sizilien wurden um 1150 alchemistische Schriften auch +ohne+
den Umweg über das Arabische unmittelbar aus dem Griechischen
übersetzt[4931]. Daß dies möglich war, kann nicht überraschen, wenn
man bedenkt, daß große Teile Italiens, namentlich Süditaliens, seit
ihrer Wiedereroberung durch die oströmischen Kaiser jahrhundertelang in
engster Verbindung mit dem byzantinischen Reiche standen, so daß die
griechische Sprache bis tief in das Mittelalter hinein eine allgemein
verstandene, ja in vieler Hinsicht eine herrschende blieb: daher zeigen
zahlreiche süditalische Münzen des 8. bis 11. Jahrhunderts griechische
Aufschriften[4932], und noch Kaiser ~Friedrich~ II. erließ im 13.
Jahrhundert seine Gesetze zugleich in lateinischer und griechischer
Fassung[4933]. Diese Umstände sind namentlich sehr beachtenswert
betreffs der Überlieferung der chemisch-technologischen Kenntnisse und
der auf ihnen beruhenden kunstgewerblichen Verfahren. Schon während der
Kaiserzeit war die römische Kunst „nur eine von Nicht-Römern geleitete
Fortbildung hellenistischer Motive“, wie dies schon allein die
Tatsache zeigt, daß für die im Kunstgewerbe beschäftigten kaiserlichen
Freigelassenen und Sklaven in sämtlichen bekannten Inschriften, mit
einer einzigen Ausnahme, nur griechische und orientalische Namen
erscheinen[4934]; nach dem Sturze des weströmischen Reiches gingen
dann die Traditionen der Kunst, die am getreuesten und längsten die
Werkstätten der ägyptischen Edelschmiede bewahrt hatten, zunächst ganz
an die Byzantiner und später an die Araber über und wurden durch sie
erhalten und weiter verbreitet[4935].

Sowohl ~Eastlake~ als ~Merrifield~ heben in ihren oben genannten Werken
nachdrücklich und an vielen Stellen die Bedeutung der byzantinischen
Übermittlung hervor, die teils auf mündlichem, teils auf schriftlichem
Wege, bald an geistliche, bald an profane Künstler, und in vielen
Fällen auch außerhalb Italiens weit früher erfolgte, als man sehr
allgemein anzunehmen pflegt[4936]: sind doch z. B. „griechische“
Glasmaler, die nicht nur die Malereien auszuführen, sondern auch die
erforderlichen Farben zu bereiten verstanden, schon 687 in Frankreich
nachweisbar[4937] und um die nämliche Zeit nach ~Beda Venerabilis~
auch in England[4938]. Sehr bezeichnend für die „innige Kontinuität“
der hellenistischen, byzantinischen und italienischen Vorschriften
erweisen sich nach ~Wessely~ auch die frühmittelalterlichen Rezepte
für „Chrysographie“ (Goldschrift), denn unter 17 von ihm angeführten
gehen 8 auf die bewährten alten Verwendungen echten Goldes zurück
(Grundieren; Auftragen von Goldstaub, Goldblättchen, Goldamalgam,
nebst Gummi u. dgl.; Polieren mit dem Tierzahn) und 9 auf die ebenso
bekannten der Ersatzmittel (Auripigment, Zinnober, Safran, Galle,
...)[4939]. Charakteristische, den hellenistischen und byzantinischen
Quellen entlehnte Züge sind ferner u. a. die folgenden: die Herstellung
von „Auripetrum“[4940] durch Vergolden von Zinnfolie mittelst
eines Firnisses aus Sandarach (oder anderen Harzen) und Leinöl
oder Nußöl (dieses nach ~Aëtios~, 6. Jahrhundert), sowie mittelst
Gallenfarben[4941]; das Feinreiben von Gold und anderen Materialien
auf ägyptischem Porphyrstein, so daß „porphyrisiert“ überhaupt so
viel wie „feingerieben“ bedeutet, -- eine Benennung, die sich im
französischen „porphyriser“ dauernd erhalten hat; die Verwendung von
Zusätzen, z. B. Bleiweiß, zur „Multiplicatio“ (Vervielfachung) des
Azurs, dessen violette Sorte den Namen „Manghanese“ führt[4942], sowie
des Zinnobers, der sich auch in Italien findet und dort Hämatit heißt
[d. i. in Wirklichkeit Roteisenstein][4943]; das „Ausbrüten“ von
Quecksilber in einem „Ei“ zu Gold von der richtigen „Goldfarbe“[4944];
die Anfertigung künstlicher Perlen und ihre Reinigung durch Verfüttern
an Tauben oder Hühner[4945]; die Benützung von Ätzkalk zu Mischungen,
die sich in Berührung mit Wasser entzünden[4946]; das Aufsagen von
Gebeten (Paternoster, Miserere, Ave Maria) zwecks Zeitmessung[4947],
usf. Wie völlig bewußt sich die frühmittelalterlichen Autoren dieser
Zusammenhänge waren, beweist u. a. auch die „Schedula diversarum
artium“ des sog. ~Theophilus Presbyter~, die im 11. oder 12.
Jahrhundert auf Grund weit älterer Überlieferungen abgefaßt ist und
sich nicht nur wiederholt auf „griechische“ Rezepte zur Darstellung
von Gold (aus Zinn und Safran), Farben, Präparaten und Gläsern beruft,
sondern auch ausdrücklich versichert, „alles zu enthalten, was nur
die Griechen an verschiedenen Gattungen von Farben und Mischungen
besitzen“[4948]. Nach Deutschland, besonders auch nach Norddeutschland,
scheinen „griechische Meister“ nicht selten bereits im 10. Jahrhundert,
unter der Regierung Kaiser ~Ottos~ II., gekommen zu sein, dessen
Gemahlin ~Theophano~ bekanntlich eine byzantinische Prinzessin war; in
Verbindung hiermit steht vielleicht die Erwähnung eines byzantinischen
Alchemisten bei einem Kommentator der „Kirchengeschichte“ des ~Adam
von Bremen~ aus der Zeit ~Ottos~ III. (983 bis 1002), während
dessen Minderjährigkeit seine Mutter ~Theophano~ die Würde der
Reichsverweserin bekleidete[4949].


a) „Compositiones ad tingenda musiva ...“.

~Muratori~, der im Laufe des 18. Jahrhunderts eine große Reihe
wichtiger, die politische und Kultur-Geschichte Italiens betreffender
Abhandlungen und Sammelwerke herausgab, entdeckte diese, dem 8.
Jahrhundert angehörige Schrift „Über das Färben der Mosaïke ...“ in der
Bibliothek zu Lucca und veröffentlichte sie zum ersten Male in seinen
„Antiquitates Italicae medii aevi“[4950], jedoch nach ~Guareschi~[4951]
anscheinend nicht ganz vollständig. Sie besteht aus einer Sammlung
von Rezepten zu praktischen, meist kunsttechnischen Zwecken, die
verschiedenen Quellen entlehnt und ziemlich regellos aneinander gereiht
sind, und ist in einem barbarischen Latein abgefaßt, das deutlich
die mindestens teilweise Übersetzung aus dem Griechischen und den
byzantinischen Ursprung erkennen läßt; letzteren bezeugt sie auch durch
die Bewahrung gewisser griechischer und ägyptischer Überlieferungen,
die sich in späteren gleichartigen Werken z. B jenen des sog.
~Heraklius~ und ~Theophilus~ (aus dem 10. bis 12. Jahrhundert?), nicht
mehr erhalten haben. ~Kopp~, ~Hoefer~ und anderen Historikern der
Chemie, blieb ihr Vorhandensein unbekannt[4952], obwohl ~Lessing~ in
der Schrift „Vom Alter der Ölmalerei“ (1774)[4953], ~Beckmann~ in den
„Beiträgen zur Geschichte der Erfindungen“ (1792)[4954], ~Berthollet~
in den „Elements de l’art de la teinture“ (1804)[4955], und in neuerer
Zeit ~Eastlake~ (1847)[4956], ~Merrifield~ (1849)[4957] und ~Bucher~
(1875)[4958] ihrer gedachten. Der wesentliche Inhalt, soweit chemische
Fragen in Betracht kommen, ist nach ~Berthelot~ der folgende[4959]:

Die Metalle, wie Gold, Silber, Kupfer, Orichalcum (= Messing),
Blei usf., werden aus verschiedenen Erzen gewonnen, Blei z. B. aus
männlichen und weiblichen, und miteinander durch Löten vereinigt[4960].
Aus Gold macht man zarte Fäden, aus Gold und Silber feinen „Staub“, und
aus Gold, Silber und Zinn auch äußerst dünne Blätter[4961], die man mit
Leinöl oder ähnlichen Mitteln auf unedle Metalle, Glas, Stein, Holz
und Gewebe aufklebt, um diese zu vergolden oder zu versilbern[4962].
Blattgold ersetzt man nach Bedarf durch Zinnfolie, die man mit einem
[bereits im Leidener Papyrus erwähnten] Firnis aus Safran, Chelidonium
und Auripigment überzieht[4963], doch versteht man Metalle, besonders
Kupfer, überhaupt so zu „färben“, daß sie wie Gold aussehen[4964]. Das
Blattgold löst man ferner in Quecksilber und gebraucht das Amalgam zur
Herstellung von Goldschrift, doch können auch hier Safran und andere
gelbe Farbstoffe [wie im Leidener Papyrus] zur Aushilfe dienen[4965].

Als „Compositio brandisii“ wird die Bereitung einer Legierung aus 2
Teilen Kupfer (aeramen), 1 Teil Blei und 1 Teil Zinn, oder aus 2 Teilen
Kupfer, 1 Teil Blei, ½ Teil Zinn und ½ Teil „Vitrum“ [wörtlich Glas,
hier wohl ein krystallinisches Flußmittel] beschrieben[4966]; sie ist
also eine bleihaltige und daher minderwertige +Bronze+, und letzterer
Name soll nach ~Berthelot~ von dem dieser Legierung abgeleitet sein
(siehe weiter unten).

Von Mineralien und Präparaten finden sich genannt: Schwefel und
Auripigment[4967]; Hämatit (Roteisenstein), Oker und Rötel[4968];
das Kupfererz Chalkitis, gebranntes Kupfer, Kupferblau (?) und
Jarin [Grünspan] aus Kupfer und Essig[4969]; Bleiglätte, Bleiweiß
aus Blei und Essig, sowie Siricum [Mennige, zuweilen aber auch
Rötel][4970]; Kathmia, auch kupferhaltige[4971]; natürliches und
künstliches Quecksilber, sowie Zinnober, bereitet aus Quecksilber und
Schwefel[4972]; Lasurstein (?), Koralle und Gagat[4973]; Salz, Alaun
und Vitriol [ein unreines, eisenhaltiges Kupfersulfat aus zersetztem
Pyrit], durch Einkochen der wässerigen Lösung dargestellt und nach
~Berthelot~ hier zuerst unter dem Namen „vitriolum“ erwähnt[4974],
[der aber sicherlich sehr viel älter ist, da z. B. schon ~Plinius~ die
Ähnlichkeit der krystallisierten Substanz mit blauem Glase hervorhebt];
Nitron und Aphronitron (Schaumnitron)[4975].

Durch Erhitzen von Nitron und Glassand in den Glasöfen schmilzt man das
Glas zurecht und verleiht ihm zugleich durch gewisse Zusätze beliebige
Farben: Zinn macht es weiß, Bleiglätte gelb, Zinnober, gebranntes
Kupfer und Kathmia hell- bis dunkelrot, usf., und aus solchem buntem
sowie aus vergoldetem und versilbertem Glase verfertigt man die
Glasmosaïken, die auch eine schöne Politur annehmen[4976]; prächtig
gelbe, purpurne und andere Färbungen lassen sich aber auch mittelst
geeigneter Firnisse bewirken, z. B. mittelst des „antimio di damia“ (?)
genannten[4977].

Zum „Färben“ [Bemalen; Anstreichen] von Pergament, Holz, Knochen,
Horn, Mauerwerk usf. bedient man sich zahlreicher Farbstoffe[4978],
teils der oben genannten mineralischen, die sich auch zu Beimischungen
eignen, teils tierischer, z. B. des Purpurs[4979], teils pflanzlicher.
Zu diesen zählen u. a. die der Rinden und Früchte von Nußbäumen, Ulmen
und Eichen [Galläpfel], der Blüten von Veilchen, Mohn, Lein, blauen
Lilien usf., der Wurzeln des Krapps, ferner Vermeil, Ficarin, Lazurin,
Lulazin oder Lulax, u. dgl. mehr[4980]. Als Lösemittel gebraucht man
Regenwasser, Seewasser, Essig oder gefaulten Harn, als Bindemittel
aber, je nach der Natur des Untergrundes, Öl, Leinöl, Harze, Mastix,
Gummi, Fett, Wachs, Bitumen, Fischleim, die „amor aquae“ (?) genannte
schaumige Masse usf.[4981].

Stoffen und Geweben erteilt man ebenfalls alle möglichen Farben, z. B.
purpur, zinnoberrot, dunkelgelb, hellgelb (melium), grün, blaugrün
(venetum)[4982] und „pandium“, zu dem Bleiweiß, Zinnober, Grünspan und
gewisse blaue, grüne und purpurne Farbstoffe verwendet werden[4983].


b) „Mappae clavicula“.

Als „Mappae clavicula de efficiendo auro ...“, „Schlüssel zur
Anweisung Gold zu machen“ (zunächst zu Zwecken der Malerei und des
Kunstgewerbes) führt nach ~Becker~[4984] das Bibliotheks-Verzeichnis
des Klosters Reichenau aus dem Jahre 821-822 eine (jetzt verlorene)
Schrift an, in der ~Berthelot~ die älteste, noch sämtliche Rezepte der
„Compositiones ad tingenda musiva ...“ mitenthaltende Vorlage der bis
auf uns gekommenen „Mappae clavicula“ vermutet[4985]. Von dieser ist
ein kürzerer Auszug in einer nach ~Giry~ spätestens dem 10. Jahrhundert
entstammenden (noch ungedruckten) Handschrift in Schlettstadt
vorhanden, sowie ein ausführlicherer, dem 12. Jahrhundert angehöriger,
das sog. „~Way~sche Manuskript“, in England[4986]; für den Verfasser
des letzteren erklärt ~Berthelot~ (oder sein nicht klar ersichtlicher
Gewährsmann) den ~Adelhard~ von ~Bath~, einen hochgebildeten englischen
Mönch, der um 1130 von weiten Reisen zurückkehrte, die ihn bis in den
Orient führten, und unter dessen Werken sich eine „Mappae clavicula“
erwähnt findet[4987]. Hiernach würde es sich erklären, daß der
~Way~sche Text einige Worte altenglischen und arabischen Ursprunges
zu enthalten scheint[4988], und daß allein in ihm an die Stelle der
zum Teile weggefallenen Rezepte der „Compositiones“ verschiedene
Zusätze späterer Herkunft getreten sind, die teils arabischen Einfluß
verraten (wie die über Zucker, Stärke, Seife, ... handelnden), teils
auf die sog. „Schedula“ des ~Theophilus~ (12. Jahrhundert?) oder deren
Quellen zurückweisen[4989]. -- Die ursprüngliche „Mappae clavicula“
ist als eine nach ~Berthelot~ in Italien, nach ~Diels~[4990] eher
im karolingischen Frankreich um 800 verfaßte Sammlung von Rezepten
anzusprechen, die entweder griechischen und byzantinischen Schriften
entnommen wurden, oder (was wahrscheinlicher ist) älteren lateinischen
Auszügen aus solchen; Spuren, die diese Entstehungsart verraten, sind
eine Anzahl griechischer Lehnworte[4991], gewisse Übereinstimmungen
mit Vorschriften des Leidener Papyrus und des ~Pseudo-Moses~[4992],
Reste heidnischen Götterglaubens[4993], Empfehlungen von „Gebeten“
um gutes Gelingen der Operationen[4994] usf. -- Die hauptsächlichen
Angaben, die chemische Kenntnisse und Verfahren betreffen, sind die
nachstehenden[4995]:

Silber und Gold bereitet man durch Herstellung entsprechend gefärbter
Legierungen aus edlen und unedlen Metallen, auch unter Benützung von
Auripigment, Sandarach und anderen Zutaten[4996]; gefördert werden
diese verschiedenen Methoden der „Diplosis“ oder „Duplicatio auri“ (=
Verdopplung des Goldes) durch Beifügen kleiner Mengen fertigen Silbers
oder Goldes[4997] und durch Bittgebete während des Schmelzens[4998];
dieses setzt man fort „donec hilare fiat“, „bis die Masse hellen Blick
zeigt“ (s. unser „Silberblick“), -- „καὶ γένηται ἱλαρός“ heißt es im
Leidener Papyrus[4999]. Zum Versilbern und Vergolden bedient man sich
auch des „Magnesia“ genannten Quecksilber-Amalgams, das aber nicht
identisch mit der Magnesia der Glasmacher ist[5000], oder gewisser
silber- und goldfarbiger Firnisse[5001]; mittelst solcher Firnisse,
die Auripigment, Galle verschiedener Tiere, Drachenblutharz u. dgl.
Bestandteile enthalten, -- die Vorschriften kommen teils schon im
Leidener Papyrus und bei ~Pseudo-Moses~ vor, teils scheinen sie erst
aus dem ~Heraklius~ und ~Theophilus~ interpoliert zu sein --, bringt
man auch Gold- und Silberschrift auf Pergament, Stein oder Metall
da an, wo die Verwendung echter goldener oder silberner zu teuer
wäre[5002].

Die Rezepte zur Herstellung und Bereitung von Metallen (und auch von
Gläsern, s. unten) sind im Schlettstädter Manuskript nur dem Titel nach
erhalten[5003], dagegen findet sich nach ~Giry~ +allein+ in diesem, und
+nicht+ in der ~Way~schen Handschrift, eine Angabe über die „Compositio
brindisii“ aus 2 Teilen Kupfer und 1 Teil Blei, sowie (unter den
Zusätzen, die auf einigen der letzten Blätter eingetragen stehen) über
die „Compositio brondisono“ aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil Blei und 1 Teil
Zinn[5004]; ~Berthelot~ zieht auch diese Stellen als Stütze seiner
Vermutung über den Ursprung des Namens „Bronze“ heran (s. unten).

Nur im ~Way~schen Manuskripte vorhanden sind die das Niello (nigellum)
betreffenden, allerlei arabische Worte aufweisenden Vorschriften[5005],
eine ganze Anzahl den „Compositiones ad tingenda musiva“
entlehnte[5006], sowie einige auf Glas bezügliche: diese berichten vom
Callaïnum oder Calaino, das wohl als ein grünes Krystallglas anzusehen
ist[5007], -- da auch der „Papyrus ~Kenyon~“ (im 3. Jahrhundert) von
Smaragd und Kallaïs als „grünen Steinen“ spricht[5008] --, sowie von
dem schon bei den antiken Autoren oft erwähnten „unzerbrechlichen
Glase“[5009], dessen Bereitung auch „ein rätselhaftes und mystisches,
Drachenblut enthaltendes Rezept“ dienen soll, das sich weiterhin bis
auf den sog. ~Raymund Lull~ und andere spätere Alchemisten forterbte.
~Berthelot~ vermutet, es habe sich hierbei im Grunde doch um eine
wirkliche, schon zu Beginn der römischen Kaiserzeit gemachte Erfindung
gehandelt, ebenso wie bei dem gleichfalls angeführten Verfahren „ad
cristallum comprimendum in figuram“ (Krystallglas in Formen zu pressen).

Auf griechische und byzantinische Quellen zurück geht die Schilderung
der Feuerpfeile und Brandsätze aus Harzen, Erdölen u. dgl.
(+nicht+ aber aus Salpeter)[5010], sowie die Beschreibung der
hydrostatischen Wage, die sich auch bei ~Heraklius~, sowie im Pariser
Sammel-Manuskripte 12292 (aus dem 10. Jahrhundert) findet[5011].

Allein im ~Way~schen Manuskripte ist endlich anhangsweise eine
anagrammatische Vorschrift zur Darstellung von Weingeist erhalten: sie
befiehlt, 1 Teil alten und sehr starken Wein nebst ⅓ Teil Salz in den
hierzu gebräuchlichen Gefäßen zum Sieden zu bringen, wodurch man ein
„Wasser“ erhält, das sich zur Flamme entzündet, ohne seine Unterlage
zu verbrennen [also einen noch stark wasserhaltigen Weingeist]; in dem
Anagramm sind die Buchstaben jedes Wortes durch die ihnen im Alphabete
nachfolgenden ersetzt, xkok, qbsuf, tbmkt bedeuten also vini, parte,
salis, usf. Wie in den Schriften anderer späterer Autoren des 13.
Jahrhunderts (s. unten), so soll nach ~Berthelot~ auch in der hier
besprochenen das angeführte Rezept einer arabischen Quelle entnommen
sein[5012]; diese Behauptung ist indessen ganz irrtümlich, der Alkohol
ist vielmehr eine Erfindung des Abendlandes, die vermutlich erst im 11.
Jahrhundert gemacht wurde, und wahrscheinlich in Italien[5013].


c) Heraklius.

Das Werk „Von den Farben und Künsten der Römer“[5014], überliefert
als das des ~Heraklius~, -- in welchem Namen aber einige nur eine
Anspielung auf den „herakleïschen Stein“ = Probierstein sehen wollen
--, gliedert sich in drei Abschnitte, deren erster und zweiter,
in Hexametern abgefaßte, vermutlich von einem zu Rom lebenden
(geistlichen?) Autor des 10. Jahrhunderts herrühren, während der
dritte, in Prosa geschriebene, erst zu Anfang des 12. oder 13.
Jahrhunderts in Frankreich entstanden und nachträglich hinzugefügt
sein dürfte[5015]. Auf Grund der verschiedenen Handschriften, die
schon ~Lessing~ 1774 in der Abhandlung vom „Alter der Ölmalerei“
erwähnte, jedoch erst ~Giry~ 1877 kritisch verglich, stellte zuerst
~Merrifield~ einen korrekten Text her[5016], und 1873 ließ ~Ilg~ eine
neue verdienstliche Ausgabe mit (unzuverlässiger) Übersetzung und
eingehenden Erklärungen folgen[5017].

Die beiden älteren Abschnitte besprechen hauptsächlich die Vergoldung
mit echtem Flitter- und Blatt-Gold oder mit den Ersatzmitteln, wie
Auripigment und Gallenfarben, ferner die Herstellung goldener und
farbiger Miniaturen und Verzierungen auf Glas- und Tonwaren, das
Anbringen weißen, schwarzen, grünen und bunten Emails auf Tongefäßen,
die Bereitung des Grünspans und einiger anderer Präparate, das
Erweichen von Glas und Krystall (u. a. mit dem für besonders heiß
angesehenen Bocksblute, das auch zum Härten des Stahles empfohlen
wird), sowie die Gewinnung künstlicher Edelsteine durch Färben des
Glases. -- Die dritte, weit reichhaltigere Abteilung erörtert u. a.:
die Feststellung des Goldgehaltes von Gold- und Silber-Legierungen
unter Benützung der hydrostatischen Wage (sehr unklar!); das Löten von
Gold, Silber und Messing mittelst eines Lotes aus Messing und Zinn
nebst Borax; das Vergolden von Silber, Kupfer, Erz, Messing und Eisen
mittelst des Amalgams aus Gold und Quecksilber, welches letztere sich
in den Zinnober-Bergwerken vorfindet; das Vergolden der Zinnblätter
(Auripetrum); die Anfertigung von Goldschriften aus Gold oder aus
Oker, Karmin u. dgl.; das Verzieren des Silbers mit Niello (Nigellum),
einer schwarzen Masse aus Kupfer, Blei, Quecksilber und Schwefel;
das Schmelzen des Glases aus weißem Sand und Asche, z. B. der aus
Farnkraut[5018], ferner die Herstellung sog. biegsamer Gläser[5019],
Glasspiegel mit Metall-Folien[5020], farbiger Gläser (hell- und
dunkelroter, rosiger, grüner, gelber, ...), bunter Edelsteine, sowie
mittelst Kupfer, Messing oder Eisenrost gefärbter Bleigläser; das
Schneiden von Edelsteinen mittelst der Bleiplatte, das Schleifen und
das Polieren (auch mit Nußöl); das Versehen der Tonwaren mit farbigen
Glasuren, auch schon mit Bleiglasuren. An Materialien werden u. a.
genannt: Salz, Alaun, Chalkanthum, Lasur, Auripigment, Sandarach,
Bleiweiß, Mennige, Zinnober, Chrysokolla (hier eine Art Malachit),
Grünspan, Indigo [seines Metallglanzes halber für ein Metall angesehen]
und verschiedene Erden; Waid, Krapp (sandix, garancia), indisches
Drachenblut [rotes Harz], indisches Braxillium oder Brasilium
[Rotholz]; Vermeil [vermiculum, vom arabischen Kermes = Würmchen, d. i.
die Eichenschildlaus Coccus ilicis; daher auch Carmoisin, Karmin];
Purpur aus dem Safte der Schnecke, Purpur aus dem Blute des Fisches
Ostrea; Vernix (= Firnis), Leinöl, Nußöl, Glassa (= Bernstein).

Daß ein erheblicher Teil dieser Verfahren und Präparate bereits
arabischen Einfluß verrät, bedarf wohl kaum der Hervorhebung.


d) Theophilus.

Die „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis verschiedener Künste)
genannte Schrift, die u. a. 1530 ~Cornelius Agrippa~[5021] und 1688
~Morhof~[5022] erwähnten, über die 1774 ~Lessing~ in der Abhandlung
„Vom Alter der Ölmalerei“ ausführlich berichtete, deren in neuerer
Zeit ~Bucher~[5023] sowie ~Guareschi~[5024] gedachten, und die ~Ilg~
in berichtigtem Wortlaute herausgab[5025], stammt in der vorliegenden
Form vermutlich aus der Zeit um 1100. Ihr Verfasser, dessen Namen und
Heimat sicher zu ermitteln noch nicht gelungen ist, schöpfte aus einer
großen Anzahl zum Teil weit älterer Vorgänger und beabsichtigte, alles
zu beschreiben, was Italien (besonders Tuscien = Toscana), Frankreich,
Deutschland und Arabien auf dem Gebiete der Künste und Kunstgewerbe
zu leisten vermögen, und so auch „alles, was nur Griechenland
an verschiedenen Gattungen von Farben und deren Mischungen
besitzt“[5026]. Die Benützung ursprünglich griechischer, richtiger
byzantinischer Quellen erhellt u. a. aus der Nennung von griechischem
Pergament[5027], griechischen Blättern (folia graeca) aus Niello[5028],
griechischem Glas (Mosaïk)[5029], griechischem Salz oder Nitron[5030],
Affronitron (Aphronitron)[5031], Ematis (= Hämatit)[5032], Marmor
porphyriticus (= Porphyrstein)[5033], Olivenöl-Pressen[5034] usf.;
auf spanische Herkunft deuten spanisches Gold, spanisches Messing,
spanisches Grün (Viride hispanicum = Grünspan)[5035], auf deutsche der
Leim vom Fische Huso (= Hausen)[5036] und vielleicht auch die Glassa
(Bernstein)[5037], auf orientalische der Barabas (= Borax)[5038] und
möglicherweise auch die Namen Posch oder Pox sowie Menesch für zwei
Farbstoffe[5039].

Im Vordergrunde stehen die kunstgewerblichen Arbeiten aus Metallen,
deren Gewinnung nur andeutend, deren Verarbeitung aber ausführlich
beschrieben wird[5040].

Von den Arten des +Goldes+ ist die schönste das arabische, deren
prächtiges Rot die Neueren (moderni) durch Verschmelzen von ⅘
Blaßgold mit ⅕ Kupfer nachzuahmen suchen, -- doch hält die auf solche
betrügerische Weise hergestellte Mischung dem Feuer nicht stand[5041];
zu manchen kunstgewerblichen Zwecken sind indessen Gemische von ⅔
Gold mit ⅓ Rotkupfer sehr geeignet[5042]. Gold wird, teils für sich,
teils mit Quecksilber [d. h. nach der Abscheidung aus dem Amalgam],
zu „Staub“ gemahlen[5043], zu Blättchen gehämmert und in dünne
Fäden ausgezogen[5044] und läßt sich mittelst gebrannten Kupfers
[Kupferoxydes], Zinns und eingedickter Lauge aus Buchenasche (laxiva;
französisch lessive) auch gut löten[5045]. Um es von Silber zu trennen
schmilzt man das Gemisch so oft mit Schwefel, bis sich kein schwarzes
Schwefelsilber mehr bildet, -- aus welchem letzteren man das Silber
durch Schmelzen mit Kohle, Buchenholzasche und Blei zurückgewinnen
kann[5046]. Zur Trennung von Kupfer wickelt man das Schabsel in
Bleiblech, schmilzt erst mit Holzasche und gebrannten Knochen [Kohle,
Phosphaten], sodann mit Blei und setzt dies so lange fort, bis
alles Kupfer ausgeschieden ist[5047]. Zu Vergoldungen aller Art,
namentlich auch von Schriften und Büchern[5048], verwendet man feine
Goldblättchen (auripetula), die sich aber je nach Bedarf auch durch
Oker oder Auripigment, gefirnißte Zinnblättchen, Ochsengalle, Safran
und den safrangelben Farbstoff gewisser Rinden ersetzen lassen[5049].
Bestreicht man dünne Blättchen reinsten Rotkupfers beiderseits mit
einer Mischung aus scharfem Essig, getrocknetem Blut eines Rothaarigen
und Asche des Basilisk genannten Tieres (das die Heiden aus den Eiern
alter Hähne großzuziehen verstehen), glüht sie im Feuer und löscht sie
in der nämlichen Mischung, so nehmen sie völlig Farbe und Gewicht des
Goldes an und taugen so gut wie dieses zu jeglicher Verwendung[5050].
-- +Silber+ reinigt man durch wiederholtes Schmelzen mit Blei und
Abschöpfen des aufsteigenden Schaumes; sollte es hierbei kochen und
spratzen, so war es mit Zinn oder Messing versetzt, und man überstreut
es dann mit feingepulvertem Glase, setzt neues Blei zu und fährt mit
dem Schmelzen fort, bis sich kein Schaum mehr abscheidet[5051]. Aus
Silber gewinnt man ebenfalls „Staub“ und feine Fäden[5052], sowie
durch Verschmelzen mit Kupfer, Blei und Schwefel das schwarze Nigellum
[Niello][5053]. -- +Kupfer+ stellt man durch Brennen gewisser in
der Erde wachsender Steine mit Kohle dar, und das Reinste ist schön
rot[5054]. Beim Verbrennen gibt es „flos aeris“ [Kupferoxyd][5055];
beim Eingraben dünner Platten nebst Essig, Harn oder auch Salz
in Mist das schön grüne Viride salsum und hispanicum [Grünspan
u. dgl.][5056]; beim Verschmelzen mit Calamina [Galmei] und Kohle das
prächtige Aurichalcum[5057] [Messing; irrtümlich auch mit aes = Bronze
bezeichnet][5058]; beim Verschmelzen mit Zinn endlich „das Metall,
aus dem man die Glocken gießt“[5059] [aes, d. i. Bronze, welcher
Name sich aber nicht genannt findet]. Auch aus Kupfer und Messing
verfertigt man Staub und Fäden, sowie dünne Blättchen (laminae), die
sich leicht schön vergolden und versilbern lassen[5060] (z. B. mit
flüssigem Zinn). -- +Zinn+ dient, entweder für sich, oder mit Blei und
zuweilen auch mit etwas Quecksilber versetzt, zum Gießen von Kännchen
und ähnlichen Geräten, zum Ziehen feiner Drähte, zur Herstellung von
Lötmetall[5061], sowie zur Bereitung dünner Blättchen zwecks Vergoldung
und Versilberung[5062]. -- +Eisen+ geht aus den in der Erde wachsenden
Eisensteinen durch Erhitzen, Schmelzen und Bearbeiten hervor und läßt
sich mit Kupfer (oder Kupfer und Zinn) nebst gebranntem Weinstein und
Salz löten[5063] und auch dauerhaft verzinnen[5064]; durch Glühen
und Härten, am besten im Harn eines mit [angeblich sehr hitzigem]
Farnkraut gefütterten Bockes oder eines rothaarigen kleinen Knaben,
wird es zu Stahl, der „Calibs“ heißt, „von dem Berge, wo er zumeist
gebraucht wird“[5065]. -- +Blei+ ist weich, leichtflüssig und schwarz,
ergibt aber die schön weiße Cerosa [Bleiweiß], die beim Erhitzen in
gelbe Bleiglätte übergeht und beim Brennen in rotes Minium[5066].
-- +Quecksilber+ und namentlich sein erstickender Rauch (foetor)
sind furchtbare Gifte; erhitzt man es mit Schwefel in einem gut
verschlossenen, mit Ton lutiertem Gefäße (ampulla), bis man ein starkes
Geräusch hört, so entsteht Zinnober (cenobrium)[5067].

Von +Farbstoffen+ werden genannt: Sinopis [Rötel], gebrannter Oker,
Zinnober[5068], Minium[5069], Karmin [Carmoisin, Kermes][5070],
Rubrica [Krapp][5071]; Bleiglätte[5072], Auripigment[5073], Croceum
[Safran], safrangelbe Rinde[5074]; Indicum [Indigo], Lasur[5075];
Grünspan und grünliches Prasinum[5076], sowie die Säfte von Sambucus
[Holunder], Schwertlilie, Lauch und Kohl[5077]; Ruß und der auch als
Tinte (incaustum) dienliche Saft der Spina [Schwarzdorn][5078];
Gips, Bleiweiß und die aus Weiß und Schwarz gemischte Veneda[5079];
die Mischfarben (?) Posch und Menesch, die bläulichen, rötlichen,
grünlichen und anderen Ton besitzen können[5080]; die Säfte der
Folium-Arten [Croton tinctorium], die sich als rot, purpurn und
sapphirblau beschrieben finden[5081]. -- Aus der Reihe der +Binde-+ und
+Verdickungs-Mittel+ sind anzuführen: Tannenharz, die Harze Drachenblut
und Glassa [Bernstein][5082]; Nuß-, Mohn-, Lein- und Oliven-Öl[5083];
Eikläre und Eidotter[5084]; Käsestoff (gluten casei)[5085]; Kleister
aus Weizenmehl[5086]; Wachs und Pech[5087]; arabisches, Kirsch-
und Pflaumen-Gummi[5088]; Leim aus Knochen, Leder und Pergament,
sowie Fischleim aus der Blase (vesica) des Huso [Hausen][5089];
Vernitio [Firnis][5090]. -- +Chemikalien+, die gelegentlich
sonst noch genannt werden, sind Schwefel[5091], Atrament [auch =
Colcothar, Cothus?][5092], Alaun[5093], Nitron und Aphronitron[5094],
Pflanzenasche[5095], roher und gebrannter Weinstein[5096] und Barabas
[Borax][5097].

Aus einer Mischung von 2 Teilen bester Buchenholzasche und 1 Teil
reinster Kiesel, die man in gut gebrannte Töpfe aus weißem Ton füllt,
stellt man das +Glas+ dar, und zwar durch andauerndes Schmelzen in
großen eingewölbten Werköfen, zu denen auch Kühlöfen und Öfen zum
Ausbreiten des mit der Pfeife erblasenen Tafelglases gehören[5098];
man kann es klar und durchsichtig belassen, oder auch weiß, gelb,
rotgelb, purpurn, sapphirblau, grün usf., in hellen und dunklen Tönen
färben, und so zur Zusammensetzung der kostbaren bunten oder mit
Glasgemälden gezierten Fenster verwenden[5099]. Nicht durchsichtig,
sondern fest und dicht wie Marmor sind die bunten, schon bei den
Heiden zur Herstellung von „opus musivum“ [Mosaïk] gebrauchten, aber
auch für die des Elektrons [hier = Email] dienlichen Glaswürfel[5100],
die sich mit Gold- oder Silber-Blättchen auch schön zu „vitrum
graecum“ [griechischem Glase] vergolden oder versilbern lassen[5101].
Durch Blasen und Schwingen des Glases formt man ferner Gefäße,
Flaschen, Schalen, Ringe und vieles andere, in den verschiedensten
Gestalten[5102], weiß, bunt, vergoldet, mittelst vorsichtigen
Einbrennens feinst gemahlenen Glases jeglicher Farbe bunt verziert,
mit weißen und bunten Fäden oder Stäbchen umwunden[5103], usf. Aus
bunten Glasflüssen bestehen ferner die gläsernen Edelsteine, die man
(ebenso wie die natürlichen und wie das „Krystall“ genannte, durch
vieljährigen scharfen Frost zu einer Art Eis verhärtete Wasser) erst
mit Feinsand oder mit Ismaris [Schmirgel], sodann auf der Bleiplatte
mit bestem Ziegelstaube und Speichel (saliva), zuletzt aber mittelst
feinster Hirschhaut poliert[5104], jedoch auch durch Einlegen in
frisches [überaus heißes] Bocksblut erweicht, und dann durch Sägen
(unter Benützung äußerst zarten und scharfen Sandes) nach Belieben
zerschneidet[5105].

In ähnlicher Weise wie Glaswaren verziert man auch +Tonwaren+, bemalt
sie mit bunten Glaspulvern oder anderen passenden Farben, belegt sie
mit Gold- oder Silber-Blättern usf. und setzt sie dann vorsichtig zum
Brennen in die Öfen[5106].


e) Marcus Graecus.

Unter den chemischen Schriften des frühen Mittelalters, die man
auf griechischen Ursprung zurückzuführen pflegt, gebührt dem sog.
„Feuerbuche“ des ~Marcus Graecus~ eine hervorragende Stelle, schon
weil es u. a. eine der ersten Vorschriften zur Darstellung des
Schwarzpulvers enthält, die sogar unbestritten als überhaupt erste
gelten müßte, wenn (wie man lange, ja vielfach bis in die neueste Zeit
hinein glaubte) das „Feuerbuch“, so wie es uns heute vorliegt, als ein
Erzeugnis des 8. oder 9. Jahrhunderts anzusehen wäre.

Mit gewohntem Scharfsinne verfocht indessen bereits 1805 ~Beckmann~
die Meinung, daß dieses Werk in der Form, in der wir es gegenwärtig
besitzen, nicht vor etwa 1250 niedergeschrieben sein könne[5107]; nach
~Kopp~[5108] weicht überdies die ältere Fassung, d. i. jene der 1438
vollendeten Münchener Handschrift, in vielen Punkten sehr erheblich
von der jüngeren ab, die z. B. das Pariser Manuskript Nr. 7156 bietet.
Im 16. und 17. Jahrhundert kennen den ~Marcus Graecus~ u. a. ~Porta~,
~Biringucci~, ~Cardanus~ und ~Scaliger~, letzterer wohl auf Grund
seiner Studien in der Pariser Bibliothek. Den in Nr. 7156, sowie in
noch einem anderen Pariser Manuskript enthaltenen Text gab aber erst
1804 ~La Porte du Theil~ heraus, jedoch nur in ganz wenigen Exemplaren,
die nicht in den Handel gelangten, so daß ihn ~Hoefer~ 1842 in seiner
„Geschichte der Chemie“ zum ersten Male vollständig zu veröffentlichen
glaubte[5109]; ~Beckmann~, und später auch ~Kopp~[5110], war indessen
die Publikation ~La Porte du Theils~ bekannt.

~Berthelot~ nennt bei Besprechung dieser Verhältnisse[5111] die Namen
~Beckmanns~ und ~Kopps~ nicht und übergeht es auch mit Stillschweigen,
daß letzterer die Verschiedenheiten der jüngeren Pariser und der
älteren[5112] Münchener Handschrift bereits erwähnt und betont[5113].
Auf Grund der von ihm selbst vorgenommenen Prüfung und Vergleichung
beider Manuskripte bezeichnet er den ~Hoefer~schen Abdruck als
fehlerhaft und flüchtig[5114] und beschuldigt ~Hoefer~ auch, die
(vermutlich bei ~Dutens~ vorgefundene) falsche Behauptung wiederholt zu
haben, daß ~Marcus Graecus~ schon seitens des arabischen Arztes ~Mesue~
zitiert werde[5115]; hierzu ist jedoch zu bemerken, daß die Schriften
mindestens des älteren der beiden unter diesem Namen berühmten Ärzte
(aus dem 9. und 11. Jahrhundert) von sehr zweifelhafter Echtheit
sind, daß ~Hoefer~ es dahingestellt sein läßt, ob ein dort angeblich
genannter ~Marcus~ gerade ~Marcus Graecus~ sei, und daß ~Kopp~
diese Bemerkungen ~Hoefers~ in seinen „Beiträgen“ auch ausführlich
wiedergibt[5116].

~Berthelot~ selbst neigt zur Annahme, das „Feuerbuch“ sei ursprünglich
in griechischer Sprache abgefaßt, sodann in die arabische und
schließlich in die lateinische übersetzt worden, wobei es zahlreiche
Ergänzungen und Einschiebungen erfahren haben mag, die letzten im
Laufe des 13. Jahrhunderts[5117]; sein eigentlicher Verfasser könnte
vielleicht der nämliche Chemiker gewesen sein, der als ~Markos~,
~Markusch~, „König ~Marchus~“ und „~Markusch~, König von Ägypten“
in einigen späten und unklaren orientalischen und lateinischen
Überlieferungen auftaucht[5118], dessen „Gespräche“ die syrischen
Manuskripte, und dessen „Künste“ die von ~Carra de Vaux~ übersetzten
arabischen „Wundergeschichten“ rühmen[5119]. Das Vorhandensein eines
Manuskriptes mit dem +griechischen+ Titel „περὶ τῶν πυρῶν“ in einer
englischen Bibliothek erwähnte schon 1733 ~Jebb~, der erste und sehr
willkürliche Herausgeber von ~R. Bacons~ „Opus majus“, doch zitiert er
aus ihm nur lateinische Sätze, deren genaue Übereinstimmung mit den in
anderen lateinischen Vorlagen enthaltenen den Schluß rechtfertigt, daß
auch der Text, den er benützte, ein +lateinischer+ war[5120]. Weiteres
über jenes Manuskript scheint auch nicht wieder verlautet zu sein,
wir besitzen ferner weder eine Handschrift aus früherer griechischer,
noch aus späterer byzantinischer Zeit, während wiederum von einer
+selbständigen+ litterarischen Produktion der jüngeren Byzantiner auf
naturwissenschaftlichem Gebiete allen neueren Forschungen zufolge
überhaupt nicht die Rede sein kann[5121]; endlich wurde bisher
auch keine arabische Übersetzung aufgefunden, und die gegenwärtig
bekannten lateinischen Texte stammen erst aus der Zeit gegen 1300,
der auch die meisten anderen im Pariser Codex Nr. 7156 enthaltenen
angehören[5122]. Die Hinweise auf arabische Quellen, deren Benützung
~Kopp~ sowie ~Berthelot~ annehmen[5123], müssen übrigens Zweifeln
begegnen, denn Worte wie Alkitran (= Pech), Zambac (ein flüchtiges Öl),
Kampher u. dgl.[5124], oder Anschauungen wie die von ~Aristoteles~
als magischem Künstler und Erfinder[5125], können sehr wohl auch auf
spanische, provençalische oder italienische Vermittlung zurückgehen;
ganz irrtümlich ist endlich ~Berthelots~ Identifikation[5126]
des ~Hassan al Rammah~, angeblichen Verfassers eines arabischen
Feuerwerksbuches um 1300, mit ~Ibn Amram~, einem gelehrten arabischen
Botaniker und Arzte (?) gegen 900.

Immerhin ist es nicht unmöglich, daß das „Feuerbuch“ tatsächlich
zuerst von einem Griechen ~Markos~ und in griechischer Sprache
geschrieben wurde; in diesem Falle dürfte es jedoch anfänglich +allein+
von Brandsätzen, allenfalls auch vom sog. „griechischen Feuer“ des
~Kallinikos~ (7. Jahrhundert) u. dgl. gehandelt haben, worauf schon
der Titel „Liber ignium ad comburendos hostes“ hinweist, der vom
„Verbrennen der Feinde“ spricht, und nicht etwa vom „Erschießen“. Die
Anwendung von Zündmassen und Brandsätzen aus leicht entflammbaren
Bestandteilen war schon der Kriegskunde des frühen Altertums durchaus
geläufig[5127], später aber kannte man insbesondere auch solche, die
Ätzkalk, Schwefel, Erdöle usf. enthielten und sich beim Benetzen
(infolge der Wärmeentwicklung beim Ablöschen) entzündeten; zu diesen
zählen u. a. auch die von ~Livius~ (aus dem Jahre 186 v. Chr.)
erwähnten „Fackeln der Bacchantinnen“, die sich beim Eintauchen in
Wasser entflammten[5128], die Brandsätze, deren ein Einschiebsel des
7. (?) Jahrhunderts in den „Kesten“ des ~Sextus Julius Africanus~
gedenkt[5129], sowie ähnliche Zündmassen, deren Rezepte sich bis
auf das Sammelbuch des ~Jehan le Begue~ von 1431 fortgeerbt zu
haben scheinen[5130]. Angeblich konnten ihre durch Wasser nicht zu
erstickenden Flammen allein durch den mit so besonders kalter Natur
begabten Essig gelöscht werden[5131].

Das „griechische Feuer“, das der byzantinische Architekt ~Kallinikos~
(aus Heliopolis in Syrien) im Jahre 678 in Konstantinopel einführte,
bestand aus Mischungen von leichtflüchtigen Erdölen (oder aus Lösungen
von Harz, Asphalt, Teer u. dgl. in solchen Ölen) mit feingepulvertem
gebranntem Kalk, und entzündete sich beim Aufspritzen auf Wasser
infolge der heftigen Reaktionswärme des sich ablöschenden Ätzkalkes.
~Berthelots~ Behauptung, „die Basis des griechischen Feuers, das die
Araber den Byzantinern entlehnt und gegen 1300 nach dem Westen gebracht
hätten, sei Salpeter gewesen“, und das „sal coctum“ (gekochtes Salz)
in den einschlägigen, bei ~Marcus Graecus~ wiedergegebenen Rezepten
bedeute Salpeter[5132], ist völlig irrtümlich und unhaltbar[5133].
Abgesehen davon, daß Salpeter, nach allem was man bisher weiß, im
Abendlande vor dem 13. Jahrhundert nicht bekannt war, und daß dem
Schwarzpulver analoge Mischungen, selbst wenn man sie schon 678 zu
bereiten verstanden hätte, auf Wasser gespritzt oder gegossen nicht
in Brand geraten wären, ist auch das „sal coctum“ nichts weiter als
ein feinkörniges, aus Sole gekochtes Salz, im Gegensatze zu dem im
nämlichen Abschnitte erwähnten grobkörnigen gewöhnlichen „sal commune
grossum“[5134]; im Münchener Manuskript +fehlt+ überdies die Vorschrift
seines Zusatzes[5135], der wohl allein deshalb erfolgte, weil man die
intensiv gelbe Kochsalzflamme auch für ganz besonders heiß hielt[5136].

Erst in späterer Zeit wurden in den Text des ~Marcus Graecus~ jene
Rezepte eingeschoben, die die Bereitung des Schwarzpulvers aus Kohle,
Schwefel und Salpeter, sowie dessen Benützung zur Herstellung von
Raketen (ignis volans = fliegendes Feuer) und anderen Feuerwerkskörpern
zum Gegenstande haben[5137], und die zudem der (ältere) Münchener Codex
größtenteils noch gar nicht enthält[5138]; wie neu der Salpeter zur
Zeit ihrer Abfassung noch war, geht aus der Tatsache hervor, daß der
Autor glaubt, zunächst erklären zu müssen, was Salpeter eigentlich ist:
„Sal petrosum est minera terrae ..., reperitur in scrophulis contra
lapides“, „Salpeter ist ein Mineral aus dem Erdboden, ... wird aber
auch als Ausschwitzung an den Mauern gefunden“.

Als jüngere, aber allerdings nicht genau zu datierende Interpolationen
sind auch die Vorschriften des Münchener Codex über Destillation
anzusehen[5139]. Vom Terpentin (terebentinum) wird gesagt[5140], daß
man es bei gelindem Kohlenfeuer in Gestalt einer wasserhellen und
wasserklaren Flüssigkeit so wie Rosenwasser destillieren könne, wobei
jedoch große Vorsicht geboten sei, wegen des „etor et incendium“;
~Berthelot~ übersetzt dies mit „odeur et risque d’incendie“[5141],
gemeint ist aber „+Dunst+ und Feuersgefahr“, und im Sinne eines
„subtilen Dunstes“ findet sich das Wort auch anderweitig schon
frühzeitig gebraucht, z. B. in der (gelegentlich von ~Berthelot~
selbst zitierten) um 1200 verfaßten lateinischen Übersetzung eines
alchemistischen Traktates des ~Pseudo-Platon~, woselbst es heißt:
„Ether est substantia lucis, vacua accidentibus“, „Äther ist die
Substanz des Lichtes und frei von jeder Beimischung“[5142]. Durch
Destillation wird ferner das [von den arabischen Ärzten seit jeher als
besonders heilkräftig gerühmte] „Oleum laterinum“ (Ziegelöl) bereitet,
das man durch Zersetzung von Lein-, Nuß- oder Hanföl an glühenden
Ziegelbrocken und durch Übertreiben der entstehenden aromatischen
Produkte gewinnt[5143]. Nur im Anhange des Codex beigeschrieben findet
sich endlich ein Rezept zur Darstellung des Weingeistes, das nahe
verwandt, aber nicht identisch mit dem des Pariser Manuskriptes Nr.
7156 ist[5144].

Dieses letztere schreibt vor[5145]: man löse „in una quarta“ [in einer
Quart, nicht in einem viertel Pfund, wie ~Berthelot~ meint] alten
dichten Rotweines 2 Skrupel feinstgepulverten Schwefels, 1 oder 2
Skrupel (?, ~Berthelot~ meint Pfunde) aus gutem Weißwein gewonnenen
Weinsteines, und 2 Skrupel gewöhnlichen groben Salzes; man fülle das
Ganze in eine „cucurbitam bene plumbeatam“, bringe den Helm (alembicum)
an und destilliere das „brennbare Wasser“ ab (destillabis aquam
ardentem), das man in einem geschlossenen Glasgefäße aufzubewahren
hat; ebenso wie „aqua ardens“ destilliert man auch Terpentin [für das
zuweilen die nämliche Bezeichnung gebraucht wird]. -- Der Zusatz des
flüchtigen und leicht entzündlichen Schwefels hat vermutlich den Zweck,
die „Brennbarkeit“ des Destillates zu fördern, während die Beigaben
von Weinstein und Salz den Siedepunkt des Phlegmas erhöhen, also die
Abscheidung reichlicher und wasserarmer Alkoholdämpfe beim Erhitzen
erleichtern. Die „cucurbita bene plumbeata“, in der dieses erfolgt,
ist übrigens kaum, nach ~Berthelot~, ein Gefäß aus Blei (alembic de
plomb), das zum Abdestillieren von Alkohol so ungeeignet wie möglich
wäre, sondern eher „ein gut plombiertes“ (= gedichtetes), oder, wie es
an anderer Stelle heißt[5146], „juncturis bene lutatis“, „eines mit gut
lutierten (d. h. mit Ton, lutum, verschmierten) Dichtungen“; ebenso hat
man unter der „cucurbita bene vitreata“ nicht, mit ~Berthelot~[5147],
ein „gut mit Firnis, vernix, gestrichenes Gefäß“ zu verstehen, sondern
ein „gut glasiertes“ (vitrum = Glas, Glasur). Das „sal comatum“, das
~Berthelot~ unerklärt ließ[5148], ist offenbar das feine, fadenartige
„Haarsalz“ (griechisch „Trichitis“; lat. coma = Haar); „classa“ (une
matière résineuse?) aber[5149] bedeutet „glaessa“ oder „glaessum“,
welches germanische Wort für Bernstein schon zur römischen Kaiserzeit
wohlbekannt war; „semen psillii“ endlich[5150] ist nicht Samen der
Petersilie, sondern Psyllium, Flohsamen.

Auf +Italien+ als das Land, in dem der lateinische Text (oder die
lateinische Übersetzung?) des sog. ~Marcus Graecus~ niedergeschrieben
wurde, deutet nach ~Berthelot~ die Erwähnung des „aes italicum“
hin, sowie die der „terra de Michna, dico Messinae“, also des
„italischen Erzes“ und der „Erde von Michna, d. i. Messina“[5151].
Diesen vereinzelten Anführungen mangelt es allerdings an zureichender
Beweiskraft, doch spricht eine andere Tatsache zugunsten der Vermutung:
das Pariser Manuskript Nr. 7156 und das analoge, gleichfalls zwischen
1275 und 1300 niedergeschriebene Nr. 6514, enthält nämlich neben dem
Text des ~Marcus Graecus~ noch eine ganze Anzahl von verschiedenen
Autoren herrührender Abhandlungen, die des sog. ~Arnaldus~ von
~Villanova~ und ~Raymund Lull~ noch mit keinem Worte gedenken[5152]
und zumeist auf griechische Tradition zurückgehen, daneben aber auch
einige arabische Fachausdrücke aufweisen. Zu diesen zählen nach
~Berthelot~ „Antimonium“[5153] und „Tutia, deren verschiedene Sorten
das Kupfer gelb machen“[5154], -- während das hier und bei ~Marcus
Graecus~[5155] zuerst nachweisbare „Lato“ (ad latonem deaurandum)
+kein+ arabisches Wort ist, vielmehr entsprechend ~Ducanges~
Vermutung von „Elektron“ stammt, was auch die Worte des ~Vincentius
Bellovacensis~ (um 1250) über das Messing bestätigen: „hoc aurum ...
vocatur electrum“, „diese goldige Masse nennt man Elektrum“[5156]. In
jenen Abhandlungen nun ist häufig von den zahlreichen Alchemisten des
12. und 13. Jahrhunderts in Nord- und Süditalien die Rede, und zwar
nach Namen, Wohnort und Stand, wodurch, soweit letzterer (wie sehr
oft) der geistliche ist, der Nachweis aus den Annalen der Minoriten,
Predigermönche usf. ermöglicht wird, durch den die erwähnten Angaben
Bestätigung finden. Diese geistlichen Alchemisten besitzen Bücher
chemischen Inhaltes, sie arbeiten praktisch über Metalle und andere
nützlich verwertbare Präparate[5157], geraten aber leicht in den
Verdacht der Zauberei, Ketzerei und Häresie[5158], und bedienen sich
deshalb, um ihre Forschungen und Resultate zu verbergen, nicht selten
der Kryptogramme[5159]; einige von diesen sind bisher unentzifferbar
geblieben, bei anderen ist die Enträtselung gelungen, z. B. bei dem
für „alchimia“, dem für Schwarzpulver (überliefert bei ~R. Bacon~) und
dem für Weingeist (s. oben).


f) Zeitalter der lateinischen Übersetzer und Pseudepigraphen.


α) +Übersetzer.+

Während die bisher besprochenen frühmittelalterlichen Werke vorwiegend
Chemisches oder Chemisch-Technologisches enthalten und nur ziemlich
selten, an vereinzelten Stellen, Anspielungen auf alchemistische Lehren
Raum geben, bilden diese letzteren den eigentlichen Gegenstand jenes
Teiles der abendländischen Litteratur, der auf arabische Vermittlung
zurückgeht. Die Frage, wie sich die Verbreitung alchemistischer Lehren
durch die Araber, üblicher Annahme gemäß hauptsächlich von Spanien
her, vermutlich aber auch von Sizilien, Italien und der Provence aus,
im einzelnen vollzog, kann (wie schon weiter oben bemerkt) auch heute
noch, trotz der andauernden Erschließung arabischer, spanischer,
katalonischer, provençalischer und italienischer Quellen, nach keiner
Richtung hin genügend beantwortet werden. Über Personen und Werke
der Anfangszeit, die einige schon mit dem 9. oder 10. Jahrhundert
einsetzen lassen, liegt immer noch dichtes Dunkel, viele Schriften
aus der +ersten+, gegen Ende des 12. Jahrhunderts beginnenden Periode
der lateinischen Übersetzungen erregen schon mannigfaltige Bedenken,
bei den meisten der +zweiten+, die bis in das letzte Viertel des 13.
Jahrhunderts hineinreicht, bleibt es aber, wie ~Kopp~[5160] treffend
ausspricht, nur zweifelhaft, ob die Frechheit im Unterschieben oder die
Leichtgläubigkeit im Hinnehmen größer gewesen sei, so daß mindestens
als unsicher anzusehen ist, was sich nicht ohne weiteres als unwahr und
gefälscht zu erkennen gibt.

Auch nach ~Berthelot~[5161] ist die Hauptzeit für die Abfassung der
lateinischen Übersetzungen das 12. und 13. Jahrhundert, und als ihre
Grenzwerke kann man einerseits das Buch des ~Morienus~ betrachten,
das nach ausdrücklicher Angabe des lateinischen Textes im Jahre
1182 vollendet ist, andererseits das sog. „Rosarium philosophicum“,
das anscheinend bald nach 1250 niedergeschrieben wurde[5162]. Die
+ältesten+ dieser Bücher sind nach ~Berthelot~ aus arabischen
Originalen übersetzt, -- vorsichtiger wird man, da diese bisher
unbekannt blieben, sagen müssen, daß sie sich für Übersetzungen aus
solchen geben --, und erweisen sich als formlose und ungeordnete
Kompilationen, die ganz vorwiegend den Theorien und Traditionen der
alexandrinischen Chemiker folgen, freilich unter zuweilen erheblicher,
oft völliger Entstellung des ursprünglichen Kernes[5163]. Die
+späteren+ dagegen[5164] haben hauptsächlich praktische Zwecke im
Auge, atmen in ihrer guten Disposition, wohlgeordneten Darstellung und
systematischen Vortragsweise den Geist der Scholastik und verraten
sich schon hierdurch als apokryph, -- ganz abgesehen davon, daß die
angeblichen arabischen Vorlagen durchwegs fehlen, daß die lateinischen
Handschriften erst gegen 1300 oder später auftauchen, und daß
~Vincentius Bellovacensis~ (der um 1250 schrieb), ~Albert der Grosse~
(der 1280 starb) und andere wichtige Autoren des 13. Jahrhunderts sie
noch nicht kennen.

Eine ausführliche Erörterung der genannten Übersetzungen ist an dieser
Stelle nicht beabsichtigt, um so mehr als sie selbständiger Gedanken
völlig ermangeln und sich ausschließlich auf die mehr oder minder
getreue Wiedergabe der in ihren Vorbildern enthaltenen beschränken;
größere Breite und Ausführlichkeit geht dabei keineswegs mit besserem
Verständnisse parallel.

Zu den wichtigsten Vertretern der ersten +älteren+ Gruppe gehören das
bereits weiter oben besprochene Buch des (als vorgeblicher Lehrer des
omajjadischen Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ bezeichneten) ~Morienes~
oder ~Marianos~, dem der Überlieferung nach ein arabischer Text
des 8. Jahrhunderts zugrunde liegen soll[5165], ferner die seitens
der Späteren oft zitierten Schriften des ~Rosinos~, ~Rosinus~ oder
~Rubinus~, d. s. Auszüge aus den Werken des ~Zosimos~, die noch
vielerlei griechische Worte und Fachausdrücke enthalten[5166], und
endlich die sog. „Turba philosophorum“ (Versammlung der Philosophen).
Diese Abhandlung, deren Name „Turba“ bereits in religiösen Schriften
der ersten Jahrhunderte vorkommt[5167], während ihre Form schon bei
~Olympiodoros~, ja eigentlich schon bei ~Cicero~ ihr Vorbild hat[5168],
schildert die Beratungen einer Anzahl Alchemisten, die in wirrem
und völlig phantastischem Durcheinander, ohne eine Spur sachlichen
Verständnisses und ohne die geringste wirkliche Kenntnis der alten
Autoren deren vermeintliche Vorschriften und Theorien vortragen und
besprechen. Nach ~Berthelot~[5169] muß die benützte arabische Vorlage
einer sehr frühen Zeit entstammen, denn sie führt noch keine arabischen
Autoritäten an, sondern nur griechische (teils mit richtigen, teils
mit entstellten, teils mit erdichteten Namen), und zeigt sehr nahe
Beziehungen zu den Schriften der alexandrinischen Chemiker, besonders
denen des ~Pseudo-Demokritos~[5170]; aus diesen werden ganze Stellen
wiedergegeben, und zwar einige in zutreffender und sachgemäßer
Gestalt, andere in durch Mißverständnisse getrübter, und noch andere
(infolge falscher Auslegung und mystischer Einschiebungen) in völlig
sinnloser[5171]. -- Trotz ihrer wahrhaft trostlosen Inhaltsarmut
und Formlosigkeit erfreute sich übrigens gerade die „Turba“ eines
besonders großen Erfolges, sowie einer ganz ausnehmenden Beliebtheit
und Verbreitung; schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts genießt
sie autoritatives Ansehen und ruft zahlreiche, meistens +noch+
minderwertigere Nachahmungen ins Leben.

Als bezeichnendes Produkt einer +etwas späteren+ Übergangszeit ist das
„Buch der Priester“ anzuführen („Liber sacerdotum“; nicht identisch mit
einem gleichnamigen, dem ~Alrazi~ zugeschriebenen), das ~Berthelot~
aus dem Pariser Manuskript Nr. 6514 abgedruckt hat[5172], leider
in völlig unkritischer Art und ohne irgendwelche Korrektur, so daß
selbst die unsinnigsten Schreibfehler, wie z. B. sol (Sonne) statt sal
(Salz) u. dgl., unverbessert stehen geblieben sind[5173]. Das Werk ist
vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert abgefaßt, im 12. oder 13. aber
durch einen nicht näher bekannten ~Johannes~ aus dem Arabischen in das
Lateinische übersetzt und dabei umgearbeitet[5174]. Die Bemerkungen
dieses Autors betreffs seiner Erfahrungen in Ferrara[5175], sowie
seine Versicherung[5176], gewisse Vorschriften seien wiedergegeben
„juxta assertionem Romanorum“, „gemäß Angabe der Römer“, -- die
~Berthelot~ irrtümlich für alte Römer hält --, bieten abermals
beachtenswerte Hinweise auf Italien. Der vorliegende lateinische Text
vereinigt, wie schon sein Titel erkennen läßt, hellenistische und
arabische Traditionen[5177], enthält viele aus dem Arabischen, aber
auch verschiedene aus dem Griechischen und einige aus dem Spanischen
entlehnte Worte[5178] und weist auch eine Art arabisch-lateinischen
Lexikons der Namen vielgebrauchter Chemikalien auf[5179]. Eine Auswahl
wichtiger Termini, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erhebt, bietet nachstehende Liste:

  Alkali[5180].
  Alkitran (Pech)[5181].
  Alkool (ein feines Pulver, meist von Schwefelantimon)[5182].
  Almizadir (Alnûschâdir, Salmiak)[5183].
  Alumen scaiolae (Feder- und „kastilischer“ Alaun)[5184].
  Attincar (Borax)[5185].
  Azenzar, auch Azur (Zinnober)[5186].
  Brunire (= deaurare, vergolden)[5187].
  Calcitarin (Kupfervitriol u. dgl.)[5188].
  Cinis clavellata (gestampfte Asche, Pflanzenasche)[5189].
  Duenec (Vitriol)[5190].
  Ismet, Ismit (Schwefelantimon)[5191].
  Laton (Messing, franz. laiton)[5192].
  Magnesia (der Glasmacher, und andere)[5193].
  Marcacide, al-Marcacida (Markasit); auch „lapis canis“[5194].
  Oleum laterinum (Ziegelöl)[5195].
  Sapo, sapo gallicus (Seife, französische Seife)[5196].
  Tartarus = faex vini (Weinstein)[5197].
  Tutia (unreines Zinkoxyd u. dgl.)[5198].
  Vermilio (ein Rötel?; franz. vermeil)[5199].

Ausführlich gedacht wird des Gold- und Silber-Machens, der Verwandlung
und Färbung der Metalle, der Diplosis, sowie der zugehörigen
Präparate[5200], u. a. des Quecksilbers und des Schwefels, die beim
Erhitzen schließlich Zinnober, anfangs aber nur eine schwarze Masse
liefern[5201]. Der „Stein zum Goldmachen“ heißt bald „Alkimia“,
bald „Kimium“, wird auch als Schmelze oder Lösung angewandt („aqua
alkimiae“) und ergibt „aurum optimum“, „bestes Gold“[5202]; ob die
Worte „dimitte in alkemia“[5203] nur als ungenaue Ausdrucksweise
anzusehen sind, oder ob Alkemia hier auch einen chemischen +Apparat+
bedeuten soll, bleibe dahingestellt.


β) +Fälscher+: ~Pseudo-Geber~, ~-Avicenna~, ~-Razi~, usf.

Unter den Pseudepigraphen der +letzten+ Periode, also des ausgehenden
13. Jahrhunderts, nehmen die wichtigste Stelle die Schriften des
sog. ~Geber~ ein, die man, wie schon weiter oben angeführt, bis
in die neueste Zeit für Übersetzungen solcher des ~Dschabir~, und
demgemäß als aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammend ansah, --
wodurch die Geschichte der Chemie in zahlreiche schwere und unlösbare
Widersprüche verwickelt wurde. Diese fielen allerdings schon manchen
Historikern des 17. und 18. Jahrhunderts auf, wie denn z. B. bereits
1718 ~Stahl~ in seinem Buch „Vom Sulphure“ berichtet, daß u. a. auch
die Lebensbeschreibung und die Werke ~Gebers~ für der Hauptsache
nach erdichtet und durchaus fragwürdig gelten[5204]; der Orientalist
~Reiske~ (1716-1774) nennt ~Geber~ den fabelhaften Autor angeblicher
alchemistischer Werke[5205]; ~Beckmann~ bezeichnet diese 1800 als
Fälschungen etwa des 12. Jahrhunderts[5206], ~Sprengel~ 1820 als
teils entstellt, teils unecht[5207], ~Davy~ 1820 als Kompilationen
von Alchemisten des 15. oder 16. Jahrhunderts[5208]; ~Wüstenfeld~
unterscheidet 1840 zwischen den Werken des ~Dschabir~ und den nur
„unter seinem Namen in [lateinischer] Übersetzung gedruckten Büchern“
des ~Geber~[5209]; 1856 sagt in seiner „Geschichte der Botanik“[5210]
~E. Meyer~, der selbst des Arabischen mächtig und mit den neueren
morgenländischen Forschungen vertraut war, „daß sich Geschichte und
Sage betreff des ~Geber~ vermischen, ... und dieser vielleicht gar nie
gelebt und geschrieben hat“; 1869 vertritt ~Latz~ die Meinung, „daß
den lateinischen Abhandlungen ~Gebers~ nie und nimmer ein arabisches
Original zugrunde lag, daß es sich vielmehr um abendländische
Schriften und einen fingierten Autor handelt“[5211]; 1871 endlich
erklärt ihn der Orientalist ~Steinschneider~ für „eine fast mythische
Person“[5212] und bemerkt, daß die ihm zugeschriebenen Kenntnisse in
den Werken des wahren ~Dschabir~ nicht zu finden seien. Diese letzteren
Hinweise waren es jedenfalls, die ~Kopp~ veranlaßten[5213], die von ihm
in der „Geschichte der Chemie“ (1843), und ebenso von ~Hoefer~ in der
„Histoire de la Chimie“ (1842 und 1866) festgehaltene Meinung von der
Echtheit der ~Geber~schen Schriften, in den „Beiträgen zur Geschichte
der Chemie“ einer Revision zu unterziehen[5214]: Die Mängel der älteren
Angaben über ~Geber~, sowie die Verwechslung mit Gleichnamigen, haben
bisher die Geschichtsforscher irregeführt[5215]; nach dem um 850 [in
Wirklichkeit 987] vollendeten arabischen Sammelwerke „Fihrist“ war aber
schon zu jener Zeit nichts Sicheres über ~Gebers~ Person, die Tatsachen
seines Lebens und die Echtheit der zahlreichen ihm zugeschriebenen
Werke bekannt[5216], und die im „Fihrist“ aufgezählten Büchertitel
sind nicht die der angeblichen ~Geber~schen Schriften[5217]; auch
die Verfasser der großen arabischen „Lexica der Biographien“, ~Ibn
Khallikan~ im 13. und ~Hadschi Khalifa~ im 16. Jahrhundert, führen
jene Werke nicht an und nennen auch nichts, was als deren arabisches
Original gelten könnte[5218]; wie der Orientalist ~Weil~ feststellte,
spricht auch kein Umstand dafür, daß die vorliegenden lateinischen
Texte des ~Geber~ aus dem Arabischen übersetzt seien[5219], und
kein wirklicher Araber des nämlichen oder eines späteren Zeitalters
besitzt die in ihnen niedergelegten, geschweige denn erweiterte
Kenntnisse[5220]. Erwäge man endlich, daß die ~Geber~schen Abhandlungen
durchaus die gute scholastische Form und Darstellungsart aufweisen,
daß erst die Schriftsteller um und nach 1300 sie zitieren, und daß
Handschriften aus früherer Zeit nicht, solche aus der genannten und
aus späterer aber in ziemlicher Anzahl vorliegen[5221], so komme man
zum Schlusse, daß zwischen dem Inhalte der arabischen Schriften des
~Dschabir~ und der lateinischen des ~Geber~ irgendwelche Zusammenhänge
nicht nachgewiesen und auch gar nicht glaublich seien[5222]. Nur „mit
einem nach dem Vorhergehenden leicht zu bemessenden Vorbehalte“
meint ~Kopp~, in seiner gewohnten großen Zurückhaltung und Vorsicht,
die fraglichen Werke noch insolange „als solche ~Gebers~ bezeichnen,
und darauf, daß sie aus dem Arabischen übersetzt seien, Bezug nehmen
zu dürfen“, als für ihre „Unechtheit und Entstellung“ nicht auch
der +positive+ Beweis geliefert sei[5223]. -- Insoweit nun, allem
Dargelegten zufolge, ein solcher wirklich noch von nöten war, hat ihn
~Berthelot~ durch die sehr verdienstliche Herausgabe der (schon weiter
oben besprochenen) Schriften des echten ~Dschabir~ erbracht und dadurch
den letzten Ring in die Beweiskette des fast allzu gewissenhaften
~Kopp~ eingefügt; dafür aber, daß er seiner Vorgänger, und vor allem
~Kopps~, auch bei diesem Anlasse +mit keinem Worte+ Erwähnung tut,
alles Verdienst vielmehr mit größtem Nachdruck und bei jedem Anlasse
immer aufs neue +ganz allein sich selber+ zuschreibt, gibt es keine
Erklärung.

Auf den Inhalt der sog. ~Geber~schen Schriften hier des näheren
einzugehen, ist nicht erforderlich, um so mehr als alle größeren
chemischen Geschichtswerke in dieser Hinsicht Ausführliches bieten. Es
sei jedoch daran erinnert, daß ~Geber~ u. a. zahlreiche verbesserte
Verfahren und Apparate zum Verdunsten, Kochen, Filtrieren, Schmelzen,
Sublimieren, Destillieren und Krystallisieren mit außerordentlicher
Klarheit und Genauigkeit schildert; daß er verschiedene Vitriole
und Alaune, das mineralische und vegetabilische Alkali, den Salmiak
und Salpeter usf. annähernd rein zu erhalten versteht; daß er durch
Erhitzen von Schwefel mit Alkalien sog. Schwefelleber, und durch Fällen
einer Lösung von Schwefel in Ätzlauge mittelst Essigsäure Schwefelmilch
zu bereiten, ferner Quecksilberoxyd, Sublimat, Zinnober, Silbernitrat,
Bleiacetat und andere Acetate, rein und zum Teil krystallisiert zu
gewinnen weiß; daß er die Darstellung unreiner Schwefelsäure durch
trockene Destillation des Alauns und die der Salpetersäure durch
Erhitzen eines Gemenges von Salpeter, Vitriol und Alaun beschreibt, und
endlich auch die Entstehung des Königswassers beim Lösen von Salmiak
in Salpetersäure, sowie die Löslichkeit des Schwefels und des Goldes
im Königswasser kennt[5224]. Die Fragen, woher der Verfasser der sog.
~Geber~schen Schriften sein Wissen geschöpft hat, und wo, wann zuerst,
und durch wen, die Verfahren und Methoden entdeckt und ausgebildet
wurden, die uns bei ihm, gegen Ende des 13. Jahrhunderts, in völliger
Vollendung, demnach als Ergebnisse einer längeren Entwicklungszeit
entgegentreten, lassen sich vorerst nicht beantworten, und gehören
zu den dunkelsten, weiterer Aufklärung bedürftigsten, in der ganzen
Geschichte der Chemie[5225]. Die Araber spielen auf diesem Gebiete
keinesfalls die ihnen früher zugeschriebene, allgemein bahnbrechende
Rolle, bleiben doch z. B. die so ungeheuer wichtigen, gegen 1300
auftauchenden Mineralsäuren, bei ihnen und im ganzen Bereiche der
rein arabischen Chemie noch jahrhundertelang unbekannt und unbenützt.
Dagegen weisen auch hier viele Umstände auf Italien hin: von dort
scheint die nähere Kenntnis des Salpeters und die Bekanntschaft mit dem
Schwarzpulver auszugehen; von „römischem Harz“, „Körnern der Franken“,
„fränkischen Verfahren“ sprechen die jüngsten Einschiebsel der
syrischen Manuskripte; mit dem Worte σαλονίτρον (Salonítron), das dem
italienischen Salnítro nachgebildet ist, und +nicht+ (wie zu erwarten
wäre) mit ἁλονίτρον (Halonítron), bezeichnen die späten Byzantiner
den Salpeter; „römischen Vitriol“ (richtiger Alaun) empfehlen ihre
schon weiter oben erwähnten Rezepte zur Darstellung der Schwefelsäure
und der Salpetersäure, die „ὕδωρ ἰσχυρόν“ (aqua fortis, ital. aqua
forte) genannt wird (λέγεται), wenn sie den Helm, τὸ καπούτζιν (ital.
capuccio, Kaputze), des Destillations-Apparates verläßt; ähnliche, dem
Italienischen entlehnte Bezeichnungen für Chemikalien und chemische
Verfahren finden sich auch sonst noch in größerer Zahl (s. oben).

Reich wie an wertvollen einzelnen Tatsachen erweisen sich die
~Geber~schen Schriften auch an wichtigen allgemeinen Betrachtungen; die
besondere Originalität, die man für diese in Anspruch zu nehmen pflegt,
kommt ihnen jedoch in Wahrheit nicht zu, und dies gilt vor allem,
entgegen den Annahmen sämtlicher bisheriger Historiker der Chemie, für
die Theorie vom Bestehen der Körper, und insbesondere der Metalle,
aus Schwefel und Quecksilber. Dieser Gedanke, der vom +chemischen+
Standpunkte aus ganz unbegreiflich, ja völlig widersinnig erscheint,
ist in der Tat nicht +chemischen+ Anschauungen entsprossen, sondern
gewissen Grundsätzen spätgriechischer +Philosophen+: er beruht nämlich
auf den Lehren, daß alle Körper wechselnde Mischungen sämtlicher vier
Elemente enthalten müssen, daß unter diesen einerseits die „aktiven“,
d. s. Feuer und Luft, andererseits die „passiven“, d. s. Wasser und
Erde, zwei in vielen Hinsichten teils einander entgegengesetzte, teils
einander ergänzende Gruppen bilden, und daß als deren geeignetste und
geradezu typische Vertreter der brennbare und als Dunst verfliegende
(also viel Feuer und Luft enthaltende) Schwefel, sowie das flüssige
und metallische (also an Wasser und Erde reiche) Quecksilber anzusehen
sind. Bereits in der großen arabischen Enzyklopädie der sog. „~Lauteren
Brüder~“ (richtiger: „~Treuen Brüder~“), die im 10. Jahrhundert
abgefaßt ist, aber durchweg auf weit ältere Vorlagen zurückgeht,
tritt diese Lehre (wie schon weiter oben ausgeführt wurde) im steten
Verbande mit anderen rein griechischer Herkunft in völlig bestimmter,
rein dogmatischer Gestalt auf und wird ohne jeden Anspruch auf
Neuheit als etwas Selbstverständliches und zweifellos Feststehendes
vorgetragen. Die späteren Araber haben sie demnach, wie so unzähliges
andere, den Schriften älterer Vorfahren entnommen, allenfalls (ihren
Gewohnheiten entsprechend) erweitert und verbreitert, und in dieser
Gestalt ihren jüngeren Nachfolgern und Nachahmern zugebracht. Wenn
also, wieder aus +deren+ Werken schöpfend, z. B. der sog. ~Geber~
sagt, der Schwefel (als dessen bloße Abart ihm auch das Arsen gilt)
sei das Prinzip der Verbrennbarkeit und Flüchtigkeit, das Quecksilber
bestehe aus Wasser und Erde, beide zusammen ergäben die Metalle, wobei
ein höherer Gehalt an Schwefel die minderwertige Beschaffenheit, ein
solcher an Quecksilber aber die größere Vollkommenheit bedinge, so
daß u. a. Blei auf Zufuhr weiteren Quecksilbers hin in Zinn übergehe,
usf.[5226]: so kommen hier nicht, wie ~Kopp~ meinte[5227], „Verwebungen
der aristotelischen Lehren von den vier Elementen mit +neuen+
Betrachtungen über Schwefel und Quecksilber in Frage“. Ebenso ist auch
~Berthelot~ im Unrecht[5228], der in der Lehre vom Bestehen der Metalle
aus mehr oder weniger großen Mengen Schwefel und Quecksilber von
mehr oder minder hoher Reinheit eine „doctrine singulière“ erblickt,
hervorgegangen vielleicht durch „modification profonde“ der Ideen des
~Synesios~ und ~Stephanos~ über die Fixierung des Quecksilbers durch
den Schwefel (bei der Bildung des Zinnobers); da sich in den Schriften
des ~Dschabir~ nichts Zugehöriges findet, soll diese „modification“
erst im 11. Jahrhundert stattgefunden haben, und zwar wohl durch
~Avicenna~, worauf sie dann im 12. Jahrhundert aus den arabischen
Originalen des ~Avicenna~ und des ~Pseudo-Aristoteles~ auch in Europa
bekannt und dort alsbald allgemein angenommen wurde[5229].

Wie indes schon weiter oben erwähnt, ist ~Avicennas~ „De anima“
benannte „Alchemie“ +selbst+ eine ganz späte pseudepigraphische
Schrift, für die man ein arabisches Original weder kennt noch
vorauszusetzen hat, deren Verfasser aber vermutlich mit den älteren
arabischen Quellen vertraut war und vieles aus ihnen schöpfte[5230].
Beweisen, wie den von ~Berthelot~ versuchten, kann sie daher als
zureichende Grundlage nicht dienen.

Das nämliche gilt betreffs der Abhandlung „De perfecto magisterio“
(„Vom vollkommenen Elixir“) des ~Pseudo-Aristoteles~ und der mit ihr
vielfach genau übereinstimmenden Schrift „Lumen luminum“ („Licht
der Lichter“) des ~Alrazi~, richtiger (wie ebenfalls bereits weiter
oben dargelegt) ~Pseudo-Razi~. Diese dürfte, da ihrer ~Vincentius
Bellovacensis~ noch nicht gedenkt, erst nach 1250 abgefaßt sein[5231]
und zeigt streng scholastische Eigenart, mindestens in ihrer
ursprünglichen, in den Pariser Manuskripten erhaltenen Fassung, denn
eine spätere (u. a. im „Theatrum Chemicum“ von 1616 abgedruckte)
enthält zahlreiche Interpolationen aus dem arabischen (?) „Buch des
Emanuel“ und „Buch der zwölf Wässer“[5232]; sie definiert die Chemie
als eine irdische Astrologie, erörtert daher in eingehender Weise die
Beziehungen der Metalle zu Planeten und Geistern, und bespricht die
Darstellung von Gold und Silber mit Hilfe des Elixirs, das der „Stein
der Philosophen“ und zugleich das „Wasser des ewigen Lebens“ (aqua
vitae) ist[5233]. -- Den gleichfalls pseudepigraphischen Charakter
der dem ~Vincentius Bellovacensis~ noch unbekannten Abhandlung des
~Pseudo-Razi~ „De salibus et aluminibus“ („Über Salze und Alaune“)
erkannten schon 1832 ~Schmieder~[5234] und 1866 ~Steinschneider~[5235],
welcher letztere bemerkt, daß der Verfasser sich selbst als in Spanien
wohnhaft bezeichnet, von einem Vitriol als „bei uns in Spanien
vorkommend“ spricht[5236] und neben ~Geber~ auch ~Gilgil~ zitiert,
d. i. ~Ibn Dschuldschul~, der um das Jahr 1000 in Spanien wirkte;
~Kopp~ gibt diese Angaben ausführlich wieder[5237], während ~Berthelot~
auch hier seine Vorgänger vollständig übergeht[5238].


g) Die „Autoritäten“ des 13. Jahrhunderts.

Den im vorstehenden genannten apokryphen und pseudepigraphischen
Schriften, sowie ihren gleichartigen Nachahmungen und Erweiterungen,
verdanken den Hauptteil ihrer einschlägigen Kenntnisse diejenigen
Autoren des 13. und beginnenden 14. Jahrhunderts, aus deren Werken,
echten oder +abermals+ untergeschobenen, das ganze weitere Mittelalter
und die Neuzeit (bis fast zur Gegenwart) ihre alchemistische Weisheit
schöpften, das sind ~Albert der Grosse~, ~Thomas von Aquino~,
~Vincentius Bellovacensis~, ~Roger Bacon~, ~Arnoldus von Villanova~
und ~Raymund Lull~[5239]. Daß schon bei ihnen, geschweige denn
bei ihren Nachfolgern, die alten hellenistischen Traditionen der
Alchemie sowie die griechischen Eigennamen und Fachausdrücke teils
ganz der Vergessenheit anheimfallen, teils nur mehr undeutlich und
entstellt unter der immer dichteren Schicht „arabischen“ Firnisses
hindurchschimmern, vermag angesichts der geschilderten Art der
Überlieferung nicht wunder zu nehmen. Auf die hohe allgemeine Bedeutung
dieser Schriftsteller und auf die hervorragende Wichtigkeit ihrer
eigentlichen, der Theologie, Philosophie, Medizin usf. zugehörigen
Hauptwerke einzugehen, ist an dieser Stelle ganz ausgeschlossen, und es
mögen daher einige wenige, nur die Geschichte der Chemie und Alchemie
betreffende Andeutungen genügen.

~Albert von Bollstaedt~, geboren 1193 zu Lauingen an der Donau,
gestorben 1280 als emeritierter Bischof von Regensburg zu Köln,
wegen seiner umfassenden und allseitigen Gelehrsamkeit ~Albertus
Magnus~ zubenannt[5240], zählt zu den Häuptern der Scholastik und
schreibt, ihren Grundsätzen gemäß, nicht als selbständiger Forscher,
sondern als vielbelesener Gelehrter, dessen Richtschnur die von der
Kirche anerkannten „Autoritäten“ sind, und der als „zulässig“ nur
solche Ergebnisse anstrebt und (anscheinend absichtslos) auch stets
erreicht, die zu deren schon im voraus als unfehlbar feststehenden
„Meinungen“ stimmen, mögen letztere nun der Wahrheit entsprechen oder
nicht.

Was die chemischen Anschauungen des ~Albertus Magnus~ betrifft, so
ist die schon im 14. Jahrhundert vielgelesene Schrift „De mirabilibus
mundi“ („Von den Wundern der Welt“), die u. a. vom Salpeter (sal
petrosum), dem Schwarzpulver und der Herstellung von Feuerwerkskörpern
(Raketen, Kanonenschlägen) berichtet, fraglos +unecht+[5241];
+untergeschoben+ sind auch, wie man schon im 17. Jahrhundert einsah,
das Buch „Compositum de Compositis“[5242], sowie die „Alchemie“
(Liber de Alchemia)[5243], die sich im Mittelalter gleichfalls großen
Ansehens erfreute und nach ~Berthelot~ zu den ganz vereinzelten
abendländischen Werken gehört, die noch in spätbyzantinischer Zeit
unter dem Namen des Ἀμπέρτος Θεοτονικός (= ~Albertus Teutonikos~,
~Albert des Deutschen~), in das Griechische übersetzt wurden[5244].
Echt sind dagegen die Bücher „De mineralibus“, aus denen (und aus
einigen anderen Schriften) schon ~Kopp~ die wichtigsten einschlägigen
Stellen ausgezogen und dazu bemerkt hat, daß aus ihnen teils rein
aristotelische, teils arabische Lehren und Anschauungen sprechen[5245]:
Die Metalle sind, wie alle Substanzen, aus sämtlichen vier Elementen
zusammengesetzt, bestehen aber zunächst (der „materia proxima“ nach)
aus mehr oder weniger großen Mengen mehr oder minder reinen Schwefels
und Quecksilbers, von denen der flüchtige und verbrennliche (daher als
„fettig“ bezeichnete) Schwefel vorwiegend Luft und Feuer enthält, das
flüssige und metallische Quecksilber aber Wasser und Erde[5246]. Die
Verwandlung der Metalle durch Tinkturen und Elixire, wie sie ~Hermes~,
~Pythagoras~, ~Kallisthenes~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ lehrten, ist
und scheint gemäß deren bisher unwiderlegter Autorität möglich, --
von +eigenen+ Erfahrungen ist nirgends die Rede --, und zwar erfolgt
sie entweder auf dem Wege über die „Materia prima“, oder analog der
„Säuberung“ kranker Körper durch „Medizinen“, die die Wirksamkeit der
Natur unterstützen: indem die „affinitas“ und „cognatio“ (Affinität,
Verwandtschaft) das gleiche zum gleichen ziehen, und +ein+ Stoff stets
in den nächstverwandten übergeht, entsteht schließlich das Gold, --
nicht anders, wie auf dem besten und geeignetsten Boden aus +jedem+
Getreidesamen Weizen hervorsprießt[5247]. Das weiße und gelbe Metall
hingegen, die man aus Kupfer durch Arsen und durch Calamina (Galmei),
oder durch die „ex fumo“ (aus Rauch) gewonnene Tuchia (Tutia) gewinnt,
indem man sie mit Hilfe eines Flußmittels zusammenschmilzt und legiert
(ligatur per oleum vitri supernatans), sind +nicht+ Silber und Gold,
obwohl das die Fälscher und Betrüger in Paris und Köln behaupten,
sondern eine Art Erz (aes, aurichalcum)[5248].

Salmiak und Salpeter kennt ~Albertus Magnus~ noch nicht[5249], dagegen
erwähnt er verschiedene „Stiptica“, d. s. Alaune und Vitriole,
z. B. weißen und roten, gelben (alkofol = feingepulvert) und grünen
(alkanthus = chalkanthum), „der von einigen auch ‚Vitreolum‘ genannt
wird“[5250]; daß, wie man lange Zeit glaubte, diese (vermutlich schon
in der klassischen Zeit übliche) Bezeichnung hier zum ersten Male
nachweisbar sei, ist irrtümlich, denn sie taucht (wie weiter oben
angeführt) schon in den „Compositiones ad tingenda musiva“ auf[5251]
und wird auch in den Kommentaren der salernitanischen Autoren als eine
schon wohlbekannte gebraucht, z. B. in dem (um 1150 verfaßten) des
~Platearius~ zu dem weltberühmten „Antidotarium“ des ~Nikolaos~[5252].

Mineralische Säuren sind dem ~Albertus Magnus~ ebenfalls noch
unbekannt; Essig bildet sich nach ihm, den antiken Traditionen getreu,
aus dem Wein, indem dessen heiße und feurige Teilchen verfliegen,
während die kalten zurückbleiben, -- wodurch die so äußerst kalte
Natur des Essigs ihre vollkommene Aufklärung erfährt[5253]. -- Wird
alter starker Wein „nach Art des Rosenwassers sublimiert“, so geht
anfangs eine Flüssigkeit über, die „obenauf schwimmt, von ölartiger,
fettartiger [d. h. verbrennlicher) Natur und leicht entzündlich ist“,
„liquor supernatans, humor oleaginosus, unctuositas inflammabilis“,
[d. i. der +Alkohol+][5254]; mit einem besonderen +Namen+ bezeichnet
sie ~Albertus Magnus~ noch nicht, auch macht er keine näheren Angaben
über die Destillation des Weines, während er an anderen Stellen der
„Alutel“ zum „Sublimieren“, des Destillierhelmes (alembicus), sowie des
Wasserbades (vas aquae bullientis) wiederholt gedenkt, ferner auch vom
Quecksilber berichtet, daß man es in einem (nur unklar beschriebenen)
Gefäße mit langem Halse und einer langen Röhre zur Verdichtung der
Dämpfe fast ohne Veränderung und Gewichtsabnahme oft „sublimieren“
könne[5255].

Wie die meisten dieser Beispiele zeigen, schöpft ~Albertus Magnus~
mit Vorliebe aus ~Aristoteles~ und ~Pseudo-Avicenna~ und bietet
nur wenig Eigenes; den Ausspruch „die Flamme ist nichts als ein
entzündeter Rauch“ nannte zwar ~Kopp~ „einen für seine Zeit
anerkennenswerten“[5256], doch übersah er hierbei, daß diese Definition
schon bei ~Aristoteles~ und bei ~Galenos~ zu finden ist.

So wenig wie ~Albertus Magnus~ ist auch ~Vincentius Bellovacensis~
(~Vincenz von Beauvais~, gest. 1256 oder 1264), der gelehrte Vorleser
und Prinzenerzieher am Hofe König ~Ludwigs des Heiligen~, ein
selbständiger Forscher; das umfangreiche Wissen, das sein um 1250
vollendetes „Speculum naturale“ (ein Teil seiner großen Enzyklopädie)
verrät, gründet sich vielmehr ausschließlich auf vielerlei, meist
ohne jede Kritik und ohne weitere Verarbeitung einfach aneinander
gereihte Auszüge aus den klassischen Autoren, aus ~Isidorus
Hispalensis~ (gest. 636), aus ~Pseudo-Razi~, ~Pseudo-Avicenna~[5257],
nach ~Berthelot~[5258] ferner aus ~Averroes~, aus der lateinischen
Übersetzung des verlorenen arabischen „Buches der 70“ (dessen Kern
das gleichnamige Werk ~Dschabirs~ sein soll)[5259], +nicht+ aber aus
~Dschabir~ selbst (dessen Name jedoch zweimal genannt wird)[5260], und
auch +nicht+ aus ~Geber~[5261]. Über die Entstehung der Metalle aus
Schwefel und Quecksilber, über die Metallverwandlung durch Tinkturen
oder Elixire, sowie über die Erfolge der Projektion spricht er sich
genau nach ~Pseudo-Avicenna~ und im nämlichen Sinne wie ~Albertus
Magnus~ aus, auch äußert er gleich diesem einige schüchterne Zweifel
und bemerkt, daß die Alchemisten nicht selten auf trügerische Weise
verfahren[5262]. Was er von den vier Geistern, vom Herauskehren der
verborgenen Eigenschaften u. dgl. berichtet, ist gleichfalls dem
~Pseudo-Avicenna~ entlehnt[5263], ebenso der größte Teil dessen,
was er über Metalle und Mineralien vorbringt; +keine+ Erwähnung
tut er des Alkohols und der mineralischen Säuren, die (wie schon
wiederholt angedeutet) erst um und nach 1300, und zuerst im Okzident
auftreten[5264].

Betreffs der übrigen weiter oben genannten „Autoritäten“ ist nur
weniges hinzuzufügen: ~Thomas von Aquino~ (1225 oder 1227-1274), die
Leuchte der Scholastik, dessen Ruhm sehr mit Unrecht den seines Lehrers
~Albertus Magnus~ überstrahlt, zweifelte zwar nicht an der Materia
prima, ihren Wandlungen unter dem Einflusse der von Geistern geführten
Gestirne, und ihrer Wichtigkeit für die Probleme der Herstellung des
Goldes, des Lebenswassers und des Steines der Weisen, sowie für jene
der Transmutation und der Alchemie[5265], hat aber fraglos selbst
niemals wirklich eine „Alchemie“ verfaßt[5266] und sagt ausdrücklich
mit aller Zurückhaltung: „machten die Alchemisten wahres Gold und
Silber, der Substanz und nicht bloß dem äußeren Scheine nach, dann
freilich wäre es auch nicht unerlaubt, es für wahres natürliches Gold
und Silber zu verkaufen“[5267]. Desgleichen sind die dem ~Roger Bacon~
(1214-1292?) zugeeigneten alchemistischen Werke „Breve Breviarium“,
„Tractatus trium verborum“, „Speculum Alchemiae“ u. dgl. bloße
Pseudepigraphen. Schon ~Kopp~ hob richtig hervor, daß sie keine Spur
der strengen Anordnung in logischer und der rühmlichen Bestimmtheit in
sachlicher Richtung zeigen, durch die alle echten Werke ~R. Bacons~
in so hohem Maße hervorragen, namentlich auch da, wo er über die
wahren Aufgaben der Chemie als Wissenschaft spricht[5268]: an Stelle
der in Ansehung seiner Grundsätze zu erwartenden klaren Darlegung von
Ergebnissen induktiver Forschungen und planvoller Versuche begegnet
man in jenen Schriften vielmehr einem oft fast unverständlichen
Durcheinander von aristotelischen Ideen, von wirren Theorien nach
~Hermes~, ~Ostanes~, ~Pseudo-Aristoteles~, ~Pseudo-Avicenna~ und
~Geber~, von mystischen Anpreisungen des „philosophischen Eies“ (als
Präparat), des Gold, Gesundheit und Unsterblichkeit verleihenden
Elixirs, usf.[5269].

In der 1914 erschienenen Festschrift zu ~R. Bacons~ 700jährigem
Geburtstage hebt der Herausgeber, ~Little~, auch nur hervor, daß,
gleich allen seinen Zeitgenossen, auch ~Bacon~ (schon unter dem
Einflusse der geozentrischen Weltanschauung) an Astrologie geglaubt
habe[5270] und ebenso an Alchemie, daß aber seine sog. alchemistischen
Werke ein wahres Chaos darstellen, in das zunächst einige Ordnung
gebracht werden müsse[5271]. Diese Aufgabe zu lösen ist aber ~Muir~,
der ihr eine besondere Abhandlung widmete[5272], nicht gelungen, und
als einziges Ergebnis bleibt daher vorerst das rein negative bestehen,
daß wohl keine der zahlreichen Schriften, wie sie gedruckt und
ungedruckt vorliegen[5273], als von ~Bacon~ selbst verfaßt anzusehen
sei. Wo dieser sonst, in seinen echten Werken, auf Alchemie zu sprechen
kommt, versteht er unter „Alchemia speculativa“ die Kunst „Metalle
zu verwandeln vermöge gewisser Umänderungen der in ihnen enthaltenen
Elemente“, und was er hierüber, sowie über die Gold und langes
Leben verleihenden Medizinen vorbringt, knüpft größtenteils an die
einschlägigen Lehren des ~Pseudo-Aristoteles~ an[5274].

Was endlich die sehr zahlreichen und umfangreichen alchemistischen
Abhandlungen des ~Arnaldus~ von ~Villanova~ (1235 oder 1248 bis 1312
oder 1314?) und des ~Raymund Lull~ (1236-1315?) anbelangt, so sind
sie, wie schon ~Kopp~ anführte[5275], in bahnbrechender Weise aber
erst ~Hauréau~ bewies, sämtlich durch katalanische und provençalische
„Schüler“, oder durch Verfasser, die sich als solche ausgaben,
untergeschoben, zumeist erst während des 14. Jahrhunderts[5276];
demgemäß zitieren sie, neben ~Albertus Magnus~[5277], sehr oft den
~Geber~[5278], und verraten, bei sonst nicht wesentlich erweitertem
empirischem Wissen, eine recht genaue Kenntnis des Alkohols und der
mineralischen Säuren[5279]. Im übrigen sprechen sie mit größter
Bestimmtheit über die Transmutation, den „Stein der Weisen“, der
unendliche Reichtümer, Gesundheit und langes Leben verleiht, und
zeigen sich auch sonst gänzlich durchdrungen von den abergläubischen
Vorstellungen aller Art, die jenes Zeitalter völlig erfüllten und
zu einem der dunkelsten des Mittelalters gestalteten; diese sind
jedenfalls zu einem großen Teile aus den „halb philosophischen, halb
astrologischen“ Werken geschöpft, die nach ~P. Paris~ seit dem 12.
Jahrhundert besonders zahlreich in Spanien verfaßt und von ihren
Autoren in rein willkürlicher Weise irgendwelchen gelehrten Arabern,
Syrern und Juden, oder beliebigen anderen, genügend berühmten und als
„Autoritäten“ angesehenen Männern zugeschrieben wurden[5280].


2. Die Alchemie nach 1300.

Die Ausbreitung der am Schlusse des vorigen Abschnittes erwähnten
astrologischen und alchemistischen Gedanken seit 1300 und damit die
ferneren Geschicke der Alchemie während des späteren Mittelalters und
der Neuzeit in eingehender Weise zu schildern, ist an dieser Stelle
nicht beabsichtigt, und zwar aus verschiedenen Gründen.

Zunächst kann von einer Weiterentwicklung, deren Verfolgung
chemisches oder wissenschaftliches Interesse böte, nicht mehr die
Rede sein, vielmehr ist für diese ganze Periode in noch höherem
Maße als für die ihr vorausgehende festzustellen, daß die Autoren
so gut wie ausschließlich nur die nämlichen, längst bekannten, der
hellenistischen Zeit entstammenden Ideen und Theorien immer wieder
aufs neue vorbringen, ausdeuten, umdeuten, erklären und kommentieren;
begreiflicherweise wird hierbei das Verständnis allmählich immer
unzureichender und die Sachkenntnis immer geringer, dagegen die
Verwässerung des Inhaltes immer ausgiebiger und die Dunkelheit des
Ausdruckes immer größer. Auf wenigen Gebieten bewähren sich wie auf
diesem die ~Goethe~schen Worte vom „Kochen breiter Bettelsuppen“
und vom „getretenen Quark, der breit wird, nicht stark“. Manche
Schriften machen sogar, wie schon ~Kopp~ treffend hervorhob,
geradezu parodistischen Eindruck und würden dazu auffordern, sie als
Träger eines ganz anderen, der scheinbar behandelten Sache völlig
fernliegenden Sinnes anzusehen, soferne ein solcher ihnen nur überhaupt
irgendwie zu entnehmen wäre.

Sodann erfreuen sich sowohl die Geschichte der eigentlichen Alchemie
und ihrer immer bedeutsamer hervortretenden führenden Persönlichkeiten,
der Schwärmer und Schwindler, als auch die ihres kulturhistorischen
Zusammenhanges mit den verschiedenen Formen des Aberglaubens und
Sektenwesens, mit dem Treiben der Rosenkreuzer und Illuminaten
usf., für dieses Zeitalter (namentlich für die zweite Hälfte
seines Verlaufes) bereits eingehender, nach mancher Richtung sogar
erschöpfender Darstellung[5281]. Außer auf die schon oft genannten
Hauptschriften ~Chevreuls~[5282], ~Hoefers~ und ~Kopps~, vor allem
dessen „Alchemie in älterer und neuerer Zeit“[5283], ist der Belehrung
Suchende hauptsächlich auf nachstehende Werke zu verweisen, die teils
den Wortlaut der frühmittelalterlichen, echten und gefälschten Quellen
wiedergeben, teils die Art und Weise ersehen lassen, in der diese
zunächst die Schriftsteller der Folgezeit beeinflußten, und sodann bis
in die neuere, ja neueste Zeit hinein nach den mannigfaltigsten Seiten
hin weiter fortwirkten:

~Perna~, „Artis, quam Chemiam vocant, antiquissimi auctores“ = „Älteste
Autoren der Chemie genannten Kunst“ (Basel 1572).

~Zetzner~, „Theatrum chemicum“ = „Chemischer Schauplatz“ (Straßburg
1613-1622; 2. Aufl. 1659): die umfangreichste Sammlung, 6 enggedruckte
Bände, im ganzen etwa 5000 Seiten umfassend.

~Manget~, „Bibliotheca chemica curiosa“ = „Bibliothek chemischer
Merkwürdigkeiten“ (Genf 1702).

~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (Paris
1742).

                              ——————————

~Del Rio~, „Disquisitiones magicae“ = „Untersuchungen über Magie“
(Venedig 1599 und 1652).

~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ = „Über Ursprung und
Entwicklung der Chemie“ (Kopenhagen 1668); „Hermetis, Aegyptiorum, et
Chemicorum sapientia“ = „Weisheit des Hermes, der Ägypter, und der
Chemiker“ (ebd. 1674); „Conspectus scriptorum chemicorum illustriorum“
= „Übersicht der Werke berühmter Chemiker“ (ebd. 1696).

~Conring~, „De hermetica medicina“ = „Über die hermetische Medizin“
(Helmstaedt 1648 und 1669).

                              ——————————

~Welling~, „Opus mago-cabbalisticum et theosophicum“ = „Über Magie,
Kabbala und Theosophie“ (Frankfurt 1760)[5284].

~Wiegleb~, „Historisch-kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar
1777): ein kritisches Hauptwerk.

~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832).

~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848): Enthält,
außer „Alchemie“ (2, 308), noch zahlreiche einschlägige Artikel des
gelehrten, aber fanatisch-ultramontanen Verfassers.

~Graesse~, „Bibliotheca magica et pneumatica“ (Leipzig 1843).

~Figuier~, „L’alchimie et les alchimistes“ (Paris 1854).

~Schindler~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Breslau 1858).

~Meyer~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Basel 1884), 41.

~Jacob~, „Curiosités des sciences occultes“ (Paris 1885); besonders 1,
3-155.

~Poisson~, „Théories et symboles des Alchimistes“ (Paris 1891).

~Lehmann~, „Aberglaube und Zauberei“ (Stuttgart 1898), 140, 190.

~Steinschneider~, „Der Aberglaube“ (Hamburg 1900).

~Seligmann~, „Der böse Blick“ (Berlin 1910).

~Jennings~, „Die Rosenkreuzer“ (Berlin 1912), 197: sehr reichhaltiges
Material, leider in ganz unkritischer und unübersichtlicher Fassung.

~Silberer~, „Probleme der Mystik und ihrer Symbolik“ (Wien und Leipzig
1914): mißt, unter vorwiegender Berücksichtigung der ~Freud~schen
„Psychoanalyse“, in absonderlich-einseitiger, jedoch gerade hierdurch
auch wieder lehrreicher Weise, erotischen Problemen eine übertriebene
Bedeutung bei.

                              ——————————

Endlich stehen zwar, dank den angeführten und vielen anderen Schriften,
Richtung und Verlauf der +Gesamt+entwicklung im allgemeinen genügend
fest, was dagegen den +besonderen+ Anteil der einzelnen Zeiten und
Länder (namentlich betreffs der ersten Anfänge) anbelangt, so fehlt es
immer noch, und meist gerade bezüglich der entscheidenden Fragen, an
ausreichenden Vorarbeiten; diese zum Ziele zu führen, oder auch nur
mit Aussicht auf einen wesentlichen Fortschritt in die Wege zu leiten,
übersteigt aber bei weitem die Kräfte eines einzelnen.

Die nachstehenden Zeilen erheben daher nicht den Anspruch, ein irgend
vollständiges Bild zu bieten, sie sollen vielmehr nur einiges hellere
Licht auf wenige Punkte geschichtlichen Interesses werfen, die bisher
entweder keine, oder doch keine entsprechende Beachtung fanden.
Vorausgeschickt sei die Bemerkung, daß die Kirche gegenüber Alchemie
und Astrologie keineswegs stets eine unbedingt ablehnende Haltung
einnahm. Der letzteren gegenüber fand sie häufig die Zusicherung für
ausreichend, daß die Sterne nicht bewirken, sondern nur anzeigen,
während sie sich bezüglich der ersteren (wenigstens zeitweilig) mit
dem Hinweise beschwichtigen ließ, daß schon die hl. Schrift „die
das Feuer vertragenden sechs Metalle, Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
Blei, Zinn, ganz nach gehöriger Ordnung“ im 4. Buche ~Mosis~, sowie
Silber, Erz (Kupfer), Eisen, Blei, Zinn, „die man im Schmelzofen
schmilzt“, auch bei ~Ezechiel~ aufzähle[5285], im übrigen aber nichts
enthalte, was +gegen+ die Möglichkeit einer Metallverwandlung spräche;
+zugunsten+ einer solchen wurde übrigens, neben einigen noch weniger
deutlichen Stellen, der evangelische Satz angeführt: „~Jesus~ autem
transiens per medium illorum ibat“ („Jesus aber ging hinweg, ihre Mitte
durchquerend“), „denn ungesehen und geheimnisvoll wie ~Jesus~ durch die
Mitte der Pharisäer schritt, wird in der Mitte der Unwissenden auch das
Gold hervorgebracht“[5286].

                              ——————————

In +Spanien+, dessen einheimische Litteratur sich erst nach
Zurückdrängung der Araber, etwa von 1150 an, kräftiger zu entwickeln
begann, scheint die Alchemie, vermutlich gerade infolge der engen
Berührungen mit arabischen Kreisen, ziemlich frühzeitig in ihrer
Nichtigkeit erkannt und als ausgesprochen heidnische und unchristliche
Wissenschaft angesehen worden zu sein, im Gegensatze zur Astrologie,
die unter den bekannten Einschränkungen meist als zulässige und
zuverlässige Kunst galt. Schon ~Alfons~ X. von Castilien, wegen
seiner umfassenden Bildung und seiner Bemühung um Förderung geistiger
Bestrebungen aller Art „der Weise“ (richtiger: der Gelehrte) genannt,
der 1252 zur Regierung gelangte, glaubte zwar an die Astrologie und
schützte deren Ausübung in den 1265 von ihm erlassenen Gesetzen,
verbot jedoch in diesen an zwei Stellen ausdrücklich die Alchemie
als etwas Unmögliches und Unausführbares[5287]; hiermit stimmt es
überein, daß eine 1272 verfaßte Abhandlung „Tesoro“ (= der Schatz),
die teils in Prosa, teils in achtzeiligen Stanzen (den ältesten der
spanischen Litteratur) den Stein der Weisen behandelt, -- jedoch der
noch unentzifferten Geheimschrift halber vielfach unverständlich ist
--, nicht von ~Alfons~ X. herrührt, wie man früher glaubte, sondern
von einem anderen, vorerst nicht sicher ermittelten Autor[5288]. Auch
ein Neffe dieses Königs, der Prinz ~Don Juan Manuel~ (1282-1347), von
dessen gerühmten Schriften allein die „Graf Lucanor“ betitelte erhalten
blieb, eine Sammlung von Anekdoten, Geschichten und Gleichnissen
zumeist morgenländischer Herkunft[5289], macht sich im 8. Kapitel
über die Alchemie lustig, über die Leute, die vorgeben sie auszuüben
(facer alqimia)[5290], sowie über die Fürsten, die an sie glauben und
dabei abgefeimten Betrügern zum Opfer werden; die sehr unterhaltende
Erzählung, die er als Beispiel vorbringt, entstammt ebenfalls einer
orientalischen Quelle[5291]. Der Dichter ~Villena~ (1384-1434), der
sich außer mit Geschichte, Philosophie und Astrologie auch noch mit
Alchemie befaßt haben soll, galt dieserhalb für einen Zauberer[5292],
und mit einem solchen zu verkehren und seine Werke zu besitzen oder
auch nur im Munde zu führen, war bedenklich, ja selbst gefahrbringend.
Mit derlei Anschauungen ist es vielleicht auch in Verbindung zu
bringen, daß z. B. in der umfassenden Sammlung „Altspanischer
Sprichwörter“[5293] keine auf Alchemie bezüglichen vorkommen, und daß
auch in der schönen Litteratur, die sich seit dem 15. Jahrhundert
so herrlich und überreich entfaltet, einschlägige Anspielungen ganz
auffällig selten zutage treten, während astrologische aller Art sehr
häufig sind.

So z. B. eröffnet ~Gil Vincente~ (1470-1532?) eines seiner „Auto“
genannten geistlichen Festspiele mit dem Auftreten des ~Merkur~
als Planeten, der in eingehender Rede die Konstruktion des ganzen
Weltsystems vorträgt[5294]; bei ~Encina~ (1468-1534) hilft ~Merkur~
sogar einen Toten auferwecken, was bei der Geistlichkeit großen
Anstoß erregte[5295]; bei dem etwas späteren ~Carajaval~ äußern
sich u. a. ~Heraklit~ und ~Demokritos~ über die Himmel und ihre
Sphären[5296]; bei ~Yanguas~ endlich führt die Himmelfahrt der hl.
~Maria~ diese durch alle sieben Sphären, deren Götter sie willkommen
heißen, bis auf ~Venus~, die sich aus Scham verborgen hält[5297].
Von ~Lope de Vega~ (1560-1635) wird berichtet, daß er sich in seiner
Jugend den Geheimwissenschaften und „dem Labyrinth des ~Raymund
Lull~“ ergab[5298], doch der Alchemie gedenkt er nur selten und dann
in abweisendem Tone[5299], ganz so wie sein Zeitgenosse ~Bernardo~
(1568-1627) in den „Epischen Fragmenten“[5300]. Schon diesen Dichtern
gilt alles, was in Beziehung zur Magie steht, an deren Wirklichkeit
keiner von ihnen im geringsten zweifelt, für „arabisch“, rein heidnisch
und durchaus verwerflich[5301]; in ganz dem nämlichen Sinne spricht
auch ~Poyo~, dessen Stücke um 1600 erschienen, von Horoskopie,
Zeichendeuterei und Zauberei[5302]; ~Amesuna~ (1578-1635?) läßt die
Planeten-Dämonen ihre Sphären und deren Zubehör an Gold, Silber,
Edelsteinen usf. regieren und „Nigromancia“ lehren[5303]; ~Alarcon~
wieder (1580-1617) erwähnt in dem berühmten Schauspiele „Die Höhle
von Salamanca“ den allgemeinen Glauben an die Magie, an ihre Kräfte
(die richtig zu gebrauchen man „studiert“) und an die ungeheure Macht
der arabischen Zauberer, besonders der afrikanischen[5304]. Bei
~Calderon~ (1601-1681) versteht und lehrt im „Wundertätigen Magier“
(Magico prodigioso) ein gefallener Engel, der die Gestalt eines Dämons
angenommen hat, Magie und Zauberei, die Künste der Magier des Orients
gelten auch hier als die hervorragendsten, und am Schlusse erscheint
der böse Geist auf seinem Zaubertiere, der Schlange, reitend[5305].
Das Horoskopstellen spielt eine Hauptrolle in dem reizenden Lustspiele
„El Astrologo fingido“ (Der falsche Astrolog)[5306], das alsbald von
italienischen und französischen Autoren nachgebildet wurde, u. a.
auch von ~Corneille~, und auf dessen Arbeit hin noch in zweiter
Verdünnung von englischen (~Dryden~)[5307]. In den 18 Bänden der
„Fronleichnams-Festspiele“ (Autos) begegnet man sehr zahlreichen
allegorischen Figuren, -- von denen übrigens bei gleichem Anlasse schon
~Gil Vincente~ Gebrauch machte[5308] --, u. a. den 4 Elementen[5309],
den 4 Weltaltern[5310], den 7 Wochentagen, die eine Himmelskugel
mit den Tierkreisbildern und Planeten geleiten[5311], sowie dem
~Merkur~, der „alles Wissens Meister“, zugleich aber als Cherub mit
dem feurigen Schwerte auch Paradieses-Hüter ist[5312]; ferner findet
wiederholt die Astrologie Erwähnung, bald als etwas Erlaubtes[5313],
bald als etwas Teuflisches und Verwerfliches[5314]; nirgends ist
jedoch von Alchemie die Rede, auch nicht in dem Auto „Der verborgene
Schatz“[5315], das hierzu reichlichen Anlaß böte. -- Erst in der Zeit
des Verfalles der Litteratur, die etwa mit 1675 einsetzt, treten
Alchemie, Magie und Zauberei wieder mehr in den Vordergrund, und zwar
auf dem Theater vornehmlich mit Rücksicht auf Effekthaschereien und
Dekorationskünste[5316]; aufgeklärtere Geister standen indessen auch
damals dieser Vorliebe nur als Satyriker gegenüber, wie z. B. das
ausführliche Spottgedicht über die Alchemie in ~Solorzanas~ Novelle „La
garduna de Sevilla“ (um 1680) beweist[5317].

In +Frankreich+ waren Astrologie und Alchemie schon im 12. Jahrhundert
vielfach und im 13. sehr allgemein verbreitet, nicht nur in den
provençalischen Landesteilen, -- deren Litteratur zahlreiche
einschlägige Anspielungen enthält und auch allerlei Übersetzungen,
sowie einige anscheinend von einheimischen Verfassern herrührende,
jedoch ganz unselbständige Werke hervorbrachte[5318] --, sondern
auch im Norden, wie dies schon die oben angeführte Äußerung des
~Albertus Magnus~ (1193 bis 1280) über die Pariser Fälscher bezeugt.
~Langlois~ bringt hierfür in dem bereits erwähnten, trefflichen Buche
„La connaissance de la nature et du monde au moyen-âge“ eine Anzahl
Belege bei: ~Bartholomaeus Anglicus~ (der für einen Zögling der Schule
von Montpellier gilt) hält in seinem gegen 1240 verfaßten Werke „De
proprietatibus rerum“, einer der wichtigsten, vielgelesensten und
maßgebendsten Kompilationen des gesamten Mittelalters, die Existenz
der Alchemie für etwas ganz Selbstverständliches und zweifelt nicht
daran, daß z. B. die Wärme aus Erde und gewissen Zutaten ganz ebenso
das Silber und Gold hervorzubringen vermöge, wie aus Kieselsand und
Asche das Glas[5319]; der Bearbeiter des Buches „~Sidrach~“ (um 1250)
schildert die „Salbe der Philosophen“ als eine allgemeine Panacee, die
„die Aussätzigen heilt“, die Kranken gesund, die Männer unverwundbar,
die Frauen fruchtbar macht, und während der ersten acht Tage des
April[5320] durch die Philosophen und Astrologen der in Großindien
gelegenen Stadt Stramon hergestellt wird, und zwar aus 372 [= 365 + 7]
Kräutern und dem Blute des weißen indischen Drachen[5321]; nach dem
Verfasser der Erzählung „~Placidus~ und ~Timeo~“ (gegen 1300) stehen
die Metalle in engster Verbindung mit den die Geschicke lenkenden
Planeten, und diese sind nach gewissen Helden benannt, z. B. nach
~Jupiter~ und ~Merkur~, die die Griechen zu Göttern erhoben und als
Herren der Gestirne ansahen[5322], usf.

Frühzeitig fanden alchemistische Ideen auch Eingang in die poetische
Litteratur, und dies läßt ersehen, wie sehr der allgemeine Zeitgeist
sich bereits mit ihnen befreundet hatte und wie vertraut sie, bis
zu gewissem Grade, auch jener großen Menge geworden waren, die den
Leser- und Hörerkreis volkstümlicher Dichtungen bildete[5323]. Eines
der lehrreichsten zugehörigen Beispiele enthält der altfranzösische,
fast 24000 Verse umfassende „Roman de la rose“, der um 1237 von
~Guillaume de Loris~ begonnen und um 1277 von ~Jean Clopinel~ (genannt
~de Meung~) vollendet wurde und fast fünf Jahrhunderte lang eines
der volkstümlichsten, verbreitetesten und einflußreichsten Bücher
der französischen Litteratur blieb, -- dank dem novellistischen
Interesse seiner Fabel, der beispiellos kühnen Satire auf weltliche
und geistliche Macht und dem Reize dunkler naturgeschichtlicher
Anspielungen. Zu den letzteren zählt auch eine alchemistische Stelle,
in der der Verfasser schildert, wie die Natur immer und überall
der Kunst überlegen bleibe, worauf er im Hinblicke auf letztere
fortfährt[5324]:

    „Und brächt’ Alchemie ihr auch bei, die Metalle
    Mit farbigem Glanz zu tingieren alle,
    Sie könnte, und sollt’s um ihr Leben sich handeln,
    Doch Art nie wirklich in Art verwandeln, --
    Sie müßte denn erst einen Weg ersinnen,
    Die ‚materia prima‘ zurückzugewinnen:
    Daß sie ihr Lebtag dessen Spur
    Nicht findet, dafür sorgt Natur.
    Mag sie nun noch so mühsam streben,
    Den Stoffen die Urform zurückzugeben,
    Fruchtlos bleibt sie des Werks beflissen,
    Denn ihr Fehler ist: nicht zu wissen,
    Wie ihr das Elixir gelänge,
    Dem die richtige ‚Form‘ entspränge,
    Die, mit ‚Materie‘ im Verbande,
    Die einzelnen Stoffe bringt zustande, --
    Dies Elixir, das erscheinen muß,
    Bringt einer die Sache recht zum Schluß.
    Dennoch aber, und mit Vergunst,
    Ist Alchemie eine wahre Kunst;
    Wunderbare Dinge fände,
    Wer sie nur so recht verstände.
    Würd’ +der+ sich an die Substanzen machen
    Mit Hilfe der seltsamen Siebensachen,
    Die zu sotanem Werke nötig:
    +Der+ fänd’ sie zu jeglicher Wandlung erbötig.
    Er ändert ihre Komplexion
    Durch diese und jene Digestion,
    Und wenn die Verwandlung gelungen ganz,
    So hat er eine +neue+ Substanz,
    Und die +alte+ ging auf in Dunst.
    So wissen die Meister der Glasmacherkunst
    Aus den Pflanzen vom Strand am Meer[5325]
    Asche und Glas zu stellen her
    Kraft einer Läuterung sanft und milde;
    Und doch ist die Pflanze kein Glasgebilde,
    Und auch das Glas kein Gewächs im Meer!
    Dann, -- wenn der Blitz und der Donner schwer
    In den Boden schlägt: da wird sich Dir zeigen,
    Wie den Gesteinen Dämpfe entsteigen,
    Die sonst niemals aus Felsen brechen.
    Bist Du nun Kenner, dann magst Du sprechen
    Und die Ursache machen kund,
    Die solcher Wandlung liegt zu Grund,
    Völlig die Stoffe umgestaltet,
    Völlig neu an ihnen entfaltet
    (Sei es durch Zwang, sei’s durch Natur)
    Fremdes Wesen und fremde Figur.

      Wer gründlich erfaßt diese Wege alle,
    Verwandelt leicht auch die Metalle.
    Er weiß von Beimischung sie zu befreien
    Und ihnen die rechte Form zu verleihen,
    Er macht sie die Nachbarstufen durchschreiten,
    Die eine zur andren hinüberleiten,
    Bis +so+ das Werk er fertig bringt,
    Wie der Natur es selbst gelingt:
    Denn, wie in weisen Büchern zu lesen,
    Laßt diese der Metalle Wesen
    Aus Schwefel und Quecksilber sich gestalten
    Durch mancherlei Kraft in der Erde Spalten.
    Wer nun die Geister
    Zu nützen wüßt’ als Meister,
    Wer ihre Kraft könnt’ zwingen
    Ins Innre der Stoffe zu dringen
    Und, ohne wieder zu verfliegen,
    Im reinen Stoffe festzuliegen,
    (Denn +rein+ muß der Schwefel sein wie billig,
    Zu weißer und roter Tingierung willig), --
    +Der+ wäre Fronherr der Metalle,
    Und wandelte nach Wunsch sie alle.

      Der, dem die Alchemie ist hold,
    Gewinnt gar leicht aus Quecksilber Gold,
    Und verleiht ihm den Glanz und der Schwere Kraft
    Durch Zutaten, die er sich billig verschafft.
    Aus Gold auch macht er sich Edelsteine
    Herrlich leuchtend in lautrem Scheine
    Und aus gemeiner Metalle Substanz
    Zeugt er Silber von hellem Glanz
    Durch kräftig bleichende Medizinen,
    Die die Form zu veredeln dienen.
    Doch nichts von all dergleichen Dingen
    Wird dem Sophisten[5326] je gelingen:
    Der mühet sich, Zeit seines Lebens,
    Natur zu meistern ganz vergebens.“

Wie eindrucksvoll diese in geschickter und leicht faßlicher Weise
vorgebrachten Lehren für die Dauer blieben, bezeugt die Tatsache,
daß noch ~Palissy~ (1510-1590?), der hervorragende Technologe und
Vorkämpfer der induktiven Methode, neben den Werken des ~Geber~ und
des ~Arnold~ von ~Villanova~ den „Roman de la Rose“ als wichtigste der
von den Vorfahren hinterlassenen Schriften bezeichnet[5327]. Er selbst
verwirft übrigens wie die Astrologie[5328] so auch die Alchemie[5329],
deren Theorien und Methoden durchaus unsinnig und betrügerisch
sind[5330]; freilich versichern so manche der zahlreichen Alchemisten
und Ärzte Frankreichs, an den künstlichen Edelmetallen, sowie an ihrem
die größten Wunderkuren verrichtenden „trinkbaren Golde“ viel Geld zu
verdienen; aber bis sein Wunsch in Erfüllung gehe, deren Verfahren
selbst ausüben zu lernen, ziehe er vor, stillzuschweigen und jenen die
Beweise für ihre Behauptungen zu überlassen[5331]. Diesen gemäß müßte
übrigens das Gold, um in Lösung gehen zu können, in Schwefel und das
giftige Quecksilber zerfallen, aus denen es, gleich sämtlichen anderen
Metallen, nach den Lehren aller „Philosophen“ bestehen und entstehen
soll, -- woran nur insofern etwas Richtiges sein mag, als diese Stoffe
vielleicht irgendwie bei der Abscheidung der Metalle und Erze im Innern
der Erde mitwirken, dann aber gleich unbrauchbaren Schlacken wieder
abgeschieden werden[5332].

Für ~Palissys~ großen Zeitgenossen ~Rabelais~ (1483-1555) sind
Astrologen und Alchemisten ein unerschöpflicher Gegenstand beißenden
Witzes, und in unnachahmlicher Weise trifft die Lauge seines Hohnes
bald ihre Voraussetzungen und Deutungen, bald die Erzeugnisse ihrer
„Künste“, -- zu denen auch die von Hühnern blank verdauten Perlen
gehören[5333] --, bald die „chaldäischen“ Wirkungen, ausgeübt von
den 7 planetarischen Metallen und Steinen, in Form von Ringen, von
Weinkrügen, von Statuen, die in einem verborgenen Zaubertempel
aufgestellt sind, usf.[5334]. -- Mit gleich scharfem Spotte äußert
sich ~Periers~ in den geistvollen Satiren seines „Cymbalum mundi“ (=
„Weltglocke“; 1537) und der „Nouvelles récréations“ (1558)[5335]:
die Alchemisten sind und bleiben Schwindler und Betrüger, groß im
Versprechen, klein im Halten, verheißen den Gläubigen die Geheimnisse
des Königs ~Salomon~ und der Prophetin ~Maria~, speisen sie aber mit
Redensarten ab, stellen ihnen den Stein der Weisen in Aussicht,
liefern jedoch statt dessen Sand, lassen die Getäuschten rechtzeitig
im Stiche, suchen neue Anhänger, finden sie auch, und werden hierin
fortfahren, so lange sie solche finden.

Zu sehr weit zurückliegender Zeit faßte die Alchemie in +Italien+
Boden, woselbst (wie oben erwähnt) nachweislich auch zahlreiche
Geistliche des 12. und 13., und vermutlich bereits solche des
11. Jahrhunderts, sie auf das Eifrigste betrieben; damit, daß
„Italien diese Krankheit so sehr früh durchmachte“, steht es nach
~Burckhardt~[5336] im Zusammenhange, daß es sie auch als erstes aller
Länder glücklich überstand, nämlich „dem Wesentlichen nach schon im
Verlaufe des 14. Jahrhunderts“, um dessen Mitte die große Kunst in den
Augen der Einsichtigen „bereits allen ihren Reiz eingebüßt hatte“ und
zum bloßen Werkzeuge der Übervorteilung und des Betruges herabgesunken
war. Demgemäß versetzt ~Dante~ schon in der um 1300 vollendeten
„Hölle“ den Alchemisten, der auf verbotenen Wegen (vielleicht auch
im Bunde mit bösen Geistern) als „Affe der Natur“ die echten Metalle
nachzuahmen suchte, in die tiefste, dem Höllenfeuer zunächst liegende
der zehn „Bolgen“[5337]; desgleichen spricht ~Petrarca~ (1304-1374) in
seiner 1366 verfaßten Abhandlung „De remediis utriusque fortunae“ mit
schärfstem Hohn und denkbar größter Verachtung und Erbitterung über das
Treiben der Alchemisten, und wählt als Motto des betreffenden Dialoges
das Distichon:

    „Alchemistischer Trug, der Vielen ein Gipfel der Kunst scheint,
    Haß nur erweckt er dem Mann, der die Betörten verlockt[5338].“

Auch der Münzfälschung gelten die Goldmacher wenn nicht für überwiesen
so doch für verdächtig, und derlei Vorfälle scheinen Anlaß zu der
diesen öffentlichen Schaden ausdrücklich erwähnenden Bulle Papst
~Johannes~ XXII. (1316-1334) gegeben zu haben, die jede Ausübung
der Alchemie grundsätzlich verbot[5339]; eine Wirkung erzielte sie
natürlich nicht, es sei denn die, daß man den Papst selbst als geheimen
Alchemisten hinzustellen versuchte, der aber bei seinen Bemühungen vom
Glück nicht begünstigt gewesen sei[5340].

Zur Zeit der Renaissance, während derer die italienischen (aber auch
andere) „Meister“ in den nordischen Ländern und an deren Fürstenhöfen
die lohnendsten Erfolge einheimsten und zu niegesehenem Einflusse
gelangten, spielte die Alchemie in Italien selbst nur mehr eine
ganz untergeordnete Rolle, so daß z. B. der „Große Rat“ zu Venedig
die fernere Ausübung dieser Betrügerei schon 1488 ein für allemal
untersagte[5341], und am päpstlichen Hofe die wenigen, die ihr noch
anhingen, für „ingenia curiosa“, (= nicht recht gescheit) galten[5342].
Als daher 1514 der „große“ ~Aurelio Augurelli~ (1441-1524) dem Papste
~Leo~ X. seine poetische Darstellung und Verherrlichung der Alchemie
überreichte[5343], in der er u. a. den kühnen, schon dem ~Raymund
Lull~ zugeschriebenen Satz erneuerte: „Das Meer würde ich in Gold
verwandeln, bestünde es aus Quecksilber“, ließ ihm jener aufgeklärte
Fürst als Gegengeschenk einen leeren Beutel verabfolgen und tröstete
den Betroffenen mit den Worten: „Wer selbst Gold zu machen versteht,
bedarf nur einer Börse, um es aufzubewahren.“

~Lionardo da Vinci~ (1452-1519), der mit erstaunlichen
naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen allgemeinen
Charakters auch weitgehende besondere Erfahrungen über chemische
Operationen mannigfaltiger Art verband[5344], war ein abgesagter
Feind „der lügnerischen und verderblichen Kunst der Alchemie und
ihrer fälschenden und betrügenden Anhänger“, bestritt, daß Schwefel
und Quecksilber Bestandteile der Metalle seien, und erklärte die
künstliche Darstellung des Goldes für ebenso unmöglich wie die
Quadratur des Kreises oder die Erfindung des Perpetuum mobile[5345].
Ähnliche Ansichten äußert auch sein Zeitgenosse, der hervorragende
Technologe ~Biringucci~ (1480-1539?), -- der feststellt[5346], daß
noch kein Alchemist jemals die Wahrheit seiner Versicherungen auch
nur im geringsten Punkte nachgewiesen habe, daß er selbst an derlei
Möglichkeiten nicht glaube und nichts über sie wisse, und daß die
Metalle weder Schwefel noch Quecksilber enthielten[5347] --, sowie der
etwas spätere ~Garzoni~, der Verfasser des enzyklopädischen Werkes
„Piazza universale“ (1585); nach Wiedergabe der alchemistischen
Verheißungen ruft er dem Leser ein „Hüte Dich!“ zu[5348] und empfiehlt
dem nach Silber und Gold Begehrenden, sich lieber in irgend ein Münzamt
zu begeben, woselbst er die beste „Alchemie“ vorfinden werde, nämlich
die wahre Kunst des Goldmachens[5349].

In ~England~ war die Alchemie im 13. und 14. Jahrhundert nicht minder
verbreitet als in Frankreich; während der andauernden Kämpfe zwischen
diesen beiden Ländern, die die englischen Finanzen wiederholt in
die mißlichste Lage brachten, scheint sie in nahe Beziehungen zur
Münzfälschung getreten zu sein, die von englischer Seite zeitweise
geradezu von Staats wegen gefördert wurde, angeblich auch, um
den feindlichen Wohlstand durch das in Umlauf gesetzte Truggold
zu schädigen. Jene äußerst anrüchige Verbindung, die zu mehrmals
wiederholten strengen Verboten führte, u. a. durch ~Carl~ V. (1380)
für Frankreich und ~Heinrich~ VI. (1404) für England[5350], erklärt
wohl die Tatsache, daß die Alchemie in England verhältnismäßig
frühzeitig in so völligen Verruf kam, wie ihn das 4. Buch der
„Confessio amantis“ des Dichters ~Gower~ (vollendet 1390)[5351] und
in noch höherem Grade die „Canterbury-Tales“ seines Zeitgenossen
~Chaucer~ (verfaßt 1391?) ersehen lassen: die ganze ausführliche
„Erzählung des Canonicus“[5352] ist eine einzige schonungslose Satire
auf das unverschämte Auftreten, die frechen Vorspiegelungen und die
gemeinen Betrügereien der Alchemisten, dieser würdigen Klienten ihrer
Schutzpatrone, des ~Platon~, ~Hermes~ und ~Arnold~ von ~Villanova~. --
Auf die Dauer hielt diese Erkenntnis überlegener Geister freilich auch
hier nicht vor, und im 15. und 16. Jahrhundert zeigt sich die gerade
in England besonders konservative Denkweise der großen Menge wieder
völlig durchsetzt von alchemistischen und astrologischen Vorstellungen
und Gedanken. Daß solche jedermann verständlich waren und selbst dem
gewöhnlichen Theaterbesucher durchaus vertraut klangen, beweisen
die sehr mannigfaltigen Anspielungen auf dramatischem Gebiete: so
z. B. erhalten in „Maria Magdalena“, einem der seit 1450 besonders
zahlreichen und beliebten „Moralitäten- und Mysterien-Spiele“, die
ausziehenden 7 „Fürsten der Hölle“ (= 7 Todsünden) als Geschenke der
Planeten deren 7 Metalle, von der Sonne das Gold, vom Monde das Silber,
vom Mars das Eisen, vom Merkur das Quecksilber, von der Venus das
Kupfer, vom Jupiter das Zinn, vom Saturn das Blei[5353]; die zwischen
1590 und 1612 auf der Bühne erschienenen Werke ~Shakespeares~ wimmeln
von alchemistischen und astrologischen Hinweisungen[5354]; sehr häufig
finden sich solche auch in den Stücken seiner Zeitgenossen, u. a. des
~Lilly~ (1554-1602), z. B. in der „Gallathea“[5355], sowie in „The
woman in the moon“, worin „Natur“ eine Hirtin ~Pandora~ erschafft und
mit allen möglichen Gaben ziert, „geraubt den Göttern der 7 Planeten“,
die dann zur Rache „aufgehen“ und ~Pandora~ auch aller ihrer bösen
Eigenschaften teilhaftig machen, bis sie zuletzt unter dem Einflusse
der Luna „lunatic“ (wahnsinnig) wird[5356]; ~Ben Jonsons~ Lustspiel
„Der Alchemist“ (1610) setzt sogar eine völlig ins einzelne gehende
Kenntnis des alchemistischen Schwindels, mindestens aber ein sehr
lebhaftes Interesse für ihn voraus[5357].

Auch in einem bald nach 1500 verfaßten erzählenden Gedichte des
~Hawes~, Hofpoëten König ~Heinrich~ VII., besiegt ein die „Seele“
verkörpernder Ritter das „Ungeheuer der 7 Metalle“, dessen Glieder eine
Zauberin unter dem Einflusse der gerade regierenden Planeten schuf,
-- das Haupt aus Gold, den Nacken aus Silber, die Brust aus Eisen,
die Vorderfüße aus Messing [Mischmetall?], den Rücken aus Kupfer, die
Hinterfüße aus Zinn, den Schweif aus Blei[5358] --, und noch in den um
ein Jahrhundert jüngeren Erzählungen des ~Barclay~, „Euphormio“ (1603)
und „Argenis“ (1621), diesen (in lateinischer Sprache geschriebenen)
Moderomanen der Zeit, die ihren Weg sofort durch alle Länder Europas
nahmen, spielen Alchemie und Astrologie eine ausführliche, sichtlich
den Bedürfnissen des Leserkreises angepaßte Rolle[5359].

In wissenschaftlicher Hinsicht sei daran erinnert, daß ~Bacon~ von
~Verulam~ (1551-1626) zwar die eigentliche Alchemie verwirft, dagegen
auf Grund seiner eigenen Theorien vom Wesen der Materie die Umwandlung
der unedlen Metalle in edle, sowie die künstliche Darstellung des
Goldes für sehr wohl möglich erklärt; er gibt hierzu sogar eine
ausführliche Anweisung, die darauf hinausläuft, die einzelnen, seiner
Ansicht nach selbständig bestehenden „Formen“ des Goldes, also die
gelbe Farbe, den Glanz, die Dehnbarkeit und Hämmerbarkeit, das hohe
spezifische Gewicht usf., zu vereinigen, um so eine Art Synthese des
Goldes zu bewerkstelligen[5360]. -- Während der folgenden Jahrhunderte
traten in England noch eine ganze Reihe einflußreicher Alchemisten auf,
deren Schriften in ~Ashmoles~ „Theatrum chemicum Britannicum“[5361] und
zum Teil auch in den „Collectanea chemica“ abgedruckt sind[5362]. Kaum
glaublich erscheint es, daß noch 1702 ~Dickinson~ großes Aufsehen mit
der Behauptung erregen konnte, der Mensch enthalte infolge astraler
Einflüsse wahres Quecksilber im Blute und wahre Metalle in Fleisch,
Eingeweiden und Exkrementen, so daß man aus seinem Körper Gold, die
Universaltinktur, sowie den Stein der Weisen auszuziehen vermöge[5363];
aber sogar noch 1779 kaufte das Parlament einer alten Jungfer namens
~Jane Stephens~ ihr Verfahren zur Herstellung des Steines der Weisen
für 5000 Pfund ab, „um es zum allgemeinen Nutzen öffentlich bekannt
zu machen“, -- „jedoch (so sagt ~Wiegleb~ sehr hübsch)[5364], wie
gewöhnlich, bekannt gemachte Geheimnisse verlieren ihren Wert!“

Für +Deutschland+ zählen die oben angeführten Berichte bei ~Adam~
von ~Bremen~ (gest. 1076) über das Erscheinen eines byzantinischen
Alchemisten namens ~Paulus~ am Hofe des Erzbischofs ~Adalbert~ von
~Bremen~[5365], -- er behauptete, Kupfer in Gold verwandeln zu können
--, sowie des ~Albertus Magnus~ über die Tätigkeit der Kölner Fälscher
jedenfalls zu den ältesten Erwähnungen der Alchemie. Irrtümlich ist
die Behauptung, daß ihrer auch der sprachgewaltige Kanzelredner Bruder
~Berthold~ von ~Regensburg~ (gest. 1272) gedenke, denn in seinen
Predigten erwähnt er zwar oft die 7 Planeten und ihre vielerlei
Kräfte[5366], auch die vier Elemente[5367], das Wachsen von Gold und
Silber in der Erde[5368], die Legierungen von Zinn mit Gold und Kupfer,
deren erstere sich wieder zerlegen lasse, während die letztere „kein
Meister und nicht die ganze Welt voneinander bringen kann“[5369],
nirgends berührt er aber auch nur mit einem Worte die Goldmacherei.

Außerordentlichen Aufschwung nahmen Alchemie und Astrologie seit
Beginn der Renaissance, die zwar den Hang zur Mystik und sog.
Geheimwissenschaft allerorten steigerte, nirgendwo aber in höherem
Maße als in Deutschland, dessen Zersplitterung und Kleinstaaterei
den „Adepten“ ein von der kaiserlichen bis zur bescheidensten
reichsunmittelbaren Hofhaltung herabreichendes, ebenso ausgebreitetes
wie lohnendes Feld der Tätigkeit eröffnete. Unter den Größen des 15.
Jahrhunderts sei an dieser Stelle nur „die Leuchte der Weisheit“, der
hochgelehrte Abt ~Trithemius~ von Sponheim bei Kreuznach (1462-1516)
erwähnt; er selbst scheint zwar nichts von Goldmacherei gehalten zu
haben, sein 1506 zu Passau schon gedruckt erschienenes „Wunderbuch“
ist aber eine wahre Fundgrube abergläubischer Vorstellungen, u. a.
derer über die 7 Planeten, ihre Geister und Zeichen[5370]; über
die zugehörigen Pflanzen, Steine und Metalle, sowie deren innere
Verwandtschaft mit den Wandelsternen[5371]; über die unreifen und
reifen Metalle nebst ihren Zwittern und Hermaphroditen (auch einen aus
Eisen und metallischem Antimon)[5372]; über das ägyptisch-chaldäische
„Elektron magicum“, eine aus allen sieben Metallen zusammengeschmolzene
Legierung, deren unbeschreibliche Eigenschaften sie besonders geeignet
zur Anfertigung von Zaubervorrichtungen aller Art machen[5373], usf.

Bei ~Trithemius~ erwarb, nach eigener Angabe, einen erheblichen Teil
ihrer alchemistischen Kenntnisse die größte Gestalt der deutschen
Renaissance, ~Theophrastus Paracelsus~ (~Hohenheim~; 1483-1541), auf
dessen überragende Bedeutung für die Geschichte der Medizin, der
Chemie und anderer Wissenschaften nebst ihren Seitenzweigen, aber auch
für die des Humanismus und der Mystik, hier nur hingewiesen, nicht
eingegangen werden kann. Der Umfang seiner überlieferten einschlägigen
Schriften, -- sie füllen in der Sonderausgabe von ~Waite~[5374] etwa
800 Seiten in Großquart --, die Schwierigkeit, sie angesichts des
fast völligen Mangels eigenhändiger Manuskripte in echte, entstellte
und untergeschobene zu sondern, die Unsicherheit betreffs ihrer
zeitlichen Entstehung, nicht zum mindesten auch die Dunkelheit und
Zweideutigkeit des Ausdruckes, machen es ungewöhnlich schwer, über
die wahren Ansichten des ~Paracelsus~ Klarheit zu gewinnen. An vielen
Stellen verwirft er die eigentlichen Lehren der Alchemisten, „dieser
Narren, die leeres Stroh dreschen“; an vielen billigt er sie, wenn auch
oft nur zum Teil und in abgeänderter Weise, wie er denn Schwefel und
Quecksilber als die beiden Grundbestandteile aller Substanzen annimmt,
ihnen aber „Salz“ als einen gleich wichtigen dritten hinzufügt; an
anderen deutet er sie symbolisch um, und an wieder anderen überträgt
er sie aus dem Gebiete der Chemie in das der Medizin und gelangt so zu
seinen iatrochemischen Elixiren, Essenzen, Quintessenzen („Tugenden
der Dinge“), Tinkturen, Arkanen[5375], Panaceen, Allheilmitteln
und Universalpräparaten[5376]. Die durch ~Paracelsus~ und die
Paracelsisten entfesselte Bewegung war mächtig und tiefgreifend;
nicht nur im deutschen Reiche, sondern in allen Kulturländern löste
sie geistige Kämpfe von weitgehender Bedeutung aus, und wie so oft
in derlei Fällen trugen die Mißverständnisse und Übertreibungen der
Schüler nicht zum wenigsten dazu bei, auch den schwachen Lehren des
Meisters unverdiente Beachtung zu verschaffen, hier also der Alchemie
zu neuem und gesteigertem Ansehen zu verhelfen.

In der Zeit vor und gegen 1500 war dieses auf einen gewissen Tiefpunkt
gesunken, so daß z. B. ~Sebastian Brand~ im „Narrenschiff“ (1494) die
Alchemisten und Astrologen nicht nur als Narren hinstellt, sondern
als Gauner, Betrüger und gemeingefährliche Fälscher[5377]; als solche
sahen sie auch die Behörden an, und es erklären sich hieraus die
wiederholten und strengen Verbote der Alchemie, wie sie u. a. 1492 die
Reichsstadt Nürnberg erließ, allerdings ohne dauernden Erfolg[5378].
Noch für den in den Naturwissenschaften nicht unbewanderten
~Melanchthon~ (1497-1560), der übrigens Schwefel und Quecksilber als
Universalelemente bestehen ließ, ist die Alchemie nichts weiter als ein
„sophistischer Schwindel“[5379], während ~Luther~ (1483-1546) zwar die
Astrologie mit fast gleichlautenden Worten verwirft[5380], die Alchemie
aber mit Rücksicht auf die Wiederbelebung der getöteten Metalle milder
beurteilt, „besonders um ihrer Allegorie und heimlichen Deutung willen,
die überaus schön ist, nämlich die Auferstehung der Toten am jüngsten
Tage“[5381]. Irrtümlich ist die Angabe, daß auch sein Zeitgenosse
~Agricola~ (1494-1555) zu Chemnitz ein Freund oder gar Förderer der
Alchemie gewesen sei; die Schriften, aus denen dies gefolgert wurde,
gehören nämlich nicht ihm an, sondern einem Namensvetter, während
er selbst sich in seinen ausgezeichneten und geradezu grundlegenden
mineralogischen und metallurgischen Werken durchaus zurückhaltend
äußert und allenfalls nur die Frage nach der bloßen Möglichkeit einer
Metall-Verwandlung als eine vorerst noch offene bestehen läßt.

Etwa von 1550 an schwillt allerorten, zumeist aber in Deutschland,
die alchemistische Litteratur zur Hochflut auf, so daß um 1650 die
Zahl der zugehörigen Werke von ~Borelli~ auf annähernd 4000, und um
1720 von ~Rothscholz~ auf über 5000 beziffert wird[5382], -- und alles
dies, ohne daß auch nur ein einziger wirklich neuer Gedanke befruchtend
eingriffe! Der Alchemie huldigen nicht nur die Mystiker, wie etwa
~Khunrath~ (1560 bis 1605), Verfasser des „Amphitheaters der ewigen
Weisheit“ und des „Dreieinigen natürlichen Chaos der Chemiker“, oder
~Jakob Böhme~ (1575 bis 1624), der sich in der „Signatur der Dinge“,
der „Aurora“ usf., an der Macht der Planeten und ihres Zubehörs,
an den Kräften des „Marcurius“ und „Sallniter“, an den Wundern des
Schwefels, Quecksilbers, Salzes, u. dgl. mehr, gar nicht genug zu tun
weiß, sondern auch die bedeutendsten Naturforscher des Zeitalters,
u. a. ~Libavius~ (gest. 1616), ~Van Helmont~ (1577-1644), der den
Stein der Weisen selbst in der Hand gehabt und mit größtem Erfolge
gebraucht hat, ~De la Boe~ (1614-1672), ~Kunckel~ (1630-1702), ja zum
Teil sogar ~Boyle~ (1626-1691) und ~Boerhaave~ (1686-1738); und doch
hatte dieser selbst nachgewiesen, daß die Metalle weder Schwefel noch
Quecksilber enthielten, daß die Fixation des letzteren unmöglich sei,
und daß sich Blei nicht in Quecksilber überführen lasse[5383]. Auch
für diese Periode findet sich also bewährt, was ~Kopp~ betreffs des
Mittelalters ausspricht: „Daran, daß die Alchemie ihr Problem lösen
könne, glaubten fast alle, daran, daß sie es bereits gelöst habe,
und zwar mit großartigem Erfolge, die meisten, selbst hervorragende
geistige Größen[5384].“

Sehr vereinzelt stehen unbedingte Verurteilungen da, wie die durch
den berühmten Jenaer Mediziner und Anatomen ~Rolfink~ (1599-1673),
der die an Alchemie Glaubenden den Starblinden gleichstellt[5385],
oder durch den, trotz aller Absonderlichkeiten, von staunenswertem
Wissen erfüllten ~Athanasius Kircher~ S. J. (1665); dieser will zwar
nicht bestreiten, daß vordem, jedoch freilich nur mit Hilfe des
Teufels, künstliches Gold gemacht worden sei, im übrigen sind aber
für ihn einfach alle Astrologen Beutelschneider und alle Goldmacher
Münzfälscher[5386]. Der gesunde Sinn solcher Männer verdient
aufrichtige Bewunderung, wenn man liest: wie sich 1629 der Vorsteher
der kurfürstlichen Sammlung in Dresden bemühte, die 7 Hauptmetalle den
Kräften der 7 Planeten gemäß aufzustellen und „auszuteilen“[5387]; wie
1669 ~Becher~, in vielem unbedingt einer der offensten Köpfe seiner
Zeit, mit weitläufigen Darlegungen die Behauptung verteidigt, König
~Salomon~ habe, trotzdem er genötigt war Gold aus Ophir holen zu lassen
und seine Untertanen übermäßig zu besteuern, doch den Stein der Weisen
besessen[5388]; wie 1682 der gelehrte Jenaer Professor ~Wedel~, dessen
altes bleiernes Tintenfaß zufällig durch Quecksilber beschädigt worden
war, die abenteuerlichsten Hypothesen über die Ursache der plötzlichen
Umwandlung des einen Metalles in das andere erörterte[5389]; wie der
überaus belesene Polyhistor ~Morhof~ 1719 die Transmutation der Metalle
für eine zweifellose Tatsache erklärte[5390]; wie Kaiser ~Franz~
I. 1746 gegen den vermeintlich im Besitze des Steines der Weisen
befindlichen Adepten ~Sehfeld~ „peinlich inquirieren“ ließ, und der
sonst so mißtrauische ~Friedrich der Grosse~ 1751 zur Durchführung
alchemistischer Versuche seitens einer Frau ~von Pfuel~ 10000 Taler
bewilligte[5391]; wie 1764 ~Koelreuter~ zugunsten seiner grundlegenden
Beobachtungen über Pflanzenbastarde anführt, daß sie trefflich mit
den Theorien der Alchemisten hinsichtlich der Umwandlung der Metalle
übereinstimmen[5392]; endlich, wie 1760 der keineswegs ganz ungläubige,
aber durchaus ehrliche ~Justi~[5393], vor allem aber 1777 der
ebenso sachverständige wie unbestechliche ~Wiegleb~[5394], zwar die
völlige Nichtigkeit der Alchemie mit den überzeugendsten Gründen für
jedermann nachwiesen, der für solche empfänglich ist, einen dauernden
Erfolg aber nicht zu verzeichnen hatten. Schon wenige Jahre später
vermochte ein Schwindler wie ~Price~, Mitglied der Londoner „Royal
Society“, -- der sich schließlich vergiftete, als diese Gesellschaft
auf ernstliche Untersuchung drang --, das Urteil auch der deutschen
Gelehrten derartig irrezuführen, daß 1782 selbst der aufgeklärte
und scharfsinnige ~Lichtenberg~ schwarz auf weiß versicherte, ihm
vorerst den Glauben nicht versagen zu können[5395]; ebenso wurden erst
1789 die Ankündigungen des redlichen Halleschen Theologieprofessors
~Semler~, denen gemäß in seinen vor den Fenstern stehenden Gläsern
Goldblätter etwa so wuchsen wie Hyacinthen, als Ausflüsse eines
Betruges aufgedeckt, dem der Leichtgläubige selbst zum Opfer gefallen
war[5396]. Aber auch diese Enthüllungen, die großes und berechtigtes
Aufsehen erregten, fielen rasch der Vergessenheit anheim, und von 1796
an konnte ~Kortum~[5397] mit Hilfe des damals in Gotha erscheinenden
„Reichsanzeigers“ weite ungelehrte und gelehrte Kreise mit dem
Glauben an das Bestehen einer vielverzweigten „Deutschen Hermetischen
Gesellschaft“ erfüllen und sie über ein Jahrzehnt lang in einer Weise
an der Nase herumführen, die dem witzigen Verfasser der „Jobsiade“
insgeheim manche vergnügte Stunde bereitet haben mag.

Einen nochmaligen Aufschwung nahm die Alchemie im Zeitalter der
Romantik, das dem Mystizismus, dem Glauben an Wunderwirkungen,
Geister, Gespenster usf. ganz außerordentlich ergeben war, -- es
braucht in dieser Hinsicht nur an den polaren „männlichen und
weiblichen Feuerstoff“ des Jenenser Mediziners ~Voigt~[5398], oder an
den „tierischen Magnetismus“ erinnert zu werden, dessen Entdecker,
~Mesmer~ (1734-1815)[5399], sich schon 1766 durch die abenteuerliche
Dissertation „Über den Einfluß der Planeten auf den menschlichen
Körper“ hervorgetan hatte. Begünstigend, wenn nicht geradezu fördernd,
erwies sich dabei die Haltung der sog. Naturphilosophie. Läßt doch
selbst der Begabteste ihrer Vertreter, ~Schelling~ (1775-1854), in
der „Philosophie der Kunst“ (1802)[5400], in seiner „Zeitschrift für
spekulative Physik“[5401] und der „Neuen Zeitschrift für spekulative
Physik“[5402], in den „Ideen zu einer Philosophie der Natur“[5403]
usw., eine Fülle ebenso wortreicher wie nichtssagender, völlig hohler
Redensarten niedergehen, die auf eine noch unfertige Jugend nur
verwirrend wirken konnten: Da beweist die Naturphilosophie, daß den
verschiedenen Ordnungen der Metalle, dem Silber oder Gold, gleiche
Ordnungen am Himmel entsprechen; daß die Gestirne auf die Bildungen
der Erde Einflüsse von eigentlich magischer, mit der gewöhnlichen
natürlichen ganz unvergleichbarer Art ausüben; daß hierbei die Gesetze
der Zahl und des Abstandes der Planeten mitspielen, die zugleich
Einsicht in das innere System der Töne eröffnen, wobei sich die
Zentripetalkraft als Rhythmus, die Zentrifugalkraft aber als Harmonie
erkennen lassen; da ist die Rede von den geheimnisvollen Zusammenhängen
zwischen den vier edlen Metallen (hier Gold, Silber, Quecksilber,
Platin) und dem Reiche der Planeten; da wird die wahrhafte innere
Gleichheit und absolute Identität aller Materien und die Lehre von
den Metamorphosen dieser Urmaterie verkündigt usf. Es waren derlei
phantastische Träume, wie sie diese Werke, in noch erhöhtem Maße
aber das berüchtigte, seit 1810 in wiederholten Auflagen erschienene
~Oken~sche „Lehrbuch der Naturphilosophie“ erfüllten[5404], aus denen
~Liebig~, der 1821 in Erlangen ~Schellings~ Hörer gewesen war, „mit
Schrecken und Entsetzen“ erwachte[5405]; von ihnen umnebelt sah noch
1824 der Bonner Chemieprofessor ~Wurzer~ in den von ihm geprüften
Mineralwässern „organische Verbindungen von der Physik und Chemie
unerreichbaren Imponderabilien und geheimnisvollen Potenzen“[5406],
erklärte sich noch 1832 der verdiente Historiker der Alchemie,
~Schmieder~, als durchdrungen von der Erkenntnis, daß das Goldmachen
eine Tatsache sei, und daß es einzelne bevorzugte Besitzer des Steines
der Weisen allezeit gegeben habe und noch immer gebe[5407].

Der Glauben an die Möglichkeit der Alchemie ist übrigens bis auf
den heutigen Tag nicht völlig erloschen, ja die gegen Ende des 19.
Jahrhunderts, als ein unverkennbares Zeichen der Zeit, abermals
allerwärts und in überraschender Weise hervortretende Neigung zu
Okkultismus, Mystik, Astralkunde, Theosophie, Spiritismus usf.,
führte ihm neue Nahrung zu. So entstand in Paris 1894 eine „Société
hermétique de France“[5408] und bald darauf eine „Société alchimique
de France“[5409], in deren Laboratorien ~Jollivet-Castelot~ und
seinen Freunden die Darstellung des Goldes gelang oder doch beinahe
gelang[5410]; seit 1890 erschien eine „Bibliothèque rosicrucienne“,
seit 1894 eine „Collection hermétique“ in zwei Serien, seit 1896 eine
Monatsschrift „Hyperchimie et Rosa alchemica“, seit 1904 eine „Revue
d’Astrologie“[5411], und alle diese Unternehmungen scheinen bis in
die jüngste Zeit fortgesetzt worden zu sein. Aber auch in Deutschland
begann, etwa mit der Herausgabe des (sehr oberflächlichen) „Handbuches
der Astrologie“ von ~E. Mayer~ (1891)[5412], die einer ganzen Anzahl
ähnlicher Schriften, und die gesamte geistesverwandte Litteratur
nahm alsbald derartig an Umfang zu, daß sich 1907 „die Notwendigkeit
ergab“, in Leipzig ein „Zentralblatt für Okkultismus“ und 1912 eine
„Astrologische Bibliothek“ zu begründen. Daß das „Wöchentliche
Verzeichnis des Börsenvereines der Deutschen Buchhändler“ eine
ständige Abteilung „Philosophie und Geheimwissenschaft“ führt, daß
ferner Anzeigen betreffs Astrologie, Nativitäts-Stellen, Wahrsagerei
u. dgl. alltäglich in vielen großen Zeitungen erscheinen, sich also
sichtlich gut bezahlt machen, beweist ebenfalls, daß es an einem
ausgebreiteten Leserkreise auch gegenwärtig keineswegs fehlt[5413]. Was
aber insbesondere die Hoffnungen der Goldmacher anbelangt, so werden
sie zur Zeit wesentlich mit Hinweis auf das Radium und die radioaktiven
Stoffe wachgehalten[5414], „von deren völlig wunderbaren und für
die Wissenschaft gänzlich unerklärlichen Eigenschaften sich +alles+
erwarten läßt“ und denen man, je ungenügender sie noch bekannt sind,
desto kühner die außerordentlichsten Wirkungen zuschreiben darf, ohne
eine unmittelbare Widerlegung durch den Versuch befürchten zu müssen.

                              ——————————

Nicht des näheren eingegangen, sondern nur kurz hingewiesen werden kann
an dieser Stelle auf die Beziehungen der Alchemie zur +Kunst+, die
wesentlich durch jene zu den 7 Planeten bedingt sind.

Zu Alexandria, woselbst, wie weiter oben dargelegt, der Kult
der Planeten, gefördert von den Gnostikern, Mithrasverehrern,
Neuplatonikern usf. erst zu voller Entwicklung und vielseitigster
Bedeutung gelangte, dürften auch die Urbilder, aus ihnen aber
wieder die bleibenden Typen jener plastischen und zeichnerischen
Darstellungen entstanden sein, die u. a. als Vorlagen der in den
ältesten astrologischen Codices des Mittelalters auftauchenden und aus
diesen dann auch von den meisten jüngeren Handschriften übernommenen
Miniaturen anzusehen sind. Sichtlich zeigen sie sich durchaus
beeinflußt von der Antike, namentlich auch von der spätrömischen
und byzantinischen Verehrung der Planeten als Tagesgottheiten, die
bereits im Laufe der Kaiserzeit große Verbreitung und allgemeine
Volkstümlichkeit erlangt hatte[5415].

Aber auch für den Osten wurden jene „hellenistischen Typen“ maßgebend,
allerdings in „orientalisierter Gestalt“; verraten doch die islamischen
Darstellungen der Planeten[5416], deren älteste auf einer Messingkanne
des 12. Jahrhunderts und in der Damascener ~Qazwini~-Handschrift von
1366 vorliegen, ein sichtlich schon längst[5417] feststehendes Gepräge
deutlich synkretistischer Art, dessen orientalischer Bestandteil in
letzter Linie auf die chaldäischen Planetengötter zurückgeht[5418]
und hauptsächlich wohl durch die Ssabier übermittelt wurde, mit deren
Angaben über die Gestalten der Planeten-Idole und über die zugehörigen
Symbole, Farben, Kleidungen usf. die islamischen Nachbildungen
durchaus übereinstimmen[5419]. Erst seit dem 12. Jahrhundert sollen
diese aber weitere Verbreitung in den muslimischen Kreisen und durch
sie auch in jenen der westlichen Mittelmeer-Völker gewonnen haben,
und zwar kamen den letzteren nicht nur, wie man früher annahm, bloße
Beschreibungen (aus litterarischen Quellen) zu, sondern auch die
charakteristischen Abbildungen, die sich u. a. noch in den farbigen
Miniaturen alchemistischer Handschriften (z. B. des ~Geber~, gegen
1300) unverkennbar erhalten haben[5420]. Die Frage, durch wen und wo
diese Weitergaben im einzelnen erfolgten, läßt sich vorerst nicht
ausreichend beantworten; +eine+ der Stellen, denen hierbei eine
wichtige Rolle zufiel, war aber zweifellos der am Hofe des kastilischen
Königs ~Alfons~ X. tätige Gelehrtenkreis, dem um 1240 die sog.
„Picatrix“ entsprang, ein Buch, das u. a. (natürlich nur indirekt)
aus ssabischen Quellen, z. B. aus dem „Ghâjat“ schöpfte und in seinen
Planeten-Beschreibungen bei ~Jupiter~, dem „großen Glücke“[5421], sowie
bei ~Mars~ ausdrücklich auch deren Metalle erwähnt, bei ~Mars~ den
Ring aus Kupfer und die Räucherpfanne aus Eisen[5422]. Die „Picatrix“
gehört anscheinend mit zu den Vorlagen des von ~Michael Scotus~, dem
Hofastrologen Kaiser ~Friedrichs~ II., gegen 1250 vollendeten großen
astrologischen Traktates, in dem die alten chaldäischen Astralgötter,
wenn auch nicht nochmals neu- so doch umgebildet, nunmehr auch in
mittelalterlichem Gewande und Äußeren erscheinen[5423]. Den ~Scotus~
versetzt ~Dante~ (um 1300) in die Bolge der falschen Wahrsager und
Zauberer[5424], da er selbst, ganz so wie ~Albertus Magnus~ (gest.
1280), der ausschließlich griechische, jüdische oder arabische Autoren
astrologischer Schriften nennt, vom christlichen Standpunkte aus die
gesamte Sterndeuterei völlig verwirft[5425]. Im übrigen schließt
er sich, gleich ~Thomas~ von ~Aquino~, der schon von ~Origenes~
gebilligten Lehre an, daß die Planeten von Schutzengeln geistigen
Wesens (substantiae spirituales) gelenkt und geleitet werden und
spricht diese daher im „Paradies“, sowie in der zweiten Canzone des
„Gastmahles“ (Convito) mit den Worten an: „Voi, che intendendo il
terzo cielo movete“. ~Gildemeister~ übersetzt sie[5426]: „O Ihr, Die
Ihr den dritten Himmel lenkt, erkennend,“ ~Kannegiesser~[5427]: „Die
denkend Ihr bewegt der Himmel Dritten“. Indem ~Dante~ den 7 Planeten
die 7 Sphären sowie die 7 Reihen der Seligen, im „Gastmahl“[5428] aber
auch die 7 Wissenschaften des Tri- und Quadriviums zuordnet, bahnt er
einen ersten Schritt in der Richtung der künstlerischen Darstellungen
enzyklopädischer Art an, die allmählich, und besonders seit der Zeit
der Renaissance, das Übergewicht über die älteren, wesentlich vom
mittelalterlich-scholastischen, kirchengemäßen Geiste getragenen
erlangten[5429].

Betreffs einer der frühesten Wiedergaben der 7 Planeten (anscheinend
auf Wandteppichen), von der gegen 1107 das sehr merkwürdige Gedicht
des Abtes ~Baudri~ über „Das Schlafgemach der Gräfin ~Adele~ von
~Blois~“ berichtet, läßt sich leider Näheres nicht angeben, da der
von ~Schlosser~ veröffentlichte Auszug gerade an dieser Stelle große
Lücken aufweist[5430]; auch über die Miniaturen der im Britischen
Museum befindlichen, gegen 1320 vollendeten lateinischen Übersetzung
der „Astronomie“ des ~Albumasar~ (= ~Abu Maschʿar~, gest. 886) ist
Genaueres nicht bekannt[5431], was desto bedauerlicher erscheint,
als dieser Autor wieder Vieles aus der „Sphaera“ des ~Teukros~ von
~Babylon~ schöpfte, die ihm allerdings nur in persischer Übersetzung
zugänglich war[5432].

Von Werken der italienischen Frühkunst kommen in Betracht:
die Planeten-Fresken des ~Lorenzetti~ im Rathause zu Siena,
1338-1341[5433]; die dem ~Talenti~, einem Schüler ~Pisanos~,
zugeschriebenen Reliefs am Campanile zu Florenz, um 1350[5434]; der
Cyclus des ~Bonajuti~ in der spanischen Kapelle zu Florenz, gegen
1370[5435]; die Gruppe an einer Säule des Dogenpalastes zu Venedig, um
1350 oder 1400[5436]; die Fresken des ~Guariento~ (?) in der Kirche der
Eremitani zu Padua, um 1365 oder 1400[5437]; die Fresken des ~Miretto~
(aus der Schule ~Giottos~) im Justizpalast zu Padua, um 1420[5438]; die
Gemälde des ~Duccio~ in der Malatesta-Kapelle zu Rimini, um 1455[5439];
die des ~Cossa~ im Schlosse Schifanoja bei Ferrara, gegen 1470[5440];
die des ~Perugino~ an der Decke des Audienzsaales im Gebäude der
Wechslerzunft (Cambio) zu Perugia, um 1499[5441]; die des ~Raffael~
in der Kirche Sta. Maria del popolo zu Rom, um 1516[5442]. Bei den
älteren unter ihnen fehlen ins einzelne gehende Einflüsse der bekannten
Übermittlungen ganz, es sei denn, daß (wie schon bei ~Lorenzetti~) die
Sonne, statt ihrer aber oft auch der ~Jupiter~, in Gestalt eines Königs
mit der Krone erscheint, wie einstens ~Mithras~[5443]. Erst in der
Gruppe des Dogenpalastes (1350, 1400) führt ~Merkur~ die Bezeichnung
„Stilbons“ (= στίλβων, Stilbon, der Glänzende) und hält ~Mars~ ein
Banner mit der Inschrift „De ferro sum“ (Ich bin aus Eisen)[5444], und
bei ~Miretto~ (1420) trägt letzterer Gott einen roten Mantel[5445];
dieser Künstler bildet auch zum ersten Male ~Merkur~ als Astrologen
ab[5446], während ihn ~Duccio~ (1455) als ~Hermes Psychopompos~ auffaßt
und mit Schlangenstab und Mandoline ausstattet, an deren Stelle
bei ~Cossa~ (1470) eine Geige tritt, beide als Ersatz der antiken
Leyer[5447]. ~Perugino~ greift schon ganz offenbar auf die antiken
Typen zurück, nach Art der in den gleichzeitigen Holzschnitten zum
„Astrolabium“ des ~Joh. Angelus~ (Venedig 1494) und in den Stichen
des ~Baldini~ zutage tretenden[5448], und bei ~Raffael~ vollends
tragen die Planeten die ausgesprochene Gestalt der alten Götter,
werden aber zugleich von Engeln geleitet[5449]. Nur sehr langsam,
dem allmählichen Fortschritte entsprechend, der zur Entfaltung der
Renaissance führt, ändert sich also auch die Auffassung und Nachbildung
der Planeten; erst das volle, für die Höhezeit der Renaissance so
bezeichnende Wiederhervortreten der mystischen, abergläubischen und
astrologischen Elemente[5450] bringt sie auch als Tagesgötter und
Vertreter der Siebenzahl-Theorie abermals zu Ehren[5451], lehrt aufs
neue ihren Zusammenhang mit Metallen, Steinen, Pflanzen, körperlichen
Teilen und geistigen Eigenschaften, Lebensaltern, Farben, Gerüchen,
Tönen, Buchstaben usf.[5452] und veranlaßt ihre schon oben erwähnten
enzyklopädischen Darstellungen in Verbindung mit den 7 Tugenden und
Lastern, Sakramenten und Todsünden, Wissenschaften und Künsten, mit
den Musen als Vorsteherinnen der Sphärenharmonie und Leiterinnen der
Himmel und Himmelskörper[5453], mit den Propheten und Heiligen, oder
mit den Jahreszeiten und Tierkreisbildern. Ein Versuch, die fernere
künstlerische Entwicklung der einschlägigen Gestalten, der Symbole
und Attribute, der für die Planeten genau zu berücksichtigenden
Farbengebung usf., im einzelnen zu erörtern, ist aber an dieser Stelle
ausgeschlossen.

Die ziemlich zahlreichen alchemistischen Gemälde und Stiche aus
späteren Zeiten stellen teils die von auffälligen Apparaten und
seltsamem Urväter-Hausrat erfüllten Laboratorien dar, teils tragen sie,
gleich den bekannten ~Teniers~schen, den Charakter von satirischen oder
Genre-Bildern; Belehrung über die Geschichte der alten Alchemie bieten
sie daher nicht mehr.




Sechster Abschnitt.

(Anhang.)

Zur älteren Geschichte der Metalle.


Einleitung.

Die +vorausgehenden+ Abschnitte boten bereits vielfachen Anlaß zur
Erörterung einzelner wichtiger Punkte aus der älteren Geschichte
der Metalle; angesichts des innigen Verbandes, in dem diese mit der
Entwicklung der Alchemie steht, soll sie aber der +vorliegende+
nunmehr noch in zusammenhängendem Umrisse und in etwas erweiterter
Form darstellen. Das Hauptgewicht ist jedoch hierbei auf die
kulturgeschichtlichen und etymologischen Beziehungen gelegt, während
nicht etwa beabsichtigt wurde, aus der Geschichte wohlbekannte
Tatsachen zu wiederholen, oder nach berg- und hüttenmännischer,
chemischer und technologischer Seite hin auf den ungeheuren
Wissensschatz einzugehen, der sich in zahlreichen, ebenso ausführlichen
wie gründlichen Werken hervorragender Sonderforscher niedergelegt
findet.

Was den Ausdruck „Metall“ anbelangt, so sei bemerkt, daß die sämtlichen
älteren Etymologien dieses Wortes jeglichen Wertes entbehren, die
neueren aber ebenfalls noch nicht feststehen oder allgemein anerkannt
sind[5454]. Schon vor fast anderthalb Jahrhunderten brachte ~Gehler~,
jedenfalls auf +noch+ ältere Quellen hin, „Metall“ in Verbindung
mit dem homerischen Zeitworte μεταλλᾶν (metallán) = aufsuchen,
nachforschen[5455]; tatsächlich entsprechen diesem auch im Griechischen
nach ~Schrader~ die Hauptworte μεταλλή (metallé) = Nachforschung und
μέταλλον (métallon) = „Ort der Nachforschung“ in ganz gleicher Weise
wie es innerhalb der lebenden Sprachen z. B. im Russischen der Fall
ist[5456]. In erster Linie bedeutete also Métallon nichts weiter als
eine beliebige Grube, in zweiter dann ein Bergwerk (im Armenischen
noch jetzt Métalk), in dritter ging der Name von dem +Orte+ auf den
+Gegenstand+ der Nachsuchung über, und erst in vierter und spätester
auf jene bestimmte +Art+ des Gegenstandes, die man unter Metall im
heutigen Sinne zu verstehen pflegt[5457]. Wie die Bezeichnungen
vieler edler Metalle und Steine, denen man seit jeher zauberisch
schützende, abwehrende, oder heilende Eigenschaften beilegte, z. B.
χρυσός (Gold), χαλκός (Kupfer), ferner vielleicht σάπφειρος (Sapphir),
ἀμέθυστος (Amethyst) und andere, so entstammte vermutlich auch
μέταλλον einer orientalischen Sprache[5458], anscheinend der eines
kleineren, keiner der führenden Hauptfamilien zugehörigen Volkes.
Im Sinne von Bergwerk begegnen wir μέταλλον erst bei ~Herodot~
(489-425)[5459]; bei ~Aristophanes~ (geb. 444) sind μέταλλα auch
schon die Pachtgelder für Bergwerke[5460]; metallum im Sinne von
Metall scheint, wohl zufälligerweise, erst bei ~Lucretius~ (98-55)
bezeugt zu sein[5461]. ~Strabon~ (66 v. bis 24 n. Chr.)[5462] und auch
~Diodor~ (zur Zeit ~Caesars~)[5463] sprechen von Alaun und Alaungruben
als „Metalla“, und diese Bezeichnung der Grube oder des Gegrabenen
wendet ~Vitruv~ (zur Zeit des ~Augustus~) auch auf Melinum an (eine
weiße oder gelbliche Erdart)[5464], ~Plinius~ (um 75 n. Chr.) u. a.
auf Kreide und Diamant[5465], ~Solinus~ (um 250) in seinen dürftigen
Auszügen aus ~Plinius~ auf Salz (salinarum metalla)[5466], sein
Zeitgenosse ~Heliodor~ auf Smaragden[5467], usf. In späterer Zeit
heißen Metallarii, μεταλλεῖς, erst die mit dem Graben von Gängen und
Stollen beim Bergbau und auch bei Belagerungen Beschäftigten[5468],
und im 4. Jahrhundert sind „Metallarii“ die den Zünften der Bergwerks-
und Steinbruch-Arbeiter Angehörenden. Das Anlegen der Gruben und
die Verarbeitung der Metalle bildete damals, gleich dem Sammeln und
Verwerten des Purpurs, der Herstellung feiner Gewebe (besonders des
Leinens) und dem Betriebe vieler anderer Gewerbe, ein kaiserliches
Vorrecht oder Monopol[5469]; um dessen Ertrag zu sichern, war der
Stand der Metallarii ein zwangsweise erblicher[5470], unterlag
der Aufsicht besonderer Oberbeamten, -- ein „Comes metallorum per
Illyricum“, „Berghauptmann oder Berggraf für Illyrien“, ist für 366
nachgewiesen[5471] --, und hatte eine feste Abgabe, „Canon metallicus“,
zu leisten, die derart eingetrieben wurde, daß der Kaiser z. B.
den privilegierten Goldsuchern oder Goldwäschern (aurileguli) eine
bestimmte Menge ihres Goldes in natura abforderte, während ihm für den
Rest das Vorkaufsrecht zu einem Vorzugspreise zustand[5472].


1. Gold.

Sowohl in der alten wie in der neuen Welt tritt das Gold in vielen
Fällen als zuerst bekanntes Metall auf[5473], wozu nicht minder
sein Vorkommen wie seine Eigenschaften Anlaß bieten[5474], denn auf
primärer und sekundärer Lagerstätte sowie als Flußgold findet es sich
gediegen und völlig oder annähernd rein, mußte also durch Schwere
und Glanz, Unzerstörbarkeit und Festigkeit, Geschmeidigkeit und
Dehnbarkeit schon frühzeitig die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich
lenken. Seine leuchtende Farbe erklärt die sehr allgemeine Beziehung
zur Sonne, und diese wieder den weitverbreiteten Glauben an seine
höheren, himmlischen, zauberhaften Kräfte. So behaupten z. B. einige
malayische Stämme noch heutzutage, Gold, aber auch Silber und Zinn,
bildeten die Wohnstätten göttlicher Geister (die sie auch wachsen
und nachwachsen machen), dürften daher nur unter gewissen heiligen
Zeremonien und namentlich unter sorgfältiger Vermeidung aller diesen
Geistern unangenehmen Geräusche aufgesucht und ausgegraben werden,
seien aber selbst wieder besonders geeignet zur Unterstützung der
religiösen und Kult-Handlungen[5475]. Die verhältnismäßige Weichheit
des reinen Goldes, die Leichtigkeit, mit der es sich bereits in
der Kälte hämmern, auch zu Blechen, ja selbst Drähten gestalten
läßt, sowie die Schwierigkeit, die unter gleichen Umständen das
Zusammenfügen kleiner Einzelstücke bietet, erschließt ohne weiteres
das Verständnis für die Formen der ältesten Fundstücke[5476]: Schmuck
aus mit dem Steinhammer bearbeiteten Goldplättchen weisen schon die
Gräber der neolithischen (jüngeren steinzeitlichen) Periode auf[5477],
später folgen mit Goldblech belegte oder beschlagene Holz-Geräte und
-Waffen, sodann durch „kaltes Hämmern“ gestaltete Platten, Ringe,
Treib- oder Hohl-Arbeiten, während geschmiedete, geschweißte und
gelötete Gegenstände erst Erzeugnisse weitaus späterer Zeitalter
darstellen[5478]. Daß sich aber während solcher die älteren Verfahren
noch lange weiter erhalten können, und zwar auch in benachbarten
Gegenden, dafür bietet die neue Welt ein lehrreiches und zur Vorsicht
bei allen ins einzelne gehenden Schlüssen mahnendes Beispiel: denn
während die Einwohner der Antillen und der nördlichen Teile Südamerikas
nur mit dem kalten Hämmern und Treiben des Goldes vertraut waren[5479],
hatten jene Mexikos und Perus die Bearbeitung von Gold und anderen
Metallen bereits zur höchsten technischen und künstlerischen Vollendung
entwickelt. Auf dem Markte der Stadt Mexiko sah schon ~Cortez~ nicht
nur Silber, Kupfer, Blei und Zinn, sondern auch Gold in Säckchen
und Körbchen, sowie in Gestalt von Barren verkaufen[5480]; Gold und
Silber standen dort in naher Beziehung zu Sonne und Mond, die man
neben der Venus göttlich verehrte, wie denn astrologische Ideen
weitverbreitet waren[5481] und auch der Glaube an vier Elemente und an
die Möglichkeit eines Unsterblichkeits-Trankes waltete[5482]. In Peru
war man ebenfalls durchaus vertraut mit dem Schmelzen, Gießen, Löten,
Treiben und Plattieren des Goldes, mit der Herstellung äußerst dünner
Vergoldungen, mit der Gewinnung feinster Drähte und Bleche, -- die
herrlichen großen Gold-Schmetterlinge sind nur 0,1 mm dick --, und mit
der Bereitung verschiedenfarbiger Goldlegierungen, u. a. solcher mit
Silber, Kupfer, Zinn, Antimon, oder mehrerer von diesen zusammen[5483];
bekannt sind die Schilderungen des ~Garcilasso de la Vega~, nach denen
der große Sonnentempel der Inkas mit goldenen Platten ausgelegt und
eingedeckt war, ein goldenes Standbild des Sonnengottes und unzählige
goldene Schmucksachen, Gefäße und Weihgeschenke enthielt, während sich
das Gelaß seiner Gemahlin, des Mondes, nach gleicher Weise in Silber
ausgestattet fand[5484].

Über die Geschichte des Goldes in +Ägypten+ ist schon in den
vorausgehenden Abschnitten, an Hand der frühesten Aufzeichnungen bis zu
den Erzählungen des ~Agatharchides~ herab, Näheres berichtet worden,
so daß nur an weniges zu erinnern bleibt. Bereits in den Gräbern der
älteren Steinzeit finden sich vereinzelte goldene Schmucksachen[5485].
Im 4. Jahrtausend stand die Verarbeitung des Goldes schon in hoher
Blüte[5486], und zur Zeit der Thiniten, um 3300, wurde eine „Steuer vom
Gold“ = „Steuer vom Vermögen“ erhoben und das Gold hauptsächlich aus
Nubien bezogen[5487]; sein ältester Name lautet daher Nub[5488], und
sein ältestes hieroglyphisches Zeichen ist der Sack zum Auswaschen,
nach dem es als „Nub en nun“ (Gold des Wassers, des Flusses) vom „Nub
en set“ (Gold des Felsens, des Gebirges) unterschieden wird[5489].
Gegen 2000 erfolgte die Eroberung der Goldgruben Nubiens und des
Wüstenplateaus Wadi Allaki, mit der zugleich der Frondienst der
Negerstämme einsetzt[5490], und nicht viel später begann das Heranholen
des Goldes zur See aus den Punt-Ländern, als die man vermutlich
die Küsten des südlichen Arabiens und östlichen Afrikas anzusehen
hat[5491]; unter König ~Thutmosis~ III. (1501-1447) kam bereits vieles
Punt-Gold nach Ägypten[5492], und die Berichte aus seiner und aus der
Folgezeit (z. B. die im Papyrus ~Harris~ aus dem 13. Jahrhundert)
schildern eingehend die besonderen Eigenschaften und Farben der
verschiedenen Goldarten[5493]. Für das Wägen und Messen des Goldes
bestanden seit altersher bestimmte Vorschriften, wie man denn überhaupt
festen Gewichtsnormen in Ägypten schon um 2800 begegnet[5494]. In
jüngerer Zeit ist ein Hauptmaß das in 10 Kite geteilte Deben (etwa
130 g); eines der im Papyrus ~Ebers~ (um 1500) gebräuchlichen
Medizinal-Gewichte, das ⅔ Kite beträgt, ging später als Drachme von
Aegina in den griechischen Kulturkreis über[5495], während wiederum 36
Kite das römische Pfund bildeten[5496]. Das Abmessen feinen Goldstaubes
erfolgte in kleinen, mit einem passenden Handgriffe versehenen
Bronzezylindern und war, wie einige Fundstücke ersehen lassen, um 1500
ebenfalls schon längst üblich[5497].

Die +Sumerer+, die nichtsemitischen Ur-(?)Einwohner Sinears, des
südlichen Zweistromlandes, deren von ~Lenormant~[5498] behauptete
Verwandtschaft mit den turanischen Völkern, den Ugro-Finnen und
den Tschuden des nördlichen Asiens, durchaus fragwürdig ist[5499],
kannten zweifellos schon in ältester Zeit das Gold, das Silber, das
Kupfer und die Edelsteine, sowie deren Verwertung[5500]; sie besaßen
Schriftzeichen für die genannten Metalle, hielten deren Glanz für
etwas Heilbringendes und Überirdisches, verehrten metall-hütende
und -verarbeitende Götter, sahen in der die untere Hemisphäre
durchwandernden Sonne eine Gottheit der verborgenen metallischen
Schätze, die „aufzusteigen begehren“[5501] und sollen den ersten Anlaß
zu jenen Lehren des nachfolgenden babylonischen Zeitalters gegeben
haben, denen gemäß den Göttern die verschiedenen Metalle als Attribute
zugewiesen wurden[5502]. ~Inlil~, der Gott der ersten sumerischen
Hauptstadt Nippur, galt für den „Herrn des Goldes“, eine Würde, die
nachher auf ~Marduk~, den Stadtgott von Babel, überging[5503]; der alte
Gott ~Ea~ von Eridu, später zum Herrscher der Tiefe geworden und als
Bringer erhabenster Weisheit aus ihrer Urflut auftauchend, wird (auch
unter dem Namen ~Oannes~) ebenfalls als Gott des Goldes bezeichnet,
als Schutzherr der Goldschmiede, sowie der Schmiede und Metallarbeiter
überhaupt[5504]. Noch später versah dieses Amt der Feuergott ~Gibil~,
Meister der „heiligen oder himmlischen Schmiede“, die aber, entgegen
ehemaligen Meinungen, im Sinne von Fegefeuer für Altbabylon nirgendwo
bezeugt ist[5505]. Nach babylonischem Glauben entstammt das Gold dem
„finsteren Norden“[5506], -- woraus also das Unzutreffende der Ansicht
erhellt, es finde sich überall und allerorten mit den Lichtgottheiten
verbunden[5507] --, und zwar dem Lande Aralli, dem goldreichen,
unter einem silbernen Himmel liegenden Wohnsitze gewisser Götter und
Geister[5508]. -- Um 2500, unter dem Könige ~Sargon~ I., soll u. a.
der Landstrich von Melucha in Arabien viel Goldstaub nach Sinear
geliefert haben[5509]; gegen 2000, zur Zeit ~Hammurabis~, wird Gold,
z. B. in Barren und „Zungen“, zwar öfters erwähnt[5510] und man
kannte anscheinend schon den Voll- und Hohlguß, sowie die Herstellung
gehämmerter Platten[5511], doch war es immerhin noch ziemlich selten,
und wenn der König ~Sumulailu~ den Thron des ~Marduk~ mit Silber und
Gold ausschmückte, so wird dies ausdrücklich hervorgehoben[5512].
Gegen 1600 muß indessen die Verbreitung schon eine recht erhebliche
gewesen sein, und ägyptische Inschriften erwähnen goldene babylonische
Gefäße, Kunstwerke und Statuen als Siegesbeute[5513]. Das um diese
Zeit seitens der Ägypter übernommene, babylonische sexagesimale Maß-
und Gewichts-System[5514], dem auch das „Mine“ genannte Gold-Gewicht
(die μνᾶ der Griechen) angehörte[5515], läßt sich bis auf etwa
2500 zurückverfolgen, und zwar bestanden die Gewichte anfangs aus
Steinen, z. B. Hämatit, später aus Blei und noch später auch aus
Bronze[5516]; schon gegen 2300 bestimmte man ein festes Wertverhältnis
der Gewichtseinheiten Gold und Silber (später auch Silber und
Kupfer), dessen wiederholt abgeänderter Betrag schließlich bei 11: 1
verblieb und als solcher in jüngeren Zeiten zur Norm der lydischen,
persischen, phönizischen und karthagischen Münzprägung wurde[5517]. --
Der babylonische Name des Goldes, der vermutlich kein einheimischer
war, lautete „hurasu“, und sein ältestes, den Ost- und West-Semiten
gemeinsames Wortzeichen bedeutete „das Glänzende“[5518].

Im Bereiche der +ägäischen+ Kultur beginnt an einer der ältesten
und wichtigsten Fundstätten, dem Palaste zu Knossos auf Kreta,
Metall erst gegen 3000 aufzutauchen, Gold zunächst in Gestalt
verhältnismäßig spärlicher Schmucksachen aus Golddraht, die u. a.
das Spiralmotiv zeigen[5519]; auf den Cycladen ist Gold um 2500 noch
recht selten[5520], ebenso in Cypern, wo zunächst φθοΐδες, d. s.
Klümpchen und flache Kuchen, und erst weiterhin dünne Stangen und
Barren zutage treten[5521]. -- In +Troja+, richtiger in dem mächtigen
Schutthügel von Hissarlik, dessen tiefstliegende Ansiedlung bis gegen
3000 oder 3300 zurückreichen dürfte, weisen die Schichten um 2600 neben
φθοΐδες, kleinen Stangen und Barren, bereits Schmuck aus Golddraht
und Goldperlen, sowie goldene Bleche und aus solchen getriebene
oder gepreßte Geräte auf[5522]; die der Zeit zwischen 2500 und 2000
angehörigen, in denen ~Schliemann~ den sog. „Schatz des ~Priamos~“
fand, zeigen außerdem auch reich gegliederten, zum Teil auch schon
gelöteten Goldschmuck, allerlei getriebene Gefäße aus Gold, Silber
und Kupfer, sowie größere Zungen und Barren[5523], letztere nach
ägyptischem Gewichte ausgewogen[5524]. -- Die gegen 2000 entstehende
+mykenische+ Kultur[5525] entwickelte sich durch Berührung der
vorgenannten Mittelmeer-Kulturen mit denen Ägyptens und des Orients,
wobei Hauptvermittler die Phönizier zur See waren, und die Chetiter
(über Kleinasien und Syrien) zu Lande[5526]; wie die Funde zu Mykene
und an vielen anderen Stätten beweisen, war dieses Zeitalter reich an
Gold[5527], besaß eine ausgebreitete Goldindustrie[5528] und wußte aus
Gold verschiedener Färbung, in Verbindung mit Alabaster, Elfenbein,
Malachit, Lasurstein, bunten Glasflüssen (namentlich künstlichem
Blaustein) u. dgl. mehr, eine Fülle schöner, reich ornamentierter
Schmucksachen und Gebrauchsgegenstände herzustellen, u. a. auch aus
getriebenen oder gepreßten Blechen geformter und gelöteter[5529].

An das erste Bekanntwerden der +Griechen+ mit dem Golde hat die Sage
noch eine Erinnerung bewahrt, indem sie es nach Überlieferungen, die
uns durch ~Plinius~[5530], ~Hyginus~ (2. Jahrhundert n. Chr.?)[5531],
und ~Cassiodorius~ (gest. um 580 n. Chr.)[5532] erhalten blieben,
bald durch ~Thoas~, bald durch ~Aeakus~ oder ~Sakus~, einen Sohn des
~Zeus~, in Panchaia oder auf einem daselbst gelegenen Berge Thasos
auffinden ließ. Den Namen des Goldes, χρυσός (Chrysós), übernahmen
die Griechen wohl von Semiten, und diese wiederum von einem Volke
des goldreichen Kleinasiens[5533], jedoch nicht, wie man ehedem
glaubte, von den Phrygern, da das Gold bei diesen γλουρός (Glurós)
hieß = gr. χλωρός (Chlorós, d. i. Grüngelbes)[5534]. Wahrscheinlich
leitet sich Chrysós vom semitischen, daher auch phönizischen Harût
oder Charûz ab[5535], denn Gold und Silber wurden in Griechenland
fraglos hauptsächlich durch die Phönizier verbreitet, wenn auch der
Zeitpunkt, zu dem dies geschah, noch strittig ist: nach einigen
Forschern befuhr nämlich jenes Handelsvolk erst seit etwa 1100 die
Küsten Nordafrikas, Siziliens, Sardiniens und Spaniens, und nicht vor
800, also erst +nach+ der mykenischen Periode, die Griechenlands und
der griechischen Inseln[5536]; nach anderen hingegen trug es schon zur
Entstehung der mykenischen Kultur mit bei und unterhielt gerade mit
den ihm benachbarten Küsten bereits damals einen lebhaften, und um
1600 schon einen vollständig entwickelten Verkehr[5537]. Jedenfalls
wurden die Gold- und Erzgruben auf den Inseln Thasos (auch Chryse
geheißen!), Thera, Melos, Kimolos, Seriphos, Siphnos und anderen,
ferner die in Thrazien (besonders am Pangaios) und Mazedonien usf.,
zuerst von Phöniziern angelegt und in Gang gebracht[5538]. Als sich die
europäischen Griechen im 8. und 7. Jahrhundert der Führung der lange
Zeit unter lebendiger Nachwirkung der mykenischen Kultur stehenden
kleinasiatischen entwanden und neue orientalische Einflüsse von
Assyrien, Ägypten und Kyrene her erfuhren[5539], kannten sie daher
längst das Gold sehr wohl; häufiger wurde es dagegen bei ihnen erst
seit etwa 500, wenngleich die Sagen von den goldgrabenden Ameisen
und goldbewachenden Greifen, vom goldenen Vließ usf., auch für diese
Periode die Dürftigkeit des näheren Wissens noch weiter bezeugen. In
der Regel erhielt der Goldschmied (χρυσοχόος) vom Auftraggeber das
Gold geliefert, das er mit dem herakleïschen Steine (dem Steine aus
Herakleia in Lydien) probierte[5540], schmolz, zu Platten und Blättern
hämmerte und trieb, seltener auch (zu meist nur kleineren Gegenständen)
goß; die dünnen Blätter und Blättchen (πέταλα, λεπίδες) blieben
dauernd in vielfältigem Gebrauche[5541] und dienten namentlich auch
zum Vergolden, wobei an die Stelle des echten Goldes frühzeitig Oker,
Rötel, Sinopis und ähnliche Ersatzstoffe traten, die mit Hilfe eines
Klebemittels aufgetragen wurden[5542]. Die Vergoldung im Feuer mittelst
Quecksilber, sowie dessen Benutzung zum Lösen und Ausziehen des Goldes,
sind erst bei ~Vitruv~[5543] und ~Plinius~ bezeugt, allerdings bereits
als etwas längst Bekanntes[5544]. Dem Golde verschiedene weißliche,
gelbliche und rötliche Töne zu verleihen, dienten die βαφεῖς χρυσοῦ
(Färbungen des Goldes), die durch Legieren mit Silber, Elektron,
Kupfer, oder Gemengen von diesen erfolgten. Zum Löten benützte
man Chrysokolla (= Goldleim), unter dem wohl schwerlich, früheren
Voraussetzungen gemäß, Borax zu verstehen ist, -- wenngleich solcher
in einem sehr alten Gold-Schmelztiegel zu Delos nachgewiesen sein
soll[5545], wie denn borhaltige Mineralien in Vorderasien keineswegs
fehlen --, vielmehr ursprünglich wohl Malachit, der beim Erhitzen in
Kohlensäure und Kupfer zerfällt, welches letztere die Lötung bewirkt;
in den sog. Schriften des ~Hippokrates~ bedeutet Chrysokolla nichts
anderes als Malachit[5546], und als Malachit ist auch der „falsche
(ψευδής) Smaragd“ des ~Theophrastos~ aufzufassen, der sich in Gold- und
noch häufiger in Kupfer-Gruben vorfinden soll und ein vortreffliches
Goldlot abgibt[5547].

Bei den +Etruskern+ ist Gold, dessen Name „aurum“ = „das Gelbe“
ein rein italischer sein soll[5548], erst in den Gräbern jüngeren
Ursprunges nachweisbar und auch in diesen sichtlich nur als Gegenstand
orientalischer Einfuhr, während Waren eigener Technik nicht vor etwa
700 auftauchen[5549]. In +Rom+ war Gold anfänglich sehr selten,
immerhin bilden aber Goldarbeiter (aurifices), wohl hauptsächlich
Vergolder und Goldschläger, die u. a. Platten (bractea) und Blätter
(lamina) hergestellt zu haben scheinen, schon eine der angeblich von
König ~Numa~ bestätigten Zünfte, und bekannt ist die Erzählung, daß der
Abzug der Gallier im Jahre 390 v. Chr. durch Bezahlung von 1000 Pfunden
Gold erkauft worden sei[5550]. Späterhin pflegte man das Gold durch
Umschmelzen (coquere = kochen, entsprechend dem gr. ἕψειν; conflare)
zu läutern und regelmäßig auf seinen Gehalt zu untersuchen; die
Feuerprobe heißt bei ~Cicero~ obrussa oder obryza, das Feingold daher
obryzum oder obryzatum (sc. aurum), und dieses Wort, das als οβρύζη
oder βρύζη wieder ins Griechische überging, findet sich im Sinne von
purum (rein) noch auf den Goldmünzen des Kaisers ~Konstantin~ sowie auf
den Goldbarren vor[5551], die amtlich auf ihren Feingehalt geprüft und
dann abgestempelt wurden[5552].

In +Spanien+ war das ziemlich reichlich vorkommende Gold bereits
frühzeitig Gegenstand der Gewinnung und Verwertung, und Schmucksachen
wurden schon in der jenseits 1000 v. Chr. liegenden Periode
hergestellt[5553]. In +Gallien+ betrieben die Kelten seit altersher
Gold-Gräberei und -Wäscherei, über deren unvollkommene Verfahren
sich einige Berichte bei ~Athenaeus~[5554] (3. Jahrhundert n. Chr.)
und bei ~Strabon~ erhielten, welchem letzteren einige keltische
Stämme für πολύχρυσοι (goldreich) gelten[5555]. -- In Mitteleuropa
dürfte das Gold ursprünglich zugleich mit dem Kupfer bekannt geworden
sein[5556], größere Mengen gelangten aber erst seit der Berührung
mit den Römern dahin; die sehr alten einheimischen Bezeichnungen der
+Germanen+, +Letten+ und +Slaven+, gulth, zelto und zoloto, bedeuten
das „Gelbe“[5557]. Von den Germanen übernahmen das Wort für Gold
(kulda) auch die +Finnen+[5558], die im 4. oder 5. Jahrhundert,
ausgestattet mit der Kultur der Eisenzeit, in ihre jetzigen Wohnsitze
einwanderten[5559]; Edelmetalle und Schmiede spielen eine große Rolle
in den alten Sagen ihrer „Kalewala“, nach denen u. a. die eine Hälfte
eines Eies zur Erde wird, die andere aber zum Himmel, an dem Sonne und
Mond, aus Gold und Silber bestehend, erglänzen[5560]. Sehr oft erwähnen
Gold und Silber auch die Erzählungen des „Kalewipoeg“[5561], sowie
die „Mythischen und magischen Lieder der Esthen“ und die „Esthnischen
Mährchen“, denen gemäß die Unterirdischen Gold und Silber graben und
schmelzen, was der Kundige am Geräusche, das aus dem Erdboden dringt,
zu erkennen und zu erhorchen vermag[5562].

Wie weit die Kenntnis des Goldes in +China+ und +Indien+ zurückreicht,
bleibt vorerst unbestimmbar; im Sanskrit heißt Gold hiranya = das
gelbe, glänzende (nämlich ayas, Metall)[5563]. Indien gilt, wo immer
es in der Geschichte auftaucht, stets als ein äußerst goldreiches
Land: ~Ktesias~, der seit 415 v. Chr. als Arzt am persischen Hofe
verweilte, erzählt, daß seine Flüsse, gleich jenen Lydiens und anderen
den Griechen wohlbekannten Kleinasiens, Goldkörner mit sich führen,
daß seine Gebirge vieles Gold enthalten, dessen man sich aber, der
Greifen halber, nur unter höchster Lebensgefahr zu bemächtigen vermag,
und daß daselbst eine Wunderquelle flüssigen Goldes (ὑγροῦ χρυσίου)
sprudelt, von dem man jährlich hundert Tongefäße voll ausschöpft,
es an der Luft erstarren läßt und schließlich durch Zerschlagen
der Gefäße rein gewinnt[5564]. Letztere Angabe erinnert an die des
~Herodot~, der zufolge die +Perser+ zur Zeit des ~Darius~ (521-485)
aus Indien Goldbarren als Tribut empfingen, das Gold umschmolzen und
die Kuchen, die die Form der Schmelztiegel besaßen, als solche im
Reichsschatze aufbewahrten[5565]. Über Natur und Herkunft des Goldes
waren die alten Perser wohlunterrichtet, und erst spätpersische Sagen
lassen es neben den anderen Metallen aus den Gliedern des sterbenden
Urmenschen ~Gayomard~ hervorgehen, der kosmologischen Charakter trägt,
und mit dessen Tode, ähnlich wie mit dem des Urstieres nach der
~Mithras~-Lehre, die Weltentwicklung beginnt[5566]. Der altpersische
Name des Goldes, zaranya, ist offenbar der nämliche wie der altindische
(hiranya)[5567]; im Pehlewi heißt Gold zar, daher zarik = goldig[5568].
Die Bezeichnung der Ost-+Finnen+, zaranya, ist sichtlich dem Iranischen
entlehnt[5569]; die bei den Völkern des Urals und Altais übliche
„altun“, ist eine turko-tatarische[5570], die der +Armenier+, „oski“,
vermutlich eine kaukasische[5571]. Nicht sicher bekannt ist die der
+Tschuden+ im nordöstlichen Asien, deren uralte, aber schon zur Zeit
des ~Pallas~ (1770) völlig zerwühlte Gräber zahlreiche Beigaben an
Gold und anderen Metallen aufweisen[5572], sowie jene der Bewohner
von Kolchis am schwarzen Meere, die das feine Flittergold der Flüsse
seit altersher mit Hilfe haariger Häute aufgefangen und so Anlaß zur
Entstehung der Sage vom goldenen Vlies gegeben haben sollen[5573].

Schon zu entlegenster Zeit wurde als „gesegnet durch Fülle des Goldes“
+Arabien+ gepriesen, dessen kostbarste Ausfuhrware, „arabisches
Gold“, nicht minder in Ägypten wie im Zweistromlande rühmlich bekannt
und eifrig begehrt war[5574]. Dieser nicht unbegründete Ruf des
Reichtumes an Gold überdauerte die Jahrtausende, und zu ihm gesellte
sich später jener der kunstfertigen Verarbeitung; arabische Goldgefäße
für Wein und Räucherwerk, sowie arabische Goldschmucksachen hatten
bereits bald nach Beginn unserer Zeitrechnung eine hohe Stufe der
Vollendung erreicht[5575], und es kann daher nicht wundernehmen, daß
schon ~Muhammed~ (571-632) jedermann, der Schmuck im Gewichte von
über 20 Dinar (etwa 30 g) besaß, eine besondere Steuer von ½ Dinar
auferlegte[5576]. Während der nächstfolgenden Jahrhunderte wurde
diese erhöht und zu einer Steuer auf „alles Schmiedbare“ erweitert,
u. a. auf Gold, Silber, Kupfer, Bronze, Messing (+beide+ zumeist
„sufr“ genannt)[5577], über deren Gewinnung und Verwendung es eine
ausführliche Litteratur gab, die aber fast gänzlich verloren gegangen
ist[5578]. Die Rechtsgelehrten stritten darüber, ob es dem Khalifen
zustehe, Abbaurechte, wie auf Gold, Silber, Kupfer oder Eisen,
„die +nicht+ offen liegen“, auch auf Erdöl, Erdpech, Salz, Kohol
[Antimonsulfid] u. dgl. zu erteilen, „die offen liegen“[5579], und
Fachleute wie ~Alschirazi~ (1003-1083) verfaßten bereits eingehende
Werke über die juristischen Verhältnisse des Bergbaues[5580]. Gold
bezogen die Khalifen aus fast allen Gegenden ihres Weltreiches, u. a.
aus Allaki in Ägypten „15 Tagereisen von Assuan“[5581], ferner aus
dem Maghreb (Westafrika)[5582], aus Transoxanien und Ferghana[5583],
aus Kerman[5584] usf., nicht aber aus dem eigentlichen Persien[5585].
In der arabischen Dichtung und Litteratur sind, wie schon in früheren
Abschnitten hervorgehoben, Anspielungen auf das Gold, seine Gewinnung
und Verwertung häufig; Fragen allerdings, wie die oft erörterten,
„warum die Erde zwar vielen Ton hervorbringe, aus dem Geschirr, aber
nur wenig Sand, aus dem Gold wird“, „warum Ton häufiger sei als Blei,
dieses häufiger als Eisen, dieses häufiger als Kupfer, dieses häufiger
als Silber, dieses häufiger als Gold“, oder „warum das Gold, das sonst
nur im Sand entstehe, gerade auch in der Pfauenfeder zutage trete, also
schon im Pfauenei mitenthalten sei“[5586], können keinen Anspruch auf
Neuheit erheben, denn sie finden sich in völlig gleicher Weise schon
in Werken des hellenistischen Zeitalters behandelt, z. B. in dem um
90 n. Chr. verfaßten sog. „4. Buche ~Esra~“[5587], -- und auch dort
schwerlich zum ersten Male.


2. Silber.

In +Ägypten+ war das Silber, hâd oder hât = das Weiße genannt, um 3000
noch sehr selten und bis etwa 1500 wertvoller und geschätzter wie
Gold; dies erklärt sich aus dem Umstande, daß es im Nordosten Afrikas
nicht oder kaum vorkommt und daß seine Gewinnung und Reindarstellung
zumeist bereits einigermaßen fortgeschrittene berg- und hüttenmännische
Kenntnisse voraussetzt[5588]. In späterer Zeit, bis in das 6.
Jahrhundert hinein, tritt es häufig in der Form von Hacksilber auf, das
dem Empfänger zugewogen wird, aber auch in der von Kuchen, Stangen,
Barren und Zungen, ganz so wie das Gold, mit dem es die Verwendung
teilt[5589].

In +Sinear+, dem Zweistromlande, heißt Silber bei den Sumerern
ku-babber = das Weiße, Glänzende[5590], und bei den Babyloniern mit
einem semitischen Gemeinworte kaspu[5591]. Schon in der ältesten,
bis etwa 2900 zurückreichenden Schicht der Ruinen von Lagasch (nächst
der Mündung des einstigen Tigris-Hauptarmes), in Telloh, finden sich
silberne Schmuckstücke und Ringe[5592], und aus der nämlichen Zeit
dürfte die dem Gotte ~Enlil~ (= ~Bel~) von Nippur geweihte Silbervase
des Priesterfürsten ~Entemena~ stammen[5593]; um 2575 wird gelegentlich
der Zerstörung einer Stadt der Raub von Silber berichtet[5594]; gegen
2000, zur Zeit ~Hammurabis~, ist das bis dahin noch seltene Metall
schon häufiger als Gold, es dient zur Ausschmückung der Tempel und
Götterthrone[5595] und wird maßgebend für Bildung und Gestaltung
der Preise[5596]; im 16. Jahrhundert werden silberne Geräte als
Gegenstand der babylonischen Ausfuhr nach Syrien genannt[5597], aus
dem 13. rühren die Silbertafeln assyrischer Grabstätten her[5598] und
aus dem 10. und 9. die Hacksilber-Funde assyrischer Abkunft[5599].
Wann die Verbindung des Silbers mit dem Monde und dem Mondgotte
~Sin~ beginnt, auf die hin wie der Mond so das Silber oft als „grün“
bezeichnet wird, ist unsicher; ~Jeremias~ verlegt sie schon in die
älteste Zeit[5600]. Ungewiß bleibt auch, woher das Zweistromland
sein Silber bezog; ursprünglich lieferten es wohl das benachbarte
Baktrien und Karmanien[5601], später die alten vorderasiatischen
Haupterzeugungsstätten, nämlich Armenien sowie das gegen das schwarze
Meer abfallende armenische und kaukasische Gebirge[5602], und noch
später, etwa seit dem 16. Jahrhundert, brachten die Phönizier auf dem
Seewege bedeutende Mengen nach dem Osten[5603], wodurch das weiße
Metall in Ägypten und Babylonien bekannter, aber auch billiger wurde
und dem Golde gegenüber den bisherigen Wert der Seltenheit verlor.

In der +Ägäis+ ist man schon frühzeitig im Besitze von Silber, auf
den Inseln Cypern und Syros, wie das dort gefundene Diadem aus
Silberblech zeigt, wohl schon vor 3000[5604], auf anderen, den Cycladen
zugehörigen, aber erst gegen 2500, und auch da nur vereinzelt[5605].
-- Zu +Troja+ führt bereits die sog. 2. Schicht (3000-2000?)
Schmucksachen, Perlen, Geräte, Zungen und Barren aus Silber[5606].
-- Das +mykenische+ Zeitalter war reich an Silber und besaß eine
ausgebildete Silberindustrie, namentlich Kunstindustrie[5607].

Die +Griechen+, und zwar die Athener, sollen, gemäß der Überlieferung
bei ~Hyginus~ und ~Cassiodorius~ (s. oben), das Silber durch den völlig
mythischen ~Erichthonios~ kennen gelernt haben, nachdem es nicht lange
vorher von ~Indus~, einem Könige der Skythen, zuerst aufgefunden worden
war; diese späte Sage ist selbstverständlich nicht ernst zu nehmen,
daher erübrigen sich Vermutungen wie die ~Zippes~[5608], denen zufolge
die fraglichen skythischen Stämme nordasiatische Tschuden gewesen,
oder doch mit diesen seit jeher an Silber reichen Völkerschaften in
Verbindung gestanden wären. Ganz unzutreffend sind auch die Angaben
über das ungeheuer hohe Alter der Bergwerke von Laurion in Attika,
deren Blütezeit vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts beginnt,
und über deren stets recht unvollkommene Betriebsweisen nur ganz
dürftige Nachrichten vorliegen[5609]. In Wirklichkeit wurden die
Griechen jedenfalls auch mit dem Silber zuerst durch Vermittlung der
Phönizier vertraut, die dieses Metall schon im 16. Jahrhundert aus
Sardinien und Spanien holten und in späterer Zeit die Gruben auf
Thasos und anderen griechischen Inseln, sowie die Thraziens in Gang
brachten[5610].

In +Etrurien+ und in +Rom+ erreicht Silber erst lange nach dem Golde
einige Bedeutung, auch ist das Wort argentarius (Silberarbeiter)
weitaus jünger wie aurifex, während ein analoges argentifex überhaupt
nicht gebräuchlich war[5611]. -- Die +Gallier+ sollen seit jeher
viel Silber besessen, und seine Verarbeitung, namentlich auch die
Versilberung, trefflich verstanden haben[5612]. -- Die älteste und
reichste Fundstätte auf europäischem Boden war jedoch +Spanien+[5613],
woselbst nach ~Diodor~[5614] die Phönizier schon in grauer Vorzeit
unglaubliche Massen von den unwissenden Bewohnern eintauschten, und wo
seither bis in das sinkende Altertum, ja zum Teil bis zur Schwelle der
Neuzeit, ununterbrochen die Gruben Erze förderten, und die wegen ihrer
Höhe gerühmten Schornsteine der Silberhütten rauchten[5615]. Im Süden
des Landes besaßen schon die Ansiedlungen zur Bronzezeit reichliches
Silber, vermutlich der Sierra Morena entstammend; etwa vom 16. bis
zum 6. Jahrhundert herab lassen sich in ihnen die Spuren östlicher
phönizischer, vormykenischer, mykenischer, griechischer und schließlich
karthagischer Kultureinflüsse verfolgen, allezeit standen aber den
mannigfachen Einfuhrwaren als Hauptwert der Ausfuhr die Metalle des
erzreichen Landes gegenüber und nicht zum wenigsten das Silber[5616].

In +Mitteleuropa+ tritt das Silber fast stets erst nach dem Golde,
Kupfer und Zinn auf, meist erst kurz vor dem Eisen, also gegen 1000
v. Chr.[5617]. Viele seiner Namen sollen sich vom armenischen argat
oder arcat ableiten, unter Verschmelzung mit einem anklingenden
indogermanischen Worte argent (= weiß, glänzend), so u. a. das
indische (spätvedische) rajata, das iranische erezata, das keltische
argento, das italische argent, vielleicht auch das griechische ἄργυρος
(Argyros), während wieder aus dem pontischen ἀλύβη (Alybe)[5618]
oder σαλύβη (Salybe) das germanische silubr, sowie das lettische und
slavische sidabras und sirebro hervorgegangen zu sein scheinen[5619].

Über das Alter der Silbergewinnung an den Gebirgsstöcken des Altai, bei
den Tschuden, und in +China+ fehlt es an zuverlässigen Nachrichten; die
von ~Pfizmaier~ zusammengestellten Angaben über das „weiße, gelbe, rote
und schwarze Silber“ der Chinesen[5620] sind sichtlich erst sehr neuen
Ursprungs. -- +Indien+ soll nach ~Ktesias~[5621] in seinem Innern viele
und große Silbergruben bergen, die jedoch weniger tief seien als jene
Baktriens; diese Behauptungen sind indessen unzuverlässig, wie so viele
des ~Ktesias~. -- +Persien+ besaß in einigen Provinzen Silberbergwerke
und empfing viel Silber aus dem an Edelmetallen sehr reichen Lydien, --
das schon vor 700 die ältesten gestempelten Zahlbarren, und bald nach
700 die ersten Münzen besaß[5622] --, sowie zur Zeit des ~Darius~ als
Tribut aus Kappadozien und Karmanien[5623]; gleich dem Gold wurde auch
das Silber umgeschmolzen und in Gestalt von Barren dem Reichsschatze
einverleibt[5624].

~Arabien~ ist an Silber arm, und größere Mengen des weißen Metalles
kamen bei den Arabern erst nach Errichtung des Khalifates in Umlauf;
einiges wenige lieferte damals das eigentliche Persien[5625], mehr
Kerman[5626], noch mehr Transoxanien und Ferghana[5627], die Hauptmasse
aber Chorâsân, das z. B. im 8. Jahrhundert einen jährlichen Tribut von
1000 Barren zu bezahlen hatte[5628].


3. Elektron.

Die in den früheren Abschnitten wiederholt erwähnte, in der Natur
vorkommende Gold-Silber-Legierung war in ~Ägypten~ bereits zu
Beginn des 3. Jahrtausends unter dem Namen Asem (Asemu, Ismu,
Usem) wohlbekannt und wurde damals aus Nubien und Äthiopien
eingeführt[5629]. Zur Zeit des Königs ~Sankhara~, um 2300, wird Asem
erwähnt[5630]; um 2000 ist in einem Märchen die Rede von einem Schurz
„mit Asem überzogen“[5631], um 1700 von einem Zauberbuch „mit Asem
beschlagen“[5632]; um 1500 läßt ~Thutmosis~ III. Asem, in Beutel
gefüllt und in Gestalt von Ringen, aus den Puntländern (Südarabien und
Somali-Gebiet?) herbeiholen[5633]; um 1445 setzt dies seine Schwester,
die Königin ~Hatschepsut~, weiter fort und befiehlt, zwei Obelisken
mit Spitzen aus bestem Asem zu versehen[5634]; im Papyrus ~Harris~ des
13. Jahrhunderts und in anderen gleichzeitigen oder späteren Urkunden,
Inschriften und Briefen wird des Asems, des Einkommens an Asem, des
„weißen arabischen“ Goldes im Gegensatze zum „gelben äthiopischen“,
auch des „Goldes, Feingoldes, Weißgoldes, Asems,..“ neben anderen
gedacht[5635], usf. Die Verwendung des Asems war die nämliche wie die
des Goldes, dem es zu mancherlei Zwecken vorgezogen wurde, teils seiner
schönen Farbe und des prächtigen weißlichen Glanzes, teils seiner
größeren Härte wegen, die die Bearbeitung erleichtert.

In +Babylon+ scheint man das Weißgold ebenfalls schon seit altersher
gekannt zu haben, doch sind frühe Zeugnisse zweifelhafter Natur und
selten; ein jüngeres[5636], aus der Zeit ~Nebukadnezars~ II. (605-561),
berichtet über Unterschlagungen „reinen und gemischten Goldes“, welches
letztere vermutlich Asem war; ob als solches auch das „leuchtende
Hasmal“ anzusehen ist, von dem die Schriften des alten Testamentes ein
einziges Mal (bei ~Ezechiel~) sprechen, steht dahin[5637].

In der +Ägäis+ tritt im 3. Jahrtausend Weißgold ebenso wie Gold
zunächst in Klümpchen (φθοΐδες) auf, später auch in Stangen, Kuchen und
Barren[5638], desgleichen in +Troja+, in den Schichten um 2500[5639];
die +mykenische+ Periode verwendet es häufig zu Schmucksachen und
Gebrauchsgegenständen[5640].

Die +Griechen+ lernten das Weißgold zuerst in Kleinasien kennen,
woselbst es reichlich vorkommt, u. a. im Flusse Paktolos bei Sardes
(in Lydien), am Tmolos und Sipylos usf.[5641]. Die Identität des
griechischen „Elektron“ mit dem ägyptischen Asem wies zuerst ~Lepsius~
nach, zeigte den Unterschied zwischen ὁ ἤλεκτρος = Elektron, τὸ
ἤλεκτρον = Bernstein und ἡ ἤλεκτρος = Bernstein-Verzierung[5642], und
hob hervor, wie schwierig es sei, das Elektron mancher griechischen
Schriftstellen mit Bestimmtheit sei es auf das Metall, sei es auf
Bernstein zu deuten[5643]. Bei ~Homer~ und in den sog. homerischen
Hymnen ist z. B. das Elektron in den Palästen des ~Menelaos~[5644] und
der ~Eiresione~[5645] offenbar Weißgold, dagegen das der phönizischen
Halsbänder und Schmucksachen[5646] Bernstein; wenn ~Helena~ für den
Tempel der ~Athene~ zu Lindos einen Kelch aus Elektron nach dem
Maße ihres Busens stiftete[5647], so kann es sich nur um Weißgold
handeln, und von diesem sprechen auch ~Hesiod~ im Gedichte vom
„Schild des ~Herakles~“[5648], ~Herodot~, wo er das lydische Weißgold
(χρυσὸς λευκός) dem gelben, durch Ausschmelzen gereinigten (ἄπεφθος)
gegenüberstellt[5649], sowie ~Sophokles~, der in der „~Antigone~“ der
Bestechung durch Schätze „sardischen Elektrons und indischen Goldes“
Erwähnung tut[5650].

Das Wort „Elektron“ hängt nach ~Usener~ zusammen mit Ἠλέκτωρ
(~Elektor~) = dem Strahl, dem Namen eines besonderen Gottes der Sonne,
der sich noch im „~Helios Elektor~“ der epischen Dichtung erhalten hat,
sowie in den Eigennamen ~Elektryon~ (Vater der ~Alkmene~), ~Elektryone~
oder ~Alaktryona~ (rhodische Göttin), ~Elektra~ (vorgriechische
Lichtgöttin; Tochter des ~Atlas~; bei ~Homer~ noch nicht Tochter des
~Agamemnon~), usf.; Elektros heißt ein an glitzerndem Wasser reicher
Fluß in Kreta, die „elektrische Pforte“ zu Theben ist die „schimmernde“
(wenn nicht etwa die „südliche“, der Sonne, dem ~Helios Elektor~
zugewandte), und so dürfte auch „Elektros“ ursprünglich das Strahlende,
dem Sonnenscheine des ~Helios Elektor~ Gleichende bedeuten[5651].
Fraglich bleibt, ob der nämlichen Gruppe von Ausdrücken auch ἀλέκτωρ
(Aléktor), ἀλεκτορίς, αλεκτρυών, zuzuzählen ist, der gelbglänzende,
den Sonnenaufgang verkündende Vogel der Iranier, der Hahn[5652];
~Keller~ z. B. will dessen Bezeichnung mit dem persischen al Keter (=
der Gekrönte, cristatus) in Verbindung bringen[5653], ~Wessely~ aber
mit dem ~Alektor~, der bei ~Homer~ noch als Eigenname vorkommt, später
jedoch Kämpfer und Abwehrer bedeutet[5654]. Hiernach glaubt er auch
„Elektros“, den Bernstein, nach dessen Farbe erst hinterher das Metall
benannt sei, von den Wurzelsilben ἀλεκ = „abwehren“ und τρον = „Mittel
zur Tätigkeit“ ableiten zu sollen, so daß „Elektros“ = Abwehrmittel,
Amulett, aufzufassen wäre, und nichts mit ἠλέκτωρ zu tun hätte, das
„Mittel zum Glänzen“ ergäbe, statt „Glänzendes“[5655]. ~Schrader~
hält hingegen eine solche Trennung, die nach allem Obigen auch sonst
vielerlei Schwierigkeiten begegnet, für ganz unzulässig[5656].

Daß das Elektron aus Gold und Silber besteht und ersteres von letzterem
durch „Wegkochen, Wegbrennen, Wegschmelzen“, d. h. auf metallurgischem
Wege, befreit werden kann, scheint man in Lydien wenn nicht überhaupt
herausgefunden, so doch frühzeitig erkannt und demgemäß die wegen
ihrer Farbe, Härte und Billigkeit schätzbare Legierung auch wieder
durch Zusammenschmelzen ihrer Bestandteile künstlich dargestellt
zu haben[5657]. Die in Lydien zuerst aufgekommenen Münzen wurden
anfangs, etwa gegen 700, aus natürlichem Elektron verfertigt, das
zu solchem Zwecke freilich sehr wenig geeignet war, weil sein Wert
mit der wechselnden Zusammensetzung stark schwankte[5658], --
denn der Silbergehalt beträgt oft nur 6-16%[5659], wobei es einen
goldig hellen, oft aber 33-50% und noch mehr[5660], wobei es einen
weißlichen bis silberweißen Schimmer zeigt; in ägyptischem Elektron
sind nach ~Hultsch~ 27% Silber nachgewiesen[5661], in mykenischem
nach ~Rhousopoulos~ 12-24%[5662], in vorderasiatischem nach ~Blümner~
20-48%[5663], nach ~K. B. Hofmann~[5664] sowie ~Hultsch~[5665] 40-50,
meist sogar 60%. Der Ersatz jener Elektron-Münzen durch solche aus
reinem Gold und Silber ist unstreitig ein Verdienst der Lyder, und
zwar wurden zunächst nur größere Stücke, erst weiterhin aber auch
Teil- und Scheide-Münzen in Verkehr gesetzt, wobei das Wertverhältnis
Silber: Elektron: Gold = 1 : 10 : 13⅓ betrug[5666]. Die Griechen
lernten das Münzwesen zuerst in ihren kleinasiatischen, unter lydischer
Oberhoheit stehenden Städten kennen[5667], und ihre ersten Geldstücke,
z. B. die von Aegina und von Athen (mit der Eule), bestanden in der
ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ebenfalls aus Elektron, etwas später
aber auch schon aus Silber[5668]; jene von Aegina entsprechen der
uralten Gewichtsnorm des ägyptischen Königs ~Chufu~ von etwa 2800,
offenbar wegen des Handelsverkehrs mit Unterägypten[5669], und eines
der ältesten, aus Elektron bestehenden, zeigt noch den Namen des für
seinen Wert haftenden τραπεζίτης (wörtlich: Bankhalters) und trägt die
Umschrift „Φάνους ἐιμὶ σῆμα“, „Ich bin das Zeichen des ~Phanes~“[5670].

In +Etrurien+ kommt Elektron erst verhältnismäßig spät vor, in
Nordafrika (Karthago) noch später, etwa von 500 an; dort, sowie
in Gallien, stand es lange Zeit hauptsächlich zu Münzzwecken in
Verwendung[5671]. In +Rom+ lebt das Elektron, das fast allerorten
vermöge der Fortschritte der Metallurgie schon frühzeitig durch das
reine Gold und Silber stark zurückgedrängt wurde, vorwiegend nur in
der Litteratur fort: ~Vergil~ erwähnt es bei der Beschreibung des von
~Vulkan~ für ~Aeneas~ verfertigten Schildes[5672]; ~Plinius~ stellt
allerlei Angaben zusammen[5673]; ~Silius Italicus~ (25-100 n. Chr.)
sagt im Gedicht vom „Punischen Kriege“:

    „Spaniens Boden erglänzt vom Doppelmetall des Elektrons“[5674];

die „Sibyllinen“ rühmen die Freigebigkeit Kaiser ~Hadrians~ (117-138),
„der Gold und Elektron verschenkte“[5675]; ~Pausanias~ spricht von
dem „aus Gold und Silber gemischten Elektron“[5676]; Kaiser ~Julianus
Apostata~ erzählt in den um 362 verfaßten „Cäsaren“ gelegentlich einer
Götter-Versammlung: „Der Sitz des ~Saturn~ war schimmernd schwarzes
Ebenholz, der des ~Zeus~ war heller als Silber, jedoch blässer als
Gold, -- ob man aber den Stoff Elektron benennen soll, oder wie sonst,
wußte mir ~Hermes~ nicht ganz genau der Wissenschaft der Metallkunde
gemäß anzugeben.“ -- In jüngerer, byzantinischer Zeit wurde auch das
glänzende Email als „Elektron“ bezeichnet[5677], -- so z. B. übersandte
Kaiser ~Justinian~ (518-527) dem Papste ~Hormisdas~ (514-523) „gabatum
electrinam“, einen emaillierten Kelch[5678] --, und in noch späterer
heißt selbst ein glänzender Firnis „Elektron“, so z. B. bei ~Stephanos
Magnetes~ gegen 1100[5679].

Während des Mittelalters, und noch in der Neuzeit, versteht man unter
Elektron nicht selten Gemische aus beliebigen Metallen, nicht bloß
aus edlen, wenngleich diese vorwiegend in Betracht kommen. ~Petrus
Martyr~ erzählt, man habe bei Auffindung Cubas daselbst eine große
Menge Elektron erbeutet, dessen Herkunft nicht zu erfahren war[5680];
es ist dies das nämliche Metall, das nach dem Berichte der ersten
Entdecker auch die Bewohner Haïtis und verschiedener kleiner Antillen
unter dem Namen „Guanin“ besaßen, und dessen Proben nach ~Humboldt~
56% Gold, 19% Silber und 25% Kupfer, oder 63% Gold, 14% Silber und
19% Kupfer enthielten[5681]. Noch der Predigermönch ~Labat~ teilt
mit, daß gegen 1700 die Eingeborenen Westindiens das Wort „Caracoli“
für ihren Halsschmuck gebrauchten, aber auch für das zu seiner
Verfertigung dienende, schöne und glänzende Metall, das angeblich
zusammengeschmolzen werde aus Gold, Silber und Kupfer, „die sie alle
drei sehr rein haben“, das aber vielleicht auch ein Naturprodukt sei
und jedenfalls von den Europäern nur sehr unvollkommen nachgeahmt
werden könne[5682]. Den Anlaß zur Darstellung solcher Gemische gab hier
wie allerorten die zu große Weichheit des reinen Goldes, die seine
Bearbeitung in hohem Grade erschwert. -- In dem vor 1500 verfaßten
„Wunderbuche“ des Abtes ~Trithemius~ überliefert dieser „Electrum
magicum“ als Namen einer aus allen sieben Metallen bestehenden, daher
äußerst zauberkräftigen Legierung, „die sich die Araber und Ägypter
von den Chaldäern aneigneten“[5683]; Ringe von geheimer Kraft, aus der
nämlichen Legierung bereitet „während einer Konstellation des Merkur
und Saturn“, rühmt ~Paracelsus~[5684], dergleichen Ringe und Taler der
etwas spätere ~Thurneisser~[5685], und einen unfehlbaren „magischen
Degen“ aus Elektron noch ~Schwenter~ 1636[5686]. -- Der Merkwürdigkeit
halber sei schließlich der Tatsache gedacht, daß nordamerikanische
Anhänger der Doppelwährung noch vor einigen Jahrzehnten die Prägung von
Dollars aus einer Elektron-Legierung empfahlen[5687].

Auf das, so oft mit dem metallischen „Elektros“ zusammen genannte,
oder mit ihm verwechselte „Elektron“, den +Bernstein+, des näheren
einzugehen, ist an dieser Stelle ausgeschlossen, und es muß genügen,
hier nur auf einige, für weiter unten zu erörternde Fragen wichtige
Hauptpunkte seiner Geschichte hinzudeuten, im übrigen aber auf die
einschlägige, zwar kurzgefaßte, aber sehr inhaltreiche Schrift
~Wesselys~ zu verweisen[5688].

Im nördlichen Mitteleuropa ist Bernstein bereits während der älteren
Steinzeit nachweisbar, zuweilen sogar in recht beträchtlichen Mengen,
die hauptsächlich das große Bernsteingebiet West-Dänemarks, zum Teil
aber auch das Ostpreußens lieferte[5689]; in der jüngeren Steinzeit,
und nach deren Ende, etwa von 2000 ab, wird er jedoch daselbst
selten, zugleich aber im südlichen Mittel- und in Süd-Europa, die ihn
vorher kaum kannten, unerwartet häufig; fraglos hängt dies mit dem
Eindringen von Gold, vor allem aber von Bronze, zusammen, für die er
das vornehmlichste, ja oft einzige Tauschmittel darstellte, so daß ihn
~Wessely~ mit vollem Recht „eine eminent europäische Kulturerscheinung
der prähistorischen Zeit“ nennt[5690]. Ein Austausch geschätzter Waren
von Volk zu Volk vollzog sich offenbar allerorten schon in +weit+
früheren Perioden, als man zumeist anzunehmen pflegt, wovon für das
zentrale Europa das Vorhandensein von Muscheln des Mittelmeeres in
Funden aus der älteren Steinzeit Zeugnis ablegt, für das zentrale
Nordamerika aber jenes von Schnecken und Muscheln des atlantischen
Ozeans im Inhalte der sog. „Mounds“ am Mississippi[5691]. Auf solche
Weise gelangte auch der Bernstein spätestens gegen etwa 1600 an die
Küsten des westlichen Mittelmeeres, von wo ihn die Phönizier bald
darauf nach dem Osten brachten[5692], so daß das vereinzelte Vorkommen
von Bernsteinperlen in vorderasiatischen und assyrischen Grabstätten
aus der Zeit vor und seit 1500[5693] und das reichliche in den
mykenischen Kuppelgräbern gegen 1100[5694], sowie in den jedenfalls
noch erheblich jüngeren kaukasischen Gräbern nächst Koban[5695], nicht
wundernehmen kann. Ein Hauptweg, den der aus dem Norden kommende
Bernstein einschlug, führte über die Rheinlande und rheinaufwärts,
oder über Gallien und rhoneabwärts nach dem Po-Gebiete des östlichen
sowie nach den Küstenstrichen des westlichen Norditaliens[5696].
An diese, ursprünglich vorwiegend von Ligurern bewohnten Gegenden
knüpfen sich bei den Griechen, -- jedoch noch nicht bei ~Homer~, der
Bernsteinschmuck in den Händen phönizischer Kaufleute erwähnt[5697] --,
die Sagen über die Schwestern des ~Phaethon~, die, an der Mündung des
Eridanos (Po) in Pappeln verwandelt, Bernstein-Tränen vergießen, sowie
die über das λυγκούριον (Lynkúrion), den zu Bernstein verhärtenden
Harn (οὔρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), den dieses boshafte Tier
den Menschen nicht gönnt und deshalb in der Erde verscharrt. Letztere
Fabel erklärt sich aus einer mißverständlichen Volksetymologie,
indem λιγούριον δάκρυ, die „ligurische Träne“, oder das abgekürzte
„Ligurion“, zu „Lynkurion“ entstellt, und dieses als „Harn des
Luchses“ gedeutet wurde[5698]. Derlei, schon dem ~Theophrastos~ (um
320 v. Chr.) geläufige Märchen[5699] erhielten sich bis in das späte
Altertum lebendig, -- noch ~Lukian~ stellte sie in seiner Abhandlung
„De electro“ zusammen[5700] --, und gingen dann in gleicher Weise
in die Litteratur des Mittelalters, ja die der Neuzeit über, so daß
z. B. ~Ruellius~, der 1543 sein großes Pflanzenwerk herausgab, nicht
verabsäumt, sie anzuführen, wo er von den „drei Arten des Elektrons“
spricht, „dem natürlichen, dem künstlichen und dem Bernstein“[5701].

Daß man sich über das Wesen des Bernsteins als verhärtetes Baumharz
seit altersher klar war, beweist u. a. die Behauptung des ~Ktesias~
(um 415 v. Chr.), daß das an Schätzen jeglicher Art überreiche Indien
auch die Bäume hervorbringe, auf denen der Bernstein „wächst“[5702],
-- eine Behauptung, die, weitergegeben durch ~Aelian~[5703] und den
spätbyzantinischen ~Manuel Philes~[5704] (13. Jahrhundert, zur Zeit des
Kaisers ~Michael Palaeologus~), ihren Weg in die gesamte abendländische
Litteratur nahm[5705]. -- Was die Herkunft des Bernsteins betrifft,
so wußte man ebenfalls schon frühzeitig, daß ihn nicht die Küsten
Liguriens oder des westlichen Mittelmeeres erzeugen, aus deren Häfen
ihn die Phönizier zuerst heranholten, sondern gewisse, in äußerster
Ferne gelegene Inseln; bei den späteren +Griechen+ heißen sie
Elektriden, unter welchem Namen sie auch ~Plinius~[5706], und noch um
400 n. Chr. ~Martianus Capella~ kennen und als „Insulae Electrides,
in quibus electrum gignitur“ (die den Bernstein hervorbringen)
anführen[5707], bei den +Römern+ aber, z. B. bei ~Plinius~, „Insulae
glaesariae prope Brittaniam“, „Glas hervorbringende Inseln, gelegen
unweit Britanniens“[5708], d. s. die dem westdänischen Gebiete
vorgelagerten Inseln der Nordseeküste. Glaes, latinisiert glaesum oder
glaessum = Glas, Glast, Glanz, war offenbar der alte einheimische Name
des Bernsteins[5709], den erst in späterer Zeit „dessen Surrogat- und
Konkurrenz-Artikel an sich riß“, das gewöhnliche Glas[5710]; Glasperlen
sind in Mitteleuropa während der reinen Bronzezeit noch sehr selten,
und Funde wie in einem Pfahlbau von ungefähr 1500 zu Wollishofen
(Schweiz) stehen vereinzelt; gegen Ende dieser Periode, etwa seit
dem 12. und 11. Jahrhundert, erweisen sie sich aber, oft zusammen
mit Silber und Eisen, schon ziemlich verbreitet[5711], -- es sind
gegenwärtig etwa 25 nordeuropäische Funde orientalischer Glasperlen
bekannt[5712] --, und die Bezeichnung des Bernsteins, Glas, ging dann
allmählich auf die neue Ware über. Das Bernsteingebiet Ostpreußens
betraten die Römer, wie ~Plinius~[5713] berichtet, erst zur Zeit
~Neros~; der von ihm angeführte lateinische, richtiger latinisierte
Name „Sucinum“ oder „Succinum“ leitet sich von einem in jener Gegend
gebräuchlichen einheimischen ab, der sich noch im lettischen „Sakai“
(eigentlich = Harz) erhalten hat[5714], und steht vielleicht auch mit
dem nach ~Plinius~ bei den Ägyptern und Skythen üblichen „Sacal“ und
„Sacrium“ im Zusammenhang.

Zum Schlusse sei noch erwähnt, daß zur Lösung der für die Beurteilung
von Funden oft entscheidenden Frage nach der Herkunft des zugehörigen
Bernsteins die chemische Analyse wichtige Anhaltspunkte liefert: von
anderen charakteristischen Produkten abgesehen ergibt z. B. unter sonst
gleichen Umständen der Ostsee-Bernstein 65-80% Bernsteinsäure, der
zuweilen in Sizilien vorkommende nur 1-16%, der Nordsee-Bernstein aber
einen Betrag von mittlerer Höhe; diese, schon vor längerem entdeckten,
nachher aber wieder angezweifelten Tatsachen, haben in neuerer Zeit
durch die genauen vergleichenden Untersuchungen von ~Reuther~[5715]
ihre endgültige Bestätigung erfahren.


4. Kupfer.

Da das Kupfer an verschiedenen Stellen beider Hemisphären in gediegenem
Zustande vorkommt, u. a. in kleineren abgerundeten Körnern im
Ural[5716], in größeren Stücken und Klumpen in Sibirien, am Altai, im
nordöstlichen Asien, sowie in Mexiko[5717], in sehr bedeutenden Massen
aber am Oberen See in Nordamerika, woselbst es abbauwürdig unmittelbar
zutage tritt[5718], da es ferner glänzend, dehnbar, biegsam, auch
in der Kälte hämmerbar und leicht zu bearbeiten ist, so zählt es
zu den am längsten bekannten und schon frühzeitig weitverbreiteten
Metallen[5719].

Die Indianer am Obersee z. B. sollen es „seit jeher“ verstanden haben,
aus dem gediegenen Kupfer, -- das sie, neben den zum Tätowieren
dienlichen Eisenoxyden, dem Boden auch vermöge oberflächlicher
Schurfarbeiten abgewannen[5720] --, durch kaltes Hämmern und Treiben
allerlei Schmucksachen und Werkzeuge anzufertigen[5721]; solche gaben
sie auch im Tauschhandel an benachbarte Stämme weiter, bei denen
Kupferschmuck eine ähnliche Rolle spielte wie bei den Bewohnern
des südlichen Ostafrikas zur Zeit ~Vasco de Gamas~[5722], bei den
Hottentotten des Kaplandes im 18. Jahrhundert[5723] und bei manchen
Völkern Neuguineas noch gegenwärtig[5724]. Immerhin betrachteten
aber die Indianer das Kupfer ursprünglich doch als Errungenschaft
einer verhältnismäßig jüngeren Zeit, es durfte daher nicht bei
religiösen und Kult-Handlungen angewandt werden, z. B. nicht beim
sog. „Seelentanze“[5725], während es hinwiederum später, als auch
andere Metalle bekannt wurden, selbst als „uralt“ galt und kultischen
Rang erhielt, so daß man z. B. bei der sakralen Zerimonie des „ersten
Haarabschneidens“ nur kupferne Messer für zulässig ansah[5726].

Die falsch gestellte und daher in dieser Form unlösbare Frage, ob
die Menschen früher Kupfer oder Eisen in Benützung genommen hätten,
ist oftmals, nicht selten aber ohne ausreichende Sachkenntnis
behandelt worden[5727]. An dieser Stelle sei vorerst nur bemerkt, daß
Kupfer, trotz seines hohen Schmelzpunktes von 1135°, aus oxydischen
und schwefelhaltigen Erzen +leichter+ abscheidbar ist als Eisen,
daß stark schwefelhaltige Erze unter gewissen Umständen sogar von
selbst metallisches Kupfer auszusondern vermögen[5728], daß sich die
metallurgische Gewinnung und die mechanische Verarbeitung des Kupfers
sicherer und müheloser vollzieht als die des Eisens[5729], endlich
daß eine erforderliche weitere Reinigung durch „Garmachen“[5730]
jedenfalls bei Rohkupfer weitaus einfacher verläuft als bei Roheisen.
Vielfach hat man früher aus diesen Tatsachen den Schluß gezogen, daß
sich überall und allerorten der Steinzeit zunächst eine Kupfer-,
sodann eine Bronze- und erst zuletzt eine Eisenzeit angereiht habe;
man glaubte, ihn einerseits durch die gemachten Funde bestätigt zu
sehen, andererseits durch die antiken Überlieferungen von einem
ehemaligen Kupfer- oder Bronze-, richtiger „Erz“-Zeitalter[5731],
ferner durch die große Rolle des Erzes in Aberglauben und Kult[5732],
durch den Übergang der Bezeichnung χαλκεύς (Chalkeús) vom Kupfer-
und Erz- auf den Eisen-Schmied, usf. Spätere Untersuchungen erwiesen
indessen, daß diese Folgerung viel zu weitgehend und in solcher
Allgemeinheit ebenso unzutreffend ist wie die zugunsten des Eisens
lautende entgegengesetzte. Eine in allen Ländern und bei allen Nationen
gleichartige, oder gar gleichzeitig einsetzende und fortschreitende
Entwicklung erscheint völlig ausgeschlossen, vielmehr hängt deren
Richtung und Verlauf von den verschiedensten Bedingungen ab, namentlich
von den örtlich gegebenen: bei gewissen Völkern, z. B. zahlreichen
afrikanischen, ist daher eine der Eisenzeit vorhergehende Kupferzeit
gar nicht nachweisbar; bei anderen, z. B. einigen westasiatischen, mag
das Kupfer, oft schon frühzeitig mit der Bronze vergesellschaftet,
zweifellos eine langandauernde Rolle gespielt haben; bei noch anderen,
z. B. manchen europäischen, bildet die Kupferzeit anscheinend nur eine
verhältnismäßig kurze Übergangsperiode zwischen Stein- und Eisenzeit,
unter ganz vorwiegender Anlehnung an erstere[5733].

In +Ägypten+ finden sich schon in den vorgeschichtlichen, tief in das
5. Jahrtausend zurückgehenden Hockergräbern der älteren Steinzeit
vereinzelte Geräte aus Kupfer[5734], das aller Wahrscheinlichkeit
nach dem Gebiete des Sinaï entstammte[5735]; dort standen schon
damals im Wadi Maghâra (Höhlental) erst einige wenige, alsbald aber
zahlreichere kleine Öfen in Tätigkeit, für deren Betrieb der hohe
Schmelzpunkt des Kupfers eine künstliche Luftzufuhr durch einfache
Blasebälge zur unabweisbaren Voraussetzung macht[5736]. Den Rohstoff
bildeten die dort reichlich vorhandenen, erdigen, leicht schmelz-
und reduzierbaren Kupfererze[5737], die hauptsächlich aus basischen
Karbonaten, Phosphaten und Hydrosilikaten bestehen und eingesprengte
Lager von Mafek (Grünstein, Malachit), Chesbet (Blaustein, Türkis; dort
ein schwach kupferhaltiges Tonerde-Phosphat), Hämatit (Roteisenstein)
und Pyrolusit (Braunstein, Mangansuperoxyd) führen[5738]; sie zeichnen
sich durch einen bedeutenden, oft einige Prozente erreichenden Gehalt
an Arsen aus, der das Kupfer, das in reinem Zustande weich und
strengflüssig ist, leichter schmelzend, härter und besonders geeignet
für Werkzeuge macht[5739]. Immerhin ist das Gestein im ganzen ziemlich
arm an Kupfer, daher mußte dessen Gewinnung, bei der das gesamte Eisen
in die Schlacke ging[5740], viele Arbeit und große Kosten verursachen,
die sich nur durch den außerordentlich hohen Wert des Metalles zur
Stein- und Holzzeit bezahlt machen konnten[5741]. Die ältesten, im Wadi
Maghâra gefundenen Bruchstücke von Werkzeugen bestehen aus recht reinem
Kupfer, namentlich aus dem härteren arsenhaltigen[5742], und sollen
hierdurch von jenen zu unterscheiden sein, die in späterer Zeit aus
dem Metall einiger im eigentlichen Ägypten (im Fayum?) gelegenen Gruben
dargestellt wurden[5743].

Bis gegen Ende des 4. Jahrtausends gewann das Kupfer nur +sehr+
langsam Boden, so daß von einer merklichen Verdrängung der Steingeräte
frühestens zur Zeit der Thiniten die Rede sein kann, also etwa um
3000[5744]. Seither scheinen die Fortschritte aber raschere gewesen
zu sein; im Totentempel des Königs ~Sahure~ bei Abusir, der gegen
2500 errichtet ist, wurde z. B. eine 400 m lange Wasserleitung
aufgedeckt, deren Röhren, bei 4 cm Durchmesser und 1 mm Wandstärke,
aus getriebenem Kupfer angefertigt sind[5745]; eine Statue des der 6.
Dynastie zugehörigen Königs ~Pepi~ I., gleichfalls um 2500, besteht aus
getriebenen und vernieteten Kupferplatten[5746] und ein Szepter dieses
Herrschers aus reinem Kupfer[5747]. Das nämliche gilt von einigen
anderen aus der Zeit des alten Reiches herrührenden Fundstücken[5748],
meist Waffen, Kunstgegenständen und Werkzeugen[5749], welche letzteren
zum Teil bis 4% Arsen enthalten und sich daher durch bedeutende Härte
auszeichnen[5750]. Nicht zulässig ist jedoch der Schluß, daß umgekehrt
alles aus reinem Kupfer Hergestellte dieser ältesten Periode angehöre,
denn für viele Zwecke, besondere für kultische, dauerte die Benützung
des Kupfers noch bis in späte Zeiten hinein fort[5751]. Um 2300
werden Lanzen mit Spitzen aus Kupfer, neben Pfeilen mit solchen aus
Feuerstein gemalt[5752]; gegen 2000 erwähnen die Verfasser gewisser
Gedichte „Türen aus Kupfer“, und die der „Altägyptischen Sagen“ die
Schätze des Sinaï an Kupfer[5753], das sich auch als unreines schwarzes
(chomt kemi) und als reines rotes, in Gestalt von faustgroßen Stücken,
Platten, Barren und Ziegeln (dobe) annähernd gleichen Gewichtes
verschiedentlich abgebildet findet[5754]. Was unter dem mehrfach
erwähnten Kupfer „von der Farbe des Ein-Drittel-Goldes“, oder „des
Goldes dritter Güte“ zu verstehen ist, bleibt vorerst ungewiß[5755].
Vieles Kupfer gelangte unter der Regierung ~Thutmosis~ III. (1501-1447)
nach Ägypten, und zwar aus Cypern[5756]; was aber die Berichte dieses
ruhmredigen Herrschers als „Abgaben des Königs von Asiy“ (Cypern)
erwähnen und als „Barren, dargebracht von den Keftiu“ (Kretern) im
Bilde vorführen[5757], das erweisen die in Tell-el-Amarna entdeckten
Briefe aus der Zeit ~Amenophis~ IV. (1375-1358) als die zu eigentümlich
gestalteten, viereckig geschweiften Barren und Platten geformte
Handelsware aus Kupfer und Bronze, die um 1500 von den erwähnten
Inseln her nach allen Weltgegenden verschifft wurde und insbesondere
in Ägypten einen Gegenstand steter Nachfrage bildete[5758]. Trotz
dieser verstärkten Einfuhr blieb übrigens Kupfer sehr teuer; noch unter
~Rhamses~ II. (1348-1281) war es so kostbar, daß der König den Göttern
u. a. auch Geschenke an Kupfer darbrachte, daß es neben Gold und Silber
die Schatzkammern der Tempel füllte und gleich den Edelmetallen zur
Bezahlung in Arabien eingekaufter Luxuswaren diente[5759].

Für die sehr alte Bekanntschaft der +Sumerer+ mit dem Kupfer spricht
schon der Umstand, daß bei ihnen unter den Namen der Metalle +allein+
der des Kupfers, urudu, mit keinem zusammengesetzten Ideogramm
geschrieben wird[5760]; von den Metallgöttern, die die Sumerer nach
~Lenormant~ verehrten, soll der Gott des Kupfers der wichtigste und
hervorragendste gewesen sein, und in Hymnen und Inschriften begegnet
man nicht selten Sätzen wie „Dein Ruhm strahle wie Kupfer in hellem
Glanze“, „Dein Übel zerrinne wie geschmolzenes Kupfer“ u. dgl.
mehr[5761]. In den ältesten Schichten der Ruinen von Telloh fanden
sich u. a. eine große Lanzenspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch, der
gegen 2900 den König von Telloh bekriegte[5762], eine Votiv-Tafel
und -Statue[5763], sowie verschiedene Hacken und Geräte, sämtlich
aus reinem Kupfer[5764], und ebensolche Götterbilder und Gefäße
kamen aus den vermutlich gleichalterigen Gräbern in Ur zutage[5765];
da aber in beiden Fällen die kupfernen Gegenstände auch schon von
bronzenen begleitet werden, so ist eine reine Kupferzeit für Sinear
bisher nicht nachgewiesen[5766]. Das Metall einer Statue des Königs
~Bur-Sin~ von Ur (um 2600?) enthält 82% Kupfer und 18% Blei, und auch
Kupfer mit 3% Eisen kommt vor[5767], doch lassen solche Zusätze keinen
bestimmten Schluß auf eine spätere Herkunft zu, denn eine Statue des
Königs ~Rin-Sin~ z. B. (um 2200?) besteht wieder aus ganz reinem
Kupfer[5768]. Zur Zeit ~Gudeas~, um 2300, lieferte Kimâs (am oberen
Euphrat?) vieles Kupfer[5769], und unter ~Hammurabi~ und ~Singarid~,
der einen Höchstpreis für dieses Metall festsetzte[5770], war es
billig und diente nur zur Herstellung von Geräten, Instrumenten (auch
medizinischen)[5771], sowie Werkzeugen, u. a. der sog. Doppelbeile,
deren Bestimmung aber auch in anderer Weise ausgelegt wird (s.
unten). Noch später, im 16. Jahrhundert, erscheinen Kupfer- und
Bronze-Gegenstände unter den Ausfuhrwaren Babyloniens nach Vorderasien,
z. B. nach Syrien[5772].

Die +Ägäis+ weist im Palaste von Knossos auf Kreta Metalle nicht in den
ältesten, bis gegen 4000 zurückreichenden Schichten auf, wohl aber
in den der Zeit um 3000 angehörigen, und zwar hauptsächlich Kupfer
(u. a. Schmucksachen aus Kupferdraht, die das Spiralmotiv zeigen), nach
einigen aber auch schon etwas Bronze, so daß eine reine Kupferperiode
nicht gesichert erscheint[5773]. Die Heimat jenes Kupfers ist aber
nicht das metallarme Kreta selbst, sondern offenbar Cypern, das an der
südwestlichen Küste zahlreiche und sehr ergiebige Fundorte besitzt,
während des gesamten Altertumes wegen seiner reichhaltigen Minen und
seiner vortrefflichen Erzeugnisse berühmt war und von der Sage zur
eigentlichen Heimstätte des Bergbaues und der Metallurgie gestempelt
wurde[5774]: sollen doch, wie noch ~Servius~ (5. Jahrhundert n. Chr.)
überliefert, die Korybanten zuerst in Cypern die reichen Erze des
Berges Koryum entdeckt und aus ihnen Kupfer auszuschmelzen gelehrt
haben[5775]. Sehr frühzeitig, schon um 3000, war in Cypern das Kupfer
vorherrschend und diente an Stelle des Steines zur Erzeugung von Waffen
und Geräten, ohne daß jedoch auch hier eine scharfe Trennung von
Kupfer- und Bronzezeit möglich wäre[5776]. Alsbald werden auch gewisse
charakteristische Formen nachweisbar, z. B. die der Doppelaxt und der
eigentümlich gestalteten, nach kyprischen Minen (von 608 g) oder deren
Vielfachen ausgewogenen Barren[5777], die bereits während der ersten
Hälfte des 3. Jahrtausends zur Ausfuhr gelangen; wer diese vermittelte,
von wann an die Phönizier an ihr teilhatten, ob diese wirklich gerade
Cypern erst +nach+ der mykenischen Zeit eifriger besuchten[5778]
und ob +sie+ es waren, die sodann das cyprische Kupfer zuerst nach
Ägypten brachten (s. oben), ist ungewiß[5779]. Bald nach etwa 1600,
sei es infolge politischer Verhältnisse und des Niederganges der
mykenischen Kultur, oder der Fortschritte der Nautik, scheint Kreta zur
wichtigsten Schiffsstation des ägäischen Meeres und zum Mittelpunkte
des gesamten Kupfermarktes aufgestiegen zu sein; dies erklärt die
ganz außerordentliche Verbreitung des Kupfers in Gestalt von Barren
kretischen Gewichtes (der Mine von 618 g und ihrer Vielfachen), sowie
von Doppeläxten[5780], betreff derer vielleicht auch ein Zusammenhang
mit der hohen sakralen Bedeutung der λάβρυς (Lábrys, Doppelaxt) in
Kreta anzunehmen ist[5781].

In +Troja+ tragen die untersten Schichten (um etwa 3300) noch völlig
steinzeitlichen Charakter, scheinen aber bereits vereinzelte kupferne
Erzeugnisse zu enthalten, z. B. sehr dünne Messer[5782]; die folgenden
führen Geräte aus Kupfer, auch gegossene, schon ziemlich häufig[5783],
gleichfalls aber bereits solche aus Bronze, so daß auch hier von einer
reinen Kupferzeit nicht wohl die Rede sein kann[5784]. Grabstätten vom
Charakter der sog. trojanischen Kultur aus der Zeit um 2000 finden sich
auch in einigen Gegenden des inneren Kleinasiens und sind dort nicht
minder reich an kupfernen Werkzeugen, Messern und Nadeln[5785].

Die +mykenische+ Zeit um 2000 besaß eine ausgebildete Kupferindustrie,
verstand das Kupfer nicht nur kalt zu hämmern und zu gießen, sondern
auch zu schmieden, zu treiben, zu löten, zu dünnen Blechen zu schlagen,
zu feinen Fäden zu ziehen, usf., und bildete einen ihr eigentümlichen
Dekorationsstil aus[5786]; Stücke, wie die große zu Mykene gefundene
Kanne, oder wie die Dolche, die aus einem Kupferkerne mit einer
Überfangschicht schwarzen Schwefelsilbers und eingelegten Figuren aus
Gold oder Elektron bestehen, sind als hervorragende Leistungen des
Kunstgewerbes anzusehen[5787]. Der χαλκεύς (Chalkeús), ursprünglich
einfach ein Bearbeiter des Kupfers, später auch Kupfer-Gießer, war
nunmehr zum eigentlichen Kupferschmiede geworden[5788].

Die +Griechen+ lernten vermutlich auch das Kupfer (Chalkós) durch die
Phönizier kennen, die es anfangs als Händler brachten, hauptsächlich
aus Cypern, später aber auch die ersten Bergwerke in Gang setzten,
u. a. die zu Chalkis auf Euböa[5789]; wenn in der Odyssee[5790]
~Mentes~ nach dem kupferreichen (πολύχαλκος) Temesos fährt, um
dort Kupfer einzutauschen, so hat man hierunter nicht Temesos in
Unteritalien zu verstehen (obwohl es auch dort Kupfergruben gab),
sondern Temesos auf Cypern[5791], wobei zu bemerken ist, daß sich
der Name +beider+ Städte vom phönizischen (semitischen) tamassos =
Schmelzhütte ableitet[5792]. Das Wort χαλκός weist übrigens nach
~Curtius~ nicht allein oder vorzugsweise auf Kupfer hin, sondern
eher auf Metall überhaupt, und könnte mit dem semitischen chalaqa =
bearbeiten in Verbindung stehen[5793]. Hierzu würde es stimmen, daß
(wie erwähnt) χαλκεύς anfangs nichts weiter ist als ein „Bearbeiter“
des Kupfers, später aber, so schon bei ~Homer~, auch der irgend eines
anderen Metalles[5794]; als möglich wird aber auch ein Zusammenhang
zwischen χαλκός, dem Kupfer, und χάλκη, der Purpurschnecke,
hingestellt, und zwar mit Beziehung auf die gemeinsame Farbe, nach
der beide die „Roten“ hießen[5795]. Doch bezeichnet χαλκός fast von
Anbeginn an ebensowohl das rote Kupfer wie die goldfarbige Bronze
(Erz), so daß die meisten Litteraturstellen, selbst die berühmte
hesiodische, die vom „Zeitalter des Erzes“ berichtet, eine gewisse
Unklarheit darüber walten lassen, welches von beiden Metallen im
Einzelfalle gemeint sei.

In Italien stehen die +Etrusker+ sehr frühzeitig im Besitze
reichlichen Kupfers, das sie zum Teil aus den ergiebigen, aber bald
erschöpften Gruben der Insel Elba erhielten, zum Teil auf dem Wege des
Seehandels[5796]. Kupfer-Bergwerke waren außerdem in der lokrischen
Ansiedlung Temesos (Temesa) vorhanden, sowie an verschiedenen anderen
Stellen der Halbinsel[5797]; spät (kaum vor 500 v. Chr.) und
verhältnismäßig spärlich findet sich Kupfer in den Grabstätten der
Po-Ebene[5798], was aber vielleicht nur auf besonderen Zufällen beruht.
Im mittleren Italien ist Kupfer, als vorgewogenes Brocken-Kupfer, „aes
rude“ oder „raudus“, schon seit dem 9. Jahrhundert ein wichtiger,
später aber bis zum 3. Jahrhundert herab, ein fast allgemeiner
Wertmesser; allmählich treten hierbei an die Stelle der ungeformten
Brocken Kupfer-Stücke oder -Barren, die schließlich auch gemustert
und wie die römisch-campanischen mit eingepreßten schönen Bildern von
Schweinen oder Stieren verziert werden (daher pecunia = Geld, von
pecus = Vieh, das ursprünglich in natura zur Bezahlung diente). Diese
Umstände machen die einflußreiche Rolle erklärlich, die Worte spielten
wie pendere (zahlen; eigentlich abwägen) und die von aes abgeleiteten
aestimare (bewerten, schätzen; eigentlich mit Erz aufwägen), aerarium
(Erz-Schatz), u. dgl. mehr[5799]. Wie χαλκός, so bedeutet übrigens
auch aes sowohl Kupfer wie Bronze, und es läßt sich nicht stets ohne
weiteres entscheiden, welches von diesen. -- Die Inseln des westlichen
Mittelmeeres sollen in ältester Zeit, früheren Vermutungen entgegen,
nicht viel Kupfer erzeugt haben, ganz außerordentliche Mengen besaß
hingegen +Spanien+, vor allem in den Minen der asturischen Gebirge bei
Oviedo, deren Halden bis in das zweite Jahrtausend zurückreichen[5800],
sowie in jenen der Sierra Morena; aus Tartessos, das die einen für
den Namen einer Stadt, die anderen für die Bezeichnung der ganzen
Südwestküste erklären, holten es die Phönizier schon seit Beginn
ihrer Fahrten nach dem Westen, und es war wohl die älteste und damals
wichtigste Ausfuhrware des Landes.

Über das Auftauchen des Kupfers in +Mitteleuropa+ gehen die Meinungen
der Forscher noch stark auseinander. Schon in Grabresten, die noch
der reinen Steinzeit (um etwa 2500) angehören, finden sich vereinzelt
aus kupfernen Perlen oder Drähten hergestellte Schmucksachen, die
allem Anscheine nach dem Südosten Europas entstammen[5801]; bekannter
wird das Kupfer aber erst gegen 2000 und gewinnt, durch Einwanderer
oder Tauschhändler aus dem Südosten herangebracht, weitere, jedoch
nur langsame Verbreitung[5802], teils in Gestalt von Spangen, Ringen
u. dgl., teils in der von Barren und Beilen[5803]. Diese, namentlich
die Doppelbeile, die ihren ersten Ursprung von sumerisch-babylonischem
Boden her genommen haben sollen[5804], scheinen nach ~Forrer~ zuerst
aus Cypern, seit etwa 1300 aber aus Kreta gekommen zu sein und
zeigen dementsprechend anfangs die cyprischen, später die kretischen
charakteristischen Formen und Gewichte[5805]. ~Regling~ glaubt zwar,
daß ~Forrer~ seine Befunde nicht selten „phantastisch verwertet
habe“[5806], gibt aber doch zu, daß die vermutlich cyprischen
Doppelbeile der sog. Depot- oder Massenfunde, deren etwa 20 aus ganz
Mitteleuropa bekannt sind, zum Teil eingeschlagene Fabriks- oder
Gewichtsmarken tragen und daher „in einigen Fällen justiert worden
sind[5807]; er betrachtet übrigens diese „praktisch unbenützbaren
Formen“ nicht als Werkzeuge, sondern als „Metall in gebrauchsfähiger
Gestalt“, im Sinne von Wertgegenständen oder Geldvorräten, etwa wie die
späteren eisernen „Spieße“ der Spartaner, die ὄβελοι oder ὀβελίσκοι
(Obelisken)[5808]. Nach Nordeuropa verbreiten sich die nach kretischen
Minen abgewogenen, 0,5-3 kg schweren Barren und Doppeläxte nur sehr
langsam[5809], so daß dort die eigentliche Kupferzeit erst erheblich
später einsetzt als in Mitteleuropa, wo sich z. B. um 2000 in den
Pfahlbauten des Mondsees schöne Äxte aus reinem Kupfer bereits in
größerer Zahl vorfinden[5810]; erst im Verlaufe dieser Kupferzeit,
die in Mitteleuropa etwa von 2000 bis 1800 währt, lernt man daselbst
zunächst Kupfer, und zwar fertig zugebrachtes, selbst zu gießen und
nach dem Vorbilde der noch lange in Benützung bleibenden Steingeräte
zu formen[5811], schließlich aber vielleicht auch schon, aus seinen
Erzen an Ort und Stelle zu gewinnen. Ob indessen die Annahme zutrifft,
daß für Kupfer-Bergbau und -Verarbeitung in Ungarn, Deutschland,
den Alpengegenden usf., -- keinesfalls aber in Skandinavien --, ein
derart hohes Alter in Anspruch zu nehmen sei[5812], bleibt immerhin
zweifelhaft; erstens dauert nämlich die Einfuhr von Kupfer in Gestalt
von Ringen kretischen und phönizischen Gewichtes noch nach Beginn des
1. Jahrtausends (der sog. frühen Hallstädter Zeit) fort[5813], und
zweitens reichen die ältesten Kupferbergwerke der Alpen, z. B. die zu
Mitterberg und Kitzbüchel, keinesfalls so weit zurück, wie dies ~Much~
und andere Forscher voraussetzten[5814], sie gehören vielmehr nach den
Untersuchungen von ~Hoernes~ erst der Bronzezeit an[5815].

Widersprechen nun obige Tatsachen einerseits der von einigen Gelehrten
verfochtenen Theorie, der gemäß das Kupfer in Mittel- und besonders
in Nordeuropa einen selbständigen Entstehungskreis besitze, so
sind sie andererseits auch schwer vereinbar mit den Anschauungen
von ~Montelius~, nach denen zwei Verbreitungswege des Kupfers nach
Mittel- und Nordeuropa in Frage kommen sollen, ein östlicher über die
Balkanländer und den Balkan, sowie ein westlicher über das Mittelmeer
und den Boden des heutigen Frankreichs[5816]. Gallien war während des
gesamten Altertums, ja selbst zu römischer Zeit, niemals besonders
reich an Kupfer[5817], wie ja auch von Britannien noch ~Caesar~
behauptet, man mache daselbst nur von eingeführtem Kupfer (aere
importato) Gebrauch[5818]. Falls es nun richtig ist, daß gegen Ende
der Steinzeit gewisse rundköpfige Stämme aus den Hauptsitzen der sog.
Grenelle-Rasse im nördlichen Frankreich über den Rhein und quer durch
Deutschland weithin nach Osten und Norden drangen und daß diese damals
zuerst das Kupfer verbreiteten, in dessen Besitz sie sich bereits
befanden[5819], so fehlt bisher jedenfalls der Nachweis, daß und auf
welche Art sie ihre Kenntnisse aus dem Orient empfingen; woher sonst
sie ihnen zukamen, bleibt aber allerdings ebenfalls im Dunkeln, und so
liegt hier eines der zahlreichen noch ungelösten Rätsel vor, wie z. B.
das betreffs der oben erwähnten Kupferbeile der Charente, die eine
gewisse Zeit lang bis 3% Arsen enthalten, während sie sich nach deren
Ablauf gänzlich arsenfrei erweisen[5820].

Die +Indogermanen+ kennen vor ihrer Trennung und der Zeit der
beginnenden Abwanderung aus ihrer immer noch vielumstrittenen Urheimat,
also um 2500 und gegen Ende der jüngeren Steinzeit, nur +ein+ Metall,
das Kupfer, benützen aber auch dieses nur in sehr beschränktem
Umfange, und zwar in Form von Schmucksachen, Flachbeilen, Dolchen,
Pfriemen, vielleicht auch Sicheln; sie verstehen, es in Steinformen
zu gießen, nicht aber, es zu schmieden[5821]. Nach dem einen Namen
des Kupfers, „ayas“ (lat. aes), der zu den ältesten Bestandteilen des
indogermanischen Wortschatzes gehört, benennen sie später die ihnen
neu bekannt werdenden Metalle, z. B. Gold, als „das gelbe“, Silber
als „das weiße“, Eisen (Stahl) als „das blaue“, nämlich Metall[5822];
ein zweiter Name ist raudhâ oder roudhos, der das Kupfer als das
„Rote“ bezeichnet, aber auch mit dem anklingenden sumerischen urudu
in Zusammenhang stehen soll, -- so wie pereku, das Beil, gr. πέλεκυς
(Pélekys), sanskr. paraçu, mit sumer. balag, assyr. pilakku --,
ohne daß sich aber angeben ließe, wo oder gar wann diese Beziehung
vermittelt wurde[5823]. -- Daß die westlichen +Finnen+ auch vom Kupfer
(rauta, ruda) erst durch indogermanische Nachbarn Kunde erlangt hätten,
trifft nicht zu; sie waren offenbar schon in ihrer alten Heimat,
als die das Ural-Gebiet angesehen wird, mit ihm wohlvertraut[5824]
und erklären es in ihren Volkssagen als das älteste Metall. In der
„Kalewala“ wird daher der Gott ~Ilmarinen~ gleich mit den kupfernen
Geräten des Schmiedes geboren, Kupferschmiede spielen eine große Rolle,
und das Kupfer (nicht aber die ganz unbekannte Bronze) findet unzählige
Verwendungen[5825]; das nämliche ist im „Kalewipoeg“ der Fall, und in
den „Esthnischen Märchen“ gelten u. a. auch kupferne Geräte als „bei
uns zu Lande verfertigt“[5826].

Seit wann in +China+ und +Indien+ Kupfer bekannt ist, und ob man
daselbst eine eigentliche, jener der Bronze vorausgehende Kupferzeit
anzunehmen hat, entzieht sich nach Maßgabe der vorliegenden Funde und
Berichte noch jeder Beurteilung[5827]; die zahlreichen von ~Pfizmaier~
zusammengestellten chinesischen Angaben sind teils unklar, teils
verraten sie sichtlich schon arabische Einflüsse, wie die über das
männliche und weibliche Kupfer, über den „Geist des Kupfers“, über
die fünf farbigen Arten des Kupfers, über die „Blüte des Kupfers“ (=
Grünspan), die gemeinsam mit Zinnober, Kupferlasur, sowie männlichem
und weiblichem Arsen, die „fünf Steine“ bildet, usf.[5828]. In Indien
sprechen die Fundstücke für ein sehr hohes Alter des Kupfers, dessen
Gewinnung seit jeher in den äußerst unvollkommenen, jedoch mit einer
Art Blasebalg versehenen, kleinen Öfen erfolgt sein mag, die daselbst
noch gegenwärtig im Betriebe anzutreffen sind[5829]; bemerkenswert ist
es, daß noch zu Beginn unserer Zeitrechnung ~Strabon~ versichert, die
Indier kennten keine geschmiedeten Kupfergefäße, sondern nur gegossene,
die beim Hinfallen zerbrächen wie irdene[5830].

+Persien+ besaß reiche Kupfergruben, die während des ganzen Altertums
und Mittelalters in dauerndem Betriebe standen, dessen noch 629
der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ gedenkt[5831]. Die bei den
Ausgrabungen in Susa zutage gekommenen ältesten Werkzeuge und Nägel
bestehen aus reinem Kupfer[5832], dessen erste Darstellung die
persische Sage in die fernste Urzeit zurückverlegt und dem völlig
mythischen Schah ~Hoscheng~ zuschreibt; in ~Firdusis~ „Schahnameh“
heißt es von ihm[5833]:

    „Erz und Gestein er schied mit Verstand.
    Zum Werkstoff glänzendes Erz er macht’,
    Das er zog aus dem Felsenschacht:
    Er kannt’ es und fing die Schmiedekunst an,
    Durch die er Beil, Säg’ und Axt gewann.“

Auch in den uralten Vorstellungen vom Weltende, die nach den „Gathas“
genannten Verspredigten im „Avesta“ von ~Zarathustra~ selbst, also
wohl aus dem 2. Jahrtausend, herrühren sollen, spielt das Kupfer
eine wichtige Rolle: neben dem roten Feuer erwähnen sie das rote,
lohende, geschmolzene Metall, dessen glühenden Strom die Auferstehenden
durchschreiten müssen, wobei ihn die Guten als ein laues Bad empfinden,
während er den Bösen die furchtbarsten Qualen bereitet[5834]. In
der jüngeren Fassung des „Avesta“ tritt dann unter den auch schon
den Gathas bekannten sechs iranischen Erzengeln die Gestalt des
~Schahrewar~ auf, des „Oberherrn der Metalle“, des „Herrn der 7
Metalle“, der diese schmilzt, „das Eisen, das Blei und das gemeine
Metall“ (d. i. das Kupfer); im „Bundehesch“ ist er der „Herr der Waffen
und der Waffengewalt“, in den späteren Pehlewi-Texten aber der „Geber
des Reichtums“, nämlich der Metalle, die Geld und Gut darstellen, und
die er am jüngsten Tage durch ein herabfallendes Meteor (?) schmilzt,
wobei sie die Gerechten wie laue Milch umfangen[5835].

Bei den +Arabern+ scheint das Kupfer erst nach der Eroberung Persiens
weitere Verbreitung gefunden zu haben[5836]; sehr frühzeitig wird ein
persischer Klient als Kupferschmied erwähnt[5837], und zur Zeit des
Khalifats sind alsbald große Mengen Kupfer vorhanden, Erzeugnisse
Syriens, Kleinasiens, der südöstlichen Küstenländer des schwarzen
Meeres, Armeniens, Kermans (des alten Karmaniens)[5838], aber auch des
Maghrebs (Westafrikas)[5839] und nicht zum wenigsten Transoxaniens und
Ferghanas, die als ebenso reich an Kupfer gerühmt werden wie an Türkis,
Marienglas, Nûschâdir (Salmiak), Schwefel, Naphtha und zahlreichen
anderen Mineralien, Erzen und Metallen[5840].

Was die +Namen+ des Kupfers betrifft, so sind das sumerische urudu und
das indogermanische ayas bereits oben erwähnt worden; von letzterem
leiten sich das indische ayas ab, das altpersische ayah, das gotische
aiz, das lateinische aes, vielleicht auch das keltische umajo und das
irische umae[5841]. Mit der roten Farbe des Kupfers hängt die zweite
indogermanische Bezeichnung zusammen, raudhâ oder roudhos, und mit
dieser wieder die für Rot und Kupfer im Indischen (rudhira und lôha),
im Altpersischen (ruad und rôdh, wovon neupersisch rôy), ferner das
griechische ἐρυθρός, das lateinische ruber, das gotische raudo, das
altslavische rudru und das südslavische ruda, das lettische raudunes,
das altpreußische rauda, vielleicht auch das finnische rauta oder ruda,
sowie das baskische urreïda[5842].

Für das Wort „Kupfer“ sind einige weithergeholte Etymologien
vorgeschlagen worden, nach ~Ludwig~ z. B. käme es vom semitischen
K’pôr = Deckel, Scheibe, bedeutete also eigentlich Platten- oder
Scheibenkupfer[5843]; nach ~Wilser~ hätten die Römer ihr cuprum der
Sprache nordischer Völker entlehnt, etwa solcher Britanniens oder
Skandinaviens, woselbst die Kupfergewinnung eine ganz außerordentlich
alte sei[5844], -- welche letztere Behauptung übrigens nach ~Hoops~
durchaus nicht zutrifft[5845]. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht
vorerst immer noch für die nächstliegendste und natürlichste Erklärung,
der gemäß cuprum von Cypern abzuleiten ist[5846], seiner ältesten
und wichtigsten Gewinnungsstätte, deren hohe Bedeutung auch weiter
fortdauerte, als die Insel 57 v. Chr. in römischen Besitz übergegangen
war: machte doch noch Kaiser ~Augustus~ dem ~Herodes~, der ihm
300 Talente als Gabe dargebracht hatte, ein wahrhaft kaiserliches
Gegengeschenk, indem er ihn mit dem halben Ertrage der cyprischen
Erzgruben belehnte[5847]. Das Griechische besaß ursprünglich keinen mit
Cypern zusammenhängenden Namen für Kupfer, vielmehr hieß dieses einfach
χαλκός (Chalkós), so wie die Bronze, oder zuweilen zum genaueren
Unterschiede von dieser χαλκός ἐρυθρὸς = rotes Kupfer, so schon bei
~Homer~[5848], aber auch noch bei ~Poseidonios~ (um 100 v. Chr.)[5849].
Das Lateinische kennt den nämlichen Ausdruck „aes rubrum“, neben
diesem tritt aber auch „aes cyprium“ auf, das sich z. B. bei ~Vitruv~
findet, ferner „aes cypreum“ (oft bei ~Plinius~), „aes cyprinum“
und „aes cupreum“; „cuprum“ allein (ohne aes), sowie „cuprinus“ (=
kupfern), kommen dagegen erst bei sehr späten Schriftstellern vor,
z. B. bei ~Spartianus~ (4. Jahrhundert), bei ~Palladius~, und einigen
anderen von ~Rossignol~[5850] und ~Blümner~[5851] aufgezählten
Autoren, denen noch der Arzt ~Caelius Aurelianus~ (5. Jahrhundert)
anzureihen wäre, der an einer Stelle „lepida cyprina“ (Kupfer-Schuppen)
vorschreibt[5852]. Die späte Nachweisbarkeit einer Vokabel in der
Litteratur erbringt freilich keine Entscheidung über ihr Alter, es
wird z. B. kaum jemand voraussetzen, daß das Wort vitrum = Glas, für
das bisher ~Cicero~ der früheste Gewährsmann sein soll, erst zu seiner
Zeit plötzlich aufgetaucht sei; so wird wohl auch, neben vielen anderen
als cyprische bekannten Erzeugnissen, das cyprische Erz, aes cyprium,
cypreum, oder cupreum, im Sinne von Kupfer, dem Volksmunde längst
vertraut gewesen, und in der Vulgärsprache abgekürzt „cuprum“ genannt
worden sein, worauf u. a. die Bezeichnung der εἰς κύπρον (in Kýpron, in
Kupfer) Arbeitenden im Maximaltarife des ~Diokletian~ von 301 hinweist
(s. oben S. 274). In ganz ähnlicher Weise ging z. B. der (+nicht+ von
Cypern abzuleitende) Name der Cypresse, der noch bei dem höfischen
~Vergil~ „cyparissus“ lautet[5853], nach Beginn der Kaiserzeit, und
anscheinend gerade unter Anlehnung an „cuprum“ ganz allgemein in
„cupressus“ über, war jedoch schon weit früher in dieser Gestalt
gebräuchlich, was sich hier rein zufällig aus einem Verse des ~Ennius~
(239-169 v. Chr.) belegen läßt[5854]. -- Nichts zu tun hat „cuprum“
mit dem von ~Varro~ als sabinisch überlieferten „ciprum“ = gut[5855]
und mit den etrurischen Städtenamen Cupra maritima und montana; diese
selbst führt man wieder auf eine Göttin ~Cupra~ zurück, in der man
bald die griechische ~Kypris~ erblicken wollte, bald die römische
~Juno~, weil nach ~Pausanias~[5856], der aber hierin schon völlig den
synkretistischen Anschauungen folgt, ~Hera~ auch ~Aphrodite~ genannt
worden sei[5857]. -- Unter den romanischen Sprachen besitzt nur die
französische das von cuprum abgeleitete cuivre; die übrigen nahmen das
vulgär-lateinische „aeramen“ (etwa = Kupferzeug) auf und bildeten, wie
z. B. das italienische „rame“ zeigt, ihre Ausdrücke aus diesem.


5. Bronze.

Die Geschichte der Bronze, der Legierung von Kupfer und Zinn, ist
auf das Innigste mit jener dieses letzteren Metalls verknüpft, auf
die jedoch aus verschiedenen Gründen erst weiter unten des näheren
eingegangen und daher an dieser Stelle nur hingewiesen werden kann.

Die Erfindung der Bronze, sei sie anläßlich zufälligen gemeinsamen
Verschmelzens von Kupfererzen und Zinnstein, oder von fertigem Kupfer
und Zinn gemacht worden[5858], setzt jedenfalls gewisse metallurgische
Erfahrungen voraus, namentlich solche im Darstellen und Gießen
des Kupfers, und zwar eines ziemlich reinen[5859], -- wenngleich
es unmöglich ist, ihr, mit ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~[5860], schon
die klare Absicht unterzulegen, den hohen Schmelzpunkt des Kupfers
(1135°) durch den niedrigen des Zinns (228°) auf den mittleren der
Bronze (900°) herabzudrücken. Sie einem einzigen bestimmten Volke
zuzuschreiben, etwa den Ägyptern[5861] oder den Phöniziern[5862],
erweist sich als unzulässig, vielmehr scheint sie an mehreren, wenn
auch nur wenigen Punkten selbständig gemacht und dann von diesen
aus allmählich weiter verbreitet worden zu sein[5863], wobei sich
zwar Vorderasien, Europa und Afrika als zusammengehörig ergeben, ein
völlig gemeinsamer Herd aber selbst für die +alte+ Welt so gut wie
undenkbar erscheint[5864]. Auch im vorliegenden Falle mahnt nämlich
die +neue+ zur Vorsicht in allen weitgehenden Schlüssen, denn „in
beiden Hemisphären findet sich die Kunst dieser Legierung“, wie bereits
~Humboldt~ hervorhob[5865]: so besaßen die Mexikaner, bei denen
~Cortez~ Zinn in großen Mengen gewinnen und an Geldes Statt benützen
sah[5866], auch bronzene Geräte und Werkzeuge, 94% Kupfer und 6%
Zinn enthaltend, und waren im Gusse größerer und großer Gegenstände
wohlerfahren[5867]; die Peruaner, bei denen sich auch Wagen und
Gewichte vorfanden, die in Mexiko fehlten, verstanden ebenfalls,
Bronze mit 6% Zinngehalt herzustellen und zu gießen, und wandten sie
zu den mannigfaltigsten Zwecken an, obwohl ihnen das Eisen nicht mehr
unbekannt war[5868]; endlich bedienten sich auch einige, jedoch nicht
alle Völkerschaften Chiles, vermutlich von Peru aus beeinflußt, neben
der kupfernen auch bronzener Schmucksachen, Werkzeuge, Geräte und
medizinischer Instrumente[5869].

Für die oben erwähnte Vermutung ~Smiths~, die Bronze sei in +Ägypten+
erfunden worden, lassen sich zureichende Gründe nicht vorbringen,
dagegen kannte man sie daselbst in weit früherer Zeit, als ~Gsell~
annahm[5870], nämlich schon unter der Regierung der Thiniten und
der ersten Königsdynastien[5871], also etwa seit 3000; um 2500 war
sie bereits verbreiteter[5872], und dem alten Reiche scheint auch
ein aus Kupfer gegossenes Gefäß anzugehören, das schon ein mittels
eines Bronze-Plättchens verlötetes Loch aufweist[5873]. In einem
Gedichte aus der Zeit um 2000 ist von „Riegeln aus Bronze an Türen
aus Kupfer“ die Rede[5874], und spätestens um 1500 verstand man den
Hohlguß auch größerer Stücke und Statuen[5875], der jedenfalls eine
lange andauernde Übung voraussetzt. Die Frage, ob die Bronze, als
deren Namen thisd, thesed, aber auch chesmen angegeben werden[5876],
sowie die Bronze-Technik, den Ägyptern aus einem bestimmten Lande des
Orients zugekommen sei, aus welchem, und namentlich aus oder über
Cypern, muß vorerst unentschieden bleiben, ebenso wie die nach der
Herkunft des zu ihrer Darstellung erforderlichen Zinns. Tatsache ist,
daß dieses anfangs nur in sehr kleiner Menge vorhanden war[5877]:
der Gehalt beträgt bei den ältesten Bronze-Funden (um 3000) nur
1-2%[5878], bei den etwas jüngeren (um 2500) schon 6%[5879], und steigt
dann rasch auf die normale Höhe von 10-12%, die im 2. Jahrtausend
bereits die gewöhnliche ist[5880]. Die Fundstücke umgekehrt, auf
Grund ihres Zinngehaltes, einem bestimmten Zeitalter zuzuteilen, ist
aber im Einzelfalle ganz unzulässig, da man zinnarme Bronzen auch in
späterer Zeit weiter erzeugte, ferner aber auch Bronze-Gegenstände,
wahrscheinlich aus religiösen Gründen, zu gewissen Zwecken, z. B.
als Grabbeigaben, nicht anwandte, diese vielmehr (noch um 1500)
ausschließlich aus reinem Kupfer anfertigte[5881]. In älteren,
gegossenen Bronze-Gegenständen findet sich nicht selten ein merklicher,
zwischen 6 und 12% schwankender Zusatz an Blei, offenbar weil dieses
die Verflüssigung und Handhabung der Legierung erleichtert[5882],
während jüngere, geschmiedete, zuweilen 1-2% Eisen enthalten,
das vermutlich aus den benützten Kupfererzen herstammt und ihnen
eine bedeutende, aber zur Bearbeitung der Hartgesteine doch nicht
ausreichende Härte verleiht[5883]. Mit was für Werkzeugen die Ägypter
Granit, Syenit, Diorit und Basalt meisterten, ist noch strittig; ein
Härten der Bronze nach Art des Stahles, durch Abschrecken in Wasser
oder Öl (διά τινος βαφῆς), von dem ~Proklos~ und einige Spätere
fabeln[5884], darf für ausgeschlossen gelten, die Bereitung einer
Art Phosphor-Bronze mittels phosphorhaltiger Beigaben ist unbewiesen
und unwahrscheinlich[5885], und ein Zusatz von 22-30% Zinn macht die
Bronze zwar stahlhart, aber auch äußerst spröde[5886]. Da indessen
ägyptische Prägestempel des 6. Jahrhunderts v. Chr. von gerade dieser
Zusammensetzung vorliegen[5887], die Sprödigkeit zum großen Teil
durch Ausglühen zu beheben ist[5888], ferner sehr harte Instrumente,
z. B. medizinische, durch anhaltendes starkes Hämmern hergestellt
werden können[5889], endlich aber auch bronzene Feilen aufgefunden
wurden[5890], so scheint die Existenz einer Hartbronze doch noch
keineswegs ausgeschlossen; weitere Untersuchungen müssen Aufklärung
darüber bringen, ob bei ihrer Gewinnung mechanische Behandlungsweisen
die Hauptrolle gespielt haben, chemische Beimischungen (unter denen
auch noch das Arsen zu berücksichtigen wäre), oder beide.

Den +Sumerern+ war die Bronze schon gegen 3000 gut bekannt, da die
ältesten Schichten zu Telloh (um 2900) zahlreiche bronzene Ringe,
Äxte und Götterbilder aufweisen[5891], aus der nämlichen Zeit ein
prächtiger Stierkopf in Bronze herrührt[5892], und aus der nur wenig
jüngeren des Königs ~Urnina~ (um 2800) zahlreiche Bronzefiguren
vorliegen[5893], sowie Bronzestifte von Rollsiegeln[5894]. Um 2700
tragen die Krieger auf der sog. Geier-Stele des ~Eannatum~, Sohnes
des ~Entemena~, mit Metallbuckeln beschlagene Schilde, Lederhelme mit
Metallrändern, sowie Lanzen mit zweischneidigen Metallspitzen, und
das Metall scheint Bronze zu sein[5895]; eine ganze Anzahl kleiner,
sehr gut gearbeiteter Bronzefiguren sind nur etwa 30 Jahre nach dieser
Stele angefertigt[5896]. Unter der Regierung ~Gudeas~, der zu den
„Königen von Sumer und Akkad“ gehört[5897], etwa um 2300, stand die
Verarbeitung von Gold, Kupfer, Zinn und Bronze auf einer hohen Stufe,
und letzteres Metall wird auch in Inschriften und Zaubersprüchen
erwähnt[5898]; auffälligerweise erteilen die Sumerer in dieser Periode
den Göttergestalten nicht mehr den Typus ihres eigenen Volkes, sondern
jenen der Semiten[5899], von denen sie anscheinend auch die Verbindung
der Götter mit den Gestirnen sowie mit dem Lebenswasser übernahmen, --
wie denn auch auf dem Siegel ~Gudeas~ ein sitzender Gott Vasen hält,
aus denen das Wasser des Lebens hervorsprudelt[5900]. Im Zeitalter
~Hammurabis~, um 2000, war die Bronze längst allgemein bekannt[5901],
und im 16. Jahrhundert bilden bronzene Rüstungen und Waffen einen
Gegenstand der Ausfuhr nach Syrien[5902]. Wie bei den Bronzen Ägyptens,
so ist im allgemeinen auch bei denen Babyloniens und Assyriens der
Gehalt an Zinn anfangs sehr gering, oft nur 0,1-0,3%, steigt dann auf
3-5 und später auf 10-12, zuweilen auch auf 16-20%, und wird nicht
selten von einem solchen an Blei (3-7%), Antimon (4%), Eisen (2-4%,),
Arsen (0,6%) und etwas Nickel begleitet, die, mit Ausnahme des Bleies
und vielleicht des Antimons, wohl sämtlich aus dem benützten Rohkupfer
herrühren[5903]. Bestimmte Anhaltspunkte über das Alter einzelner
Gegenstände liefert aber der Zinngehalt auch hier nicht, so z. B. fand
~Berthelot~ in einigen Stücken aus dem 2. Jahrtausend 10-12% Zinn,
in jüngeren (Anfang des 1. Jahrtausends) 11%, in noch jüngeren (um
800) 8,5%, aber auch 14-20%, neben 3,5-7% Blei und 2-3% Eisen oder
Nickel[5904]. -- Was die Frage betrifft, ob das Land der Sumerer als
die (oder doch als eine) Ursprungsstätte der Bronze anzusehen sei, so
ist zu bemerken, daß +allein+ dieses Volk neben dem Worte für Kupfer,
urudu, noch ein besonderes für Bronze besitzt, zabar, das „feurigrot,
glänzend“ bedeutet; in einem zweisprachigen Hymnus an ~Gibil~, den Gott
des Opfer-, Herd- und Welt-Feuers, den Lehrmeister der Schmiede[5905],
heißt es: „Du bist es, der Gold und Silber läutert; Du bist es, der
Kupfer (urudu) und Zinn (anna) mischt“[5906], und in diesen Versen wird
unleugbar dem Gotte die Erfindung der Legierung zugeschrieben[5907].
Sollte aber wirklich „anna“ ursprünglich nicht Zinn, sondern Blei
bedeutet haben[5908], so läge die Vermutung nahe, daß die Blei-Bronze,
-- es sei hier nur an die Statue des Königs ~Bur-Sin~ von Ur (um
2600) mit 18% Blei erinnert[5909] --, älter ist als die Zinn-Bronze,
und daß der anfängliche Zusatz ein solcher von Blei war, das erst
späterhin durch Zinn ersetzt wurde. -- In jüngerer babylonischer Zeit
führt die Bronze auch andere Namen, so z. B. weihte ~Nebukadnezar~ II.
(um 600) einer Göttin je zwei Hunde aus Gold, Silber und Bronze, für
welche Metalle die Bezeichnungen hurasu, kaspu, und eru oder namru
stehen, d. h. „glänzendes Kupfer“[5910]. Ob der ältere Name zabar in
dem noch bei den späteren Arabern gebräuchlichen zafar, zafr, safr,
fortlebt[5911], ist fraglich.

In der +Ägäis+ soll nach ~Karo~ das Kreta der frühminoïschen Periode
(3. Jahrtausend) Bronze noch nicht, und das der spätminoïschen (2.
Jahrtausend) anfangs nur spärlich, reichlicher erst seit etwa 1600,
besonders aber seit 1500, besessen haben[5912]; nach ~Meyer~ ist aber
Bronze schon zu Beginn des 3. Jahrtausends bekannt[5913] und nach
~Forrer~ bald nach dessen Ende in Knossos nicht selten[5914]. Das
nämliche gilt nach den zuletzt genannten Autoren von Cypern, woselbst
jedoch die Bronze-Gegenstände noch lange Zeit hindurch die Formen der
kupfernen festhalten und sich neben diesen nur sehr allmählich Bahn
brechen[5915]. Auch die Cykladen sind, entgegen ~Karos~ Ansicht[5916],
um 2500 schon reich an Bronze-Geräten, -Gefäßen und -Waffen; nur die
Spitzen der dortigen Pfeile sind nicht aus Bronze gefertigt, sondern
aus dem Obsidian der vulkanischen Insel Melos[5917].

Zu +Troja+ findet sich Bronze, wenngleich vereinzelt, schon in sehr
tiefliegenden Schichten, und ist anfangs arm an Zinn[5918]; um 2500 ist
bereits viel Bronze und solche von 8-11% Zinngehalt vorhanden[5919],
um 2000 treten Schmucksachen (auch gelötete) und getriebene Gefäße
auf[5920] und um 1500, in der sog. homerischen Schicht, mannigfaltige
Geräte und Waffen[5921].

Das +mykenische+ Zeitalter (um 2000) war mit der Verarbeitung der
Bronze durchaus vertraut, namentlich auch mit der Herstellung größerer
Gegenstände in Hohlguß[5922]; der Gehalt an Zinn ist sehr wechselnd,
kaum 1% bei einem Kessel aus Mykene[5923], 5,5% bei einem Schwert
und 9,5% bei einem Szepter (?) ebendaher[5924], dagegen 10-13% bei
Fundstücken aus Tiryns[5925]. Nach einigen Forschern waltet hierbei der
Zufall, nach anderen sollen die zinnreichen Geräte durch die Phönizier
eingeführt sein[5926]; die Herstellung kleinerer Gußsachen dürften
diese schon sehr frühzeitig verstanden haben, und jedenfalls reichte
ihre Erfahrung aus, um ihnen im 11. Jahrhundert den Guß der gewaltigen
Bronzesäulen vor dem Tempel zu Gades (der sog. Säulen des ~Herkules~)
zu ermöglichen, und im 10. Jahrhundert den der Prunkstücke im Tempel
~Salomons~, wobei sie Tonformen benützten[5927]. Unter mykenischem
Einflusse standen auch die Inseln des östlichen Mittelmeeres sowie
Sizilien[5928]; betreffs ersterer ist dem weiter oben Gesagten noch
hinzuzufügen, daß in Cypern die einheimischen Erzeugnisse auch während
dieser Zeit noch die alten Formen beibehielten und daher durchaus
archaisch erscheinen[5929], während sich in Kreta starke babylonische
Einflüsse geltend machten, deren Spuren auch die Bronze-Barren von ¼, ½
und 1 Talent babylonischen Gewichtes verraten[5930].

Unter den +Griechen+ lernten die Bronze zuerst jedenfalls jene
Kleinasiens kennen, woselbst man gegen Ende des 10. Jahrhunderts z. B.
in Ephesus schon Zahlbarren (ohne Prägung) in Gold, Silber, Elektron,
Bronze und Blei besaß[5931] und wo auch der Hohlguß um diese Zeit
längst in Anwendung stand, so daß dessen „Erfinder“, ~Theodoros~
und ~Rhoikos~ von Samos (6. Jahrhundert), von denen ~Pausanias~
und andere erzählen, in Wirklichkeit wohl nur die Verbreiter
waren[5932]. Das nämliche gilt betreffs der Bronze selbst, die nach
den „Wunder-Geschichten“ des ~Pseudo-Aristoteles~ ein Lyder ~Skythes~,
nach ~Theophrastos~ ein Phryger ~Delas~, und nach den „Fabulae“ des
~Hyginus~ der Phönizier ~Kadmos~ zu Theben zuerst bereitet haben
soll[5933]. Auch von der Erfindung durch die im Ida-Gebirge hausenden
Daktylen berichten ältere Sagen[5934], doch ist es unzutreffend, daß
dieser bereits ~Homer~ gedenke; bei ihm bedeutet χαλκός (Chalkós)
bald Kupfer, bald Bronze, die dem geschilderten Zeitalter wohlbekannt
ist und als φαεινός (glänzend), αἶθοψ (funkelnd), νῶροψ (blendend)
bezeichnet wird[5935]. Wann die +europäischen+ Griechen zuerst von ihr
Gebrauch machten, läßt sich nicht bestimmt angeben, doch fehlt sie
z. B. noch in den tiefsten, bis in das 2. Jahrtausend zurückreichenden
Schichten Olympias[5936]; auf frühzeitiges erstes Auftauchen deuten
die Sagen vom ehernen Zeitalter, sowie die Anschauungen, daß Bronze
als das ältere Metall sich auch besser und edler erweise als Eisen,
für kultische und daher auch für medizinische Anwendungen den Vorzug
verdiene, den Göttern wohlgefällig sei, ihre Stimme in seinem Klange
wiedertönen lasse, die bösen Geister und Gespenster vertreibe, Zauber
und Zauber-Wirkungen breche, u. dgl. mehr[5937]. Die Darstellung der
Bronze aus Kupfer und Zinn, sowie ihre Eigenschaften, waren zwar
spätestens im 5. Jahrhundert ganz allgemein bekannt, -- ~Empedokles~
(gest. 444) erwähnt ihrer, und ~Aeschylos~ (gest. 456) sagt, „das
Erz ist ein Spiegel des Körpers wie der Wein einer der Seele“[5938]
--, aber über ihr Wesen als Legierung kam man nicht ins klare; noch
~Aristoteles~ war, wie schon weiter oben ausführlich erörtert, der
Ansicht, daß das Kupfer durch Zinn etwa ebenso zu Bronze „gefärbt“
werde, wie durch Galle zu „Gold“, und daß das Zinn sich völlig auflöse
und im Kupfer verschwinde, wobei es dieses hart, rein, glänzend mache
und „färbe“[5939]. Die griechischen Erzgießer und Künstler verstanden
es, der Bronze durch allerlei Beimischungen die verschiedensten
Farbentöne zu erteilen (s. das aes hepatizon, graecanicum usf. bei
~Plinius~)[5940], und dies trug vielleicht dazu bei, die aristotelische
Lehrmeinung zu bestätigen und zu festigen, so daß sie als übliches
Schulbeispiel dauernd in jedermanns Munde blieb, wie denn z. B.
noch ~Plutarch~ (48-125) sie bei jeder Gelegenheit immer wieder
vorbringt[5941].

In +Etrurien+ weisen schon die älteren Nekropolen, sowie die wiederholt
erwähnten Grabstätten zu Villanova und Felsina (Bologna) viel Bronze
auf[5942], die ursprünglich gegossen, sehr frühzeitig aber auch schon
getrieben wurde, derart, daß die ältesten Tonwaren des Landes sich als
Nachahmungen solcher getriebener Bronzegefäße zu erkennen geben[5943];
diese besitzen einen eigenartigen Stil, den die Phönizier mindestens
seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr tiefer beeinflußten[5944],
und sind an ihm meist mit Sicherheit kenntlich, z. B. im Norden,
wohin sie bereits in alter Zeit ihren Weg nahmen[5945]. Die auch
für den vorliegenden Fall bedeutsame Frage nach orientalischen,
insbesondere babylonischen Beziehungen der Etrusker, für die unleugbare
religiöse Anhaltspunkte vorliegen sollen (Zauberwesen, Aberglauben,
Leberschau)[5946], ist, ebenso wie die nach ihrer orientalischen
Herkunft und nach der Stellung ihrer Sprache, vorläufig noch strittig
und nicht spruchreif. -- Bei den +Römern+, deren Glauben und
Aberglauben so vielfach an den etruskischen anknüpft, ist die kultische
Bedeutung der Bronze bemerkenswert, so z. B. dürfen sich die Flamines
genannten Priester gelegentlich gewisser Opfer nur tönerner Gefäße,
wollener Kleider mit Erzspangen und bronzener Geräte bedienen[5947].
Noch um 300 v. Chr. stand die Bronze so hoch im Preise, daß unter den
Geschenken, die ~Fabricius~ den Samniten wieder zurücksandte, außer
fünf Sklaven und fünf Pfunden Silbers auch zehn Pfunde Erz aufgezählt
werden[5948]. Im Laufe des 2. Jahrhunderte wurde Campanien, und
ganz besonders die Stadt Capua, zum Hauptsitze einer ausgedehnten
Bronze-Industrie, namentlich auch Kunst-Industrie, die seither, zumeist
aber vom Beginne der Kaiserzeit an, ganz Italien sowie die Provinzen
mit ihren Erzeugnissen versorgte, u. a. mit Spiegeln, deren beste, die
Brundisium (Brindisi) lieferte, etwa 30% Zinn, zuweilen auch etwas Blei
(5-6%) enthielten[5949]; anderen Bronzewaren wurde jedoch, besonders in
späterer Zeit, viel mehr Blei beigemischt.

In +Mitteleuropa+ ist, wie schon oben erwähnt, bereits während der
jüngeren Steinzeit ein Handel anzunehmen, der sich auf Feuersteine,
Steinwerkzeuge, Tongeräte und primitiven Schmuck, vor allem Bernstein,
erstreckte, gegen Ende der Periode aber auch Muscheln des Mittelmeeres,
Glasperlen, Kupfer in Barren und Doppeläxten, Gold, Zinn und Bronze
umfaßte[5950]. Die sog. Bronzezeit setzt in Mitteleuropa um 2000
ein, erstreckt sich in mehreren Stufen bis zu dem nicht überall
gleichzeitig (etwa zwischen 1000 und 600) erfolgenden Eintritte der
Eisenzeit, dauert aber auch während deren älteren (sog. Hallstädter)
und jüngeren (sog. La Tène-)Abschnittes weiter fort, -- die Grenze
beider bildet ungefähr das Jahr 400 --, und endigt vollständig erst
um 100 v. Chr.[5951]; im nördlichen Europa beginnt sie erst gegen
1700 und währt bis etwa 50 v. Chr.[5952]. Da gerade jene Gegenden
Mitteleuropas, in denen sich die Bronzezeit am reichsten entfaltete,
damals weder Kupfer noch Zinn erzeugten[5953], das Zinnland Britannien
aber keine Bronze besaß[5954], so fanden die Behauptungen einiger
Gelehrten, z. B. ~Wilsers~[5955], von einer selbständigen Erfindung
der Bronze in Mittel- oder Nordeuropa bisher keinen Anklang in der
Wissenschaft; die allgemeine Meinung geht vielmehr dahin, daß der
Gebrauch der Bronze aus dem Südosten des Weltteils, woselbst sie
zuerst bekannt war, sich allmählich nach Mittel- und von da aus nach
Nordeuropa ausgebreitet habe[5956]. Träger dieser Verbreitung, die
um 2000 nachweisbar wird, aber erst einige Jahrhunderte später ihren
Höhepunkt erreicht, waren anfangs Tauschhändler, durch deren Tätigkeit
die besondere Wichtigkeit des Bernsteins, auf die schon weiter oben
aufmerksam gemacht wurde, sichtlich zutage tritt[5957], später wohl
auch wandernde eigentliche Erz-Händler und -Arbeiter, aus deren Händen
die in den ältesten Pfahlbauten vorgefundenen bronzenen Geräte und
Schmucksachen herrühren dürften[5958]. Diese wurden also zunächst in
fertiger Gestalt eingeführt, und zwar offenbar von wenigen gemeinsamen
Ausgangspunkten her[5959], wobei als erste Hand, anscheinend bis gegen
1500, kretische, nachher aber phönizische Vermittler ins Spiel kamen,
so daß sich hieraus das Auftreten von Ringen, Barren und Geräten
anfänglich kretischen, später aber (bis in die ältere Hallstädter Zeit
hinein) phönizischen Gewichtes genügend erklärt[5960]. Jedenfalls
„zehren die Funde aus der Bronzezeit überall vom Einflusse des
Ostens und der Ägäis“[5961], und für ihren einheitlichen Ursprung
zeugen die fast allerorten gleichmäßigen Formen, Verzierungen und
Mischungsverhältnisse[5962]. Die ältesten weisen einen geringen
Zinngehalt auf, doch steigt dieser alsbald auf den regelmäßigen von
10-12%[5963], während Blei gänzlich zu fehlen pflegt[5964]. Wann
das für die allgemeine Verbreitung ausschlaggebende Gießen an Ort
und Stelle begann, -- zunächst wohl durch die fremden Händler und
Wanderarbeiter, nachher auch durch Einheimische --, läßt sich genauer
nicht feststellen, um so mehr als fürs erste nur kleine Gegenstände in
Frage kamen, die teils aus eingeführten Barren, teils aus Bruchstücken
oder Resten angefertigt wurden[5965]; auf einen frühen Anfang solcher
Bemühungen deutet aber die Benützung von Gußformen aus einheimischen
Gesteinen, sowie die beharrliche Nachahmung der Gestalten von Stein-
und Kupfergeräten[5966], die namentlich im Norden bis in späte Zeiten
hinein andauert, obwohl man zu diesen auch dort schon verhältnismäßig
vollendete Gegenstände anzufertigen verstand, wie Wagen, Wagenräder mit
Speichen, u. dgl.[5967]. Im Laufe des 2. Jahrtausends schreitet die
Gußtechnik jedoch allenthalben erheblich fort[5968]; ihr schließt sich
die Treibarbeit an, die fraglos südlichen Vorbildern nacheifert[5969],
und zuletzt, wohl erst seit Beginn der Eisenzeit (etwa um 1000), folgt
das Schmieden, als jüngste der Künste[5970].

Über den Bahnen, auf denen die Kenntnis der Bronze nach Mitteleuropa
gelangte, schwebt noch Dunkel. Zwischen der Ägäis und der
ostkarpathischen Ebene walten zwar sehr alte, bis gegen 2500
zurückreichende Zusammenhänge, sie brechen aber bald nach dieser
Zeit jäh ab[5971] und ob sie sich wirklich später erneuerten und zu
einer Benützung des Weges Donau-aufwärts Anlaß gaben, bleibt ungewiß.
Unter den westlichen Pfaden gilt als der wichtigste der längs der
Rhone aufwärts bis in das Quellgebiet des Rheins und weiterhin der
Donau, und dann wieder diese Flußläufe abwärts führende, doch läßt die
genauere Erforschung dieses Hauptzuges noch ebensoviel zu wünschen
übrig wie die seiner Verzweigungen, besonders der auf französischem
Boden vorauszusetzenden; sehr auffällig sind die Bronzen der Charente,
die zeitweise ebenfalls bis 3% Arsen (aus dem Kupfer herrührend)
enthalten[5972], sowie einige sog. Depotfunde, z. B. die von Bonneville
(um 1000?), die neben 7% Zinn bis 5% Blei und zuweilen auch Antimon
führen[5973]. Was endlich die jüngeren etrurischen Einflüsse anbelangt,
so soll sie ~Genthe~[5974] nach manchen Richtungen überschätzt haben,
ob aber in so hohem Grade wie ~Partsch~ und einige andere Forscher
behaupten[5975], bleibt fraglich.

Ein durchaus selbständiges Entstehungs- und Verbreitungsgebiet der
Bronze ist, soweit sich dermalen übersehen läßt, das ostasiatische,
u. a. das indische, malayische und chinesische. In +China+ erfanden
nach „uralten Überlieferungen“ heilige Männer den Nutzen des Feuers
und verfertigten mit seiner Hilfe Gefäße aus Kupfer und Bronzen[5976],
deren Bestandteile, Kupfer und Zinn, schon unter der Regierung des
völlig mythischen Kaisers ~Yü~ (angeblich um 2200 v. Chr.) von gewissen
Völkern neben Gold und Silber als Tribut geliefert wurden[5977];
nach anderen, ebenso alten Erzählungen sollen aber fremde Eroberer
vor unvordenklichen Jahren die Kunst der Bronze-Darstellung nach
China gebracht haben[5978]. Jedenfalls ist eine erste Blütezeit der
Bronzetechnik schon in die Periode 1800-1500 v. Chr. zu setzen und
eine zweite in die der Tschou-Dynastie, d. i. 1000-900 v. Chr.[5979];
aus letzterer sind datierte Stücke von ganz außerordentlicher
Vollendung erhalten[5980], auch liegen Rezepte über sechs verschiedene
Mischungsverhältnisse vor, die den Zinnzusatz auf 20-100% des Kupfers
bemessen, niemals aber auf den im Mittelmeergebiete vorherrschenden von
10-12%[5981]. Die ältesten Bronzen, z. B. die im Lössboden gefundenen
Gefäße[5982], sollen ausschließlich aus Kupfer und Zinn bestehen[5983]
und sich dadurch jenen der Altai-Gegenden und der Tschudengräber
anschließen, die gleichfalls 20 und mehr Prozent Zinn zu enthalten
pflegen[5984]; spätere Legierungen, darunter bereits die der Glocken,
deren Gebrauch in China aber immerhin schon sehr alt ist, weisen
dagegen nicht selten auch bis 3% Arsen und Antimon auf[5985].

In +Indien+ besaß man Bronze schon in der älteren vedischen Zeit,
aus der zahlreiche Funde vorliegen sollen, die bemerkenswerterweise
sehr zinnarm sind[5986]; da die Indogermanen +vor+ ihrer Trennung
noch nichts von der Bronze wußten[5987], so müßten die Einwanderer
sie entweder bei der indischen Urbevölkerung schon vorgefunden, oder
unterwegs kennen gelernt haben. -- Den alten +Iraniern+ scheint die
Bronze unbekannt geblieben zu sein; einige Erwähnungen im „Avesta“
sind fragwürdiger Natur, zudem läßt sich ihre Abfassungszeit nicht
ermitteln[5988]. In späteren Epochen waren dagegen die Perser wie
mit metallurgischen Verfahren aller Art, so auch mit der Gewinnung
und Verwendung der Bronze wohlvertraut; noch 629 n. Chr. berichtet
der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ von den Platten, aus denen die
riesigen Statuen des ~Buddha~ zusammengesetzt werden, und sagt, daß
zu ihrer Herstellung der „Stein“ Teou-Schih von goldgelber Farbe
diene, der angeblich in Persien gefunden werde[5989]. Zur Zeit des
Khalifats waren persische Bronzen, nach dem Haupthandelsplatze auch
Mossul-Bronzen genannt, ein wichtiger Gegenstand der Ausfuhr[5990].

Was die +Namen+ der Kupfer-Zinn-Legierung anbetrifft, so stehen ganz
abseits das irische créd-uma = „Zinn-Kupfer“ und das deutsche Erz
(althochdeutsch aruz, erezi; altnordisch arud, so auch in Ortsnamen;
mittelhochdeutsch erz), das ~Hehn~ von „aes arretium“ ableiten will,
da Arezzo lange Zeit hindurch einen der wichtigsten Erzeugungsorte
der über die Alpen gehenden Waren bildete[5991]. Alle anderen neueren
Sprachen bedienen sich aber der Bezeichnung „Bronze“, die bei den alten
Griechen und Römern unbekannt war, und über deren Herkunft schon eine
ganze Anzahl sehr verschiedener Vermutungen ausgesprochen worden sind.

~Ducange~ im 17. Jahrhundert und ihm folgend ~Muratori~ im 18. und
~Diez~ im 19., nahmen als Stammwort das spätlateinische bruntus und
brunus an, das bald soviel wie braun besagen soll, bald so viel wie
glatt oder glänzend[5992]; diese Vieldeutigkeit entspringt nach
~Eastlake~ dem Umstande, daß das Wort ursprünglich die Farbe des
armenischen Bolus bezeichnete, den man im Kunstgewerbe als Untergrund
für das Auflegen von Gold zu benützen pflegte[5993]. Hiernach scheint
es erklärlich, daß z. B. schon in älteren Schriften des Mittelalters,
aus denen dann noch mehr als ein halbes Jahrtausend schöpfte, „brunire“
= deaurare (vergolden) und „or bruni“ = aurum politum (glänzendes,
poliertes Gold) ist[5994], daß ~Boileaus~ erstes Pariser Statutenbuch,
das „Livre des métiers“ von 1254, unter brunti oder bruni nichts
weiter als poli versteht[5995], und daß die mittelhochdeutschen
Dichter und Schriftsteller brunit auf Waffen, Schmucksachen, Gläser
usw. abwechselnd im Sinne von braun, von glatt, oder von glänzend
anwenden[5996]. Aus „aes brunum“ oder „brunum aes“ soll dann nach
~Rossignol~[5997], der als „verkürzte Sprechweise“ „brunses“
annimmt, sowie nach ~Schrader~[5998], das mittellateinische bronzium
hervorgegangen sein, sowie das italienische bronzo, bronza (auch =
glühende Kohle), das französische bronce und braise, das deutsche
Bronze, wohl auch das angelsächsische braes, das englische brass, das
albanesische brunto, das russische bronza usf.; desgleichen aus dem
mittellateinischen brunitius das italienische brunizzo, bruniccio,
bronzino[5999]. Mit brunus bringt ~Rossignol~ auch das von ~Ducange~
für 804 nachgewiesene „brunia“ in Verbindung, d. i. der erzene
Küraß[6000]; hiermit befindet er sich aber jedenfalls im Irrtum, denn
dieses Wort, gotisch brunjo, altnordisch brynja, angelsächsisch byrne,
altfranzösisch broigne und brunie, provençalisch bronha, althochdeutsch
brunja und bronja, mittelhochdeutsch bruyna, neuhochdeutsch Brünne,
leitet sich vom keltischen und irischen „bruisne“, d. i. Brust, ganz
ebenso ab, wie altfranzösisch harnais, französisch harnois, italienisch
arnese, spanisch arnes, altnordisch hardneskja, mittelhochdeutsch
harnasch, neuhochdeutsch harnisch, vom keltischen und irischen „iarn“
oder „haiarn“, d. i. Eisen[6001]. -- Obwohl sich nun der Zusammenhang
vieler der angeführten Worte mit bruntus und brunus nicht bezweifeln
läßt, so erscheint es doch auffällig, daß nach ~Schrader~ diese selbst
wieder in letzter Linie vom germanischen bruno = braun herkommen
sollen[6002]; denn da die Spätlateiner die Bronze nicht von den
Germanen kennen lernten, sondern umgekehrt, und die braune Farbe auch
nicht wohl als die für Bronze charakteristische anzuerkennen ist, so
behält hierdurch die ganze Erklärungsweise etwas Gezwungenes.

Das nämliche gilt von einer anderen, durch ~Pott~[6003] und später
durch ~Karabacek~[6004] aufgestellten, der gemäß die Stammworte der
Bronze das armenische plinj, das kaukasische pilindz und spilendzi, das
mittelpersische barnidz und beredsch, vor allem aber das neupersische
baradsch und birindsch sein sollen[6005]; als ihre eigentliche
Bedeutung wird „leuchtend, glänzend“ angegeben, und aus dieser dürfte
es sich erklären, daß die Perser mit Birindsch u. a. auch gewisse
Pflanzen und Pflanzenteile bezeichnen, z. B. die Reiskörner[6006].
Die Frage aber, wann, wo, und unter welchen Umständen gerade dieses
persische Wort zur Benennung der Bronze auserkoren und für sie
maßgebend geworden wäre, läßt sich vorerst nicht in überzeugender Weise
beantworten.

In den von ~Berthelot~ unter dem Namen „Technische Abhandlungen“
zusammengestellten, meist spätgriechischen Vorschriften findet sich
auch eine zur Herstellung des für Gußsachen dienlichen βροντήσιον
(Brontésion) „aus einem Pfunde cyprischen Kupfers und zwei Unzen
Zinn“[6007]. ~Berthelot~ glaubt, sie stamme aus der Zeit gegen 1100
und war zunächst der Meinung, daß hier zum ersten Male das wahre
Ursprungswort der Bronze, βροντήσιον, auftauche; von Gegenständen
ἀπὸ βροτισίων (Brotisíon) spricht aber schon eine Stelle bei
~Zosimos~[6008], und wenn sie auch angeblich erst ein byzantinisches
Einschiebsel aus dem 8.-10. Jahrhundert sein soll[6009], so bezeugt
sie doch ein bereits erheblich höheres Alter des Ausdruckes. Daß
dieser bereits vor 800 wohlbekannt war, ergibt sich aus zwei von
~Berthelot~ zuerst nachgewiesenen Rezepten: die im 8. Jahrhundert
verfaßten „Compositiones ad tingenda ...“, derer schon weiter oben
eingehend gedacht wurde, beschreiben als „compositio Brandisii“ und
„alia compositio Brandisii“ Legierungen aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil
Zinn, 1 Teil Blei, oder aus 2 Teilen Kupfer, ½ Teil Zinn, 1 Teil
Blei und ½ Teil Glas (vitrum)[6010]; die desgleichen oben erwähnte
„Mappae clavicula“ enthält ebenfalls die „Compositio Brindisii“, und
zwar nach ~Giry~ allein im älteren Schlettstädter Texte, während
der jüngere ~Way~sche die betreffende Vorschrift, jedoch mit 1
Teil statt ½ Teil Zinn, als „compositio brondisono“ nur unter den
einzelnen Rezepten aufweist, die die letzten Blätter der Handschrift
ausfüllen[6011]. ~Berthelot~ wirft nun die Frage auf, +wonach+
eigentlich die Kupfer-Zinn-Legierung βροντήσιον heiße? Die Benennung
nach der Farbe, also nach bruntus, scheint ihm wenig zutreffend; ihr
Befürworter, ~Ducange~, führt eine „Compositio Brundi“ an (2 Teile
Kupfer, 1 Teil Zinn, 1 Teil Blei), deren das nicht näher ermittelte
alte Werk eines Autors namens ~Palladius~ gedenke[6012]; ferner
kommt ein Mineral βροντήσινος (Brontésinos), vermutlich eine Art
Pyrit, auch im sog. „Lexikon“ vor[6013], das einen Bestandteil schon
der ältesten alchemistischen Handschriften bildet, aber allerdings
einen erst nachträglich beigefügten und nicht einheitlichen. Eine
Beziehung zu dem anklingenden βροντή (Bronté) = Donner ist auch nicht
anzunehmen, ebensowenig eine solche zu einem Erfindernamen. Die größte
Wahrscheinlichkeit spricht daher für die zu einem Ortsnamen, nämlich
zu Brundisium (= Brindisi), dem wichtigsten und hervorragendsten
Fabrikationsorte römischer Bronzewaren[6014]. Wie es nach ~Plinius~ ein
korinthisches, aeginetisches, delisches Erz gab, so vermutlich auch
ein brundusisches, „aes brundusinum“, das die Bronze im Gegensatze
zum „aes cyprium“, dem Kupfer, bezeichnet haben mag, und das wohl
schon ~Plinius~ im Sinne hatte, als er von der Vortrefflichkeit der
„brundisina specula“ sprach[6015], d. i. der brundusischen (also
bronzenen) Spiegel; in diesem Zusammenhange scheint es beachtenswert,
daß auch der ~Way~sche Text der „Mappae clavicula“ im Abschnitt 89, der
von Versilberung handelt, der „brundisini speculi, tusi et cribellati“
Erwähnung tut, der „zerstoßenen und gesiebten [Masse] der brundisischen
Spiegel“[6016].

Nach ~Festus~ (4. Jahrhundert n. Chr.), der seine etymologischen
Darlegungen dem ~Verrius Flaccus~ (einem Autor der beginnenden
Kaiserzeit) entnahm, den selbst wir aber wieder nur aus kärglichen
Auszügen des ~Paulus Diaconus~ (um 800) kennen, hieß Brundisium
ursprünglich Βρεντήσιον (Brentésion), abgekürzt auch Βρέντη (Brénte),
Brenda, Breonda, Brendum, Brentium, und zwar nach den Worten βρέντη,
βρέντον, βρέντιον, die bei den Gründern der Stadt, -- es sollen Kreter
oder Messapier gewesen sein --, Hirsch und Hirschgeweih bedeuteten; der
Name des Handelshafens hätte also eine Anspielung auf seine vielfach
verzweigte Gestalt und Ausbreitung gebildet[6017]. Dies bestätigen auch
im 5. Jahrhundert ~Hesychios~[6018], im 7. ~Isidorus~[6019] und zu
Beginn des 9. ~Warnefried~, der in seiner „Geschichte der Longobarden“
bemerkt, „nach der Gestalt des Hirschkopfes hießen die griechischen
Gründer den Ort Brondisium“[6020]. Von diesem Namen, der sich bis in
die Neuzeit hinein erhielt, -- sagt doch z. B. noch 1538 ~Hollanda~
in den „Gesprächen über die Malerei“[6021], daß die Via Appia „bis
Brondusio“ führt --, wäre also der des brundisischen oder brondisischen
Erzes abzuleiten, dessen verschiedene Formen Brunzo, Brunzi, Bronze,
Bronza, Bronsa, Brense gleichfalls bis in das 15., ja bis in das 17.
Jahrhundert hinein nachweisbar bleiben[6022].

Die Hypothese ~Berthelots~ haben indessen schon ~K. B. Hofmann~[6023]
sowie ~Schrader~ abgelehnt[6024], und in der Tat sprechen vielerlei
Gründe gegen sie. Vor allem war Brundisium gar nicht „der wichtigste
und hervorragendste Fabrikationsort für Bronzewaren“, als welcher
vielmehr, wie oben erwähnt, Capua in Betracht kommt; der Behauptung,
die Bronze sei gerade nach den Spiegeln Brundisiums benannt, die zwar
schon ~Plinius~ rühmt, die aber doch immerhin nur eine beschränkte
Spezialität bildeten, wohnt daher nicht viel Wahrscheinlichkeit inne.
Wenig glaubhaft ist es ferner, daß sich von der Stadt Brundisium auch
das spätgriechische oder frühbyzantinische βροντήσιον der „Technischen
Abhandlungen“ und des Zusatzes bei ~Zosimos~ herleite, welches Wort in
den folgenden Jahrhunderten noch weiter entstellt wird, wie denn z. B.
nach ~Ducange~ von einem Gebäude zu Konstantinopel (?) die Rede ist,
das πόρτας προύτζινες (prútzines) = bronzene Türen hatte[6025]. Endlich
läßt sich auch das Mineral βροντήσινος nicht wohl mit Brundisium in
Verbindung bringen, und daß die brundisischen Spiegel der „Mappae
clavicula“ aus Bronze bestanden, ist gewiß sehr möglich, aber nicht
erweisbar. Was schließlich die Zusammensetzung der verschiedenen
„Compositiones“ anbelangt, so spricht der hohe Bleigehalt von 25% zwar
für spätrömischen Ursprung der Rezepte, er erscheint aber, sobald
die Herstellung der vortrefflichen brundisischen Spiegel in Betracht
kommt, als so ungeeignet wie möglich, da ein derartig starker Zusatz
an Blei die Härte und Politurfähigkeit der Legierung ganz erheblich
beeinträchtigt, dem angestrebten Hauptzwecke also völlig zuwiderliefe;
nach ~Bibra~[6026] enthält daher gutes antikes Spiegelmetall ebenso wie
das heutige etwa 70% Kupfer und 30% Zinn, und entweder gar kein Blei,
oder nur geringe Mengen, allenfalls 5-6%.

Sämtliche Vorteile von ~Berthelots~ Annahme lassen sich indessen
wahren, wenn man zwar mit ihm Bronze von βροντήσιος (Brontésios)
ableitet, dieses Wort aber nicht mit dem verführerischen Brundisium
in Verbindung bringt, sondern mit dem von ihm nur im Vorübergehen
erwähnten und ohne weiteres abgelehnten βροντή (Bronté) = Donner.
In der griechischen Mythologie ist Bronte der personifizierte
Donner, der Donner- und Blitzschlag, -- schon ~Olympias~ empfing
~Alexander~ den Großen von dem unter Donnergerolle, βροντή, in der
Schlangengestalt des Blitzes niedergefahrenen Zeus[6027] --, und
~Brontes~ heißt ein Gewitter- und Vulkan-Dämon, der später zum
Cyklopen und Schmiedegehilfen des ~Hephaistos~ wird[6028]. Aus den
Donnerwolken herab (e tonitribus) fällt nach ~Plinius~ und ~Isidorus~
der wunderbare Donnerstein Brontea oder Brontia, der das vom Blitz
gezündete Feuer zu löschen vermag[6029], dessen Zauberkräfte das
gesamte Mittelalter rühmt, ja dem noch 1648 ~Aldrovandi~ in seinem
trefflichen, von wissenschaftlichem Geiste erfüllten „Museum
metallicum“ eine ausführliche, mit vielen Abbildungen ausgestattete
Abhandlung widmet[6030]. ~Zeus Brontos~, ~Brontaios~ oder ~Brontesios~
endlich ist „~Zeus~ der Donnerer“, der ~Jupiter tonans~, tonitrator
oder tonitrualis der Römer[6031]. An den Namen des Donnersteines
Brontia und des ~Zeus Brontesios~ läßt sich völlig ungezwungen jener
der Bronze anknüpfen, also des χαλκὸς βροντήσιος des donnernden, einen
mächtigen Donnerschall verbreitenden Erzes; dieser Voraussetzung
gereicht es zur Bestätigung, daß nach den spätantiken Autoren die
Donnermaschine der Theater βροντεῖον (Bronteíon) hieß und aus einem
λέβης χαλκοῦς, einem bronzenen Kessel, bestand, der mit großen Kieseln
gefüllt war[6032]. Auch bezeichnet das Italienische mit „Bronzino“ noch
jetzt gewisse Steine, z. B. venetianische Marmorarten, deren Platten,
vermöge ihrer eigenartigen Struktur, beim Anschlagen einen starken,
lange nachhallenden Klang von sich geben[6033]; in ähnlicher Weise
mag das der pyritähnliche Stein βροντήσινος getan haben, dessen Namen
~Berthelot~ mit „fulgurante“ übersetzt[6034], -- soferne für seine
Benennung nicht schon seine bronzeartige Farbe maßgebend war.

Noch bleibt aber die Frage zu beantworten, an welche Form des Erzes
der Beiname des „donnernden“ mit besonderer Berechtigung zu knüpfen
war, und ob sich in der Zeit, zu der der Name Bronze gebräuchlicher
wurde, d. i. jedenfalls schon +vor+ dem 8. Jahrhundert, ein bestimmter
Anlaß zu einer derartigen Anknüpfung geboten hatte? In dieser Hinsicht
sei die Vermutung ausgesprochen, daß als solcher die Ausbildung oder
Vervollkommnung des +Glocken+-Gusses zu betrachten ist.

Bronzene Glocken sollen in China schon um 1000 v. Chr. im Gebrauch
gestanden, ursprünglich, wie ~Beckmann~ bereits 1799 anmerkte, aus
den hölzernen sog. Lärmbrettern und Lärmtrommeln hervorgegangen und
deshalb auch, gleich diesen, durch äußeres Anschlagen zum Tönen
gebracht worden sein[6035]. Eine kleine bronzene Glocke mit Klöppel (9
cm hoch), etwa von 860 v. Chr., kam bei den Ausgrabungen nächst Ninive
zum Vorschein[6036], und daß man ähnliche kleinere Glocken, sowie
Glöckchen, Schellen, Cymbeln u. dgl. mehr auch in Persien, Vorderasien,
Ägypten, Griechenland und Rom sehr wohl kannte, ist vielfach bezeugt,
und kann der Natur der Sache nach nicht wundernehmen[6037]; völlig
fehlt es dagegen an Berichten über große Glocken im Sinne der unsrigen,
sowie an Überresten von solchen. Ebenso alt wie die Glocken, ja
vermutlich noch älter, waren in China die gleichfalls durch Umwandlung
der hölzernen Lärmbretter entstandenen Gongs, runde, meist zum
Aufhängen, oft aber (durch Anbringen eines schrägen Randes) auch
zum Aufstellen eingerichtete Bronzeplatten, denen man mittels eines
Schlägels laute, weithin hörbare Töne entlockte[6038]; auch derlei
Vorrichtungen genossen im westlichen Asien weite Verbreitung und
können daselbst ebenso selbständig erfunden worden sein wie in China.
Nach der „Glockenkunde“ ~Bossis~[6039], des gelehrten Mitgliedes der
päpstlichen „Liturgischen Akademie“, steht es nun fest, daß sich die
ersten christlichen Gemeinden im Orient, ihnen nachfolgend aber auch
die des Okzidentes, zur Berufung ihrer Versammlungen, sowie zu anderen
liturgischen Zwecken anfänglich großer hölzerner Tafeln bedienten, die
entweder gegeneinander gestoßen oder mit schweren hölzernen Hämmern
bearbeitet wurden[6040]. Im Orient blieb diese Sitte sehr allgemein
lebendig und wurde in späteren Jahrhunderten, als nach Ausbreitung
des Islams den Christen das Glockenläuten verboten war, sogar wieder
alleinherrschend; aber auch das katholische Ritual bewahrte „als
Erinnerung an die alte, noch glockenlose Zeit“ den Gebrauch, daß
während der Passionszeit, wenn die Glocken zu schweigen haben, „statt
ihrer das Crotalum, d. i. eine starke Holzplatte, mittels schwerer
Holzkugeln geschlagen wird“[6041]. Vielfach trat jedoch, sowohl im
Osten wie im Westen, an Stelle der hölzernen Tafel eine bronzene oder
eiserne, die man in der Nachbarschaft der Versammlungsstätten an
hohen Bäumen, an passenden Gerüsten, oder an eigenen freistehenden
Türmchen befestigte und mit metallenen Hämmern anschlug[6042];
derlei Vorrichtungen zum Geben gewisser, bürgerlichen und häuslichen
Bedürfnissen dienlicher Signale, daher „Signa“ genannt, besaß
übrigens schon das spätere Altertum[6043]. Im Okzident erhielten sie
sich bis gegen Ende des Mittelalters zu allerlei Zwecken, und zwar
namentlich zum „Schlagen“ der Stunden durch besondere Wächter und
durch die mit Zeitmessern und Uhren verbundenen „Schlagwerke“[6044];
aber auch der Orient bediente sich ihrer, so z. B. spricht schon der
arabische Dichter ~Ibn Almuʿtazz~ (861-909) vom Schlage „der den
Morgen verkündet“ und „durch den die Christen ihren Ruf ergehen
lassen“[6045], die Erzählungen „1001 Nacht“ berichten vom Schlagen
der Metallplatte auf dem Dache einer christlichen Kirche[6046], und
die Schriften der „Treuen Brüder“ erörtern die Fortpflanzung solchen
Schalles durch die Luft. Wo und wann zuerst der Gedanke verwirklicht
wurde, mehrere metallene Bleche zu einem schallgebenden Gefäß (vas)
zusammen zu nieten, ist bisher nicht ermittelt, doch scheint dies
bereits in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung geschehen
zu sein[6047], da ein angeblich 613 angefertigtes, jedenfalls aber
außerordentlich altes Exemplar, bestehend aus drei mit Bronzenägeln
vernieteten Eisenplatten, in Köln erhalten geblieben ist[6048]. Den
weiteren Fortschritt, derartige „vasa“ in +einem+ Stück zu +gießen+,
knüpft die Überlieferung an den Bischof ~Paulinus~ von ~Nola~ in
Campanien, um 400, und findet es hiernach erklärlich, daß bald darauf
eigentliche große Glocken unter dem Namen „signum“ oder „campana“ und
kleine unter der Bezeichnung „nola“ bekannt zu werden beginnen[6049].
Erwähnungen der Campana aus dem Anfange des 6. Jahrhundert[6050]
sind nicht ausreichend sicher bezeugt[6051], 580 aber kennt der
Geschichtsschreiber ~Gregor~ von ~Tours~ die Glocke schon am Seile
hängend[6052], 613 läutet man bei der Belagerung von Sens durch den
merowingischen König ~Chlotar~ I. die Glocke der Kirche, „um das
Volk zusammen zu rufen“[6053], und um etwa die nämliche Zeit wird
des Signums oder der Campana auch in Paris gedacht[6054]. ~Beda
Venerabilis~ (gest. 735) nennt den Schall der Glocken, „der die
Gemeinde versammelt“, einen wohlbekannten (notum campanae sonum)[6055].
~Alkuin~ (gest. 804) sagt in „De divinis officiis“, „es sei nicht
neu, die Glocken zu weihen, zu ölen und zu benennen“[6056]; ~Karl
der Grosse~ verbietet diese Taufe der Campanae, „deutsch Clocae
genannt“[6057], und 874 stellt die Kirche das Läuten gegossener
Glocken als rituale Vorschrift auf[6058], obwohl noch Papst ~Leo~ IV.
(gest. 855) „eine Glocke mit einem bronzenen Hammer“ gestiftet hatte
(campana cum malleo aereo)[6059]. Bemerkenswert ist es, daß 864 der
Doge ~Orso Patritiaco~ dem Kaiser ~Michael~ zwölf große Glocken für
die Sophien-Kirche als Geschenk zusandte, denn da die Byzantiner mit
dem Erzgusse sehr vertraut waren und den Venetianern viele seiner
Feinheiten erst beibrachten[6060], so muß man annehmen, daß sie selbst
sich damals der Glocken nicht bedienten; dies scheinen sie auch später
nicht getan zu haben, denn noch gegen 1200 meldet ~Antonius~ von
~Nowgorod~ in seinem „Pilgerbuche“: „... in der Sophien-Kirche haben
sie [die Griechen] keine Glocken, sondern kleine Handklopfer aus Eisen
(?), ... die man gemäß der Vorschrift eines Engels gebraucht; ... die
Lateiner hingegen läuten mit Glocken“[6061].

Was nun die angebliche Erfindung des campanischen Bischofs ~Paulinus~
von ~Nola~ anbelangt, so handelt es sich hierbei offenbar um eine
Sage, wie schon die Tatsache zeigt, daß bereits bei dem spätrömischen
Dichter ~Avienus~ (um 350) das Glöckchen am Hundehalsbande „nola“
heißt[6062]; aber völlig dürfte sie des geschichtlichen Hintergrundes
nicht ermangeln. Wie schon oben erwähnt, hatte nämlich die römische
Bronze-Industrie ihren Hauptsitz in Campanien, insbesondere aber
in Capua. Diese Stadt, um 600 v. Chr. von den Etruskern ins Leben
gerufen und über 150 Jahre lang ein rein etrurisches Gemeinwesen,
scheint u. a. auch die Kunst des Bronzegusses von ihren Begründern
übernommen und in den folgenden Jahrhunderten sorgfältig und unter
ausschließlicher Verwendung der besten Rohstoffe gepflegt zu
haben[6063]; von maßgebender Einwirkung war hierbei jener in Süditalien
(„Groß-Griechenland“) stets mächtige griechische Einfluß, der Capua zu
einem Mittelpunkte der Kunstindustrie überhaupt und zur berüchtigten
Stätte des Luxus und Wohllebens machte, die noch ~Cicero~ ein zweites
Rom (Roma altera) benannte[6064]. Capuanische Bronzewaren fanden
bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr., in größerem Umfange aber seit
der Begründung Aquilejas zu Beginn des 2., ihren Weg nach dem Norden
(teils über den Brenner, teils durch Pannonien) und bleiben unter
den dortigen Funden, trotz allen Wechsels der Verhältnisse, bis in
das 3. nachchristliche Jahrhundert hinein nachweisbar, namentlich in
Gestalt charakteristischer Bronze-Eimer[6065]. Aber auch im Inlande
waren sie hochberühmt[6066]; der alte ~Cato~ (gest. 149 v. Chr.)
rät, Bronzegefäße nur in Capua einzukaufen, zur Zeit des ~Augustus~
bewirkten griechische Künstler daselbst einen neuen Aufschwung der
Industrie[6067], ~Horaz~ preist sein campanisches Bronzegeschirr
(campana supellex)[6068], ~Plinius~ lobt das campanische Erz als
das beste, reinste, von Blei freie[6069], und wenn auch im späteren
Verlaufe der Kaiserzeit ein Rückgang in künstlerischer Hinsicht
eintrat, so dauerte doch die Massenerzeugung stets weiter fort, wie
u. a. noch der ~Horaz~-Kommentator ~Porphyrio~ im 3. Jahrhundert
bezeugt[6070]. Um diese Zeit hatte aber das Christentum schon seit
langem in Capua Boden gefaßt, die Stadt besaß bereits eine größere
christliche Gemeinde[6071] und eine „Basilika der Apostel“[6072],
und es ist daher durchaus glaublich, daß sich die Umgestaltung der
Lärmtafel oder des oben erwähnten Schallgefäßes (vas) zur eigentlichen
Glocke hier vollzog[6073]; gehörten doch „glockenförmige“ Eimer
und Mischgefäße zu den althergebrachten Erzeugnissen der dortigen
Künstler, denen auch die zum Gusse der ersten Glocken erforderliche,
keineswegs gering zu veranschlagende Geschicklichkeit und Erfahrung
zuzutrauen ist[6074]. Ob nun, wie anzunehmen, die Glocken den Namen
„Campana“ nach dem des Landes Campanien und Capuas empfingen, -- denn
~Varro~ sagt ausdrücklich, daß das richtige Wort für alles aus Capua
stammende campanus ist und nicht capuanus[6075] --, oder etwa nach
dem campanischen Erze, dem aes campanum des ~Plinius~, oder nach der
Art ihrer Aufhängung, d. i. jener der längst gebräuchlichen „statera
campana“, der campanischen Schnellwage[6076] usf., muß vorerst dahin
gestellt bleiben; jedenfalls erhielten sie ihn aber erst gelegentlich
ihrer Weiterverbreitung, also schon außerhalb Campaniens oder Capuas.
In dieser Stadt selbst aber, in der, wie in ganz Süditalien, der
griechische Einfluß jederzeit ein herrschender und die griechische
Sprache eine allgemein gebräuchliche blieb[6077], dürften die Künstler,
die zum ersten Male die Glocken „dumpf zusammen hallen“ ließen, dem
Glockengute die Bezeichnung χαλκὸς βροντήσιος oder κρᾶμα βροντήσιον,
„donnerschallendes Kupfer oder Erz“, erteilt haben, sei es, daß sie
sie selbst erdachten, oder schon samt den unvollkommeneren Vorbildern
vom Osten her übernahmen; aus diesem Brontesios oder Brontesion gingen
dann, als seine Bedeutung und Herkunft in Vergessenheit gerieten
oder nicht mehr verstanden wurden, die entstellten Namen Brandisium,
Brindisium, Brondisono usf. hervor, und aus diesen wieder, oder mit
ihnen zugleich, die im Volksmunde vermutlich längst gebräuchlichen
Abkürzungen Brontea oder Brontia[6078], die unmittelbar zu „Bronzo,
Bronza, Bronze“ hinüberleiten. Diminutiva technischer Namen auf -ίον
sind nach ~Schmidt~ charakteristisch für die späte, vulgär-griechische
Arbeitersprache[6079], und dieser Umstand spricht daher gleichfalls
für die Ableitung des Wortes βροντήσιον von βροντή, dem Donner;
aus ihr erklärt sich auch ~Ducanges~ Angabe, daß Bronzina, neben
„vas bronzinum“ die älteste der einschlägigen, frühmittelalterlichen
Bezeichnungen, ein „tormentum bellicum“ bedeutet[6080], also eine
jener Kriegsmaschinen, die bei Angriffen und Belagerungen nach
zahlreichen Berichten „unter donnerartigem Getöse“ mächtige Steine und
Felsblöcke schleuderten. Des weiteren macht der dargelegte Zusammenhang
verständlich, daß nicht nur „Bronzo“ bis in das 17. Jahrhundert hinein
ohne weiteres als Synonym von „Glockenspeise“ gebraucht wird, -- so
noch von ~Becher~ (1635 bis 1675)[6081] --, sondern auch umgekehrt
„Glockenspeise“ jederlei Bronzeguß bezeichnet; so z. B. sagt ~Vitalis
de Furno~ (1247-1327), „unter Erz verstehe man das, woraus die Glocken
gegossen werden“ (aes vocamus, unde fiunt campanae)[6082], und
~Veranzio~ spricht um 1595 von der zum Bau einer Brücke erforderlichen
Glockenspeise[6083]. Doch sei hervorgehoben, daß in Deutschland, wo im
9. Jahrhundert Kirchenglocken schon allgemein gebräuchlich wurden und
Glockengießer u. a. in Aachen urkundlich nachgewiesen sind[6084], der
Name Bronze erst spät auftaucht; er fehlt z. B. in den zahlreichen von
~Schlosser~ gesammelten Dokumenten frühmittelalterlicher Kunst[6085],
sowie bei ~Theophilus Presbyter~, der um 1100, und angeblich in
Deutschland, in seiner „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis
verschiedener Künste oder Kunstgriffe) auch ausführliche Vorschriften
über Glockenguß bringt[6086], die er jedoch zum Teil unzureichend
wiedergegeben oder auch selbst nicht richtig aufgefaßt hat[6087].
Eine genaue und zutreffende Beschreibung findet sich auffälligerweise
erst 1540 in der „Pirotecnia“ des ~Biringucci~[6088], der aber wieder
vielfach aus deutschen Quellen geschöpft zu haben scheint.

Nach der Lehre der katholischen Kirche, wie sie im Abschnitte „De
benedictione Signi vel Campanae“ (Über das Weihen des Signum oder
der Campana) des „Pontificale romanum“ niedergelegt ist, besitzt die
Glocke, das „vasculum ad invitandos filios sanctae Ecclesiae“, das
„Gefäß, das die Kinder der heiligen Kirche zusammenruft“, die Kraft,
böse Geister und Gespenster aller Art zu verscheuchen, Unwetter und
Stürme hinweg zu treiben, Blitz- und Donnerschläge abzuwenden[6089].
Diese Anschauungen sind ein Erbteil der Antike. Allgemein war in ihr
der Glaube, den die Glöckchen, Cymbeln, Erzbecken und Sistren der
Priester, Hierophanten, Schwärmer und Mysten bezeugen, daß der Klang
des angeschlagenen Erzes als der einer Götterstimme anzusehen sei,
daher reinige und sühne, Beschwörungen und Zauber breche, Dämonen
und böse Geister banne[6090]. Auf ihn gründete sich die Überzeugung
der Kirche und des gesamten Mittelalters, daß der Teufel und seine
höllischen Heerscharen den Schall geweihter Glocken fliehen müssen,
daß man sie daher durch Glockenläuten vertreiben könne und samt ihnen,
durch „Wetterläuten“, auch die durch ihre Bosheit erregten Wirbelwinde
und Stürme, Nebelschwaden und Gewitter[6091]. Ebendeshalb sollte es dem
Blitze völlig unmöglich sein, in eine Glocke zu schlagen, namentlich
in eine tönende[6092]; „fulgura frango“ ist daher der Wahlspruch, der
so recht eigentlich der Glocke geziemt, der sie als echte Erbin jenes
das Blitzesfeuer löschenden Donnersteines Brontia kennzeichnet und der
abermals, von wiederum anderer Seite her, die Abstammung der Bronze vom
donnerschallenden Erze Brontésion bestätigt.


6. Messing.

Da es mit Gewißheit feststeht, daß metallisches Zink in Asien nicht vor
dem späteren Mittelalter, in Europa aber erst gegen 1600 bekannt wurde
(s. unten), so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Messing
genannte Kupfer-Zink-Legierung ursprünglich allein durch gemeinsames
Verschmelzen von Kupfer oder Kupfererzen mit zinkhaltigen Mineralien,
namentlich Galmei (Zink-Carbonat, zuweilen auch -Silikat), gewonnen
wurde und daher keine gleichbleibende Zusammensetzung und Färbung
besaß, vielmehr, je nach der Höhe des Zinkgehaltes, einen rötlichen,
gelblichen, goldgelben bis weißen Farbenton zeigte[6093].

In welchem Lande oder welchen Ländern und zu welcher Zeit das Messing
zuerst dargestellt wurde, steht bisher nicht fest; in Babylonien,
in der Ägäis, in Troja und während der älteren mykenischen Periode
scheint es nicht, während der jüngeren nicht sicher nachgewiesen zu
sein[6094]; aber auch betreffs Ägyptens bleibt es fraglich, ob Messing
unter jenem Kupfer zu verstehen sei, das unter der Regierung ~Ramses~
III. (1269-1244) „mit der Färbung des Goldes dritter Feinheitsgüte“ aus
Etek (im Sinaï?) kam, oder unter jener Kupfermischung „von der Farbe
des guten Wüstengoldes“, die nach Angabe des „Papyrus ~Harris~“ (13.
Jahrhundert) erst gegossen und dann gehämmert wurde[6095].

Frühzeitig sollen die Perser die Kunst der Messing-Gewinnung betrieben
haben, und aus Messing bestanden nach aller Wahrscheinlichkeit die
Trinkschalen des Königs ~Darius~, von denen die „Wundergeschichten“
des ~Pseudo-Aristoteles~ berichten, daß sie glänzend, leuchtend,
unverrostbar wie Gold und von diesem nicht der Farbe, sondern nur dem
Geruch nach unterscheidbar gewesen sein[6096]; daß nämlich, abweichend
vom Golde, die unedlen Metalle tatsächlich einen gewissen, besonders
beim Reiben und Erwärmen hervortretenden Geruch zeigen, bestätigten
schon im 16. Jahrhundert ~Las Casas~, im 17. und 18. ~Becher~ sowie
~A. von Haller~ und noch neuerdings (1907) ~Gruhn~[6097]. Persien
ist sehr reich an dem zur Herstellung des Messings unentbehrlichen
Galmei; dessen Benennung „Tutia“, die schon im frühen Mittelalter
auftaucht, ist nichts anderes als das persische „Dûd“ = Rauch und
bezog sich ursprünglich auf die für die Galmeiöfen charakteristische
Wolke zartesten weißen Zinkoxydes, das zufolge augenblicklicher
Verbrennung des zunächst in feinsten Tröpfchen abgeschiedenen
metallischen Zinks entsteht und in dichten Massen an die Ofendecke
emporsteigt[6098]. Der chinesische ~Buddha~-Pilger ~Hiuen-Thsang~
erzählt 629 n. Chr. von der Darstellung des Messings in Persien aus
Kupfer und Galmei, dem Steine Yu-Schih[6099], der daselbst in vielen
Gegenden vorkomme[6100]. Aus Persien soll diese Kunst nach Indien
gelangt sein, wo man angeblich erst im 6. Jahrhundert an Stelle der
älteren kupfernen oder bronzenen ~Buddha~-Statuen messingene zu setzen
begann[6101] und das Messing seither schon ebenso zu Schmucksachen
verarbeitete, wie dieses ~Somadeva~ noch ein halbes Jahrtausend später
erwähnt[6102]; nach ~Hiuen-Thsang~[6103] gab es auch in Indien viel
Galmei, besonders im Sind, -- doch läßt dieser Bericht Zweifeln Raum,
da die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes mit „Galmei“
nicht ganz sichersteht. Den Chinesen soll die Darstellung des Messings
nach einigen ebenfalls aus Persien zugekommen sein, und zwar nicht vor
dem 8. Jahrhundert[6104], während andere sie als eine einheimische
Errungenschaft hohen Alters betrachten. Jedenfalls gelangte im
Mittelalter Tutia nicht nur aus Kerman und Ispahan in Persien, sondern
auch aus Indien und China nach den östlichen Mittelmeer-Ländern, und es
bestand namentlich zu Damaskus eine ausgedehnte und technisch höchst
vollendete Fabrikation von Messingwaren, was aber nicht hinderte, daß
solche gleichzeitig auch aus Europa in den Orient kamen, besonders nach
Ägypten[6105].

In Griechenland erwähnen die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen
Werke gewisse medizinische Instrumente aus „weißem Kupfer“[6106],
im Gegensatze zum gewöhnlichen „roten“[6107], und versichern, „das
weichste und leichteste Kupfer sei das geeigneteste zur ausgiebigen
Mischung“[6108], als deren Ergebnis zweifellos Messing anzusehen
ist. Fraglich bleibt dagegen, ob man dieses auch als von Anfang her
identisch mit dem ὀρείχαλκος (Oreíchalkos, Orichálcum) zu betrachten
habe, einem u. a. bei ~Hesiod~[6109], in der sog. homerischen Hymne an
~Aphrodite~[6110], sowie im „Kritias“ des ~Platon~ erwähnten, diesem
aber schon nicht mehr näher bekannten, goldähnlichen Metalle von
angeblich ganz außerordentlichem Werte[6111]. Die „Wundergeschichten“
des ~Pseudo-Aristoteles~ melden, daß man aus ihm zu Chalcedon auch
ganze Statuen anfertigte, und halten es offenbar für das nämliche wie
das „Erz der Mossinöken“ (am Südostufer des Schwarzen Meeres), die
eine „vom Erfinder geheim gehaltene Legierung“ (κρᾶμα, κρᾶσις) nicht
aus Kupfer und Zinn, sondern aus Kupfer und einer in ihrem Lande
vorkommenden „Erde“ darzustellen verstanden[6112]; das Röstprodukt
dieser Erde, die sog. „phrygische Asche“ [unreines Zinkoxyd], wird
zugleich als vortreffliches Augenheilmittel gerühmt[6113]. Vermutlich
beruhten die Berichte über das Vorkommen des Orichalcum in der Natur
auf bloßen Sagen, die dadurch entstanden, daß man die zuerst wohl in
Kleinasien auftauchende Legierung nicht als solche erkannte, sie
vielmehr als ein einheitliches Metall unbekannter Herkunft ansah[6114].
Die Bezeichnung Oreíchalkos leiten einige vom „Erz des ~Oreios~“
ab[6115], welcher Erfinder aber sichtlich nur ein Heros eponymos ist,
andere, gemäß der wörtlichen, aber ganz nichtssagenden Übersetzung der
Worte ὄρος (Oros) und χαλκός, von „Berg-Erz“, noch andere endlich von
ὀρεύς (Oreús), dem Berg- oder Maultier, das durch Vermischung von Pferd
und Esel ganz ebenso entstehe, wie das Orichalkum durch die von Kupfer
und Galmei[6116].

Bei den Römern wurde der Name Oreíchalkos durch eine Volksetymologie
zu Aurichalcum (= goldiges Kupfer, Goldkupfer) umgestaltet und
bezeichnete eine Legierung aus Kupfer und Kadmia (Galmei), Kupfer und
„cadmischer Erde“[6117], Kupfer und [zinkhaltigem] sog. „Ofenbruch“ der
Silberhütten[6118]. Im Anfange des hellenistischen Zeitalters schwankte
die Bedeutung allerdings zwischen Messing, Bronze und Kupfer[6119],
wovon die Aufzählungen der 6 (oder 7) Metalle bei ~Pollux~[6120] (2.
Jahrhundert n. Chr.), ja noch bei ~Albertus Magnus~[6121] (um 1260)
eine Spur bewahrt haben, indem sie an Stelle des Kupfers, oder neben
ihm, Orichalcum anführen; spätestens vom 2. Jahrhunderte v. Chr. an
war aber Aurichalcum ausschließlich = Messing[6122] und gilt daher
bei ~Plautus~, ~Cicero~, ~Horaz~ und anderen für billig und wertlos.
Was ~Vergil~ als „orichalcum album“ erwähnt[6123], ist vielleicht
als χαλκὸς λευκός, aes candidum (eine Kupfer-Silber-Legierung)
anzusehen[6124], vielleicht aber auch nur als ein sehr helles
Weißmessing, identisch mit dem vielgedeuteten χαλκολίβανος
(Chalkolíbanos) der „Apokalypse Johannis“[6125]. ~Plinius~ erwähnt
das Orichalcum nur ziemlich flüchtig[6126], ~Festus~ bespricht seinen
Namen, nennt es eine Mischung oder Legierung (κραματινά) und weiß, daß
„cadmische Erde in Kupfer geworfen wird, damit es entstehe“[6127].
Ähnlich äußern sich ~Hesychios~[6128], für den Messing ein
bronzeähnlicher Stoff ist, sowie ~Isidorus~[6129], der seine goldgelbe
Farbe auf die Beimischung eines „medicamen“ zum Kupfer zurückführt;
ὀριχαλκεύς im Sinne von Messingschmied kommt um die nämliche Zeit (um
600) im byzantinischen Ägypten vor, jedoch nur ganz vereinzelt[6130].

Wie die als „Periplus“ bekannte, etwa um 40 n. Chr. verfaßte
Handelsbeschreibung der Gestade des Roten Meeres erwähnt, führten
die Küstengegenden Ostafrikas schon damals Orichalcum = Messing ein,
das als Schmuck sowie an Geldesstatt diente, zu welchem Zwecke man
es in passende Stücke zerschnitt[6131]. Etwas später, zur Zeit des
~Plinius~[6132], wurden die Galmeilager des niederrheinischen Gebietes
entdeckt, und alsbald entwickelte sich dort, hauptsächlich in der
Gegend von Juliacum (Jülich), eine ausgedehnte Messingindustrie,
deren Blütezeit um 150 anzusetzen ist und deren Erzeugnisse durch die
römischen Großkaufleute erst in alle Nordsee-, später aber auch in
die Ostsee-Länder verhandelt wurden[6133]; als gegen 300 die Barbaren
einbrachen, ging sie zwar unter, aber das Vorhandensein der Galmeilager
daselbst, in der Aachener und Stolberger Gegend, sowie im Maastale
scheint niemals völlig in Vergessenheit geraten zu sein und veranlaßte
jedenfalls die Wiederaufnahme dieses Gewerbszweiges vom 11. Jahrhundert
an[6134].

Was den Namen „Messing“ betrifft, so wollte man ihn u. a. von einem
slavischen *mosengju ableiten, dieses vom spätpersischen miss, miess,
moess (= Kupfer) und dieses wieder vom pontischen *moss oder mossu,
dem Erze der Mossynöken[6135]. Viel näher liegt aber als Stammwort
das mittellateinische massa = Klumpen, Klotz (als „Massel“ noch jetzt
für die Roheisen-Luppen gebräuchlich), das als mass, mess, meze,
messe nachgewiesen ist[6136], im mittelhochdeutschen mösch, möschnic,
missinc, messinc, messing lautet[6137], auch in der „Sarepta“ des
~Mathesius~ als „messinc, messnic, messen“ nachklingt[6138], in
niederländischen Dokumenten von 1517 und 1579 als myssink und massener
Ware[6139], und noch im Basler Zeughaus-Inventare von 1666 als Mössinc,
Möschnic, Mösschinen[6140]. Im Niederländischen, Flämischen und
Holländischen wird aber Messing oft auch mit „Kupfer“ bezeichnet (s.
das französische cuivre blanc), indem es für eine bloße Art gefärbten
Kupfers galt[6141]; auf Gleichsetzung mit Bronze wiederum deutet wohl
das angelsächsische braes und das englische brass[6142].

Der in älteren Aachener Urkunden vorzufindende Namen „Latven“ kommt
vom französischen laiton (span. laton; ital. lottone, oder, unter
Hinweglassung des vermeintlichen Artikels, ottone), und dieses nach
~Dietz~ von plata, latta, latte (engl. latten), der Bezeichnung für
das allezeit so beliebte dünngeschlagene Weißmessing-Blech[6143],
nach ~Rossignol~ von „aes luteum“ (= gelbes Erz)[6144], nach der
zweifellos richtigen Erklärung ~Ducanges~ aber von „Elektron“[6145].
Das französische „archal“, von dem neben laton ~Boileau~ schon 1254
spricht[6146], geht auf Orichalcum zurück; noch 1575 heißt in Stolberg
das Rohmessing Arko[6147]. -- Ganz abseits stehen das neugriechische
τούντζυ (Túntzy) und das rumänische Tuciu, die offenbar mit Tutia
zusammenhängen und nicht mit Tumbac oder Tombacco, d. i. das malayische
Wort tambâja = Kupfer[6148]. Daß das Westfinnische ein eigenes Wort für
Messing besessen habe, ist ein Irrtum; Messing war im alten Finnland
ebensowenig bekannt wie Bronze und taucht erst im „Kalewipoeg“ auf, der
aber auch sonst vieles sehr junge erwähnt, z. B. Branntwein und sogar
Tabak[6149].


7. Blei.

Da Bleierze in den verschiedensten Gegenden weit verbreitet sind
und sich, wie namentlich das wichtigste unter ihnen, der Bleiglanz
(d. i. Schwefelblei), glatt reduzieren lassen, da ferner der niedrige
Schmelzpunkt und die große Leichtflüssigkeit des Metalles einfache
Abscheidungs- und mannigfaltige Anwendungsweisen ermöglichen, so ist
das Blei in manchen Ländern schon seit früher Zeit wohlbekannt und
steht in dieser Hinsicht zuweilen dem Kupfer nur wenig nach.

Seit wann die +Ägypter+ es zu benützen verstanden, läßt sich des
genaueren nicht angeben, im 2. Jahrtausend, besonders in dessen zweiter
Hälfte, kommen aber größere Barren und Ziegel aus Blei (teht, tacht)
schon sehr häufig vor und scheinen auch bereits aus Spanien eingeführt
worden zu sein[6150]; in den sog. Tribut-(richtiger Handels-)Listen
~Thutmosis~ III. (um 1500) ist wiederholt von bedeutenden Mengen
die Rede, da sich aber ~Ramses~ III. (um 1200) rühmt, den Göttern
neben anderen kostbaren Metallen auch 9000 Pfunde Blei zum Geschenke
dargebracht zu haben[6151], so muß sein Wert auch damals noch ein recht
erheblicher gewesen sein. Daß es späterhin massenhaft vorhanden war,
als billige und gemeine Ware vielerlei Verwendung fand, seiner leichten
Schmelzbarkeit halber dem ~Osiris~, dem „Herrn alles Flüssigen“,
beigesellt wurde und schließlich als Grundlage aller übrigen Metalle
galt, hat bereits in früheren Abschnitten Erwähnung gefunden; in
ptolemäischer Zeit sprechen die Urkunden öfters vom Bleiarbeiter
(μολυβδουργός) und vom Bleilöter (κολλητής), der Wasserleitungen anlegt
und ausbessert und die beschädigten Rohre (σωλῆνες) der Badeöfen wieder
herstellt[6152].

Auch bei den +Sumerern+ ist die Kenntnis des Bleies uralt, und einige
sehen es als das schon dem Gotte ~Ea~ von Eridu zugehörige Metall an,
während andere als solches allerdings das Kupfer betrachten[6153].
Seiner Verwendung im Laufe des 3. Jahrtausends, sowie der Statue des
Königs ~Bur-sin~ von Ur (um 2600), die aus Bleibronze mit 18% Blei
(abâru) besteht[6154], ist schon weiter oben gedacht worden[6155]; aus
der Zeit um 2300 wird von einem prächtigen Bassin aus Stein und Blei
berichtet, das König ~Gudea~ für einen Tempel stiftete[6156]. Die
Assyrer nannten das Blei ebenfalls abâru[6157], besaßen große Mengen
davon und verwandten es u. a. zu nicht näher aufgeklärten kultischen
Zwecken, so daß sich z. B. in einigen Gräbern des 13. Jahrhunderts
schwere Bleitafeln, darunter solche bis zu 500 kg Gewicht, vorgefunden
haben[6158].

Auch in der +Ägäis+ ist Blei bereits während des 3. Jahrtausends
nachgewiesen, desgleichen in +Troja+, woselbst aus einer tiefen
Schicht (von etwa 2500) die noch sehr rohe Bleifigur einer Göttin
zutage gefördert wurde[6159]; ebenfalls wohlvertraut war das Blei der
+mykenischen+ Kultur, und bleierne Drähte, Ringe usf. zählten nach
Beginn des 2. Jahrtausends nicht mehr zu den Seltenheiten[6160].

Die +Griechen+ lernten das Blei anfänglich in Kleinasien kennen,
worauf noch die Sage hinweist, daß König ~Midas~ von Phrygien es
zuerst aufgefunden habe[6161]; reichlicher scheinen es später die
Phönizier eingeführt zu haben, und zwar nach ~Hekataios~, der um 500
v. Chr. schrieb, aus Spanien, woselbst eine Stadt Molybdíne jenseits
Tartessos lag, eine Stadt Molybdana auf der Insel Plumbaria bei
Carthagena[6162], und wo ein Volk namens Plumbarii die lusitanische
Provinz Madubriga bewohnte[6163]. Zur Zeit des ~Hekataios~ war den
Griechen auch die Verarbeitung des heimischen Bleiglanzes (Molybdaína,
Galéna) und anderer Blei und Silber führender Erze schon seit längerem
geläufig, und sie stellten nach verschiedenen, wenngleich noch
recht unvollkommenen Verfahren Blei dar; sie bereiteten ferner sog.
Werkblei (auch Lithargyrina genannt?), Bleiglätte (u. a. die gold- und
silberglänzende Chrysitis und Argyritis)[6164], Mennige, Bleiweiß [das
auch als Schminke diente[6165] und über das ~Theophrast~ schon ungefähr
dasselbe mitteilt wie ~Dioskurides~], sowie Schwefelblei, dessen
Gewinnung durch Brennen von Blei mit viel Schwefel bereits die sog.
Schriften des ~Hippokrates~ schildern[6166]. Kleine Bleifiguren aus dem
6. Jahrhundert wurden zu Sparta gefunden, etwas jüngere zu Athen[6167],
und die ersten der neu aufgekommenen Münzen sind nicht selten ebenfalls
bleihaltig[6168]. Das Metall galt für besonders „kalt“ und daher
schon bei ~Theophrastos~[6169], aber auch noch bei ~Galenos~[6170],
für besonders geeignet zum dauernden Aufbewahren empfindlicher Salben
und Wohlgerüche. Im Zusammenhange mit seiner großen Kälte steht auch
vielleicht, -- neben der Zuteilung an ~Osiris~ und andere chthonische
Gottheiten --, die Verwendung zur Herstellung der schon weiter oben
erwähnten sog. „Fluchtafeln“, deren gegenwärtig etwa 400 griechischen,
etruskischen und hellenistischen Ursprunges bekannt sind[6171].
Der Gebrauch derartiger Tafeln erhielt sich bis in die späte
Kaiserzeit[6172]; sie tragen, wie schon ~Tacitus~ angibt[6173], als
Inschriften „carmina et devotiones“ (Fluch- und Bannsprüche), weisen
aber zuweilen auch merkwürdige Zeichnungen auf, z. B. die Gestalt des
verderblichen ~Typhon-Seth~ und bei den gnostischen Sethianern auch
jene des ~Christus-Seth-Typhon~, mit dem von den sog. Spottkruzifixen
her bekannten Kopfe des Esels, als des dem ~Seth-Typhon~ heiligen
Tieres (das ursprünglich das Okapi gewesen sein soll)[6174].

Bei den +Arabern+ stand das Blei seit der Eroberung Persiens in ganz
allgemeinem Gebrauch; bleierne Marken, die an einer Schnur um den Hals
getragen wurden, dienten u. a. als Quittung für die Bezahlung der
Kopfsteuer seitens der Ungläubigen[6175]. Die größten Mengen lieferten
Transoxanien[6176] sowie das eigentliche Persien[6177]; Ray und
Demâwend erzeugten treffliche Bleiglätte[6178], und aus Ispahan kam das
schönste Bleiweiß, dessen Güte auch die Pharmakopöe des ~Abu Mansur~
(um 975) rühmt[6179]. Endlich waren die Araber wenn nicht Erfinder
so doch Verbreiter der mit Bleiglasur versehenen Tonwaren, deren
Anfertigung sie in allen von ihnen eroberten Ländern auf das eifrigste
betrieben, u. a. in Ägypten, Sizilien, Spanien, Südfrankreich und den
Inseln des westlichen Mittelmeeres, von deren einer, dem heutigen
Majorka, sich der Name Majolika herschreibt[6180].

Im südlichen +Mitteleuropa+ wurde das Blei schon während des Verlaufes
der Bronzezeit bekannt, im nördlichen erst gegen deren Ende[6181].
In einigen der Schweizer Pfahlbauten fanden sich plattgedrückte,
mit Ösen versehene Bleiklumpen und -kugeln, die anscheinend als
Gewichte dienten oder doch ursprünglich solche waren. Die ältesten
sind nach babylonischen, ägyptischen oder kretischen Minen (von 618
g) ausgewogen, die jüngeren (um 1000 v. Chr.) nach phönizischen
(von 728 g), die jüngsten nach karthagischen (von 392 g)[6182];
derartig geformte Bleigewichte waren in Phönizien und Karthago seit
altersher üblich[6183] und fanden zugleich mit anderen Maßen bereits
sehr frühzeitig Aufnahme in den westlichen Mittelmeer-Ländern,
wie denn z. B. die Leuge, d. i. die alte, namentlich in Gallien
gebräuchliche Wegmeile von 2200 m Länge, 50000 phönizische Ellen von
44 cm Länge beträgt[6184]. Bronzen der älteren Eisenzeit (900 bis 800
v. Chr.) enthalten nicht selten 4-5% Blei[6185], doch sollen hierbei
ausschließlich solche südlichen Ursprunges in Betracht kommen, während
die in Mittel- oder Nordeuropa selbst bereiteten entweder kein oder
nur sehr wenig Blei führen (z. B. neben 97% Kupfer und 2,4% Zinn
bloß 0,4%), wirklich reich an Blei (bis zu 14, ja 24%) aber nur jene
aus den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit sind, z. B. die auf der
Saalburg gefundenen[6186]. Der jüngeren Eisenzeit (um 500) entstammen
Stäbchen, Drähte und Figuren aus ziemlich reinem Blei, die aber stets
nur vereinzelt und in verhältnismäßig geringen Mengen vorkommen[6187].

Stammwort für den +Namen+ des Bleies ist vielleicht das indogermanische
*mliwom = blau, von dem sich das indische mulwa, das gemein-germanische
*bliwa, das keltische *blawa, das germanische blîu, bly, blâa und
Blei, sowie das griechische μόλιβος, μόλυβος, βόλιμος und βόλιβος
ableiten, während das lateinische plumbum ursprünglich nur = Ziegel
oder Barren ist[6188]. Daß nicht die iberischen Städtenamen Molybdíne
und Molybdána vom griechischen μόλυβος und μολύβδαινα kommen sollen,
sondern umgekehrt, sowie daß Zusammenhänge mit dem baskischen berûn
oder mit einem anklingenden keltischen Worte bestehen, ist ganz
unwahrscheinlich[6189]; aus dem keltischen (und irischen) luaide ist
hingegen das westgermanische *lauda, das mittelhochdeutsche lot, das
niederdeutsche lood, das angelsächsische leod und das englische lead
hervorgegangen[6190]. Ganz abseits stehen das indische sîsa[6191],
sowie das litu-slavische olovo und alwas; das Westfinnische besitzt nur
entlehnte Bezeichnungen[6192].


8. Zinn.

Das Zinn kommt als Metall nur sehr selten und meist nur in feinen
Körnern und dünnen Blättchen vor, tritt aber hauptsächlich in Gestalt
des Kassiterits auf; dieser besteht aus Zinndioxyd (SnO₂) und bildet
zuweilen sehr schöne, durchsichtige oder auch gelbliche bis bräunliche
Krystalle von ganz auffälliger Schwere und von so lebhaftem Glanze,
daß er in manchen Gegenden noch jetzt zu den Edelsteinen gezählt und
gleich diesen gefaßt und als Schmuck getragen wird[6193]. Die genannten
Eigenschaften sind es vielleicht, die zuerst die Aufmerksamkeit auf das
Mineral lenkten, worauf dann der Zufall gelehrt haben mag, daß es ohne
besondere Schwierigkeit zu einem schön silberweißen, luftbeständigen
und leichtflüssigen Metalle reduzierbar ist. Diese Entdeckung, die
auch der +neuen+ Welt nicht fremd war[6194], dürfte in der +alten+ an
einigen der recht spärlichen Punkte, die sich durch Reichtum an Zinnerz
auszeichnen, selbständig gemacht worden sein; ihr Gegenstand, das Zinn,
galt anfangs wohl als eine Kostbarkeit wie Gold oder Silber, und es
ist nicht ausgeschlossen, daß Versuche, das Kupfer irgendwie mit Zinn
einzulegen oder zu verzieren, zur Entdeckung der Bronze führten, deren
Schönheit und Nützlichkeit wieder das Zinn zu einer vielbegehrten und
gesuchten Bedarfsware machen mußten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht mit Gewißheit, läßt
sich behaupten, daß den Bewohnern +Sinears+, des +Zweistromlandes+,
die sich mit der Bronze, wie oben angeführt, schon gegen 3000 v. Chr.
wohlvertraut zeigten, das Zinn bereits in noch früherer Zeit bekannt
geworden war und daß es ihnen in dieser bereits ebenso wie im Laufe des
3. Jahrtausends[6195] aus nördlich oder nordöstlich gelegenen Gegenden
zukam. Daß das Metall außer von diesen auch noch von der kaukasischen
Landschaft Iberien geliefert wurde, deren Gruben jedoch sehr frühzeitig
erschöpft worden seien[6196], ist eine haltlose Vermutung, und
tatsächlich konnten bisher nirgendwo im Kaukasus Lagerstätten von
Zinnerz aufgefunden werden[6197]. Nachgewiesen sind solche dagegen in
den südöstlich des kaspischen und Aral-Sees verlaufenden Gebirgszügen
Chorasans und Transoxaniens, im Paropamisus, ferner in der Drangiana,
im östlichen Iran und im Tale des Etymandros (jetzt Hilmend), woselbst
sich bis tief in das Mittelalter hinein, -- so lange nämlich die
(später dem sagenhaften ~Rustem~ zugeschriebenen) Kanäle in Stand
erhalten wurden --, ein reich bewässertes und daher überaus fruchtbares
Kulturland erstreckte[6198]; ihr Vorhandensein ist bezeugt durch das
Vorkommen von Zinnschmuck in nordpersischen Gräbern aus der Zeit um
2000 bis gegen 1500[6199], durch die Erwähnungen bei ~Strabon~[6200],
~Ibn Hauqal~ (902-968), ~Alistakhri~ (um 970) und anderen arabischen
Schriftstellern, sowie durch Bestätigungen aus neuerer Zeit[6201].

Wie der geringe Zinnzusatz der ältesten Bronzen ersehen läßt, war
das Metall anfänglich sehr kostbar und selten; von wann an es etwas
häufiger wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit angeben, um so mehr
als auch nicht genügend feststeht, welcher Periode die Wandflächen
babylonischer Gebäude entstammen, die völlig durch sehr schöne Ziegel
mit einer durchscheinenden zinnhaltigen Glasur überkleidet sind[6202].
Daß es auch in verhältnismäßig später Zeit hochgeschätzt und gesucht
blieb, zeigt z. B. die Tatsache, daß noch 842 König ~Jehu~ von
Israel an ~Salmanassar~ III. neben Gold und Silber in Barren sowie
goldenen Gefäßen auch Zinn als Tribut abzuliefern hatte[6203]. Bei den
Babyloniern (und nach ihnen bei den Syrern und Arabern) hieß das Zinn
ânak, welches Wort ursprünglich nur Blei bezeichnet haben soll, als
dessen Abart das Zinn fast allerorten galt; ânak findet sich auch in
den biblischen Schriften, jedoch nur einmal, und zwar beim Propheten
~Amos~[6204], während sonst der Ausdruck bedîl benützt wird[6205],
dessen Bedeutung aber ebenfalls noch als unsicher und schwankend
anzusehen ist[6206]. Bei den Akkadern war der Name des Zinns anna
oder naga, bei den Assyrern anaku, außerdem gebrauchten aber diese
Völker noch einen anderen, der bei den ersteren ik-kasduru, bei den
letzteren kâzazatira lautet[6207] und u. a. auch das Material einer
der sieben schon weiter oben erwähnten Platten bezeichnet, die in
den Fundamenten des 706 v. Chr. errichteten Palastes von Khorsabad
aufgefunden wurden. Er ist weder sumerischen, noch akkadischen, noch
assyrischen, noch sonstigen semitischen Ursprunges, sondern vermutlich
„barbarischen“[6208], d. h. er gehört der Sprache irgend eines der
Völker an, aus deren Gebiet das Zinn zuerst nach dem Zweistromlande
gebracht wurde; nach ~Bapst~ ging aus ihm auch das spätbabylonische
kastira hervor[6209].

Daß die +Ägypter+ gegen 3000 ebenfalls schon Bronzen besaßen, und
zwar zunächst sehr zinnarme, ist bereits weiter oben erörtert worden;
ungewiß bleibt aber, ob sie diese fertig einführten oder selbst
bereiteten, seit wann sie, wenn letzterer Fall zutrifft, dieser Kunst
mächtig waren und woher sie das erforderliche Zinn bezogen. Lager
von Zinnstein sind zwar im Süden, Südwesten und Südosten Afrikas, in
Nigeria sowie am Kongo vorhanden, und es ist nicht ausgeschlossen,
daß die Eingeborenen schon vor vielen Jahrtausenden verstanden, was
noch ~Vasco de Gama~ von ihnen berichtet, nämlich das Ausschmelzen des
Zinns und seine Verwendung zu Schmuck oder Zierrat an Waffen[6210];
der Gedanke einiger Forscher aber, Verbindungen zwischen jenen
Gegenden und dem Ägypten des alten Reiches (2895-2540) anzunehmen,
ist ein derart phantastischer, daß er einer ernstlichen Erörterung
nicht erst bedarf. Dafür, daß das nordwestliche Arabien in der Ägypten
benachbarten Landschaft Midian Zinn hervorgebracht habe[6211], fehlt,
wie ~Beckmann~ schon vor über hundert Jahren betonte[6212], jeglicher
Beweis; desgleichen wird die Behauptung, das Zinn Südarabiens sei seit
altersher über das Rote Meer an den oberen Nil und dann flußabwärts
nach Ägypten gelangt, durch die Tatsache widerlegt, daß Südarabien gar
kein Zinn besitzt und daß dieses nach ~Aldimeschqi~ (gest. 1327) gerade
bei den Bewohnern der oberen Nilgegenden bis ins späte Mittelalter
hinein noch wenig bekannt und daher hochgeschätzt war. Kaum glaubhaft
klingt auch die Vermutung, orientalische Seefahrer hätten Ägypten
schon gegen 3000 mit Zinn aus den westlichen Mittelmeerländern
versehen[6213], da deren Küsten zu so entlegener Zeit, nach allem was
man weiß, weder selbst solches besaßen, noch überseeischem Verkehre
erreichbar waren. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht also dafür,
daß die Ägypter gleich der Bronze auch das Zinn zuerst aus dem Osten
erhielten, und zwar auf den nämlichen Wegen, die dem uralten, sich
durch ganz Vorderasien erstreckenden Handel seit jeher als Bahnen
dienten[6214]. Wie in Asien selbst, so blieb aber auch in Ägypten
das Zinn spärlich, kostbar und gesucht; +diese+ Umstände waren es,
die im Laufe des 2. Jahrtausends, als die Schiffahrt sich wesentlich
vervollkommnet hatte, kühne Seefahrer, wie die Phönizier, veranlaßten,
anfänglich den Spuren des Handels mit Zinn nachzugehen, dem sie
vermutlich zuerst im südwestlichen Spanien zufällig begegnet waren,
späterhin aber auch die Stätten seiner Herkunft ausfindig zu machen.
Es liegt auf der Hand, daß kein Kauffahrer daran denken konnte, von
den Grenzen der bewohnten Welt her mit unsagbaren Gefahren und Kosten
eine Ware heranzuholen, über deren Verwendbarkeit und Wert nicht schon
längst völlige Gewißheit bestand; entgegen der üblichen Tradition
lernte man also nicht vom Zinne Gebrauch zu machen, als die Phönizier
solches einführten, sondern diese schafften es herbei, weil sie
wußten, daß die heimische Nachfrage das Angebot weitaus übersteige und
daher ein ungewöhnlich hoher Handelsgewinn sicher sei[6215]. Mit der
fortschreitenden Entwicklung der Westschiffahrt bei den Phöniziern,
neben denen vielleicht eine Zeitlang auch sardinische und etrurische
Seefahrer in Betracht kamen[6216], nahm daher etwa von 1600 an die
Menge des verfügbaren Zinns im Osten und so auch in Ägypten merklich
zu, mit ihr aber auch jene der erzeugten Bronze[6217]; selten und
kostspielig blieb es jedoch noch viele weitere Jahrhunderte lang, so
daß noch der gegen 1200 verfaßte „Papyrus ~Harris~“ von ~Ramses~ III.
„den Göttern gemachte Geschenke“ verzeichnet, die 95 und später 2130
Pfunde Zinn „aus den Tributen“ betrugen[6218]. Ein altägyptischer Name
des Zinns fehlt nicht völlig (wie man bis vor einiger Zeit annahm), er
lautet aber nicht tran, -- welches Wort erst im „Leidener Papyrus“,
also ganz spät, auftaucht[6219] --, sondern nach dem Ägyptologen
~W. M. Müller~ „dhti techt“ = „Blei, weißes“, stimmt also völlig
mit dem lateinischen, noch zu Beginn der Kaiserzeit allein üblichen
„plumbum album“ oder „plumbum candidum“ überein[6220]. Hinsichtlich
der Zinneinfuhr nach Ägypten in der Periode vom 12. bis etwa zum 4.
Jahrhundert ist Näheres nicht bekannt; andauernd groß und umfangreich
gestaltete sie sich unter den Ptolemäern und bildete die Grundlage
einer höchst vollkommenen Bronze-Industrie (namentlich Kunstindustrie),
deren Blüte auch während der römischen, ja bis zu gewissem Grade noch
während der byzantinischen Herrschaft fortdauerte und deren Bedeutung
u. a. durch umfangreiche Funde, durch zahlreiche Fachausdrücke,
sowie durch die Erhebung einer eigenen Gewerbesteuer, nach den
verschiedensten Richtungen hin bezeugt ist[6221]. Aber auch aus Zinn
selbst fertigten besondere Handwerker mannigfache Geräte an[6222],
ferner diente Zinn als Zusatz bei der von ~Agatharchides~ und ~Diodor~
beschriebenen Reinigung des Goldes durch Umschmelzen[6223], und endlich
bereitete man aus ihm die so vielgebrauchte Zinnfolie, deren πέταλα
und λεπίδες auch in der Zauber-Litteratur ihre Rolle spielten[6224]
und nach ~Alexander von Aphrodisias~ (um 210 n. Chr.) u. a. schon
zum Belegen von Glasspiegeln dienten[6225]. Als Herkunftsort des
Zinns wird Britannien genannt, wohin noch im 6. Jahrhundert n. Chr.
alexandrinische Schiffe mit Getreide fuhren, die sich den Preis ihres
Frachtgutes zur einen Hälfte in Geld bezahlen ließen, zur anderen
in Zinn[6226]; für ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert)
ist dieses daher einfach „das britannische Metall“, „ἡ βρεττανικὴ
μέταλλος“[6227].

In der +Ägäis+ läßt sich, wie oben angegeben, Bronze um 3000
nachweisen, in +Troja+ nach Beginn des 3. Jahrtausends, woraus aber
nicht folgt, daß man daselbst auch schon das Zinn als solches kannte;
für das Cypern des +mykenischen+ Zeitalters dürfte dies aber zutreffen,
da diese Insel damals bereits eine einheimische, wenngleich noch sehr
primitive Bronzefabrikation besaß[6228]. Im übrigen scheinen während
der mykenischen Periode zinnarme und zinnreiche Bronzen nebeneinander
herzugehen, und die Vermutung ist nicht unbegründet, daß letztere durch
die Phönizier eingeführt, erstere aber mittels orientalischen Zinns an
Ort und Stelle angefertigt worden seien[6229]; in menschlichen Knochen
von etwa 2000 aus Kreta und Kleinasien vermochte ~Kobert~ einen Gehalt
an Zinn nachzuweisen, dessen Quelle, wie er mit Recht bemerkt, nur die
benützten Bronzegefäße sein können[6230].

Zuerst in Kleinasien lernten wohl auch die +Griechen+ gleich den
meisten anderen Metallen das Zinn kennen, und zwar anfangs vermutlich
das orientalische[6231], wofür der Name κασσίτερος (Kassíteros)
spricht, der mit den oben angeführten akkadischen, assyrischen und
spätbabylonischen Bezeichnungen ik-kasduru, kâzazatira und kastira
in sichtlichem Zusammenhange steht. Nach Kleinasien verlegt die
griechische Sage die erste Auffindung des Zinns durch König ~Midas~ von
Phrygien[6232], und der Name κασσίτερος ist ein orientalischer[6233]
und keinesfalls ein keltischer, den etwa die Phönizier zugleich
mit dem keltischen Zinn übermittelt hätten[6234]: das Zinn heißt
nämlich irisch créd und im keltischen ystaen, sten, staen (woher
das spätlateinische stagnum und stannum rührt[6235], und der
verführerische, von vielen Forschern betonte Anklang an keltische
Eigennamen, wie ~Cassignatos~, ~Cassiovelaunus~, ~Viducassis~ usf.
ist ein rein zufälliger, da „cassis“ in diesen Worten „gelockt“
bedeutet[6236].

Entgegen den von manchen Seiten erhobenen Bedenken kann es keinem
Zweifel unterliegen, daß das bei ~Homer~ zuerst in der griechischen
Litteratur auftauchende κασσίτερος Zinn bedeutet, und daß das
archaische, in der „Ilias“ geschilderte Zeitalter, -- auch wenn die
uns vorliegende letzte Redaktion des Gedichtes bis in das 8. oder
7. Jahrhundert herabreicht[6237] --, tatsächlich das Zinn bei der
Ausstattung und Verzierung von Waffen und Geräten +so+ anwandte, wie
dies ~Homer~ angibt[6238]; zuzugestehen ist dabei, daß z. B. „zinnerne“
Beinschienen nicht die Widerstandskraft besitzen könnten, die er ihnen
zuschreibt, daß er also entweder die Eigenschaften des Metalles nicht
näher kannte[6239], oder sich, da er nicht als Technologe, sondern als
Dichter schrieb, eines nicht wörtlich zu nehmenden Ausdruckes bediente,
so wie wir etwa von einem mit Diamanten verzierten Diadem als einem
„diamantenen“ sprechen, ohne damit sagen zu wollen, daß es in seiner
Gänze aus Diamant bestehe. In ähnlicher Weise wie ~Homer~ erwähnt auch
~Hesiod~ das Zinn in dem angeblich gegen 700 verfaßten Gedichte vom
„Schilde des ~Herakles~“[6240]; eine schon sehr frühzeitige Benützung
zinnerner Gerätschaften und Instrumente in der Medizin beweisen die
zahlreichen Anführungen in den sog. Schriften des ~Hippokrates~[6241].

Daß das Zinn aus den entlegensten Gegenden Europas komme, scheint
zuerst der Geschichtschreiber ~Hekataios~ von ~Milet~ (um 500) als
etwas zu seiner Zeit längst Wohlbekanntes ausgesprochen zu haben,
und nennt als Heimat des Metalles die kassiteridischen Inseln oder
Kassiteriden[6242], an deren Namen und Lage sich eine ganze Litteratur
knüpft, die hier nur einigen Hauptpunkten nach besprochen werden
kann[6243].

Nach dem Osten gelangte, wie schon mehrfach angedeutet, das
westeuropäische Zinn zuerst durch die Phönizier, deren West-Verkehr
im 16. Jahrhundert schon völlig entwickelt war, wenngleich er sich
lange Zeit nur auf Vermittlung des Handels beschränkte; eigene größere
Niederlassungen entstanden erst allmählich wie in Cypern und Kreta so
auch in Unteritalien und Nordafrika, ferner auf den Mittelmeer-Inseln
und an den Südküsten Spaniens[6244]. Daselbst, in der südwestlichen
Landschaft Tartessos oder Tarschisch, war die Hauptniederlassung die um
1100 gegründete Stadt Gades (jetzt Cadix)[6245], irrtümlich auch selbst
als Tartessos bezeichnet; sie erfreute sich der besonders vorteilhaften
Lage nächst der Mündung des großen Stromes Baëtis (Guadalquivir) und
in einer Gegend, nach der schon frühzeitig und auf verschiedenen Wegen
die wertvollsten Erzeugnisse der Länder von weither gebracht wurden,
u. a. Edelmetalle, Kupfer und Zinn. Auf dem Umstande, daß die Griechen
von +daher+, anfänglich durch die Phönizier[6246], später durch die
Karthager[6247] und schließlich (etwa von 700 an) auch schon durch
eigene Schiffer[6248], das Zinn empfingen, beruht die ganz grundlose
Fabel, der Baëtis setze zugleich mit seinem Sande und neben Gold,
Silber und Kupfer auch gediegenes Zinn ab, -- wie ihn denn noch der
Dichter ~Skymnos von Chios~ als den Fluß rühmt,

    „Der stromgerolltes Zinn aus Keltika
    Und Gold zugleich und Erz in Menge führt[6249]“;

sie geht vielleicht auch auf die Bemühung zurück, zwischen Kassiteros
und dem Namen des Berges Kassios auf der Insel Erytheia im Baetis-Delta
einen etymologischen Zusammenhang herzustellen[6250].

Das Zinn, dem die Phönizier zu Tartessos, vermutlich in Form von
Schmuck u. dgl., zuerst begegneten, gelangte dahin zunächst wohl
durch Landhandel oder Küstenschiffahrt aus Lusitanien (Portugal),
Callaecien (Provinz Gallizia) und den der nordwestlichen iberischen
Küste vorgelagerten kleinen Inseln; sodann, als deren geringe
Hervorbringung der Nachfrage nicht mehr genügte, aus der westlichsten
Bretagne und den ihr benachbarten Inselchen; schließlich aber, als
der steigende Bedarf die Beschaffung immer bedeutenderer Mengen
erforderte, aus Britannien. (Spätestens vom letzteren Zeitpunkte ab
schlug jedoch der Zinnhandel auf gallischem Boden auch noch andere
Wege ein, auf die weiter unten zurückzukommen sein wird.) Der Herkunft
des kostbaren Metalles nachspürend dehnten demgemäß die Phönizier und
später auch die Karthager den Umfang ihrer Seefahrten immer weiter
aus, sie erkundeten die ozeanischen Küsten der iberischen Halbinsel,
erforschten allmählich jene Galliens und erreichten zuletzt auch die
Britanniens, des eigentlichen Vaterlandes und einzigen Massenerzeugers
des Zinns[6251]. Über dessen stets nur spärliche Gewinnung bei
den Artabrern im nördlichen Lusitanien sowie in Callaecien ist
nichts Näheres überliefert, weder bei ~Poseidonios~, der zuerst
den Namen Καλλεγία, Καλαικία (Callaecia, Gallaecia, Gallicia ...)
erwähnt[6252], noch bei ~Diodor~[6253], noch bei ~Plinius~[6254]; die
vorgelagerten Inseln, d. s. die 10 oder 11 kleinen Eilande an der
Küste von Pontevedra zwischen Cap Folceiro und Silleiro, mögen ehemals
ein wenig Zinn hervorgebracht haben (?), können aber, gemäß allen
vorliegenden Angaben, entgegen einigen Forschern, unmöglich als die
Kassiteriden angesehen werden[6255]. Das nämliche gilt von den mit
diesen iberischen Inseln zuweilen verwechselten oestrymnischen vor
der Bretagne[6256], die zwar erst ~Avienus~ im 4. Jahrhundert +nach+
Chr. anführt[6257], jedoch auf Grund von Quellen, die dem 4. oder
5. Jahrhundert +vor+ Chr. entstammen, zu welcher Zeit karthagische
Handelsschiffe sie noch besuchten[6258]. Ungewiß ist auch hier, ob
ihre Bewohner selbst Zinn ausschmolzen, oder ob sie es von jenem Teile
der keltischen Ostrymnier (auch Osismier genannt) empfingen, der das
äußerste Ende der Bretagne, gegenüber den Inseln, bewohnte[6259]; dort,
am Cap Pennestain oder Penstain, in dessen Namen die Silbe „Stain“
das lateinische stannum = Zinn bedeuten soll, in einigen benachbarten
Gegenden des westlichen und in einigen des mittleren Galliens, gab
es tatsächlich uralte Zinngruben, deren Ergiebigkeit allerdings nur
sehr mäßig war[6260], und den dortigen keltischen Völkerschaften wird
auch die Erfindung des Verzinnens von Gefäßen zugeschrieben, die noch
~Plinius~[6261] als eine von den Biturigern gemachte überliefert[6262].
Die wirklichen Kassiteriden, der Endpunkt der phönizischen und
karthagischen Entdeckungsfahrten, waren die der Südwestspitze
Britanniens vorgelagerten heutigen Scilly-Inseln, Hauptsitz des
Zinn-Zwischenhandels der Eingeborenen mit dem Zinn (und Blei) aus
Cornwall, und daher auch (wie in so vielen ähnlichen Fällen) irrtümlich
selbst als „Heimat des Zinns“ angesehen[6263]. Wann es den Phöniziern
gelang, sie zu erreichen, bleibt vorerst ungewiß; die Tatsache aber
überliefert noch ~Plinius~[6264] mit den Worten: „Zinn brachte zuerst
aus der kassiteridischen Insel (ex cassiteride insula) ~Midacritus~“,
unter welchem Namen unschwer jener des phönizischen Schutzgottes
und Heros ~Melkart~ zu erkennen ist. Desgleichen weiß ~Strabon~ zu
melden, daß die Phönizier das Zinn ursprünglich im Tauschhandel gegen
festes Salz erwarben[6265], das also sichtlich noch etwas Neues und
Schätzbares für die Bewohner der Kassiteriden war. Daß letzterer
Name kein aus dem Keltischen stammender und von den Phöniziern nur
weiterverbreiteter ist, wurde bereits oben angeführt; wie die Bernstein
liefernden „elektridischen“ Inseln ihre Bezeichnung dem Elektron
(Bernstein) verdanken und nicht umgekehrt, so wurden offenbar auch die
Zinn liefernden „kassiteridischen“ nach dem Kassiteron (Zinn) benannt,
-- in beiden Fällen kannte man eben die Erzeugnisse seit undenklicher
Zeit, ehe es gelang, ihre Ursprungsstätte ausfindig zu machen;
ausdrücklich sagt überdies ~Plinius~[6266], „diese Inseln seien
Kassiteriden geheißen worden wegen ihres Reichtums an Blei“ (nämlich an
„weißem“).

Unter den anderen Wegen, auf denen das britannische Zinn die
Mittelmeer-Küsten erreichte, sind namentlich zwei zu erwähnen. Der
erste führte zur See längs der gallischen Küste bis zum Ausflusse der
Garonne, stromaufwärts bis in die Gegend von Tolosa (Toulouse) und
von dort den Abhängen der Pyrenäen entlang an den Sinus gallicus;
es ist der nämliche, dessen noch der Araber ~Ibn Saʿid~ (1212-1274)
gedenkt, wo er erwähnt, daß man das britannische Zinn auf Saumtieren
aus Toulouse nach Narbonne bringe, um es dort nach Alexandria zu
verschiffen[6267], und auch der nämliche, der zu dem Glauben Anlaß gab,
die Pyrenäen selbst brächten das Zinn hervor[6268]. Der zweite benützte
die Niederungen und Wasserstraßen der Loire, der Seine oder des Rheins,
gelangte von deren Mittel- oder Oberläufen unter Überwindung der
geringen Höhenunterschiede an die Saône und Rhône und diesen folgend
an den gallischen Meerbusen, oder, einen Seitenweg über die Alpen
und das Gebiet der Tauriner einschlagend, an den ligurischen, sowie
an die Mündung des Po[6269]. Der britannische Zinnhandel nach den
Küsten des nördlichen Galliens und Belgiens hatte seinen Mittelpunkt
auf der Insel Iktis oder Viktis (jetzt Wight)[6270]; nach ihr wurde,
wie noch ~Diodor~[6271] (hierin dem ~Timaios~, gest. um 260, folgend)
und ~Plinius~[6272] zu berichten wissen, das Zinn 6 Tagereisen weit
gebracht, um dort verkauft und dann zunächst über die See und weiterhin
binnen 30 Tagen quer durch Gallien nach dem Sinus gallicus und der
Mündung der Rhône, oder noch durch Ligurien nach jener des Po zu gehen.
Aus diesen Gegenden und vor allem aus der um 600 durch die Phokäer
gegründeten Colonie Massalia (Massilia, Marseille)[6273], die das Zinn
aber auch von der pyrenäischen Seite her empfing, holten griechische
Schiffer schon frühzeitig, spätestens im 5. Jahrhundert, das kostbare
Metall[6274]. Von Massilia aus trat um 360 auch ~Pytheas~ die berühmte
Seefahrt nach den nordwestlichen und nördlichen Küsten Europas an,
die die einen als Forschungs-, die anderen eher als Handelsreise
betrachten, indem ihr Hauptzweck die Erreichung der Insel Viktis und
der Kassiteriden gewesen sei[6275]; jedenfalls betrat und beschrieb er
wohl als erster unter den Griechen das blei- und zinnreiche Britannien
und schilderte den Zinnbergbau in der Nähe des Vorgebirges Belerion an
der Westspitze von Cornwall[6276]. Die richtigen Kenntnisse über die
Lage der Kassiteriden, die sich bei ~Hekataios~ (um 500) in letzter
Linie auf phönizische oder karthagische Berichte, bei ~Pytheas~
aber auf eigene Anschauung stützten, wurden jedoch alsbald wieder
verdunkelt. Schon ~Herodot~ (gest. 429) sagt, wo er die Herkunft des
Zinns aus den äußersten Gegenden Europas streift, „kassiteridische
Inseln kenne ich nicht“[6277]. Aus den Schriften des ~Pytheas~ wieder
schöpften u. a. der oberflächliche ~Timaios~ (gest. um 260)[6278]
und sodann ~Polybios~ (198-117), der Belerion für die Inseln an der
nordwestlichen Küste Spaniens hält[6279], sowie ~Poseidonios~ (135-51),
der neben dem Zinn Lusitaniens auch das Britanniens und den Seehandel
von da aus nach Gallien kennt, der Kassiteriden aber nur flüchtig
gedenkt und nichts Näheres über ihre Lage mitteilt[6280]. Nur hieraus
ist es erklärlich, daß der Irrtum des gelehrten und einflußreichen
~Polybios~ nicht nur von ~Diodor~[6281] und von ~Strabon~[6282]
festgehalten wurde, sondern sogar noch von ~Ptolemaios~ (um 150
n. Chr.)[6283], obwohl schon ~Caesars~ Legat ~Crassus~ die Fahrt nach
den Kassiteriden, den Zinninseln, gemacht und hierdurch alle etwa noch
bestehenden Zweifel endgültig beseitigt hatte[6284].

Im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. war das Zinn in Griechenland
bereits wohlbekannt und nicht übermäßig teuer, so z. B. kosteten im
Jahre 421 zu Athen das Kilo Blei und Zinn etwa 1 und 7 Mark[6285],
welche Preise, um sie den heutigen Geldwerten vergleichbar zu
machen, allerdings um mindestens das 30- bis 40fache erhöht werden
müßten[6286]. ~Aristoteles~ spricht einige Male von Zinn, und die
unter seinem Namen gehenden „Wundergeschichten“ wissen, daß dieses
Metall den keltischen Ländern entstamme und behaupten, daß auf
jenen elektridischen Inseln, die an der Mündung des Po liegen, eine
Statue aus Zinn und eine andere aus Bronze stehe[6287]; sein Schüler
und Nachfolger ~Theophrastos~ erwähnt im Aufsatze „Über das Feuer“
verzinntes Kupfergeschirr als etwas nicht mehr Ungewöhnliches[6288],
und während der Folgezeit waren zinnerne und verzinnte Gefäße schon
ganz allgemein gebräuchlich[6289].

In +Etrurien+ fanden sich ehemals unweit der Küste gegenüber Elba
und besonders bei Populonia einige verhältnismäßig reiche Lager von
Zinnerz, die Anlaß zur Verfertigung von Bronze an Ort und Stelle und
damit zur selbständigen Entwicklung der so wichtigen etruskischen
Bronzeindustrie gegeben haben mögen[6290]; ob sie jemals genügten,
um eine Zinnausfuhr durch etrurische Seefahrer zu gestatten, steht
dahin, und jedenfalls waren sie ziemlich frühzeitig so gut wie
erschöpft, so daß das Land seither seinen Zinnbedarf auf einem der
oben erörterten Wege zu decken hatte[6291]. Ganz irrtümlich ist die
Ansicht, Kassiteros leite sich vom etrurischen „cassis“ ab, denn dieses
nur zufälligerweise anklingende Wort bezeichnet den charakteristischen
etrurischen Eisenhelm, der überdies bei den Römern erst zur Zeit
der Republik in Gebrauch gekommen sein soll[6292]; zudem heißt das
Zinn im Lateinischen ursprünglich nicht Kassiteros, sondern „plumbum
album“ oder „plumbum candidum“, d. i. weißes oder feines Blei[6293],
so noch bei ~Plinius~, zu dessen Zeit die campanische Bronze vielfach
mittels spanischen „plumbum argentarium“ bereitet wurde[6294], unter
welchem mehrdeutigem Ausdrucke an dieser Stelle vielleicht auch
nichts anderes als Zinn zu verstehen ist[6295]. Erst im Laufe der
Kaiserzeit taucht das dem Keltischen entlehnte stannum, sowie das dem
Griechischen entnommene Kassiterum auf, und ~Festus~ führt z. B. beides
gleichzeitig an, neben Gold, Silber, Orichalkum, Eisen und Blei[6296].
Äußerst mannigfach waren die Verwendungen des Zinns; hervorzuheben
ist unter ihnen die zur Herstellung der Glasspiegel, von denen eine
Anzahl mit Zinn-, aber auch mit Blei- oder Gold-Folie belegter und mit
Firnisüberzug versehener, in Ägypten, in der Rheinprovinz, im Taunus
und anderwärts aufgefunden wurde[6297].

Daß +Indien+ wie kein Kupfer so auch kein Zinn besitze, sagt schon
~Plinius~[6298]. Die Angabe, ~Ktesias~ erwähne es als Erzeugnis
dieses Landes, ist unzutreffend[6299] und stützt sich nur auf ein
unrichtiges Zitat in den „Wunderberichten“ des späten alexandrinischen
Grammatikers ~Apollonios Dyskolos~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.),
demzufolge nach ~Ktesias~ ein in Indien vorkommendes Holz alle
Metalle anziehen soll, auch das Zinn[6300]. Bloße Fabel ist ferner,
was ~Euhemeros~ (um 280 v. Chr.) vom Zinnreichtume der „indischen“
Insel Panchaia erzählt[6301], -- fehlte ja sonst mit dem kostbaren
Metalle ein unvergleichlicher Schatz auf dieser „glücklichen Insel“
(νῆσος εὐδαίμων)[6302], die übrigens keine andere ist, als die schon
in ägyptischen Märchen des 2. Jahrtausends vorkommende Pa-anch oder
Pen-en-ka (= Weihrauch-Insel), d. i. Sokotora[6303]. Daß Vorderindien
zu Beginn unserer Zeitrechnung tatsächlich kein Zinn besaß[6304],
bestätigt auch der um 40 n. Chr. verfaßte „Periplus“[6305], das
berühmte kaufmännische Handbuch der Küstenschiffahrt im Roten und im
nördlichen Indischen Meere: nach dem indischen Haupthafen Barygaza
(südlich der Indus-Mündung) +ein+geführt wurden damals u. a. Stimmi
(Schwefelantimon), Arsenikum, Sandarach, Blei, Kupfer und Zinn[6306],
welche letzteren man von da aus zum Teil nach anderen Punkten der
persischen und arabischen Küste weiter verfrachtete[6307], und dieser
Import okzidentalischen Zinns dauerte bis in die späte Kaiserzeit
fort[6308]. Wie schon hieraus hervorgeht, sind die Behauptungen
~Bapsts~[6309], die Phönizier hätten das Zinn aus Malakka und Banka
geholt und mit ihm zugleich den indischen Namen „Kastira“ nach
Europa gebracht, leere Phantasien; das indische kastira ist vielmehr
umgekehrt, wie schon ~Movers~[6310] und ~Lenormant~[6311] mutmaßten,
aus Kassiteros entstanden, wofür ebenso die Benennung „yavanestha“ =
„abendländisches“ (Metall) zeugt[6312] wie der einheimische Name sisa
und trapu (= dunkles), der ursprünglich das Blei bezeichnete, als
dessen Abart das Zinn auch hier zunächst angesehen wurde[6313].

Wann das Zinn der malaiischen Inseln und der hinterindischen Halbinsel
zuerst nach dem Westen gelangte, ist bisher nicht bestimmt ermittelt,
doch fanden es die Araber, deren Schiffahrt im 8. und 9. Jahrhundert
ihre erstaunliche Entwicklung nahm, in Vorderindien noch nicht vor;
die schon weiter oben erwähnten Erzählungen ~Sindbads~ (um 800),
sowie die bei ~Abu Saʿid~ (9. Jahrhundert), bei ~Almasʿudi~ (gest.
956), bei ~Almuqaddasi~ (um 975), bei ~Jaqut~ (1178-1229) und bei
anderen Reisenden, Geographen und Enzyklopädisten erhaltenen Berichte
stimmen dahin überein, daß das Zinn zuerst in Qalah geholt wurde,
worunter aber nicht das jetzige Point de Galles auf Ceylon zu verstehen
ist[6314], sondern Qalah auf Malakka. Nach diesem Orte soll das Zinn
den volkstümlichen Namen „Blei al Qalai“, abgekürzt auch Alqalai
oder Qalai empfangen haben[6315], der als Alcalai, Algalai, plumbum
alcalai, plumbum akaleum, alsbald auch in die wissenschaftliche und
namentlich in die medizinische Litteratur überging[6316] und sich
in den entstellten Formen Alkalir, Alkardir, Alardir bis in das 18.
Jahrh. hinein erhielt[6317]. Doch wird auch vermutet, daß umgekehrt
der Ort nach dem Metall benannt wurde, das den Arabern bereits unter
der Bezeichnung Qalai oder Qalja bekannt gewesen sei, wie denn z. B.
Zinn im Georgischen gala, im Ossetischen kala, im Armenischen galjak,
im Türkischen kalai heiße usf.[6318]. Während Zinn aus dem malayischen
Archipelagus und aus Birma, wie u. a. der in einem früheren Abschnitte
angeführte indische Mineraloge ~Narahari~ berichtet, nach Bengalen erst
im 12. oder 13. Jahrhundert gelangt zu sein scheint, brachten es gemäß
den Angaben des berühmten Geographen ~Alidrisi~ (um 1150) und des ~Ibn
Alwardi~ (gest. 1232?) die arabischen Kaufleute und Händler schon im
10. und 11. Jahrhundert bis nach Aden[6319], und zwar nicht nur aus den
hinterindischen Inseln, deren Zinnreichtum noch den Entdeckern des 16.
Jahrhunderts sehr überraschend erschien[6320], sondern sogar aus China.

In +China+ war das Zinn bereits seit undenklicher Zeit gut bekannt,
wie schon die beiden ersten, um 1800 und um 1000 v. Chr. einsetzenden
Blüteperioden der Bronzeindustrie beweisen[6321], sowie die spätestens
dem 12. Jahrhundert v. Chr. angehörigen Vorschriften über Verfertigung
von sechs verschiedenen Kupfer-Zinn-Mischungen zwecks Herstellung
von allerlei Gefäßen, Idolen usf.[6322]; es wird schon zur Zeit des
völlig mythischen Kaisers ~Yü~ neben Gold, Silber und Kupfer unter
den empfangenen Tributen aufgezählt[6323] und war zweifellos ein
uralter Gegenstand des inneren Handels, der hauptsächlich aus dem
Süden kam[6324], wie denn z. B. noch um 250 v. Chr. „die wertvollen
Schätze des Zinnes und Goldes geliefert werden aus dem Gebirge
Kiang-Nan“[6325]. Über das Wesen des Zinns war man sich jedoch auch in
späterer Zeit noch im unklaren: einige sahen es als ein edleres oder
geläutertes Blei an, andere glaubten, es sei die Asche besonderer, nur
in gewissen fernen Gegenden wachsender Pflanzen[6326].

In +Mitteleuropa+ beginnt das Zinn gegen Ende der Kupferzeit
aufzutauchen, also etwa um 2000, und zwar zunächst als Blattzinn, das
zur Verzierung von Tongefäßen[6327] und von Schmucksachen dient und
letztere nur auf der Schauseite bedeckt, weshalb ~Vogel~ vermutet,
daß derlei Versuche, kupferne Gegenstände mit Blattzinn, später
auch durch Eintauchen in das geschmolzene Metall, zu verzinnen,
erst zur Entdeckung der Bronzedarstellung führten[6328]. Ein wenig
häufiger wurde das Zinn im Laufe der Bronzezeit. Unter den immerhin
sehr spärlichen Fundstücken aus den Pfahlbauten, z. B. jenen des
Neuenburger und Züricher Sees, sind u. a. zu verzeichnen: Tongefäße und
Schilde mit Ein- und Auflagen aus Zinn[6329], zinnerne Dolchspitzen,
Spatel, Nadeln, Stäbchen, Stifte, Rädchen, Ringe, Perlen, Spiralen,
Spiralscheiben, sowie allerlei kleinere und größere „Klumpen“[6330];
diese, zu denen auch eine 1800 g schwere, an einem Bronzering
befestigte „Scheibe“ gehört[6331], sind nach ~Forrer~ nichts weiter
als plattgedrückte Kugeln, die ursprünglich, gleich den bleiernen,
als Gewichte dienten[6332]. Erwähnenswert sind ferner zinnerne Fäden,
wie sie u. a. auch in Gräbern der Nordseeinsel Amrum aufgefunden
wurden und bei den Eskimos noch um 1800 in Benützung standen [6333].
-- Die Frage, auf welche Weise das Zinn nach Mitteleuropa gelangte,
läßt sich nicht eindeutig und endgültig beantworten, doch spricht
alle Wahrscheinlichkeit dafür, daß es ursprünglich dahin nicht den
unmittelbaren Weg aus Britannien einschlug, sondern den Umweg über die
Mittelmeerküsten, denen (als den Stätten des Bedarfes) die uralten
westlichen Handelsstraßen zur See und zu Lande zustrebten[6334];
in Übereinstimmung hiermit steht auch das Vorkommen von zinnernen
Fundstücken der oben beschriebenen Art in den Pfahldörfern des
einst ligurischen Po-Gebietes[6335]. Der germanische Name tin, zin,
angelsächsisch tan, mittelhochdeutsch zein, d. i. Stäbchen (noch in der
Münztechnik erhalten), leitet sich nicht aus dem Keltischen ab; auch
hat, entgegen früheren Angaben, das keltische Wort „mein“ nicht die
Bedeutung Zinn, sondern bezeichnet jedes rohe Metall und daher auch
dessen Fundstätte (rom. mina, germ. Mine)[6336].

Während des frühen Mittelalters wurde das Zinn zur Herstellung
wertvoller Gefäße und Geräte und zu Zwecken des Kunstgewerbes
verwendet, wie dies z. B. die einschlägigen Schriften des sog.
~Heraklius~ und ~Theophilus Presbyter~ aus dem 9. bis 11. Jahrhundert
zeigen[6337], sowie das „Livre des métiers“ des ~Boileau~ von
1252[6338]; wohl auf die Autorität griechischer und arabischer
Vorschriften hin blieb es auch in der Medizin gebräuchlich, so z. B.
spricht um 1260 ~Johannes de Sancto Amando~ in den „Areolae“ von
„rasas, id est stagnum“[6339]. Als marktbeherrschender Erzeuger kam
zunächst nur England in Betracht, dessen Zinn aber als +Roh+metall nach
Nordfrankreich, der Provence, Majorka, Genua und Venedig ausgeführt,
dort durch Umschmelzen gereinigt und nun als hochwertige Ware
weiterverkauft wurde. In Gallien gab es nach ~Venantius Fortunatus~
bereits gegen 600 n. Chr. verzinnte Kupferdächer[6340], und in
England deckte man schon frühzeitig ganze Kirchen „mit Zinn statt
mit Blei“ völlig ebenso ein, wie das noch im 15. Jahrhundert der
Ritter ~Rozmital~ in seiner Reisebeschreibung mit großer Verwunderung
erwähnt[6341]. Venedig und Genua lieferten ihr Feinzinn bis in das 16.
Jahrhundert hinein nach Konstantinopel, Kleinasien, Cypern, Persien und
Ägypten[6342]; wie ~Pegolotti~ versichert, war um 1300 in der ganzen
Levante das venetianische Zinn als das beste bekannt[6343] und aus ihm
bestanden auch die prächtigen Gefäße, die man nach ~Leo Africanus~
in Kairo bis zur Zeit der türkischen Eroberung (1517) mit feinstem
Geschmacke und in mannigfachster Auswahl anfertigte[6344].

Das Zinn der pyrenäischen Halbinsel erwähnt zwar noch ~Alqazwini~
(gest. 1283), doch spielte es nicht einmal im Lande selbst eine
Rolle. Ein ernstlicher Wettbewerber erstand dem englischen Zinn erst
im deutschen, das nach der „Chronik“ des ~Matthaeus Parisiensis~ im
Jahre 1241 aufgefunden worden sein soll[6345], und zwar sogleich in
großer Menge und hoher Reinheit; diese Angabe dürfte aber schwerlich
zutreffend sein, da eine Zinngewinnung in Deutschland schon vor der
Zeit ~Alberts des Grossen~ (1193-1280) an verschiedenen Stellen im
Gange war[6346].

Sehr frühzeitig kannten das Zinn die westlichen +Finnen+, deren Land
es, wenn auch nur in geringer Menge, selbst hervorbringt; in den
Sagen der „Kalewala“ gilt es noch als selten und dient, wenngleich
einmal auch eine Stopfnadel aus Zinn erwähnt wird[6347], in der Regel
nur als Schmuck, so daß „die Zinn-Geschmückte“ als stehender Beiname
edler Frauen und Mädchen erscheint[6348]; im „Kanteletar“ dagegen ist
der Zinnschmuck schon „verächtlich, nur gut für Bettlerinnen“[6349],
Das „Kalewipoeg“[6350] und die „Mythischen und magischen Lieder der
Esthen“[6351] kennen Zinn noch als Verzierung, in den „Esthnischen
Märchen“ aber bestehen aus ihm bereits die dem täglichen Gebrauch
dienenden Hausgeräte[6352]. Der lettische Name des Zinns, alwas, leitet
sich von olovo ab, das im Altslavischen das Blei bedeutete[6353].


9. Zink.

Die Tatsache, daß der gesamte Umkreis der Antike noch niemals einen aus
Zink bestehenden Gegenstand an das Tageslicht gelangen ließ, sowie daß
jede Gewinnung des Zinks die Anwendung gewisser, dem Altertum selbst in
ihrer unvollkommensten Gestalt fremd gebliebener Destillations-Methoden
voraussetzt, führt zur Folgerung, daß +Griechen+ und +Römer+ keinerlei
Kenntnis vom metallischen Zink besaßen. Zwar erwähnt ~Strabon~
gelegentlich[6354] ein zu Andeira in der Troas auftretendes Gestein,
das beim Brennen Eisen ergebe, beim Schmelzen mit einer gewissen
Erde „Pseudárgyros“ (nach ~Forbiger~[6355] „Scheinsilber“) abtropfen
lasse, -- das nämliche, das sich auch im Gebirge Tmolos vorfinde --,
mit Kupfer aber die Oreichalkos genannte Legierung (κρᾶμα) liefere;
dieses Pseudárgyros nun erklärten ältere und auch neuere Ausleger für
Tropfzink, entstanden aus einem der nicht gerade seltenen eisenhaltigen
Zinkerze[6356]. Wie indessen schon ~Hofmann~ und ~Blümner~
hervorhoben[6357], ist die fragliche Stelle völlig unklar, was nicht
wundernehmen kann, da ~Strabon~ kein Fachmann war und über vieles
Technische (ebenso wie etwa ~Plinius~) nur auf Hörensagen hin und nach
Maßgabe seines Verständnisses berichtete; die Annahme, es sei bei ihm
vom Zink die Rede, ist daher durchaus abzuweisen[6358]. Dahingestellt
bleibt dabei, was man unter dem Pseudárgyros zu verstehen habe, ob nach
~Gsell~[6359] metallisches Arsen, nach ~Zippe~[6360] Arsenkupfer, nach
~Schäfer~[6361] eine sonstige Arsen-Legierung, nach einem anderen Autor
metallisches Nickel usf.; daß es aber +kein Zink+ gewesen sei, darf dem
ganzen Sachverhalte gemäß und nach den Auseinandersetzungen zwischen
~Diergart~[6362] und ~Neumann~[6363] für unzweifelhaft gelten.

Wenn nun auch nicht das Zink selbst, so waren aber den Alten doch
gewisse zinkhaltige Mineralien bekannt, und sie verwendeten diese, oder
einige aus ihnen gewonnene Produkte, zu technischen und medizinischen
Zwecken, ohne freilich (wie in so zahlreichen anderen Fällen) die
Ursache der eintretenden Wirkungen im geringsten zu ahnen; als
Beispiel sei nur auf des ~Pseudo-Aristoteles~ „Wundergeschichten“
verwiesen, die von der Darstellung des Messings aus Kupfer mittels
einer im Lande der Mossynöken vorkommenden „Erdart“ erzählen, sowie
von der bei Augenkrankheiten so heilsamen „phrygischen Asche“[6364],
vermutlich der nämlichen Substanz, deren zu gleichem Zwecke schon
der medizinische „Papyrus ~Ebers~“ gedenkt[6365] (niedergeschrieben
um 1500 v. Chr. auf Grund noch weit älterer Vorlagen). Unter jenen
Mineralien dürfte in erster Linie das heute „Galmei“ genannte in
Frage kommen, ein Zinkcarbonat, aus dem man u. a. durch Erhitzen
und Rösten mit gewissen (reduzierenden) Zusätzen den Pómpholyx
(weißes, staubfeines Zinkoxyd) und den Spodós (dunklen, zinkhaltigen
Rückstand, sog. Ofenbruch) abzuscheiden verstand[6366]; was indessen
~Plinius~[6367], ~Dioskurides~[6368], ~Galenos~[6369] und einige
andere Schriftsteller über diese Vorgänge mitteilen, ist zum großen
Teile verworren und läßt namentlich auch Vorkommen und Beschaffenheit
der benützten Rohstoffe mehr als billig im Dunklen. Wie es scheint,
führen bereits die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen Werke, in denen
der „Ofenbruch“ (zuweilen als cyprischer bezeichnet) schon eine
vielseitige Rolle spielt[6370], Galmei mit unter der Bezeichnung
„Chalkitis“ an; doch ist dies ein bloßer Sammelname, der auch Alaun,
eisen- oder kupferhaltigen Alaunstein, Eisenoxyde, Schwefeleisen,
Eisenvitriol, Kupfervitriol, eisenhaltigen Kupfervitriol u. dgl. mehr
umfassen kann[6371], und dessen große Vieldeutigkeit daher nur selten
bestimmte Schlüsse zuläßt. In jüngerer Zeit taucht der Name καδμία,
καδμεία (Kadmeía) auf[6372], der als abgeleitet gilt „von jenem des
Phöniziers ~Kadmos~“, der das Gestein und seine Verwendung entdeckt
und diese zuerst aus dem Orient nach Griechenland gebracht haben
soll[6373]. Die Deutung des Namens ~Kadmos~ als eines phönizischen oder
überhaupt semitischen im Sinne des „Östlichen“, des „Orientalischen“,
der gemäß sich auch jener des Metall-grabenden und -bearbeitenden
Kabiren ~Kadmos~ auf Samothrake erkläre[6374], wird jedoch neuerdings
völlig abgelehnt: ~Kadmos~ ist ursprünglich Heros eponymos der Burg
Kadmeia zu Theben und dort allein nachweisbar[6375], auch kennen die
ältesten Berichte keine phönizischen Ansiedlungen im ägäischen Meere;
erst seit dem 7. Jahrhundert läßt die Sage wie den ~Danaos~ aus Ägypten
so den ~Kadmos~ aus dem Orient kommen, bringt ihn mit dem Karischen
Bergnamen Kadmos (= Ostberg?) in Verbindung[6376], sieht in ihm später
(bei ~Hekataios~; zum Teil sogar erst in hellenistischer Periode)
einen phönizischen König oder Heros[6377] und identifiziert ihn
schließlich mit einer etwa dem ~Hermes~ analogen semitischen Gottheit
~Kadmillos~ oder ~Kamillos~[6378]. Sollte nun in ~Kadmilos~ oder
~Kadmos~ ein semitisches Wort für Gold verborgen sein[6379], und das
Gestein Kadmia seinen Namen von ~Kadmos~ führen, so könnte es nur das
„zu Gold machende“, d. h. dem Kupfer Goldfarbe verleihende, bedeuten;
diese weithergeholte Annahme ist aber allein Obigen zufolge durchaus
unwahrscheinlich, es liegt vielmehr erheblich näher, an den tatsächlich
Zinkerz führenden Bergvorsprung Kadmos des Tmolos zu denken[6380],
wonach also das Mineral einfach, wie in so manchen anderen Fällen, nach
einer frühzeitig gutbekannten Fundstätte benannt worden wäre.

Aus dem griechischen Kadmeia entstand später bei den +Arabern+, wie
~Karabacek~ 1891 zeigte[6381], vermöge fortschreitender Entstellung der
anfangs richtigen Transkription zunächst Kalmeia, sodann Kalimija und
Kalimina; hieraus wieder ging bei der Rückübersetzung ins Lateinische
das mittelalterliche „lapis calaminaris“ hervor, schließlich aber
auf verschiedenen Umwegen das moderne Galmei mit seinen Nebenformen,
unter denen eine nächst Aachen noch jetzt gebräuchliche, Kalmis oder
Kelmis, dort bereits gegen 1500 nachweisbar ist[6382]. Ein ebenfalls
durch die Araber verbreiteter Ausdruck ist Tutia, entstammend (wie
schon in früheren Abschnitten erwähnt) dem persischen Dûd, d. i. Rauch,
nämlich der in Gestalt einer dichten weißen Wolke feinsten Zinkoxydes
aufsteigende Rauch der Galmeiöfen; noch ~Marco Polo~, dessen Reisen
in die Jahre 1275 bis 1291 fallen, schildert Anlage und Betrieb
solcher zu Cobinam zwischen Yezd und Kerman in +Persien+ errichteter
Öfen[6383] und gedenkt ihrer beiden, unter den Bezeichnungen Pómpholyx
und Spodós bereits den Griechen bekannten Produkte; die Namen dieser
wichtigen Arzneimittel gingen schon frühzeitig aus der medizinischen
Litteratur der Araber in die gesamte europäische über, die sie entweder
in den latinisierten Gestalten Tutia und Spodium kennt, oder in
entsprechenden einheimischen, als welche z. B. ~Aldebrandino di Sienas~
altfranzösisches „Regime du corps“ von 1225 „Tuschie“ und „Podien“
gebraucht[6384]. Irrtümlich ist die Angabe, die Perser hätten in sehr
alter Zeit auch schon die Darstellung metallischen Zinks verstanden;
soweit hierbei die Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975) in Betracht
kommt, handelt es sich, wie ~Lippmann~ vermutete und ~Diergart~ des
näheren bewies, um einen Übersetzungsfehler[6385]; bei ~Marco Polo~
aber ist von der Gewinnung eines Metalles aus Galmei überhaupt mit
keinem Worte die Rede.

Auch die Schriften der fast durchaus aus persischen Quellen schöpfenden
alten arabischen Augenärzte ~Ali Ibn Isa~ (gegen 1000), ~Al-mausili~
(um 1000), sowie die ihrer späteren Nachfolger und Ausschreiber
~Alhalabi~ (um 1256) und ~Salah Addin~ (um 1296)[6386], erwähnen
+nur+ „gewöhnliche“ und „leichte“ Tutia [= nihilum album] aus den
persischen Orten Kirman[6387] und Haschar[6388], ferner „gewöhnliche“,
„beste“ und „grüne“ Tutia ohne Herkunftsbezeichnung[6389], sodann
Zinkblume („gewöhnliche“, „grüne“, „indische“)[6390], Zinkasche (auch
„grüne“)[6391], sowie Galmei aus Kirman und Ispahan[6392], mit keinem
Worte jedoch gedenken sie des metallischen Zinks.

Nicht nach Persien, sondern nach +Indien+ will ~G. Oppert~ die
Erfindung der Zinkdarstellung verlegen, sie jedoch nicht erst den
eigentlichen Indern zuschreiben, sondern bereits den Ureinwohnern des
Landes[6393] in deren Sprache (+nicht+ im Sanskrit) bedeute Kalam,
oder eigentlich Kal-Ijam, den „Stein des Bleies oder Zinnes“, ganz
so wie Kar- und Vel-Ijam das „schwarze und weiße Blei“; desgleichen
heiße im Tamulischen Ven-Kalam das „Weißmetall“ (= Messing) und im
Malayischen Kalang das „Zinn“, usf. Kalang hätten die Araber in der
Form Kalai nach Indien zurückgebracht, und von Kalai und Kalam leiteten
sich einerseits die Ausdrücke Kalaïm und Calaëm ab, unter denen die
Portugiesen das ostindische Zink im 16. Jahrhundert in Europa bekannt
machten, andererseits aber auch die alten Worte Kalimija, Klimia,
Calaminaris und sogar Cadmia, bei welchem letzteren die häufige
Lautverschiebung l--d zugrunde liege, wie z. B. bei lacrima -- δάκρυ
(Träne). Kaum bedarf es nach allem Vorausgehenden des Beweises,
daß diese Darlegungen ~Opperts~ sprachlich zum Teil anfechtbar,
sachlich durchaus unhaltbar und nur aus seiner eigentümlichen, oft
zur Hintansetzung jeglicher Kritik führenden Sucht erklärlich sind,
das älteste Indien als Ursprungsstätte aller nur möglichen wichtigen
Erfindungen hinzustellen. Unterlagen für die Behauptung, die alten
Inder hätten das Zink durch eine Art absteigender Destillation mittels
gewisser unvollkommener, nach ~Rây~ noch gegenwärtig benützter Apparate
im kleinen dargestellt[6394], fehlen gänzlich, auch in medizinischer
Richtung[6395], und wenn es zutrifft, daß die Messingbereitung erst
im 6. Jahrhundert aus Persien nach Indien gedrungen sei, so ist es
auch unwahrscheinlich, daß die Inder sich vorher überhaupt schon
viel mit dem Galmei beschäftigten. ~Hiuen-Thsang~ (629 n. Chr.) sagt
zwar[6396], das nordwestliche Indien sei reich an Galmei, da aber
die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes unsicher und
strittig ist[6397], Galmei überdies noch zur Zeit ~Marco Polos~ in
das westliche Vorderindien +ein+geführt wurde[6398], so kann jene
Angabe vorerst nicht als beweisend gelten. Wenig zuverlässig ist
auch alles das, was die in einem früheren Abschnitte besprochenen
indischen Werke chemischen oder mineralogischen Inhaltes über die
Entdecker und die Entdeckung des metallischen Zinkes vorbringen; denn
über die Abfassungszeit fast aller dieser Schriften besteht große
Ungewißheit, und über das Alter der zahlreichen Einschiebungen, die
sie nach indischer Gewohnheit bis in die neueste Zeit fortgesetzt
erfuhren, liegen wissenschaftliche Untersuchungen noch kaum vor. Die
Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß keines der Bücher, in denen
metallisches Zink erwähnt sein soll, älter ist als die Zeit der
Tantras (beginnend etwa 1100 n. Chr.); das Wort yaçada oder yasada
für Zink findet sich nach dem indischen Gelehrten ~Rây~ sogar erst
in einem Wörterbuche von 1374. Über die damalige Darstellungsweise
aus Galmei (rasaka) wird berichtet, daß man das Mineral zerkleinerte,
mit Hilfe organischer Zusätze [die als Reduktionsmittel dienten] zu
Kugeln formte, diese in bedeckten Tiegeln erhitzte und das gebildete
Zink vermöge einer Art absteigender Destillation abfließen ließ und
sammelte[6399]; sie war also eine äußerst unvollkommene und gewährte
bestenfalls eine ganz geringe Ausbeute. Es bleibt überdies zweifelhaft,
ob sie wirklich in Indien ausgearbeitet und später von dort, wie es
heißt, nach China verpflanzt wurde[6400]; verschiedene Tatsachen
sprechen vielmehr für den umgekehrten Vorgang[6401], unter ihnen als
wichtigste die, daß fraglos Zink im großen zuerst in +China+ gewonnen
wurde[6402].

Die ausführliche chinesische Enzyklopädie des ~Li-schi-tschin~ von
1552, „Pen-tsao“ genannt, soll allerdings noch nichts über Zink
enthalten, vielleicht weil seine Bereitung geheimgehalten wurde, und
auch was die späteren Enzyklopädien von 1637 und 1713 mitteilen,
ist (vermutlich aus dem nämlichen Grunde) äußerst unvollständig und
unklar; da sich aber, wie aus den Berichten der europäischen Entdecker
hervorgeht, im 16. Jahrhundert bereits größere Mengen Zink im Handel
befanden, so kann seine Darstellung damals schon längst nichts Neues
mehr gewesen sein. Soweit die dürftigen Angaben älterer und die
flüchtigen Erzählungen späterer Schriftsteller zu ersehen gestatten,
erhitzte man ein Gemenge von Galmei und Kohle in gut verschlossenen
tönernen Gefäßen oder Tiegeln auf nicht zu hohe Temperatur, ließ
die Zinkdämpfe durch ein Abzugsrohr aufsteigen und verdichtete sie
in kaltem Wasser[6403]. Das so im großen, aber freilich doch nur
in geringer Ausbeute erhaltene Metall galt als solches eigener Art
und kann daher weder mit dem weiter oben besprochenen Char Sînî
identifiziert werden[6404], noch mit der Kupfer-Zink-Nickel-Legierung
Packfong[6405], noch mit der Kupfer-Zink-Eisen-Legierung Tutanego
(Tutenage), dem sog. „chinesischen Kupfer“ der Malayen[6406]. Bei
letzteren, also in Hinterindien und im Archipelagus, scheinen die
Portugiesen und später die Holländer zuerst die Bekanntschaft des
Zinkes gemacht, es aber mit dem dort gleichfalls vorgefundenen Zinn
verwechselt, oder für eine bloße Abart des Zinns, für „indisches Zinn“,
gehalten zu haben, -- woraus sich auch die dem malayischen Namen des
Zinns, kalai, nachgebildete portugiesische Benennung Calaïm oder
Calaëm erklärt. Noch ~Van Linschoten~, der 1579, gelegentlich seiner
Fahrt an der Küste von Malakka, zu Para dem Zink begegnete, spricht
darüber in seiner Reisebeschreibung[6407] mit Worten, die erkennen
lassen, daß es ihm sichtlich ganz neu war; zur Zeit des Reisenden ~De
Laval~ (1601) prägten die Könige der indischen Inseln Münzen aus dem
„allerorten hochgeschätzten Metall Kalin, das so weiß wie Zinn, aber
viel härter und schöner ist“, und die Portugiesen hatten ihnen diesen
Brauch damals schon nachgeahmt[6408]; 1620 kaperten die Holländer ein
portugiesisches Schiff und verkauften das auf ihm vorgefundene indische
Zinn als „Speautre“[6409]. Dieser Name, der auch als Spiauter, Spelter,
Piautre, Pewter auftritt[6410], leitet sich nach ~Karabacek~ von einem
persischen Beinamen des Zinnes ab, der isbîdâr lautet und selbst wieder
auf das persische sefîd rûy (= das Weißglänzende) zurückgeht[6411].
In Persien scheint metallisches Zink unter der Bezeichnung jest oder
dschest, die selbst wieder mit dem indischen jasada zusammenhängen
dürfte[6412], erst in später Zeit aufzutreten; es fand Anwendung zur
Herstellung der zahlreichen, bis dahin aus Kupfer und Galmei gewonnenen
Legierungen, unter denen hervorzuheben sind: Rotguß mit 80-97% Kupfer
nebst 20-30% Zink; Gelbguß mit 50-70% Kupfer nebst 50-30% Zink;
Weißmessing mit 20-55% Kupfer und 80-45% Zink; schmiedbares Messing
mit 60% Kupfer und 40% Zink; Beidri (aus der Stadt dieses Namens?)
mit 94% Zink nebst etwa 3% Kupfer, 3% Blei und etwas Zinn; Koftgari;
Haftdschausch aus je ⅐ Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und
Zink, -- eine Legierung, deren Perlen in Persien noch jetzt als Amulett
um den Hals getragen werden[6413].

In +Europa+ scheint man an den alten Erzeugungsstätten des Messings
schon frühzeitig eine richtige, jedoch nirgends weiter verfolgte
Ansicht über die Natur des Galmeis gewonnen zu haben; spricht
doch bereits ~Albert der Grosse~ an einer allerdings nicht ganz
einwandfreien[6414] Stelle seiner mineralogischen Schrift vom Goslarer
„Gold-Markasit“ (marchasita aurea) im Sinne eines „zu Gold machenden“
(das Kupfer zu Gold färbenden) und sagt, daß sein Metall im Feuer
verfliege und nur unnützen Rückstand hinterlasse[6415]. Die Frage,
wann und wo es dennoch glückte, des Metalles habhaft zu werden, und ob
das, wie ~Paracelsus~ (1493-1541) in seiner 1538 erschienenen „Chronik
des Landts Kärnthen“ behauptet, tatsächlich in diesem Herzogtum zuerst
gelang, läßt sich nicht mit Sicherheit beantworten, zumal die Angaben
des ~Paracelsus~, wie in so vielen Fällen, genügender Bestimmtheit
ermangeln. In der „Chronica“ ist er der (irrtümlichen) Ansicht, daß
allein in Kärnten „das Ertz Zincken, ... ein gar frembdes Metall“
vorkomme[6416]; hiernach, sowie auf einige gleich unklare Äußerungen
hin[6417], hat man angenommen, ~Paracelsus~ habe mit „Zincken“ nur
das Galmei+erz+ benannt, -- der zackigen Formen wegen, nach denen
auch viele Bergspitzen in den Ostalpen Zinken heißen --, das +Metall+
Zink sei ihm hingegen unbekannt geblieben[6418]. In Wirklichkeit aber
redet er zwar öfters von den „künstlichen Bollen oder Zincken der
falschen Korallen“[6419], von den „Zincken des Hirschhorns“[6420], von
den „Spitzen und Ecken, Schroffen und Zincken der Mineralien“[6421],
unterscheidet jedoch sehr wohl einerseits den „Galmey, der Messing
macht“[6422], und andererseits den „Zincken, ... der ein Metall
ist unbekannt in der Gemein, ... flüssig [= gießbar] aber nicht
hämmerbar“[6423], den „Zincken, ... der ein Metall ist, nicht bei den
Alten“[6424], den „Zinck, der ein Metall ist und auch keins, ... ein
Bastart vom Kupfer“[6425]. Ausdrücklich erklärt er ferner „im Zincken
wird gefunden primum ens stanni“[6426] (= das Wesen des Zinnes, mit
dem er das Zink gleichstellt), und wenn dieser Ausspruch dadurch
Verdunkelung erleidet, daß gelegentlich auch Kupfer, Blei oder Eisen
aus „Zincken“ hervorgehen, so setzt ihn doch die Bezeichnung des
Quecksilbers als des „primum ens“ des Zinnobers wieder ins rechte
Licht: ~Paracelsus~ gebraucht eben Zincken oder Zinck in der Regel von
Erzen und so auch vom Galmeierz, überträgt den Namen aber auch auf
das aus dem „einzigen“ kärnthner Erze gewinnbare Metall, und ihm, als
dem Schöpfer einer ebenso ausgedehnten wie willkürlichen Nomenklatur
auf zahlreichen Gebieten, ist ein solches Vorgehen ohne weiteres
zuzutrauen. Umgekehrt nimmt er „Metall“ keineswegs nur im strengen
heutigen Sinne, es ist ihm vielmehr (wie noch so manchen späteren)
häufig gleichbedeutend mit Gefördertem oder Mineral überhaupt.

~Agricola~ wendet in seinem Hauptwerke „De re metallica“, das schon um
1530 vollendet gewesen sein soll, aber erst 1550 erschien, das Wort
Zink nicht an, scheint aber das Metall als „Conterfey“ zu kennen[6427],
d. h. als eine „Nachbildung“ sei es des Zinns und Silbers, sei es
(gemeinsam mit Kupfer, demnach als Messing) des Goldes; in den erst
nach seinem Tode erschienenen Schriften „De natura fossilium“[6428]
und „Bermannus“[6429] erwähnt er zwar „das, was die Kärnthner und
Tiroler Zink nennen“ (quod Norici et Rheti Zincum vocant) und „das,
was sie in Rauris Zink heißen“ (quod Zincum nominant), versteht
aber hierunter, der ganzen Beschreibung nach, kein Metall, sondern
offenbar eine Art Kies[6430]. ~Luthers~ Freund ~Mathesius~ sagt 1555
in der 3. „Bergpredigt“[6431], zu Freiberg habe man „roten und weißen
Zink“, womit er ebenfalls nur gewisse Erze meinen kann, und auch in
des ~Albinus~ „Meißnischer Bergchronika von 1590 ist „Zincken“ nur
„eine Bergarth, die in Freyberg schön roth und weiß bricht“[6432].
~Fabricius~ wieder erklärt 1565 in „De metallicis rebus“[6433] das
„Cincum“ für ein gut gießbares, aber nicht hämmerbares Metall und
mutmaßt dessen Identität mit Antimon, während sich ~Dorn~ 1583 im
„Dictionarium Paracelsi“[6434] ungefähr ebenso wie sein Meister äußert,
nur noch etwas unbestimmter. Nach des ~Libavius~ „Alchymia“ und den
„Commentationes metallicae“ von 1597 ist „Zinckum“ eine Art weißer
oder roter Markasit von der Natur des Kupfers[6435], und die nämliche
Definition geben auch noch 1615 seine „Arcana Alchymiae“[6436].
Inzwischen hatte ~Libavius~ zwar sowohl das Goslarer Zink kennen
gelernt, -- er klagt in einem Briefe, daß er sich nicht noch mehr davon
verschaffen könne --, als auch das ostindische (ihm 1597 aus Holland
zugekommene) Calaëm, das er „indisches und malabarisches Blei“ oder
„malabarisches Zinn“ nennt[6437], aber er blieb im unklaren, ob das
Messing Galmei oder Zink enthalte, und ob Zink und Calaëm das nämliche
seien oder nicht[6438]; schließlich entscheidet er sich dafür, daß
Calaëm +nicht+ aus „Conterfey“ bestehe, sondern aus Quecksilber, Arsen
und Silber, in welches letztere es daher auch überzugehen vermöge[6439].

In deutlicher Weise erklärt 1617 ~Löhneyss~ das Zink oder Conterfeyt,
das zum Nachmachen des Goldes dient, für ein Metall (das er aber
irrtümlich dem Wismut gleichsetzt) und schildert, wie es sich an und
vor den Wandungen der Goslarer Schmelzöfen ansammle und dort von den
Knechten, falls ihnen jemand ein Trinkgeld verspreche, abgeklopft
werde[6440]. Der französische Arzt ~Jean Rey~ (1583-1646), der zuerst
die Gewichtszunahme der Metalle beim „Verkalken“ durch Aufnahme eines
Bestandteiles aus der Luft erklärte, spricht 1630 auch vom Verbrennen
des indischen Calaëm zu Zinkblumen[6441]; ~Glauber~ (1657)[6442]
und ~Becher~ (1661)[6443] halten Zink oder Spiauter für ein Metall,
„aber für ein unzeitiges, wie Quecksilber, Antimon, Zinnober und
Vitriol“; auch ~Boyle~ (1626-1691) gedenkt in seinen Schriften neben
dem neuen ostindischen Metall „Tutanag“[6444] wiederholt des Metalls
„zink“[6445], „pewter“[6446], „zink or spelter“[6447], unter welchem
letzteren Namen es bei den Händlern bekannt sei[6448]. In deutschen
Städten, z. B. in Nürnberg, wurde nach ~Jungius~ (1667) zu dieser
Zeit einheimisches Zink auch bereits in größeren Mengen verkauft
und zu verschiedenen Zwecken verwendet[6449]; ob zu diesen auch die
medizinischen zählten, ist fraglich, denn was einige Apotheker-Taxen
von 1687 und 1700 unter dem Namen „Marchasita pallida“ aufführen[6450],
kann nicht das +Metall+ „Zinck“ sein. Über die Darstellung des
letzteren findet sich noch nichts in dem ausführlichen Kapitel des
„Museum museorum“ ~Valentinis~ von 1714[6451], 1721 war sie jedoch
dem deutschen Bergmeister ~Henckel~[6452] und spätestens 1730 auch
englischen Hüttenleuten bekannt, es gelang aber, sie einige Jahrzehnte
lang weiterhin versteckt zu halten. Noch in seiner „Kieshistorie“
von 1754 teilt ~Henckel~ zwar die Gewinnung aus Galmei und Kohle
mit[6453], spricht öfters von „zinkischem Wesen“[6454] und beschreibt
das Metall[6455], gibt jedoch vor, „vom Halbmetall Zink oder Spiauter
... könne die Entstehung noch nicht so gar eigentlich gelehret
werden“[6456] und ähnlich behauptet er auch 1755 in seiner „Terra
saturnizans“[6457]: „Der Zink, ... ein Körper von der allerseltensten
Mischung und Eigenschaft, wird auf den Harzer Schmelzhütten in denen
Spuren der Öfen gefunden, ... und man kann eigentlich nicht sagen,
woraus er kommt und besteht.“ So blieb es denn dem großen Chemiker
~Marggraf~ (1709-1782) vorbehalten, auf dem Wege selbständiger
Forschung das eigentliche Geheimnis der Darstellung ausfindig zu
machen, nämlich die Fernhaltung der Luft, die das reduzierte Zink
sogleich zu Zinkoxyd verbrennt, und da er weder zu den Dunkelmännern
zählte, noch anderen als rein wissenschaftlichen Zielen nachstrebte,
gab er seine Beobachtungen auch umgehend (zuerst 1743) öffentlich
bekannt[6458]; praktische Verwendungen bahnte er jedoch auch in diesem
Falle nicht an.

Was den +Namen+ „Zink“ anbelangt, so hat man ihn mit dem neupersischen
seng in Verbindung zu bringen gesucht[6459]; obwohl sich als
Bestätigung anführen ließe, daß nach ~Hammer~ auch jener des
Musikinstrumentes Zinke (einer helltönenden Trompete) vom persischen
„Tscheng“ herstammen soll[6460], so dürfen doch beide Ableitungen
als unzutreffend gelten, die erstere besonders deshalb, weil seng im
Persischen nicht etwa gerade Zink bedeutet, sondern Stein, Erz oder
Mineral überhaupt, ferner auch, weil das Zink nachweislich nicht aus
oder über Persien nach Europa gelangte. Wenig wahrscheinlich ist auch
ein Zusammenhang von Zink mit dem althochdeutschen zinco oder zincho,
mittelhochdeutsch zinke, d. i. nach ~Kluge~ „der weiße Fleck im Auge“
(von tinka = weiß?)[6461]. Am naheliegendsten und natürlichsten ist
es, an das von ~Kluge~ gleichfalls angeführte althochdeutsche zinko
zu denken, altnordisch tindr, angelsächsisch tind, mittelhochdeutsch
zint oder zinke, d. i. Zacke oder Zinke, also an das Wort, von dem
~Paracelsus~ tatsächlich ausgeht, das sich in gleichem Sinne auch bei
späteren Schriftstellern vorfindet, z. B. bei ~Hainhofer~, der von den
„Zincken der Aloe und der Korallen“ redet[6462], und dessen sich in
nämlicher Weise auch die heutige Sprache noch zu bedienen pflegt. Daß
sich in dem Briefwechsel ~Reys~ und des ihm befreundeten Apothekers
~Brun~ mit dem hochgelehrten ~Mersenne~, dem 1632 das „Calaëm“ noch
etwas ganz Unbekanntes war[6463], der „indische Regulus“ nicht nur
„Speautre, deutsch Spiauter“ benannt findet, sondern auch „Zinc“[6464],
und daß dieses deutsche Wort ebenso dem ~Boyle~ ganz geläufig ist,
erklärt sich jedenfalls aus der Bekanntschaft dieser Forscher mit den
einschlägigen (lateinisch abgefaßten) Schriften deutschen Ursprungs,
auf die sie sich nicht selten ausdrücklich beziehen, so ~Boyle~ auf
~Glauber~, und ~Rey~ auf ~Libavius~[6465].


10. Quecksilber.

Das Quecksilber, das in der Regel als Begleiter seines wichtigsten
Erzes, des Zinnobers (Schwefel-Quecksilbers) auftritt und in
verschiedenen Ländern der alten und neuen Welt vorkommt, wenn auch
nur selten in größerer Menge, dürfte durch seine auffälligen äußeren
Eigenschaften schon seit jeher die Aufmerksamkeit der Beobachter erregt
haben; weil aber die Möglichkeit regelmäßiger Verwendung fehlte, wie
sie z. B. der Zinnober zu allen Zeiten und in allen Weltteilen als
Farbstoff fand, -- zunächst zwecks Bemalung des menschlichen Körpers
--, so blieb ihm auf lange hinaus nur der Reiz einer Merkwürdigkeit
anhaften.

Als ältester Fund von Quecksilber ist der durch ~Schliemann~ während
seiner ägyptischen Reisen zu Kurna gemachte anzusehen, woselbst aus
Gräbern, die dem 16. oder 15. Jahrhundert v. Chr. angehören, ein
kleines mit Quecksilber gefülltes Gefäß zutage gefördert wurde,
vermutlich ein Amulett, nach Art der Quecksilber enthaltenden Nüsse,
Kapseln und Federspulen, die im Orient noch gegenwärtig im Gebrauch
stehen[6466]; wahrscheinlich stammte es aus Kleinasien, vielleicht
aber auch aus Spanien, dessen nächst dem späteren Sisapo (dem heutigen
Almaden) gelegenen Gruben bereits zu +sehr+ früher Zeit ausgebeutet
wurden[6467] und u. a. auch den schon in den biblischen Schriften
(z. B. im „Hohen Liede“) erwähnten „Stein von Tarschisch“ lieferten,
d. i. den krystallisierten Zinnober, der wegen seines goldroten
Glanzes auch als Chrysolith (= Goldstein) bezeichnet wurde[6468]. --
Unbewiesen ist, daß die Quecksilber-Gewinnung zu Avala, im jetzigen
Serbien, in eine gleich entlegene Vergangenheit zurückreiche; die dort
vorgefundenen Tonschalen und -töpfe, die zum Sammeln des Quecksilbers
gedient haben sollen, sind nicht als „urgeschichtliche“ anzuerkennen,
sondern bestenfalls als vorrömische[6469].

In +Griechenland+ ist nicht, wie meist angegeben wird, ~Theophrastos~
der erste, der das Quecksilber erwähnt, sondern ~Aristoteles~ (gest.
322), nach dessen Bericht der halbmythische Allerweltskünstler
~Daidalos~ ἄργυρον χυτόν, d. i. „geschmolzenes Silber“ (= Quecksilber)
in die Höhlung eines hölzernen Abbildes der ~Aphrodite~ eingoß, um
es dadurch beweglich erscheinen zu lassen[6470]. Nach ~Natorp~ hätte
diese Erzählung erst der attische Komöde ~Philippos~ aufgebracht, und
zwar als „rationelle Erklärung“ der Behauptung, dem ~Daidalos~ sei es
zuerst gelungen, Statuen mit der Gabe und dem Anscheine wahrer Bewegung
zu schaffen, weshalb sie gar nicht als eine ernstliche aufzufassen
wäre[6471]; dies kann indessen dennoch sehr wohl der Fall sein, denn
schon eine Figur etwa nach Art der sog. „Stehaufmännchen“, oder dergl.,
dürfte der damaligen Zeit als etwas höchst Wunderbares erschienen sein.
Daß das Quecksilber spätestens zu Anfang des 5. Jahrhunderts bereits
wohlbekannt war, zeigt übrigens eine bisher unbeachtet gebliebene
Stelle der um diese Zeit verfaßten „Indika“ des ~Ktesias~[6472]; er
fabelt in ihr von einer zu Indien fließenden Quelle „flüssigen Goldes“
(ὑγροῦ χρυσίου), das offenbar als indisches Wunderprodukt das „flüssige
Silber“ (ἄργυρον ὑγρόν) noch übertrumpfen soll und demgemäß auch dessen
entsprechend umgebildeten Namen trägt. -- Über die nahe Beziehung, in
der Quecksilber zum Zinnober steht, sowie über die Möglichkeit, es
aus ihm zu gewinnen, war man sich um die Zeit des ~Theophrastos~ (um
300) schon seit langem im klaren; doch sind seine und seiner Nachfolger
einschlägige Angaben sämtlich undeutlich und verworren, da ihnen allen
der springende Punkt verborgen blieb, nämlich die Notwendigkeit eines
Zusatzes von Metall oder einem anderen Reagens (z. B. Kalk), das zum
Schwefel des Zinnobers eine größere Verwandtschaft besitzt als das
Quecksilber; ~Theophrastos~ selbst schreibt z. B. vor[6473], den
Zinnober, der sich reichlich bei Ephesus in Kleinasien, in Kolchis und
in Spanien vorfinde, unter Beigabe von Essig in einem kupfernen Gefäße
mit einem kupfernen Stämpfel zu verreiben, wobei sich Quecksilber
(ἄργυρος χυτός) abscheide [insoweit etwas Schwefel in Form von
Schwefelkupfer abgespalten wird][6474].

Wo die Bildung der Amalgame und die Löslichkeit der Edelmetalle
in Quecksilber entdeckt wurde, ist nicht bekannt, doch dürfte es
in Kleinasien oder in Ägypten geschehen sein, woselbst, wie schon
weiter oben erwähnt, das Vergolden mit Quecksilber-Amalgam sowie die
Herstellung der Goldschrift zu den Geheimnissen der Tempelwerkstätten
gehörte. Um Beginn unserer Zeitrechnung beschreibt ~Vitruv~[6475] die
Gewinnung von Quecksilber aus den Dämpfen des im natürlichen Zinnober
eingeschlossenen [oder beim Erhitzen mit einem Zusatze aus ihm frei
werdenden] Metalles durch Kondensation an den Deckengewölben der
Öfen und erwähnt bei diesem Anlasse auch das Ausziehen des Goldes
mittels Quecksilbers aus der Asche alter, unbrauchbar gewordener
Goldstickereien. ~Plinius~, dem besagter Kunstgriff ebenfalls geläufig
ist[6476] und der auch der kalten, sowie der Feuer-Vergoldung mit
Quecksilber gedenkt[6477], unterscheidet das natürliche „argentum
vivum“ (= lebendiges Silber) vom künstlichen „hydrargyrum“ (=
Silberwasser) und bespricht die Darstellung dieser „ewig flüssigen“
Substanz (liquor aeternus) aus Zinnober nach der Vorschrift des
~Theophrastos~, sowie nach einem höchst unvollkommenen Destillations-,
richtiger Sublimations-Verfahren durch Erhitzen in einer überdeckten
eisernen Schale[6478] [wobei, falls nichts anderes beigefügt wurde,
das Eisen den Schwefel zu binden hätte]. Nach ~Dioskurides~[6479]
findet sich das Quecksilber (ὑδράργυρος, Hydrárgyros) in den Gruben
(ἐν μετάλλοις), ist sehr giftig, besonders in Gestalt seines
Dampfes, und wird aus dem Zinnober mit Hilfe eines [sehr primitiven]
Sublimations-Apparates gewonnen, der aber immerhin schon aus zwei
Teilen besteht, und an dessen oberem, dem ἄμβιξ (Ambix = Deckel), sich
das Quecksilber als ἀιθάλη (Aithále = Dunst) ansetzen soll.

Über die wichtige Rolle des Quecksilbers bei den alexandrinischen
Alchemisten ist schon in früheren Abschnitten eingehend
berichtet worden, desgleichen über die hervorragende Bedeutung
der vermutlich im 4. Jahrhundert n. Chr. gemachten Entdeckung
der Quecksilber-Destillation[6480], sowie über die auf gewisse
aristotelische Anschauungen hin entwickelte Theorie des Bestehens
aller Substanzen, vornehmlich aber aller Metalle, aus Schwefel und
Quecksilber[6481]. Für die fortgesetzte Verwendung zu mancherlei,
denen des ~Daidalos~ ähnlichen Kunststücken zeugt die Erwähnung
solcher bei ~Heron~ von ~Alexandria~[6482] (dessen Lebenszeit bald
in das 1. oder 2. Jahrhundert +vor+, bald +nach+ Chr. verlegt wird)
und vielleicht bei ~Hippolytos~ in dem um 200-230 verfaßten Kapitel
„Gegen die Magier“[6483]; dort ist namentlich auch von der Vergiftung
durch Eingießen des Quecksilbers in die Ohren die Rede [die man als in
unmittelbarer Verbindung mit dem Sitze der Seele stehend wähnte][6484].
Bei den griechischen Ärzten scheint, eben seiner Giftigkeit halber,
Quecksilber nicht oder kaum in Gebrauch gestanden zu sein; ~Galenos~
(131-200?) führt es auffälligerweise nur als ein (offenbar aus Zinnober
gewonnenes) Präparat an, das sich als solches etwa dem Bleiweiß
oder dem Grünspan anschließt, schweigt völlig über sein natürliches
Vorkommen, fügt jedoch hinzu, daß ihm weder über die äußere noch die
innere Anwendung dieser giftigen Substanz irgendwelche eigene Erfahrung
zu Gebote stehe[6485]. Auch spätere Ärzte, wie ~Oreibasios~ (326-403)
und ~Caelius Aurelianus~ (um 400), ~Alexander~ von ~Tralles~ (um 550)
und andere benützen das giftige Quecksilber nicht, und erst bei ~Paulos
Aigineta~ (um 640) findet sich eine kurze unklare Bemerkung über „zu
Asche gebranntes Quecksilber“ als angebliches Heilmittel bei Koliken
und Darmverschlingungen[6486].

Stätten der äußeren und inneren Anwendung, die der Ausspruch des
~Galenos~ bezeugt, dürften +Ägypten+ und der +Orient+ gewesen sein,
woselbst man es frühzeitig verstand, das „bewegliche und lebendige
Quecksilber“ durch Verreiben mit Schwefel, Alkalien, Fetten, Ölen,
Speichel usf. in feine Verteilung zu bringen, unbeweglich zu machen,
also „abzutöten“, und die so dargestellten Mittel zur Bekämpfung der
beiden schlimmsten Landesplagen zu verwenden, der Hautkrankheiten und
des Ungeziefers. In Persien z. B., dessen Provinzen und Nachbarländer
reich an Quecksilber sind[6487], waren, wie die Art der Erwähnung
in der ersten persischen Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975)
zeigt[6488], Quecksilbersalben zur Bekämpfung von Ekzemen und
Parasiten, namentlich Läusen, jedenfalls schon seit Jahrhunderten
wohlbekannt, und dem arabischen Schriftsteller ~Ibn Qutaïba~ (834-898)
ist daher die Vertreibung der Läuse durch Quecksilbersalbe schon etwas
ganz Geläufiges[6489]. ~Alrazi~ (10. Jahrhundert) erzählt[6490], daß
er einem Affen Quecksilber eingegeben und es als solches unschädlich
befunden habe, außer beim Eingießen in die Ohren; dagegen seien
„getötetes“ Quecksilber (extinctum = ausgelöschtes), oder gar
„sublimiertes“ (Sublimat), desgleichen auch Zinnober, furchtbare
Gifte, die sich aber eben deshalb in Form von Salben vortrefflich zur
Vernichtung der Läuse und zur Heilung gewisser Hautkrankheiten eignen.
~Avicenna~ (~Ibn Sina~; 11. Jahrhundert) sagt im „Canon der Medicin“,
Quecksilber in Substanz, natürliches wie aus Zinnober dargestelltes,
-- die sich, entgegen der Ansicht des ~Galenos~, als identisch
erweisen, und mit Schwefel behandelt Zinnober zurückergeben, -- sei bei
einmaliger Anwendung nur gefährlich, wenn man es ins Ohr eingieße, bei
andauerndem Gebrauche aber giftig, und führe entsetzliche Folgezustände
herbei, ganz besonders in Form seines Dampfes; getötet (extinctum),
sublimiert, oder in Zinnober verwandelt, sei es dagegen innerlich unter
allen Umständen ein schreckliches Gift, solle aber auch äußerlich
nur mit großer Vorsicht gehandhabt werden, so ausgezeichnet es sich
auch bei der Heilung von Hautkrankheiten (scabies), Skrofeln, Wunden,
Fisteln, Geschwüren und Krebs, sowie bei der Vernichtung von Läusen und
anderem Ungeziefer bewähre[6491]. In gleicher Weise wie ~Alrazi~ und
~Avicenna~, und ohne wesentlich Neues hinzuzufügen, äußern sich auch
alle späteren arabischen Ärzte, z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (~Ibn
Sarafiun~)[6492].

Über die Quecksilber-Teiche, die die arabischen Herrscher des 9. und
10. Jahrhunderts zur Verzierung ihrer Schloßgärten in Cordova, Kairo
und Bagdad anlegen ließen, ist schon weiter oben berichtet worden.
Ein Stoff, der in so großen Mengen zur Verfügung stand, mußte auch
im übrigen allgemein bekannt sein, und dies bestätigen u. a. die
Erwähnungen in der schönen Litteratur. Bei dem Dichter ~Mutanabbi~
(915-965) heißt es[6493]:

    „Unsere Augen rollen wir voll Angst und Verwirrung;
    So wie das Quecksilber rollt, rollt Lid auf dem Lid“;

bei ~Unsuri dem Perser~ (gest. 1038)[6494]:

    „Sein Schwert, geschwungen gen den Feind,
    Quecksilber Dir im Feuer scheint“;

bei ~Thaʿalibi~ (961-1038)[6495]:

    „Es glänzt der Stern des Jupiter
    Quecksilber, dem Bewegten, gleich“;

bei ~Omar Alkhajjam~ (um 1100)[6496]:

    „Füllt mir den Becher! Mein Herz steht in Flammen!
    Wie Quecksilber nur hält das Leben zusammen!“,

und ein Unbekannter, der die silberglänzenden Tropfen des Morgentaues
als Quecksilber vom Himmel herabfallen läßt[6497], preist die Gnade des
Khalifen mit den Worten:

    „Er träufelt vom Gewölb des Regenbogens
    Quecksilber auf die Erde, die durchnäßte“[6498].

Die Erzählungen „1001 Nacht“ gedenken des Quecksilbers als eines
Heilmittels, nennen einen eiligen Hin- und Herläufer ~Ali Zaibak~ =
Ali den quecksilbernen, und sprechen von Zinnober als einer kostbaren
Farbe der Bilder- und Schriftenmaler[6499]. Vielfach beschäftigten
sich, wie ebenfalls schon erwähnt, die arabischen Physiker und Chemiker
mit dem Quecksilber: ~Albiruni~ (gest. 1048) und ~Alkhazini~, der
Verfasser der „Wage der Weisheit“ (1121), bestimmten das spezifische
Gewicht dieses „schwersten aller Körper“ zu 13,557 bis 13,560, welche
Werte genauer sind als die ~Galileis~ (13,357 und 13,760)[6500];
einen hohlen Wagebalken, gefüllt mit etwas Quecksilber, das bei
unauffälligem Neigen auf die Seite der Last hinüberfloß, benützten
nach ~Aldschaubari~ (gegen 1220) die Betrüger beim Verkaufe von
Edelsteinen und Gewürzen[6501]; Gold den feingepochten Gesteinen
mittels Quecksilbers zu entziehen verstanden im 12. Jahrhundert nach
~Alidrisi~ bereits einige einheimische Völkerschaften des westlichen
Afrikas und nördlichen Abessyniens[6502], die dies jedenfalls von den
Arabern erlernt hatten, usf. Das meiste Quecksilber scheinen diese aus
den bei dem heutigen Almadén liegenden Gruben empfangen zu haben[6503],
und noch im Zeitalter der Kreuzzüge war Quecksilber ein wichtiger
Gegenstand der Ausfuhr, den die Schiffe aus den spanischen Häfen nach
Sizilien, Ägypten und dem Orient beförderten[6504].

In +China+ kannte man, wie schon in einem früheren Abschnitt erörtert,
seit altersher sowohl Quecksilber wie Zinnober; letzterer, dessen Farbe
die kaiserliche und daher auch die des kaiserlichen Siegels war, blieb
dauernd sehr kostbar und nicht selten dem Silber gleichwertig[6505];
in den Gartenanlagen um die Kaisergräber wurden Hügel aus Zinnober
aufgeschüttet, zwischen denen sich Teiche, Bäche, Flüsse, ja Meere aus
Quecksilber befunden haben sollen, für deren stete Bewegung eigene
Antriebs-Vorrichtungen sorgten[6506]. Zur Zeit ~Marco Polos~ war das
Quecksilber in China besteuert[6507], vielleicht als Luxusgegenstand.

Näheres über die Kenntnis von Quecksilber und Zinnober in +Indien+ ist
ebenfalls bereits weiter oben beigebracht worden; die Einverleibung
beider Substanzen in den allgemein üblichen Arzneischatz erfolgte
daselbst, auch nach ~Tschirch~, erst unter dem Einflusse arabischer
Vermittlung[6508].

Ausschlaggebend war diese auch für das +mittelalterliche Europa+.
Nach ~Vitalis de Furno~[6509] (1247-1327) hätte zuerst der in Salerno
tätige ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087)[6510] nach orientalischem
Beispiele das Töten des Quecksilbers mittels Asche, Öl, Butter, Fett
oder Speichel gelehrt, sowie die Vernichtung der Läuse durch derlei
Quecksilbersalben oder auch, soweit Kleider in Betracht kamen, durch
Quecksilber-Dämpfe; von ihm übernahm dann die „Schule von Salerno“
diese Kunstgriffe, die u. a. als bereits wohlbewährte ~Matthaeus
Platearius~ im „Circa instans“ darlegt, dem um 1150 verfaßten
Hauptwerke der Salernitaner[6511], durch die sie seither allgemeine und
weitgehende Verbreitung fanden. Eine solche wurde in gleicher Weise,
und vielleicht von mehr als einer Seite aus, auch dem Gebrauche der
Quecksilbersalben gegen Hautkrankheiten zuteil, so daß sich im 13.
Jahrhundert Quecksilber-Schmierkuren schon verschiedentlich und als
etwas sichtlich nicht mehr ganz Neues beschrieben finden, so z. B. in
der 1266 abgeschlossenen berühmten „Cyrurgia“ von ~Borgognoni~ Vater
und Sohn[6512]; auf Einzelheiten aus der Frühzeit derartiger, rein
medizinischer Anwendungen kann jedoch an dieser Stelle ebensowenig
eingegangen werden wie auf Schilderungen der späteren Neuerungen des
~Paracelsus~, durch dessen bahnbrechende Tätigkeit auch das Quecksilber
nebst seinen Verbindungen, wie überhaupt die metallischen Heilmittel,
zu völlig ungeahnter Bedeutung gelangten.

Darauf, daß die spätgriechische, von den Arabern aufgenommene und
erweiterte Theorie vom Schwefel und Quecksilber als Grundbestandteilen
der Metalle in der gesamten europäischen Wissenschaft zur unbedingten
und widerspruchslosen Herrschaft gelangte, ist bereits weiter oben
hingewiesen worden; daß man sie auf die Autorität des ~Aristoteles~ und
~Platon~ zurückführen zu können glaubte[6513], gereichte ihr zur ganz
besonderen Stütze, und da einige schüchterne Zweifel, die sich zur Zeit
der Renaissance zu erheben begannen, gegen den überragenden Einfluß der
paracelsischen Lehren nicht aufzukommen vermochten, behielt sie bis
tief in das 17. Jahrhundert hinein die Oberhand und wurde selbst durch
so bestimmte Widerlegungen wie die seitens ~Aldrovandis~[6514] oder
~Boyles~[6515] keineswegs endgültig abgetan. Unentwegt fest hielten an
ihr allezeit die eigentlichen Alchemisten; nicht anders als ein halbes
Jahrtausend vorher versuchten sie auch noch gegen 1800 Quecksilber und
Schwefel im Ei zu Gold auszubrüten[6516], und zwar unter Mitwirkung des
Geistes ~Azoth~, dessen Namen ~Paracelsus~ aus dem arabischen Worte für
Quecksilber „Azoch“ bildete, dem nämlichen, von dem sich der spanische
Ausdruck „azogue“ für dieses Metall herschreibt[6517].

Welche zähe Lebenskraft auch dem Glauben an die mystischen Beziehungen
des Quecksilbers innewohnte, zeigt die Bemerkung eines sonst in vieler
Hinsicht so vorgeschrittenen Geistes wie ~Comenius~, der in seiner
„Physicae Synopsis“ von 1625 über die angebliche Verwandlung von
Eisenschlacke in Quecksilber bei zweijährigem Liegen berichtet, und sie
durch Hinzuströmen des „Weltgeistes“ erklärt[6518], des ~Hermes~ oder
~Mercurius~ der Alten.

Die Annahme, daß es, wie ~Plinius~ behauptet, zwei verschiedene
Quecksilber gebe, natürliches und künstliches, wiederholen
gänzlich kritiklos noch die Gelehrten des 16. Jahrhunderts, z. B.
~Brasavola~[6519]; auch dieser Irrtum wurde, gleich unzähligen
ähnlichen, niemals geradezu als solcher einbekannt, sondern starb
langsam aus, wozu im vorliegenden Falle die allmählich zunehmende
bessere Bekanntschaft mit dem Quecksilber beitrug, gefördert
hauptsächlich durch seine Anwendung bei der Gewinnung der Edelmetalle.
Diese erfolgte jedoch nicht erst in der neuen Welt, wie häufig
behauptet wird, sondern war bereits der alten geläufig, u. a. auch
bei der Aufarbeitung des goldführenden Rheinsandes im Elsaß, wo sie
sich z. B. 1582 als etwas in Straßburg schon längst Bekanntes erwähnt
findet[6520].


11. Eisen.

Wie bereits weiter oben bemerkt wurde, können weder die Ansichten
betreffs einer ursprünglichen Kupfer- und Bronzezeit[6521] noch die
Vermutungen hinsichtlich eines überlegenen Alters des Eisens[6522]
irgendwelchen Anspruch auf ausschließliche Wahrheit und Allgültigkeit
erheben; ebensowenig läßt sich ein bestimmtes Land als erster
Ausgangspunkt, oder ein bestimmtes Volk als erster Erfinder der
Eisen-Gewinnung bezeichnen, -- auch völlig abgesehen von der neuen
Welt, in deren Kulturstaaten, Mexiko und Peru, zur Zeit der Entdeckung
zwar ganz vorwiegend Kupfer in Gebrauch stand, Eisen aber keineswegs
mehr durchaus unbekannt war[6523]. Es ist vielmehr sicher, daß die
Darstellung des Eisens in selbständiger Weise zu sehr verschiedenen
Zeiten entdeckt wurde und auch an sehr verschiedenen Punkten, an
solchen nämlich, die passende und leicht reduzierbare Erze besaßen;
zu ihnen sind mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit u. a.
zu zählen: China, Indien, Persien, Armenien, die kaukasischen und
die Pontus-Länder[6524], Phönizien, Palästina, Cypern[6525], die
Gebiete der Jakuten, der Tungusen[6526], das zentrale, nordwestliche
und südliche Afrika, Finnland[6527], Illyrien, Keltiberien usf. Zwar
trifft es zu, daß das +Meteoreisen+ bei vielen Völkern frühzeitig
bekannt war, seiner „himmlischen“ Herkunft wegen in großer Verehrung
stand und zuweilen auch, angesichts seiner hohen Reinheit, ohne
weiteres zu Bedarfszwecken benützt und verarbeitet wurde, wie das z. B.
nach dem Nordpolfahrer Ross noch 1818 bei den Eskimos durch „kaltes
Hämmern“ geschah[6528]; die immer noch verbreitete Ansicht aber, die
Entwicklung einer Eisenzeit habe von +ihm+ aus ihren Ursprung genommen,
ist völlig unhaltbar, und keine einzige geschichtliche oder technische
Überlieferung gereicht ihr zur Stütze. In dieser Hinsicht genügt es,
daran zu erinnern, daß das Erhitzen und Schmelzen festen gediegenen
+Eisens+ bei 1500-1600° oder darüber +sehr+ erhebliche Anforderungen
an den Kunstfertigen und an seine Werkvorrichtungen stellt, daß sich
hingegen aus vielen +Erzen+ das Eisen mittels Kohle ohne besondere
Schwierigkeit bei verhältnismäßig niedriger Temperatur (etwa 700°) in
erweichtem (+nicht+ in geschmolzenem) Zustande gewinnen und sodann mehr
oder minder schlackenfrei ausschmieden läßt[6529]; beide Vorgänge sind
freilich in ihrem Gelingen von vielerlei Umständen und Wechselfällen in
so weitgehender Weise abhängig, daß es nicht wundernehmen darf, wenn
die Untersuchung alter Fundstücke nach den modernen metallographischen
Verfahren zur Erkenntnis führt, es könne bei ihnen von irgend
regelmäßiger Zusammensetzung und von scharfen Grenzen zwischen Eisen
und Stahl nicht im entferntesten die Rede sein.

Die besondere Natur des Eisens und die durch sie bedingte Eigenart
seiner Behandlung brachte es mit sich, daß erst mit dem Anfange
der Eisenzeit jene eigentliche Entwicklung der Schmiedekunst
einsetzte[6530], die in erster Linie den +Eisen+schmied zum „Schmiede“
machte und seine Bedeutung und Stellung in bemerkenswerter Weise
beeinflußte. Der Schmied ist in seiner Tätigkeit an das Vorhandensein
bestimmter Rohstoffe gebunden, er haust im Waldgebirge, wo ihm das
Nötige an Erz, Holz oder Holzkohle zur Verfügung steht, er kann den
Ort, den andere noch mit nomadischer Unbeständigkeit wechseln, nicht
ohne weiteres verlassen, wird dadurch frühzeitig seßhaft, hierdurch
aber wieder für die Nachrückenden ein Fremdling, dessen Kunst überdies
einen unheimlichen, ja zauberischen Charakter trägt. Aus diesen
Umständen erklärt es sich, daß zahlreiche Völker der verschiedensten
Herkunft den Schmied als außerhalb des Stammes und der Gemeinschaft
stehend betrachten, auch ihm und den Seinigen die Einheirat versagen;
während sie ihn als unentbehrlich, sein Erzeugnis als wichtiges
Bedarfs- und Tauschmittel, sein Haus daher als öffentlichen und
neutralen Platz anerkennen[6531], begegnen sie zugleich seiner Person
mit Scheu und Mißtrauen, wenn nicht mit Abneigung und Haß, da sie
ihn einerseits verachten, andererseits fürchten, auf alle Fälle aber
gebrauchen[6532]. Nach einer von ~Lenormant~ eifrig verfochtenen
Behauptung ~d’Ecksteins~ (1854) wären turanische und finnische Völker,
die ihre ursprünglichen Sitze im Gebiete des Altai, des Paropamisos
und des Kaukasus hatten, die den Glanz der Metalle verehrten und
ihn mit ihren Mythen und Lehren von den „Göttern der Tiefe“ in
Zusammenhang brachten, auch die ersten eigentlichen Bergleute,
Metallarbeiter und Schmiede gewesen[6533]. Spätere Eroberer rotteten
sie aus, oder verdrängten sie in ferne Gegenden, und die Mitglieder
der restlichen, weithin zersprengten Stämme oder Familien, die letzten
Träger der alten, sorgfältig geheimgehaltenen Künste[6534], galten
nun als mächtige und gefährliche Zauberer, zugleich aber als häßliche
und mißgestaltete Stammfremde; so wurden sie allmählich zu jenen
„Karrikaturen der Stämme, die zuerst Metalle verarbeiteten“, denen
man bei allen möglichen Völkern unter den Namen von Gnomen, Zwergen,
Kobolden, Pygmäen, Daktylen, Kabiren, Kureten, Telchinen, Korybanten,
und unter den Gestalten des ~Ptah~, ~Hephaistos~, ~Vulcan~, ~Mimir~
usf. begegnet[6535]. Läßt sich nun auch diese Hypothese weder in ihrer
Gesamtheit, noch allen Einzelheiten nach aufrecht erhalten, so muß man
doch zugeben, daß ihr ein gewisser berechtigter Kern innewohnt und daß
sie insoferne die Erscheinung, zu deren Deutung sie aufgestellt wurde,
in manchen Fällen wirklich zureichend erklären mag, während in anderen
zu bedenken bleibt, daß viele Völker Verkrüppelte oder Lahme, die aber
sonst genügende Kräfte besitzen, zur Ausübung von Handwerksarbeiten,
und so u. a. auch von Schmiedekünsten, anzuhalten pflegen[6536].

Sehr beachtenswert ist in den berührten Beziehungen das Verhalten
der afrikanischen Stämme, bei denen, wie bereits erwähnt, eine der
Eisenzeit vorausgehende Kupfer- und Bronzeperiode nicht nachzuweisen
ist[6537]. Sowohl zahlreiche Negervölker, als auch die Hottentotten,
stellen Eisen teils in primitivster Weise durch Erhitzen von Erzen
mit Holzkohle in Erdgruben dar, teils nach bereits verbesserter durch
Schmelzen in (freilich immer noch sehr unvollkommenen) Öfen mit oder
ohne Tonmantel, sowie in tönernen Tiegeln; nach ersterer lassen sich
durch sog. „Rennarbeit“[6538] viele Rasen- und Brauneisensteine, nach
letzterer aber auch Hämatit und Magnetit schon von 700° an mehr oder
weniger vollständig reduzieren, und zwar zu schwammartigen, fest
zusammenhängenden Massen, deren Klumpen mittels Steinen zu einer Art
Stabeisen ausgeschmiedet werden. Unentbehrlich ist hierbei in den
weitaus meisten Fällen die Anwendung eines (gewöhnlich aus Tierfellen
angefertigten) Gebläses, mittels dessen, je nach Erfordernis, 3 bis
6, aber auch bis 40 Stunden lang Luft eingeblasen werden kann[6539];
das Ergebnis der Schmelzarbeit ist also eine halbfeste Eisenmasse,
nicht etwa flüssiges Gußeisen, und jenes der Schmiedearbeit im
wesentlichen weiches Eisen (Schmiedeeisen)[6540], wenngleich es an
Übergängen zu härteren Sorten und auch zu Stahl mancherorts nicht
fehlt[6541]. Auf diese Weise werden, oft äußerst geschickt, allerlei
Gegenstände und Waffen angefertigt, aber auch zum Schmuck dienende
Perlen[6542], Spiralen und Spangen[6543], schwere Halsringe[6544],
dicke und dünne Drähte[6545] u. dgl. m. Die in derlei Arbeiten geübten
Bewohner eisenreicher Gegenden durchstreifen nicht selten, bloß
mit den notwendigsten Geräten versehen, als „Wanderschmiede“ die
Nachbarstaaten; ihre Künste sind dort gesucht und finden reichliche
Entlohnung, sie selbst gelten aber für gefährliche Zauberer, für
Angehörige einer verachteten und verfemten Kaste, für ehrlose und
unreine Stammfremde, deren Erzeugnisse daher ebenfalls unrein sind und
erst nach ritueller Reinigung in Gebrauch genommen werden dürfen[6546].
Den Nomadisierenden ereilt also hier, inmitten bereits dauernd
Ansässiger, das nämliche Schicksal, wie in anderem Falle den schon an
festem Wohnsitze Haftenden seitens wandernder oder bis vor kurzem auf
Wanderung begriffener Völkerschaften.

                              ——————————

+Ägypten+ besaß, wie schon weiter oben erwähnt, in den bereits um
4000 bearbeiteten Minen des Sinai-Gebietes treffliche, mangan- und
titanhaltige Eisenerze, die aber völlig unbenützt blieben[6547]; auch
das Niltal selbst, die östliche Wüste längs des Roten Meeres, sowie
Nubien, Äthiopien und der Sudan sind reich teils an gering-, teils an
hochwertigen Erzen (darunter Rot- und Magnet-Eisenstein); es ist daher
beachtenswert, daß im eigentlichen Ägypten bisher nur eine einzige,
nächst der Südgrenze gelegene Grube ziemlich leicht reduzierbaren
Roteisensteins und Eisenglanzes entdeckt ist, die schon in sehr ferner
Periode gründlich abgebaut worden zu sein scheint[6548]. Zur Zeit der
Thiniten (um 3000) fehlt Eisen noch[6549], zu jener des alten Reiches
(2896-2540) ist aber schon von Eisen „des Südens und des Nordens“ die
Rede[6550], auch entstammt ihm weiches Eisen in Gestalt verschiedener
Stücke, aber noch kein eisernes Werkzeug[6551]. Als älteste Spur
eines solchen gilt das 1837 von ~Hill~ aus dem Mauerwerk der um 2500
errichteten großen Pyramide des ~Cheops~ bei Gizeh hervorgezogene
Bruchstück, das aus weichem Eisen besteht und neben gebundenem
Kohlenstoff eine Spur Nickel enthält, die aber keineswegs rechtfertigt,
es mit ~Feight~ für gekohltes Meteoreisen zu erklären[6552]; überdies
liegen ähnliche Funde jetzt auch aus anderen, nur wenig jüngeren
Pyramiden vor, z. B. aus der des Königs ~Unas~[6553], während aus
der gegen 2000 vollendeten von Dahschur sogar ein ganzer Haufen
zerbrochener Werkzeuge an das Tageslicht gelangte[6554], das um
1800 erbaute Grabmal eines Unbekannten aber auch bereits eine
eiserne Lanzenspitze lieferte, die älteste bisher bekannt gewordene
Eisenwaffe[6555]. Da auf den frühesten ägyptischen Abbildungen
häufig Tribute von Eisen-Erzen (?) und -Waffen zu sehen sind, die
seitens nubischer, äthiopischer oder sudanesischer Neger dargebracht
werden[6556], so vermuten einige Forscher in diesen die Lehrmeister,
durch die sich die Ägypter in die Kunst der Eisen-Darstellung hätten
einweihen lassen; andere sind indessen der umgekehrten Meinung und
glauben, daß die Negervölker ihre primitive Technik den Ägyptern
verdanken[6557], wofür besonders die Benützung des Blasebalges
spreche, den die Ägypter selbst wieder, und zwar vermutlich samt der
Eisen-Darstellung, gewissen orientalischen Völkerschaften entlehnt
haben sollen[6558]. Diese Hypothesen beruhen indessen sämtlich auf
sehr unzureichenden Grundlagen. Tatsache ist, daß schon das alte Reich
das Eisen mit dem Worte „men“ schreibt, durch Zusatz des (schon vorher
üblichen) Zeichens für Kupfer determiniert[6559] und dieses gewöhnliche
(Schmiede-)Eisen bräunlich oder schwärzlich malt[6560]; nach ~Lepsius~
kommt men nur in den frühesten Inschriften vor[6561], während in
späterer, jedoch nicht genau angebbarer Zeit ein anderes Wort „tehset“
oder „techset“ auftaucht, das nach ihm nicht Bronze bedeutet[6562],
sondern das „echte Eisen“, das „reine Eisen“[6563], d. i. den Stahl,
der blau gemalt wird, jedenfalls wegen der bekannten Anlauffarben,
die er bei etwa 300° zu zeigen beginnt[6564]. ~Gsell~ glaubt, daß
seine Darstellung durch Kohlung von Schmiedeeisen mit Tierdung
geschah[6565] und schon im alten Reiche bekannt gewesen sein müsse,
weil die nachweislich schon damals ausgeübte Bearbeitung von Granit und
anderen Hartgesteinen +allein+ mittels stählerner Werkzeuge möglich
sei[6566]. Diese Ansicht, die auch schon ~Lepsius~ erwog[6567], läßt
aber nach anderen Gelehrten noch Zweifeln Raum: zunächst ist, wie schon
oben erwähnt, die Benützung einer Hartbronze nicht ausgeschlossen,
die von Obsidian und Schmirgel[6568] aber in technischer Hinsicht
nicht genügend erforscht; sodann kommen auf den Abbildungen aus dem
alten Reiche blau gemalte, also stählerne Gegenstände nicht vor,
vielmehr sind Waffen und Arbeitsgeräte aller Art, auch Sägen, Meißel,
Rasiermesser usf. nur hellbraun oder rot wiedergegeben[6569]; endlich
sind auch keinerlei stählerne Fundstücke bekannt, und die Annahme,
diese seien durchgehends verrostet[6570], steht im Widerspruche mit
der Erfahrung, daß uralte stählerne und eiserne Überreste, wenn auch
in beschädigtem Zustande, im Boden sehr vieler anderer Länder bewahrt
blieben, deren wechselndes und feuchtes Klima einer dauernden Erhaltung
sehr viel ungünstiger ist, als das im ganzen so beständige und trockene
der meisten Gegenden Ägyptens. Aus allen diesen Ursachen ist es
unwahrscheinlich, daß schon das alte Reich mit dem Stahle vertraut
gewesen sei; auf Gemälden aus jüngerer, aber nicht genau datierbarer
Zeit wird er, blau gemalt, von semitischen Völkern als Tribut
dargebracht[6571], was auf eine Einfuhr aus Vorderasien schließen ließe
(s. unten).

In gewissen Pyramiden-Inschriften und Papyrus-Urkunden wird das Eisen
in Beziehung zu dem bösen Gotte ~Seth~ (~Typhon~) gebracht, z. B. wenn
es heißt: „Ein Haken aus Eisen, aus dem Eisen (bj’), das aus dem ~Seth~
gekommen ist“[6572]; da der rote Eisenrost auch den Decknamen „Blut
des ~Osiris~“ führt[6573], so erklärt sich vermutlich hieraus die von
~Plutarch~ auf die Autorität ~Manethons~ hin überlieferte Bezeichnung
des Eisens als „Knochen des ~Seth~“ und des Magneteisensteins als
„Knochen des ~Horus~“[6574], sowie die alte Vorstellung, daß das Eisen
unrein sei und deshalb bei religiösen Zeremonien, als Grabbeigabe
usf., nicht verwendet werden dürfe[6575]. Erst etwa im Verlaufe der
Hyksos-Zeit (1785-1580) soll die Anschauung durchdringen, daß das
Meteoreisen, „bj’-ni-pet“ (benipet, benipe; koptisch benîpe), als
„Eisen des Himmels“ aus dem eisern gedachten Himmel herabfalle[6576],
und soferne diese Etymologie richtig ist, -- was nach ~Lepsius~[6577]
und ~Schrader~[6578] ungewiß bleibt --, erschiene es begreiflich, daß
seither das Eisen überhaupt allmählich höher geachtet und schließlich
auch als für kultische Zwecke zulässig befunden wurde[6579]. Der
auf Grund von Vorlagen aus dieser und noch älterer Zeit um 1500
niedergeschriebene medizinische „Papyrus ~Ebers~“ erwähnt Eisen nur
zweimal, als „Eisen aus der Stadt Qesi“ (in Oberägypten), und als
„art-pet“ = himmelsgemachtes Eisen, d. i. wohl Meteoreisen, dem viele
Völker seit jeher seines Ursprunges halber besondere Kräfte und
namentlich auch Heilwirkungen zuschrieben[6580].

Zu Anfang des 15. Jahrhunderts eroberte ~Thutmosis~ III. (1501-1447)
das eisenreiche Palästina und Syrien; eiserne Waffen und Geräte
erscheinen auf seinen Siegesberichten als Tribute der den Libanon
bewohnenden Retenu, sowie als Beutestücke (neben Gold, Silber,
Chesbet, Mafek, ...), und das Eisen wird seit dieser Zeit in
Ägypten häufiger[6581], ohne aber die Bronze schon weitgehend zu
verdrängen[6582]. ~Ramses~ II. (1348-1281) verlangt noch 1290 „reines
Eisen“ (= Stahl) vom Chetiterkönig ~Chattusil~, der ihm erwidert,
er habe augenblicklich keines vorrätig, werde es aber anfertigen
lassen, und übersende ihm einstweilen eine eiserne (stählerne)
Schwertklinge[6583]. Chetiter, die mit eisernen Waffen abgebildet
werden, lieferten Eisen und Stahl auch noch unter der Regierung
~Ramses~ III., um 1200, und erst seither kann man in Ägypten von
einer eigentlichen Eisenzeit sprechen[6584], in der angeblich auch
schon Gußeisen bekannt war, jedoch nicht oder kaum in Verwendung
stand[6585]. Sehr allmählich entwickelte sich dann eine eigentliche
Eisenindustrie, die aber ihren technischen Höhepunkt, unter
weitgehender Spezialisierung, erst in der ptolemäischen und römischen
Ära erreichte[6586]; sie verfiel während der späteren Kaiserzeit und
der byzantinischen Herrschaft, so daß seit dem frühen Mittelalter
Ägypten wieder fortdauernder Einfuhr bedurfte, die noch im Zeitalter
der Kreuzzüge, trotz der päpstlichen und venetianischen Verbote
jeglicher Waffenlieferung an Ungläubige, in fast unverminderter Weise
fortdauerte[6587].

Die +Sumerer+ sollen nach ~Schrader~[6588] das Eisen schon +vor+ der
Einwanderung der Semiten, also um 3000 oder noch früher, gekannt und
barza benannt haben[6589]; dies erscheint insoferne auffallend, als
barzillu (barzel, barza) gerade das ur- und gemeinsemitische Wort
für Eisen ist[6590], das als barzil auch in den biblischen Schriften
vorkommt und noch den Namen des ~Berzelaios~ beim Historiker ~Flavius
Josephus~ (1. Jahrh.) sowie der äthiopischen Heiligen ~Berzelia~
zugrunde liegt, die also nichts anderes bedeuten als der oder die
Eiserne[6591]. Im babylonischen Gilgamesch-Epos, und zwar in einer
etwa aus dem Jahre 2000 herstammenden Fassung, findet sich bereits
der „Tod durch das Eisen“ erwähnt[6592], -- falls keine spätere
Einschiebung vorliegt; an eine solche zu glauben liegt aber insofern
nahe, als unter ~Hammurabi~, also so ziemlich im nämlichen Zeitalter,
Eisen noch für kaum bekannt gilt und nur 8mal niedriger als Silber,
oder 24 mal niedriger als Gold im Preise stand[6593]. Während der
Regierung der späteren und spätesten babylonischen und assyrischen
Könige ist Eisen noch fortdauernd kostspielig und begehrt, so z. B.
mußte der Philisterkönig ~Mari~ im Jahre 800 an ~Hadadmirari~ IV.
neben 20 Talenten Gold, 2300 Talenten Silber und 3000 Talenten Kupfer
auch 5000 Talente Eisen abliefern[6594], ebenso der König ~Hiskia~ im
Jahre 701 an ~Senacherib~ (~Sanherib~) neben 20 Talenten Gold und 800
Talenten Silber auch Geräte aus Kupfer, Bronze, Zinn und Eisen[6595];
es kann daher nicht überraschen, daß z. B. bei den Ausgrabungen im
Palaste zu Khorsabad, den ~Sargon~ II. 705 errichtete, ein Schatz
von nicht weniger als 1600 dz Eisen (meist in Gestalt roher Luppen)
zutage kam, der dort als Vorrat aufgehäuft und bei späterer Gelegenheit
gänzlich verschüttet worden war[6596]. Sowohl nach diesen, wie nach
den vorerwähnten ägyptischen Berichten zeichneten sich Palästina und
Syrien durch großen Reichtum an Eisen aus. Die Angaben der biblischen
Schriften lauten hierüber nicht übereinstimmend, was sich jedoch aus
der Verschiedenheit ihrer Quellen und aus den oft weit auseinander
liegenden Zeiten der Abfassung und Redaktion genügend erklärt. Wie
~Lepsius~ erinnert[6597], gehörten unter ~Josua~ eiserne Geräte noch
zum Schatze des Heiligtums, die Lanzenspitze des in Erz gerüsteten
~Goliath~ bestand aus Eisen, und zum Baue des Tempels ~Salomonis~ (um
1000) wurden nicht weniger als 100000 Talente Eisen aufgewandt; unter
der Regierung ~Samuels~ war dagegen kein Schmied im Lande vorhanden und
man ließ die Geräte bei den Philistern schärfen[6598]. Ferner finden
sich im alten Testamente eiserne Waffen und Geräte zwar öfters erwähnt,
aber den erzenen gegenüber doch nur im Verhältnisse 4 : 83[6599], und
bei Kulthandlungen darf von Eisen in der Regel kein Gebrauch gemacht
werden[6600]. Aus späterer Zeit sei nur der Nachricht gedacht, daß
~Nebukadnezar~ II. im Jahre 604 aus Damaskus an tausend Schmiede und
Zimmerleute ins Exil wegführte[6601].

Die +Perser+ verlegen die Erfindung des Eisens und Stahles in die
fernste Urzeit und schreiben sie schon dem völlig mythischen König
~Dschemschid~ zu. ~Firdusis~ „Königsbuch“ berichtet von ihm:

    „In Fürstenglanz er Eisen schmolz;
    So Helm wie Panzer und Harnisch stolz,
    So Waffenrock wie Roßgeschirr
    Schuf er, und ward im Werk nicht irr“[6602];

des weiteren erzählt ~Firdusi~, daß gelegentlich der Einsetzung
des gleichfalls mythischen Schahs ~Feridun~ das Schurzfell seines
Parteigängers, des Schmiedes ~Kawe~, zum Reichspanier erhoben
wurde[6603] und daß es damals bereits einen „Bazar der Schmiede“
gegeben habe[6604]. Letzteres ist natürlich ein dem Dichter zu
verzeihender Anachronismus, ebenso wie der (in die nämliche sagenhafte
Periode verlegte) Gebrauch von Schwertern, Schilden, Speeren und
Beilen aus indischem oder chinesischem Stahle[6605], von damascierten
Klingen[6606] und von mittels Blut gehärteten [gekohlten = verstählten]
Waffen[6607]. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Perser
tatsächlich schon zu +sehr+ früher Zeit jene hohe Vollendung in der
Darstellung und Verarbeitung von Eisen und Stahl erlangten, die ihnen
seitens aller antiken und mittelalterlichen Schriftstellen einstimmig
nachgerühmt wird[6608], wobei nur an die persischen Ringel- und
Kettenpanzer, an die sog. Sichelwagen, sowie an die Panzer-Reiter
und -Rosse erinnert sei. Hiernach ist die Erwähnung des Stahles im
(nachexilischen) „Buche ~Daniel~“, das starke iranische Einflüsse
verrät, sowie im „Avesta“ leicht erklärlich[6609]; in diesem nimmt das
Wort ayah, ursprünglich = Kupfer oder Bronze, allmählich die Bedeutung
des Eisens an, das im „tannur“ (= Ofen) zurechtgeschmolzen wird[6610].
Stahl heißt im Pehlevi pulafat, im Neupersischen pulad, woher auch das
russische bulatu rührt[6611]. Ein anderes, später weitverbreitetes Wort
ist „andun“, das nach ~Schrader~ dem Ossetischen entstammen soll[6612],
während es ~Yule~ vom persischen Hindwaniy und Hundwan = Indischer
[Stahl] ableitet; dieses findet sich als Hindiah auch bei ~Avicenna~
und ~Alidrisi~ (im 11. und 12. Jahrhundert), sowie als Andaine,
Andoine, Ondanique usf. auch bei frühmittelalterlichen europäischen
Schriftstellern, z. B. bei ~Marco Polo~, der über die persischen
Stahlwaren, u. a. die herrlichen großen Stahlspiegel, sowie über die
Eisengewinnung in Kerman und Cobinam eingehend berichtet[6613].

Andun ist eine auch sonst in vielen kaukasischen Sprachen gebräuchliche
Bezeichnung[6614], und es steht außer Frage, daß das Bergland des
+Kaukasus+ mit zu den Hauptausgangspunkten der Eisenerzeugung
zählt[6615], wenn man es auch nicht zur „ersten“ Stätte der Erfindung
stempeln kann, wie dieses ~Forrer~ mit dem Hinweise tut, daß Gräber
aus dem 13. oder 11. Jahrhundert bei Koban (nächst Tiflis) eiserne
Beigaben enthalten, und zwar noch sehr spärliche und rein ornamental
ausgeführte[6616]. Auf dem Gebiete Vorderasiens und insbesondere
+Kleinasiens+ dürfte die Darstellung des Eisens mindestens bis 1500
v. Chr. zurückreichen[6617], und die metallographischen Untersuchungen
der ältesten Funde zeigen, daß gewisse Kenntnisse vom Härten und
wohl auch Anlassen des Stahles ebenfalls als schon uralte anzusehen
sind[6618]. Besondere Wichtigkeit erlangte die Eisengewinnung in den
erz- und holzreichen kleinasiatischen Landschaften am südöstlichen
Ufer des schwarzen Meeres, bei den Mossynöken und Tibarenern (den
Moschern und Tubal des alten Testamentes)[6619], vor allem aber bei
den +Chalybern+, einem versprengten Reste der noch bei ~Herodot~
erwähnten Alarodier[6620]; sie können zwar nicht als eigentliche
„Erfinder der Kunst des Ausschmelzens von Erzen im Feuer, sowie
der Darstellung von Eisen und Stahl“ gelten, wohl aber als deren
eifrige und außerordentlich alte Pfleger[6621], von deren Namen
(Χάλυβες, Χαλύβοι) sich u. a. der griechische Name χάλυψ (Chályps)
für Stahl ableitet, den erst späte Scholiasten mit ~Chalyps~, einem
angeblichen Sohne des ~Ares~, in Verbindung bringen wollten[6622]. Als
chalybisches Erzeugnis lernten jedenfalls die Griechen, vermutlich
die kleinasiatischen, den Stahl zuerst kennen; das beim Propheten
~Jeremias~ erwähnte „nordische Eisen“ scheint gleichfalls Stahl der
Chalyber gewesen zu sein[6623]; endlich führte auch ein Trupp nach dem
Städtchen Doliche im nördlichen Syrien einwandernder Chalyber dort die
Verehrung des „~Baal von Doliche~, des Erfinders des Eisens“ ein[6624],
die noch zur Kaiserzeit durch syrische Söldner, Händler und Sklaven,
als die des „~Jupiter Dolichenus~“ weithin durch das römische Reich
verbreitet wurde, so daß z. B. Weihinschriften bekannt sind, die den
„Jupiter optimus maximus Dolichenus“ ausdrücklich „natus ubi ferrum
nascitur“ benennen („geboren, wo das Eisen herstammt“)[6625]. Dieser
Baal (= Gott) der Chalyber ist indes, wie ~Ed. Meyer~ erwies, kein
anderer, als der Feuer- und Gewittergott ~Teschub~ der Chetiter[6626],
und es erhebt sich hiernach die (derzeit nicht spruchreife) Frage, in
welchem Verhältnisse die Chalyber zu den Chetitern standen, und ob sie
vielleicht die Eisenerzeugung von ihnen entlehnten, oder umgekehrt? Daß
sich die Chetiter bereits zur Zeit ~Ramses~ II. (um 1300) altbewährten
Rufes in der Stahlerzeugung erfreuten und sich mit eisernen Waffen
und Geräten abgebildet finden, ist schon weiter oben erwähnt worden;
sie besaßen auch Sagen über ein den Daktylen (= Däumlingen) analoges,
schmiedendes Volk der Zwerge, Diener der „großen Göttin“, deren Kult
bereits im 2. Jahrtausend bei ihnen nachweisbar ist[6627].

In der +Ägäis+ erscheint das Eisen während der zweiten Hälfte des 2.
Jahrtausends, ist gegen 1100 schon recht verbreitet[6628] und in Cypern
vielleicht auch in Gestalt von Gußeisen nicht ganz unbekannt[6629]. Zu
+Troja+ wurden aus Schichten mittlerer Tiefe eiserne Rasierklingen,
sowie stählerne oder verstählte Dolche zutage gefördert[6630], und
ähnliche Funde sind auch aus der phrygischen Landschaft bekannt[6631].
Im +mykenischen+ Zeitalter fehlt anfänglich, z. B. in Mykene und
Tiryns, Eisen noch ganz und tritt auch später nur in sehr spärlichen
Mengen auf[6632], denn einzelne Exemplare von Waffen, die sorgfältig
mit Streifen aus Gold, Kupfer oder Bronze eingelegt sind, sprechen
noch für seine Seltenheit und Kostbarkeit[6633]; erst gegen Ende der
Periode erfolgt hierin jener tiefgreifende Wandel, der das allgemeine
Übergewicht des Eisens in den nachfolgenden Jahrhunderten anbahnt[6634].

Zu den +Griechen+ verbreitete sich das Eisen seit etwa 1500 von
Kleinasien, Syrien und Phönizien her, jedoch nur äußerst langsam[6635],
so daß eine eigentliche Eisenzeit erst mit dem Erlöschen der
mykenischen Kultur einsetzt und zu durchgreifender Bedeutung nicht vor
1300, nach anderen Forschern sogar nicht vor 1000 gelangt[6636]. Die
Erinnerung an eine Epoche, zu der es, wie ~Hesiod~ sagt, „noch kein
dunkles Eisen gab“ (μέλας δ’ οὐκ ἔσκε σίδηρος)[6637], und man dieses
Material noch nicht „zum Unheil der Menschheit entdeckt hatte“[6638],
war im heroischen Zeitalter noch nicht erloschen; den homerischen
Gesängen sind jedoch, namentlich in den Teilen mittleren und jüngeren
Alters, Eisen und Stahl schon durchaus geläufig (wenngleich sie
ihnen noch eine gewisse Seltenheit und Kostbarkeit zusprechen), und
der χαλκεύς (Chalkeús), der ursprünglich nur Kupfer und Edelmetall
bearbeitete, ist bereits zum Eisenschmiede geworden[6639]. Einen
σόλον ἀυτοχόωνον, d. i. einen erweicht gewesenen Eisenklumpen,
eine Rohluppe, setzt ~Achilleus~ als Kampfpreis aus[6640]; Eisen
dient als Tauschmittel[6641], ~Mentes~ bringt Eisen nach Temese
und holt dagegen dort Kupfer[6642]; der Schmied härtet φαρμάσσων
(d. h. ein Phármakon, ein Kunstmittel, anwendend) das Beil in kaltem
Wasser[6643]; Waffen und Werkzeuge bestehen aus Eisen, richtiger wohl
aus Stahl, der als κύανος (Kýanos) = der Blaue, oder als ἰόεις = der
Veilchenfarbige bezeichnet wird[6644]; das graue Eisen (πολιός) und
der funkelnde Stahl (αἴθοψ) sind πολύκμητος = mühevoll zu gewinnen
und zu bearbeiten[6645]; endlich ist auch oft schon in übertragenem
Sinne von einem eisernen Herzen, Gemüte, Kampfe usf. die Rede. Einen
besonderen Namen für Stahl gebraucht ~Homer~ nicht, ein solcher, und
zwar Adamas = der Unbezwingliche, findet sich erst bei ~Hesiod~,
der von einer ἀδάμας κυνέη, einer stählernen (ihrer Härte wegen
unbezwinglichen) Sturmhaube spricht[6646]. -- Den Stahl der Chalyber
lernten die Griechen anfänglich wohl in Kleinasien kennen, näher aber
erst seit der Kolonisation der Pontos-Küsten, die ungefähr gegen
750 begann[6647]; in der Litteratur tauchen die „eisenbearbeitenden
Chalyber“ (Χάλυβες σιδηροτέκτοντες) und ihr Erzeugnis, der Stahl
(χάλυψ, Chálybs), zuerst[6648] bei ~Aischylos~ auf[6649], später auch
bei ~Sophokles~[6650] und ~Euripides~[6651], bei ~Xenophon~, nach
dem „fast alle Chalyber von der Herstellung des Eisens (σιδηρία)
leben“[6652], und auch bei anderen Schriftstellern.

Wann die Griechen selbst mit der Eisengewinnung begannen, läßt sich
nicht genau angeben, doch dürfte es kaum vor 1000 geschehen sein[6653],
und zwar zunächst auf den erzreichen Inseln, wie Samothrake und
Euböa[6654], sowie in den erzreichen Landschaften, z. B. Sparta und
Böotien[6655], nicht aber in Kreta, Rhodus und anderen metallarmen
Gegenden[6656]; in diese verlegte erst eine spätere Zeit den Schauplatz
von Sagen, deren ursprüngliche Heimat das nordöstliche Kleinasien
und Kolchis, Syrien und Cypern, vor allem aber Phrygien war[6657],
und die gewisse übernatürliche Wesen betrafen, Zwerge oder Riesen,
bekannt als Daktylen, Kabiren, Kureten, Korybanten und Telchinen, die
in Wäldern und Höhlen das Schmiedehandwerk ausübten und als Meister
ihrer Kunst geschätzt, ebensosehr aber als arglistige und trugvolle
Bösewichte gefürchtet wurden[6658]. Ein Gedicht über die Kureten und
das Eisenschmieden soll bereits ~Hesiod~ verfaßt haben[6659]. Von
den Daktylen meldet der Dichter ~Hellanikos~ (gest. um 400)[6660] in
der „Phoronis“, sie hätten in Phrygien, im troischen Ida-Gebirge, als
ιδαῖοι γόητες (idäische Zauberer) und werktätige kunstgeübte Dämonen
die Bereitung des Eisens erfunden, und zwar im Dienste und Auftrage
der auch ~Adrasteia~ genannten „großen Göttin“, der „großen Mutter“,
der „Mutter der Berge“ (μήτηρ ορείη), die als Herrin der Klüfte auch
deren Erze durch ihre Gefolgleute, die κόβαλοι (Kobolde)[6661],
fördern und bearbeiten läßt. Über Zahl, Geschlecht und Name der
Daktylen gehen die Berichte jüngerer Quellen auseinander, was sich
aus dem unter hellenistischen und orphischen Einflüssen entstandenen
synkretistischen Wirrwarr und der Verbindung und Verwechselung mit
Kureten und Kabiren, Telchinen und Korybanten genügend erklärt;
nach ~Hellanikos~ jedoch hießen die drei phrygischen oder idäischen
Daktylen ~Kelmis~ (Amboß), ~Akmon~ (Hammerstein) und ~Damnameneus~
(Bezwinger)[6662]. Bis in späte Zeiten hinein gelten diese „Erfinder
und Bearbeiter des bläulichen Eisens (= Stahles) im phrygischen Ida“
als δημιουργοί (hier = Kunstkundige), φαρμακεῖς (hier = Wundertäter)
oder γόητες (Zauberer)[6663], und demgemäß spielt ~Damnameneus~ noch
in den Zauberpapyri eine Rolle[6664]; auch ~Plutarch~ erwähnt, daß
die (kauderwelschen) Worte „Damnameneus, askion, kataskion, lix,
tetrax, aïsion“ ein unfehlbares Schutz- und Heilmittel darstellten,
da sie „ephesische Charaktere“ seien, d. h. solche, die sich auch an
der Statue der ephesischen ~Diana~ angeschrieben fanden[6665]. Die
„große ~Diana~ von Ephesos“[6666] ist aber nur eine der Formen, unter
denen die schon wiederholt erwähnte „große Göttin“ seit dem zweiten
Jahrtausend in ganz Vorderasien verehrt wurde[6667], und mit ihrem Kult
gerieten die Daktylen offenbar auf die nämliche naheliegende Weise in
Verbindung, wie etwa mit jenem der ~Demeter~ als Herrin Samothrakes und
seiner Mysterien[6668]. Die Versetzung der Daktylen nach Kreta erklärt
sich vermutlich durch Identifikation des kretischen Berges Ida mit dem
phrygischen; auf welchem Wege aber aus den Daktylen, die in Phrygien
ursprünglich (wie schon ihr Name besagt) als Däumlinge angesehen
und verehrt wurden, die gewaltigen Riesen hervorgingen[6669], die
schließlich als cyklopische Schmiedegesellen des ~Hephaistos~ galten,
bedarf noch der näheren Erforschung.

Über die Technik der griechischen Eisendarstellung liegen nur
mangelhafte Nachrichten vor; ursprünglich scheint es sich um sog.
Rennarbeit gehandelt zu haben, bei der man die Erze in kleinen Gruben
mit Kohle zum μύδρος (Mýdros; Massa) niederschmolz, worauf dieser
dann noch glühend und weich zu Schmiedeeisen ausgehämmert wurde,
ein Vorgang, der nach ~Herodot~ noch zur Zeit des ~Krösus~ (im 6.
Jahrhundert) dem Zuschauer sehr neu und wunderbar erschien[6670]
und keineswegs stets derartig glückte, daß das Eisen tadellos und
frei von Hohlstellen (διπλόη, Diplóe) ausfiel[6671]. Derartiges
Schmiedeeisen dürften die sog. spartanischen Spieße (ὀβελοί, ὀβελίσκοι;
Obelisken) gewesen sein, die, ebenso wie eiserne Ringe und Barren, in
Sparta und anderen peloponnesischen Staaten als „Eisengeld“ dienten,
richtiger als Metall in gebrauchsfähiger und daher stets verwertbarer
Gestalt[6672]. Erster Erfinder des Zusammenschweißens (κόλλησις,
Kóllesis) von Eisenstücken, -- nicht, wie meist angenommen wird, des
Verlötens --, war ~Herodot~ zufolge[6673] ~Glaukos~ von ~Chios~ (um
700), der aber wohl eher nur als Verbreiter des Verfahrens anzusehen
ist[6674]. Eigentliches Gußeisen, also dünnflüssig geschmolzenes, nicht
nur in zäher Form +aus+geschmolzenes Eisen, scheint in Griechenland,
wie überhaupt bei den Alten, nicht oder nur im kleinen gelegentlich
dargestellt worden zu sein, da man keine Hochöfen besaß, die die zur
Gewinnung bedeutender Massen erforderliche Temperatur zu erreichen
gestatteten[6675]. Die einschlägigen Litteraturstellen sind durchwegs
so unsicherer und fragwürdiger Natur[6676], daß selbst jene Fachmänner,
die sie zugunsten einer Kenntnis des Gußeisens auszulegen geneigt
sind, entweder zugestehen, von Vorschriften einer eigentlichen
Gießereitechnik könne nicht die Rede sein[6677], oder annehmen, diese
wären aus nicht näher bekannten Gründen wieder in Vergessenheit
geraten und verloren gegangen[6678], -- wobei insbesondere noch eine
Bemerkung des Alexandriners ~Aristarchos~ (220-145) zu beachten ist,
der gemäß „Eisen nicht (so wie Erz) gegossen wird“[6679]. Was aber
die Fundstücke und deren metallographische Untersuchung anbelangt,
so dürfen die Deutungen nur mit größter Vorsicht aufgenommen und
keinesfalls verallgemeinert werden, da man von den Erzeugnissen des
Altertums in keiner Hinsicht Gleichmäßigkeit und Einheitlichkeit zu
erwarten, vielmehr stets zu bedenken hat, daß es sich um Produkte rein
empirischer Verfahren handelt, deren Beschaffenheit je nach der Art
der Rohstoffe und der Geschicklichkeit des Künstlers innerhalb weiter
Grenzen schwanken kann, und die nicht selten sogar am nämlichen Stücke
Übergänge zwischen den verschiedenen Arten des Eisens aufweisen[6680].
Die klare Erkenntnis, daß Gußeißen (mit 2,25-5% Kohlenstoffgehalt)
durch teilweise Entkohlung in Stahl (mit über 0,4-0,5% Kohlenstoff)
übergeht und umgekehrt, ist eben eine +sehr+ neue Errungenschaft; noch
was die besten Autoren des 16. bis 18. Jahrhunderts schreiben[6681],
läßt ersehen, wie gänzlich sie im Dunkeln tappen, ja noch 1805 sagt
der hervorragendste Technologe seiner Zeit, ~Beckmann~, mit gewohnter
Redlichkeit: „Was eigentlich das Eisen zu Stahl macht, wissen wir noch
nicht einmal, ... ob eine Verdichtung, ob ein Verlust oder Zusatz,
ob ein solcher von Kohlenstoff oder etwas anderem“[6682]. Ebenso
meint ~Döbereiner~ noch 1815, daß es eine Beimischung von Braunstein
sei, die das Eisen zum Stahle mache[6683]. Hiernach erscheint es
leicht begreiflich, daß zwar die Kunstgriffe, Eisen durch Erhitzen
und Abkühlen, Härten und Anlassen, in Stahl überzuführen, schon
frühzeitig entdeckt und ausgeübt wurden, daß man aber die Vorgänge
hierbei nur unzureichend zu beherrschen und gar nicht ihrem Wesen
nach zu beurteilen verstand. Dem Löschen in Wasser oder Öl, welches
letztere schon dem ~Hippokrates~ geläufig ist[6684], haftet daher in
seinen Wirkungen etwas Zauberisches an[6685], es ist ein Ummischen
und Umfärben (βαφή, Baphé), ein temperare und tingere[6686], dessen
Erfolg in weitgehendem Maße von der geheimnisvollen Beschaffenheit des
benützten Wassers abhängt[6687] und durch das Geheimmittel des für
äußerst „hitzig“ geltenden Bocksblutes in hohem Grade gefördert werden
kann[6688].

Den Namen des Eisens, der schon bei ~Homer~ σίδηρος (síderos), dorisch
und äolisch auch σίδαρος (sídaros) lautet[6689], brachte ~Pott~ mit
sidus (= Gestirn) in Verbindung, ausgehend von der Vorstellung über den
himmlischen Ursprung des Meteoreisens und die eiserne Beschaffenheit
des Himmelsgewölbes[6690]; nach ~Schrader~ fehlt aber hierzu jegliche
Berechtigung[6691], es ist vielmehr das kaukasische zido = Eisen
zugrunde zu legen, an das auch eine Reihe kaukasischer Ortsnamen
anklingt[6692]; ~Pauli~ endlich verweist auf ein ähnliches, in manchen
Eigen- und geographischen Namen Lykiens erhaltenes Wort, ferner auf das
verwandte etruskische sethala (Eisen), auf ~Sethlans~ (den etruskischen
~Vulkan~ = den Eisernen), sowie auf die Benennung Haithalia, Saithalia
(= Land des Eisens), die sowohl der dem ~Hephaistos~ heiligen Insel
Αἰθάλεια (Aitháleia, d. i. Lemnos) als auch dem eisenreichen Eilande
Elba zukommt[6693]. -- „Magnetis“ (ἡ μαγνησίη λίθος, der magnesische
Stein) ist nicht die Bezeichnung unseres heutigen Magneten oder
überhaupt eines bestimmten einheitlichen Minerals, sondern, wie schon
in früheren Abschnitten erwähnt, die sehr verschiedener Gesteine, die
im Gebiete der Städte namens Magnesia vorkommen, z. B. bei Magnesia am
Mäander, Magnesia am Sipylos, Magnesia in Mazedonien. Der eigentliche
Magneteisenstein war seit alters her bekannt und seiner wunderbaren
Eigenschaften halber auch als Heilmittel gebraucht, kann also sehr
wohl unter dem „magnetischen Stein“ der hippokratischen Schriften zu
verstehen sein[6694]; der μαγνῆτις λίθος des ~Theophrastos~ hingegen,
das silberglänzende Gestein, das man nach ihm u. a. auf der Drehbank
bearbeitete[6695], war vermutlich Hämatit, denn die oft prächtig
silberfarben schimmernden, feinkörnigen Varietäten dieses Erzes wurden
sowohl in Babylonien als in Ägypten schon seit jeher hochgeschätzt
und zur Herstellung von Siegelzylindern, Schmucksteinen u. dgl.
verwendet[6696].

In +Italien+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1150 v. Chr.[6697],
doch war das Eisen, insbesondere das Elbas, schon einige Jahrhunderte
vorher bekannt[6698], vielleicht bereits bald seit dem Auftreten
der Etrusker, das einige Gelehrte vor der Mitte, andere gegen das
Ende des 2. Jahrtausends stattfinden lassen[6699]. In den ältesten
etrurischen Nekropolen von Felsina (Bologna) und Villanova spielt
das Eisen der Bronze gegenüber noch kaum eine Rolle[6700], nach dem
Jahre 1000 nahm aber seine Erzeugung erheblich zu und wurde bald
so bedeutend, daß aithalisches Eisen zur See bis nach Griechenland
ausgeführt wurde[6701]; in Oberitalien war jedoch Eisen um diese
Zeit noch sehr selten und in den Pfahldörfern der Po-Ebene, auch in
jenen, die an Kupfer und Bronze schon recht reich sind, fehlt es
gänzlich[6702]. In Rom gab es, wie die neueren Ausgrabungen erwiesen,
schon vor der Zeit der angeblichen Stadtgründung Eisenschmiede, deren
Erzeugnisse völlig die Formen der uralten bronzenen besaßen[6703].
Zu Beginn der Republik (um 500) unternahm es der etrurische König
~Porsenna~, den besiegten Römern jede Verwendung des Eisens außer
zu Ackergeräten zu verbieten[6704]; sie bedienten sich also damals
offenbar noch überwiegend des Erzes, das sich aber auch späterhin lange
Zeit mannigfacher Bevorzugung erfreute, die namentlich in kultischen
und abergläubischen Gebräuchen zutage tritt: so z. B. durfte bei
vielen religiösen Zerimonien, u. a. beim Dienste der Arvalbrüder,
kein Eisen benützt werden[6705], ebensowenig beim Beginne des
Pflügens und Aussäens, bei den Feld- und Gartenarbeiten während des
Vollmondes[6706], beim Einernten heilkräftiger Pflanzen[6707], usf.
Grund derartiger Vorschriften war die Annahme, das Eisen vernichte
und zerstöre die Wirkung der Geister, denen es widerlich und verhaßt
sei[6708]; in späterer Zeit entsprang ihr die Lehre, man könne Eisen,
als den Feind böser Geister, auch benützen, um diese fernzuhalten, zu
vertreiben, sowie ihren Zauber zu brechen, und es ist wahrscheinlich,
daß den eisernen Ringen der Römer, besonders den eisernen Brautringen,
der Charakter eines schützenden Amuletts zukam[6709].

Die Etymologie des Wortes „ferrum“ ist noch strittig; „acies“
bezeichnete, wie das griechische στόμωμα (Stómoma), ursprünglich die
Schärfe, den verstählten schneidenden Teil des Eisens, erst weiterhin
aber den Stahl selbst, der auch als „nucleus ferri“ = Knospe oder Blüte
des Eisens angesehen wird, also als dessen Bestes und Edelstes[6710].

In Ostasien ist +China+ ein ganz selbständiges Gebiet der
Eisendarstellung, die nach einigen Überlieferungen bis gegen 3000
zurückreichen soll[6711]; nach anderen hingegen besaßen die Chinesen
zur Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“, d. i. des Volkes,
nur steinerne Waffen und Geräte, -- weshalb auch „Beil“ noch jetzt
mit dem Zeichen des Steines geschrieben wird --, und nahmen das
Eisen erst viel später in Gebrauch, ganz allgemein sogar erst in
den letzten Jahrhunderten v. Chr.[6712]. Auch die von ~Pfizmaier~
zusammengestellten Berichte melden, daß den Chinesen anfänglich das
Eisen fremd war[6713], daß sie es sodann kennen lernten und als Tribut
einhoben[6714], nachher aber auch selbst herstellten, und zwar mit so
großem Nutzen, daß „Eisenschmelzen“ für ein wichtiges und den Weg zum
Reichtum erschließendes Gewerbe galt, das zuletzt nur mit Genehmigung
der Obrigkeit und unter Überwachung durch eigene Beamte, die „Behörden
des Eisens“, betrieben werden durfte[6715]. Genaue Zeitangaben über
diese Entwicklung fehlen, doch wird z. B. erzählt, daß der Vater
des ~Confutse~ (~Confucius~), der zu Beginn des 6. Jahrhunderte
v. Chr. lebte, die Riesenkraft besaß, allein eine schwere eiserne
Gitter-Falltüre zu heben[6716], und daß um 500 v. Chr. chinesische
Lehrmeister die Kunst der Eisengewinnung nach Japan verpflanzten[6717].
Schon frühzeitig sollen die Chinesen den Eisenguß, die Überführung
von Guß- in Schmiedeeisen und umgekehrt, sowie die Darstellung des
Stahles verstanden haben[6718], doch mangelt es auch hier an sicheren
zeitlichen Bestimmungen. Die 5 m hohe gußeiserne Riesenfigur des
thronenden ~Buddha~ zu Tschinanfu wurde angeblich im 6. Jahrhundert
n. Chr. vollendet[6719]; ferner stellte man schon damals große eiserne
Glocken her, -- deren Schall, wie der aller Eisengeräte, die bösen
Geister vertreiben sollte[6720] --, obzwar keine so riesigen, wie die
1403 auf Befehl Kaiser ~Yumlös~ gegossene von 625 dz Gewicht[6721];
endlich verfertigte man aus Gußeisen auch kleinere Gegenstände, u. a.
die bekannten gelochten Scheidemünzen, die an Schnüren aufgereiht
werden[6722]. Ob dem Eisen und Stahl der Serer, die schon ~Plinius~ als
die besten von allen rühmt[6723], chinesischer Ursprung zuzuschreiben
sei, steht dahin, da die vielerörterten Fragen, wer die Serer waren,
wo ihre Wohnsitze lagen, und ob man sie als Erzeuger oder nur
als Vermittler anzusehen habe, noch immer nicht endgültig gelöst
sind[6724]. Der chinesische Buddha-Pilger ~I-Tsing~, der 671-695
n. Chr. Indien bereiste, rühmt den hohen Tauschwert des Eisens auf den
Inseln des chinesischen Meeres[6725]; die malayischen Bewohner des
indischen Archipelagus schätzten es hoch, fürchteten aber sein „Gift“
und zerstörten dieses vor der Benützung durch Zaubersprüche[6726];
die Araber bezogen schon in vorislamischer Zeit chinesische
Eisen-(Stahl-)Waffen und berichteten später über den Eisenreichtum
Chinas, über die dort befindlichen Magnetberge[6727] und über die
Gewinnung großer Mengen trefflichen Eisens und Stahles, -- deren auch
noch ~Marco Polo~ an verschiedenen Stellen seiner Landesbeschreibung
gedenkt[6728].

Den +Indern+ war das Eisen bereits in der letzten Hälfte des 2.
Jahrtausends bekannt, eine eigentliche Eisenzeit setzt aber erst um
1000 v. Chr. ein[6729], also gegen Ende der vedischen Periode[6730]; es
steht hiermit keinesfalls im Widerspruch, daß die Veden, deren Wortlaut
mancherlei Veränderung erlitt und schriftlich erst in verhältnismäßig
sehr neuer Zeit festgelegt wurde, sowohl des „dunkelblauen ayas“ (des
Stahles) gedenken[6731], als des Eisens, von dem es im „Rigveda“ heißt:

    „Der Schmied, mit dürrem Reiserwerk,
    Mit Flederwisch als Blasebalg,
    Mit Amboßstein und Feuersglut,
    Wünscht einen, der das Gold nicht spart“,

d. h. der ihm Aufträge erteilt[6732]. Verschiedene Stellen in den
epischen Gedichten, z. B. im „Ramâyana“, sind wegen der zahlreichen
Einschiebungen, die diese immer und immer wieder erlitten, nicht so
beweisend für ein unabsehbares Alter der indischen Eisentechnik, wie
~Oppert~ dies annahm[6733]; auch stammt die berühmte schmiedeeiserne
Kutub-Säule zu Delhi nicht, seiner Voraussetzung gemäß, aus dem 9.
+vor+-, sondern aus dem 4. +nach+christlichen Jahrhundert[6734]. Da
sie indessen bei 60 cm Durchmesser und 7,5 m Höhe etwa 170 dz schwer
und außerdem in höchst merkwürdiger, bisher nicht näher aufgeklärter
Weise zusammengeschweißt ist, so setzt auch schon das angegebene Alter
eine lange und stetige Entwicklungszeit der Schmiedekunst voraus,
und für diese zeugen noch einige andere kleinere, aus einzelnen
Stücken verschweißte, teils hohle, teils mit Schlacke gefüllte
Säulen und Träger im Tempel zu Dhar (Mittelindien) und in der Pagode
zu Orissa (Bengalen)[6735]. Die Gewinnung des Eisens erfolgte in
Indien und auch in Ceylon, wo es schon im 1. Jahrhundert n. Chr.
häufig und vielgebraucht war[6736], durch Rennarbeit, vermutlich
in ganz den nämlichen, oft auffällig kleinen Öfen, deren sich die
Schmiede und die in Indien noch sehr verbreiteten Wanderschmiede,
bis auf den heutigen Tag bedienen[6737]; der erweichte Eisenklumpen
wurde dann ausgeschmiedet, worüber es bereits in den seit etwa 1000
v. Chr. abgefaßten „Upanischaden“ in einem Gleichnisse heißt: „(und
dies geschieht) ... gerade so, wie ein Eisenklumpen, vom Feuer
überwältigt und von den Werkleuten gehämmert, mannigfaltige Gestalten
annimmt“[6738].

An das fertige Eisen knüpften sich zahlreiche abergläubische
Vorstellungen: Pflanzen, die in der Nähe von Eisen wuchsen, galten für
giftig; mit Wunder- oder Heilkräften begabte Pflanzen durften nicht mit
eisernen Geräten berührt oder geschnitten werden[6739]; zwei eiserne
Schwerter, die auf dem Grunde eines Brunnens lagen, wehrten Sturm und
Hagel ab, wenn man sie hervorholte und in die Erde pflanzte[6740], usf.

Indisches Eisen und indischer Stahl (στόμωμα) waren nach ~Plinius~
bereits zu Anfang der Kaiserzeit hochgeschätzt[6741] und wurden u. a.
auch nach Ostafrika ausgeführt[6742], dessen Eisen man vielleicht
schon damals, jedenfalls aber in späteren Jahrhunderten, nach Indien
verschiffte, weil es besseren Stahl ergeben sollte als das indische
selbst[6743]. Seit alters her gelangte ferner indischer Stahl nach
Arabien[6744], Persien und Syrien, später aber bezog man ihn dorthin
oft nur in Blöcken, um ihn erst entsprechend umzuarbeiten[6745];
berühmt waren die Schwerterschmiede der von Kaiser ~Diokletian~ in
Damaskus angelegten Waffenfabriken, die ihre Kunst, allen Stürmen der
Zeiten trotzend, von Geschlecht zu Geschlecht vererbten, bis 1399
~Tamerlan~ ihre letzten Nachkommen gewaltsam aufhob und ins Exil nach
Samarkand und Chorasan verschleppte[6746]. -- Der sog. „damascierte
Stahl“ war aber ursprünglich +kein+ damascener Erzeugnis, sondern
gelangte nur über diese Stadt in den Handel, oder wurde dort zu den
wegen ihrer Schönheit und Biegsamkeit hochgeschätzten damascener
Klingen und Schwertern umgeschmiedet, und zwar aus einem Rohmaterial,
dessen Heimat Indien und vor allem die Gegend des Pendschabs war[6747].
Seine Herstellung geschieht dort noch heutzutage im kleinen, indem man
das aus sehr reinen Erzen gewonnene Schmiedeeisen in Stäbchen zerteilt,
diese in gewisser Weise mit Holz und Blättern bestimmter Pflanzen
zusammenschichtet und erhitzt, das entstehende Gemisch an Kohlenstoff
ärmeren und reicheren Eisens wiederholt umschmiedet und es schließlich
anätzt, wobei die Säure das kohlenstoffreichere Produkt schwächer
angreift und hierdurch die bekannte wellen- oder flammenförmige
Zeichnung erzeugt; als wesentlich ergibt sich hierfür, daß genügend
lange, aber nicht zu stark (keinesfalls bei oder oberhalb 700°)
geglüht und die fertige Mischung der Eisen-Kohlenstoff-Verbindungen
(feinkörnigen Cementits und Perlits) weder einer zu hohen Temperatur
ausgesetzt noch während der Abkühlung durchgearbeitet wird[6748].
Unrichtig ist, daß dabei geringe, aus den benützten Erzen herrührende
Gehalte an seltenen Bestandteilen, z. B. an Wolfram, von Einfluß
sind, und fraglich, ob sich ein schon 1780 von ~Perret~ erwähntes
eigentümliches Härten (durch Abkühlen mit kalter, durch eine
schmale Spalte austretender Preßluft) als nützlich oder notwendig
erweist[6749]. Das Zusammenschweißen von fertigen Stäben Stahl und
Schmiedeeisen nebst etwas Holzkohle, Graphit oder Roheisen, -- oft
nach ganz bestimmten Mustern --, ergibt zwar in den Händen Geübter
recht schöne Ware, führt aber stets nur zu mehr oder minder gelungenen
Nachahmungen der eigentlichen echten; Schärfe und Gleichmäßigkeit der
Zeichnung, sowie Glanz und Schiller ins silber- oder goldfarbige hängen
dabei völlig von Beschaffenheit, Reinheit und Mischungsverhältnis
der Rohstoffe ab, sowie von Erfahrung und Geschicklichkeit des
Ausführenden[6750].

Die alten +Araber+ schrieben nach ~Ibn Rusteh~ (um 900) die Erfindung
der eisernen Pflüge, Waffen und Geräte meist dem König ~Salomon~ zu,
verlegten sie also in die mythische Vorzeit, während ~Thaʿalibi~ (um
1000) zu erzählen weiß, der um etwa 500 Jahre ältere ~Dhu Ihzan~ aus
dem Stamme der Himjariten sei zuerst auf den Gedanken gekommen, die
Speeresspitzen aus Rinderhorn durch solche aus Eisen zu ersetzen[6751].
In Wirklichkeit bestand aber schon in vorislamischer Zeit eine alte
einheimische Eisenindustrie in Ostarabien, Bahraïn, Oman und Jemen,
wo Lanzen, Helme, Schwerter und auch Panzer angefertigt wurden, die
besten aus persischem, indischem und angeblich auch chinesischem
Eisen und Stahl, welche letzteren man auf dem Seewege erhielt[6752].
Die Behauptung, die ersten Schwerter hätten aus Eisen des Himmels =
Meteoreisen bestanden, ist eine bloße Sage[6753], gegen die nicht
nur die Schwierigkeit spricht, dieses Material zu schmelzen und zu
bearbeiten, sondern auch die Tatsache, daß die Schmiede bei den
Arabern seit jeher und bis auf den heutigen Tag mißachtet sind, für
stammfremd gelten und außerhalb der Ehegemeinschaft stehen[6754]; es
ist dies um so auffälliger, als die 57. Sure des Korans lehrt, daß
das Eisen eine den Menschen von ~Allah~ verliehene Gabe sei, weshalb
es die Araber, abweichend von vielen anderen Völkern, auch niemals als
solches hinter Kupfer oder Bronze zurücksetzten[6755]. Nach Beginn
der Eroberungskriege und zur Zeit des Khalifats entfaltete sich die
Eisenindustrie in glänzender Weise, worüber schon weiter oben Näheres
berichtet wurde, und zwar besonders in Syrien und Persien[6756], in
Kerman[6757], in Transoxanien, das jährlich 1300 Barren als Tribut
bezahlte[6758], aber auch im Maghreb (Westafrika)[6759]. Persisches
Harteisen, fulâd (= Stahl), gehörte zu den wichtigsten Ausfuhrwaren
nach Indien und China[6760], obwohl die Araber bis zur Schwelle der
Neuzeit hin auch wieder indischen Stahl nach den ägyptischen, syrischen
und kleinasiatischen Häfen brachten[6761], zugleich aber europäische
Eisenwaren aller Art über Ägypten nach Indien verkauften[6762].
Arabischer Vermittlung verdankt der indische Stahl auch seinen hohen
Ruf bei den mittelalterlichen Schriftstellern, die ihn nicht selten
als den vorzüglichsten und widerstandsfähigsten der Welt anpreisen;
in dieses Lob stimmen selbst die Dichter ein, wie z. B. ~Wirnt von
Gravenberch~ (um 1210) an einer Stelle seines „~Wigalois~“ sagt[6763]:

    „Dort in der innren India
    Da hat von bester Art man Stahl,
    Der glänzt wie rotes Gold zumal
    Und ist so hart, daß er den Stein
    Zerschneidet wie ein Stäbchen fein.“

In +Mitteleuropa+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1000 v. Chr.,
wenn auch vereinzelte Gegenstände schon einige Jahrhunderte vorher
bekannt gewesen sein mögen[6764], und umfaßt die ältere sog.
Hallstädter- und die jüngere sog. La Tène-Periode, deren Zeitgrenze
etwa das Jahr 400 v. Chr. bildet[6765]. Nach ~Forrer~ scheint man
anfangs versucht zu haben, kleinere Gegenstände nach Art der Bronze
und in ähnlichen Formen durch Guß herzustellen[6766], wobei sich
in der Regel bedeutende Schwierigkeiten und unzureichende Erfolge
ergeben mußten, die das neue Metall nur langsam und spärlich Boden
fassen ließen; daher weisen auch die späteren Pfahlbauten nur
wenige eiserne Schmucksachen auf, z. B. hin und wieder Bronzebeile
mit eingelegten Eisenklingen, u. dgl.[6767]. Zur Hallstädter Zeit
hatte, falls überhaupt noch kleinere Gußsachen vorkamen[6768], die
Schmiedekunst schon das völlige Übergewicht erlangt und hierdurch dem
Eisen ausgebreitete und steigende Anwendung gesichert; Schmuck ist
selten, Waffen, Werkzeuge und Geräte werden aber in verhältnismäßig
bedeutenden Mengen angefertigt und auch schon oberflächlich gehärtet
und verstählt[6769]. Noch größere Ausdehnung und Mannigfaltigkeit
erreicht die Erzeugung zur La-Tène-Zeit[6770], daß es aber damals
auch eine Gußtechnik gegeben habe, die aus unbekannten Gründen wieder
verloren gegangen und dann erst gegen Ende des Mittelalters aufs
neue entdeckt worden sei[6771], ist ganz unwahrscheinlich und wird
durch die gemachten Funde nicht bestätigt. Die metallographische
Prüfung der Erzeugnisse beider Perioden erweist die Auswahl guter, oft
sogar vorzüglicher Erze und weitgehende Erfahrung hinsichtlich der
Ausgleichung von Fehlern der Materialien durch die Bearbeitung, lehrt
aber zugleich, daß diese doch noch eine äußerst unvollkommene und
unregelmäßige war, so daß z. B. von ausreichender Trennung zwischen
Schmiedeeisen und Stahl gar nicht die Rede sein kann, und Gegenstände
besserer Beschaffenheit auch dann als Einfuhrware (meist etruskische)
gelten dürfen, wenn nicht schon andere Kennzeichen sie mit Sicherheit
als solche erweisen[6772].

Träger der Hallstädter Kultur scheinen +Illyrier+ gewesen zu
sein[6773], Träger der von La-Tène +Kelten+[6774]. Letztere waren schon
lange vor der römischen Zeit im Bergbau wohlerfahren und verstanden
bereits, Schwerter, Speere, Spieße u. dgl., ferner Handwerkszeug und
vielleicht auch eine Art zum Tauschhandel dienlicher Eisenbarren
in ganz der nämlichen Weise herzustellen, von der später ~Caesar~
berichtet[6775]; auch wußten Kelten und Keltiberer frühzeitig
treffliche Stahlwaffen zu gewinnen[6776], deren außerordentliche Härte
und Biegsamkeit bereits der Kriegsschriftsteller ~Philon~ (gegen 200
v. Chr.) als eine altbekannte rühmt[6777], und zwar sollen sie zu
diesem Zwecke das Eisen zunächst in die Erde eingegraben und so lange
in ihr belassen haben, bis die weniger widerstandsfähigen Anteile
verrostet waren, und nur das Brauchbarste als Kern (nucleus = acies)
übrigblieb[6778]. -- Die +Germanen+, denen ursprünglich, wie allen
Indogermanen, allein das Kupfer bekannt war, -- noch ~Herodot~ meldet
als etwas Besonderes, daß ein Skythenstamm seinen Kriegsgott unter der
Gestalt eines eisernen Schwertes (σιδήρεος ἀκινάκης) verehre[6779]
--, empfingen das Eisen, sowohl Sache wie Namen, etwa seit dem 4.
Jahrhundert v. Chr. von den Kelten[6780]; in das Licht der Geschichte
eintretend besitzen sie bereits Eisen und Stahl, wenngleich, wie noch
~Tacitus~ hervorhebt, nur in bescheidener Menge[6781], und bereiten
es durch Ausschmelzen der Erze in kleinen Erdlöchern mittels des
Gebläses, sowie durch Aushämmern der Rohluppen in jenen urwüchsigen
Waldschmieden, die sich in wenig veränderter Gestalt bis tief ins
Mittelalter hinein erhielten[6782]. Auch bei ihnen gelangte erst in
der Eisenzeit die Kunst des Schmiedens zur eigentlichen Entwicklung,
daher ist ihnen der Schmied, für den die Indogermanen noch keine
Bezeichnung haben, und der im Gotischen smitha, im Altnordischen smîdr,
im Althochdeutschen smid heißt, anfänglich nur ganz im allgemeinen ein
Künstler, ein zu irgendwelchen Handgriffen Geschickter, der sich z. B.
auf das Holzschnitzen, oder auf das Zurechtmachen und Wiederherstellen
von allerlei Hausgeräten versteht usf.[6783]. Erst weiterhin wird er
zum ausschließlichen Fachmanne, zum Eisen-Schmiede, dem angesichts
seiner besonderen Kunst ein gewisser Schein des Weisen, Wundertätigen
und Zauberers anhaftet; in dieser Eigenschaft vollbringt er
übernatürliche Taten, wie sie die Sage etwa von ~Wieland dem Schmied~
berichtet[6784], überlistet und vertreibt er böse Geister und Dämonen
(später auch den Teufel), heilt dadurch als „Kurschmied“ kranke Tiere
und Menschen und verfertigt eiserne Opfer- und Weihe-Gaben aller Art,
wie sie bei der katholischen Bevölkerung des deutschen Südens noch
gegenwärtig eine wichtige Rolle spielen[6785]. Der deutsche +Name+,
Eisen, wird seitens einiger Forscher vom gemein-keltischen und in
vielen geographischen Bezeichnungen der Kelten nachklingenden isarno
abgeleitet, dessen erste Silbe is mit ayas, aes, aiz (ursprünglich =
Kupfer) zusammenhängen soll, und das zunächst in das germanische îsarn,
eisarn überging[6786]; nach anderen aber hat isarno nichts mit ayas
oder aes zu tun, sondern kommt vom keltischen isarâ = stark, kräftig,
das sich in zahlreichen Flußnamen erhalten hat (u. a. in Isarkos =
Eisack), und bedeutet also das starke, kräftige Metall (gegenüber dem
Kupfer und der Bronze). Da aber die angedeuteten Namen, auch Isarkos,
ursprünglich illyrisch sein sollen, so gilt hiernach die Voraussetzung
für gerechtfertigt, die Kelten hätten hinwiederum das Metall und seinen
Namen den Illyriern entlehnt, womit es übereinstimme, daß illyrische
Veneter als Träger der älteren Eisenkultur der Hallstädter Zeit
anzusehen seien[6787].

Im +Norden+ Europas, z. B. in Schweden, wird Eisen um 800 v. Chr.
bekannt[6788], die Eisenzeit aber beginnt nach ~Montelius~ und ~S.
Müller~ frühestens um das 5. Jahrhundert v. Chr.[6789]; es werden
eiserne Schmucksachen, Waffen und Werkzeuge dargestellt[6790],
im ganzen geht aber die nordische Entwicklung nur äußerst langsam
vor sich, so daß z. B. nach Norwegen bessere Stahlwaren noch im 9.
Jahrhundert n. Chr. aus Lüttich zur Einfuhr gelangen[6791].

Während die östlichen +Finnen+ das Eisen mit dem iranischen oder
kaukasischen Lehnworte andun benennen, heißt es bei den Westfinnen
rauta (ursprünglich = Kupfer)[6792], wonach ~Schrader~ vermutet,
die Finnen hätten es erst durch ihre germanischen Nachbarn kennen
gelernt und wären anläßlich seiner Benützung allmählich zu tüchtigen
Schmieden geworden[6793]. Nach ~Hackmann~ besaßen indessen die im
4. oder 5. Jahrhundert in ihre jetzigen Sitze einwandernden Finnen
bereits die Kultur des Eisenzeitalters[6794], und die alten Sagen
der „Kalewala“ gedenken in der Tat unzählige Male des Eisens, des
Stahles und der Schmiede, und schildern auch in ausführlicher Weise
die Vorstellungen, die man sich von der Entstehung des Eisens aus dem
Sumpferze machte[6795]. Im „Kalewipoeg“ ist sehr häufig von Eisen und
Stahl die Rede, u. a. von „Stahl, gehärtet mit 7 Wässern“[6796]; in den
„Mythischen und magischen Liedern der Esthen“ schmelzen und schmieden
die „Unterirdischen“ das Eisen, „dessen Wunden giftig sind“[6797], und
in den „Esthnischen Märchen“ sind eiserne Geräte „Gegenstände täglichen
Gebrauches, bei uns zu Lande verfertigt“[6798].

Völlig irrtümlich ist die Angabe, man habe im Norden schon zu
sehr früher Zeit die Kunst verstanden, Weißblech darzustellen,
also das Eisen zu verzinnen; diese Erfindung wurde vielmehr aller
Wahrscheinlichkeit nach während des 14. Jahrhunderts im Erz- und
Fichtelgebirge gemacht, auf das Sorgfältigste geheimgehalten und erst
um 1665 an einen aus England entsandten Auskundschafter verraten[6799].


12. Antimon.

Das wichtigste Erz des Antimons, das Schwefelantimon, Antimonsulfid
oder Grauspießglanzerz, auch Grauspießglanz oder Antimonglanz genannt,
bildet prächtige Drusen wohlausgestalteter, oft erstaunlich langer,
hellgrau bis silberweiß glänzender, leicht brüchiger und spröder
Nadeln, läßt sich schon bei gelinder Wärme aus- und umschmelzen und
ist außerordentlich leicht zu metallischem Antimon reduzierbar; es
kann daher nicht wundernehmen, daß letzteres schon zu sehr entlegener
Zeit an mehr als einem Orte bekannt war, wenn es auch oft nur für
Blei oder für eine Art Blei gehalten wurde. So z. B. erwies sich eine
in den Ruinen von Telloh (im Zweistromlande) aufgefundene Vase aus
dem Anfange des 3. Jahrtausends v. Chr. als aus reinem Antimonmetall
bestehend[6800]; aus dem Gräberfelde von Koban bei Tiflis, das der
Zeit gegen 1000 angehört, kamen kleine Geräte und Schmucksachen aus
gediegenem Antimon zutage[6801]; Gebrauchsgegenstände der ältesten
babylonischen Periode, zu der man noch kein oder nur wenig Zinn
besaß, enthalten nicht selten bis 3% Antimon, stellen also wahre
Antimon-Bronzen dar, die vielleicht der Zinnbronze vorausgingen[6802];
in gewissen französischen Depotfunden aus der Bronzezeit sind neben
85% Kupfer und 8,25% Zinn etwa 6,75% Antimon und Blei vorhanden[6803],
in Fundstücken aus den Pfahlbauten des Neuenburger Sees 10 und selbst
15%[6804] usf. Auch in China stellte man bereits zu sehr früher,
wenngleich nicht näher angebbarer Zeit metallisches Antimon und
Antimon-Blei dar, also ein Hartblei, das dem in Japan noch jetzt zum
Gießen von Spiegeln üblichen glich und vielleicht mit dem weiter oben
erwähnten Char Sînî identisch war, oder doch unter diesem Sammelnamen
mit begriffen wurde[6805]; endlich verstanden auch die alten Japaner,
und nach ~Rivero~ die alten Peruaner, Antimonmetall abzuscheiden und es
mit Silber, Zinn und anderen Metallen zu legieren[6806].

Eine weit bedeutendere Rolle als das metallische Antimon spielte
jedoch das Schwefelantimon oder Grauspießglanzerz, und zwar in Gestalt
seines feinsten, glänzend-schwarzen Pulvers, das sich vortrefflich
zum Schminken, sowie zum Bemalen oder Verlängern der Augenbrauen
eignet. Gebräuche dieser Art, vermutlich Überreste der bei allen
Völkern des Erdballs weitverbreiteten Sitte der Körperbemalung,
lassen sich in den entlegensten Kulturkreisen nachweisen, z. B. in
Mexiko[6807], in Abessinien[6808], in Indien, wo schon dem ~Brahma~
100 Himmelsjungfrauen „Augensalbe“ darbringen[6809], in Babylonien,
dessen älteste Grabstätten aus der Zeit um 3000 bereits Schminknäpfe
und -töpfe aus Alabaster enthalten[6810], vor allem aber in Arabien
und Ägypten. Im Klima dieser Länder erweisen sich nämlich metallische
Präparate wie Braunstein (Mangansuperoxyd), Bleiglanz (Schwefelblei),
Antimonglanz usf. auch als höchst wirksame Vorbeugungs- und Schutzmittel
gegenüber den endemischen Augenkrankheiten verschiedener Art[6811].

In +Ägypten+ z. B. schminkte man bereits während der vorgeschichtlichen
Steinzeit Lider und Brauen schwarz, umgab die Augen mit grünen Ringen
fein gepulverten Malachits (eines Kupfercarbonates) und setzte
unter sie einen grünen Strich[6812]; in den Gräbern dieser Periode
pflegt die Hand der Toten die zum Anreiben der Schminke bestimmten
Schiefertafeln zu halten, die oft schon reich geschmückt sind[6813];
die Schönheit der Ausstattung nimmt unter der Herrschaft der ältesten
Könige, der Horus-Verehrer (um 4240), noch zu[6814], und erst zur
Zeit der Thiniten, um 3000, kommt die Benützung solcher Tafeln
allmählich ab, ist aber auch während des alten Reiches noch nicht
gänzlich verschwunden[6815]. Die der Schminken selbst dauert hingegen
fort: nach den Ritualbüchern des alten Reiches legt der Priester den
Götterbildern schwarze und grüne Schminke auf und bedient sich dieser
auch zum Malen gewisser Zeichen beim Hersagen von Zaubersprüchen und
Beschwörungen[6816]. Um 2500, sowie unter König ~Senkhera~ um 2300,
kommt die schwarze Augenschminke in Säckchen oder Beuteln aus oder
über Pitsew, d. i. Arabien, heißt Stem, Mestem oder Stimmi[6817], und
besteht, soweit die erhaltenen Reste ersehen lassen, aus Bleiglanz
(Schwefelblei)[6818]. Das nämliche gilt von dem „guten Stimmi“ aus
den auf uns gekommenen Toiletten-Kästchen des mittleren Reiches
(2160-1785)[6819], sowie von dem damals im Tempeldienst allgemein
gebräuchlichen, als dessen Ursprungsort die Puntländer angegeben
werden[6820], also Südarabien und Ostafrika; 1901 erhielt aber König
~Sesostris~ II. auch aus Syrien seitens eines Häuptlings ein Geschenk
an Schminke[6821], über deren Beschaffenheit und Herkunft jedoch
nichts Näheres bekannt ist. Erst seit Anfang des neuen Reiches beginnt
man unter Stimmi, welcher Name sich weiter erhält[6822], auch den
Grauspießglanz mitzuverstehen[6823]. Unter ~Thutmosis~ III. und der
Königin ~Hatschepsut~, um 1500, kam die Augenschminke Stimmi oder
Stibi[6824] in Beuteln und Krügen aus dem Punt[6825]; im „Papyrus
~Ebers~“ des nämlichen Zeitalters ist von „echtem“ und von „männlichem“
Stimmi die Rede, -- wonach es also offenbar auch ein „unechtes“
(vielleicht Schwefelblei, vielleicht aber auch bloß Kohle oder Ruß)
und ein „weibliches“ (minderwertiges) gab[6826]. Daß ~Ramses~ III. den
Göttern u. a. 50 Pfunde Stimmi zum Geschenke machte[6827], beweist die
fortdauernde Kostbarkeit dieser Ware auch im 13. Jahrhundert. Woher
die Ägypter zuerst den Grauspießglanz empfingen, steht nicht sicher
fest; die Annahme, daß er über Arabien aus Indien zu ihnen gelangte,
besitzt wenig Wahrscheinlichkeit, denn die schwarze Augenschminke der
Inder, die bei diesen (wie bei allen Orientalen) auch als sicheres
Mittel gegen den „bösen Blick“ galt[6828], bestand aus Schwefelblei
und hieß „Surma“, was auch der indische Name des Bleiglanzes
ist[6829], während „Stimmi“ noch zu Beginn unserer Zeitrechnung nach
den großen Hafenplätzen der vorderindischen Westküste +ein+geführt
wurde, anscheinend aus Ostafrika[6830]; vermutlich waren also dessen
Landschaften seine Heimat.

Die in +Syrien+ und +Palästina+ übliche Augenschminke wird in den
Büchern des alten Testamentes entweder „Puch“ benannt[6831], was
sich in der „Septuaginta“, der zur ptolemäischen Zeit verfertigten
griechischen Bibel-Übersetzung, mit Stimmi wiedergegeben findet, oder
„Kahhâl“[6832]; dieses Wort bezeichnet als „Kuchli“ auch die Schminke,
die König ~Hiskia~ 701 als Tribut an König ~Senacharib~ (~Sanherib~)
abzuliefern hatte[6833] und besagt in den semitischen Sprachen, als
„Kohol“, schließlich oft nichts weiter wie ein sehr feines, im übrigen
aber ganz beliebiges Pulver.

Aus Vorderasien oder Ägypten, wo das Stimmi außer als Zusatz
zu Augenheilmitteln und -kollyrien auch sonst als trocknende,
blutstillende, fäulniswidrige Substanz vielfach in der Medizin benützt
wurde, dürften die +griechischen+ Ärzte seine Anwendung entlehnt
haben. Für die älteste Erwähnung pflegt man die an einer Stelle der
hippokratischen Schriften anzusehen, woselbst bei Erläuterung eines
Rezeptes vom τετράγωνον (Tetrágonon = Viereckigem) die Rede ist,
und zwar ohne jede nähere Angabe[6834]; es bleibt indessen durchaus
zweifelhaft, was unter diesem Tetrágonon zu verstehen sei und ob
sich das Wort nicht etwa bloß auf die äußere (viereckige) Form der
verschriebenen Pastillen beziehe[6835], denn dem Grauspießglanz
kommt keineswegs charakteristische „viereckige“ Gestalt zu, und
von metallischem Antimon, dessen Krystalle zuweilen viereckige
Pyramiden bilden sollen[6836], kann im betreffenden Zusammenhange
nicht wohl die Rede sein. Daß man aber Stimmi tatsächlich bei der
Herstellung gewisser Pastillen benützte, zeigen die Auszüge aus
späteren griechischen (im Original nicht erhalten gebliebenen) Werken
bei den Autoren der beginnenden römischen Kaiserzeit: ~Celsus~
(um 30 n. Chr.) verordnet sehr oft Stimmi, rohes, gewaschenes und
gebranntes, läßt Pastillen und Zäpfchen aus ihm anfertigen und rühmt
es als wohltätig für die Augen, austrocknend und erweichend[6837];
~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.) macht häufig von Stibium oder
Stibi Gebrauch, u. a. von ausgeschmolzenem (coctum)[6838]; ~Plinius~
und ~Dioskurides~ (um 75) kennen Stimmi auch unter den Namen Stibi,
Larbasis (unerklärtes Fremdwort), Alabastron (nach dem Material
der Gefäße?), Chalkedónion (chalkedonisches), Platyophthalmón
(Augen-Erweiterndes), Kalliblépharon (Augen-Verschönerndes),
Gynaikéion (den Weibern Zukommendes), unterscheiden männliches und
weibliches, rühmen seine medizinischen Eigenschaften und wissen,
daß es beim Erhitzen mit Kohle ein Metall ergibt, das sie für Blei
halten (plumbum fit; μολυβδοῦται)[6839]; ~Soranus~ (um 100, zur
Zeit ~Trajans~) empfiehlt Stimmi zu gynäkologischen Zwecken[6840],
~Galenos~ (131-200?) zu ophthalmologischen, laryngologischen, sowie
als allgemeines Prophylaktikum[6841], und in ähnlicher Weise äußern
sich alle späteren Ärzte, bis herab zu ~Marcellus Empiricus~[6842] im
5., ~Alexander~ von ~Tralles~[6843] im 6. und ~Paulos Aigineta~[6844]
im 7. Jahrhundert. Die Verwendung als Kosmetikum, die in der
griechischen Litteratur anscheinend bei dem Komöden ~Antiphanes~ im
4. Jahrhundert v. Chr. zuerst auftaucht[6845], dauert aber während
dieser ganzen Zeit ebenfalls weiter fort[6846]. Mittels Stibi (στίβι)
und der von Stimmi und Stibi abgeleiteten Verba στιμμίζω (stimmízo)
oder στιβίζω (stibízo) übersetzt schon die „Septuaginta“ das Wort
Puch sowie die Ausdrücke für das Schminken mit Schönheitsmitteln
dieser Art, deren sich, wie oben erwähnt, die biblischen Schriften
bedienen[6847]; im „Períplus des Roten Meeres“ (um 40 n. Chr.) ist
von στίμη (Stíme) und στῆμι (Stémi) die Rede[6848]; ~Kriton~, der
Leibarzt der Kaiserin ~Plotina~, der Gemahlin ~Trajans~, verfaßte
ein Toiletten-Handbuch „χρισμᾶτων σκευασία“, dessen allein erhaltene
Kapitelüberschriften ersehen lassen, daß es die Bereitung zahlreicher
Salben, Pomaden und Schminken behandelte, u. a. die der στιμμίσματα
(Stimmísmata) für die Augenbrauen[6849]; über die nämlichen Gegenstände
berichten im 2. Jahrhundert auch ~Pollux~[6850] und ~Galenos~[6851],
deren ersterer vom στίμμις ομματογράφος spricht (dem „Stimmi zum
Augenmalen“), während letzterer die ὁσημέραι στιμμιζόμεναι γυναῖκες
erwähnt („die sich täglich schminkenden Weiber“), wobei στιμμίζειν
ganz ebenso „sich mit Stimmi malen“ bedeutet, wie nach ~Hesychios~
ἀγχουσίζεσθαι „sich mit Anchusa malen“ (= rotfärben)[6852]. Auch als
Name der Sklavin, die ihrer Herrin das Kalliblépharon anschminkt, ist
„~Stimmi~“ überliefert[6853]. Den christlichen Autoren galten alle
Künste dieser Art für spezifisch heidnische, ja teuflische[6854],
weshalb ~Tertullianus~[6855] (gest. 220), ~Arnobius~[6856] (gest. 330),
~Hieronymus~[6857] (gest. 420) und andere sie unbedingt verwerfen und
sich namentlich auf das Schärfste gegen die „orbes stibio fuliginatos“
aussprechen, „die mit Stimmi angerußten Augenbrauen“[6858].

Bei den +alexandrinischen Alchemisten+ gehört, wie in früheren
Abschnitten dargelegt, das Stimmi zu den wichtigsten, und seitens
aller Autoren von ~Pseudo-Demokritos~ bis ~Hierotheus~ am
häufigsten genannten Präparaten. Schon nach dem „Leidener Papyrus“
soll ein Farbstoff fein gerieben werden wie Stimmi[6859], und im
„Papyrus ~Kenyon~“ wird Stimmi von Koptos (in Oberägypten) als
Augenheilmittel empfohlen[6860]. Stimmi (στίμμι, στίβι, στίμι[6861],
στίμη[6862], στήμη[6863]), und zwar koptisches, italisches,
occidentalisches und chalkedonisches, sowie die „Schwärze aus Stimmi“
(μελανία στίμμεως)[6864], erwähnen ~Pseudo-Demokritos~ und seine
Nachfolger[6865]; sie betrachten Stimmi, -- offenbar wegen des
weißen Glanzes seiner Krystalle --, als dem Silber und samt diesem
dem Monde zugehörig[6866], benützen es zum „Machen“ von Gold und
Silber und gewinnen aus der weiblichen Abart Blei, nämlich „unser
Blei“ (μόλυβδος ἡμῶν)[6867], d. i. metallisches Antimon, dessen
Sublimierbarkeit sie kennen und es daher auch als ein Quecksilber
(ὑδράργυρος) ansehen[6868]. Die syrischen Auszüge aus ~Demokritos~
und ~Zosimos~ gedenken ebenfalls des koptischen und italischen
(occidentalischen?) Stimmis[6869], das zum Machen oder Färben von
Gold und Silber „fein wie Kohol“ zerrieben werden muß[6870], das dem
Schwefelblei ähnlich sieht „wie es die Augenärzte durch Verbrennen von
Blei mit Schwefel darstellen“[6871], das als „Staubwolke“ (= feiner
Staub) ein treffliches Augenheilmittel abgibt[6872], und aus dem [bei
der Reduktion] etwas entsteht, was den beiden Quecksilbern [d. i. dem
Quecksilber und Arsen] aus Zinnober oder Sandarach gleicht[6873],
[nämlich das metallische, gleichfalls sublimierbare Antimon]. An einer
Stelle sprechen sie auch von spanischem Stimmi, das sich angeblich gut
zum Blaufärben (?) des Glases eignen soll[6874].

Die +Araber+, denen der Gebrauch des Kohol (eigentlich Kohl) ohnehin
schon wohlbekannt war, fanden ihn auch bei den Syrern vor, ferner
bei den Persern, die ein eigenes „Fest des Stibi“ besaßen, in deren
Ritual das Mittel aber auch an anderen Feiertagen seine bestimmte
Stelle einnahm[6875], sowie besonders bei den Ssabiern, die an gewissen
Festtagen ihre Augen mit Stimmi malten[6876]; sie begegneten ferner
in Persien der in der Pharmakologie des ~Abu Mansur~[6877] von 975
bezeugten medizinischen, sowie in Syrien oder Ägypten der chemischen
Anwendung der Präparate und unternahmen es in ihrer üblichen Weise, die
in allen diesen Beziehungen herrschenden Anschauungen und Lehren zu
vereinigen und zu erweitern.

Der Tradition zufolge bestrich schon ~Muhammed~ seine Augenlider mit
Kohol, nicht anders als dies die Beduinen seit jeher gewohnt waren
und bis in die neuere und neueste Zeit hinein gewohnt blieben[6878];
der Stift, dessen er sich hierbei bediente, war in einer Moschee zu
Kairo als kostbare Reliquie zu sehen[6879]. Die Schriften der „Treuen
Brüder“ überliefern, Stimmi[6880] entstehe durch völlige Verbrennung
seiner Bestandteile, des Schwefels und Quecksilbers[6881], brauche
10759 Tage bis zu seiner gänzlichen „Reifung“[6882] und vermöge dann,
dieser seiner Natur gemäß, selbst nicht mehr weiter zu schmelzen oder
zu verbrennen[6883]. Nach ~Alrazi~ (850-923 oder 932?) ist Stibi
oder Kohol kalt, trocken, adstringierend und nützlich bei vielen
Krankheiten, vor allem bei denen der Augen[6884]; ähnlich äußert
sich in Spanien ~Abulkasis~ (912-1013?) und läßt beim „Brennen“ der
Substanz Blei entstehen[6885]. ~Avicenna~ (980-1037) erklärt im
„Kanon der Medizin“ ausführlich das Wesen des Stimmi[6886], das er
auch Itmid (Atmed oder Atemed) nennt und als „faex plumbi“ (Hefe =
Abfall des Bleies) ansieht[6887], rühmt die treffliche bei Ispahan
in Persien vorkommende Sorte[6888] und führt es (unverändert oder
gebrannt) als Bestandteil zahlreicher bewährter Rezepte an, besonders
solcher für die Augensalben und -kollyrien[6889]. Die spätarabischen
und -persischen Ärzte sowie ihre Jünger wiederholen in bekannter
Weise, und ohne Stimmi und metallisches Antimon stets genügend
auseinander zu halten, die Aussprüche dieser klassischen Autoritäten:
so z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (12. Jahrhundert?)[6890], der
auch den Ausdruck Itmid gebraucht[6891]; ferner die unter dem Namen
„Al Kahhâl“ (= die Schminker) bekannten Augen-Spezialisten des 11.
und 12. Jahrhunderts[6892]; sodann der Armenier ~Mechithar~, der im
„Trost bei Fiebern“ (1184) namentlich den Grauspießglanz von Ispahan
preist[6893]; ~Ibn Baitar~ aus Malaga (gest. 1248), der eine lange
Reihe von Zitaten über Stimmi und Kohol zusammenstellt[6894]; ein
Ungenannter, nach dem Glanz und Sehkraft der Augen durch nichts mehr
gefördert werden als durch „Kohol mit Fliegen verrieben“[6895]; endlich
~Ibn Alʿauwam~ (um 1150), der auch in der Veterinärkunde allerlei „fein
wie Kohol geriebene“ Augenheilmittel verschreibt[6896].

Die Quellen, aus denen das „Steinbuch des ~Aristoteles~“ schöpft,
verstehen unter dem bei den Krankheiten der Augen, aber auch bei
vielerlei anderen, so wohltätigen Itmid bald Antimon-, bald Bleiglanz,
und die Übersetzer bezeichnen es auch als Itmad, Atmid, Azmet, Ezmit
u. dgl.[6897]. Bei den Syrern soll „Tu“, das in der Regel Blei
(Bleiglanz?) bedeutet, auch = Kohol, Stibi oder Stimmi sein[6898]; es
gehört zu den sieben Steinen, die einen „Geist“ (etwas Flüchtiges)
enthalten, tritt in sieben Arten von sieben Farben auf[6899] und
liefert das „Blei des Kohols“ (Alkohls, Alkools, Alchools, Alcofols,
Alchofols)[6900], d. i. metallisches Antimon, das u. a. mit Kupfer die
goldfarbige Legierung Schabah (eine Antimonbronze) bildet[6901]. Für
~Altughrai~ (gest. 1128), den angeblich unter dem Namen ~Artefius~ im
Abendlande frühzeitig bekannten Alchemisten, ist Antimon „ein Stück
des Bleies und hat allermaßen dessen Natur“[6902], und im nämlichen
Sinne sprechen auch die in der „Turba philosophorum“ zitierten älteren
Meister vom Blei aus dem Stein Kuhul[6903]. Nach ~Qalqaschandi~
war im Ägypten des 12. und 13. Jahrhunderts Augenschwärze eine der
wichtigsten Waren und wurde ebenso wie Augenschminke und -salbe
pfundweise verkauft[6904]. ~Alqazwini~ (gest. 1283) erzählt, daß das so
nützliche Antimonium am reichlichsten in Persien zu Ray (bei Teheran)
und in Spanien vorkomme, woselbst ein Berg es bei zunehmendem Monde
regelmäßig in großen Mengen ausschwitze[6905]; die Vortrefflichkeit
der verschiedenen (mindestens viererlei) Sorten Ithmid aus Ispahan
und Spanien bestätigt auch ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327)[6906], hält
seine Entstehung durch Verbrennen von Schwefel und überschüssigem
Quecksilber bei starker Hitze für erwiesen, gibt jedoch zu, daß es
selbst noch weiter vom Feuer verändert werde und u. a. das Eisen
„verbrenne“[6907]. Nach ~Abulfeda~ (1273-1331) übertrifft seit jeher
keine Sorte Kohol die von Ispahan[6908], obwohl auch Spanien und
Westafrika vortreffliche hervorbringen[6909]; tatsächlich wird schon
in den ersten Zeiten des Khalifats der Kohol von Ispahan, von Ray
(bei Teheran) und vom Demawend als vorzügliches Schmink-, Heil- und
Abwehrmittel gegen den „bösen Blick“ empfohlen[6910] und, weil „offen
zutage liegend“, als ein Gemeingut erklärt, auf das dem Herrscher
keinerlei besonderes Schurfrecht oder Regal zustehe[6911]. In den
Erzählungen „1001 Nacht“ findet sich der Kohol unzählige Male erwähnt:
man trägt ihn (nebst dem Silberstift zum Auflegen) in einer kleinen
Büchse an zierlicher Kette um den Hals[6912], er verschönert die Augen
und Augenbrauen[6913], er stärkt die Sehkraft der Neugeborenen[6914],
die Frauen haben Augen „von Natur gefaßt in Linien von Kohol“[6915],
sie sind siegreich „durch den magischen Kohol ihres Blickes“[6916], und
man möchte ihnen „den Kohol vom Augapfel stehlen“[6917]. -- Eine fast
zahllose Menge ähnlicher Bilder weist die schöne Litteratur der Araber
und Perser auf, in deren Liebesgedichten der Kohol einen nicht minder
unentbehrlichen Bestandteil darstellt, wie Moschus und Ambra, Rosen und
Nachtigallen. Schon in den alten Liedern der von ~Abu Tammam~ (805-846)
zusammengestellten „Hamâsa“ heißt es:

    „Zarte Adern schwellen ihrer Augen Stern,
    Deren Schöne mißt schwarze Schminke gern.“

    „Von Augensalbe redet +sie+ mit Hohn,
    Sie braucht sie nicht und hörte nur davon“,

und von einer Negerin:

    „Es ist, als ob das Auge sie färbte mit der Haut[6918].“

~Mutenabbi~ (915-965) sagt:

    „Der Scharfsinn schmückte sie, statt des Kohols, mit Klarheit.“

    „Der eigenen Schwärze des Aug’s gleicht nicht der schwarze
        Kohol“[6919],

~Firdusi~ (940-1020):

    „Durch Augenschminke zu dämonischem Gefunkel
    Verschärft sie ihrer Blicke Dunkel“[6920],

der spanische Araber ~Alcharisi~ (um 1250):

    „Unsere Augen belegten sich wohl
    Mit der Trennung Alkohol“[6921],

und ~Hafis~ (gest. 1390?):

    „O Morgenwind, bring mir Kohol!“[6922].

~Dschami~ (1414-1492) singt:

    „Sie färbt der Braue Neumond,
    Ziert mit Schminke ihre Augen.“

    „Der Staub von deinen Schuhen dient
    Als Schminke meinen Augen“[6923],

ja noch ~Baki~ (1525-1591) ahmt, wie gewöhnlich, ältere Vorbilder in
den Versen nach:

    „Kohol brauch ich nicht fürs Auge,
    Staub der Füße dünkt mir lieblich.“

    „Des Fußstaubs Kohol auf mein Auge fällt.“

    „Gebt Kohol mir aus der Sterne Schnuppen!“[6924].

In der +mittelalterlichen+ Litteratur taucht der Grauspießglanz
unter dem Namen „Antimonium“, dessen Ursprung noch weiter zu
erörtern sein wird, zuerst bei dem schon oben genannten, in Salerno
tätigen ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087) auf, der ihn im Buche
„De gradibus“ als Augenheilmittel, als trocknende, blutstillende,
fäulniswidrige Substanz rühmt[6925]; ~Matthaeus Platearius~ im
„Circa instans“ (um 1150)[6926], sein Sohn ~Johannes Platearius~ (um
1180)[6927], der ~Magister Salernus~ (gest. bald nach 1167) in den
„Tabulae“[6928], ~Nikolaos~ im „Antidotarium“ (gegen 1200)[6929]
und andere Salernitaner schließen sich ihm an, und ersterer hält
diese Substanz, trotz ihrer Ähnlichkeit mit dem Zinn, für kein
eigentliches Metall. Vom Antimonium sprechen ferner: um 1200 der
unbekannte Verfasser gewisser pharmakologischer Verse[6930], Magister
~Bernardus der Provenzale~ im „Kommentar“ zu den „Tabulae“ des
~Magister Salernus~[6931], sowie ~Otho von Cremona~ in „De electione
medicamentorum“[6932]; um 1250 ~Vincentius Bellovacensis~ im „Speculum
naturale“[6933], 1256 ~Aldebrandino di Siena~[6934], um 1260 ~Johannes
de Sancto Amando~, der es für abgestorbenes oder totes Blei (plumbum
mortuum) erklärt[6935]; um 1266 ~Theodor Borgognoni~[6936], um
1270 ~Guilelmus de Saliceto~[6937], und noch etwas später ~Simon
Januensis~ (gest. 1303) und ~Matthaeus Sylvaticus~ (gest. 1342),
bei denen sich neben Antimonium und Antimonum auch die entstellten
Bezeichnungen Aitruad[6938], sowie Stibeos, Stibeus, Stilbos und
Stimeos vorfinden[6939]. Die genannten Schriften, sowie die unter
dem Namen des ~Villanova~ und ~Lull~ gehenden[6940], vermitteln
dann die Kenntnis des Antimoniums den Ärzten und Alchemisten der
folgenden Jahrhunderte, während derer aber auch die Darstellung
des metallischen Antimons zunehmende Ausdehnung gewinnt, und zwar
besonders in Deutschland, das solches um 1500 schon in größeren
Mengen zur Ausfuhr brachte, u. a. nach Italien. Dort erwähnen die
Werke des ~Biringucci~ (1540)[6941], ~Piccolpasso~ (1548)[6942] und
~Pedemontanus-Ruscelli~ (1563)[6943] den „Regulus Antimonii“, das
deutsche Antimon, das man am besten in Venedig erhält, zur Reinigung
des Goldes benutzt, auch u. a. der Glockenspeise zusetzt, weil es den
Ton der Glocken verschönern soll; jene des ~Aldrovandi~ (1522 bis
1601)[6944] sowie seines Zeitgenossen ~Caesalpinus~[6945] besprechen
auch die leichte Reduzierbarkeit des Stibiums zu einem Metall, das sie
bald als Blei, bald als Zinn ansehen. Schärfer als fast alle seine
Vorgänger unterscheidet zwischen „Antimonium crudum“, d. i. dem rohen
Grauspießglanz, und dem Antimonmetall der im Berg- und Hüttenwesen
so erfahrene ~Paracelsus~ (1493-1541), der die „unerschöpflichen
Tugenden“ des Antimoniums preist[6946], Antimon-Präparate (zugleich
mit denen aus verschiedenen anderen Metallen) kühnlich in die Therapie
einführte[6947] und durch diese Neuerungen erbitterte Streitigkeiten
heftigster Art und langandauernde Kämpfe entfesselte: erneuerte doch
die konservative medizinische Fakultät der Pariser Universität noch
über 60 Jahre nach des ~Paracelsus~ Tode durch Ausstoßung des ~Turquet
de Mayerne~ (1573-1655) und anderer hervorragender Ärzte, die antimon-
und quecksilberhaltige Mittel verordnet hatten, ihre oft wiederholten
Versuche, deren Gebrauch unbedingt zu verhindern[6948], und verfaßte
doch ~Carneau~ noch 1656 das Spottgedicht „La stimmimachie, ou le grand
combat des médecins modernes, touchant l’usage de l’antimoine“![6949].
~Dorn~ spricht im „Dictionarium Paracelsi“ von dem aus Stibium oder
Antimonium gezogenen (tractum) „philosophischen Blei“[6950], nennt
im „Clavis totius philosophiae“ das Antimonium oder Stibium auch
Blei-Markasit (Marcasita plumbea) und verwendet das metallische Antimon
zum Reinigen des Goldes[6951]. Ähnlich äußern sich in technologischer
Hinsicht u. a. ~Mathesius~, der in seiner „Bergpostilla“ von 1555 zu
lange und stark erhitztes Spießglas in Blei übergehen läßt[6952],
~Encelius~ (1557)[6953], sowie ~Fabricius~ (1565)[6954], ferner in
medizinischer ~Matthiolus~ (1501-1577)[6955] und ~Amatus Lusitanus~
(1554)[6956], der auch bemerkt, das meist Antimonium genannte Stibium
heiße bei den Spaniern noch jetzt +so+, wie ehemals bei den Arabern,
nämlich Alkohol. Der Name Alkohol war im Laufe des Mittelalters
tatsächlich vollständig in das Spanische übergegangen, und zwar auch
in die Volkssprache, wie dies z. B. die gegen 1500 angeblich von
~Rojas~ verfaßte Sittenkomödie „Celestina“ beweist, in deren 3. und
17. Akt (sie hat deren 21!) die Heldin, eine gemeine Kupplerin, die
Waren aufzählt, die es ihr ermöglichen, sich hausierend in vornehme
Familien einzuschleichen, darunter „soliman“ (Sublimat) und „alcohol“,
also Schminke für die Wangen[6957] und für die Augen[6958]. Auch nach
dem „Wörterbuch der Spanischen Akademie“ bedeutet „alcoholado“ soviel
wie „mit Kohol gefärbt“, und die spanische Bibelübersetzung gibt die
oben angeführte Stelle des ~Ezechiel~ „Du schminktest deine Augen
mit Stimmi“ durch die Worte wieder „alcoholaste tus ojos“[6959]. Die
Bezeichnung Alkohol für ein Feinstes, zu zartestem Pulver Verriebenes,
übertrug dann ~Paracelsus~, völlig willkürlich, im Sinne einer
Quintessenz auf den Weingeist als den wesentlichen und edelsten
Bestandteil des Weines, und diese Benennung gelangte schließlich, wenn
auch nur sehr langsam, zur allgemeinen und dauernden Einbürgerung[6960].

Besonderen Aufschwung erfuhr noch die Anwendung des Antimons durch
die Werke des sog. ~Basilius Valentinus~, die aber nicht, wie man
lange Zeit glaubte, von diesem angeblichen Benediktiner-Mönche schon
um 1450 zu Erfurt verfaßt wurden, sondern ihm erst zu Beginn des 17.
Jahrhunderts durch den „Herausgeber“ ~Thölde~ untergeschoben sind, --
ein Sachverhalt, der schon 1615 dem ~Libavius~[6961], und später u. a.
~Becher~[6962], ~Stahl~[6963], ~Morhof~[6964], ~Leibniz~[6965] und noch
~Sprengel~[6966] nicht unbekannt gewesen zu sein scheint, nachher aber
allmählich in völlige Vergessenheit geriet[6967]. In jenen Werken, dem
„Triumphwagen Antimonii“[6968], in dem sich das Ithmid oder Athmid zu
„Asinat“ entstellt findet[6969], und den „Chymischen Schriften“[6970],
spielen übrigens das als Abart des Bleies betrachtete Antimon und seine
Abkömmlinge nicht nur in medizinischer Hinsicht eine große Rolle,
sondern auch in alchemistischer: galt doch jener „wunderbarliche
Stern“, den das Gefüge des krystallisierten metallischen Antimons
sehr oft deutlich zeigt, als „gestirnter König“, als „Stern der
Weisen“, als „philosophischer Signatstern“, der in besonders nahen
Beziehungen zu den übrigen Sternen und ihren Metallen stehen sollte
und daher den Goldmachern die berechtigtesten Aussichten eröffnete,
zugleich aber auch wieder den Ärzten eine zureichende Erklärung für die
Wunderwirkungen der Antimon-Präparate an die Hand gab. In solchem Sinne
sprechen vom „Sterne des Antimoniums“ (stella antimonii; antimonium
stellatum; regulus stellatus) bereits die von ~Libavius~ in der
„Alchymia“ von 1597 benützten Quellen[6971], -- wenngleich er selbst
das Antimon bald dem Blei gleichsetzt, bald seine Einheitlichkeit
bezweifelt und es aus Quecksilber, Arsen und Schwefel bestehen
läßt[6972] --, desgleichen später ~Suchten~ (1613) in der ebenfalls
von ~Thölde~ „herausgegebenen“ Schrift „Antimonii Mysteria“[6973],
~Poppe~ (1625) in der „Basilica Antimonii“[6974], ~Becher~ in der
„Physica subterranea“ von 1669[6975], ~Kunckel~ in dem um 1690
verfaßten „Laboratorium chymicum“[6976], und noch viele Andere, ja in
gewisser Hinsicht selbst 1732 der so hervorragende, von alchemistischen
Anwandlungen aber keineswegs ganz freie ~Boerhaave~[6977]. Die bei
diesen und ähnlichen Schriftstellern, z. B. bei ~Chartier~ (um 1640)
ausgesprochene Behauptung[6978], „das Antimon sei die großartigste
Medizin der Welt, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die
Metalle“, wurde auch benützt, um die Wirkung des Antimonzusatzes als
Reinigungsmittel bei der Goldschmelze zu erklären: es befreit das Gold
von allen unedlen Resten, es zieht diese als „Magnet der Weisen“ an
sich und in sich, es verschlingt sie, es frißt sie auf, es ist daher
der „Lupus metallorum“, der Wolf der Metalle, der reißende Wolf, der
gierige Wolf, der feurige Drachen, der feurige Satan, der Sohn des
Satans, der höchste Richter, das Bad des Königs usf.[6979].

In der Litteratur des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wird
übrigens unter Stimmi, Kohol oder Antimonium nicht selten sehr
Verschiedenes verstanden, „da es dessen gar mancherlei, den Alten
unbekannt gebliebene Arten gibt“[6980], und bei der Beurteilung der
einzelnen Stellen ist daher häufig einige Vorsicht am Platze; bedeutet
doch noch im 18. Jahrhundert „Stimmi anglicum“ nichts anderes als
Graphit, der damals zuerst in Gestalt eines feinen schwarzen Pulvers
aus England nach Deutschland eingeführt wurde, wo er zunächst als
Anstrichfarbe diente[6981].

Was den +Namen+ Antimonium anbelangt, so bezeichnet schon ~Fabricius~
im 16. Jahrhundert[6982] und ~Ducange~ im 17.[6983] seine Herkunft als
eine unbekannte, und nur weil sie dies war, konnte um die nämliche
Zeit ein (offenbar französischer) Autor es wagen, „Antimoine“ von
„Anti-Moine“ abzuleiten, „weil ~Basilius Valentinus~, der diesen
Stoff mit bestem Erfolge bei der Mast der Schweine verwendet hatte,
ihn zu gleichem Zwecke auch seinen Mitmönchen verabfolgte, wobei sie
aber sämtlich ums Leben kamen“[6984]! Für einen neu eingeführten, und
zwar französischen Namen erklärt Antimonium 1640 ~Chartier~[6985] und
ist der Meinung, er sei aus ἄνθος ἄμμωνος (ánthos Ammonos) gebildet,
d. i. „Blume des ~Ammon~“, nämlich des ~Jupiter Ammon~, da man das
dem Zinn so ähnliche Antimon auch als ein dem ~Jupiter~ zugehöriges
Metall betrachtete[6986]. Neuzeitliche Gelehrte, wie ~Littré~ und
~Huet~[6987], legen als Wurzelwort entweder Stimmi zugrunde, oder
Ithmid (nebst seinen zahlreichen Nebenformen Atmid, Athmid, Athmud,
Othmud, Atemed, Atmed, Itmad, Ithmad, Ismit, Azmet, Ezmêt), lassen
also etwa Al Stimmi oder Al Ithmid sich durch allerlei Zwischenstufen
allmählich zu Antimon abschleifen und berufen sich darauf, daß
derartige Umwandlungen arabischer oder arabisierter Worte, auch
die anscheinend seltsamsten, tatsächlich vorkommen. Dieser Ansicht
schließen sich, obwohl die vermuteten Zwischenstufen bisher nicht
nachgewiesen sind, auch ~Diergart~[6988] sowie ~Ruska~[6989] an,
welcher letztere sowohl Antimon wie Wismut für verdorbene Formen von
Ithmid hält[6990].

In der mittelalterlichen Litteratur kommt, wie bereits ~Ducange~
feststellte, „Antimonium“ zuerst bald nach 1050 bei ~Constantinus
Africanus~ vor und geht aus dessen Schriften in die seiner oben
erwähnten Nachfolger über, zuweilen unter geringer Abänderung, wie
denn z. B. ~Aldebrandino di Siena~ (1256) „Antimomum“ schreibt[6991],
~Simon Januensis~ sowie ~Matthaeus Sylvaticus~ (um 1300) aber
„Antimonum“[6992]. ~Constantinus Africanus~ erklärt nicht erst, was
Antimonium sei, sondern setzt das Wort als bereits bekannt voraus,
entlehnte es also den von ihm benützten Quellenschriften, die
keineswegs, wie man früher annahm, ausschließlich arabische waren,
sondern zum großen Teil auch spätgriechische und byzantinische,
die ihm vieles von ägyptischer und alexandrinischer Herkunft
vermittelten[6993]. Demgemäß darf man annehmen, daß Antimonium
+griechischen+ Ursprungs ist[6994], und zwar spricht alle
Wahrscheinlichkeit dafür, daß es nichts anderes vorstellt als
die latinisierte Form von ἀνθεμώνιον (Anthemónion) = die Blüte,
das Ausgeblühte; das „Tertium comparationis“ bildet dabei die
charakteristische Gestalt des in strahligen, der Blüte der Kompositen
vergleichbaren Drusen krystallisierenden Grauspießglanzes[6995].

Zur Bezeichnung von Pflanzen finden sich begreiflicherweise die
Ausdrücke ἄνθεμον (Anthemon) und ἄνθεμις (Anthemis) vielfältig
verwendet: bei ~Hippokrates~ soll εὐάνθεμον (Euánthemon) u. a. die
Kamille bezeichnen[6996], bei ~Theophrastos~ ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες
die weiße Strahlblume[6997]; bei ~Dioskurides~ kommt neben ἄνθεμις,
der Kamille, auch λευκάνθεμον und μελάνθεμον vor (= die hell- und
dunkelblütige Wucherblume?)[6998]; ~Galenos~ benennt mit Euánthemon
wohl ebenfalls die Kamille[6999], während unter βοάνθεμον (Boánthemon
= Kuhblume), χαλκάνθεμον (Chalkánthemon = erzfarbige Blume) und
χρυσάνθεμον (Chrysánthemon = Goldblume) sowohl er, als auch
~Nikander~ in seinem gegen 200 v. Chr. verfaßten pharmakologischen
Lehrgedichte[7000] mehrere verschiedene Pflanzen zu begreifen
scheinen[7001], u. a. auch die bei den Orphikern und Gnostikern
Chrysánthemon genannte Zauberpflanze, die z. B. in der „Pistis
Sophia“ ~Jesus~ in die Hände seiner Jünger legt[7002]. Bei den
späteren griechischen Botanikern heißt z. B. das Herbströschen (Adonis
autumnalis) ἀντεμώνη (Antemóne), ἀντεμωνιάμ (Antemoniám) oder ἀρτεμόνη
(Artemóne)[7003], wobei zu beachten bleibt, daß die Nachsilbe ιάμ
sichtlich nur ein entstelltes ιόν, Antimoniám also = Antimonión ist,
und daß die Namen vieler Dutzender von Gewächsen[7004] mit Hilfe dieses
nämlichen Diminutivs gebildet sind, das sich für die spätgriechische
Volkssprache und den sog. Vulgärdialekt als so charakteristisch
erweist[7005]. Ebenso heißt das Cyclamen Anthimon oder Antimon[7006],
eine Anthemis-Art (Anthemis pyrethrum?) αρτιμόνιον (Artimónion)[7007]
und eine andere αρτεμόνιον (Artemónion), woher sich wohl der
gleichlautende Name eines Augenheilmittels bei ~Galenos~ erklärt[7008].

Frühzeitig kommen auch übertragene Bedeutungen vor: die Arkaderin
Ἀνθεμόνη (~Anthemone~) nennt die Sage als Geliebte des ~Aineias~[7009];
Ἀνθεμόεσσα (~Anthemoessa~) heißt bei ~Hesiod~ und Ἀνθεμόδη
(~Anthemode~) bei ~Euripides~ die Blumige, Blühende[7010]; dem ἄνθεμον
(Anthemon) gleichen die Verzierungen eines Schildes[7011] sowie
die Zweige der Korallen bei ~Pindar~ (522-442)[7012]; κριάνθεμον
(Kriánthemon) ist der als „Widderhorn“ bekannte Edelstein[7013].
Während der hellenistischen Periode und insbesondere bei den
alexandrinischen Chemikern wird die Entwicklung der Krystalle
durchaus jener der Pflanzen gleichgesetzt[7014], Mineralien, Metalle
und Edelsteine wachsen und wachsen nach, es gibt Krystall-Keime
und -Samen, Krystalle schießen auf oder an, sind aufgewachsen oder
verwachsen, erscheinen blättrig und stenglig, baumartig (dendritisch)
und verzweigt, oder blühen aus (effloreszieren)[7015]; als Blüten des
Mineralreiches[7016], im Sinne des Besten und Herrlichsten, erscheinen
insbesondere die Edelsteine, deren Kostbarster, der Diamant, daher
als „Blüte oder Blütenknospe des Goldes“ (χρυσοῦ ἄνθος; auri nodus)
angesehen wird[7017].

Bezeichnungen wie „Blüte des Silbers oder Bleies“ (ἀργύρου ἄνθος)
für gewisse feine und glänzende Silber- oder Bleiglätten[7018],
„Blüte des Kupfers“ (χαλκοῦ ἄνθος) für das lebhaftrote
Kupferoxydul[7019], „Kupferblüte“ (χάλκανθος, χάλκανθις) für den
blauen Kupfervitriol[7020], „Auf- oder Ausgeblühtes aus Chalkitis“
(ἐπ-, ἐξάνθισμα χαλκίτεως) für Misy[7021], ferner „Blüte des Salzes,
des Öles, des Mehles“ usf., finden sich sehr allgemein von den
hippokratischen Schriften an bis zu jenen des ~Dioskurides~ und
~Galenos~; aus diesen und ihren griechischen Quellen wieder entlehnten
die römischen Autoren, wie schon ~Cato~ (um 200 v. Chr.)[7022],
~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.)[7023], ~Plinius~ und viele
andere ihr flos salis, olei[7024], picis, aeris, siliginis, lapidis
assii (Blüte des Salzes, Öles, Pechs, Kupfers, Mehls, assischen
Steins) u. dgl. mehr. Auch die griechischen Alchemisten sprechen von
ἄνθος[7025] (Blüte = Farbstoff aus Anchusa, Safran usf.), ἄνθος ἁλός
(Salzblüte)[7026], ἅλας ἀνθιόν (ausgeblühtem Salz)[7027], ἄνθος χαλκοῦ
(Blüte des Kupfers, Kupferoxydul)[7028], χάλκανθος oder καλάκανθος
(Kupferblüte, Kupfervitriol)[7029], ἄνθος (Blüte = Effloreszenz) aus
Pyrit und Chalkitarin[7030]; sie bezeichnen krystallisierte Stoffe,
z. B. Alaun, mit dem (zugleich an einen Stern erinnernden) Bilde der
Strahlblume [Symbol][7031] und nennen sie Ep- und Exantheme[7032];
sie lassen das Kupfer bei der Transmutation „Blüten tragen“ (= zu
Gold werden, ἄνθη φέρειν)[7033], die schwefelhaltigen Substanzen bei
der Taricheia aufschießen, wachsen und blühen wie βοτάναι (Botánai
= Kräuter)[7034]; sie bereiten durch wiederholte Sublimation die
gelben „Blumen des Schwefels“ und die schneeweißen „Blumen oder
Blumenkelche (κάλυξ) des Arsens“ (= Arsenigsäure)[7035]; sie
gewinnen als Endergebnis des großen Werkes die Blüte (ἄνθος) des
goldfarbigen Pyrits (χρυσίζων)[7036], d. i. Goldstaub oder Goldpulver,
ἄνθος χρυσοῦ[7037], χρυσάνθιον (Chrysánthion)[7038], χρυσάνθινον
(Chrysánthinon)[7039], χρυσάνθεμον (Chrysánthemon)[7040], oder
χρυσάνθιμον (Chrysánthimon)[7041].

Aus dem Dargelegten ergibt sich zur Genüge, daß das „Antimonium“ des
~Constantinus Africanus~ nichts weiter ist als ein latinisiertes
Anthemónion oder Anthimónion und unmittelbar aus dem Spätgriechischen
stammt; ~Simon Januensis~ und ~Matthaeus Sylvaticus~ erwähnen in
der Tat, -- was bisher unbemerkt geblieben zu sein scheint --,
eine griechische Form Antimonos[7042], deren Quelle sie zwar nicht
angeben, die aber, da sie um 1300 schrieben, im 13. Jahrhundert
jedenfalls noch gebräuchlich war. In einem gegen 1400 verfaßten
byzantinischen Goldschmieds-Traktate glaubte ~Berthelot~ das Wort
ἀντεμόνιον (Antemónion) zuerst vorgefunden zu haben, sprach aber
sogleich die Vermutung aus, daß es wohl schon weit älterer Herkunft
sei[7043]; diese ließe sich bis an die Schwelle der alexandrinischen
Zeit zurückverfolgen, falls sich ergäbe, daß das bisher fragwürdig
gebliebene „Antimio di damia“ der „Compositiones ad tingenda ...“ (8.
Jahrhundert), das ~Berthelot~ für einen Firnis (oder eine Farbe) der
Glasmaler hält[7044], mit Antimon zusammenhängt und etwa „Antimon aus
Damiette“ (Ausfuhrhafen in Ägypten) bedeutet.

Für den durch die bekannte Erscheinung des spätgriechischen sog.
Itacismus hinreichend erklärten Übergang von e in i, also Anthemon
in Anthimon, sowie für jenen des th zu t, also Anthimon in Antimon,
sind schon oben Belegstellen angeführt worden[7045]; die auf den
griechischen Ursprung zurückgehende Schreibweise Anthimonium, mit
th, blieb übrigens noch lange Zeit lebendig, sie findet sich u. a.
in des ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187) lateinischer Übersetzung
des ~Alrazi~[7046] und ~Serapion~[7047] (auf 3 Seiten 13mal),
bei ~Johannes Platearius~ (um 1175)[7048], bei ~Arnoldus de
Villanova~[7049], in der Pestschrift des Mailänder Arztes ~Crato~
von 1378[7050], in der Eßlinger Apothekertaxe von etwa 1550[7051],
in ~Quattramis~ alchemistischem Werke „La vera dichiaratione“ von
1587[7052], in ~Khunraths~ „Medulla destillatoria“ (1594)[7053] und in
des ~Libavius~ „Alchemistische Practic“ (1603)[7054].

Die Voraussetzung, daß dem Dargelegten zufolge auch etwa das arabische
Athmid (Itmid) durch Entstellung von Anthemon entstanden sei, ist
nach ~Ruska~ nicht wahrscheinlich; Ithmid geht vielmehr auf Stimmi
zurück, und die zahlreichen Nebenformen, deren sich insbesondere die
lateinischen Übersetzer der arabischen Autoren bedienen, sind (wie
in so vielen ähnlichen Fällen) durchaus nur durch Verballhornungen
der richtigen Aussprache und durch Einschiebung beliebiger Vokale zu
erklären.




Nachträge.




1. Berthelot als Historiker.


Verschiedene Abschnitte des vorliegenden Werkes machten es
erforderlich, auf erhebliche Mängel der ~Berthelot~schen
geschichtlichen Arbeiten und Auffassungen hinzuweisen, was
vielleicht manchem Leser insofern überraschend gewesen sein mag,
als der Historiker ~Berthelot~, wiederholten und keineswegs erst
der allerjüngsten Zeit entstammenden Einwendungen zum Trotze, immer
noch den Ruf einzigartiger Sachkenntnis, seltenster Umsicht und
unfehlbarer Zuverlässigkeit genießt; indessen ist dieser hauptsächlich
dadurch zustande gekommen, daß der als Chemiker und Gelehrter,
Freigeist und Patriot, Politiker und Minister bereits hochberühmte
Verfasser, dessen rastlose Bemühungen und unermüdliche Tätigkeit auch
auf geschichtlichem Felde keineswegs unterschätzt werden sollen,
ihn im Laufe eines noch langen Lebens und mit allen Mitteln seiner
weitreichenden Einflüsse immer wieder aufs neue selbst für sich in
Anspruch nahm und durch ausgedehnte, von ihm abhängige Kreise in
gleichem Sinne verkünden ließ[7055], bis er schließlich hierin nicht
weniger bei seinen Volksgenossen Glauben fand als im Auslande. Auch
dort wurden seine Schriften in zumeist maßloser und einseitiger Weise
verherrlicht und verhimmelt, wobei indessen den Kritikern zwei Umstände
zur Entschuldigung gereichen: einerseits standen ihre Meinungen mehr
als billig unter dem Eindrucke, den der Umfang des Geleisteten, die
vortreffliche Darstellung, der schöne Stil sowie die selbstbewußte
Sicherheit des Verfassers auf sie ausübten; andererseits ermangelten
sie, entweder völlig oder doch in ausreichendem Grade, gründlicher
eigener, aus erster Hand geschöpfter Kenntnis der betreffenden Quellen
und vollends der gesamten für die Beurteilung der behandelten Fragen
in Betracht kommenden Litteratur. Die unter solchen Verhältnissen
gefällten Urteile standen aber zunächst einmal als maßgebende fest,
und es bedurfte längerer Zeit, bevor sich die Stimmen einzelner
wirklicher Sachkenner erhoben, und noch längerer, bevor sie seitens der
Allgemeinheit einiges Gehör finden konnten.

~Berthelot~ selbst befand sich -- anfänglich wenigstens -- über die
Schwierigkeiten einer „Editio princeps“ der griechischen und gar der
orientalischen Texte alchemistischen Inhaltes nicht im unklaren[7056],
zumal er in dieser Hinsicht nicht die geringste Erfahrung besaß
und außerdem der griechischen Sprache nur in bescheidenem Umfange
mächtig war, vom Arabischen und Syrischen aber kein Wort verstand;
späterhin neigte er jedoch in zunehmendem Maße zur Überschätzung des
zuwege Gebrachten und ließ jede gesunde Selbstkritik vermissen. Die
Voraussetzung für das Zustandekommen guter Ausgaben waren ihm zwar
wohlbekannt und er gibt ihnen an einer Stelle in dem klaren Satze
Ausdruck, man solle sämtliche Handschriften sorgfältig prüfen und den
berichtigten Text vollständig, ohne Auslassung oder Einschiebung,
sowie ohne Zusätze des Herausgebers zum Abdrucke bringen[7057]. Diese
goldenen Regeln befolgte er jedoch nicht nur selbst in keiner Weise,
sondern ließ auch seine (amtlich ihm unterstellten) sprachkundigen
Mitarbeiter (~Ruelle~, ~Duval~, ~Houdas~) nicht frei gewähren, verfügte
vielmehr völlig willkürlich über die Ergebnisse ihrer Leistungen
und gab von deren Umfang und Tragweite ein so wenig zutreffendes
Bild, daß sich diese Gelehrten wissenschaftlich beeinträchtigt und
auch in kränkender Weise zurückgesetzt fühlen mußten[7058]: ihre
Namen waren zwar genannt, an mehr als einer Stelle und auch mit Lob;
aber die ganze, eigentümlich schillernde Art der Darstellung blieb
darauf angelegt, die gesamte geistige Arbeit und überhaupt alles
Verdienstliche allein von ~Berthelot~ ausstrahlen zu lassen, und sie
erreichte dieses Ziel mit solchem Erfolge, daß selbst Fachmänner
wie ~Sudhoff~ oder ~Reitzenstein~ längere Zeit an die alleinige
und persönliche Herausgeber- und Übersetzertätigkeit ~Berthelots~
glaubten[7059]. Dieser große Mann besaß eben auch große Schwächen
und zu ihnen zählte vor allem eine übermäßige Eitelkeit[7060]; sein
Leitmotiv auf +allen+ Gebieten, die er bearbeitete, -- und es wird
hierauf noch weiter unten zurückzukommen sein --, war daher der Satz,
den der einstige Schüler im zweiten Teile des „Faust“ mit den Worten
ausspricht: „Die Welt, sie war nicht, eh’ +ich+ sie erschuf.“

Was die Codices der griechischen Alchemisten anbetrifft, so schenkte
~Berthelot~ allein den in Paris und Venedig befindlichen eingehende
Berücksichtigung, während er von den übrigen bloß einen Teil näher
überprüfen ließ, und auch diesen nicht immer durch Persönlichkeiten von
bewährter Sachkunde. Aber auch die so ermittelten Texte veröffentlichte
er nicht in genauer und wortgetreuer Fassung, vielmehr zog er es vor,
ihnen auf Grund gewisser vorgefaßter Anschauungen, also befangen
in dem, was ~Kopp~ sehr bezeichnend „Pseudopsie“ nennt[7061], eine
neue Einteilung in mehrere Gruppen zu geben und sie dieserhalb zu
zerstückeln (décomposer)[7062], in eine Anzahl von Absätzen aufzulösen,
die oft nur wenige Zeilen lang sind[7063], und mit zugehörigen
Auszügen aus verschiedenen Handschriften sehr verschiedenen Alters
zu durchflechten. Ein solches, von ~Reitzenstein~[7064] mit Recht
als „unbegreiflich“ bezeichnetes, von der Wissenschaft längst als
durchaus unzulässig verworfenes Verfahren der „Rekonstruktion alter
Autoren“ durch unkritisches Zusammenstellen von Resten ihrer Werke mit
Fragmenten späterer und spätester Ausschreiber, war, wie ~Berthelot~
selbst einsah, „nicht ohne Willkür“ durchführbar[7065], und daß er
ihm trotzdessen huldigte, bleibt sehr bedauerlich: der Leser kann
nirgends übersehen, ob die Texte vollständig wiedergegeben sind,
oder Lücken enthalten und welche; da die zeitliche Reihenfolge der
Autoren nicht ausreichend feststeht, und Jüngere oft absichtlich
im Stile der Vorgänger schreiben, ist die Zuteilung der Auszüge
sachlich und chronologisch unsicher; spätere Einschiebsel, ja
ganze Stücke der Kommentare geraten in die eigentlichen Texte; von
+einer+ Handschrift wird oft plötzlich zu einer völlig +anderen+
übergesprungen, die unter Umständen aus rein christlich-byzantinischer,
ja aus spätmittelalterlicher Zeit herrührt[7066]; nicht selten sind
auch minderwertige oder sogar schlechte Handschriften mitbenützt,
„so daß das Corpus ein wirklich geschichtliches Verständnis oft
geradezu ausschließt“[7067], Richtiges, Falsches und ganz aus der
Luft Gegriffenes in unentwirrbarem Durcheinander bietet[7068], und
nach dem Urteile eines Meisters wie ~Diels~ nicht nur als „ganz
unzureichend“ anzusehen ist, sondern „als gar nicht zustande gebracht
und der völligen Neubearbeitung durch einen tüchtigen Philologen
bedürftig“[7069]. Vom nämlichen Gefühle durchdrungen sprach auch
bereits ~Schmidt~ aus: „Noch fehlt gänzlich das wichtige Corpus
Chemicorum“[7070].

Nicht viel besser als mit der Gestaltung des Textes steht es
mit jener der Übersetzungen. Diese ließ ~Berthelot~ durch seine
Mitarbeiter anfertigen, gab sie aber nicht +so+ wieder, wie diese
sie niederschrieben, sondern „revidierte“ sie so lange, bis er einen
seinen vorgefaßten Gesichtspunkten entsprechenden „sens intelligible“
herausgebracht hatte[7071], -- uneingedenk der eindringlichen Warnungen
~Kopps~[7072]. Über ihm Unverständliches oder zur vorgesehenen
Einteilung nicht Passendes ging er dabei nicht selten flüchtig
hinweg, ferner ließ er ganze Textstellen, als „des pures subtilités“
vollständig aus[7073], obwohl ihm nicht unbekannt war, daß auch
Sätze nicht rein sachlichen Inhaltes, ja selbst einzelne magische
Anrufungen oder „barbarische Worte“ als Reste heidnischer oder
altchristlicher Kultformeln, sowie als Überbleibsel alter Anschauungen
und Gebräuche, von außerordentlichem wissenschaftlichem, religions-
oder kulturgeschichtlichem Werte sein können[7074]. Die Übertragungen
aus dem Griechischen und in noch höherem Grade (nach dem Urteile
von Fachmännern) die aus dem Syrischen und Arabischen erweisen sich
daher in der vorliegenden Gestalt vielfach als unvollständig und
unzuverlässig, derart, daß sie nach ~Riess~ „mit dem Original oft
fast nichts zu tun haben“[7075]. Auch ~Lagercrantz~ hebt an vielen
Stellen hervor, wie unrichtig und ungenügend begründet ~Berthelots~
Übersetzungen zuweilen sind[7076], wie willkürlich und gewaltsam er
oft verfuhr[7077], wie er manches als anscheinend unwichtig wegläßt,
manches als anscheinend wichtig zusammenfügt[7078], die überlieferte
Anordnung durch Umstellung zerstört[7079], voreilige Angaben und
Folgerungen zugrunde legt, usf.[7080].

Die Erklärungen und Kommentare werden gleichfalls durch schwerwiegende
Fehler entstellt[7081]. Als einer ihrer größten Mängel tritt hervor,
daß ~Berthelot~ die Werke des ~Platon~ und ~Aristoteles~ nicht genügend
kannte und daher den Inhalt ihrer Lehren und deren ausschlaggebende
Einflüsse nur dem Ungefähr nach zu beurteilen[7082], nicht aber ihrer
wahren Tragweite gemäß darzustellen vermochte; überhaupt fehlte es
ihm an ausreichender Kenntnis der griechischen Philosophie und ihrer
Geschichte, wofür als einziger, an dieser Stelle aber ausreichender
Beweis die Behauptung angeführt sei, „es stehe fest, .... daß die
Lehren der Stoïker in Alexandria so gut wie unbekannt geblieben
seien“[7083]. Ein weiterer und tiefgreifender Mangel ist es, daß
~Berthelot~ nicht selten in der Art seiner Darstellung die objektive
Gerechtigkeit gegenüber den Leistungen seiner Vorgänger und den
Verdiensten anderer Forscher völlig vermissen läßt[7084], daß er ihre
Namen nicht oder nicht nach Gebühr oder erst dann nennt, wenn sich ihre
Ansichten als unrichtig herausgestellt haben sollten, und daß er die
Quellen, aus denen er schöpfte, bald gar nicht, bald unzureichend, bald
nur in ganz versteckter Weise angibt[7085]; und doch wäre ~Berthelot~
hierin zu besonderer Genauigkeit verpflichtet gewesen, denn er war
auf Grund seiner in der Jugend gemeinsam mit ~Renan~ betriebenen
Studien[7086] der deutschen Sprache ausreichend mächtig und durch die
Fähigkeit, deutsche Bücher und Werke zu benützen, der großen Mehrzahl
seiner gleichaltrigen Landsleute an Kunde der fremden Litteraturen
himmelweit überlegen.

Am auffälligsten und unerklärlichsten erweist sich, -- wie schon in
den vorhergehenden Abschnitten wiederholt auszuführen war --, sein
Verhalten gegen ~Kopp~, dessen geradezu vorbildliche Genauigkeit und
Gewissenhaftigkeit in der Verwertung einer riesigen Quellen- und
Litteraturkenntnis noch neuere Gelehrte, wie ~Hoffmann~[7087] und ~E.
Wiedemann~[7088], immer wieder bewährt fanden und rühmend hervorheben,
und dessen Werke, insbesondere die „Beiträge zur Geschichte der
Chemie“, wahre Denkmale grundlegender Erkenntnis, kritischer Sorgfalt,
sowie historischer Einsicht, Umsicht und Vorsicht sind, -- trotz
ihrer zuweilen unübersichtlichen Anordnung, ihrer schwerfälligen und
oft verworrenen Schreibweise und des Fehlens ausreichender Register.
Von gebührender Würdigung und Anerkennung ~Kopps~ und vom offenen
Eingeständnisse, daß sich auf dessen Leistungen die seiner sämtlichen
Nachfolger durchaus aufbauen, findet man bei ~Berthelot~ keine Spur.
Über die „Geschichte der Chemie“ sagt er nur, „man könne dieses
gelehrte Werk zurate ziehen (consulter)“[7089], und gelegentlich
der Aufzählung der Quellen[7090] bleiben ~Kopps~ Schriften ganz
unerwähnt, vor allem die „Beiträge“, obwohl ~Berthelot~ für seine
Zwecke gerade ihnen das Meiste entnahm: besprechen sie doch allein
die alchemistischen Handschriften und Litteraturnachweise auf nicht
weniger als 100 Seiten[7091], stellen bereits fest, daß der jetzige
+Inhalt+ des „Codex Marcianus“ sein altes Inhalts+verzeichnis+ nicht
mehr deckt[7092], erörtern von Fall zu Fall die Übereinstimmungen
oder Abweichungen seiner Angaben und jener der verschiedenen übrigen
Codices[7093], usf. Demgegenüber weiß ~Berthelot~ nur zu berichten,
daß die Beiträge eine ausführliche und interessante Zusammenstellung
über Manuskripte enthalten[7094], daß ~Kopp~ in ihnen derlei Notizen
vereinigt und einander nähergebracht habe (réuni et rapproché
ces notices)[7095], und daß sie mehrere lehrreiche Abbildungen
aufweisen[7096]; über alles Sonstige bewahrt er Stillschweigen, so
daß der Uneingeweihte glauben müßte, er habe die Beiträge gar nicht
näher gekannt, bewiesen nicht seine Zitate in einem ganz anderen Werke
(dem über ~Lavoisier~) das Gegenteil[7097], und bezeugte nicht die
weitgehende Ausnützung ihres gesamten Inhaltes, daß er mit diesem bis
in alle Einzelheiten genau vertraut war. Über ein so unbegreifliches
Verhalten läßt sich wohl kein anderes Urteil fällen als das seitens des
vortrefflichen Historikers der Chemie, ~E. v. Meyer~, ausgesprochene:
„~Berthelot~ hat ~Kopps~ grundlegende Forschungen rücksichtslos
ignoriert“[7098]. Dies war auch der Eindruck, den ~Kopp~ selbst empfing
und er versuchte deshalb schon nach dem Erscheinen der „Origines“,
seine Ansprüche in einer kurzen und rein sachlichen Darlegung zu
wahren, die er den „Annales de chimie et de physique“ einsandte;
~Berthelot~ wußte jedoch nicht nur diese zur Ablehnung der Aufnahme zu
bestimmen, sondern verhinderte durch seine Einflüsse auch den Abdruck
in irgend einer anderen maßgebenden französischen Zeitschrift, was
~Kopp~ „als der Wissenschaft unwürdig“ tief verstimmte[7099], ihn
aber nicht hinderte, in seiner „Alchemie“ der „Origines“ mit einigen
anerkennenden Worten zu gedenken[7100].

Noch erheblich schlechter als ~Kopp~ fahren bei ~Berthelot~ seine
Landsleute ~Hoefer~ und ~Chevreul~. Anfänglich kann man zwar ~Hoefers~
gelehrte „Histoire de la Chimie“[7101] ebenfalls noch mit Nutzen
einsehen, und sie enthält einige interessante Figuren[7102]; der
Verfasser sprach in ihr von den griechischen Texten, und gab einige
Auszüge und Übersetzungen[7103], -- in Wirklichkeit nehmen die
griechischen Texte 12 Seiten ein[7104], die Inhaltsangaben der Pariser
Manuskripte 43[7105], und die Anweisungen zu ihrer Herausgabe, die
~Berthelot~ nur zum Teil befolgte, 4[7106]. Später heißt es, ~Hoefer~
sei oberflächlich und unzuverlässig, seiner Meinung z. B., der Satz des
~Dioskurides~ „Quecksilber finde sich ἐν μετάλλοις“ sei alchemistischen
Inhaltes, habe sich ~Berthelot~ anfangs angeschlossen[7107] (ohne
~Hoefer~ zu nennen!), sie aber bei weiterem Nachdenken als falsch
erkannt[7108] (wobei dann ~Hoefers~ Name hervortritt); ~Hoefer~
druckte den ~Marcus Graecus~ fehlerhaft, schlecht und als neu ab,
weil er, entgegen ~Berthelot~, die Veröffentlichung des ~Porte du
Theil~ [die aber nur ein Privatdruck war!] übersehen hatte[7109], --
wobei jedoch unerwähnt bleibt, daß schon ~Kopp~ diese kannte und die
Verschiedenheiten der Manuskripte erörterte. Schließlich hat ~Hoefer~
gar keine wirkliche Sachkenntnis, sondern schreibt den alten Autoren
des 16. und 17. Jahrhunderts nach[7110] und ist ein unerfahrener
Phantast, der überhaupt von Chemie fast nichts verstand[7111].
Auch wenn man weiß, daß ~Hoefer~ die alte, sehr reichhaltige und
genaue „Geschichte der Chemie“ von ~Gmelin~[7112] höchst ausgiebig
benützte[7113] und den Schriften ~Chevreuls~ viele Einzelheiten
entnahm[7114], erscheint ein solches Urteil durchaus befangen und
äußerst ungerecht; freilich aber war ~Hoefer~, der Freund ~Alexander
von Humboldts~ und Übersetzer seiner Werke, ein durchaus selbständiger,
dem Cliquenwesen zeitlebens völlig fernstehender Mann, dem daher im
offiziellen Frankreich ungefähr die nämliche Behandlung zuteil wurde
wie vor ihm ~Gerhardt~ und nach ihm ~Tannéry~. -- Über ~Chevreul~, der
in Frankreich für die Geschichte der Chemie durch seine langjährigen
und eingehenden Arbeiten zweifellos das Bedeutendste vor ~Berthelot~
leistete[7115], findet dieser überhaupt nichts zu sagen, geht selbst
in der biographischen Darstellung, die das Buch „Science et libre
pensée“[7116] enthält, auf diese Seite seiner Tätigkeit nicht ein und
erklärt sie also hiermit für der Erwähnung gar nicht wert.

Was übrigens die „alten Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts“ sowie
ihre Nachfolger betrifft, so sind deren Kenntnisse und Leistungen, wie
~Berthelot~ selbst am besten wußte, keineswegs gering anzuschlagen. In
dem Absatze der „Origines“ über die von Vorgängern herrührenden Studien
und Veröffentlichungen betreff der griechischen Alchemisten[7117],
sowie an einigen anderen Stellen seiner Werke, sagt er von ihnen
allerdings nur, sie hätten die Titel der griechischen Urschriften und
auch diese selbst gekannt, sie gelesen und zuweilen zitiert, sie
besprochen, einige Notizen und Fragmente aus ihnen veröffentlicht,
usf.; aus diesen Worten kann sich aber niemand einen annähernd
zutreffenden Begriff vom wirklichen Sachverhalte bilden, namentlich
wenn Gelehrte in Frage kommen wie die beiden ~Scaliger~ (1484-1558 und
1540-1609), ~Casaubonus~ (1559-1604) oder gar ~Salmasius~ (~Saumaise~,
1588-1653), dessen Darbietungen seines bewunderungswürdig vielseitigen
antiquarischen Wissens zwar durch die geradezu trostlose Form der
Darstellung sowie durch die Verquickung mit kleinlichen sachlichen
oder persönlichen Streitigkeiten ganz erheblich an Wert verlieren,
aber auch heute noch wahrhaft unversiegliche Quellen mannigfaltigster
Belehrung bilden. Solche hat auch ~Berthelot~ aus ihnen in reichem Maße
geschöpft und wenn er in bezug auf diese und andere Werke kurzweg sagt,
„er habe sie benützt“, „er habe aus ihnen Nutzen gezogen“ (on a tiré
parti)[7118], so erscheint dies nicht ausreichend und gestattet weder
zu ersehen, +was+ ~Berthelot~ ihnen entnahm, noch auch, ob er dies
in fehlerfreier Weise tat. Verhüllungen und unbestimmte Andeutungen
dieser Art liebt übrigens ~Berthelot~ außerordentlich, so daß er
zuweilen Schriften ohne Nennung ihrer Verfasser anführt, zuweilen
Autoren ohne Nennung ihrer Werke, während er auch wieder, -- nur für
den Kenner ersichtlich --, statt der in der Regel beigezogenen Ausgaben
gewisser Schriftsteller +andere+ benützt, diese aber gar nicht, oder
nur an einer einzigen Stelle zufällig erwähnt[7119], wie z. B. die
~Sprengel~sche des ~Dioskurides~[7120], oder die ~Sillig~sche des
~Plinius~[7121]. Nachstehend sei, ohne Anspruch auf Vollständigkeit,
eine alphabetische Liste von Werken gegeben, die ~Berthelot~ fraglos
(zum Teil offenbar aus ~Kopps~ „Beiträgen“) gekannt und vielfach
gebraucht, jedoch nicht, nicht in entsprechender Weise, oder nur ganz
nebenbei namhaft gemacht hat[7122]:

  ~Ameilhon~: Aufsätze über alchemistische Zeichen und Kunstausdrücke,
  über ~Demokritos~ und ~Synesios~, in den „Notices et Extraits des
  manuscrits de la Bibliothèque Nationale“, Bd. 5-7 (Paris 1799, 1801,
  1804)[7123].

  ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786
  ff.)[7124].

  ~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ (Kopenhagen 1668);
  „Hermetis et Aegyptiorum sapientia“ (Kopenhagen 1774).

  ~Cardanus~, „De subtilitate“ (Lyon 1554); „De rerum varietate“
  (Avignon 1558)[7125].

  ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856)[7126].

  ~Conring~, „De hermetica medicina“ (Helmstädt 1648 und 1669).

  ~Ducange~, „Glossarium mediae et infimae Graecitatis“ (Lyon 1688).

  ~Etienne~ (~Estienne~) s. ~Stephanus~.

  ~Fabricius~, „Bibliotheca graeca“ (Hamburg 1708 ff.); u. a. mit
  Abdruck aus ~Pizzimenti~ (Padua 1573).

  ~Gmelin~, „Geschichte der Chemie“ (Göttingen 1797).

  ~Gruner~, „der um 1800 einige Fragmente in schwer zugänglichen
  [deutschen] Dissertationen und Programmen veröffentlichte“[7127].

  ~Hauréau~, „Histoire littéraire de la France“, Bd. 28[7128].

  ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1842).

  ~Jacobs~ und ~Ukert~, „Beiträge zur älteren Litteratur“ (Leipzig
  1835)[7129].

  ~Jourdain~, „Geschichte der aristotelischen Schriften im
  Mittelalter“[7130], üb. ~Stahr~ (Halle 1831).

  ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869 ff.).

  ~Labbé~, „Nova Bibliotheca“ (Paris 1653).

  ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“ (Paris 1876)[7131].

  ~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (La
  Haye 1742).

  ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829)[7132].

  ~Merrifield~, „Original treatises on the arts of painting“ (London
  1849)[7133].

  ~Montfaucon~, „Palaeographia graeca“ (Paris 1708); „Bibliotheca
  Bibliothecarum“ (Paris 1739).

  ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1695 und 1714).

  ~Palladius~, „De febribus“, ed. ~Bernard~ (Leiden 1745)[7134].

  ~Reinesius~, „Variae lectiones“ (Altenburg 1640); s. ~Fabricius~ Bd.
  12 (Hamburg 1724).

  ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863).

  ~Rulandus~, „Lexicon alchemiae“ (Nürnberg 1571; Frankfurt 1612).

  ~Salmasius~, „Plinianae exercitationes“ (Paris 1629; Utrecht
  1689)[7135].

  ~Scaliger~, J. C., „Exercitationes“ (Frankfurt 1607)[7136].

  ~Schneider~, „Eclogae Physicae“ (Jena 1801)[7137].

  ~Stephanus~, R. und H., „Thesaurus linguae latinae“ (Paris 1534),
  „Thesaurus linguae graecae“ (Paris 1572).

  Wiener „Quellenschriften für Kunstgeschichte“ (Wien 1871 ff.)[7138].

  ~Wüstenfeld~, „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“
  (Göttingen 1840)[7139].

Daß in dieser Hinsicht ein eigentümliches Verhalten ~Berthelots~
vorliegt, kann man aus der Tatsache schließen, daß er z. B. selbst
seinen ältesten und getreuesten Freund ~Renan~, dem er wohl alles
verdankte, was er unmittelbar über die orientalische Litteratur
wußte, nur ausnahmsweise anführt[7140]; ebenso bezeichnet er zwar
seinen Mitarbeiter ~Ruelle~ als Urheber einer für die Textgestaltung
des „Marcianus“ wichtigen Hypothese[7141], nennt ihn aber bei deren
späteren Besprechungen nicht wieder[7142], und sagt schließlich
„j’ai établi ...“[7143]. Auffällig ist endlich, daß ~Berthelot~
einige Male Quellen anführt, die er, entgegen dem, was hiernach
jeder Leser annehmen muß, anscheinend gar nie zu Gesichte bekommen
oder doch in keiner Weise berücksichtigt hat: zu diesen zählt u. a.
~Lürings~ „Commentaire médicinal“[7144], in Wirklichkeit eine
Straßburger Dissertation von 1888, betitelt „Die über die medizinischen
Kenntnisse der alten Ägypter berichtenden Papyri“[7145], der Aufsatz
~Gildemeisters~[7146] über den Namen der Chemie[7147], und „der
Artikel über Chemie, den der gelehrte Professor ~Hoffmann~ in Kiel für
~Heumanns~ Lexikon schrieb“[7148].

Angesichts dieser Tatsachen wird es erklärlich, daß ~Berthelot~ unter
Beiseitesetzung alles von Vorgängern und Zeitgenossen Geleisteten
allein seinen eigenen Arbeiten Geltung zuerkannte und ihnen in stetig
zunehmendem Maße und in immer begeisterteren Tönen eine Verherrlichung
angedeihen ließ, die jede billige Grenze auch für denjenigen weitaus
überschreitet, der ihre wahre Bedeutung gerne und freudig anerkennt.
Betreff der griechischen Alchemisten heißt es z. B.: Der Ursprung,
die theoretischen Grundlagen, die Philosophie der alten Chemie und
Alchemie lagen bisher im Dunkel[7149], man befand sich in völliger
Unwissenheit über die von ihnen ausgegangenen Einflüsse[7150], auch
übte man an ihnen keine modern-exakte historische Kritik, sondern
zitierte wie ~Hoefer~ die Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts[7151];
+ich+ habe die verlorenen Lehren und die Geschichte der führenden
Ideen aufgefunden[7152]; ich zeigte die Abkunft der Alchemie von den
Praktiken der ägyptischen Metallurgen und Goldarbeiter, die erst
nachahmten und fälschten, dann aber selbst an das „Machen“ glaubten,
und zwar infolge philosophischer, magischer und astrologischer
Vorstellungen, die auf babylonische Quellen zurückgehen[7153]; ich
schlang auf diese Weise das historische Band, das Theorie und Praxis
der Alten mit jener der griechischen Alchemisten und ihrer Nachfolger
verknüpft[7154]; ich entdeckte so neue und unerforschte Regionen,
bewirkte eine wahre Auferstehung, und rekonstruierte durch meine
Studien eine ganze Wissenschaft[7155]; ich eröffnete neue Einsichten
hinsichtlich des Aufbaues, des Zusammenhanges und der Anordnung der
griechischen Texte und publizierte diese als „les preuves de ma
découverte“[7156]; ich löste hierdurch das alte Rätsel (la vieille
énigme) der Alchemie[7157].

Bezüglich der arabischen Alchemie sagt ~Berthelot~: Die wahre Alchemie
der Araber war bis auf den heutigen Tag unbekannt[7158]; +ich+
entdeckte ihren Zusammenhang mit jener der Griechen und wies dessen
Spuren in den sog. arabischen Übersetzungen nach[7159]; ich habe die
herrschenden Ansichten über das chemische Wissen der Araber nicht
weniger als vollständig umgestürzt[7160]; ich habe die maßgebenden
Kenntnisse geschaffen und die bisher unedierten Quellen unter der
schätzbaren Beihilfe ~Duvals~ herausgegeben[7161]; ich habe diese
ungeheuere und schwierige Arbeit verrichtet, die noch niemals in
wirklich kritischer Weise versucht worden ist[7162]. An die Echtheit
der ~Geber~schen Schriften glaubte ich anfangs[7163] „wie fast alle
Welt“, später aber stiegen mir Zweifel auf und führten mich dahin,
sie als lateinische Apokryphen und Pseudonyme des 13. Jahrhunderts
anzusehen[7164]; ich zeigte, daß ~Gebers~ „Summa“ (verfaßt gegen 1300),
sowie das „Testamentum“ und die „Alchimia“ (verfaßt nach 1300?), weder
Theorien noch Autoren zitieren[7165], sich vielmehr auf bestimmt
und klar beschriebene praktische Versuche aufbauen[7166] und rein
scholastische Art und Mache verraten[7167]; ich legte klar, daß die
arabischen Originale des ~Geber~ nicht bekannt sind und daß lateinische
Übersetzungen dem ~Albertus Magnus~ und ~Vincentius Bellovacensis~ im
13. Jahrhundert nicht bekannt waren, was ein ganz unerwartetes Ergebnis
von hervorragendster Bedeutung (question capitale) vorstellt[7168] und
die gesamte bisherige Geschichte der Chemie als eine durch Unwissenheit
verfälschte dartut[7169]; ich entdeckte, daß schon die Persönlichkeit
des ~Geber~ fragwürdig ist, daß die Werke des ~Dschabir~ nicht die dem
~Geber~ zugeschriebenen Kenntnisse enthalten, sondern sich meist in
weitläufiger und sehr allgemeiner Weise über die alten griechischen
Theorien verbreiten[7170], und daß bereits ~Dschabir~ selbst „un peu
légendaire“ ist[7171].

Hinsichtlich der späteren Zeiten äußert sich ~Berthelot~: Die
Jahrhunderte vor dem 14. waren bisher „à peu près ignorés“[7172]; +ich+
ermittelte den Zusammenhang ihrer Alchemie mit der antiken, sowie die
wichtige Rolle, die hierbei den Kunsthandwerken zufällt[7173]; ich
erwies die mindestens seit dem 3. Jahrhundert bestehende „filiation non
interrompue“[7174], wenn auch alle Gelehrten, die die alchemistischen
Handschriften kannten, schon seit 1600 eine mit dem 5. Jahrhundert
beginnende für zweifellos erachteten[7175]; ich durchschaute die
„filiation historique“ der antiken Theorien und Praktiken in den
Überlieferungen der Künste und Gewerbe, die bisher kein Mensch
beachtete oder ahnte (que personne n’avait soupçonnée) und entdeckte
diese durchaus grundlegende Tatsache (ce fait capital)[7176].

Überblickt man die angeführten, von ~Berthelot~ erhobenen Ansprüche,
so muß man, da eine so gänzliche Unkenntnis der gesamten einschlägigen
Litteratur nicht anzunehmen ist, die Selbsttäuschung geradezu
erstaunlich, ja in vielerlei Hinsicht völlig unbegreiflich finden.
Einschlägige, bereits an früheren Stellen des vorliegenden Werkes
hervorgehobene Einzelheiten sollen hier nicht wiederholt werden.
Nochmals hingewiesen sei nur, betreff der beiden „capitalen“
Entdeckungen: einerseits auf die eingehenden Darlegungen über die
Erhaltung der antiken Traditionen in den ~Berthelot~ durchaus
geläufigen „Original treatises“ der ~Merrifield~ (1849)[7177],
in den (von dieser oft zitierten) ~Eastlake~schen „Beiträgen zur
Geschichte der Ölmalerei“[7178], und in den Wiener „Quellenschriften
für Kunstgeschichte“; andererseits aber auf die älteren Angaben über
die Frage der Echtheit von ~Gebers~ Schriften[7179], die ~Berthelot~
sehr unzureichend mit den Worten abtut, er habe anfangs „wie fast
alle Welt“ an sie geglaubt. Die Zweifel an der Person und den Werken
des ~Dschabir~ äußert doch schon gegen 1000 der „Fihrist“[7180]; daß
arabische Originale ~Gebers~ nicht vorliegen und daß weder solche noch
lateinische Übersetzungen den Autoritäten des frühen Mittelalters
bekannt waren, wußten bereits die älteren Orientalisten und Historiker
der Chemie; ausdrücklich sagt auch ~E. Wiedemann~ schon 1878[7181], daß
die in den arabischen Codices der Leidener Bibliothek enthaltenen Werke
~Dschabirs~ sich ganz im mystischen Gedankengange der griechischen
Alchemisten bewegen und nicht den klaren wissenschaftlichen Geist der
lateinischen (~Geber~schen) Schriften zeigen, die ebenso unecht sind
wie die sog. Alchemie („De anima“) des ~Avicenna~[7182].

Den „Schöpfer“ aller dieser Erkenntnisse, und damit der Geschichte der
Chemie, kann sich daher ~Berthelot~ mit ebensowenig Recht nennen wie
etwa den Schöpfer der „chemischen Synthese“, als welchen er sich mit
etwas umschriebenen Worten in den „Origines“ bezeichnet, und mit ganz
unverblümten in späteren Werken[7183], -- obwohl die ersten Synthesen
organischer Stoffe, der Oxalsäure und des Harnstoffes, schon 1824
und 1828 von ~Wöhler~ ausgeführt worden waren[7184], der durch sie
die uralte starre Scheidewand zwischen anorganischen und organischen
Substanzen umstürzte, der sog. „Lebenskraft“ den eigentlichen
Todesstoß versetzte, und so eine wissenschaftliche Tat allerersten
Ranges vollbrachte, eine wahrhaft „capitale“. In „Science et
Philosophie“[7185] ist aber von ~Wöhler~ im Abschnitte „Über organische
Synthese“ gar nicht die Rede[7186], und in dem „Über die allgemeinen
Methoden der Synthese“ nur ganz nebenbei als vom Urheber einer
„sehr einfachen“ und „isoliert gebliebenen“[7187]; in „La synthèse
chimique“[7188] wird ~Wöhler~ zunächst ebenfalls ganz übergangen[7189],
und erst gelegentlich ~Kolbes~ Synthese der Essigsäure von 1845
flüchtig erwähnt, -- doch sollen diese Entdeckungen der tieferen
Bedeutung ermangeln[7190], nämlich jenen ~Berthelots~ gegenüber.
Aber schon wo diese zuerst im Zusammenhange dargestellt werden, in
der „Chimie organique fondée sur la synthèse“[7191], spricht sich
~Berthelot~ über seine Vorgänger in so eigentümlicher, den Sachverhalt
für jeden, der ihn nicht schon genau kennt, so völlig verschleiernder
Weise aus, daß ~Wöhler~, der bekanntlich eine sehr spitzige
Feder führte, hierüber an ~Liebig~ schrieb: „Das ~Berthelot~sche
Buch ist freilich an sich so jesuitisch abgefaßt, daß selbst für
oberflächliche Fachleute der Anschein entstehen kann, als hätte es
vor ihm noch gar keine wissenschaftliche organische Chemie gegeben,
als sei nichts von der künstlichen Bildung organischer Verbindungen
aus den Elementen bekannt gewesen[7192].“ An eine Berichtigung war
natürlich auch in diesen Fällen nicht zu denken; denn es gehörte zu
den Absonderlichkeiten ~Berthelots~, selbst ganz offenbare Irrtümer,
in die ihn weniger gründliche Arbeiten und hartnäckig festgehaltene
rückständige Ansichten wiederholt verstrickten, nicht, nicht in
offener Weise, und auch nicht ohne weiteres zuzugestehen, sie vielmehr
durch Ausflüchte und Hypothesen aller Art so lange als möglich zu
bemänteln[7193]. In diesem Sinne schreibt der berühmte Chemiker
~Wurtz~, der viele Jahre lang ~Berthelots~ Kollege, und oft in
wissenschaftliche Streitigkeiten mit ihm verwickelt gewesen war, an
~Van’t Hoff~, als dieser eine unrichtige Beschuldigung ~Berthelots~
zurückwies, von ihm aber keinen Widerruf erlangen konnte: „Herrn
~Berthelot~ müssen Sie gänzlich einkreisen, sonst wird er sich in
der Richtung der Tangente drücken“ (à M. ~Berthelot~ il faut être
très-serré, sans cela il s’échappera par la tangente)[7194].

                              ——————————

In den Studien des frühverstorbenen, scharfsinnigen Wiener
Kunsthistorikers ~Kallab~[7195] über die Biographien des ~Vasari~
(1512-1574), in denen er auch gewisse Auffassungen ~Thodes~
gegenüber jenen ~Justis~ auf das Entschiedenste verurteilt,
finden sich Sätze, die vollkommen +dem+ Ausdruck geben, was auch
als Zweck der vorstehenden Ausführungen zu betrachten ist. Sie
lauten: „Diese Darlegungen sind gewiß sehr hart und scharf; aber
sie nehmen augenscheinlich die +Sache+ aufs Korn; .... nirgends
ist wohl Patriarchentum weniger am Platze und schädlicher als in
der Wissenschaft[7196].“ „~Vasari~ zitiert Autoren, Urkunden und
Gewährsmänner, aber so, daß durch die Zitate das, was er aus ihnen
entnommen hat, verborgen wird; ... nicht immer ist er dabei völlig naiv
und bona fide verfahren; jedenfalls läßt er sich von dem Vorwurfe, aus
Eitelkeit seine Hauptquellen absichtlich verschwiegen zu haben, nicht
reinwaschen[7197].“ -- Ebenso paßt zumeist wörtlich auf ~Berthelots~
Textausgaben und auf die Ergebnisse, die die Art seiner Zusammenarbeit
mit ~Ruelle~, ~Duval~ und ~Houdas~ zeitigen mußte, was ~Ruska~
im „Steinbuche des ~Aristoteles~“[7198] über die mineralogischen
Schriften ~Clement-Mullets~ sowie über die Zusammenarbeit ~De Mélys~
und ~Courels~ sagt: „Das Durcheinander der zitierten Handschriften
ist für eine zeitliche Orientierung überaus hinderlich; ...
die [des Herausgebers] Erwartung, daß den Beschreibungen stets
bestimmte Kenntnisse und Tatsachen zugrunde liegen, ist vielfach
zuversichtlicher, als wir es nach unseren Eindrücken von dem Charakter
dieser Litteratur gerechtfertigt finden können; ... ein unmethodischer
Eklektizismus bietet weder dem Philologen, noch dem Historiker, noch
dem Mineralogen, was er erwartet; ... Paragraphen sind übergangen, die
für den Philologen gleichgültig sind, auch wenn sie für den Technologen
nützlich sein mögen; ... statt einer objektiven, möglichst nach Quellen
und Zeiten disponierten, geschichtlichen Darstellung des wirklichen
Inhaltes ... haben wir leider nur eine subjektive und willkürliche
Auswahl aus dem Material der in Paris liegenden Handschriften[7199].“
„Gelegentlich der ‚Collaboration d’un orientaliste et d’un médiéviste‘
haben [die Verfasser] ihre Vorgänger, besonders die deutschen,
nicht gekannt oder nicht verstanden, ... und wollen die fraglichen
Entdeckungen selbst gemacht haben; ... man weiß nicht, was man zu den
Resultaten dieser Collaboration sagen soll[7200].“




2. Zusätze und Berichtigungen.


Zu Seite 2:

+ἄλλως+ kündigt in den chemischen Papyri ein neues Rezept ähnlichen
Inhaltes (als ἄλλο oft auch nur ein neues Kapitel) an, in den
Zauberpapyri aber eine Variante in textkritischem Sinne. Dies zeigte
schon ~Wessely~ in seiner Ausgabe der Londoner und Pariser Zauberpapyri
(„Denkschriften der Wiener Akademie“ 1888; mit reichen Indices), in
den „Wiener Studien“ (1886), usf.; von den dort aufgespeicherten neuen
Materialien machte ~Dieterich~ ausgiebigen Gebrauch (~Reitzenstein~;
~Wessely~).


Zu Seite 5:

+Magnesia+ (im heutigen Sinne) als Abführmittel kennt bereits
~Hippokrates~ im 5. Jahrhundert v. Chr. (~Hoppe~, A. Nat. 8, 97). --
Den Namen Magnesia führten bekanntlich mehrere Städte: Magnesia am
Mäander, am Sipylos, in Thessalien usf.


Zu Seite 9:

+ἐπίβαλε+ = wirf ein, wirf hinein, ist schon bei ~Hippokrates~ (5.
Jahrhundert v. Chr.) ein gebräuchlicher Ausdruck, der oft angewandt
wird, wenn vom Zusammenmischen der Arzneien die Rede ist (z. B. üb.
~Fuchs~ 3, 506).


Zu Seite 14:

+Marienglas+, eine Abart des Gipses, ist selbstverständlich nicht
identisch mit Glimmer, wie aus Zeile 8 von oben herausgelesen werden
könnte.


Zu Seite 20 und 21:

+Vitriole.+ Vgl. den eingehenden Aufsatz ~K. B. Hofmanns~ „Über die
Kenntnis der klassischen Völker von den Vitriolen und der Stypteria“
(„Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 86, 305).

Bemerkenswert ist es, daß im Spätlateinischen „Atramentum“ die
Bedeutung „Interpunktionszeichen“ annahm (~Maigne d’Arnis~, 234).


Zu Seite 24:

+Leidener und Stockholmer Papyrus.+ Frau ~Hammer-Jensen~ versuchte
den Nachweis, daß diese Papyri in keiner Beziehung zur Alchemie
stünden, und daß bei vielen ihrer Vorschriften hauptsächlich gallische
und indische Herkunft vorauszusetzen sei („Berichte der Dänischen
Akademie“, Kopenhagen 1916, 279). Nach ~Diels~ liegt der Hauptmangel
ihrer Abhandlung darin, daß sie die beiden Papyri für sich herausgriff,
den allgemeinen Zusammenhang mit der gesamten zugehörigen Litteratur
aber nicht verfolgte, ja anscheinend gar nicht einsah („Deutsche
Litteratur-Zeitung“ 1917, 592). Eine ausführlichere Widerlegung, die
auf eine Reihe von Einzelheiten eingeht, veröffentlichte ~Lippmann~
(„Chemiker-Zeitung“ 1917, 589).

Vgl. auch ~Hammer-Jensens~ Artikel „Färbung“ (PW., Spl. 3, 461), der
die nämlichen Ansichten verficht wie ihre oben erwähnte Abhandlung und
in chemisch-technischer Hinsicht vieles zu wünschen übrig läßt.


Zu Seite 26:

+Bücher aus Gräbern.+ Das Einlegen von Büchern in Gräber und ihre
Benützung als Toten-Beigaben war in Ägypten sehr häufig, daher
konnten sagenhafte Erzählungen mit Recht an diesen Gebrauch anknüpfen
(~Schubart~, „Das Buch bei Griechen und Römern“, Berlin 1907, 10;
~Boll~, „Offenb.“ 136 ff.).


Zu Seite 26:

+Beiblatt des Stockholmer Papyrus.+ Vermutlich ist κοίνα (κοινοῦ?)
der Imperativ des seltenen κοινάω (κοινοῦσθαι) = „sich anvertrauen“,
z. B. θεῷ, dem Gotte. Hiernach umfaßt die Zauberhandlung zuerst ein
Gebet: „Sonne usf. nimm mich an, der ich vor dich trete“; sodann
heißt es „vertraue dich [dem Gotte] an“ (teile ihm dein Anliegen
mit); „hierauf salbe dich, und du wirst ihn mit eigenen Augen sehen
(καῖ ἀυτοπτήσεις)“, d. h. er wird erscheinen und dir Antwort geben
(~Reitzenstein~).


Zu Seite 32:

+Lexikon der χρυσοποιία.+ Dieses sog. Lexikon ist eine Sammlung
kurzer, ursprünglich nicht alphabetisch geordneter Worterklärungen,
wie es deren auch z. B. zur Septuaginta und zu ~Homer~ gab; da die
Veröffentlichung ~Berthelots~ aber nicht seiner Anordnung und Abfolge
in den Handschriften folgt, so läßt sich vorerst nicht absehen, zu
welchem Corpus chemischer Schriften es gehört haben mag und ob es auch
die Deutung jener Ausdrücke anstrebt, die gerade in den Schriften des
~Pseudo-Demokritos~ vorkommen (~Reitzenstein~).


Zu Seite 35:

+Kobalt.+ In altägyptischen Gläsern und Perlen wies zuerst ~Davy~
Kobalt nach (~Berthelot~, „Coll.“ 2, 9; „Intr.“ 245); verschiedene
Forscher fanden es in Glasuren und Tonwaren (~Blümner~ 2, 97; 4,
413, 503), und letztere enthalten zuweilen bis 5,3% davon (~Klein~,
„Chemisches Zentralblatt“ 1913, 587). -- Über den Zusammenhang zwischen
Kobathia und Kobalt s. „Coll.“ 1, 245, sowie ~Rulandus~, „Lexicon
Alchemiae“ (Frankfurt 1612, 158), über Kobalt in „deutschen Sagen“
~Maigne d’Arnis~ („Lexicon“ 527). Nach ~W. Hommel~ bezeichnete „Kobelt“
ehedem Abfälle der verschiedensten Art („Chemiker-Zeitung“ 1912, 918).


Zu Seite 46:

+~Homer.~+ Die Gegensätze, in denen ~Homers~ „altväterische“ Art und
Denkweise mit jener der „neueren“ Zeiten stand, waren schon im 5.
Jahrhundert v. Chr. so lebhafte geworden, daß bereits ~Anaxagoras~
(500-428?), nach anderen aber erst sein Schüler ~Metrodoros~ mit der
allegorischen Auslegung begann und ~Homer~ als „Physikos“ hinzustellen
bemüht war, d. h. als Erforscher und Darsteller des Weltganzen[7201].
Daß ~Platon~, Gründen allgemeiner Art folgend, die homerischen Gedichte
als Bildungsmittel der Jugend in seinem Idealstaate verwarf[7202], trug
vielleicht bei, derlei Bestrebungen zu fördern, und jedenfalls gewannen
sie in der Folgezeit fortdauernd an Boden, namentlich bei den ohnehin
der allegorischen Deutung so geneigten Stoïkern; dies gilt schon
für die älteren Mitglieder der Schule[7203], in weit höherem Grade
aber für die jüngeren. Zu Beginn der Kaiserzeit erklärte der Stoïker
~Heraklit~ (der im übrigen nicht näher bekannt ist und fälschlich mit
seinem großen alten Namensbruder identifiziert wurde)[7204], anders als
allegorisch aufgefaßt wäre ~Homer~ geradezu ein Frevler gewesen[7205],
daher habe man z. B. das Beilager der ~Aphrodite~ und des ~Ares~ als
Zusammentreffen dieser beiden Gestirne aufzufassen, die Kämpfe der
Götter als Konjunktionen der Planeten, u. dgl. mehr[7206], -- wie
denn auch schon im 1. Jahrhundert v. Chr. ~Asklepiades~ von ~Myrleia~
einen ausführlichen Kommentar zu ~Homer~ in rein astrologischem Sinne
verfaßte[7207]. Des ~Heraklit~ Zeitgenosse, ~Apion~ von Alexandria,
sowie ~Krates~ von Mallos und deren Nachfolger erblickten in ~Homer~
die denkbar tiefste Quelle verborgener Weisheit aller Art[7208], und
in seinen Epen eine Enzyklopädie, enthaltend die Summe aller Künste
und Wissenschaften[7209]; neu war damals, allem Anscheine nach, diese
Auffassungsweise nicht mehr, denn schon zur Zeit der späteren Ptolemäer
soll sie mit Anlaß gegeben haben, ~Homer~ zu vergöttern und ihm Altäre
und Tempel zu bauen[7210], seine Werke aber als „Losbücher“ und die
aufgeschlagenen Verse als „Omina“ anzusehen, ganz so wie dies später
betreff des ~Vergil~, und bis in die Neuzeit hinein bezüglich der Bibel
geschah[7211]. Ähnlichen Anschauungen und den bewährten Grundsätzen
allegorischer Auslegung huldigten auch ~Plotinos~ (204-270)[7212]
nebst seiner Schule sowie ~Porphyrios~ (272-304?), wofür als Beispiele
nur die Symbolik der Grotte auf Ithaka angeführt sei, ferner die der
~Circe~ als Urbildes magischer Kunst, und die des ~Achilleus~ als
Dämons, -- unter welcher Gestalt er seit dem 3. Jahrhundert steigende
kultische Verehrung genoß[7213].

Die Kirchenväter waren mit ~Homer~ meist wohlvertraut; ~Irenäus~
z. B. (um 180) führt als Belegstellen willkürlich zusammengestoppelte
homerische Verse an[7214], und noch der hl. ~Basilius~ (um 350)
zitiert solche wiederholt zu den Wundern, die die hl. ~Thekla~ zu
Seleukia vollbrachte, wo sie als Nachfolgerin der ~Athene~ in deren
Tempel hauste, vor dem man den Gläubigen nach wie vor geweihte Seife
verkaufte, damit sie dem Heiligtume in ritueller Reinheit zu nahen
vermöchten[7215]. Wie also im christlichen Seleukia, so war die
Kenntnis ~Homers~ auch sonst in Vorderasien sehr verbreitet, und
teilweise Übersetzungen besaßen selbst die Armenier und Syrer[7216],
welchen letzteren aber ~Homer~ auch als „Vater der Lügenreisen“ und
deshalb als Babylonier galt[7217]. Für einen Ägypter hinwiederum, und
zwar für einen Thebaner und Sohn des Propheten ~Hermes~, hält den
~Homer~ ~Heliodorus~ (um 250)[7218]; nach einem etwa gleichalterigen
magischen Papyrus ist er wie „der Gewährsmann aller Dinge“ so auch
der Verfasser eines Zauberbuches, und der 18. Absatz der unter dem
Namen des ~Afrikanos~ überlieferten „Kesten“ enthält eine magische
Interpolation in eine sog. homerische Hymne, die ~Homer~ zum Erfinder
der Zauberkunst zu stempeln sucht[7219]. Verschiedene Überlieferungen
der ersten nachchristlichen Jahrhunderte lassen ~Homer~ seine
Weisheit bald aus den Archiven des ~Isis~-Tempels schöpfen, bald
sie von Geistern und Dämonen empfangen, woraufhin dann seine Werke
als teuflisch und deren Leser als verdammt bezeichnet wurden[7220];
homerische Verse und Fragmente finden sich auch in Zauberbücher und
-sprüche eingeschoben[7221], und da ~Homer~ auch den ihn allegorisch
auslegenden Gnostikern[7222] als Autorität, den Ssabiern aber sogar als
Mitbegründer ihrer Religion galt[7223], können Äußerungen wie die der
(syrischen) Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ oder des „Papyrus Kenyon“
nicht überraschen.

Erwähnt sei noch, daß auch mittelalterliche medizinische Abbildungen
nach antiken Vorlagen den „~Omerus~ auctor“ nebst ~Hermes~ mit
der Zauberwurzel Moly[7224], oder „~Omerus~“ mit der heil- und
zauberkräftigen Wurzel der Paeonia (Pfingstrose) zeigen[7225], sowie
daß mittelalterliche alchemistische Pseudepigraphen, z. B. die des
~Pseudo-Platon~, ~Homer~ neben ~Pythagoras~, ~Euklid~, ~Ptolemaios~ u.
A. als alchemistischen Autor anführen[7226].


Zu Seite 47:

+Männliches und Weibliches.+ Nach ägyptisch-hellenistischer Lehre, die
selbst aber wieder iranischen Ursprunges ist, entsteht die Welt durch
Vereinigung zweier Elemente, eines männlichen und eines weiblichen
(~Reitzenstein~).


Zu Seite 48:

+Lutieren+ von Töpfen mit Lehm oder einem Gemenge von Lehm und Haaren
erwähnt schon ~Hippokrates~ (üb. ~Fuchs~ 3, 528; 2, 481); er gedenkt
auch des Lutierens von Rohren für Dämpfe (ebd. 3, 608).


Zu Seite 50:

+Aludel.+ Nach ~Dozys~ Wörterbuch (Supplement) ist al uthâl im
Arabischen lediglich als chemischer Fachausdruck bekannt, während für
uthâl = Rohr kein Beleg vorliegt, und Rohr im Arabischen jedenfalls
nicht uthâl heißt (~Jacob~). -- Nicht ausgeschlossen scheint es, daß,
wie Alambik aus al und ἄμβιξ (Ambix), so Aluthâl aus al und αἰθάλη
(Aithále) zusammengesetzt ist; das Wort bezöge sich dann ursprünglich
nicht sowohl auf die (tönerne oder gläserne) Hülle, als auf deren
Inhalt, also auf den in ihr zu kondensierenden Dampf. Vermutlich ist
Vermittlung durch das Syrische anzunehmen (~Ruska~). -- Tatsächlich
bezeichnet ~Bar Bahlul~ in seinem im 10. Jahrhundert auf Grund weit
älterer Quellen verfaßten „Syrischen Lexikon“ (ed. ~Duval~, Paris 1901)
das Gerät Atâl als „zur Destillation [Sublimation] dienend“, und schon
in einem Papyrus, der aus dem 8. oder 9. Jahrhundert herrühren dürfte,
findet sich neben dem „Topf auf dem Topf“ auch das Atâl genannte Gefäß
erwähnt (~Seidel~, „Der Islam“ 1, 238, 263). -- Nach ~E. Wiedemanns~
Angaben im „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ vertritt al uthâl die Stelle des
griechischen σωλήν = Röhre, Rohr, und auch die sog. Aludeln, wie sie
z. B. in Idria noch bis in die neueste Zeit hinein zur Kondensation von
Quecksilberdämpfen dienten, sind Rohre oder rohrähnliche Gebilde.


Zu Seite 58:

+Tabula smaragdina+: die Tafel (στήλη) aus Edelstein ist in der
Offenbarungslitteratur häufig, ja fast für sie typisch (~Reitzenstein~).


Zu Seite 60:

+~Agathodaimon.~+ Vgl. die ausführlichen, zahlreiches Neue bietenden
und vieles Ältere berichtigenden Aufsätze von ~Ganschinietz~ (PW., Spl.
3, 38) und von ~Andres~ (ebd. 3, 101). Nach ersterem sind getrennt zu
behandeln: 1. Die menschengestaltige griechische Gottheit, die eine
weder ursprüngliche noch eines eigentlichen Kultus gewürdigte war und
vermutlich in ähnlicher Weise Boden faßte wie die ~Agathe Tyche~. 2.
Die Schlangengottheit, d. i. der griechische Schutz- und Hausgott
in Schlangenform. 3. Der Gott der hellenistischen Zeit, entstanden
(wohl in Alexandria) durch Verbindung des vorigen mit dem in gleicher
Form dargestellten und verehrten ägyptischen ~Agathodaimon~, sowie
durch Identifikation mit dem schlangenförmig abgebildeten ~Chnum~
oder ~Kneph~ und mit ~Hermes-Toth~; in dieser Gestalt tritt er, nicht
selten neben seinem Gegenbilde ~Kakodaimon~, in der okkultistischen
Litteratur auf, in der Hermetik, Astrologie, Alchemie, Gnostik, in den
Zauberbüchern usf.

Der Eigenname ~Agathodaimon~ bleibt bis in das 4. Jahrhundert
nachweisbar; sein bekanntester Träger ist wohl der alexandrinische
Geograph des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, ein Nachfolger des
~Ptolemaios~, der u. a. auch die fälschlich als „ptolemäische“ bekannte
Weltkarte entwarf (~Fischer~, ebd. 3, 59; M. G. M. 16, 178).

Im Orient lebte ~Agathodaimon~ zusammen mit ~Hermes~ bis in die
spätesten Zeiten fort, wie u. a. das philosophische Handbuch des
Persers ~Schirazi~ (gest. 1640) zeigt (~Horten~, „Der Islam“, Beiheft
2; Straßburg 1913). Den alten Quellen gemäß, aus denen er schöpft,
sind ihm ~Agathodaimon~ und ~Hermes~ neben ~Empedokles~, ~Pythagoras~,
~Sokrates~ und ~Platon~ „die ältesten griechischen Philosophen“
(a. a. O. 14, 16, 146, 254) und neben ~Platon~ und ~Pythagoras~ die
ältesten Astrologen (ebd. 16, 147, 229); ~Agathodaimon~ stammte wie
~Thales~ und ~Anaximenes~ aus Milet (ebd. 199), er war ein guter Geist
und Engel, der u. a. dem ~Hermes~ die Offenbarung vermittelte (ebd.
201), und verfaßte vielerlei Bücher und Schriften (ebd. 242, 254).


Zu Seite 63:

+Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~.+ Die Form des Briefes ist eine bei
den Herausgebern magischer Schriften sehr beliebte (~Wessely~; vgl.
dessen „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 4).


Zu Seite 64:

+Eid der ~Isis~+: Eide dieser Art sind in den Ritualen der
Mysterien-Religionen nicht selten und gelten auch in der
Buch-Offenbarung noch als bindend für den Leser. Der vorliegende
[dessen Überlieferungen nicht unerheblich auseinander gehen, s.
bei ~Kopp~, a. a. O.] gehörte ursprünglich wohl einem griechischen
Mysterienbrauche an, worauf das Schwören beim Acheron (nicht Charon!)
zurückweist, doch ist ihm durch Interpolationen eine mehr orientalische
Fassung zuerteilt (~Reitzenstein~).


Zu Seite 64:

+Gleich- und Einswerdung.+ Formeln wie die zwischen ~Horos~ und dem
durch ~Amnael~ vorgestellten ~Chnum~ gebrauchte sind in der Mystik
des Zeitalters weitverbreitet (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 142;
~Weinreich~, A. Rel. 19, 166).


Zu Seite 68:

+Moses (Pseudo-Moses).+ In der mystischen Litteratur werden ihm
zahlreiche Werke zugeschrieben, u. a. ein Schlüssel-, Mond-,
Erzengel-Buch u. dgl. (~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 6).


Zu Seite 68, 195:

+~Jamnes~ und ~Mambres~+ gelten in der mystischen Überlieferung als
die beiden Zauberer, die dem ~Moses~ am Hofe des Pharao entgegentreten
(~Reitzenstein~).


Zu Seite 71:

+Euagia.+ Einen angeblichen Ort dieses Namens gibt es in Wirklichkeit
nicht, ~Johannes~ wird vielmehr bezeichnet als Oberpriester τῆς ἐν
εὐαγἰᾳ θυσίας, bei dem in frommem Sinne [dargebrachten] Opferfeste
(~Reitzenstein~). -- Möglicherweise war aber die ganze Abhandlung
auch betitelt als die des Oberpriesters ~Johannes~ „τοῦ τῆς εὐαγίας
[μνήμης]“ = „seligen Angedenkens“; derartige Beinamen sind nämlich in
der frühchristlichen Zeit außerordentlich häufig, und wir besitzen
auch ausreichende Belege dafür, daß das Weglassen des Wortes μνήμης in
dieser Verbindung zum Sprachgebrauche geworden war (~Wessely~; s. „Neue
philologische Rundschau“ 1889, Nr. 11, S. 174).


Zu Seite 71, 384, 415, 436:

+Tutia.+ „Al Tûtijâ ist ein Rauch“ (arab. duchân, auch dukhân) sagt
~Alqazwini~ im „Steinbuch“ („Das Steinbuch aus der Kosmographie des
~Alqazwini~“, üb. ~Ruska~, Heidelberg 1896, 11). -- Nach ~Vullers~
bezeichnet im Sanskrit Tuthia ursprünglich ein Collyrium aus der
Pflanze Amomum xanthorhiza, später aber auch Präparate, die anscheinend
aus Vitriolen gewonnen wurden; der Zusammenhang von Tutia mit dem
persischen Dûd = Rauch, Ruß (Lampenruß) muß daher für mindestens
fragwürdig gelten (~Jacob~). -- Nach vor Jahren erteilter Auskunft des
verstorbenen Prof. Dr. ~R. Pischel~ ist Tuthia im Sanskrit selbst ein
Fremdwort.


Zu Seite 73:

+Zu ~Saʿdi~.+ Das angeführte Gedicht fährt fort:

    „Kein Märlein ist’s, daß Ihr es wißt:
    Genügsam seid, und Silber ist
    Mit Stein von gleichem Werte“,

und zeigt jedenfalls keine Beziehung zu einer bestimmten Persönlichkeit
(~Jacob~). -- [Bei ~Schlechta~, a. a. O., lautet die Überschrift:
„Alchemie“.]


Zu Seite 74:

+~Afrikanos~+ schöpfte vielfach aus den Schriften des (Pseudo-)
~Demokritos~, namentlich auch aus dem Buche über „Sympathien und
Antipathien“ (~W. Kroll~, PW. 10, 116).


Zu Seite 78:

+Amalgam+ = μῖγμα, Magma, arab. „Almagma“? -- In der arabischen
Arithmetik wird als Magmuʿ, Almagmuʿ, das Vereinigte, die Summe, die
Summation bezeichnet (~Ruska~, „Zur älteren arabischen Algebra und
Rechenkunst“, Heidelberg 1917, 17).


Zu Seite 81:

+Hen to pan (ἕν τὸ πᾶν)+ ist eine ursprünglich religiöse Formel =
„Eines und Alles“, „Eins ist das All“, und wird oft mit den Worten
fortgesetzt καῖ πᾶν ὁ θεός = „und Alles die Gottheit“; für dieses
mysteriöse All dient die Schlange Uroboros als Symbol (~Reitzenstein~).


Zu Seite 86:

+Kerátion.+ Seitdem Kaiser ~Konstantin~ die reine Goldwährung
festgestellt hatte, ist Keration (κεράτιον) eine der
allergewöhnlichsten byzantinischen Münzen: ¹⁄₇₂ des Goldpfundes war das
νομισμάτιον (Nomismátion; Solidus), und dieses zerfiel in 24 aus Silber
gemünzte Teile namens κεράτιον (Kerátion). Goldwechsler und Agioteure
erklärten dann einzelne goldene Solidi für minderwertig und nahmen sie
nur mit einem Aufgelde von 1, 2, 3, ... Karaten an; hieraus erklärt
sich die Entstehung der Ausdrücke 18- oder 14karätiges Gold, die also
Gold bedeuten, das statt 24 Karate nur 18 oder 14 Karate Wert besitzt
(~Wessely~).


Zu Seite 88:

+Milch der schwarzen Kuh+: sie ist im Zauberwesen ein häufig
angewandtes Mittel zur Vergottung und war ursprünglich wohl die „Milch
der Göttin“, die den Genießenden, also auch den Mysten, unsterblich
machen soll (~Reitzenstein~).


Zu Seite 101:

+Artabe.+ Der Name dieses Maßes, „Artab“, ist nach ~Sethe~ ursprünglich
ein persischer, gewann aber allmählich weite Verbreitung und findet
sich im Assyrischen, Armenischen, Aramäischen, Griechischen und
Spätägyptischen. (Zitat in Verlust geraten.)


Zu Seite 109:

+~Salmanas.~+ ~Selman~ ist ein gut arabischer Name, und ~Selman
al-Farisi~ (= ~Selman~ der Perser) ein wohlbekannter Genosse des
Propheten, der bei verschiedenen Sekten der Derwische eine sehr
wichtige Rolle spielt, und über den eine umfangreiche Litteratur
vorhanden ist; vgl. ~Müller~, „Der Islam im Morgen- und Abendlande“
(Berlin 1885; 1, 135); ~Jacob~, „Türkische Bibliothek“ 9, 26 und
16, 26, 32 und oft; ~Huart~, „~Selman du Fars~“ (in „Mélanges
~Derenbourg~“, Paris 1909, 297 und „École pratique des hautes études“,
Paris 1913). -- Der griechische Name ~Salmoneus~ ist als lautlich
abweichend anzusehen (~Jacob~).


Zu Seite 112:

+Tartarum.+ Durdijj ist im Persischen ein Bodensatz, z. B. in Milch, Öl
oder Wein (~Wessely~). -- Durd bezeichnet im Persischen die Hefe; eine
Form Durdijjun erscheint sprachlich fehlerhaft, und die Gleichsetzung
mit Tartarum trägt willkürliches, ja gewaltsames Gepräge, kann aber
immerhin vorgekommen sein (~Jacob~). -- Durdî = Hefe findet sich
erwähnt bei ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig
1906) 2, 245.


Zu Seite 116:

+Kurkuma.+ Bei den Arabern ist dies die Gelbwurzel (Curcuma longa)
und ihr gelber Farbstoff, bei den Syrern aber häufig der Safran
(~Meyerhof~, nach ~Löw~, „Der Islam“ 6, 263).


Zu Seite 123:

+Logos+: vgl. ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im humanistischen
Unterricht“ (Leipzig 1913, 58).


Zu Seite 125, 127, 186:

+Orphiker und Pythagoräer.+ Die mystischen Lehren der Orphiker,
wie die Theorie vom Kreislauf, von der Parallelität des Mikro-
und Makrokosmos usf., weisen entschieden auf den Orient zurück,
desgleichen lassen verschiedene Züge bei den Pythagoräern erkennen,
daß sie auf die babylonische Astrologie aufmerksam geworden waren;
hieraus wieder erklären sich die entsprechenden Anspielungen in den
Werken ~Platons~, bei dem z. B. am Schlusse des „Staates“ als Träger
der Offenbarungs-Bilder auch geradezu der Pamphylier ~Er~, Sohn des
~Armenios~, genannt wird (~Boll~, „Aus der Offenbarung Johannis“,
Leipzig 1914, 2; ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglaube und Sterndeutung“,
Leipzig 1918, 23 ff., 97). -- Betreff der Vermutung, daß gewisse
Überlieferungen der Pythagoräer und Hippokratiker (etwa seit der Mitte
des 5. Jahrhunderts) auf die 7 Planeten und auf die Stellung der Sonne
unter ihnen anspielen, s. ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (35, 38, 110, 128).


Zu Seite 126:

+Äther+ ist bei ~Porphyrios~ der Name des Feuers (~Thomas von Aquino~,
üb. ~Schneider~ 3, 229).

Bei ~Homer~ bedeutet αἴθων (aíthon) als „der Feuergelbe“ den Löwen;
doch heißt so auch eines der vier Sonnenrosse des ~Helios~ (~Keller~,
„Die antike Tierwelt“, Leipzig 1909 ff.; 1, 25, 247).


Zu Seite 129:

+~Parmenides.~+ Verschiedene wichtige Anschauungen dieses Philosophen
sind durch Vermittlung der Orphiker und der Mysterienkulte dem Orient
entlehnt, u. a. die von der Herabkunft der Seele aus dem Himmel, von
ihrem Wiederaufstiege nach dem Tode, von der Umwandlung der Seelen in
Sterne, vom Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen, usf.; wie
weit sie babylonischen oder iranischen Ursprunges sind, bleibt noch zu
untersuchen (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ Leipzig 1916, 128 ff., 124 ff.;
~Boll~, „Offenb.“ 32).


Zu Seite 136:

+ἄνω und κάτω.+ Diesen Gegensatz kennt auch bereits ~Hippokrates~ (5.
Jahrhundert v. Chr.) und spricht von ἄνω und κάτω als von „+einem+
Wege, ... der in stetem Wechsel eingeschlagen wird“ (üb. ~Fuchs~ 1,
284, 291 und oft).


Zu Seite 156:

+Askese.+ Über Wichtigkeit und Macht der Askese, namentlich der
kultischen Keuschheit, vgl. ~Boll~, „Offenb.“ 32.


Zu Seite 163:

+Babylonische Astronomie.+ Nach ~Boll~ waren die Babylonier zwar
gute Beobachter und Rechner, aber keine Systematiker (M. G. M. 16,
173), und dies ist betreff der Entwicklung einer wissenschaftlichen
Astronomie sehr beachtenswert. -- Während z. B. die Erkenntnis der
Identität von Morgen- und Abendstern bei beobachtenden Astronomen
bis gegen 2000 v. Chr. zurückzureichen scheint, galt trotzdessen
~Venus~ allgemein als Morgenstern für männlich und als Abendstern
für weiblich, demnach als zweigeschlechtlich. Ihre Bezeichnung als
„einen Bart tragend“ (Venus barbata) ist aber auch den Beziehungen zu
sonstigen, in ihre Nachbarschaft tretenden Gestirnen zuzuschreiben; in
ähnlicher Weise nimmt sie bei Annäherung der anderen Planeten, z. B.
des Mars, Merkur, Jupiter, eine gelbe, rote, weiße (?) „Krone“ an, ganz
so wie in gleichem Falle der Mond eine goldene, silberne, bronzene,
kupferne, eiserne, glänzende, weiße, rote, usf. (~Boll~ und ~Bezold~,
„Sternglauben“ 7, 10 ff.; ~Boll~, „Offenb.“ 48).


Zu Seite 166:

+Stellvertretung der Gestirne+, u. a. zwischen Sonne und Saturn, aber
auch zwischen Planeten und Fixsternen, erfolgte bei den Babyloniern
gemäß der Ähnlichkeit der +Farben+, für die hier Abstufungen vom Roten
zum Weißen festgelegt waren; die der nämlichen Farbenklasse zugehörigen
Gestirne wurden gleichgesetzt und konnten sich vertreten (~Boll~ und
~Bezold~, „Sternglauben“ 7, 17, 103).


Zu Seite 167:

+Planetenzahl.+ Die Zahl der Planeten betrug bei den Babyloniern
ursprünglich 5 und erst später, von einem vorerst nicht genau
bestimmbaren Zeitpunkte an, 7; ~Petosiris~ redet noch bald von 5, bald
von 7, ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.) dagegen nur von 7
(~Boll~, „M. G. M.“ 16, 54). Nach ~Josephus~ (1. Jahrhundert n. Chr.)
entsprach der siebenarmige Leuchter im Tempel zu Jerusalem den sieben
Planeten (~Thomas von Aquino~, üb. ~Schneider~, 6, 426).

Neun Planeten, durch Mitzählung von Kopf und Schwanz des „Drachens“
nach indischer Art kennt bei den Arabern schon im 10. Jahrhundert
~Alkhwarizmi~ (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 229).


Zu Seite 169:

+Zikurrat.+ Nach ~Koldewey~ ist an den bisher allein genau geprüften
Unterteilen der Zikurrat, u. a. derer von Assur, Borsippa („welche
Stadt zu Babylon etwa im Nachbarverhältnis von Charlottenburg zu Berlin
steht“) und Khorsabad, weder eine Spur von stufenförmigem Aufbau
nachweisbar, noch gar eine solche von Etagen in verschiedenen Farben,
noch endlich die angenommene Art des Zuganges. Insbesondere betreff
Borsippas „ist alles Einbildung und die Ruine zeigt heutigen Tages
nichts davon“. Was ~Place~ hinsichtlich Khorsabads von „Verbrämung
mit emaillierten Ziegeln“ sowie von „äußerem, schneckenförmig
herumführendem Rampenaufgang“ angibt, stimmt entweder mit der
Wirklichkeit gar nicht überein, oder ist doch durchaus unsicher. Beim
Zikurrat in Assur ist ein Teil des Belages noch gut erhalten, aber
auch er besitzt weder Aufgänge, noch Etagen, noch Verbrämungen von
gebrannten Steinen („Die Tempel von Babylon und Borsippa“, Leipzig
1911; 58, 66; 65, 66; 63). -- Auf dieses wichtige Werk machte mich
Herr Prof. Dr. ~Prinz~ aufmerksam; wie es sich hiernach mir den sehr
bestimmten antiken Berichten (besonders bei ~Herodot~) und mit den
mittelalterlichen (bei den arabischen Autoren) verhält, bleibt vorerst
dahingestellt, und ebenso muß erst neu ermittelt werden, was die im
Laufe des 19. Jahrhunderts tätigen Reisenden eigentlich ausgegraben und
untersucht haben.

Vgl. noch ~Koldeweys~ neuesten Aufsatz, der sich u. a. auf eine von
~Scheil~ herausgegebene babylonische Tontafel von 229 v. Chr. stützt
(„Mitteilungen der Deutschen Orientalischen Gesellschaft“, Maiheft
1918; Auszug mit Abbildung: „Leipz. Illustr. Zeitung“ 1918, 166).


Zu Seite 175:

+Carmen+ = Beschwörung kommt schon bei ~Tibull~ sowie bei ~Juvenal~ vor
(ed. ~Friedlaender~, Leipzig 1895, 298).


Zu Seite 176, 200:

+Elemente.+ Ein Rest der Elementen-Verehrung hat sich in den
österreichischen Alpenländern erhalten, z. B. in Tirol und Salzburg:
am Christabend findet das „Füttern der Elemente“ statt, indem man Mehl
und allerlei Speisen in Luft, Wasser und Feuer wirft sowie in die Erde
vergräbt (~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“, 21).


Zu Seite 180:

+Athanasia.+ Als ἀθανασίας φάρμακον, ἀντίδοτον τοῦ μὴ ἀποθανεῖν =
„Mittel der Unsterblichkeit, schützend vor dem Tode“ bezeichnet noch
der hl. ~Ignatius~ (um 100) das „Genießen des Fleisches Christi“ bei
der Eucharistie (~Goguel~, A. Rel. 15, 280). -- ~Galenos~ erwähnt
ἀθανασία als eine Arznei der alexandrinischen Ärzte (~Berendes~, „Das
Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 34).


Zu Seite 183:

+Astrologúmena.+ Das Buch, in dem die Anrede mit τέκνον (Kind) der
üblichen Weitergabe des Geheimnisses vom Vater an den Sohn entspricht,
ist vor 150 v. Chr. geschrieben, und „nur +ein+ Autor spielt hinter
den +beiden+ Masken des Oberpriesters ~Nechepso~ und des Königs
~Petosiris~“, der vielleicht mit einem Herrscher aus dem 7. Jahrhundert
zu identifizieren ist. Einem hellenistischen Zuge gemäß gelten Könige,
oft zusammen mit Priestern, als bevorzugte Empfänger göttlicher
Offenbarungen (~Boll~, „Offenb.“ 6, 138 ff.; ~Boll~ und ~Bezold~,
„Sternglaube“ 29). Könige werden „als von höherem und stärkerem Wesen“
angesehen, und haben daher auch das Geisterreich und das Naturleben in
ihrer Gewalt; hiermit wieder hängt es zusammen, daß die Metallgötter
(s. oben S. 81) und die Planetengötter als „Könige“ erscheinen, so die
Planetengötter als „Scepterträger“ schon auf dem Zodiakus (Tierkreis)
von Denderah (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 100; ~Boll~, „Sphaera“, Tafel
2-5).


Zu Seite 184:

+Wochentage+ (die 7) waren in Rom zu Beginn der Kaiserzeit bereits
wohlbekannt; ~Tibull~ will am Sabbat, der wegen seines Zusammenhanges
mit ~Saturn~ für verdächtig und verrufen galt, nicht verreisen
(„Elegien“ lib. 1, Nr. 3, Vers 18), ~Horaz~ am Sabbat nichts
Geschäftliches unternehmen („Satiren“ lib. 1, Nr. 9, Vers 69). Aber
auch im ~Evangel. Matthaei~ (cap. 20) soll die Flucht nicht am Sabbat
stattfinden (~Boll~, „Offenb.“ 134). Durch römische Soldaten wurde
der Gebrauch der Wochentage auch schon frühzeitig nach Gallien und
dem Rheinlande gebracht (~Nilsson~, A. Rel. 19, 68, 118; ~Boll~ und
~Bezold~, „Sternglauben“ 84).


Zu Seite 186:

+Orientalische Einflüsse.+ Die sog. hippokratische Schrift über die
„Siebenzahl“, die bald nach 450 v. Chr. verfaßt sein dürfte, zählt
die 4 Elemente in der Reihenfolge Erde, Feuer, Wasser, Luft, oder
Feuer, Wasser, Luft, Erde auf. Als bedeutsame, wenngleich nicht genau
entsprechende Parallele ist anzuführen, daß nach der iranischen
Eschatologie die auferstehende Seele zurückfordert: von der Erde das
Gehirn, vom Wasser das Blut, vom Feuer die Lebenskraft (das Leben),
dagegen die Haare von der Pflanze (~Boll~, „Offenb.“ 61).


Zu Seite 193:

+Sophist+, σοφιστής, bedeutet in den Zauberpapyri nicht selten soviel
wie Zauberer (~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“, Leipzig 1910, 68, 90).


Zu Seite 200:

+~Muhammeds~ Himmelfahrt+; s. über diese die eingehende Abhandlung von
~Schricke~ („Der Islam“ 6, 1).


Zu Seite 202:

+Astrologie.+ Vom höheren geschichtlichen Standpunkte aus bezeichnet
sie ~Günther~ als eine Durchgangsepoche menschlichen Wissens und
Denkens, die überwunden werden muß, wenn Fortschritte erzielt werden
sollen (M. G. M. 16, 175). -- Dem Umstande, daß die Astrologie (was als
höchst wichtiger Vorzug erschien!) zugleich als Wissenschaft und als
Religion, oder, wie ~Cumont~ sagt, als „wissenschaftliche Theologie“
galt, ist der ungeheure und andauernde Einfluß zuzuschreiben, den
sie auf Naturwissenschaft und Medizin ausübte; ihre Geschichte
läßt die der Völkerverbindungen mit einzig dastehender Klarheit
und Sicherheit hervortreten, und ihre Litteratur ist in wahrhaftem
Sinne Weltlitteratur (~Boll~, „Offenb.“ 114; ~Boll~ und ~Bezold~,
„Sternglauben“ 65, 71 ff., 91).


Zu Seite 204:

+Bewirken oder Anzeigen?+ Zu ~Pfeiffers~ „Sternglauben“ zu ergänzen
sind die Seitenzahlen 2 ff., 47 ff., 61, 63, 65, 68 ff., 78 ff.


Zu Seite 210:

+Planeten-Konstellationen.+ Diesen entsprechend ließen nach einer
Überlieferung bei ~Thomas von Aquino~ die „Ägypter“ verschiedene
Pflanzensamen vermengen und geschlechtliche Vereinigungen verschiedener
Tierarten stattfinden (üb. ~Schneider~ 6, 447).


Zu Seite 212:

+Farben der Sterne.+ Angaben über diese für sehr wichtig angesehenen
Farben finden sich schon im „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, woselbst
sie sichtlich babylonischen Ursprungs sind, sowie bei seinen späteren
Nachfolgern, z. B. bei ~Hephaistion~ im 4. Jahrhundert (~Boll~, M. G.
M. 16, 173).


Zu Seite 226:

+~Hermes Trismegistos~+ als angeblicher Geograph wird erwähnt in dem um
1490 verfaßten „Deutschen Ptolemäus“ (Neudruck ed. ~Fischer~, Straßburg
1910; Vorr., S. 31).


Zu Seite 231:

+~Hermes Trismegistus~+ oder +~Mercurius~+ führt gegen Ende des 12.
Jahrhunderts ~Daniel~ von ~Morley~ an (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 8,
14, 16); im 13. erwähnt ~Thomas~ von ~Aquino~ den „Poimandres“ des
~Trismegistus~ sowie den ~Hermes Trismegistus~ selbst (üb. ~Schneider~
2, 75, 77; 7, 584). Sein Andenken geriet also auch hiernach sicherlich
niemals völlig in Vergessenheit; vgl. auch die öfteren Berufungen auf
~Hermes~ in des ~Albertus Magnus~ (echter) Schrift „De mineralibus“
(Cöln 1569), die selbst wieder ausschließlich aus den Werken älterer
Vorgänger schöpft.

Nach einer Bemerkung in der „Κόρη κόσμου“ verfaßte ~Hermes
Trismegistos~ seine Schriften schon +vor+ Erschaffung der
Welt! (~Boll~, „Offenb.“ 8).

Zu seinen technischen Erfindungen (vgl. S. 258 dieses Werkes) gehört
nach arabischen Autoren auch die der Seife, und zwar machte er sie
kraft einer besonderen Offenbarung (~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 54, 317).


Zu Seite 232:

+Kore, Κόρη κόσμου.+ In frühptolemäischer Zeit erfolgte eine
Verschmelzung des ~Isis~-Dienstes mit den ~Demeter~-Mysterien zu
Eleusis, bei denen ~Kores~ Wege hinab in die Unterwelt und wieder
herauf zur Oberwelt (ἄνω καὶ κάτω, áno kai káto) eine bedeutsame Rolle
spielten (~Roeder~, PW. 9, 2128; ~Hiller~, PW. 1, 2322).

Nach ~Reitzenstein~ sind die Ansichten ~Krolls~ und ~Zielinskis~ wie
betreff der Herleitung einer „höheren Hermetik“ aus Arkadien so auch
bezüglich der in entscheidenden Punkten irrig und unannehmbar[7227].
Die Κόρη κόσμου die jedenfalls erst dem 3. Jahrhundert n. Chr. und der
Zeit +nach+ dem Auftreten ~Manis~ (des Begründers des Manichäismus)
angehört[7228], rührt von einem Verfasser her, der ein umfangreiches
Material nach vielen Richtungen hin trefflich beherrscht, es aber rein
synkretistisch und völlig kritiklos verarbeitet, um ein religiöses Buch
für Gebildete zu schreiben, aber nicht der +religiösen+, sondern der
+litterarischen+ Wirkung halber, -- was schon an sich als ein für die
ganze Epoche höchst charakteristisches Zeichen anzusehen ist[7229]. Dem
Werke liegen, abgesehen von der vielfachen Benützung des platonischen
„Timaios“ (besonders in stilistischer Hinsicht)[7230], drei
Hauptquellen zugrunde[7231]: 1. eine ursprünglich iranische Kosmogonie,
2. eine griechische philosophische Schrift, deren Begriffsbildungen
mit den religiösen Überlieferungen der ersteren verschmolzen
werden[7232], 3. die hellenistisch-ägyptische ~Osiris~-Tradition, der
die entscheidenden Erlösungslehren entnommen sind.

Dem iranischen Schöpfungsmythus, der sich allmählich durch ganz
Vorderasien verbreitet zu haben scheint, jedoch unter Verdunkelung
oder völliger Abstreifung seines dualistischen Grundgedankens[7233],
entstammen verschiedene wichtige Züge. Die geordnete Welt wird in
mehreren Stufen erschaffen, und zwar durch Auflösung des Chaos, der
„schwarzen Einheit der Materie“, wobei der Himmel mit seinen Sternen,
die trockene Erde, sowie die Wasserfläche zum Vorschein kommen[7234].
Ein Urgott, eine Urgöttin, oder eine Urseele (~Psyche~), aus der alle
Einzelseelen entspringen, irrt vom Schöpfer ab, sinkt herab in die
Materie, wird aber am Ende der Dinge aufs neue mit dem höchsten Gotte
vereint und steigt wieder empor zum Himmel[7235]. Die lebendigen
Menschen sind eine innige Verbindung von Hyle und Psyche[7236]; aus
Feuer und Luft, den beiden Elementen des Lichtreiches, bestehen
die Seelen, die nach dem Sündenfalle, d. h. nach dem Abirren vom
Schöpfer, bestraft werden, nämlich durch Bindung an die aus Wasser
und Erde gebildete Hyle der Leiber, die gemeine Materie[7237]. Über
die Schicksale der Menschen berät der höchste Gott mit ~Hermes~, der
als sein νοῦς (Nûs) und seine ψυχή (Psyche) erscheint, sowie mit den
übrigen Göttern, besonders mit jenen der Planeten, die überlegen,
was jeder von ihnen für die Menschen tun könnte; schließlich wird
jenen, die einen reinen und gerechten Lebenswandel führen, Erlösung
und Rückkehr in den Himmel versprochen[7238]. Schon nach dem ersten
Erscheinen der Urseele (Psyche) tritt aber auch der „Herrscher der
Finsternis“ in Gestalt eines furchtbaren Drachen hervor[7239];
„Herrscher der Finsternis“ hießen jedoch auch die „Archonten“, d. s.
die Planetengeister, die „mit Sünde (= Materie) verbunden“ am Himmel
umherirren und die Schöpfung bedrohen[7240]. Anscheinend unter dem
Einflusse dieser bösen Geister sündigen die Menschen und häufen Frevel
auf Frevel, bis sich die Elemente klagend vor dem höchsten Gott
einfinden und von ihm eine neue Emanation (ἀπόρροια) erflehen; er
sendet ~Osiris~ und ~Isis~, die abermals Recht, Ordnung und Frömmigkeit
auf Erden verbreiten, dann aber kraft eines Zauberhymnus wieder gen
Himmel auffahren. Nach anderen Quellen vertreten jedoch ihre Stelle
~Dionysos~, „der Sohn des Gottes“ (nämlich des ~Zeus~), oder ~Mithras~,
der „Mittler“ zwischen höchstem Gott und Menschheit[7241].


Zu Seite 233:

+~Agathodaimon.~+ Nach ~Lanes~ „Manners and customs of the modern
Egyptians“ (London 1860) besaß noch um die Mitte des vergangenen
Jahrhunderts jedes Quartier der Stadt Kairo seinen Schutzgeist oder
~Agathodaimon~, der in Schlangengestalt verehrt wurde (~Rescher~, „Der
Islam“ 9, 27).


Zu Seite 236:

+Gnostik.+ Schon ~Herder~ („Werke“ ed. ~Suphan~, Berlin 1893; 9,
276) spricht sich sehr bestimmt dahin aus, daß die Gnostik in die
vorchristliche Zeit zurückreicht, also in jene des Hellenismus. Dieses
meist für sehr jung gehaltenen Ausdruckes bedient er sich öfters (vgl.
10, 184) und entlehnte ihn vermutlich seinen Quellen; schrieb doch
z. B. bereits ~Heinsius~ ein Werk „De lingua hellenistica“ (Leiden
1643).


Zu Seite 240, 244 (s. auch Seite 203):

+Buchstabenmystik+, Anrufung der 7 Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, u. dgl.,
hängen enge mit der Anschauung zusammen, daß der Name der Götter ein
Teil ihres Wesens sei; aus ihr erklärt sich die Macht, die der Kenntnis
des „wahren Namens“ zugeschrieben wird, aber auch die Scheu, diesen
auszusprechen, wie sie z. B. bei den Juden zutage tritt (~Boll~,
„Offenb.“ 32). -- Vgl. die „hundert schönen Namen“ Allahs.


Zu Seite 240, 255:

+Kraft der Worte.+ Daß bestimmte Worte eine ganz besondere Kraft
ausüben und daher bei allerlei kirchlichen Zerimonien hauptsächlich
oder ausschließlich in der vorgeschriebenen bestimmten Sprache zu
gebrauchen sind, deutet noch ~Thomas von Aquino~ unverkennbar an (üb.
~Schneider~ 11, 12).


Zu Seite 245:

+Zahlzeichen, griechische.+ Die Benützung der Buchstaben als
Zahlzeichen ist nach ~Larfeld~ im 8. Jahrhundert v. Chr. aufgekommen,
und zwar zu Milet (~Ruska~, „Zur ältesten arabischen Algebra ...“, 41).


Zu Seite 245:

+Zahlenwerte von Namen.+ Daß es nach spätgriechischen und
„syrisch-chaldäischen“ Überlieferungen von großer Wichtigkeit ist, den
Zahlenwert zu erkennen, der den Namen Erkrankter entspricht, meldet
u. a. der „Codex Hertensis“ des 9. bis 12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A.
Med. 10, 310).


Zu Seite 248:

+~Mithras.~+ Die älteste litterarische Erwähnung des ~Mithras~ findet
sich in der „Thebaïs“ (Ges. 1, Vers 717), die ~Statius~ zwischen 81 und
92 n. Chr. verfaßte (~Poppelreuter~, „Der Islam“ 8, 295).


Zu Seite 265:

+~Salomon.~+ Über die ungeheure Zaubermacht, die der Orient dem König
~Salomon~ zuschrieb, vgl. ~Rescher~, „Der Islam“ 9, 5 u. 49.


Zu Seite 298:

+Chamäleon+ als Namen einer Muschel hat nichts mit dem ägyptischen
Chamäleon zu tun, sondern ist eine Entstellung des persischen und
arabischen Kalamûn, das selbst wieder vom griechischen ὑποκάλαμον
(Hypokálamon) herkommt, d. i. die Steckmuschel, aus deren Byssus das
„Meerwolle“ genannte, goldig schimmernde Gewebe gemacht wurde (~Hell~,
„Enzykl. des Islam“ 1, 100).

+Chamäleon.+ Der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~ sagt von dem
seltenen Worte Kemelaʾaʾ: „das ist Kimia, Alkîmijâ“ (arabisch!); er
kennt auch das Tier Kemelintos oder Kemeliun, bringt jedoch die Namen
selbst nicht in Verbindung. Der Versuch einer solchen kann +nur+
aus spätgriechischer Zeit herrühren, da aber für einen Griechen der
Zusammenhang zwischen χημεία und χαμαιλέον ernsthaft nicht wohl in
Frage zu kommen vermag, so handelt es sich wohl um eine Art Wortwitz
von der Gattung jener, der so zahlreiche bei ~Isidorus~ von ~Sevilla~
auftauchende „Etymologien“ angehören (~Ruska~).

Vom Chamäleon als „Kemmeltier“ sprechen noch mittelhochdeutsche
Quellen, z. B. ~Hugo~ von ~Trimberg~ gegen 1280 im „Renner“ (ed.
~Ehrismann~, Tübingen 1909; 3, 79); vorübergehend erwähnt er in diesem
Werke auch die Alchemisten, (ebd. 2, 299).


Zu Seite 311:

+Harut und Marut.+ Diese Sage ist nach ~Littmann~ babylonischen
Ursprunges, die beiden Namen sind jedoch späterer, (in dieser
Überlieferung) iranischer Herkunft („~Harut~ und ~Marut~“ in
„Festschrift für ~F. C. Andreas~“, Leipzig 1916, 70).


Zu Seite 315:

+Alloiosis+ der Nahrungsmittel nennt ~Galenos~ (2. Jahrhundert n. Chr.)
deren Umänderung im Laufe der Verdauung (~Meyer-Steineg~, „Studien zur
Physiologie des ~Galenos~“, A. Med. 6, 423).


Zu Seite 320:

+Xerion.+ Das aus dem griechischen ξήριον entstandene Iksîr findet sich
im Persischen bereits bei ~Firdusi~, um 1000 n. Chr.; als al-iksîr
(Elixir) geht es dann zu den Arabern über (~Jacob~). -- In der
„Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) ist Iksîr oder Elixir
noch = trockenes Streupulver (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“
6, 252), ebenso in den Schriften der arabischen Augenärzte um 1000
(~Hirschberg-Lippert~ 1, 210).


Zu Seite 320:

+Stein der Weisen.+ Nach uigurischer, wohl aus Kreisen der Manichäer
stammender Tradition (um 900) erhielten die sog. hl. 3 Könige vom
Christuskinde als Gegengabe für ihre Geschenke ein von der steinernen
Krippe abgebrochenes Stückchen, das sie, weil es von ungeheuerlicher
Schwere war und ihnen unbrauchbar erschien, in einen Brunnen warfen,
aus dem hierauf ein feuerblitzender Glanz bis zum Himmel aufstieg.
Da nun aus gewissen, bei ~Gregor~ von ~Tours~ (539-594), ~Almaʿsudi~
(gest. 956) und ~Marco Polo~ (gegen 1300) erhaltenen Berichten die
Legende zu erschließen ist, der die Weisen führende Stern sei, einem
Meteore gleich, in einen Brunnen bei Bethlehem herabgefallen, so glaubt
~Hommel~, man habe in diesem abgebrochenen Stückchen Stein den Ursprung
des „Steins der Weisen“ zu erblicken, der bestimmt gewesen sei „den
glücklichen Findern eine Gold- und Segensquelle zu werden“ („Münchener
Neueste Nachrichten“ Nr. 8 vom 5. Januar 1918; den Hinweis auf diesen
Aufsatz verdanke ich Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~G. Jacob~). -- Inwieweit
in dieser Sage der +Ursprung+ des „Steins der Weisen“ liegen soll, ist
jedoch zunächst nicht einzusehen, und die Frage, ob eine +Verbindung+
bestehe, bedarf wohl erst noch weiterer Untersuchung.


Zu Seite 328:

+~Bolos~ von ~Mende~+ war auch eine ergiebige Quelle für die Verfasser
der sog. „Steinbücher“ sowie des zwischen 300-400 n. Chr. in Syrien
entstandenen, „Physiologus“ genannten Tierbuches (~Wellmann~, M.
G. M. 16, 374). Seinen Schriften entstammen ferner jedenfalls
die Anschauungen über (Pseudo-) ~Demokritos~ als „Wettermacher“
(~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 93 ff.).


Zu Seite 331:

+~Pseudo-Demokritos’~+ Schrift über den Magnet (περὶ τῆς λίθου) erwähnt
~Hoppe~ in seiner Abhandlung über Magnetismus und Elektrizität im
Altertume (A. Nat. 8, 95).


Zu Seite 347:

+Zeichen für Sonne und Mond+, vielleicht auch für Sterne (Planeten?)
sollen sich schon auf Tontrommeln aus der Steinzeit vorfinden, die
Gräbern nächst Halle und Merseburg entstammen (~Hoops~ 3, 286).


Zu Seite 351:

+Zeichen für Planeten und Metalle.+ In seiner Abhandlung „Bruchstücke
einer antiken Schrift über Wetterzeichen“ äußert sich ~Wessely~ zu
dieser Frage wie folgt: Die bekannten Zeichen für die 5 Planeten
entstanden aus den Abkürzungen ihrer griechischen Namen; kursives κρ
mit dem Abkürzungsstrich in entstellter Form wurde zum Zeichen für
Κρόνος, die Majuskelform Ζ mit dem Abkürzungsstrich zu dem für Ζεύς,
und ebenso kursives αρ und ερ mit dem Abkürzungsstrich, sowie Φ, das
seine alte Gestalt am besten bewahrte, zu dem für Ἄρης, Ἑρμής und
Φωσφόρος. Die beiden ersten Zeichen, sowie das letzte, erkannte richtig
schon ~Salmasius~ („Sitzungsberichte der Wiener Akademie“ 142, 1; S.
12, Anm. 2).


Zu Seite 353:

+Null.+ Die Mayas, eine Gruppe mittelamerikanischer Völkerschaften,
hatten selbständig, und vielleicht schon früher als die Inder, ein
Zeichen für Null erdacht und mit seiner Hilfe den Stellenwert der
Zahlen ausgedrückt (~Cajori~, M. G. M. 16, 166). Über die ganze Frage
s. die eingehende Abhandlung ~Günthers~ (Ber. Münchener Akad. 1917,
111), in der er auch hervorhebt, daß die Inder ein Dezimal-, die Mayas
aber ein Vigesimal-System besaßen, wie dies zuerst ~Seler~ zeigte.


Zu Seite 353:

+Indische Ziffern.+ Das indische Ziffer- und Rechen-System wird seit
etwa 800 bei den Arabern wissenschaftlich gelehrt, ist aber bereits 662
einem syrischen Schriftsteller bekannt (~Ruska~, „Der Islam“ 5, 272 und
„Zur ältesten arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 47,
45); bisher ist der Gebrauch der Null bei einem Araber zuerst für 873
nachgewiesen, der bei einem Inder für 732 (ebd. 36). -- Unvereinbar mit
diesen genau belegten Angaben erscheinen vorerst jene des indischen
Gelehrten ~Kaye~: er behauptet, daß das Positions-System in Indien noch
im 9. Jahrhundert verhältnismäßig neu und vielleicht überhaupt keine
indische Erfindung war, und daß alle Berichte, die eine ältere Zeit
(u. a. die um 600) betreffen, entweder unsicher oder sogar gefälscht
sind (M. G. M. 17, 13).


Zu Seite 357:

+Kopten.+ Über medizinische und Färberei-Rezepte der Kopten s.
~Leipoldt~ in ~Brockelmanns~ „Geschichte der christlichen Litteraturen
des Orients“ (Leipzig 1907) 171, sowie ~Erman-Krebs~, „Aus den Papyri
des Kgl. Museums“ (Berlin 1899) 255.


Zu Seite 364:

+~Dschabir.~+ Die Wahl der Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zwecks
Unterscheidung ihrer einschlägigen Werke rührt nicht von ~Berthelot~
her, sondern von ~Wüstenfeld~ (vgl. S. 485 dieses Werkes), dessen
„Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen 1840)
~Berthelot~ vielfach benützte.


Zu Seite 369:

+Tutia+ wird von einigen arabischen Autoren als besonders kostbares
Erzeugnis Indiens (der indischen Grenzländer?) angepriesen (~E.
Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 320). -- Dieser Wertschätzung entspricht die
Erwähnung von Tutia in höfischen Redensarten, die sich bis in die
Neuzeit hinein erhielten und noch bei den Türken in Gebrauch standen:
in einem Briefe aus dem 16. Jahrhundert an den letzten Pascha von
Ofen heißt es z. B.: „Tutija ist der Fußstaub Euer Exzellenz“, wobei
Tutija an Stelle des sonst auch vorkommenden „Kimija“ steht, des
lebenspendenden Pulvers aus dem Steine der Weisen (~Jacob~, „Der Islam“
8, 249).


Zu Seite 372:

+Zauberquadrate.+ In den Schriften der „Treuen Brüder“ finden sich
Zauberquadrate bis zu 9 Zellen beschrieben (~Carra de Vaux~, „Enzykl.
des Islam“ 2, 258); der Name kommt jedoch erst im 15. Jahrhundert bei
~Agrippa~ von ~Nettesheim~ vor (~Günther~, M. G. M. 15, 209). -- Über
die Theorie der Zauberquadrate s. ~Ferrols~ „Neues Rechnungsverfahren“
(Bonn 1913) 165.

Nach ~Ahrens~ gehen jedoch die Angaben des ~Agrippa~ (und auch die
des ~Cardanus~) auf arabische Quellen zurück; schon ~Dschabirs~ „Buch
der Wage“ soll der „magischen Quadrate“ (u. a. solcher von 9 Zellen)
gedenken und sie den Planeten zuteilen, ferner erwähnen sie einige
Schriftsteller des 9. und 10. Jahrhunderts, -- bei den „Treuen Brüdern“
scheint die Stelle aber interpoliert zu sein --, und desgleichen auch
noch der byzantinische Autor ~Moschopulos~ („Der Islam“ 7, 186,
205, 210; M. G. M. 16, 307; vgl. ~Bolte~, M. G. M. 16, 307 und ~E.
Wiedemann~, „Der Islam“ 8, 94).


Zu Seite 374:

+Planeten-Seelen.+ Noch ~Kepler~ schrieb 1604 den Planeten eigentliche
Seelen zu, durch die er ihre Bewegungen erklärte (~Gerland~,
„Geschichte der Physik“, München 1913, 403).

Wie lange der Glaube an die Planetenseelen und ihre besonderen
Beschaffenheiten Allgemeingut blieb, zeigt u. a. die Tatsache, daß
noch 1676 der berühmte Komponist und Orgelspieler ~Buxtehude~, „Natur
und Eigenschaften der Planeten in sieben (verschollenen) Suiten
[Charakterstücken] artig abbildete“ (~Spitta~, „~J. S. Bach~“, Leipzig
1916; 1, 259).


Zu Seite 374:

+~Hermes~ (~Mercur~).+ Während die übrigen Sterne im Arabischen
jeder sein bestimmtes Geschlecht haben, ist allein ~Mercur~
zweigeschlechtlich, hat also hierin die alte Überlieferung seines
Zwitterwesens gewahrt (~Littmann~, „Festschrift für ~A. C. Andreas~“,
Leipzig 1916, 86).


Zu Seite 374:

+Planeten-Namen.+ ~Alkhwarizmi~ gibt um 980 in den „Mafâtîh“ als
persische Namen an: Chwâr (Sonne), Mâh (Mond), Tîr (Merkur), Nâhîd
(Venus), Bahrâm (Mars), Hurmuz (Jupiter) und Kaiwân (Saturn) (~E.
Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 216). -- Nach ~Ruska~ lauten die arabischen
und persischen Namen: Sonne, Schams, Aftâb; Mond, Qamar, Mâh; Jupiter,
Muschtarî, Birdschis; Mars, Mirrîch, Bahrâm; Merkur, ʿUtârid, Tîr;
Venus, Zuhrâ, Nâhîd; Saturn, Zuchal, Kaiwân.


Zu Seite 375, 425:

+Planeten-Einflüsse.+ Nach ~Nöldeke~ erfand im 6. Jahrhundert ein
persischer Vezir als Gegenstück zu dem neuen Schach- das Nard-Spiel,
das das menschliche Leben in seiner Abhängigkeit von den Planeten
und Tierkreis-Sternbildern darstellte (~Ruska~, „Zur Geschichte der
Schachbrettaufgabe“, Leipzig 1916, 280).

Über den besonderen Zusammenhang zwischen den Tierkreis-Sternbildern
und den Teilen des menschlichen Körpers s. ~Sudhoff~, „Studien zur
Geschichte der Medizin“, Leipzig 1914, 198 ff. -- Als unumstößlicher
Wahrheiten gedenkt der überlieferten Einflüsse der Planeten auf die
Körperteile noch das so weitverbreitete, um 1243 im Kreise Kaisers
~Friedrich~ II. verfaßte „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~, Tübingen
1904, 164), in dem die Wandelsterne mit ihrer Macht, sowie die
Astrologie, überhaupt eine hervorragende Rolle spielen (ebd. 65, 121,
159, 199).


Zu Seite 375:

+Planeten und Farben der Metalle.+ Nach einer bei ~Daniel~ von ~Morley~
(gegen 1200) erhaltenen Überlieferung ist die Farbe der Sonne feurig,
jedoch ihres großen Glanzes wegen nicht genau erkennbar, die des Mondes
weiß wie Zinn, die des Merkur schwarz, die der Venus weißlich, die
des Mars goldig, die des Jupiter silbern, die des Saturn bleiähnlich
(~Sudhoff~, A. Nat. 8, 30).


Zu Seite 379:

+Sandarach.+ Das einer nordafrikanischen Cupressinee entstammende Harz
wird unter diesem Namen zuerst in einem Papyrus von etwa 900 erwähnt
(~Seidel~, „Der Islam“ 1, 150); vgl. die Angaben bei ~Alqazwini~ (~E.
Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 291, 307).


Zu Seite 380, 409:

+Essig.+ Die so besonders „kalte Natur“ des Essigs erklärte ~Epikur~
(jedenfalls auf Grund älterer griechischer Quellen) daraus, daß er aus
dem Weine, der kalte und heiße Atome enthält, unter Austreibung dieser
letzteren entstehe; nach ~Empedokles~ sollte sich hinwiederum der Wein
auch durch eine bloße σῆψις (Sépsis) des Wassers bilden (~Gilbert~ 213,
342).


Zu Seite 385:

+Ton der Philosophen.+ Einer Vorschrift zu seiner Herstellung aus Ton,
Kohlenpulver, Kalk, Salz, Haaren und anderen Bestandteilen gedenkt
~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263).


Zu Seite 388:

+Syrische Schriften.+ Nach ~Ruska~ dürften diese Schriften auf
griechisch-persische Vorlagen zurückgehen, wonach es sich auch erklären
würde, daß einzelne Namen von Präparaten an mittelpersisches Sprachgut
anklingen. Genaueres hierüber wird sich wohl kaum ermitteln lassen,
da die gesamte syro-persische Litteratur, die von Gondisapur her
so tiefgehenden Einfluß ausübte, restlos zugrunde gegangen zu sein
scheint. (Vgl. ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen Litteraturen
des Orients“, Leipzig 1907, 44 ff., 50.)


Zu Seite 394:

+Porzellan.+ Die Erfindung des Porzellans in China erfolgte etwa um 600
n. Chr. (~Zimmermann~, „Chinesisches Porzellan“, Leipzig 1913; 1, 22
ff.; „Orientalisches Archiv“ 1911, Bd. 2; ~Sarre~, „Der Islam“ 5, 183).


Zu Seite 395, 423:

+Ziwaka (syr. = Quecksilber)+, im Persischen zîbak, von zîsten = leben,
also „das lebendige“ wie „argentum vivum“; zîbak ist auch sprachlich
verwandt mit vivum und quick, das den urindogermanischen Anlaut kw
zeigt (~Jacob~). -- Im heutigen Persischen heißt Quecksilber auch
sîmâb = „Silberwasser“ (übersetzt aus dem griechischen ὑδράργυρος?),
und falls dieses Wort wirklich alter Herkunft ist, könnten sich von
ihm alle westorientalischen Bezeichnungen ableiten, ohne daß sich
aber bestimmt entscheiden ließe, wo in dem Herüber und Hinüber die
frühesten Umformungen liegen. Im neupersischen Arzneibuche des ~Abu
Mansur Muwaffak~ (um 975) heißt es zîbak, im Mittelpersischen žiwâk,
im Syrischen zîwag (auch zijûg und zijûkâ), im Arabischen meist zîbak,
aber auch zîbâk, zâwûk, zuwâk usw. (~Ruska~).


Zu Seite 407:

+~Albiruni~+ gedenkt u. a. der Anwendung des Diamanten zum Bohren von
Gesteinen, sowie der giftigen Natur seines Staubes (~E. Wiedemann~,
„Der Islam“ 2, 352).


Zu Seite 409:

+~Dimischqi.~+ Ein nicht näher bekannter Schriftsteller dieses Namens
verfaßte im 11. Jahrhundert ein „Handbuch der Handelswissenschaften“,
in dem er auch der Kniffe und Schwindeleien der Alchemisten gedenkt,
die Verfahren zur Verfälschung, aber auch zur Prüfung der Edelmetalle
schildert (z. B. die Feuerprobe nach ~Qalqaschandi~), und dem Gläubigen
ein „Hüte Dich!“ vor den Alchemisten zuruft, „gegen die Allah Dich
beschütze“! (~Ritter~, „Der Islam“ 7, 50 ff., 166, 73; ~Weiss~, ebd. 7,
252).


Zu Seite 412:

+~Alqazwini.~+ Völlig übereinstimmend mit den Lehren des ~Alqazwini~
(gest. 1283) über die Entstehung der Metalle aus Schwefel und
Quecksilber, und sichtlich aus den nämlichen syrischen, arabischen und
griechischen Quellen geschöpft, sind die Ansichten des Syrers ~Severus
bar Schakku~ (gest. 1241) im „Buch der Dialoge“. Ihre Richtigkeit,
so versichert er, stehe auf Grund von Versuchen für alle jene fest,
die mit der Kunst „Chimalia“ der Philosophen vertraut sind (~Ruska~,
„Studien zu ~Severus bar Schakku~“; „Zeitschrift für Assyriologie“ 12,
157).


Zu Seite 413:

+Magnetberge+: vgl. das „Steinbuch“ des ~Tifaschi~ (gest. 1253), üb.
~Biscia~ (~E. Wiedemann~, „Gesch.-Blätter“ 3, 281).


Zu Seite 420:

1001 +Nacht+. Über die große Rolle der Astrologie, der Alchemie,
und des gesamten Aberglaubens in „1001 Nacht“ handelt eingehend der
wichtige Aufsatz ~Reschers~ („Der Islam“ 9, 1; Alchemie: 33, 76).


Zu Seite 420:

+Tâliqûn+ führen die arabischen Augenärzte um 1000 als
„gelbes, dehnbares Kupfer“ an, neben einem anderen weißlichen
(~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 186); letzteres ist wohl ein helles
Messing. -- Der Name rührt vielleicht vom Herstellungsorte her, da
~Aldschahiz~ (gest. 869) „talikanische Filze“ erwähnt (~Ritter~, „Der
Islam“ 7, 21).


Zu Seite 424:

+Arsen.+ Das Grundwort lautet im Altpersischen zaranya, im
Neupersischen zar, zarnich, zarniq (= Gold, goldig), im Armenischen
zarik, im Syrischen zarnîkâ (~Schrader~, „R. L.“ 46, 151 ff.; „Ur.“
2, 32). Bei ~Hippokrates~ kommt ἀρρενικόν (Arrenikón = Auripigment)
mit σανδαρακή (Sandaraké = Realgar) zusammen vor (üb. ~Fuchs~ 3,
293), letztere aber auch allein (ebd. 2, 416; 3, 480, 492, 494).
~Theophrastos~ bezeichnet beide als aschenartig, wie von Feuer
angebrannt, von trockener und rauchartiger Natur und sagt, daß sie
als Farbstoffe dienen, so wie μίλτος (Rötel) und ὦχρα (Oker), die
man in „Kaminen“ brennt, und zwar in mit Ton ringsum verschmierten
Gefäßen (περιπλάσαντες). Nach ~Festus~ gleicht Sandaraka, die eine
Art Farbstoff ist (coloris genus), dem σάνδυξ (Sándyx, d. i. ein
rötlichgelbes, der Mennige ähnliches Mineral), was nach ihm eigentlich
Krapp bedeuten soll (~Lindemann~, „Corpus grammat. veterum“, Leipzig
1832, 136, 854, 693); über die kleinasiatischen Sandyxgruben
berichtet ~Strabon~ (lib. 12, cap. 40), vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~
(Braunschweig 1906, 669). Dem ~Philostratos~ (um 215 n. Chr.) ist
Sandarake ein Erdreich, aus dem in Indien eine heiße Quelle entspringt
(„~Apollonius von Tyana~“, lib. 3, cap. 14), dem Lexikographen
~Hesychios~ (5. Jahrhundert) eine metallartige Masse, εἶδος μεταλλικόν
(„Lexikon“, ed. ~Schmidt~, Jena 1867; 1136). -- Das Wort „Realgar“
scheint erst in nacharabischer Zeit aufzutauchen; vermutlich leitet es
sich von Risigallo (Risigiallo = Rauschgelb) ab, das selbst wieder aus
dem vieldeutigen Chrysokolla entstellt sein dürfte.


Zu Seite 429:

+~Douttés~+ angeführtes Werk heißt: „Magie et religion de l’Afrique du
Nord“ (Algir 1909). -- Vgl. für Ostafrika: ~Becker~, „Der Islam“ 2, 33
ff.


Zu Seite 465:

+Alchemie.+ ~Daniel~ von ~Morley~, der vor 1187 in Toledo weilte, wo
sich eine Art Lehrstätte oder Hochschule befand, und daselbst Schüler
~Gerhards~ von ~Cremona~ war, verfaßte zwischen 1175 und 1200 ein
Werk „Liber de naturis inferiorum et superiorum“; er erwähnt darin,
die Wissenschaft habe acht Teile, handelnd über Recht (de iudiciis),
Medizin, Landbau (agricultura), Spiegel (de speculis; Brennspiegel?),
Sternbilder (de ymaginibus, über die schon König ~Ptolemäos~ aus
Philadelphia in Ägypten eine „Astronomie“ schrieb), Vorzeichen (de
praestigiis), Nigromantie und Alchemie (Alckimia); letztere befaßt sich
mit der Umwandlung der Metalle in andere Arten, „quae est scientia de
transformatione metallorum in alias species“ (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 2,
40; 28; 34).


Zu Seite 490:

+~Albert der Grosse.~+ Sein Geburtsjahr ist unsicher und fällt zwischen
1193 und 1207 (~Hertling~, „~Albertus Magnus~“, Münster 1914; 2, 20).
Nach einer aus den Jahren 1240-1256 herrührenden Äußerung besuchte
er erzreiche Gegenden, vermutlich die des Harzes, da er sich 1240 in
Hildesheim aufhielt, und unterrichtete sich über die Transmutationen
der Alchemisten, um so Natur und Eigenschaften der Metalle zu ergründen
(ebd. 5, 8). -- Als „~Alberto della Magna~“ = ~Albert der Deutsche~
[entstellt aus ~Albertus Magnus~?] findet er sich frühzeitig in Italien
genannt, z. B. in den um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~ (ed.
~Gigli~, Florenz 1860; 2, 241).


Zu Seite 494:

+~Arnaldus~ von ~Villanova~.+ Sein Name findet sich später entstellt
zu ~Rinaldi Telanobebila~ (~Kopp~, „Beitr.“ 327; ~Berthelot~,
„Intr.“ 199). ~Saladin d’Asculo~ (um 1450) spricht von ~Rainald~ von
~Villanova~ (s. „~Mesuae~ Opera“, Venedig 1570, 293).


Zu Seite 496:

+Kabbala.+ Einige nähere Angaben über sie s. bei ~Hesz~ (A. Nat. 7,
117). Vgl. ~Deussen~ 2 (2), 421.


Zu Seite 504:

+Alchemie in Italien.+ Bei den Schriftstellern des 14. Jahrhunderts
ist archimia = Fälschung und archimiato = gefälscht schon allgemein
gebräuchlich, vgl. z. B. die um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~
(ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 1, 60, 70, 367; 2, 296).

~Folengo~ (1491-1544), der Verfasser des makaronischen Gedichtes
„Merlin Coccaius“ (1517), dessen anonyme französische Übersetzung von
1606 als wichtiges Vorbild des ~Rabelais~ anzusehen ist, kann sich
gleich letzterem nicht genug tun an Spöttereien über die Falschheit der
Alchemie und Astrologie, die unsinnigen Verbindungen zwischen Metallen,
Planeten und Sphären usf. (ed. ~P. L. Jacob~, Paris 1859; 107, 228 ff.,
u. oft); u. a. erwähnt er auch den „Schwefel aus Quecksilber“ (ebd.
402) und die giftige Natur des gepulverten Diamanten (ebd. 88).


Zu Seite 510:

+~Jakob Böhme~+ preist insbesondere auch im „Seraphinischen
Blumengärtlein“ mit begeisterten Worten die Macht der Tinktur, die
Tugenden des „edlen hochteuren Steines der Weisen“, die Kräfte der
Signaturen, usf. (Neudruck, Berlin 1918, 81, 145, 239 ff.; 89, 129; 171
ff.).


Zu Seite 511:

+Aufleben des Mystizismus.+ Schon ~Herder~, der diesem sonst völlig
fernstand, verfaßte „Gespräche des ~Hermes~ und ~Poemander~“, d. i.
~Poimandres~ („Werke“, ed. ~Suphan~, Berlin 1885; 23, 515, 532).


Zu Seite 514:

+Planeten-Darstellung.+ Hierüber vgl. ~Haubers~ „Planetenkinder und
Sternbilder“ (Straßburg 1916); ~Littmann~, „Der Islam“ 8, 135.

„Maistre Piccatrix“, zusammen u. a. mit ~Michael Scotus~, findet
sich als Verfasser der „großen Zaubertafel des Piccatrix“ erwähnt in
~Folengos~ „Merlin Coccaius“ (1517), ed. ~P. L. Jacob~ (Paris 1859) 321.


Zu Seite 527:

+Bergwerke bei den Arabern.+ Näheres über die merkwürdigen und schon
im 8. Jahrhundert sehr verwickelten rechtlichen und steuerlichen
Verhältnisse, die bereits ~Abu Jusuf~ (gest. 798) ausführlich erörtert,
s. bei ~Schmidt~ („Der Islam“ 1, 327 ff., 350 ff.).


Zu Seite 534:

+Elektron.+ Noch ~Thomas~ von ~Aquino~ sagt hierüber: „es bezeichnet
nichts anderes als unseren Herrn ~Jesus Christus~, den Mittler zwischen
Gott und Mensch; das Elektron verbindet die Vorzüge des Goldes mit
denen des Silbers, dieses gewinnt höheren Glanz, jenes vermindert den
seinigen; so ist auch in Gottes Sohn die Natur der Gottheit verbunden
mit der unserigen, diese gewinnt höheren Glanz, jene mäßigt für unser
Auge den ihrer Majestät“ (üb. ~Schneider~ 9, 11).


Zu Seite 541:

+Kupfer.+ Für die andauernde kultische Bedeutung des Kupfers
bezeichnend ist es, daß der assyrische König ~Tiglat-Pilesar~ I. (um
1100) als Zeichen der völligen Zerstörung einer Stadt einen „Blitz aus
Kupfer“ anfertigen und in einem Tempel aufstellen ließ (~Petersen~,
„Der Islam“; Beiheft 3, 105).


Zu Seite 552:

+Bronze.+ ~Hammurabi~ befiehlt u. a., Eidbrüchigen einen Block aus
Bronze in den Mund zu schlagen (~Petersen~, „Der Islam“; Beiheft 3,
190).


Zu Seite 555:

+Bronze in Italien.+ Über die vorgeschichtliche Periode in Italien,
besonders die Bronze- und die Anfänge der Eisen-Zeit, über die
Bedeutung der Etrusker, die Einflüsse der Phönizier usf., vgl. den
lehrreichen und vom Herkömmlichen in vielem abweichenden Artikel
~Philipps~ (PW., Spl. 3, 1278).


Zu Seite 559:

+Bronze der Tschuden.+ Bei den Tschuden und den ural-altaïschen Völkern
entstand die Bronzekultur anscheinend unter chinesischem Einflusse,
reicht zum Teil bis 300 v. Chr. herab, und macht dann den Anfängen der
Eisenzeit Platz, die zunächst die meisten Formen der ersteren beibehält
(~Hoernes~, bei ~Hoops~ 4, 193).


Zu Seite 564:

+Bronze.+ Zur Ableitung von Bronte s. nach einem Hinweise von Herrn Dr.
~H. Schunck~ in Ludwigshafen das italienische brontolare = brummen,
surren; dessen Stammwort ist hinwiederum jedenfalls das spätlateinische
bruntulare (= susurrare, murmurare) (~Maigne d’Arnis~ 361). --
Brontolare findet sich u. a. schon in den um 1375 verfaßten Novellen
des ~Sacchetti~ (ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 2, 163).

Nach ~Thomas~ von ~Aquino~ bedeuten die Glöckchen am Gewande des
Hohenpriesters den Donner (üb. ~Schneider~ 6, 440).


Zu Seite 570:

+Messing+ bezeichnen die arabischen Augenärzte um 1000 als „gelbes Erz“
oder „gelbes Kupfer“ (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 131, 174; 2,
152).


Zu Seite 576:

+Blei.+ Über Blei als Fugenfüllung beim Aufbau mächtiger Säulen,
über Bleirohre von großem Durchmesser, sowie über Bleimarken bei den
Arabern des 8. und 9. Jahrhunderts s. ~Schwarz~ („Der Islam“ 6, 273),
~Herzfeld~ (ebd. 5, 200), und ~Becker~ (ebd. 2, 370 ff.).


Zu Seite 590:

+Verbreitung des Zinns.+ Für diese ist es wichtig, daß fraglos schon
während der jüngeren Steinzeit in der gesamten Nord- und Ostsee
ein Seeschiffahrts-Verkehr auch auf weitere Entfernungen stattfand
(~Vogel~, bei ~Hoops~ 4, 156).


Zu Seite 594:

+Galmei.+ Die „Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) erwähnt
häufig Galmei oder Cadmia (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 249,
250, 252, 254, 256), auch solche aus Kirman (ebd. 251) und aus Indien
(ebd. 253), worunter aber (wie so häufig) nicht Vorderindien, sondern
nur das Gebiet der indischen Grenzländer zu verstehen sein dürfte. --
Des Galmeis gedenkt ferner ein syrisches Lehrbuch der Augenheilkunde
etwa aus dem 7. Jahrhundert (~Meyerhof~, ebd. 6, 263), das nach
~Brockelmann~ im wesentlichen nur eine Übersetzung aus ~Galenos~ ist
(ebd. 7, 108).


Zu Seite 603:

+Quecksilber.+ Über das von den Arabern aus Persien, Marokko, Kolchis
(?) usf. bezogene Quecksilber s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 262); vgl.
~Ruska~ (ebd. 5, 272).


Zu Seite 603:

+Salmiak.+ Betreff des natürlich vorkommenden und des künstlich
bereiteten Salmiaks s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263).


Zu Seite 607:

+Eisen im Altai.+ Bis zum Sturze des asiatischen Reiches der Avaren (um
550 n. Chr.) hatten für diese, als ihre Herren, die Türken das Eisen im
Altai herzustellen und zu bearbeiten; ihr Name „Türken“ bedeutet die
„Eisenhelmigen“ (~Hess~, „Der Islam“ 9, 160).


Zu Seite 610:

+Schmiede.+ In Innerafrika bilden die Schmiede auch jetzt noch in
manchen Gegenden eine besondere Kaste (~Becker~, „Der Islam“ 3, 261).


Zu Seite 625:

+Eisen.+ Über Gebrauch und Verarbeitung des Eisens bei den Arabern
schon vor ~Muhammed~ und während der Eroberungszeit berichtet ~Becker~
(„Der Islam“ 4, 311).


Zu Seite 630:

+Antimon.+ Mesdem, „die echte Augenschminke“, erwähnt als ein
Augenheilmittel schon ein zu Ägypten um 1250 v. Chr. abgefaßter Brief
(~Spiegelberg~, M. G. M. 17, 167).

Plättchensonden zum Schminken der Augenlider aus spätantiker Zeit sind
nach ~Sudhoff~ zahlreich erhalten (ebd. 17, 136).


Zu Seite 635:

+Antimon+ oder +Ithmid+, auch solches aus Ispahan, verordnet öfters
~Ibn Masawaih~ (777-857) in seiner oben erwähnten „Augenheilkunde“
(~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 247, 252, 253, 254). Das
gleichfalls erwähnte syrische, aus dem ~Galenos~ übersetzte Lehrbuch
des 7. Jahrhunderts gebraucht Kuhl oder Kuhlâ nur für Ithmid, dagegen
Kahal allgemein für Schminken (~Meyerhof~, ebd. 6, 262, 265).
Später und auch noch in neuerer Zeit kann Kuhl die verschiedensten
Augenheilmittel bezeichnen (~Reckendorf~, ebd. 6, 101).


Abgeschlossen am 1. September 1918.




I.

Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten.


  ἀβύσσος 59.

  ἀγαθάγγελος 233.

  ἀγαθὴ τύχη 234.

  ἀγαθοδαίμον 219, 233.

  ἀγγεῖον 273.

  ἀγγεῖον περίφιμον 37.

  ἄγγος 49, 25.

  -- διπλοῦν 40.

  -- οστράκινον 49.

  ἄγχουσα 9, 19, 21, 103, 113.

  ἀγχουσίζεσθαι 633.

  ἀείζωος 14

  ἄεηιοωυ 203.

  ἀέρα 115.

  ἀερώδης 213.

  ἀετίτης 201.

  ἀεροειδής 16, 17.

  ἀήρ 130, 133.

  αθανασία 180, 201, 335, 668.

  Αἴγυπτος 64, 307, 335.

  Αἰθάλεια 620.

  αἰθάλη 10, 39, 47, 48, 59, 81, 82, 84, 102, 326, 344, 602, 663.

  αἰθάλη δάφνης 73.

  αἰθήρ 126, 127, 130, 316.

  αἰθίοψ γῆ 52.

  αἶθοψ 555, 617.

  αἶθων 667.

  ἇιμα 9, 18.

  ἇιμα τράγου 70, 94.

  ἇιμα χοίρου 70.

  αἰτήσιος 107.

  Αἶων 125.

  ἀκινάκης 627.

  ἀλεκτορίς 532.

  ἀλεκτρυών 532.

  ἀλέκτωρ 532.

  ἀληθινός 13, 270.

  Ἀλίβας 143.

  ἀλίζαρι 21.

  ἁλικάκαβον 17.

  ἀλκίμη 115.

  ἄλλο (ἄλλως) 2, 659.

  αλλοιοῦν 16, 158, 315, 330.

  αλλοίωσις 37, 52, 79, 121, 122, 132, 138, 140, 147, 314.

  ἅλμη 12, 21.

  ἁλονίτρον 488.

  ἁλοσάχνη 12.

  ἀλύβη 530.

  ἀμαυρά 326.

  ἀμαύρωσις 12, 326.

  ἄμβιξ 10, 48, 49, 85, 115, 602, 663.

  ἀμβρόσιον ὕδωρ 230, 239.

  ἀμέθυστος 518.

  ἄμμος 235, 266, 283.

  ἄμορφος 135, 147, 155.

  Ἀμπέρτος Θεοτονικός 491.

  ἄμπυξ 85, 305.

  ἀναβαίνω 18, 92, 344, 352.

  ἀναγαλλίς 14.

  ἀνάγκη 82, 131, 151, 344.

  ἀναγωγή 85.

  ἀναζωπύρησις 97.

  ἀναλυόμενα πάντα 36.

  ἀνάστασις 86, 344.

  ἀνατολικός 111.

  ἀνέλθων 69.

  ἀνεξάλειπτος 12, 23.

  ἄνεσις 9, 21.

  ἄνθεμις 641.

  Ἀνθεμόδη 644.

  Ἀνθεμόεσσα 644.

  ἄνθεμον 641, 644.

  Ἀνθεμόνη 644.

  ἀνθεμόνιον 645.

  ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες 643.

  ἀνθεμώνη 643.

  ἀνθεμωνιάμ 643.

  ἀνθεμώνιον 645.

  ἄνθη μετάλλων 312.

  -- φέρειν 78, 645.

  ἀνθιὸν ἅλας 644.

  ἄνθος 22, 23, 53, 78, 271.

  -- ἁλός 644.

  -- Ἄμμωνος 642.

  -- ἀργύρου 644, 645.

  -- ἀσβέστης 115.

  -- βαλαυστείας 20.

  -- κνήκου 8, 24.

  -- χαλκοῦ 20, 21, 644, 645.

  -- χρυσοῦ 272, 645.

  ἀνθοῦσα 325.

  ἀνθράκινος 24.

  ἄνθραξ 11, 12, 21, 24, 85, 283.

  ἀνθρωπάριον 80, 81, 305, 324, 338, 342, 346.

  ἀντεμόνιον 116.

  ἀντιδότος 668.

  ἀντίθεος 242, 310.

  ἀντίμιμος 242, 323.

  ἄνω-κάτω 52, 57, 67, 82, 84, 99, 104, 129, 136, 141, 147, 199, 222,
        243, 301, 315, 323, 342, 344, 667.

  ἄνω μήτηρ 243.

  ἀνωφερής 99.

  ἀπέλλα 187.

  Ἀπέλλων 187.

  ἄπεφθος 532.

  ἀποβαίνω 19.

  ἀποθνήσκω 69, 668.

  ἄποιος 135, 147, 242.

  ἀπόκρυφον πρᾶγμα 22, 25.

  ἀπόρροιαι 210.

  ἀποσταζόμενον 85, 86.

  ἀραίωσις 15, 19.

  ἀργυράνθρωπος 81.

  ἀργύριον ὕδωρ 83, 345.

  ἀργυροζύμη 103.

  ἀργυρογραφία 7.

  ἀργυροποιία 31, 36, 41.

  ἄργυρος 289, 313, 329, 530.

  -- ἡμῶν 62.

  -- πρῶτος 12.

  -- ὑγρός 601.

  -- χυτός 601, 602.

  ἀργύρωμα 12.

  ἀρέωσις 15.

  Ἄρης 674.

  ἀριθμός τέλειος 168.

  ἄριστος 19.

  ἀρμένιον 16.

  ἁρμονία 123.

  ἀρρενικόν 327, 361, 678.

  ἄρρεν καὶ θῆλυ 123, 129, 316.

  ἀρρενόθηλυ 200, 223.

  ἄρρην 47, 80, 99, 345.

  ἀρσενικόν 7, 23, 24, 52, 67, 83, 99, 327.

  ἀρσενικὸν ξάνθον 97.

  ἀρσενόθηλυ 83.

  ἄρσην 47, 242, 342.

  ἀρτεμόνη 643.

  Ἄρτζες 424.

  ἀρτεμόνιον 643.

  ἀρτίμονιον 643.

  ἀρχαῖος 76.

  ἀρχή 121, 133, 140, 146, 147.

  ἀρχιατρός 269.

  ἀρχιερεύς 64, 71.

  ἀρχιτέκτων 269.

  ἄρχοντες 231.

  ἄσβεστος 9, 87.

  -- θειώδης 114.

  -- λευκή 87.

  ἀσβέστου ὕδωρ 20.

  ἀσημάνθρωπος 81.

  ἀσήμη 116.

  ἄσημον 4.

  ἄσημον πρῶτον 5.

  ἀσήμου γράφη 6.

  ἄσπρος 112.

  ἄσφαλτος 5.

  ἀτμίς 18.

  ἄτομος 133, 134.

  αὐτοματάριον 115.

  αὐτόματος 269.

  αὐτοπτήσεις 660.

  αὐτόρρυτος 100.

  αὐτόφυες 269.

  ἄφθαρτος 241.

  ἄφθορος 13.

  Ἀφροδίτη 185, 188.

  ἀφροσέληνον 113.

  ἄρσις νεφέλης 37, 344.

  ἀρτζέντο 116.

  ἄρσις ὕδατος 37, 85.


  βάθος 49.

  βαλαύστιον 20.

  βαλλαθά 310.

  βαμβάκη 116.

  βάμμα 16, 18, 24, 82.

  βαρβαρικός 22, 25.

  βασιλεύς 486, 640.

  βάστνις 92.

  βαφή 9, 14, 16, 18, 19, 24, 31, 35, 37, 79, 81, 270, 276, 277, 302,
        320, 332, 524, 551.

  -- μὴ ἀνιοῦσα 23.

  βαφὴ ὀξεῖα 23.

  βαφικαὶ βίβλοι 31, 329.

  βαφική 24, 93, 278, 309.

  βερδεράμη 117.

  βερονίκη 116.

  βῆκος 48, 85, 344.

  βικίον 48, 114, 344.

  βίκος 42, 48, 49, 85, 344.

  βίος 103.

  βιτριόλον ῥωμάνον 114, 116.

  βοάνθεμον 643.

  βολβίτος 51.

  βόλβος 24.

  βόλιβος 577.

  βόλιμος 577.

  βοράχη 116.

  βοτάναι 33, 75, 77, 82, 99, 101, 342, 346, 645.

  βοτάριον 97.

  βούφθαλμον 24.

  βρετανική μέταλλος 581.

  Βρέντη 562.

  Βρεντήσιον 562.

  βρέντ(ι)ον 562.

  βροντεῖον 564.

  βροντή 562, 563, 568.

  βροντήσινος 561, 564.

  βροντήσιον 112, 561, 563, 564, 568.

  βροτίσιον 112.

  βρύζη 525.

  βύκος 48, 85, 344.

  βύνη 21.

  βυσσίνη 23.

  βύσσιον 273.

  βυσσίον ὑάλινον 115.

  βυσσουργός 270.

  βῶλος 12.


  γάλα βοὸς μέλαινας 88.

  γαλατικός 4.

  γάλβινα 21.

  γείγαρτον 20.

  γένεσις 128, 138, 139, 141, 275.

  γεωργία 329.

  γῆ ἡμῶν αἶθιοψ 52.

  γῆ παρθενία, παρθενική 283, 345.

  γῆς ἀστήρ 390.

  γλαυκός 24.

  γλουρός 523.

  γλυκαίνω 86.

  γλυκόριζον 116.

  γνῶσις 198, 238, 247, 322.

  γοήτης 618.

  γράμμα 115.

  γραφή 3, 34, 94.

  γυναικὸς ἔργον 77.

  γύνη 633.


  δαιμονοκλησία 67.

  δαίμων 51, 129, 305, 310.

  δάκρυ 549.

  δάφνη 22, 73.

  δεύτερος θεός 157, 159.

  Δῆλος -- ἄδηλος 185.

  δημουργία 39, 94.

  δημιουργός 618.

  διάκρισις 132.

  διάλλαξις 130.

  διάλυσις 232.

  διάργυρος 116, 218.

  διὰ τεσσάρων 171.

  διαυγής 213.

  δίβικος 49.

  Διόνυσος 269.

  διπλόη 619.

  δίπλωμα 107.

  δίπλωσις 5, 12.

  διδώματος 125.

  διφθέρα 9.

  δίχρωμος 84.

  δογματικὴ τεχνή 77, 278.

  δοκιμασεία 21.

  δόκιμος 12, 19, 69, 94.

  δόξα 98.

  δοξάζειν 198.

  δοχεῖον 98.

  δρακοντῶδες 49, 85.

  δράκων 305.

  δραστήριον 148.

  δρόσος ἐμή 101.

  δυναμερά 328.

  δύναμις 79, 80, 82, 139, 142, 150, 157, 194, 197, 231, 240, 254, 343,
        346.

  -- μεταβολῆς 240, 323.

  -- πνευματική 150, 317.

  δυτικός 111.

  δύω φύσεις, μία οὐσία 84.

  δῶμα ἱερατικόν 87, 344.


  ἐγκήρωσις 49.

  εἶδος 139, 678.

  ἑιμαρμένη 151.

  εὶς ἕν 12.

  ἐκθείειν 83, 87.

  ἐκπύρωσις 148.

  ἔλαιον 69.

  ἐλύδριον 16, 21.

  ἔμπυρος 127.

  ἔμψυχος 53, 86, 344.

  ἕν 128, 129, 159.

  ἐνάντιον 129, 316.

  ἔνδον κέκρυπται 97, 343.

  ἐνέδριον ψεῦδος 241.

  ἐνέργεια 79, 139, 337, 344.

  ἔνθεος 76.

  ἕν ζῶόν τὸ πᾶν 210.

  ἕν καὶ πᾶν 65, 129, 196, 246, 294, 304, 317, 324, 325, 665.

  εντελέχεια 139.

  ἕν τὸ πᾶν 51, 78, 81, 100, 122, 129, 343.

  ἐξάνθημα 61, 342.

  ἐξάνθισμα 644.

  ἐξατμιζόμενος 84.

  ἐξ ἑνὸς 121.

  ἐξηδάτωσις 97.

  ἔξω φέρειν 69, 97, 344.

  ἐπανθίζειν 22.

  ἐπάνθισμα 644.

  ἐπιβάλλειν 9, 12, 36, 82, 101, 107, 320, 326, 331, 346, 659.

  ἐπιδέρμις 85.

  ἐπιστήμη 38.

  ἐπίτροπος 92.

  ἑπτὰ μέταλλα 102.

  ἐργάζομαι 274.

  ἔργα λίθου 47, 79.

  ἐργασία 88, 99, 269, 274.

  ἐργάτης 269.

  ἔργον 80, 84, 98.

  -- χαλκοῦ 99.

  ἑρμηνεύς 157.

  Ἑερμης 188, 674.

  Ἑερμοῦ κλίμαξ 233.

  -- πόα 224.

  -- πτέρυξ 244.

  ἐρυθρός 20, 548.

  ἕσπερος 206.

  Εὐαγία 71, 664.

  εὐάνθεμον 643.

  εὐκρασία 196.

  εὑρήκαμεν 181, 249.

  εὐτυχεῖν 303.

  ἕψειν 274, 524.

  ἕψησις 18.

  ἑψηταί 264.

  ἐωσφόρος 206.


  ζύμη 80, 84, 345.

  ζωμός 18.

  -- μέλας 100.

  ζωογράφος 88.

  ζωή 201.

  ζῶον 80.


  ἤλεκτρον 531.

  ἤλεκτρος ἡ 531.

  -- ὁ 531.

  Ἠλέκτωρ 532.

  ἡλιακός 73, 348.

  Ἥλιος 185, 214, 217.

  -- ἀνίκητος 248.

  ἡλιοτρόπιον 16.

  ἤμισυ 352.

  Ἥρα -- ἄνηρ 185.


  θάλαμος 239.

  θάπτειν 51.

  θαυμάσιος 329.

  θεῖα μυστήρια 52.

  -- σώματα 53.

  -- τέχνη 70, 77, 93, 278, 296, 297, 308.

  θεῖον 8, 100, 101, 142.

  -- ἄπυρον 6, 42.

  -- ἔργον 52, 77.

  -- πνεῦμα 78.

  -- ὕδωρ 8, 42, 52, 84, 113, 114, 304, 305, 326, 330, 335, 345.

  θεῖος 76, 160, 304, 391.

  θειότατον ὕδωρ 39.

  θεοὶ φανεροί, ὁρατοί 210.

  θεός 122, 129, 239, 242, 349, 660.

  θεραπεία 99, 101.

  θέρμος 23.

  θερμοσπόδιον 40, 114, 115.

  θήλεια 242.

  θῆλυ 80, 123.

  θουθία 111, 117.

  Θούριος 351.

  θυία 71.

  θυσία 664.


  Ἰατρός Ἀπόλλων 187.

  Ἰαώ 192.

  ἰδέα 133.

  ἱεραὶ βίβλοι 237, 310.

  ἱερὰ τέχνη 63, 64, 77, 93, 108, 278, 296, 297, 308, 335.

  ἱερατεύω 98.

  ἱερατικὸν δῶμα 87, 344.

  ἱερατικός 70, 325.

  ἱερεὺς ἀδύτων 338.

  -- μέγας 338.

  ἱερόκολλα 390.

  ἱερών 40.

  ἱλαρός 43, 470.

  ἰνδικοβάφος 103.

  ἰνδικόν 16, 113.

  ἰοείς 617.

  ἰὸς χαλκοῦ 16.

  ἴος χρυσός 326.

  ἰόχαλκος 58.

  ἴρις 87, 101.

  ἰσάτις 21, 113.

  ἰσόμετρος 85.

  ἰσότης 130.

  ἴσχε νεκρόν 51.

  ἰταλικός 68, 634.


  καβούρι 323.

  καδμία 592.

  Καδμῖλος 593.

  κάθαρσις 15, 160.

  καθμεία 5, 36, 61.

  καθμία 69.

  καθμίς 61.

  καιρία 303.

  καιρικός 281, 303.

  κακοδαίμων 219.

  καλάκανθος 644.

  καλιμία 390.

  Καλλαικία 583.

  καλ(λ)αινός 69, 272, 273.

  Καλλεγία 583.

  κάλυξ 42, 645.

  κάμινος 7, 50, 84, 102.

  -- ὑγρά 115.

  -- ὑελουργική 272.

  Κάμμιλος 593.

  κανθαρίδες 22.

  καπνέλαιον 22.

  καπούτζις 114, 115, 116, 488.

  κάππαρις 21.

  κάρβων 112.

  καρκινάς 323.

  καρκίνος 50, 323.

  κάρυον 21, 22.

  καρχηδόνιος 18.

  κασσίτερος 88, 264, 351, 581, 586.

  καταβαίνω 352.

  καταβαφή 309.

  κατασκευάζω 335.

  κατασκευή 289.

  κατὰ στοιχεῖον 337.

  κατωφερής 99.

  κεδρία 19.

  κέδρίνον 24.

  κειρία 303.

  κεκαυμένος 600.

  κελτικός 586.

  κέντρον 352.

  κένωμα μήκωνος 12.

  κέραμος καλλάινος 273.

  κεράσιος 24.

  κεράτιον 86, 665.

  Κηκίς 20.

  Κηρός 49.

  Κηροτακίς 18, 49, 296.

  κηρύκειον 224.

  κῖκι 17, 18.

  κίνησις 133.

  κιννάβαρι 88, 283.

  κιννάβαρι φιλοσόφων 79, 81, 94, 308, 346.

  κιρρός 213.

  κίταρις 348.

  κίτρια 24, 37.

  κίτρινος 112.

  κλείς 56, 232, 251.

  -- γνώσεως 251.

  κλεῖσις 391.

  κλῖμαξ 338.

  -- ἑπτάπυλος 250.

  κνῆκος 21, 270.

  κνίδιος κόκκος 16.

  κνούφιον 85, 305, 344.

  κοβαθία 35.

  κόβαλος 35, 618.

  κοίνα 26, 660.

  κοινοῦσθαι 660.

  κοκκηρᾶς 270.

  κόκκος 16, 19, 22, 24, 283.

  κολοφονία 103.

  κόλλησις 619.

  κολλητής 574.

  κόμαρι 22, 53, 113.

  κόμμι 83, 103.

  κονία στακτή 22.

  κόπρος 62, 111, 112.

  κόπρος ἱππεῖα 37.

  κόρη 87, 101, 233, 301, 302, 342.

  κόρη κόσμου 232, 302, 326, 670, 671.

  κορκυμά 111, 116.

  κόσθος 23.

  κοσμοκράτωρ 202, 225, 231.

  κοσμοποιία 78.

  κόσμος 226, 326.

  κοτυληδών 24.

  κουφόλιθος 5.

  κρᾶμα 4, 143, 232, 571, 591.

  -- βροντήσιον 568.

  κραματινά 572.

  κρᾶσις 4, 40, 143, 148, 158, 196, 223, 240, 571.

  κρᾶσις δι’ ὅλων 147, 159.

  κράτος 391.

  κρημνοί 19, 283.

  κρημνός 18.

  κριάνθεμον 644.

  κρίμνον 18.

  κρονιακή 185.

  Κρόνος 125, 185, 242, 674.

  Κρόνος -- ὄνος 185, 214.

  κρότινον 351.

  κρύσταλλος 14.

  -- ἰρίζουσα 15.

  -- λευκός 115.

  κυάνεος 112.

  κύανος 201, 262, 617.

  -- σκευαστός 102.

  -- χοτός 262.

  κύκλος 141.

  κυμβάνη 49.

  κύπρος 270, 549.

  κύρη 233.

  κυριακή ἡμέρα 185.

  κώμαρις 51.


  λάβρυς 542.

  λαμπηδών 113.

  λαμπρός 213.

  λαξούριον 113, 116.

  λαχά 103.

  λέβης 85, 97.

  -- χαλκοῦς 564.

  λεμόνη 116.

  λεοντική 9.

  λεπίς 524, 581.

  -- ἡλιακή 73.

  λέπρα 13.

  λευκάνθεμον 643.

  λευκότης σεβασμία 107.

  λεύκωσις 6, 13, 15.

  λιγούριον δάκρυ 536.

  λιθάργυρος 5, 101.

  λίθος 47, 82, 84, 295, 302, 329, 331, 345, 674.

  -- αἰτήσιος 107.

  -- διοπτηρίτης 14, 18.

  -- ἱερατικός 70, 346.

  -- μέλας 70, 346.

  -- μεταλλικός 77.

  -- ὅς οὺ λίθος 178.

  -- σοφῶν 110.

  -- σπεκλάριος 14.

  -- σφίγγων 111.

  -- τίμιος 312, 314.

  -- φιλοσοφίας (φιλοσόφων) 53, 308, 345.

  -- χλωρός 16.

  -- χυτή 272.

  λινέλαιον 69.

  λίτρα 353.

  λίωσις 15.

  λόγια 234.

  λόγιος 149, 224.

  λόγοι σπερματικοί 150, 225, 316.

  λόγος 115, 123, 196, 225, 226, 238, 254.

  -- κοινός 148.

  λουμπάρδις 116.

  λυγκούριον 536.

  λύγξ 384, 536.

  λυγκούριος 201.

  λύσις 21.

  λυχνίτης 113.

  λωπάς 97.


  μαγεία 302.

  μαγεύειν 301.

  μαγευία 301.

  μαγία 301.

  μαγικός 301.

  μαγνησία 5, 68.

  -- ὑελουργική 112, 113.

  -- λίθος 621.

  μαγνήσις 5.

  μαγνήτης 38.

  μαγνήτις λίθος 621.

  μᾶζα 6, 13, 15, 22, 44, 47, 70, 74, 78, 143, 318, 324, 330, 650.

  -- ἀνέκλειπτος 5, 330.

  μάλαξις 15.

  μανδίλιον 116.

  μαργαρίτης 306.

  μάργαρον 306.

  μαργαρίς 306.

  μαργαρίτου λεύκωσις 13.

  μαρκαζήτα 116, 117.

  μάρμαρον πορφύρεον 110.

  -- ῥωμάνον 116.

  μάχομαν 83.

  μβουράζω 116.

  μέγα ἔργον 77, 98, 308, 349.

  μέγας 226.

  Μείθρας 250.

  μείς 187.

  μέλαινα βαφή 79, 81.

  -- σποδός 79.

  μέλαν 16, 69, 79, 341.

  -- γραφικόν 94.

  μελάνθεμον 643.

  μελάνθιον 103, 341.

  μελανία στίμμεως 38, 341, 634.

  μέλαν ἰνδικόν 16, 19.

  μέλαν πάνυ 94.

  μέλανσις 301.

  μέλαν τέλειον 336.

  μελάντερον 39, 82.

  μελαντηρία 9.

  μελάνωσις 302, 307.

  μέλας 213.

  -- ζωμός 62.

  -- χρυσός 68.

  μελιέφθα 573.

  μεταβάλλειν 153, 224, 315.

  μεταβολή 37, 52, 78, 121, 140, 141, 197, 240, 247, 275, 314.

  μεταλλᾶν 517.

  μεταλλεία 297, 301.

  μεταλλεῖς 518.

  μεταλλή 517.

  μεταλλικός 301, 678.

  μέταλλον 10, 274, 284, 517, 518, 602, 652.

  μέταξα 116.

  μεταξωτός 115.

  μετασωματούμενος 82, 344.

  μετατρέπω 34, 345.

  μήλινος 24.

  μήν 187.

  μὴ ὄν 135, 158.

  μήτηρ 243.

  -- ὀρείη 618.

  μηχανάριος 269.

  μηχάνη 269.

  μηχανικὰ ὄργανα 269.

  μηχανικός 269.

  μῖγμα 78, 130, 132, 665.

  μιγῆναι 316.

  μιγνύειν 78, 106, 129.

  μιθριακὸν μυστήριον 178.

  μίλτος 87, 678.

  μῖξις 106, 130, 140, 148, 223, 240.

  μνᾶ 522.

  μνήμη 664, 665.

  μοῖρα 353.

  μόλιβος 577.

  μολύβδαινα 577.

  μολυβδάνθρωπος 338.

  μόλυβδον τὸ ἡμῶν 35, 634.

  μολυβδοῦται 633.

  μολυβδουργός 574.

  μόλυβος 577.

  μόλυβδος δελματήσιος 116.

  -- ἔγχαλκος 116.

  -- ἡμέτερος 38, 47, 62, 100, 634.

  -- κοινός 100.

  -- μέλας 47, 100.

  μολυβδοῦν χαλκίον 24.

  μονοβασία 116.

  μορφή 139.

  μύδρας 619.

  μυριόμεγας 227.

  μυστήριον 308, 309.

  μυστικὴ χημεία 303.

  μυστικῶς 87, 98, 159, 335, 346.


  ναράντζη 116.

  νατήφ 116.

  νεῖκος 131.

  νεκρός 51, 52, 67, 85, 86, 103, 143, 245, 344.

  νέκρωσις 88, 106, 343.

  νεφέλη 37, 68, 83, 344.

  -- πρὸ ὀφθαλμῶν 68, 634.

  νῆσος εὐδαίμων 587.

  νιτρέλαιον 39, 83, 87.

  νίτρον 97.

  -- ἄπυρον 23.

  νίτρωμα 13.

  νόει με 62.

  νόησις 133.

  νόμισμα 2, 665.

  νοῦς 132, 133, 196, 201, 225, 230, 238, 671.

  νόων 84.

  νύμφωμα 239.

  νῶροψ 555.


  ξενικός 14, 17.

  ξέστης 353.

  ξήριον 39, 43, 60, 68, 79, 111, 297, 320, 326, 346, 367, 673.

  -- ἰατρικόν 103.

  -- ὀξυπορφύρεον 110.

  ξηρόν 111.


  ὀβελίσκοι 545, 619.

  ὄβελοι 545, 619.

  ὄβρυζα 274, 399, 525.

  ὀδοντίζειν 9, 14.

  ὁδὸς ἄνω, κάτω 122.

  ὀθόνιον 15, 23, 330.

  οἰκοδεσπότης 82, 344.

  οἰκουμένη 301.

  ὀμματόγραφος 633.

  ὄν 129.

  ὄνομα ἱερατικόν 325.

  ὄνος 185, 214.

  ὄξος 69, 71, 76.

  -- βαφικόν 12.

  -- δριμύ 8.

  -- δριμύτατον 31, 71, 86, 114.

  -- θεῖον 115.

  -- ἡμέτερον 35.

  -- κίτρινον 37.

  -- λευκόν 71.

  -- φιλοσόφων 308, 309.

  ὀξύβαφος 353.

  ὀργανίστης 269.

  ὄργανον 84, 157, 269.

  ὀρεύς 572.

  ὀριχαλκεύς 572.

  ὄρος 572.

  ὀρνιθίου γέννησις 106.

  ὄρνις 106.

  ὀσήμερος 633.

  Ὄσιρις (= μόλυβδος = θεῖον) 100.

  ὄστρεον 21.

  οὐγκία 353.

  οὐδέν 108, 353.

  οὐδέτερος 80, 83.

  οὐρανία σώματα 52.

  οὐροβώρος 60, 305.

  οὖρον 384, 536.

  οὐσία 38, 40, 58, 84, 121, 132, 139, 147, 154, 158, 198, 223, 227,
        247, 295, 298, 307, 315, 316.

  οὐσία θεοῦ 148.

  -- ὑγρά 100, 345.

  -- ὑγρὰ θερμή 127.

  -- ὑγρὰ ψυχρά 127.

  ὀφιοῦχος 60, 305.

  ὀψειανόν 6.


  πάγνυμαι 8, 69.

  παθητικός 196.

  παιδέρως 23.

  παιδίου παίγνιον 77.

  παλαιός 76, 289.

  παλιγγενεσία 124, 179, 230.

  Πάν 196, 246.

  πᾶν 57, 65, 78, 108, 129, 196.

  πᾶν ὲν πᾶσι 84, 345.

  πάνιον 115.

  πᾶν ὁ θεός 665.

  πανσπερμία 132.

  παντοκράτωρ 225.

  παντόρρευστος 86.

  πάνυ μέλαν 341.

  παράθεσις 148.

  παρθένος 27, 243.

  -- γῆ 99, 283, 345.

  πάσχον s. ποιοῦν.

  πάτερ ἡμῶν 115.

  παχύτης 93.

  πεδερώτινον 9.

  πέλεκυς 546.

  πέμπτη οὐσία 316.

  πέμπτον σῶμα 153, 154, 316.

  πέντε σχήματα καὶ σώματα 135.

  περιπλάσαντες 678.

  περὶ πυρῶν 478.

  περιφιμόω 18, 37.

  πέταλα 8, 12, 303, 466, 581.

  πῆξις 79.

  πιννάρια 13.

  πίσση 5, 18, 19.

  πιστις 247.

  πλασιασμός 12.

  πλήρωμα 52, 239.

  πνεῦμα 38, 39, 78, 79, 83, 94, 113, 122, 142, 197, 198, 223, 338, 344.

  -- αἰθερῶδες 88, 345.

  -- ἀντίμιμον 242, 323.

  -- βαπτικόν 39, 82, 101, 344.

  -- ἔνθερμον 149.

  -- θεῖον 223, 319, 338, 339, 344, 381.

  -- ζωτικόν 197.

  -- μελάντερον 82, 83.

  -- παρθενικόν 243.

  πνευματικός 93, 142, 150, 182, 317.

  -- γάμος 239.

  πνεῦμα φεῦγον 345.

  -- ψυχικόν 197.

  ποίησις 4, 7, 11, 14, 16, 19, 68, 74, 98, 297, 331.

  ποιητής 77, 98, 324.

  ποιητικός 148, 196.

  ποίκιλος 213.

  ποιότης 37, 39, 79, 93, 133, 136, 138, 141, 147, 148, 150, 247.

  ποιοῦν καὶ πάσχον 147, 153, 156, 160, 198.

  πολιός 617.

  πολύκμητος 617.

  πολυτίμιος 312.

  πολύχαλκος 543.

  πολύχρυσος 525.

  πόντος 40.

  πόρτας προύτζινες 563.

  πόρφυρα 26, 270, 329.

  -- ῥιζίας 270.

  ποτίμον 24.

  πρᾶγμα 97.

  πρᾶξις 104, 241, 447.

  πράσινος 24, 112.

  πρόστυψις 15.

  προφήτης 64.

  -- λόγου 225.

  πρώτη ὕλη 134, 139, 140, 141, 143, 147, 154, 160, 223, 314, 315.

  πρωτίστη ὕλη 147, 315.

  πρώτογονος ὑιός 157.

  πρῶτοι τεχνίτων 269.

  πρῶτον αίτιον 254.

  -- κακόν 159, 315.

  πρῶτος 19, 23, 25.

  -- νοῦς 254.

  πῦρ ἱερόν 156.

  -- ἄτεχνον 148.

  -- αὐτόματον 42.

  πύρεθρον 21.

  πυρίτης 14, 93.

  -- νοερόν 148, 197, 232.

  πυρόεις 214, 217.

  -- τεχνικόν 148, 149.


  ῥάμνος 23.

  ῥασούχθη 107.

  ῥαφάνινον ἔλαιον 69.

  ῥεῦμα 219.

  ῥητίνη 9, 17, 19.

  -- τερεβινθίνη 18.

  ῥίζα 21, 23.

  ῥιζοτομία 312.

  ῥίζωμα 130.

  ῥοδοβαφή 23.

  ῥοδόσταγμα 110.

  ῥοιά 21.

  Ῥώμη -- ῥύμη 185.


  σάκχαρ (σάχαρ) 350.

  σαλόνιτρον 107, 114, 116, 488.

  σαλύβη 530.

  Σάμος -- ἄμμος 185.

  σανδαράκη 5, 52, 678.

  -- λευκοθιζούση 5.

  σάνδυξ 678.

  σαπονίζειν 117.

  σάππιρος 18.

  σάπφειρος 518.

  σαπώνιον 70, 86, 117.

  σαπωναρικὴ τέχνη 86, 88.

  σάρδιος 18.

  σάρδων 201.

  σαρκικός 198.

  σεβέννιον 20.

  σεληνία ὕλη 108.

  σεληνιακὴ ῥεῦσις 70, 342.

  σελήνη 214, 217, 243.

  σεύτλιον 6.

  σῆμα 124.

  σῆμα Φάνους 533.

  σημεῖον 18, 203, 329.

  σηπίας ὄστεον 117.

  σῆψις 302.

  σίδαρος 620.

  σιδήρεος 627.

  σίδηρος 620.

  -- μέλας 616.

  σιδηροτέκτων 617.

  σινώπιον ὄρος 191.

  σκάμμα 107.

  σκευάζω 289.

  σκευασία 633.

  σκεύασμα 4.

  σκευή 22, 230.

  σκευοποίοι 269.

  σκόρδον 15, 17.

  σκωρίαι 85.

  σμῆγμα 24.

  σμῆξις 6, 13.

  σόλος αυτοχόωνος 616, 619.

  σουλιμά 117.

  σοφίστης 669.

  σπέρμα 125, 132, 149, 150, 159.

  -- ἄρρενος 99, 345.

  -- θεοῦ 226.

  σπόδιον 93.

  σποδοκράμβη 97.

  σποδός 79, 93.

  σταιήρ 292.

  -- Πτολεμαικός 2.

  στέρησις 158, 302, 315.

  στέφανος φιλοσόφων 76.

  στήλη 119, 233, 663.

  στήμη 634.

  στῆμι 633.

  στιβάς 631.

  στιβεύς 631.

  στίβι 631, 633, 634.

  στιβίζω 633.

  στίβος 631.

  στίλβων 214, 217, 351, 516.

  στίμη 633, 634.

  -- κοπτική 62.

  στίμι 634.

  στίμμι 35, 38, 201, 634.

  στιμμίζω 633.

  στίμμισμα 633.

  στίμμις 633.

  στιμμώδης 634.

  στοιχεῖον 78, 99, 121, 138, 140, 147, 176, 183, 202, 222, 230, 232,
        244, 259, 337, 344, 422.

  -- σωματικόν 259.

  -- ψυχικόν 259.

  στοίχος 138.

  στόμα 17.

  στόμωμα 622, 624.

  στρογγύλη 14, 47, 83.

  στρούθιον 20.

  στυπτηρία 7, 12, 21, 26, 47, 73, 83, 102.

  -- λευκή 102.

  στῦψις 15, 20.

  -- καθολική 15.

  συγγαμεῖν 36, 80.

  συγγένεια 36, 39, 342.

  σύγκρασις 107.

  συγχαίρομεν 181.

  σύγχυσις 148.

  συκάμεινος 21.

  σύμμιξις 132.

  συναγωγή 483.

  σύνδεσμος 79.

  συνεργεία θεοῦ 96.

  σύνθεσις 140, 151, 298.

  συνθέτος 78, 83.

  σὺν θεῷ 104.

  σύνθημα 86, 106.

  συνιστάμενος 26.

  συνουσίωσις 107.

  συντεχνίτης 269.

  σφαῖρα 23.

  σφαιρίον 16, 23.

  σχῆμα 135.

  σχίνου χυλός 13.

  σχιστή 12, 17.

  σωλήν 48, 85, 574, 663.

  σῶμα 38, 39, 68, 79, 82, 83, 86, 94, 124, 135, 140, 147, 160, 196,
        315, 338, 344, 345.

  -- ἀσώματον 83, 345.

  -- νεκροῦ 245.

  -- πνευματικόν 82, 344.


  ταβάσιος (ταβάσις, ταβάσι) 14.

  τὰ ἐξ αὐτῶν 350, 353.

  τάλακ 113.

  τάξις 3.

  ταριχεία 40, 48, 269, 301, 302, 303, 309.

  -- μεγάλη 86.

  τάρταρος 111, 112.

  ταρταροῦχος 219.

  τάφος 51.

  τέκνον 669.

  τεκνοπαράδοτος 282.

  τέλειος 192, 230, 240, 323, 327, 336, 344.

  τελεσμός 58.

  τέλος 238.

  τέσσαρα ἕν 47, 100, 343.

  τέταρτον 353.

  τετράγωνον 632.

  τετρακτύς 336.

  τεχνείτης 269, 274.

  τέχνη 52, 63, 64, 70, 77, 83, 87, 93, 100, 101, 108, 209, 269, 278,
        281, 289, 296, 297, 301, 309, 312.

  -- Αἰγύπτου 64, 307, 335.

  -- μιμεῖται τῆν φύσιν 269.

  τέχνης πλήρωμα 52.

  τεχνητός 269.

  τέχνη χυμείας 99.

  τεχνικός 88, 269, 326.

  τεχνίτης 5, 12, 19, 25, 36, 269, 274.

  τῆλις 21.

  τήρησις 15.

  τζαπάρικον 107, 117.

  τιάρα 348.

  τιθύμαλλος 14, 21.

  τίκτειν 99, 342, 345.

  τόμος 2, 15, 331.

  τόνος 147, 149, 156, 317, 318.

  τούντζυ 574.

  τουτία 111, 117.

  τραγακάνθη 22.

  τρίπλωσις 5.

  τράγειον ἇιμα 15.

  τραπεζίτης 533.

  τρίβικος 49.

  τριδύναμος 227.

  τριπνεύματος 227.

  τρισεπάπειρος 227.

  τρὶς μέγας, μέγιστος 226, 227, 228.

  τρίτον 352.

  τρὺξ οἶνου 112.

  τυθία 71.

  τύχη 131.


  ὑάκινθος 22, 415.

  ὕαλος 272.

  ὑγρός 21, 345.

  ὑδράργυρος 69, 83, 602, 634, 677.

  ὕδωρ ἄθικτον 304.

  -- ἀέριον 101.

  -- ἀργύριον 345.

  -- ἐν ἀβύσσῳ 59.

  -- ἐρεγμοῦ 21.

  -- γλυκύ 86, 114.

  -- ἰσχυρόν 114, 488.

  -- μαζυγίου 78, 345.

  -- χαλκέως 23.

  ὕελος 15.

  ὑελουργική 43.

  ὕλη 82, 128, 132, 134, 138, 139, 144, 147, 155, 196, 198, 283, 312,
        316.

  -- ἄποιος 242.

  -- ἡλιακή 348.

  -- ὀρνιθογονία 106, 343.

  -- σεληναία 108, 348.

  ὑλικός 242.

  ὑοσκύαμος 21.

  ὑπὲρ τὸν φυσικόν 14.

  ὑπὸ δρόσον 18.

  ὑποκάλαμον 673.

  ὑποκείμενον 121, 139, 140, 147, 158, 315.

  ὕψιστος 154, 239, 242.


  φαέθων 214, 217.

  φαεινός 555.

  φαίνων 214, 217.

  φαιός 24.

  φακός 21.

  Φάνης 533.

  φαντασία 7.

  φάρμακα βαφικά 21.

  -- στυπτικά 9.

  φαρμακεῖα 312.

  φαρμακεύς 618.

  φάρμακον 8, 16, 17, 18, 23, 40, 49, 51, 80, 82, 180, 191, 201, 270,
        296, 313, 331.

  -- ἀθανασίας 180, 201, 335, 668.

  -- ἰνδικόν 19.

  φαρμάσσω 617.

  φέκλη 22, 97.

  φεύγων 52, 83.

  φθοΐδες 522, 531.

  φθορά 141.

  φιάλη 49, 77, 97, 344.

  φιλία 131.

  φιλόσοφοι ἡμέτεροι 98.

  -- φυσικοί 98.

  φιλόσοφος 123, 193.

  φλουρία βενέτικα 117.

  φοινικοῦν 23.

  φουρνέλλιος 115, 117.

  φοῦρνος 115, 117.

  φυγαδοδαίμων 83.

  φῦκος 19, 21, 24, 103.

  φυλακτήριον 241.

  φύλαξ πνευμάτων 82, 338, 344.

  φύσεις πανμεγέθεις 37.

  φυσικός 144, 281, 301, 329.

  φύσις 69, 80, 84, 97, 121, 130, 133, 314, 344.

  -- φύσει τέρπεται 33.

  -- χθονία 127.

  φωνή 244.

  φωσφόρος 206, 214, 217, 351, 674.

  φῶς 201.


  χαίρω 204.

  χάλκανθις 644.

  χάλκανθος 6, 70, 76, 384, 644.

  -- κεκαυμένος 9.

  χαλκάνθρωπος 81.

  χαλκεῖον 97.

  χαλκετάριν 42, 90.

  χαλκεύς 538, 543, 616.

  χάλκη 543.

  χαλκῖτις 7, 384.

  χαλκοβατής 250.

  χαλκολίβανος 572.

  χαλκός 93, 518, 543, 544, 548, 555, 572.

  -- βροντήσιος 564, 568.

  -- ἐρυθρός 548.

  -- καλαινός 69, 273.

  -- κεκαυμένος 17.

  -- λευκός 12, 572.

  -- πνευματικός 344.

  -- πυρίτης 93.

  -- προκεκαθαρμένος 5.

  -- τέλειος 40, 344.

  χαλκοῦ κρᾶσις 143.

  χαλκοχυτής 297.

  χαλκύδριον 78.

  Χάλυβες 615, 617.

  Χαλύβοι 615.

  χάλυψ 615, 617.

  χαμαιλέων 298, 331, 673.

  χάρτη 6, 9, 44.

  χείμη 295.

  Χείμης 294.

  χειροκμήματα 281.

  χειρόκμητα 30, 36, 56, 313, 328.

  χεῦμα 295, 297.

  χέω 295, 297.

  χήμα 294, 295, 297.

  χημαία 295.

  χημεία 78, 289, 290, 293, 295, 296, 297, 298, 300, 301, 302, 336, 673.

  χημεύειν 301.

  Χήμης 294, 297.

  χήμι 301, 304.

  χημία 295, 300, 301, 307, 335, 336.

  χημικός 301.

  χιλιάς 51.

  χιμαία 295, 297.

  χιμεία 301.

  χιμεύειν 301.

  χιμευτής 294.

  χίμη 295.

  χλωρός 18, 19, 523.

  χολοβάφινα 3, 143, 274.

  χόλος κίτρινος 37.

  χρίειν 17, 326.

  χρῖσμα 633.

  Χρόνος 125, 352.

  χρυσάνθεμον 643, 645.

  χρυσανθής 24.

  χρυσάνθιμον 71, 645.

  χρυσάνθινον 645.

  χρυσάνθιον 645.

  χρυσάνθρωπος 81.

  χρυσίζον 9, 69.

  χρυσίζω 645.

  χρυσίον χύμα 295.

  χρυσίτης 263, 265.

  χρυσῖτις 24, 36.

  χρυσοάνθινον 90.

  χρυσοβαφή 39, 93.

  χρυσογραφία 8.

  χρυσοζύμη 103, 345.

  χρυσόκολλα 6.

  χρυσοκόμιον 88.

  χρυσόλιθος 99.

  χρυσοποιία 31, 32, 36, 41, 50, 308, 660.

  χρυσός 79, 289, 313, 329, 518, 523.

  -- ἔνδοξος 312.

  -- λευκός 532.

  -- μέλας 341.

  -- ὄβρυζος 274, 399.

  -- ὑγρός 526, 601.

  χρυσόσπερμα 80, 345.

  χρυσοφανής 7.

  χρυσοχοικός 273.

  χρυσόχοος 70, 524.

  χρυσώσις 8.

  χρῶμα κογχυλίων 9.

  χρῶσις 128, 317.

  χυλός 99.

  χῦμα 295, 296, 297, 331.

  χυματεία 297.

  χυμεία 99, 294, 296, 297.

  χυμεύειν 296.

  χυμευία 301.

  χυμευτής 296.

  χυμευτική βίβλος 61.

  χυμευτικός 296.

  χυμευτικῶν δύναμεις 75.

  Χύμης 296.

  χυμία 107.

  χυμικός 301.

  χυμός 297, 387.

  χύσις 313.

  χυτός 295.

  χύω 295.

  χώρα 301.


  ψάμμος 102, 109, 263, 265, 281, 295, 303, 307.

  ψευδής 272, 524.

  ψευδοπόρφυρα 270.

  ψημιθεῖον 6.

  ψημίθιον 6.

  ψιμύθιον 83.

  ψυχή 82, 88, 101, 108, 133, 149, 197, 198, 201, 338, 344, 671.

  ψυχικός 198.

  ψυχροβαφή 22.


  ὠίτης λίθος 307.

  ὠξεισμένος 24.

  ὠρείχαλκον 5.

  ὡρόσκοπος 352.

  ὡς ἔθος 37.

  ὠχρός 213.

  ὦχρα 678.




II.

Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke.


  ~Abd Allatif~ 410.

  ~Abraham~ 46, 193, 208.

  ~Abu Jusuf~ 299, 398, 680.

  ~Abuʾlfadl~ 409, 417, 420.

  ~Abuʾlfaradsch~ 256, 258.

  ~Abulfeda~ 253, =403=, 424, 520, 585, 603, 624, 636.

  ~Abulkasis~ 635.

  ~Abu Mansur Muwaffak~ 377, 548, 576, 594, 603, 635, 677.

  ~Abu Maʾschar~ 217, 218, 350, 399, 406, 515.

  ~Abu Saʾid~ 588.

  ~Abu Tammam~ 637.

  ~Achilleus~ 208.

  ~Adam von Bremen~ 467, 507.

  ~Adam de St.-Victor~ 72.

  ~Adelhard von Bath~ 470.

  ~Adfar von Alexandria~ 358, 363.

  ~Adhamalla~ 442.

  ~Adler~ 67.

  ~Aelian~ 46, 265, 285, 526, 536.

  ~Aeskulap~ 208, 337.

  ~Aetios~ 466.

  ~Africanus~ 25, =74=, 102, 479, 662, 665.

  ~Africianus~ 25.

  ~Agatharchides~ 71, 263, 264, 272, 295, 520, 540, 581.

  ~Agathodaimon~ =60=, 70, 81, 89, 100, 101, 113, 231, 253, 341, 342,
        343, 345, 404, 664.

  ~Agatimun~ 404.

  ~Agricola~ 509, 598.

  ~Agrippa von Nettesheim~ 374, 473, 509, 675.

  ~Ahrens~ 395, 675.

  ~Aichel~ 550.

  ~Aineias von Gaza~ 287.

  ~Aischylos~ 265, 555, 617.

  ~Akusilaos~ 126.

  ~Alakfani~ 299, 300, 418.

  ~Alansari~ 299, 396.

  ~Alarcon~ 499.

  ~Albaihaqi~ 400.

  ~Albattani~ 253.

  ~Albert der Grosse~ siehe ~Albertus Magnus~.

  ~Albertus der Deutsche~ 491.

  ~Albertus Magnus~ 60, 231, 483, =490=, 494, 500, 507,
        515, 572, 591, 597, 656, 670, 679.

  ~Albertus Teutonikus~ 491.

  ~Albert von Aachen~ 567.

  ~Albiruni~ 176, =253=, 356, 407, =408=, 411, 435,
        436, 442, 444, 446, 447, 605, 634, 677.

  ~Albumasar~ 217, 399, 406, 515.

  ~Alcharisi~ 637.

  ~Alchwarizmi~ 172, 297, 299, 668, 676.

  ~Aldebrandino di Siena~ 594, 638, 642.

  ~Aldimeschqi~ =213=, 214, 216, 253, 255-258, 400, 403,
        =415=, 420, 579, 603, 604, 605, 636.

  ~Aldrovandi~ 564, 606, 639.

  ~Aldschaffari~ 412.

  ~Aldschahiz~ 299, 311, 357, 398, 672.

  ~Aldschaubari~ 410, 498, 605.

  ~Aldschazari~ 410, 412.

  ~Aldus~ 288.

  ~Alexander von Aphrodisias~ 581.

  ~Alexander von Tralles~ 233, 272, 333, 334, 603, 633.

  ~Alfarabi~ 370, 399, 402, 420, 493.

  ~Alfons~ X. 498.

  ~Alhabib~ 46, 47, 58-60, 265, 341, 342, =361=, 398.

  ~Alhalabi~ 594.

  ~Alidrisi~ 264, 411, 588, 605, 614.

  ~Ali ibn Isa~ 594.

  ~Alistakhri~ 403, 411, 578.

  ~Alkati~ 486.

  ~Alkhazini~ 408, 605.

  ~Alkhwarizmi~ 353, 404, 408.

  ~Alkindi~ 256, 299, 399.

  ~Alkindi Altudschibi~ 256, 258, 404.

  ~Alkmaion~ 127.

  ~Alkuin~ 566.

  ~Almasʾudi~ 256-258, 299, 311, 357, 402, 421, 588, 674.

  ~Almausili~ 594.

  ~Almuqaddasi~ 377, 403, 588.

  ~Almusabbihi~ 254.

  ~Alnabarawi~ 409.

  ~Alnadim~ 253, 292, 293, 309, 357, 363, 397, 425.

  ~Alqazwini~ 213, 311, 408, =412=, =414=, 591, 636,
        665, 677, 678.

  ~Alqifti~ 256.

  ~Alrazi~ 67, 358, 397, 398, =400=, 404, 408, 409, 479,
        484, 489, 603, 604, 635, 645, 657.

  ~Alsachawi~ 299, 396, 418.

  ~Alschirazi~ 408, 424, 527.

  ~Althaʿalibi~ 299.

  ~Altughraʿi~ 408, 636.

  ~Albinus~ 598.

  ~Amarasinha~ 437, 438, 447.

  ~Amari~ 400.

  ~Amatus Lusitanus~ 640.

  ~Ameilhou~ 653.

  ~Amesuna~ 499.

  ~Amman~ 329, 549.

  ~Ammianus Marcellinus~ 226, 358.

  ~Ammonios Sakkas~ 158.

  ~Amos~ 579.

  ~Anambhatta~ 433.

  ~Anastasy~ 1.

  ~Anaxagoras~ =131=, 138, 315, 316, 317, 661.

  ~Anaxilaos~ 25, 330, 332.

  ~Anaximander~ =122=, 186, 316, 317.

  ~Anaximenes~ =122=, 133, 316, 664.

  ~Andreas~ 339.

  ~Andreas Bellunensis~ 588, 604, 635.

  ~Andree~ 182, 628, 668.

  ~Andres~ 662.

  ~Angelus~ 288, 516.

  ~An Nadim~ 397.

  ~Anrich~ =124=, 125, 235-240, 248, 251, 662.

  ~Ansari~ 418.

  ~Ansbacher~ 311.

  ~Antenorid~ 458.

  ~Antiphanes~ 633.

  ~Antonius Liberalis~ 483.

  ~Antonius von Nowgorod~ 566.

  ~Anubion~ 208.

  ~Anubis~ 208, 337.

  ~Anz~ =175=, 240-244, 259.

  ~Apion~ 661.

  ~Aphrikianos~ 25.

  Apokalypse des ~Baruch~ 194, 200, 223.

  Apokalypse des ~Henoch~ 194.

  Apokalypse ~Johannis~ 220, 572.

  Apokalypsen 200.

  Apokryphen =221=.

  ~Apollodoros~ 109.

  ~Apollonios Dyskolos~ 587.

  ~Apollonius von Tyana~ 193, 383.

  Apostelgeschichte 223, 618.

  ~Appel~ 221.

  ~Apuleius~ 68, 94, 226, 232, 334.

  Arabische Wundergeschichten 213.

  ~Aratos~ 203, 257.

  ~Archelaos~ =108=.

  ~Archimedes~ 85, 352.

  ~Aristarchos von Samos~ 168, 619.

  ~Aristeas~ 265.

  ~Aristides~ 176.

  ~Aristobulos~ 155, 194.

  ~Aristophanes~ 126, 272, 518.

  ~Aristoteles~ 3, 4, 6, 11, 30, 35-37, 77, 90, 98, 105, 106,
        119, 123, 132, 135, =139=, 145, 147, 150, 154, 158, 160,
        161, 188, 189, 193, 196, 197, 201, 214-216, 239, 253, 274, 280,
        283, 302, 314-319, 324, 328, 329, 342, 361, 362, 368, 381, 383,
        395, 400, 402, 464, 472, 478, 483, 491-493, 555, 586, 601, 606,
        650.

  ~Arnaldus von Villanova~ 481, 490, =494=, 503, 506, 606,
        639, 646, 679.

  ~Arnobius~ 633.

  ~Arnim~ =145=-150.

  ~Artefius~ 408, 663.

  ~Artemidoros~ 207, 214, 218, 275, 285.

  ~Ascensio Jesaiae~ 200.

  ~Ashmole~ 507.

  ~Asklepiades von Myrleia~ 203, 661.

  ~Asklepios~ 193, 337.

  ~Asmus~ 64, 199, 237, 241.

  ~Astrologumena~ 66, 183, 187, 669.

  ~Athenagoras~ 311, 313.

  ~Atharva-Veda~ 430.

  ~Athenaeus~ 49, 525.

  ~Athenodoros von Tarsos~ 191, 304.

  ~Augurelli~ 505.

  ~Augustinus~, hl. 66, 72, 313, 493, 634.

  ~Augustus~ 25.

  ~Aulus Gellius~ 30, 168, 207, 285, 330.

  ~Ausfeld~ 192, 201, 266, 383, 587.

  ~Aust~ 564.

  ~Averroes~ 492, 493.

  ~Avesta~ 173, 199, 218, 547, 614.

  ~Avicenna~ 41, =405=, 420, 489, 588, 604, 614, 635, 657.

  ~Avienus~ 567, 584.

  ~Ayur-Veda~ 443.


  ~Bacon, R.~ 478, 482, 490, =493=.

  ~Bacon von Verulam~ 507.

  ~Baeumker~ =132=, 135, 138, 139, 140, 141, 144, 146, 147,
        148, 149, 150, 154, 156, 157, 158, 159, 229, 431.

  ~Bähr~ 244, 326, 555.

  ~Baki~ 600, 605, 638.

  ~Bapst~ =578=-580, 583-585, 588, 589.

  ~Bar Bahlul~ 218, 256, 298, 663, 673.

  ~Barclay~ 506.

  ~Bardenhewer~ 230.

  ~Barth~ 145.

  ~Barthold~ 623.

  ~Bartholomae~ 172.

  ~Bartholomaeus Anglicus~ 500.

  ~Baruch~ 194, 212.

  ~Basilius~, hl. 662.

  ~Basilius Valentinus~ 486, 640, 642.

  ~Baudissin~ 164, 252, 253, 506.

  ~Baudri~ 515.

  ~Bauer~ 511.

  ~Baumgarten~ 291.

  ~Baumgartner~ 424.

  ~Baumgärtner~ 283.

  ~Baumstark~ 169, 170, 522, 552, 578.

  ~Beal~ 401, 443.

  ~Becher~ 72, 278, 510, 568, 570, 599, 640, 641.

  ~Beck~ 608.

  ~Becker~ 209, 412, 470, 633, 634, 679, 681, 682.

  ~Beckmann~ =35=, 212, 327, 360, 468, 477, 486, 531, 564,
        565, 579, 586-591, 593, 596-599, 607, 618, 620, 622, 627, 641,
        653.

  ~Beda Venerabilis~ 209, 466, 566.

  ~Beer~ 171.

  ~Belaïew~ 625.

  ~Belck~ 608.

  ~Beltz~ 556, 573.

  ~Beneke~ 626.

  ~Ben Jonson~ 506.

  ~Benvenuto Cellini~ 419.

  ~Benzinger~ 624.

  ~Berendes~ 58, 325, 327, 353, 483, 603, 605, 633.

  ~Berger~ =186=, 306, 583-586.

  ~Bergman~ 632.

  ~Bernardo~ 499.

  ~Bernardus der Provenzale~ 638.

  ~Berossos~ 164, 167, 170.

  ~Berthelot~ 1, 3, 4, 6, 9, 10, 14, 22, 25-28, 31-34, 37,
        40, 41, 49-52, 63, 64, 71-74, 81, 87, 92, 93, 99-104, 106,
        108, 110-115, 170, 211-218, 226, 227, 261, 264, 265, 270,
        272, 275-284, 287-289, 292, 294, 298, 308, 309, 313, 322-327,
        329-331, 334, 335, 338, 340, 348-354, 357, 359, 363, 364, 377,
        382, 388, 389, 397-401, 404, 406, 424, 435-438, 446-448, 452,
        457-463, 468-472, 477-484, 487, 489-492, 494, 539-542, 547,
        551, 553, 560-564, 571, 573, 574, 578, 630, 634, 638, 642, 645,
        647, 660, 662, 675, 679.

  ~Berthold von Regensburg~ 507.

  ~Berthollet~ 468.

  ~Bethe~ 265, 532.

  ~Bezold~ =162=, 163, 166, 171, 247, 306, 450, =513=,
        667, 669, 670.

  Bibel 45, 310, 632, 661.

  ~Bibra~ 291, 550, 556, 557, 559, 563, 596, 623.

  ~Biringucci~ 477, 505, 569, 639.

  ~Biscia~ 678.

  ~Bissing~ 180.

  ~Bjerrum~ 145.

  ~Blankenhorn~ 608.

  ~Blau~ 68.

  ~Bloch~ 434, 439, 445, 446, 448, 593.

  ~Blümner~ 115, =193=, 202, 261-266, 270-275, 283,
        290-293, 306, 323, 324, 327, 518, 521-533, 536, 538, 540-543,
        545, 548-552, 554-558, 572, 581, 582, 586, 587, 590-593, 602,
        607, 609, 613, 616-621, 627, 631, 644, 660.

  ~Boehm~ 333.

  ~Boehmer~ 201.

  ~Bodenstedt~ 426, 604.

  ~De la Boe~ 510.

  ~De Boer~ 158, 257, 355, 370, 372, 374, 399, 400, 402, 405,
        419.

  ~Boerhaave~ 350, 351, 510, 641.

  ~Böhme~ 510, 680.

  ~Boileau~ 560, 574, 590.

  ~Boll~ 95, 99, 151, =162=, 163, 166-169, 171, 175,
        181-188, 194, 195, 199, 202-206, 208, 210-212, 216-220, 225,
        233, 237, 242, 296, 323, 349, 431, 451, 506, =513=-515,
        660, 661, 666-672.

  ~Bolos~ aus Mendes 30, 328, 329, 330, 674.

  ~Bolte~ 676.

  ~Bombe~ 515, 516.

  ~Bonhöffer~ 122.

  ~Bonitz~ 37.

  ~Bonwetsch~ 200, 311.

  ~Borchardt~ 540.

  ~Borelli~ 510.

  ~Borgognoni~ 606, 638.

  ~Borrichius~ 56, 63, 85, 95, 108, 217, 496, 653.

  ~Bosanquet~ 270.

  ~Bossi~ 565, 566, 568, 569.

  ~Böttiger~ 633.

  ~Bouché-Leclercq~ =30=, 76, 115, 151, 164, 166, 167,
        169-171, 183-185, 188, 193, 194, 202, 204-213, 217-219, 233,
        234, 237, 242, 305, 311, 312, 322, 327, 661, 662.

  ~Bousset~ =167=, 173-176, 188, 195, 199-201, 210-212,
        217-221, 223, 232, 235, 236, 238-244, 247-253, 259, 310, 311,
        334, 337, 338, 431, 526.

  ~Bower~-Manuskript 434, 445.

  ~Boyle~ 510, 599, 600, 606.

  ~Brajendra Nâth Sêal~ 432.

  ~Brand~ 509.

  ~Brandt~ 218, 259.

  ~Brasavola~ 607.

  ~Breiter~ 186, 203, 205, 206, 284.

  ~Bridges~ 494.

  Brief des ~Aristeas~ 531.

  ~Brockelmann~ =355=, 397, 398, 402, 464, 608, 675, 677,
        681.

  ~Brockhaus~ 571.

  ~Brown~ 494, 507.

  ~Brugsch~ =55=, 178, 181, 200, 211, 226, 229, 262, 263,
        264, 267, 268, 271, 300, 301, 347, 348, 520, 527, 531, 533,
        540, 541, 551, 574, 580, 612, 631.

  ~Brun~ 600.

  ~Brunfels~ 643.

  ~Brunn~ 185.

  ~Brunner~ 627.

  ~Bubacar~ 400.

  ~Bubekr~ 400.

  Buch ~Chemu~ 313.

  -- ~Daniel~ 614.

  -- der Erkenntnis der Wahrheit =394=.

  -- -- Jubiläen 221, 253, 311.

  -- -- Kimija 89.

  -- -- Naturgegenstände 395.

  -- -- Priester 484.

  -- -- Schlüssel 92.

  -- -- Siebzig 492.

  -- -- sieben Himmel 91.

  -- -- Tetraden 76.

  -- -- zwölf Wässer 489.

  -- des ~Chemes~ 313.

  -- -- ~Cheops~ 75.

  -- -- ~Emanuel~ 489.

  -- -- ~Imuth~ 76.

  -- -- ~Ostanes~ 67.

  ~Bucher~ 231, 246, 250, 467, 468, 473, 515, 520, 531, 534,
        560, 561, 565, 566, 587, 596, 597, 630.

  Bücher der Färbekunst 31.

  Buch ~Henoch~ 199, 220, 221, 311, 312, 313.

  ~Buchholz~ 155.

  Buch ~Khumu~ 313.

  -- ~Mosis~ 8, 237, 310.

  ~Büchsenschütz~ 555, 556.

  Buch ~Sidrach~ 500, 620, 676.

  ~Buddha~ 433.

  ~Bundehesch~ 547.

  ~Bürchner~ 532.

  ~Burckhardt~ =158=, 181, 189, 191, 192, 204, 207, 208,
        210, 226, 241, 247, 290, 504, 661, 662.

  ~Burhân-i-qatiʿ~ 296.

  ~Burnet~ =120=-124, 127-133, 137, 186, 555, 563.

  ~Busch~ 551, 553.


  ~Caelius Aurelianus~ 329, 549, 603.

  ~Caesalpinus~ 549, 639.

  ~Caesar~ 545, 557, 586, 627.

  ~Cajori~ 674.

  ~Calderon~ 499.

  ~Cantor~ =194=, 353, 374.

  ~Capelle~ 150, 154.

  ~Carajaval~ 498.

  ~Caraka~ 434, 435, 447.

  ~Cardanus~ 477, 653, 675.

  ~Carneau~ 639.

  ~Carra de Vaux~ 90, 213, 230, 253, 392, 398, 478, 675.

  ~Casaubonus~ 653.

  ~Cassiodorius~ 523, 529, 575.

  ~Cassius Dio~ 171, 172, 184, 207, 291.

  ~Castrén~ 629.

  Catalogus codicum astrologorum graecorum 204.

  ~Cato~ 567, 644.

  Causa causarum 215, 216, 218, 351, 394.

  ~Celestina~ 640.

  ~Celsus~ 58, 353, 524, 592, 632, 678.

  ~Cennini~ 466.

  ~Chakrapani~ 436.

  Chaldäische Orakel 231, 240.

  ~Cham~ 65.

  ~Champion~ 461.

  ~Charaka~ 434.

  ~Chartier~ 641, 642.

  ~Chaucer~ 497, 506.

  ~Cheirókmeta~ 30, 75.

  ~Chem~ 65.

  ~Chemes~ 65, 293, 294, 307, 308.

  ~Chevreul~ 63, 275, 280, 324, 495, 652.

  ~Chimas~ 308.

  ~Chimes~ 65, 77, 78, 100, 308, 343, 346, 361.

  ~Chosrowani~ 425.

  ~Chou-li~ 451.

  ~Chou-Tze~ 452.

  ~Chrat~ 251.

  Chronograph von 354 209.

  ~Chrysippos~ 145.

  ~Chu-Hi~ 450.

  ~Chuwarazmi~ 486.

  ~Chwolsohn~ =165=, 169, 172, 186, 191, 212, 215, 216,
        218, 228, 252-258, 352, 397, 408, 514, 635, 653, 662.

  ~Chymes~ 65, 398.

  ~Cicero~ 138, 205, 272, 483, 525, 549, 567, 572.

  ~Clemen~ 126.

  ~Clemens Alexandrinus~ 55, 191, 200, 228, 236, 311, 323.

  ~Clemens Romanus~ =185=, =223=, 227, 248, 253, 294,
        312, 313, 314, 324.

  ~Clément-Mullet~ 232, 400, 409, 636, 658.

  ~Clusius~ 407.

  Codex ~Hertensis~ 628, 672.

  -- ~Marcianus~ 106, 349, 352, 651, 654.

  -- ~Vossianus~ 106.

  ~Cohen~ 658.

  ~Cohn~ 124, 125, =156=, 157, 194, 203, 242, 244, 270,
        306, 661.

  Collectanea chemica 507.

  ~Columella~ 30, 330.

  ~Comenius~ 606.

  Compositiones ad tingenda musiva 463, =467=, 491, 561.

  ~Confucius~ 449, 450.

  ~Conring~ 56, 496, 653.

  ~Constantin Porphyrogennetes~ 289.

  ~Constantinus Africanus~ 606, 638, 642, 645.

  ~Corneille~ 499.

  ~Cortez~ 519, 550.

  ~Costa~ 491.

  ~Cory~ 56, 74.

  ~Crato~ 646.

  ~Crusius~ 593.

  ~Cumont~ =162=, =174=-176, 178, 182, 183, 185,
        188, 193, 196, 206, 207, 210, 216, 231, 234, 235, 237,
        =248=-251, 334, 564, 615, 670.

  ~Curtius~ 543.

  ~Cyprian~, hl. 313, 634.


  ~Dafert~ 473, 587.

  ~Damaskios~ 237.

  ~Damigeron~ 334.

  ~Daniel~ 193, 212.

  ~Daniel von Morley~ 670, 676, 679.

  ~Dante~ 504, 514, 515, 565.

  ~Dardanos~ 334.

  ~Daremberg~ 329.

  ~Dauʿn Nun~ 398.

  ~Davy~ 485, 660.

  ~Dedekind~ 270.

  ~d’Eckstein~ 608.

  ~De Laval~ 596.

  ~De l’Ecluse~ 407.

  ~Delitzsch~ 168, 310, 313, 521, 528, 552, 613.

  ~Del Rio~ 294, 465, 496.

  ~Demokritos~ 25, =27=, 29, 50, 66, 70, 74, 76, 78, 83,
        84, 94, 96, 97, 100, 106, 107, 109, 113, 186, 193, 272, 279,
        292, 299, 303, 304, 307, 328, 334, 337, 341-345, 363, 400, 404,
        498, 634, 653 (s. auch ~Pseudo-Demokritos~).

  ~Demokritos von Abdera~ 38, =133=.

  ~De Pauw~ 310, 428, 459, 461.

  ~Depping~ 560, 590.

  ~Derenbourg~ 666.

  ~De Renzi~ 638.

  ~De Sacy~ 412.

  ~Descartes~ 464.

  ~Deubner~ 125, 197, 201, 203.

  ~Deukalion~ 193.

  ~De Mély~ 456.

  ~Deussen~ =122=, 123, 125-131, 133, 135, 136, 138, 139,
        141-150, 155-162, 168, 173, 175, 180, 184, 195, 212, 220, 245,
        247, 370, 380, 430, =431=-433, 438, 447, 452, 454, 465,
        483, 614, 623, 679.

  ~Dhuʿl Nun~ 398.

  ~Dickinson~ 507.

  ~Didymos~ 218.

  ~Diels~ =10=, 12, 25, 26, =31=, =35=, 71, 108,
        121, =122-129=, 130-134, 138-141, 144, 145, 147, 176, 187,
        =197=, 219, 281, 294, 296, 297, 300, 328-334, 340, 351,
        388, 470, 483, 563, 593, 649, 660, 661.

  ~Diergart~ 271, 307, 548, 591, 592, 594, 642.

  Die sieben Äonen der Finsternis 200.

  ~Dieterici~ 158, 213, 215, 257, 299, 351, =355=,
        =369=, 370, 402, 604, 635.

  ~Dieterich~ 2, =94=, 126, =171=, 174, 176, 182, 188,
        192, 194, 196, 198, 199-202, 205, 219, 226, 227, 230, 233,
        235-251, 273, 305, 310, 326, 347-349, 351, 524, 576, 581, 659,
        662.

  ~Dietz~ 573.

  ~Diez~ 560.

  ~Dikaiarchos~ 185.

  ~Dimischqi~ 677.

  ~Dindorf~ 536.

  ~Diodor~ 61, 71, 109, 119, 167, 263, 269, 272, 276, 324, 335,
        518, 529, 581, 583, 585, 586, 587, 627.

  ~Diogenes~ =133=.

  ~Diogenes Laertius~ 31, 66.

  ~Diogenes von Babylon~ 151, 187.

  ~Diokles von Karystos~ 197, 316.

  ~Diokletian~ 270, 274, 549.

  ~Dion Chrysostomos~ 120, 146, 190.

  ~Diophantes~ 353.

  ~Dioskoros~ 96.

  ~Dioskurides~ 10, 12, 16, 20-24, 35, 48, 49, 85, 92, 98, 107,
        284, 289, 302, 325, 384, 575, 584, 592, 602, 632, 633, 643,
        644, 652.

  ~Döbereiner~ 620.

  ~Dodonaeus~ 643.

  ~Doering~ 510, 563.

  ~Domaszewski~ 207, 291.

  ~Dombart~ 185, 313, 334.

  ~Don Juan Manuel~ 498.

  ~Dorn~ 598, 639.

  ~Doutté~ 429, 679.

  ~Dozy~ 252, 253, 255, 303, 464, 663.

  ~Dressel~ 185, 223, 224, 227, 248, 253, 294, 312.

  ~Drews~ 512.

  ~Drexel~ 234.

  ~Drexler~ 225, 234, 295, 576.

  ~Dryden~ 499.

  ~Dschabir~ 363, 407, 485-487, 489, 492, 636, 656, 657, 675.

  ~Dschabir Ibn Hajjan~ =363=.

  ~Dschaʾfar Alsadiq~ 363.

  ~Dschami~ 213, 428, 638.

  ~Dschelaleddin Rumi~ 427.

  ~Dübner~ 536.

  ~Ducange~ 360, 481, 560, 561, 563, 568, 573, 642, 653.

  ~Dunn~ 263.

  ~Düring~ 497, 506.

  ~Dutens~ 477.

  ~Duval~ 40, 41, 388, 648, 655, 658, 663.

  ~Dyroff~ 420.

  ~Dziatzko~ 576.


  ~Eastlake~ 323, =462=, 466-468, 470, 560, 657.

  ~Ebers~ 642.

  ~Ebert~ 560.

  ~Edrisi~ 264 (s. ~Alidrisi~).

  ~Ehrenfeld~ 448, 459.

  ~Ehrismann~ 673.

  ~Eibner~ 88.

  ~Eisele~ 125.

  ~Eisler~ 125, 126, 178, 207, 229, 232.

  ~Eitrem~ 126, 198, 225, 226, 325.

  ~Empedokles~ 126, =130=, 132, 138, 186, 316, 317, 555,
        664, 677.

  ~Encellus~ 640.

  ~Encina~ 498.

  ~Engel~ 495.

  ~Enneaden~ 158.

  ~Ennius~ 549.

  Enzyklopädie des Islam =90=.

  Ephemeriden des ~Demokritos~ 329.

  ~Ephraim~ 45, 287, 298.

  ~Epiktet~ 145.

  ~Epikur~ 144, 677.

  ~Epimenides~ 126, 334.

  ~Epinomis~ 135, 137.

  ~Epiphanios~ 385.

  ~Erasistratos~ 144, 197, 317.

  ~Erastus~ 509.

  ~Erdmann~ 533, 577.

  ~Erman~ =55=, 63, 66, 177-182, 191, 262, 264, 267, 268,
        274, 401, 531, 540, 631.

  ~Erman-Krebs~ =262=, 551, 675.

  ~Ersch~ 281, 640.

  ~Ersch-Gruber~ 485.

  ~Escher~ 289, 532, 536.

  ~Esdra~ 193.

  ~Esdra~, 4. Buch 199, 221, 527.

  ~Ethé~ 412, 413, 636.

  ~Etienne~ 653.

  ~Eudoxos~ 193, 203.

  ~Eugenios~ 69.

  ~Euhemeros~ 587.

  ~Euklid~ 372, 422, 662.

  ~Euphrades~ 287.

  ~Euripides~ 125, 126, 133, 186, 617, 644.

  ~Eusebius~ 56, 109.

  ~Eusebius Pamphilos~ 75.

  ~Eustathios~ 216.

  Evangelium, gnostisches 244.

  -- ~Johannis~ 195.

  -- ~Lukae~ 251.

  -- ~Matthaei~ 669.

  ~Evax~ 334.

  ~Ezechiel~ 221, 252, 497, 531, 579, 586, 632, 640.


  ~Faber~ 561.

  ~Fabricius~ 573, 587, 598, 624, 632, 640, 642, 653, 654.

  ~Fa-Hien~ 443.

  ~Fahz~ 192, 201, 203, 248.

  ~Fairholt~ 506.

  ~Faulmann~ 169, 558, 559, 578, 589, 610, 613, 614.

  ~Fechner~ 493.

  ~Feight~ 610.

  ~Feldhaus~ =263=, 267, 273, 292, 299, 522, 529, 535, 536,
        544, 551-554, 558, 559, 564-569, 575, 577, 579, 589, 609-610,
        612, 616, 619, 623, 625, 627, 629.

  ~Feldhaus-Klinckowström~ 528.

  ~Ferrol~ 675.

  ~Festus~ 562, 572, 587, 593, 678.

  ~Fiechter~ 554.

  ~Figuier~ 275, 278, 324, 496.

  ~Fihrist~ 46, 50, 65, 66, 68, 104, 175, 420, 421, 486, 657.

  ~Fillon-Audiat~ 503, 620.

  ~Fimmen~ 124.

  ~Finnen~ 237.

  ~Fioravanti~ 466.

  ~Firdusi~ 300, 425, 514, 547, 614, 637, 673.

  ~Firmicus Maternus~ 66, 181, =208=, 213, 214, 234, 283,
        286-288, 322, 324, 327, 334, 349.

  ~Fischer~ 633, 670.

  ~Fitagurus~ 404.

  ~Flavius Josephus~ 613.

  ~Fleischer~ 230, 297.

  ~Flinders-Petrie~ 610, 612.

  ~Flückiger~ 599, 646.

  ~Folengo~ 679, 680.

  ~Forbiger~ 591.

  ~Forrer~ =291=, 292, =519=, =522=, 523, 525,
        528-531, 533, 539, 542, 544-546, 553-558, 574-576, 587, 589,
        590, 613, 615-617, 621, 626-630.

  ~Fouquet~ 262.

  ~Fournel~ 639.

  ~Foy~ 611.

  ~Francisque Michel~ 501.

  ~Franke~ 450, 451, 454.

  ~Franz~ 572.

  ~Freise~ =269=, 524, 543, 555, 559, 561, 572, 591, 593,
        600, 601, 609, 614, 616, 619, 622, 624, 627.

  ~Freud~ 496.

  ~Freudenthal~ 287.

  ~Friboes~ 524, 592, 632, 678.

  ~Friedlaender~ =185=, 190, 193, 205-208, 212, 219, 308,
        327, 524, 532, 548, 581, 586, 617, 621, 634, 644, 668.

  ~Friedlieb~ 62.

  ~Frohschammer~ 493.

  ~Fuchs~ 81, 127, 188, 197, 202, 327, 513, 515, 516, 524, 571,
        582, 592, 621, 632, 644, 663, 667, 668.

  ~Fuhse~ 628.

  ~Fujikawa~ 455, 461.

  ~Furtwängler~ 266.


  ~Galenos~ 92, 127, 131, 183, 328, 353, 363, =492=, 575,
        592, 603, 604, 633, 643, 644, 668, 673, 681.

  ~Galilei~ 605.

  ~Ganschinietz~ 195, 269, 603, 663.

  ~Garbe~ 124, =431=-433, 436, =440=, 441, 448.

  ~Garcia da Orta~ 589.

  ~Garcilasso de la Vega~ 520.

  ~Garzoni~ 505.

  ~Gassendi~ 464.

  ~Gathas~ 547.

  ~Gautier~ 72.

  ~Geber~ 363, 364, 381, 492, 494, 503, 514, 656, 657, 675.

  ~Gebhardt~ 483.

  ~Gehler~ 511, 517.

  ~Gehrich~ 175, 248.

  ~Gellius~ 168.

  ~Genthe~ 535, 558, 585, 589.

  ~Geoponika~ 75, 114.

  ~Georgios Synkellos~ 31, 75, 293, 331.

  ~Gercke~ 155, 483, 616.

  ~Gerhard von Cremona~ 465, 604, 635, 645.

  ~Gerland~ 5, 676.

  ~Gesner~ 465.

  ~Ghajat~ 252, 255, 514.

  ~Gibbon~ 289.

  ~Gigli~ 679, 681.

  ~Gilbert~ =120=-122, 126-132, 135-142, 145-150, 155, 197,
        199, 306, 677.

  ~Gildemeister~ 295, 296, 297, 299, 408, 515, 655.

  Gilgamesch-Epos 613.

  ~Gilgil~ 489.

  ~Gil Vincente~ 498, 499.

  ~Giry~ 470-472, 561.

  ~Glaser~ 587.

  ~Glauber~ 599, 600.

  ~Gmelin~ 652, 654.

  ~Goebel~ 123, 131-134, 197.

  ~Goethe~ 158, 495, 496, 503, 620.

  ~Göbel~ 559.

  ~Goguel~ 668.

  ~Goguet~ 350.

  Goldene Legende 72.

  ~Goldziher~ 369.

  ~Golenischeff~ 587.

  ~Göll~ 633.

  ~Gomperz~ =123=, 127, 131, 132, 134, 135, 137, 153, 188,
        201, 246.

  ~Gossen~ 75.

  ~Gotama~ 433.

  ~Gothein~ 241, 242, 243, 259, 506.

  ~Götz~ 583, 585.

  ~Govinda~ 437.

  ~Gower~ 505.

  ~Graebe~ 658.

  ~Graefe~ 258.

  ~Graesse~ 73, 496.

  ~Granger~ 262.

  ~Graves~ 624.

  ~Gray~ 173, 218, 251, 547.

  ~Gregorovius~ =190=, 193, 194, 207, 208, 247.

  ~Gregor von Tours~ 566, 674.

  ~Gressmann~ 201.

  ~Greve~ 213, 311, 420-423, 566, 605, 637.

  ~Griffini~ 465.

  ~Groag~ 291, 292.

  ~Gronau~ 151.

  Großes ägyptisches Traumbuch 207.

  ~Grot~ 632.

  ~Grube~ =449=, =450=-461, 623.

  ~Gruber~ 589, 640.

  ~Grubers~ 281.

  ~Gruhn~ 570.

  ~Gruner~ 339, 654.

  ~Grünwald~ 534.

  ~Grünwedel~ 444.

  ~Gruppe~ 125, 126, 186, 203.

  ~Gsell~ =262=, 263, 538, 539, 550-552, 554, 570, 578,
        580, 585, 586, 592, 609-612, 616, 619, 625, 626, 630, 631.

  ~Guareschi~ 170, 460, 461, 467, 468, 470, 472, 473, 477, 505,
        639, 657.

  ~Gubernatis~ 453, 624.

  ~Gudeman~ 618.

  ~Guertler~ 625.

  ~Guhrauer~ 507.

  ~Guilelmus de Saliceto~ 638.

  ~Guillaume de Loris~ 500.

  ~Gummerus~ 291, 315, 466, 518, 556, 621.

  ~Gundel~ 151, 152.

  ~Gunkel~ 221.

  ~Günther~ 306, 674, 675.

  ~Guyard~ 253, 403.


  ~Hackmann~ 525, 629.

  ~Hadfield~ 624.

  ~Hadrian~ 190.

  ~Hadschi Khalifa~ 486.

  ~Haeberlein~ 244.

  ~Haedicke~ 607.

  ~Haeser~ =193=, 639.

  ~Hafis~ 427, 637.

  ~Hainhofer~ 600.

  ~Haller~ 27, 329, 498, 570, 588, 643.

  ~Hamasa~ 637.

  ~Hammer-Jensen~ 139, 660.

  ~Hammer-Purgstall~ 300, 387, 426, 427, 600, 604, 605, 637, 638.

  ~Hampe~ 509.

  ~Hanbury~ 456, 457, 459.

  ~Hanemann~ 615, 619.

  ~Hansen~ 511.

  ~Harder~ 205.

  ~Hardouin~ 653.

  ~Harnack~ =72=, =74=, 75, 156, 157, 190, 192, 195,
        =200=, 209, 222, 223, 235-237, 240, 241, 247, 248, 290,
        310, 483, 567.

  ~Hartmann~ 158, 424.

  ~Hase~ 566.

  ~Hassan Alrammah~ 394, 478.

  ~Hasse~ 158.

  ~Hauber~ 680.

  ~Haug~ 585.

  ~Haupt~ 192, 601.

  ~Hauréau~ 494, 654.

  ~Hauser~ 410.

  ~Haverfield~ 585.

  ~Hawes~ 506.

  ~Hawkins~ 465.

  ~Heath~ 352.

  ~Hecht~ 262.

  ~Heeg~ 330.

  ~Hehn~ 168, 559.

  ~Heinrich von Neuenstadt~ 573.

  ~Heinsius~ 672.

  ~Heintze~ 223.

  ~Heinze~ =122=, 145, 146, 148, 149, 150, 154, 156-159.

  ~Hekataios von Milet~ 335, 575, 582, 585, 593.

  ~Held~ 466.

  ~Heliodor~ 518.

  ~Heliodoros~ =95=, 265, 662.

  ~Hellanikos~ 618.

  ~Hell~ 673.

  ~Helm~ 630.

  ~Helmreich~ 632.

  ~Henckel~ 599.

  ~Hennecke~ =72=, 222, 223, 244, 311.

  ~Henoch~ 193, 194, 220, 294, 322.

  ~Henrich~ 577.

  ~Henschel~ 642.

  ~Hephaistion~ 89, 92, 208, 670.

  ~Hephaistos-Ptah~ 77, 89, 92.

  ~Herakleides~ 187.

  ~Herakleios~ =105=.

  ~Heraklit~ =122=, 126, 129, 138, 145, 147, 148, 193, 197,
        231, 243, 246, 315, 317, 432, 498.

  ~Heraklit~ der Stoïker 661.

  ~Heraklius~ 468, 471, =472=, 590.

  ~Herder~ 672, 680.

  ~Hergt~ 585.

  ~Hermas~ s. Hirt des ~Hermas~.

  ~Hermes~ =54=, 62, 63, 70, 71, 76, 77, 87, 95, 97, 98,
        100, 101, 106, 193, 232, 253, 294, 305, 309, 313, 322, 337,
        341-346, 356, 361-363, 383, 397, 398, 404, 415, 491, 494, 506,
        664.

  ~Hermes~ I. 257.

  ~Hermes Logios~ 149.

  ~Hermes-Thot~ 66.

  ~Hermes Trismegistos~ 57, 58, 87, 231, 253, 334, 335, 360,
        383, 404, 437, 670.

  Hermetische Schriften 55, 228.

  -- Untersuchungen 183, 203.

  ~Herodot~ 4, 48, 66, 101, 119, 124, 167, 169, 176, 186, 201,
        265, 266, 272, 383, 518, 523, 526, 530, 532, 586, 615-619, 627,
        668.

  ~Heron von Alexandria~ 85, 603.

  ~Herrmann~ 201, 265.

  ~Hertling~ 679.

  ~Hertz~ 180, 266, 383.

  ~Herzfeld~ 505, 681.

  ~Hesiod~ 136, 146, 155, 532, 538, 571, 582, 608, 616, 617, 644.

  ~Hess~ 514, 681.

  ~Hesse~ 462, 560.

  ~Hesychios~ 562, 572, 618, 633, 644, 678.

  ~Hesz~ 679.

  ~Heumann~ 655.

  ~Heyd~ 571, 588, 590, 613, 626.

  ~Hieronymus~, hl. 209, 633.

  ~Hierotheos~ =108=, 634.

  ~Hiller~ 670.

  Himmelfahrt ~Arda Virafs~ 199.

  Himmelfahrt ~Mosis~ 200.

  ~Hiortdahl~ 457-460.

  ~Hipparchos~ 187, 203.

  ~Hippias von Elis~ 483.

  ~Hippokrates~ 50, =127=, 131, 187, 188, 197, 202, 296,
        316, 327, 329, 524, 571, 575, 582, 584, 592, 620, 632, 643,
        644, 659, 663, 667, 678.

  ~Hippolytos~ 334, 603.

  ~Hipponax~ 143.

  ~Hirschberg~ 548.

  ~Hirschberg-Lippert~ 594, 600, 603, 635, 673, 678, 681.

  Hirt des ~Hermas~ 195, 222, 230, 241, 483.

  ~Hirth~ 461.

  ~Hitzig~ 293.

  ~Hiuen-Thsang~ 401, 436, 443, 547, 559, 570, 571, 578, 595.

  ~Hjelt~ 657.

  ~Hoang-Hi~ 451.

  ~Hodges~ 56, 74.

  ~Hoefer~ 49, 56, 85, 188, 198, 224, 233, 275, 277, 278, 280,
        284, 468, 477, 478, 486, 495, 563, 652, 655.

  ~Hoernes~ =518=, 538, 539, 542-546, 550-559, 574, 575,
        608, 611-617, 621-623, 626, 627, 681.

  ~Hoernle~ 434.

  ~Höfer~ 549.

  ~Hoffmann~ =40=, 51, 64-67, 75, 94, 275, 281, 282, 289,
        291-298, 300-313, 327, 334-337, 352, 359, 388, 389, 550, 650,
        655.

  ~Hofmann~ 291, 436, 448, 572, 591, 595, 658.

  -- K. B. 533, 563, 570, 575, 659.

  ~Hohenheim~ 508.

  Hohes Lied 601.

  ~Hollanda~ 562.

  ~Holzmann~ 661.

  Höllenfahrt der ~Istar~ 168, 180.

  ~Hölscher~ 156.

  ~Homer~ 4, 46, 74, 121, 146, 155, 203, 224, 238, 257, 262,
        283, 288, 531, 532, 536, 543, 548, 555, 582, 616, 617, 619,
        620, 660, 661, 667.

  Homerische Hymnen 188.

  ~Hommel~ =163=, 165, 170, 172, 262, 356, 388, 520, 523,
        531, 578, 613, 631, 632, 661, 674.

  -- W. 595, 596, 597, 599, 630.

  ~Honein Ibn Ishaq~ 382.

  ~Hoops~ =522=, 525, 535, 537, 539, 544, 545, 546, 548,
        550, 552, 554, 556-558, 560, 561, 565, 566, 569, 573, 576, 577,
        581, 615, 616, 618, 621, 627, 628, 629, 681.

  ~Hoppe~ 659, 674.

  ~Horapollon~ 281, 301.

  ~Horaz~ 184, 225, 567, 572, 669.

  ~Horn~ 244, 383, 425, 561.

  ~Horten~ 664.

  ~Houdas~ 40, 388, 648, 658.

  ~Hovorka~ 245.

  ~Hrozny~ 247.

  ~Huart~ 666.

  ~Hübner~ 284, 583-586, 621, 627.

  ~Hübotter~ 455-459.

  ~Huët~ 350, 642.

  ~Hülsen~ 549, 555, 556, 562, 567, 568.

  ~Hultsch~ 151, 186, 187, 291, 352, 433, 520, 522, 533, 576.

  ~Humboldt~ 266, 349, 385, 453, 519, 520, 533, 534, 537, 550,
        577, 582, 605, 607, 651, 652.

  ~Hümmerich~ 538, 579.

  ~Hunaïn Ibn Ishaq~ 390.

  ~Huser~ 534, 597, 639.

  ~Hüsing~ 347.

  ~Hydaspes~ 171.

  ~Hyginus~ 109, 523, 529, 554, 575, 581.

  ~Hystaspes~ 182.


  ~Iamblichos~ 55, =68=, 160, 200, =210=, 228, 240,
        254, 258, 341, 483.

  Iatromathematika 233.

  ~Ibel~ 553.

  ~Ibn Adfar~ 358.

  ~Ibn Adschar~ 358.

  ~Ibn AlʾArabi~ 416.

  ~Ibn AlʾAuwam~ =232=, 400, 409, 636.

  ~Ibn Albaitar~ 412, 421, 636.

  ~Ibn Alfaqih~ 299, 399.

  ~Ibn Almuʿtazz~ 565.

  ~Ibn Alwahschijah~ 254, 256.

  ~Ibn Alwardi~ 588.

  ~Ibn Amram~ 478.

  ~Ibn Badscha~ 402.

  ~Ibn Badschrun~ 465.

  ~Ibn Baitar~ 412, 421, 636.

  ~Ibn Bassam~ 409.

  ~Ibn Dschuldschul~ 489.

  ~Ibn Hauqal~ 253, 400, 403, 578.

  ~Ibn Jamin~ 427.

  ~Ibn Khaldun~ 357, 419, 429.

  ~Ibn Khallikan~ 486.

  ~Ibn Khordadhbeh~ 256, 258.

  ~Ibn Mansur~ 412.

  ~Ibn Masawaih~ 681, 682.

  ~Ibn Qutaïba~ 603.

  ~Ibn Rusteh~ 625.

  ~Ibn Saʾid~ 256, 258, 585.

  ~Ibn Sarafiun~ 604.

  ~Ibn Sina~ s. ~Avicenna~.

  ~Ibn Wahschijah~ 352, 415.

  ~Ideler~ 103, 108, 184, =233=, 581, 587, 654.

  ~Iflatun~ 400.

  ~Ignatius~, hl. 668.

  ~Ilg~ 472, 473, 560, 569, 626.

  ~Imhotep~ 54, 194.

  ~Immisch~ 143, 618.

  ~Imuth~ 90, 313.

  ~Irenäus~ 245, 312, 662.

  ~Isidorus~ =209=, 227, 274, 327, 468, 492, 562, 564, 568,
        572, 587, 673.

  ~Isis~ =63=, 107, 111, =335=, 664.

  ~Israelson~ 183, 575, 603, 633, 644.

  ~Istars~ Höllenfahrt siehe Höllenfahrt der ~Istar~.

  ~I-Tsing~ 443, 444, 446, 454, 455, 623.


  ~Jacob~ 353, 663, 665, 666, 673-677.

  -- P. L. 496, 503, 679, 689.

  ~Jacobus a Voragine~ 72, 244.

  ~Jacobs~ 654.

  ~Jacoby~ 74, 575, 587.

  ~Jaʾqubi~ 265.

  ~Jaeger~ 142, 145.

  ~Jamnes~ 68.

  ~Jaqut~ 299, 403, 411, 588.

  ~Jastrow~ 162.

  ~Jaubert~ 605.

  ~Jean Clopinel~ 501.

  ~Jebb~ 478.

  ~Jehan le Begue~ 479.

  ~Jellinghaus~ 500, 620, 676.

  ~Jennings~ 496.

  ~Jeremias~ =162=-172, 175, 176, 180, 184, 192, 212, 214,
        216, 219, 220, 246, 252, 347, 521, 528, 541, 574, 613.

  -- (Prophet) 615, 632.

  ~Jessen~ 201, 289, 532, 564.

  ~Jesus Sirach~ 194.

  ~Johannes~ =70=, 334, 343, 344, 346, 484, 664.

  ~Johannes~-Akten 72.

  ~Johannes Cassianos~ 294.

  -- ~Damaskenos~ 109.

  -- ~de Sancto Amando~ 412, 590, 638.

  -- ~Hispalensis~ 217.

  -- ~Platearius~ 638, 646.

  -- ~von Antiochia~ 289.

  ~Johannsen~ 619, 627.

  ~Jollivet-Castelot~ 512, 513.

  ~Jolly~ 430, 434, 437, 444, 446-448, 526.

  ~Jolowicz~ 604, 637.

  ~Joret~ 455.

  ~Josephus~ 668.

  ~Jourdain~ 358, 654.

  ~Julianus Apostata~ 534.

  ~Julien~ 461.

  ~Jülicher~ 74, 223.

  ~Jungius~ 599.

  ~Justi~ 174, 220, 511.

  ~Justinianus~ =106=, 111.

  ~Justinus~ 184, 185, 311, 313, 620.

  ~Juvenal~ 66, 181, 634, 668.


  ~Kabbala~ 294, 336.

  ~Kahlbaum~-Gedenkschrift =271=, 307, 401, 404-406, 410,
        411, 418, 436, 437, 441, 447, 457, 486, 517, 531, 540, 543,
        550, 551, 554, 575, 581, 594, 606, 623, 629, 632, 638, 649,
        663.

  Kalewala 525, 546, 591, 629.

  Kalewipoeg 525, 546, 574, 591, 629.

  ~Kalîlah wa Dimnah~ 369.

  ~Kallab~ 658.

  ~Kallimachos~ 143, 330.

  ~Kallisthenes~ 491.

  ~Kanada~ 433.

  ~Kannegiesser~ 515.

  ~Kant~ 168.

  ~Kanteletar~ 591.

  ~Karabacek~ 418, 561, 593, 596.

  ~Karo~ 553, 554, 555.

  ~Kautzsch~ =155=, 185, 199, 200, 212, 220-223, 253, 311,
        312, 527, 531, 579, 633.

  ~Kaye~ 675.

  ~Kayser~ 215, 216, 218, 351, 394.

  ~Kedrenos~ 212, 294.

  ~Keim~ 214, 216, 250.

  ~Keller~ =200=, 234, 246, 266, 306, 498, 532, 667.

  ~Kelsos~ =214=, 216, 218, 222, 250.

  ~Kepler~ 676.

  ~Kern~ 124-126, 618.

  ~Khalid ibn Jazid ibn Muʾawijah~ 357-359, 483.

  ~Khem~ 65.

  ~Khumu~ 294.

  ~Khunrath~ 510, 646.

  ~Kiepert~ 562.

  ~Kiessling~ 536, 578, 584, 608.

  ~Kimas~ 65, 308, 398.

  ~Kircher~ 57, 288, 350, 510, 643.

  ~Klaproth~ 460.

  ~Kleanthes~ 145.

  ~Klebba~ 245, 312, 662.

  ~Klein~ 660.

  ~Kleopatra~ =50=, 67, 73, 84, 304, 310, 332, 343, 344,
        345, 353, 398, 404.

  ~Kliem~ 352.

  ~Klinckowström~ 299, 535, 551.

  ~Klinkenberg~ 617.

  ~Kluge~ 566, 600.

  ~Knaack~ 75, 126, 661.

  ~Kobert~ 271, 352, 446, 561, 581, 631, 632.

  ~Koch~ 467.

  ~Köchly~ 479.

  ~Koeber~ 401.

  ~Koelreuter~ 511.

  ~Köhler~ 251.

  ~Ko-Hung~ 457.

  ~Kolbe~ 657.

  ~Koldewey~ 668.

  ~Komarios~ 50, 51, 304, 338, 341-346.

  ~Kommentator~ 87.

  ~König~ 172, 247.

  -- ~Marchus~ 478.

  ~Kopp~ 1, 10, 28-31, 33, 49, 51, 64, 72, 85, 93, 96, 102,
        106-108, 119, 226, 227, 265, 275-290, 293-297, 300-303,
        312-314, =319=, 321-324, 327, 349, 357, 363, 377, 401,
        406, 429, 468, 477, 478, 482, 486-495, 504-507, 509-511, 573,
        597, 599, 640-642, 649-654, 679.

  ~Koran~ 252, 265, 311, 514.

  ~Kornemann~ 518, 524, 529.

  ~Kortum~ 511.

  ~Kosmas~ 107, 297, 343, 348.

  -- ~Indikopleustes~ 446.

  ~Kout~ 548.

  ~Krates~ 44, 251, 339, 344, =359=, 361, 363.

  ~Krates von Mallos~ 661.

  ~Krause~ 202, 272, 306, 327, 386, 536, 621, 633, 644.

  ~Krebs~ 262, 264, 268, 274, 531, 540.

  ~Kremer~ 357, 428, 464, 526, 527, 530, 547, 548, 576, 603,
        624-626, 637.

  ~Kreutzwald~ 525.

  ~Kreutzwald-Löwe~ 525.

  ~Kreutzwald-Neus~ 525.

  ~Kritodanus~ 208.

  ~Kriton~ 633.

  ~Kroker~ 509.

  ~Kroll~ 175, 183, 193, 201, 208, 210, 226, 228-234, 257, 286,
        288, 336, 338, 340, 349, 383, 621, 670.

  -- ~E.~ =196=-201, 229, 230, 234, 235, 238, 239, 242,
        243, 246, 251.

  ~Krone~ 66, 95.

  ~Kronfeld~ 245.

  ~Krüger~ 74, 223.

  ~Ktesias~ 201, 265, 525, 530, 536, 587, 601, 624.

  ~Kubitschek~ 291, 292, 352, 353.

  ~Kugler~ 122, =162=-167, 184, 306, 430, 450.

  ~Kuhnert~ 518, 576.

  ~Kunckel~ 510, 641.

  ~Kung~ 449.

  ~Kung-Fu-Tze~ 449.

  Kyraniden 211, 233, 384.


  ~Labat~ 534.

  ~Labbé~ 654.

  ~Lactantius~ 181, 227, 311.

  ~Ladenburg~ 40, 51, 61, 359, 650.

  ~Lagarde~ 617.

  ~Lagercrantz~ =2=, 10, 12, 14, 22, 25, 26, 332, 650.

  ~Landauer~ 591.

  ~Lane~ 672.

  ~Langen~ 223.

  ~Langkavel~ 643, 645.

  ~Langlois~ 495, 500.

  ~Lao-Tze~ 450, 452, 454.

  ~Lapidario~ 215.

  ~La Porte du Theil~ 477, 652.

  ~Larfeld~ 672.

  ~Las Casas~ 570.

  ~Latte~ 556.

  ~Latz~ =289=, 485, 640.

  ~Laufer~ 444, 536.

  ~Laurentius Lydus~ 171.

  ~Laurie~ 262.

  Lautere Brüder s. Schriften der treuen Brüder.

  ~Layard~ 170.

  Leben ~Adams~ und ~Evas~ 223.

  -- ~Josefs~ des Zimmermanns 200.

  ~Leclerc~ =355=, 357, 358, =370=, 397, 399, 400-402,
        410, 654.

  ~Leemans~ 1, 2, 281, 301, 325.

  Legenda aurea 244.

  ~Legge~ 443.

  ~Lehmann~ 173, 174, 192, 496.

  ~Leibniz~ 507, 640.

  Leidener Papyrus =2=, =4=, 43, 45, 46, 67, 74, 94, 237,
        276, 278, 325, 330-332, 339, 348, 350, 468, 470, 471, 580, 634,
        660.

  ~Leipoldt~ 675.

  ~Leitzmann~ 511.

  ~Lemcke~ 498.

  ~Lemm~ 357, 613.

  ~Lenglet du Fresnoy~ 496, 654.

  ~Lenormant~ =164=, 165, 166, 168, 169, 173, 175, 213,
        234, 250, 306, 518, 521, 523, 531, 537, 541, 553, 556, 557,
        559, 578-581, 588, 589, 593, 596, 607-609, 612, 620, 622, 623.

  ~Lenz~ 384, 633, 643.

  ~Leo Africanus~ 429, 590, 636.

  ~Lepsius~ 4, 200, 246, 347, 530, 531, 611, 612, 613, 615.

  ~Lessing~ 468, 472, 473.

  ~Letronne~ 349.

  ~Leukippos~ 133, 138, 186, 307.

  Lex Cornelia de falsis 286, 290.

  ~Lexer~ 573.

  Lexikon der χρυσοποιία 32.

  ~Liä-Dsi~ 622.

  ~Libavius~ 510, 598, 600, 640, 641, 646.

  Liber de septuaginta 367.

  -- sacerdotum 484, 636.

  -- trium verborum 357.

  ~Lichtenberg~ 262, 351, 511, 522, 541.

  ~Liebig~ 512, 658.

  ~Lieblein~ 530, 531, 551, 631.

  ~Li-ki~ 451.

  ~Lilly~ 506.

  ~Lindemann~ 209, 562, 572, 593, 678.

  ~Linos~ 155, 236.

  ~Lionardo da Vinci~ 505.

  ~Lippert~ 519, 529, 538, 554, 557, 607, 608, 609.

  ~Lippmann~ =3=, 6, 11, 15, 50, 114, 134, 139, 188, 269,
        271, 272, 274, 283, 288, 303, 305, 314, 326, 332, 346, 348,
        352, 371, 377, 380, 381, 399, 407, 413, 417, 436, 446-448, 454,
        =471-474=, 479, 480, 500, 501, 504-507, 528, 548, 570,
        571, 574, 576, 580, 589-595, 600-605, 612, 614, 616, 619, 623,
        630, 631, 633, 635, 638, 640-644, 650, 655, 660.

  ~Li-Schi-Tschin~ 385, 455, 595.

  ~Little~ 494.

  ~Littmann~ 673, 676, 680.

  ~Littré~ 642.

  ~Livius~ 479.

  ~Lobeck~ =35=, 124, 184, 185, 214, 216-218, 220, 226,
        325, 326, 334, 555, 569, 618, 654.

  ~Löhneyss~ 599.

  ~Lockwood~ 465.

  ~Lope de Vega~ 499.

  ~Lorinser~ 499.

  ~Loth~ 566.

  ~Löw~ 14, 22, 27, 666.

  ~Lucanus~ 324.

  ~Lucius~ 64, =207=, 208, 209, 662.

  ~Lucretius~ 518, 538, 616.

  ~Ludwig~ 548.

  ~Lukian~ 193, 235, 256, 536, 565, 618.

  ~Lull~ s. ~Raymund Lull~.

  ~Lüneburg-Huber~ 633.

  ~Lüring~ 655.

  ~Luschin v. Ebengreuth~ 292, 293, =465=, 525, 533, 535,
        570.

  ~Luther~ 310, 509.


  ~Macauley~ 505.

  ~Mach~ 538.

  ~Mac Lintock~ 262.

  ~Madhara~ 438.

  ~Magister Salernus~ 638.

  ~Magnus~ 245.

  ~Mahesvara~ 438.

  ~Maigne d’Arnis~ 175, 244, 307, 481, 660, 661, 681.

  ~Maimonides~ 215, 254.

  Makkabäer, 4. Buch 155.

  ~Makrizi~ 256-258.

  ~Makrobius~ 235, 493.

  ~Maimonides~ 493.

  ~Manetho~ 55, 60, 208, 228, 326, 612.

  ~Manget~ 81, 496.

  ~Manilius~ =186=, 203, 205, =206=, 208, 234, 284,
        285, 286.

  ~Manu~ 439.

  ~Manuel Philes~ 536.

  Mappae clavicula 463, =469=, 561.

  ~Marbod~ 327, 334.

  ~Marc Aurel~ 145.

  ~Marcellus Empiricus~ 633.

  ~Marcianus~ 350, 353.

  -- ~Capellas~ 219, 536.

  ~Marco Polo~ 399, 417, 447, 528, 588, 593-596, 605, 614, 623,
        674.

  ~Marcus Graecus~ 363, 477.

  ~Marggraf~ 599, 600.

  ~Maria~ =46=, 48, 51, 69, 77-79, 84, 85, 92, 100, 113,
        308-310, 324, 341-343, 345, 361, 363, 398, 404.

  -- hl. 51.

  -- ~Kleophas~ 51.

  ~Marianos~ 358, 363, 407, 483.

  ~Marinos~ 358.

  ~Markos~ 46, =363=, 478.

  ~Markusch~, König von Ägypten 363, 478.

  ~Martial~ 33, 226, 273.

  ~Martianus Capellas~ 536.

  ~Martini~ 185.

  Martyrium ~Jesaias~ 223.

  ~Marx~ 266.

  ~Maspero~ 180, 261, 266, 268, 466, 610.

  ~Mathesius~ 573, 598, 599, 639.

  ~Matthaeus Parisienis~ 591.

  -- ~Platearius~ 606, 638.

  -- ~Sylvaticus~ 334, 638, 642, 645.

  ~Matthiolus~ 501.

  ~Mau~ 210, 233.

  ~Mayer~ 125, 219.

  -- E., 513.

  Maximaltarif 270.

  ~Mechithar~ 635.

  ~Mehren~ 213, 253, 255, 400, 403, 415, 636.

  ~Melanchthon~ 509.

  ~Melissos~ 129, 314, 317.

  ~Menon~ 483.

  ~Merrifield~ 323, 391, 462, =463=, 466-468, 470, 472,
        474, 479, 560, 562, 590, 606, 654, 657.

  ~Mersenne~ 600.

  ~Mesmer~ 512.

  ~Mesue~ 477, 491, 635, 638, 679.

  ~Metrodoros~ 661.

  ~Meyer~ =75=, 145, 150, 177, 193, 194, 232, 233, 266,
        329, 330, 485, 496, 511, 534, 651, 658, 661.

  ~Meyer, Ed.~ 55, 61, 65, 74, 75, =121=, 124, 126, 128,
        131, 162, 164-=180=, 181, 182, =185=-188, 202,
        224, 267, 268, 310, 328, 333, 348, 518, 520, =521=-533,
        538-546, 550-559, 575, 580-586, 593, 608-612, 615-621, 627,
        630, 631, 661.

  ~Meyerhof~ 355, 666, 673.

  ~Meyer-Steineg~ 552, 673.

  ~Mez~ 252.

  ~Michael Palaeologus~ 536.

  -- ~Scotus~ 514, 680.

  ~Migne~ 496, 566, 569, 642.

  ~Miklausz~ 473.

  ~Milman~ 289.

  ~Minucius Felix~ 185, 334.

  ~Mirjam~ 46.

  ~Mithras~ 77, 205.

  Mithras-Liturgie 249.

  ~Moehsen~ 29, 275, 429, 465, 534, 641.

  ~Moissan~ 648.

  ~Molmenti~ 566.

  ~Mommsen~ =115=, =172=, 190-194, 228, 270, 290, 292,
        662.

  ~Monardes~ 407.

  ~Mongez~ 632.

  ~Montelius~ 545, 555-557, 578, 612, 616, 621, 623, 626, 628.

  ~Montfaucon~ 654.

  ~Morhof~ 294, 473, 511, 561, 640, 654.

  ~Morienes~ =358=, 407, 482, 483.

  ~Morveau~ 632.

  ~Moschopulos~ 676.

  ~Moses~ 46, =68=, 74, 77, 78, 107, 113, 155, 194, 334,
        344, 497, 579, 664.

  -- ~Maimonides~ 244.

  -- ~von Chorene~ 213.

  ~Mötefindt~ 551.

  ~Movers~ 588.

  ~Much~ 545.

  ~Muir~ 494.

  ~Mülder~ 582.

  ~Müller~ 158-160, 627, 666.

  -- A. 383, 397.

  -- S. 628.

  -- W. M. 580.

  ~Muratori~ 467, 560.

  ~Musaios~ 236.

  ~Mutenabbi~ 604, 637.

  Mysterien-Spiele 506.


  ~Nabarawi~ 299.

  ~Nagarjuna~ 436, 437, 442, 445, 447.

  ~Nallino~ 356.

  ~Nandi~ 439.

  ~Narahari~ 440-442, 447, 588.

  ~Natorp~ 601.

  ~Nechepso~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 324, 329,
        334, 669.

  ~Neilos~ 337.

  ~Nesselmann~ 626.

  ~Nestle~ =121=, 127, 195, 283, 328, 483.

  ~Nestorios~ 160.

  ~Neumann~ 216, 547, 557, 559, 577, 592.

  ~Newton~ 5, 464.

  ~Niebuhr~ 635.

  ~Nies~ 202, 327, 630, 632, 633, 644.

  ~Niese~ 525.

  ~Niesen~ 291.

  ~Nikander~ 643.

  ~Nikephoros~ =110=.

  ~Nikolaos~ 491, 638.

  ~Nikomachos~ 334.

  ~Nilsson~ 171, 178, 186, 187, 554, 669.

  ~Nizami~ 213, 214, 383, 385, 386.

  ~Nöldeke~ 167, 171, 252, 676.

  ~Nork~ 549.

  ~Numenios~ 155, 229.


  ~Oberhummer~ 325.

  ~Ochoa~ 499, 500, 640.

  Oden ~Salomons~ 200, 222, 309, 323.

  ~Oefele~ 541.

  ~Oenopides von Chios~ 186.

  ~Oestrup~ 420.

  ~Oken~ 512.

  ~Olck~ 270, 339, 549, 572, 643.

  ~Oldenberg~ 266, =305=, 430, =431=-433, 624, 630.

  ~Olivet~ 662.

  ~Olshausen~ 619.

  ~Olympiodoros~ 38, 40, 46, 48, 58, 60-63, 65, 67, 87, 93,
        =98=, 106, 107, 216, 265, 272, 294, 302, 303, 307-309,
        323, 341-346, 483.

  -- der jüngere 161.

  ~ʿOmar Alkhajjam~ 426, 604.

  ~Omerus~ 662.

  ~Ongania~ 566.

  ~Oppert~ 169, 170, 437, 608, 623.

  -- ~G.~ 430, 436, 441, 594.

  Oracula chaldaica 250.

  Orakel des ~Apollon~ 73, 303.

  -- -- ~Orpheus~ 61.

  ~Oreibasios~ 483, 603.

  ~Origenes~ 66, 200, 216, 240, 515.

  ~Orpheus~ 74, 155, 178, 194, 208, 223, 235, 236, 334, 384.

  Orphiker =124=.

  Orphische Hymnen 203.

  ~Orth~ 532.

  ~Osiris~ 64, 88.

  ~Osron~ 363, 425.

  ~Ostamahis~ 383.

  ~Ostanes~ 31-34, 37, 46, 50, 51, 66, 67, 70, 77, 97, 113, 182,
        194, 251, 253, 296, 309, 328, 331, 333, 339, 342, 343, 345,
        346, =362=, 383, 425, 494.

  -- ~Alrumi~ 398.

  ~Otto~ =55=, 61, 64, 78, 182, 183, 226, 229, 234, 240,
        267, 268, 279.

  -- ~von Cremona~ 638.

  ~Ovid~ 181.


  ~Pabapnidos~ 91.

  ~Pagel~ 245, 330, 412, 590, 638.

  -- -~Sudhoff~ 434, 451, 511, 635.

  ~Palissy~ 503, 620.

  ~Palladius~ 549, 561, 654.

  ~Pallas~ 526.

  ~Pammenes~ 5, 25, =46=, 206.

  ~Panaitios~ 145, 151.

  ~Panodoros~ 31, 75, 289.

  ~Paphnuthia~ 50, 337.

  ~Pappos~ 64, =107=.

  Papyrus ~Ebers~ 12, 305, 325, 401, 520, 592, 612, 631.

  -- ~Harris~ 264, 520, 531, 570, 580.

  -- ~Kenyon~ =73=, 272, 292, 331, 353, 471, 634, 662.

  -- ~Mimaut~ 211, 232, 348.

  -- ~Rainer~ 265.

  -- von Hermopolis 227.

  -- ~Westcar~ 262, 268.

  ~Paracelsus~ 508, 509, 534, 597, 600, 606, 639, 640.

  ~Paris~ 494.

  ~Parmenides~ =129=, 199, 294, 315, 316, 667.

  ~Parry~ 429.

  ~Parthey~ 200, 211, 228, 240, 349.

  ~Partsch~ 558.

  ~Patanjali~ 435, 446.

  ~Patsch~ 532.

  ~Paul~ 591.

  ~Pauli~ 620.

  ~Paulos Aigineta~ 58, 327, 353, 603, 633.

  ~Paulus~ 195, 198, 200, 236.

  -- ~Diaconus~ 562.

  ~Pausanias~ 215, 216, 534, 549, 554, 619.

  ~Pauthier~ 588.

  ~Pedemontanus-Ruscelli~ 639.

  ~Pegolotti~ 590.

  ~Pelagios~ 37-39, 87, =93=, 341, 342, 344-346, 649.

  ~Peltzer~ 573.

  ~Pen-Tsao~ 455, 456.

  ~Percy~ 170.

  ~Perdrizet~ 73.

  ~Periers~ 503.

  ~Periplus~ 572, 587, 632, 633.

  ~Perna~ 496.

  ~Perret~ 625.

  ~Petasios~ 67, 103, 341, 342.

  ~Peters~ 504, 509, 640.

  ~Petersen~ 191, 680.

  ~Petesis~ =67=, 89, 90, 103.

  ~Petit~ 599, 600.

  ~Petosiris~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 329, 334,
        668, 669.

  ~Petrarca~ 504.

  ~Petronius~ 30, 184.

  ~Petrus Martyr~ 534.

  ~Pettazzoni~ 593.

  ~Pfeiffer~ 188, =204=, 563, 666-670, 674.

  -- -~Strobl~ 507.

  ~Pfizmaier~ 452, 456, 460, 530, 546, 547, 589, 605, 622, 623.

  Pflanzen der 7 Planeten 232.

  ~Pfleiderer~ 123.

  ~Pherekydes~ 126, 127, 186, 316.

  ~Philipp~ 562, 680.

  ~Philippos~ 601.

  -- ~Solitarios~ 109.

  -- ~von Opus~ 135.

  ~Philo Judaeus~ =156=.

  ~Philolaos~ 127, 128, 186, 187, 195, 315, 316, 317.

  ~Philoponos~ 160.

  ~Philosophus Anonymus~ 37, 38, 71, 87, =106=, 227, 343,
        346.

  -- ~Christianus~ 37-39, 48, 60, 64, 67, =102=, 106.

  ~Philostratos~ 184, 212, 678.

  ~Philo von Alexandria~ 149, =156=, 158, 175, 184, 195,
        203, 210, 214, 229, 230, 231, 242, 244, 254, 269, 270, 306,
        316, 317, 319, 432, 661.

  ~Phimenas~ 25.

  ~Phimenes~ 5, 46.

  ~Photios~ 98, 263.

  ~Physika~ 313.

  ~Physiologus~ 674.

  ~Pibêchios~ 44, 66, 77, =94=, 97, 303, =339=, 345,
        359, 363, 381.

  ~Picatrix~ 514, 680.

  ~Piccolpasso~ 639.

  ~Pick~ 273.

  ~Pietschmann~ 153, 194, =225=, 226, 228, 257, 258, 301,
        328, 335, 337, 347, 644.

  ~Pigafetta~ 448, 589.

  ~Pindar~ 126, 211, 216, 644.

  ~Pinner~ 608, 632, 633.

  ~Pischel~ 19, 433, 469, 665.

  Pistis Sophia =198=, 227, 240, 241, 242, 244, 273, 323, 350, 643.

  ~Pizzimenti~ 31, 93, 96, 103, 105, 109, 653.

  ~Place~ 668.

  ~Placidus~ und ~Timeo~ 500.

  ~Platearius~ 491.

  ~Platon~ 35-37, 77, 90, 98, 105, 106, 120-123, 126,
        =134=, 145, 155-158, 161, 186-188, 194, 197, 203, 204,
        211, 215, 219, 225, 227, 228, 244, 250, 253, 258, 269, 280,
        283, 314-321, 342, 361, 366, 368, 381, 383, 400, 410, 491, 506,
        571, 606, 619, 650, 661, 664, 666.

  ~Plautus~ 315, 572.

  ~Plinius~ 8, 14, 19-22, 25, 28, 30, 35, 39, 42, 49, 65-68, 73,
        94, 98, 106, 113, 167, 184, 190, 195, 201, 207, 214, 227, 244,
        262, 264, 308, 324-331, 334, 384, 386, 395, 469, 518, 523, 524,
        532, 533, 536, 537, 542, 549, 555, 562-568, 572-575, 583-587,
        592, 602, 607, 614, 620-624, 631-633, 644.

  ~Plotinos~ =158=, 160, 230, 236, 249, 302, 315, 316, 317,
        318, 371, 402, 432, 661.

  ~Plutarch~ 100, 146, 154, 184, 185, 219, 244, 245, 274, 300,
        304, 305, 326, 555, 563, 612, 618.

  ~Poggendorff~ 406.

  ~Poisson~ 477, 490, 496.

  ~Pokorny~ 627, 628.

  ~Polack~ 578.

  ~Pollack~ 273.

  ~Pollux~ 272, 572, 633, 644.

  ~Polybios~ 586.

  Pontificale romanum 569.

  ~Poppe~ 641.

  ~Poppelreuter~ 673.

  ~Porphyrios~ 160, 199, 214, 242, 249, 337, 383, 432, 567, 661,
        667.

  ~Porta~ 477.

  ~Poseidonios~ 30, 145, 151, 154, 196, 199, 205, 206, 229, 238,
        239, 331, 548, 583, 586.

  ~Pott~ 295, 297, 298, 300, 301, 561.

  ~Poyo~ 499.

  ~Prantl~ =119=, 145, 150, 154, 159, =314=, 318, 324.

  ~Praphulla Chandra Rây~ 430 (s. ~Rây~).

  ~Preisendanz~ 94, 244, 249, 618.

  ~Prellwitz~ 306.

  ~Prescott~ 550.

  ~Price~ 511.

  ~Prinz~ =162=, 163, 169, 178, 180, 192, 219, 225, 265,
        347, 668.

  Prognostika des ~Demokritos~ 329.

  ~Proklos~ 160, 211, 215, 216, 551.

  ~Prokop~ 289.

  Prophezeiungen des ~Cham~ 294.

  ~Prüfer~ 673, 681, 682.

  ~Prutz~ 567.

  ~Psellos~ 108, =109=, 265, 334.

  Pseudepigraphen =53=, =221=.

  ~Pseudo-Apuleius~ 214.

  -- -~Aristoteles~ 401, 489, 494, 554, 570, 571, 592.

  -- -~Avicenna~ 71, 407, 485, 492, 494.

  -- -~Demokritos~ 25, =27=, 32, 279, =327=, 359,
        388, 389, 483, 634, 660, 662, 665, 674 (s. ~Demokritos~).

  -- -~Geber~ =485= (s. ~Geber~).

  -- -~Kallisthenes~ 213.

  -- -~Moses~ =68=, 71, 273, 309, 326, 470, 471, 664.

  -- -~Orpheus~ 329, 334.

  -- -~Platon~ 480, 662.

  -- -~Pythagoras~ 329, 371.

  -- -~Razi~ 485, 489, 492.

  ~Ptolemaios~ 76, 204, 208, 210, 211, 213, 219, 285, 323, 365,
        586, 662, 670.

  ~Puchstein~ 518.

  Pupille der Welt 232.

  ~Puschmann~ 233, 245, 272, 333, 334, 434, 439, 444-446, 448,
        452, 460, 595, 633.

  Pythagoräer =126=.

  ~Pythagoras~ 74, =123=, 126, 127, 137, 153, 155, 158,
        178, 194, 204, 209, 227, 228, 235, 253, 258, 319, 334, 361,
        365, 367, 371, 400, 404, 432, 491, 662, 664.

  ~Pytheas~ 585, 586.


  ~Qazwini~ 213, 514, 527.

  ~Qalqaschandi~ 265, 282, 636, 677.

  ~Quattrami~ 646.

  Quecksilber-System 438, 447.

  Quellenschriften f. Kunstgeschichte 463, 654, 657.


  ~Rabbi Moses~ 244, 493.

  ~Rabelais~ 503, 565, 569, 661, 679.

  Ramâyana 623.

  ~Rapp~ 201.

  ~Rasakalpa~ 439, 446.

  ~Rasaratna~ 438, 440.

  Rasârnara 437, 438.

  Raseçvara 438.

  ~Rathgen~ 261, 540, 551.

  Rätsel vom philosophischen Steine 62.

  ~Rawlinson~ 169.

  ~Rây~ 353, =430=-448, 459, 547, 595, 623, 624.

  ~Raymund Lull~ 471, 481, 490, =494=, 499, 505, 639, 654.

  ~Reber~ 607.

  ~Reckendorf~ 682.

  ~Regis~ 503, 565, 661.

  ~Regling~ 291, 522, 525, 527, 528, 531, 533, 540, 542, 544,
        619.

  ~Rehm~ 164, 188, 306.

  ~Reil~ =48=, =261=, 269, 270, 273-275, 540, 581, 631.

  ~Reinaud~ 253, 403, 588, 592.

  ~Reinesius~ 76, 654.

  ~Reinhardt~ 182, 661.

  ~Reinthal~ 525.

  ~Reisch~ 563.

  ~Reiske~ 485.

  ~Reitemeyer~ 590, 635.

  ~Reitzenstein~ =46=, =178=, =179=,
        =180=-183, =192=, 194-=199=, 200-202, 210, 211,
        214, 216, 225-231, 233, 234, 237, 238, 240, 244-246, 250, 251,
        253, 254, 257-=259=, 282, 298, 301, 306, 310, 334-340,
        348, 356, 370, 371, 648, 659, 660, 663-666, 669-671.

  ~Renan~ 51, 650, 654.

  ~Rescher~ 672, 673, 678.

  ~Respours~ 599.

  ~Retemeyer~ 257, 258, 265.

  ~Reusch~ 564.

  ~Reuther~ 537.

  ~Reuvens~ 1, 2, 10.

  ~Rey~ 599, 600.

  ~Rhousopoulos~ 271, 307, 531, 533, 543, 554, 575.

  ~Richter~ 108, 208, 216, 248, 534, 567, 642.

  ~von Richthofen~ 455, 559, 589.

  ~Ridwan~ 410, 412.

  ~Riess~ 6, 70, 94, 96, 151, 182, 183, 185, 186, 188, 203-208,
        210, 275-277, 280, 284, 285, 287, 288, 297, 306, 314, 322, 324,
        330, 331, 333-335, 337, 340, 569, 622, 649, 650.

  ~Rigvêda~ 224, 623.

  ~Rimes~ 361.

  ~Rinaldi~ 679.

  ~Rinne~ 631.

  ~Ritter~ 677, 678.

  ~Rivero~ 630.

  ~Robert~ 48, 618.

  -- ~von Chartres~ 358.

  -- -- ~Chester~ 358.

  -- ~Greathead~ 465.

  -- ~de Retines~ 358.

  ~Robertus Castrensis~ 358.

  ~Roeder~ 64, 178-181, 281, 326, 337, 576, 612, 670.

  ~Rohde~ =61=, 123, 124, 180, 197, 233, 265, 383, 518,
        587, 662.

  ~Rohden~ 288.

  ~Röhricht~ 567.

  ~Roja~ 640.

  ~Rolfink~ 510.

  Roman de la rose 500.

  Rosarium philosophicum 482.

  ~Roscher~ 126, =167=, 168, 171, 184, 187, 188, 195, 196,
        206, 210, 212, 216, 217, 220, 224, 225, 233, 246, 306, 563, 576.

  ~Rosen~ 427.

  ~Rosenzweig~ 213, 428, 638.

  ~Rosinos~ 361, 483.

  ~Rosinus~ 361, 483.

  ~Ross~ 607.

  ~Rossbach~ 124, 202, 262, 272, 306, 334, 644.

  ~Rossello~ 467.

  ~Rossignol~ 533, 536, 542, 543, 549, 555, 560, 563, 571, 572,
        573, 587, 591, 617, 654.

  ~Roters~ 577.

  ~Roth~ 436.

  ~Rothscholz~ 510, 568, 636.

  ~Rozmital~ 590.

  ~Rubinus~ 483.

  ~Rückert~ 265, 311, 425, 426, 614, 637.

  ~Rudakî~ 425.

  ~Ruellius~ 536, 643.

  ~Rufinus~ 191, 281, 292, 304.

  ~Ruge~ 615.

  ~Rulandus~ 642, 654, 660.

  ~Rupe~ 621, 627.

  ~Rusem~ 361.

  ~Ruska~ =213=, =214=-216, 264, 272, 296-298,
        =358=, 361, 370, 378, =382=, 386, 397, 399, 407, 408,
        412, 414, 448, 474, 478, 489, 532, 570, 605, 636, 638, 642,
        645, 646, 650, 658, 663, 665, 672-678, 681.

  ~Rüstow~ 479.

  ~Rzach~ 617.


  ~Sacchetti~ 679, 681.

  ~Sachau~ 176, 253, 407, 408, 435, 634.

  ~Saʾdi~ 73, 426, 626.

  ~Sadowski~ 578, 584.

  ~Saladin d’Asculo~ 679.

  ~Salah Addin~ 594.

  ~Salmanas~ 4, =108=, 113, 666.

  ~Salmasius~ 3, 29, 32, 34, =65=, 76, =207=, 213,
        214, 217, 219, 220, 234, 245, 246, 254, 275, 278, 327, 350,
        351, 352, 653, 654, 674.

  ~Salomon~ 63, 91, 92, 194.

  ~Sammonicus~ 245.

  ~Sanchuniathon~ 56.

  ~Sangadhara~ 442.

  ~Sarre~ 677.

  ~Sattler~ 573.

  ~Saumaise~ s. ~Salmasius~.

  ~Saussure~ 450.

  ~Saxl~ 513, 514.

  ~Scaliger~ 284, 477, 653, 654.

  ~Scarron~ 639.

  ~Schack~ 426, =464=, 498, 499, 514.

  ~Schad~ 534.

  ~Schaefer~ =96=, 281, 286, 292, 300.

  ~Schäfer~ 592.

  ~Schaeffer~ 498, 499, 500.

  ~Schahristani~ 215, 254, 256, 257, 258.

  ~Schaube~ 590, 605.

  ~Schedel~ 564.

  ~Scheftelowik~ 163, 173, 194.

  ~Scheible~ 640.

  ~Scheibler~ 508.

  ~Scheil~ 668.

  ~Schein~ 531.

  ~Schellhas~ 519.

  ~Schelling~ 512.

  ~Schenkl~ 120.

  ~Scheube~ 452, 460.

  ~Schiefner~ 525, 546, 629.

  ~Schiff~ 620.

  ~Schi-ki~ 450.

  ~Schi-king~ 450, 451.

  ~Schindler~ 496.

  ~Schirazi~ 664.

  ~Schlechta~ 73, 426, 427, 637, 665.

  ~Schleiden~ 584.

  ~Schlemm~ 557, 589, 628.

  ~Schliemann~ 522, 601.

  ~Schliz~ 546.

  ~Schlosser~ 466, 515, 569, 658.

  ~Schlüssel~ 231.

  ~Schmidt~ 35, 109, =178=, 198, 227, 234, 241, 242, 246,
        273, 284, 325, 350, 353, 388, 509, 517, 523, 562, 568, 581,
        618, 643, 644, 649, 666, 678, 680.

  ~Schmieder~ =58=, 275, 277, 280, 287, 289, 326, 357, 429,
        489, 496, 504, 512.

  ~Schneider~ 493, 497, 590, 634, 654, 668, 670, 672, 680, 681.

  ~Schnittgen~ 535, 537.

  ~Schöll~ 477.

  ~Schrader~ 164, 168, 180, 388, =517=-520, 522-538,
        541-546, 548, 552-563, 566, 568, 572-582, 587-591, 600,
        608-623, 626-629, 678.

  ~Schricke~ 669.

  Schriften der treuen Brüder =213=, 215, =257=, 260, 299,
        351, =369=, 488, 566, 675.

  Schrift von der Welt 316, 317.

  ~Schröder~ 599.

  ~Schroeder~ 124, 265.

  ~Schubart~ 660.

  ~Schuchardt~ 522.

  ~Schu-king~ 450, 451.

  ~Schulten~ 525, 529, 544, 575, 580, 583, 584, 601, 627.

  Schule von Salerno 606.

  ~Schultz~ =201=, 214, 224, 237, 240, 241, 244-246, 266,
        311, 336, 562, 662.

  ~Schultze~ 511, 550, 623, 624.

  ~Schunk~ 681.

  ~Schwally~ 201.

  ~Schwartz~ 170.

  ~Schwarz~ 681.

  ~Schweigger~ 531, 572.

  ~Schweinfurth~ 453.

  ~Schwenter~ 535.

  ~Schwenzner~ 552, 613.

  ~Scribonius Largus~ 632, 644.

  ~Sêal~ 432, 433, 436, 437.

  ~Seeck~ 209, 290, 291, 292, 293, 518.

  ~Seidel~ 202, 297, 636, 677, 681.

  ~Seler~ 675.

  ~Seligmann~ 496, 569, 597, 601, 608, 618, 631.

  ~Semler~ 511.

  ~Semper~ =170=, 262, 273, 470, 519, 576, 578, 580.

  ~Seneca~ 30, 145, 181, 200, 331.

  Septuaginta 296, 632, 633.

  ~Serapion~ 604, 606, 635, 638, 645.

  ~Sergius von Resaina~ 298, 355, 389.

  ~Servius~ 220, 542.

  ~Sethe~ 192, 234, 301, 337, 350, 666.

  ~Sextus Placitus~ 662.

  ~Severus bar Schakku~ 678.

  ~Seybold~ 382, 411, 554.

  ~Shakespeare~ 506, 565.

  ~Sibyllinen~ 533.

  Sibyllinische Weissagungen 62, 155, 185, 194, 220, 222, 310.

  ~Sidrach~ 500, 620, 676.

  ~Siecke~ 224, 521.

  ~Sierke~ 512.

  ~Silberer~ 496.

  ~Silius Italicus~ 533.

  ~Sillig~ 30, 653.

  ~Simon Januensis~ 638, 642, 645.

  ~Simplikios~ 160, 315, 316, 317.

  ~Simrock~ 509, 628.

  ~Sindbad~ 423, 588.

  ~Siret~ 584.

  ~Sitos~ 91.

  ~Sittig~ 593.

  ~Skutsch~ 208, 286, 288, 349, 556, 576, 587, 621.

  ~Skymnos von Chios~ 583.

  ~Smith~ 550, 551.

  ~Snouck-Hurgronje~ 428.

  ~Sokrates~ 365, 383, 664.

  ~Solinus~ 618.

  ~Solorzana~ 500.

  ~Soltau~ =195=, 223, 225, 227, 235-238, 247, 249.

  ~Somadeva~ 439, 571.

  ~Sontheimer~ 412, 604, 635, 636.

  ~Sophar~ 425.

  ~Sophokles~ 532, 617.

  ~Soranus~ 633.

  ~Spartianus~ 548.

  ~Speck~ 535, =581=-589.

  ~Speusippos~ 135.

  Sphaera des ~Demokritos~ 45, 74.

  ~Spiegelberg~ 183, 350, 682.

  ~Spitta~ 676.

  ~Sprengel~ 22, 275, 281, 340, 485, 640, 643, 653.

  ~Stadler~ 270.

  ~Stahl~ 485, 510, 640, 641.

  ~Stahr~ 654.

  ~Stapleton~ 486.

  ~Statius~ 673.

  ~Staunton~ 596.

  Steinbuch des ~Aristoteles~ 214-216, 265, 296, 297, 334,
        =382=, 392, 397, 415, 636, 658.

  ~Steindorf~ 347.

  ~Steinschneider~ 309, 377, 402, 486, 489, 496, 657, 661.

  ~Stephanides~ 19, 53, 71, 295, 296, 329.

  ~Stephanos von Alexandria~ 51, 63-65, 77, =103=, 106-108,
        216, 219, 227, 228, 294, 304, 323, 341-344, 349, 350, 489, 581.

  -- ~Byzantios~ 302.

  -- ~Magnetes~ 534.

  ~Stephanus~ 653, 654.

  ~Streuding~ 224, 225, 564.

  ~Stillmann~ 487.

  Stockholmer Papyrus 2, =10=, 75, 272, 276, 279, 326, 330, 332,
        650, 660.

  ~Stoll~ 288, 424, 519, 526, 535, 538, 564, 609, 610, 614,
        622, 623, 626, 630, 631.

  ~Strabon~ 167, 192, 289, 316, 518, 525, 526, 543, 547, 578,
        584, 585, 586, 678.

  Straßburger Kosmogonie 231.

  ~Straton~ 139, 142, 144, 197.

  ~Strobl~ 573.

  ~Suchier~ 500, 582.

  ~Suchten~ 641.

  ~Sudhaus~ 175.

  ~Sudhoff~ 233, 330, 465, 487, 508, 509, 606, 616, 628, 631,
        633, 638, 644, 646, 648, 662, 670, 672, 676, 679, 682.

  ~Sueton~ 206.

  ~Suidas~ 66, 75, 227, 289, 293, 296, 300.

  ~Suphan~ 680.

  ~Susruta~ 434, 435, 437, 447.

  ~Suter~ 217, 353.

  ~Synesios~ 31, 32, 36, 37, 59, 66, =96=, 324, 331, 332,
        337, 342, 344, 345, 391, 424, 471, 489, 653.

  ~Synkellos~ 300, 307.

  Syrische Schriften =388=.

  ~Szanto~ 349.


  ~Tabernaemontanus~ 643.

  Tabula smaragdina 57, 228, 663.

  ~Tacitus~ 5, 46, 185, 206, 207, 576, 627.

  Tafeln des ~Demokritos~ 329.

  -- -- ~Hermes~ 56.

  Tafel von Memphis 57.

  ~Takakasu~ 443, 454.

  Talmud 605.

  ~Tantras~ 438, 595.

  ~Tao-teh-king~ 450.

  Tarif des ~Diokletian~ 291.

  Taten des Apostels ~Thomas~ 311.

  Tausendundeine Nacht =213=, 299, 311, 411, =420=, 428, 550,
        566, 605, 637, 678.

  Technische Abhandlungen =110=.

  ~Tertullianus~ 29, 209, 226, 312, 313, 334, 633.

  Testamente der 12 Patriarchen 200, 223.

  ~Teukros von Babylon~ 237, 356, 515.

  ~Thaʾalibi~ 604, 625.

  ~Thabit ben Qurra~ 253, 514.

  ~Thales~ =121=, 133, 383, 664.

  ~Themistios~ 287.

  ~Theodoret~ 191.

  ~Theodosios~ 95.

  ~Theokritos~ 569.

  Theologie des ~Aristoteles~ 158.

  ~Theophilos~ 307.

  ~Theophilus Presbyter~ 467, 468, 470, 471, =473=, 569,
        590.

  ~Theophrastos~ 11, 14-16, 22, 50, 102, 139, 142, 144, 151,
        186, 201, 262, 269, 272, 283, 306, 315, 316, 323, 383, 384,
        524, 536, 554, 575, 586, 601, 602, 621, 643, 678.

  -- ~Christianos~ =108=.

  ~Theosebeia~ 50, 90, 92.

  ~Thibaut~ 430, 431.

  ~Thölde~ 640, 641.

  ~Tholuck~ 427.

  ~Thomas von Aquino~ 72, 490, =493=, 497, 515, 590, 634,
        668, 670, 672, 680, 681.

  ~Thot~ 182, 194, 199, 322.

  ~Thulin~ 564, 615.

  ~Thurneisser~ 534, 635.

  ~Tibull~ 184, 185, 669.

  ~Ticknor~ 464, 498, 499.

  ~Tifaschi~ 678.

  ~Timaios~ 585, 586.

  ~Tinkalos~ 356.

  ~Tittel~ 269.

  ~Tkač~ 526, 587.

  ~Tomaschek~ 266, 578, 629.

  Totenbuch 178, 180, 338.

  Treue Brüder s. Schriften der treuen Brüder.

  ~Trimberg, Hugo von~ 673.

  ~Trithemius~ 508, 534, 640.

  ~Tropfke~ 353.

  ~Tschirch~ 112, 325, 434, 455, 456, 605, 635, 638, 643.

  ~Tümpel~ 188, 201, 532, 618.

  Turba Philosophorum 48, 483, 636.

  ~Turner~ 624.

  ~Turquet de Mayerne~ 639.


  ~Ukert~ 654.

  ~Ulstad~ 606.

  ~Unger~ 191, 212.

  ~Unsuri der Perser~ 604.

  Upanischaden 431, 624.

  ~Usener~ =103=, 104, =185=, 187, 191, 196, 227, 233,
        240, 288, 301, 324, 349, 350, 532.


  ~Vaghrata~ 434, 435.

  Vaiçeshika-System 433.

  ~Vaijayanti~ 437, 442.

  ~Valentini~ 599.

  ~Valerius Maximus~ 153, 205, 226, 556.

  ~Van Helmont~ 510.

  ~Van Leersum~ 447.

  ~Van Linschoten~ 596.

  ~Vansleb~ 428.

  ~Varamihira~ 435.

  ~Varro~ 538, 549, 568.

  ~Vasco de Gama~ 579.

  ~Veden~ 430, 623.

  ~Vegetius~ 493.

  ~Veil~ 184, 185, 311.

  ~Venantius Fortunatus~ 590.

  ~Vendidad~ 578.

  ~Veranzio~ 568.

  ~Vergil~ 210, 220, 533, 549, 572, 661.

  ~Verrius Flaccus~ 562.

  ~Vettius Valens~ 171, 172, 183, 208, 210, 213, 216, 220, 668.

  ~St. Victor~ 72.

  ~Vigne~ 266.

  ~Villanova~ s. ~Arnaldus von Villanova~.

  ~Villena~ 498.

  ~Vincentius Bellovacensis~ 377, 481, 482, 489, 490, 492, 638,
        656.

  ~Vindonionios Anatolios~ 483.

  ~Virgil~ s. ~Vergil~.

  ~Visser~ 233.

  ~Vitalis de Furno~ 568, 605.

  ~Vitruv~ 30, 44, 102, 167, 518, 524, 549, 602.

  ~Vogel~ 589, 623, 625, 629, 681.

  ~Vogeler~ 566, 569.

  ~Voigt~ 511.

  ~Volhard~ 215, 300, 512.

  ~Voss~ 266, 288, 583.

  ~Vossius~ 288.

  ~Vrinda~ 436, 447.

  ~Vullers~ 407, 665.


  ~Wachsmuth~ 288.

  ~Wagler~ 643.

  ~Wagner~ 124, 126, 130, 151.

  ~Waite~ 508.

  ~Waltz~ 507.

  ~Warnefried~ 562.

  ~Waser~ 124-126.

  ~Wattenbach~ 591.

  ~Way~ 562.

  ~Way~sches Manuskript 470, 471.

  ~Weber~ 312.

  ~Wecker~ 266, 431, 432, 588.

  ~Wedding~ 608.

  ~Wedel~ 510.

  ~Weeren~ 608.

  ~Weidlich~ 151, 329.

  ~Weidner~ 163, 528.

  ~Weil~ 406, 486.

  ~Weinreich~ 664.

  ~Weir~ 252.

  Weisheit des ~Hermes~ 55.

  -- ~Salomons~ 155, 194, 222, 309.

  ~Weiss~ 525, 529, 677.

  ~Weissbach~ 169, =262=-268, =398=, 520, 522, 527,
        528, 553.

  ~Weitz~ 192.

  ~Weizsäcker~ 188.

  ~Welling~ 496.

  ~Wellmann~ 25, 126, 132, 197, 236, 288, 328-331, 334, 483, 674.

  Weltschöpfungsepos 168.

  ~Weniger~ 234.

  ~Wensinck~ 311.

  ~Wentzel~ 233, 483.

  ~Wernicke~ 126, 196, 233, 234, 246, 266.

  ~Wessely~ 2, 73, =94=, 201, 219, =227=, 237, 240,
        241, 246, 249, 273, 291, 305, 339, 353, 466, 469, 532, 535-537,
        556, 557, 569, 618, 659, 664-666, 674.

  ~Wickenhauser~ 428, 638.

  ~Wide~ 187.

  ~Wiedemann, A.~ =55=, 71, 177, 179-182, 211, 234, 244,
        262, 530, 540, 631.

  ~Wiedemann, E.~ =172=, 216, 257, 258, 299, 300, 357, 370,
        377, =398=, 406-410, 414-418, 422, 424, 428, 486, 489,
        498, 527, 548, 565, 603, 623, 624, 636, 663, 668, 670, 675-678.

  ~Wiegleb~ 275, 289, 467, 496, 497, 504, 507, 510, 511.

  Wiener Quellenschriften 463.

  ~Wilamowitz-Möllendorff~ 291.

  ~Wilcken~ 288.

  ~Wilhelm~ 622.

  ~Willers~ 274, 555, 556, 560, 567, 568, 573, 574, 587, 593.

  ~Wilser~ =525=, 530, 548, 557, 577, 628.

  ~Windelband~ =122=, 123, 127-135, 138-142, 144-150,
        152-156, 159, 197, 247.

  ~Winkler~ 247.

  ~Wirnt von Gravenberch~ 626.

  ~Wissowa~ 207, 621.

  ~Woermann~ 569, 564, 571, 622, 624.

  ~Wolff~ 485, 532.

  ~Wolfram von Eschenbach~ 266.

  ~Wollheim~ 169, 300.

  ~Wöhler~ 657.

  ~Wörner~ 564.

  Wundergeschichten 459.

  ~Wundt~ 167.

  ~Wünsch~ 26, 104, 192, 203, 219, 241, 576, 662.

  ~Wurzer~ 512.

  ~Wüstenfeld~ 265, 283, 357, 358, 401, 412, 422, 485, 625, 636,
        654, 675.


  ~Xenokrates~ 106, 135, 141.

  -- ~von Aphrodisias~ 330.

  ~Xenophanes~ 128, 197, 246, 272, 315, 316, 317.

  ~Xenophon~ 48, 269, 617.


  ~Yanguas~ 499.

  ~Yasodhara~ 439, 446, 447.

  ~Yih-king~ 450, 451.

  Yoga-System 438.

  ~Yule~ 436, 596, 614.


  ~Zahn~ 569.

  ~Zarathustra~ s. ~Zoroaster~.

  Zauberbücher 182, 199, 232, 251, 339, 662.

  Zaubernovellen 339.

  Zauberpapyri 2, 26, 27, 68, 73, 201, 203, 227, 236-238, 241, 249,
        260, 273, 336, 337, 618, 659, 669.

  Zauberpapyrus, Pariser 249, 250, 334.

  ~Zeller~ 29, =120=, 122-160, 195, 199, 228, 230, 235,
        240, 242, 243, 334, 483, 563, 661.

  ~Zenghelis~ 552.

  ~Zenon von Elea~ =129=, 145, 315.

  ~Zetzner~ 472, 496, 641, 642, 662.

  ~Ziebarth~ 576.

  ~Ziegler~ 208, 210, 265, 286, 288, 349.

  ~Zielinski~ 211, 225, 229-234, 242, 335, 336, 670.

  ~Zimmermann~ 677.

  ~Zimmern~ 180.

  ~Zippe~ 528, 529, 592, 607, 624.

  ~Zippelius~ 607, 608, 615.

  ~Zoroaster~ 171, 182, 194, 248, 272, 328, 334, 346, 424, 425,
        547.

  ~Zosimos~ 32, 36-40, 44, 46, 48, 51, 53, 56, 58-63, 65, 66,
        73, =75=, 93, 98, 100, 107, 111-113, 216, 227, 230, 231,
        281, 290, 293, 294, 302, 307-310, 313, 314, 322-325, 331, 332,
        336, =337=, 340-348, 361, 362, 389, 398, 404, 424, 483,
        561, 563, 634.




III.

Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen.


  Aachen 569, 573, 593.

  Aah-Hotep 273.

  Aaron 308, 309, 397.

  Abâl 411.

  Abatur 259.

  Abd Arrahman II. 411.

  Abdera 29, 31.

  Abessynien 263, 265, 417, 630.

  Abraham 56, 194, 207, 249, 252, 253, 254, 257, 308, 309, 310, 311,
        408.

  Abraxas 245, 246.

  Abukir 64.

  Abuʾlhasan 420.

  Abusir 540.

  Abydos 180, 181.

  Accon 567.

  Achämeniden 173.

  Acheron 664.

  Achilleus 46, 129, 288, 616, 661.

  Adalbert von Bremen 507.

  Adam 56, 99, 200, 258, 283, 294, 308, 309, 311, 338, 620.

  Adele von Blois 515.

  Aden 588.

  Adonis 179.

  Adrasteia 618.

  Aeakus 523.

  Aegina 521, 533.

  Ägypten 1, 9, 14, 27, 30, 38, 52, 54, 65, 75, 80, 91, 92, 95, 99,
        104, 110, 113, 119, 120, 124, 130, 137, 155, 162, =176=,
        177, 188-195, 202-207, 210, 227-229, 233, 236, 240, 246, 248,
        257, 258, =261=, 275, 282, 289, 294, 300, 301, 305-311,
        322-325, 328, 331, 332, 335, 346-350, 356, 362, 363, 388, 391,
        397, 399, 403, 404, 410, 418, 422, 428, 446, 466, 469, 520,
        523, 526-530, 533, 539-542, 551, 564, 570-576, 579, 580, 587,
        590, 593, 602-605, 610, 621, 626, 630, 632, 636, 642, 645, 660,
        662, 670.

  Aeneas 533.

  Aeon 125.

  Afrika 290, 421, 429, 499, 520.

  Agade 162.

  Ägäis 306, 522, 528, 531, 541, 553, 557, 558, 570, 575, 581, 616.

  Agamemnon 532.

  Agathangelos 233.

  Agathe Tyche 663.

  Agathodaimon 104, 226, 228, 229, =233=, 238, 253, 257, 258, 305,
        335, 336, 663, 664, 672.

  Agathoel 336.

  Agni 430.

  Agrata 93.

  Agrigent 130.

  Ahmed Ibn Tulun 411.

  Ahriman 174, 178, 248, 311.

  Ahura-Mazda 126, 173, 174, 248.

  Aidoneus 130.

  Aion 196, 234, 248.

  Aitháleia 620.

  Aither 125.

  Aitherie 126.

  Akbar 420.

  Akkader 161-163, 579.

  Akmon 618.

  Akragas 130.

  Alabastron 15.

  Alaktryona 532.

  Alchimos 288.

  Aldahhak 175.

  Aleppo 400, 626.

  Alexander der Große 57, 91, 151, 154, 161, 173, 176, 180, 189, 207,
        257, 340, 383, 385, 386, 415, 417, 563.

  Alexandria 1, 14, 61, 71, 74-78, 94, 96, 102, 103, 152-158,
        185-=189=, 193, 194, 205, 213, 227, 234, 237, 272, 281,
        285, 288, 292, 308, 311, 314, 330, 333, 353-357, 360, 400, 469,
        482, 513, 585, 602, 634, 642, 650, 661, 663.

  Alexandros, der Prophet 193.

  -- von Abonoteichos 235.

  Alfons X. 412, 514.

  Alfonso 215.

  ʾAli Zibak 423, 605.

  Alkimos 288.

  Alkinoos 262.

  Alkmene 532.

  Allah 299, 371, 399, 405, 422, 626, 672.

  Allaki 527.

  Almaden 411, 601, 605.

  Almaʾmun 252, 422.

  Al-Muqattam 265.

  Almuʾtadid 299.

  Altai 101, 266, 526, 530, 537, 559, 578, 595, 608, 680, 681.

  Amaniel 336.

  Amenophis IV. 540.

  Amida 92.

  Ammon 267, 325, 642.

  Ammon-Rê 9, 65.

  Amnael 304, 309, 336, 664.

  Amenemhet 261.

  Amor 671.

  Amrum 589.

  Anam 456.

  Ananke 129, 137, 138.

  Andalusien 362, 417.

  Andeira 591.

  Andreas 257, 671, 676.

  Angra Mainya 125, 174.

  Anthemode 644.

  Anthemoessa 644.

  Anthemone 644.

  Anthropos 338.

  Antigone 532.

  Antillen 519, 534.

  Antimimos 77, 323.

  Antiochia 43.

  Antiochus I. Soter 164, 170.

  Antonius Pius 514.

  Anubis 64, 179, 180, 181, 195, 201, 234, 245, 273, 282, 303.

  Äolus 109.

  Apamea 145.

  Apep 282.

  Aphrodite 71, 74, 105, 146, 178, 194, 246, 250, 255, 256, 325, 343,
        360, 549, 601, 661, 662.

  -- barbata 200, 667.

  Apis-Hügel 191.

  Apollinopolis 71.

  Apollo Bechis 94.

  Apollobex 94, 334.

  Apollon 187, 194, 248, 516.

  Apollonia 133.

  Apollonius von Tyana 207, 212.

  Apophis 66, 177, 282.

  Apulien 24.

  Aquileja 567.

  Araber 27, 231, 253, 296-300, 340, 353, 356, 369, 482, 487, 495, 547,
        576, 588, 623, 625, 634, 682.

  Arabien 15, 44, 399, 404, 428, 473, 474, 520, 521, 526, 530, 588,
        624, 630, 631.

  Aralli 521.

  Aral-See 578.

  Archonten 175.

  Arda-Viraf 199.

  Ares 127, 146, 250, 251, 255, 615, 661.

  Arezzo 559.

  Argon 447.

  Arimaspen 265, 266.

  Aristoteles 650.

  Arkadien 215, 233, 670.

  Armenien 16, 17, 19, 67, 87, 93, 392, 403, 526, 528, 547, 607.

  Armenios 666.

  Artaxerxes II. 175.

  Artemis 194.

  Artzes 424.

  Arzan 424.

  Arzan-al-Rum 424.

  Arzen 424.

  Asiy 540.

  Askalon 43, 52, 85, 103.

  Asklepios 76, 225, 229, 232, 238.

  Asowisches Meer 19, 417.

  Assarhaddon 167.

  Assos 145.

  Assuan 263, 391, 394, 527.

  Assur 261, 668.

  Assurbanipal 161, 165, 166.

  Assyrien 161, 164, 172, 388, 523, 528, 535, 553, 579.

  Astarte 164.

  Asturien 544.

  Atar 126, 173.

  Athen 160, 200, 529, 533, 575.

  Athene 195, 325, 532, 661.

  Äthiopien 52, 53, 101, 105, 263, 328, 341, 530, 610.

  Atlantis 120, 189, 212, 453.

  Atlas 532, 636.

  Atreus 232, 289.

  Attika 33, 120, 124, 271, 529.

  Attila 98.

  Augustus 190, 206, 249, 284, 330, 350, 518, 548, 567.

  Aurelianus 248, 291, 292.

  Automedon 288.

  Avala 601.

  Avaren 681.

  Azazael 312.

  Azoth 606.


  Baal von Doliche 615.

  Babylon 161, =164=-169, 180, 185, 186, 189, 210, 219, 221, 225,
        237, 246, 250, 252, 254, 256, 283, 325, 332, 397, 450, 521,
        531, 578, 630, 668.

  Babylonien 30, =161=, 271, 282, 340, 347, 388, 425, 527, 553,
        570, 621, 630, 666, 667.

  Bach 676.

  Baëtis 583.

  Bagavana 93.

  Bagdad 353, 380, 400, 411, 421, 604.

  Bahraïn 25.

  Bahram Gur 213.

  Baikalsee 578.

  Baktrien 306, 528, 530.

  Baldini 516.

  Balkan 545.

  Banka 588.

  Barbelo 243.

  Barbelos 27.

  Barcelona 464.

  Baruch 200, 310.

  Barygaza 587.

  Basel 573.

  Basra 369, 399.

  Bassorah 369.

  Bayern 75.

  Beelzebub 182.

  Beidri 597.

  Bel 164, 528.

  Belerion 585, 586.

  Belit 164.

  Bengalen 440, 588.

  Berbeloch 26, 27.

  Berenike 9.

  Beronika 116.

  Beryllier 19.

  Berzelaios 613.

  Berzelia 613.

  Berzelius 613.

  Bethlehem 674.

  Birma 440, 588.

  Birs-Nimrud 169, 170.

  Bodhisatva 253.

  Boghazkiöi 164, 247.

  Bogota 550.

  Bologna 555, 621.

  Boltan 403.

  Bonajuti 515.

  Bonn 512.

  Bonneville 558.

  Böotien 232, 233, 617.

  Borsippa 164, 165, 168, 169, 170, 668.

  Brahma 630.

  Brenda 562.

  Brendum 562.

  Brenner 567.

  Brénte 562.

  Brentésion 562.

  Brentium 562.

  Brentos 562.

  Breonda 562.

  Bretagne 583, 584.

  Brindisi 556, 562.

  Britannien 536, 545, 548, 557, 581, 583, 584, 586, 590.

  Brondisium 562.

  Brondusio 562.

  Brontaios 564.

  Bronte 563.

  Brontes 563.

  Brontesios 564.

  Brontinos 563.

  Brotinos 563.

  Brundisium 556, 562, 563.

  Bryaxis 191.

  Budasp 253.

  Buddha 253, 432, 442, 443, 454, 559, 570, 571, 622.

  Bulgaren 629.

  Burianus 411.

  Bur-Sin 541, 553, 574.

  Butast 253.

  Buto 178.

  Buxtehude 676.

  Byblos 179.

  Byzanz 349, 462, 465, 466, 470, 471, 474, 478, 488, 491.


  Cadix 417, 583.

  Caligula 284.

  Calläcia 273.

  Callaecien 583.

  Cambridge 40, 41, 298, 359, 388.

  Campanien 544, 556, 566, 567, 568.

  Canuria 24.

  Capua 556, 563, 568.

  Caracalla 291.

  Carl V. 505.

  Carthagena 575.

  Cäsar 518.

  Cassignatos 582.

  Cassiovelaunus 582.

  Castilien 498.

  Ceylon 399, 403, 408, 411, 413, 588, 624.

  Chalcedon 38, 571, 634.

  Chaldäer 161, 165, 174, 176, 205, 209, 212, 220, 221, 231, 235, 237,
        239, 241, 242, 248, 425.

  Chalkis 160, 543.

  Chalyber 615.

  Chalyps 615.

  Cham 294, 295, 301, 307, 308, 311.

  Chang-Tao-Ling 456.

  Charente 539, 546, 558.

  Charon 64, 664.

  Chattusil 612.

  Chem 295.

  Chemes 293, 294, 295, 304.

  Chêmî 294, 301, 307.

  Chemnitz 509.

  Chepre 177.

  Cheops 75, 610.

  Chetiter 163, 247, 348, 523.

  Chile 550.

  Chimes 293-296.

  China 256, 282, 392, 394, 399, 403, 404, 411, 413, 417, 418, 420,
        423, 443, 448, =449=, 525, 530, 536, 546, 558, 559, 564,
        565, 571, 589, 595, 605, 607, 622, 626, 630, 677, 680.

  Chios 12.

  Chlotar I. 566.

  Chnub s. Chnum.

  Chnubis 54, 60, 234, 302, 305, 335, 344.

  Chnum 54, 60, 85, 178, 196, 200, 234, 302, 305, 322, 335, 336, 631,
        663.

  Chnumu 55.

  Chnumum 234.

  Chnuphis 60, 234.

  Chorâsan 392, 403, 411, 530, 578, 624.

  Cornwall 584, 585.

  Chosi 241.

  Chosrau 213.

  Chosroës 212, 213.

  Chrat 339.

  Christus 198, 207, 209, 243, 247, 249, 251, 352, 497, 643, 668, 673,
        680.

  Christus-Seth-Typhon 576.

  Chronos 125, 146, 196, 241, 248, 251.

  Chrubal 241.

  Chryse 523.

  Chthotho 26.

  Chufu 533.

  Chumarawaih 411.

  Chung-Li-Küan 453.

  Chuzistan 355, 405.

  Chymes s. Chimes.

  Cilicien 145.

  Circe 661.

  Cobinam 593, 614.

  Confucius 622.

  Confutse 622.

  Constantin der Große 108, 208, 216, 273, 292, 525, 665.

  Cordova 407, 411, 465, 604.

  Cossa 515, 516.

  Courel 658.

  Cuba 534.

  Cumae 220.

  Cupra 549.

  Cycladen 522, 528, 553.

  Cypern 5, 7, 11, 12, 16, 20, 21, 23, 42, 44, 69, 77, 78, 83, 91, 92,
        99, 112, 145, 162, 195, 262, 270, 310, 346, 417, 419, 522, 528,
        540, 542, 543, 544, 548, 549, 551, 553, 554, 581, 583, 590,
        607, 616, 617.

  Cyrus 425.


  Dahschur 610.

  Daidalos 601, 603.

  Dalmatien 69, 116.

  Damaskus 355, 399, 411, 418, 614, 624.

  Damiette 645.

  Damindân 403.

  Damnameneus 618.

  Danaos 593.

  Dänemark 535, 536.

  Darada 440.

  Dardanos 328.

  Dardistan 266, 440.

  Darius 143, 266, 526, 530, 570.

  Dea Syria 256.

  Delas 554.

  Delhi 623.

  Delos 185, 524.

  Demawend 413, 576, 637.

  De Mély 658.

  Demeter 618, 670.

  Dendema 520.

  Denderah 205, 210, 226, 237, 267.

  Deus Lunus 252.

  Deutschland 473, 507.

  Dhar 624.

  Dhu Ihzan 625.

  Diana von Ephesos 618.

  Dilbat 164.

  Diokletian 104, 115, 191, 208, 270, 288-293, 624.

  Dionysos 124, 125, 127, 191, 269, 672.

  Donau 490, 558.

  Dosret 301.

  Drangiana 578.

  Dresden 510, 563, 600.

  Dschemschid 614.

  Duccio 515, 516.


  Ea 219, 246, 306, 521, 574.

  Eannatum 552.

  Eaû 192.

  Ebagia 70, 71.

  Ebeigia 70.

  Ebro 417.

  Echnin 26.

  Edessa 74, 252, 257.

  Edfu 55, 237, 263, 335.

  Eiresione 531.

  Eisack 628.

  Ekbatana 161, =169=, 170, 172, 213.

  Elba 543, 586, 620, 621.

  Elea 128, 129.

  Elektor 532.

  Elektra 532.

  Elektriden 536, 584, 586.

  Elektros 532.

  Elektryon 532.

  Elektryone 532.

  Elephantine 54, 71, 185.

  Eleusis 124, 670.

  Ellil 165, 169.

  Elsaß 607.

  Emesa 391.

  Eminiel 336.

  Emmaus 74.

  England 466, 505.

  Enlil 528.

  Entemena 528, 552.

  Ephesus 72, 122, 384, 554, 602, 618.

  Epidauros 233.

  Er 666.

  Erfurt 640.

  Erichthonios 529.

  Eridanos 536.

  Eridu 180, 521.

  Erlangen 512.

  Eros 125, 126, 129.

  Erytheia 583.

  Erzerum 424.

  Erzgebirge 629.

  Esne 178.

  Esra 308, 310.

  Eßlingen 646.

  Esthen 525, 629.

  Etek 570.

  Etrurien 524, 529, 533, 543, 555, 558, 567, 586, 621, 680.

  Etrusker s. Etrurien.

  Etymandros 578.

  Euagia 70, 71, 664.

  Euböa 543, 617.

  Eumenuthi 64, 335.

  Eumolpos 124.

  Euphrat 178, 208, 246, 541.

  Eva 99, 180, 192, 309.

  Evagia 70, 71.

  Ezechiel 252.


  Fabricius 556.

  Fars 349, 411.

  Faustus 224.

  Fayum 540.

  Feirefis 266.

  Felsina 555, 621.

  Ferghâna 403, 418, 527, 530, 548, 623.

  Feridun 614.

  Ferrara 484.

  Fez 429.

  Fichtelgebirge 629.

  Finnen s. Finnland.

  Finnland 525, 526, 546, 591, 607, 608, 629.

  Flora 325.

  Florenz 515.

  Folceiro 583.

  Frankreich 466, 470, 472, 473, 500, 505, 539, 545.

  Franz II. 511.

  Freyberg 598.

  Friedrich II. 465, 514, 620, 676.

  Friedrich der Große 511.

  Fustât 265.


  Gad 234.

  Gades 583.

  Galatien 4, 8, 12, 13, 24, 270.

  Galicia 600.

  Galizien 73, 273.

  Galla 403.

  Gallaecia 273, 583.

  Gallien 4, 524, 525, 529, 533, 535, 545, 576, 583, 584, 585, 590, 660
        (s. Frankreich).

  Gallicia 583.

  Gallizia 583.

  Gânah 417.

  Ganges 208.

  Ganzakh 213.

  Garonne 585.

  Gauri 438, 441.

  Gayomard 218, 526.

  Gazakos 212.

  Gebl-al-kohl 413.

  Genua 72, 590.

  Gerbert 464.

  Gerhardt 651.

  Germanen 525.

  Gezid 358.

  Gibil 521, 553.

  Gilgamesch 180.

  Giotto 515.

  Giovanni 231.

  Gizeh 610.

  Glaukos von Chios 619.

  Goa 589.

  Goliath 613.

  Gondisapûr 446, 677.

  Goslar 597, 598, 599, 600.

  Gotha 511.

  Granada 465.

  Guadalquivir 583.

  Guariento 515.

  Gudea 161, 164, 165, 168, 169, 171, 225, 541, 552, 575.


  Hadadmirari IV. 613.

  Hades 127.

  Hadrian 533.

  Hainhofer 562.

  Haithalia 620.

  Haïti 534.

  Haleb 400.

  Hallstadt 545, 556, 557, 626.

  Hamlet 603.

  Hammurabi 161, 162, 165, 521, 528, 541, 552, 613, 680.

  Hara 438, 441.

  Harmonia 232, 593.

  Harpokrates 339.

  Harrân 252, 253, 298, 356, 375.

  Harun Alraschid 258.

  Harut 311, 421, 673.

  Harz 679.

  Haschar 594.

  Hatschepsut 531, 631.

  Heinrich VI. 505.

  Heinrich VII. 506.

  Helena 224, 243, 532.

  Heliogabalus 248.

  Heliopolis 55, 192, 479.

  Helios 111, 126, 204, 248, 250, 323, 563, 667.

  -- Elektor 532.

  Hellen 65.

  Helmstädt 56.

  Henoch 56, 200, 221, 253, 257, 308, 309, 310, 311.

  Hephaistos 54, 89, 92, 325, 337, 563, 609, 618, 620.

  Hephaistos-Ptah 309.

  Hera 146, 549.

  Herakleia 524.

  Herakleios 103.

  Herakleopolis 71.

  Herakles 325, 358, 532, 554, 562, 582.

  Heraklius 103, 104, 212, 358.

  Herat 548.

  Herkules s. Herakles.

  Herlzel 358.

  Hermanubis 234.

  Hermas 230.

  Hermes 105, 149, 154, 157, 159, 194, 195, 198, 206, 218, =224=,
        225, 238, 244, 245, 248, 250, 253, 257-259, 282, 289, 302-304,
        309, 317, 320, 323, 325, 334-336, 343, 352, 371, 438, 447, 534,
        593, 607, 661, 664, 671, 676.

  Hermes I. 332.

  -- chthónios 146, 234, 317.

  -- Logios 224, 303.

  -- psychopómpos 149, 224, 317, 516.

  -- Sohn des Philippos 257.

  Hermes-Thot 302, 303, 309, 663.

  Hermes Trismegistos 212, =226=, 258, 670.

  Hermione 289.

  Hermochémios 302.

  Hermopolis 227.

  -- magna 234.

  Herodes 548.

  Hethiter s. Chetiter.

  Hildesheim 679.

  Hill 610.

  Hilmend 578.

  Hind 384.

  Hinterindien 408, 588, 596.

  Hiob 313.

  Hiskia 613, 632.

  Hissarlik 522.

  Hoang-Hi 451.

  Höhlental 539.

  Holland 598.

  Honorius 98.

  Hormahudhi 335.

  Hormanuthi 335.

  Hormisdas 534.

  Horos 63, 64, 94, 107, 282, 304, 305, 307, 309, 335, 336, 339, 340,
        348, 664.

  Horus 177-181, 251, 267, 612.

  Horus-Rê 177, 178.

  Hoscheng 547.

  Hottentotten 538.

  Hypatia 96.


  Iao 192, 226, 241, 245, 248.

  Iatros Apollon 187.

  Iberien 12, 578, 583.

  Ida-Gebirge 555, 618.

  Idris 253, 257, 371.

  Ikonium 400.

  Iktis 585.

  Illyrien 116, 518, 607, 627, 628.

  Ilmarinen 546.

  Imhotep 54, 76, 183, 229, 307, 337.

  Imuthes 76, 183, 229, 307, 337.

  Indien 15, 45, 112, 113, 124, 143, 153, 155, 157, 212, 235, 265, 266,
        282, 328, 353, 369, 379, 384-386, 401, 405, 408, 411, 414, 415,
        417, 420, 423, =429=, 454, 455, 459, 500, 525, 526, 530,
        532, 536, 546, 547, 559, 571, 587, 594, 595, 601, 605, 607,
        623, 624, 626, 630, 631, 660, 668, 675, 678, 681.

  Indisches Meer 587.

  Indogermanen 546, 559.

  Indra 247.

  Indus 529, 587.

  Inlil 521.

  Innsbruck 563, 600.

  Insulae Electrides 536.

  -- glaesariae 536.

  Irak 44, 253, 258, 283.

  Iran 172, 347, 578, 580, 667, 669, 671, 676, 677 (s. Persien).

  Iris 302, 342.

  Isaac Hollandus 506.

  Isaak 310.

  Isarkos 628.

  Isidor 67.

  Isis 67, 100, 105, 177, 179, 180, 191, 192, 214, 231, 234, 238, 282,
        300, 302, 304, 307, 309, 324, 339, 347, 348, 661, 664, 670, 672.

  Ispahan 404, 411, 417, 571, 576, 594, 635, 636, 637, 682.

  Israel 249.

  Istar 163, 164, 165, 221, 243.

  Istar-Nanai 165.

  Italien 32, 38, 42, 44, 68, 69, 92, 108, 124, 126, 205, 329, 463,
        465-467, 470, 472, 473, 481, 482, 487, 504, 544, 558, 621, 634,
        680.

  Ithaka 661.


  Jaffa 71.

  Jahweh 248.

  Jakob 249, 250, 310.

  Jakuten 607.

  Jaldabaoth 241.

  Jamnes 195, 664.

  Jane Stephens 507.

  Japan 455, 459, 461, 622, 630.

  Jarchas 212.

  Jaû 192.

  Java 403.

  Jehovah 192, 241.

  Jehu 578.

  Jemen 384, 399, 413, 419, 625.

  Jena 510.

  Jerusalem 213, 310, 333, 355, 567, 668.

  Jesus s. Christus.

  -- der Gott der Juden 237.

  -- Ammon 249.

  -- Anubis 249.

  -- Osiris Ammon 249.

  Jo 206.

  Johannes Evangelista 71.

  Joh. Isaac Hollandus 506.

  Johannes von Evagia 71.

  Johannes XXII. 504.

  Joppe 71.

  Josef 56, 308, 309, 311.

  Josua 613.

  Juden 46, 68, 78, 91, 153, 155, 185, 194, 230, 237, 249, 308-310,
        314, 322, 333, 495.

  Juliacum 573.

  Jülich 563.

  Juno 549.

  Jupiter 219, 234, 352, 500.

  -- Dolichenus 615.

  -- Ammon 642.

  -- Tonans 564.

  Justi 658.

  Jusuf 213, 428.

  Justinian 160, 285, 534.


  Kadesia 355.

  Kadmeia 593.

  Kadmillos 593.

  Kadmilos 232.

  Kadmos 142, 232, 554, 593.

  Kairo 265, 411, 419, 421, 464, 590, 604, 635, 672.

  Kakodaimon 234, 663.

  Kalaïs 69, 73, 273.

  Kalkan 283.

  Kallaïs s. Kalaïs.

  Kallias 283, 384.

  Kallinikos 478, 479.

  Kameph 234.

  Kamephis 234, 302, 335, 336.

  Kamillos 593.

  Kanopos 64, 281, 292, 335.

  Kanton 454.

  Kapila 432.

  Kapland 538.

  Kappadocien 9, 12, 75, 333, 530.

  Karien 593.

  Karkinos 323.

  Karl III. 464.

  Karl V. 550.

  Karl der Große 560, 566.

  Karmanien 528, 530, 548.

  Kärnthen 597, 598.

  Karpokratianer 2.

  Karrhae 252.

  Karthago 529, 533, 576, 583.

  Karun 299, 400.

  Kaschmir 440.

  Kasmos 232.

  Kaspischer See 578.

  Kassios 583.

  Kassmos 593.

  Katharina, hl. 325.

  Kaukasus 528, 535, 578, 607, 608, 614, 620.

  -- indischer 272.

  Kawe 614.

  Keftiu 540.

  Kei Kawus 213.

  Kelmis 618.

  Kelten 143, 525, 627, 628.

  Keltiberer 12, 607, 627.

  Kême 300, 301.

  Kêmi 301.

  Kepler 204.

  Kerberos 64.

  Kerman 405, 527, 530, 547, 571, 593, 614, 626.

  Khaldi 161, 165.

  Khalid 358.

  Khorsabad 168, 169, 170, 579, 613, 668.

  Ki 451.

  Kiang-han 589.

  Kiel 40.

  Kimâs 541.

  Kimolos 8, 13, 20, 93, 523.

  Kirman 594, 681.

  Kisch 541, 552.

  Kition 145.

  Kitzbüchel 545.

  Kiwan 392.

  Klazomenai 131.

  Kleinasien 38, 44, 103, 120, 124, 125, 162, 164, 185, 187, 235,
        246-248, 270, 523, 531, 543, 547, 554, 571, 575, 581, 590,
        615-617, 678.

  Kleopatra (Königin) 51.

  Kmeph 335, 336.

  Kneph 305, 663.

  Knossos 522, 541, 553.

  Knuph 305, 327, 344.

  Knuphis 234.

  Koban 535, 615, 630.

  Kolchis 283, 289, 384, 526, 602, 617, 681.

  Köln 490, 491, 507, 566.

  Kolophon 128.

  Kongo 579.

  Konstantinopel 104, 109, 110, 325, 340, 464, 479, 563, 590.

  Kopten 357.

  Koptos 38, 73, 263, 295, 634.

  Korah 299, 400.

  Kore 670.

  Koryum 542.

  Kremnoi 19.

  Kreta 124, 270, 349, 411, 522, 532, 540-545, 553, 554, 557, 562, 581,
        582, 617, 618.

  Kreuznach 508.

  Krim 19.

  Krimnoi 19.

  Kronos 125, 127, 146, 196, 241, 242, 248, 250, 251, 354, 674.

  Kronos-Mithras 251.

  Krösus 619.

  Kroton 126, 127.

  Ktetoel 182.

  Kuban 295.

  Kuft 263.

  Kuhistân 404.

  Kûlam 411.

  Kurna 601.

  Kusch 263.

  Kwang-si 457.

  Kypris 549.

  Kyranos 233.

  Kyrene 96, 233, 523.

  Kyros 161, 166, 173.


  Lagasch 161, 168, 528.

  Lar 447.

  La Tène 556, 626.

  Lauingen 490.

  Laurion 529.

  Lavoisier 651, 657.

  Leiden 1.

  Lemnos 93, 620.

  Leo IV. 566.

  Leo X. 505.

  Letten 525.

  Libanon 572, 612.

  Libyen 69.

  Ligurien 535, 536, 585.

  Lindos 532.

  Lingurer 384.

  Loire 585.

  London 40, 41, 73, 298, 359, 388.

  Lorenzetti 515, 516.

  Lotapes 195.

  Lucca 467.

  Ludwig der Heilige 492.

  Lugal 541, 552.

  Lusitanien 583, 586.

  Luther 598.

  Lüttich 629.

  Lydien 143, 264, 524, 525, 530-533.

  Lykien 620.

  Lykopolis 71.

  Lyon 245.


  Mäander 621, 659.

  Maas 573.

  Madeira 315.

  Madoya 358.

  Madubriga 575.

  Mafek 262.

  Magelhaës 448.

  Magellan 448.

  Maghreb 420, 428, 527, 548, 626, 637.

  Magnes 65.

  Magnesia 28, 38, 337, 621, 659.

  Magog 417.

  Mahmud von Ghazna 435.

  Mailand 646.

  Majorka 576, 590.

  Malabar 411, 446.

  Malaga 412, 636.

  Malakka 399, 403, 408, 411, 588, 596.

  Malayen 623.

  Malayische Inseln 588.

  Mambres 664.

  Mandäer 218, 220, 252, =258=, 340, 375.

  Mani 260, 671.

  Manichaios 337.

  Manichäer 201, 205, 230, 258, 292, 338, 454.

  Marduk 165, 168, 192, 221, 521, 522.

  Maria 503.

  Maria, hl. 182, 198, 325, 499.

  Marc Aurel 290.

  Marchasch 388.

  Margad 388.

  Markata 388.

  Markosier 2.

  Marokko 428, 681.

  Mars 325, 514.

  Marseille 585.

  Marut 311, 421, 673.

  Massalia 585.

  Massilia 585.

  Mayas 674.

  Mazda-Ahura 173.

  Mazedonien 92, 419, 523, 621.

  Medien 161, 172.

  Megalopolis 233.

  Melkart 584.

  Melos 33, 271, 523, 554.

  Melucha 521.

  Memphis 31, 54, 57, 75, 77, 85, 178, 258, 267, 273, 279, 331, 332,
        397.

  Mendaïten 252.

  Mendes 30.

  Menelaos 531.

  Mentes 543, 616.

  Menuthis 64.

  Merkur 194, 227, 257, 258, 320, 336, 352, 397, 498, 499, 500, 516,
        607, 670, 676.

  Mesopotamien 252, 257, 258, 355.

  Mesraïm 294.

  Messapier 562.

  Messina 481.

  Mestrem 294, 307, 311.

  Metapont 126.

  Mexiko 167, 453, 519, 537, 539, 550, 607, 630.

  Miach 26.

  Michael (Kaiser) 566.

  Michna 481.

  Midacritus 584.

  Midas 575, 581.

  Midian 579.

  Milet 121, 122, 664, 672.

  Milo 32.

  Mimir 609.

  Min 295.

  Minos 553.

  Miretto 515, 516.

  Mirjam 310.

  Misr 397.

  Mississippi 535.

  Mithras 82, 125, 175, 178, 184, 218, 226, 239, 245-=247=, 282,
        309, 323, 337, 346, 348, 516, 672, 673.

  Mitterberg 545.

  Mizraïm 294.

  Molybdána 575, 577.

  Molybdíne 575, 577.

  Mondsee 545.

  Mongolen 253.

  Montpellier 500.

  Möris 65.

  Mörissee 65.

  Moscher 615.

  Moses 56, 194, 195, 212, 308-310, 397, 400, 664.

  Mossul 559.

  Mossynöken 142, 571, 592, 615.

  Muawija 358.

  Muhammed 200, 355, 428, 526, 635, 682.

  Muktadir 411.

  Munichunaphor 241.

  Muqattam 265.

  Murianus 411.

  Musaios 61, 124.

  Mykene 523, 533, 535, 543, 554, 616.


  Naassener 214, 231, 266.

  Nabo 165.

  Nabu 168, 221.

  Nabonassar 165.

  Naramsin 528.

  Narbonne 585.

  Neapel 288.

  Nebo 165.

  Nebrod 294.

  Nebu 259.

  Nebukadnezar II. 161, 169, 171, 531, 553, 614.

  Nechbet 178.

  Nechepso 56.

  Neilos 304.

  Neith 200.

  Nepera 179.

  Nergal 165, 221.

  Nero 207, 234, 249, 290, 327, 537.

  Nestis 130.

  Neuenburger See 589, 626, 630.

  Neuguinea 538.

  Nigeria 579.

  Nikäa 36, 91.

  Nikephoros Blemmydes 110.

  Nikobaren 413.

  Nikophora 116.

  Nikopolis 74.

  Nil 100, 179, 180, 206, 208, 263, 265, 304, 305, 306, 345, 373,
        391, 408, 417, 579, 610.

  Nimrod 176, 283, 294.

  Ningischzida 225.

  Ninib 165, 219, 221.

  Ninive 161, 170, 172, 564.

  Nippur 521, 528.

  Noah 62, 294, 308, 311.

  Nordsee 537.

  Norwegen 629.

  Nubien 263, 265, 295, 520, 530, 540, 610.

  Numa 524.

  Nun 178, 200, 322, 324.

  Nürnberg 509, 599.


  Oannes 246, 521.

  Oberägypten 15, 65, 75.

  Oberer See 537, 538.

  Oedipus 96.

  Ofen 675.

  Oestrymnische Inseln 584.

  Olympias 555, 563.

  Oman 625.

  Ombo 263.

  Ophir 510.

  Ophiuchos 60, 99, 305, 323.

  Oreios 572.

  Orimuth 241.

  Orissa 624.

  Ormanuthi 64.

  Ormuzd 174, 178, 242, 248.

  Orpheus 61, 124, =203=, 207, 257, 334.

  Orso Patritiaco 566.

  Oserapis 192.

  Osirapis 191.

  Osiridor 66.

  Osron 95.

  Osiris 61, 66, 100, 178, =179=, 180, 191, 192, 249, 282,
        300-306, 309, 322, 326, 335, 336, 344, 345, 574, 575, 612, 672.

  -- der Apis 192.

  Osismier 584.

  Osor-Hapi 192.

  Ostafrika 538, 572, 624, 631, 632.

  Ostanes 333.

  Ostpreußen 535, 537.

  Ostrymnier 584.

  Ostsee 537.

  Otto II. 467.

  Otto III. 467.

  Oviedo 544.

  Oxus 408.


  Pa-anch 587.

  Pabapnidos 331.

  Pachrates 339.

  Padua 31, 515.

  Paktolos 531.

  Palästina 18, 93, 156, 287, 607, 612, 613, 632.

  Palermo 400.

  Pampelona 358.

  Pan 65, 196, 225, 234, 245, 246, 304, 322, 323, 325, 343, 346.

  Panchaia 523, 587.

  Pandora 506.

  Pangaios 523.

  Pankrates 339.

  Pannonien 567.

  Panopolis 75.

  Para 596.

  Parada 440.

  Paris 72, 340, 491, 500, 566, 648.

  Paropamisus 578, 608.

  Parsua 161, 172.

  Passau 508.

  Paulinus von Nola 566, 567.

  Paulus 247, 507.

  Peisistratiden 124.

  Pendschab 624.

  Pen-en-ka 587.

  Pennestain 584.

  Penstain 584.

  Pepi I. 266, 540.

  Pergamon 369.

  Persien 44, 69, 95, 97, 110-113, 161, =172=, 183, 189, 199, 212,
        218, 220-223, 230, 233, 237, 238, 241-243, 248-251, 257, 266,
        273, 282, 296, 299, 300, 317, 323, 332, 333, 348, 355, 363,
        369, 370, 382, 384, 387, 399, 403, 408, 411, 413, 417-420, 424,
        425, 431, 446, 447, 526, 527, 530, 547, 559, 564, 570, 576,
        578, 588, 590, 593-596, 600, 603, 607, 614, 624, 626, 634-636,
        681 (s. Iran).

  Peru 519, 550, 607, 630.

  Perugia 515.

  Perugino 515, 516.

  Petrus, hl. 223, 325.

  Pfuel 511.

  Phaëthon 536.

  Phanes 125, 178, 201, 223, 246, 316, 317, 533.

  Pheronike 116.

  Philipp II. 562.

  Phönizien 23, 24, 270, 282, 523, 529, 535, 543, 544, 557, 576,
        580-583, 607, 616, 680.

  Phoenix-Osiris 181.

  Phokis 128.

  Phrygien 33, 90, 92, 125, 195, 231, 259, 271, 523, 575, 581, 617, 618.

  Physis 196.

  Pisano 515.

  Pitsew 631.

  Pius 195.

  Plotina 633.

  Plumbaria 575.

  Plumbarii 575.

  Pluton 191, 192, 223.

  Po 535, 536, 544, 585, 586, 590, 621.

  Poëmander 680.

  Poimandres 201, =231=, 337.

  Point de Galles 403, 588.

  Pompeji 184.

  Pontevedra 583.

  Pontus 607.

  Populonia 586.

  Porsenna 621.

  Portugal 583.

  Priamos 522.

  Provence 465, 482, 500, 590.

  Psyche 199, 259, 260, 340, 671.

  Ptah 54, 60, 89, 92, 111, 178, 211, 234, 267, 307, 325, 337, 609.

  Ptolemais 96, 395.

  Ptolemaeus I. 192, 679.

  -- Euergetes 155.

  -- Lagi 155.

  -- Philadelphos 155.

  -- Soter 191.

  Punt 520, 531, 631.

  Purpur 278.

  Pyrenäen 585.


  Qalah 399, 403, 408, 411, 423, 588.

  Qesi 612.


  Raffael 515, 516.

  Ramman 563.

  Ramses II. 541, 612, 616.

  Ramses III. 295, 570, 574, 580, 631.

  Rauris 598.

  Ray 576, 636.

  Rê 63, 65, 177, 226, 268.

  Regensburg 490.

  Reichenau 470.

  Resain 355.

  Rhein 535, 545, 558, 585.

  Rhodus 75, 145, 617.

  Rhoikos 554.

  Rhône 535, 558, 585.

  Richard II. 565.

  Rimini 515.

  Rin-Sin 541.

  Rîschʾaïnâ 355.

  Rom 5, 74, 185, 191, 207, 213, 226, 291, 472, 516, 524, 529, 533,
        564, 621, 669.

  Rotes Meer 263, 417, 572, 579, 587, 610, 633.

  Rudra 224.

  Ruelle 648, 654, 658.

  Rûm 299, 398, 399.

  Rustem 578.


  Saalburg 577.

  Saba 46, 252, 363.

  Sabäer 252.

  Sabazios 125, 237.

  Sahure 540.

  Saïs 5, 25, 46.

  Saithalia 620.

  Sakus 523.

  Salamanca 464, 465.

  Salerno 560, 606, 638.

  Salmanassar III. 578.

  Salmanas der Perser 109.

  Salmoneus 109, 666.

  Salomon 111, 156, 222, 265, 308-311, 383, 423, 503, 510, 554, 613,
        625, 673.

  Salzburg 668.

  Samarkand 403, 624.

  Samas 163, 175, 221, 248.

  Samos 33, 93, 123, 129, 554.

  Samothrake 328, 593, 617, 618.

  Samuel 613.

  Sandum 26.

  Sanherib 613, 632.

  Sankhara 530.

  Saône 585.

  Sapor 417.

  Sarapsî 192.

  Sardan 403.

  Sardanapal 161, 165, 166.

  Sardes 531, 532.

  Sardinien 20, 116, 523, 529.

  Sargon I. 162, 165, 180, 521, 528.

  Sargon II. 161, 170, 613.

  Sassaniden 199.

  Saturn 125, 227, 234, 241, 251, 326, 392, 534.

  Schaburan 399.

  Schahrewar 218, 251, 407, 547.

  Schifanoja 515.

  Schi-Hoang-Ti 449, 453.

  Schlettstadt 470.

  Schminkhorn 313.

  Schwarzes Meer 306, 571.

  Schweden 628.

  Scilly-Inseln 584.

  Sebennytischer Gau 20.

  Sehfeld 511.

  Seine 585.

  Selene 64, 243, 250, 252, 253.

  Seleucia 662.

  Selman al Farisi 666.

  Senacharib 613, 632.

  Sen-Hapi 191.

  Senkhera 631.

  Sens 566.

  Septimius Severus 207, 248, 514.

  Serapis 96, 191, 192, 245, 282, 304, 360.

  Serbien 601.

  Seriphos 523, 617.

  Sesostris I. 191.

  Sesostris II. 631.

  Seth 63, 66, 179, 181, 257, 258, 301, 308, 311, 611, 612.

  Sethlans 620.

  Severus Alexander 74, 207, 248, 291.

  Sevilla 209, 407, 409, 464, 465.

  Sibirien 537.

  Sidschistan 399.

  Siena 231, 515.

  Sierra Morena 411, 529, 544.

  Silleiro 583.

  Simon Magus 223, 243.

  Sin 163, 171, 221, 252, 254, 528.

  Sinai 69, 262, 273, 539, 540, 570, 610.

  Sind 384, 401, 571.

  Sinear 521, 527, 541, 578.

  Singarid 541.

  Sinope 8, 18, 23, 28, 87, 191, 192, 271.

  Siphnos 523.

  Sipylos 531, 621, 659.

  Sisapo 601.

  Sisyphus 109.

  Siut 428.

  Siva 437, 438, 440, 441, 442, 447.

  Sizilien 20, 124, 404, 463, 465, 482, 523, 537, 554, 576, 605.

  Skandinavien 545, 548.

  Skythes 554.

  Skythien 16, 17, 33, 83, 529.

  Skythos 143.

  Slaven 525.

  Sofala 520.

  Sokotora 587.

  Soloi 145.

  Solon 257.

  Somali 531.

  Sophar 66.

  Sophia 243.

  Spanien 73, 90, 91, 92, 111, 273, 283, 353, 380, 384, 405, 406,
        411-413, 416, 462, 463, 465, 474, 482, 489, 490, 494, 497, 523,
        525, 529, 544, 558, 576, 582, 586, 601, 602, 634, 635, 636, 637.

  Sparta 575, 617, 618.

  Sponheim 508.

  Ssabi ben Hermes 258.

  Ssabier 216, 228, 231, =252=, 260, 304, 322, 332, 335, 356, 375,
        407, 415, 514, 634.

  Sterope 563.

  Stilbons 516.

  Stockholm 1.

  Stolberg 573, 574.

  Stramon 500.

  Straßburg 607.

  Styx 215.

  Südamerika 519.

  Sudan 610.

  Suleikha 213, 428.

  Sumalailu 522.

  Sumatra 403, 413.

  Sumerer =162=-164, 169, 521, 527, 541, 552, 574, 579, 613.

  Susa 547.

  Syene 234.

  Sylvester 464.

  Syrien 21, 41, 44, 85, 92, 137, 145, 160, 188, 190, 233, 234, 236,
        252, 256, 257, 287, 296-300, 340, 355, 369, 382, 388, 394, 479,
        495, 523, 528, 541, 547, 552, 612, 613, 616, 617, 624, 626,
        631, 632, 645, 677, 678, 681.

  Syros 528.


  Talenti 515.

  Talikan 678.

  Tamerlan 624.

  Tammuz 254.

  Tänaron 617.

  Tanger 429.

  Tannéry 651.

  Tarim 578.

  Tarpetanuph 241.

  Tarschisch 583, 601.

  Tartessos 544, 575, 582, 583.

  Tat 229.

  Taunus 587.

  Tauriner 585.

  Teheran 636.

  Tehuti 225.

  Tell-el-Amarna 540.

  Telloh 528, 541, 552, 629.

  Temesa 543.

  Temese 616, 617.

  Temesos 543.

  Teniers 516.

  Tentyra 304.

  Terenuthis 307.

  Teschub 615.

  Thasos 523, 529.

  Thebais 71, 75.

  Theben 1, 33, 532, 554, 593, 662.

  Thekla, hl. 662.

  Theodoros 554.

  -- von Samos 619.

  Theodosius 95, 281, 293.

  Theophano 467.

  Theosebeia 75, 89, 293, 337.

  Thera 349, 523.

  Thessalien 25, 659.

  Thessalonike 195.

  Thiniten 176, 182.

  Thoas 523.

  Thade 658.

  Thomas 240.

  Thomson 658.

  Thot 54, 55, 60, 64, 154, 177, 179-181, 183, 211, =225=, 226,
        228, 229, 234, 238, 245, 282, 323, 335, 338, 339, 663.

  Thrazien 8, 44, 77, 92, 124, 195, 310, 346, 523, 529.

  Thurioi 125.

  Thurios 351.

  Thutia 71.

  Thutmosis III. 261, 520, 530, 540, 574, 612, 631.

  Thyestes 289.

  Tiamat 259.

  Tibarener 615.

  Tibet 266, =429=, 438, 442, 444, 623.

  Tiflis 615, 630.

  Tiglatpileser I. 161, 680.

  Tiglatpileser IV. 161.

  Tigris 218, 424, 446, 528.

  Tirol 598, 668.

  Tiryns 262, 554.

  Tmolos 531, 591, 592, 593.

  Toledo 409, 464, 465, 679.

  Tolosa 585.

  Tomi 18.

  Tonitrator 564.

  Toscana 473.

  Toulouse 585.

  Trajan 290, 633.

  Transoxanien 403, 404, 413, 527, 530, 548, 576, 578, 626.

  Trier 292.

  Trimalchio 207.

  Troas 145, 591.

  Troja 120, 328, 522, 528, 531, 542, 554, 570, 575, 581, 616.

  Tryphon 185.

  Tschinanfu 622.

  Tschuden 521, 526, 529, 530, 559, 680.

  Tubal 615.

  Tungusen 607.

  Tunis 419, 429.

  Turan 608.

  Turfan 258.

  Türken 681.

  Turkestan 258, 434, 454, 578.

  Tûs 403.

  Tuscien 473.

  Tuthia 71.

  Typhon 63, 304, 305, 325, 326, 611.

  Typhon-Seth 576.

  Tiryns 616.

  Tyros 160.

  Tyrrhenien 14.

  Tyrus 23, 586.


  Uiguren 673.

  Unas 610.

  Ungarn 545.

  Unterägypten 65.

  Upsala 2.

  Ur 252, 259, 541, 553.

  Ural 526, 537, 546, 578.

  Uranos 227.

  Urbino 350.

  Urnia 552.

  Uroboros 51, 60, 62, 81, 100, 105, 305, 323, 360, 665.

  Utarid 257, 258.


  Vahraran 213.

  Valentinian I. 293.

  Van’t Hoff 658.

  Varuna 247.

  Vasari 658.

  Vasco de Gama 538.

  Venedig 32, 117, 340, 504, 515, 565, 590, 639, 648.

  Veneter 628.

  Venus 499, 514.

  -- barbata 200, 667.

  Veronika 116.

  Vespasian 190.

  Viducassis 582.

  Viktis 585.

  Villanova 555, 621.

  Vorderindien 587, 595.

  Vulcan 533, 609, 620.

  Vyali 444.


  Wadi Allaki 263, 520, 605.

  -- ʿOllâki 263, 520, 605.

  -- Maghâra 262, 539.

  Wan-See 403.

  Wassermann 219.

  Westafrika 550.

  Wieland der Schmied 628.

  Wien 353.

  Wight 585.

  Wollishofen 537.

  Wu-Ti 458.


  Xerxes 66, 333.

  Xiphilinos 109.


  Yezd 593.

  Yo-Fu-Ku 455.

  Yü 558, 589.

  Yumlö 623.


  Zaguel 26, 27.

  Zarathustra s. Zoroaster.

  Zebaoth 245.

  Zervan 125, 196, 248, 251, 316.

  Zeus 125-127, 146, 191, 192, 218, 225, 234, 248, 250, 303, 316, 325,
        350, 523, 534, 672, 674.

  -- Brontos 564.

  Zoroaster 60, 66, 172, 176, 253, 294, 337, 578.

  Zoser 54, 337.

  Zuhal 428.

  Züricher See 589.




IV.

Sachregister.


  Abar 170.

  abâru 574, 575.

  Abbasiden 356, 421.

  Abendstern s. Morgen- und Abendstern.

  Aberglaube 192, 208, 235, 240, 290, 333, 451, 452.

  Abracadabra 245.

  Abraxas 74.

  -- -Gemmen 246.

  Absinthium 325.

  Abyssos 240, 323, 327, 338, 344.

  Abzugsrohr 48, 85.

  Achat 392, 443.

  Achtmonat-Kind 75.

  Adamas 137, 617.

  Adiantum 232.

  Adler 214, 223.

  Adlerstein 201.

  Adular 441.

  Aeizoos 14, 232.

  aeramen 468, 549.

  aerarium 544.

  Aerit 214.

  aes 475, 491, 548.

  -- brundusinum 562.

  -- brunum 560.

  -- cupreum 549.

  -- cypreum 549.

  -- cyprinum 549.

  -- cyprium 549, 562.

  -- hepatizon 555.

  -- italicum 481.

  -- luteum 573.

  -- rude 544.

  Aether 125-130, 133, 135, 136, 141, 148, 149, 153-157, 160, 196, 197,
        316-319, 321, 372, 422, 431-433, 480, 667.

  Aftâb 676.

  affinitas 491.

  Affinität 36, 39, 94, 97, 491.

  Affronitron 474.

  Agaricus campestris 453.

  Aglaophotis 232.

  Ahan 420.

  Ähre 220.

  aitîr 422.

  Aitruad 638.

  aiz 548.

  âkâça 431, 432.

  Akantha 24.

  Aktiv und Passiv 140, 153, 154, 160, 316, 318, 342, 372, 381, 407,
        488.

  Akzidentien 402, 418.

  Alabaster 15, 170, 523, 630.

  Alabastron 44, 47, 632.

  Alanbiq 404.

  Alardir 588.

  Alatâl 401, 404 (s. Aludel).

  Alaun 5, 7-10, 12-24, 26, 32, 33, 42, 44, 70, 73, 92, 114, 353, 368,
        373, 375, 377, 384, 389-392, 395, 401, 413, 414, 437, 440, 441,
        446, 459, 460, 469, 473, 476, 487, 488, 491, 518, 592, 645.

  -- römischer 114, 116.

  -- rundlicher 47, 83.

  Alaunschiefer 441.

  Alaunstein 592.

  Alaun, weißer 102.

  Albaurach 358.

  Alchemistische Zeichen u. Symbole =347=.

  Alchofol 369.

  Alckimia 679.

  Alcofol 369.

  Alcalai 588.

  Alchymia 359.

  aldhakar 409.

  alembicum 480, 492.

  Alembik 387, 668.

  Algalai 588.

  Alhadîd alsînî 404.

  Aliksîr 43, 379, 418, 419 (s. Elixir).

  Alizari 21.

  Alizarin 21.

  Alkahest 86.

  Alkali 116, 117, 368, 369, 391, 401, 415, 416, 484, 487.

  Alkamia 288.

  Alkanna 9, 18, 19, 21-24, 270, 399.

  Alkanthus 491.

  Alkalir 588.

  Alkardir 588.

  al Keter 532.

  Alkimia 297, 485.

  Alkîmijâ 418.

  Alkitran 478, 484.

  Alkofol 491.

  Alkohol 472, 480, 492, 494, 640 (s. Weingeist).

  Alkool 484.

  Alloiosis 52, 77, 79, 128, 129, 132, 138, 140, 141, 147, 148, 158,
        314, 315, 342, 344, 673.

  Allegorie 236.

  Allegorik 146, 151, 155, 156, 160.

  Allgeist 230.

  Allium nigrum 325.

  Almagra 359.

  Almirrika 255.

  Almizadir 358, 369, 484.

  Almohaden 428.

  Almuschtari 255.

  Alnûschâdir 484.

  Aloe 379, 403, 600.

  Aloeharz 467.

  Alphabet 138, 351.

  Alqalai 588.

  Alqalijj 403.

  Alqamar 255.

  alqarʾ 410.

  Alqara 404.

  Alraun 82.

  Alschams 255.

  altun 526.

  Aludel 50, 88, 361, 394, 401, 404, 663.

  Alumen scaiolae 484.

  Alutal 50 (s. Aludel).

  Alutel 369, 492 (s. Aludel).

  alwas 577.

  Alzebric 359.

  Alzuhra 255.

  Amalgam 5, 6, 8, 78, 130, 132, 359, 437, 439, 440, 468, 471, 473,
        602, 665.

  Amaranth 22.

  Amaurosis 12.

  Ambix 10, 48, 67, 83, 85, 114, 115, 344, 401, 404, 663.

  Amblag 112.

  Amboß 218, 259.

  Ambra 379, 413.

  Ambrosia 444.

  Ameise 101, 265, 266, 309, 383, 524.

  Ameisen, goldgrabende 101.

  Amesa Spenta 173.

  Amethyst 18, 35, 387, 399, 518.

  Amianton 395.

  Ammoniak-Harz 357.

  Amomum 665.

  amor aquae 469.

  Ampelitis 63.

  Amphidanes 386.

  Ampulla 475.

  Amrita 440, 444, 445.

  Amulett 91, 246, 334, 430, 532, 601, 622.

  Anagallis 14, 214.

  ânak 578.

  Anaki 170.

  anaku 579.

  Ananke 131, 151, 219.

  Anbiq 401.

  Anchusa 9, 18, 103, 113, 270, 633, 644.

  Andaine 614.

  Andoine 614.

  Androdámas 327, 359, 384.

  androgyn 164, 165, 215, 218, 232, 252, 254, 259.

  Androklástes 327.

  Andun 614, 615.

  anna 553, 579.

  Anstrich 3.

  Anthemis 643.

  Anthemon 643.

  Anthos 78.

  Anthracit 12.

  Anthrax 11, 12, 21, 283.

  antimio di damia 469, 645.

  Antimion 643.

  Antimnion 643.

  Antimon 39, 43, 44, 47, 68, 116, 303, 354, 376, 377, 392, 393, 413,
        417, 418, 423, 439, 440, 508, 520, 553, 558, 559, 598, 599,
        =629=, 682.

  Antimon-Blei 630.

  Antimon-Bronze 393, 630, 636.

  Antimonglanz 201, 384, 386, 392, 404, 405, 413, 423, 434, 435, 439,
        440, 629, 630, 636, 637.

  Antimonium 481, 638, 641, 642.

  Antimonos 645.

  Antimon, metallisches 35, 38, 369, 629, 634, 639.

  Antimonoxyd 460.

  Antimon, spanisches 390.

  Antimonsulfid 42, 47, 102, 377, 393, 527, 629.

  Antipathie 28, 313, 325, 329.

  Antiperistasis 145, 316, 318.

  anûk 403, 410, 417.

  Aphrodite 95, 137, 155, 188, 200, 204, 209, 217, 232, 240, 322, 350,
        351, 371, 374, 375, 376, 405, 408, 661, 676.

  Aphronitron 9, 13, 102, 469, 474, 476.

  Aphroselinon 32, 33, 74, 113, 387.

  Apis 191.

  Apokryphen 193, 194.

  Apollon 155.

  aqua acuta 393.

  -- alkimiae 485.

  -- ardens 480.

  -- fortis 393.

  -- vitae 489.

  Arabischer Gummi 7, 43.

  Aräometer 96, 471.

  araq 418.

  Arbeitssilber 12.

  archal 573.

  Archiater 269.

  Archiereus 64, 71, 268.

  Architekt 269.

  Archimia 679.

  Archon 175, 214, 240, 241, 243, 671.

  Ares 95, 137, 155, 200, 204, 217, 218, 232, 240, 350, 351, 371, 374,
        375, 405, 408, 421, 661.

  argat 529.

  argent 530.

  argento 530.

  Argyritis 575.

  Argyrolith 33.

  Arkan 359, 508.

  Arkân 372.

  Arko 574.

  Arren 99 (s. Arsen).

  Arsen 33, 35, 36, 40, 43, 44, 47-53, 59-69, 81, 82, 84, 89-92, 97,
        108, 129, 326, 327, 342, 345, 354, 359, 361, 366, 368, 376-379,
        384, 387, 388-392, 395, 401, 405, 409, 411, 413-417, 420, 436,
        439, 459, 488, 491, 539, 540, 546, 547, 553, 558, 559, 598,
        634, 641, 678.

  -- gelbes 33, 36, 97, 101, 424.

  Arsenigsäure 5, 24, 28, 39, 42, 47, 52, 69, 75, 82, 83, 84, 86, 102,
        345, 384, 390-394, 401, 404, 405, 410, 416, 419, 645.

  Arsenikon 23, 32, 33, 52, 63, 101, 102, 103, 105 (s. Arsen).

  -- weißes, s. Arsenigsäure.

  Arsenikum 587.

  Arsenkupfer 592.

  Arsen-Legierung 592.

  Arsen, männliches 390.

  -- metallisches 35, 39, 41, 82-84, 92, 345, 346, 393, 592.

  -- persisches 44.

  Arsen-Persulfid 42.

  Arsen, rotes 36.

  Arsensulfid 377.

  -- gelbes 42.

  -- rotes 42.

  Artabe 101, 666.

  Artemisia 325.

  arud 559.

  Arum 7.

  aruz 559.

  Asbest 9, 35, 87, 395, 399, 418.

  Asche 105, 390, 393.

  -- der ~Maria~ 100.

  Aschenbad 40, 48, 50, 114, 115.

  Aschenlauge 20, 22.

  Aschenwasser 23.

  Asche, schwarze 79.

  Asem 4-9, 11, 33, 34, 40, 45, 79, 90, 91, 101, 277, 305, 331, 389,
        401, 404, 530.

  Asemon 4.

  Asemu 4, 264, 530.

  Asinat 641.

  Askese, kultische 667.

  Asphalt 5, 12, 93, 377, 379, 413, 479.

  Asphodill 20.

  Astrologie 57, 66, 95, 103, 120, =151=, 153, 159, 165-167, 173,
        174, 181-183, 188, 193, 195, =202=, 209, 212, 221, 239,
        255, 258, 279, 290, 310, 312, 313, 321, 322, 329, 332, 349,
        365, 383, 402, 407, 419, 421, 422, 450, 489, 494, 497, 498,
        503, 507, 514, 515, 519, 664, 666, 669, 676, 678.

  Astrologen 282, 286.

  Astrologische Medizin 233.

  Astronomie 448, 667.

  Atar 126, 173, 175, 316.

  Athâl 394, 663.

  Athanasía 324, 668.

  Athanor 369.

  atîr 422.

  Atmed 635.

  Athmid 646.

  Atome 133, 134, 371, 433.

  Atomistik 402, 433.

  Atrament 271, 476, 660.

  Attincar 484.

  Ätzkalk 346, 360, 390, 467, 479.

  Ätznatron 39, 83, 87, 114, 434.

  Auferstehung 52, 67, 86, 159, 222, 249, 287, 321, 322, 338, 344, 367,
        509.

  Auflösung der Form 143.

  Auge des Herrn 325.

  -- -- Thyphon 325.

  -- Gottes 339.

  Augenschminke 312.

  aura seminalis 150, 317.

  Aurichalcum 475, 491, 572.

  aurifolium 109.

  aurileguli 518.

  auri nodus 272.

  Auripetrum 466, 473.

  auripetula 474.

  Auripigment 7, 8, 10, 23, 33, 34, 36, 39, 41, 75, 93, 97, 102, 277,
        284, 345, 368, 375, 387, 390, 392, 403, 405, 410, 413, 424,
        435, 439, 440-443, 457, 458, 465, 466, 468, 470-475, 678.

  Aussatz 13.

  Aussätzige 324.

  Aussüßen 86.

  Autoritäten =490=.

  ayah 548, 614.

  ayas 546, 548, 628.

  azenzar 407, 484.

  Azmat 384.

  Azoc 359.

  azogue 606.

  Azur 467, 484.


  Backofen 115.

  Bahrâm 374, 676.

  bain Marie 50.

  Balneum Mariae 50.

  balag 546.

  Balsam 18.

  Balsamöl 22.

  Bambu 15, 441.

  Bang 411.

  Bär 214, 223.

  -- großer 168.

  -- kleiner 168.

  Barabas 474, 476.

  baradsch 561.

  Barbelo-Gnostiker 27.

  barnidz 561.

  Barud 365, 394.

  barza 613.

  barzel 613.

  barzil 613.

  barzillu 613.

  Basalt 92, 306, 551.

  Basilisk 474.

  Bauholz 134.

  Baum mit 7 Zweigen 220.

  Baumwolle 23, 116, 378.

  Baumwollmagnet 387, 415.

  Baurac 357, 369.

  bedîl 579.

  Beidri 597.

  Beize 9, 94, 113.

  Beizung 15, 20.

  Bel 259.

  Belilag 112.

  Belit 206.

  Bellor 384.

  beredsch 561.

  Bergbau 680.

  Bergblau 16, 262, 271.

  Berggold 263.

  Berggrün 16, 17.

  Berghauptmann 518.

  Bergkristall 211, 214, 272, 377, 384, 418, 419, 441, 443.

  Bernstein 126, 266, 379, 384, 389, 415, 473, 474, 476, 531, 532, 535,
        556, 557, 584.

  Bernsteinsäure 537.

  Bertramwurz 21.

  Beryll 19, 217.

  Bestattung, sekundäre 179, 338.

  Betel 379.

  Bewirken und Anzeigen =204=, 215, 670.

  Bezoar 380, 388.

  Bezoarstein 379.

  Bibliothek 346.

  Biene 391.

  Bier 268, 339.

  Bikos 42, 48.

  Billaur 377, 384.

  Bilsenkraut 21, 23, 24, 411.

  Binde 86.

  Bindung 79.

  Bingelkraut 224.

  Birdschis 374, 676.

  Birindsch 412, 420, 561.

  Bitumen 93, 469.

  blâa 577.

  Blätter der Krone 32.

  Blattgold 267, 274, 468.

  Blattzinn 589.

  Blau, alexandrinisches 102.

  -- armenisches 17, 19.

  -- künstliches 102.

  Blaustein 54, 262, 267, 268, 523, 539.

  -- armenischer 87.

  blawa 577.

  Blei 5-7, 32-35, 38, 40-47, 56, 59, 61, 69, 78-83, 86-95, 100, 106,
        116, 142, 170, 215-222, 250, 255, 264, 290-296, 302, 326,
        338-347, 351, 354, 365-368, 376-379, 384-395, 402-417, 420,
        423, 426, 427, 430, 435-442, 456-460, 468, 471-475, 480, 488,
        497, 506, 510, 519, 522, 527, 541, 547, 551-554, 558, 561, 563,
        =574=, 576, 584-590, 597, 630, 639, 641, 681.

  Bleiacetat 487.

  Blei al Qalai 588.

  Bleiantimoniat 170.

  Bleibronze 574.

  Blei des Kohols 636.

  Bleiessig 410.

  Bleifolie 467, 587.

  Bleiglanz 384, 386, 404, 405, 408, 413, 414, 423, 434, 439, 440, 574,
        575, 630, 631, 636.

  Bleiglas 43, 473.

  Bleiglasur 273, 393, 473, 576.

  Bleiglätte 5, 8, 24, 34, 38, 59, 86, 100, 102, 345, 360, 368, 379,
        386, 388, 389, 391, 393, 405, 411, 412, 468, 469, 475, 575, 576.

  Bleikupfer 78.

  Bleimagnet 415.

  Blei-Markasit 639.

  Bleioxyd 345.

  Bleipflaster 386.

  Blei, schwarzes 47, 69, 78, 79, 84, 100, 360.

  Bleiweiß 5, 6, 34, 59, 69, 81, 86, 90, 100, 271, 345, 366, 368, 379,
        384, 386, 388-391, 405, 409-414, 467-469, 473-476, 575, 576,
        603.

  Blei, weißes 36, 423.

  Bleizement 417.

  Bleizucker 86.

  Blende 12, 326.

  Blitz aus Kupfer 680.

  blîu 577.

  bliwa 577.

  Blume des Arsens 390, 645.

  -- -- Schwefels 645.

  Blut 318, 326, 669.

  -- der Athene 325.

  -- des Drachens 81.

  -- des Herakles 325.

  -- der Krähe 73, 326.

  -- des Mars 325.

  -- des Osiris 612.

  -- des Ptah 325.

  -- des Saturn 326.

  -- der Schlange 325.

  -- der Taube 11, 18, 73, 326.

  Blüte 53, 78, 97, 643.

  -- der Metalle 312, 644.

  -- des Bleies 644.

  -- des Goldes 70.

  -- des Kalkes 115.

  -- des Kupfers 546, 644.

  -- des Salzes 644.

  -- des Silbers 644.

  -- schwarze 103.

  bly 577.

  Bock 255.

  Bocksblut 15, 70, 93, 94, 115, 414, 415, 417, 439, 472, 476, 620.

  Bohnenschrot 21, 23.

  Bolus 560.

  Bombyx 116.

  Bonus eventus 234.

  Borax 70, 116, 357, 359, 361, 368, 378, 385-389, 392, 401, 403, 414,
        437, 473, 474, 476, 484, 524.

  Böser Blick 377, 424, 631, 637.

  Botus barbatus 394.

  braes 560, 573.

  Brahmanen 212.

  braise 560.

  Brandsätze 394, 471, 478, 479.

  Brasilium 473.

  brass 560, 573.

  Brauneisenstein 609.

  Braunstein 28, 43, 69, 70, 112, 113, 341, 377, 384, 393, 415, 416,
        418, 539, 620, 630.

  Braxillium 473.

  Brechung 373.

  Bresilholz 403.

  bronce 560.

  Brontea 564, 568.

  Brontésinos 562.

  Brontesion 112, 561.

  Brontia 564, 568, 569.

  Brontision 112.

  bronza 560.

  Bronze 36, 89, 91, 92, 112, 115, 116, 131, =143=, 148, 160, 170,
        211, 212, 215, 217, 219, 256, 268, 274, 280, 290, 317, 319,
        331, 399, 410, 412, 417, 420, 423, 435, 441, 442, 468, 471,
        475, 522, 527, 539, 540-544, 548, =549=, 572, 577, 578,
        581, 586, 589, 611-614, 616, 621, 626, 628, 680, 681.

  Bronze- und Messingstadt 550.

  Bronzezeit 529, 538, 542, 589, 607.

  Bronzina 568.

  bronzino 560, 564.

  Bronzium 560.

  bronzo 560.

  Brot 143, 318.

  Brotteig 6, 345.

  Brühe 79.

  -- Ägyptens 99.

  bruisne 560.

  Brunire 484, 560.

  bruni 560.

  brunia 560.

  bruniccio 560.

  brunit 560.

  brunitius 560.

  brunizzo 560.

  bruno 560.

  brunti 560.

  brunto 560.

  bruntus 560.

  brunum aes 560.

  brunus 560.

  Buchstabe 244.

  Buchstabenbilder 244.

  Buchstabenmystik 244.

  Bücherkisten der Weisheit 182.

  bulatu 614.

  Bulla 12.

  Burag 403.

  But-eber-But 394, 401, 404, 663.

  Byssus 270.


  Cadmia 594, 681.

  Cadmische Erde 572.

  Calaëm 594, 596, 598, 599, 600.

  Calaïm 596.

  Calaino 471.

  Calamina 475, 491.

  Calaminaris 594.

  Calamine 390.

  Calcitarin 484.

  Calibs 475.

  Callaïnum 471.

  Calomel 11, 393, 437, 439, 447, 459.

  ’Cani 431.

  Canon metallicus 518.

  Canthariden 22.

  capuccio 488.

  Caput mortuum 180, 303, 326.

  Caracoli 534.

  carmen 175.

  Carmoisin 361, 473, 475.

  Carneol 201, 377.

  Carthamus 8, 21, 34.

  -- corymbosus 302.

  Caseïn 115.

  cassis 587.

  Cedernöl 18, 19.

  Cementit 625.

  cenobrium 475.

  Cerosa 475.

  chabath 404, 412.

  chalaqa 543.

  Chalkitarin 42, 93, 645.

  Chalkanthon 6, 9, 20, 22, 23, 24, 70, 79, 87.

  Chálkanthos 384.

  Chalkanthum 473, 491.

  Chalkedónion 632.

  Chalkitis 7, 8, 28, 42, 377, 384, 390, 468, 592, 644.

  -- blaue 592.

  Chalkopyrit 93.

  Chamaeleon 35, 36, 298, 302, 308, 331, 342, 673.

  -- niger 302.

  -- vulgaris 302.

  Chaos 125, 126, 222, 223, 240, 246, 323, 327, 671.

  chapala 437.

  Char Sînî 216, 256, 404, 405, 412, 413, 415, 417, 596, 630.

  Charûz 523.

  Chelidonion 7-9, 16, 21, 34, 44, 82, 468, 469.

  Chemeia 307, 313.

  Chêmî 307, 342.

  Chemie 65, 70, 78, 95, 99, 103, 107.

  Chemie (Name) =282=, =293=.

  Chesbet 262, 539, 612.

  chesmen 551.

  Chetiter 612, 615.

  Chlorcalcium 392.

  chomt kemi 540.

  Christentum 247, 249.

  Chronos 185, 219.

  Chrysánthemon 643.

  Chrysanthimon 70.

  Chrysitis 575.

  Chrysographie 466.

  Chrysokolla 6-8, 10, 16, 17, 28, 41, 88, 307, 327, 473, 524, 679.

  Chrysolith 19, 40, 99, 272, 415, 601.

  Chrysopras 19.

  chubz alfiddî 411.

  Chumâhan 417.

  Chum-âhen 403.

  Chwâr 676.

  Chylus 375.

  Chyma 331.

  çikhim 532.

  Cinis clavellata 484.

  ciprum 549.

  Citrone 37, 116, 380.

  Citronenbaum 24.

  Citronensaft 37, 393.

  Çivabîga 440.

  classa 481.

  Coccus ilicis 473.

  Cochenille 437.

  cognatio 491.

  Colcotar 414.

  Colcothar 476.

  colores floridi 271.

  coma 481.

  comarum palustre 22.

  Compositio brandisii 468, 561.

  -- brindisii 471, 561.

  -- brondisono 471, 561.

  -- Brundi 561.

  Conterfey 598.

  Conterfeyt 599.

  Cothus 476.

  créd 582.

  créd-uma 559.

  Croceum 475.

  Crocus 325.

  Crotalum 565.

  Croton tinctorius 16, 24, 476.

  cucurbita 480, 481.

  cuivre 549.

  -- blanc 573.

  çukla 431.

  Çukra 431.

  cupressus 549.

  cuprinus 549.

  cuprum 549.

  Curcuma longa 666.

  Cyclamen 643.

  Cypresse 380, 549.


  Dahnadsch 378.

  Daimon 219.

  Daktylen 555, 609, 616, 617, 618.

  Damascierter Stahl 624.

  Damast 399.

  Dämon 46, 51, 53, 56, 60, 65-67, 77, 91, 99, 129, 133, 137, 141, 152,
        154, 157, 159, 164, 175, 182, 188, 189, 194, 199, 201, 205,
        209, 219, 240, 242, 243, 248, 250, 266, 305, 309, 310, 313,
        333, 341, 343, 459, 661.

  -- flüchtiger 83.

  Dämonologie 193, 203, 205, 208, 308, 321, 322.

  Dampfbad 15, 18, 418.

  Darada 436.

  Dattel 16.

  Dattelpalme 59.

  Dauerbrandofen 42, 115.

  Dawâ 409.

  Dea Syria 178.

  deaurare 484.

  Deben 520.

  Deckel des Knuph 305, 327.

  Decknamen 10, 11, 28, 74, =325=, 366, 368.

  Dekan 182.

  Dekas 153.

  Demiurg 151, 154, 157, 159, 230, 231, 241, 242, 251, 317.

  Denar 290, 291.

  Derâ-rûy 412.

  Destillation 48-52, 57, 67, 85, 97, 98, 110, 114, 289, 305, 344, 369,
        373, 387, 394, 401, 409, 410, 412, 415, 418, 436, 437, 440,
        447, 461, 480, 487, 492, 595, 602.

  -- des Quecksilbers 218, 303, 352.

  Dhahab 378, 413.

  Dhti techt 580.

  Dialektik 433.

  Diamant 214, 272, 377, 379, 385, 386, 402, 409, 412-417, 419, 423,
        426, 439, 441, 443, 518, 644, 677.

  Dibikos 49, 85, 344.

  Digestion 51.

  Dîk ber Dîk 404, 416.

  Dîk-Rûy 404.

  Dilbat 259.

  Dillsamen 325.

  Diorit 551.

  Diphryges 92.

  Diplosis 5, 8, 12, 44, 48, 64, 68, 69, 78, 82, 90, 92, 97, 285, 286,
        330, 470, 485.

  Dissonanz 106.

  Dodekaeder 128, 135, 372.

  Domizil 219.

  Donnerstein 564, 568.

  Doppelbeil 542, 544, 545, 615.

  Drache 61, 108, 214, 223, 242, 259, 305, 323, 339, 391, 431, 500, 671.

  Drachenblut 11, 18, 113, 271, 436, 471, 473, 476.

  Drachme 26, 292, 521.

  Dreieck 127, 135.

  Dreieinigkeit 227.

  Dreifuß der Philosophen 43, 345.

  Dritte Welt 366.

  Drogen 409, 411.

  Dschauhar 419.

  Dschemest 387.

  Dschest 596.

  Dualismus 174, 230, 451.

  Duchân 665.

  Dûd 71, 111, 436, 570, 593, 665.

  Duenec 369, 484.

  Dukaten 117.

  Duplicatio auri 470.

  Durchdringlichkeit 160.

  Durchdringung, völlige 147.

  Durd 112, 666.

  Durdijj 112, 666.


  Ebenholz 211, 403, 534.

  Ecidemon 266.

  Edelmetalle =262=, =518=.

  Edelsteine =13=, 14, 38, 44, 72, 113, 201, 210, 213, 216, 256,
        272, 276, 286, 287, 299, 306, 311, 312, 313, 329, 330, 366,
        375-379, 387, 391, 395, 401-403, 409, 410, 413, 415, 422, 435,
        439, 441, 442, 456, 459, 472, 473, 476, 499, 502, 521, 644.

  -- falsche 272, 276, 298.

  Edelsteine, künstliche s. Edelsteine, falsche.

  Edelsteinfett 456.

  Ei 28, 47, 62, 87, 100, 106, 178, 200, 201, 233, 246, 307, 322,
        324, 325, 343, 362, 391, 444, 467, 525, 606.

  Eiche 380, 390, 469.

  Eichenschildlaus 270.

  Eid der ~Isis~ 664.

  Eidechse 234.

  Ei der Philosophen 47, 50, 58, 62, 87, 100, 106, 108, 325, 343,
        365.

  -- des ~Phanes~ 178, 201, 246.

  Eidotter 307, 467.

  Eigelb 28, 34, 69, 111.

  Eikläre 476.

  Einbalsamieren 269.

  Ein-Drittel-Gold 540.

  Einpökeln 37, 40, 269.

  Einsalzen 37, 40, 269.

  Einsalzung 48, 82, 86, 99.

  Einweihung 124, 323.

  Einzelding 140, 148, 150, 156, 159, 315, 318.

  Ei, philosophisches s. Ei der Philosophen.

  Eis 140.

  Eisen 32, 34-38, 40, 45, 47, 56, 59, 61, 78-81, 86, 91, 95, 112, 131,
        133, 137, 142, 211-221, 240, 250, 255, 256, 266, 286, 295,
        310-312, 320, 326, 343, 344, 347, 351, 356, 366, 368, 372-379,
        384-391, 395, 399, 403-409, 412-417, 420, 423, 431, 434-445,
        456, 458, 473, 475, 497, 506-509, 514, 527, 529, 537-541, 546,
        547, 553, 560, 587, 591, 597, =607=, 681.

  Eisenacetat 9, 22.

  Eisenglanz 610.

  Eisen, indisches 43.

  -- männliches 403, 413.

  Eisenoxyd 87, 270, 271, 592.

  Eisenrost 20, 22, 28, 386, 405, 435, 473.

  Eisenschmied 608.

  Eisenvitriol 21, 71, 434, 435, 440, 441, 592.

  Eisen, weibliches 403, 413.

  Eisenzeit 538, 539, 626, 680.

  Eiweiß 8, 9, 14, 15, 69, 115, 274.

  Ekliptik 141, 165.

  Ekstase 238, 239, 249, 250.

  Elaterium 23.

  Eleaten 314.

  Electrum magicum 534.

  Elefant 363.

  Elektrische Pforte 532.

  Elektron 4, 34, 80, 91, 95, 216-218, 256, 264, 267, 268, 277, 303,
        309, 322, 331, 339, 340, 342, 351, 352, 359, 384, 389, 404,
        476, 481, 524, =530=, 554, 573, 584, 680.

  -- magicum 508.

  Elemente 99, 110, 121, 127, 130, 135-138, 140, 146, 148, 153, 154,
        156, 175, 176, 196, 197, 200, 202, 203, 215, 222, 232, 245,
        246, 247, 251, 253, 259, 314-318, 365, 367, 368, 371-374, 380,
        381, 389, 402, 412, 422, 425, 428, 431-433, 443, 451, 452, 461,
        488, 489, 491, 499, 519, 668, 669, 672.

  Elementengötter 176, 200.

  Element, fünftes 154, 160.

  Elfenbein 30, 211, 331, 403, 523.

  Elilag 76, 112.

  Elixir 43, 90, 297, 299, 320, 326, 359, 367, 368, 389, 391, 399, 400,
        402, 404, 407, 419, 422, 425-429, 459, 489, 491, 492, 494, 501,
        508, 673.

  Elixir der Elixire 364.

  Elkesaiten 252.

  Elydrion 7, 21.

  Email 273, 393, 398, 472, 476, 534.

  Emanation 159, 210, 226, 245, 249, 251, 254, 321, 371, 374, 672.

  Ematis 474.

  Embryo 52, 70, 80, 246, 324, 325, 342, 375, 380.

  Emplastrum smaragdinum 58.

  Empyreum 250.

  Enbu 259.

  Energie 139.

  Engel 154, 156, 157, 182, 194, 223, 239, 243, 245, 310-313, 335, 336,
        497.

  -- gefallene 293, 296, 373.

  Enkerosis 49.

  Entelechie 139.

  Entschwefeln 83, 87.

  Enzym 80.

  Eosphoros 123, 137, 188.

  Epherische Charaktere 618.

  Erde 99, 121, 122, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153,
        154, 156, 160, 173, 175, 245, 255, 259, 316, 318, 319, 344,
        365, 371, 372, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 461,
        488, 491, 669, 671.

  -- äthiopische 52, 53.

  -- der Philosophen 391.

  -- kimolische 93.

  -- rote 309.

  -- samische 93.

  -- weiße 309.

  Erdöl 74, 377, 403, 471, 479, 527.

  Erdpech 377, 403, 418, 527.

  Erdrauch 11.

  erezata 530.

  erezi 559.

  Erfahrung 87, 99, 134.

  Erhebung des Wassers 304.

  -- der Wolke 304.

  Erlösung 124, 244.

  Eros 219.

  eru 553.

  Eruka 325.

  Erz 36, 92, 131, 136, 137, 142, 143, 250, 311, 473, 559.

  -- der Mossinöken 571, 573.

  -- der Oreios 572.

  -- gelbes 681.

  Erzgießer 297.

  Esel 131, 179, 185, 214, 223, 317.

  Eselsverehrung 185.

  Eskimo 590, 607.

  Essäer 153, 156, 309.

  Essener 153, 156.

  Essig 5-8, 15-21, 23, 32, 37, 69, 74, 83, 86, 143, 258, 269, 272,
        302, 315, 325, 365, 373, 380, 386, 389, 393, 405, 409,
        410-415, 468, 469, 474, 475, 479, 491, 657, 677.

  Essig aus Geranium 94.

  -- der Färber 12.

  Essigsäure 487, 657.

  Essig, stärkster 8, 71.

  -- weißer 94.

  Essigwürmer 380.

  Etesien 305, 306, 343, 500.

  Etesisches Metall 345.

  Etesischer Stein 306, 341.

  Etesische Schwärze 306.

  -- Wolke 306.

  Euanthemon 643.

  Eupatorium 232.

  Eucharistie 668.

  Exkrete 321.

  Ezmit 384.


  Fackeln der Bacchantinnen 479.

  Fadzuhr 388.

  Faeces 11, 15.

  faex vini 485.

  Falke 177.

  Falschmünzerei 292, 420, 429.

  Fälschungsliteratur 153.

  Farbe 210, 211, 244, 256, 374.

  -- angeborene 143.

  Farben der Planeten 168, =169=, =212=, 250, 375, 670, 676.

  -- -- Sterne =188=.

  Farbstoffe =19=, =21=, 271, 276, 286, 287, 312, 313, 330,
        409.

  Färben 9, =19=, 79, 111, 113, 270, 312, 329.

  Färbung 101, 128, 278, 302, 317, 320.

  Farnkraut 473, 475.

  Farsalus 387.

  Fatalismus =151=, 167, 235.

  Fatum 206.

  Federalaun 484.

  Fehlgeburt 70, 80.

  Feigbohne 21.

  Feige 15, 16.

  Feigenbaum 13, 390.

  Feingold 264, 274.

  Feng-Schui 452.

  Ferment 6.

  -- der Fermente 364.

  Fernrohr 421.

  Fett 85, 469.

  Feuchte 123, 127, 130, 136, 147, 316.

  Feuer 99, 121, 125, 126, 129, 130-136, 140, 141, 147, 153, 154, 156,
        160, 173, 175, 197, 222, 223, 242, 245, 259, 315-319, 344, 365,
        371, 372, 376, 381, 413, 422, 424, 431, 432, 433, 443, 451,
        452, 461, 488, 491, 667, 669.

  Feuerkreis 128.

  Feuerpfeil 471.

  Feuerphilosophen 87.

  Feuerprobe 678.

  Feuerstein 14, 540.

  Feuervergoldung 43.

  Feuerwerk 384, 394, 418, 490.

  Ficarin 469.

  fiddah 378, 413.

  Filtrieren 115.

  Finger des Hermes 325.

  Finsternis 242, 243.

  fîrind 399.

  Firnis 3, 8, 34, 44, 68, 89, 90, 92, 116, 274, 278, 466-469, 471,
        473, 476, 481, 534.

  Fisch 113, 178.

  Fischleim 43, 90, 469, 476.

  Fischziege 219.

  Fixation des Salmiaks 392.

  Fixieren 49, 64, 79, 83, 97, 101.

  Fixstern 186, 206, 208, 222, 371, 374.

  Fixsternhimmel 128, 137, 141, 199.

  Fixsternsphäre s. Fixsternhimmel.

  Flamines 556.

  Flamme 140, 142.

  Flohsamen 481.

  florinus veneticus 117.

  flos 271.

  -- aeris 475.

  -- olei 270.

  Fluchgold 232.

  Fluchtafeln 219, 423, 576.

  Flügel des Hermes 244, 348.

  Flußgold 263.

  Flüssiges Gold 601.

  -- Silber 601.

  Flußmittel 5, 377, 378.

  folia graeca 474.

  Folium 476.

  Form 139, 140, 144.

  Formen der Elemente 127, 135.

  Fötus 47, 197, 205, 305, 306, 322, 336, 343, 362, 459.

  fournil 115.

  Fränkische Körner 394.

  Frauenhaar 232.

  Freitag 185.

  Fucus 9, 44, 270.

  Fûlâd 386, 388, 399, 409, 626.

  Füllgefäß 48, 85.

  Fumaria 22.

  Fünftes Element 135.

  Fünfzahl der Wandelsterne 167.

  furnus 117.

  Furslus 415.

  Füße des Drachen 326.


  Gagat 469.

  Galbina 21.

  Galéna 575.

  Galitzenstein 600.

  Galläpfel 9, 20, 22, 44, 47, 74, 79, 368, 380, 416, 469.

  Galle 28, 44, 108, 111, 325, 375, 411, 466, 471, 474, 555.

  -- der Fische 50.

  -- des Fuchses 68.

  -- -- Geiers 113.

  -- -- Huhnes 68.

  -- -- Ichneumons 68, 113.

  -- der Kälber 8, 16, 17, 19, 34.

  -- des Kamels 68.

  -- der Schildkröten 8, 9, 16-19, 50.

  -- -- Schlange 68.

  -- -- Stiere 16, 17.

  -- -- Ziege 7.

  Gallenfarbe 3, 143, 274, 466, 472.

  Galle, gelbe 318.

  -- schwarze 318.

  Gallenstoffe 137.

  Galmei 411, 413, 419, 420, 436, 437, 439, 441, 475, 491, 570-572,
        592, 594, 595, 597, 681.

  garancia 473.

  Gärung 6, 80, 93, 94, 366.

  Gauchheil 14.

  Gebet 323, 467, 470.

  Gebläse 609.

  Gefilde der Entstehung 246, 327, 336.

  Geflügelte Sonnenscheibe 347, 348.

  Gegenerde 128.

  Gegensatz 130, 133, 136, 138, 140, 141.

  Gegenstromprinzip 114.

  Geheimdienst 236, 240, 248, 249.

  Geheimname 175, 251, =325=.

  Geheimnisse der Goldhäuser 276.

  -- -- Goldschmiede 267.

  Geheimschrift 44.

  Gehirn 105, 362, 375, 669.

  Geier 200.

  Geist des Kupfers 546.

  Geister 38, 46, 59, 79, 82, 175, 182, 193, 205, 219, 221, 225, 241,
        243, 279, 321, 336, 341, 362, 365, 366, 368, 376, 391, 392,
        401, 404-408, 419, 423, 452, 457, 489, 492, 493, 508, 511, 555,
        622, 623, 636, 672.

  -- böse 51, 55, 61.

  Geistige Hochzeit 239.

  Gelbes der Eier 110.

  Gelbguß 596.

  gelfum 599.

  Gemmen 246.

  Genesis 128, 138, 139.

  Geometrie 120.

  Gerbsäure 12.

  Gerbstoff 9, 112.

  Gerste 24.

  Gerstenmalz 21.

  Geschenke der Planeten 199.

  Gewänder der ~Istar~ 243.

  Gewicht 360, 368, 520.

  -- spezifisches 376, 400, 408.

  Gilbung 7, 24, 36, 47, 52, 65, 77-79, 94, 105, 302, 307.

  Gips 5, 53, 85, 88, 113, 271, 357, 377, 390, 476, 659.

  Gissipgal 170.

  Glaes 537.

  glaessa 481.

  glaessum 481, 537.

  Glanzkupfer 12.

  Glas 31, 43, 44, 45, 69, 73, 84, 102, 103, 112, 217, 261,
        =272=, 287, 298, 311, 368, 372, 375, 376, 377, 384, 390,
        391, 393, 395, 398, 401, 415, 416, 469, 473, 476, 500, 501,
        537, 645, 660.

  Glasfluß 272, 276, 331.

  -- blauer 262.

  Glasmaler 466.

  Glasofen 393.

  Glasperlen 537, 556.

  Glaspulver 9.

  Glassa 473, 474, 476.

  Glasspiegel 467, 473, 581, 587.

  Glas, unzerbrechliches 422, 471.

  Glasur 43, 170, 258, 261, 273, 473, 481, 660.

  Gleiches und Gleiches 136.

  Gleichgewicht der Elemente 131, 137.

  Glimmer 14, 16, 18, 357, 384, 387, 405, 410.

  Glocke 373, 399, 417, 475, 559, =564=, 622, 639.

  Glockenmetall 439, 442.

  Glockenspeise 568, 639.

  Gluten casei 476.

  Gnade Gottes 77.

  -- von oben 89, 238, 341.

  Gnosis 198, 230, =235=, 238, 249, 253, 281, 285, 322, 663, 672.

  Gnostik s. Gnosis.

  Gnostiker 81, 157, 199, 201, 224, 251, 337, 338, 350, 432, 513, 643,
        662.

  Gold 7, 8, 34, 38, 40, 54, 56, 58, 60, 65, 67, 68, 77-84, 89, 90,
        94, 95, 99, 101, 105, 108, 110, 111, 132, 136, 142, 170,
        189, 211-221, 224, 250, 256, 262, 266-268, 274-277, 283-292,
        295, 298, 299, 304-309, 312-314, 318, 320-326, 329-332, 336,
        342-351, 360, 361, 365-368, 373, 377-380, 383-391, 395,
        399-423, 427, 430-447, 453-461, 467-474, 485-494, 497-502, 506,
        507, 512, 513, =518=, 521, 529-534, 543, 546, 552-558,
        577, 587, 589, 598, 605, 612, 613, 634, 639, 641, 644, 645, 680.

  ⅓-Gold 264.

  ⅔-Gold 264.

  Goldamalgam 43, 44, 85, 90.

  Goldbergbau 263.

  Goldbergwerk 71.

  Goldblume 643.

  Goldblütchen 90.

  Gold dritter Güte 540, 570.

  Goldenes Halsband 232.

  -- Lamm 232.

  -- Vließ 232, 289, 524, 526.

  Goldflitter 109.

  Gold, flüssiges 526.

  Goldfolie 467, 587.

  Goldgärung 80, 326.

  Goldhefe 80, 103.

  Goldkies 36, 69, 70, 86.

  Goldkoralle 32, 33.

  Goldleder 467.

  Goldmagnet 386.

  Gold-Markasit 597.

  Gold-Mensch 81.

  Goldsamen 80.

  Goldsand 263, 265.

  Goldschaum 274.

  Goldschlägerei 111, 267.

  Goldschmelze 54, 267.

  Goldschmiede 54, 267.

  Goldschrift 8, 44, 111, 393, 466, 468, 471, 473, 602.

  Goldtinte 465.

  Götter der Metalle 45, 669.

  -- sichtbare 145, 151, 154, 159, 210.

  Göttersöhne 310.

  Göttliches Wasser 327, 335, 345.

  Grabbeigaben 538.

  Grab des Osiris 88, 100, 303, 344.

  graecanicum 555.

  Gramm 115.

  Granat 18.

  Granatäpfelsaft 20.

  Granatblüte 20.

  Granate 21.

  Granatrinde 9.

  Granit 300, 551.

  Graphit 641.

  Grauspießglanz 68, 629, 643.

  Grauspießglanzerz 217, 629, 630.

  Greif 185, 265, 524, 525.

  Grenelle-Rasse 545.

  Griechisches Feuer 385, 398, 479, 548.

  Große Göttin 616, 618.

  -- Medizin 101.

  -- Mutter 618.

  Großer Drache 311.

  Große Schlange 311.

  Großes Werk 38, 43, 58, 61, 62, 67, 70, 76, 77, 81, 86, 90, 93, 98,
        99, 103, 105, 227, 308, 309, 322, 326, 342, 360, 361, 365, 366,
        387, 391.

  Grundstoff 130, 140, 147.

  Grünspan 16-19, 116, 137, 230, 273, 378, 384, 386, 388, 389, 391,
        405, 410, 411, 414, 460, 468, 469, 472-475, 546, 603.

  Grünstein 54, 262, 267, 436, 539.

  Gulden, venetianischer 117.

  gulth 525.

  Gummi 7-9, 28, 83, 90, 103, 389, 469.

  Günsel 325.

  Gurke 23, 401, 404, 410.

  Gußeisen 423, 616, 619, 620, 622, 623.

  Gynaikéion 632.

  Gyps s. Gips.


  Haar 669.

  -- der ~Aphrodite~ 325.

  -- des Hundsaffen 325.

  hâd 527.

  Hades 85, 327, 344.

  Hâdî 387, 415.

  hadid 379, 399, 409, 413.

  Haftdschausch 387, 412, 414, 420, 597.

  Hahn 246, 532.

  haiarn 560.

  Hallstädter Zeit 545.

  Halonitron 488.

  hamarr 628.

  Hämatit 22, 28, 33, 43, 87, 214, 325, 392, 403, 417, 467, 468, 474,
        522, 539, 609, 621.

  Hâmi 387, 415.

  Han Dynastie 449.

  Hanföl 480.

  Haravija 438.

  Harmonie der Sphären 123, 128, 137, 155, 187, 232, 244, 371, 516.

  Harn 7-9, 12-24, 45, 327, 377, 384.

  harnais 560.

  harnisch 560.

  Harnstoff 657.

  Hartblei 630.

  Hartbronze 552, 611.

  Harteisen 626.

  Härten der Bronze 551.

  Hartkupfer 539.

  Harût 523.

  Harz 9, 17-19, 49, 50, 59, 389, 394, 415, 469, 471, 476, 479.

  Hasmal 531.

  Hausen 474, 476.

  Hauswurz 14, 232.

  Hefe 34, 80, 84, 94, 115, 324, 326, 345, 346, 366, 420.

  Heft-Dschosch 412.

  Heilige 3 Könige 209.

  -- Kunst Ägyptens 64.

  -- Wasser 323, 342.

  Heimarmene 151, 152, 196, 202, 206, 230, 235, 238, 242.

  Helios 95, 137, 155, 188.

  Heliotrop 16, 19, 24, 232.

  Helleborus 23.

  Hellenismus 189.

  hema mâkshîka 448.

  Hennah 9, 270, 399.

  Heptachord 123.

  Hera 130, 155, 185.

  Herakleïscher Stein 472.

  Herakles 155.

  Herauskehren 69, 70, 79, 97, 105, 132, 316, 344, 367, 368, 492.

  Herba mercurialis 224.

  Herbströschen 643.

  Hermaphrodit 83, 201, 277, 321, 508.

  Hermes 137, 155, 188, 200, 204, 217, 224, 232, 240, 343, 349-352,
        371, 374-376, 379, 405, 408, 419, 421, 666.

  Hermetik 253, 259, 260, 285, 298, 310, 313, 337, 350, 663.

  -- niedere 232.

  Hermetische Kunst 60, 342.

  Hermetischer Verschluß 60, 342, 362.

  Herr der Schwärze 302.

  Herrscher der Schicksale s. Lenker der Schicksale.

  Herz des Geiers 325.

  -- -- Hermes 325.

  Hescht-Dhât 420.

  Hesperos 123, 188.

  Hexaeder 127, 135.

  Hexeneinmaleins 48, 59, 229.

  Hiaruha 523.

  Himmel 210, 222, 239, 244, 249, 316, 318, 324, 326, 338, 339, 340,
        348, 360, 372, 450, 499, 512, 525, 671.

  Himmelfahrt 198, 199, 244, 249, 250, 428.

  Himmelsleiter 250, 338.

  Himmelsreise 175, 188, 199, 230, 239, 667, 669.

  Himmelsschlüssel 251.

  Himmlische Brautkammer 239.

  Hindiah 614.

  Hingula 440.

  hiranya 525.

  Hirschwurz 232.

  Hirt, guter 195, 201.

  Hohlguß 521, 551, 554.

  Holunder 475.

  Holz 134, 451, 452.

  Holzessig 19.

  Holzkohlen 85.

  homunculus 80, 224, 305, 321, 324, 338.

  Honig 13, 17, 28, 59, 111, 272, 380.

  Horoskop 350, 352, 499.

  Horus-Verehrer 176, 261.

  Hottentotten 609.

  Huhn 13.

  Hund 214, 223.

  Hündin 13, 14.

  Hundsstern 228.

  Hurazu 170, 522, 553.

  Hurmuz 676.

  Huso 474, 476.

  Hüttenrauch 405.

  Hyaden 168.

  Hyazinth 377, 378, 387, 415, 441.

  Hyazinthe 22, 214.

  Hydrostatische Wage 471, 472.

  Hyksos 176.

  Hyle 128, 134, 135, 138-140, 144, 147, 148, 153, 156, 159, 196, 238,
        242, 315, 317, 319, 320, 352, 381, 394, 671.

  Hypsistos 153.


  Iarn 560.

  Iatromathematik 183, 208.

  Ibis 181.

  ibrîz 378, 399, 410.

  Idee 133, 157, 159.

  Idol 253, 254, 255, 256, 408.

  Ifrangis 415.

  ignis volans 479.

  Ikhrâdsch 401.

  Ikhwân alsafâ 369.

  ik-kasduru 579, 581.

  Ikosaeder 127, 135, 136, 372.

  Iksîr 402, 673.

  Illuminaten 495.

  Imâm 364, 365.

  incaustum 475.

  Indicum 475.

  Indigo 11, 12, 16, 17, 19, 22, 24, 89, 103, 271, 399, 409, 410, 469,
        473, 475.

  Indische Medizin 434, 443.

  Indischer Stein 387.

  Indisches Salz 401.

  -- Zinn 596.

  Intellektuelle Substanzen 254.

  iqâma 402.

  Iranisch 120, 122, 125, 172, 212, 220, 247, 259, 260 (s. persisch).

  Irin 389.

  Iris 87, 101.

  isarâ 628.

  isarno 628.

  Isatis 21, 113.

  Isatis tinctoria 11.

  Isbâdârîh 417, 418, 596.

  Isbâd-rûy 409.

  Isfâdrûy 410, 417.

  Isfid 378.

  Isfîdâdsch 386, 388, 405, 411, 414.

  Isfidrûy 410, 417, 418.

  Isismysterien 304.

  Ismaris 476.

  Ismet 484.

  Ismit 484.

  Ismu 264, 530.

  Istar 206.

  Istiqtâr 401.

  Istuqisât 422.

  Itacismus 294, 645.

  Itmad 384.

  It(h)mid 384, 386, 414, 417, 635, 636, 641, 642, 646, 682.


  Jaçada 440.

  Jadeït 456, 458.

  Jainas 433, 447.

  Jâkand 415.

  Jakut 387, 415, 419.

  Jarin 389, 468.

  Jasada 439, 596.

  Jascheb 387.

  Jaspis 19, 183, 387.

  jest 596.

  Johannes-Christen 252.

  jovial 219.

  Judenkirsche 17.

  Jungfernerde 99, 283, 320.

  Jungfernmilch 321.

  Jupiter 128, 129, 137, 165, 166, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205,
        211, 217, 219, 255, 259, 286, 288, 441, 442, 451, 452, 506,
        514, 516, 667, 676.


  K. s. Q.

  Kabbala 679.

  Kabiren 609, 617, 618.

  Kadméia 593.

  Kadmia 5, 8, 10, 28, 32, 34, 36, 37, 44, 61, 69, 77, 78, 80, 93, 390,
        391, 572.

  Käfer 177, 347.

  Kahhâl 632, 635, 682.

  Kahruba 389, 415.

  Kaiwan 374, 676.

  Kakodaimon 219.

  Kalai 594, 596.

  Kalaïm 594.

  Kalaïs s. Kallaïs.

  Kalam 594.

  Kalang 594.

  Kalbsblut 23.

  Kali 377, 385.

  Kal-Ijam 594.

  Kalimija 390, 593, 594.

  Kalimina 593.

  Kalin 596.

  Kalk 9, 24, 87, 368, 372, 375, 377, 384, 385, 416, 432, 435.

  Kalkadir 384.

  Kalkadis 414.

  Kalkand 414.

  Kalkatar 384, 414.

  Kalk des Bleies 43.

  -- der Eier 33, 42.

  -- -- Philosophen 43, 345.

  -- gebrannter 13, 15, 16, 20, 23, 33, 39, 74, 82, 88, 114, 115.

  Kalkmilch 22.

  Kalksand 384.

  Kalkstein 459.

  Kalkwasser 20, 22.

  Kallaïna 272.

  Kallaïs 44, 69, 73, 272, 273, 471.

  Kalliblépharon 632, 633.

  Kalmeia 593.

  Kalmis 593.

  Kälte 121, 123, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316.

  -- des Bleies 219.

  kalte Natur 491, 677.

  Kalzium-Polysulfid 8, 34.

  Kamâhen 417.

  Kameleia 298.

  Kamille 643.

  Kamin 7, 85.

  Kampher 379, 390, 394, 403, 409, 410, 435, 439, 478.

  Kâmsya 439, 442.

  Kâmsyaha 439.

  Kandiszucker 44.

  Kanonenschläge 490.

  Kaolin 459.

  Kapelle 7.

  Kapnos 22.

  Kappernstrauch 21.

  Kaputze 114, 116, 488.

  Karat 86, 665.

  Karchedonier 18.

  Kar-Ijam 594.

  Karmin 473, 475.

  Karsijâd 387, 415.

  Karte 6, 9.

  Käsestoff 115.

  Kaspi 170.

  Kaspu 528, 553.

  Kassiteriden 582, 584, 585, 586.

  Kassiterit 577.

  Kassiteros 63, 581.

  Kastilischer Alaun 484.

  kastira 579, 581, 588.

  Kastirâm 442.

  Katamenien 80, 360, 362.

  Katesim 401, 404.

  Kathmia 469.

  Katzenauge 11, 441.

  Kaulpatr 420.

  kâzazatira 170, 579, 581.

  Kazdir 412.

  Keilschrift 162.

  Keimformen 150.

  Keimkräfte 150, 198.

  Kelmis 593.

  kême 211.

  Kemelinu 673.

  Kemmeltier 673.

  Keration 665.

  Keraunios 19.

  Kermes 16, 19, 21, 22, 24, 361, 473, 475.

  Kerotakis 18, 49, 88, 97, 111, 296, 346.

  Kerykeion 224.

  Ketu 431, 441, 442.

  Kette, platonische 159.

  Ketzerei 481.

  Keuschheit, kultische 667.

  Khalkitarin 42.

  Kharpara 437.

  Khekara 440.

  Khemaléa 298.

  Khumia 313.

  Ki 456, 457.

  Kibrit 392.

  Kidâmî 415.

  Kiesel 390, 393, 415, 416, 500.

  Kiki 47.

  Kilja 377.

  Kimia 297, 673, 675.

  Kîmijâ 89, 296-300, 377, 379, 387, 402, 404, 405, 410, 419, 425, 427.

  Kimium 485.

  Kîmûsât 387.

  Kinaga 440.

  Kinderspiel 68, 77, 90, 341.

  Kinnabari 63.

  Kin-tan 458, 459.

  Kirschgummi 476.

  Kit 521.

  Kitt 115.

  -- der Philosophen 43, 48, 345.

  Kiwan 259.

  Klaudianos 34, 44, 217.

  Kleie 264.

  Kleister 476.

  Klimax des ~Hermes~ 233.

  Klimia 594.

  Knoblauch 11, 15, 17, 38, 395, 413, 415.

  Knochen der Perser 61, 86, 326.

  -- des Drachen 81, 326.

  -- -- ~Horus~ 612.

  -- -- Ibis 325.

  -- -- Kupfers 61, 86, 326.

  -- -- Seth 612.

  -- -- Typhon 326.

  Knoten der Mondbahn 431.

  Knuphion 85, 344.

  Knuphischer Deckel 305.

  Kobalos 35, 661.

  Kobalt 35, 539, 660, 661.

  Kobathia 35, 59, 64, 83, 85, 102, 660.

  Kobold 35, 609, 618.

  Kochsalz 264, 389.

  Koftgari 597.

  Kohl 97, 475, 634.

  Kohlendunst 416.

  Kohol 42, 44, 88, 365, 392, 393, 404, 405, 409, 423, 527, 632,
        634-637, 641.

  -- gelber 422, 424.

  -- roter 424.

  Kokkos 22, 270, 283.

  Kolophonium 103.

  Komari 22, 33, 53, 113.

  Kommi 28.

  Könige 73, 81.

  König Helios 204.

  Königskerze 232.

  Königswasser 114, 446, 487.

  Kontorniaten 273.

  Koralle 377, 441, 469, 600, 644.

  Korallenasche 415.

  Koriander 379.

  Korkkoralle 12.

  Körner der Franken 394, 487.

  Kornkäfer 22.

  Körper 38, 82, 83, 94, 105, 135, 140, 376, 391, 401, 404, 408.

  Körperlichkeit 147.

  Körper und Geist 146.

  Korund 419.

  Korybant 542, 609, 617, 618.

  Kosmos 197, 223, 226, 232, 246, 342, 347, 349, 400.

  Kosthos 23.

  K’pôr 548.

  Kraft der Sterne 210, 254, 256.

  -- -- Worte 240, 672.

  Krähe 79.

  Krankheit der Armut 67, 77, 88, 103, 324, 346.

  Krapp 21, 23, 92, 210, 214, 270, 469, 473, 475, 678.

  Kraut (kruyd) 644.

  -- der hl. ~Katharina~ 325.

  -- des hl. ~Petrus~ 325.

  -- -- Lebens 180.

  Krebs 50, 323, 332.

  Kreide 518.

  Kreisbewegung 163, 141.

  Kreislauf 51, 120, 136, 141, 315, 318, 320, 321, 372, 666.

  Kremnos 18.

  Krimnos 18, 22, 23, 24.

  Kristall s. Krystall.

  Kronos 137, 155, 185, 200, 204, 217-219, 232, 240, 350, 351, 371,
        374, 375, 376, 405, 408, 413.

  Krokos 378.

  Kronos 56, 95.

  Kryptogramm 481.

  Krystall 136, 213, 217, 375, 377, 392, 476, 644.

  Krystallglas 43, 384, 471.

  ku-babber 527.

  Kuchli 632.

  Kudduru 163.

  Kuhblume 643.

  Kuhl 404, 405, 408, 409, 411, 641, 682.

  Kühlen mit Schwamm 49, 85.

  Kuhul 641.

  kulda 525.

  Kultische Reinheit 458.

  Kumia 89.

  Kümmel 7.

  Kung-tsing 459.

  Kunstgewerbe 267.

  Kupfer 4-7, 11-13, 17, 19, 32-45, 53, 58-61, 66, 75, 78-86, 90-95,
        99, 105, 108, 111, 131, 136, 137, 142, 148, 160, 170, 189,
        212-221, 230, 242, 255, 256, 267, 268, 273-277, 280, 290, 291,
        295, 304, 312, 313, 319, 320, 322, 326, 341-344, 347, 351,
        360, 365, 368, 372, 373, 377-379, 384-391, 395, 399, 403-405,
        408-423, 431, 434-437, 440-442, 445, 446, 458, 460, 468,
        471-475, 491, 497, 506, 507, 514, 518-529, 534, =537=,
        550, 552, 556, 558, 561, 570, 572, 577, 583, 587, 589-593,
        596-598, 613, 614, 616, 626-630, 645, 660.

  Kupfer-Arsen-Legierung 5.

  Kupferblau 468.

  Kupferblei 303.

  Kupfercarbonat 262.

  Kupfer, cyprisches 69.

  -- gebranntes 18, 110, 468, 469.

  -- gelbes 89, 91, 681.

  -- glänzendes 33.

  -- -Grün 271.

  -- kalaïnisches 69.

  Kupferkies 384.

  Kupferlasur 8, 16, 87, 113, 116, 262, 271, 547.

  Kupferoxyd 17, 170, 262, 474.

  Kupferoxydhydrat 271.

  Kupferoxydul 20, 170, 644.

  Kupfer, persisches 91.

  -- pneumatisches 344.

  Kupferrost 434, 435.

  Kupferschmied 538, 543.

  Kupfervitriol 20, 42, 71, 367, 376, 434-436, 440, 441, 484, 592, 644,
        645.

  Kupfer, vollendetes 344.

  -- weißes 89, 417.

  Kupferzeit 538, 539, 541, 542, 589, 607.

  Kupholith 5, 13, 15, 33.

  Kuppelation 7, 264.

  kupya 441.

  Kürbis 373, 387, 404.

  Kureten 609, 617, 618.

  Kurkuma 44, 111, 112, 116, 432, 666.

  Kutub-Säule 623.

  Kyanos 8.

  Kynanthemon 643.

  Kypros 417.

  Kysthos 23.


  Lab 380.

  Lachen, siebenmaliges 74.

  Lack 379.

  Lackmus 270.

  Ladschiwerd 388.

  laiton 484, 573.

  laminae 475.

  Lapis calaminaris 593.

  -- canis 484.

  -- lazuli 54, 170, 262.

  Larbasis 632.

  Lasur 18, 116, 211, 377, 384, 387, 391, 395, 435, 441, 473, 475, 523.

  Lasurstein 170, 201, 262, 269, 376, 392, 398, 410, 443, 469.

  Lato 481.

  Laton 484, 573, 574.

  latta 573.

  latte(n) 573.

  Latven 573.

  Lauch 475.

  lauda 577.

  Lauge 390.

  Laugensalz 136.

  Läuse 414, 415.

  Lawsonia inermis 9, 270.

  laxiva 474.

  Lazurin 469.

  Lazward 387.

  lead 577.

  Lebensjahr 63, 220.

  Lebenskraft 321, 669, 675.

  Lebenstrank 434, 435, 444, 445, 447, 448, 453, 455, 459, 460.

  Lebenswasser s. Wasser des Lebens.

  Leber 375.

  Leberschau 186, 556.

  Legierung 3, 8, 34, 44, 59, 68, 69, 71, 83, 105, 112, 116, 143, 256,
        275, 276, 278, 318, 323, 326, 359, 373, 400, 408, 411, 470,
        534, 572.

  Lehmbeschlag 85.

  Lehrbuch, chemisches 70.

  Leib und Seele 146.

  Leier 187.

  Leim 43, 115, 390, 476.

  Lein 325, 469.

  Leinen 15, 40, 270, 326, 518.

  Leinenbinde 99, 326.

  Leinöl 69, 466, 467, 469, 473, 476, 480.

  Leinwand 23.

  Leiter der 7 Planeten 254.

  Lemone 1, 116.

  Lenker der Schicksale 165, 174, 183.

  leod 577.

  lepida cyprina 549.

  Leuge 576.

  Leukanthemon 643.

  Libat 259.

  Liebe und Haß 131, 132, 133.

  Lilag 469.

  Lilie 214, 469.

  Limone 380.

  Ling-chi-tsao 453.

  Linsen 21.

  Lithargyrina 3, 143, 575.

  Lithargyros 5, 7, 63.

  Logoi spermatikoi 150, 157, 159, 316, 317, 319, 320, 321, 323.

  Logos 123, 139, 148, =149=, 150, 153, 154, =157=, 159, 194,
        196, 225, 230, 231, 234, 238, 245, 251, 316, 317, 319, 320,
        321, 381, 432, 452.

  loha 435.

  lôha 548.

  Lombarden 116.

  lood 577.

  Lorbeer 22.

  Lorbeerblatt 28, 73, 326.

  Lorbeerholz 28, 90.

  Losbücher 661.

  lot 577.

  Lötmittel 327.

  lottone 573.

  Löwe 223, 265, 667.

  luaide 577.

  Luchs 384, 536.

  Luchsstein 201.

  Lucifer 206.

  Luft 99, 121, 122, 125, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140, 141, 147,
        153, 154, 156, 160, 222, 223, 242, 245, 255, 259, 316-319, 344,
        365, 371, 372, 376, 413, 422, 431-433, 443, 461, 488, 491, 669.

  Lulazin 469.

  Lulax 469.

  Lunge 375.

  lutum 481, 663.

  Lychnis 19.

  Lynkurion 384, 536.


  Mafek 262, 539, 612.

  Mafrig 378.

  Magen 375.

  Magie 98, 173, 174, 193, 195, 203, 208, 224, 227, 236, 238, 245, 254,
        255, 279, 291, 301, 308, 310, 312, 313, 322, 328, 338, 341,
        349, 350, 419, 421, 422, 424, 438, 499, 500.

  Magier 173, 176, 183, 184, 209, 225, 269, 273, 286, 322.

  Magische Pharmakopöe 233.

  Magna Mater 243.

  Magnesia 5, 28, 32, 36, 40, 44, 47, 59, 64, 68, 69, 71, 74, 78-80,
        83, 89, 100, 102, 105-108, 110, 341, 343, 345, 359, 377, 384,
        392, 393, 395, 401, 415, 416, 418, 471, 659.

  -- cyprische 78.

  -- der Glasmacher 43, 70, 484.

  -- weibliche 69, 112.

  Magnesit 170.

  Magnes, männlicher 69.

  Magnet 28, 36, 38, 70, 131, 133, 240, 266, 366, 379, 385, 386, 392,
        395, 415, 416, 423, 509, 674.

  Magnetberg 386, 413, 415, 623, 678.

  Magnet der Weisen 641.

  Magneteisen 112, 386, 399, 440, 441, 610.

  Magnetis 384, 621.

  Magnetischer Stein 621.

  Magnetit 609.

  Magnetstein 74, 214, 331, 392, 399, 413, 417.

  Magnîsijâ 401.

  Mâh 676.

  Mâhabhûta 432, 443.

  Majolika 576.

  Makrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos.

  Makro- u. Mikrokosmos 60, 101, 120, 134, 138, 142, 151, 188, 196,
        202, 215, 218, 220, 366, 374, 375, 666.

  mâkshîka 448.

  Malachit 6, 16, 54, 73, 262, 327, 376, 377, 378, 384, 386, 391, 392,
        399, 414, 473, 523, 524, 539, 630.

  Malayen 519, 596.

  Malus eventus 234.

  Malvasier 116.

  Malz 24.

  Mandel 380.

  Mandragora 82.

  Mangan 377.

  Manganoxyd 271.

  Mangansuperoxyd s. Braunstein.

  Manghanese 467.

  Manichäismus 260, 290, 671.

  Manna 379.

  Männliches 47, 67, 80, 99, 344.

  -- und Weibliches 42, 47, 52, 57, 80, 99, 105, 108, 123, 129, 153,
        164, 201, 242, 254, 316, 342, 361, 407, 439, 457, 468, 509,
        511, 546, 547, 663, 667.

  mannweiblich 125, 164, 200, 201, 203, 316.

  Mantik 145, 153, 186, 193, 236, 279, 341.

  Mantille 116.

  maqad 417.

  Marcacide 484.

  Marchasita pallida 599.

  Marcurius 510.

  Margarita 388.

  Marienbad 50.

  Marienglas 14, 15, 53, 113, 548, 659.

  Mârkaschîtâ 405.

  Markasit 42, 44, 116, 359, 361, 365, 366, 368, 375-379, 384,
        388, 390, 392, 395, 401, 405, 413, 415, 418, 484, 598 (s.
        Schwefelkies u. Pyrit).

  markasita 448.

  Marmor 33, 170, 213.

  -- porphyriticus 474.

  -- römischer 116.

  Marqaschîtâ 401.

  Mars 128, 137, 165, 166, 168, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205,
        214, 215, 217, 219, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 441, 442,
        451, 452, 506, 514, 516, 667, 676.

  Martak 386, 388, 411.

  massa 573.

  Masse 6.

  Massener Ware 573.

  Masse, unerschöpfliche 5, 13.

  Mastix 469.

  Mastixöl 13.

  Materia prima 35, 36, 59, 79, 97, 99, 100, 139, 141, 147, 154, 302,
        320, 491, 493, 501.

  Materie 154, 156-160, 196, 232, 241, 243, 254, 316, 317, 319, 323.

  Matrix 80, 342, 360.

  Maulbeerbaum 21.

  Maulbeersaft 19, 22.

  Maultier 131, 317.

  Maximaltarif 291.

  Maza 5, 6, 13, 22, 44, 47, 69, 74, 78, 143, 324.

  Medizin 49, 80, 103, 105, 572.

  Medizinische Mantik 233.

  Medreseh 464.

  Meduse 50.

  Meerschaum 11.

  Meersperber 266.

  Meerwolle 673.

  Mehl 271.

  Mehltau 11.

  mein 590.

  Meister der Kunst 267.

  Mekonion 14.

  Melasse 410.

  Melinum 518.

  melium 469.

  Melongena 380.

  men 611.

  Menesch 474, 476.

  Mennige 8, 11, 18, 28, 33, 34, 59, 73, 86, 87, 100, 270, 326, 345,
        360, 368, 379, 386, 388-391, 395, 398, 405, 414, 436, 441, 469,
        473, 575.

  Menschentöchter 310, 311.

  Menschlein 80.

  Menstrualblut 47, 305, 317, 324, 343, 380, 441.

  Mercurius philosophorum 97.

  Merkur 87, 128, 137, 164-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206,
        208, 214-219, 255, 256, 259, 286, 287, 321, 427, 441, 442, 451,
        452, 506, 534, 667, 676.

  Merwarid 388.

  Mesdem 682.

  Mess 573.

  messe 573.

  messen 573.

  Messias 220.

  messinc 573.

  Messing 5, 34, 36, 71, 89, 91, 111, 143, 217, 290, 331, 359, 372,
        373, 378, 386-388, 398, 399, 403, 409-414, 417, 420, 422,
        423, 436, 437-443, 468, 472-475, 481, 484, 506, 527, 554,
        =570=, 573, 592, 594, 595, 597, 598, 611, 681.

  Messing-Stadt 423.

  messnic 573.

  Mestem 631.

  Metabolé 52, 79, 140, 141, 147, 148, 158, 314, 315, 342, 344.

  Métalk 517.

  Metall 136, 142, 210, 211, 215, 250, 255, 256, 313, 322, 347, 348,
        350, 352, 373, 376, 377, =378=, 380, 389, 391, 401, 407,
        416, 430, 451, 452, 471, 474, 488, 489, 491, 492, =517=,
        547.

  Metallarbeiten 273, 285.

  Metallarii 518.

  Metall, etesisches 106.

  Metallgötter 541.

  Metallkalk 88.

  Metall, saturnisches 219.

  Metallurgie 301.

  Metall, weiches 221.

  Metaxa 115.

  Meteoreisen 607, 612, 620, 625.

  Meze 573.

  miess 573.

  Mikrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos.

  Milch 13, 14, 19, 20.

  -- der Frau 84.

  -- -- schwarzen Kuh 84, 88, 305, 325, 665.

  -- -- unbefleckten Jungfrau 367.

  Milchstraße 199.

  Milz 375.

  mînâ 398.

  Mine 522.

  Mineral 136, 137, 142, 373, 376, 380.

  Mineralsäuren 71, 114, 115, 394, 414, 446, 487, 491, 492, 494.

  Minium 8, 11, 28, 81, 87, 90, 92, 475.

  Mirrich 676.

  Mis 420.

  Mischmetall 217, 218, 220, 250, 251, 256.

  Mischung der Elemente 127, 131, 143, 215.

  -- richtige 196.

  miss 573.

  missinc 573.

  Misy 7, 8, 10, 20, 23, 36, 44, 87, 93, 644.

  Mithras-Armee 251.

  Mithrasdienst =247=, 513.

  Mithraskult 184.

  Mithrisches Mysterium 326, 346.

  Mittelwesen 157.

  Mittler 243, 248, 251.

  mliwom 577.

  Mochus 379.

  Mögliches u. Wirkliches 139.

  Mohn 469.

  Mohnöl 476.

  Mohnsaft 12.

  Moly 325, 662.

  Molybdaína 575.

  Molybdochalkos 47, 78, 79, 80, 83, 107, 359.

  Monat der Philosophen 99.

  Mond 10, 57, 64, 70, 95, 108, 128, 137, 146, 162-165, 170, 171, 173,
        175, 177, 181, 184, 186, 187, 194, 200, 203, 204, 206, 209,
        211, 212, 214, 215, 217, 219, 222, 232, 243, 252, 253, 255,
        256, 269, 287, 312, 343, 347, 348, 349, 371, 374, 375, 378,
        403, 405, 413, 430, 440, 441, 442, 451, 452, 453, 456, 506,
        519, 525, 528, 634, 667, 674, 676.

  Mondmonat 168, 187.

  Mondstation 351, 375.

  Mondstein 441.

  monetarii 291.

  Monopol 270, 276, 518.

  Morgenstern s. Morgen- u. Abendstern.

  Morgen- u. Abendstern 123, 137, 163, 164, 166, 181, 188, 194, 206,
        667.

  Mosaïk 474, 476.

  moess 573.

  mösch 573.

  Möschnic 573.

  mosengju 573.

  moss 573.

  Mösschinen 573.

  Mössinc 573.

  mossu 573.

  Mounds 535.

  mufragh 378.

  Multiplicatio 7, 429, 467.

  mulwa 577.

  Münze 530, 533, 575.

  -- astrologische 514.

  Münzfälscher 287, 333, 510.

  Münzfälschung 74, 429, 504, 505.

  Münzprägung 264.

  Münzwesen 290.

  Murdâsang 405.

  murmeln 175.

  Murmeltier 266.

  Muschel 32, 33, 535.

  Muschtari 676.

  Mütter 372, 412.

  Mutter der Berge 618.

  -- -- Metalle 416.

  Mutterschoß 246, 324, 325, 336.

  Mykenische Kultur 522, 528, 543, 554, 575, 581, 616.

  Myrobalane 112, 380, 445.

  Myrthe 379.

  Myrthenzweig 368.

  Myssink 573.

  Mysterien 328.

  -- des ~Osiris~ 181.

  Mysterium 39, 92, 101, 236, 244, 247, 248, 251, 304, 308, 344.

  -- großes 77, 79.

  -- mithrisches 83, 178.

  Mystik 341, 350.


  Nabât 644.

  Naft 403, 415.

  Nâga 436, 441, 579.

  Naga-Jihwa 436.

  Nâgam 442.

  Nâhîd 374, 676.

  Namen =240=, 244, 672.

  namru 553.

  Naoscha 385, 457.

  Naphtha 246, 266, 373, 378, 385, 403, 413, 415, 418, 548.

  Naphtha-Feuerwerker 548.

  Nardspiel 676.

  narm âhan 409, 413.

  Narrensteuer 205.

  Narzisse 214.

  Nateph 76.

  Natron 70, 385, 413.

  Natter 234.

  Natur der Planeten 215.

  -- -- Sterne 210.

  -- freut sich etc. 32, 33, 47, 64, 66, 97, 105.

  -- kalte 210, 219, 677.

  natura naturans 149, 150.

  Naturphilosophie 512.

  Nausadir 385 (s. Nûschadîr).

  Nauschâdar 414 (s. Nûschadîr).

  Naûschadîr 377 (s. Nûschadîr).

  Navasara 440.

  Nebu 259.

  Neger 609.

  Neid der Dämonen 51.

  Nemesis 219.

  Nephrit 456, 458.

  Nermahâni 399.

  Nestorianer 41, 257, 355, 370, 425, 446.

  Neuplatoniker =157=, 193, 199, 203, 236, 238, 252, 254, 316,
        317, 320, 350, 432, 513.

  Neupythagoräer =152=, 199, 203, 228, 230, 235, 238, 244, 281,
        315, 316, 317, 319, 337, 341, 350.

  Nickel 539, 553, 592, 610.

  Nichtseiendes 135.

  Niello 6, 471, 473, 474, 475.

  nigellum 6, 471, 473, 475.

  Nigromancia 499, 679.

  nihilum album 594.

  Nike 219.

  Nilschwelle 343.

  nila 441, 469.

  Niragh 259.

  Nitrelaion 39.

  Nitroma 13.

  Nitron 8, 9, 10, 16, 23, 37, 39, 42, 83, 97, 102, 107, 375, 377,
        378, 385, 390, 395, 469, 474, 476.

  Nitron, ägyptisches 52.

  Nomismation 665.

  n-tinkon 271.

  Nub 520.

  Nub en nun 520.

  Nub en set 520.

  Nuhâs 386, 378, 413.

  Nukra 420.

  Null 353, 674, 675.

  Nura 384, 385.

  Nûs 132, 133, 230, 231, 234, 238, 671.

  Nûschadîr 369, 377, 385, 398, 401, 403, 404, 408, 409, 411, 440, 457,
        548.

  Nuß 21.

  Nußbaum 415, 469.

  Nußöl 22, 466, 473, 476, 480.

  Nyâya 433.


  Obere Elemente 242.

  Oberster der Künstler 54, 267.

  Oberste Ursache 254.

  -- Vernunft 254.

  Obrussa 274, 525.

  obryza 525.

  obryzatum 525.

  obryzum 525.

  Obsidian 6, 554, 611.

  Ochsenzunge 24, 270.

  Odermennig 232.

  Ofen 401.

  -- automatischer 42.

  Ofenbruch 572, 592.

  Ofen der Glasmacher 92.

  Ogdoas 239.

  Ohren der Schlange 326.

  Okapi 576.

  Oker 28, 33, 70, 87, 90, 92, 271, 274, 384, 441, 468, 473, 474, 475,
        524, 678.

  Oktaeder 127, 135, 136, 372.

  Öl 12, 17, 18, 21, 22, 38, 50, 59, 269, 271, 380, 418, 469, 620.

  Ölbaum 14, 59, 140.

  Öl der Eier 42.

  Oleum laterinum 480, 485.

  Olivenholz 14, 17.

  Olivenöl 474, 476.

  Ölkitt 85.

  olovo 577.

  Olymp 128.

  Omajjade 356.

  Ondanique 614.

  Onyx 214.

  Ophiten 81, 214, 234, 337.

  Ophiuchos 60.

  Opium 379, 443.

  Orakel 236.

  Orange 116, 380.

  or bruni 560.

  Oreichalkos 591.

  Organist 269.

  Organon 373.

  Orgel 269, 373.

  Orichalcum 5, 34, 90, 111, 137, 189, 468, =571=, 587, 591.

  Orichalkum, Nikäanisches 36.

  Orion 168.

  Orphik 153, 230, 235, 237, 265.

  Orphiker 186, 188, 199, 200, 201, 218, 238, 316, 317, 320, 643.

  Orseille 9, 19, 21-24, 270.

  Ort, natürlicher 121, 136.

  Oski 526.

  Ostrea 473.

  ottone 573.

  Oxalsäure 657.

  Oxydation 381.


  Packfong 596.

  Paeonia 232, 325, 662.

  Paideros 23.

  Palette 49, 88.

  Palingenesia 124, 179, 230.

  Palme 380.

  Palmholz 211.

  Panacee 65, 232, 324, 508.

  Panbabylonier 161, 162.

  Pancaloham 442.

  pandium 469.

  Panspermia 132.

  Pantheismus 230.

  Papier 465.

  Pappel 390.

  Papyrus 2, 6, 9, 44, 182.

  Papyrus-Codices 2.

  Papyrus verschlucken 182.

  paraçu 546.

  pârada 437, 438, 440, 441.

  Parallelität 120, 138, 151, 188, 189, 196, 666.

  paramânu 433.

  Pânzahr 388.

  Pech 5, 18, 19, 323, 372, 377, 410, 413, 476, 478, 484.

  pecunia 544.

  Pergament 9, 465, 469, 471, 474, 476.

  Peripatetiker 145, 147, 316, 318.

  Perlen =13=, 38, 44, 109, 113, 216, 276, 286, 287, 299, 306,
        311, 312, 313, 329, 366, 377, 379, 380, 391, 395, 402, 409,
        410, 419, 441, 459, 467, 660.

  Perlit 625.

  Perlmutter 13, 392, 410, 459.

  Persisch s. Persien.

  peruku 546.

  Petersilie 481.

  Pe-tong 417.

  Peucedanum 232.

  Pewter 596, 599.

  Pfahlbauten 576.

  Pfau 532.

  Pfauenei 223, 246, 324, 527.

  Pferd 131, 317.

  Pfingstrose 232, 325.

  Pflanzenasche 434, 435, 484.

  Pflaumengummi 476.

  Phaëthon 188.

  Phainon 137, 188.

  Pharmakon 8, 16, 17, 49, 52, 64.

  -- des Lebens 67, 80.

  Pharmuthi 48, 58, 99.

  Pharus 213.

  Phiale 49, 77, 80, 344.

  Philister 613.

  Philosophisches Ei 320, 400, 404, 494.

  -- Gold 321.

  Philosophischer Stein 320, 322, 324, 387.

  Phlomos 232.

  Phosphor-Bronze 552.

  Phosphorescenz 50.

  Phosphorescieren 113.

  Phosphoros 137, 188, 351.

  Phrygische Asche 571, 592.

  Phykos 9, 270.

  Physis 121, 133.

  Pi 457.

  Piautre 596.

  pilakku 546.

  pilindz 561.

  Pistazia Therebinthus 34.

  pittala 439.

  Planeten 70, 77, 81, 87, 91, 105, 123, 128, 138, 141, 145, 146, 151,
        152, 155, 164-168, 174, 175, 181-186, 194, 195, 199, 200, 202,
        204-209, 211, 215, 216, 221, 222, 230, 232, 235, 241-245, 248,
        250, 251, 253, 256, 257, 259, 286, 287, 322, 334, 341, 343,
        347, 350, 352, 360, 366, 374-376, 389, 395, 400, 402, 407, 413,
        416, 419, 421, 425, 430, 431, 433, 441, 442, 443, 449, 451,
        452, 458, 489, 498, 499, 500, 506-510, 512-515, 519, 667, 670,
        671, 674-676, 679.

  Planeten-Charakter 166.

  Planeten-Dämonen 239, 259, 309, 499.

  Planeten-Dienst 202.

  Planeten-Farben 204.

  Planeten-Fresken 515.

  Planetengeister 241, 254, 671.

  Planetengötter 151, 165, 173, 175, 176, 199, 203, 210, 212, 219, 242,
        244, 250, 251, 321, 322, 407, 669.

  Planeten-Idol 514.

  Planeten-Metalle =210=, 211, 215, 217, 218, 303.

  Planetennamen 188.

  Planetenreihe 171, 172, 184, 187.

  Planeten-Seelen 676.

  Planeten-Siebenheit =164=, 165, 167.

  Planetensiegel 256.

  Planeten-Tafel 425.

  Planeten-Typen 514.

  Planeten und Körperteile 233.

  -- -- Lebensstufen 220.

  -- -- Weltalter 220.

  Planetenwoche =171=, =184=, 209.

  Planeten-Zahl 667, 668.

  Planetenzeichen 350.

  plata 573.

  Platin 264, 512, 531.

  Platoniker 208.

  Platonische Körper 127.

  Platonisches Jahr 189.

  Platyophthalmón 532.

  Plejaden 167, 168, 298.

  Pleonasmos 7.

  Pleroma 52, 239, 245.

  Pléroma der Kunst 346.

  plinj 561.

  plumbum alcalai 588.

  -- akaleum 588.

  -- album 580, 587.

  -- argentarium 587.

  -- candidum 580, 587.

  Pneuma 38-40, 52, 55, 57, 70, 78-80, 83, 84, 87, 94, 97, 101, 113,
        122, 127, 128, 137, =142=, 144, =145=, 147-150,
        154-158, 196, =197=, 198, 224-227, 232, 234, 238, 245-247,
        251, 303, 305, 306, 316-322, 324, 327, 338, 339, 344, 345, 352,
        381.

  -- göttliches 219, 223.

  Pneumatiker 150, 318.

  Pneumatische Bräute 239.

  Podien 594.

  Pómpholyx 93, 390, 592, 594, 598.

  Porphyr 110, 467, 474.

  porphyriser 116.

  Porzellan 213, 394, 399, 411, 422, 460, 461, 677.

  Porzellangefäß 256.

  Posch 474, 476.

  Pox 474.

  Prasinum 273, 475.

  Prima-Asem 5.

  Prima-Purpur 23.

  Prima-Silber 12.

  Primel 325.

  primum ens 597.

  Probierstein 472.

  Projektion 43, 79, 84, 94, 107, 492.

  Projektions-Pulver 436, 439, 447.

  projizieren 9, 36, 51, 82, 101, 320, 326, 367, 475.

  Prophet 64, 98, 238, 239.

  Prophetes 268.

  Pseudárgyros 591, 592.

  Psyche 97, 108, 196, 197, 338, 344, 671.

  Psyllium 481.

  Puch 632, 633.

  pulad 409, 614.

  pulafat 614.

  Pupille 300, 301, 336.

  -- der Augen 67, 87, 101, 302, 335, 342, 364.

  Purpur 9, 18, 20, =22=, 26, 32, 38, 44, 45, 270, 271, 276, 278,
        312, 327, 329, 332, 395, 469, 473, 518.

  Purpurissum 271.

  Purpurschnecken 9, 21, 543.

  Purpur, unvergänglicher 23.

  Pygmäen 609.

  Pyramiden 54, 257, 258, 282, 422, 423, 428, 610.

  Pyrit 8, 14, 16, 34, 36, 42, 44, 64, 69, 70, 86, 90, 92, 93, 327,
        377, 384, 390, 392, 418, 435, 439, 440, 469, 562, 645 (s.
        Markasit u. Schwefelkies).

  Pyrôeis 137, 188.

  Pyrolusit s. Braunstein.

  Pythagoräer 188, 201, 208.


  Q s. K.

  Qabîlah 401.

  qalah 409.

  Qalaî 412, 588.

  qalamî 411.

  qalî 404, 409, 417, 420.

  qalʾijj 378, 402.

  Qamar 676.

  Qandîl 401.

  Qara 401.

  qazdîr 409, 417.

  Qualität 37, 38, 39, 69, 79, 93, 128, 130, 133, 136, 138, 140, 143,
        147, 148, 150, 156, 159, 317, 318, 320, 321, 367, 371, 372,
        381, 402.

  Quecksilber 4-10, 12, 14, 32-36, 39-49, 52, 59, 64, 65, 69, 73,
        78, 81-90, 92, 94, 97, 99, 100, 105, 108, 111-114, 116, 142,
        216-218, 222, 256, 269, 277, 284, 289, 303-305, 309, 321, 326,
        336, 342-352, 359-369, 373, 376-382, 385-390, =391=,
        392-395, 399-420, 423, 428, 434-448, 457-460, 467-469, 473,
        475, 485, 488-492, 502-512, 524, 597-599, =600=, 603,
        606, 634-636, 641, 677-681.

  Quecksilber, abgestorbenes 69.

  Quecksilber-Amalgam 274.

  Quecksilber, fixiertes 69.

  -- getötetes 604.

  Quecksilbernitrat 115.

  Quecksilberoxyd 87, 386, 414, 487.

  Quecksilbersalbe 603.

  Quecksilber-Schmierkuren 606.

  Quecksilber, sublimiertes 69.

  Quecksilber-Teich 604.

  Quecksilber, zweites 83.

  Quelle 373.

  quinta essentia 154.

  Quintessenz 154, 508.


  Rabe 79.

  Radium 513.

  Rahu 431, 441, 442.

  rajata 530.

  Rakete 479, 480.

  rame 549.

  Rangordnung 136.

  râsa 434, 435, 437, 440, 447.

  rasâcht 410.

  Rasaka 436, 437, 595.

  râs al sâbûn 411.

  Rasâs 386, 388, 404, 412, 413, 417.

  rasâs al qalaî 404, 408.

  rasâs al usrub 404.

  rasas qalî 411.

  Rasâyana 435.

  Rätsel des ~Agathodaimon~ 101, 105.

  Rauchquarz 16.

  Rauchtopas 16.

  rauda 548.

  raudhâ 546, 548.

  raudo 548.

  raudunes 548.

  raudus 544.

  Rauschgelb 679.

  Rauschgold 274.

  Rauschnarkose 199.

  rauta 541, 546, 548, 629.

  Realgar 5, 6, 10, 28, 33, 34, 36, 87, 102, 277, 345, 392, 393, 403,
        409, 410, 413, 434, 435, 439, 440, 441, 457, 458, 678.

  Regenbogen 87, 101, 372.

  Regenwasser der Alten 84.

  Reifen der Früchte 143.

  Reihe der Planeten s. Planetenreihe.

  Reinheit, kultische 323, 341.

  Reinigung 236.

  Reis 409, 561.

  Reiswasser 15.

  Rennarbeit 609, 619, 624.

  Rettigöl 28, 34, 69.

  Rettigwasser 84.

  Rezept 352.

  Rezipient 49.

  Rhamnus 23, 325.

  Ricinus 47.

  Ricinusöl 17, 18, 28, 34, 69.

  Ricinuswasser 84.

  Rind 214, 391.

  Ring, platonischer 159.

  Risigallo 679.

  Ritual 99, 174, 235, 239, 241, 251, 343.

  rôdh 548.

  rohita 431.

  Rohsoda 16, 39.

  Romantik 511.

  Römisches Harz 487.

  Rose 214, 373.

  -- der hl. ~Maria~ 325.

  Rosenkreuzer 495.

  Rosenöl 110, 369.

  Rosenwasser 110, 404, 418, 492.

  Rost 137.

  Rosten 381.

  Rot der Palmen 116.

  Roteisenstein 8, 18, 22, 28, 33, 87, 417, 467, 468, 539, 610.

  Rötel 8, 18, 87, 271, 274, 384, 386, 390, 468, 469, 475, 485, 524,
        678.

  Roter Schwefel 416.

  Rotes 80.

  -- Blut 101.

  -- Haus 267.

  -- und Weißes 99.

  Rotguß 596.

  Rotholz 473.

  Rötung 35, 47, 53, 65, 79, 94.

  roudhos 546, 548.

  roy 548.

  Rübe 6.

  Rübe, rote 9.

  Rubin 18, 211, 441, 443.

  Rubrica 475.

  Rückgrat des Osiris 179.

  ruad 548.

  ruda 541, 546, 548.

  rudhira 548.

  rudru 548.

  Rûh-i-Tûtijâ 420.

  Rührstock 111, 435.

  Ruß 49, 69, 94, 271, 302, 475.

  Rûy 420.


  Saʾad 410.

  Sabbat 185, 669.

  Sabh 214.

  Sâburqâni 399.

  Sacal 537.

  Sachtah 412.

  Sacrium 537.

  saffâr 408.

  Safflor 8, 21, 24, 270, 271.

  safr 553.

  Safran 8, 9, 28, 32, 34, 82, 111, 390, 466, 467, 468, 474, 475, 644,
        666.

  Saft 318, 372, 373.

  Saiten 244.

  -- der Lyra 123, 128.

  Sakai 537.

  Sakramente 239, 242.

  Sakrament des Ehegemaches 239.

  sal coctum 479.

  -- comatum 481.

  -- commune grossum 479.

  -- indum 479.

  -- gemmae 116.

  -- nitrum 107, 114, 116.

  -- petrosum 490.

  Salamander 81.

  Salbe der Philosophen 500.

  saliva 476.

  Sallniter 510.

  Salmiak 107, 114, 117, 258, 335, 358, 368, 369, 375, 377, 379, 385,
        =392=, 394, 398, 401, 403, 404, 405, 413, 414, 417, 418,
        436, 439, 440, 457, 484, 487, 491, 548, 681.

  Salnitro 488.

  salonitro 116.

  Salonitron 488.

  Salpeter 9, 107, 114, 116, 377, 385, 394, 401, 460, 479, 480, 487,
        488, 490, 491, 644.

  Salpetersäure 114, 487, 488.

  Salz 5, 8, 9, 12, 70, 136, 142, 269, 292, 365, 373, 375, 377-379,
        385, 392, 395, 401, 413, 414, 435, 469, 473, 474, 475, 480,
        508, 510, 518, 527, 584.

  -- ammonisches 73, 74.

  -- der Mauern 394.

  -- -- Sonne 416.

  -- kappadozisches 75.

  Salzschaum 12.

  Salz von China 394.

  Salzwasser 12, 16.

  Sambucus 475.

  Samen 34, 45, 53, 57, 64, 69, 80, 94, 125, 132, 142, 149, 150, 154,
        159, 197, 229, 305, 315, 316, 317, 319-326, 342, 345, 360, 369,
        380, 441 (s. Sperma).

  -- der Metalle 416.

  -- des Ammon 325.

  -- -- Herakles 325.

  -- -- Hermes 438.

  -- -- Siva 440, 442.

  Sâmkhya 432.

  Samniten 556.

  Samos 289.

  Samstag 185.

  Sandbad 40, 50, 115.

  Sand, gelber 33, 39, 41, 83, 93.

  -- goldfarbiger 109.

  -- roter 33, 83.

  Sandarach 5, 6, 8, 32, 33, 36, 41, 52, 69, 82, 83, 86, 92, 214, 379,
        389, 392, 393, 416, 466, 467, 470, 473, 587, 634, 677, 678.

  sandarus 389.

  Sandelholz 403.

  Sandyx 69, 270, 473, 678.

  San-fuh 453.

  Sapphir 18, 214, 217, 441.

  Sapîdrûy 418.

  Sapo gallicus 485.

  Saptaratna 443.

  sarandsch 398.

  Sarder 18.

  Sarkokolla 410.

  Satansstein 387, 415.

  Saturn 128, 137, 165, 166, 170-172, 181, 184-188, 205, 206, 210,
        214-220, 255, 257, 259, 286, 288, 431, 441, 442, 451, 452, 506,
        534, 667, 676.

  Sauerstoff 460, 461.

  Säulen des Herkules 554.

  Säure 37, 440.

  -- mineralische 71.

  Sbiadâr 418.

  Scabiosa 639.

  Scammonia 23.

  schabah 412, 636.

  Schabattu 171.

  Schabb 384, 414.

  Schabh 378, 393, 399.

  Schachspiel 676.

  Schachtelhalm 21.

  Schâdanah 401.

  Schaf 255.

  Schakk 44, 403, 405.

  Schams 676.

  Schandschart 386.

  Scharfes Wasser 393.

  Scharlach 21, 270, 327.

  -- galatischer 24.

  Schatz des Priamos 522.

  Schaum des Typhon 325.

  Schaumnitron 9, 13, 102.

  Scheidewasser 114.

  Schekel 292.

  Schiefer 262.

  Schießpulver 394, 418, 477, 629, 634.

  Schiffsbauch der Sphäre 128.

  Schiiten 199.

  Schildkröte 113.

  Schirmsafflor 302.

  Schlange 60, 65, 66, 74, 81, 177, 178, 214, 224, 225, 233, 234, 237,
        242, 246, 247, 251, 265, 305, 313, 325, 337, 343, 347, 391,
        663, 665, 672.

  Schlangengreif 225.

  Schlangenrohr 49, 85.

  Schlangenstab 337.

  Schlangenverehrung 125.

  Schleim 137, 318.

  Schlüssel 251.

  -- der Erkenntnis 251.

  -- des Thot und Hermes 55, 232.

  Schmelzbarkeit 136.

  Schmelzen 142.

  Schmiede 267, 268, 273, 521, 525, 682.

  Schmiedeeisen 622.

  Schmiedekunst 608, 626, 628.

  Schminke 312, 313, 630-632.

  Schminknapf 630.

  Schmirgel 379, 476, 611.

  Schnee 132.

  Scholastik 482, 490.

  Schöllkraut 7, 16, 17, 19, 21, 82.

  Schreiber des Himmels 302.

  Schreiberengel 221.

  Schreiberschwärze 94.

  Schröpfkopf 224.

  Schule von Athen 160.

  Schule von Salerno 606.

  Schutzengel 141, 515.

  Schwangerschaft 70, 342, 375.

  Schwarzblei 302.

  Schwarzdorn 475.

  Schwarze, das 361.

  Schwärze 69, 103, 302-304, 336, =341=, 671.

  -- aus Stimmi 38.

  Schwarze Brühe 47, 62, 81, 100, 302, 303, 305.

  Schwarzer Geist 88.

  -- Saft 47.

  Schwarzes 52, 79, 94, 101.

  -- Präparat 302.

  Schwarz, indisches 113.

  Schwarzkupfer 300, 303, 540.

  Schwarzland 300, 301.

  Schwarzpulver 477, 479, 482, 487, 490.

  Schwarz, skythisches 17.

  Schwärzung =36=, 47, 52, 65, 68, 79, 87, 94, 100, 105, 111, 302,
        307, 320.

  Schwefel 6, 8, 16-20, 24, 32, 33, 36, 39-44, 47-49, 52, 59, 64, 69,
        74, 81-84, 89, 93, 97, 99-101, 105, 112, 115, 116, 142, 277,
        305, 309, 321, 326, 342-345, 354, 359-362, 366, 368, 373,
        376-391, 395, 401-407, 411-419, 435, 436, 439-441, 444, 447,
        448, 457-461, 468, 469, 474-480, 485-492, 502-510, 548, 603,
        635, 636, 641, 678, 680.

  Schwefelantimon 32, 34-36, 68, 73, 88, 116, 217, 341, 365, 369,
        384, 390, 392, 409, 484, 587, 629, 630 (s. Antimonsulfid u.
        Grauspießglanz).

  Schwefelarsen 5, 34, 39, 73, 369, 384, 390, 392, 401, 404, 437 (s.
        Arsensulfid).

  -- gelbes 7, 23, 33 (s. Arsensulfid, gelbes).

  -- rotes 6, 53, 69, 86 (s. Arsensulfid, rotes).

  Schwefelblei 34, 38, 42, 59, 100, 345, 384, 389, 410, 435, 575, 630,
        631, 634.

  Schwefelblumen 390.

  Schwefelcalcium 114.

  Schwefel der Philosophen 42.

  Schwefeleisen 592.

  Schwefel, gelber 39, 40, 79, 392.

  -- gelöster 90.

  Schwefelkies 7, 8, 20, 36, 42, 375, 377, 390, 405, 418, 441, 448 (s.
        Markasit u. Pyrit).

  Schwefelkupfer 42, 82.

  Schwefel, lebendiger 82.

  Schwefelleber 8, 487.

  Schwefelmilch 88, 487.

  Schwefelnatrium 42.

  Schwefel, roter 383, 392.

  Schwefelsäure 115, 367, 401, 446, 487, 488.

  Schwefel, schwarzer 39, 69.

  Schwefelsilber 34, 474, 543.

  Schwefel, unverbrennlicher 59, 362.

  Schwefelwasserstoff 84.

  Schwefel, weißer 28, 33, 39, 40, 79, 392, 393.

  Schweflige Säure 84.

  Schweineblut 23, 70.

  Schweiß 437.

  Schweißen 619.

  Schwertlilie 475.

  Scilla 325.

  Sebennion 20.

  Seele 142, 144, 149, 154, 157, 225, 232, 239, 243, 250, 254, 316,
        317, 319, 321, 376, 459, 667, 671.

  Seelenwanderung 124, 199.

  Sefidrûy 409, 417, 420, 596.

  Seide 115, 116, 380.

  Seidelbastsame 16.

  Seidenzeug 115.

  Seife 24, 70, 86, 88, 114, 117, 369, 390, 418, 470, 485, 662, 670.

  Seifenkraut 20.

  Seifenlauge 411.

  Seifenstein 459.

  Seifenwurzel 9, 20, 23, 24.

  Seisarat 369.

  Selene 95, 137, 155, 188, 204.

  Selenit 5, 33, 53, 113, 390.

  semen psillii 481.

  Sempervivum 14, 232.

  Sepia 33, 117.

  Sepsis der Isis 105, 341.

  Septizonium 171, 207, 250, 514.

  Serapeion 75, 78, 96, 191, 268, 346.

  Serifa 617.

  Servus fugitivus 41, 83, 409.

  sethala 620.

  Sethianer 178, 576.

  Sibiltu 220.

  Sibylle 220.

  sidabras 530.

  Sieben 115.

  Siebener-Tage 171.

  Siebengottheit 163, 167.

  Sieben Metalle 102.

  Siebentägige Fristen 171.

  Siebenzahl 123, 167, =182=, 187, 242, 374, 421, 428, 430, 433,
        516, 669.

  Siegelerde, lemnische 93.

  Siegelsteine 203.

  Siën 453, 454, 457, 459.

  sifr 386, 388, 399, 403, 410.

  Sigle 26.

  Signatstern 641.

  Silber 4, 5, 7, 8, 11, 13, 32, 34, 38, 40, 56, 58, 65, 69, 77-84,
        88-91, 94, 95, 99, 101, 105, 110, 111, 114, 116, 136, 137, 142,
        170, 189, 211-221, 242, 250, 256, 262, 264, 267, 268, 273-277,
        286-291, 298, 299, 304, 305, 309, 312-314, 318, 320-326,
        329-332, 342-351, 366-368, 373, 375-380, 384-391, 395, 399,
        402-405, 408, 410-423, 434-443, 453, 456, 458, 460, 461, 468,
        470-475, 485, 489, 493, 497, 500, 502, 506, 507, 512, 519-525,
        =527=, 529, 532-537, 546, 558, 577, 587, 589, 598, 612,
        613, 634, 680.

  Silber, ägyptisches 90.

  Silberblei 45.

  Silberblick 43, 393, 470.

  Silbergärung 80.

  Silber, gelbes 33.

  Silberhefe 103.

  Silberkies 36, 86.

  Silber-Mensch 81.

  Silbernitrat 115, 487.

  Silberschaum 33.

  Silberschrift 7, 44, 471.

  Silbertinte 465.

  silubr 530.

  Sîm 442.

  Simâb 677.

  Sîm-i-Suchtah 420.

  Sin 259.

  Sindura 436.

  Sinnbilder der Gestirne 163, 165.

  Sinopis 8, 10, 28, 475, 524.

  sipri zakur 170.

  sirebro 530.

  Sirene 137, 244.

  Siricum 468.

  Sîrîkôn 390.

  sîsa 577, 588.

  Skarabäus 54, 178, 200, 322.

  Skorpiuros 20.

  Smaragd 16, 31, 58, 73, 102, 211, 214, 217, 272, 278, 331, 377, 387,
        388, 399, 414, 415, 441, 443, 471, 518.

  -- falscher 524.

  Smerrud 387.

  smid 628.

  smîdr 628.

  smitha 628.

  Soda 8, 17, 20-24, 107, 271, 377, 434, 435.

  Sodalauge 13.

  Sohn Gottes 232.

  Solidus 665.

  Sol invictus 248.

  Soma 38, 39, 83, 135, 140, 160.

  Sonne 10, 26, 57, 78, 81, 82, 87, 95, 128, 137, 146, 154, 162-166,
        170-178, 184-187, 194, 200, 203-206, 211-214, 217, 222, 230,
        232, 242, 243, 248, 249, 253-256, 259, 307, 312, 322, 346-349,
        371, 374-378, 395, 405, 430, 431, 440-=442=, 451-453, 516,
        519, 521, 525, 666, 667, 674, 676.

  Sonne als König 184.

  Sonnenkäfer 54, 211, 267.

  Sonnenkind 305.

  Sonnenstein 19, 441.

  Sonnentempel 520.

  Sonnenuhr 186.

  Sonnenvogel 246.

  Sonnenwasser 326.

  Sonntag 184, 185.

  Sophien-Kirche 566.

  Sory 8, 36, 90, 93.

  Sothis 228.

  Spannkraft 147.

  Speautre 596, 600.

  Speichel 476.

  Spelter 596, 599.

  Sperma 47, 53, 99, 317, 319, 343, 345, 362, 369 (s. Samen).

  Sphäre 137, 174, 175, 188, 199, 200, 232, 242-245, 250, 255, 338,
        345, 352, 371, 372, 421, =499=, 515.

  Sphären-Dämonen 195.

  Sphärenharmonie s. Harmonie der Sphären.

  Sphärenmusik s. Harmonie der Sphären.

  Sphâtika 443.

  Spiauter 418, 596, 599, 600.

  Spiegel 90, 91, 556, 562, 563, 590.

  Spießglanz 34, 35, 36, 369, 417 (s. Antimonsulfid).

  Spießglas 38.

  spilendzi 561.

  Spina 475.

  Spiritus 148, 321.

  Spodós 86, 93, 592, 594.

  Spottkruzifix 185, 576.

  Sprechen, rechtes 198.

  Spreu 264, 266.

  staen 582.

  stagnum 582.

  Stahl 45, 137, 220, 310, 379, 386, =388=, 399, 404, 409, 413,
        423, 440, 441, 475, 611-617, 620, 623-628.

  Stahl, chinesischer 213, 422.

  -- damascierter 112.

  -- indischer 112.

  Stahlspiegel 399.

  stannum 582, 584, 587.

  Stärke 470.

  Stater 292.

  -- ptolemäischer 2.

  Steckmuschel 673.

  Stein, etesischer 86, 105, 107.

  -- der Franken 415.

  -- der kein Stein ist 44, 45, 62, 110, 178, 326, 345.

  -- -- Philosophen s. Stein der Weisen.

  -- -- Weisen 53, 65, 77, 91, 105, 110, 295, 298, 308, 314, 320,
        341, 345, 362, 365, 368, 419, 427, 445, 458, 489, 493, 494,
        507, 510, 512, 673, 680.

  -- phrygischer 23, 33, 92.

  -- des Quecksilbers 83.

  -- schwarzer 70.

  Steinbock 219, 285, 286.

  Steinkohle 413.

  Steinsalz 116, 479 (s. Salz).

  Steinzeit 519, 520, 535, 538, 539, 544, 546, 556.

  Stellvertretung 166, 667.

  Stem 631.

  Sten 582.

  Steresis 158, 302.

  Sterne 146, 154, 162, 215, 317, 321, 332, 430.

  Sterndämon 321.

  Stern der Erde 390.

  -- -- Weisen 641.

  Stern des Antimoniums 641.

  Sterndeutung 497.

  Sterndienst 174, 181, 185, 186, 202, 252, 254.

  Sterngeister 138, 241, 255, 310.

  Sterngötter 137, 141, 152, 189, 210, 215, 321.

  Sternschnuppe 321.

  Stibeos 638, 639.

  Stibi 377, 393, 631-636.

  Stibium 640.

  Stier 177, 214, 223.

  Stilbon 137, 188, 194, 351.

  Stimmi 32, 35, 40, 42, 43, 47, 68, 69, 73, 100, 102, 108, 116, 201,
        217, 341, 384, 393, 587, =631=, 632-636, 641, 642, 646.

  -- anglicum 641.

  -- italisches 44.

  -- koptisches 62.

  -- der Philosophen 42.

  Stoa, jüngere 195.

  Stoff und Form 153, 159.

  -- -- Kraft 116.

  Stoïker 203, 219, 315-317, 319, 320, 341.

  Strahlblume 643.

  Strahlen der Sterne 215.

  Strahlenkrone 249.

  Streupulver 39, 44 (s. Xerion).

  Struthion 20.

  Stuck 273.

  Stufenjahr 220.

  Stufenturm 189, 250, 668.

  Stupa 434.

  Stypteria 28, 659.

  Sublimat 14, 42, 44, 59, 112, 117, 369, 375, 393, 412, 420, 423, 437,
        447, 459, 487, 604, 640.

  Sublimation 40-50, 52, 57, 75, 98, 289, 305, 344, 369, 391, 401, 409,
        412, 436, 439, 447, 602.

  Sublimieren 37, 82, 394, 487.

  Sucinum 537.

  Sufr 399, 410, 412, 527.

  Su-Marchaschi 388.

  Surb 420.

  Surma 439, 440, 631.

  Süßholz 116.

  suta 437.

  Syenit 551.

  Symbolik 236.

  Sympathie 38, 151, 159, 183, 197, 202, 208, 210, 254, 313, 325, 329.

  -- und Antipathie 134, 146, 343.

  Synagogé 483.

  Synkretismus 53, 189.

  Synthese, chemische 657.

  Syrisches Glas 378.


  Tabarzad-Zucker 392.

  Tabaschir 15, 441.

  Tabasi(s) 14, 16.

  Tabula smaragdina 663.

  tacht 574.

  Tag des Herrn 185.

  Tah-Shih 444.

  Tai-kih 452.

  Tal 412.

  Taliqûn 378, 412, 414, 420, 678.

  Talisman 91, 404, 422, 457.

  Talk 5, 33, 53, 108, 109, 113, 357, 365, 368, 377, 384, 387, 390,
        392, 405, 415, 438, 441, 459.

  Tamarinde 380.

  tamassos 543.

  Tâmba 442.

  tambâja 574.

  Tâmran 442.

  Tan 459, 590.

  Tang 312.

  Tang-Dynastie 459.

  Tanger 389.

  Tanmâtra 432.

  Tannenharz 476.

  tannur 369, 401, 614, 617.

  Tan-sha 459.

  Tao 452, 454, 456, 457, 459.

  taqtîr 409.

  târa-mâkshîka 448.

  Tarichéia s. Tarichie.

  Tarichie 59, 99, 106, 108, 301, 302, 305, 327, 341, 645.

  Tartaros 111, 112, 117, 219.

  Tartarum 112, 666.

  Tartarus 485.

  tasʾîd 409.

  Tatanagam 436.

  Tatarisches Salz 385.

  Taube 178, 214.

  Taubenkot 7.

  Tau des Herrn 323.

  Technik =261=.

  Technites 5, 19, 25, 36, 269, 273, 278, 280, 281, 326.

  techset 611.

  Teer 479.

  tehset 611.

  teht 574.

  Telchinen 609, 617, 618.

  temes 617.

  Tempelberg 169.

  Tempel der sieben Pforten 91.

  -- -- -- Planeten 216.

  -- des Knuph 305.

  Tempelindustrie 268, 274.

  Tempelküche 55.

  Tempelturm 165, =168=.

  Tempel-Werkstätten 275, 276, 278, 279, 281.

  Temperament 372, 373.

  tenor 147.

  Teou-Schih 559.

  terebentinum 480.

  Terpentin 480.

  Terpentinharz 18.

  Terpentinöl 467.

  terra de Michna 481.

  -- sigillata 93.

  Tetraeder 127, 135, 136, 372.

  Tetrasomie 35, 38, 47, 62, 78, 81, 97, 324, 326, 336, 343, 344.

  Thenaker 70.

  Theologie 154.

  Therapeuten 156.

  Therebinthe 34, 59.

  Thermospodien 85, 97.

  thesed 551.

  Theurgie 208, 254, 281.

  Thiniten 261, 520, 540, 551, 631.

  thisd 551.

  Tiára 348.

  Tierischer Magnetismus 511.

  Tierkreis 163, 165, 183, 186, 206, 209, 210, 343, 351, 374, 451, 676.

  Tierkreisbild 334, 499, 516.

  Tierzahn 466.

  Tilâ 420.

  tin 590.

  tind 600.

  tindr 600.

  Tinkal 70, 378, 389.

  Tinkâr 70, 359, 378, 389, 392, 414.

  Tinktur 31, 105, 278, 320, 491, 492, 508, 676.

  Tinte 55, 74, 79, 416, 423, 475.

  -- der Schreiber 302.

  Tîr 374, 676.

  Titanos 33.

  Tochter der Perser 42, 44.

  Todsünde 199, 242.

  Tolma 219.

  Tombacco 574.

  Tombak 442.

  Ton 84, 136, 142, 372.

  Tonart 106.

  Ton der Philosophen 401, 677.

  Töne 373.

  Tonerde 13, 17, 20, 23, 85.

  -- kimolische 20.

  Tonstöpsel 85.

  Tonus 156, 317.

  Tonwaren 43, 273, 477.

  Topas 14, 211, 377, 441.

  Tore 250, 251.

  -- der 7 Himmel 216, 223.

  Totenbeigaben 2, 26.

  Toten-Erwecken 67.

  Traganth 399.

  Traganthgummi 7, 14, 22, 43.

  tran 580.

  Träne des Isis 325.

  Transmutation 64, 67, 80, 97, 103.

  Trapu 442, 588.

  Traube 20.

  Traumdeuterei 193.

  Trester 20.

  Treue Brüder 369.

  Tribikos 49, 85, 344.

  Trichitis 481.

  Trinkbares Gold 503.

  Triplosis 5, 13, 330.

  trishna 431.

  Trismegistos 226.

  Trockenheit 123, 127, 130, 136, 147, 316.

  Tropfmetall 221.

  Tropfzink 591.

  Tscheng 600.

  Tschou-Dynastie 559.

  Tu 636.

  Tuchia 491.

  Tuciu 574.

  tudsch 412.

  Tumbac 574.

  Tuntzy 574.

  turba 483.

  Türhüter der Sphären 243.

  Türkis 211, 262, 272, 376, 388, 413, 441, 539, 548.

  Turkesa 388.

  Tusche 45.

  Tuschie 594.

  Tutanag 599.

  Tutanega 413, 596.

  Tutenage 436, 596.

  Tutia 71, 76, 111, 117, 365, 384, 390, 395, 401, 409, 413, 436, 481,
        485, 491, 570, 574, 593, 594, 665, 675.

  -- femina 369.

  Tutia marina 369.

  Tûtijâ 401, 405, 409, 410, 412, 415, 419, 420 (s. Tutia).

  -- der Weisen 411.

  Tutta-Nagam 436.

  Tuttha 436, 441, 446.

  Tuttham 436.

  Tyche 219.


  Udal 394.

  Ulme 469.

  umae 548.

  umajo 548.

  Umfärbung 37, 39, 344, 360.

  Umwandlung 37, 79, 87, 94, 97, 99, 122, 136, 141, 142.

  Unbegrenztes 134, 135.

  Unser Blei 35, 47, 48, 62, 78, 79, 100, 101, 302, 634.

  -- Bleiweiß 83.

  -- Essig 35.

  -- Gold 79, 321.

  -- Kalk 82, 83.

  -- Kupfer 47, 78, 83.

  Unsere Magnesia 87.

  Unser Silber 62.

  -- Tau 101.

  Unsterblichkeit 124, 178, 180, 238, 324, 335, 494.

  Unsterblichkeits-Trank 201, 230, 239, 446, 453, 455, 456, 458, 459,
        519.

  Urfeuer 148.

  Urin der Jungfrau 99.

  Urmaterie 79, 121, 134, 135, 140, 147, 155, 158, 223, 296, 302, 303,
        318, 320, 341, 371, 394, 400, 402, 412, 432.

  Ur-Pneuma 197.

  Urstoff 35, 121, 122, 129, 132, 139, 160, 222, 314, 315.

  urudu 541, 546, 548, 553.

  Uruki 170.

  urreïda 548.

  Urwasser 122, 178.

  Uschnan 401.

  Uschschak 357.

  Usem 530.

  Usia 138, 139, 147, 148, 156.

  -- der Seele 149.

  Usrub 379, 386, 388, 402, 404, 413.

  Usrundsch 386, 388, 405.

  utâl 663.

  Utârid 255, 676.


  Vâc 432.

  Vaisêshika 433.

  Valentinianer 51, 226, 239.

  Vanga 440, 442.

  Vangam 442.

  Vartaloha 439, 442.

  vas aquae bullientis 492.

  Vasasiddha 437.

  Vater der Metalle 416.

  Vaterunser 115.

  Veilchen 373, 469.

  Vel-Ijam 594.

  Veneda 476.

  Venerandus felix 234.

  Venetum 273, 469.

  Ven-Kalam 594.

  Venus 128, 137, 163-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206, 214,
        217, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 321, 347, 431, 441, 442,
        451, 452, 506, 519.

  -- barbata 200, 667.

  Verbascum 232.

  Verbena 325.

  Verbrennung 381.

  Verdichtung 121, 122, 132, 136.

  Verdünnung 121, 122, 132, 136.

  Verfüttern der Perlen 13, 114, 391, 467, 503.

  Vergißmeinnicht 325.

  Vergoldung 3, 8, 34, 43, 266, 274, 465, 470, 472-475, 602.

  Verklärte 198.

  Vermählung 47, 129, 136, 318, 322, 342, 419.

  -- der Naturen 80.

  Vermeil 469, 473, 485.

  vermiculum 473.

  Vermilio 485.

  Vernitio 476.

  vernix 116, 473, 481.

  verre 537.

  Versilberung 3, 34, 470, 475.

  Verwandtschaft 36, 42.

  Verzinnung 586, 590, 629.

  vesica 476.

  vetro 537.

  Vier Geister 368.

  Vierzahl 246.

  Viole 214.

  Virga aurea 225.

  Viride hispanicum 474, 475.

  -- salsum 475.

  Vision 76, 77, 80, 82.

  Vitreolum 491.

  Vitriol 6, 7, 9, 21, 42, 47, 70, 79, 90-93, 114, 353, 369, 373, 377,
        378, 384-395, 401, 403, 413-416, 469, 484, 487, 491, 599, 659,
        665.

  -- gebrannter 9.

  -- grüner 437.

  -- römischer 114, 116, 488.

  -- weißer 600.

  vitriolum 42, 469.

  Vitriolum romanum 116.

  vitrum 481, 537, 549.

  -- graecum 476.

  Vogel 84.

  Vogelgreif 265.

  Vokale 203, 244, 672.

  Vorbedeutung 207.

  Vorbeizung 15.

  Vorsokratiker 186.


  Wachs 14, 15, 17, 49, 85, 97, 271, 469, 476.

  Wachsbehandlung 49.

  Wachsen und Reifen 142.

  Wage 550.

  Wagen der Planeten 137.

  Wahrer Name 174, 175, 177, 182, 198, 240.

  Waid 11, 16, 17, 21, 23, 24, 410, 473, 537.

  Wal 113.

  Walnuß 22.

  Wanderschmiede 610, 624.

  Wärme 121, 122, 127, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316.

  Wars 44, 399.

  Wasser 99, 121, 122, 125-130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153, 154,
        156, 160, 173, 175, 222, 223, 245, 259, 316-319, 344, 365,
        371-373, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 460, 461,
        488, 491, 669, 671.

  Wasserbad 40, 43, 394, 401, 418, 492.

  Wasser des Abyssos 59.

  -- -- ewigen Lebens 489.

  -- -- Herrn 221.

  -- -- Lebens 180, 223, 246, 259, 304, 322, 326, 335, 552.

  Wasser, filtriertes 86, 88.

  Wassergold 263.

  Wasser, göttliches 8, 34, 39, 40, 42, 47, 48, 52, 67, 68, 84, 94, 97,
        99, 101, 103, 105, 113, 114.

  -- göttlichstes 39.

  Wassermann 219, 285, 286.

  Wasser, neues 179, 181.

  Wasserrad 269.

  Wasser, schwefliges 8, 39.

  -- schwefligstes 39.

  -- skythisches 33, 83.

  -- süßes 86.

  Weibliche, das 344.

  Weibliches 80, 99.

  Weiberwerk 77, 341.

  Weihrauch 202, 300, 399.

  Weihwasser 304.

  Wein 75, 143, 315, 422, 426, 428, 491.

  Weingeist 471, 480, 482, 640 (s. Alkohol).

  Weinstein 9, 22, 33, 97, 112, 292, 475, 476, 480, 485.

  Wein, toter 143.

  Weisheit, göttliche 157.

  Weißblech 629.

  Weiß der Ifrangis 387.

  Weißen 36, 47, 76, 77, 78, 90 (s. Weißung).

  -- und Gilben 61, 64, 108.

  Weißer Hermes 408.

  -- Vitriol 600.

  -- Vogel 387.

  Weißes Haus 267.

  -- Kupfer 571.

  -- und Rotes 78.

  Weißgold 4, 264, 531.

  Weißkupfer 291, 292.

  Weißmessing 572, 597.

  Weißmetall 378.

  Weißsieden 292.

  Weißung 6, 13, 34, 36, 47, 52, 65, 79, 87, 94, 105, 302, 307 (s.
        Weißen).

  Weizen 140, 324, 491.

  Weltachse 137, 250.

  Welt als Organismus 151.

  Weltenbecher 425.

  Weltenei 54, 125, 126, 178, 200, 246, 317, 323, 326, 431.

  Weltfeuer 123, 148.

  Weltgeist 226, 303.

  Weltordnung 317.

  Weltregenten 202.

  Weltseele 123, 126, 141, 148, 157, 197, 254, 317, 371, 374.

  Weltvernunft 148.

  Werg 115.

  Wetterläuten 569.

  Wetzstein 415.

  Widderhorn 644.

  Wiederbelebung 52, 86, 222, 223, 245, 287, 300, 304, 321-323, 326,
        327, 335, 344, 361, 367, 447, 509.

  Wiedergeburt 124, 249, 338.

  Wind 122, 125, 173, 176, 222, 431.

  Winkel 127.

  Wirkliches 139.

  Wirkungen der Sterne 210.

  Wismut 599, 642.

  Wissenschaft der Wage 419.

  Woche 171, 519, 669.

  -- ägyptische 182.

  Wolf 214.

  -- der Metalle 641.

  Wolfram 625.

  Wolfsmilch 11, 21.

  Wolke 344.

  -- des Arsens 83.

  Wolle 19, 22, 44, 312.

  Wollmagnet 387, 415.

  Worte 244, 672.

  Wortwitz 185.

  Wucherblume 643.

  Wünschelrute 225.

  Würfel 372.

  Wurzeln aller Dinge 130.

  Wüstengold 570.


  Xerion 39, 40, 43, 45, 60, 65, 68, 69, 79, 80, 82, 87, 94, 101, 103,
        108, 111, 113, 297, 320, 326, 346, 359, 673.


  Yaçada 595.

  Yang 451, 452, 461.

  Yantra 448.

  ya-siao 385.

  yasada 595.

  yasoda 441.

  yavanestha 588.

  Yin 451, 452, 460, 461.

  ystaen 582.

  Yu 457.

  Yü 456, 458.

  Yu-Schih 571.


  Zabar 553.

  Zabargad 387.

  zâdsch 378, 384, 392.

  zafar 553.

  zafr 553.

  Zafrân 405.

  Zahl 7: 195.

  -- 40: 306.

  Zahlen 1-9: 371.

  Zahlenlehre 127, 153.

  Zahlenmystik 123, 128, 187, 244.

  Zahlenwerte 672.

  Zahlzeichen 672.

  Zambac 478.

  zandschafr 398.

  zandschâr 405.

  zar 526, 678.

  zaranya 526, 678.

  zarik 526.

  Zarnak 359.

  Zarnia 93.

  Zarnich 369, 375, 401, 403, 404, 410, 419, 678.

  Zarnik 384.

  Zarnika 93, 678.

  Zauber 179, 555, 556.

  Zauberbuch 156, 211, 309.

  Zauberei 182, 195, 279, 349, 424, 432, 438, 481, 499, 500, 664, 672,
        673.

  Zauberer 225, 240, 458, 498, 499.

  Zauberformeln 26, 91.

  Zauberhandlungen 104, 115.

  Zaubermittel 313.

  Zauberpapyrus 115.

  Zauberquadrate 372, 675.

  Zauberräder 160.

  Zaubersalbe 26.

  Zauberspiegel 339, 340, 423.

  Zaubertafel 334.

  Zauberworte 239, 245.

  Zâwûk 677.

  Zeichen 10.

  -- des Mondes 26.

  -- der Sonne 26.

  -- -- Sterne 674.

  Zein 590.

  Zeiten, richtige 205.

  Zelto 525.

  Zentralfeuer 128.

  Zeitmaß 115.

  Zeus 46, 95, 129, 137, 155, 200, 204, 217, 232, 240, 322, 349, 350,
        351, 352, 371, 374, 375, 376, 405, 408.

  zîbaq 409, 423, 677.

  Ziege 224.

  Ziegel, glasierte 170, 668.

  Ziegelöl 480, 485.

  Ziegenblut 23, 93.

  Ziffern, indische 675.

  Zijûg 677.

  zijuka 41, 677.

  zikkarat 164.

  Zikkurat 168, 169, 668.

  Zimmerholz 128.

  Zimtholz 211.

  zin 590.

  zincho 600.

  zinco 600.

  Zincken 597.

  zindschafar 411.

  Zindschâr 386, 388, 411.

  Zink 5, 7, 142, 290, 404, 415, 418, 420, 436-439, 441, 442, 448,
        456, 458, 548, 570, =591=.

  Zinkasche 594.

  Zinkblume 594, 598, 599.

  zinke 600.

  Zinkerz 457.

  zinko 600.

  Zinkoxyd 71, 93, 111, 117, 390, 485, 600.

  Zinn 3-7, 12, 13, 32, 34-38, 43-45, 56, 59, 61, 69, 78, 79, 81, 83,
        86, 88, 91, 92, 95, 112, 131, 142, 143, 148, 160, 170, 189,
        213, 216-221, 250, 255, 264, 280, 287, 290, 291, 303, 317-322,
        326, 343, 344, 347, 349, 351, 352, 367, 368, 373, 375, 377-379,
        386, 388, 391-395, 402-405, 408, 409-415, 417, 420, 423, 435,
        437, 439-443, 456, 458, 460, 467-475, 488, 497, 506, 507, 519,
        520, 529, 549-561, 571, =577=, 596-598, 613, 630, 639,
        642, 681.

  Zinnamalgam 465.

  Zinnfolie 466, 468, 581.

  zinnisat 164.

  Zinnober 8, 10, 11, 18, 22, 28, 32-36, 39-43, 59, 69, 73, 77-80, 83,
        87-92, 97, 112, 270, 271, 274, 277, 283, 309, 326, 327, 342,
        345, 362, 375, 376, 384-390, 392, 398, 405, 407, 410, 411,
        414, 416, 423, 436-441, 444-447, 457-460, 466-469, 473, 475,
        484-487, 597-602, 605, 634.

  Zinnober der Philosophen 79, 81, 94.

  Zinnoxyd 170, 384.

  Zinnschmuck 578, 591.

  Zinnschrei 43.

  zint 600.

  Zirnich 384, 387.

  Ziwag 395.

  Ziwaka 677.

  Zodiakus 205, 210, 669.

  zoloto 525.

  Zuchal 255, 676.

  Zucker 350, 380, 470.

  Zuckersyrup 410.

  zudschâdsch 369, 378.

  Zuhrâ 676.

  Zündsatz 74.

  Zundschufr 386, 388, 405, 414.

  Zwiebel 24, 395, 415.

  Zwitter 80, 83, 99, 164, 316, 345, 392, 508, 676.

  Zwölfzahl 187.




Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz A. G., Würzburg.




Schriften des nämlichen Verfassers:


  =Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den
  ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation.= (Leipzig
  1890; 474 S.)

  =Die Entwicklung der Deutschen Zuckerindustrie von 1850 bis 1900.=
  Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Vereins der Deutschen
  Zuckerindustrie. (Leipzig 1900; 341 S.)

  =Die Chemie der Zuckerarten.= 3. Aufl. (Braunschweig 1904; zwei
  Bände, 2004 S.)

  =Analyse der Rohstoffe, Erzeugnisse und Hilfsprodukte der
  Zuckerfabrikation.= (Berlin 1911, 115 S.; Bd. IV von =Lunge’s=
  „Chemisch-technischen Untersuchungsmethoden“, 6. Aufl.)

  =Die beiden Grundschriften der Rübenzucker-Fabrikation: A. S.
  Marggraf (1747) und F. C. Achard (1803).= Neuausgabe mit Anmerkungen
  (Leipzig 1907, 72 S.).

  =Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften.=
  (Leipzig 1906 und 1913; Bd. 1, 590 S.; Bd. 2, 491 S.)

Ferner:

  =Gemeinverständliche nationalökonomische Vorträge; geschichtliche
  und eigene Forschungen, von weil. Prof. Dr. Wilhelm Neurath.=
  Herausgegeben von Prof. Dr. =Edmund O. von Lippmann=. (Braunschweig
  1902; 308 S.)




Verlag von Julius Springer in Berlin W 9.


  * =Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine.=
  (1899-1906.) Von =Emil Fischer=. 1906.
        Preis M. 16,--; geb. M. 17,50

  * =Untersuchungen in der Puringruppe.= (1882-1906.) Von =Emil
  Fischer=. 1907.      Preis M. 15,--; geb. M. 16,50

  * =Untersuchungen über Kohlenhydrate und Fermente.= (1884-1908.) Von
  =Emil Fischer=. 1909.      Preis M. 22,--; geb. M. 24,--

  * =Organische Synthese und Biologie.= Von =Emil Fischer=. +Zweite+,
  unveränderte Auflage. 1912.     Preis M. 1,--

  * =Neuere Erfolge und Probleme der Chemie.= Experimentalvortrag,
  gehalten in Anwesenheit S. M. des Kaisers aus Anlaß der
  Konstituierung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der
  Wissenschaften am 11. Januar 1911 im Kultusministerium zu Berlin. Von
  =Emil Fischer=. 1911.      Preis M. --,80

  =Untersuchungen über die Assimilation der Kohlensäure.= Sieben
  Abhandlungen. (Aus dem Chemischen Laboratorium der Bayerischen
  Akademie der Wissenschaften in München.) Von =Richard Willstätter=
  und =Arthur Stoll=. Mit 16 Textabbildungen und einer Tafel. 1918.
        Preis M. 28,--; geb. M. 36,--

  * =Untersuchungen über Chlorophyll.= Methoden und Ergebnisse. Aus
  dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Von Prof. Dr. =Richard
  Willstätter=, Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie,
  und Dr. =Arthur Stoll=, Assistent des Kaiser-Wilhelm-Instituts für
  Chemie. Mit 16 Textfiguren und 11 Tafeln. 1913.
        Preis M. 18,--; geb. M. 20,50

  * =Geschichte der Pharmazie.= Von =Hermann Schelenz=. 1904.
        Preis M. 20,--; geb. M. 22,50

  * =Zur Geschichte der pharmazeutisch-chemischen Destilliergeräte.=
  Von =Hermann Schelenz=. Mit vielen Abbildungen im Text. 1911.
        Preis M. 3,--


  * _Hierzu Teuerungszuschlag._


Fußnoten:

[1] „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869) 1, 17.

[2] ~Goethes~ „Werke“ (Weimarer Ausgabe) Bd. 15, 80; Vers 6415 ff.

[3] Stuttgart 1868; 7, 404

[4] „L’astrologie grecque“ (Paris 1899) 51, 578, 207, 548, 579, 573.

[5] „De natura rerum“, lib. 1, Vers 641.

[6] Vgl. ~Bodenstedt~, „Aus dem Nachlasse des ~Mirza Schaffy~“ (Berlin
1877) 71; der Gedanke entstammt einem persischen oder arabischen
Dichter, doch habe ich mir leider vor Jahren weder +seinen+ Namen
angemerkt, noch den des +Übersetzers+.

[7] Frei übersetzt in Anlehnung an ~Deussen~, „Geschichte der
Philosophie“ (Leipzig 1908); 1 (3), 5.

[8] ~Pauly-Wissowa~, „Real-Enzyklopädie des klassischen Altertums“
(Stuttgart 1894 ff.) 6, 807.

[9] Berlin 1898; 1, Vorr. 3, 9.

[10] Auf mancherlei Feinheiten der Orthographie mußte jedoch,
derzeitiger typographischer Schwierigkeiten halber, verzichtet werden.

[11] Wie ein Briefwechsel mit Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~H. Diels~
feststellte, gibt es von diesem Werke Exemplare im Pariser
Original-Einbande, bei denen die Titelblätter von Bd. 1 und 2
verwechselt sind!

[12] Beitr. I, 97 ff.

[13] Coll. I, 28 ff.; Arch. 266 ff.

[14] Coll. I, 21; ebd. 5, 19 ff., 54, 73, 200 f.

[15] S. dessen Beschreibung Or. 80 ff.

[16] „Papyrus Graecus Holmiensis“ ed. ~Lagercrantz~ (Upsala 1913);
auf diese Ausgabe beziehen sich im folgenden die Seitenzahlen ohne
besondere Bezeichnung.

[17] 54 ff., 89; vgl. 45 ff.

[18] 50, 137 ff.

[19] 53; vgl. Coll. I, 4, 200; Or. 87; Intr. 4.

[20] 94.

[21] 119; für eine Herabsetzung bis ins 4. Jahrhundert
spräche aber nach ~Wessely~ der Gebrauch von νόμισμα nach der
diokletianisch-constantinischen Münzordnung, neben Münzen wie στατὴρ
Πτολεμαικός, ptolemäischer Statér („Chrysographie“, in den „Wiener
Studien“ 1890; 12, 263).

[22] 77.

[23] 96, 121 ff.

[24] 96 ff.; die Bemerkung ἄλλως findet sich auch häufig in den
gleichzeitigen Zauberpapyri (~Dieterich~ „Abraxas“, Leipzig 1891, 189,
193).

[25] 99.

[26] 94.

[27] 130 ff., 136, 141.

[28] S. ~Lippmann~, „Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“
(A. Nat. 2, 268), sowie ~Lippmann~, „Abhandlungen und Vorträge zur
Geschichte der Naturwissenschaften“ (Leipzig 1913) 2, 64.

[29] Die Perlen-Rezepte erinnern in vielen Einzelheiten an die aus viel
späterer Zeit unter dem Namen des sog. Arabers ~Salmanas~ überlieferten
(99); s. unten.

[30] 90 ff.; von den Purpur-Rezepten haben die beiden Papyri nur drei
gemeinsam (103).

[31] Arch. 268, 272, 270; κρᾶσις und κρᾶμα gebraucht im nämlichen Sinne
u. a. schon ~Aristoteles~.

[32] Berlin 1872.

[33] Bei ~Herodot~ (lib. 1, cap. 50) heißt sie Weißgold, χρυσὸς λευκός.

[34] Coll. I, 62, 82, 251; Or. 88 ff., 214 ff.

[35] Arch. 268; Coll. I, 62 ff.

[36] Arch. 268, 284, 298.

[37] ebd. 280; 272.

[38] Arch. 270.

[39] ebd. 284, 290.

[40] Coll. I, 30, 32, 46.

[41] Arch. 272.

[42] Die Trefflichkeit und Zweckmäßigkeit der Kupfer-Arsen-Legierung
rühmt noch ~Newton~ gelegentlich der Anfertigung seiner
Spiegelteleskope! (~Gerland~, „Geschichte der Physik“, München 1913,
638.)

[43] Arch. 298.

[44] Arch. 272.

[45] ebd. 276, 296.

[46] ebd. 296.

[47] ebd. 270, 284.

[48] ebd. 268, 272.

[49] ebd. 270, 274.

[50] ebd. 296. ~Phimenes~ ist vielleicht identisch mit ~Pammenes~ (Or.
46); ein ~Pammenes~ wurde nach des Tacitus „Annalen“ (lib. 16, cap.
14) wegen Betreibens verbotener „chaldäischer“ Zauberkünste aus Rom
ausgewiesen.

[51] ebd. 270, 290.

[52] Arch. 271.

[53] PW. 1, 1338.

[54] S. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 117, 135.

[55] Arch. 274.

[56] Arch. 282; Coll. I, 37.

[57] Arch. 290.

[58] ebd. 282.

[59] ebd. 286.

[60] ebd. 278; Or. 88 ff., 214 ff.

[61] Arch. 280, 284, 296.

[62] Arch. 280.

[63] ebd. 286, 284.

[64] ebd. 284.

[65] ebd. 280, 282, 294.

[66] ebd. 294.

[67] ebd. 294.

[68] ebd. 294.

[69] ebd. 286, 280.

[70] ebd. 268.

[71] ebd. 286, 292.

[72] ebd. 294.

[73] ebd. 286.

[74] ebd. 288.

[75] ebd. 274, 298, 300.

[76] ebd. 274; Or. 92.

[77] Coll. I, 14, 15, 47.

[78] Arch. 300.

[79] Arch. 300; Coll. I, 47.

[80] Arch. 288.

[81] ebd. 274, 279.

[82] ebd. 288, 297, 292.

[83] ebd. 288, 294, 282.

[84] ebd. 292.

[85] ebd. 282.

[86] ebd. 286.

[87] ebd. 292.

[88] ebd. 284, 290.

[89] Arch. 288, 290.

[90] ebd. 290.

[91] ebd. 302.

[92] ebd. 302, 304.

[93] ebd. 306.

[94] ebd. 302, 304.

[95] ebd. 304.

[96] ebd. 302.

[97] ebd. 302, 304.

[98] ebd. 302, 303.

[99] ebd. 302, 303.

[100] ebd. 302.

[101] ebd. 302, 304.

[102] ebd. 302, 304.

[103] ebd. 302.

[104] ebd. 302.

[105] Vgl. Coll. I, 28, 30, 45.

[106] Coll. I, 41, 49, 34; keinesfalls kann Aphronitron = Salpeter
sein, was ~Berthelot~ als möglich annimmt.

[107] Arch. 302, 304.

[108] Coll. I, 21.

[109] Beitr. 97 ff.

[110] Coll. I, 27.

[111] Arch. 300.

[112] Coll. I, 25, 47; näheres über diesen Gegenstand s. weiter unten.

[113] „Deutsche Litteraturzeitung“, Bd. 34, S. 901. (1913)

[114] 50.

[115] Diese sind desto entschuldbarer, als der Verfasser nicht
in seiner Muttersprache schreibt, wodurch in einem Falle wie dem
vorliegenden die Schwierigkeit ganz außerordentlich erhöht wird!

[116] 29.

[117] 16.

[118] Vgl. ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhundertes“,
„Chemiker-Zeitung 1913, 933.

[119] 147.

[120] Vielleicht ist auch zu lesen: Essig und Alaun der Färber; 148.

[121] 3.

[122] Die ganz mißverständliche Übersetzung dieser Stelle auf S.
156 hat betreffs der Amaurosis bereits ~Diels~ berichtigt (a. a. O.
905). Es kann aber auch Anthrax nicht „Kohle der Kupferschmiede“
sein, die man in Essig „einweichen“ soll, und von der weiterhin nicht
mehr die Rede wäre; vielmehr bedeutet Anthrax hier Glanzkupfer (ein
gutes, reines, glänzendes Kupfer), so wie das Wort an anderer Stelle
(29) den metallisch glänzenden Indigo bezeichnet, und so wie man die
reine glänzende Steinkohle Anthracit benennt. Die Anweisung, das
Quecksilber in κένωμα μήκωνος einzugießen („Ausleerung von Mohnsaft“
sagt ~Lagercrantz~) geht wohl auf eine Vorreinigung hinaus; ob hierbei
der oft erheblich gerbsäurehaltige Saft der Mohnblätter, Mohnöl, oder
ein anderes, durch Decknamen verstecktes Präparat in Frage kommt,
bleibe dahingestellt. -- Die Anwendung des Harnes von Säuglingen,
kleinen Kindern und Schwangeren, der Milch von Wöchnerinnen, namentlich
„der Frau, die einen Knaben geboren hat“, u. dgl. schreiben schon
altägyptische medizinische Papyri nicht selten vor, z. B. der „Papyrus
Ebers“, der um 1500 v. Chr. abgefaßt ist.

[123] 5.

[124] 4, 151; 3.

[125] 4, 5.

[126] Die Übersetzung „Korkkoralle“ (151) ist mir nicht verständlich;
~Dioskurides~ spricht in der angezogenen Stelle (lib. 5, cap. 126) vom
Salzschaume, den das Meer an Felsen absetzt, und der die Natur und
Kraft des Salzes hat.

[127] Nicht mit „Alaun und Glanzerde“ (152); eine Erde wäre auch in
Wasser nicht löslich.

[128] 5, 154.

[129] 5, 155.

[130] 10, 17.

[131] 6.

[132] Das λεπροῦνται = „aussätzig machen“ (6, 160) ist nur bildlich
zu nehmen, und von der Möglichkeit, durch abgestandene Hundemilch
wirklichen Aussatz hervorzurufen (100), kann natürlich nicht die Rede
sein.

[133] 6.

[134] 5.

[135] Anscheinend nicht sowohl „unverdorbenen“ (162), als „unmündigen“;
doch können vielleicht auch abergläubische Vorstellungen mit im Spiele
sein, die wirklich die Unverdorbenheit betreffen (ähnlich wie in
analogen Fällen die Jungfräulichkeit).

[136] 7; wenig wahrscheinlich ist es dem Wesen des Vorganges nach, daß
unter „Quecksilber“, so wie zuweilen in späterer Zeit nach ~Berthelot~,
auch hier schon Quecksilberchlorid (Sublimat) zu verstehen sei (~Löw~,
„Orientalistische Litteratur-Zeitung“ 1913, S. 405).

[137] 8.

[138] 9; der Saft der Wolfsmilch heißt bei ~Theophrast~ („Historia
plantarum“ lib. 9, cap. 8, 2) auch „Mekonion“.

[139] 19; die nicht recht klare Übersetzung (193) läßt hier mit Unrecht
an einen Aberglauben denken.

[140] 19.

[141] ~Plinius~ (lib. 36, cap. 30) führt das allmähliche Rotwerden
als eine Eigenschaft des von ihm Pyrit genannten, zum Mahlen von Korn
dienenden „Mühlsteines“ an, vermutlich eines scharfkörnigen, lockeren
und porösen, etwas eisenhaltigen Minerales. Vielleicht ist der hier
gemeinte „Pyrit“ die achatähnliche, gebänderte, zuweilen knochenartig
poröse Varietät des Feuersteins.

[142] 7.

[143] 8, 13.

[144] 193.

[145] 165 ff.

[146] Ferner (irrtümlicherweise) auch Alabastron in Oberägypten, den
Fundort des „Alabasters“ und des Marienglases, die beide nichts weiter
als besondere Modifikationen des Gipses sind.

[147] Siehe Ausführliches über Wesen und Geschichte des Tabaschirs
(indisch und persisch twâk-schîrâ = Rindenmilch) und über seine
Beziehungen zum Rohrzucker bei ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“,
Leipzig 1890, S. 76 ff.

[148] 12; nicht den „regenbogenfarbigen“ (177).

[149] 7, 16.

[150] nicht „warmem Kalk“ (164).

[151] 10, 13.

[152] 13.

[153] 180.

[154] 16.

[155] 13; man erinnere sich hierbei der Rolle des Kuhkotes, Hundekotes
usf. in der Färberei und Gerberei.

[156] 13, 16.

[157] 12.

[158] 177.

[159] 13, 19.

[160] nicht „Wickel“ (179).

[161] 110.

[162] 10; über diesen κόκκοςs. ~Dioskurides~ (lib. 5, cap. 170); er ist
nicht identisch mit Kermes (ebenda, cap. 48).

[163] 9, 14, 15, 19.

[164] 14.

[165] 16; nicht „bläulich“ (186).

[166] 16, 18, 19.

[167] 10.

[168] 9.

[169] 11, 174.

[170] 20.

[171] 8, 12.

[172] 9; „rauchähnlich“ = unklar, trüb, also minderwertig, so wie wir
von „Rauchquarz“, „Rauchtopas“ u. dgl. sprechen.

[173] 7, 22.

[174] 20.

[175] 9, 169.

[176] 12, 14, 19.

[177] 14, 23, 182.

[178] 22.

[179] 20; μέλαν bedeutet oft nicht wörtlich „schwarz“, sondern nur
dunkel, z. B. ἰνδικὸν μέλαν = Indigo, Dunkelblau.

[180] ὑγράν nicht „flüssig“ (165), sondern gelöst, so wie ὕδωρ oft
nicht „Wasser“ sondern Lösung oder Schmelze.

[181] 8, 11; 20, 22.

[182] nicht „Erweichen“ (177).

[183] 12.

[184] 19.

[185] 11.

[186] 22.

[187] 20; ὑγρά bedeutet nicht „flüssiges Harz“ (165), sondern
geschmolzenes, das man aber unmöglich „im Mund halten“ kann (196);
vielleicht bezeichnet στόμα ein Gefäß (etwa wie unser „Kopf“ = Tasse),
oder es sollte nicht von στόμα (Stoma) die Rede sein, sondern von
(στάμνον (Stamnon = Gefäß)?

[188] 9, 169.

[189] 9.

[190] 12, 14.

[191] 11, 12, 22; „Lehm“ kann nicht wohl gemeint sein.

[192] 11.

[193] 12.

[194] 22.

[195] 8, 12, 14, 19, 23.

[196] daß man „den Topf mit Talg überziehen soll“ (177), ist sichtlich
eine irrtümliche Auffassung.

[197] 19, 23.

[198] 14.

[199] 8.

[200] nicht „Dampf“ (165).

[201] 8, 17.

[202] 14.

[203] 20.

[204] 11.

[205] nicht „Terpentinbalsam“ (175).

[206] nicht „als Dampf“ (176).

[207] 9.

[208] 17.

[209] nicht „Carneols“ (163).

[210] nicht „damit das Blut nicht gerinnt“ (163); Essig zu „Blut“
gefügt, würde es ja gerade gerinnen machen.

[211] Also druckfest gedichtet, nicht nur „verschlossen“ (163).

[212] 163.

[213] 7.

[214] 14.

[215] 164.

[216] 7.

[217] 28.

[218] ~Stephanides~ hält Krimnos für ἄγχουσα Λαοδικηνή, Anchusa aus
Laodike in Kleinasien, mit der sie eine Stelle der alchemistischen
Schriften in ~Berthelots~ Ausgabe gleichzusetzen gestattet (M. G. M.
13, 39).

[219] 18.

[220] 14, 20.

[221] 18.

[222] nicht „einer Trächtigen“ (184), die ja keine Milch hat.

[223] 15.

[224] 15, 18.

[225] 18; nicht „so entsteht gefärbter Hyacinth“ (191).

[226] 14, 15.

[227] Nach mir vor Jahren erteilter Auskunft von Geh.-R. Prof. Dr. ~R.
Pischel~.

[228] 15, 18; nach ~Plinius~ (lib. 16, cap. 11) wird auch der scharfe
Holzessig „Kedrion“ benannt.

[229] 15.

[230] 15.

[231] 18.

[232] 180.

[233] 16, 17.

[234] 17.

[235] 15.

[236] 16.

[237] nicht „rauhe“ (220).

[238] 24, 26, 39.

[239] 24, 26, 39.

[240] 24, 201.

[241] 24.

[242] 34.

[243] 25, 28, 40.

[244] 36, 39.

[245] 31, 40.

[246] 22; die Übersetzung (197) ist unklar.

[247] Vielleicht aus dem nach ~Plinius~ (lib. 13, cap. 21) sehr
berühmten Papyrus des Sebennytischen Gaues.

[248] 38.

[249] 31.

[250] 26, 27, 36, 40; „phrygischer Stein“ s. ~Dioskurides~ lib. 5, cap.
140; ~Plinius~ lib. 36, cap. 36.

[251] 28, 37, 38; nicht „rauhem“ Misy (226).

[252] 39.

[253] 26, 206.

[254] 27.

[255] 24.

[256] 24.

[257] 37, 225.

[258] 38.

[259] Die Übersetzung (227) ist nicht verständlich.

[260] 40.

[261] Nicht „Verschießen“ (231).

[262] 26; nicht „Eisenschlacke“.

[263] 26, 205.

[264] 205.

[265] 35, 220.

[266] 34.

[267] 29, 34.

[268] nicht „zerkauen“ (220).

[269] 34.

[270] nicht „zerkauen“ (220).

[271] Der Zusatz „in der Hand“ (220) ist nicht wörtlich zu nehmen.

[272] 34; Krapp heißt bei ~Dioskurides~ ῥίζα (Riza, Wurzel), und im
Neugriechischen ῥιζάρι (Rizari) oder (vermöge einer nicht seltenen
sprachlichen Umwandlung) ἀλίζαρι (Alízari), woher wieder der Ausdruck
Alizarin stammt (214). -- Vielleicht ist aber das al auch der arabische
Artikel?

[273] 38, 227.

[274] 38; κνῆκος ist nicht Safran, sondern Safflor, Carthamus (wie 25,
202).

[275] ὑγρά ist hier nicht „feucht“ (220), was ja auch dem Inhalte des
Nachsatzes widerspräche.

[276] Nicht „Salzigkeit“ (220).

[277] 34; s. oben.

[278] 22; 24, 25, 28.

[279] 36, 226.

[280] 38, 227.

[281] 24, 25, 202.

[282] 25, 37; Stoffnamen auf i sind häufig, z. B. ἄλφι, κίκκι, κόμμι,
πέπερι, σίλι, σίναπι, στίμμι (203).

[283] 24, 25.

[284] 224; auch nach ~Theophrast~ sind „königliche Nüsse“ = Walnüsse
(„Natur der Gewächse“, Üb. ~Sprengel~; Altona 1822, 2, 83, 124).

[285] 37.

[286] 198; ~Berthelot~ war die von ~Lagercrantz~ ermittelte Natur des
Komari nicht bekannt; nach ~Löw~ (a. a. O.) bleibt übrigens dessen
Erklärung des vieldeutigen Wortes noch durchaus fraglich.

[287] 25, 204.

[288] 23; als Kapnos bezeichnen ~Plinius~ (lib. 25, cap. 96) und
~Dioskurides~ (lib. 4, cap. 108) verschiedene Arten Fumaria.

[289] 22.

[290] 38; nicht „Lösen in Wasser“, und nicht „mit Milch“ (228).

[291] 28.

[292] 37, 36, 39, 40.

[293] 28, 208; vielleicht geschah das „Avivieren“ durch einen Extrakt
(ἄνθος = Blüte) von Kermes oder Krimnos.

[294] 26, 27.

[295] Nicht „Schlacke“ (207).

[296] Wohl kaum Kornkäfer (207)?; vielleicht ein Deckname.

[297] Blut- oder Rot-Eisenstein, vielleicht Zinnober (208).

[298] Keinesfalls +unsere+ Hyazinthe.

[299] 26, 27, 36; 207, 208.

[300] Nicht „Ballen“ (206).

[301] 26.

[302] 28.

[303] 34.

[304] 40.

[305] Nicht „in Wasser eines Schmiedes“ (217).

[306] 33, 217.

[307] 32, 33, 35, 216.

[308] 40.

[309] 32; Deckname?

[310] 25.

[311] Battistleinen 202?

[312] 25.

[313] 35.

[314] Nicht „Rötel“ (223), der auch in Essig unlöslich ist.

[315] 35.

[316] 36; Deckname?

[317] 31.

[318] 34, 219.

[319] 24.

[320] Deckname?

[321] 40.

[322] 31.

[323] 38, 228.

[324] 35, 36.

[325] 34.

[326] χρυσῖτις des ~Dioskurides~ (218).

[327] 33, 36, 37.

[328] 29, 30, 212.

[329] 35.

[330] 35; nicht „mit gesäuerter Seife“ (218).

[331] 35.

[332] 24.

[333] 107, 143.

[334] 12, 25.

[335] 36.

[336] 28.

[337] 143.

[338] 26, 27.

[339] 133 ff., 143.

[340] 142 ff.; s. die Anweisung „ἀπόκρυφον πρᾶγμα“ (halte den
Kunstgriff geheim) gelegentlich der Purpur-Kaltfärberei (28).

[341] 105, 110; s. über ihn weiter unten.

[342] 32, 37.

[343] 106; s. über ihn weiter unten.

[344] 115.

[345] ~Diels~, a. a. O., 906; seiner zwischen neupythagoräischer
Philosophie und Medizin geteilten Interessen, und der Ausweisung wegen
Zauberei-Verdachtes durch Kaiser ~Augustus~ gedenkt auch ~Wellmann~
(PW. 1, 2084).

[346] 3.

[347] 62, 64, 65 ff.

[348] 232.

[349] 42, 54.

[350] 232.

[351] 54.

[352] a. a. O., 902.

[353] A. Rel. 13, 633.

[354] ~Löw~, a. a. O.

[355] „Bibliotheca botanica“ (Zürich 1771) 1, 182.

[356] Vgl. Coll. II, 186 ff., 194.

[357] Vgl. Coll. II, 180-182.

[358] Beitr. 134, 341 ff.

[359] Beitr. 88. -- Völlig übereinstimmend sagt ~Zeller~ in der
„Philosophie der Griechen“ (Leipzig 1889), 2 (1), 816: „Wenn uns die
Lehre eines alten Philosophen zu Fragen Anlaß gibt, auf die wir bei
ihm keine Antwort finden, so ist doch immer das Erste, was untersucht
werden muß, ob er selbst diese Fragen sich schon vorgelegt hat?“

[360] Beitr. 103 ff., 133, 136, 341, 432, 470, 493, 507.

[361] Berlin, 1783, 42 ff.

[362] Beitr. 108 ff.; Or. 145 ff.

[363] ~Salmasius~, „Liber de pallio“ (Paris 1622), 141 ff.

[364] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2.

[365] „De architectura“ lib. 9, cap. 2 u. 3.

[366] lib. 24, cap. 102; lib. 30, cap. 2.

[367] Die Stellen, an denen sich allein ~Plinius~ auf ~Demokritos~
beruft, nehmen im Index der ~Sillig~schen Ausgabe eine ganze Spalte ein
(Gotha 1857; 7, 290).

[368] lib. 30, cap. 2.

[369] „De re rustica“ lib. 7, cap. 6; lib. 11, cap. 3.

[370] „Attische Nächte“ lib. 10, cap. 12.

[371] Or. 99, 159; ~Bouché-Leclerq~, „l’Astrologie grecque“ (Paris
1899), 519; s. weiter unten.

[372] „Satyricon“ cap. 88.

[373] „Briefe“, Nr. 90; nach ~Poseidonios~.

[374] ~Diels~ „Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 130 ff.

[375] „Vitae philosophorum“ lib. 9, cap. 7.

[376] Or. 77, 155.

[377] Ein Exemplar dieses äußerst seltenen Werkes erhielt ich aus
der Göttinger Universitäts-Bibliothek; daß diese es besitzt, erwähnt
~Kopp~. Ein teilweiser Nachdruck erschien 1717 in Nürnberg.

[378] „Beitr.“ 137-143.

[379] Daß ~Berthelot~ dieses erst aufgefunden habe (Or. 150), ist ein
Irrtum, denn schon ~Salmasius~ kannte und veröffentlichte es, wie
~Berthelot~ an anderer Stelle selbst anführt (Or. 357).

[380] Coll. II, 43.

[381] Coll. III, 4 ff.

[382] Beitr. 493.

[383] Text: Coll. II, 41 ff.

[384] Beitr. 108 ff.; Coll. II, 43.

[385] Coll. II, 47.

[386] ebd. II, 53.

[387] ebd. II, 242.

[388] ebd. II, 70 ff.; Intr. 70.

[389] Coll. II, 45.

[390] ebd. II, 43, 44.

[391] ebd. II, 52.

[392] Or. 229; Coll. III, 167.

[393] Coll. II, 11; III, 11.

[394] ebd. II, 49.

[395] ebd. II, 8.

[396] Arsen ist, wie Asbest, Amethyst, Smaragd, .... ein ursprünglich
orientalisches Wort; bei der Entnahme wurden solche Ausdrücke meist
volksetymologisch umgedeutet, und zwar sehr oft ganz falsch (~Schmidt~,
„Kulturhistor. Beiträge z. Kunde des griech. u. röm. Altertums“;
Leipzig 1906; 1, 10; 2, 73). Die orientalische Herkunft des Wortes
Amethyst bestreitet jedoch ~Diels~ („Zeitschrift f. vergleichende
Sprachforschung“ 1916; 47, 203).

[397] Coll. II, 50.

[398] ebd. II, 51.

[399] ~Beckmann~, „Beiträge z. Geschichte d. Erfindungen“ (Leipzig
1792; 3, 214); ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829, 1312).

[400] Coll. I, 264; Or. 242.

[401] Coll. II, 41 ff., 54.

[402] Coll. II, 55 u. öfter.

[403] ebd. I, 264; Or. 242.

[404] ebd. II, 239, 241; III, 45.

[405] ebd. II, 264; III, 253.

[406] ebd. II, 52, 55.

[407] ebd. II, 47 ff.

[408] ebd. II, 51 u. sehr oft.

[409] ebd. II, 47; der Satz „corpora non agunt, nisi fluida“ (oder
soluta) geht auf ~Aristoteles~ zurück.

[410] ebd. II, 47 ff.

[411] ebd. II, 43, 44.

[412] ebd. II, 45.

[413] ebd. III, 49.

[414] ebd. II, 54.

[415] ebd. II, 9, 11, 12.

[416] ebd. II, 51, 50, 48.

[417] ebd. II, 51; 17.

[418] Diese Ausdrücke gebrauchen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~.

[419] Coll. II, 46; 5, 6, 7, 15.

[420] ebd. II, 277.

[421] ebd. II, 150.

[422] ebd. II, 49.

[423] ebd. II, 50, 55.

[424] ebd. II, 55.

[425] ebd. II, 55.

[426] ebd. II, 53 u. sehr oft.

[427] ebd. II, 48, 52.

[428] Coll. II, 425, 453.

[429] ebd. II, 426 ff.

[430] ebd. II, 168; III, 167.

[431] ebd. II, 91, 94, 99.

[432] ebd. II, 154, 178.

[433] ebd. II, 154, 159.

[434] ebd. II, 397, 410.

[435] ebd. II, 153.

[436] ebd. II, 261.

[437] ebd. II, 254.

[438] Coll. II, 148, 149.

[439] ebd. II, 157.

[440] ebd. II, 254.

[441] ebd. II, 399.

[442] ebd. II, 150, 151.

[443] ebd. II, 199.

[444] ebd. II, 192 ff.

[445] ebd. II, 123.

[446] ebd. II, 150, 151, 123.

[447] ebd. II, 150, 151.

[448] ebd. II, 148, 149, 150, 151.

[449] ebd. II, 150.

[450] ebd. II, 258, 259, 260.

[451] Coll. II, 254.

[452] ebd. II, 260.

[453] ebd. II, 259.

[454] ebd. II, 277.

[455] ebd. II, 146, 147, 165.

[456] ebd. II, 99.

[457] ebd. II, 123.

[458] ebd. II, 146, 147, 165.

[459] ebd. II, 165 ff.

[460] ebd. II, 275.

[461] Breslau 1884; 2, 516.

[462] Or. 27, 107.

[463] Mâ. I, Vorr. 7.

[464] Mâ. I, Vorr. 17; I, 181.

[465] Diese Schrift ist aber in Wahrheit dem ~Avicenna~ untergeschoben!

[466] Mâ. I, Vorr. 44.

[467] ebd. Vorr. 22.

[468] ebd. Vorr. 45.

[469] Mâ. I, 38.

[470] ebd. I, 19 ff.

[471] ebd. I, 83.

[472] ebd. I, 69, 74.

[473] Daher der „servus fugitivus“ (flüchtiger Knecht) der späteren
Alchemisten.

[474] Wegen seiner Giftigkeit?

[475] Mâ. I, 83, 84.

[476] ebd. I, 85; ~Pibêchios~ lebte aber erst im 4. Jahrhundert.

[477] Mâ. I, 31, 77, 28.

[478] ebd. I, 28.

[479] ebd. I, 60, 62.

[480] S. die Vorschrift Coll. II, 37.

[481] Mâ. I, 85, 86.

[482] Vgl. Coll. II, 37.

[483] Mâ. I, 47, 48, 63, 68.

[484] ebd. I, 73.

[485] ebd. I, 62.

[486] ebd. I, 87 ff.

[487] ebd. I, 19, 77 u. sehr oft.

[488] ebd. I, 53, 63.

[489] ebd. I, 60.

[490] ebd. I, 65.

[491] ebd. I, 41; diese Beinamen gebraucht u. a. schon ~Plinius~.

[492] ebd. I, 75, 123.

[493] ebd. I, 89.

[494] Mâ. I, 47.

[495] Intr. 32.

[496] Mâ. I, 39, 52, 61.

[497] ebd. I, 28, 70.

[498] ebd. I, 66.

[499] ebd. I, 43, 60.

[500] ebd. I, 63.

[501] ebd. I, 76, 80; 46.

[502] ebd. I, 39.

[503] ebd. I, 72.

[504] Mâ. I, 49, 61; vgl. Coll. III, 280, 401.

[505] Mâ. I, 81.

[506] ebd. I, 29.

[507] ebd. I, 41; vgl. Coll. II, 38; daselbst Verwechslung des
rötlichen asiatischen Braunsteines mit rotem Zinnober und mit Hämatit,
der das „indische Eisen“ gibt.

[508] Mâ. I, 204 ff., 216.

[509] ebd. I, 55.

[510] ebd. I, 42.

[511] ebd. I, 270, 267.

[512] Mâ. I, 283.

[513] ebd. I, 274, 83, 288.

[514] ebd. I, 270, 273.

[515] ebd. I, 269.

[516] ebd. I, 290.

[517] ebd. I, 281.

[518] ebd. I, 287, 281.

[519] ebd. I, 275, 276; dieses Verfahren empfiehlt schon zu Beginn
unserer Zeitrechnung ~Vitruv~.

[520] ebd. I, 275 ff.

[521] ebd. I, 275.

[522] ebd. I, 278.

[523] ebd. I, 85, 278.

[524] ebd. I, 138, 204.

[525] ebd. I, 65.

[526] ebd. I, 77, 62.

[527] ebd. I, 77.

[528] ebd. I, 80.

[529] ebd. I, 53, 63.

[530] ebd. I, 44.

[531] ebd. I, 68.

[532] Mâ. I, 88, 77.

[533] ebd. I, 205, 208.

[534] ebd. I, 313 ff.

[535] ebd. I, 319.

[536] ebd. I, 314.

[537] ebd. I, 320.

[538] ebd. I, 315.

[539] Intr. 86.

[540] Mâ. I, 320.

[541] Mâ. I, 275; Vorr. 5.

[542] ebd. 316 ff.

[543] Beitr. 506; Or. 155.

[544] Arch. 296; Intr. 24, 66.

[545] ~Tacitus~, „Annalen“ lib. 16, cap. 14; ~Aelian~,
„Tiergeschichten“ lib. 16, cap. 42.

[546] Beitr. 506; Or. 167.

[547] Beitr. 402; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig 1904) 183, 187.

[548] Vgl. „Gespräche des ~Markos~“, Mâ. III, 124 ff.

[549] Mâ. III, 28 ff.

[550] Or. 56, 171.

[551] Mâ. III, 89.

[552] Coll. II, 146, 170.

[553] ebd. II, 92.

[554] ebd. II, 93, 94.

[555] ebd. II, 192, 197.

[556] ebd. II, 96.

[557] ebd. II, 148, 149; Mâ. I, 242.

[558] ebd. II, 172; III, 172.

[559] Coll. II, 157.

[560] ebd. II, 99, 103.

[561] Mâ. I, 281.

[562] Coll. II, 170.

[563] ebd. II, 199.

[564] ebd. II, 103, 171.

[565] Mâ. III, 92 ff., 109; III, 97, 91.

[566] Coll. II, 99, 103 (nach ~Olympiodoros~).

[567] Coll. II, 149.

[568] ebd. II, 169, 273.

[569] ebd. II, 93, 94; 273.

[570] ebd. II, 404; III, 389.

[571] Mâ. II, 260.

[572] Coll. II, 146.

[573] ebd. II, 224 ff.

[574] ebd. II, 226, 237.

[575] Coll. II, 201.

[576] ebd. II, 224.

[577] Coll. II, 224, 236; Intr. 142 ff.

[578] ebd. I, 139, 161. βίκος (βῖκος) ist ein aus dem Semitischen
entlehntes Wort, das bei ~Herodot~, ~Xenophon~, und seit dem 4.
Jahrhundert auch bei Dichtern vorkommt (~Robert~, PW. 3, 470; ~Reil~,
„Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen Ägypten“,
Leipzig 1913, 43); ἄμβιξ (ἄμβυξ) ist bei ~Dioskurides~ ein Deckel oder
ein als solcher dienendes Gefäß, bei ~Athenaeus~ (um 225 n. Chr.) eine
Flasche oder ein Kolben, bei den späteren Chemikern bald dieser, bald
jener Teil ihrer Apparate, namentlich der zur Destillation benützten
(~Kopp~, „Beitr.“ 231 ff.).

[579] Coll. II, 224, 225, 226; III, 218.

[580] ebd. II, 224, 234; III, 218.

[581] ebd. II, 225, 226, 237; neuere Abbildungen in den Werken von
~Hoefer~ (1866), ~Kopp~ (1869) und ~Berthelot~ (1885 ff.).

[582] ebd. II, 224, 234.

[583] Intr. 142 ff., 148.

[584] lib. 35, cap. 31.

[585] Coll. I, 144; Intr. 142 ff.

[586] Intr. 147.

[587] Intr. 142 ff.; Coll. I, 145, 170, 171.

[588] Vgl. ~Lippmann~, „Zur Geschichte des Wasserbades“, „Abh.“ 2, 185.

[589] Intr. 271.

[590] Beitr. 411; Coll. II, 315, 316; III, 302; ~Riess~, PW. 1, 1338.

[591] Or. 131; Mâ. III, 28 ff.

[592] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ II, 528.

[593] Or. 173.

[594] Beitr. 411; Or. 173.

[595] Beitr. 415.

[596] Coll. II, 316.

[597] ebd. I, 257; II, 316 ff.; Intr. 169.

[598] Coll. II, 316 ff.

[599] ebd. II, 319.

[600] Intr. 128, 131 ff., 155.

[601] Beitr. 417; Or. 173.

[602] Coll. II, 292 ff.

[603] Coll. II, 289 ff.; III, 243, 279; Mâ. II, 355; ~Riess~, PW. 1,
1351.

[604] Beitr. 418.

[605] Coll. II, 296.

[606] ebd. II, 291.

[607] ebd. II, 298, 299, 294.

[608] ebd. II, 296, 298.

[609] ebd. II, 292, 293.

[610] ebd. II, 299; ~Berthelot~, der die äthiopische Erde für
ägyptische erklärt (ebd. III, 286), hat das hier Wesentliche nicht
richtig verstanden (s. unten).

[611] ebd. II, 292, 293.

[612] ebd. II, 296; Vorr. 30.

[613] ebd. II, 296.

[614] ebd. II, 297, 296, 298.

[615] ebd. II, 293.

[616] Beitr. 417, 449.

[617] Coll. II, 293, 294 ff., 299.

[618] ebd. II, 292, 293.

[619] Mâ. I, 26; ~Stephanides~, „A. Nat.“ 3, 183.

[620] So im „Fihrist“, Mâ. III, 27 ff.; Näheres s. weiter unten.

[621] ~Ed. Meyer~, „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), I (2),
185, 204, 226.

[622] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig
1891), 111, 168; 101.

[623] ~Brugsch~, ebd. 508.

[624] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 85; „Ägyptologie“ (Leipzig 1897),
413, 414.

[625] ~Otto~, „Priester und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig
1905), 2, 120.

[626] ~Ed. Meyer~, a. a. O., 158.

[627] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 112, 146, 169, 298, 505.

[628] ~Ed. Meyer~, a. a. O. 85, 93, 98.

[629] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 446 ff.

[630] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906),
11, 15; 120.

[631] ~Brugsch~, a. a. O., 446 ff., 450.

[632] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 252.

[633] Beitr. 368; Or. 39 ff.

[634] ~Otto~, a. a. O. 2, 218 ff.

[635] Beitr. 94, 371 ff.

[636] Beitr. 367; ~Hoefer~ I, 252 ff.; Coll. II, 230; nach einer bei
~Eusebius~ (264 bis 338) erhaltenen Notiz des ~Sanchuniathon~ (?) war
~Hermes~ bereits „Sekretär des Gottes ~Kronos~“ (~Cory~, „Ancient
Fragments“, ed. ~Hodges~, London 1876, 11)!

[637] Beitr. 368; Coll. II, 424; Mâ. I, 327.

[638] Mâ. I, 239.

[639] Intr. 16.

[640] Mâ. I, 328.

[641] Beitr. 385.

[642] ebd. 375 ff.

[643] ebd. 377.

[644] Or. 135.

[645] Beitr. 282.

[646] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 30 ff.

[647] ebd. 31; nach ~Celsus~ (lib. 5, cap. 18) heißt das Pflaster
„smaragdinum“, „weil es so schön grün ist“, und auch der
spätgriechische Arzt ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert n. Chr.)
versteht unter „Kitrinon“ einfach ein zitronengelbes Heilmittel (lib.
8, cap. 18; Üb. ~Berendes~, Leiden 1914, 810).

[648] Coll. II, 99, 218; Mâ. I, 327.

[649] Coll. II, 281.

[650] Coll. II, 101.

[651] ebd. II, 188; III, 190.

[652] ebd. III, 389.

[653] ebd. II, 99.

[654] Intr. 291; Mâ. III, 80; Or. 134.

[655] Mâ. III, 99, 111, 114.

[656] Mâ. III, 87.

[657] Coll. II, 85, 89, 188; III, 190.

[658] ebd. II, 61, 62.

[659] ebd. II, 408.

[660] Mâ. I, 328.

[661] ebd. III, 124 ff.

[662] Coll. II, 420.

[663] Dies führt noch eine der echten Schriften ~Albert des Grossen~,
gegen 1200, als Zitat aus der sog. „Alchemie“ des ~Hermes~ an (Beitr.
383).

[664] Mâ. I, 328.

[665] Coll. II, 101.

[666] ebd. II, 229 ff.

[667] Mâ. III, 90.

[668] ebd. I, 239.

[669] ebd. I, 232, 213.

[670] Coll. II, 80.

[671] ~Cory~, a. a. O., 111.

[672] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ 2, 529; Or. 136; Intr. 10.

[673] ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903), 254 ff., 242.

[674] ~Rohde~, a. a. O., 244.

[675] ~Otto~ 2, 320, 326.

[676] Intr. 16.

[677] Coll. II, 80.

[678] Mâ. I, 212.

[679] ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; s. auch ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 11.

[680] Coll. II, 268 ff.; III, 243, 257.

[681] ebd. II, 269.

[682] ebd. II, 269, 206.

[683] ebd. II, 268, 269, 271.

[684] ebd. II, 269, 271.

[685] Coll. II, 80; III, 27.

[686] ebd. II, 18 ff.

[687] ebd. II, 93, 94.

[688] ebd. II, 21; III, 22.

[689] ebd. II, 18, 151.

[690] ebd. II, 150.

[691] ebd. II, 19.

[692] Beitr. 388, 506 ff.; Coll. II, 367; Or. 136.

[693] ed. ~Friedlieb~ (Leipzig 1852), 14.

[694] S. das „νόει με“ im Vers 141, = „nun rate“ (buchstäblich:
„erkenne mich“), worin aber, dem Geiste der Zeit entsprechend,
vielleicht auch eine Anspielung auf den Namen ~Noah~ steckt.

[695] Vgl. ~Zosimos~, Coll. II, 17; Mâ. I, 265 ff., 242.

[696] Beitr. 511.

[697] ebd. 514 ff.

[698] Beitr. 388; Coll. II, 28.

[699] Beitr. 391.

[700] Coll. III, 31.

[701] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“ 172.

[702] ~Hoffmann~, 516; bei ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“
(Tübingen 1904, 264), heißt der Ort Menuthis; nach ~Asmus~ (A. Med.
7, 38) und ~Roeder~ (PW. 9, 2120) war dies ein Dorf nächst Kanopos,
bei Abukir, woselbst ~Isis~ besonders auch in ihrer Eigenschaft als
Heilgöttin verehrt wurde.

[703] Coll. II, 29; Beitr. 94.

[704] Prophétes und Archiereús waren die hellenistischen Titel des
zweiten und ersten Beamten der Tempel (~Otto~, a. a. O., 1, 38 ff., 80
ff.).

[705] Beitr. 391, 520 ff.

[706] Beitr. 524, 526; Coll. II, 28.

[707] Coll. II, 30 ff.; Beitr. 388 ff.

[708] Coll. II, 28; III, 31.

[709] Beitr. 389.

[710] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 266.

[711] ~Plinius~, lib. 36, cap. 25.

[712] +So+ im „Fihrist“; ~Hoffmann~ 521; Or. 78, 131, 167; Mâ. III, 28
ff.

[713] Beitr. 77, 361; Coll. II, 183; II, 169, 172, 182; II, 84; Intr.
294.

[714] Den eingeklammerten Satz gibt, nach einem Pariser Manuskripte,
~Salmasius~ an („Exercitationes Plinianae“, Paris 1629 und Utrecht
1689; 1098).

[715] ~Hoffmann~ 529, 521.

[716] Or. 167.

[717] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“, 11, 34.

[718] ebd. 24.

[719] ~Herodot~, lib. 7, cap. 61.

[720] Nach ~Diogenes Laërtius~ und ~Suidas~ soll sogar „Ostanes“
= „Magier“ gewesen sein (Beitr. 407), was erklären würde, daß die
Litteratur mehrere Ostanes aus verschiedenen Zeitaltern kennt.

[721] ~Hoffmann~, 524.

[722] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2; ohne Anspielung auf Alchemie!

[723] Beitr. 407; Or. 52, 163 ff.; Mâ. III, 28.

[724] Beitr. 124, 350, 361; Or. 163 ff.

[725] Beitr. 129, 407; Or. 164; Coll. II, 58, 61.

[726] lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~, 523.

[727] Beitr. 130.

[728] ~Hoffmann~ 528; Coll. II, 128.

[729] Coll. II, 261 ff.; III, 250.

[730] ebd. II, 292, 293, 262.

[731] ebd. II, 397.

[732] ebd. II, 262; Or. 166.

[733] Mâ. I, 327, 318 ff.

[734] ebd. III, 130.

[735] Intr. 216; Mâ. III, 116 ff.

[736] Beitr. 433; Or. 168, 191, 159.

[737] Coll. II 416, 417.

[738] Intr. 68.

[739] Mâ. I, 239.

[740] ebd. I, 259.

[741] Coll. II, 287.

[742] ebd. II, 286, 288, 289; III, 277.

[743] ebd. II, 285; III, 275.

[744] Coll. II, 301; III, 288: „Der Schöpfer verleiht Erfolg und langes
Leben.“

[745] Mâ. III, 27.

[746] lib. 30, cap. 2.

[747] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 90; ~Blau~, „Das altjüdische
Zauberwesen“ (Budapest 1898), 31.

[748] Beitr. 396 ff.

[749] Coll. II, 304.

[750] ebd. II, 315; III, 293; II, 305, 313.

[751] ebd. II, 304, 307.

[752] ebd. II, 307.

[753] ebd. II, 301, 309.

[754] ebd. II, 305.

[755] ebd. II, 301, 311.

[756] ebd. II, 38, 39; über Kalaïs oder Kallaïs s. weiter unten.

[757] ebd. II, 303.

[758] ebd. II, 307, 311.

[759] ebd. II, 304.

[760] Coll. II, 302, 303.

[761] ebd. II, 301, 313.

[762] ebd. II, 301.

[763] ebd. II, 182, 183.

[764] ~Riess~, PW. 1, 1388.

[765] Coll. II, 263 ff.; III, 243.

[766] ebd. II, 264.

[767] ebd. II, 263; III, 252.

[768] ebd. II, 266.

[769] ebd. II, 265; III, 254.

[770] ebd. II, 264, 262.

[771] Or. 36, 130.

[772] ~Diels~ (Zitat verloren gegangen).

[773] Coll. II, 266; III, 254, 255.

[774] ebd. II, 424.

[775] ebd. III, 406.

[776] „Altägypt. Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906), 113.

[777] Beitr. 392, 350. -- ~Stephanides~ liest statt τυθία θυία =
Mörser, und denkt an einen Mörser im Tempel-Laboratorium, dessen Leiter
~Johannes~ war! (A. Nat. 3, 180, 185).

[778] Beitr., 3. Stück, 60; Mâ. II, 301.

[779] Beitr. 394.

[780] „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 332.

[781] ed. ~Gautier~ (Paris 1894), 94.

[782] ebd. 157, 187, 222.

[783] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 340,
424.

[784] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 90, 57 ff.

[785] ~Perdrizet~, A. Rel. 14, 55; 8, 305 ff.

[786] Üb. ~Schlechta~ (Wien 1852), 175.

[787] Arch. 222 ff.

[788] ebd. 228.

[789] ebd. 225.

[790] ebd. 229.

[791] ebd. 231; Wiener Akad. Denkschr. 42 (2), 53.

[792] Coll. III, 265.

[793] Arch. 226.

[794] ebd. 226.

[795] ebd. 225; bei ~Plinius~ (lib. 37, cap 33 u. 56) ist Kallais ein
blaßgrüner, dem Smaragd ähnlicher Edelstein des fernsten Indiens;
~Martial~ dagegen (lib. 4, 39; lib. 14, 95) spricht von Gold aus
Kallais, und versteht hierunter die hispanische Provinz Galizien oder
Spanien überhaupt.

[796] Arch. 231.

[797] Intr. 312.

[798] Arch. 227.

[799] ebd. 223.

[800] Or. 84; Intr. 9 ff., 17 ff.

[801] Coll. I, 7, 19.

[802] Intr. 86.

[803] Coll I, 13.

[804] ebd. I, 12.

[805] Or. 86.

[806] ebd. 90, 91.

[807] Coll. I, 12.

[808] Beitr. 360, 40; Intr. 110, 175.

[809] ~Cory~, „Ancient Fragments“, ed. ~Hodges~ (London 1876), 97; Or.
187.

[810] ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des Christentums in den
ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 269, 411.

[811] ~Jülicher~, PW. 6, 1377; ~Jacoby~, PW. 6, 1570; ~Ed. Meyer~,
„Alt.“ 1, 12, 166. Vgl. ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen
Litteratur“ (Freiburg 1895), 154.

[812] Mâ. II, 374.

[813] Beitr. 40; ~Berthelot~ hielt es seiner Gänze nach für echt (Mâ.
III, 95).

[814] ~Hoffmann~ 521; die betreffende Notiz soll nach ~Georgios
Synkellos~ dem ~Eusebius Pamphilos~ entlehnt sein, in dessen
armenischer Übersetzung sie aber fehlt; vielleicht stammt sie aus
den Schriften des ~Panodoros~, eines gegen 400 lebenden griechischen
Mönches.

[815] Beitr. 360.

[816] Coll. III, 169.

[817] Intr. 68.

[818] Intr. 282; Coll. II, 75.

[819] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854), 2, 220; 3,
345; ~Afrikanos~ wird in ihnen auch als Tierarzt angeführt (~Gossen~,
PW. 8, 1714).

[820] „Geoponika“ lib. 7, cap. 14 nach ~Harnack~ (~Knaack~, A. Rel. 3,
94); s. daselbst über Funde von Bleirollen mit analogen Inschriften in
Weinbergen auf Rhodus, und über ähnliche neuere Gebräuche in Bayern.

[821] ~Ed. Meyer~, a. a. O.

[822] Beitr. 162 ff.

[823] ~Hoffmann~ 523.

[824] Intr. 200 ff.

[825] „Die Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei
Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 457.

[826] Beitr. 187; Or. 177; Intr. 201.

[827] Coll. II, 107 ff.

[828] Beitr. 196.

[829] Or. 182.

[830] Beitr. 167, 212; s. „Tutia zum Weißen des Kupfers“ (Coll. II,
227, 137; Intr. 152); ὄξος aus χάλκανθος (Coll. II, 113; III, 121); usf.

[831] Beitr. 163, 183.

[832] „L’Astrologie grecque“ (Paris 1899), 52.

[833] Coll. II, 251.

[834] ebd. II, 241, 242; Intr. 200.

[835] Coll. II, 243; III, 234.

[836] ebd. II, 178.

[837] Coll. II, 210.

[838] ebd. II, 209.

[839] ebd. II, 209.

[840] ebd. II, 124; 145, 199; 188; 127; 114.

[841] Beitr. 94; Coll. II, 25, 214.

[842] Coll. II, 244, 245; 398.

[843] ebd. II, 190; 211,, 212, 233.

[844] ebd. II, 229.

[845] ebd. II, 107, 110, 156.

[846] ebd. II, 108, 227, 229 ff., 232; III, 225.

[847] ebd. II, 108, 115 ff.

[848] ebd. II, 251.

[849] ebd. II, 206, 230.

[850] ebd. II, 206.

[851] ebd. II, 146, 157.

[852] ebd. II, 128, 143, 229 ff.

[853] ebd. II, 128, 143.

[854] ebd. II, 169, 172, 182, 183.

[855] ebd. II,“ 182, 183; ~Stephanos~ (137) und ~Pibêchios~ (184) sind
später eingeschoben.

[856] Coll. II, 138 ff., 214; s. die „Maza“ des ~Moses~ (182, 183);
βίβλος χυμευτική ist byzantinischer Zusatz aus dem 7. oder 8.
Jahrhunderte (II, 220; III, 360).

[857] ebd. II, 213.

[858] ebd. II, 230. Über die Tempel-Bibliotheken s. ~Otto~ „Priester
und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905) 1, 338; 2, 21 u.
119 ff.

[859] Coll. II, 213, 214; der Ausdruck „Auge der Welt“ ist ägyptischer
Herkunft.

[860] ebd. II, 146, 213.

[861] ebd. II, 168.

[862] ebd. II, 214; III, 207.

[863] ebd. II, 188 ff.

[864] ebd. II, 192, 197.

[865] ebd. II, 188 ff.

[866] ebd. II, 202, 197.

[867] ebd. II, 192.

[868] ebd. II, 216.

[869] ebd. II, 192 ff.; 169.

[870] Coll. II, 192, 193; 202, 223.

[871] ebd. II, 107, 112; 129, 130.

[872] ebd. II, 129, 130.

[873] ebd. II, 155.

[874] ebd. II, 246.

[875] ebd. II, 243, 207, 215.

[876] ebd. II, 157.

[877] ebd. II, 199.

[878] ebd. II, 204.

[879] ebd. II, 126, 127.

[880] ebd. II, 150; 129, 130.

[881] ebd. II, 114, 127; 203, 205.

[882] ebd. II, 114, 127.

[883] Coll. II, 145, 175.

[884] ebd. II, 214; 160, 167; Or. 186.

[885] ebd. II, 160, 167; 216; 175, 247; ἤλεκτρον ἐστὶ τὸ τέλειον ξήριον
(II, 7).

[886] ebd. II, 160, 167; III, 160.

[887] ebd. II, 114.

[888] ebd. II, 146, 147, 165, 218.

[889] ebd. II, 217, 216, 245.

[890] ebd. II, 173.

[891] ebd. II, 153.

[892] ebd. II, 203.

[893] ebd. II, 128, 143; 142, 156; 41.

[894] ebd. II, 216.

[895] ebd. II, 108, 109; Or. 60, 156, 180.

[896] Coll. II, 109 ff.

[897] ebd. II, 116, 112; 207; Or. 215.

[898] Coll. II, 117; ~Berthelots~ Deutung der „roten Augen“ auf die
Verwandlung von Bleiweiß in Minium ist sichtlich ganz irrig (III, 126).

[899] ebd. II, 116, 112; 207.

[900] ebd. II, 204.

[901] ebd. II, 21, 13; III, 29; Or. 58, 61 ff., 167.

[902] Or. 58, 61 ff., 167.

[903] Intr. 127; Coll. I, 127. Noch ~Fuchs~ nennt in seiner
„Ikonographie der Planeten“ (München 1909, 21) das Abbilden der Sonne
als „König“ ein „rätselhaftes“.

[904] Coll. II, 108.

[905] ebd. II, 108, 109.

[906] ebd. II, 114.

[907] ebd. II, 107, 227; 160.

[908] ebd. II, 114.

[909] ebd. II, 109, 126.

[910] ebd. II, 114, 221.

[911] ebd. II, 250; 138, 139, 145, 192 ff.

[912] ebd. II, 146.

[913] ebd. II, 114.

[914] ebd. II, 151, 195 ff.

[915] ebd. II, 114.

[916] ebd. II, 142 ff., 150, 151.

[917] Coll. II, 145, 148, 149; 133 ff.; 150 ff. Zuweilen bedeutet
πνεῦμα μελάντερον auch einen +anderen+ „Schwefel“, nämlich das als
schwarzen Anflug sublimierende metallische Arsen.

[918] ebd. II, 157.

[919] ebd. II, 147, 172, 173; 122, 123.

[920] ebd. II, 124 ff.

[921] ebd. II, 123.

[922] ebd. II, 142 ff., 252, 206; III, 146.

[923] ebd. II, 194, 196; 216.

[924] ebd. II, 192 ff., 199; 145.

[925] ebd. II, 248.

[926] ebd. II, 150, 151; 142 ff.

[927] ebd. II, 179; III, 162.

[928] ebd. II, 114.

[929] ebd. II, 248; III, 239.

[930] ebd. II, 172.

[931] ebd. II, 6.

[932] ebd. II, 223.

[933] ebd. II, 188, 189.

[934] Coll. II, 221.

[935] ebd. II, 138, 139, 114; Intr. 239, 281.

[936] ebd. II, 175, 157, 145.

[937] ebd. II, 184.

[938] ebd. II, 155, 157, 168.

[939] ebd. II, 141, 142; I, 69.

[940] ebd. II, 145, 184, 247.

[941] ebd. II, 184.

[942] ebd. II, 145, 157, 247.

[943] ebd. II, 145, 247.

[944] ebd. II, 144.

[945] ebd. II, 138 ff.

[946] Coll. II, 201, 223.

[947] ebd. II, 210.

[948] ebd. II, 237; Abbildungen schon bei ~Borrichius~ (1674), ~Hoefer~
(1866), ~Kopp~ (1869).

[949] Coll. II, 141, 9; Or. 32.

[950] Coll. II, 141.

[951] ebd. II, 114; III, 123.

[952] ebd. II, 250.

[953] ebd. II, 142.

[954] ebd. II, 143, 146, 147, 165, 199.

[955] ebd. II, 146, 147, 165, 167; III, 165, 166.

[956] ebd. II, 224.

[957] ebd. II, 238; 143, 246.

[958] ebd. II, 141.

[959] ebd. II, 141, 175; Intr. 274, 275. Den Schwamm zum Kühlen erwähnt
schon ~Dioskurides~.

[960] Coll. II, 225, 237.

[961] Coll. II, 142, 252.

[962] ebd. II, 206, 269.

[963] ebd. II, 109, 136, 199.

[964] ebd. II, 142; 226, 258; 143.

[965] ebd. II, 203, 223.

[966] ebd. II, 251.

[967] ebd. II, 141, 143; III, 143.

[968] ebd. II, 12.

[969] ebd. II, 147.

[970] ebd. II, 223.

[971] ebd. II, 248; III, 239.

[972] ebd. II, 194, 215; III, 208.

[973] Coll. II, 166.

[974] ebd. II, 186 ff., 194, 227.

[975] ebd. II, 147.

[976] ebd. II, 234; 175, 225. Es handelt sich also nicht um
Quecksilberoxyd, wie ~Berthelot~ annahm (III, 175); gelb und rot werden
übrigens häufig nicht scharf auseinandergehalten.

[977] ebd. II, 425.

[978] ebd. II, 97.

[979] ebd. II, 78.

[980] ebd. II, 96, 98.

[981] ebd. II, 100.

[982] ebd. II, 92.

[983] ebd. II, 258.

[984] ebd. II, 96.

[985] ebd. II, 272 ff.; III, 243, 261.

[986] ebd. II, 284.

[987] ebd. II, 272, 274.

[988] ebd. II, 178, 175.

[989] Coll. II, 279 ff.; III, 269.

[990] ebd. II, 273.

[991] ebd. II, 275; III, 265.

[992] ebd. II, 283.

[993] ebd. II, 279, 274.

[994] ebd. II, 277, 276. Über die merkwürdigen Farben-Wandlungen des
Zinnobers s. ~Eibner~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 385.

[995] Coll. II, 6; vgl. unsere „Schwefelmilch“.

[996] ebd. II, 276; III, 265.

[997] ebd. II, 6, 9.

[998] ebd. II, 285.

[999] Mâ. I, 210 ff.

[1000] Mâ. I, 223, 224.

[1001] ebd. I, 228.

[1002] ebd. I, 214, 239 ff.; Orangenrinde und Wars (ein gelber
Farbstoff aus Südarabien) sind spätere Zusätze (ebd. I, 253; 242, 252).

[1003] ebd. I, 229.

[1004] ebd. I, 220, 239 ff.

[1005] ebd. I, 228.

[1006] ebd. I, 224 ff., 228.

[1007] ebd. I, 260.

[1008] ebd. I, 213, 232.

[1009] ebd. I, 212.

[1010] ebd. I, 226.

[1011] ebd. I, 214, 238.

[1012] ebd. I, 239.

[1013] ebd. I, 250.

[1014] ebd. I, 260.

[1015] Mâ. I, 250, 259.

[1016] ebd. I, 247; die Stelle ist zum Teil verdorben und dunkel.

[1017] ebd. I, 214; 297 ff.

[1018] ebd. I, 221, 259. Über dem ~Platon~ zugeschriebene
alchemistische Werke s. ~Carra de Vaux~, „Encyklopädie des Islam“
(Leiden 1913 ff.) 1, 184.

[1019] Mâ. I, 264.

[1020] ebd. I, 254.

[1021] ebd. I, 237.

[1022] ebd. I, 245, 246.

[1023] ebd. I, 237.

[1024] ebd. I, 233 ff.

[1025] ebd. I, 217, 218 ff.

[1026] ebd. I, 222.

[1027] Mâ. I, 210 ff., 217 ff.; vgl. das Asem aus Zinn, Blei und Silber
(Coll. II, 36).

[1028] Der Orient glaubte ihn seit jeher im Besitz höchster Zauberkraft
und weitgehendsten magischen Wissens.

[1029] Mâ. I, 265 ff.; hier handelt es sich sichtlich um spätere
Zusätze, zum Teil aus gnostischen Quellen.

[1030] ebd. I, 210 ff. u. sehr oft.

[1031] ebd. I, 227.

[1032] ebd. I, 240, 288.

[1033] ebd. I, 217.

[1034] ebd. I, 228.

[1035] ebd. I, 244. Das Anlocken und Fangen von Dämonen und Ungeheuern
durch reine Jungfrauen ist ein alter, weit verbreiteter Aberglauben.

[1036] Mâ. I, 257.

[1037] Mâ. I, 254.

[1038] ebd. I, 256, 257.

[1039] ebd. I, 255.

[1040] ebd. I, 246, 247, 248.

[1041] ebd. I, 245, 246 ff.

[1042] ebd. I, 229.

[1043] ebd. I, 249 ff.

[1044] ebd. I, 242, 243.

[1045] ebd. I, 297 ff.

[1046] Arch. 243 ff.

[1047] Mâ. I, 297, 331.

[1048] ebd. I, 299, 330.

[1049] ebd. I, 302 ff.

[1050] ebd. I, 300 ff.

[1051] ebd. I, 301.

[1052] ebd. I, 303.

[1053] G. II, 154.

[1054] Intr. 200 ff.

[1055] Beitr. 424.

[1056] Coll. II, 253 ff.; III, 243.

[1057] Coll. II, 255.

[1058] ebd. II, 256.

[1059] Coll. II, 256 ff., 253, 261.

[1060] ebd. II, 255, 256; III, 245.

[1061] ebd. II, 254.

[1062] ebd. II, 257, 256.

[1063] ebd. II, 258.

[1064] ebd. II, 257, 260.

[1065] ebd. II, 257, 258.

[1066] ebd. II, 259.

[1067] Beitr. 158, 361; Or. 168; Coll. I, 9. Einen großen Magier
~Pibêchios~ kennt auch der zuerst 1888 von ~Wessely~ herausgegebene
Pariser Zauberpapyrus (~Dieterich~, „Abraxas“, Leipzig 1891, 138;
~Preisendanz~, A. Rel. 17, 347); vermutlich ist er identisch mit dem
„~Apollobex~“ des Leidener Papyrus, „einem der Götter, an den die
ägyptische Schwindel-Litteratur seit jeher anknüpft“ (~Riess~, PW.
1, 2847, 1338). In der Zauber-Litteratur wird dem ~Pibêchios~ u. a.
„ein famoses (δόκιμον) Rezept zum Austreiben der Teufel“ zugeschrieben
(~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886; 6).

[1068] Coll. II, 186.

[1069] ebd. II, 184.

[1070] Or. 272; Coll. II. 62 ff.

[1071] ~Hoffmann~ 526.

[1072] Mâ. I, 85, 245.

[1073] Mâ. I, 309 ff.

[1074] Daß es im 4. Jahrhundert keinen König von Ägypten mehr gab,
bedarf wohl kaum der Erwähnung.

[1075] Beitr. 419; ~Boll~ versetzt ihn erst in die Mitte des 5.
Jahrhunderts (PW. 8, 19).

[1076] „Conspectus scriptorum chemicorum illustrium“ (Kopenhagen 1696,
9 ff).

[1077] Beitr. 144 ff.; Or. 65, 188, 273.

[1078] ~Kopp~, „Beitr.“ 150, 157; ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg
1887), 18; ~Riess~, PW. 1, 1338; Coll. II, 60 ff.; III, 379.

[1079] Beitr. 153.

[1080] Coll. II, 58, 61.

[1081] ebd. II, 60.

[1082] ebd. II, 59.

[1083] ebd. II, 59, 67.

[1084] ebd. II, 58.

[1085] ebd. II, 59.

[1086] ebd. II, 59, 64, 61, 62.

[1087] Die Betrachtung solcher Eigenschaften als „Substanzen“ (+Hýlen+)
entstammt der stoïschen Schule.

[1088] Coll. II, 62 ff., 64, 66; III, 70; Or. 273.

[1089] Coll. II, 68.

[1090] Intr. 286.

[1091] Coll. I, 164; II, 59.

[1092] ebd. I, 164; Intr. 164 ff.

[1093] Beitr. 428; Or. 191.

[1094] Coll. II, 75 ff.

[1095] Or. 192, 332.

[1096] ebd. 191.

[1097] Coll. II, 78, 79, 83.

[1098] ebd. II, 89, 91.

[1099] ebd. II, 70, 79.

[1100] ebd. II, 100.

[1101] ebd. II, 72.

[1102] ebd. II, 88, 91.

[1103] ebd. II, 79; III, 87.

[1104] ebd. II, 72, 79, 87.

[1105] Über ~Ophiuchos~ in der Astrologie s. ~Boll~, „Sphaera“ (Leipzig
1903).

[1106] Coll. II, 74, 86, 95.

[1107] ebd. II, 106, 94, 73.

[1108] ebd. II, 97, 94.

[1109] ebd. II, 69, 71.

[1110] ebd. III, 77.

[1111] ebd. II, 69, 71, 99.

[1112] ebd. II, 102; III, 95.

[1113] ebd. II, 85, 74; ~Berthelot~ glaubt irrtümlich, daß ἄνω καὶ κάτω
„avant et après“ bedeute (III, 81).

[1114] Coll. II, 102, 103; III, 95. Im Gegensatze zu ἀρσενικόν gilt
σανδαράχη hier als weiblich!

[1115] ebd. II, 83, 431; III, 95.

[1116] ebd. II, 96.

[1117] Coll. II, 80, 84; III, 87.

[1118] ebd. II, 95, 96, 101.

[1119] ebd. II, 91, 94.

[1120] ebd. II, 88, 91, 93.

[1121] ebd. II, 93, 94; 92.

[1122] ebd. II, 91; III, 103.

[1123] ebd. II, 98; III, 106.

[1124] ebd. II, 92.

[1125] ebd. II, 98; III, 107.

[1126] ebd. II, 98.

[1127] Coll. II, 95; daß noch in später Zeit ~Osiris~ als
„befeuchtendes Prinzip“ und der Nil als „Ausfluß des ~Osiris~“ oder
kurzweg als „~Osiris~“ galt, bestätigt ~Plutarchs~ Abhandlung „Über
~Isis~ und ~Osiris~“.

[1128] ebd. II, 88; Beitr. 362; Coll. II, 12; vgl. Coll. I, 122 und Or.
32.

[1129] Intr. 93.

[1130] ebd. 114, Zeile 14 des Facsimiles.

[1131] Intr. 114, Zeile 11 des Facsimiles.

[1132] z. B. Intr. 141.

[1133] Coll. II, 92, 100.

[1134] ebd. II, 95, 93.

[1135] Coll. II, 73, 72; 92, 96.

[1136] ebd. II, 92.

[1137] ebd. II, 73, 96.

[1138] ebd. II, 95; die Stelle spielt auf ~Herodot~’s „goldgrabende
Ameisen“ des nördlichen Asiens (Altai?) an (s. weiter unten).

[1139] Coll. II, 104, 106.

[1140] ebd. II, 71; III, 77.

[1141] ebd. II, 71, 76.

[1142] ebd. II, 94.

[1143] ebd. II, 80, 81.

[1144] ebd. II, 75.

[1145] Coll. II, 90; III, 96.

[1146] ebd. II, 76.

[1147] ebd. II, 75; I, 67.

[1148] ebd. II, 84, 89, 78; I, 68.

[1149] ebd. II, 106.

[1150] ebd. II, 91, 94.

[1151] ebd. II, 76.

[1152] Or. 220.

[1153] Coll. II, 75.

[1154] ebd. II, 76.

[1155] ebd. II, 395 ff.; III, 377 ff.; Intr. 295.

[1156] Beitr. 466.

[1157] Coll. II, 401, 409, 414.

[1158] Coll. II, 401, 399.

[1159] ebd. II, 416, 417.

[1160] ebd. II, 418, 419.

[1161] ebd. II, 416, 400; III, 393.

[1162] ebd. II, 406, 412.

[1163] ebd. II, 418.

[1164] ebd. II, 411, 414.

[1165] „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880).

[1166] Intr. 304; Or. 199; ~Usener~ 5 ff.

[1167] Berlin 1851; 2, 199 ff.

[1168] In ihr gedenkt er u. a. eines weiblichen ~Agathodaimon~, τῆς
Ἀφροδίτης αγαθοδαιμονούσης (~Usener~, a. a. O., 21).

[1169] S. hierüber weiter unten.

[1170] ~Usener~ 9, 13.

[1171] Beitr. 363.

[1172] Beitr. 437; Or. 199.

[1173] ~Wünsch~, A. Rel. 11, 386; ~Fahz~, ebd. 15, 410.

[1174] a. a. O. 9.

[1175] Or. 274.

[1176] Intr. 289.

[1177] ~Pizzimenti~ 59, 62, 35.

[1178] ebd. 290, 59; ~Aristoteles~ sagt nur, daß das Gehirn durch seine
große Kälte die zu ihm aufsteigenden Dünste abkühle und verflüssige.

[1179] Intr. 291; Coll. III, 136.

[1180] ~Pizzimenti~ 32, 56.

[1181] ebd. 24, 25.

[1182] ebd. 55, 31.

[1183] ebd. 38, 42, 28.

[1184] ebd. 31.

[1185] ebd. 55; 38, 39; 52, 44 ff.

[1186] ebd. 65.

[1187] ebd. 33, 38, 41.

[1188] ebd. 38, 39, 63 ff.; 33, 34.

[1189] Beitr. 363.

[1190] Beitr. 364; Intr. 214.

[1191] Or. 204; Coll. II, 421 ff.

[1192] Beitr. 459.

[1193] Coll. II, 424, 425.

[1194] ebd. II, 434 ff.

[1195] ebd. II, 426, 423.

[1196] ebd. II, 423, 439. Der Philosoph ~Xenokrates~, der 339 v. Chr.
die Leitung der älteren Akademie als zweiter Nachfolger ~Platons~
übernahm, schrieb über Alchemie ebensowenig wie ~Platon~ selbst.
Jedenfalls ist der Schriftsteller gleichen Namens gemeint, der nach
~Plinius~ zu Beginn der Kaiserzeit lebte und sich u. a. auch mit Magie
beschäftigte.

[1197] Coll. II, 434, 424.

[1198] Coll. II, 421.

[1199] ebd. II, 422.

[1200] ebd. II, 421.

[1201] Beitr. 476.

[1202] Beitr. 475.

[1203] Coll. II, 442 ff.; III, 416.

[1204] ebd. II, 442.

[1205] ebd. II, 445.

[1206] ebd. II, 446.

[1207] ebd. II, 445; III, 418.

[1208] ebd. II, 447, 448, 449.

[1209] Beitr. 476.

[1210] Coll. II, 448.

[1211] ebd. II, 447.

[1212] ebd. II, 442, 443.

[1213] ebd. II, 445.

[1214] ebd. II, 446, 444.

[1215] Beitr. 444, 448, 456; Coll. II, 450 ff.; III, 422.

[1216] Berlin 1841; 2, 328, 336, 343.

[1217] ebd. 2, 334.

[1218] Kopenhagen 1696.

[1219] Coll. II, 450, 451.

[1220] Das des ~Archelaos~ ist ein Pseudepigraph, bei dem an den alten
Philosophen dieses Namens zu denken ist (~Diels~, „Vorsokratiker“,
Berlin 1912; 2, 413). -- Identität des ~Hierotheos~ mit dem
gleichnamigen athenischen „Philosophen und Astronomen“ am Hofe
~Constantins des Grossen~ (~Richter~, „Quellen der byzantinischen
Kunstgeschichte“, Wien 1897, 43) ist nicht anzunehmen.

[1221] Beitr. 487 ff. Talk: Soll im Persischen ursprünglich so viel
bedeuten wie aurifolium, Goldflitter.

[1222] Einen „~Salmanas~ den Perser“ kennt jedoch die arabische
Tradition als „einen der ersten Anhänger des Propheten“.

[1223] ~Hyginus~, „Fabulae“ ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 14, 61, 139;
~Diodor~, lib. 4, cap. 68, und Fragment Nr. 10 aus lib. 6, bei
~Eusebius~, „Praeparatio Evangelica“, II; ~Apollodoros~, lib. 1, cap.
7, 3.

[1224] Beitr. 478 ff.

[1225] Beitr. 485.

[1226] Beitr. 289.

[1227] Coll. III, 423.

[1228] ebd. II, 452.

[1229] ebd. II, 459, 458.

[1230] ebd. II, 454, 459.

[1231] ebd. II, 452.

[1232] Beitr. 210, 290.

[1233] Coll. II, 453, 454, 456.

[1234] ebd. II, 321 ff.

[1235] ebd. II, 377 ff.

[1236] ebd. III, 322; ~Riess~, PW. 1, 1338.

[1237] Coll. III, 330, 362.

[1238] Coll. II, 378.

[1239] ebd. II, 378; III, 324, 334.

[1240] ebd. III, 308.

[1241] ebd. II, 389, 390; III, 372.

[1242] ebd. II, 384 ff., 386.

[1243] ebd. II, 374, 375.

[1244] ebd. II, 355.

[1245] ebd. II, 337; III, 322.

[1246] ebd. II, 346; III, 330.

[1247] ebd. II, 382; III, 366.

[1248] Coll. II, 390.

[1249] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1912); 2, 536.

[1250] Coll. II, 375, 376.

[1251] ebd. II, 220; III, 359, 360.

[1252] ebd. II, 389, 390.

[1253] ebd. II, 383.

[1254] ebd. II, 365, 366.

[1255] ebd. II, 323, 342 ff.

[1256] ebd. II, 347; III, 332.

[1257] ebd. II, 347.

[1258] ebd. II, 392; III, 375.

[1259] Coll. II, 349, 383, 347.

[1260] ebd. II, 350 ff.; III, 335.

[1261] ebd. II, 354.

[1262] ebd. II, 355.

[1263] ebd. II, 354.

[1264] ebd. II, 351, 334, 358.

[1265] ebd. II, 360, 362.

[1266] ebd. II, 353.

[1267] ebd. II, 351.

[1268] ebd. II, 352, 353; III, 337, 338.

[1269] ebd. II, 340, 355 ff.

[1270] ebd. II, 364 ff.; s. weiter oben.

[1271] ebd. II, 369; III, 353.

[1272] ebd. II, 380.

[1273] ebd. II, 372, 386; die Auslaugung erfolgt also nach dem sog.
Gegenstrom-Prinzip.

[1274] ebd. II, 332.

[1275] ebd. II, 372; III, 356.

[1276] ebd. II, 386.

[1277] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“
(Chemiker-Zeitung 1913; 1313 ff.).

[1278] Coll. II, 326, 332, 333.

[1279] Coll. II, 332.

[1280] ebd. II, 375.

[1281] ebd. II, 342.

[1282] ebd. II, 333, 339.

[1283] ebd. II, 340.

[1284] ebd. II, 360, 377.

[1285] ebd. II, 340, 333.

[1286] ebd. II, 341.

[1287] ebd. II, 380, 332.

[1288] ebd. II, 350.

[1289] ebd. II, 360.

[1290] ebd. II, 363, 365, 366.

[1291] Das Wort Métaxa soll im Sinne von Faden oder Strähnen zuerst bei
~Lucilius~ (180-103 v. Chr.) vorkommen; die Bedeutung „Seide“ nahm es
während der Kaiserzeit an, wohl im Laufe des 2. oder 3. Jahrhunderts
(s. ~Mommsen-Blümner~, „Der Maximaltarif des ~Diokletian~“, Berlin
1893, 162).

[1292] Coll. II, 378.

[1293] ebd. II, 323, 325, 329 ff.

[1294] ~Kopp~, G. II, 237.

[1295] ~Bouché-Leclercq~, a. a. O., 466.

[1296] Coll. II, 334.

[1297] ebd. II, 326, 334.

[1298] ebd. II, 330.

[1299] Coll. II, 334; hier zuerst so nachweisbar III, 319.

[1300] ebd. II, 333.

[1301] Intr. 280; Näheres s. weiter unten.

[1302] Coll. II, 326.

[1303] ebd. II, 331.

[1304] ebd. II, 328, 366.

[1305] ebd. II, 377 ff.

[1306] ebd. II, 377 ff.

[1307] ebd. II, 333, 377 ff.

[1308] ebd. II, 325, 331, 335; III, 310.

[1309] ebd. II, 336.

[1310] ebd. II, 329.

[1311] ebd. II, 332.

[1312] ebd. II, 330, 336.

[1313] ebd. II, 351.

[1314] ebd. II, 326, 328.

[1315] ebd. II, 334; III, 219.

[1316] ebd. II, 377 ff.

[1317] ebd. II, 333.

[1318] ebd. II, 342, 327.

[1319] ebd. II, 329.

[1320] ebd. II, 363.

[1321] ebd. II, 377 ff.

[1322] ebd. II, 377 ff.

[1323] ebd. II, 329, 330; III, 315.

[1324] ebd. II, 346; III, 331.

[1325] ebd. II, 322, 328.

[1326] ebd. II, 392, 388; III, 375, 366.

[1327] ebd. II, 335 ff.; III, 310.

[1328] ebd. II, 335, 336, 346.

[1329] ebd. II, 377 ff.

[1330] ebd. II, 326, 332.

[1331] ebd. II, 323, 324, 335, 367; III, 309.

[1332] ebd. II, 376.

[1333] ebd. II, 377 ff.

[1334] ebd. II, 377 ff.

[1335] ebd. II, 333, 340.

[1336] Die Zahlen der mit * Bezeichneten sind unsicher oder strittig.

[1337] Stuttgart 1856, S. 135.

[1338] Leipzig 1857; 2, 502.

[1339] Vgl. ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; ~Herodot~, lib. 2, cap. 49, 81,
123.

[1340] ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ [Leipzig; 1: 1892; 2
(1) 1889; 2 (2) 1879; 3 (1) 1909; 3 (2) 1903]; 1, 20 ff.; 2 (1), 413,
1047.

[1341] Überliefert bei ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.), „Beweis,
daß Troja nicht erobert wurde“, cap. 37 ff.

[1342] ~Zeller~ 1, 46.

[1343] ebd.

[1344] ~Burnet~, „Anfänge der griechischen Philosophie“, Üb. ~Schenkl~
(Leipzig 1913), 13 ff., 17 ff.; ~Gilbert~, „Die meteorologischen
Theorien des griechischen Altertums“ (Leipzig 1907), 692 ff.;
~Gilbert~, „Spekulation und Volksglaube in der jonischen Philosophie“
(A. Rel. 13, 306).

[1345] ~Burnet~ 9 ff., 45, 200.

[1346] ~Gilbert~ 38 ff., 47; A. Rel. 13, 306.

[1347] ~Diels~, „Elementum“ (Leipzig 1899) 17, 21.

[1348] ~Gilbert~ 23.

[1349] Vgl. ~Gilbert~, Register 732.

[1350] Vgl. ~Gilbert~, Register 713.

[1351] ~Gilbert~ 254 ff.

[1352] ebd. 15 ff., 28, 51, 52, 85, 97.

[1353] ebd. 63; 43 ff., 54.

[1354] ~Gilbert~ 58 ff.

[1355] ebd. 55.

[1356] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306.

[1357] Über deren geschichtliche Stellung s. ~Ed. Meyer~, „Geschichte
des Altertums“ [Stuttgart, 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901;
4: 1901; 5: 1902] Bd. 2-5: Register in Bd. 2 u. 5.

[1358] ~Diels~, „Die Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912);
~Nestle~, „Die Vorsokratiker“ (Jena 1908).

[1359] ~Windelband-Bonhöffer~, „Geschichte der antiken Philosophie“
(München 1912), 27; ~Burnet~ 38 ff.; ~Gilbert~ 94.

[1360] „Revue d’Assyriologie“ (Paris 1914), 5, 30.

[1361] ~Windelband~ 29.

[1362] ~Gilbert~ 620; ~Zeller~ 1, 223, 245; 226.

[1363] ~Burnet~ 43 ff.

[1364] ~Windelband~ 25.

[1365] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 61 ff.

[1366] ~Diels~, „Vors.“ 1, 26; ~Windelband~ 32; ~Deussen~, „Allgemeine
Geschichte der Philosophie“ [Leipzig, 1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (3):
1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1913] 2 (1), 49.

[1367] „Die vorsokratischen Philosophen“ (Bonn 1910), 35.

[1368] ~Windelband~ 43.

[1369] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 118, 130 ff., 145; ~Heinze~, „Lehre vom
Logos“ (Oldenburg 1872), 3.

[1370] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 320; s. unten bei „Orphik“.

[1371] ~Diels~, „Vors.“ 91; ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“
(Berlin 1901).

[1372] ~Gilbert~ 138, 149.

[1373] ~Zeller~ 1, 674, 681; ~Gilbert~ 59 ff., 455; ~Diels~, „Vors.“
89; ~Windelband~ 41; ~Burnet~ 122, 133 ff., 149.

[1374] ~Deussen~ 2 (1), 100; ~Gilbert~ a. a. O.; ~Zeller~ a. a. O.;
~Diels~, „Vors.“ 87.

[1375] ~Diels~, „Elem.“ 15.

[1376] ~Diels~, „Vors.“ 79.

[1377] ~Windelband~ 39, nach ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903).

[1378] ~Deussen~ 2 (1), 103.

[1379] ~Deussen~ 2 (1), 100, 103.

[1380] „~Herakleitos~ von Ephesos“, Vorr. 10.

[1381] ~Goebel~ 38 ff.

[1382] ~Burnet~ 113 ff., 116; 118, 122.

[1383] ~Heinze~ a. a. O., 9, 56.

[1384] ~Windelband~ 40.

[1385] ~Gomperz~, „Griechische Denker“ [Leipzig; 1: 1896; 2: 1902; 3:
1909] 1, 64.

[1386] ~Zeller~ 1, 669, 724; ~Pfleiderer~, „Die Philosophie des
~Heraklit~ von Ephesos“ (Berlin 1886).

[1387] ~Zeller~ 1, 458.

[1388] ~Windelband~ 24; ~Rohde~ a. a. O. 2, 159, 417.

[1389] ~Windelband~ 21.

[1390] ~Zeller~ 1, 330.

[1391] ~Windelband~ 49, 73.

[1392] ~Burnet~ 97, 149.

[1393] ~Zeller~ 1, 427 ff., 574; ~Burnet~ 17 ff., 177.

[1394] ~Burnet~ 277.

[1395] ~Zeller~ 1, 325; ~Burnet~ 80.

[1396] ~Schroeder~, „Pythagoras und die Indier“ (Leipzig 1884);
~Garbe~, „Samkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894) 90 ff., 98 ff.

[1397] ~Fimmen~, A. Rel. 17, 515 ff.; ~Herodot~, lib. 2, cap. 81, 123.

[1398] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 103, 414.

[1399] Die von ~Fimmen~ (a. a. O.) wiederum vertretene Annahme, daß
umgekehrt die Orphiker aus ~Pythagoras~ geschöpft hätten, lehnte schon
~Rohde~ ab („Psyche“ 2, 109).

[1400] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 730 ff., 755; 3, 428 ff., 668; ~Anrich~,
„Das antike Mysterienwesen im seinem Einfluß auf das Christentum“
(Göttingen 1896) 13, 16 ff., 22.

[1401] ~Burnet~ 67 ff.; ~Kern~, PW. 5, 1043; ~Cohn~, PW. 6, 1119; ~Ed.
Meyer~, „Alt.“ 3, 430, 668.

[1402] ~Rohde~ a. a. O.; ~Burnet~ 67 ff.; ~Lobeck~, „Aglaophamos“
(Königsberg 1829); das hohe Alter der Orphik verwarf schon ~Herodot~
(lib. 2, cap. 53), der übrigens Orphiker und Pythagoräer gleichsetzt
(ebd., cap. 81).

[1403] S. die platonische Überlieferung des Gleichnisses vom Leib (σῶμα
= Soma) als Grabmal (σῆμα = Sema) der Seele; ~Diels~, „Vors.“ 1, 315.

[1404] ~Waser~, Ro. 3, 3206; daher die steigende Bedeutung der
~Nemesis~ (~Rossbach~, Ro. 3, 179) und der ~Ananke~ (~Wagner~, Ro. 3, 70).

[1405] ~Eisele~, Ro. 4, 259 ff.

[1406] ~Gruppe~, Ro. 3, 2263 ff.; ~Deubner~, Ro. 3, 2091; ~Anrich~,
a. a. O. 22.

[1407] ~Zeller~ 1, 79, 88 ff.; 92, 96 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1441,
2250, 2270; ~Waser~, PW. 6, 486 ff. Daß die Goldtäfelchen des 3.
vorchristlichen Jahrhunderts aus Thurioi (Süditalien) nichts über
~Phanes~ enthalten, bewies 1902 ~Diels~ (~Gruppe~, Ro. 3, 2254).

[1408] ~Kern~ und ~Cohn~, a. a. O.; ~Zeller~ 1, 96.

[1409] ~Zeller~ 1, 81.

[1410] ~Waser~, PW. 3, 2482; ~Zeller~ 1, 81.

[1411] ~Mayer~, Ro. 2, 1459 ff.

[1412] ~Waser~, a. a. O.

[1413] A. Rel. 14, 539.

[1414] Nach ~Deussen~, 2 (2), 136, ~Angra Mainyus~ = „der schlagende
Geist“, Herr über Dunkel, Lüge und Tod.

[1415] ~Diels~, „Vors.“ 2, 198.

[1416] ~Deussen~ 2 (1), 27; ~Burnet~ 7; ~Eitrem~, PW. 7, 471; ~Gruppe~,
a. a. O.; ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306; ~Eisler~, ebd. 14, 539; ~Ed.
Meyer~, „Alt.“ 2, 760, 816; 3, 442.

[1417] ~Wernicke~, PW. 1, 1093.

[1418] ~Clemen~, A. Rel. 16, 118; ~Deussen~ 2 (2), 136.

[1419] ~Gilbert~, a. a. O.

[1420] ~Knaack~, PW. 1, 1094.

[1421] ~Eisler~, A. Rel. 14, 539; ~Eitrem~, PW. 7, 471; betreff
~Platon~: ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 354 ff.; ~Anrich~ 20.

[1422] ~Kern~, PW. 3, 150; ~Wellmann~, PW. 5, 2511; ~Gruppe~, Ro. 3,
1127 ff., 1145; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 660 ff; 4, 234.

[1423] ~Waser~, PW. 5, 2471; ~Roscher~, Ro. 2, 3186; ~Gruppe~, Ro. 3,
1126 ff.

[1424] ~Dieterich~, PW. 6, 1279; ~Wagner~, Ro. 3, 71; ~Ed. Meyer~,
„Alt.“ 4, 103, 118.

[1425] ~Waser~, PW. 3, 2113; 6, 487.

[1426] ~Deussen~ 2 (1), 56; ~Windelband~ 74.

[1427] ~Gilbert~ 76.

[1428] ~Gilbert~ 77 ff.

[1429] ~Zeller~ 1, 491; ~Windelband~ 83; ~Burnet~ 180 ff.; ~Gomperz~ 1,
120; ~Nestle~, a. a. O. 107. Über die weitere Ausbildung dieser Theorie
von den Hippokratikern an bis ~Galenos~ s. „~Hippokrates~“, Üb. ~Fuchs~
(München 1895) 1, 18, 28 ff., 189, 193, 229, 332.

[1430] A. Rel. 13, 317, 320.

[1431] ~Gilbert~ 81, 82.

[1432] ~Burnet~ 252 ff., 255, 271.

[1433] ~Burnet~ 260.

[1434] ~Diels~, „Vors.“ 1, 314; ~Zeller~ 1, 407; ~Burnet~ 269 ff.;
~Deussen~ 2 (1), 61.

[1435] ~Gilbert~ 83; πέμπτον bei ~Diels~, „Vors.“ 1, 314.

[1436] ~Gilbert~ 256.

[1437] ~Zeller~ 1, 443; ~Deussen~ 2 (1), 61.

[1438] ~Diels~, „Vors.“ 1, 316.

[1439] ~Zeller~ 1, 427 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 63.

[1440] ~Zeller~ 1, 436.

[1441] ~Zeller~ 1, 427 ff.; 490.

[1442] ~Windelband~ 34.

[1443] ~Deussen~ 2 (1), 74; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 761, 820; 3, 441.

[1444] ~Zeller~ 1, 535.

[1445] ~Gilbert~ 88 ff.

[1446] ~Deussen~ 2 (1), 74.

[1447] ~Windelband~ 35.

[1448] ~Gilbert~ 94 ff.; 96.

[1449] ~Burnet~ 105, 107 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 74.

[1450] ~Windelband~ 50.

[1451] ~Gilbert~ 101.

[1452] ~Diels~, „~Parmenides~“ (Berlin 1897), 100.

[1453] ~Burnet~ 155 ff.; 165.

[1454] ~Gilbert~ 102, 119.

[1455] ~Deussen~ 2 (1), 82.

[1456] ~Zeller~ 1, 570; ~Deussen~ 2 (1), 87.

[1457] ~Deussen~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162.

[1458] ~Zeller~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162; ~Diels~,
„~Parmenides~“ 42, 44, 114. Auffälligerweise erteilt ~Parmenides~
hierbei den Weibern die „wärmere Natur“: ~Zeller~ 1, 797.

[1459] ~Windelband~ 52.

[1460] ~Gilbert~ 104.

[1461] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ 210 ff.

[1462] ~Zeller~ 1, 836; ~Gilbert~ 110.

[1463] ~Zeller~ 1, 823.

[1464] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ a. a. O.; ~Windelband~ 56 ff.;
~Diels~, „Vors.“ 1, 226.

[1465] ~Diels~, „Vors.“ 1, 205, 206.

[1466] ~Wagner~, Ro. 3, 287.

[1467] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Windelband~ 56 ff.; ~Diels~, „Vors.“ 1,
205, 206; ~Burnet~ 192, 210.

[1468] ~Deussen~ 2 (1), 112.

[1469] ~Gilbert~ 105 ff., 120.

[1470] ~Burnet~ 211.

[1471] ~Gilbert~ 119.

[1472] ~Burnet~ 211; ~Gilbert~ 107.

[1473] ~Gilbert~ 406.

[1474] ~Burnet~ 208 ff.

[1475] ~Zeller~ 1, 765, 825.

[1476] ~Diels~, „Vors.“ 1, 233.

[1477] ~Gilbert~ 106, 112, 121; ~Zeller~ 1, 1021.

[1478] ~Zeller~ a. a. O.; ~Gomperz~ 1, 187, 447; ~Goebel~ 256.

[1479] ~Zeller~ 1, 803.

[1480] ~Diels~, „Vors.“ 1, 257; ~Zeller~ 1, 775, 798; ~Gilbert~ 113,
339 ff.; ~Gomperz~ 1, 188.

[1481] ~Goebel~ 96 ff., 207.

[1482] ~Burnet~ 227; ~Deussen~ 2 (1), 121; ~Zeller~ 1, 800.

[1483] ~Gilbert~ 122, 443 ff.

[1484] ~Zeller~ 1, 771, 832; ~Gilbert~ 115 ff., 121; ~Deussen~ 2 (1),
112.

[1485] ~Burnet~ 212.

[1486] ~Gilbert~ a. a. O.; ~Deussen~ 1 (1), 113, 120.

[1487] ~Zeller~ 1, 767, 800; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 235.

[1488] ~Diels~, „Vors.“ 1, 255.

[1489] ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 230 ff.

[1490] ~Diels~, „Vors.“ 1, 407.

[1491] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Gomperz~ 1, 168 ff., 171, 260; ihr Namen
„Homoiomeríen“ (aus gleichartigen Teilchen bestehend) findet sich erst
bei ~Aristoteles~ (~Wellmann~, PW. 1, 2076; ~Burnet~ 243).

[1492] ~Zeller~ 1, 981, 1021.

[1493] ~Zeller~ 1, 980, 1022; ~Burnet~ 230 ff.

[1494] ~Windelband~ 62 ff.; ~Zeller~ 1, 979.

[1495] ~Baeumker~, „Das Problem der Materie in der griechischen
Philosophie“ (Münster 1890) 74; ~Burnet~ 243 ff.

[1496] ~Baeumker~ 74; ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 242; ~Goebel~ 238.

[1497] ~Baeumker~ 74, 317.

[1498] ~Gilbert~ 126; ὕλη s. Register 728.

[1499] ~Gilbert~ 130 ff., 136.

[1500] ebd. 129, 134.

[1501] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Burnet~ 246; ~Deussen~ 2 (1), 130.

[1502] ~Zeller~ 2 (1), 16; ~Burnet~ 247.

[1503] ~Deussen~ 2 (1), 50 ff., 147; ~Burnet~ 324.

[1504] ~Diels~, „Vors.“ 1, 423, 425; ~Goebel~ 249 ff.

[1505] ~Zeller~ 1, 271.

[1506] ~Zeller~ 1, 839 ff.; ~Windelband~ 121; ~Goebel~ 257 ff.

[1507] ~Burnet~ 300 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 136 ff.; ~Windelband~ 71 ff.,
124.

[1508] ~Deussen~ 2 (1), 140; ~Burnet~ 300 ff.

[1509] ~Deussen~ 2 (1), 141 ff.; ~Burnet~ 311.

[1510] ~Deussen~ 2 (1), 136 ff., 141 ff.

[1511] ~Diels~, „Vors.“ 2, 13, 25, 60.

[1512] ~Windelband~ 125 ff.

[1513] ~Zeller~ 1, 901; ~Diels~, „Vors.“ 2, 72; ~Goebel~ 315, 317.

[1514] ~Gomperz~ 1, 292.

[1515] ~Zeller~ 1, 843, 845.

[1516] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung
„Chemisches und Physikalisches bei ~Platon~“ („Abh. u. Vortr.“ 2, 28),
die alle Einzelheiten enthält.

[1517] ~Zeller~ 2 (1), 532, 565; ~Gomperz~ 2, 329 ff., 482 ff., 568;
~Windelband~ 182.

[1518] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 273, 348.

[1519] ~Deussen~ 2 (1), 267, 276 ff.; 269; betreff weiterer Auslegungen
s. ~Baeumker~ 163, 152, 132.

[1520] ~Zeller~ 2 (1), 726, 733.

[1521] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Windelband~ 167.

[1522] ~Zeller~ 2 (1), 736, 803 ff.; ~Baeumker~ 167 ff., 174, 177 ff.;
~Deussen~ 2 (1), 276, 279.

[1523] ~Windelband~ 171, 196 ff.; 111.

[1524] ~Zeller~ 2 (1), 743.

[1525] ~Deussen~ 2 (1), 274 ff.

[1526] ~Gomperz~ 2, 484 ff., 606; ~Gilbert~ 159 ff.

[1527] ~Zeller~ 2 (1), 800 ff.

[1528] ebd. 951; 1008; 1024, 1043.

[1529] ~Zeller~ 725, 734.

[1530] ebd. 800 ff.

[1531] ~Zeller~ 2 (1), 805, 807; ~Gilbert~ 158, 170 ff.

[1532] ~Deussen~ 2 (1), 356 ff.

[1533] ~Zeller~ 2 (1), 807 ff.; ~Gilbert~ 172, 361 ff.

[1534] Was ~Platon~ unter diesem Namen versteht, ist ungewiß.

[1535] ~Gilbert~ 366.

[1536] ~Gomperz~ 2, 327.

[1537] ~Zeller~ 2 (1), 867.

[1538] Ob die Namen Phainon, Phaëthon usf. tatsächlich die älteren
sind, wie man zumeist anzunehmen pflegt, steht dahin (~Burnet~ 177 ff.).

[1539] ~Zeller~ 1, 136, 139; 2 (1), 812 ff., 931, 1040 ff.; ~Deussen~ 2
(1), 303.

[1540] ~Gilbert~ 157.

[1541] ~Diels~, „Elem.“ 58, 68.

[1542] ebd. 15 ff.

[1543] ~Diels~, „Elem.“ 17, 21, 22; an Neuschöpfung dachten ~Zeller~ 2
(1), 796, 947 und ~Baeumker~ 69.

[1544] ~Goebel~ 10.

[1545] ~Windelband~ 172, 225; ~Baeumker~ 163.

[1546] ~Gilbert~ 259.

[1547] Im Dialoge „Theaitet“; ~Zeller~ 2 (1), 705; die lateinische
Übersetzung „Qualität“ rührt von ~Cicero~ her.

[1548] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung
„Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“ („Abh. u. Vortr.“
2, 64); bemerkt sei, daß nach ~Diels~ („~Hermes~“ 40, 310; 1905)
der Inhalt der sog. „Bücher der Probleme“ des ~Aristoteles~ zu
einem bedeutenden Teile den kleineren Schriften seines Schülers
und Nachfolgers ~Theophrast~ (372-287) entnommen ist, sowie daß
nach ~Hammer-Jensen~ („~Hermes~“ 50, 113; 1915) das vierte Buch der
„Meteorologie“ nicht von ~Aristoteles~, sondern von ~Straton~ herrühren
dürfte, der 286-268 lehrte.

[1549] ~Zeller~ 2 (2), 348; 442; 306; ~Windelband~ 225; ~Baeumker~ 210
ff.

[1550] ~Zeller~ 2 (2), 305; ~Windelband~ 225.

[1551] ~Windelband~ 225 ff.; 227.

[1552] So zuerst bei ~Aristoteles~ (~Deussen~ 2 (1), 273).

[1553] ~Baeumker~ 210, 221 ff.

[1554] ~Zeller~ 1, 678; 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 228; ~Baeumker~
223, 239.

[1555] ~Zeller~ 1, 678; ~Baeumker~ 241, 262.

[1556] ~Zeller~ 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 225 ff.; ~Baeumker~ 241,
262.

[1557] ~Baeumker~ 282.

[1558] ~Baeumker~ 282, 263; ~Windelband~ 225 ff.

[1559] ~Baeumker~ 250; 259; 249; 286.

[1560] ebd. 259, 260.

[1561] ~Zeller~ 2 (2), 389, 420 ff.; ~Windelband~ 232.

[1562] ~Zeller~ 2 (2), 443.

[1563] ebd. 2 (2), 420 ff.; ~Baeumker~ 241 ff.

[1564] ~Diels~, „Elem.“ 23, 24.

[1565] ~Gilbert~ 183, 189, 205; an einer Stelle heißt es auch „die vier
Elemente sind die vier Hylen“.

[1566] ~Gilbert~ 185; στοιχεῖον s. Register 740.

[1567] ~Gilbert~ 186 ff.

[1568] ~Zeller~ 2 (2), 409, 445; ~Baeumker~ 237.

[1569] ~Gilbert~ 179, 188, 290, 386, 462.

[1570] ~Zeller~ 2 (2), 446.

[1571] ebd. 2 (2), 416 ff.; ~Baeumker~ 260; ~Gilbert~ 259 ff., 388.

[1572] ~Gilbert~ 190; ~Deussen~ 2 (1), 353.

[1573] ~Gilbert~ 265.

[1574] ~Zeller~ 2 (2), 437 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 356; ~Diels~, „Elem.“
24. An einer Stelle wird aber Äther = Feuer gesetzt.

[1575] ~Zeller~ 2 (2), 468 ff.

[1576] ebd. 2 (2), 361, 456, 553, 793, 795; Planeten s. 378.

[1577] ~Windelband~ 203; so auch bei ~Xenokrates~, ~Platons~ zweitem
Nachfolger.

[1578] ~Zeller~ 2 (2), 483, 485, 517; bei ~Theophrast~ ist πνεῦμα =
Feuer (ebd. 3 (2), 36).

[1579] ebd. 2 (2), 919; s. die Überlieferung bei ~Straton~ (lehrte
286-268).

[1580] ebd. 2 (2), 551.

[1581] ebd. 2 (2), 483, 485, 517; ~Windelband~ 236.

[1582] ~Zeller~ 2 (2), 488. Zur Theorie des Pneumas bei ~Aristoteles~
s. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326.

[1583] ~Gilbert~ 198.

[1584] Hieraus erklärt sich die bei ~Hipponax~ und ~Kallimachos~ (3.
Jahrhundert v. Chr.) übliche Bezeichnung des Essigs als „toter Wein“,
νεκρός, Ἀλίβας (~Immisch~ A. Rel. 14, 449).

[1585] ~Deussen~ 2 (1), 385.

[1586] ~Baeumker~ 295 ff.

[1587] ~Deussen~ 2 (1), 388.

[1588] ~Windelband~ 255.

[1589] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893).

[1590] ~Windelband~ 257.

[1591] ~Diels~ a. a. O. 11, 17.

[1592] ~Zeller~ 3 (1), 22; ~Deussen~ 2 (1), 390 ff.

[1593] ~Zeller~ 3 (1), 28; ~Windelband~ 250, 259 ff.

[1594] ~v. Arnim~, „Stoicorum veterum fragmenta“ (Leipzig 1903 ff.);
eine kurze Übersicht der Lehren bietet ~Barth~, „Die Stoa“ (Stuttgart
1903).

[1595] ~Gilbert~ 227 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 415; ~Diels~, „Elem.“ 41 ff.

[1596] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff., 57.

[1597] ~Zeller~ 3 (1), 364 ff.; ~Gilbert~ 266 ff.; ~Heinze~, „Lehre vom
Logos“ (Oldenburg 1872), 169.

[1598] ~Meyer-Bjerrum~, „Annalen der Naturphilosophie“ (Leipzig 1904),
3, 413.

[1599] ~Gilbert~ 305 ff., 323, 629; ~Prantl~, „Keime der Alchemie bei
den Alten“ (Stuttgart 1856), 135; vgl. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326;
~Jaeger~, „Das Pneuma im Lykeion“ („Hermes“ 1912; 48, 29); ~Jaeger~,
„~Nemesios~ von ~Emesa~“ (Berlin 1913).

[1600] ~Zeller~ 3 (1), 354 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 401 ff.

[1601] ~Zeller~ 3 (1), 173.

[1602] ~Zeller~ 3 (1), 330 ff.

[1603] ~Arnim~ 2, 319; ~Zeller~ 1, 100; 3 (2), 342.

[1604] ~Deussen~ 2 (1), 28.

[1605] ~Zeller~ 3 (1), 334 ff.

[1606] ebd. 337.

[1607] ebd. 712.

[1608] ~Arnim~ 2, 331, 332.

[1609] ~Zeller~ 3 (2), 342.

[1610] ~Gilbert~ 251.

[1611] ~Arnim~ 2, 111.

[1612] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.; ~Baeumker~ 330 ff.;
~Windelband~ 273.

[1613] ~Zeller~ 1, 142.

[1614] ~Heinze~ 79 ff., 92; ~Windelband~ 327.

[1615] ~Zeller~ 1, 363.

[1616] ~Arnim~ 1, 24, 25; 2, 115; ~Zeller~ 3 (1), 96 ff.; ~Baeumker~
330 ff.

[1617] ~Arnim~ 2, 116.

[1618] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.

[1619] ~Arnim~ 2, 116.

[1620] ~Arnim~ 2, 114, 116.

[1621] ~Gilbert~ 227 ff.

[1622] ebd. 245.

[1623] ebd. 243 ff.

[1624] ebd. 244.

[1625] ebd. 433, 236; ~Zeller~ 3 (1), 181 ff.

[1626] ~Arnim~ 2, 136.

[1627] ebd. 2, 111.

[1628] ~Zeller~ 3 (1), 325.

[1629] ~Diels~, „Elem.“ 28.

[1630] ~Arnim~ 2, 111.

[1631] ebd. 1, 24, 27, 110; 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.;
~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 245 ff., 251; ~Baeumker~ 330 ff.

[1632] ~Arnim~ 1, 25; 2, 128; 3, 20.

[1633] ~Baeumker~ 327, 363; ~Windelband~ 273; ~Gilbert~ 271; ~Deussen~
2 (1), 414.

[1634] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 268.

[1635] ~Arnim~ 2, 151, 153.

[1636] ebd. 2, 153; ~Zeller~ 3 (1), 129 ff.; ~Gilbert~ 232 ff.

[1637] ~Baeumker~ 330 ff.; ~Gilbert~ 232 ff., 245, 268.

[1638] ~Zeller~ 3 (1), 436.

[1639] ebd. 3 (1), 96 ff.; ~Gilbert~ 266 ff., 271.

[1640] ~Heinze~ 118 ff.

[1641] ~Heinze~ 118 ff.; ~Baeumker~ 330 ff.

[1642] ~Heinze~ 79 ff., 92.

[1643] ~Zeller~ 3 (1), 156; ~Heinze~ 99.

[1644] ~Arnim~ 2, 136; dem ~Heraklit~ selbst scheint diese Anschauung
noch fremd, s. ~Deussen~ 2 (1), 416.

[1645] ~Arnim~ 1, 34; ~Zeller~ 1, 142 u. 3 (1), 145; ~Windelband~ 273
ff.

[1646] ~Zeller~ 3 (1), 141, 145, 148, 192, 194; ~Deussen~ 2 (1), 415.

[1647] ~Windelband~ 273.

[1648] ~Arnim~ 2, 307.

[1649] ~Gilbert~ 251.

[1650] ~Arnim~ 2, 145; ~Gilbert~ 268, 283, 633 ff.

[1651] ~Baeumker~ 342 ff., 356 ff.

[1652] ebd. 350.

[1653] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 251, 252, 292; ~Baeumker~ 3,
367 ff.; ~Heinze~ 97 ff., 100.

[1654] ~Zeller~ 3 (1), 134.

[1655] ~Arnim~ 2, 111; ~Heinze~ 93; ~Deussen~ 2 (1), 415 ff.

[1656] ~Arnim~ 2, 310; ~Heinze~ 100.

[1657] ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff.

[1658] ~Heinze~ 93.

[1659] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff.

[1660] ~Zeller~ 3 (1), 68; ~Heinze~ 143.

[1661] ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199; ~Heinze~, „Zur
Erkenntnislehre der Stoa“ (Leipzig 1880), 10.

[1662] ~Arnim~ 2, 228, 258; ~Gilbert~ 237, 243.

[1663] ~Zeller~ 1, 436.

[1664] ~Arnim~ 1, 38; 2, 217.

[1665] ebd. 2, 217; ~Gilbert~ 268.

[1666] ~Arnim~ 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199.

[1667] ~Arnim~ 2, 211; ~Heinze~ 110.

[1668] ~Zeller~ 3 (1), 368; ~Heinze~ 13.

[1669] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff., 397.

[1670] ~Arnim~ 1, 34; ~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff.;
~Deussen~ 2 (1), 415 ff.

[1671] ~Prantl~, a. a. O.

[1672] ~Zeller~ 3 (1), 162 ff., 206, 336; ~Capelle~, „Die Schrift von
der Welt“ (Jena, 1907), 34 ff.

[1673] ~Zeller~ 3 (1), 100; ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff.

[1674] ~Heinze~ 107 ff., 110 ff., 117, 123 ff. -- Den Zusammenhang der
Theorie von den Lógoi spermatikoí mit den Lehren des ~Heraklit~ und des
~Aristoteles~, sowie ihre so außerordentlich bedeutsame Fortwirkung
bis in das Zeitalter der Kirchenväter erörtert ausführlich ~K. Meyers~
„Geschichte der Lehre von den Keimkräften, von der Stoa bis zum
Ausgange der Patristik“ (Bonn 1914).

[1675] ~Zeller~ 3 (1), 196, 199, 209; ~Gilbert~ 251, 392.

[1676] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff.

[1677] ~Bouché-Leclercq~ 68.

[1678] ~Wagner~, Ro. 3, 70.

[1679] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Weidlich~, PW. Spl. 1, 3; ~Boll~,
„Die Erforschung der antiken Astrologie“ (Neue Jahrbücher), Leipzig
1908; 103.

[1680] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff.

[1681] ~Bouché-Leclercq~ 19, 571 ff.

[1682] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 545. Vgl.
~Gronau~, „~Poseidonios~ und die jüdisch-christliche Genesis-Exegese“
(Leipzig 1912).

[1683] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff.

[1684] ~Zeller~ 3 (1), 22; 3 (2), 83 ff., 113 ff., 123; ~Windelband~
304 ff.

[1685] ~Zeller~ 3 (1), 24 ff., 564, 834; 3 (2), 83 ff., 107, 164 ff.;
154.

[1686] ebd. 3 (1), 16 ff.; 3 (2), 104 ff.

[1687] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff.; ~Windelband~ 306 ff.; ~Gomperz~ 1, 88.

[1688] ~Zeller~ 3 (2), 169, 364; 83 ff.

[1689] ebd. 3 (2), 83 ff., 95 ff.

[1690] ~Zeller~ 3 (2), 127, 368; 290.

[1691] ~Pietschmann~, PW. 2, 355; vgl. ~Valerius Maximus~, lib. 8, cap.
2.

[1692] ~Zeller~ 3 (2), 128, 164.

[1693] ebd. 3 (2), 115, 504.

[1694] ~Zeller~ 3 (2), 136, 139 ff.

[1695] ebd. 104 ff.

[1696] ebd. 149 ff., 171, 188, 197.

[1697] ebd. 142, 151, 189; 188, 189; ~Baeumker~ 389 ff.; ~Heinze~ 173
ff.

[1698] ~Zeller~ 3 (2), 154 ff., 193 ff.

[1699] ebd. 215.

[1700] ~Zeller~ 104 ff.

[1701] ebd. 171, 197.

[1702] ebd. 133.

[1703] ebd. 235; ~Windelband~ 306 ff.

[1704] ~Capelle~, „Die Schrift von der Welt“ (Jena 1907).

[1705] ebd. 54.

[1706] ~Windelband~ 299.

[1707] ~Zeller~ 3 (1), 653 ff.; ~Capelle~ 53, 56.

[1708] ~Capelle~ 38 ff.

[1709] ~Zeller~ 3 (1), 664.

[1710] ~Heinze~ 173 ff.

[1711] ~Zeller~ 3 (1), 660.

[1712] ~Prantl~, a. a. O.

[1713] ~Zeller~ 3 (1), 662; ~Gilbert~ 537.

[1714] ~Zeller~ 3 (1), 67.

[1715] ebd. 88.

[1716] ebd. 265.

[1717] ebd. 264, 269.

[1718] ~Deussen~ 2 (1), 462.

[1719] ~Zeller~ 3 (2), 279; vgl. ~Gercke~, PW. 2, 918.

[1720] ~Zeller~ 3 (2), 281.

[1721] ebd. 234 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 465, 481.

[1722] ~Zeller~ 3 (2), 291 ff.; ~Kautzsch~, „Apokryphen und
Pseudepigraphen des alten Testaments“ (Tübingen 1900); 1, 479.

[1723] ~Deussen~ 2 (1), 466.

[1724] ~Zeller~ 3 (2), 290; ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 192; ~Buchholz~, Ro.
4, 808.

[1725] ~Zeller~ 3 (2), 298 ff., 344, 356 ff.

[1726] ~Deussen~ 2 (1), 464.

[1727] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff.

[1728] ebd. 333, 368.

[1729] ebd. 385 ff.; ~Hölscher~, PW. 9, 1960 ff.

[1730] ~Harnack~, „Dogmen-Geschichte“ (Tübingen 1905), 25.

[1731] ~Zeller~ 3 (2), 385 ff.; ~Cohn~, „Die Werke des ~Philon~ von
Alexandria“ (Breslau 1909); 1, 14.

[1732] ~Harnack~ a. a. O. 26.

[1733] ~Zeller~ 3 (2), 436; ~Baeumker~ 384 ff.

[1734] ~Zeller~ 3 (2), 441; ~Heinze~ 226.

[1735] ~Baeumker~ 384 ff., 401; ~Heinze~ 242.

[1736] ~Cohn~ a. a. O. 1, 36 ff.; ~Windelband~ 308 ff., 315.

[1737] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Heinze~ 215 ff., 224, 282; ~Deussen~ 2
(1), 475.

[1738] ~Deussen~ 2 (1), 474.

[1739] ~Zeller~ 3 (2), 391; ~Harnack~ a. a. O. 22.

[1740] ~Heinze~ 215.

[1741] ~Zeller~ 3 (2), 418 ff., 433; ~Deussen~ 2 (1), 476 ff.; ~Cohn~
a. a. O. 1, 15 ff.; 2, 4.

[1742] ~Cohn~ a. a. O. ebd.

[1743] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Harnack~ a. a. O. 26; ~Heinze~ 220
ff., 226, 256.

[1744] ~Heinze~ 278 ff.; 243, 252, 258 ff.

[1745] ~Zeller~ 3 (2), 9.

[1746] ~Deussen~ 2 (1), 488.

[1747] ebd. 468 ff., 675; ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des
Christentums in den ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 227.

[1748] ~Deussen~ 2 (1), 485.

[1749] ~Harnack~ a. a. O.

[1750] ~Zeller~ 3 (2), 485 ff., 490.

[1751] ebd. 485 ff.; ~Heinze~ 298.

[1752] ~Zeller~ 3 (2), 497.

[1753] ~Burckhardt~, „Das Zeitalter Constantin des Großen“ (Leipzig
1898), 230 ff.

[1754] ~Zeller~ 3 (2), 500 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 482 ff.

[1755] ~Zeller~ 3 (2), 506.

[1756] ebd. 520 ff.; ~Hartmann~, „Geschichte der Metaphysik“ (Leipzig
1899); 1, 106. ~Hasse~, „Von ~Plotin~ zu ~Goethe~“ (Jena 1912).

[1757] Üb. ~Müller~ (Berlin 1878).

[1758] ~Deussen~ 2 (1), 481; ~Dieterici~, „Die sog. Theologie des
~Aristoteles~“; üb. (Leipzig 1883). Ihr griechisches Original dürfte
gegen 300 n. Chr. verfaßt sein (ebd. 183); sie ist frei von der Stern-,
Zauber- und Dämonen-Lehre der späteren Neuplatoniker, sowie von der
Zahlenmystik und Theurgie der Neupythagoräer; über Sterne s. ebd. 46,
65 ff., 213 ff. -- Bei den Arabern spielte sie schon seit dem 10.
Jahrhundert eine wichtige Rolle (~De Boer~, „Geschichte der Philosophie
im Islam“, Stuttgart 1901, 150 ff.).

[1759] ~Zeller~ 3 (2), 520 ff.; ~Baeumker~ 375 ff.

[1760] ~Zeller~ 3 (2), 599; ~Deussen~ 2 (1), 499.

[1761] ~Heinze~ 300.

[1762] ebd. 303 ff.

[1763] ~Zeller~ 3 (2), 680; ~Heinze~ 321.

[1764] ~Heinze~ 318 ff.

[1765] ebd. 300; ~Zeller~ 3 (2), 609, 620; ~Windelband~ 329 ff.;
~Baeumker~ 402 ff., 413.

[1766] ~Zeller~ 3 (2), 609; ~Heinze~ 321.

[1767] ~Deussen~ 2 (1), 488 ff.

[1768] ebd. 497; ~Zeller~ 3 (2), 612, 684.

[1769] ~Zeller~ 3 (2), 621 ff., 677; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 1, 85 ff.

[1770] ~Zeller~ 3 (2), 683 ff.

[1771] ~Zeller~ 3 (2), 686, 733 ff.; ~Prantl~ a. a. O.

[1772] ~Zeller~ 3 (2), 655; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 2, 248.

[1773] ~Zeller~ 3 (2), 735; ~Deussen~ 2 (1), 506 ff.

[1774] ~Zeller~ 3 (2), 735 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 506.

[1775] ~Zeller~ 3 (2), 740, 765, 777 ff., 805; ~Deussen~ 2 (1), 507 ff.

[1776] ~Zeller~ 3 (2), 805 ff., 820, 840 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 510.

[1777] ~Zeller~ 3 (2), 847; ~Deussen~ 2 (1), 511.

[1778] ~Zeller~ 3 (2), 896, 901, 910.

[1779] ~Zeller~ 3 (1), 625 ff.; 3 (2), 913.

[1780] ebd. 3 (2), 915 ff.

[1781] Leipzig 1913.

[1782] „Sternkunde und Sterndienst in Babel“ (Münster 1907 ff.); „Im
Bannkreise Babels“ (Münster 1910).

[1783] „Die Religion Babylons und Assyriens“ (Gießen 1909 ff.).

[1784] „Astronomische Himmelsschau und Astrallehre bei den Babyloniern“
(Heidelberg 1911); A. Rel. 15, 217 ff.

[1785] „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), 1 (2).

[1786] „Sphaera“ (Leipzig 1903); „Die Erforschung der antiken
Astrologie“ (Leipzig 1908; Neue Jahrbücher 1, 103); „Die Lebensalter“
(Leipzig 1913).

[1787] Nicht schon gegen 3800, wie eine späte Tradition angibt
(~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“, Leipzig 1912, 48).

[1788] ~Kugler~, „Bannkreis“, Vorr. 1 ff.; 117.

[1789] ~Prinz~, „Altorientalische Symbolik“ (Berlin 1915), 84.

[1790] ~Kugler~, „Bannkreis“, 92.

[1791] ~Kugler~, ebd., Vorr. 1 ff.; 117.

[1792] ~Deussen~ 2 (2), 36, 46; ~Cumont~, „Les religions orientales
dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 366; ~Jeremias~ 80.

[1793] ~Boll~, „Erf.“ 1, 113.

[1794] ~Jeremias~, Ro. 4, 1434 ff., nach ~Weidner~; ~Hommel~ 44, 71,
mit der Einschränkung, daß angebliche Abbildungen erst um 1200 oder 900
vorkommen (103, 128).

[1795] ~Kugler~ 61; den Schatten erwähnt u. a. ~Plinius~, lib. 2, cap.
8.

[1796] ~Kugler~ 57, 118. Daß Sonne, Mond und Venus schon damals auch
„Regenten des Tierkreises“ gewesen seien (~Jeremias~ 257), folgt
hieraus nicht. -- ~Samas~ wird eigentlich ~Šamaš~ = ~Schamasch~
geschrieben, und das Nämliche gilt für ~Sin~ und ~Istar~; nur aus
typographischen Gründen wurde dieser Laut hier durch einfaches S oder s
wiedergegeben.

[1797] ~Jeremias~ 105.

[1798] ~Kugler~ 152.

[1799] ~Prinz~ a. a. O.

[1800] ~Kugler~ 157; Fig. 7; Fig. 4a, 5, 6; ~Prinz~ a. a. O. 74 ff.,
117.

[1801] ~Kugler~ 151; Fig. 4a, 5, 6; ~Scheftelowitz~, A. Rel. 15, 462,
473.

[1802] ~Kugler~ 61, 152, 155; Fig. 4a, 5, 6; Fig. 3, 7; Fig. 2.

[1803] ~Kugler~ 132.

[1804] ~Kugler~ 133; eine nachträgliche Verschmelzung der Istar
(Astarte) mit der Gottheit des seit altersher verehrten Venussternes,
an die ~Baudissin~ denkt (A. Rel. 16, 420), ist daher wenig
wahrscheinlich.

[1805] ~Jeremias~ 78 ff., u. Ro. 4, 1434 ff.

[1806] ~Jeremias~ 231; 26, 229.

[1807] ebd. 299; 30.

[1808] ebd. 94; 78, 253; ~Bouché-Leclercq~, „L’astrologie grecque“
(Paris 1899), 41, 45.

[1809] ~Rehm~, PW. 8, 1250 ff.; vgl. ~Lenormant~, „Die Anfänge der
Kultur“ (Jena 1875) 134 und „Die Magie u. Wahrsagekunst der Chaldäer“
(Jena 1878) 117 ff.; ~Schrader~, „Höllenfahrt der Istar“ (Gießen 1874),
146 und Ro. 1, 649.

[1810] ~Kugler~, Vorr. 6 ff.; 88; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff.;
~Boll~, M. G. M. 16, 54.

[1811] ~Jeremias~ 163, 168; 80 ff.

[1812] ebd. 100, 101, 148.

[1813] ebd. 28.

[1814] ~Schwartz~, PW. 3, 314; ~Jeremias~ 26.

[1815] ~Jeremias~ 134, 78.

[1816] ebd. 180, 250, 343; 137.

[1817] ~Chwolsohn~, „Die Ssabier und der Ssabismus“ (Petersburg 1856);
2, 605 ff., 450 ff.; ~Jeremias~ 268.

[1818] ~Jeremias~ 19, 103.

[1819] ~Lenormant~, „Mag.“ 152, 415.

[1820] ~Bezold~ 57.

[1821] ~Kugler~ 105; ~Bezold~ 23; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 424 ff.,
525 ff.

[1822] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110.

[1823] ~Bezold~ 23.

[1824] ~Hommel~ 128.

[1825] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bezold~ 22.

[1826] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110 ff.; ~Boll~, M. G. M. 16, 54.

[1827] ~Ed. Meyer~ a. a. O. und betreff Venus 531; ~Kugler~ 66, 72.

[1828] ~Kugler~ 53, 90, 94.

[1829] ~Kugler~ 124.

[1830] ~Kugler~ 103, 112; ~Bezold~ 40, 55, und A. Rel. 15, 217 ff.
Nach ~Boll~ („Sphaera“ 563) setzt noch ein arabischer Bearbeiter des
Pseudo-Hippokrates Saturn = Sonne.

[1831] ~Lenormant~, „Anf.“ 125, „Mag.“ 19, 139, 300; uralt, wie
~Jeremias~ annimmt (83 und Ro. 4, 1434 ff.), sind sie nicht.

[1832] ~Boll~, „Sphaera“ 313, 376; 316.

[1833] ebd. 281; ~Bouché-Leclercq~ 93 ff.

[1834] ~Jeremias~ 79, 278 ff.; 84, 95; bei Ro. a. a. O.

[1835] ~Jeremias~ 83, 88, 90, 278 ff.; bei Ro. a. a. O.

[1836] ~Kugler~ 125; ~Bezold~ 46.

[1837] ~Jeremias~ 17, 83, 225, 276 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 134.

[1838] ~Bezold~ 5, 7.

[1839] ebd. 21.

[1840] ~Ed. Meyer~ a. a. O.

[1841] ~Bezold~ 44.

[1842] ~Kugler~ 102, 105, 116; ~Bezold~ 46 ff.; auch die Farben der
Fixsterne wurden beachtet (~Kugler~ 103).

[1843] ~Nöldeke~, A. Rel. 7, 344; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.;
~Bouché-Leclercq~ 41, 45; ~Roscher~, „Enneadische Studien“ (Leipzig
1907) 148.

[1844] ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig 1913), 25; M. G. M. 16, 54.

[1845] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 369, 425, 523; ~Roscher~ a. a. O.;
~Bousset~, „Hauptprobleme der Gnosis“ (Göttingen 1907), 22, 54.

[1846] ~Herodot~, lib. 2, cap. 109.

[1847] ~Diodor~, lib. 2, cap. 29 ff.

[1848] ~Strabon~, lib. 16, cap 1 (6).

[1849] ~Vitruv~, lib. 9, cap. 2 (1) u. 6 (2).

[1850] ~Plinius~, lib. 6, cap. 123.

[1851] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bousset~ a. a. O.

[1852] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Bousset~ a. a. O.

[1853] ~Boll~, „Erf.“ 115 ff.

[1854] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148.

[1855] ~Kugler~ 152; Fig. 2.

[1856] Vgl. ~Wundt~, „Volker-Psychologie“ (Leipzig 1909); 2 (3), 540 ff.

[1857] Über 7, 9. 13 im mexikanischen Kalender s. ~Kugler~ 9, 147 und
~Roscher~, „Die enneadischen und hebdomadischen Fristen und Wochen der
älteren Griechen“ (Leipzig 1903), 79.

[1858] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 822, 524.

[1859] ~Hehn~, „Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und im alten
Testament“ (Leipzig 1907); ~Roscher~, „Enn. Stud.“, 148; ~Boll~,
„Lebensalter“ 24.

[1860] ~Gellius~, lib. 3, cap. 10.

[1861] ~Roscher~, „Enn. u. Hebd.“ 14 u. Ro. 4, 14 u. 69.

[1862] ~Hehn~ a. a. O.

[1863] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148; ~Ed. Meyer~, Alt. 1 (2), 369, 425
523; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[1864] ~Delitzsch~ (Leipzig 1876).

[1865] ~Schrader~ (Gießen 1874); vgl. ~Deussen~ 2 (2), 67.

[1866] ~Delitzsch~ 125, 143.

[1867] ~Schrader~ 111, 119.

[1868] ~Schrader~ 11, 17; ~Lenormant~, „Anf.“ 58, 70; „Mag.“ 177.

[1869] ~Jeremias~ 66.

[1870] ebd. 149.

[1871] ~Lenormant~, „Mag.“ 442; ~Bezold~ 54.

[1872] ~Boll~, „Erf.“ 1, 103; oft werden aber nur 5 genannt.

[1873] ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30.

[1874] Die 7 übereinander liegenden Himmel sind nicht gleichzusetzen
den 7 Abteilungen oder Zonen des Himmels.

[1875] ~Jeremias~ 42, 227.

[1876] ebd. 327.

[1877] ~Jeremias~ 86 ff.

[1878] ebd. 132, 175, 176.

[1879] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 421, 444 ff. Nach ~Prinz~ setzten
die Sumerer ihre Götter ursprünglich in Bergen wohnend voraus; der
Tempelberg wurde dann allmählich zum mythologischen Götterberg, der aus
der Unterwelt zur Erde emporsteigt und bis in den Himmel hineinragt
(„Symbolik“ 84 ff.).

[1880] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 489, 495.

[1881] ebd. 479, 509; ~Jeremias~ 45; so schon ~Lenormant~, „Mag.“ 403
ff.

[1882] ~Baumstark~, PW. 2, 2675 ff.

[1883] ~Jeremias~ 132.

[1884] ~Herodot~, lib. 1, cap. 98.

[1885] I, II, V: ~Jeremias~ 45 u. Ro. 3, 54; III: ~Bouché-Leclercq~
41; IV: ~Rawlinson~, bei ~Chwolsohn~ 2, 840; V: ~Faulmann~,
„Kulturgeschichte“ (Wien 1881), 385; VI: ~Jeremias~ 51;
~Weissbach~, PW. 5, 2156; ~Boll~, PW. 7, 2562; für die 5. Mauer ist
„sandarachfarben“ angegeben, was gelb oder rot bedeuten kann.

[1886] „National-Literatur d. Völker d. Orients“, ed. ~Wollheim~ (Berl.
1873), 2, 447 ff.

[1887] Nach ~Baumstark~ (PW. 2, 2675 ff.) nicht „Sphären“, sondern
Abteilungen.

[1888] ~Schwartz~, PW. 3, 314.

[1889] ~Semper~, „Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten“
(München 1860; 2. Aufl. 1878); 1, 332 u. 2, 123. ~Guareschi~, „Storia
della chimica“ (Turin 1905); Heft 5, 21 u. 88.

[1890] Coll. I, 73 ff.

[1891] Nicht Kupfer, wie ~Oppert~ glaubte (Coll. I, 219), sondern
Bronze mit 10,04% Zinn (Coll. I, 220).

[1892] Coll. I, 222.

[1893] ~Jeremias~ 87.

[1894] ~Hommel~ 165, 168; ~Bouché-Leclercq~ 41, 73.

[1895] ~Jeremias~ 84 ff.

[1896] ebd. 238.

[1897] ~Bouché-Leclercq~ 41.

[1898] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Roscher~, Ro. 3, 2519 ff.;
~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 186.

[1899] ~Jeremias~ 244; lasurblau sind aber oft auch Bart und Szepter
des Königs (ebd. 172, 177).

[1900] ~Jeremias~ 163, 164.

[1901] ~Bouché-Leclercq~ 477, 482.

[1902] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[1903] So auch ~Nöldeke~, bei ~Boll~, „Sphaera“ 341; ~Bezold~ 51.

[1904] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 437, 440.

[1905] Tag der Vollendung, der Sühne, der Ruhe, ... Vgl. ~Beer~, PW.
1a, 1551 ff.

[1906] ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31; auch nicht in der Literatur
der Zaubersprüche u. dgl., die mindestens bis zum Jahre 2000
zurückreicht (~Ed. Meyer~ a. a. O. 319).

[1907] ~Cassius Dio~, lib. 37, cap. 17 ff.

[1908] Dieser beruft sich auf eine apokryphe griechische Schrift mit
„persischen“ Autornamen, wie ~Zoroaster~, ~Hydaspes~ usf.

[1909] Entgegen ~Hommel~ 43.

[1910] So auch ~Chwolsohn~ 2, 173; ~Jeremias~ 164. Dies bestätigt auch
der arabische Schriftsteller ~Alchwarizmi~ (um 980): ~E. Wiedemann~,
„Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften“ (Erlangen 1902 ff.),
47, 235.

[1911] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 821.

[1912] ~Meyer~, A. Rel. 17, 248.

[1913] „Die Gathas des Avesta“, üb. ~Bartholomae~ (Stuttgart 1905).

[1914] ~König~, A. Rel. 17, 38.

[1915] ~Hommel~ 155, 171.

[1916] ~Hommel~ 165, 168.

[1917] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 500.

[1918] „Römische Geschichte“ (Berlin 1886), 5, 347.

[1919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 123.

[1920] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 124 ff., 532 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 137.

[1921] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 122 ff.

[1922] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Deussen~ a. a. O.; ~Gray~, A. Rel. 7, 359
ff.

[1923] ~Bousset~, A. Rel. 4, 254 ff.; „Hauptprobleme der Gnosis“
(Göttingen 1907), 225, 335, 376 ff. Schon unter den späteren
Achämeniden, z. B. ~Darius~, zeigt sich der persische Kalender völlig
abhängig von der Sternkunde Babylons (~Lehmann~, A. Rel. 17, 234).

[1924] ~Lenormant~, „Mag.“ 217 ff., 403.

[1925] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 94.

[1926] ebd. 3, 91.

[1927] ~Bousset~ a. a. O.

[1928] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 541.

[1929] ~Scheftelowitz~ hält „Magu“ für ein altassyrisches Lehnwort und
zieht dementsprechende Folgerungen (A. Rel. 17, 241).

[1930] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 124, 126.

[1931] ~Lehmann~, A. Rel. 5, 216; ~Justi~, ebd. 6, 252; ~Dieterich~,
„Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 189, 191.

[1932] ~Bousset~ a. a. O.

[1933] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 172 ff.; ~Cumont~, „Les religions
orientales dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 140, 283.

[1934] ~Cumont~, „Rel.“ 49, 270 ff., 287.

[1935] ~Deussen~ 2 (2), 136 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 280.

[1936] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 366.

[1937] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 187, 197, 263, 369, 391,
416.

[1938] ~Bousset~, „Gnosis“ 41 ff.; ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“
(Leipzig 1897), 83; ~Lenormant~, „Mag.“ 18, 25 ff., 131.

[1939] ~Cumont~, „Mysterien des Mithra“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig 1903),
9 ff., 89 ff.

[1940] ~Jeremias~ 109, 192, 247.

[1941] ~Cumont~, „Rel.“ 140, 283.

[1942] ~Sudhaus~, A. Rel. 9, 197 ff.; ~Kroll~, ebd. 8, Beiheft, 42.

[1943] ~Jeremias~ 240; ~Lenormant~, „Mag.“ 72; von der späteren
Bezeichnung der beschwörenden Sprüche als „carmen“ kommt nach
~Lenormant~ das französische „charme“; s. ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon
mediae Latinitatis“ (Paris 1890) unter „carminare“.

[1944] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 127.

[1945] ~Boll~, „Sphaera“ 10.

[1946] ~Herodot~, lib. 1, cap. 131.

[1947] ~Cumont~ Ro. 2, 3044; ~Jeremias~ 202; ~Bousset~, „Gnosis“ 223
ff.; ~Diels~, „Elem.“ 44 ff.: στοιχεῖον wird zuletzt zu einem Ausdruck
der Dämonologie (ebd. 57).

[1948] Üb. ~Sachau~ (London 1879), 186 ff., 315 ff.

[1949] ~Dieterich~ a. a. O. 55.

[1950] ~Bousset~, A. Rel. 4, 247 u. „Gnosis“ 355, 376 ff.; ~Dieterich~
a. a. O. 205, 207.

[1951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 132 ff., 172 ff.

[1952] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 17.

[1953] ebd. 1, 102.

[1954] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 97.

[1955] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 351; ~R. M. Meyer~, ebd. 11, 327.

[1956] ~Erman~ 10 ff.; 78; 14.

[1957] ~Erman~ 13, 24.

[1958] ~Erman~ 10 ff.

[1959] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 74; ~Erman~ 8, 224.

[1960] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 105; ~Erman~ 17.

[1961] ~A. Wiedemann~, M. G. M. 16, 372.

[1962] ~Erman~ 34, 172 ff., 174.

[1963] ~Ed. Meyer~ 1 (2), 85; ~Roeder~, Ro. 4, 1191, 1201.

[1964] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ 33, 176.

[1965] ~Erman~ 266.

[1966] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig
1891), 168 ff. -- Vgl. zu allen diesen Punkten die eingehenden
Ausführungen in ~Prinz~’s „Symbolik“ (mit zahlreichen Abbildungen).
Sehr alt sind auch die Verbindungen von Sonne und Mond als Augen des
~Horus-Rê~ mit den beiden Schlangen, die das Haupt des Königs umwinden,
sowie mit der weißen und roten Krone der ~Nechbet~ und ~Buto~, der
Göttinnen Ober- und Unter-Ägyptens („Symbolik“ 41, 42).

[1967] ebd. 91, 101, 111, 168; ~Roeder~, A. Rel. 15, 86.

[1968] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 530, 544.

[1969] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 545, 546.

[1970] ~Cumont~, PW. 4, 2441; der Dea Syria nahe steht die griechische
~Aphrodite~, der die Taube heilig ist.

[1971] ~Eisler~, A. Rel. 15, 3, 12.

[1972] ~Eisler~, ebd. 14, 539.

[1973] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 540, 543; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena
1907) 1, 326; ~Brugsch~ a. a. O. 106.

[1974] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; „Hellenistische
Wundererzählungen“ (Leipzig 1906), 106, 125.

[1975] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 481; 13, 361; ~Roeder~, ebd. 15, 68
ff.; ~Erman~ 114 ff.

[1976] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 473.

[1977] ~Ed. Meyer~ „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff.

[1978] ~Erman~ 24, 38 ff.

[1979] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 394; ~Erman~ 217.

[1980] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff.

[1981] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 17, 220.

[1982] ~Erman~ 40, 110 ff., 131; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig
1904), 368 ff.

[1983] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff.; ~Erman~ 41, 58.

[1984] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst Ägyptens“ (Stuttgart 1913), 170.

[1985] ~Reitzenstein~, „Hellenistische Mysterien-Religionen“ (Leipzig
1910), 85; ~Erman~ 21, 38.

[1986] ~Reitzenstein~ a. a. O. 52, 206.

[1987] ~Bissing~, A. Rel. 8, Beiheft 24 ff.; ~Roeder~, A. Rel. 15, 79.

[1988] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 431, 491; ~Jeremias~ 323, 338;
~Zimmern~, A. Rel. 2, 165.

[1989] ~Schrader~ a. a. O. 19; ~Deussen~ 2 (2), 165. In der
altbabylonischen Religion sind Wasser und Kraut des Lebens ursprünglich
+allen+ großen Göttern eigen und fallen erst später (etwa gegen 2000)
dem ~Ea~ von Eridu zu, der aus einem ursprünglich südbabylonischen
Flußgotte zum besonderen Gotte der Tiefe und ihrer Gewässer wird
(~Prinz~, „Symbolik“ 105, 115, 133, 134, 137 ff., 141; 139). Beide
können aber auch von anderen Göttern und von Helden errungen werden,
wie denn z. B. der königliche Heros ~Gilgamesch~ schon zu Zeiten König
~Sargons~ als ihr Besitzer gilt (ebd. 102 ff., 105 ff., 114; ~Ed.
Meyer~, „Reich und Kultur der Chetiter“, Berlin 1914; 148.)

[1990] ~Rohde~, „Psyche“ (Leipzig 1903); 2, 390.

[1991] ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905), 51; vgl.
~Friedlaender~, A. Rel. 13, 161, 197.

[1992] ~Erman~ 146.

[1993] ~Meyer~ 1 (2), 209, 225; ~Erman~ 21 ff.

[1994] ~Erman~ 153.

[1995] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 364 ff.

[1996] ~Erman~ 110 ff.; ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; ~A. Wiedemann~,
A. Rel. 7, 473.

[1997] ~Roeder~, A. Rel. 15, 84.

[1998] ~Reitzenstein~ a. a. O.; „Hellenistische Wundererzählungen“
(Leipzig 1906) 106, 125.

[1999] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff.

[2000] ~Roeder~, A. Rel. 15, 79, 93; 16, 82 ff.; ~Erman~ 21, 38, 210,
234.

[2001] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ a. a. O.

[2002] ~Erman~ 64, 270. Schon aus dem 19. Jahrhundert v. Chr. ist
der Bericht eines Augenzeugen der dramatischen Vorführung des Mythus
erhalten (~Roeder~, PW. 9, 2128).

[2003] ~Ovid~, „Metamorphosen“ lib. 9, Vers 693.

[2004] ~Juvenal~, „Satiren“ lib. 3, Nr. 8, Vers 29.

[2005] ~Roeder~, PW. 9, 2129 (εὐρήκαμεν, συγχαίρομεν); ~Burckhardt~,
„Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 208.

[2006] ~Erman~ 28.

[2007] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 85, 93, 98.

[2008] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 97, 322, 336.

[2009] ~Kugler~ 55.

[2010] ~Boll~, „Sphaera“ 217.

[2011] ~Erman~ 14, 182, 250; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 152.

[2012] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 76 ff., 90, 152; ~Erman~ 167 ff.

[2013] ~Erman~ 179; ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“
(Leipzig 1906), 11, 120, 130. Vgl. das im katholischen Süddeutschland
noch jetzt übliche „Verschlucken der hl. ~Maria~“ (~Andree~, „Votive
und Weihgaben“, Braunschweig 1904, 21).

[2014] ~Erman~ 181; ~Dieterich~, „Abraxas“ (Leipzig 1891), 41;
~Reinhard~, A. Med. 9, 323.

[2015] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 43 ff.;
~Dieterich~, „Mithras“ 186; ~Cumont~, „Rel.“ 365; ~Otto~, „Priester und
Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905), 2, 225.

[2016] ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff.

[2017] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 53.

[2018] ebd. 75.

[2019] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff.

[2020] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.

[2021] ~Boll~, „Erforschung der antiken Astrologie“ 106.

[2022] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.

[2023] ~Boll~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 242.

[2024] ~Bouché-Leclercq~ 519, 564; 51, 292; 230.

[2025] ~Otto~ a. a. O. 2, 217, 225.

[2026] ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Sphaera“ 213, 374, 391; ~Kroll~, PW.
9, 803.

[2027] ~Bouché-Leclercq~ 534.

[2028] ~Israelson~, „Die Materia medica des Galenos“ (Dorpat 1894), 159.

[2029] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 231.

[2030] ~Otto~ 1, 171; 2, 187.

[2031] ~Otto~ 1, 226.

[2032] ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 178.

[2033] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[2034] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25;
~Bouché-Leclercq~ 477 ff.

[2035] ~Kugler~; ~Boll~, „Lebensalter“ 115 ff. u. PW. 7, 2547 ff.

[2036] ~Jeremias~ 167 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31 u. PW. 7,
2547 ff.

[2037] „Lehrbuch der Chronologie“ (Berlin 1831), 49, 340.

[2038] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Roscher~, „Enneaden und
Hebdomaden“ 30 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[2039] ~Deussen~ 2 (1), 469.

[2040] lib. 37, cap. 18; ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829), 941
ff.

[2041] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[2042] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547.
~Justinus~ spricht in der um 150 verfaßten „Apologie“ vom „Tag, den man
den Sonntag nennt“ (üb. ~Veil~, Stuttgart 1894; 43, 96), doch war der
Ausdruck schon zur Zeit des jüngeren ~Plinius~ bekannt („Epistolae“,
lib. 10, Nr. 96), ja vielleicht schon in apostolischer (~Veil~ 108);
„Tag des Helios“ ἡ τοῦ Ἥλιου für Sonntag, ἡ Κρονική (Kronostag) für
Samstag, ἡ πρὸς τῆς Κρονικῆς = ἡ Ἀφροδίτης für Freitag sind im 2.
Jahrhundert gebräuchlich; als „8. Wochentag“ findet sich ἡ κυριακὴ
ἡμέρα (= dies dominicus, Tag des Herrn) wohl schon in apostolischer
Periode (~Veil~ 112), s. auch des ~Justinus~ „Gespräch mit ~Tryphon~“
(üb. ~Brunn~, Zürich 1844; 49).

[2043] „Dies Saturni“: schon bei ~Tibull~.

[2044] ~Friedlaender~, „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms“
(Leipzig 1910); 1, 442.

[2045] ~Bouché-Leclercq~ 318, 483 ff.

[2046] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.

[2047] Wortwitze ähnlicher Art, z. B. Σάμος -- ἄμμος (Samos --
Sand), Δῆλος -- ἄδηλος (Delos -- unsichtbar), Ῥώμη -- ῥύμη (Rom --
Gasse) finden sich in dem um 140 v. Chr. verfaßten 3. Buche der
„Sibyllinischen Orakel“ (~Kautzsch~, „Apokryphen und Pseudepigraphen
des alten Testamentes“, Tübingen 1900; 2, 192). Vgl. auch die schon bei
den Stoïkern bekannten Wortepiele Chronos -- Kronos, Ἥρα -- ἄηρ (Hera
-- Luft) u. dgl. (~Cumont~, „Rel.“ 410; ~Clemens Romanus~, „Homiliae“,
ed. ~Dressel~, Göttingen 1857, 133).

[2048] ~Lobeck~ 574, 575; ~Bouché-Leclercq~ a. a. O. Über die
Eselsverehrung s. u. a. ~Tacitus~, ferner den „Octavius“ des ~Minucius
Felix~ (ed. ~Dombart~, Erlangen 1875; 16) und das „Apologeticum“ (cap.
16) des ~Tertullianus~ (165-216?).

[2049] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.

[2050] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 177.

[2051] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Ed. Meyer~, „Der Papyrusfund von
Elephantine“ (Leipzig 1912), 127.

[2052] ~Martini~, PW. 5, 549, 561.

[2053] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 606 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423.

[2054] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 535; ~Hultsch~, PW. 2, 1074 ff.

[2055] lib. 2, cap. 109.

[2056] ~Hultsch~, PW. 7, 1501.

[2057] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 203.

[2058] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“, a. a. O.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423.

[2059] ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856), 1, 755;
1, 751; 2, 111, 238, 298, 336, 703.

[2060] ~Gruppe~, Ro. 3, 1146, 2263 ff.

[2061] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; vgl. ~Manilius~ „Astronomica“, ed.
~Breiter~ (Leipzig 1908); 2, Vorr. 5 ff.

[2062] ~Riess~ a. a. O.; ~Meyer~ a. a. O.

[2063] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
Griechen“ (Leipzig 1903), 34.

[2064] ebd. 5, 175 ff., 180, 197, 205.

[2065] ebd. 176.

[2066] ~Boll~, PW. 7, 2547.

[2067] ~Burnet~ 309, 316 ff.

[2068] ~Boll~ a. a. O.

[2069] ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff.

[2070] ~Boll~, PW. 7, 2547.

[2071] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff.

[2072] ~Boll~ a. a. O.; ~Hultsch~ a. a. O.

[2073] ~Roscher~, „Enn. u. Hebdom.“ 71, 78; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3,
2519 ff.

[2074] ~Usener~, „Götternamen“ 288.

[2075] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423; 15, 318; ~Wide~, A. Rel. 12, 227;
~Roscher~, A. Rel. 14, 572.

[2076] ~Nilsson~, A. Rel. 15, 318.

[2077] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff.

[2078] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 447.

[2079] ~Nilsson~, ebd. 443, 447; nach ~Usener~ (218, 220) deutet
„Iatros Apollon“ auf eine (allerdings nie vollständig gewordene)
Verschmelzung zweier ursprünglich selbständiger Gottheiten hin.

[2080] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ (München 1895), 79, 90, 164 ff., 259,
299, 436; vgl. ~Gomperz~ 1, 234, 236.

[2081] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 5, 20; ~Cumont~,
„Rel.“ 386, 389.

[2082] ~Bousset~, A. Rel. 4, 250, 257; 255, 261.

[2083] ~Riess~ a. a. O.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.;
~Dieterich~, „Abraxas“ 40 ff.

[2084] ~Höfer~, Ro. 3, 3349; ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (Leipzig 1916)
109.

[2085] ~Roscher~ u. ~Boll~, a. a. O.; ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff. In
der Ilias (Ges. 22, V. 318) heißt Hesperos nur κάλλιστος = der Schönste.

[2086] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“
127.

[2087] ~Bouché-Leclercq~ 21.

[2088] „Metaphysik“, lib. 12, cap. 8.

[2089] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Rehm~, ebd. 8, 1250 ff.; ~Weizsäcker~,
Ro. 3, 2444 ff.

[2090] ~Lippmann~, „Abhandl. u. Vorträge“ 2, 44 ff.

[2091] ebd. 2, 56 ff.

[2092] ebd. 2, 139.

[2093] „Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 124.

[2094] ~Mommsen~, „Römische Geschichte“ (Berlin 1886); 5, 455, 588.

[2095] ~Friedlaender~ 2, 151.

[2096] ~Mommsen~ 5, 617.

[2097] ~Gregorovius~, „Kaiser Hadrian“ (Stuttgart 1884), 161.

[2098] ~Harnack~, „Mission“ (Leipzig 1902), 385, 448; ~Mommsen~ 5, 576.

[2099] ~Gregorovius~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 2, 151.

[2100] ~Mommsen~ 6, 571; ~Burckhardt~, „Constantin“ 133 ff.

[2101] ~Burckhardt~ 158 ff.

[2102] ~Usener~, „Götternamen“ 340.

[2103] ~Usener~ 341; ~Burckhardt~, „Constantin“ 180 ff.; ~Erman~ 252;
~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1878), 19
ff.

[2104] ~Petersen~, A. Rel. 13, 65 ff.; auch ~Rufinus~ (lib. 2, cap.
23), ~Theodoret~ (lib. 5, cap. 28) und andere Kirchenschriftsteller
gedenken dieser Statue aus „verschiedenen Hölzern“ und „allen Metallen“
(~Unger~ a. a. O.; ~Chwolsohn~ 2, 685).

[2105] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“, ed. ~Kroll~
(Leipzig 1907), 126.

[2106] ~Jeremias~ 16.

[2107] ~Lehmann-Haupt~, Ro. 4, 338 ff.; ~Weitz~, ebd. 378, mit
Abbildungen; ~Sethe~, M. G. M. 15, 119; ~Abt~, A. Rel. 18, 267; ~Fahz~,
ebd. 15, 418. Betreff der Unsicherheit aller Deutungen vgl. ~Wünsch~,
A. Rel. 14, 579 und ~Otto~, A. Rel. 14, 580. Auch nach ~Prinz~ ist die
~Lehmann~’sche ganz unannehmbar, und ~Serapis~ sicher ägyptisch (=
~Osiris-Apis~).

[2108] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg
1901); ~Dieterich~, „Mithras“ 80, 204.

[2109] ~Burckhardt~, „Constantin“, 178.

[2110] ~Harnack~, „Mission“ 459.

[2111] ~Burckhardt~ a. a. O.

[2112] ~Mommsen~ 5, 580, 586 ff., 590.

[2113] ~Mommsen~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 3, 295; ~Blümner~,
„Terminologie und Technologie“ (Leipzig 1884), 3, 81; ~Cumont~, „Rel.“
405.

[2114] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887).

[2115] ~Cumont~, ebd. 5, 25; ~Gregovorius~, „Hadrian“ 368, 399.

[2116] ~Bouché-Leclercq~ 569, 611.

[2117] ~Haeser~, „Lehrbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1875); 1,
431.

[2118] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.); 1, 225
ff., 269.

[2119] ~Bouché-Leclercq~ 566, 598 ff.; ~Boll~, „Erforschung“ 105.

[2120] ~Cantor~, „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“ (Leipzig
1907); 1, 443.

[2121] ~Meyer~, „Botanik“ a. a. O.

[2122] ~Bouché-Leclercq~ 589, 609.

[2123] ~Mommsen~ 5, 489.

[2124] ~Pietschmann~, PW. 1, 990; ~Mommsen~ 5, 494; ~Gregorovius~
a. a. O. 165.

[2125] ~Scheftelowitz~, A. Rel. 14, 41 ff.; vgl. ~Philo~, üb. ~Cohn~
(Breslau 1909 ff.) 1, 227.

[2126] ~Dieterich~, „Mithras“ 205; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 156 ff.

[2127] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 16, 373; 1, 382.

[2128] ~Soltau~, „Das Fortleben des Heidentumes in der altchristlichen
Kirche“ (Berlin 1906), 23, 85 ff.; 118, 141; ~Reitzenstein~,
„Poimandres“ 42, 114.

[2129] ~Reitzenstein~, ebd. 75, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff., 288.

[2130] ebd. 290, 143.

[2131] ~Soltau~ a. a. O., Vorr. 11; 40, 85 ff., 87, 140, 160;
~Bousset~, A. Rel. 4, 268; ~Reitzenstein~ a. a. O.

[2132] ~Deussen~ 2 (2), 303.

[2133] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 126; „Mysterien-Religionen“
107.

[2134] ~Plinius~, lib. 30, cap. 11; vgl. ~Ganschinietz~, PW. 9, 693.

[2135] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; 440, 489.

[2136] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.

[2137] ~Bousset~, A. Rel. 4, 268.

[2138] ~Zeller~ 1, 393. Dieses dem ~Philo~ wohlbekannte Gleichnis schob
man dem ~Philolaos~ unter! (~Nestle~, „Die Vorsokratiker“, Jena 1908;
161, 239.)

[2139] ~Dieterich~, „Mithras“ 55, 58 ff., 79 ff., 156, 202 ff., 206.

[2140] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“;
~Dieterich~, a. a. O. 80, 204.

[2141] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259; ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff., 264.

[2142] ~Cumont~, ebd. 260 ff.

[2143] ~E. Kroll~, „Die Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914),
23 ff., 44, 49.

[2144] ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Usener~ 347; ~Wernicke~, Ro. 3, 1382,
1468; ~Deubner~, Ro. 3, 2091.

[2145] ~E. Kroll~ 177, 186, 193.

[2146] ebd. 67 ff., 303.

[2147] ebd. 178 ff.

[2148] ebd. 244, 282; ~Dieterich~, „Mithras“ 58.

[2149] ~E. Kroll~ 259, 278.

[2150] ebd. 124 ff., 182 ff.

[2151] ~E. Kroll~ 22.

[2152] ebd. 7, 183.

[2153] ~Gilbert~ 568 u. Register 735; vgl. ~Rohde~, „Psyche“.

[2154] ~Gilbert~ 620; ~Goebel~ 250 ff.

[2155] ~Gilbert~ 366.

[2156] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 258.

[2157] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 1, 442, 443.

[2158] ~Windelband~ 84.

[2159] ~Gilbert~ 348.

[2160] ebd. 305 ff., 323, 629.

[2161] ~Wellmann~, PW. 6, 338 ff., 344; ~Gilbert~ 389.

[2162] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893),
11, 17.

[2163] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139, 140; ~E. Kroll~ 286
ff.

[2164] ~E. Kroll~ 286 ff., 301.

[2165] ~E. Kroll~ 266, 285, 301.

[2166] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139; ~E. Kroll~ 75, 124,
135; ~Höfer~, Ro. 3, 2584.

[2167] ~E. Kroll~ 124 ff., 182; 32, 125, 141; ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff.

[2168] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 44, 59.

[2169] ebd. 140.

[2170] ebd. 138.

[2171] ebd. 180.

[2172] ~Höfer~ a. a. O.; ~Dieterich~, „Mithras“ 116 ff.; ~E. Kroll~ 76;
~Jacoby~, A. Rel. 13, 550.

[2173] ~Reitzenstein~ a. a. O. 153 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 172. In
der koptischen „Pistis Sophia“ = „Glaube und Weisheit“, verfaßt um 250
n. Chr., heißt die hl. ~Maria~ oft einfach πνευματική (ed. ~Schmidt~,
Leipzig 1905; 191, 195, 196, 201, 203), und der hl. Geist sowie der
Geist ~Jesu~ ist „πνεῦμα“ (ebd. 242, 305, 311; 44 ff. und oft).

[2174] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 43, 113, 119.

[2175] ebd. 42, 45, 139; 153, 154; 124.

[2176] ebd. 123, 139.

[2177] ebd. 129, 133; ~Dieterich~, „Mithras“ 59, 78, 91 ff., 179.

[2178] ~Bousset~, A. Rel. 4, 136 ff., 229 ff.; 18, 148.

[2179] ~E. Kroll~ 273 ff., 344 ff., 364.

[2180] ~Dieterich~, „Mithras“ 196 ff.

[2181] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; vgl. ~Dieterich~, „Mithras“
194 ff., 203.

[2182] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 122; ~Asmus~, „Das Leben des
Philosophen ~Isidorus~“ (Leipzig 1911), 142, 172.

[2183] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 352.

[2184] ~Boll~, „Lebensalter“ 37. Nach ~Dieterich~ („Mithras“ 186 ff.)
wäre Persien, entgegen ~Bousset~ (A. Rel. 4, 237), nicht die Heimat
der „Himmelsreise“; ~Reitzenstein~ hält hingegen deren iranischen
Ursprung für zweifellos („Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen
und frühchristlichen Litteratur“, Heidelberg 1917).

[2185] ~Gilbert~ 229, 236, 685.

[2186] ~Dieterich~, „Abraxas“ 44 ff., 72, 74, 82 ff., 129.

[2187] ~Zeller~ 3 (2), 714 ff.

[2188] ~Bousset~, A. Rel. 4, 166.

[2189] ~Bousset~, A. Rel. 4, 157, 160.

[2190] ebd. 161.

[2191] ~Dieterich~, „Mithras“ 191.

[2192] „Das slavische Henochbuch“, ed. ~Bonwetsch~ (Berlin 1896), 10 ff.

[2193] ebd. 27, 28.

[2194] ebd. 29.

[2195] ~Bousset~ a. a. O.; ~Kautzsch~ a. a. O.

[2196] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1.
Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 67, 73.

[2197] ~Bousset~, A. Rel. 4, 413, 151.

[2198] ebd. 249.

[2199] ~E. Kroll~ 184.

[2200] ebd. 179, 185. Nach ~Reitzenstein~ (a. a. O.) liegen auch hier
spezifisch iranische Einflüsse zugrunde.

[2201] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 101; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
(Leipzig 1909 ff.), 2, 315; 2, 33, 411.

[2202] „Quaestiones naturales“ lib. 3, cap. 14.

[2203] ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 264.

[2204] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den Ägyptern“
(Berlin 1856), 183, 197, 199, 209, 218 ff.

[2205] ~Dieterich~, A. Rel. 8, 481; ~Prott~, ebd. 9, 92.

[2206] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Jessen~, PW. 8, 714; ~Herrmann~, Ro. 1,
2314.

[2207] ~Tümpel~, Ro. 2, 3025; ~Deubner~, Ro. 3, 2092.

[2208] ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100, 430.

[2209] ~Schwally~, A. Rel. 9, 173; vgl. ~Boehmer~, ebd. 10, 316 u.
~Gressmann~, ebd. 10, 364.

[2210] ~Rapp~, Ro. 2, 1648 ff.; ~Kroll~, PW. 8, 817; ~E. Kroll~ 51 ff.

[2211] ~Dieterich~, „Abraxas“ 79; ~E. Kroll~ 179, 185.

[2212] ~Reitzenstein~, A. Rel. 7, 397 ff.

[2213] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff.

[2214] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 48, 51, 55;
39, 47, 49, 59 ff., 61, 63, 149, 189.

[2215] ~Bousset~ a. a. O. 20, 167; 175; 182 ff.; 198; 204; ~Schultz~
a. a. O. 60, 65, 70; 237.

[2216] ~E. Kroll~ 137, 235 ff.

[2217] ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886), 12; ~Dieterich~,
„Abraxas“ 31, 79; ~Fahz~, A. Rel. 7, 397 u. 15, 409.

[2218] ~Herodot~ lib. 1, cap. 193; ~Ausfeld~, „Alexander-Roman“ 94,
185. ~Aristoteles~ stellt merkwürdigerweise die Tatsache in Abrede.

[2219] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Leipzig 1856), 15, 45, 57, 69, 83;
~Nies~, PW. 1, 704, 2416; ~Rossbach~, PW. 7, 1108; ~Seidel~, M. G. M.
6, 259; ~Blümner~ 3, 257, 263.

[2220] Üb. ~Fuchs~ 3, 464.

[2221] ~Dieterich~, „Abraxas“ 60 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 70
ff.; ~Diels~, „Elementum“.

[2222] ~Dieterich~, „Abraxas“ 157, 171; ~Reitzenstein~, „Poimandres“
259, 270 ff.

[2223] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.

[2224] Eine bestimmte Definition von „chaldäisch“ läßt sich nicht
geben; sehr oft bezeichnet es nur die spätbabylonische Epoche im
Gegensatze zur altbabylonischen.

[2225] ~Boll~ a. a. O.; ~Bouché-Leclercq~ 345, 583.

[2226] ~Boll~ a. a. O.

[2227] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff.

[2228] ~Breiter~, in ~Manilius~ „Astronomica“ (Leipzig 1908); 2, Vorr.
5 ff.

[2229] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.

[2230] ~Wünsch~, PW. 9, 171 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1103 ff., 2250 ff.:
~Deubner~, Ro. 3, 2091.

[2231] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff.; 170.

[2232] Üb. ~Cohn~ 1, 59 ff., 346, 393.

[2233] ebd. 1, 321; 1, 71. Vgl. ~Fahz~, A. Rel. 15, 420.

[2234] ebd. 1, 382 ff.

[2235] ebd. 1, 79; 2, 85.

[2236] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 565.

[2237] Brüssel 1898 ff.

[2238] ~Boll~, „Erforschung“ 104.

[2239] ~Bouché-Leclercq~ 89.

[2240] ~Boll~, „Lebensalter“ 33, 40 ff.

[2241] ~Boll~, „Sphaera“ 272; ~Bouché-Leclercq~ 102.

[2242] ~Bouché-Leclercq~ 103, 182.

[2243] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.

[2244] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 599 ff. S. die
alte Streitfrage, „ob die Gestirne Wetterveränderungen bewirken oder
nur anzeigen?“ (~Pfeiffer~, „Studien zum antiken Sternglauben“, Leipzig
1915.)

[2245] ~Bouché-Leclercq~ 508 ff.

[2246] ebd. 604.

[2247] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff.

[2248] ~Bouché-Leclercq~ 599 ff.

[2249] ~Dieterich~, „Mithras“ 208.

[2250] ~Valerius Maximus~, lib. 1, cap. 3 (verfaßt um 40 n. Chr.);
~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Breiter~ (~Manilius~-Ausgabe) 2, Vorr. 5
ff.; ~Bouché-Leclercq~ 546.

[2251] Ausführliche Angaben: ~Bouché-Leclercq~ 543 ff.; ~Harder~,
„Astrognostische Bemerkungen zu den römischen Dichtern“ (Berlin 1893),
mit mehreren hundert Belegstellen.

[2252] ~Friedlaender~ 1, 367 ff.

[2253] ~Boll~, „Sphaera“ 237, 238; 228.

[2254] ~Breiter~ a. a. O.

[2255] ~Suetons~ Biographie, cap. 94.

[2256] „Astronomica“, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908) 2, Vorr. 5 ff.; alle
widersprechenden Stellen sind interpoliert.

[2257] ebd. 1, 120; 2, 145.

[2258] ebd. 1, 2; vgl. 2, 3.

[2259] ebd. 1, 9, 46, 64, 66, 99, 106, 117, 123; vgl. 2, 9, 58, 78, 82,
120, 126, 142, 146.

[2260] ebd. 1, 74; 2, 88.

[2261] ebd. 1, 22, 27; 2, 24, 33.

[2262] ebd. 1, 57, 35; 2, 67 ff., 46.

[2263] ebd. 1, 29, 6; 2, 37, 6.

[2264] ebd. 1, 59; 2, 77.

[2265] ebd. 1, 37, 47, 56; 2, 49, 58, 67.

[2266] ebd. 2, 49.

[2267] ~Tacitus~, „Historien“, lib. 1, cap. 22.

[2268] ~Friedlaender~ 1, 637 ff.; 1, 133; 4, 176; ~Cumont~, „Rel.“ 236,
292; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.

[2269] ~Tacitus~, „Annalen“, lib. 16, cap. 14.

[2270] ~Aulus Gellius~, lib. 3, cap. 10; lib. 14, cap. 1.

[2271] ~Artemidoros~, lib. 2, cap. 36.

[2272] ~Salmasius~, „De annis climactericis et antiqua astrologia
diatribae“ (Leiden 1648), 795; das Buch zählt an 900 Seiten ohne einen
einzigen Absatz!

[2273] ~Domaszewski~, A. Rel. 14, 313.

[2274] ~Burckhardt~, „Constantin“ 224 ff.

[2275] ~Eisler~, A. Rel. 11, 151.

[2276] ~Domaszewski~, A. Rel. 11, 223; ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394.

[2277] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 162; ~Cassius Dio~, lib. 75, cap. 13.

[2278] ~Wissowa~, Ro. 3, 1887; ~Friedlaender~ 4, 169.

[2279] ~Petronius~, cap. 30, 35, 39; ~Friedlaender~ 2, 46.

[2280] ~Burckhardt~ a. a. O. 224 ff.; ~Lucius~, „Die Anfänge des
Heiligenkultes“ (Tübingen 1904), 108 ff.

[2281] ~Lucius~ a. a. O. 109.

[2282] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 92.

[2283] ~Friedlaender~ 1, 514 ff.; 1, 361, 365 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389.

[2284] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 566. -- Siehe weiter
unten.

[2285] ~Riess~ a. a. O.; ~Lucius~ a. a. O. 109, 113.

[2286] „Mathesis“, ed. ~Kroll~, ~Skutsch~, ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.).

[2287] „Mathesis“ 1, 91, 265, 271; 2, 293, 284.

[2288] ebd. 1, 91.

[2289] ebd. 1, 196, 238; 2, 203, 287, 361.

[2290] ~Boll~, PW. 6, 2365; ~Cumont~, PW. Suppl. 1, 87.

[2291] „Mathesis“ 1, 264, 271; 2, 284, 360.

[2292] ebd. 1, 85 ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 396 ff.; ~Friedlaender~ 1, 514
ff.

[2293] ~Boll~, a a. O. 397, 401.

[2294] ~Burckhardt~, „Constantin“ 446; ~Richter~, „Quellen der
byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1897), 256.

[2295] ~Richter~, ebd. 12, 118; 40, 68.

[2296] ebd. 13.

[2297] ~Lucius~ a. a. O. 120 ff., 394 ff.

[2298] ~Harnack~, „Mission“ 221.

[2299] ~Bouché-Leclercq~ 611.

[2300] ~Seeck~, PW. 3, 2477.

[2301] „Origines“, ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832), lib. 3, cap. 26 u.
24; lib. 8, cap. 9; lib. 3, cap. 69.

[2302] ebd. lib. 1, cap. 20 ff.

[2303] ebd. lib. 5, cap. 30 u. 32; die griechischen und lateinischen
Namen stehen lib. 3, cap. 69.

[2304] ebd. lib. 4, cap. 13.

[2305] „De natura rerum“, ed. ~Becker~ (Berlin 1857), 45.

[2306] Vgl. ebd. 9 ff., 28 ff., 39, 44 ff., 51 ff.

[2307] ebd. 45.

[2308] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.

[2309] ~Cumont~, „Mithras“ 89 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259,
270 ff.

[2310] ~Reitzenstein~, ebd. 16.

[2311] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 327.

[2312] ~Boll~, „Sphaera“ 131, 233.

[2313] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.

[2314] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff.

[2315] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; die Listen (ebd. 2533
ff.) stammen aus sehr verschiedenen Zeiten und gehen inhaltlich weit
auseinander. ~Ziegler~, A. Rel. 13, 260.

[2316] ~Mau~, PW. 9, 649; ~Kroll~, PW. 9, 650.

[2317] „De Mysteriis liber“, ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 137, 164;
195; 217, 55.

[2318] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259, 270 ff.

[2319] ~Boll~, „Sphaera“ 513; ~Bouché-Leclercq~ 41, 313 ff.

[2320] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322, 337; ~Bouché-Leclercq~ 317 ff.

[2321] Coll. I, 80.

[2322] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig
1906), setzt sie um 1350 v. Chr. (125, 128).

[2323] ~A. Wiedemann~ a. a. O.; ~Reitzenstein~; A. Rel. 8, 181 ff.

[2324] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 83.

[2325] ~Brugsch~, „Religion u. Mythologie ...“ (Leipzig 1891), 508;
276, 277.

[2326] Coll. I, 96.

[2327] ~Bousset~, A. Rel. 4, 241.

[2328] ~Jeremias~ 86 ff.

[2329] ~Daniel~ 5, 4; s. ~Deussen~ 2 (2), 171.

[2330] ~Baruch~ 6 (3), 10; s. ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 403.

[2331] ~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
1878), 26.

[2332] ~Chwolsohn~ 2, 659, 470.

[2333] ~Friedlaender~ 4, 169.

[2334] ~Philostratos~, lib. 3, cap. 41.

[2335] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519
ff.

[2336] ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig
1786 ff.); 3, 356.

[2337] ~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 227, 317.

[2338] ~Lenormant~, „Magie“ 217 ff., 403.

[2339] Üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824), 187, 454.

[2340] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908) 3, 379; über die Farben der 7 in den
7 Sphären kreisenden Planeten, über Seide in den 7 Farben u. dgl. s.
ebd. 5, 297 u. 7, 86; 5, 219; 10, 304.

[2341] ~Berthelot~, „Arch.“ 253 (nach ~Carra De Vaux~).

[2342] ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.

[2343] ~Salmasius~, „De annis clim.“ 619 ff.; mit griechischen und
lateinischen Worten bezeichnet er die 7 Planeten als μέλανα (nigrum),
λαμπρόν (candidum), κιρῥόν (rubrum), διαυγῆ (lucidum), πόικιλον
(varium), ὠχρόν (luteum), ἀερώθη (aerinum).

[2344] ~Berthelot~, Mâ. 2, 312.

[2345] Üb. ~Dieterich~ (Berlin 1858 ff.) 5, 115. -- Mit dieser
Aufstellung stimmt auch die des arabischen Enzyklopädisten ~Alqazwînî~
(gest. 1223) überein (~Ruska~, „Das Steinbuch aus der Kosmographie des
~Alqazwînî~“; Heidelberg 1896, 5).

[2346] ~Ruska~, „Steinbuch des ~Aristoteles~“ (Heidelberg 1912), 50;
„Die Mineralien in der arabischen Litteratur“, „Isis“ 1913, 347.

[2347] ~Jeremias~ 84 ff.

[2348] ebd.

[2349] ~Salmasius~ a. a. O.

[2350] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 72. Die (phrygischen) Naassener
heißen so nach dem Engel ~Nahas~ (~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“,
Jena 1910; 35).

[2351] Vgl. ~Lobeck~ 841, 911 (nach ~Pseudo-Apulejus~)

[2352] Κρόνος -- ὄνος; s. auch ~Salmasius~ 754.

[2353] Naturgeschichtlicher Name: aquila chrysaëtos, Goldadler.

[2354] ~Kelsos~, „Das wahre Wort“, ed. ~Keim~ (Zürich 1873), 86 ff.

[2355] lib. 2, cap. 16, 20.

[2356] „Traumbuch“, lib. 2, cap. 36.

[2357] „Mathesis“ 1, 152.

[2358] ebd. 1, 6, 16, 35, 90.

[2359] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 78; „Or.“ 49.

[2360] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1861 ff.), 5, 114 ff.; 8, 196 ff.

[2361] ~Ruska~ a. a. O.; s o noch in dem berühmten „Lapidario“ des
Königs ~Alfonso~.

[2362] „Causa causarum“, üb. ~Kayser~ (Leipzig 1893), 271 ff.

[2363] ebd. 260, 285; 266 ff.

[2364] ~Chwolsohn~ 2, 443, 439 ff.; 2, 455, 485.

[2365] Ganz unhaltbar ist die Voraussetzung ~Volhards~, es handle sich
um eine Art Rangordnung nach Adel und Verwendbarkeit („Zur Geschichte
der Metalle“, Leipzig 1897; 18).

[2366] In der mir bekannten Litteratur entsinne ich mich keines
Hinweises auf sie.

[2367] ~Pausanias~, lib. 8, cap. 18.

[2368] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534; die Ersetzung des Elektrons
durch Quecksilber, die manche Handschriften aufweisen sollen, rührt aus
einer erst weit späteren Zeit her (s. unten).

[2369] ~Richter~, „Quellen d. byzant. Kunstgesch.“ (Wien 1897), 40 ff.,
53, 62.

[2370] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 364.

[2371] ~Keim~, „Das wahre Wort“ (Zürich 1873); vgl. ~Lobeck~ 934;
~Cumont~, „Mithras“ 105; ~Neumann~, PW. 3, 1885.

[2372] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534.

[2373] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Jeremias~ 86 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 77.
Vgl. überhaupt ~Berthelot~, Coll. I, 73 ff.; II, 24; III, 26; Or. 48.

[2374] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 81.

[2375] ~Berthelot~, Coll. I, 83 ff.; Intr. 294.

[2376] ~Ruska~ a. a. O. 341.

[2377] Üb. ~Kayser~ 248 ff.

[2378] ~Chwolsohn~ 839, 842 ff.; ~Aldimeschqi~ a. a. O. 53 ff., 71;
die Lücke bei Merkur füllen einige Spätere durch Quecksilber oder
die chinesische Legierung Châr Sînî aus (~E. Wiedemann~, „Beiträge“,
Erlangen 1902 ff.; 2, 342; 24, 81).

[2379] ~Jeremias~ 86 ff.

[2380] ~Borrichius~, „De ortu et progressu chemiae“ (Kopenhagen 1668),
29, 368.

[2381] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff.; ~Bousset~, A. Rel. 4,
237.

[2382] ~Salmasius~ a. a. O. 769; ~Lobeck~ 936 ff.; ~Bousset~ a. a. O.

[2383] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.

[2384] ~Berthelot~, Coll. I, 79. ~Abu Maʿschar~ (verderbt ~Albumasar~)
starb über hundertjährig 886 n. Chr. (~Boll~, „Sphaera“ 413, 482); eine
lateinische Übersetzung seiner Werke gab ~Johannes Hispalensis~ um 1150
heraus (ebd. 448, 484). Er ist übrigens in vieler Hinsicht ein bloßer
Plagiator (~Suter~, „Enz. des Islam“ 1, 106).

[2385] S. weiter unten.

[2386] ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff.

[2387] ~Bousset~ a. a. O. 206 ff.; der Leib des ~Gayomard~ wird als
Makrokosmos angesehen.

[2388] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 60.

[2389] Üb. ~Kayser~ 348, 351.

[2390] ~Berthelot~, Coll. I, 85.

[2391] ~Chwolsohn~ 1, 176; 2, 659 ff.

[2392] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff.

[2393] ~Berthelot~, Coll. I, 77.

[2394] ~Lobeck~ 896.

[2395] lib. 5, cap. 87.

[2396] ~Mayer~, Ro. 2, 1473 ff.; ~Salmasius~ a. a. O., Vorr. 64.
Bereits ~Ninib~, dem babylonischen Sterngotte des Planeten ~Saturn~,
dem „bleichen langsamen Alten“, wurden zwei himmlische „Domizile“
eingeräumt, das erste im Sternbilde des männlichen „Wassermannes“
mit besonderer Beziehung zur Sonne, das zweite in dem der weiblichen
„Fischziege“ (später = „Steinbock“) mit besonderer Beziehung zum Monde,
beide aber „naß und kalt“ (~Bouché-Leclercq~ 93 ff., 145, 187; 96;
~Boll~, „Sphaera“ 362). Bei ~Ptolemaios~ ist hingegen ~Saturn~ „kalt
und trocken“, weil weit entfernt von Sonne und Erde (~Bouché-Leclercq~
145). -- Das abenteuerliche Mischwesen der Fischziege gehört
ursprünglich dem ~Ea~ zu, der aus einem südbabylonischen Flußgotte
allmählich zum Herrn der Tiefe und des Wassers der Tiefe wurde
(~Prinz~, „Symbolik“ 139).

[2397] ~Bouché-Leclercq~ 284; s o in der Astrologie des ~Stephanos~ (7.
Jahrhundert) im Gegensatze zu ~Jupiter~ als ἀγαθοδαίμων. -- Auf einen
gütigen, wohlwollenden und leutseligen ~Jupiter~ geht das noch heute
gebräuchliche Adjektiv jovialisch oder jovial zurück.

[2398] ~Dieterich~, „Abraxas“ 76; 82, 129, 77. Aus ~Wessely~, „Wiener
Akad. Denkschr.“ 36, 186.

[2399] ebd. 77, 78; ~Bouché-Leclercq~ 316; ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37
ff., 45. Man kennt über 400 solcher Fluchtafeln aus den verschiedensten
Gegenden.

[2400] ~Wünsch~ a. a. O. 12, 21, 26.

[2401] Vgl. ~Salmasius~ 128 ff.

[2402] ~Bouché-Leclercq~ 96.

[2403] lib. 1, cap. 17.

[2404] ~Friedlaender~ 4, 370.

[2405] ~Jeremias~ 86 ff.

[2406] ~Boll~, „Erforschung“ 1, 103; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519
ff.

[2407] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244; ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 232.

[2408] ~Justi~, A. Rel. 6, 251; ~Deussen~ 2 (2), 143.

[2409] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.

[2410] ~Lobeck~ 791; ~Jeremias~ 203.

[2411] ~Jeremias~ 112, 258; vgl. hebräisch Schiboleth = Ähre.

[2412] ~Roscher~ u. ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30.

[2413] ~Salmasius~ 448 ff., 588; ~Lobeck~ 925 ff., 932 ff., 927.

[2414] ~Boll~, „Lebensalter“ a. a. O.

[2415] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534 (nach ~Vettius Valens~).

[2416] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 217, 224, 230, 232.

[2417] ebd. 2, 217.

[2418] ebd. 2, 37.

[2419] ebd. 2, 401; ~Appel~, A. Rel. 15, 254.

[2420] ~Gunkel~, A. Rel. 1, 294.

[2421] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 278 ff.

[2422] ebd. 2, 286.

[2423] ebd. 2, 249, 251.

[2424] ebd. 2, 265.

[2425] ebd. 2, 260.

[2426] ebd. 2, 274.

[2427] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.

[2428] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 479.

[2429] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 490, 498.

[2430] ebd. 1, 495.

[2431] ebd. 507.

[2432] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 336,
327, 334; 322.

[2433] ebd. 241, 222.

[2434] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1.
Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 75, 103, 109.

[2435] ebd. 53.

[2436] ebd. 58.

[2437] ebd. 33, 15 ff., 66.

[2438] ebd. 40, 53, 63.

[2439] ebd. 67, 73; 66, 62.

[2440] ed. ~Keim~ 64.

[2441] ebd. 84 ff., 86 ff.

[2442] ~Kautzsch~ 2, 460, 466; 2, 520, 525.

[2443] ebd. 2, 121; s. ~Hennecke~ a. a. O. 295.

[2444] ~Kautzsch~ 2, 403, 407, 448.

[2445] ebd. 2, 449 ff.

[2446] ~Langen~, „Der Clemens-Roman“ (Gotha 1890), 68, 201.

[2447] ~Soltau~, „Fortleben“ 243 ff.

[2448] ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen Litteratur“ (Freiburg
1895), 235.

[2449] ~Harnack~, „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 53.

[2450] ~Heintze~, „Der Clemensroman und seine griechischen Quellen“
(Leipzig 1914), 13.

[2451] PW. 4, 16 ff.

[2452] A. Rel. 18, 153.

[2453] ebd. 162, 160.

[2454] ed. ~Dressel~ 361.

[2455] ebd. 401.

[2456] ebd. 95, 158.

[2457] ebd. 157 ff.; 95, 158.

[2458] ebd. 6, 7.

[2459] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 11, 38, 50.

[2460] Vgl. ebd. 136 ff.; „Homiliae“, ed. ~Dressel~ 58, 60; über die
Nennung eines ~Faustus~ s. ebd. 260.

[2461] ed. ~Dressel~ 65.

[2462] ebd. 61, 62.

[2463] Offenbar die warme menschliche Atemluft, in der die Seele
„sitzt“.

[2464] Daß durch Druck Luft in Wasser und Wasser in feste Körper
übergehe, galt dem gesamten Altertume als feststehende Tatsache.

[2465] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff., 108.

[2466] ~Roscher~, Ro. 1, 2361 ff.

[2467] Über Hermes psychopompos vgl. ~Höfer~, Ro. 3, 3256.

[2468] Die Pflanze Ἡρμοῦ πόα, Herba mercurialis (Bingelkraut), trägt
diesen Namen wegen ihres angeblichen Einflusses auf den Zeugungstrieb;
s. ~Steuding~, Ro. 2, 2822.

[2469] Auch im indischen „Rigvêda“ verleiht der Hirtengott ~Rudra~
Reichtum, ist Handelsmann, Pflanzenkundiger, Arzt usf. (~Siecke~, A.
Rel. 1, 255).

[2470] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff.

[2471] ~Steuding~, Ro. 2, 2806.

[2472] ~Horaz~, „Oden“, lib. 1, Nr. 10.

[2473] ~Roscher~, Ro. 1, 2427. Schon auf einer Vase des Fürsten
~Gudea~ um 2340 v. Chr. führt der babylonische Heilgott ~Ningischzida~
Stab und Schlange (~Pensuti~, M. G. M. 13, 380); von ihm gingen sie
vermutlich an ~Asklepios~ über, der den Geweihten die streng geheim zu
haltenden Lehren über die Heilkräfte mitteilt (~Boll~, M. G. M. 14,
353). -- Nach ~Prinz~ ist jedoch diese Vermutung irrtümlich, da nicht
der babylonische Heilgott in Frage kommt, sondern das ihm (aber auch
anderen Göttern) zugewiesene Fabeltier Schlangengreif (PW. 7, 1906 ff.).

[2474] ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff.

[2475] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 37.

[2476] ~Eitrem~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 151.

[2477] ~Eitrem~ a. a. O.

[2478] ~Steuding~, Ro. 2, 2822.

[2479] ~Drexler~, Ro. 2, 1761; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff.

[2480] ~Pietschmann~, „Hermes Trismegistos“ (Leipzig 1875), 29 ff.; 3,
8.

[2481] ebd. 12, 13, 15, 16, 20, 21, 25.

[2482] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 5; ~Otto~ 1, 15.

[2483] ~Dieterich~, „Abraxas“ 20, 62; 71; 70, 160, 195; ~Eitrem~
a. a. O. -- Der Name ~Iao~’s, „des starken Gottes der Ordnung“, soll
+nicht+ semitisch sein (~Reitzenstein~, „Psyche“ 41, 59; 42).

[2484] λόγος in ägyptischem Sinne = κόσμος (Kosmos) = σπέρμα θεοῦ
(Samen oder Schöpfung Gottes), ~Reitzenstein~ a. a. O. 42 ff., 61.

[2485] ~Ammianus Marcellinus~, lib. 16, cap. 5; ~Apuleius~, „Apologie“,
cap. 64; ~Valerius Maximus~ (um 120 n. Chr.), lib. 2, cap. 9;
~Burckhardt~, „Constantin“ 245.

[2486] ~Dieterich~ a. a. O. 64.

[2487] Vgl. ~Lobeck~ 737.

[2488] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 446, 49, 124; ~Kopp~, „Beitr.“ 367.

[2489] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Berthelot~, Coll. II, 156, 157, 175.

[2490] ~Brugsch~ u. ~Kopp~ a. a. O.

[2491] ~Pietschmann~ a. a. O. 35 ff.

[2492] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.

[2493] ~Martial~, „Epigramme“, lib. 5, Nr. 24.

[2494] Nach ~Reitzenstein~ hatte Hermes Trismegistos in Rom eine
Gemeinde, und galt, wie ~Usener~ zeigte, u. a. dem Kaiser ~Marc Aurel~
als vorbildlicher Lehrer aller Frömmigkeit und Religion („Psyche“ 50).

[2495] ~Wessely~, „A. Nat.“ 1, 469.

[2496] ~Wessely~, ebd.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 135, 31.

[2497] ed. ~Dressel~ 341.

[2498] ed. ~Schmidt~ 318.

[2499] ebd. 14, 24 ff.; ~Bousset~ 60.

[2500] ed. ~Schmidt~ 339, 344, 354.

[2501] ~Berthelot~, Coll. II, 230; Mâ. I, 327.

[2502] ~Berthelot~, Coll. II, 132; über Alter, Verbreitung und
Wichtigkeit solcher Triaden für Religion und Kult s. ~Soltau~,
„Fortleben“ 97, 109.

[2503] ~Lactantius~, „Vom Zorne Gottes“, cap. 11; „Epitome“, cap. 24;
~Kopp~, „Beitr.“ 346, 367.

[2504] „Origines“, ed. ~Lindemann~, lib. 5, cap. 11; lib. 8, cap. 11:
„Er gab zuerst den Ägyptern Gesetze!“

[2505] ~Berthelot~, Coll. II, 424.

[2506] ~Kopp~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 72 ff.

[2507] ~Plinius~, lib. 30, cap. 1.

[2508] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; „Poim.“ 175, betreff
der Ssabier (über diese s. weiter unten).

[2509] ~Pietschmann~ 34 ff.

[2510] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 305.

[2511] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff.

[2512] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.

[2513] ed. ~Parthey~ 261, 265, 289, zum Teil „unter seinem Namen
gehend“.

[2514] ebd.; ~Chwolsohn~ 1, 768; ~Kroll~ a. a. O.

[2515] ~Kroll~ a. a. O.

[2516] ~Zeller~ 3 (2), 242 ff.; vgl. ~Windelband~ 310.

[2517] +So+ auch nach ~Kroll~ a. a. O.

[2518] Vgl. ~Mommsen~ 5, 570 ff.

[2519] ~Zeller~ 3 (2), 253, 245, 263.

[2520] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 2, 159.

[2521] ebd. 196, 211; A. Rel. 15, 267.

[2522] „Priester und Tempel ...“ (Leipzig 1905).

[2523] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322; 9, 25.

[2524] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.

[2525] „Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914).

[2526] ~Otto~ 2, 210, 223, 234; 1, 209 ff.; ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“
706.

[2527] ~Kroll~ a. a. O.

[2528] ~Otto~ 2, 218 ff.

[2529] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 386 ff.

[2530] ~Zielinski~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O. Die Widersprüche
zwischen dem hohen, vorgeblich mythischen Alter der Schriften und
ihrer platonisierenden Ausdrucksweise wurden schon frühzeitig bemerkt
(~Eisler~, A. Rel. 15, 634).

[2531] ~Kroll~ a. a. O.

[2532] ~Baeumker~ 397 ff.; 392 ff., 401, 419; betreff des letzten
Punktes vgl. ~Reitzenstein~, „Poim.“ 54.

[2533] ~Dieterich~, „Abraxas“ 132 ff.; ~E. Kroll~ a. a. O.

[2534] ~Dieterich~ a. a. O.

[2535] ~Dieterich~, „Abraxas“ 162.

[2536] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O.

[2537] ed. ~Fleischer~ (Leipzig 1870); ed. ~Bardenhewer~ (Bonn 1873).
~Carra de Vaux~ hält griechischen Ursprung für nicht ausgeschlossen
(„Enz. d. Islam“ 1, 245). Nach ~Reitzenstein~ sind zahlreiche
iranische und manichäische Züge unverkennbar, die aber jedenfalls auf
hellenistische Vorlagen zurückgehen („Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66).

[2538] ~E. Kroll~ 390 ff.

[2539] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 340 u. 9, 27. Auch im „Hirten des
~Hermas~“ soll ~Hermas~ ein hermetisches Pseudonym sein (ebd. 8, 323).

[2540] ebd. 8, 356.

[2541] ebd. 8, 331.

[2542] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.

[2543] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368 u. 9, 27; ~Kroll~ a. a. O.

[2544] ~Kroll~ a. a. O.

[2545] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8, 248; „Psyche“ 50.

[2546] ~Cumont~, „Rel.“ 341, 185. Nach ~Reitzenstein~ empfingen diese
„Orakel“ ihre griechische metrische Gestalt etwa um 200 n. Chr.
(„Psyche“ 18).

[2547] Betreff der noch wenig erforschten hermetischen und gnostischen
Schriften der Araber s. A. Rel. 15, 567.

[2548] ~Kroll~ a. a. O.

[2549] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart
1875/93); 1, 134.

[2550] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg
1901); ~Zielinski~, A. Rel. 9, 30, 55; 32.

[2551] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 46.

[2552] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 65.

[2553] ~Kroll~ a. a. O.

[2554] ~E. Kroll~ 53.

[2555] ebd. 4, 136.

[2556] ~E. Kroll~ 55 ff., 79.

[2557] ebd. 137, 235 ff.

[2558] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368; ~Eisler~ will ihre Urform auf 500
v. Chr. zurückführen (A. Rel. 15, 634); ~Bousset~, A. Rel. 18, 165.

[2559] ~Zielinski~, ebd. 8, 358.

[2560] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Bousset~ a. a. O. 166.

[2561] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 363.

[2562] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.

[2563] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.);
2, 340 ff. Vgl. des spanischen Arabers ~Ibn Alauʿwam~, „Buch der
Landwirtschaft“ (12. Jahrhundert), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864);
1, Vorr. 23, 87.

[2564] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 27, 29.

[2565] ~Dieterich~, A. Rel. 9, 41, 50 ff.; 47.

[2566] ~Meyer~, „Gesch. d. Bot.“ 2, 277, 348, 351, 356.

[2567] ~Bouché-Leclercq~ 507, 517 ff., 524, 533, 536; ~Boll~, „Sphaera“
369; ~Sudhoff~, „A. Nat.“ 1, 469.

[2568] Abgedruckt bei ~Ideler~, „Physici et medici graeci“ (Berlin
1841); 1, 387.

[2569] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 291.

[2570] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878), 1, 557.

[2571] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 217, 344; 270.

[2572] ~Wernicke~, PW. 1, 746; ~Wentzel~, PW. 1, 763; ~Mau~, PW. 4,
611; ~Roscher~, Ro. 1, 98; ~Höfer~, Ro. 2, 1410; ~Rohde~, „Psyche“
1, 254, 242, 244; ~Usener~ a. a. O. 249. Über den Schlangenkult s.
~Visser~, „De Graecorum diis non referentibus speciem humanam“ (Leiden
1900), 135 ff.

[2573] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909); 2, 298, 278;
~Weniger~, A. Rel. 18, 95.

[2574] ~Lenormant~, „Magie“ 469.

[2575] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 9, 485.

[2576] ~Schmidt~, A. Rel. 13, 624.

[2577] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 18, 30, 133; ~Kroll~, PW. 8, 801;
~Drexel~, Ro. 9, 244.

[2578] ~Sethe~, PW. 3, 2349.

[2579] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 140 ff.

[2580] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 353; E. ~Kroll~, 284, 319.

[2581] ~Wernicke~, Ro. 3, 1382, 1468.

[2582] ~Cumont~, PW. 7, 434; ~Otto~, PW. 7, 1162.

[2583] ~Firmicus~ 1, 60, 64 u. 2, 368; 1, 65 u. 2, 263, 266;
~Bouché-Leclercq~ 284. Vgl. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ 192.

[2584] ~Manilius~ 1, 61; 2, 74.

[2585] ~Sethe~, PW. 3, 2349; Abbildungen bei ~Drexler~, Ro. 2, 1259.

[2586] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887), 3, 34 ff.

[2587] ebd. 27.

[2588] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 227 ff.

[2589] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; Anrich, „Mysterienwesen“ (Göttingen
1894) 35 ff., 60 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ (Berlin 1906), 11; E.
~Kroll~ 359.

[2590] ~Makrobios~, „Saturnalien“, lib. 3, cap. 14, 2.

[2591] ~Anrich~ 35 ff., 60 ff.

[2592] ~Zeller~ 3 (2), 782.

[2593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff.

[2594] ~Anrich~ 42 ff.; über ~Linos~ und ~Musaios~ als Angehörige,
Lehrer oder Schüler des ~Orpheus~ s. ebd. 76.

[2595] ~Dieterich~, „Abraxas“ 31; 148; 66, 132; ~Wellmann~, M. G. M.
11, 186.

[2596] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Anrich~ 37.

[2597] ~Anrich~ 42 ff., 71 ff., 76 ff., 166.

[2598] ~Anrich~ 58, 66 ff.; ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.

[2599] ~Anrich~ 66 ff., 71 ff.

[2600] ebd. 137.

[2601] ~Bousset~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 11.

[2602] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 318; vgl. „Mysterien-Religionen“
(Leipzig 1910).

[2603] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 27; ~Cumont~, „Rel.“ 95, 281;
~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 10; ~Dieterich~,
„Abraxas“ 143.

[2604] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155.

[2605] ~Wessely~, „Les plus anciens monuments du christianisme“ 183
ff.; ~Dieterich~ a. a. O. 138.

[2606] ~Dieterich~ ebd. 2.

[2607] ebd. 149 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 146 ff.

[2608] ~Dieterich~, „Mithras“ 205 ff.; ~Soltau~ a. a. O.

[2609] ~Dieterich~, „Abraxas“ 2, 151.

[2610] ~Anrich~ 75 ff., 81; über den phrygischen Schlangenkult des
~Sabazios~ s. ebd. 76 ff.

[2611] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Soltau~ 146 ff.; 148, 153.

[2612] ~Boll~, „Lebensdauer“ 25; vgl. „Sphaera“; ~Bouché-Leclercq~ 607
ff.

[2613] ~Asmus~ in „~Damaskios~’ Leben des hl. ~Isidorus~“ (Leipzig
1911); orphisches 16, 75, 102, 148; chaldäisches 37, 75, 174;
ägyptisches 25, 60, 61, 75; ~Finnen~, A. Rel. 17, 515 ff.

[2614] ~Anrich~ 81 ff.

[2615] ~Soltau~ 146 ff., 151.

[2616] ~Bousset~, „Gnosis“ 118 u. PW. 7, 1503 ff.; ~Windelband~ 316
ff.; ~Soltau~ a. a. O.

[2617] ~Anrich~ 76 ff.

[2618] ~Dieterich~, „Abraxas“ 151; ~Soltau~ a. a. O.

[2619] ~Bousset~, „Gnosis“ 313; ~Anrich~ 67; E. ~Kroll~ 373, 382 ff.

[2620] ~Anrich~ 67; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 158; ~E. Kroll~ 350 ff.,
361.

[2621] ~E. Kroll~ 350 ff., 356, 366.

[2622] ~E. Kroll~ 214, 228, 367 ff.

[2623] ~Dieterich~, A. Rel. 7, 279.

[2624] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff.

[2625] ~Bousset~, „Gnosis“ 313, 321, 365; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff.

[2626] ~E. Kroll~ 367 ff., 363 ff., 365.

[2627] ~E. Kroll~ 373, 563 ff.; vgl. ~Anrich~ 76 ff.

[2628] ~Bousset~, „Gnosis“ a. a. O. u. PW. 7, 1503 ff.

[2629] ~Anrich~ 76 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 70, 315 ff.; ~Dieterich~,
„Mithras“ 121 ff., 126, 129; vgl. den apokryphen Bericht über die
„Taten des Thomas“, des indischen Apostels (~Schultz~ a. a. O. 217 ff.).

[2630] ~Anrich~ 76 ff., 89, 95 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 116, 130; 121.

[2631] ~Anrich~ 89, 95 ff.; ~Otto~ 2, 258; ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.;
„Dogmen-Gesch.“ 55.

[2632] ~Anrich~ 96; ~Harnack~, „Mission“ 104.

[2633] ~Usener~, „Götternamen“ 336; ~Harnack~ a. a. O.

[2634] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897), 50.

[2635] ~Zeller~ 3 (2), 774; 777 ff.; 749, 794, 863; 705; 780.

[2636] ~Iamblichos~, ed. ~Parthey~ 178, 157, 238, 256 ff.;
~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 36; ~Anrich~ 96. -- Ein
Verzeichnis solcher Namen s. bei ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien
1886) 11, und eine Liste von 546 zugehörigen Worten ebd. 13 ff.

[2637] „Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 234, 235.

[2638] ~Dieterich~, „Mithras“ 39, 40.

[2639] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff., 419.

[2640] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 184; ~Wünsch~, M. G. M.
11, 386.

[2641] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 209; ~Asmus~ a. a. O. 174 u. A.
Med. 7, 31.

[2642] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897).

[2643] ~Anz~ 59, 64 ff.

[2644] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 115 u.
PW. 7, 1503 ff.

[2645] ~Gothein~, A. Rel. 9, 416.

[2646] ~Bousset~, „Gnosis“ 115.

[2647] ~Schultz~ a. a. O. 97, 100.

[2648] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365.

[2649] ~Bousset~, „Gnosis“ 351 ff. u. PW. 7, 1503 ff.; ~Schultz~ 103;
~Fahz~, A. Rel. 15, 418.

[2650] ~Bousset~, „Gnosis“ 9 ff., 26, 58 ff., 71 ff., 322, 335.

[2651] ~Anz~ 56 ff.; ~Gothein~ a. a. O.

[2652] Üb. ~Cohn~ 1, 63, 67 ff.

[2653] ~Zeller~ 3 (2), 705.

[2654] ~Bouché-Leclercq~ 114.

[2655] ~Bousset~, „Gnosis“ 102, 166, 366 ff. u. A. Rel. 18, 134 ff.;
„Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 182 ff., 218 ff.

[2656] ~Bousset~ a. a. O. 296, 301; „Pistis Sophia“ 189.

[2657] ~Bousset~, „Gnosis“ 124 ff., 133 ff.

[2658] ebd. 152 ff.

[2659] ebd. 101.

[2660] ~Dieterich~, „Abraxas“ 52, 83; ~E. Kroll~ 100 ff., 107.

[2661] ~E. Kroll~ 305; 60, 63.

[2662] ebd. 214, 228; 79 ff.; 206, 151.

[2663] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365; vgl. ~Boll~, ebd. 13, 632.

[2664] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; „Gnosis“ 86, 71; ~E. Kroll~ 206 ff.

[2665] ~Anz~ 91 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff.

[2666] ~Bousset~, ebd. 57, 322; 61, 72; PW. 7, 1503 ff.

[2667] ~Dieterich~, „Abraxas“ 106 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff.

[2668] ~Bousset~, „Gnosis“ 57, 322; PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 269,
297 ff.; ~Gothein~, A. Rel. 9, 416.

[2669] Einen Weg der Seelen ἄνω καὶ κάτω kennt schon ~Heraklit~
(~Zeller~ 1, 710).

[2670] ~Anz~ 27, 32 ff., 55 ff.; 11, 13 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 106
ff.

[2671] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; dieser Zug hat sich in der so
schwierig zu deutenden Höllenfahrt ~Christi~ erhalten.

[2672] ~Anz~ 36 ff., 46 ff., 55 ff., 85, 109, 111; ~Bousset~, „Gnosis“
361 ff.; A. Rel. 4, 151.

[2673] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904) 43, 23.

[2674] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 321; Vermittler
der Tradition ist der „maximus philosophus ~Rabbi Moyse~“, d. i.
jedenfalls ~Moses Maimonides~ (1135-1204).

[2675] ~Schultz~ 197 ff., 201.

[2676] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 8, 553.

[2677] ~Horn~, „Geschichte der persischen Litteratur“ (Leipzig 1901),
139.

[2678] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 260 ff., 269.

[2679] Üb. ~Cohn~ 1, 71.

[2680] Üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828); 3, 1207.

[2681] ~Dieterich~, „Abraxas“ 22, 24, 47; ~Anz~ 8; ~Reitzenstein~,
„Poim.“ 263; ~Fahz~, A. Rel. 15, 420; ~Schultz~ 194 ff. -- Vgl.
~Plinius~, lib. 2, cap. 16 u. 20.

[2682] „Ensalmar“ = impsalmare s. auch bei ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon
mediae Latinitatis“ (Paris 1890, 801); ~Dieterich~, „Mithras“ 32 ff.,
65; 28; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 264. In der „Pistis Sophia“ wird so
auch ~Jesus~ angerufen!

[2683] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 263, 266; ~Dieterich~, „Abraxas“ 195.

[2684] ~Dieterich~, „Abraxas“ 185, 199; ~Preisendanz~, A. Rel. 15, 553.
Vgl. ~Haeberlin~, „Carmina figurata graeca“ (Hannover 1887).

[2685] ~Plutarch~ a. a. O. 3, 2194.

[2686] Über Zahlen-Aberglauben s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“
629 ff.

[2687] ~Dieterich~, „Abraxas“ 46; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 272;
~Deussen~ 2 (2), 309; ~Schultz~ 153 ff.

[2688] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 1, 74.

[2689] ~Puschmann~, „Geschichte der Medizin“ (Jena 1902 ff.), 1, 506,
509, 622.

[2690] ~Pagel~, „Grundriß eines Systems der medizinischen
Kulturgeschichte“ (Berlin 1905), 29; ~Magnus~, „6 Jahrtausende im
Dienste des Aeskulap“ (Breslau 1905), 165 ff.; ~Hovorka-Kronfeld~,
„Vergleichende Volksmedizin“ (Stuttgart 1907), 325 ff.

[2691] ~Dieterich~, „Abraxas“ 190; ~Schultz~ 45, 49, 167 ff., 172, 173.

[2692] Abbildungen, die auch die Zahl 365 erkennen lassen, gibt
schon ~Salmasius~ a. a. O. 566 ff.; vgl. ~Bucher~, „Geschichte der
technischen Künste“ (Stuttgart 1875 ff.), 1, 321 ff. und Tafel I, Nr.
19 u. 20. -- Zur Litteratur der Abraxas-Gemmen s. ~Wessely~, „Ephesia
Grammata“ (Wien 1886), 11.

[2693] ~Schultz~ 161; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ 2, 138.

[2694] ~Jeremias~, Ro. 3, 579, 583, 592.

[2695] ~Keller~ a. a. O. 2, 122.

[2696] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den alten
Ägyptern“ (Berlin 1856), 201, 204 ff.

[2697] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff.; ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100,
430.

[2698] ~Schultz~, Vorr. 70; 113, 85, 115; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena
1907), 1, 326.

[2699] ~Dieterich~, „Abraxas“ 166, 203; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 364;
~E. Kroll~ 49, 23 ff., 44. -- ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Wernicke~, Ro.
3, 1382, 1468.

[2700] ~Schultz~ 149.

[2701] ~Schultz~ 149 ff.

[2702] ebd., Vorr. 11, 81; 9, 22, 110.

[2703] ebd. 127; 94, 200.

[2704] ebd. 108 ff.; 142, 44.

[2705] ebd. 133, 109.

[2706] ebd. 111, 114; Vorr. 71; 111, 96.

[2707] ebd. 145.

[2708] ebd. 133 ff.

[2709] ebd. 129; ~Jacoby~, A. Rel. 8, 552.

[2710] ~Harnack~, „Mission“ 19.

[2711] ~Windelband~ 316 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 10, 208;
~Burckhardt~, „Constantin“ 46; ~Gregorovius~, „Hadrian“ 165, 438.

[2712] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.

[2713] ~Deussen~ 2 (2), 308.

[2714] ~Bezold~, A. Rel. 15, 206; ~König~, ebd. 17, 39. Für eine
indogermanische Sprache erklärt die hethitische ~Hrozny~: „Die Sprache
der Hethiter“ (Leipzig 1916).

[2715] ~Cumont~, „Die Mysterien des Mithras“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig
1903), 2, 6 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff.

[2716] ~Cumont~, „Mithras“ 5.

[2717] ebd. 9 ff., 89 ff.; Ro. 2, 3036 ff.

[2718] ~Bousset~, A. Rel. 4, 168.

[2719] ~Cumont~, „Mithras“ 24 ff.; 16, 72; ~Dieterich~, „Mithras“ 68,
155.

[2720] ~Fahz~, A. Rel. 15, 418; ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 162.

[2721] ~Cumont~, „Mithras“ 139.

[2722] ebd. 21, 113.

[2723] ~Harnack~, „Mission“ 535; ~Anrich~ 42 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3026
ff.

[2724] ~Cumont~, „Mithras“ 27 ff.; ~Dieterich~, „Mithras“ 43 ff.

[2725] ~Richter~, Ro. 4, 1143 ff.

[2726] ~Cumont~ a. a. O. 65 ff.

[2727] ebd. 75 ff., 90, 140 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 236, 392.

[2728] ~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903).

[2729] ebd. 43 ff.

[2730] ebd. 45; ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 549.

[2731] ~Dieterich~, „Mithras“ 52, 135.

[2732] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; 4, 160.

[2733] ~Soltau~, „Fortleben“ 146.

[2734] ~Dieterich~, „Mithras“ 173 ff.

[2735] ebd. 216.

[2736] ebd. 166 ff.

[2737] ebd. 10.

[2738] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; vgl. ~Cumont~, „Rel.“ 379.

[2739] ed. ~Keim~ (Zürich 1873).

[2740] a. a. O. 84 ff.

[2741] So schon in der Ilias (Ges. 21, V, 438 und anderwärts).

[2742] ~Dieterich~, „Mithras“ 89, 186.

[2743] ~Anz~ 79, 84.

[2744] ~Lenormant~, „Magie“ 403 ff.

[2745] ~Dieterich~, „Mithras“ 89.

[2746] Die 7 Buchstaben des Namens zeigen auch an, daß der Gott die
Macht der 7 Planeten in sich vereinigt (~Reitzenstein~, „Poim.“ 273).
~Bucher~, „Gesch. d. techn. Künste“ 1, 323.

[2747] ~Bousset~, „Gnosis“ 25, 55; PW. 7, 1534 ff.

[2748] ~Bousset~, A. Rel. 4, 263.

[2749] ~Cumont~, „Mithras“ 75 ff., 105.

[2750] ~Dieterich~, „Mithras“ 10, 12, 70 ff., 89; „Abraxas“ 106 ff.
Vgl. die Septizonien bei ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394.

[2751] ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff. und „Mithras“ 108, 114, 124; ~Anrich~
42 ff.

[2752] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 69.

[2753] ~Cumont~, „Mithras“ 114, 124.

[2754] ebd. 123.

[2755] ebd. 95 ff., 102 ff., 145; ~Bousset~, „Gnosis“ 123, 135; ~E.
Kroll~ 184.

[2756] ~Cumont~, „Mithras“ 81 ff.

[2757] ebd. 84; ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff.

[2758] ~Lukas~ 11, 52.

[2759] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; ~Köhler~, ebd. 8, 227.

[2760] Nicht zu verwechseln mit den Sabäern aus der arabischen
Landschaft Saba.

[2761] ~Chwolsohn~ 1, 300 ff.; ~Mez~, „Geschichte der Stadt Harrân bis
zum Einfall der Araber“ (Stuttgart 1892).

[2762] ~Chwolsohn~ 1, 342; ~Mez~ 23, 27.

[2763] ~Mez~ 9.

[2764] ~Chwolsohn~ 1, 395 ff., 403; 2, 183 ff.; ~Jeremias~, Ro. 4, 889.

[2765] ~Chwolsohn~ 1, 456; ~Weir~, „Enz. des Islam“ 2, 286.

[2766] ~Chwolsohn~ 1, 13, 129 ff.; 2, 15 ff.; ~Nöldeke~, A. Rel. 10,
151; ~Dozy~, „Berichte des 6. internationalen Orientalisten-Kongresses“
(Leiden 1885), 283: auf Grund eines Ghâjat genannten arabischen Werkes,
das ein bisher Unbekannter um 1060 schrieb.

[2767] ~Dozy~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 158.

[2768] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 19, 159 ff., 166 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“
23 ff. u. A. Rel. 4, 241; ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff.

[2769] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 542 ff.; 2, 650.

[2770] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.; ~Bousset~ a. a. O.

[2771] ~Dozy~ 283 ff.; ~Bousset~ a. a. O.

[2772] ~Bousset~ a. a. O.

[2773] ~Dozy~ 298, 292; 360, 348; ~Bousset~ 23 ff.

[2774] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.

[2775] ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff.

[2776] So überliefert in der 1321 verfaßten „Geographie“ des
~Abulfeda~, üb. ~Reinaud-Guyard~ (Paris 1848-1883), 3, 53.

[2777] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 62.

[2778] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
(London 1879), 186 ff., 315; ~Carra de Vaux~, „Enz. des Islam“ 1, 802:
„~Budasp~“ oder „~Butast~“, von ~Bodhisatva~, dem Beinamen des ~Buddha~?

[2779] ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 170.

[2780] ~Aldimeschqi~ (gest. 1327), „Kosmologie“, üb. ~Mehren~
(Kopenhagen 1874) 259; ~Chwolsohn~ 1, 666 ff.

[2781] ~Chwolsohn~ 1, 545.

[2782] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.

[2783] ~Chwolsohn~ 2, 605 ff.; 2, 450 ff.

[2784] ebd. 2, 206, 219.

[2785] ~Chwolsohn~ 1, 485, 679 ff., 750 ff., 761 ff.; 740 ff.

[2786] ebd. 1, 679 ff., 734 ff.

[2787] ebd. 1, 726.

[2788] ebd. 2, 652.

[2789] ebd. 2, 367, 381, 439, 446, 609, 913.

[2790] ebd. 1, 718, 738 ff.; 2, 430 ff., 709, 714.

[2791] ebd. 2, 422.

[2792] ebd. 2, 38, 273, 183 ff.; 2, 252.

[2793] ebd. 1, 210.

[2794] ebd. 1, 739; 2, 433, 439 ff., nach ~Schahrastani~ (gest. 1153)
und ~Maimonides~ (gest. 1204). Richtige Kenntnis in dieser Hinsicht hat
schon ~Salmasius~, „De annis ...“, Vorr. 37.

[2795] ~Dozy~ 283 ff., 298.

[2796] ebd. 359; ~Chwolsohn~ 1, 738 ff.

[2797] ~Dozy~ 283 ff., 359; ~Chwolsohn~ 2, 247.

[2798] ~Chwolsohn~ 1, 203, 541; 2, 173.

[2799] ebd. 1, 737 ff.; 2, 611; ~Dozy~ 359, 341 ff., 349 ff.

[2800] ~Chwolsohn~ 1, 737 ff.; ~Dozy~ 349 ff.

[2801] ~Chwolsohn~ 2, 376.

[2802] ebd. 2, 24, 507 ff.

[2803] ebd. 2, 673.

[2804] ~Dozy~ 350, 352, 359.

[2805] ebd. 342, 347.

[2806] Üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 41 ff., 71; ~Chwolsohn~ 1, 544;
2, 671 ff.

[2807] ~Chwolsohn~ 2, 22, 156 ff. Ihre Originalnamen lauten: Zuchal,
Almuschtari, Almirrika, Alschams, Alzuhra, ʿUtarid, Alqamar, und sind
die allgemein bekannten.

[2808] Die Priesterinnen der ~Dea Syria~ (= ~Aphrodite~) tragen aber
nach ~Lukian~, cap. 41, weiße Kleider (~Chwolsohn~ 2, 683).

[2809] Andere Verteilungen: ebd. 2, 611.

[2810] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842.

[2811] ~Aldimeschqi~ 53 ff., 71; 60.

[2812] ~Chwolsohn~ 2, 659 ff., 663 ff.

[2813] ~Aldimeschqi~ 63; 50 ff., 71; 47 ff., 414.

[2814] ebd. 46, 48 ff., 372; ~Chwolsohn~ 1, 254; 2, 925 (z. B. nach
~Abuʿlfaradsch~).

[2815] ~Aldimeschqi~ 47.

[2816] ~Chwolsohn~ 2, 378.

[2817] ebd. 1, 628, 641, 781.

[2818] ebd. 1, 17, 631 ff.

[2819] ~Aldimeschki~ 48; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365.

[2820] Erste Verfolgung und Errichtung der Schule in Edessa 431;
zweite Verfolgung und Niederlassung in Mesopotamien und Persien 489;
christliche Schulen gab es in Syrien mindestens seit 350.

[2821] ~Pietschmann~ 46 ff.

[2822] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365; ~Kroll~, PW. 8, 792; ~De
Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901), 19.

[2823] ~Chwolsohn~ 1, 17, 361 ff.

[2824] ~Aldimeschki~ 23.

[2825] ~Aldimeschki~ 35; ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im
Mittelalter“ (Leipzig 1903), 82, 83, 95, 123 (nach ~Makrizi~).

[2826] ~Aldimeschki~ 371. Da es der Eitelkeit der Ägypter und Perser
widerstrebte, die Möglichkeit einer fremden Eroberung anzuerkennen,
suchten sie seit altersher ~Alexander den Grossen~ zum Abkömmling ihrer
heimischen Dynastien zu stempeln.

[2827] ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 9, 194.

[2828] ~Chwolsohn~ 2, 488; 1, 214; 2, 621, 624 (nach ~Massudi~); 2,
421, 425, 433, 439, 445 (nach ~Schahristani~); ~Aldimeschki~ 32.

[2829] „Schriften der treuen Brüder“, üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858
ff.); 7, 67, 133.

[2830] ~Aldimeschki~ 32, 35 (nach ~Makrizi~).

[2831] ~Reitemeyer~ a. a. O. (nach ~Almasʿudi~).

[2832] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 17.

[2833] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 126, 129; ~Chwolsohn~ 2, 604 (nach
~Almasʿudi~ und ~Schahrastani~); 1, 254 u. 2, 295 (nach ~Almasʿudi~ und
~Abuʿlfaradsch~).

[2834] ~Pietschmann~ 46 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~
a. a. O. 3, 223 ff. (nach ~Alkindi Altudschibi~).

[2835] ~Chwolsohn~ 1, 780 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O.

[2836] ~Chwolsohn~ 1, 243 ff., 492 ff., 636 ff., 781 (nach
~Almasʿudi~); 1, 243, 521, 644 u. 2, 529 ff. (nach ~El-Khifti~).

[2837] ~Pietschmann~ a. a. O. 57.

[2838] ~Pietschmann~ 57, 41 ff.; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365
(nach ~Alqifti~).

[2839] ~Chwolsohn~ 1, 782; 2, 380 ff. (nach ~Aldimeschki~).

[2840] ~Aldimeschki~ 93.

[2841] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 171, 175.

[2842] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 199, 636, 780; 2, 409, 604
(nach ~Almasʿudi~ und ~Ibn Khordadhbeh~); ~Graefe~, „Enz. d. Islam“ 2,
279.

[2843] ~Chwolsohn~ 1, 251, 643; 2, 409 (nach ~Ibn Saʿid~).

[2844] ~Anz~ 70 ff.

[2845] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 59, 183,
194, 187; ~Bousset~, A. Rel. 4, 229.

[2846] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff.; 39, 45, 52, 115.

[2847] ~Brandt~ 52, 60.

[2848] ebd. 128.

[2849] ebd. 65, 67, 183.

[2850] ebd. 52, 61, 126, 128; 183; ~Anz~ 74.

[2851] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.

[2852] ~Brandt~ 116, 189.

[2853] ~Anz~ 70 ff.

[2854] ~Anz~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 191; ~Gothein~, A. Rel. 10,
416.

[2855] ~Reitzenstein~, „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und
frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917), 36.

[2856] ebd. 9, 43.

[2857] ebd. 36.

[2858] ebd. 40.

[2859] ebd. 35 ff.

[2860] ebd. 36.

[2861] ebd. 62.

[2862] ebd. 65 ff.

[2863] ebd. 67 ff., 89, 92; „Poimandres“ 59.

[2864] „Psyche“ 45 ff., 47 ff., 63.

[2865] ebd. 65, 67.

[2866] ebd. 64.

[2867] ~Deussen~ 2 (2), 134 ff., 175 ff.

[2868] ebd. 2 (2), 312; ~Reitzenstein~, „Psyche“ 39; über ~Mithras~ bei
den Manichäern ebd. 4, 7.

[2869] ebd. 42, 44.

[2870] ebd. 51.

[2871] ebd. 56 ff.; „Poimandres“ 181.

[2872] „Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66.

[2873] ~Rathgen~, „Chemisches Zentralblatt“ 1913, 1239; ~Maspero~,
„Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913), 2.

[2874] ebd. 64, 92; ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff.

[2875] ebd. 199.

[2876] ~Reil~, „Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen
Ägypten“ (Leipzig 1913), 47 ff.

[2877] „Arch.“ 17.

[2878] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912), 82.

[2879] ~Brugsch~, „Rel.“ 155.

[2880] Über Türkis und Malachit aus dem Wadi-Maghâra (Höhlental) des
Sinai s. ~Gsell~, „Eisen, Kupfer und Bronze bei den alten Ägyptern“
(Karlsruhe 1910), 5 ff., 50 ff.; grüne Schminke aus gepulvertem
Malachit ist aus der Zeit um 3000 erhalten (vgl. ebd. 42, 43, 47),
solche aus gepulvertem Lapis Lazuli wird ebenfalls erwähnt (ebd. 38,
42).

[2881] ~Erman~, „Rel.“ 36.

[2882] ~Erman~ und ~Krebs~, „Aus den Papyri der Kgl. Museen“ (Berlin
1899), 40.

[2883] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig
1906), 19, 28.

[2884] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911), 148 ff.;
über Kupferlasur in Ägypten s. ~Plinius~, lib. 37, cap. 9.

[2885] ~Blümner~ 4, 505; 500 ff. -- Über die wieder aufgefundenen
Verfahren zur Darstellung hell- und dunkelblauer Glasmassen aus
Alkali- und Erdalkali-Silikaten nebst Kupferoxyd oder Kupfercarbonat
s. ~Laurie~ und ~Mac Linstock~ („Chemisches Zentralblatt“ 1914, 706),
~Fouquet~ („Comptes rendus“ 108, 325), ~Hecht~ („Zeitschrift für
angewandte Chemie“ 1915, 492), ~Bock~ (ebd. 1916, 228) und ~Granger~
(„Bulletin de la Société chimique“ IV, 15, 115).

[2886] ~Rossbach~, PW. 7, 1065; ~Blümner~, PW. 7, 1385; ~Lichtenberg~
a. a. O. 261.

[2887] Odyssee: Gesang 7, Vers 87.

[2888] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 188; ~Kisa~, M. G. M. 8, 34.

[2889] ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff.

[2890] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901), 30, 35.

[2891] ebd. 14, 18; ~Blümner~ 4, 13 ff. Eine Landkarte des schon zu
Beginn des alten Reiches in vollem Betriebe befindlichen nubischen
Goldgruben-Bezirkes, auf Papyrus, aus der Zeit um 1370, besitzt die
Turiner Bibliothek (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914,
551); ~Gsell~ a. a. O. 18.

[2892] ~Dunn~, M. G. M. 11, 485. Eine englische Gesellschaft setzte sie
neu in Betrieb („Enzyklopädie des Islams“, Leiden 1913 ff.; 1, 327).

[2893] ~Brugsch~, „Aeg.“ 475; ~Weissbach~ 18.

[2894] ~Blümner~ 4, 112.

[2895] lib. 3, cap. 12 ff.

[2896] ~Brugsch~, „Aeg.“ 241.

[2897] ~Diodor~, lib. 3, cap. 11.

[2898] ~Weissbach~ 20, 24.

[2899] ebd. 26, 28.

[2900] ebd. 26.

[2901] ~Berthelot~, „Arch.“ 25, 35.

[2902] ebd. 19 ff., 33.

[2903] ~Brugsch~, „Aeg.“ 399, 400; ~Weissbach~ a. a. O.

[2904] ~Brugsch~, „Aeg.“ 400.

[2905] ebd. 273.

[2906] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 96.

[2907] ~Brugsch~, „Aeg.“ 402.

[2908] ~Weissbach~ 25, 26; ~Berthelot~, „Arch.“ 19 ff., 33.

[2909] ~Weissbach~ 26; ~Blümner~ 4, 126 ff., 140 (mit Abbildung); Alaun
und Misy sind spätere, erst von ~Plinius~ erwähnte Zusätze (ebd. 4,
133).

[2910] Vgl. die Berichte ~Alidrisis~ (11. Jahrhundert) bei ~Ruska~,
„Enz. d. Islam“ 1, 995.

[2911] ~Kopp~, „Beitr.“ 483.

[2912] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 101.

[2913] ~Retemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig
1903), 151.

[2914] M. G. M. 2, 439.

[2915] ~Qalqaschandi~, üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 31 ff.

[2916] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900), 471, 496.

[2917] „Tiergeschichten“, lib. 3, cap. 4.

[2918] Beziehungen zwischen ~Salomon~ und den Ameisen kennt auch der
Koran, Sure 27, V. 18 (üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 262).

[2919] ~Bethe~, PW. 2, 877; ~Schroeder~, A. Rel. 8, 75 ff.

[2920] Über den babylonischen Löwen- und Schlangen- und den ägyptischen
Vogel-Greif s. ~Prinz~, PW. 7, 1907 ff.

[2921] lib. 7, cap. 102, 116; lib. 4, cap. 13. Vgl. ~Herrmann~, PW. 9,
2236, 2245.

[2922] ~Ziegler~, PW. 7, 1918 ff.

[2923] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.; vgl. ~Voss~, „Mythologische Briefe“
(Stuttgart 1827), 1, 121, 292 ff., 303; 2, 154, 170 ff., 183 ff.;
~Furtwängler~, PW. 1, 1768; ~Marx~, PW. 1, 1821.

[2924] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844), 1, 150, 242 ff.; 2,
199; 1, 251.

[2925] ~Tomaschek~ und ~Wernicke~, PW. 2, 826; 3, 2203; ~Wecker~, PW.
9, 1301; ~Meyer~, PW. 3, 96, 108; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
(Leipzig 1909), 1, 185.

[2926] ~Tomaschek~, PW. 4, 2153; ~Ausfeld~, „Der griechische
Alexander-Roman“ (Leipzig 1907), 184.

[2927] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894), 69.

[2928] Orientalischen Ursprunges sind auch einige andere
hierhergehörige Fabel- und Mischwesen, z. B. die von Gold, oder gar
nur vom Geruche des Goldes lebenden, zu denen u. a. das Tier Ecidemon
gehört, das in ~Wolfram von Eschenbachs~ „Parzival“ den Helmschmuck des
~Feirefis~ bildet (vgl. ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“, Stuttgart
1905; 156, 388); ferner der „Meersperber“ der Naassener und Perser, der
als Vogel in die Luft, als Schlange in das Meer reicht, „in der Mitte
aber dem Schwersten zustrebt, d. i. dem Gold“, das sein Stachel anzieht
wie die Naphtha das Feuer, der Magnet das Eisen, und der Bernstein die
Spreu (~Schultz~, „Dok. der Gnosis“ 33, 35, 41, 99, 105 ff.).

[2929] ~Weissbach~ 32; ~Maspero~ 65.

[2930] ~Maspero~ 78 ff.

[2931] ebd. 204; ~Weissbach~ 32.

[2932] ~Weissbach~ a. a. O. Blattgold von 0,001 mm Dicke als
Holzüberzug ist aus der Zeit um 2600 erhalten, ebenso eine Abbildung
seiner Herstellung (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914;
707).

[2933] ~Brugsch~, „Aeg.“ 336; „Rel“ 85, 508.

[2934] ~Brugsch~, „Aeg.“ 413 ff.; „Rel.“ 85.

[2935] ~Otto~ 2, 120.

[2936] ~Otto~, ebd.

[2937] ~Erman~, „Rel.“ 56.

[2938] ebd. 182, 250.

[2939] ebd. 56.

[2940] ebd. 234; im Tempel von Denderah liegt die Schatzkammer
gegenüber der „Küche für die Salben und Wohlgerüche“ (ebd. 233).

[2941] ~Otto~ 1, 329.

[2942] ~Otto~ 1, 259.

[2943] ~Brugsch~, „Aeg.“ 214; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 151.

[2944] ~Brugsch~, „Aeg.“ 265, 266, 268.

[2945] ebd. 414, 416; ~Otto~ 1, 313, 326; 2, 20.

[2946] ~Maspero~ 230.

[2947] ~Erman~ 36; ein Ausspruch um 1600 lautet: „~Rê~ zuliebe
erschafft die Wüste Gold, Silber und Blaustein“ (ebd. 73).

[2948] ~Weissbach~ 30.

[2949] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 40; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 190.

[2950] ~Brugsch~, „Aeg.“ 220, 436, 417.

[2951] ~Otto~ 1, 390.

[2952] ~Otto~ 1, 291 ff.; 2, 114 ff.

[2953] ebd. 1, 287.

[2954] ebd. 1, 390.

[2955] ebd. 1, 333; 2, 133.

[2956] ~Otto~ 1, 38 ff., 80 ff.

[2957] ebd. 1, 135; 2, 318.

[2958] ~Reil~ a. a. O. 180 ff.

[2959] „Kyropädie“, lib. 8, cap. 3.

[2960] ~Ganschinietz~, A. Rel. 17, 345.

[2961] ~Diodor~, lib. 10, cap. 12.

[2962] Nr. 97.

[2963] Nr. 97, 102.

[2964] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 154.

[2965] Nr. 104.

[2966] ~Reil~, a a. O. 24.

[2967] ebd. 76.

[2968] ebd. 195, 194.

[2969] ~Reil~ 80 ff.

[2970] ebd. 76, 179.

[2971] ~Tittel~, PW. 9, 77.

[2972] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hüttentechnik“ (Berlin
1908), 167.

[2973] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 91.

[2974] ~Reil~ 162.

[2975] ebd. 164 ff.

[2976] ~Reil~ 144 ff.; „Der Maximaltarif des ~Diokletian~ von 301“, ed.
~Mommsen-Blümner~ (Berlin 1893), 71.

[2977] ~Reil~ 144 ff.

[2978] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 34.

[2979] ~Reil~ 95, 98.

[2980] Öl, s. ~Reil~ 4, 16, 22; Bier, ebd. 8, 15; Leinenweberei, ebd.
107.

[2981] lib. 4, cap. 150; vgl. ~Blümner~ 1, 225 ff.

[2982] ~Reil~ 107.

[2983] ~Bosanquet~, M. G. M. 3, 125; den Namen πορφύρα will ~Dedekind~
von der indogermanischen Wurzel bhur = flimmern ableiten (ebd. 7, 76).

[2984] Tarif des ~Diokletian~ 39, 164, 165.

[2985] ~Reil~ 99 ff.

[2986] Tarif des ~Diokletian~ 166.

[2987] ~Blümner~ 1, 246, 253; ~Stadler~, PW. 7, 196.

[2988] ~Stadler~, a a. O.; ~Blümner~ 1, 253.

[2989] ~Blümner~ 1, 123.

[2990] ~Olck~, PW. 7, 805.

[2991] ~Blümner~ 1, 252; ~Berthelot~, „~Mâ.~“ I, 161, 331; 8, 12;
„Coll.“ I, 261.

[2992] ~Brugsch~, „Aeg.“ 42, 383, 481.

[2993] ~Kobert~, M. G. M. 1, 277.

[2994] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 93.

[2995] ~Blümner~ 1, 228, 229, 232; 2, 230; 4, 426, 439, 454, 466.

[2996] ebd. 4, 430, 458 ff.

[2997] ebd. 4, 450.

[2998] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 172.

[2999] ~Blümner~ 4, 465 ff., 497 ff.

[3000] ebd. 4, 427, 467.

[3001] ~Blümner~ 1, 239; 231.

[3002] ebd. 1, 53, 324.

[3003] ebd. 4, 449.

[3004] ebd. 4, 500: flos nitri.

[3005] ebd. 4, 517: flos niger.

[3006] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 10, 29 ff.

[3007] lib. 2, cap. 69; Glas ist ihm λίθος χυτή = verflüssigter Stein.

[3008] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74.

[3009] ~Blümner~ 4, 383 ff.; 402, 403, 407.

[3010] „Über die Steine“, Nr. 45.

[3011] Nach ~Diodors~ Bericht; s. ~Rossbach~, PW. 7, 1104.

[3012] ~Rossbach~, PW. 7, 1080.

[3013] ~Blümner~ 3, 302 ff., 307, 332; 4, 391 ff., 410; ~Rossbach~, PW.
7, 1112. Vgl. die Rezepte des „Stockholmer Papyrus“.

[3014] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 64, 104; ~Blümner~ 3, 248; ~Berthelot~,
„Mâ.“ II, 367 ff. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 118.

[3015] ed. ~Puschmann~ 1, 570.

[3016] ~Berthelot~, „Arch.“ 225.

[3017] ed. ~Schmidt~ 136: Metall, Glas und der Stein ... λάινον.

[3018] ~Reil~ 30.

[3019] ebd. 41 ff.

[3020] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 154 (178); ~Dieterich~,
„Abraxas“ 205; „Mithras“ 17.

[3021] ~Reil~ 43.

[3022] Bei ~Martial~ (lib. 4, 39; lib. 14, 95) bedeutet Calläcia oder
Galläcia die heutige spanische Provinz Galizien oder auch Spanien
überhaupt.

[3023] ~Pollack~, PW. 6, 1954; ~Pick~, PW. 4, 1157.

[3024] lib. 12, cap. 3; lib. 35, cap. 1.

[3025] ~Semper~, „Der Styl“ 1, 447.

[3026] lib. 33, cap. 9.

[3027] ~Semper~ a. a. O. 1, 397; echtes Email weist schon ein Armband
der Königin ~Aah-Hotep~ um 1500 auf (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“,
265).

[3028] ~Reil~ 50 ff.

[3029] ~Reil~, ebd.

[3030] ~Reil~ 12, 51.

[3031] ~Reil~ 56; ~Erman-Krebs~ 169.

[3032] ~Reil~ 12.

[3033] ~Reil~ 23.

[3034] ~Reil~ 60, 67; Nachricht aus dem 2. Jahrhundert.

[3035] „Tarif des ~Diokletian~“ 22, 111; 48, 178; τεχνείταις, τοῖς εἰς
τὸ μέταλλον ἐργαζομένοις.

[3036] ~Harnack~, „Miss.“ 12.

[3037] „Tarif des ~Diokletian~“ 48, 177; ~Blümner~ 4, 126 ff., 131.
Nach ~Willers~ bedeutet obrussus „über und über gerötet (russus)“, also
dem Feuer an Farbe ähnlich, demnach echt („Die römischen Bronzeeimer
von Hemmoor“, Hannover 1901, 227, 236; Tafel 13).

[3038] ~Reil~ 50 ff.; ~Blümner~ 4, 268, 308 ff.

[3039] ~Blümner~ 4, 133, 308 ff.

[3040] ~Blümner~ 4, 318.

[3041] ~Plinius~, lib. 4, cap. 31.

[3042] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 113.

[3043] So noch überliefert bei ~Isidorus Hispalensis~, lib. 16, cap.
20; ~Blümner~ 4, 167.

[3044] ~Blümner~ 4, 308 ff.

[3045] ~Artemidoros~, „Traumbuch“ lib. 1, cap. 51.

[3046] ~Reil~ 53 ff., 56.

[3047] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 65.

[3048] „Historisch-Kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777),
Vorr. 12, 15; 187 ff., 193 ff.

[3049] ebd. 74 ff., 156.

[3050] „Histoire de la matière“ (Paris 1878), 82.

[3051] „Histoire de la chimie“ (Paris 1866), 1, 36 ff.

[3052] „Gesch.“ 1, 44; 2, 152, 155, 165; „Entw.“ 5; „Beitr.“ 86, 89.

[3053] Nach ~Diodor~ (lib. 1, cap. 15) schon seit der von ~Isis~ und
~Osiris~!

[3054] ~Berthelot~, „Or.“ 245; „Coll.“ I, 5, 9, 54, ...

[3055] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3056] ~Kopp~, „Beitr.“ 90; ~Riess~ a. a. O.

[3057] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154 ff.; „Beitr.“ 4.

[3058] ~Kopp~, a. a. O.; ~Berthelot~, „Coll.“ 1, 5, 9, 54, ...

[3059] ~Kopp~, „Beitr.“ 106, 432; Nr. 3, 52; „Entw.“ 10 ff.; „Alch.“ 1,
2.

[3060] ~Schmieder~ 5, 81; ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Berthelot~, „Intr.“ 56
ff., 62 ff. In der Einschätzung gerade dieser Beobachtungen über Asem
geht jedoch ~Berthelot~ entschieden zu weit.

[3061] ~Hoefer~ 1, 220, 237.

[3062] ~Kopp~, „Gesch. 4, 186 ff.

[3063] ~Hoefer~ 1, 268; ~Kopp~, „Alch.“ 2, 211.

[3064] So z. B. 1669 bei ~Becher~ (~Kopp~, „Gesch.“ 2, 82).

[3065] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 155, 216; ~Figuier~, „L’alchimie et les
alchimistes“ (Paris 1854), 67 ff.

[3066] ~Kopp~, „Beitr.“ 25, 425.

[3067] ~Figuier~, a. a. O. 4, 6; ~Hoefer~ 1, 227, 240.

[3068] S. hierüber die ausführlichen Angaben in ~Ottos~ oft angezogenem
Werke.

[3069] ~Kopp~, „Beitr.“ 26, 425; „Entw.“ 13; „Alch.“ 2, 28; ~Hoefer~ 1,
227; ~Chevreul~ 82; ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3070] ~Schmieder~ a. a. O. 5, 81.

[3071] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 64, 73.

[3072] ebd. 61, 64.

[3073] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 905.

[3074] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887), 15.

[3075] ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835).

[3076] ~Roeder~, PW. 8, 2315.

[3077] ~Sprengel~, in ~Ersch~ und ~Grubers~ „Allgemeiner Enzyklopädie
der Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1819 ff.), 2, 414 ff.

[3078] ~Kopp~, „Beitr.“ 92, 355.

[3079] ~Hoffmann~ 2, 523.

[3080] ebd. 523 ff.

[3081] ~Hoffmann~ 524.

[3082] Vgl. das noch jetzt übliche Kunstwort „Kapelle“.

[3083] ebd. 524 ff.

[3084] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 40.

[3085] Üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 120.

[3086] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 55, 138.

[3087] ebd. 2, 55.

[3088] ~Nestle~, A. Rel. 11, 416.

[3089] lib. 33, cap. 15; s. ~Kopp~, „Beitr.“ 28.

[3090] ~Firmicus~ 1, 65.

[3091] Eine erstaunlich gute deutsche Übersetzung und Erklärung gab
schon 1770 ~Baumgärtner~ in Nürnberg heraus.

[3092] Solche Schilderungen der Schwierigkeiten und Gefahren gehören zu
den üblichen Mitteln, die fremden Wettbewerber abzuschrecken.

[3093] ~Theophrast~ a. a. O. Nr. 70, 102, 103; ~Blümner~ 4, 490.

[3094] lib. 33, cap. 22.

[3095] „Or.“ 69.

[3096] „Auripigment ist ein gewisses Zeichen, daß ein Goldgang
vorhanden“ heißt es noch im 18. Jahrhundert in ~Hübners~ „Natur-,
Kunst- und Handels-Lexikon“ (Leipzig 1746, 1463).

[3097] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41; „Beitr.“ 28; ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3098] lib. 3, cap. 110.

[3099] „Or.“ 68, 273.

[3100] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41 und 3, 98; ~Hoefer~ 1, 142; ~Schmidt~,
„Realistische Chrestomathie“ (Leipzig 1900), 2, 157; ~Berthelot~ hat
später seine Ansicht selbst als unhaltbar erkannt.

[3101] „Or.“ 70.

[3102] ~Manilius~, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908), 1, 97.

[3103] „Beitr.“ 47.

[3104] PW. 1, 1338.

[3105] ~Manilius~ 1, 97; 2, 118.

[3106] ebd. 1, 141; 2, 169 ff.

[3107] Corp. jur. civ., Digest. lib. 48, tit. 10, 1, 8 (~Schäfer~, „Die
Alchemie“, Flensburg 1887; 13 ff.).

[3108] ~Skutsch~, A. Rel. 13, 293.

[3109] ed. ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.), 1, 72.

[3110] ~Kopp~, „Beitr.“ 42 ff.

[3111] „Mathesis“ 1, 110.

[3112] ebd. 1, 228, 249, 261; 2, 178, 279.

[3113] ebd. 2, 123, 324.

[3114] ebd. 1, 181.

[3115] ebd. 1, 262; 2, 279.

[3116] ebd. 1, 143.

[3117] ebd. 1, 184.

[3118] ebd. 1, 158.

[3119] „Mathesis“ 1, 43. ~Manilius~ hingegen nennt zwar den Wassermann
und Steinbock (d. i. ursprünglich die babylonische „Fischziege“; daher
weiblich), nicht aber (seinem System gemäß) den ~Saturn~.

[3120] ebd. 1, 6, 99, 101.

[3121] ebd. 1, 169 ff.

[3122] ebd. 1, 102 ff.

[3123] ebd. 1, 228.

[3124] ebd. 1, 227; 2, 260.

[3125] ebd. 1, 231.

[3126] ebd. 1, 215, 220, 230.

[3127] ~Schmieder~ 63.

[3128] ~Kopp~, „Beitr.“ 33.

[3129] ~Riess~, PW. 1, 1338; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 364.

[3130] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 5.

[3131] ~Freudenthal~, PW. 1, 1021; ~Riess~ a. a. O.

[3132] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154, 235; „Beitr.“ 34 ff.; „Alch.“ 211;
~Berthelot~, „Or.“ 75.

[3133] lib. 3, cap. 15.

[3134] „Mathesis“, Vorr. 21, 28 ff., 32 ff., 54 ff.; ~Lippmann~,
„Chemiker-Zeitung“ 1914, 685.

[3135] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665), 2, 235; s. ~Kopp~,
„Beitr.“ 43 ff., 53.

[3136] Amsterdam 1695; 2. Aufl., 20.

[3137] ~Wellmann~, PW. 1, 1541; ~Wilcken~, ebd. 1, 1542; ~Wachsmuth~,
ebd.; ~Rohden~, ebd. 2, 2252; ~Stoll~, Ro. 1, 237; ~Usener~,
„Götternamen“ (Bonn 1896), 55. Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff.,
270.

[3138] PW. 1, 1338.

[3139] ~Kopp~, „Beitr.“ 83; ~Latz~, „Die Alchemie“ (Bonn 1869), 388;
~Hoffmann~ 522.

[3140] ed. ~Milman~ (Philadelphia 1868), 1, 418.

[3141] „Beitr.“ 84 ff.; 57.

[3142] ~Wiegleb~ a. a. O. 156.

[3143] ~Schmieder~ 44.

[3144] „Or.“ 26.

[3145] „Beitr.“ 12, 57, 88. Vom Quecksilber sagt ~Dioskurides~, wo er
von dessen Destillation (Sublimation) spricht: σκευάζεται = es wird
dargestellt oder gewonnen.

[3146] „Beitr.“ 83.

[3147] ~Kopp~, „Beitr.“ 12, 88; ~Berthelot~, „Or.“ 73; ~Jessen~, PW. 2,
786; ~Escher~, PW. 2, 2140.

[3148] ~Berthelot~, „Or.“ 73.

[3149] ~Harnack~, „Miss.“ 175 ff.

[3150] „Beitr.“ 87.

[3151] ~Burckhardt~, „Constantin“ 139.

[3152] ebd. 222.

[3153] ~Blümner~, PW. 3, 897.

[3154] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.

[3155] ~Mommsen~ 5, 617.

[3156] ~Baumgarten~, „Hellenistische und römische Kultur“ (Leipzig
1913), 39, 411; ~Blümner~ a. a. O.; ~Hultsch~, PW. 5, 1843.

[3157] ~Hofmann~, „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“
(Wien 1884; Numismat. Zeitschrift); ~Blümner~ 4, 191.

[3158] „Tarif des ~Diokletian~“ 53, 59. ~Wilamowitz-Möllendorff~ und
~Niesen~, „Staat und Gesellschaft der Griechen und Römer“ (Leipzig
1910), 253 ff.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7, 982;
~Wessely~, „Ein Altersindicium im Philogelos“ (Wiener Akad. Denkschr.
1904).

[3159] „Tarif des ~Diokletian~“ a. a. O.; ~Baumgarten~ a. a. O. 39,
275, 411; ~Hultsch~, PW. 5, 210 ff.; ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Bibra~,
„Über alte Eisen- und Silber-Funde“, (Nürnberg 1873), 37 ff.; ~Blümner~
4, 191; ~Forrer~, „Real-Lexikon“ (Berlin 1907; 516, 738). Über die
gefälschten, aus versilbertem Blei und vergoldetem Erz bestehenden
Münzen des Kaisers ~Caracalla~ (211-217) s. ~Cassius Dio~, lib. 67,
cap. 14.

[3160] ~Hultsch~ a. a. O.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7,
982.

[3161] ~Domaszewski~, „Geschichte der römischen Kaiserzeit“ (Leipzig
1909), 2, 305.

[3162] ~Groag~, PW. 5, 1373.

[3163] ~Gummerus~, PW. 9, 1531.

[3164] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Groag~, PW. 5, 1396; ~Luschin v.
Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters
und der neueren Zeit“ (München 1904), 80. Das „Weißsieden“, das in
neuerer Zeit mit Schwefelsäure erfolgt, geschah damals mit Weinstein
und Salz (ebd. 67).

[3165] ~Mommsen~ 5, 571.

[3166] ~Seeck~ a. a. O.

[3167] ~Mommsen~ 5, 617.

[3168] ~Kubitschek~, PW. 1, 1388; ~Reil~ 59.

[3169] ~Groag~ a. a. O.; eine Werkstätte aus der Zeit von 193-235 wurde
neuerdings in Trier aufgedeckt (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“ 727).
Vgl. ~Forrer~ (a. a. O.), ~Luschin v. Ebengreuth~ (a. a. O. 127) und
~Blümner~ (4, 288).

[3170] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Groag~ a. a. O.

[3171] ~Berthelot~, „Arch.“ 223.

[3172] ~Schäfer~ a. a. O. 15.

[3173] ~Seeck~, PW. 4, 1062. Ein dauernder Erfolg war hierbei nicht zu
verzeichnen, s. den Befehl ~Valentinians~ I. (367), die eingehenden
Steuerbeträge an Ort und Stelle umzuschmelzen und nur das erzielte
Feinmetall abzuliefern (~Luschin~ 82), sowie die von ~Theodosius~
(379-395) erlassenen Verbote des Prägens durch Private (ebd. 79) und
der Münzfälschung durch Gießen, der „fusio falsa“ (~Blümner~ 4, 288).

[3174] ~Hitzig~, PW. 4, 1701.

[3175] ~Kopp~, „Beitr.“ 9 ff., 56.

[3176] ~Kopp~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 518.

[3177] ~Kopp~ a. a. O.

[3178] Mâ. I, 239.

[3179] ~Diels~, „Antike Technik“ (Leipzig 1914), 108 ff.

[3180] ~Diels~ a. a. O.

[3181] ~Kopp~, „Beitr.“ 57; ~Diels~ a. a. O.

[3182] ~Hoffmann~ 518; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 65 ff., 77, 361.

[3183] ed. ~Dressel~ 198 ff.; ~Kopp~ a. a. O.

[3184] ~Hoffmann~ 517.

[3185] +So+ nach Traditionen der Kabbala überliefert bei ~Del Rio~,
„Disquisitionum magicarum libri sex“, verfaßt 1602 (Venedig 1652; 48),
und bei ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1716), 1, 46.

[3186] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 4 ff.

[3187] ~Hoffmann~ 520, 521; s. noch weiter unten.

[3188] ~Drexler~, Ro. 2, 2979.

[3189] ~Hoffmann~ a. a. O.

[3190] ~Pott~, „Zeitschr. Deutsche Morgenländ. Gesellschaft“ 1876; 33,
7.

[3191] ~Hoffmann~ 530.

[3192] ~Pott~ a. a. O.

[3193] „Beitr.“ 72.

[3194] ~Pott~ a. a. O.

[3195] ~Hoffmann~ 530.

[3196] ~Kopp~, „Beitr.“ 65.

[3197] ~Pott~ a. a. O.

[3198] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 1876; 33, 534.

[3199] ~Stephanides~, „Psammurgika und Chymeia“ (Mytilene 1909;
neugriechisch); im Auszuge A. Nat. 3, 180; M. G. M. 9, 137; ebd. 15,
87, 119.

[3200] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.; „Zeitschrift für
vergleichende Sprachforschung“ 1916; 47, 199.

[3201] Den Persern galt noch in später Zeit Alchemist = Babylonier
(~Boll~ „Sphaera“ 9, 10; nach dem persischen Wörterbuche
Burhân-i-qâtiʿ).

[3202] ~Gildemeister~ a. a. O. 534.

[3203] ed. ~Ruska~ (Heidelberg 1912), 172. Die Stelle ist überdies nach
~Ruska~ +nur+ in einer späten hebräischen Übersetzung vorhanden.

[3204] ~Pott~ a. a. O.

[3205] ~Hoffmann~ 530.

[3206] „Beitr.“ 65 ff.

[3207] ~Pott~ a. a. O.

[3208] ~Diels~ a. a. O.

[3209] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 33, 534.

[3210] ebd. 33, 536. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 24.

[3211] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3212] Z. B. bei ~Kosmas~ (7. Jahrhundert), dessen Schrift vielleicht
erst in byzantinischer Fassung vorliegt.

[3213] ~Hoffmann~ 530.

[3214] ~Seidel~, „Sitzungs-Berichte“ (Erlangen 1915), 65, 67.

[3215] ed. ~Ruska~ 130.

[3216] ~Hoffmann~ 530.

[3217] S. z. B. ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 179 ff.

[3218] „Poimandres“ 166 ff., 365.

[3219] Die in ~Alnadims~ „Fihrist“ angeführten, sehr frühen
Übersetzungen des ~Sergius von Rischʿaina~ (~Berthelot~, „Mâ.“ II,
Vorr. 4) sind Pseudepigraphen (~Hoffmann~ 517).

[3220] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 133; s. auch 121 ff.

[3221] ~Hoffmann~ 530.

[3222] Aus diesem Grunde führt das in seinen Farben so wandelbare
übermangansaure Kalium noch jetzt in der Chemie den Namen „Chamäleon“.
-- Nach ~Ruska~ heißt das Chamäleon syrisch Kamaleôn oder Kamalewân,
auch Kemelîntos (vom griechischen Genitiv χαμαιλεόντος), die Chemie
aber (neben Kîmija) Kamele’a, Kemela’a, oder Kemâle’a: die Form
Kemele’a, die allein bei ~Bar Bahlul~ vorzukommen scheint, ist
vielleicht nur ein Kunstprodukt, allenfalls entstanden durch Umstellung
des arabischen alkîmiâ zu kimalia?

[3223] ~Gildemeister~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ (Erlangen
1902 ff.), 2, 350.

[3224] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858 ff.), 2, 22; 5, 130.

[3225] ~E. Wiedemann~, „Journal f. prakt. Chemie“ 1907; 76, 73 ff.; M.
G. M. 8, 485.

[3226] Zitiert bei ~Nabarawi~ (12. Jahrhundert) nach ~E. Wiedemann~,
„Beitr.“ 40, 192, der irrtümlich an „Chemie des Kochens“ dachte.

[3227] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 9, 194; „J. f. pr. Chemie“ 76, 123.

[3228] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 345 ff.

[3229] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908), 7, 86.

[3230] ~E. Wiedemann~, in ~Feldhaus-Klinckowstroems~
„Geschichtsblättern“ (3, 195).

[3231] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 436.

[3232] ebd. 24, 76; diese Ansicht erhielt sich bis in das 17.
Jahrhundert, s. ~Kopp~, „Beitr.“ 70.

[3233] ~E. Wiedemann~, „Journal für praktische Chemie“ 76, 113.

[3234] ~Volhards~ Ansicht („Zur Geschichte der Metalle“, Leipzig 1897;
13), +diese+ Bedeutung sei die ursprüngliche „wegen Unbekanntschaft
mit der Chemie“, ist sichtlich völlig irrtümlich; überdies lautet
eine andere Stelle: „Kein Einz’ger Toter ward zum Leben wach, Er
sah, daß die Chemie hierzu zu schwach“, -- was offenbar auf die
als „Wiederbelebung“ bezeichnete chemische Operation anspielt (üb.
~Hammer~, in ~Wollheims~ „National-Litteratur der orientalischen
Völker“, Berlin 1873; 2, 498).

[3235] ~Schäfer~, „M. G. M.“ 4, 296 (seine Meinung wird von anderen
Fachgenossen nicht geteilt); ~Diels~ a. a. O.

[3236] ~Kopp~, „Beitr.“ 66; ~Hoffmann~ 527.

[3237] ~Brugsch~, „Aeg.“ 22, 406, 200.

[3238] ~Brugsch~ a. a. O. 291.

[3239] ebd. 404.

[3240] ebd. 404.

[3241] ~Brugsch~, „Rel.“ 707.

[3242] ~Sethe~, PW. 3, 2101.

[3243] ~Sethe~, PW. 3, 2233.

[3244] ~Pietschmann~, PW. 1, 985, 986; ~Sethe~, PW. 3, 2404.

[3245] lib. 1, cap. 21; ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835), 31, 229.

[3246] ~Pott~ a. a. O. 33, 17 ff.

[3247] ~Usener~, „Götternamen“ 371 ff.

[3248] „Beitr.“ 65 ff.

[3249] ~Hoffmann~ 525.

[3250] ~Hoffmann~ 529.

[3251] ebd. 517.

[3252] Vgl. den durch στέρησις (Stéresis) bedingten Zustand der Materie
bei ~Plotinos~.

[3253] ~Hoffmann~ 526.

[3254] ~Kopp~, „Beitr.“ 68; +so+ bei ~Stephanos Byzantinos~, einem
Lexikographen um 500.

[3255] ~Hoffmann~ 527.

[3256] ~Hoffmann~ 517.

[3257] ~Aristoteles~, „Tierkunde“, lib. 2, cap. 11.

[3258] ~Plinius~, lib. 22, cap. 21; ~Dioskurides~, lib. 3, cap. 9.

[3259] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150.

[3260] ~Hoffmann~ 526.

[3261] ~Hoffmann~, ebd.

[3262] ~Hoffmann~ 517, 527; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23.

[3263] ~Dozy~, „Bericht über den 6. intern. Orientalisten-Kongreß“
(Leiden 1885), 295.

[3264] ~Hoffmann~ 527.

[3265] ebd. 524.

[3266] ~Hoffmann~ 529.

[3267] ~Hoffmann~ 527.

[3268] ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 22.

[3269] ~Hoffmann~ 528.

[3270] Nachdem die ursprüngliche Bedeutung längst völlig vergessen war,
wurde das ὕδωρ θεῖον abermals zum „göttlichen Wasser“, nunmehr aber im
Sinne eines wunderwirkenden, magischen.

[3271] ~Hoffmann~ 529; ~Bouché-Leclercq~ 231.

[3272] Nicht mit letzterem selbst, wie ~Hoffmann~ annimmt (529).

[3273] ~Hoffmann~ 529.

[3274] ~Plutarch~ a. a. O., cap. 39.

[3275] ~Hoffmann~ 527. Über die „Milch der schwarzen Kuh“ als Opfergabe
s. ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 1882, 163; ~Dieterich~,
„Abraxas“ 157, 172, 181, sowie ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin
1894; 354) als (abergläubischen?) Zusatz zu Arzneimitteln erwähnt sie
schon der gegen 1500 v. Chr. niedergeschriebene „Papyrus ~Ebers~“
(~Lippmann~, „Abh.“ 2, 1).

[3276] ~Rehm~, PW. 6, 714.

[3277] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
Griechen“ (Leipzig 1903), 130, 282, 322, 555; ~Gilbert~ 570 ff.;
~Rehm~ a. a. O.; ~Roscher~, „Tessarakontaden“ (Leipzig 1909), 60, 165;
~Günther~, M. G. M. 15, 212.

[3278] ~Kugler~, „Im Bannkreis Babels“ (München 1910), 85; ~Bezold~, A.
Rel. 15, 236; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 21.

[3279] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 317 ff.

[3280] ~Roscher~ a. a. O. 80.

[3281] ebd. 22, 97, 174.

[3282] ebd. 72, 128, 135.

[3283] ~Plinius~, lib. 36, cap. 43; ~Blümner~ 3, 68.

[3284] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 18; ~Rossbach~, PW. 7, 1103.

[3285] ~Kugler~ a. a. O. 134.

[3286] ~Prellwitz~, PW. 7, 1098; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
(Leipzig 1909), 2, 553.

[3287] PW. 1, 1338.

[3288] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 176.

[3289] Erwähnt sei noch, daß im Spätlateinischen aegyptium = schwarz
bedeutet (~Maigne d’Arnis~, „Lexicon mediae Latinitatis“, Paris 1890;
100).

[3290] ~Hoffmann~ 524, 525.

[3291] ~Hofmann~ 516.

[3292] ~Hoffmann~ 524 ff.

[3293] ~Hoffmann~ 519, 520; ~Esra~ findet sich in einem syrischen
Manuskript der Cambridger Bibliothek genannt.

[3294] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2: über ~Moses~, ~J(oh)annes~ oder
~Jamnes~, ~Lotapes~.

[3295] ~Friedlaender~ 1, 366.

[3296] ~Kopp~, „Beitr.“ 355; ~Berthelot~, „Or.“ 56, 170.

[3297] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 138 ff., 214; „Mâ.“ I, 265 ff.

[3298] ~Berthelot~, „Coll.“ III, 95.

[3299] Überliefert in ~Alnadims~ „Fihrist“, s. ~Berthelot~, „Mâ.“ II,
27 ff.

[3300] ~Steinschneider~, „Lapidarien, ein kulturgeschichtlicher
Versuch“ (Berlin 1896), 44.

[3301] ~Hoffmann~ 524.

[3302] Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ II, 182, 183.

[3303] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 214; III, 207.

[3304] ebd. II, 35 ff.; s. dort auch über μυστήριον, καταβαφὴ χρυσοῦ,
ταριχεία ὄξος τῶν φιλοσόφων, und Glasöfen.

[3305] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff.

[3306] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 389 ff., 372.

[3307] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155.

[3308] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 76, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff.,
288; betreff ~Moses~ und ~Mirjams~ 183, 187; ~Dieterich~ a. a. O. 197,
203; 161.

[3309] ~Dieterich~ a. a. O. 189, 193; 187.

[3310] ebd. 191.

[3311] ~Harnack~, „Miss.“ 440, 489.

[3312] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773), 313 ff.

[3313] ~Hoffmann~ 217.

[3314] Genesis 6, 1, 2, 4.

[3315] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 42.

[3316] ~Delitzsch~, „Das Buch Hiob“ (Leipzig 1912), 8, 143.

[3317] ~Bousset~, „Gnosis“ 53; A. Rel. 18, 160.

[3318] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 233 ff.; ~Bousset~ a. a. O.

[3319] +So+ noch bei ~Lactantius~ (gest. 330) in der „Epitome“, cap. 27.

[3320] ~Hennecke~, „Apokryphen“ 493, 479; ~Schultz~, „Dok. der Gnosis“
226.

[3321] ~Bouché-Leclercq~ 575 ff. Auch bei den Arabern bringen zwei
gefallene Engel, ~Habut~ und ~Marut~, deren schon der Koran Erwähnung
tut (Sure 2, V. 96; üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 29), den Menschen
die Magie bei („1001 Nacht“, üb. ~Greve~, Leipzig 1908; 3, 366);
~Wensinck~, „Enz. d. Islams“ 2, 289. Die Kosmographie ~Alqazwinis~ (13.
Jahrhundert), der dabei aus ~Aldschahiz~ und ~Almasʿudi~ (9. und 10.
Jahrh.) zu schöpfen scheint, erwähnt die Weiber als „Fangnetze“ der
bösen Marits, rebellischer Geister, die König ~Salomon~ u. a. zwang, in
den Bergwerken zu graben, Eisen und Erz herzustellen, Glas zu erzeugen,
Edelsteine und Perlen aus dem Meere herbeizuschaffen usf. (~Ansbacher~,
Dissert.; Kirchhain 1905, 9 ff., 20 ff.).

[3322] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 47, 48; 37.

[3323] ebd. 2, 233 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 52, 47 ff.; „Slavisches
Henochbuch“ (ed. ~Bonwetsch~), 19.

[3324] ~Bouché-Leclercq~ 578 ff.

[3325] ~Justinus~, „Apologie“, üb. ~Veil~ (Stuttgart 1894), 3, 46;
~Athenagoras~, „Supplicium“, cap. 24.

[3326] ~Kopp~, „Beitr.“ 8.

[3327] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 2 (2), 13; üb. von
~Weber~.

[3328] ~Kopp~, „Beitr.“ 8 ff.

[3329] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff.; ~Kopp~, „Beitr.“ 6; ~Hoffmann~
217; ~Bouché-Leclercq~ 610.

[3330] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff., 275.

[3331] ebd. 2, 240, 275.

[3332] ed. ~Dressel~ 189 ff., 97; ~Kopp~, „Beitr.“ 7.

[3333] Das „Buch des ~Chemes~“ (s. oben).

[3334] ~Zosimos~ (syr.): ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 239; ~Hoffmann~ 518.

[3335] „Über das Gebet“, cap. 22.

[3336] Schon in der Sage von ~Hiob~, die im 6. Jahrhundert v. Chr.
bereits im Volksmunde war, ihre dichterische Einkleidung aber
erst später erhielt, heißt eine der Töchter ~Hiobs~ „Schminkhorn“
(~Delitzsch~ a. a. O. 12, 14).

[3337] Üb. ~Veil~ 140.

[3338] ~Kopp~, „Beitr.“ 8, 9.

[3339] ~Augustinus~ erwähnt beim Fall der Engel durch die Weiber nur
Hermetik und Astrologie („De civitate Dei“, ed. ~Dombart~, Leipzig
1863) 1, 256 ff., 313 ff.; 2, 92.

[3340] ~Kopp~, „Beitr.“ 56.

[3341] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3342] „Deutsche Vierteljahrsschrift“ (Stuttgart 1856), 135; vgl.
~Riess~, PW. 1, 1338.

[3343] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 139 ff.

[3344] Zu diesem ganzen Absatze vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 28 ff., 64
ff.

[3345] Noch bei ~Plautus~ ist materiarius = Holzhändler (~Gummerus~,
PW. 9, 1447). -- Die zuerst von italienischen Schiffern entdeckte
westafrikanische „Isola de legname“, „Holzinsel“, wurde in
portugiesischer Sprache „Madeira“ genannt.

[3346] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Materie vom Standpunkte
des Empirismus“ (Gießen 1860), 11.

[3347] Wie noch in unserem Weingeist, Holzgeist, Salmiakgeist u. dgl.

[3348] Vgl. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 296.

[3349] ~Kopp~, „Beitr.“ 56.

[3350] ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Bouché-Leclercq~ 507.

[3351] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff., 156 ff.

[3352] ~Zosimos~, bei ~Berthelot~, „Coll.“ II, 123; ~Riess~ a. a. O.

[3353] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 86, 95; „Intr.“ 21, 290; „Mâ.“ III, 77,
99 (bei ~Stephanos~ und ~Olympiodoros~).

[3354] ~Boll~, A. Rel. 12, 150.

[3355] ~Blümner~ 2, 353.

[3356] ~Kopp~, G. 2, 237; vgl. ~Eastlake~ 133; ~Merrifield~ 1, 99; 2,
429, 451.

[3357] Vgl. die Herstellung des Homunculus aus dem Pneuma des Menschen
bei ~Clemens Romanus~.

[3358] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3359] ~Chevreul~ 84, 330; μᾶζα bezeichnet in der Regel das gewöhnliche
Hausbrot (~Blümner~ 1, 58); vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff., 270.

[3360] ~Diodor~, lib. 1, cap. 25.

[3361] ~Plinius~, lib. 26, cap. 12.

[3362] ~Kopp~, „G.“ 2, 178; ~Figuier~ a. a. O. 16.

[3363] Sie bezeichnet in Babylon und später in Ägypten u. a. auch den
(scheinbaren) Jahreslauf der Sonne am Himmel.

[3364] ~Oberhummer~, PW. 4, 964; in späterer Zeit wurden sie auch in
allegorischem Sinne benützt, z. B. ἀνθοῦσα oder Flora = „die Blühende“
für Konstantinopel.

[3365] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910), 304.

[3366] ~Eitrem~, PW. 8, 759, 743; ~Schmidt~, PW. 3, 2106.

[3367] S. „Blut des ~Mars~“, „Samen des ~Ammon~“, „Schaum des
~Typhon~“, „Finger des ~Hermes~“, „Haar der ~Aphrodite~“, „Bart des
~Zeus~“ und viele andere bei ~Lobeck~ 885 ff.); so auch Galle = Süßes,
Essig = Honig, ... (ebd. 877). -- Die Abteilung V des „Leidener
Papyrus“ führt 37 derartiger Decknamen auf, z. B. „Blut der Schlange“
= Hämatit, „Haare des Hundsaffen“ = Dillsamen, „Knochen des Ibis“ =
Rhamnus, „Samen des ~Herakles~“ = Eruka, usf.; sie sind vergleichbar
jenen der mittelalterlichen Mönchsmedizin, z. B. „Auge des Herrn“ =
Vergißmeinnicht, „Rose der hl. ~Maria~“ = Pfingstrose, „Kraut des
hl. ~Petrus~“ = Primel, „Kraut der hl. ~Katharina~“ = Lein, usf.
(~Berendes~, „Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 3, 75).

[3368] Später auch = „Rote Tinktur“ (~Schmieder~ 62).

[3369] ~Roeder~, PW. 4, 777 (nach ~Manetho~); ~Lobeck~ a. a. O.

[3370] Wegen der Wichtigkeit dieses Vorganges ist daher bei
~Pseudo-Moses~ μᾶζα auch = Chemie, ja chemisches Lehrbuch.

[3371] ἀλλοιοθῆναι noch im „Stockholmer Papyrus“ (26).

[3372] „Bestreiche (χρῖσον) ein Sperberei halb mit Gold, halb mit
Zinnober, trage es und sprich den [geheimen göttlichen] Namen!“
(~Dieterich~, „Abr.“ 187).

[3373] S. im „Stockholmer Papyrus“.

[3374] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23 ff.; s. den aristotelischen Vergleich
des Essigs mit „totem“ Wein.

[3375] Für „göttlich“ und „heilig“ galt der Schwefel seit altersher,
nach ~Plutarch~ (48-125) „weil sein Geruch dem des Blitzes gleicht“
(üb. ~Bähr~, Stuttgart 1828 ff.; 3, 2009).

[3376] Bei ~Hippokrates~ (um 430 v. Chr.) ist Chrysokolla = Malachit
(üb. ~Fuchs~ 3, 311, 447), d. i. ein Kupfercarbonat, dessen man sich
tatsächlich zum Löten des Goldes bediente; aus der römischen Kaiserzeit
wird berichtet, daß ~Nero~ den Zirkus statt mit Sand mit Chrysokolla
bestreuen ließ, um sich als Anhänger der Partei der „Grünen“ zu
bezeichnen, und daß auch wilde Tiere mit Chrysokolla, Zinnober, Purpur
und Scharlach gefärbt in den Zirkusspielen auftraten (~Friedlaender~ 2,
343, 405). Späterhin ging der Namen Chrysokolla auf die verschiedensten
zum Löten dienlichen Salze über (~Kopp~, „G.“ 3, 336; 4, 167), daher
bereitet z. B. ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert) Chrysokolla =
Goldloth aus dem Harn kleiner Knaben, -- offenbar aus den in ihm
enthaltenen Phosphaten (lib. 7, cap. 3; üb. ~Berendes~, Leiden 1914,
698, 735).

[3377] ~Nies~, PW. 2, 1272.

[3378] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 80, 107; ~Blümner~, PW. 7,
2216; ~Plinius~, lib. 36, cap. 146 ff.; ~Isidorus Hispalensis~, lib.
16, cap. 4, 17; ~Marbod~ (1035-1123), „Liber lapidum“, ed. ~Beckmann~
(Göttingen 1799), 77.

[3379] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 20.

[3380] ~Firmicus~, lib. 4, cap. 14; ~Salmasius~, „De annis ...“ 56,
98; ~Hoffmann~ 523; ~Bouché-Leclercq~ 528. Die „Gefahr“ liegt darin,
daß 63 = 7 × 9 ist, also das Produkt dieser beiden, schon an sich sehr
verdächtigen Zahlen.

[3381] ~Hoffmann~ 525.

[3382] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 340 ff.; ~Wellmann~, PW. 5, 135;
~Diels~, „Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 122 ff.; ~Nestle~, „Die
Vorsokratiker“ (Jena 1908), 63.

[3383] ~Diels~, „Vors.“ 2, 10 ff.; ~Pietschmann~, PW. 2, 355.

[3384] ~Plinius~, lib. 30, cap. 9; ~Wellmann~, PW. 4, 2180.

[3385] ~Wellmann~, PW. 5, 135; ~Diels~, „Vors.“ 2, 19 ff.

[3386] ~Diels~, „Vors.“ 2, 54.

[3387] Einen anderen weit jüngeren Autor des gleichen Namens scheint
~Galenos~ zu erwähnen (~Diels~, „Vors.“ 2, 160).

[3388] ~Wellmann~, PW. 3, 676, 2105; 5, 135; Suppl. 1, 255; M. G. M.
15, 52.

[3389] ~Diels~, „M. G. M.“ 2, 226; „Antike Technik“ 108 ff.; „Vors.“
2, 125. Das nach ~Stephanides~ (A. Nat. 3, 185) der „Physik“ des
~Aristoteles~ entlehnte Wort χειρόκμητα steht im Gegensatze zu φυσικά,
wie „Hand- und Kunstgriffe“ zum „natürlichen Verlaufe der Dinge“.

[3390] Im 4.-6. Jahrhundert? (~Diels~, M. G. M. 2, 226).

[3391] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.

[3392] ~Weidlich~, PW. Suppl. 1, 3.

[3393] ~Diels~, M. G. M. 2, 226; ~Wellmann~ a. a. O.

[3394] ~Meyer~, „Gesch. Bot.“ 1, 277; 1, 269, 275. Vgl. ~Haller~,
„Bibliotheca Botanica“ (Zürich 1771), 1, 14, 132.

[3395] ~Celsus~, ed. ~Daremberg~ (Leipzig 1859), lib. 2, cap. 38.
-- Was er bietet, ist eine Zusammenfassung (wenn nicht Übersetzung)
hellenistischer Vorlagen.

[3396] ~Caelius Aurelianus~, ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709), 224, 227,
232, 493.

[3397] ~Heeg~, M. G. M. 14, 276; ~Sudhoff~, ebd. 14, 315;
~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“ (Berlin
1915), 133, nach ~Wellmann~; auch „orphische“ Schriften gleicher Art
lassen sich noch im 4. Jahrhundert n. Chr. nachweisen.

[3398] ~Sudhoff~, „A. Med.“ 9, 79 ff., 84, 111.

[3399] ~Wellmann~ a. a. O.

[3400] lib. 7, cap. 5; lib. 11, cap. 3.

[3401] lib. 10, cap. 12.

[3402] ~Diels~, „Vors.“ 2, 125 ff.

[3403] ~Diels~, „Vors.“ 125, 129; ~Wellmann~, M. G. M. 7, 206; ~Meyer~,
„Gesch. Bot.“ 2, 55.

[3404] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.

[3405] ~Diels~, „Vors.“ 2, 130 ff. Dafür, daß hierbei, wie ~Diels~
(„Ant. Techn.“ 108 ff.), ~Berthelot~ folgend, annimmt, die Darstellung
des Elektrons (Asems) eine ausschlaggebende Rolle gespielt habe, lassen
sich keine bestimmten Beweise erbringen; auch bleibt als Ziel überall
die Gewinnung kostbarer Metalle, Steine und Farbstoffe bestehen und
nicht die eines bestimmten „Gusses“ (χύμα, Chýma), von dem dann die
Chemie ihren Namen empfangen hätte.

[3406] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3407] ~Berthelot~, „Arch.“ 223; ~Diels~, „Vors.“ a. a. O.

[3408] ~Diels~, „Vors.“ 2, 20, 53; ~Wellmann~, PW. 5, 135; 3, 676,
2105; Suppl. 1, 255.

[3409] „Stockholmer Papyrus“, ed. ~Lagercrantz~ 90, 96 ff., 120;
~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chemiker-Zeitung
1913), 933.

[3410] „Stockholmer Papyrus“ 110 ff.

[3411] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3412] „Stockh. Pap.“ 112.

[3413] ~Riess~ a. a. O.

[3414] „Stockh. Pap.“ 108 ff., 110.

[3415] ~Riess~ a. a. O.

[3416] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ (1913); 35, 906.

[3417] Vgl. ~Diels~, „Ant. Techn.“ 108 ff.

[3418] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 34.

[3419] ebd. 3, 60, 151.

[3420] ebd. 3, 34.

[3421] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 73, 83; 407.

[3422] ~Alexander~ von ~Tralles~ ed. ~Puschmann~ 1, 566.

[3423] ~Boehm~ PW. 9, 80.

[3424] ~Riess~ PW. 1, 1338.

[3425] ~Riess~ a. a. O.

[3426] ~Plinius~, lib. 30, cap. 8.

[3427] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 27 u. 90; ~Lobeck~ 235; ~Diels~,
„Vors.“ 2, 129, 188; ~Bousset~, A. Rel. 18, 168.

[3428] ~Zeller~ 3 (2), 155.

[3429] „Octavius“, cap. 26; üb. ~Dombart~ (Erlangen 1875), 14.

[3430] „De anima“, cap. 57.

[3431] ~Bousset~ a. a. O.

[3432] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 108; ~Diels~, „Vors.“ 2, 129.

[3433] ~Wellmann~, PW. 4, 2056; 6, 849; ~Rossbach~, PW. 7, 1098, 1113.

[3434] ~Lobeck~ 887 ff.; vgl. 234 ff., 376.

[3435] ~Alexander~ von ~Tralles~, ed. ~Puschmann~ 1, 566; 2, 474; vgl.
1, 564.

[3436] ~Firmicus~, lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~ 523.

[3437] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 119 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389.

[3438] In ~Berthelots~ „Coll.“

[3439] Deckname.

[3440] PW. 1, 1338.

[3441] „Poim.“ 143, 365; „Wundererzählungen“ 105.

[3442] lib. 1, cap. 25.

[3443] Nach ~Hoffmann~ Ormanuthi, d. i. Eumenuthi bei Kanopos (516).

[3444] ~Reitzenstein~ a. a. O., sowie 140 ff.

[3445] ~Riess~ a. a. O.

[3446] „Poim.“ 143.

[3447] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 145, 146; ~Hoffmann~ 525.

[3448] A. Rel. 8, 356 ff.

[3449] ~Pietschmann~, PW. 1, 2649; ~Riess~, PW. 1, 1388.

[3450] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 143; ~Zielinski~ a. a. O.

[3451] ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~Zielinski~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 525.

[3452] ~Hoffmann~ a. a. O.

[3453] ~Zielinski~ a. a. O.; ~Kroll~, PW. 8, 802.

[3454] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff., 367; ~Schultz~, „Dok. d.
Gnosis“ 200.

[3455] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff.

[3456] ~Riess~, PW. 1, 1338.

[3457] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8; an einer Stelle beruft er sich auch
auf ~Poimandres~ (~Riess~ a. a. O.).

[3458] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 266 ff.; 366.

[3459] ~Sethe~, M. G. M. 1, 356.

[3460] ~Pietschmann~, PW. 2, 1681, 1697; Schriften des ~Asklepios~
(~Aeskulap~) und ~Anubis~ über die ihnen von ~Hermes~ anvertrauten
Geheimnisse kennen schon das 1. Jahrhundert v. Chr. und die beginnende
Kaiserzeit (~Hoffmann~ 522).

[3461] ~Roeder~, PW. 9, 1213 ff.

[3462] ~Hoffmann~ 522.

[3463] ~Bousset~, PW. 7, 1534 ff.; ~Riess~, PW. 1, 1338. ~Riess~ ist
der Ansicht, daß ~Zosimos~ selbst noch Heide war, daß aber seine
Schriften bereits frühzeitig, vor dem 7. Jahrhundert, eine christliche
Überarbeitung erfahren hatten.

[3464] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 368 ff.

[3465] ebd. 364, 215.

[3466] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 10; „Mysterien-Religionen“
141.

[3467] ~Reitzenstein~, „Myst. Rel.“ 145.

[3468] ebd. 145.

[3469] ebd. 142.

[3470] ~Kroll~, PW. 8, 801.

[3471] Vgl. ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff., 221 ff.

[3472] ~Bousset~, „Gnosis“ 191.

[3473] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 9, 11, 68.

[3474] ebd. 364; auch nach christlicher Lehre aus dem 2. Jahrhundert
wird der Seele Reinheit, geheime Weisheit und geheime Kraft durch das
Pneuma zuteil, das Pneuma aber durch die Taufe (ebd. 219).

[3475] Sulzbach 1814. Übersetzung bei ~Olck~, PW. 3, 459; vgl. ~Reil~
164 ff.

[3476] „Festschrift für ~F. C. Andreas~“ (Leipzig 1916), 33.

[3477] Über die 7 Hallen, die neben-, nicht übereinander geordnet die
Fläche des Himmels einnehmen (nach altägyptischer Anschauung), s.
„Poimandres“ 67.

[3478] Betreff der Wechselwirkung babylonischer, iranischer und
ägyptischer Religions-Vorstellungen bereits in der Frühzeit des
Hellenismus vgl. ~Reitzenstein~ „Die Göttin ~Psyche~ in der
hellenistischen und frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917) 17.

[3479] ~Sprengel~, „De artis chemicae primordiis“ (Halle 1823), 9.

[3480] PW. 1, 1338.

[3481] PW. 8, 799.

[3482] „Antike Technik“ 108 ff.

[3483] Vgl. den 1. Abschnitt dieses Buches, unter Beachtung der älteren
griechischen und späteren syrischen Quellen.

[3484] +So+ noch überliefert bei dem Araber ~Alhabib~ (s. unten).

[3485] ~Demokritos~, ~Zosimos~; ~Petasios~.

[3486] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.

[3487] ~Maria~, ~Agathodaimon~.

[3488] ~Zosimos~.

[3489] ~Pelagios~.

[3490] ~Iamblichos~.

[3491] ~Olympiodoros~.

[3492] ~Komarios~.

[3493] ~Stephanos~.

[3494] ~Zosimos~.

[3495] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3496] ~Stephanos~.

[3497] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Hermes~, ~Komarios~.

[3498] ~Demokritos~.

[3499] ~Zosimos~.

[3500] ~Demokritos~.

[3501] ~Stephanos~.

[3502] ~Zosimos~.

[3503] So schon dem ~Zosimos~ wohlbekannt (~Alhabib~).

[3504] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3505] ~Zosimos~, ~Komarios~, ~Pelagios~.

[3506] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.

[3507] ~Agathodaimon~.

[3508] ~Zosimos~, ~Synesios~.

[3509] ~Demokritos~, ~Pelagios~.

[3510] ~Maria~, ~Synesios~.

[3511] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.

[3512] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.

[3513] ~Maria~, ~Komarios~, ~Petasios~, ~Zosimos~.

[3514] u.

[3515] ~Olympiodoros~.

[3516] ~Zosimos~.

[3517] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Stephanos~, Techn. Abh.

[3518] ~Komarios~, ~Stephanos~.

[3519] ~Johannes~.

[3520] ~Demokritos~, ~Kleopatra~, ~Zosimos~, ~Stephanos~; Techn. Abh.
(40 Tage für Silber, 41 für Gold).

[3521] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Maria~, ~Zosimos~, Techn. Abh.

[3522] ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym.~, Techn. Abh.

[3523] ebd.

[3524] ~Maria~, ~Kleopatra~, ~Olympiodoros~.

[3525] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~.

[3526] ~Maria~, ~Hermes~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~, ~Phil. Anonym~.

[3527] ~Agathodaimon~, ~Johannes~, ~Zosimos~.

[3528] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.

[3529] ~Olympiodoros~.

[3530] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym~.

[3531] ~Maria~.

[3532] ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3533] ~Kleopatra~, ~Chimes~, ~Zosimos~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~,
~Stephanos~.

[3534] ~Hermes~, ~Zosimos~.

[3535] ~Moses~, ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Stephanos~.

[3536] ~Kleopatra~, ~Komarios~, ~Zosimos~.

[3537] ~Kleopatra~, ~Komarios~.

[3538] +So+ erhalten bei ~Krates~ (s. unten).

[3539] ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Zosimos~.

[3540] ~Olympiodoros~, ~Stephanos~.

[3541] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.

[3542] ~Demokritos~, ~Pelagios~.

[3543] ~Zosimos~.

[3544] ~Demokritos~, ~Zosimos~.

[3545] ~Maria~, ~Zosimos~.

[3546] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~.

[3547] ~Komarios~, ~Olympiodoros~.

[3548] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Moses~.

[3549] ~Zosimos~.

[3550] ~Demokritos~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.

[3551] ~Zosimos~.

[3552] ~Zosimos~.

[3553] ~Olympiodoros~.

[3554] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3555] ~Zosimos~.

[3556] ~Demokritos~ (syr.), ~Hermes~, ~Pibechios~, ~Synesios~.

[3557] ~Demokritos~.

[3558] ~Olympiodoros~.

[3559] ~Zosimos~.

[3560] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.

[3561] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3562] Techn. Abh.

[3563] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~.

[3564] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Komarios~.

[3565] ~Kleopatra~.

[3566] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~.

[3567] ~Zosimos~.

[3568] ~Phil. Christ~.

[3569] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3570] ~Komarios~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.

[3571] ~Hermes~.

[3572] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.

[3573] ~Hermes~, ~Chimes~.

[3574] ~Pelagios~, ~Phil. Anonym~.

[3575] ~Johannes~, ~Zosimos~. Über die „Wunder des Ätzkalkes“ s.
~Lippmann~, „Abh.“ 1, 77.

[3576] ~Zosimos~.

[3577] ~Zosimos~.

[3578] ~Demokritos~.

[3579] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.

[3580] ~Brugsch~, „Äg.“ 321, 326; ~Steindorff~, „Die Blüte des
Pharaonenreiches“ (Leipzig 1900), 97; ~Lepsius~, „Über die Götter ...“
233.

[3581] ~Pietschmann~, PW. 1, 2807.

[3582] ~Brugsch~ a. a. O. 318, 330.

[3583] ~Brugsch~, ebd. u. 326, 329.

[3584] ~Brugsch~, „Rel.“ 73.

[3585] Nach ~Prinz~ ist diese Erklärung nicht ausgeschlossen, aber
keineswegs sicher bewiesen („Symbolik“ 20, 12), und das Bild besitzt
nur untergeordnete Bedeutung, hauptsächlich für die Schrift. Die
Form der geflügelten Scheibe kommt schon im alten Reiche vor (ebd.
11, 42 ff.), tritt aber selbst im mittleren noch ziemlich vereinzelt
auf (ebd. 43). Für den Mond ist das wichtigste Bild der in der
Sichel ruhende Vollmond, während die einfache Sichel fast nur in der
Schrift gebräuchlich ist (ebd. 13) und als Zeichen der ~Isis~ erst in
ptolemäisch-römischer Zeit auftaucht (ebd. 51).

[3586] ~Jeremias~, „Handbuch“ 31.

[3587] ~Dieterich~, „Abraxas“ 189, 190, 193, 199, 204; über ☉ = Löwe
(gelb und zur Sonne gehörig) und das Symbol der sich in den Schwanz
beißenden Schlange = κόσμος = Sonne s. ebd. 52.

[3588] Nach ~Prinz~ sind alle diese babylonischen Zeichen durchaus
einheimischer und selbständiger Herkunft (a. a. O. 74 ff., 117).

[3589] ~Hüsing~, A. Rel. 4, 350.

[3590] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 639; 630, 632.

[3591] ebd. 3, 123.

[3592] ebd. 3, 40; ~Dieterich~, „Mithras“ 46, s. Titelbild; Abbildung
des Zeichens auch ~Boll~, „Sphaera“ 308.

[3593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 199; vgl. den weiter oben erwähnten
„Flügel des ~Hermes~“.

[3594] ebd. 171, 179, 189, 196, 200, 204, 205.

[3595] ebd. 5, 64, 174, 176, 180, 186-190, 193, 200, 204.

[3596] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 147.

[3597] ~Brugsch~, „Äg.“ 392; ~Berthelot~, „Or.“ 83.

[3598] So noch bei ~Zosimos~ und ~Kosmas~.

[3599] „Or.“ 83.

[3600] ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chem.-Ztg.
1913), 933.

[3601] ~Berthelot~, „Or.“ 332 ff.

[3602] ~Szanto~, PW. 1, 1614; ~Boll~, „Erf.“ 121, 126.

[3603] ~Dieterich~, „Abraxas“ 204.

[3604] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Szanto~, PW. 1, 1615.

[3605] ~Dieterich~, „Abraxas“ a. a. O.; „Mithras“ 8.

[3606] „Beitr.“ 504.

[3607] „Kosmos“ (Stuttgart 1860), 3, 424.

[3608] ed. ~Skutsch~, ~Kroll~, ~Ziegler~ 1, 42, 19.

[3609] ebd. 2, 43.

[3610] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 82, 84 ff., 97; „Intr.“ 294; „Or.“ 231.

[3611] ~Usener~, „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880), 33, 37, 39.

[3612] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 25 ff.

[3613] ~Berthelot~, „Intr.“ 92 ff., 123, 101 ff.

[3614] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 25, 47.

[3615] ~Sethe~ und ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 328.

[3616] ed. ~Schmidt~ 297.

[3617] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.), 3,
356.

[3618] „Exercitationes Plinianae“ (Utrecht 1689), 2, 872 ff.; vgl.
~Boerhaave~, „Elementa Chemiae“ (Leiden 1732), 1, 12.

[3619] üb. ~Dieterici~ 6, 131.

[3620] Über den Zusammenhang von Mondstationen (Tierkreisbildern) und
Alphabet vgl. ~Lichtenberg~, M. G. M. 13, 248.

[3621] Üb. ~Kayser~ (Stuttgart 1893), 248 ff., 348; 70, 273 ff.

[3622] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff.; 221.

[3623] κασσίτερον = Kassíteron; κρότινον = Krótinon (syrisch).

[3624] Die beiden Bilder für Mond und Sonne (Silber und Gold)
nebeneinander gesetzt.

[3625] Syrisches Wort?

[3626] ~Hoffmann~ 525.

[3627] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 15.

[3628] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150.

[3629] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 221, 229. -- Über den ursprünglich
astrologischen Gebrauch von ἀναβιβάζων, οἰκοδεσπότης und ähnlichen
Kunstworten s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ (Leiden 1648),
185; 99, 264, 277, 339 ff.

[3630] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 7, 9.

[3631] ebd. I, 2.

[3632] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842.

[3633] ~Salmasius~ a. a. O.

[3634] ebd.; ~Kobert~, „Arznei-Verordnungs-Lehre“ (Stuttgart 1913), 4.

[3635] ~Hultsch~, PW. 2, 1077 ff.

[3636] [Symbol] schon bei ~Archimedes~, s. „Archimedes Werke“, ed.
~Heath-Kliem~ (Berlin 1914), 61; vgl. ~Kubitschek~, PW. 2, 1500, 1512.

[3637] Nach ~Cantors~ „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“
(Leipzig 1907; 1, 711) kann hierbei an keinen Zusammenhang mit
der indischen Null gedacht werden, die man zwar in Indien um 500
seit längerem benützte (ebd. 1, 71), in Alexandria aber erst viel
später kennen lernte als die übrigen (schon im 2. Jahrhundert dahin
verbreiteten) indischen Ziffern, die ebenfalls aus den Buchstaben
des Alphabetes oder der Worte für die Zahlen entstanden waren. Über
die Entwicklung ihrer Gestalten s. die Tafel zu ~Cantors~ Bd. 1,
sowie ~Tropfke~, „Geschichte der Elementar-Mathematik“ (Leipzig 1902;
1, 17). -- Nach ~Jacob~ ist die Bekanntschaft der alexandrinischen
Gelehrten mit den indischen Ziffern (auch noch ohne Null) im 2. oder
3. Jahrhundert noch durchaus zweifelhaft; bei den Arabern ist die
Kenntnis der Null (sifr = leer, daher „Ziffer“) schon im 8. Jahrhundert
sicher bezeugt (also damals wohl nicht mehr ganz neu) und der Gebrauch
indischer Ziffern in einem zu Wien befindlichen arabischen Papyrus von
873 zuerst nachweisbar; die Frage, ob und wie die Zahlzeichen aus den
Anfangsbuchstaben indischer oder arabischer Worte entstanden, bedarf
noch weiterer Aufklärung („Östliche Kulturelemente im Abendlande“,
Berlin 1912, 10 ff.). -- ~Suter~ gibt an, daß die indischen Ziffern
+mit+ der Null um 770 nach Bagdad gelangten, vielleicht aber schon
vorher über Syrien nach Nordafrika und Spanien; als einer der Ersten
bedient sich ihrer ~Alkhwarizmi~ (780-840?), allgemein kamen sie aber
erst im 11. Jahrhundert in Benützung („Enz. d. Islams“ 2, 335). -- In
Indien selbst waren sie im 6. Jahrhundert bereits wohlbekannt (~Rây~,
„History of Hindu Chemistry“ (Calcutta 1909) 2, 117 ff.).

[3638] ~Schmidt~, „Realistische Chrestomathie aus der Litteratur des
klassischen Altertums“ (Leipzig 1900), 1, 127.

[3639] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Wessely~, „Chrysographie“, in „Wiener
Studien“ (1890), 12, 265; ~Paulus Aegineta~ (Arzt des 7. Jahrhunderts),
üb. ~Berendes~ (Leiden 1914), 840 ff., lib. 7, cap. 26. Über die
Wiedergabe von Maßen usw. durch die Anfangsbuchstaben ihrer Namen und
aus diesen hervorgegangene Zeichen (z. B. bei ~Celsus~ und ~Galenos~)
s. auch ~Berendes~, „Die Pharmazie bei den alten Kulturvölkern“ (Halle
1891), 35, 77.

[3640] ~Schmidt~, „Kulturgesch. Beiträge zur Kenntnis des griechischen
und römischen Altertums“ (Leipzig 1914), 15.

[3641] ~Berthelot~, „Or.“ 113; „Coll.“ II, 24 ff.; „Mâ.“ I, 1 ff.

[3642] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 103.

[3643] ~De Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart
1901) 21; ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin
1858 ff.) 6, 241 ff.; ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“
(Paris 1876) 1, 122 ff.; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen
Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 42 ff.

[3644] ~Leclerc~, a. a. O.; ~De Boer~, a. a. O.; ~Meyerhof~, M. G. M.
15, 145.

[3645] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
(London 1879) 227, 337.

[3646] ~Albiruni~, a. a. O. 338, 344, 345, 348.

[3647] ~Hommel~, PW. 2, 1307; die Sonne (Schams) war bei ihnen weiblich
und dem Monde untergeordnet.

[3648] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365.

[3649] ~Nallino~, M. G. M. 11, 478; „Enzykl. d. Islam“ 1, 514.

[3650] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 85, 86.

[3651] Der Historiker ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) verwechselt ihn mit
einer anderen Persönlichkeit (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 1, 48).

[3652] ~Kremer~, „Kulturgeschichte des Orients unter den Khalifen“
(Wien 1875) 2, 409; ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11; ~Leclerc~, a. a. O. 1, 61
ff.; ~Berthelot~, „Mâ.“ III 2, 9 ff.; ~E. Wiedemann~, M. G. M. 11, 343.

[3653] In Wirklichkeit finden sich bei den Kopten nur erst aus dem
Arabischen entlehnte Gedanken und Kunstausdrücke (~Lemm~, M. G. M. 3,
86).

[3654] ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von Ägypten zur Zeit der
Khalifen“ (Göttingen 1875) 1, 35.

[3655] ~Leclerc~ 1, 68; die angeblichen lateinischen Übersetzungen von
Werken des ~Khalid~, das sog. „Liber trium verborum“, u. dgl., sind
mittelalterliche Pseudepigraphen.

[3656] ~Kremer~, a. a. O. 2, 450.

[3657] Baurak = Alkali, später = Borax.

[3658] „Beitr.“ 2, 345 ff.

[3659] ~Leclerc~ 1, 42, 63. -- Der Text des „Fihrist“ gibt den Namen
„~Mrjans~“ an (~Ruska~).

[3660] ~Leclerc~ 1, 64. -- Von einigen wird er mit dem Gelehrten
~Robert~ von ~Chartres~ identifiziert, vielleicht ist er aber auch
der nämliche wie ~Robert~ von ~Chester~, der auch sonstige arabische
Werke übersetzte, u. a. 1145 ein mathematisches (~Ruska~, „Zur älteren
arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 24, 81).

[3661] ~Leclerc~ 2, 381.

[3662] ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen arabischer Werke in das
Lateinische“ (Göttingen 1877), 47.

[3663] ~Wüstenfeld~, a. a. O.

[3664] lib. 26, cap. 8.

[3665] ~Leclerc~ 2, 425.

[3666] S. den prächtigen Pariser Druck von 1564, 10; 5, 8, 31. ~Madoya~
ist offenbar aus ~Muawija~ verderbt, und „König“ steht euphemistisch
für Prätendent.

[3667] Laut S. 22 ist z. B. ~Herlzel~ = ~Heraklius~, was wohl niemand
erraten könnte; dieser Kaiser gilt auch als alchemistische Autorität
(15 ff.).

[3668] ebd. 19.

[3669] ebd. 29, 31, 33.

[3670] ebd. 20, 21, 26, 33, 34.

[3671] ebd. 21, 33.

[3672] ebd. 24.

[3673] ebd. 1, 2, 30 ff.

[3674] ebd. 19.

[3675] Auffällig ist „Alchymia“ im Sinne von „Xerion“.

[3676] In ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 530.

[3677] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 45 ff.

[3678] ebd. I, 278. Vgl. oben, S. 339, bei „~Pibêchios~“.

[3679] Mâ. III, 74.

[3680] ebd. III, 50, 64.

[3681] Mâ. III, 45 ff.

[3682] ebd. III, 73 ff.

[3683] ebd. III, 45 ff.; mit Abbildungen.

[3684] ebd. III, 46, 74.

[3685] ebd. III, 63.

[3686] ebd. III, 59, 62.

[3687] ebd. III, 58 ff.

[3688] ebd. III, 52, 61, 69.

[3689] ebd. III, 69, 71.

[3690] ebd. III, 50, 68 ff., 169.

[3691] ebd. III, 71.

[3692] ebd. III, 69.

[3693] ebd. III, 49, 54, 70.

[3694] Mâ. III, 56, 67.

[3695] ebd. III, 54, 69; 55, 68.

[3696] ebd. III, 54, 55, 67.

[3697] ebd. III, 76 ff.

[3698] ebd. III, 84, 103.

[3699] ebd. III, 79, 99.

[3700] ebd. III, 96.

[3701] ebd. III, 114.

[3702] ebd. III, 11, 16, 29, 30. -- Das R (statt Z) im Namen des
~Zosimos~ erklärt sich aus dem Fehlen eines sog. diakritischen Punktes
im arabischen Original; im übrigen liegen nur Entstellungen seitens der
lateinischen Abschreiber vor (~Ruska~).

[3703] ebd. III, 80.

[3704] ebd. III, 84, 113.

[3705] ebd. III, 101.

[3706] ebd. III, 110, 115.

[3707] ebd. III, 89, 99, 103, 110.

[3708] ebd. III, 77, 99.

[3709] ebd. III, 78, 79.

[3710] ebd. III, 76.

[3711] ebd. III, 78.

[3712] Mâ. III, 92 ff.; 109.

[3713] ebd. III, 91, 97.

[3714] ebd. III, 79, 85.

[3715] ebd. III, 79, 92 ff., 109.

[3716] ebd. III, 85.

[3717] ebd. III, 81; 99, 111, 114.

[3718] ebd. III, 112.

[3719] ebd. III, 87.

[3720] ebd. III, 90.

[3721] ebd. III, 80.

[3722] ebd. III, 116 ff.; s. oben S. 66.

[3723] ebd. III, 13.

[3724] ebd. III, 117 ff.

[3725] ebd. III, 117.

[3726] ebd. III, 116 ff.

[3727] Mâ. III, 119 ff.

[3728] Vgl. den Brief des ~Pibêchios~ an ~Osron~.

[3729] ebd. III, 124 ff.

[3730] Vgl. seine Erwähnung bei ~Krates~.

[3731] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 16 ff.; Mâ. III, 2, 9 ff.

[3732] Vgl. das Verzeichnis Mâ. III, 31 ff.

[3733] ~Berthelots~ zweckmäßiger Vorschlag, die beiden Schriftsteller
durch die Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zu unterscheiden, ist auch im
nachstehenden befolgt worden.

[3734] Mâ. III, 126 ff.

[3735] ebd. III, 16 ff.

[3736] ebd. III, 21.

[3737] ebd. III, 126, 127.

[3738] ebd. III, 131.

[3739] ebd. III, 126.

[3740] ebd. III, 18.

[3741] ebd. III, 128, 132.

[3742] ebd. III, 129.

[3743] ebd. III, 130.

[3744] ebd. III, 133 ff.

[3745] Mâ. III, 135, 137.

[3746] ebd. III, 139 ff.

[3747] ebd. III, 147, 149.

[3748] ebd. III, 160.

[3749] ebd. III, 156 ff.

[3750] ebd. III, 162.

[3751] ebd. III, 153, 155; die Stelle ist zum Teil unverständlich,
auch bleibt unklar, was unter Barud (= Hagel, Körner, Krystalle, ...)
gemeint ist.

[3752] Mâ. III, 145.

[3753] ebd. III, 163 ff.

[3754] ebd. III, 163.

[3755] ebd. III, 172; 167, 169.

[3756] ebd. III, 169.

[3757] ebd. III, 168, 170 ff.

[3758] ebd. III, 179 ff.; 168.

[3759] Mâ. III, 177.

[3760] ebd. III, 174, 176.

[3761] ebd. III, 175, 176; die mitgeteilte Beobachtung entspricht den
Tatsachen.

[3762] ebd. III, 176.

[3763] ebd. III, 177, 183.

[3764] ebd. III, 178.

[3765] ebd. III, 208.

[3766] ebd. III, 177 ff.

[3767] ebd. III, 179.

[3768] Mâ. III, 166, 177; 171.

[3769] ebd. III, 181.

[3770] ebd. III, 186 ff.

[3771] ebd. III, 188.

[3772] ebd. III, 179 ff., 183, 186 ff., 189.

[3773] ebd. III, 191 ff.

[3774] ebd. III, 21.

[3775] ebd. III, 191 ff.

[3776] ebd. III, 205, 225.

[3777] ebd. III, 207 ff.

[3778] ebd. III, 208.

[3779] ebd. III, 213.

[3780] ebd. III, 221.

[3781] ebd. III, 32 ff.

[3782] Mâ. II, 320 ff.; 336.

[3783] Arch. 308 ff.

[3784] ebd. 308 ff.; Mâ. II, 320 ff.; III, 8.

[3785] Arch. 350, 356.

[3786] ebd. 352, 360.

[3787] ebd. 359.

[3788] ebd. 357.

[3789] ebd. 342 ff.; 346.

[3790] ebd. 346.

[3791] ebd. 316; 345 ff.

[3792] ebd. 345, 355.

[3793] ebd. 356, 351, 348.

[3794] ebd. 345, 346.

[3795] ebd. 357; 329 ff., 333.

[3796] ebd. 352.

[3797] ebd. 329 ff.; 332 ff.

[3798] ebd. 315; 311, 362.

[3799] ebd. 315 ff., 324.

[3800] ebd. 311, 313, 327, 332, 341.

[3801] ebd. 353.

[3802] Arch. 341; 328.

[3803] ebd. 326 ff.

[3804] ebd. 354.

[3805] ebd. 327, 346.

[3806] ebd. 334, 351.

[3807] ebd. 351, 354.

[3808] ebd. 330, 352.

[3809] ebd. 330, 352.

[3810] ebd. 358 ff.

[3811] Mâ. III, 331.

[3812] Arch. 356.

[3813] ebd. 358.

[3814] ebd. 329, 351; 326 ff., 338.

[3815] ebd. 327.

[3816] ebd. 312, 325; 312, 317.

[3817] ebd. 329, 332.

[3818] ebd. 330.

[3819] ebd. 318, 324, 351.

[3820] ebd. 351.

[3821] ~Goldziher~, M. G. M. 10, 24.

[3822] ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin 1858
ff.) 4, Vorr. 1. Die Übersetzung umfaßt acht Teile: a) Philosophie,
Makrokosmos (1876), b) Mikrokosmos (1879); c) Propädeutik (1865); d)
Logik und Psychologie (1868); e) Naturwissenschaft und Naturphilosophie
(1876; 1. Aufl. 1861); f) Der Streit zwischen Mensch und Tier (1858);
g) Anthropologie (1871); h) Lehre von der Weltseele (1873). Sie gibt
nach ~Dieterici~ alles Wichtige treu und genau wieder (4, Vorr. 9; 7,
Vorr. 8); betreff des Naturwissenschaftlichen wurde stets sachkundiger
Beirat benützt (5, Vorr. 16). -- Daß jedoch ~Dieterici~ nur eine
Auswahl, keine vollständige Übersetzung bietet und zudem in vielem
ungenau und unzuverlässig ist, erwähnt ~Ruska~ („Zur älteren arabischen
Algebra ...“, 78).

[3823] ~Dieterici~ 4, Vorr. 1; 8, Vorr. 5; ~Leclerc~, „Histoire de
la médecine arabe“ (Paris 1876) 1, 393; ~De Boer~, „Geschichte der
Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901) 76 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 3, 405
ff.; ~E. Wiedemann~, „Zur Chemie der Araber“ (Zeitschr. d. Deutschen
Morgenländ. Ges. 1878, 579); ders. „Über die Naturwissenschaften bei
den Arabern“ (Hamburg 1890), 21 ff. -- Unter den abergläubischen
Vorstellungen spielen namentlich die hermetischen eine beachtenswerte
Rolle (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 181; „Psyche“ 56 ff.).

[3824] ~Dieterici~ 3, Vorr. 4 ff. u. 1; ~De Boer~, a. a. O.

[3825] ~Dieterici~ 3, 184; 4, 1; 6, 263; 7, 41. Alle weiteren Zitate
dieses Absatzes, bei denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen
sich auf die Übersetzung ~Dietericis~.

[3826] 6, 217.

[3827] Vorr. 5, 8 ff.; 6, 221 ff.

[3828] 6, 221 ff.

[3829] ~Dieterici~, „Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“
(Leiden 1892) Vorr. 38.

[3830] 7, Vorr. 8; 180 ff., 202 ff.

[3831] 6, 241 ff.

[3832] 7, Vorr. 4 ff.

[3833] 3, Vorr. 4 u. 1; 5, Vorr. 8 ff.; 6, 221 ff., 237 ff., 246;
8, Vorr. 10 ff. Hinsichtlich der aristotelischen Theorien vgl. zu
diesem ganzen Abschnitte: ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 64. -- Bezüglich der
hermetischen Einflüsse s. ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 56, „Psyche“ 181.

[3834] 8, Vorr. 7, 9; 8, 131.

[3835] 8, 4 ff.

[3836] 1, 185 ff.; 4, 99; 8, 18 ff.

[3837] 2, 175 ff.

[3838] 8, 25.

[3839] 5, 143 ff.; 6, 129.

[3840] 7, 164 ff., 189.

[3841] 7, 67, 133.

[3842] 5, 202.

[3843] 7, 111, 113.

[3844] 1, 176 ff.; 5, 3 ff., 165; 8, 12.

[3845] 3, 4; 5, 55 ff.

[3846] 1, 190 ff.; 7, 3.

[3847] 3, 4, 47.

[3848] 3, 4; 4, 106.

[3849] 3, 120, 126; 8, 2.

[3850] 5, 85.

[3851] 1, 227.

[3852] 1, 133; 2, 200; 5, 55 ff.

[3853] 7, 193.

[3854] 5, 4 ff.

[3855] 5, 48, 58; 7, 163 ff.

[3856] 1, 203; 6, 296; 7, 23; 8, 128, 183.

[3857] 8, 195; vgl. 8, 3, wo das Oktaeder für Wasser und das Ikosaeder
für die Luft steht.

[3858] 3, 9, 34, 43 ff.; über die große Rolle der Zahlen- und
Buchstaben-Spielereien vgl. ~De Boer~, a. a. O.

[3859] S. Anmerkung 2.

[3860] 5, 13.

[3861] 5, 116 ff.

[3862] 8, 74.

[3863] 5, 75.

[3864] 2, 96; 3, 104; 7, 31, 33, 166, 171, 188 ff.; 7, 172, 194.

[3865] 3, 144; 7, 200.

[3866] 5, 81.

[3867] 5, 80.

[3868] 5, 79, 10.

[3869] 5, 106, 107; 8, 121.

[3870] 8, 121.

[3871] 7, 175.

[3872] 5, 81; 7, 14.

[3873] 7, 193; 8, 29.

[3874] 2, 9, 25.

[3875] 1, 190 ff.; 3, 73 ff.; 5, 4 ff., 141, 168 ff.; 7, 50, 129; 8, 66.

[3876] 7, 129.

[3877] 3, 4; 6, 248.

[3878] 3, 4; 4, 106.

[3879] 3, 73 ff.

[3880] 3, 189; 5, 155; 6, 92.

[3881] 5, 103 ff.

[3882] ebd.; ~De Boer~ 82.

[3883] 3, 73 ff.

[3884] 2, 198; 4, 13.

[3885] 6, 178 ff.

[3886] 5, 153 ff.; 7, 148; 8, 112 ff.

[3887] 1, 185 ff.; 2, 81 ff.; 3, 73 ff.; 5, 61 ff., 100 ff., 122, 136,
143 ff.; 8, 66.

[3888] 2, 167; 6, 95.

[3889] 2, 26, 71 ff., 78, 90 ff.; 7, 61 ff. Farben: 5, 114 ff.

[3890] 3, 8, 69. Daher gibt es auch 7 Zauberquadrate (~Cantor~,
„Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“, Leipzig 1907; 1, 741),
die noch ~Agrippa von Nettesheim~ den 7 Planeten zuteilt („De occulta
philosophia“, Frankfurt 1533; 2, 437).

[3891] 8, 155.

[3892] 3, 54.

[3893] 6, 270.

[3894] 3, 54; 6, 131.

[3895] 3, 79; 8, 113.

[3896] 2, 169; 4, 197.

[3897] 5, 155 ff.; 7, 61 ff.

[3898] 8, 186.

[3899] 7, 61, 75, 79.

[3900] 4, 110.

[3901] 6, 203, 290, 297.

[3902] 2, 169; 4, 97 ff., 110.

[3903] 7, 47 ff.

[3904] 7, 61 ff.

[3905] 5, 79 ff.

[3906] ebd.; dieses Vorurteil ist noch heutzutage weitverbreitet.

[3907] 7, 48.

[3908] 5, 115.

[3909] 5, 114 ff.; 8, 190 ff.

[3910] 5, 112, 131.

[3911] 5, 146 ff.

[3912] 5, 136, 143 ff.

[3913] 5, 93.

[3914] 8, 61 ff.

[3915] 7, 179; 8, 66.

[3916] 3, 166.

[3917] 3, 167.

[3918] 2, 10; 5, 116, 124 ff.

[3919] 5, 99 ff.

[3920] 4, 14; 5, 69, 77; 7, 169, 193.

[3921] 1, 127; 2, 13 ff.; 5, 106, 107, 114.

[3922] 5, 111 ff., 129.

[3923] 2, 21; 5, 112, 129, 155 ff.

[3924] 2, 21; 5, 129.

[3925] 2, 4 ff.

[3926] 1, 214; 5, 4 ff., 97, 130, 168 ff.; 8, 19 ff., 121.

[3927] 8, 182.

[3928] 1, 127; weißes Blei = Zinn.

[3929] 2, 13 ff., 22, 197, 200; 3, 164; 4, 14; 5, 97, 114, 121. Über
die zum Teil recht alten Vorstellungen betreff der Reihenfolge der
Metalle vgl. ~Steinschneider~, „Rangstreit-Litteratur“ (Wien 1908);
Disputationen zwischen Gold und Quecksilber, oder Eisen und Silber sind
noch im sog. „Buche der 70“ und bei ~Vincentius Bellovacensis~ (13.
Jahrhundert) erhalten; s. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 330 und ~Berthelot~, „Mâ.“
I, 70, 326.

[3930] 15, 111.

[3931] 2, 9; 5, 111.

[3932] 1, 127; 4, 14; 5, 107; 7, 169, 193.

[3933] 5, 116; 130, 5, 111, 116.

[3934] 5, 120, 130; über Kali und Natron in der ältesten neupersischen
Pharmakopoe des ~Ali Mansur Muwaffaq~ (verf. um 975) s. ~Lippmann~,
„Abh.“ 1, 81.

[3935] 5, 130.

[3936] 1, 127; 2, 22; 5, 130.

[3937] 5, 120; noch ~Muqaddasi~, der 985 schrieb, setzt Glas als in der
Regel grün voraus (~E. Wiedemann~, „A. Nat.“ 1, 211).

[3938] 2, 11 ff.; 5, 112.

[3939] 5, 4, 112, 126; 7, 193; 8, 75, 190.

[3940] 5, 112, 130 ff.

[3941] 1, 127, 214; 2, 15; 5, 114 ff., 130 ff.; 6, 175; 8, 7, 166.

[3942] 5, 107, 116.

[3943] 1, 201; 5, 87.

[3944] 2, 18; 5, 115.

[3945] 5, 129.

[3946] 5, 124, 131; 2, 20. Es handelt sich also um eine sog.
Zementation.

[3947] 5, 115.

[3948] 2, 20; 5, 11, 127.

[3949] 5, 127.

[3950] 5, 11.

[3951] 4, 94; 5, 5. Der persische Dirhem hatte etwa 70 Pf. Silberwert
und entsprach 7-8,5 Mk. heutigen Geldwertes. -- Betreff des „syrischen
Glases“ ist zu bemerken, daß zâdsch (Vitriol oder ihm Ähnliches) und
zudschâdsch (Glas) zuweilen verwechselt werden, vgl. vitriolum und
vitrum (~Ruska~).

[3952] 2, 20 ff.; 5, 127, 131.

[3953] 5, 128; 2, 21.

[3954] 5, 111, 129; 8, 149.

[3955] 2, 21.

[3956] 2, 123; 5, 135.

[3957] 7, 179.

[3958] 5, 129; 2, 21.

[3959] 2, 22; 5, 134. Das „Zerbrechen“ enthält eine Anspielung auf
das An- oder Einschmelzen der Edelsteine in Bleiplatten, zwecks der
Bearbeitung.

[3960] 2, 15.

[3961] 6, 165.

[3962] 8, 61 ff.

[3963] 2, 22; 5, 130.

[3964] 8, 190 ff.

[3965] 2, 21; 5, 127, 128.

[3966] 5, 118 ff., 134.

[3967] 5, 112 ff., 120.

[3968] 2, 100; 7, 36.

[3969] 4, 25; 7, 54.

[3970] 6, 137.

[3971] 6, 102.

[3972] 1, 202; 5, 88.

[3973] 5, 131; 7, 169.

[3974] 5, 132; 7, 75; 8, 192.

[3975] 5, 178.

[3976] 5, 122; 6, 125; 7, 118.

[3977] 6, 147, 128.

[3978] 5, 179.

[3979] 6, 142; 7, 114 ff. Gemeint ist wohl Marzipan.

[3980] 7, 220; 6, 142; 7, 14.

[3981] 6, 83.

[3982] 1, 128; 2, 7, 41, 201; 4, 14; 5, 179, 206; 6, 13, 93, 140; 7,
168, 169; 8, 7.

[3983] 3, Vorr. 4; 3, 1.

[3984] ~Deussen~, a. a. O.

[3985] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 101.

[3986] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 107, 135.

[3987] Die Werke des sog. ~Geber~ kommen hierfür nicht in Betracht, da
sie Pseudepigraphen des ausgehenden 13. Jahrhunderts sind (s. unten).

[3988] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 148 ff.

[3989] ~Ruska~, „Das Steinbuch des Aristoteles“ (Heidelberg 1912). --
Einige Zusätze s. bei ~Seybold~, „Zeitschr. d. Deutschen Morgenländ.
Ges.“, Bd. 68, 606.

[3990] ~Ruska~ 43, 45, 92. Alle weiteren Zitate dieses Absatzes, bei
denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen sich auf ~Ruskas~
Ausgabe.

[3991] 66.

[3992] 91.

[3993] 82.

[3994] 69, 79.

[3995] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“ (ed. ~Kroll~,
Leipzig 1907); ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905);
~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900).

[3996] Daher läßt ihn z. B. der persische Dichter ~Nizami~ (gest.
1198) in seinem „Alexanderliede“ mit ~Thales~, ~Sokrates~, ~Platon~,
~Aristoteles~, ~Porphyrios~, ~Apollonios von Tyana~ und ~Hermes
Trismegistos~ disputieren! (~Horn~, „Geschichte der persischen
Litteratur“, Leipzig 1901; 186).

[3997] 22.

[3998] 161.

[3999] 146.

[4000] 46, 47.

[4001] Die im „Fihrist“ verzeichneten aristotelischen Schriften „De
metalli fodinis“ und „De siderum arcanis“ bezeichnete ~A. Müller~ schon
1873 als „alchemistischen Schwindel“ (a. a. O. 55).

[4002] 2 ff.

[4003] Vgl. ~Lenz~, „Mineralogie der alten Griechen und Römer“ (Gotha
1861); 16.

[4004] 161.

[4005] 83, 158, 159, 162; 163; 82.

[4006] 78, 129, 160, 171.

[4007] 84.

[4008] 129.

[4009] 160.

[4010] 175.

[4011] 22, 142, 175.

[4012] 173, 207

[4013] 174.

[4014] 126.

[4015] 142, 172.

[4016] 140.

[4017] 173.

[4018] 173, 181.

[4019] 158, 159.

[4020] Nach ~Humboldt~ bezeichnen chinesische Autoren des 7.
Jahrhunderts n. Chr. den von innerasiatischen Vulkanen stammenden
Salmiak als „tatarisches Salz“ = „nao-scha“ („Zentralasien“, Berlin
1844; 1, 382 ff., 389 ff.), woraus dann Nûschádir entstanden
sein dürfte; die große, „Pen-tsao“ genannte Enzyklopädie des
~Li-schi-tschin~ (16. Jahrhundert) gibt an, die beste Sorte gleiche
dem ya-siao, d. h. „wie Zähne aussehend“, worunter krystallisierter
Salpeter zu verstehen ist.

[4021] 43; 76, 191.

[4022] 149, 173.

[4023] 15, 149.

[4024] 19.

[4025] 129, 149.

[4026] 178 ff.; 58, 61; 91.

[4027] 178.

[4028] 142, 178.

[4029] 138.

[4030] 157.

[4031] 178.

[4032] 138, 178, 182.

[4033] 145, 147.

[4034] 156, 179.

[4035] 137.

[4036] 156, 179.

[4037] 154; über den Kompaß s. 38 ff.

[4038] 16, 78, 129, 155 ff. Vom Steine Amphidanes, der die Natur eines
Goldmagneten habe, berichtet bereits ~Plinius~ (~Krause~, „Pyrgoteles“,
Halle 1856, 81).

[4039] 82.

[4040] 180; 44.

[4041] 149, 180, 181, 138.

[4042] 54, 129, 175.

[4043] 180, 129, 149.

[4044] 138, 182.

[4045] 138.

[4046] 137, 181.

[4047] 180, 137, 130; 8.

[4048] 84; ob hierbei an ein Quecksilberoxyd zu denken ist, bleibe
dahingestellt.

[4049] 182, 137.

[4050] 137. Diese Verwechslungen beruhen oft auch bloß auf solchen
der betreffenden Worte, lassen sich aber nur an deren ursprünglichen
(orientalischen) Schreibungen verständlich machen (~Ruska~).

[4051] 63, 68 ff., 82, 127 ff.

[4052] 89.

[4053] 76, 68.

[4054] 68, 130.

[4055] 83; „Satansstein“ vielleicht wegen der Gewinnung mit Hilfe böser
Geister?

[4056] 23.

[4057] 84; 85, 157; 85.

[4058] 174.

[4059] 174.

[4060] 84, 85.

[4061] 59, 162; 69; 82.

[4062] 63, 161.

[4063] 179, 157.

[4064] 60.

[4065] 130.

[4066] 172.

[4067] 158.

[4068] 31; 43, 44.

[4069] 151.

[4070] Nach ~Diels~ („Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung“
1916, 203) könnte heutzutage die Etymologie Dschemest-Amethyst „nur
Heiterkeit erregen“, da Amethyst fraglos ein echt griechisches Wort
ist; Smaragd, (σ)μάραγδος, stammt nach ~Diels~ aus dem Indischen
und im Indischen vielleicht aus einer semitischen Sprache, während
es ~Schrader~ („Sprachvergleichung und Urgeschichte“, Jena 1907,
78) unmittelbar mit Markata in Verbindung bringt; tatsächlich ist
nach ~Hommel~ („Gesch. des alten Morgenlandes“ 74) die Bezeichnung
„Su-Marchaschi“ = Stein von Marchasch oder Margad“ in Babylonien
und Assyrien schon um 1450 v. Chr. nachweisbar. -- Mit Marchaschi
hängt vermutlich auch der Name „Markasit“ zusammen. -- ~Schmidt~
ist der Ansicht, daß Namen wie Amethyst, Smaragd, Arsen, u. dgl.,
durch Vermischung oder Vertauschung orientalischer Fremdworte mit
ähnlich klingenden griechischen Vokabeln entstanden, also durch
Umformung oder Umdeutung vermöge sog. Volks- oder Pseudo-Etymologien
(„Kulturhistorische Beiträge“, Leipzig 1912; 2, 73; „Realistische
Stoffe im humanistischen Unterricht“, Leipzig 1913; 5, 29, 147, 148;
108).

[4071] 44; 138, 182; 138. Eine Liste der arabischen, hebräischen und
lateinischen Synonyma: 53, 74 ff.

[4072] S. den vorhergehenden Absatz.

[4073] ~Diels~ versetzt sie zum Teil schon in das 5. bis 6. Jahrhundert
(„Antike Technik“, Berlin 1914; 109).

[4074] Mâ. II, Vorr. 4.

[4075] ~Hoffmann~ 517.

[4076] Mâ. II, 1 ff.

[4077] ebd. I, 1, 44.

[4078] ebd. I, 2.

[4079] ebd. I, Vorr. 15.

[4080] ebd. I, 97.

[4081] ebd. I, 98, 105.

[4082] ebd. I, 96 ff.; 136.

[4083] ebd. I, 95.

[4084] ebd. I, 93, 94.

[4085] ebd. I, 9, 129.

[4086] ebd. I, 93, 99.

[4087] ebd. I, 92.

[4088] ebd. I, 10.

[4089] Mâ. I, 101, 93; 127, 163, 129.

[4090] ebd. I, 94.

[4091] ebd. I, 92.

[4092] ebd. I, 127, 128; 13.

[4093] ebd. I, 128; als Gewährsmann wird ~Hunaïn~ angeführt, d. i. der
berühmte arabische Gelehrte ~Hunaïn ibn Ishaq~, der 873 starb.

[4094] ebd. I, 137.

[4095] ebd. I, 10.

[4096] ebd. I, 134.

[4097] ebd. I, 134, 135.

[4098] ebd. I, 103.

[4099] ebd. I, 12, 160, 184.

[4100] ebd. I, 95.

[4101] ebd. I, 103, 104.

[4102] ebd. I, 94.

[4103] Mâ. I, 101 ff.; 103.

[4104] ebd. I, 107 ff.

[4105] ebd. I, 104.

[4106] ebd. I, 93.

[4107] ebd. I, 137.

[4108] ebd. I, 141 ff.

[4109] ebd. I, 156 ff.

[4110] Mâ. I, 171 ff.; 175. Dies empfehlen noch spätmittelalterliche
Rezepte, vgl. ~Merrifield~ 2, 461.

[4111] ebd. I, 161 ff.

[4112] ebd. I, 186.

[4113] ebd. I, 192.

[4114] ebd. I, 165 ff., 176 ff., 192 ff.

[4115] ebd. I, 170.

[4116] ebd. I. 171.

[4117] ebd. I, 182 ff.

[4118] ebd. I, 155.

[4119] ebd. I, 156 ff.

[4120] Mâ. I, 159.

[4121] ebd. I, 159.

[4122] ebd. I, 59.

[4123] ebd. I, 160.

[4124] ebd. I, 160.

[4125] Arch. 262.

[4126] Mâ. I, 243.

[4127] ebd. I, 160, 163, 154.

[4128] ebd. I, 169.

[4129] ebd. I, 143.

[4130] ebd. II, 59.

[4131] ebd. I, 146; Tabarzad, persisch = „axtgehauen“, bedeutet hier
den reinsten raffinierten Zucker in Brotform.

[4132] ebd. I, 160 ff.; 146 ff.

[4133] Mâ. I, 159.

[4134] ebd. I, 162, 164.

[4135] ebd. I, 193.

[4136] ebd. I, 155.

[4137] ebd. I, 142.

[4138] ebd. I, 143, 186.

[4139] ebd. I, 186.

[4140] ebd. I, 187.

[4141] ebd. I, 188.

[4142] ebd. I, 154, 179.

[4143] ebd. I, 171, 172.

[4144] ebd. I, 194 ff.

[4145] ebd. I, 155.

[4146] Mâ. I, 154.

[4147] ebd. I, 146; der Text dieser ganzen Stelle ist unklar.

[4148] ebd. I, 164.

[4149] ebd. I, 198.

[4150] ebd. I, 198.

[4151] ebd. I, 184, 190.

[4152] ebd. I, 200.

[4153] ebd. I, 150, 169.

[4154] ebd. I, 142, 168, 169, 187.

[4155] ebd. I, 193.

[4156] ebd. I, 58, 149.

[4157] ebd. I, 151 ff., 165 ff.

[4158] ebd. I, 143, 151, 187.

[4159] ebd. I, 168, 180.

[4160] ebd. I, 170, 174.

[4161] üb. ~Kayser~ (Straßburg 1893), 219.

[4162] ebd. 108, 304; 3, 10, 115, 218, 233 ff.

[4163] ebd. 336, 347.

[4164] ebd. 249, 289.

[4165] ebd. 348.

[4166] ebd. 306, 309.

[4167] ebd. 348. Die Bestandteile und Geschlechter sind hier
verwechselt: Schwefel enthält Luft und Feuer und ist männlich.

[4168] ebd. 311, 348.

[4169] ebd. 271 ff.

[4170] ebd. 349 ff.

[4171] ebd. 38, 75, 193, 311, 331, 346.

[4172] ebd. 346 ff., 349, 351.

[4173] Beide bezeichnet das nämliche Wort; matal = Grube und Gegrabenes
(Erz und auch anderes).

[4174] ebd. 308.

[4175] ebd. 305.

[4176] ebd. 95, 340; diesen Aberglauben vermeldet bereits ~Plinius~.

[4177] ebd. 326. Das syrische „Buch der Naturgegenstände“, verfaßt
gegen 400 und dem ~Aristoteles~ untergeschoben, erzählt, daß sich bei
Ptolemais ein tiefer runder Platz befinde, der den hineingeworfenen
Seesand sofort in Glas verwandle (üb. ~Ahrens~, Kiel 1892; 68).

[4178] ebd. 115.

[4179] ebd. 308.

[4180] Verfasser der „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel der
Wissenschaften“.

[4181] Verfasser des um 987 abgeschlossenen „Kitâb al Fihrist“ = „Buch
des Verzeichnisses“.

[4182] Verfasser der „Taʿrîch al Hukamâ“ = „Geschichte der Gelehrten“.

[4183] Auch ~Alsachawi~ oder ~Alansariî~.

[4184] Heidelberg 1912, Vorr. 5.

[4185] ~Chwolsohn~ 2, Vorr. 19; ~A. Müller~, „Die griechischen
Philosophen in der arabischen Überlieferung“ (Halle 1873) 3; ~Leclerc~
1, 196 ff.; 2, 496.

[4186] „Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 111.

[4187] ~Berthelot~, Mâ. III, 26 ff.

[4188] ebd. III, 40. Nach ~Ruska~ spricht der arabische Text nur von
„Häusern der Weisheit“.

[4189] Mâ. III. 27 ff.

[4190] ebd. III, 28 ff.

[4191] Erlangen 1902 ff.

[4192] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 350. Alle weiteren Anführungen in
diesem Abschnitte, bei denen kein Namen genannt ist, beziehen sich
auf ~E. Wiedemann~ und, wenn sich auch kein weiterer Titel angegeben
findet, auf dessen „Beiträge“. -- Über einen unmittelbaren Nachfolger
~Abu Jusufs~, den ägyptischen Mystiker ~Dauʾn Nun~ oder ~Dhuʾl Nun~
(gest. 860) ist Näheres nicht bekannt, da seine Schriften teils
verloren, teils noch nicht durchforscht und überhaupt fragwürdig sind;
die Angaben ~Berthelots~ (Mâ. III, 36) und ~Carra De Vauxs~ („Enz.
d. Islams“ 1, 1005) erweisen sich als unvollständig und unzureichend
(persönliche Mitteilung ~Brockelmanns~; vgl. dessen „Gesch. d. arab.
Litteratur“ 1901, 134).

[4193] 10, 356.

[4194] ibrîz scheint das griechische ὄβρυζον (óbryzon) zu sein.

[4195] „Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 76, 73 ff. (1907); M. G.
M. 7, 175.

[4196] „J. pr. Ch.“, a. a. O.; 2, 348; ~Leclerc~ 1, 163 ff.

[4197] 25, 116 ff.

[4198] 25, 129.

[4199] 25, 130, 125.

[4200] 25, 116 ff., 123 ff.; 30, 227.

[4201] 25, 130.

[4202] Über diesen Namen bei ~Marco Polo~ s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 266.

[4203] 25, 119, 120.

[4204] ~De Boer~ 97.

[4205] ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 24.

[4206] 30, 241.

[4207] 24, 84; 30, 245 ff.

[4208] 10, 355 ff. Der persischen Stahlspiegel gedenken auch ~Alfarabi~
(11, 90; s. unten) und ~Marco Polo~ (a. a. O. 2, 265).

[4209] 9, 194; „J. pr. Chr.“ II, Bd. 76, 123.

[4210] 3, 227.

[4211] Mâ. II, 306; 299.

[4212] ~Leclerc~ 2, 496.

[4213] A. Nat. 3, 79.

[4214] ~De Boer~ 73 ff. Dem ~Platon~ (~Iflatun~) und ~Aristoteles~
schrieb man schon frühzeitig Abhandlungen alchemistischen und
chemischen Inhaltes zu, ferner solche über das spezifische Gewicht
der Metalle und Legierungen, über die Erkennung und Ermittlung eines
Bleigehaltes im Silber, usf. (8, 173). Nicht selten betrachtete man
auch beide Philosophen als eine Art Zugehörige der muslimischen Welt
und behauptete daher u. a., ~Platon~ sei in Alexandria, in Haleb
(Aleppo) oder in Ikonium begraben (~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~, 318),
~Aristoteles~ aber in Palermo: 12, 209; vgl. ~Ibn Hauqals~ (10.
Jahrhundert) „Beschreibung von Palermo“, üb. ~Amari~ (Paris 1845) 22,
32.

[4215] 2, 347 ff.

[4216] ebd.; ~Leclerc~ 1, 352; 2, 425, 496; ~Ibn Alʿauwam~, „Buch der
Landwirtschaft“ (um 1150), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 1, Vorr.
46. -- Über die „alchimiam facientes“ spricht ~Alrazi~ in den „Opera
exquisitoria“ (Basel 1544, 166).

[4217] 24, 81.

[4218] Nachweisbar bereits im „Papyrus ~Ebers~“ (um 1500 v. Chr.); vgl.
~Erman~ und ~Koeber~, „Aus den Papyri des Kgl. Museums“ (Berlin 1899)
66.

[4219] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909) 234. -- 24, 81, 102
ff., 108.

[4220] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 54; ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen
arabischer Werke in das Lateinische“ (Göttingen 1877) 74; ~Leclerc~
2, 424. „Lumen luminum“ stimmt nach ~Berthelot~ vielfach mit des
~Pseudo-Aristoteles~ „De perfecto magisterio“ überein; den 7 Planeten
gehören darin die 6 Metalle und das Glas (= Edelsteine) zu, sowie die
7 Geister, nämlich Quecksilber, Schwefel, Arsen, Salmiak, Magnesia,
Tutia, Markasit (Mâ. II, 314 ff.).

[4221] Mâ. II, 306.

[4222] Mâ. II, 308.

[4223] „Siyuki“, ed. ~Beal~ (London 1906); 2, 272.

[4224] Mâ. II, 309.

[4225] 24, 85.

[4226] ~Steinschneider~, „~Alfarabi~“ (Petersburg 1869); ~Dieterici~,
„Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“ (Leiden 1892);
~Brockelmann~, a. a. O. 137.

[4227] ~Dieterici~, a. a. O. 101, 182 ff.

[4228] ~De Boer~ 107; ~Leclerc~ 2, 505, 77.

[4229] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 115 ff.

[4230] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 36, 41; 79, 179. Diese Lehren sind
solche des ~Plotinos~.

[4231] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 38; 98 ff., 162.

[4232] 2, 345 ff.

[4233] 2, 340 ff., 347.

[4234] 30, 240.

[4235] ~Abulfeda~, „Geographie“ (verf. 1321; üb. ~Reinaud-Guyard~,
Paris 1848-83) 1, 370 ff.; dies bestätigen auch gleichzeitige
chinesische Berichte.

[4236] ~Abulfeda~ 1, 415, 418.

[4237] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 208.

[4238] ~Abulfeda~ 1, 419.

[4239] ebd. 3, 131 ff.

[4240] 30, 253; betreff Damindân vgl. ~Jaqut~ (24, 97) und ~Abulfeda~
3, 214.

[4241] ~Abulfeda~ 3, 101, 201, 315.

[4242] 30, 253; ~Abulfeda~ 3, 215.

[4243] 30, 209, 251; 8, 165.

[4244] 30, 252.

[4245] 10, 339 ff.

[4246] 24, 86.

[4247] 30, 253 ff.

[4248] 30, 252 ff.

[4249] 3, 223 ff.

[4250] 3, 234, 227; vgl. 3, 239 ff.; 5, 453 ff.; 17, 35.

[4251] 24, 76, 103; M. G. M. 12, 163.

[4252] 24, 103; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 113 ff.

[4253] 24, 79.

[4254] 24, 77 ff.

[4255] 24, 94, 120; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.

[4256] 24, 80.

[4257] 24, 80, 81, 86 ff.; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.

[4258] 24, 80.

[4259] 24, 81 ff., 92, 97.

[4260] 24, 97; so noch jetzt in Spanien.

[4261] 24, 92 ff., 94.

[4262] 24, 93.

[4263] 24, 93, 99.

[4264] 24, 93, 99.

[4265] 24, 94.

[4266] 24, 94 ff., 100, 101.

[4267] 5, 437; ~De Boer~ 119 ff., 224.

[4268] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 78 ff.; daß er gegen Ende seines Lebens
andere Ansichten geäußert habe, ist noch nicht genügend bewiesen (ebd.
II, Bd. 85, 391; M. G. M. 11, 355).

[4269] G. III, 238; IV, 90, 280; Beitr. III, 55 ff.; A. I, 15, 203. In
gleichem Sinne äußert sich ~E. Wiedemann~, s. ~Poggendorffs~ Annalen
III, Bd. 14, 368 [1881] und „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909)
234.

[4270] Mâ. II, 293 ff.

[4271] ebd. II, 303; 294, 305.

[4272] ebd. II, 238, 241.

[4273] ebd. II, 293 ff., 342.

[4274] ebd. II, 295, 305.

[4275] ebd. II, 298, 299.

[4276] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11 ff.

[4277] Mâ. II, 297.

[4278] ebd. II, 304.

[4279] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 60.

[4280] ~Clusius~, „Exotica“ (Antwerpen 1605); Absatz „Monardes“, 49.

[4281] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 97; s. besonders seine erstaunlich genauen
Bestimmungen der spezifischen Gewichte von Metallen, Edelsteinen,
Flüssigkeiten usf. (ebd. 2, 180); ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 31, 33.

[4282] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 71.

[4283] „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ (London 1879), 186
ff., 215.

[4284] ebd. 207. -- Ein Engel dieses Namens, dem die angegebenen
Bedeutungen zukommen, ist im persischen Wörterbuche von ~Vullers~ nicht
zu finden (~Ruska~).

[4285] ebd. 172; vgl. ~Chwolsohn~ 2, 156.

[4286] ebd. 315 ff.; vgl. auch die „Feste der Planeten“. Nach
~Alqazwini~ (üb. ~Ethé~ 160; s. unten) war z. B. der „Tag des Goldes“
der 4. Juni.

[4287] ebd. 91, 201, 187.

[4288] ebd. 66, 206; 55.

[4289] 27, 13, 21. -- Dies ist eine alte persische Vorstellung
(~Ruska~).

[4290] 27, 13, 14.

[4291] „India“ (verf. 1031), üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187.

[4292] 27, 6, 21, 29; 28, 122.

[4293] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 72; ~Gildemeister~, „Zeitschr d.
Deutschen Morgenländ. Ges.“ 33, 534.

[4294] 24, 83, 84.

[4295] 24, 79, 104; die Beschreibung stimmt mit denen von ~Alrazi~ und
~Alkhwarizmi~ überein.

[4296] 24, 82, 83.

[4297] 24, 82.

[4298] 15, 118; 23, 322.

[4299] üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 2, 338; 3, 117, 134, 135, 167.

[4300] ebd. 3, 167.

[4301] ebd. 3, 110, 122, 166.

[4302] ebd. 3, 120.

[4303] ebd. 3, 210.

[4304] ebd. 1, 539; 2, 402. In moqasdar steckt qazdîr = Zinn.

[4305] ebd. 2, 362; 61, 304.

[4306] 30, 231; 32, 41 ff.; Indigo: 32, 42.

[4307] 30, 233, 238; 32, 36 ff.

[4308] 32, 47; „flüchtiger Sklave“ = „servus fugitivus“ der
mittelalterlichen Alchemisten.

[4309] 32, 46.

[4310] 32, 47.

[4311] 30, 233: Erzeugung glänzender Krystallflächen unter Benützung
der oktaedrischen Spaltbarkeit (~E. Wiedemann~); vgl. oben bei ~Alrazi~.

[4312] 32, 49.

[4313] 40, 175.

[4314] 40, 176, 184, 186; 40, 182.

[4315] 40, 199; 183 ff.

[4316] 40, 179, 195.

[4317] ~E. Wiedemann~ und ~Hauser~, „Über die Uhren im Bereiche der
islamischen Kultur“ (Halle 1915) 196, 107, 109, 187.

[4318] ebd. 62, 170.

[4319] ebd. 74, 133.

[4320] ebd. 18, 31.

[4321] M. G.M. 7, 175; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 80 ff.; ~Leclerc~ 2,
182 ff., 187.

[4322] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.

[4323] M. G. M. 7, 175 und 8, 15; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 82 ff., 114;
„Beiträge zur Kunde des Orients“ (Wien 1908) 5, 77, 93.

[4324] 23, 316, 321.

[4325] „Beitr. z. Kunde des Orients“, a. a. O.

[4326] 23, 320.

[4327] M. G. M. 9, 386.

[4328] 26, 218, 219.

[4329] 23, 318.

[4330] 23, 321; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.

[4331] 23, 321.

[4332] 23, 313 ff.

[4333] 23, 218; 229 (oft erwähnt in den Erzählungen „1001 Nacht“).

[4334] 23, 312.

[4335] 24, 86.

[4336] 24, 105 ff.

[4337] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 111; ~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1,
329.

[4338] 4, 390 ff.

[4339] 10, 339, 331.

[4340] ~Becker~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 853; ~Wüstenfeld~, „Die
Statthalter von Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 37.

[4341] ebd. 5, 408, 421; 6, 55; 10, 390.

[4342] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 474.

[4343] ebd. 2, 149.

[4344] ebd. 2, 466.

[4345] ebd. 1, 496; 2, 455. „Rasas, id est stagnum“ (Zinn) heißt es in
den etwas späteren „Areolae“ des ~Johannes de St.-Amando~ (ed. ~Pagel~,
Berlin 1893), 12.

[4346] ebd. 2, 507.

[4347] ebd. 1, 155.

[4348] ebd. 1, 249, 348.

[4349] ebd. 30, 209 ff.

[4350] Vgl. 8, 165. ~De Sacy~ vermutete, der Name Taliqûn gehe auf ein
„[Ka]tholikon“ der spätgriechischen oder byzantinischen Metallarbeiter
zurück, d. i. eine „allgemeine“, aus allen Metallen zusammengesetzte
Legierung?

[4351] Leipzig 1868.

[4352] ~Ruska~, M. G. M. 13, 183; „Der Islam“ (Stuttgart 1913) 4, 14.

[4353] ~Ethé~ 182 ff., 384 ff.

[4354] ebd. 417 ff.

[4355] ebd. 8, 54; 50; 43.

[4356] ~Ethé~ 427, 530. Tutanega ist nicht dasselbe wie Tutia (Galmei
u. dgl.), sondern eine Legierung aus Kupfer, Eisen und Zinn; vgl.
~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265.

[4357] ~Ethé~ 337, 365, 414.

[4358] ebd. 385, 417 ff.

[4359] ebd. 54, 417 ff.

[4360] ebd. 385, 417 ff.

[4361] ebd. 425.

[4362] ebd. 54.

[4363] ebd. 187, 426.

[4364] ebd. 336.

[4365] ebd. 324, 350.

[4366] ebd. 315.

[4367] ebd. 313.

[4368] ebd. 234.

[4369] ebd. 5, 244, 352.

[4370] ebd. 230; 220, 223.

[4371] ebd. 417 ff.

[4372] ebd. 520; 410.

[4373] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340 ff., 347. Es bleibt sehr
beachtenswert, daß also gegen 1300 noch keinerlei Kenntnis der
Mineralsäuren bei den Arabern nachweisbar ist.

[4374] „Das Steinbuch aus der Kosmographie des ~Alqazwini~“, üb.
~Ruska~ (Heidelberg 1896).

[4375] ebd. 41; 6.

[4376] ebd. 26, 42.

[4377] ebd. 26; beim „Kochen im Kolben“ geht Quecksilber bekanntlich
nicht in Zinnober über, sondern in rotes Quecksilberoxyd.

[4378] ebd. 42.

[4379] ebd. 22.

[4380] ebd. 26.

[4381] ebd. 28.

[4382] ebd. 7, 8.

[4383] ebd. 8.

[4384] ebd. 7, 34, 35.

[4385] ebd. 5, 10, 11.

[4386] ebd. 27.

[4387] ebd. 23, 31.

[4388] ebd. 40.

[4389] ebd. 43.

[4390] ebd. 11, 28.

[4391] ebd. 24.

[4392] ebd. 38.

[4393] ebd. 5.

[4394] ebd. 33.

[4395] ebd. 15.

[4396] ebd. 25, 8.

[4397] ebd. 8.

[4398] ebd. 37.

[4399] ebd. 28, 34, 32.

[4400] ebd. 32, 30, 33, 34.

[4401] ebd. 34.

[4402] ebd. 17.

[4403] ebd. 40, 36.

[4404] ebd. 21, 12, 28.

[4405] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 61
ff.

[4406] ebd. 53 ff.; 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342; 24, 81.

[4407] „Kosmologie“ 55 ff., 64 ff.

[4408] „Kosmol.“ 53 ff., 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342.

[4409] „Kosmol.“ 61 ff.

[4410] ebd. 153; 184, 251.

[4411] ebd. 96.

[4412] „Kosmol.“ 91, 95; 231.

[4413] ebd. 345.

[4414] ebd. 61 ff., 85.

[4415] ebd. 64 ff.; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 55 ff.

[4416] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 58.

[4417] ebd. 2, 58.

[4418] „Kosmol.“ 62 ff., 64 ff., 86.

[4419] „Kosmol.“ 52; 13, 28; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340.

[4420] „Kosmol.“ 223; 193. Von den südrussischen Gruben spricht auch
~Marco Polo~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264).

[4421] „Kosmol.“ 186.

[4422] ebd. 328; 225.

[4423] ebd. 60; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340; s. oben bei
~Abuʾlfadl~.

[4424] „Kosmol.“ 24, 81, 85, 89.

[4425] ebd. 85, 99, 326.

[4426] ebd. 60, 391.

[4427] ebd. 31, 39.

[4428] ebd. 85, 196, 351.

[4429] ebd. 85; 75, 60.

[4430] ebd. 99; 59, 60.

[4431] ebd. 347, 352.

[4432] ebd. 53; Zink wird hier zum ersten Male genannt oder doch
deutlicher beschrieben.

[4433] ebd. 54.

[4434] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 403 ff., nach ~Karabacek~ 1886;
Spiauter ist erhalten im englischen spelter.

[4435] „Kosmol.“ 92, 100.

[4436] ebd. 94.

[4437] ebd. 95.

[4438] ebd. 93, 169, 308.

[4439] ebd. 409. Diese Erwähnung des Pulvers ist eine der ältesten,
wenn nicht die älteste, im Morgenlande; noch wird es daselbst offenbar
nur zu Feuerwerks- und nicht zu Kriegszwecken gebraucht.

[4440] ebd. 95, 113.

[4441] ebd. 58, 264 ff.; 164; vgl. ~E. Wiedemann~,
„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 246, mit Abbildungen.

[4442] Auch die vom feinen Öle „ausgeschwitzte“ Seife wird als ʿaraqî
oder raqî bezeichnet („Kosmol.“ 271).

[4443] ebd. 82.

[4444] 5, 436; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff.

[4445] 30, 226.

[4446] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff.

[4447] 7, 161 ff.

[4448] 30, 226.

[4449] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff.

[4450] 30, 213.

[4451] 10, 343; 30, 219. Dschauhar bezeichnet zuweilen noch andere
Edelsteine und zuweilen auch Metalle („J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 119).

[4452] 30, 218 ff. Die Giftigkeit, die entweder der großen Kälte oder
der ungeheuren Härte des Diamanten zugeschrieben wurde, war noch im 16.
Jahrhundert außerordentlich gefürchtet, vgl. z. B. die Selbstbiographie
des ~Benvenuto Cellini~ (lib. 2, cap. 13).

[4453] ~De Boer~ 178.

[4454] 1, 46, 49; 24, 100; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 70 ff.

[4455] ebd. 118; 1, 48, 53.

[4456] 1, 48 ff., 54, 55.

[4457] 1, 305.

[4458] 1, 51 ff.

[4459] 1, 50 ff.

[4460] ~Noer~, „Kaiser ~Akbar~“ (Leiden 1880) 2, 502.

[4461] 24, 89 ff.

[4462] S. oben bei ~Abuʾlfadl~ und bei ~Aldimeschqi~.

[4463] üb. ~Greve~ (Leipzig 1908; 12 Bde.).

[4464] Vgl. ~Dyroffs~ Angaben über ihre Entstehung und Geschichte (ebd.
12, 231 ff.; 283); s. auch ~Oestrup~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 265.

[4465] ~Greve~ 12, 279, 298.

[4466] ~Greve~ 12, 269 ff., 271 ff.

[4467] ebd. 12, 262, 296.

[4468] ebd. 12, 287.

[4469] ebd. 12, 258, 267 ff.

[4470] ebd. 12, 288; 243.

[4471] ebd. 12, 289, 295.

[4472] Z. B. 6, 181 Datum des 12. Jahrhunderts; 2, 249 Anführung des
~Ibn Albaitar~ (gest. 1258); 5, 17 Erwähnung des Fernrohres.

[4473] ebd. 3, 366.

[4474] ebd. 4, 270.

[4475] ebd. 1, 189; 2, 339; 3, 416; 4, 241, 249; 6, 276; 7, 86, 266; 9,
238; 10, 122, 404.

[4476] ebd. 2, 208; 7, 262.

[4477] ebd. 4, 130.

[4478] ebd. 1, 394.

[4479] ebd. 1, 393; 4, 15.

[4480] ebd. 5, 297; 7, 86.

[4481] ebd. 5, 219; 10, 304.

[4482] ~Greve~ 3, 379.

[4483] ebd. 6, 263, 282. Die Elemente, zunächst in dem von ~Euklid~ her
geläufigen mathematischen Sinne, werden als Istuqisât (i-stuki-sât =
στοιχεῖα) bezeichnet; die sog. vier Elemente, zu denen sich zuweilen
noch der Äther (atîr, aitîr) als fünftes gesellt, heißen „die vier
istuqisât“, auch al anâsîr (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 395, 445, 454;
9, 183; 14, 3, 8).

[4484] ~Greve~ 7, 86.

[4485] ebd. 1, 394; 7, 89. „Ein Barbier, gelehrt in Astrologie und
Alchemie!“

[4486] ebd. 5, 90.

[4487] ebd. 4, 192; 5, 90; 9, 315 ff.

[4488] ebd. 6, 388.

[4489] ebd. 9, 315 ff.

[4490] ebd. 11, 917.

[4491] ebd. 6, 116.

[4492] S. über diese Tatsache ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von
Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 2, 43; die Sagen von
der Auffindung riesiger Schätze sind spätere Ausschmückung.

[4493] ~Greve~ 1, 197, 60; 4, 264.

[4494] ebd. 7, 97; 8, 427.

[4495] ebd. 4, 352.

[4496] ebd. 9, 288.

[4497] ebd. 4, 236; 10, 49.

[4498] ebd. 1, 183; 8, 194.

[4499] ~Greve~ 1, 183; 4, 261; 7, 244, 249.

[4500] ebd. 7, 244, 249; 4, 261.

[4501] ebd. 5, 263, 346.

[4502] ebd. 8, 286; 10, 77.

[4503] ebd. 3, 25; 2, 62.

[4504] ebd. 7, 82; 5, 155, 168; 7, 244.

[4505] ebd. 12, 99; 8, 348.

[4506] ebd. 5, 242, 249, 256; 2, 249; 7, 181.

[4507] ebd. 1, 55; 7, 206; 11, 169; 7, 231, 257.

[4508] ebd. 5, 189, 191, 194; 7, 215, 231.

[4509] ebd. 5, 11.

[4510] ebd. 4, 27.

[4511] ebd. 4, 216.

[4512] ebd. 5, 90.

[4513] ebd. 8, 348.

[4514] ebd. 6, 117.

[4515] ebd. 1, 183, 55.

[4516] ebd. 7, 179.

[4517] ebd. 7, 154.

[4518] ebd. 7, 143.

[4519] ebd. 5, 324.

[4520] ebd. 1, 330, 339; 2, 49.

[4521] ebd. 5, 157; 7, 231.

[4522] ebd. 1, 182; 9, 211.

[4523] ebd. 5, 158.

[4524] ebd. 2, 249; 8, 203, 324.

[4525] ebd. 2, 249; 5, 75; 8, 45, 98.

[4526] ebd. 3, 379; 7, 214, 218; 9, 404; 12, 99.

[4527] ebd. 8, 324; 2, 201, 249; 8, 303; 9, 349.

[4528] ebd. 1, 258.

[4529] ebd. 8, 323.

[4530] ebd. 7, 249.

[4531] ebd. 5, 13; 10, 168.

[4532] ebd. 1, 299; 3, 13; 8, 208.

[4533] ebd. 5, 176; 7, 398, 410.

[4534] ebd. 8, 340; 9, 315 ff.

[4535] ebd. 11, 150. -- Das Wort +Arsen+ ist syrischen oder vielleicht
armenischen Ursprunges, denn Ἄρτζες, Ἄρτζε (Artzes, Artze),
Arzan-al-Rum, ist der Name Arzans und seiner Tochterstadt Erzerum
(~Baumgartner~, PW. 2, 1498; ~Hartmann~, „Enzykl. des Islam“ 2, 32; ~E.
Wiedemann~, „Beitr.“ 27, 28, nach ~Alschirazi~); auch heißt noch eine
andere armenische Stadt Arzan (~Abulfeda~, „Geogr.“ 3, 109, 140, 147),
und ein Nebenfluß des Tigris Arzen (ebd. 2, 70).

[4536] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 177 ff., 181 ff.

[4537] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“
(Leipzig 1908), 405.

[4538] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“, üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 180; 2,
181.

[4539] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“ 3, 151.

[4540] Auch seine Vorgänger, die Dichter ~Rudakî~ (um 925) und
~Chosrowani~ (um 945) verwerfen die astrologischen Lehren, z. B. die
über „Saturn, den Unglücksstern“ (~Horn~, „Geschichte der persischen
Litteratur“, Leipzig 1901; 76, 78).

[4541] ebd. 3, 164.

[4542] ebd. 1, 404.

[4543] üb. ~Schack~ (Stuttgart 1878) 18; üb. ~Bodenstedt~ (Berlin
1881) 189. Diese und die folgenden Zitate sind, zwecks Verkürzung und
größerer Klarheit, häufig entsprechend abgeändert.

[4544] Alchemie: hier das Präparat, das Elixir.

[4545] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 175; üb. ~Rückert~ (Leipzig 1882)
198.

[4546] üb. ~Schlechta~ 87.

[4547] „Divan“ üb. ~Rückert~ (Leipzig 1892) 25.

[4548] „Duftkörner“, üb. ~Hammer-Purgstall~, ed. ~Bodenstedt~
(Stuttgart 1860) 85.

[4549] „Mesnewi“, üb. ~Rosen~ (Leipzig 1849), 67.

[4550] „Mesnewi“, üb. ~Tholuck~ (Berlin 1825) 85, 97.

[4551] „Duftkörner“, a. a. O. 123.

[4552] ebd. 42, 47.

[4553] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 31, 166.

[4554] „Divan des ~Hafis~“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 2, 91.

[4555] ebd. 1, 10.

[4556] ebd. 2, 28.

[4557] ebd. 2, 375.

[4558] ebd. 2, 503.

[4559] üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 354, 369.

[4560] ebd. 318; „Persische Lieder“, üb. ~Wickerhauser~ (Leipzig 1855)
1.

[4561] üb. ~Rosenzweig~ 187, 453.

[4562] ebd. 227, 467.

[4563] „Mekka“ (Leiden 1889) 2, 215; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 351.

[4564] Über den Glauben an Alchemie, Astrologie, Magie usf. vgl.
~Kremer~ 2, 459 ff., 448 ff., 526 ff.

[4565] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 313 ff.

[4566] „Africae descriptio“ (Leiden 1632) 146, 352; ~Schmieder~ 109;
~Kopp~, „Beitr.“ 3, 18.

[4567] ~Moehsen~, „Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften usw.“
(Berlin 1783) 31.

[4568] A. Rel. 15, 561 ff.

[4569] Daß indische Prioritätsansprüche „nicht selten auf willkürlicher
Umdeutung, zuweilen sogar auf Fälschung beruhen,“ gilt nicht nur
betreff der Medizin, auf die dieser Ausspruch ~Jollys~ in erster Linie
gemünzt ist (M. G. M. 6, 164).

[4570] ~Thibaut~, „Astronomie, Astrologie und Mathematik“ im „Grundriß
der Indo-Arischen Philologie und Altertumskunde“ (Straßburg 1899) 6;
~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1894) 1 (1), 108, 111.

[4571] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894) 116 ff., 187, 462.

[4572] ebd. 187, 193 ff.; ~Kugler~ 119 ff.

[4573] ~Oldenberg~, a. a. O. 90, 108.

[4574] ~Deussen~ 1 (1), 219, 210.

[4575] ~Praphulla Chandra Rây~, „History of Hindu Chemistry“ (Bd. 1:
London 1902; Bd. 2: Calcutta 1909) 1, Vorr. 6, 36. -- Der Verfasser ist
geborener Indier.

[4576] ~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1899) 1 (2), 1;
~Oldenberg~, „Litteratur des alten Indiens“ (Stuttgart 1903) 63;
~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden und die Anfänge des
Buddhismus“ (Göttingen 1915) 3, 157.

[4577] ~Thibaut~, a. a. O. 52, 65 ff., 67.

[4578] ebd. 32, 39.

[4579] ~Deussen~ 1 (2), 97; ~Boll~, „Sphära“ 343.

[4580] ~Deussen~ 1 (2), 211, 227, 257.

[4581] ~Deussen~ 1 (2), 104 ff.

[4582] ebd. 169; vgl. 1 (1), 123, 130, 195, 196, 200.

[4583] ebd. 1 (2), 197.

[4584] ebd. 169.

[4585] ebd. 171 ff., 218 ff., 257 ff., 353.

[4586] ebd. 171; ~Garbe~, „Die Sâmkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894), 87,
116; ~Baeumker~ 69; ~Wecker~, PW. 9, 1316.

[4587] Vgl. ~Bousset~, A. Rel. 4, 241.

[4588] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 57, 58, 62, 64, 109, 223.

[4589] ~Deussen~ 1 (2), 175; ~Deussen~, „Die Geheimlehre des Veda,
ausgewählte Texte der Upanischads“ (Leipzig 1911) 34, 125; ~Oldenberg~,
„Upanischaden“ 67, 312.

[4590] ~Deussen~, „Geheimlehre“, a. a. O.

[4591] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 62, 93.

[4592] ebd. 226, 232.

[4593] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 68.

[4594] ~Deussen~, „Gesch. d. Phil.“ (Leipzig 1908) 1 (3), 1.

[4595] ebd. 41, 47, 52 ff.

[4596] ebd. 65 ff., 72 ff.

[4597] ebd. 194, 201.

[4598] ~Rây~ 1, 2 ff., 9.

[4599] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff.

[4600] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 1, 206, 351.

[4601] ~Rây~, a. a. O.; über âkâça ebd. 2, 88 ff., 125, nach
~Brajendra Nâth Sêal~, geborenem Inder, Verfasser der „Mechanischen,
Physikalischen und Chemischen Theorien der alten Hindu“ und der
„Wissenschaftlichen Methoden der Hindu“ (ebd. 2, 59, 225).

[4602] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff.

[4603] ~Garbe~, a. a. O. 12, 204 ff., 222 ff., 233 ff., 285 ff.

[4604] ebd. 238. Über angebliche Einflüsse der Sâmkhya-Philosophie,
deren höchste Blüte erst in das 2. und 3. nachchristliche Jahrhundert
fällt, auf ~Pythagoras~, ~Heraklit~, ~Philo~, ~Plotin~, ~Porphyrios~,
die Neuplatoniker und die Gnostiker s. ~Garbe~ 90 ff., 96 ff.;
indischer Herkunft soll die gnostische Lehre „Geist ist Licht“ sein,
auch soll der Logos mit der indischen Vorstellung von der „Vâc“
(Stimme, Rede, Wort) zusammenhängen (?) Vgl. ~Wecker~, PW. 9, 1325.

[4605] M. G. M. 4, 71.

[4606] ~Pischel~, „Leben und Lehre des Buddha“ (Leipzig 1906) 69;
~Deussen~ 1 (3), 226.

[4607] ~Oldenberg~, „Buddha“ (Berlin 1890) 203.

[4608] ~Deussen~ 1 (3), 248.

[4609] ebd. 231 ff., 372 ff.

[4610] ebd. 440, 446, 494, 553, 597, 626 ff., 647 ff.

[4611] ~Garbe~, a. a. O. 238.

[4612] ~Deussen~ 1 (3), 218, 248.

[4613] ebd. 1 (3), 345 ff.; ~Rây~ 1, 2 ff., 9.

[4614] ~Anambhatta~, „Kompendium der Dialektik (Nyâya) und Atomistik
(Vaisêshika)“, üb. ~Hultsch~ (Berlin 1907).

[4615] ~Deussen~ 1 (3), 350; ~Anambhatta~ 13.

[4616] ~Deussen~ 1 (3), 352; ~Anambhatta~ 10 ff., 14 ff.

[4617] ~Anambhatta~ 14 ff.

[4618] ~Sêal~, bei ~Rây~ 2, 90, 168 ff.

[4619] Kurze Übersicht: ~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte
der Medizin“ (Berlin 1915) 16; Ausführlichere Darstellung: ~Bloch~
in ~Puschmanns~ Handbuch (Jena 1902) 1, 118 ff.; ~Jolly~, „Indische
Medizin“ (Straßburg 1901).

[4620] ~Pagel-Sudhoff~ 17, nach ~Hoernle~; ~Rây~ 1, 28.

[4621] ~Rây~, a. a. O.

[4622] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.

[4623] ~Jolly~, a. a. O.

[4624] ~Rây~, a. a. O.

[4625] ~Bloch~, a. a. O. 1, 130.

[4626] ~Pagel-Sudhoff~ 16; über die Unsicherheit der gesamten
Chronologie vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 54.

[4627] ~Hoernle~, M. G. M. 6, 446 und „A. Med.“ 1, 27; ~Rây~ 2, 130 ff.

[4628] ~Hoernle~, M. G. M. 9, 516; ~Rây~ 2, 130 ff.

[4629] ~Bloch~, a. a. O. 1, 122; ~Rây~ 1, 30.

[4630] Bei ~Susruta~ z. B. 700 von 798 (~Tschirch~, „Handbuch der
Pharmakognosie“, Leipzig 1910; 2, 504).

[4631] ~Rây~ 1, 17 ff., 24; vgl. 2, 42.

[4632] ebd. 1, 25, 135.

[4633] ebd. 1, 24, 26.

[4634] ebd. 1, 44.

[4635] ebd. 1, 13 ff., 16.

[4636] ebd. 1, 30.

[4637] ebd. 1, Vorr. 47; 2, 287.

[4638] ebd. 2, 134.

[4639] ebd. 1, 44.

[4640] ebd. 1, Vorr. 55; 2, Vorr. 26.

[4641] ebd. 2, 132.

[4642] „India“, üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187; vgl. ~Rây~ 1, Vorr.
33.

[4643] ~Albirunis~ Ableitung dieses Namens, einer vermeintlichen
Bezeichnung für Gold, ist irrtümlich.

[4644] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 184, 193, 197, 202.

[4645] ~Rây~ 1, Vorr. 53 ff.

[4646] ebd. 1, 34; 2, 134 ff.

[4647] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff.

[4648] ebd. 2, Vorr. 15.

[4649] ebd. 2, Vorr. 18, 20.

[4650] ebd. 2, 5.

[4651] ebd. 2, 4 ff.

[4652] ebd. 2, 8.

[4653] ebd. 2, 2 ff.; das „Gold“ aus Kupfer und Galmei ist wohl Messing!

[4654] ebd. 2, 4. Aus Tuttha, einem indischen Namen des Galmeis,
von welchem Mineral nach arabischen Berichten in Indien ganze Berge
vorkommen, versucht ~Rây~ das persische Tutia und das tamulische
Tatanagam, Tutenaga, abzuleiten (1, Vorr. 75; 1, 87), obwohl, wie
schon ~Yule~ hervorhob, Tutenaga, eine aus Kupfer, Eisen und Zink
bestehende Legierung, nichts mit Tutia zu tun hat, und obgleich es viel
wahrscheinlicher ist, daß umgekehrt das persische Wort Dûd = Rauch
[des sublimierenden Zinkoxydes] in das Indische überging (~Lippmann~,
„Abh.“ 2, 265); denn wie bereits ~Roth~ nachwies, ist Tuttha kein
Sanskritwort und läßt sich auch aus keinem solchen ableiten, weshalb
Übernahme aus einer fremden Sprache zu vermuten bleibt (~Hofmann~,
„Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46). Daß diese aber eine der
indischen Urbevölkerung zugehörige gewesen sei, wie ~G. Oppert~ annimmt
(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff.), ist mehr wie unwahrscheinlich;
er beruft sich darauf, daß Tuttham oder Tuttha ursprünglich auch der
Kupfervitriol hieß (vgl. ~Rây~ 1, 93; ~Garbe~ 59, s. unten), den man
wegen seiner Bläue „Pfau“, wegen seiner Grüne (!) „Grünstein“ nannte
und als Augenschminke (?) benützte, und daß ferner in „Tutta-Nagam“
Tutta Zink bedeute, während Naga = Schlange sei, wie denn „Naga-Jihwa“
das rote Arsen und eine rote Pflanze bezeichne, ganz so wie
„Sindura“ den Zinnober (oder die Mennige) und das Drachenblut. Diese
Zusammenhänge bleiben unklar.

[4655] Vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 41.

[4656] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff.

[4657] ~Rây~ führt diese Erklärung ~Sêals~ selbst an (2, 132), scheint
sie aber nicht weiter berücksichtigt zu haben; ~Nagarjuna~ spielt
nach ihm in der indischen Chemie etwa die nämliche Rolle wie ~Hermes
Trismegistos~ in der hellenistischen (~Berthelot~, „Arch.“ 195; 179;
184, 198).

[4658] ~Rây~ 1, Vorr. 46.

[4659] ebd. 2, Vorr. 52 ff.; 2, 57.

[4660] ebd. 2, 9 ff.

[4661] ~Oppert~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127.

[4662] ~Rây~ 1, Vorr. 41 ff.; über die „Rasârnava“ vgl. ~Jolly~, M. G.
M. 15, 432.

[4663] ebd. 1, 72.

[4664] ebd. 1, 36, 40; 137 ff.

[4665] ebd., a. a. O.

[4666] ebd. 1, 40.

[4667] ebd. 1, 39; Galmei heißt auch Kharpara (ebd. 2, Vorr. 74).

[4668] ebd. 1, 39.

[4669] ebd. 1, Vorr. 46. ~Amarasinha~ (um 1000) kennt diese Bezeichnung
noch nicht; vgl. mit ihr „Samen des ~Hermes~“.

[4670] ebd. 2, Vorr. 27 ff., 43.

[4671] ebd. 2, Vorr. 45 ff.; ~Berthelot~, „Arch.“ 185 ff., 200; über
das Yoga-System vgl. ~Deussen~ 1 (3), 507.

[4672] ~Rây~ 2, Vorr. 35, 42.

[4673] ebd. 2, Vorr. 38.

[4674] ebd. 2, Vorr. 39, 44.

[4675] ebd. 1, 45, 48; 2, Vorr. 53.

[4676] ebd. 2, 135, 223.

[4677] ebd. 1, Vorr. 45, 48 ff.

[4678] ~Deussen~ 1 (3), 3 ff., 336 ff.

[4679] ebd., a. a. O.

[4680] ~Rây~ 1, 42 ff.; 2, Vorr. 54.

[4681] ebd. 2, 14 ff.

[4682] ebd. 2, Vorr. 56 ff.

[4683] ebd. 2, 16 ff.

[4684] ebd. 2, Vorr. 58 ff.

[4685] Münzfälscher befiehlt schon das alte Gesetzbuch des ~Manu~ in
Stücke zu hauen (ebd. 2, 2).

[4686] ebd. 2, 24.

[4687] ebd. 2, 22 ff., 26.

[4688] ebd. 2, 19 ff.

[4689] ebd. 2, Vorr. 59; 135, 323.

[4690] ebd. 1, 58 ff.

[4691] ebd. 1, 66; 2, 54.

[4692] ebd. 1, 48 ff., 86; 2, Vorr. 74.

[4693] ebd. 1, 64 ff.; 2, 25.

[4694] ebd. 1, 55 ff.

[4695] ebd. 1, 56.

[4696] ebd. 1, 52.

[4697] Zitiert von ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145.

[4698] Sollten diese Länder nicht erst nach Darada = Zinnober und
Parada = Quecksilber benannt sein?

[4699] ~Rây~ 1, 42 ff., 64 ff.; 2, 54.

[4700] ebd. 1, 46 ff., 72 ff.; 1, 52.

[4701] ebd. 1, 42 ff., 64 ff.

[4702] Mineralsäuren werden in Indien erst im 16. und 17. Jahrhundert
bekannt (ebd. 1, 71, 102; 2, Vorr. 77 ff.).

[4703] ebd. 1, 46 ff., 50 ff.

[4704] ebd. 1, 50 ff.; 2, 135, 223.

[4705] ebd. 2, 135, 223.

[4706] üb. ~Garbe~ (Leipzig 1882), unter dem Titel „Die indischen
Mineralien“.

[4707] ~Rây~ 2, 30.

[4708] ~Garbe~ 33, 68.

[4709] ebd. 35.

[4710] ebd. 35, 43.

[4711] ebd. 38, 56.

[4712] ebd. 36, 40.

[4713] ebd. 37, 43.

[4714] ebd. 42 ff.

[4715] ebd. 58, 14; Surma: 58.

[4716] ebd. 60; daß es den Indern erst nach 1200 bekannt wurde, und
daß pârada aus dem Persischen stammt, und „flüchtig“ bedeutet, ist ein
Irrtum ~Garbes~.

[4717] ~Garbe~ 60, 62, 92; 41.

[4718] ebd. 46.

[4719] ebd. 49.

[4720] ebd. 44, 48.

[4721] ebd. 52.

[4722] ebd. 63; falls, wie Quecksilber den Samen, so der schwarze Talk
hier das Menstrualblut bedeutet, hätten beide ihre sonstigen Rollen
vertauscht.

[4723] ebd. 44, 47.

[4724] ebd. 51, 59.

[4725] ebd. 64, 47.

[4726] ebd. 87 ff.

[4727] ebd. 90, 91.

[4728] ebd. 87.

[4729] ebd. 70.

[4730] ebd. 73.

[4731] ebd. 76.

[4732] ebd. 80.

[4733] ebd. 75.

[4734] ebd. 79.

[4735] ebd. 83.

[4736] ebd. 84, 85.

[4737] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127.

[4738] ~Rây~ 2, Vorr. 49, 83 ff.

[4739] ebd. 2, Vorr. 92.

[4740] ebd. 2, Vorr. 49, 83 ff.

[4741] ebd. 2, Vorr. 70.

[4742] ebd. 2, Vorr. 89.

[4743] ebd. 2, 5 ff.; vgl. 28. Nach ~Albiruni~ und anderen schrieb
~Nagarjuna~ erst im 10. Jahrhundert (s. oben).

[4744] ebd. 2, Vorr. 38.

[4745] ~Rây~ 2, Vorr. 67; Opium: ebd. 2, Vorr. 61 ff.

[4746] ebd. 2, Vorr. 49.

[4747] „Records of buddhistic kingdoms“, ed. ~Legge~ (Oxford 1886).

[4748] „Buddhistic records of the western world“, ed. ~Beal~ (London
1906).

[4749] „Records of buddhistic religion“, ed. ~Takakasu~ (Oxford 1896).

[4750] ~Fa-hien~, a. a. O. 18, 102; 36. Bergkrystall = Sphâtika erwähnt
auch ~Hiuen-Thsang~, a. a. O. 2, 278.

[4751] a. a. O. 1, 80; 51, 89.

[4752] ebd. 1, 19; 2, 296.

[4753] a. a. O. 126 ff.

[4754] ebd. 128.

[4755] ebd. 128.

[4756] ebd. 223.

[4757] ebd. 136.

[4758] ebd. 128, 223.

[4759] ebd. 131.

[4760] ebd. 126, 130 ff.; 205.

[4761] ebd. 134 ff.

[4762] ~Jolly~, M. G. M. 2, 97.

[4763] ~I-Tsing~ 140.

[4764] ebd. 3.

[4765] ~Laufer~, bei ~Puschmann~ 1, 122, 152.

[4766] üb. ~Grünwedel~ (Leipzig 1916) 144, 162.

[4767] ebd. 166; demgemäß ergrünen auch dürre Bäume neu, wenn sie mit
einigen Tropfen bespritzt werden (ebd.).

[4768] ebd. 221.

[4769] ebd. 162.

[4770] ebd. 186.

[4771] ebd. 166, 201.

[4772] ebd. 194.

[4773] ebd. 141, 222.

[4774] ebd. 139, 166, 179, 201, 206, 213; ein ~Nagarjuna~ ist „Meister
im Tantra“, ebd. 166.

[4775] ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145.

[4776] Über die ungeheure Giftigkeit des Quecksilbers und seiner
meisten Verbindungen s. ~Kobert~, „Lehrbuch der Intoxikationen“
(Stuttgart 1906) 2, 324.

[4777] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.

[4778] Als Beispiel, wie wenig folgerichtig ~Rây~ zuweilen verfährt,
sei noch angeführt, daß er zwar zugesteht, die Inder hätten
Mineralsäuren erst im 16. oder 17. Jahrhundert kennen gelernt (1, 70,
102; 2, Vorr. 77 ff.), trotzdem aber schon im 13. den ~Yasodhara~
aus Alaun dessen „Essenz“, die Schwefelsäure, darstellen läßt, und
den ~Rasakalpa~ aus Kupfer und Schwefelsäure den grünen (!) Vitriol
„Tuttha“ (2, 17, 25); ja bereits ~Patanjali~ (im 2. oder 4. Jahrhundert
v. Chr.) soll Gemische benützt haben, die „in potentia“ Mineralsäuren
und Königswasser enthielten (2, 29, 131, 137 ff.).

[4779] Vgl. ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 93;
~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 127; ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.

[4780] S. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 183 ff.

[4781] ebd. 191.

[4782] ~Lippmann~, a. a. O. 116.

[4783] ~Jolly~, a. a. O.

[4784] Vgl. hierüber ~Van Leersum~ („~Kahlbaum~-Gedenkschrift“) 120.

[4785] Zuweilen anscheinend „schwarzer Talk“ benannt, so im Berichte
des ~Narahari~ (um 1250).

[4786] ~Berthelot~, „Arch.“, a. a. O.

[4787] Seine 18 „Werke“ erinnern genau an die griechischen πράξεις.

[4788] Vgl. ~Albiruni~, a. a. O.

[4789] ~Deussen~ 1 (3), 248 ff.

[4790] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 267.

[4791] ~Lippmann~ a. a. O.; ~Rây~ 1, Vorr. 48.

[4792] ~Pigafetta~, „~Magellans~ Reise um die Welt“ (Gotha 1801) 155,
157.

[4793] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.

[4794] ~Rây~ 1, 64 ff.

[4795] ebd. 1, 36 ff., 65, 67 ff., mit Abbildungen 1, 36 ff., 151 ff.;
~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 151. Die alten Vorrichtungen zur Darstellung
der Quecksilber-Präparate heißen Yantra (~Bloch~, bei ~Puschmann~
1, 145) und stehen zum Teil noch bis auf unsere Tage herab fast
unverändert in Gebrauch (~Berthelot~, „Arch.“ 189 ff.).

[4796] ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46.

[4797] Für den arabischen Ursprung der indischen Alchemie spricht
sich auch ~Ruska~ aus („Der Islam“ 1914; 5, 271). Er erinnert daran,
daß Indien Quecksilber und Zinnober nicht oder kaum besitzt, daß
der Schwefelkies nach ~Garbe~ mâkshîka (= Honig) heißt, welche
falsche Etymologie sichtlich an das arabische markasita anknüpft,
daß demgemäß hema- und târa-mâkshîka (= Gold- und Silber-Markasit)
nichts anderes als Entlehnungen dieser bei den arabischen Autoren
so vielgebrauchten Bezeichnungen sind, usf. -- Indische Aneignungen
arabischer Errungenschaften liegen zudem auch auf dem Gebiete anderer
Wissenschaften vor, z. B. auf dem der Astronomie.

[4798] ~Grube~, „Geschichte der chinesischen Litteratur“ (Leipzig 1909)
2.

[4799] ebd. 16.

[4800] ebd. 29, 200.

[4801] ebd. 30, 184.

[4802] ebd. 114.

[4803] ebd. 39, 74.

[4804] ebd. 186 ff.

[4805] ~Grube~, „Litt.“ 111.

[4806] ebd. 344.

[4807] ~Grube~, „Religion und Kultus der Chinesen“ (Leipzig 1910), 107.

[4808] ~Grube~, „Litt.“ 141 ff.

[4809] King = Buch.

[4810] ~Grube~, „Litt.“ 13, 46, 51; 30, 47.

[4811] ebd. 149.

[4812] ebd. 141 ff., 149.

[4813] ~Kugler~ 119 ff.

[4814] ~Bezold~, A. Rel. 15, 217 ff.

[4815] ~Franke~, A. Rel. 18, 405, 407.

[4816] ~Grube~, „Litt.“ 188.

[4817] ebd. 188.

[4818] ebd. 188, 79.

[4819] ebd. 37.

[4820] ebd. 34.

[4821] ebd, 34; „Rel.“ 49 ff.

[4822] ~Grube~, „Rel.“ 31.

[4823] ebd. 31.

[4824] ~Grube~, „Litt.“ 66; „Rel.“ 35.

[4825] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff.

[4826] Nach ~Boll~ ist der Tierkreis in China sogar erst gegen Anfang
unserer Zeitrechnung nachweisbar („Die Erforschung der antiken
Astrologie“, Leipzig 1908, 117).

[4827] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff.

[4828] ~Grube~, „Litt.“ 45.

[4829] ebd. 42; ~Hoang-hi~ gilt als Verfasser des (natürlich
gefälschten) „Nei-king“, des ältesten „Buches der Medizin“
(~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“, Berlin
1915; 11).

[4830] ~Grube~, „Litt.“ 34, 331, 333 ff.; 150; ~Franke~, A. Rel. 13,
113; 18, 405.

[4831] ~Grube~, „Litt.“, a. a. O.; „Rel.“ 183.

[4832] ~Grube~, „Rel.“ 130, 167, 175; ~Scheube~ in ~Puschmanns~
„Handbuch“ 1, 23.

[4833] ~Grube~, „Litt.“ 145.

[4834] ebd. 166 ff.

[4835] ebd. 333 ff.; ~Deussen~ 1 (3), 707 ff.

[4836] Vgl. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 211.

[4837] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff.

[4838] Saturn -- Erde, Merkur -- Wasser, Mars -- Feuer, Jupiter --
Holz, Venus -- Metall (~Pfizmaier~, „Die chinesische Lehre von den
Kreisläufen und Luftarten“, Wien 1866; 43); ~Grube~, „Litt.“ 32 ff.

[4839] ~Grube~, „Rel.“ 170, 179.

[4840] z. B. ebd. 33.

[4841] ebd. 179.

[4842] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 1, 111.

[4843] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1878) 1, 219 ff.

[4844] ebd. 1, 219 ff., 255 ff.

[4845] ~Grube~, „Litt.“ 228, 445.

[4846] ebd. 169; „Rel.“ 92. Ling-chi-tsao, ein Pilz, an den sich noch
gegenwärtig ein derartiger Volksaberglauben knüpft, ist eine Varietät
des Agaricus campestris (ebd.).

[4847] ~Grube~, „Litt.“ 93.

[4848] ~Grube~, „Rel“ 105 ff.; 90.

[4849] ebd. 90.

[4850] ebd. 113, 142 ff., 197.

[4851] ~Franke~, A. Rel. 18, 450, 463.

[4852] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff., 171; ~Deussen~ 1 (3), 704.

[4853] ebd., a. a. O.

[4854] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff.; „Rel.“ 91.

[4855] ~Grube~, „Rel.“ 91, 100.

[4856] ~Franke~, A. Rel. 18, 450 ff., 463.

[4857] Vgl. ~I-Tsing~, „Records of buddhistic Religion“, ed.
~Takakasu~ (Oxford 1896), Vorr. 28; in nestorianischen Übersetzungen
buddhistischer Bücher wird (im Jahre 785) auch der Messias erwähnt
(ebd. 169, 224).

[4858] Siehe ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 161.

[4859] Ihre Kenntnis verdanke ich mündlichen Mitteilungen, zum Teil
noch aus ~Richthofens~ vorletztem Lebensjahre stammend.

[4860] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 514
ff.

[4861] ebd. 2, 515 ff.

[4862] ~Fujikawa~, „Kurze Geschichte der Medizin in Japan“ (Tokio 1911)
5.

[4863] ~Joret~, „Les plantes dans l’antiquité“ (Paris 1904) 2, 640.

[4864] ~I-Tsing~, a. a. O. 136.

[4865] ~Hübotter~, „Beiträge zur Kenntnis der chinesischen sowie der
tibetanisch-mongolischen Pharmakologien“ (Berlin und Wien 1913) 26 ff.

[4866] ~Tschirch~, a. a. O.

[4867] ~Grube~, „Litt.“ 441.

[4868] ~Grube~, „Rel.“ 169.

[4869] ebd. 117.

[4870] ~Tschirch~, a. a. O. 517; daß Edelsteine, sowie Gold und
Silber, heilen, stärken und auch Reichtum verschaffen, ist noch jetzt
chinesischer Volksglaube (~Hübotter~, a. a. O. 49, 52).

[4871] ~Pfizmaier~, „Zur Geschichte der alten Metalle“ (Wien 1860?;
Akad. Ber., Bd. 50) 56, 64.

[4872] ~Hanbury~, „Science papers“ (London 1876): „Notes on chinese
materia medica“ 211 ff.

[4873] ~Hübotter~, a. a. O.

[4874] ~Hanbury~ 216.

[4875] ebd. 221.

[4876] ~Grube~, „Litt.“ 101; über die vielerlei vorgeblichen
Umwandlungen des Ki vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 205, 210, 214, nach ~De
Mély~.

[4877] ~Hanbury~ 222; ~Berthelot~, a. a. O. 212, 213.

[4878] ~Hanbury~ 220, mit merkwürdiger Abbildung; ~Hübotter~ 56.

[4879] ~Hanbury~ 218, 276.

[4880] ebd. 221; ~Grube~, „Litt.“ 440; ~Hübotter~ 61.

[4881] ~Berthelot~, a. a. O. 212, 214; vgl. die Sage bei ~Zosimos~ (Mâ.
II, 244).

[4882] ~Hanbury~ 224; ~Hübotter~ 58.

[4883] ~Hanbury~ 225; ~Hübotter~ 58, 63; ~Grube~, „Rel.“ 113.

[4884] ~Hanbury~ 226; ~Hiortdahl~, „Chinesische Alchemie“
(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 215 ff.). Vgl. auch die Aufsätze ~Holgens~
(„Chemisch Weekblad“ 1917, 400 und 469).

[4885] ~Hanbury~ 227.

[4886] Vgl. ~Hiortdahl~ 220, 221.

[4887] ~Grube~, „Litt.“ 289.

[4888] ~Hiortdahl~ 219.

[4889] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 218.

[4890] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 93.

[4891] ~Grube~, „Litt.“ 171; ~Hiortdahl~ 221.

[4892] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 94; M. G. M. 10, 70.

[4893] ~Hanbury~ 226; ~Antenorid~, „Chemiker-Zeitung“ 1902, 267.

[4894] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 222 ff.

[4895] ~Berthelot~, „Arch.“ 212.

[4896] ebd. 212, 214; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157.

[4897] ~Berthelot~, „Arch.“ 216, 215.

[4898] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 90.

[4899] ~Hiortdahl~ 222 ff.

[4900] ~Hiortdahl~ 222 ff., 225.

[4901] ~Hanbury~, a. a. O.; ~Rây~ 1, 137 ff., vgl. 1, 36 ff.;
~Hübotter~ 58 ff.

[4902] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157; ~Hiortdahl~
225; ~Berthelot~, „Arch.“ 203 ff.; ~De Pauw~, a. a. O. Noch 1564 soll
ein ähnlicher Todesfall vorgekommen sein.

[4903] ~Hiortdahl~ 225.

[4904] ~Ehrenfeld~, a. a. O.

[4905] ~Grube~, „Litt.“ 446 ff.; „Rel.“ 91.

[4906] ~Pfizmaier~, a. a. O. 13, 17, 23, 24, 25; 43.

[4907] ebd. 17, 21.

[4908] ebd. 13, 16.

[4909] ~Guareschi~, „Storia della chimica“ (Turin 1904) 4, 33;
~Hiortdahl~ 224.

[4910] ~Guareschi~, ebd. 5, 23.

[4911] Vgl. ~Pfizmaier~, „Kreisläufe und Luftarten“ (Wien 1866) 5 ff.

[4912] ~Scheube~, bei ~Puschmann~ 1, 23.

[4913] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff.

[4914] ~Guareschi~, a. a. O.

[4915] ~St. Julien~ et ~Champion~, „Industries anciennes et modernes de
l’empire chinois“ (Paris 1870) 204 ff.; ~Hirth~, „Ancient porcelain“
(Shanghai 1887).

[4916] ~Fujikawa~, a. a. O. 16 ff., 32, 43 ff.

[4917] „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 356 ff.

[4918] Or. 173, 182; Mâ. II, 229. Vgl. seine richtige Erkenntnis der
kontinuierlichen Zusammenhänge in der Entwicklung von Astrologie,
Magie, Alchemie, Medizin usf. (Or. 14 ff., 144, 216; 35, 43, 45; Intr.
7; Or. 66; Coll. I, 7, 19; 87).

[4919] ~Eastlake~, „Materials for the history of oil-painting“ (London
1847); von diesem ausgezeichneten Buche erschien noch 1907 eine
deutsche Übersetzung von ~Hesse~ (Wien 1907).

[4920] Mrs. ~Merrifield~, „Original treatises on the art of painting“
(London 1849); ~Eastlake~ wird daselbst oft zitiert.

[4921] „Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des
Mittelalters“ (Wien 1870 ff.); zwei Serien mit 31 Bänden.

[4922] ~Schack~, „Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sizilien“
(Stuttgart 1877) 2, 93 ff.; ~Sylvester~ II. (~Gerbert~) z. B., der
durch sein Studium der Nekromantie und Zauberei zu Sevilla das Papsttum
errungen, und große Wunder verrichtet haben soll, hielt sich in
Wahrheit 967 nur in dem damals schon wieder christlichen Barcelona auf
(~Schack~ 2, 90, 92).

[4923] ~Kremer~ 2, 479 ff.

[4924] Vgl. ~Dozy~, „Geschichte der Mauren in Spanien“ (Leipzig 1874)
2, 69; ~Schack~, a. a. O. 1, 54.

[4925] Vgl. ~Dozy~, a. a. O.; ~Schack~, a. a. O.; ~Brockelmann~,
„Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 122, 184.

[4926] ~Dozy~, a. a. O. 2, 12, 386; 153; ~Schack~ 2, 96.

[4927] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“
(Leipzig 1852) 2, 359.

[4928] Über seine fast unübersehbare Tätigkeit s. ~Sudhoff~, „A. Med.“
8, 73.

[4929] ~Moehsen~, „Beiträge usf.“ (Berlin 1783) 36.

[4930] ~Griffini~, M. G. M. 10, 25.

[4931] ~Haskins~ und ~Lockwood~, M. G. M. 10, 25.

[4932] ~Luschin v. Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und
Geldgeschichte des Mittelalters und der neueren Zeit“ (München 1906) 53.

[4933] ~Sudhoff~, M. G. M. 13, 181. -- Der berühmte, 1253 als Bischof
von Lincoln verstorbene Gelehrte ~Robert Greathead~ veranlaßte des
Griechischen mächtige Süditaliener, die aristotelischen Schriften
zu übersetzen (~Deussen~ 2 (2), 426); im nämlichen Zeitalter macht
sich auch in medizinischer Hinsicht eine von Süditalien ausgehende
Rückwirkung auf Byzanz bemerklich (~Held~, „~Nikolaos Salernitanus~ und
~Nikolaos Myrepsos~“; Leipzig 1915).

[4934] ~Gummerus~, PW. 9, 1458, 1508 ff.; es gibt da aurifices,
inauratores, argentarii, barbaricarii, caelatores, gemmarii,
margaritarii und officinatores (Werkführer; 1516).

[4935] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913)
294.

[4936] ~Eastlake~ 2, 4, 8, 13, 93, 111 usf.; ~Merrifield~ 1, Vorr.
20, 38 ff., 59, 90, 93; 1, 171, 179. Übersetzungen griechischer
Vorschriften: ebd. 2, 482, 648.

[4937] ~Merrifield~ 1, Vorr. 59.

[4938] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen
Kunst“ (Wien 1894), 412.

[4939] ~Wessely~, „Wiener Studien“ 1890; 12, 260, 267 ff., 270 ff.

[4940] In dem unverständlichen „petrum“ steckt offenbar das griechische
πέταλον (Blättchen).

[4941] ~Eastlake~ 10, 12, 15, 67, 155; vgl. die arabischen Vorschriften
41; ~Merrifield~ 1, Vorr. 98; 1, 19; Gallenfarben ebd. 1, 26, 114.
Derlei Rezepte finden sich noch bei ~Cennini~ (geb. 1372) im „Buch von
der Kunst“ (üb. ~Ilg~, Wien 1888; 62 ff., 167), und erhielten sich
viele Jahrhunderte lang; so z. B. kennt ~Fioravanti~ (1565) einen
Firnis für „Goldleder“ aus Sandarach, Aloeharz, Leinöl und Terpentinöl,
und ~Koch~ in Nürnberg (gest. 1567) wußte „Zinn dauernd wie Gold zu
färben, ... ließ aber diese Kunst mit sich absterben“ (~Bucher~,
„Geschichte der technischen Künste“, Stuttgart 1875-93; 3, 201, 97).
Über Glasspiegel mit Blei-, Zinn-, oder Gold-Folie und Firnisüberzug s.
ebd. 3, 272.

[4942] ~Merrifield~ 2, 413, 451.

[4943] ebd. 1, Vorr. 136, 172.

[4944] ebd. 2, 461; s. 1, 57.

[4945] ebd. 2, 513.

[4946] ~Merrifield~ 1, 73, 79.

[4947] ebd. 1, 99; 2, 429, 451. Noch 1575 bei ~Rossello~ empfohlen
(~Eastlake~ 133).

[4948] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 9; 59, 71.

[4949] Dieser Erwähnung gedenkt schon ~Wiegleb~ in seiner
„Kritisch-historischen Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777) 207.

[4950] Bd. II, 364; Dissertation Nr. 24 (Mailand 1738).

[4951] „Storia della chimica“ (Turin 1904-5) 4, 4; 5, 29.

[4952] Mâ. II, 7 ff.; 25, 26.

[4953] Vgl. ~Guareschi~ 5, 29.

[4954] Leipzig 1786 ff.; 3, 193.

[4955] Vgl. ~Guareschi~ 4, 6.

[4956] a. a. O. 11, 12, 16, 67, 127.

[4957] a. a. O. 1, Vorr. 50, 60, 76, und oft.

[4958] a. a. O. 1, 99.

[4959] Vgl. auch ~Guareschi~ 4, 4; 5, 29.

[4960] Mâ. II, 13, 12; 20.

[4961] ebd. II, 16, 21.

[4962] ebd. II, 20.

[4963] ebd. II, 20.

[4964] ebd. II, 17.

[4965] ebd. II, 20, 16.

[4966] ebd. II, 21, 358.

[4967] ebd. II, 13, 14.

[4968] ebd. II, 14.

[4969] ebd. II, 13, 14; 14, 20; 14; 14, 17.

[4970] Mâ. II, 20; 13, 14, 17; 14.

[4971] ebd. II, 20. Die Orthographie „Kathmia“ ist nach ~Wessely~
(a. a. O. 12, 270 ff.) charakteristisch für die Herkunft aus
Alexandria; auf Ägypten deuten auch der „ägyptische und alexandrinische
Alaun“, die „ägyptischen Erden“ und der Gebrauch des „Porphyrsteines“,
der an sich durch jeden anderen, gleich harten, zu ersetzen wäre.

[4972] Mâ. II, 14, 17.

[4973] ebd. II, 14, 20.

[4974] ebd. II, 14.

[4975] ebd. II, 13, 14.

[4976] ebd. II, 12, 14.

[4977] ebd. II, 10.

[4978] ebd. II, 13.

[4979] ebd. II, 14, 19.

[4980] ebd. II, 14, 19, 21; „Lulax“ bedeutet „Indigo“, und dürfte auf
das dem indischen Nila entsprechende persische Lilag (woher auch unser
„Lila“) zurückzuführen sein (Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~R.
Pischel~).

[4981] Mâ. II, 13, 14, 18. „Amor aquae“ soll Chelidonium, oder ein
Präparat aus dem Safte dieser Pflanze sein (?).

[4982] „Venetum“ erwähnt schon ~Isidorus~ in den „Etymologiae“ (lib.
19, cap. 17).

[4983] Mâ. II. 13, 18; 64; 84.

[4984] Arch. 174.

[4985] ebd. 176 ff.

[4986] Mâ. II, 26; abgedruckt im 26. Bande der „Archaeologia“ (London
1847).

[4987] Arch. 172 ff.

[4988] ebd. 174 ff., 176.

[4989] Mâ. II, 7; 27, 28; Arch. 176 ff.

[4990] ~Diels~, „Abh. d. Akad. d. Wissensch.“ (Berlin 1913) 7, 8.

[4991] Mâ. II, 37.

[4992] ebd. II, 37, 39, 42, 44.

[4993] ebd. II, 57.

[4994] ebd. II, 55.

[4995] Vgl. die Erwähnungen der „Mappae clavicula“ bei ~Eastlake~
(Vorr. 8; 10, 16, 17, 43, 72, 93, 127, 136, ...), ~Merrifield~ (1,
Vorr. 56, 60, 76, und oft), ~Semper~ („Der Styl“ 1860, 2. Aufl. 1878;
2, 458) und ~Guareschi~ (5, 30).

[4996] Mâ. II, 31 ff., 57.

[4997] ebd. II, 34, 41, pass.

[4998] ebd. II, 55.

[4999] ebd. II, 42.

[5000] Mâ. II, 36, 52; 56.

[5001] ebd. II, 34, pass.

[5002] ebd. II, 46.

[5003] ebd. II, 51 ff.

[5004] ebd. II, 356 ff.

[5005] ebd. II, 59.

[5006] ebd. II, 58 ff.

[5007] ebd. II, 55.

[5008] Arch. 225.

[5009] Mâ. II, 53; daselbst ältere Litteratur über dieses Glas. Vgl.
~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74.

[5010] Mâ. II, 62; vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.

[5011] Mâ. II, 58, 167 ff., 171, 175. Vgl. die Angaben bei ~Synesios~
(4. Jahrhundert) und im „Carmen de ponderibus“ (5. Jahrhundert?).
~Berthelots~ Vermutung, daß sich vom Aräometer des ~Synesios~ im
Mittelalter keine Spur erhalten habe, ist irrig; s. ~Lippmann~, „Abh.“
2, 171 ff.

[5012] Mâ. II, 61, 94.

[5013] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“
(Chemiker-Zeitung 1913, 1313 ff; 1917, 865 ff.).

[5014] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt:
~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 3 ff.

[5015] In der dem ~Aristoteles~ untergeschobenen, etwa aus derselben
Zeit herrührenden Schrift „De perfecto magisterio“ wird bei einem
Rezepte, das die Herstellung von Goldblättchen betrifft, als Quelle
angegeben „ex libro de arte Romanorum“, „aus dem Buche von den Künsten
der Römer“ (~Zetzner~, „Theatrum Chemicum“, Straßburg 1613 ff.; 2.
Aufl. ebd. 1659; 3, 97).

[5016] ~Merrifield~ 1, 169; vgl. ~Guareschi~, a. a. O. 5, 34.

[5017] Wien 1873.

[5018] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 109.

[5019] Vgl. ebd. 1, 74.

[5020] Solche waren schon im Altertum bekannt, und finden sich in
manchen Sammlungen, z. B. in der auf der Saalburg bei Homburg; s. auch
~Dafert~ und ~Miklausz~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910; 781).

[5021] „De incertitudine et vanitate scientiarum“ (Antwerpen 1530),
cap. 96.

[5022] „Polyhistor“ (Lübeck 1688), lib. 1, cap. 7.

[5023] „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875-93) 1, 7,
20, 99; 2, 211.

[5024] „Storia della chimica“ (Turin 1905) 5, 29.

[5025] Wien 1874; die beigefügte Übersetzung ist, wie beim „Heraklius“,
wegen mangelhafter technischer Sachkenntnis sehr unzuverlässig.

[5026] ~Ilg~ 10; alle folgenden Zitate beziehen sich auf diese Ausgabe.

[5027] 51.

[5028] 187.

[5029] 117.

[5030] 81.

[5031] 81.

[5032] 75, 77.

[5033] 75; der Porphyrstein deutet auf ägyptischen Ursprung der
betreffenden Vorschrift.

[5034] 45.

[5035] 255; 293; 89.

[5036] 69, 347.

[5037] 47.

[5038] 189.

[5039] 15, 19; 29 ff. Vgl. ~Merrifield~, a. a. O. 1, 31, 33. -- Nach
~Ruska~ ist diese Vermutung unrichtig.

[5040] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt:
~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 1 ff.

[5041] ~Ilg~ 219 ff.

[5042] 233, 287.

[5043] 65, 73.

[5044] 229.

[5045] 217, 293.

[5046] 225.

[5047] 277.

[5048] 55, 69, 73.

[5049] 51, 81; 59, 71; 77, 81.

[5050] 225.

[5051] 177; das Wort für einstreuen ist „projicere“.

[5052] 207 ff., 261, 65.

[5053] 187.

[5054] 265.

[5055] 81.

[5056] 89.

[5057] 273.

[5058] 271.

[5059] 265, 65.

[5060] 65, 261; 275; 283, 293.

[5061] 335; 295; 339.

[5062] 283, 293.

[5063] 341 ff.

[5064] 345.

[5065] 175; 341 ff.

[5066] 13; 73, 91.

[5067] 205, 87.

[5068] 13, 15.

[5069] 13, 73.

[5070] 61, 83.

[5071] 349.

[5072] 13.

[5073] 81.

[5074] 37; 59, 71.

[5075] 29 ff., 33.

[5076] 61; 13, 15.

[5077] 29 ff., 83.

[5078] 93.

[5079] 13; 19, 33; 43.

[5080] 15, 19, 29 ff., 33.

[5081] 85.

[5082] 305, 339; 79, 47.

[5083] 45, 351; 45; 45, 63, 279; 45.

[5084] 33, 61, und öfter.

[5085] 39, 311, 313 ff.

[5086] 231.

[5087] 245, 289; 245.

[5088] 75, 79; 61.

[5089] 41, 69; 347.

[5090] 47, 59, und öfter.

[5091] 75, 77.

[5092] 79, 211; 75, 77.

[5093] 79.

[5094] 81.

[5095] 85.

[5096] 193 und öfter.

[5097] 189.

[5098] 98 ff., 103, 105; 127 ff.

[5099] 109, 113; 121 ff., 125; 131 ff., 137 ff.

[5100] 113; Email: 237, 239.

[5101] 117.

[5102] 111, 113; 143.

[5103] 115, 117.

[5104] 351 ff., 355.

[5105] ebd.

[5106] 119.

[5107] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1805); 5, 570.

[5108] „Beitr.“ 3, 95.

[5109] „Histoire de la Chimie“ (Paris 1842; 1. Aufl.); I, 491. -- Eine
neuere Übersetzung, die ~Poisson~ in der „Revue scientifique“ (1891,
457) abdrucken ließ, erwähnt ~Guareschi~ (a. a. O. 4, 29).

[5110] „Beitr.“ (1874); 3, 95.

[5111] Mâ. II, 89 ff.

[5112] ebd. II, 121.

[5113] „Beitr.“ 3, 95 ff., unter Hinweis auf ~Schölls~ „Geschichte der
griechischen Litteratur“ (Berlin 1839) 3, 447 ff.

[5114] Mâ. II, 292.

[5115] ebd. II, 90.

[5116] Beitr. 3, 96.

[5117] Mâ. II, 94, 97, 100 ff., 128 ff.

[5118] ebd. II, 89 ff., 249.

[5119] ebd. III, 124 ff.; Arch. 261 ff.

[5120] Beitr. 3, 95.

[5121] ~Ruska~, a. a. O. 44.

[5122] Mâ. II, 97, 93.

[5123] Beitr. 3, 96; Mâ. II, 94.

[5124] Mâ. II, 128 ff., 115, 217.

[5125] ebd. II, 105 ff.

[5126] ebd. II, 93.

[5127] Vgl. ~Köchly~ und ~Rüstow~, „Griechische Kriegsschriftsteller“
(Leipzig 1853 ff.); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.

[5128] ~Livius~, lib. 39, cap. 13.

[5129] Mâ. II, 95.

[5130] ebd. II, 396; ~Merrifield~, a. a. O. I, 73 ff.

[5131] Mâ. II, 108.

[5132] Mâ. II, 98, 116, 117.

[5133] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.

[5134] Mâ. II, 117.

[5135] ebd. II, 133.

[5136] Daß auch das „sal indum“ des ~Alrazi~, entgegen ~Berthelot~,
nicht Salpeter war, sondern Steinsalz, ist schon oben erwähnt worden.

[5137] Mâ. II, 108 ff.

[5138] Mâ. II, 119.

[5139] ebd. II, 121.

[5140] ebd. 124 ff.

[5141] ebd. II, 126.

[5142] ebd. II, 398.

[5143] ebd. II, 127.

[5144] ebd. II, 122, 134.

[5145] ebd. II, 117, 118. Vgl. ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des
Alkohols“, a. a. O. 1913, 1313 ff.

[5146] Mâ. II, 140.

[5147] ebd. II, 126.

[5148] ebd. II, 123.

[5149] ebd. II, 107, 124.

[5150] ebd. II, 118.

[5151] ebd. II, 111, 114.

[5152] ebd. II, 65 ff.; 73.

[5153] ebd. II, 86.

[5154] ebd. II, 87.

[5155] ebd. II, 112.

[5156] ebd. II, 83. Vgl. allato = Messing bei ~Maigne d’Arnis~
(a. a. O. 130).

[5157] Mâ. II, 74 ff.

[5158] ebd. II, 77.

[5159] ebd. II. 74.

[5160] Beitr. 3, 61.

[5161] Mâ. II, 229 ff.

[5162] ebd. II, 233 ff.

[5163] ebd. II, 231, 236, 237.

[5164] ebd. II, 240; 232 ff.; 287.

[5165] Mâ. II, 232 ff., 242 ff., 248.

[5166] ebd. II, 249 ff., 251.

[5167] Das Wort συναγωγή (Synagogé, Versammlung) geben schon die
alten lateinischen Übersetzungen des um 140 n. Chr. verfaßten „Hirten
des Hermas“ außer durch ecclesia, coetus, concilium, congregatio,
auch durch turba wieder und wenden es auf jüdische, christliche und
gnostische Versammlungen an („Hermae Pastor“, ed. ~Gebhardt-Harnack~,
Leipzig 1877; 116); συναγωγή im Sinne von Sammlung ist auch ein Titel
zahlreicher Bücher, es heißen z. B. so die Materialien-Sammlungen des
~Hippias von Elis~ (~Diels~, „Vors.“ 2, 286; ~Nestle~, „Vors.“ 82), des
~Aristoteles~ (~Gercke~, PW. 2, 1036), des Arztes ~Menon~ (~Diels~,
„Straton“ 2; ~Zeller~ 2 (2), 897; 99, 77), des ~Iamblichos~ (~Zeller~
3 (2), 739; ~Deussen~ 2 (1), 507), die „Metamorphosen“ des ~Antoninus
Liberalis~ (~Wentzel~, PW. 1, 2572), die Landwirtschaftsschriften
des sog. ~Vindonionios Anatolios~ (~Wellmann~, P. 1, 2073), die
Rezeptsammlungen des ~Oreibasios~ aus dem 4. Jahrhundert (~Berendes~,
„Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 57), usf.

[5168] In wichtigen Schriften ~Ciceros~ entwickeln die bedeutsamsten
philosophischen Schulen ihre Ansichten durch je einen ihrer Vertreter
(~Zeller~ 3 (1), 673).

[5169] Mâ. II, 253 ff.

[5170] ebd. II, 262.

[5171] ebd. II, 259 ff., 266.

[5172] Mâ. II, 81 ff., 179 ff.

[5173] ebd. II, 180; 214.

[5174] ebd. II, 180, 181.

[5175] ebd. II, 180.

[5176] ebd. II, 180, 201.

[5177] ebd. II, 81 ff.

[5178] ebd. II, 181.

[5179] ebd. II, 217.

[5180] ebd. II, 203.

[5181] ebd. II, 217.

[5182] ebd. II, 199, 200, 208 ff., 217; pass.

[5183] ebd. II, 187, 189, 200, 217; pass.

[5184] ebd. II, 217.

[5185] ebd. II, 200, pass.

[5186] ebd. II, 227, pass.

[5187] ebd. II, 209.

[5188] ebd. II, 207, pass.

[5189] ebd. II, 189.

[5190] ebd. II, 193, 199.

[5191] ebd. II, 217.

[5192] ebd. II, 197, 209.

[5193] ebd. II, 207, pass.

[5194] ebd. II, 199, 207; 217.

[5195] Mâ. II, 203.

[5196] ebd. II, 197, pass.; 223.

[5197] ebd. II, 217.

[5198] ebd. II, 199, 226.

[5199] ebd. II, 200.

[5200] ebd. II, 182 ff.

[5201] ebd. II, 204, 205.

[5202] ebd. II, 225, 221; 199.

[5203] ebd. II, 211.

[5204] „Vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff.

[5205] Siehe ~E. Meyer~, „Geschichte der Botanik“ 3, 98.

[5206] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.) 5,
573, 578.

[5207] ~Ersch-Grubers~ „Enzyklopädie“; 2, 415.

[5208] „Beiträge zur ... chemischen Theorie der Naturlehre“, üb.
~Wolff~ (Berlin 1820) 9.

[5209] „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen
1840) 12.

[5210] Königsberg 1856; 3, 98.

[5211] „Die Alchemie“ (Bonn 1869) 436 ff.; der Titel „König“ des
~Geber~ ist ebenso fingiert wie der des gleichfalls gefälschten
~Basilius Valentinus~: ~Basilius~ = βασιλεύς (ebd. 276, 521).

[5212] „~Virchows~ Archiv“ 1871; 364.

[5213] Beitr. 3, 22.

[5214] ebd. 3, 12 ff.

[5215] ebd. 3, 14, 19, 21.

[5216] ebd. 3, 14, 15.

[5217] ebd. 3, 25.

[5218] ebd. 3, 25, 26.

[5219] ebd. 3, 33.

[5220] ebd. 3, 54; wie es sich hiernach mit den Vermutungen verhält,
die ~Stapelton~ (M. G. M. 6, 420; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 236, 243)
auf Handschriften und Abbildungen gründet, die dem ~Alkati~ und einem
~Chuwarazmi~ zugeschrieben werden (1034), bedarf noch der Aufklärung.
Vgl. ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 24, 75; „Journal f. prakt. Chemie“ (1907)
76, 108 ff.

[5221] Beitr. 3, 29.

[5222] ebd. 3, 28, 32; „Alch.“ 1, 12, 359. -- Zu dem nämlichen
Ergebnisse gelangte in selbständiger Weise 1878 auch ~E. Wiedemann~
(„Annalen der Physik“, 2. Serie; 4, 320; vgl. ~E. Wiedemann~,
„Beiträge“ 2, 323; 24, 75). In dem Aufsatze „Zur Chemie der Araber“
betont ~E. Wiedemann~ ausdrücklich, daß die in den Leidener Codices
enthaltenen Werke ~Dschabirs~ nicht den klaren und wissenschaftlichen
Geist der lateinischen Schriften des ~Geber~ zeigen, sich vielmehr im
mystischen Gedankengange der griechischen Alchemisten bewegen, wonach
an der Unechtheit jener angeblichen lateinischen Übersetzungen kein
Zweifel bleibe („Zeitschr. d. Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“
1878, 575).

[5223] Beitr. 3, 32, 33.

[5224] ebd. 3, 38 ff.

[5225] Vgl. ~Stillmann~ (M. G. M. 16, 227) und ~Sudhoff~ (ebd.).

[5226] Beitr. 3, 44-48; vgl. Gesch. 4, 175.

[5227] Beitr. 3, 51.

[5228] Mâ. II, 276 ff., 279; vgl. die irrtümliche Erklärung Or. 207.

[5229] Mâ. II, 346; 340 ff.

[5230] So schon ~Schmieder~, „Gesch. d. Alchemie“ (Halle 1832) 97;
~Kopp~, „Beitr.“ 3, 63; ~E. Wiedemann~, „Zeitschr. d. Deutschen
Morgenländ. Gesellschaft“ 1878, 580.

[5231] Mâ. II, 311 ff.; 273.

[5232] ebd. II, 315. Diese Bücher scheinen aber hebräischen Ursprunges
(~Ruska~).

[5233] Mâ. II, 314 ff.

[5234] „Gesch. d. Alchemie“ 95.

[5235] „~Virchows~ Archiv“ 1866, 572.

[5236] Die Worte „apud nos Gallos“ im Pariser Manuskript sind
eingeschoben; vgl. Mâ. II, 72.

[5237] Beitr. 3, 55, 20, 70.

[5238] Mâ. II, 317.

[5239] ebd. II, 269 ff.

[5240] Beitr. 3, 64 ff.

[5241] ebd. 3, 67, 81.

[5242] Siehe ~Poisson~, „Cinq traités d’alchimie“ (Paris 1890) 91.

[5243] Beitr. 3, 76; Mâ. II, 290.

[5244] Mâ. II, 71; Coll. I, 207; Intr. 208.

[5245] Beitr. 3, 64 ff.

[5246] ebd. 3, 83, 84, 69.

[5247] ebd. 3, 69 ff., 73 ff.; 82.

[5248] ebd. 3, 79.

[5249] ebd. 3, 80, 81.

[5250] ebd. 3, 81.

[5251] Mâ. II, 14.

[5252] Vgl. „~Mesuae~ Opera“, ed. ~Costa~ (Venedig 1570) 216.

[5253] Beitr. 3, 83.

[5254] ebd. 3, 81.

[5255] Beitr. 3, 78, 74.

[5256] ebd. 3, 84.

[5257] ebd. 3, 63; das aus ~Pseudo-Razi~ „De salibus“ Zitierte steht
aber nicht im Pariser Manuskript Nr. 6514, vgl. Mâ. II, 287.

[5258] Mâ. II, 280 ff.

[5259] ebd. II, 283.

[5260] Mâ. II, 287.

[5261] Beitr. 3, 54, 63.

[5262] Beitr. 3, 64; Mâ. II, 281 ff.

[5263] Mâ. II, 288, 283.

[5264] ebd. II, 283; Arch. 165.

[5265] ~Frohschammer~, „Die Philosophie des ~Thomas von Aquino~“
(Leipzig 1889) 279, 287, 290.

[5266] Vgl. die ihm zugeschriebenen „Thesaurus alchimiae“ und
„De lapide philosophico“ (Paris 1895; Nr. 6 der „Bibliothèque
rosicrucienne“).

[5267] „Summa Theologiae“, üb. ~Schneider~ (Regensburg 1885 ff.; 7,
474). Über dieses so hochberühmte Werk wird jeder Unparteiische, der es
zum ersten Male zur Hand nimmt, außerordentlich enttäuscht sein: der
Verfasser +sucht+ die Wahrheit nicht, sondern er +besitzt+ sie schon,
d. h. als wahr gilt ihm ohne weiteres +das+, was die Kirche und ihre
Vertreter festgesetzt haben. Demgemäß werden mit völliger Einseitigkeit
und Willkür von vornherein die Gegenstände der „Diskussion“
abgegrenzt, die Titel der Abschnitte gewählt, die Leit- und Lehrsätze
aufgestellt, und schließlich die Beweise geführt. Als Beleg vermag
hierbei jeder beliebige, aus dem Zusammenhange gerissene Satz irgend
einer kirchlichen oder weltlichen „Autorität“ zu dienen, wenn nur
der Wortlaut entweder ohnehin annähernd zutrifft, oder sich doch
halbwegs ausreichend auf allegorischem Wege umdeuten läßt; ~Platon~ und
~Aristoteles~, ~Makrobios~ und ~Vegetius~, ~Alfarabi~ und ~Averroes~,
~Augustinus~ und ~Rabbi Moses~ (~Maimonides~) können so als durchaus
gleichberechtigte und gleichwertige Zeugen auftreten. Die nur dem
Scheine nach geführte „philosophische“ Untersuchung ergibt selbstredend
mit unfehlbarer Sicherheit stets jenes Ergebnis, das für den Verfasser
ohnehin schon von Anfang an feststeht, und daraufhin gilt es dann als
wissenschaftlich bewiesen und wird der weiteren Forschung zugrunde
gelegt. Kaum auf ein anderes Werk paßt besser das geistreiche Epigramm
des tiefsinnigen ~Fechner~:

    „Ein philosophischer Begriff gebratner Gans entspricht;
    Daß sie von selber Äpfel fräß’, gesehen hab ich’s nicht.
    Doch Jeder freut des Inhalts sich, wenn man sie bringt zum Schmaus:
    Das, was man hineingetan, nimmt wieder man heraus.“

(„Gedichte“, Leipzig 1841; 166).

[5268] Beitr. 3, 98 ff.

[5269] Beitr. 3, 85, 91, 94.

[5270] „~Roger Bacon~“, ed. ~Little~ (Oxford 1914) 24.

[5271] ebd. 395 ff., 411 ff. (mit Verzeichnis).

[5272] ebd. 285.

[5273] Die gedruckten enthält zum größeren Teile „~R. Bacon~, De
arte Chymiae scripta“ (Frankfurt 1603); vgl. ~Brown~, „A history of
chemistry“ (London 1913) 95.

[5274] ~R. Bacon~, „Opus majus“, ed. ~Bridges~ (London 1900) 1, Vorr.
46, 48, 74 ff.; 2, 214.

[5275] Beitr. III, 64, 99 ff.

[5276] Mâ. II, 351 ff., wo aber ~Berthelot~ den Namen ~Hauréaus~ nicht
nennt.

[5277] Beitr. 3, 101. 108.

[5278] ebd. 3, 106.

[5279] ebd. 3, 99 ff.

[5280] ~Langlois~, „La connaissance de la nature et du monde au
moyen-âge“ (Paris 1911) 185.

[5281] Vgl. hierzu ~Engel~, „Geschichte des Illuminaten-Ordens“ (Berlin
1906).

[5282] „Journal des savants“ (Paris 1851 ff.).

[5283] Heidelberg 1886.

[5284] Dieses Buch war bekanntlich von großem Einflusse auf den jungen
~Goethe~.

[5285] ~Moses~ 4, 31, 22; ~Ezechiel~ 22, 18. Vgl. ~Wiegleb~, a. a. O.
227.

[5286] Zitiert in den „Werken“ ~Chaucers~ (14. Jahrhundert), üb.
~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 463; die angeblich aus alchemistischem
Golde geprägten englischen „Rosenobles“ trugen diesen „geheimnisvollen“
Satz als Umschrift. -- Nach der „Summa Theologiae“ des ~Thomas von
Aquino~ (1224-1274) ist die Sterndeutung unerlaubt (üb. ~Schneider~ 7,
595), obwohl die Astrologen oft Wahres über die Schicksale zu verkünden
wissen, was daher kommt, daß die Sterne die +sinnlichen+ Handlungen des
Menschen beeinflussen, aber ganz allein +diese+ (ebd. 3, 561; 5, 139;
7, 596). In der gewöhnlichen Körperwelt sind die Sterne Ursachen und
nicht Zeichen der Vorgänge (ebd. 3, 648; 7, 595), sie wirken selbst
(ebd. 1, 344; 3, 649; 7, 605), und zwar teils durch ihre Lichtstrahlen
(ebd. 3, 236; 5, 101; 11, 703), teils durch ihre Engel (ebd. 3, 138),
und veranlassen z. B. die Entstehung von Pflanzen (ebd. 3, 253, 483),
sowie die Erzeugung niedrigerer Tiere (ebd. 3, 26, 477, 483).

[5287] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“, ed.
~Julius~ (Leipzig 1852) 1, 40; 3, 7. Vgl. ~Lemcke~, „Handbuch der
spanischen Litteratur“ (Leipzig 1855) 1, 29.

[5288] ~Ticknor~ 1, 35, 40; 3, 7.

[5289] ~Ticknor~ 1, 53 ff., 60; vgl. ~Lemcke~ 1, 55.

[5290] „El Conde Lucanor“, ed. ~Keller~ (Stuttgart 1839) 57.

[5291] ~Aldschaubari~ verlegt sie in seiner um 1220 verfaßten
„Enthüllung der Geheimnisse“ an den Hof des Sultans ~Nuraldîn~ von
Damaskus (1146-1174), des Vorgängers des berühmten ~Saladin~ (~E.
Wiedemann~, „Beiträge zur Kenntnis des Orients“, Wien 1508; 5, 85).

[5292] ~Ticknor~ 1, 286.

[5293] ed. ~Haller~ (Regensburg 1883).

[5294] ~Schack~, „Geschichte der dramatischen Litteratur und Kunst in
Spanien“ (Frankfurt 1854) 1, 169.

[5295] ~Schaeffer~, „Geschichte des spanischen Nationaldramas“ (Leipzig
1890) 1, 25.

[5296] ebd. 1, 51.

[5297] ebd. 1, 52.

[5298] ~Schack~ 2, 159.

[5299] Z. B. in „Al pasar del arroyo“ und in „El nuevo mundo“ (~Ochoa~,
„Tesoro del teatro español“, Paris 1838; 2, 195, 586).

[5300] ~Ochoa~, „Tesoro de los poemas españoles“ (Paris 1840) 270.

[5301] ~Schaeffer~ 1, 111, 122.

[5302] ebd. 1, 275.

[5303] ebd. 1, 311, 314.

[5304] ebd. 1, 383 ff.

[5305] ebd. 2, 18, 35; ~Schack~ 3, 122.

[5306] ~Schack~ 3, 246, 288; ~Schaeffer~ 2, 51.

[5307] ~Schack~ 3, 442, 447, und Anhang 104; ~Ticknor~ 2, 40.

[5308] ~Schaeffer~ 1, 28.

[5309] „Geistliche Festspiele“, üb. ~Lorinser~ (Regensburg 1882 ff.) 6,
232; 9, 215; 13, 119; 15, 8.

[5310] ebd. 6, 336.

[5311] ebd. 4, 366; vgl. ~Ticknor~ 2, 15 und ~Schack~ 3, 195, 264, 266.

[5312] ~Lorinser~ 9, 275.

[5313] ebd. 9, 222, und öfters.

[5314] ebd. 11, 7.

[5315] ebd., a. a. O.

[5316] ~Schaeffer~ 2, 295, 309.

[5317] ~Ochoa~, „Tesoro de novelistas españoles“ (Paris 1847) 2, 61.

[5318] Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~H. Suchier~ in Halle a. S.

[5319] ~Langlois~, a. a. O. 118, 131.

[5320] Also des „etesischen“ Monates!

[5321] ~Langlois~ 219; vgl. „Das Buch ~Sidrach~“, ed. ~Jellinghaus~
(Tübingen 1904; 105 ff.).

[5322] ebd. 317.

[5323] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 103.

[5324] ed. ~Francisque-Michel~ (Paris 1864) 2, 173; üb. ~Lippmann~,
„Abh.“ 1, 104.

[5325] Der Text nennt sie „fogière“ = Farnkraut (bei ~Matthiolus~,
„Compendium de plantis omnibus“, Venedig 1571. 907 und 911: „fengière“
und „fuchière“), meint aber vermutlich gewisse, äußerlich ähnliche
Seetange und Algen.

[5326] „Sophisten“ im Gegensatze zum „Philosophen“!

[5327] ~Palissy~, „Oeuvres“, ed. ~Fillon-Audiat~ (Niort 1888) 2, 70.

[5328] ebd. 2, 111.

[5329] ebd. 2, 68 ff.

[5330] S. den Schwindel mit dem Rührstock, in dem Silber oder Gold
verborgen ist: ebd. 2, 77.

[5331] ~Palissy~, „Oeuvres“ 2, 104 ff.; 1, 65 ff.

[5332] ebd. 1, 65 ff.; 2, 90 ff.

[5333] „~Gargantua~ und ~Pantagruel~“, ed. ~Regis~ (Leipzig 1832) 1,
169.

[5334] ebd. 1, 30, 586, 924 ff.; 3, 1287. ~Goethe~, der sich in jungen
Jahren viel mit ~Rabelais~ beschäftigte, entnahm wohl hierher den im
„Mährchen“ vorkommenden Zaubertempel mit dergleichen Statuen.

[5335] ed. ~Jacob~ (Paris 1858) 43, 45, 314 ff.

[5336] „Die Kultur der Renaissance in Italien“ (Leipzig 1896) 2, 292.

[5337] „Hölle“, 29. Gesang, Vers 118 ff.; V. 137, V. 65.

[5338] ~Lippmann~, „~Petrarca~ über die Alchemie“, A. Nat. 6, 236.

[5339] ~Wiegleb~ 227; ~Schmieder~ 159 ff.

[5340] ~Peters~ sieht in dieser Bulle einen wichtigen Anlaß dafür,
daß die Alchemisten, in der Sorge um ihre persönliche Sicherheit,
seither einen besonders frömmelnden Ton anzuschlagen und ihre Lehren
ganz durchsetzt von Gleichnissen und Bildern des christlichen Glaubens
vorzutragen begannen („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729).

[5341] ~Kopp~, „Verfall der Alchemie“ (Gießen 1845) 3.

[5342] ~Burckhardt~, a. a. O.

[5343] „Vellus aureum et chrysopoeia“ (= Das goldene Vließ und die
Goldmacherei); Basel 1518.

[5344] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 346; ~Herzfeld~, „~Lionardo da
Vinci~, der Denker, Forscher und Poet“ (Jena 1906) 109, 110, und
betreff der Iatrochemie ebd. 138.

[5345] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 361.

[5346] „De la pirotechnia“ (Venedig 1540), 123.

[5347] ~Guareschi~, „Storia della Chimica“ (Turin 1904) 4, 19 ff.

[5348] „Piazza universale“ (Venedig 1592) 138, 571.

[5349] ebd. 863.

[5350] ~Kopp~, „Verfall ...“ 3.

[5351] ed. ~Macauley~ (Oxford 1900).

[5352] Vers 16022 ff.; üb. ~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 200 ff., 389,
464.

[5353] ~Gothein~, A. Rel. 10, 479; über Erwähnung der 7 Altersstufen in
den „Moralitäten“ vgl. ~Boll~, „Lebensalter“ 41.

[5354] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 427 ff., 445.

[5355] ~Lilly~, ed. ~Fairholt~ (London 1892) 1, 233 ff., 246.

[5356] ebd. 2, 157; ~Gothein~, a. a. O. 482.

[5357] üb. ~Baudissin~, „~Ben Jonson~ und seine Schule“ (Leipzig 1836)
1, 5. Im 2. Akte dieses Stückes wird ~Joh. Isaac Hollandus~ als der
Verstorbene und ~Isaac Hollandus~ als der noch Lebende bezeichnet,
wodurch das bisher immer noch strittige Zeitalter dieser Alchemisten
endgültig festgestellt ist (~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 605).

[5358] ~Gothein~, a. a. O. 479 ff.

[5359] üb. ~Waltz~, „Argenis“ (Heidelberg 1902) 150, 321; „Euphormio“
(München 1891) 209.

[5360] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 374, 409.

[5361] London 1652.

[5362] London 1893; vgl. ~Brown~, „A history of chemistry“ (London
1913) 120 ff.

[5363] ~Dickinson~, „Physica vetus et nova“ (London 1702); zitiert bei
~Leibniz~, „Deutsche Schriften“, ed. ~Guhrauer~ (Berlin 1838) 2, 336.

[5364] „Geschichte des Wachstums der Erfindungen in der Chemie“ (Berlin
1790) 1, 217.

[5365] ~Kopp~, „Alch.“ 1, 240.

[5366] „Predigten“, ed. ~Pfeiffer-Strobl~ (Wien 1862 ff.) 1, 50 ff.,
392 ff., 506; 2, 233 ff.

[5367] ebd. 2, 15.

[5368] ebd. 2, 33.

[5369] ebd. 2, 150 ff.

[5370] „Wunderbuch“, Neudruck ~Scheibles~ (Stuttgart 1846?) 232, 238
ff., 243.

[5371] ebd. 69 ff., 95 ff.; 71.

[5372] „Wunderbuch“ 355; 290; 356; 379 ff.

[5373] ebd. 180 ff., 240.

[5374] „The hermetical and alchemistical writings of ~Paracelsus~“
(London 1894).

[5375] Arkan: arabisch = die Pfeiler. Doch kann auch das lateinische
arcanum das Stammwort sein.

[5376] Schon in einigen um 1450 verfaßten „Pestschriften“ treten solche
auf, und zwar sichtlich noch als ziemlich neu (~Sudhoff~, A. Med. 8,
199, 202). Die heftige Bekämpfung dieser Mittel, der Alchemie, der
Lehren vom Schwefel, Quecksilber und Salz u. dgl. mehr durch ~Erastus~
in Basel (gest. 1583) scheint weniger sachlichen Gründen entsprungen zu
sein als der erbitterten persönlichen Feindschaft gegen ~Paracelsus~
(~Kopp~, „Verfall“ 4). -- Hauptsächlich auf Grund schwerer persönlicher
Enttäuschungen verwirft auch ~Agrippa von Nettesheim~ (1486-1535) die
Alchemie in seiner Altersschrift „De vanitate scientiarum“ (Antwerpen
1530; cap. 90).

[5377] ed. ~Simrock~ (Berlin 1872) Nr. 65, Nr. 102.

[5378] „Nürnberger Ratserlässe“, ed. ~Hampe~ (Wien 1904) 11, 73, 76; s.
die Erneuerungen 1593 (ebd. 12, 219), 1597 (ebd. 12, 263), 1601 (ebd.
12, 305 ff.). Vgl. ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1911, 1015; ~Sudhoff~,
A. Med. 8, 106.

[5379] ~Kopp~, „Verfall“ 4.

[5380] „Tischreden“, ed. ~Kroker~ (Leipzig 1903) 164.

[5381] ebd., ed. ~Schmidt~ (Leipzig 1899) 310; an Gleichnissen
verwandter Art erfreut sich ~Luther~ auch sonst: Äpfel und Birnen sind
die männlichen und weiblichen unter den Bäumen (ebd. 253), der Magnet
liebt das Eisen wie der Bräutigam die Braut (~Kroker~ 209) usf. -- Nach
~Peters~ ist zu beachten, daß ~Luther~ die rechtschaffene Scheidekunst
aber auch die betrügerische Goldmacherei mit dem nämlichen Worte
„Alchymie“ bezeichnet; die erstere hält er hoch, die letztere verwirft
er ebenso wie die Astrologie. Die betreffenden Stellen, besonders auch
eine über die Auferstehung aus der kleinen Schrift „Der jüngste Tag“,
führt ~Peters~ des näheren an („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729).

[5382] ~Wiegleb~, „Geschichte des Wachstums ...“ (Berlin 1790) 1, 7,
161.

[5383] Vgl. ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 158; 1, 199.

[5384] ~Kopp~, „Über den Zustand der Naturwissenschaften im
Mittelalter“ (Heidelberg 1869) 20.

[5385] „Chimia in artis formam redacta“ (Jena 1661); Genf 1671, 26.

[5386] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665) 2, 232 ff.; ~Kopp~,
„Verfall“ 5.

[5387] „Des Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Reisen nach Innsbruck
und Dresden,“ ed. ~Doering~ (Wien 1901) 177.

[5388] „Physica subterranea“ von 1669, ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 696
ff.

[5389] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Metalle ...“ (Gießen 1860)
6.

[5390] „Polyhistor“ (Lübeck 1715) 2, 418; Quecksilber ist nach ihm kein
Metall (ebd. 2, 417).

[5391] ~Justi~, „Chymische Schriften“ (Berlin 1761) 2, 435; ~Bauer~,
„Chemie und Alchemie in Österreich“ (Wien 1883) 52; ~Kopp~, „Verfall“ 9.

[5392] ~Hansen~, „Metamorphose der Pflanzen“ (Gießen 1907) 307.

[5393] a. a. O. 1, 18 ff. und oft.

[5394] „Histor.-krit. Untersuchung ...“ (Weimar 1777).

[5395] ~Lichtenberg~, „Briefwechsel“, ed. ~Leitzmann~ (Leipzig 1902) 2,
52.

[5396] ~Meyer~, „Aberglauben“ 46; ~Kopp~, „Verfall“ 10.

[5397] ~Kopp~, ebd. 12; ~Schultze~, „Das letzte Aufflackern der
Alchemie in Deutschland“ (Leipzig 1897).

[5398] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 5, 705;
~Pagel-Sudhoff~, „Einführung ...“ 349.

[5399] ~Sierke~, „Schwärmer und Schwindler“ (Leipzig 1874) 70.

[5400] Abgedruckt in ~Schellings~ „Werken“, ed. ~Drews~ (Leipzig 1907)
3, 98, 151.

[5401] Jena 1800; 50, 53, 66, 102.

[5402] Tübingen 1802; 1 (3), 92; 1 (2), 91, 119.

[5403] Landshut 1805, 362 ff., 391 ff.

[5404] Vgl. 4. Auflage (Zürich 1843) 128 ff.: über Metalle und Planeten.

[5405] ~Volhard~, „~Justus von Liebig~“ (Leipzig 1909) 1, 22: ~Liebigs~
eigene Worte.

[5406] ebd. 1, 193.

[5407] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832).

[5408] ~Jollivet-Castelot~, „La science alchimique“ (Paris 1904) 347.

[5409] M. G. M. 4, 64.

[5410] a. a. O. 24. Abbildung: Vorr. 20.

[5411] M. G. M. 3, 211.

[5412] Berlin 1891.

[5413] Vgl. ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglauben“ (Leipzig 1918) 52,
sowie „Naturwissenschaftliche Wochenschrift“ (Jena 1918) 32, 158.

[5414] Vgl. ~Jollivet-Castelot~, a. a. O. 279.

[5415] ~Fuchs~, „Die Ikonographie der 7 Planeten in der Kunst Italiens
bis zum Ausgange des Mittelalters (München 1909) 4, 11, 17; ~Saxl~,
„Beiträge zu einer Geschichte der Planeten-Darstellung im Orient und im
Okzident“ („Der Islam“, Stuttgart 1912) 3, 151, mit 35 Abbildungen: 165
ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 24 ff., 440 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig
1913) 40 ff., mit Abbildungen. -- Vgl. die astrologischen Münzen des
Kaisers ~Antoninus Pius~ (138-161), ~Saxl~ a. a. O. 163 und Tafel 3,
das Septizonium des ~Septimius Severus~ (193-211) usf.

[5416] Die weitverbreitete Meinung, ein ausdrückliches und allgemein
anerkanntes Gesetz des Korans verbiete jede Darstellung lebender Wesen,
ist durchaus irrtümlich (~Schack~, „Poesie und Kunst ...“ 2, 163 ff.,
231 ff., 363 ff.); für die ältere islamische Malerei vermutet ~Schack~
persischen Ursprung (ebd. 2, 368).

[5417] Vgl. ~Firdusis~ oben erwähnten „Weltenbecher“ mit
Planeten-Bildern.

[5418] ~Saxl~ 152 ff., 163 ff.

[5419] ebd. 161 ff. Vgl. die oben angeführten Berichte des „Ghâjat“;
über die Rolle der Planeten als Tagesgötter bei den Ssabiern schrieben
ausführlich ~Thabit ben Qurra~ und sein Sohn (~Chwolsohn~ 2, Vorr. 3,
4).

[5420] ~Saxl~ 163, 169, 170.

[5421] Arabischer Beiname des Jupiter.

[5422] ~Saxl~ 171 ff.

[5423] ebd. 166, 171; diese Typen bleiben dann bis in die Neuzeit
hinein lebendig und finden sich noch in den Stichen und Drucken des
15. und 16. Jahrhunderts, so z. B. ~Mars~ als Ritter und ~Venus~ als
Courtisane auf einem merkwürdigen Blatte von 1504 (~Hess~, „Himmels-
und Natur-Erscheinungen in Einblatt-Drucken“, Leipzig 1911; 37 ff.).

[5424] „Hölle“ 20, 115.

[5425] ~Fuchs~, a. a. O. 86.

[5426] „Göttliche Komödie“; Paradies 8, 37 (Berlin 1888; 416).

[5427] „~Dantes~ prosaische Schriften“ (Leipzig 1845) 1, 40.

[5428] cap. 14 ff.

[5429] ~Fuchs~, a. a. O. 7, 33.

[5430] „Quellen zur Kunstgeschichte des abendländischen Mittelalters“
(Wien 1896) 226.

[5431] ~Bucher~ 1, 231.

[5432] ~Boll~, „Sphaera“ 16, 413 ff.; ~Fuchs~ 41, 86.

[5433] ~Fuchs~ 18.

[5434] ebd. 29.

[5435] ebd. 32.

[5436] ebd. 34.

[5437] ebd. 37.

[5438] ebd. 42.

[5439] ebd. 47.

[5440] ebd. 54.

[5441] ebd. 66; abgebildet in ~Bombes~ „Perugino“ (Stuttgart 1914) 97
ff.

[5442] ~Fuchs~ 68.

[5443] ebd. 18, 21, 33; auch 45, 57, 65.

[5444] ebd. 35, 36.

[5445] ebd. 45.

[5446] ebd. 46.

[5447] ebd. 53, 58, 90; vgl. ~Apollon~ mit der Geige auf ~Raffaels~
„Parnaß“.

[5448] ~Bombe~, a. a. O., Vorr. 22.

[5449] ~Fuchs~ 68.

[5450] ebd. 13, 47, 49, 61.

[5451] ebd. 13, 61, 64 ff.

[5452] ebd. 12, 13, 61.

[5453] ebd. 48, 9.

[5454] ~Schrader~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 100.

[5455] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 3, 194.

[5456] ~Schrader~, a. a. O.

[5457] ~Schrader~, a. a. O.; ~Schrader~, „Real-Lexikon der
indogermanischen Altertumskunde“ (Stuttgart 1901) 68, 540;
„Sprachvergleichung und Urgeschichte“ (Jena 1907) 2, 10, 124. Weiterhin
angeführt als „R. L.“ und „Urg.“ -- ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im
humanistischen Unterricht“ (Leipzig 1913) 41, 155 ff.

[5458] ~Kuhnert~, PW. 6, 2010; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301.

[5459] ~Schrader~, „R. L.“, a. a. O.; ~Blümner~ 3, 68; 4, 103.

[5460] „Wespen“, Vers 657 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 29.

[5461] ~Schrader~, a. a. O.

[5462] lib. 6, cap. 2.

[5463] lib. 5, cap. 7.

[5464] lib. 7, cap. 7.

[5465] lib. 37, cap. 55; lib. 38, cap. 114.

[5466] lib. 5, cap. 19.

[5467] ~Rohde~, „Griechischer Roman“ 485.

[5468] ~Puchstein~, PW. 4, 1757.

[5469] Vgl. ~Gummerus~, PW. 9, 1532, 1467; 1518. Schon die persischen
Könige scheinen ein Monopol auf Purpur besessen zu haben (~Ed. Meyer~,
„Alt.“ 3, 61).

[5470] ~Kornemann~, PW. 4, 464; ~Seeck~, PW. 4, 673.

[5471] ~Seeck~, PW. 4, 659, 673.

[5472] ~Seeck~, a. a. O.

[5473] Vgl. zu diesem ganzen Abschnitte das bei aller Kürze sehr
reichhaltige und viele Litteratur-Nachweise bringende Werk von
~Hoernes~, „Kultur der Urzeit“ (Leipzig 1912/17).

[5474] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53.

[5475] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“
(Leipzig 1908) 378 ff., 382 ff., 413; ~Semper~, „Der Styl ...“ 2, 462,
464 ff., 521.

[5476] ~Semper~, a. a. O.

[5477] ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff.
Weiterhin angeführt als ~Forrer~, „Urg.“

[5478] ~Semper~, a. a. O.

[5479] ~Lippert~, „Kulturgeschichte der Menschheit“ (Stuttgart 1887) 2,
229.

[5480] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5.

[5481] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 2, 160; „Kosmos“
(Stuttgart 1850) 3, 467 ff.; ~Schellhas~, „A. Rel.“ 3, 292. Dagegen
kannte man, früheren Behauptungen entgegen, weder einen Kult der 7
Planeten, noch eine 7tägige Woche („Vues des Cordillères“ 2, 227).

[5482] ~Humboldt~, ebd. 2, 136; 1, 111.

[5483] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875
ff.) 2, 406.

[5484] ~Humboldt~, a. a. O.; ~Stoll~, a. a. O. 385. Als Metall der
Venus (und auch des Siebengestirnes) galt aber ebenfalls Silber und
nicht etwa Kupfer.

[5485] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58.

[5486] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901) 32.

[5487] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 149, 150.

[5488] ~Brugsch~, „Äg.“ 241, 399 ff.

[5489] ~Schrader~, „Urg.“ 2, 29 ff.

[5490] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff.

[5491] Über den Goldreichtum Sofalas und Dendemas im 9. Jahrhundert
n. Chr. berichtet noch ~Abulfeda~, und erzählt, daß die dortigen
Eingeborenen Bronze als Schmuck dem Gold vorziehen („Géogr.“ 1, 307; 2,
222, 225).

[5492] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912) 79.

[5493] ~Brugsch~, „Äg.“ 273.

[5494] ~Hultsch~, „Gewichte ...“ 6, 7.

[5495] ebd. 6, 59.

[5496] ebd. 5.

[5497] ebd. 186.

[5498] ~Lenormant~, „Mag.“ 262 ff., 307, 334, 351.

[5499] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906),
114.

[5500] ~Lenormant~, „Mag.“ 333, 354, 374; „Anf.“ 78 ff.; ~Jeremias~,
„Handbuch“ 295.

[5501] ~Lenormant~, „Mag.“ 184, 185.

[5502] ders., „Anf.“ 78 ff.

[5503] ~Jeremias~ 237.

[5504] ~Jeremias~ 15, 28; ders., Ro. 3, 579, 589.

[5505] ~Jeremias~ 282; 69.

[5506] ~Delitzsch~, „Das Buch ~Hiob~“ (Leipzig 1902) 99, 114.

[5507] ~Siecke~, A. Rel. 1, 125.

[5508] ~Lenormant~, „Mag.“ 164, 510.

[5509] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 476.

[5510] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ (Stuttgart 1905) 3, 55; 1, 52; 3,
34.

[5511] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.

[5512] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517, 548.

[5513] ebd. 1, 606.

[5514] ~Baumstark~, PW. 2, 2714 ff.

[5515] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.

[5516] ~Hultsch~, „Gewichte“ 6, 7.

[5517] ~Hultsch~, ebd. 15 ff., 103 ff., 136 ff.; ~Baumstark~, a. a. O.

[5518] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502.

[5519] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911); ~Feldhaus~,
„Technik der Vorzeit“ (Leipzig 1914) 734.

[5520] ebd. 695 ff.

[5521] ~Regling~, PW. 7, 970.

[5522] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.; ~Regling~, a. a. O.; ~Blümner~,
PW. 7, 1555 ff.; ~Schuchardt~, „~Schliemanns~ Ausgrabungen“ (Leipzig
1891).

[5523] ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“
(Stuttgart 1911) 1, 315 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 639; ders., „Zur
Geschichte der Lötverfahren“ (Chemiker-Zeitung 1910, 1133).

[5524] ~Forrer~, „Real-Lexikon des ... Altertums“ (Berlin 1907) 79,
850; „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff. Weiterhin
angeführt als ~Forrer~, „R. L.“ und „Urg.“

[5525] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130.

[5526] ebd. 2, 133, 200; 189, 317.

[5527] ~Forrer~, „R. L.“ 528.

[5528] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff.

[5529] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 175 ff.; ~Blümner~, a. a. O.

[5530] lib. 7, cap. 56.

[5531] Fabulae, ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 149.

[5532] „Variae Epistolae“ lib. 4, cap. 34.

[5533] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 627.

[5534] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.

[5535] ebd. 117 ff.; „R. L.“ 298; vgl. das babylonische Hurazu und
mitannische Hiaruha.

[5536] ~Hommel~, „Gesch. d. Morgenlandes“ 79 ff.

[5537] ~Ed. Meyer~; s. das oben über die mykenische Kultur Gesagte.
~Schrader~, a. a. O.

[5538] ~Herodot~, lib. 3, cap. 57; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301; 226
ff., 278, 245, 248, 265; ~Blümner~ 4, 17 ff.

[5539] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 291 ff., 635.

[5540] ~Theophrastos~, „De lapidibus“.

[5541] Noch für die hellenistische Zeit bezeugt ihn ~Dieterich~
(„Abraxas“ 200, 203).

[5542] ~Blümner~, a. a. O.

[5543] lib. 7, cap. 8.

[5544] ~Blümner~ 4, 133.

[5545] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hütten-Technik“ (Berlin
1900) 104; vgl. ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 311.

[5546] üb. ~Fuchs~, 3, 311, 347; vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~
(Braunschweig 1906) 599.

[5547] ~Theophrastos~, a. a. O.

[5548] ~Schrader~, „R. L.“ 298.

[5549] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.

[5550] ~Blümner~, ebd.; ~Friedlaender~ 1, 203; ~Kornemann~, PW. 6,
1890, 1902.

[5551] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Luschin von
Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters
und der neueren Zeit“ (München 1904) 60.

[5552] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.

[5553] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.

[5554] lib. 6, cap. 23.

[5555] ~Weiss~, PW. 7, 646; ~Niese~, ebd. 638.

[5556] ~Forrer~, „R. L.“ 798.

[5557] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 298.

[5558] ~Schrader~, „R. L.“ 298; ~Wilser~, „Deutsche Vorzeit“ (Steglitz
1917) 20.

[5559] ~Hackmann~, bei ~Hoops~ 2, 52.

[5560] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ (Helsingfors 1852) 4, 284.

[5561] üb. ~Reinthal~ und ~Kreutzwald~ (Dorpat 1857).

[5562] üb. ~Kreutzwald-Neus~ (Petersburg 1854) 77; üb.
~Kreutzwald-Löwe~ (Halle 1869) 230, 236.

[5563] ~Schrader~, „Urg.“ 1, 202, 167; 2, 29 ff.

[5564] Fragmente der „Indika“, cap. 3 und 13; vgl. ~Aelian~,
„Tiergeschichten“ lib. 4, cap. 27. -- Ein metallurgisches Werk über
die Abscheidung und Verarbeitung des Goldes stammt aber nicht,
wie man angegeben findet, aus dem 5. +vor+-, sondern aus dem 5.
+nach+christlichen Jahrhundert (~Jolly~, M. G. M. 15, 410).

[5565] ~Herodot~, lib. 3, cap. 96; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff.

[5566] ~Bousset~, „Gnosis“ 216 ff., 206 ff.

[5567] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.

[5568] ebd. 32.

[5569] ~Schrader~, „R. L.“ 298.

[5570] ~Schrader~, ebd.

[5571] ders., „Urg.“ 29 ff.

[5572] ~Stoll~, a. a. O. 391.

[5573] ~Schrader~, „Urg.“ 38; ~Blümner~ 4, 16. Das Verfahren war noch
zur Zeit ~Strabons~ im Gebrauch.

[5574] ~Kremer~, „Kulturgesch. d. Orients ...“ 1, 25; ~Tkaç~, PW. Ia,
1419 ff.

[5575] ~Kremer~ 1, 27.

[5576] ~Kremer~ 1, 57; 1 Dinar besaß 10-12, später 15 fr. Goldwert
(ebd. 1, 213, 233).

[5577] ~Kremer~ 1, 429, 444.

[5578] ebd. 2, 476.

[5579] ebd. 1, 444.

[5580] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 30, 255.

[5581] ~Kremer~ 1, 353; Allaki ist offenbar das oben erwähnte, uralte
Wadi Ollaki.

[5582] ebd. 1, 355.

[5583] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.

[5584] ebd. 1, 308; 2, 283.

[5585] ebd. 1, 303.

[5586] +So+ z. B. noch bei ~Qazwini~ (~E. Wiedemann~ 44, 123).

[5587] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 372, 378.

[5588] ~Brugsch~, „Äg.“ 400; ~Weissbach~, a. a. O. 30, 35; ~Schrader~,
„Urg.“ 44 ff.; „R. L.“ 764; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150.

[5589] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.

[5590] ~Schrader~, „Urg.“ 44 ff.

[5591] ~Schrader~, „R. L.“ 764; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502.

[5592] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 420, 466; 416.

[5593] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ 3, 5; ~Ed. Meyer~, „Sumerer“
(104). Nach ~Meyer~ gehört dieser Priesterfürst der „archäischen
Periode“ +vor+ der Herrschaft der semitischen Eroberer ~Sargon~ und
~Naramsin~ (um 2800) an; +nach+ diesen folgen die „Könige von Sumer und
Akkad“ bis etwa 2600 oder 2400, sodann die weiteren bis ~Hammurabi~
(etwa 2200 oder wohl 2000); ebd. 74 ff., 10, 37. -- Nach ~Weidner~
regierte ~Hammurabi~ 1955-1912 (M. G. M. 17, 44).

[5594] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 457.

[5595] ebd. 1, 548.

[5596] ~Delitzsch~, a. a. O. 3, 55; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517.

[5597] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606.

[5598] ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1, 66.

[5599] ~Regling~, a. a. O.

[5600] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238.

[5601] ~Blümner~ 4, 28 ff.

[5602] ~Schrader~, „Urg.“ 17 ff.; „R. L.“ 764. Über die reichen
Silbergruben Armeniens berichtet noch ~Marco Polo~ (~Zippe~,
„Geschichte der Metalle“, Wien 1857, 159; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264).

[5603] ~Blümner~, a. a. O.

[5604] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 713.

[5605] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff.

[5606] ders., 1, 644 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 737, 850; „Urg.“ 288 ff.

[5607] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 528.

[5608] ~Zippe~, a. a. O. 149.

[5609] ~Blümner~, 4, 28 ff., 142 ff.

[5610] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Lippert~, „Kulturgeschichte der
Menschheit“ (Leipzig 1886).

[5611] ~Kornemann~, PW. 6, 1890, 1902.

[5612] ~Weiss~, PW. 7, 649; vom Versilbern, argentum incoquere, spricht
~Plinius~, lib. 34, cap. 152.

[5613] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, a. a. O.

[5614] lib. 5, cap. 35.

[5615] ~Blümner~ 4, 151.

[5616] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.

[5617] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; „R. L.“ 737; ~Feldhaus~, „Technik“
1034.

[5618] +So+ schon in der Ilias, Ges. 2, V. 587.

[5619] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff., 44 ff.; „R. L.“ 764, 744. --
~Wilser~, a. a. O. 21.

[5620] ~Pfizmaier~, a. a. O. 16, 19, 20.

[5621] „Indika“, cap. 11.

[5622] ~Forrer~, „R. L.“ 14, 506, 924.

[5623] ~Herodot~, lib. 5, cap. 49.

[5624] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff.

[5625] ~Kremer~ 1, 303.

[5626] ebd. 1, 308; 2, 283.

[5627] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.

[5628] ebd. 1, 321, 324, 357.

[5629] ~Lepsius~, „Die Metalle ...“ (Berlin 1872) 43 ff., 122, 129;
~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff.; ~Blümner~ 4, 30.

[5630] ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt auf dem Roten Meere“
(Christiania 1886) 20, 64.

[5631] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen ...“ 56.

[5632] ebd. 5, 8.

[5633] ~Lieblein~ 38, 41; ~Hommel~ 79; ~Brugsch~, „Äg.“ 399.

[5634] ~Lieblein~ 29, 31; ~Brugsch~, „Rel.“ 278.

[5635] ~Brugsch~, „Äg.“ 407, 400; ~Forrer~, „R. L.“ 200; ~Erman~ und
~Krebs~, „Papyri“ 96.

[5636] ~Lenormant~, „Mag.“ 545.

[5637] ~Schrader~, „R. L.“ 541.

[5638] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.

[5639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.

[5640] ~Blümner~ 4, 161 und PW. 5, 2315; ~Rhousopoulos~
(~Kahlbaum~-Gedenkschrift) 172.

[5641] ~Beckmann~, „Beitr. z. Gesch. d. Erfind.“ (Leipzig 1799) 4, 337;
~Scheins~, „De electro veterum metallico“ (Berlin 1871); ~Lepsius~,
a. a. O.; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~, PW. 5, 2315; ~Forrer~, „R. L.“
200.

[5642] ~Lepsius~, a. a. O. ~Schweigger~ erklärte in seiner
phantastischen Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848)
das Elektron für Platin!

[5643] Vgl. ~Blümner~, PW. 3, 295 ff. Was ist z. B. das „sogenannte
Elektron“, das zusammen mit Krystall einen im „Briefe des ~Aristeas~“
(um 96 v. Chr.) erwähnten Prunktisch ziert? (~Kautzsch~, „Apokryphen“
2, 11, 3).

[5644] Odyssee, Ges. 4, V. 73.

[5645] ~Eiresione~, V. 10 (in Wirklichkeit nachhomerisch).

[5646] Odyssee, Ges. 15, V. 460; Ges. 18, V. 296.

[5647] ~Plinius~, lib. 33, cap. 84; ~Friedlaender~ 2, 179.

[5648] Vers 141.

[5649] lib. 1, cap. 50.

[5650] „~Antigone~“, V. 1038.

[5651] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896) 17; ~Bethe~, ~Blümner~,
~Bürchner~, ~Escher~, ~Patsch~, ~Tümpel~, PW. 5, 2309 ff.; ~Jessen~,
PW. 8, 72; ~Wolff~, Ro. 3, 2673.

[5652] ~Orth~, PW. 8, 2519 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 72, 322.

[5653] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909 ff.) 2, 143;
vgl. sanskrit çikhim = der Gekrönte = der Pfau (ebd. 2, 152). -- Nach
~Ruska~ ist diese Etymologie völlig unmöglich.

[5654] ~Wessely~, „Über den Bernstein“ (Wien 1913) 31.

[5655] ~Wessely~, a. a. O.

[5656] ~Schrader~, a. a. O.

[5657] ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863) 334 ff.;
~Blümner~ 4, 139, 161 und PW. 5, 2315.

[5658] ~Luschin~, a. a. O. 146 ff.

[5659] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844) 1, 311; 2, 55. Elektron
aus dem Ural.

[5660] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 81. Elektron aus Klondyke.

[5661] ~Brugsch~, „Rel.“ 278.

[5662] ~Rhousopoulos~, a. a. O.

[5663] PW. 5, 2315.

[5664] „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“ (Wien 1884);
Numismatische Zeitschrift.

[5665] „Gewichte“ 10 ff., 167 ff.

[5666] ~Regling~, PW. 7, 983; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 552; 3, 80.

[5667] ~Regling~, a. a. O.

[5668] ~Hultsch~, PW. 5, 434; ~Blümner~ 4, 162.

[5669] ~Hultsch~, „Gewichte“ 94, 98.

[5670] ~Luschin~ 146 ff.

[5671] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 200, 509.

[5672] „Aeneis“, lib. 8, Vers 402, 624.

[5673] lib. 33, cap. 80 ff.

[5674] lib. 1, V. 229.

[5675] lib. 12, V. 163 ff.

[5676] lib. 5, cap. 13.

[5677] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
1897) 42, 83, 328; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~ 4, 408.

[5678] ~Grünwald~, A. Nat. 1, 126.

[5679] ~Meyer~, „Gesch. der Botanik“ 3, 374.

[5680] „De rebus oceanicis“ (Köln 1574) 50, 51.

[5681] „Kritische Untersuchungen ...“ 1, 342; „Essai politique sur
l’île de Cuba“ (Paris 1826) 1, 155.

[5682] ~Labat~, „Reisen nach Westindien“, üb. ~Schad~ (Nürnberg 1783)
3, 106.

[5683] „Wunderbuch“ (Passau 1506) 180, 240.

[5684] ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 903, 1058; 2, 568.

[5685] ~Moehsen~, „Beiträge ...“ (Berlin 1783) 138, 226; s. Abbildung 2.

[5686] „Erquickstunden“ (Nürnberg 1636) 3, 346.

[5687] ~Luschin~ 152.

[5688] „Über den Bernstein“ (Wien 1913).

[5689] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399.

[5690] ~Wessely~ 21 ff.; ~Schnittgen~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 29
ff.

[5691] ~Wessely~ 21 ff.; ~Stoll~ 419, 444.

[5692] ~Stoll~, a. a. O.; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“
(Leipzig 1900 ff.) 1, 94 ff., 103 ff., 463.

[5693] ~Wessely~ 20; ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1,
66.

[5694] ~Feldhaus~, „Technik“ 77.

[5695] ~Wessely~ 21.

[5696] ~Wessely~ 18 ff.; ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel
nach dem Norden“ (Heilbronn 1873) 101 ff., 105. Über die Funde
erheblicher Mengen Bernstein in den Gräbern der Po-Ebene, bei Villanova
usf., s. ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328; über die aus der jüngeren
sog. Hallstädter Zeit (vor und gegen Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr.)
ebd. und ~Feldhaus~, „Technik“ 77.

[5697] Odyssee, Ges. 15, V. 416; Ges. 18, V. 296.

[5698] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856) 14; ~Wessely~ 18 ff.

[5699] ~Escher~, PW. 6, 446; ~Rossignol~, a. a. O.

[5700] ~Lukian~ (ed. ~Dindorf~, Paris 1884) 600, 355.

[5701] ~Ruellius~, „De natura stirpium“ (Basel 1543) 45, 96, 114, 116,
237.

[5702] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 19; ~Kiessling~, PW. 4, 46.

[5703] „Tiergeschichten“, lib. 4, cap. 16; ~Blümner~ 1, 252.

[5704] ed. ~Dübner~ (Paris 1851) 25.

[5705] Tatsächlich wird in Indien und Südchina Bernstein nach ~Laufer~
nicht vor dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt (M. G. M. 5, 446); vgl.
aber ~Plinius~, lib. 37, cap. 11 ff.

[5706] lib. 3, cap. 152; lib. 4, cap. 27, 30; lib. 37, cap. 11 ff.

[5707] lib. 6, cap. 666.

[5708] lib. 2, cap. 103.

[5709] Bernstein, Börnstein, Bürnstein = brennbarer Stein, wie engl.
brimstone für Schwefel.

[5710] ~Wessely~ 16; ~Schrader~, „R. L.“ 297.

[5711] ~Schrader~, a. a. O.; ~Wessely~, a. a. O. Weiße und bunte
Perlen, besonders aber blaue (ägyptische?), kommen schon in Mykene oft
vor; nach der den blauen Waid hervorbringenden Pflanze, vitrum, heißt
solcher Glasschmuck im Lateinischen ebenfalls vitrum, it. vetro, franz.
verre (~Schrader~, a. a. O.).

[5712] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399.

[5713] lib. 37, cap. 11 ff.

[5714] ~Wessely~ 12, 27; ~Schrader~, „Linguistisch-Historische
Forschungen zur Handelsgeschichte und Warenkunde“ (Jena 1886) 72, 84.

[5715] „Comptes rendus de l’Académie“ 162, 441.

[5716] ~Humboldt~, „Zentralasien“ 1, 315.

[5717] ders., „Neuspanien“ 4, 140.

[5718] ~Lenormant~, „Anf.“ 156 ff.

[5719] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53.

[5720] M. G. M. 4, 105. -- Über die Bereitung roter und gelber Farben
zwecks Körperbemalung, sowie über Knollen solcher Farben, Mörser,
Spatel, u. dgl., als Grabbeigaben, vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 74.

[5721] ~Lippert~ 2, 229; ~Schrader~, „Urg.“ 8; ~Stoll~ 406.

[5722] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 27, 156.

[5723] ~Stoll~ 123.

[5724] ebd. 235.

[5725] ebd. 316.

[5726] ebd. 130.

[5727] Ihrer entbehrte auch ~E. Mach~ in seiner geistvollen letzten
Schrift „Kultur und Mechanik“ (Stuttgart 1915) 70 ff.

[5728] ~Gsell~ 55 ff., 59.

[5729] ebd. 54 ff., 67 ff.

[5730] Vgl. ~Blümner~ 4, 51.

[5731] Bei ~Hesiod~, ~Lukrez~, ~Varro~ usf.; s. ~Blümner~ 4, 41; PW. 5,
2142 ff.

[5732] ~Blümner~ 4, 43.

[5733] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.

[5734] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58; ~Gsell~ 1.

[5735] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 65, 129.

[5736] ~Gsell~ 16, 50.

[5737] ebd. 1, 5, 6, 10, 68.

[5738] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73; ~Ed. Meyer~, a. a. O.

[5739] ~Gsell~ 2, 40, 68, 69; eigentliche Arsen-Mineralien sind nach
~Berthelot~ nicht nachweisbar („Arch.“ 72). -- Merkwürdigerweise zeigen
auch die in einigen Gegenden Frankreichs (Charente) aufgefundenen
Kupferbeile, aber nur während eines gewissen Zeitabschnittes (wohl
während der Aufarbeitung bestimmter Lagerstätten), bis 3% Arsengehalt
und daher große Härte (~Forrer~, „R. L.“ 46); die aus mexikanischen
Gruben zutage geförderten „Hartkupfer-Werkzeuge“, die „die Schneiden
der heutigen Messer zu beschädigen vermögen“, enthalten indes kein
Arsen, sondern verdanken ihre Härte einem erheblichen Gehalt an Nickel
und Kobalt, die jedenfalls aus den benützten Kupfererzen herrühren
(„Chemiker-Zeitung“ 1912, Ref. 453).

[5740] ~Gsell~ 6, 68.

[5741] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73.

[5742] ebd. 72.

[5743] Über die Kupfergruben Ägyptens und ihren Betrieb bis in die
ptolemäische Zeit hinein s. ~Reil~ 59 ff. Welcher Herkunft die nach
~Agatharchides~ in den ältesten nubischen Goldgruben allein benützten
Kupferwerkzeuge waren, ist unbekannt (s. ~Blümner~ 4, 41).

[5744] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 62, 150.

[5745] ~Borchardt~, M. G. M. 8, 300.

[5746] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.

[5747] ~Berthelot~, Mâ. II, 359 ff.

[5748] ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 212.

[5749] ~Berthelot~, „Arch.“ 8, 24, 54, 55.

[5750] ebd. 51; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.

[5751] ~Berthelot~, „Arch.“ a. a. O.

[5752] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.

[5753] ~Erman~ und ~Krebs~, „Papyri“ 43; ~A. Wiedemann~ 27.

[5754] ~Gsell~ 51; 5, 68; ~Brugsch~, „Äg.“ 400.

[5755] ~Brugsch~, ebd. 402.

[5756] ebd. 400.

[5757] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.

[5758] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911) 148 ff.

[5759] ~Brugsch~, „Äg.“ 334, 268, 253.

[5760] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ob mit diesem Namen, wie ~Lenormant~
annimmt, („Mag.“ 241 ff.), das finnische rauta und slavische ruda
zusammenhängt, ist noch fraglich.

[5761] ~Lenormant~, „Anf.“ 122; „Mag.“ 189.

[5762] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906)
82, 87; „Alt.“ 1, 445; ~Berthelot~, „Arch.“ 75 ff., 81.

[5763] ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391 ff.; „Coll.“ I, 235.

[5764] ders., „Arch.“ 75 ff., 81.

[5765] ~Jeremias~, „Handbuch“ 59; ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391.

[5766] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416, 744.

[5767] ~Berthelot~, „Arch.“ 80.

[5768] ~Berthelot~, „Arch.“ 78.

[5769] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 492, 499.

[5770] ebd. 1, 512.

[5771] ebd. 1, 517; ~Oefele~, „M. G. M.“ 2, 90, 214.

[5772] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606.

[5773] ebd. 1, 688 ff.; 671, 673; 734, 707, 744. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
49.

[5774] ebd. 2, 219 ff.; ~Blümner~ 4, 60. Vgl. ~Plinius~, lib. 7, cap.
195.

[5775] ~Rossignol~ 77, 106.

[5776] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673; 2, 219 ff.

[5777] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.

[5778] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673.

[5779] Vgl. ~Blümner~ 4, 60.

[5780] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.

[5781] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.

[5782] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 568, 665; ~Forrer~, „R. L.“ 850.

[5783] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 120 ff.

[5784] ebd. 1, 744.

[5785] ebd. 1, 668 ff.

[5786] ebd. 2, 156 ff.; 167, 173.

[5787] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 172.

[5788] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 167.

[5789] ~Rossignol~ 88 ff.; ~Blümner~ 4, 62 ff.

[5790] Ges. 1, Vers 184.

[5791] ~Strabon~, lib. 14, cap. 684; s. ~Blümner~ 4, 60.

[5792] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.

[5793] ~Freise~ 118.

[5794] ~Schrader~, a. a. O.; s. die Analogie mit dem lateinischen
„faber“ (~Blümner~ 2, 240, 317).

[5795] ~Schrader~, a. a. O.

[5796] ~Blümner~ 4, 64.

[5797] ders., ebd.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 480 ff. -- Vgl. ~Hoernes~,
„Urzeit“ 2, 76.

[5798] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff.

[5799] ~Regling~, PW. 7, 970; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 696; ~Ed.
Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff., 550.

[5800] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 85, 89.

[5801] ~Schrader~, „R. L.“ 729; ~Feldhaus~, „Technik“ 589.

[5802] ~Hoops~ 1, 269, 248 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486, 542; „Urg.“
361 ff.

[5803] ~Forrer~, „R. L.“ 707, 798.

[5804] ~Schrader~, „Die Indogermanen“ (Leipzig 1911) 60.

[5805] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 116, 118.

[5806] ~Regling~, PW. 7, 973.

[5807] ebd. 983.

[5808] ebd. 7, 970 ff.

[5809] ~Forrer~, „R. L.“ 541; 79, 188, 434.

[5810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 733.

[5811] ~Forrer~, „R. L.“ 15, 64 ff., 724; 431; „Urg.“ 361 ff.

[5812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486;
„Urg.“ 361 ff.; ~Hoops~ 1, 269; 248 ff.

[5813] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707.

[5814] ~Much~, M. G. M. 2, 59.

[5815] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.

[5816] ~Hoernes~, ebd.

[5817] ~Blümner~ 4. 66.

[5818] „Bellum gallicum“, lib. 5, cap. 12.

[5819] ~Schliz~, bei ~Hoops~ 3, 452.

[5820] ~Forrer~, „R. L.“ 46.

[5821] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 727; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
764 ff., 768.

[5822] ~Schrader~, „Urg.“, a. a. O.; „R. L.“ 540.

[5823] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff., 117 ff.

[5824] ebd. 58 ff.

[5825] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ 18, 23, 70, 232, 290.

[5826] „Esthnische Märchen“ 325.

[5827] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 119 ff.; über Kupferbergbau bei den
Tschuden, sowie in Japan im 7. Jahrhundert v. Chr., s. ebd. 2, 112 ff.,
115.

[5828] ~Pfizmaier~, a. a. O. 26 ff., 32, 33.

[5829] ~Rây~ 1, 77 mit Abbildung auf Tafel 6; ~Freise~ 125 ff.

[5830] ~Neumann~, „Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1907, 2020.

[5831] ~Hiuen-Thsang~ 2, 278.

[5832] ~Berthelot~, „Arch.“ 93, 95.

[5833] üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 9.

[5834] ~Bartholomae~, „Die Gathas des Avesta, ~Zarathustras~
Verspredigten“ (Stuttgart 1905) 28, 108, 124, 128.

[5835] ~Gray~, A. Rel. 7; 359 ff.

[5836] ~Kremer~ 1, 303.

[5837] ebd. 2, 184.

[5838] ~Kremer~, 1, 308 und 2, 283; ~Blümner~ 4, 59.

[5839] ~Kremer~ 1, 355.

[5840] ebd. 1, 329, 330, 375; 2, 283. Über Naphtha-Feuerwerker und
Naphtha-Truppen s. ebd. 1, 237 und ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 117;
das sog. griechische Feuer benützten die Araber erst im 12. Jahrhundert
(~Kremer~ 1, 249).

[5841] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.

[5842] ebd. 1, 205, 206; 2, 58 ff., 117 ff., 532; ~Kout~,
„Chemiker-Zeitung“ 33, 297. -- Zur Zeit des ~Abu Mansur~ aus Herat,
der um 975 seine Pharmakologie schrieb, das älteste in neupersischer
Sprache vorliegende Werk (s. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 81), bedeutet ıôy
noch Kupfer und nicht, wie gegenwärtig, Zink (~Diergart~, M. G. M. 2,
149 ff.; 3, 30; ~Hirschberg~, ebd. 3, 449); im 12. Jahrhundert findet
sich bereits ein anderes, auch jetzt noch gebräuchliches Wort, miss
(~Diergart~, ebd. 2, 151).

[5843] M. G. M. 6, 163.

[5844] M. G. M. 6, 488; ~Wilser~, „Urzeit“ 22.

[5845] ~Hoops~ 2, 438: der schwedische Bergbau z. B. beginnt erst gegen
1300; s. auch weiter oben.

[5846] ~Blümner~ 4, 60.

[5847] ~Friedlaender~ 2, 308.

[5848] „Ilias“, Ges. 9, Vers 365.

[5849] ~Blümner~ 4, 57.

[5850] ~Rossignol~, a. a. O. 269 ff.; dort auch die übrige Litteratur.

[5851] ~Blümner~ 2, 231; 4, 57.

[5852] ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709) 484.

[5853] „Aeneis“, Ges. 3, Vers 680.

[5854] ~Olck~, PW. 4, 1909. Wenn z. B. im 16. Jahrhundert
~Caesalpinus~, der sich einer sehr gewählten Sprache befleißigt, vom
„aes cuprinum“ redet („De re metallica“, Nürnberg 1662; 79), so folgt
daraus auch nicht, „cuprum“ sei damals noch unbekannt gewesen.

[5855] ~Hülsen~, PW. 4, 1761.

[5856] lib. 3, cap. 13.

[5857] ~Olck~, PW. 4, 1929; ~Höfer~, Ro. 2, 1713; ~Nork~,
„Festkalender“ (Stuttgart 1847), 246.

[5858] ~Bibra~, „Die Bronze- und Kupfer-Legierungen der alten und
ältesten Völker“ (Erlangen 1869) 161; ~Gsell~ 73 ff.

[5859] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.

[5860] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 90 ff.

[5861] ~Smith~, M. G. M. 11, 177.

[5862] ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~, a. a. O.

[5863] ~Bibra~, a. a. O.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53; ~Gsell~, a. a. O.

[5864] ~Hoops~ 1, 329 ff. Ganz außer Betracht mögen hierbei die
gewerblichen und künstlerischen Bronze- und Messing-Erzeugnisse
Westafrikas bleiben, da die Meinungen über deren Ursprungszeit immer
noch weit auseinander gehen; auf ein verhältnismäßig höheres Alter
metallurgischer Kenntnisse und Künste deuten möglicherweise die Sagen
von der westafrikanischen „Bronze- und Messing-Stadt“ hin, die die
Erzählungen „1001 Nacht“ überliefern, die fraglichen Kunstwerke selbst
stammen aber, wovon der bloße Anblick der Darstellungen überzeugen
müßte, erst aus dem 16. Jahrhundert.

[5865] „Neuspanien“ 4, 8 ff.

[5866] ~Cortez~, „Drei eigenhändige Briefe an Kaiser ~Karl~ V.“, ed.
~Schultze~ (Hamburg 1907) 617; ~Prescott~, „Eroberung von Mexiko“
(Leipzig 1845) 1, 117, 492.

[5867] ~Humboldt~, a. a. O.; „Vues des Cordillères“ 2, 158; 1, 314;
~Prescott~, a. a. O. 1, 112, 489; 2, 457. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
123.

[5868] ~Humboldt~, „Vues“, a. a. O. und 2, 146; ~Prescott~, „Eroberung
von Peru“ (Leipzig 1848) 1, 117. Peruanische Bronze mit 11,5% Zinn
erwähnt ~Hoernes~, a. a. O. 126; ebd. Bronze aus Bogota (124).

[5869] ~Aichel~, „A. Med.“ 6, 190.

[5870] ~Gsell~ 33 ff.

[5871] ~Lieblein~, M. G. M. 11, 178; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.;
~Berthelot~, „Arch.“ 15.

[5872] ~Berthelot~, a. a. O., 54 ff.

[5873] ~Mötefindt~ in ~Feldhaus-Klinckowströms~ „Geschichtsblättern“ 1,
150.

[5874] ~Erman-Krebs~, „Papyri“ 43.

[5875] ~Gsell~ 34; ~Feldhaus~, „Technik“ 144.

[5876] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 52, 47, 51.

[5877] ~Berthelot~, „Arch.“ 15; ~Gsell~ 33 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 115.

[5878] ~Berthelot~, „Arch.“ 15.

[5879] ebd. 54 ff.

[5880] ebd. 62; ~Gsell~ 34; ~Forrer~, „R. L.“ 115, 116, 923; ~Hoernes~,
„Urzeit“ 2, 17 ff.

[5881] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“
212; ~Forrer~, „R. L.“ 197.

[5882] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Busch~, „Zeitschrift f. angewandte
Chemie“ 1914, 512; ~Gsell~ 77, 78; vgl. die sumerischen Bleibronzen um
3000 (s. oben).

[5883] ~Gsell~, a. a. O.

[5884] ~Schrader~, „Urg.“ 66.

[5885] ~Blümner~ 4, 337.

[5886] ~Gsell~ 77, 78.

[5887] ~Zenghelis~, M. G. M. 7, 267.

[5888] ~Gsell~, a. a. O.

[5889] ~Meyer-Steineg~, „Chirurgische Instrumente des Altertums“ (Jena
1912); ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439.

[5890] ~Feldhaus~, „Technik“ 515.

[5891] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416; „Sumerer“ 56 ff., 75.

[5892] ~Delitzsch~, M. G. M. 5, 11.

[5893] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 77, 79.

[5894] ~Feldhaus~, „Technik“ 1032.

[5895] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 85, 115; „Alt.“ 1, 418. Vgl. aber die
Kupferspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch um 2900 (s. oben).

[5896] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 92.

[5897] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 10, 75.

[5898] ~Baumstark~, PW. 2, 2744.

[5899] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 53, 106, 111; 56 ff., 113.

[5900] ebd. 47 ff.

[5901] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51.

[5902] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606. Dort war sie jedoch, ebenso wie das
Kupfer, schon seit etwa 2500 gebräuchlich (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 25,
30).

[5903] ~Berthelot~, „Arch.“ 93 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144; ~Busch~,
„Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1914, 512.

[5904] ~Berthelot~, „Arch.“ 88 ff.

[5905] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 424.

[5906] ~Lenormant~, „Mag.“ 192, 194.

[5907] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 1, 118; 2, 63.

[5908] ~Berthelot~, „Arch.“ 253, ohne Angabe des Gewährsmannes.

[5909] ebd. 80.

[5910] ~Weisbach~, M. G. M. 5, 502 ff.

[5911] So z. B. ~Ibel~, „Die Wage im Altertum und Mittelalter“
(Erlangen 1908) 144.

[5912] ~Karo~, A. Rel. 12, 361 ff.

[5913] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff., 707.

[5914] ~Forrer~, „R. L.“ 413.

[5915] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Forrer~, „R. L.“ 163. Nach ~Hoernes~ ist
Bronze in Cypern seit mindestens 3000 bekannt und bleibt lange Zeit
hindurch auffällig zinnarm („Urzeit“ 2, 30).

[5916] ~Karo~, a. a. O.

[5917] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Hoernes~, a. a. O.

[5918] ders., „Alt.“ 2, 120 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731.

[5919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.

[5920] ~Hoops~ 1, 315 ff.

[5921] ~Forrer~, „R. L.“ 850.

[5922] ~Blümner~, PW. 6, 607.

[5923] ~Lippert~, a. a. O. 230 ff.

[5924] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 173.

[5925] ~Lippert~, a. a. O.

[5926] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130, 156 ff.

[5927] ~Gsell~, 35, 78; ~Feldhaus~, „Technik“ 144. -- Nach arabischen
Quellen war die berühmteste der „Säulen des ~Herkules~“ ein Riese aus
Messing mit ungeheurer Keule, der erst im Jahre 1145 völlig zerstört
wurde (~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 845).

[5928] ~Fiechter~, PW. 1a, 965; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76.

[5929] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.

[5930] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 425.

[5931] ~Karo~, a. a. O.

[5932] ~Blümner~, PW. 6, 607.

[5933] ~Büchsenschütz~, „Die Hauptstätten des Gewerbefleißes im
klassischen Altertum“ (Leipzig 1869) 43; vgl. ~Blümner~, „Die
gewerbliche Tätigkeit der Völker des klassischen Altertums“ (Leipzig
1869); ~Lobeck~ 1156.

[5934] ~Rossignol~ 32, 95.

[5935] ~Blümner~ 4, 54 und PW. 3, 892 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.

[5936] ~Karo~, a. a. O.

[5937] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 62.

[5938] ~Burnet~ 201; ~Rossignol~ 229.

[5939] Vgl. noch ~Blümner~ 4, 179 ff.; ~Freise~ 123.

[5940] ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.

[5941] üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828 ff.) 2, 1343, 1521; 3, 2243; 4, 3132.

[5942] Ein einziger Depotfund umfaßte nach ~Montelius~ 1418 kg roher
und verarbeiteter Bronze (~Willers~, „Die römischen Bronze-Eimer von
Hammoor“, Hannover 1901, 102). -- Im allgemeinen treten jedoch in
Italien größere Mengen Bronze nicht vor etwa 2300 auf und sind lange
Zeit hindurch zinnarm (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76, 78).

[5943] ~Hülsen~, PW. 6, 2171; ~Ed. Meyer~. Alt.“ 2, 506 ff.

[5944] ~Ed. Meyer~, ebd.

[5945] Vgl. ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 109; ~Rupe~, M. G. M. 5, 86. Die
Bronzewaren der etruskischen Blütezeit sind durchweg gegossen; Gefäße
hingegen, die nach ~Montelius~ schon seit etwa dem 11. Jahrhundert
n. Chr. nach dem Norden gelangten und aus gebogenen und gehämmerten,
mit gestanzten und gepunzten Verzierungen versehenen, durch Nietreihen
verbundenen Blechen bestehen, stammen aus den nördlichsten Landschaften
Italiens, namentlich den jenseits des Po gelegenen (~Willers~, a. a. O.
90 ff.).

[5946] ~Skutsch~, PW. 6, 744, 766, 785.

[5947] ~Latte~, PW. 9, 1123.

[5948] ~Valerius Maximus~, lib. 4, cap. 7.

[5949] ~Blümner~ und ~Bibra~, PW. 3, 987; ~Hülsen~, PW. 3, 902, 1558;
~Gummerus~, PW. 9, 1463, 1467, 1490; ~Büchsenschütz~, a. a. O. 45;
~Willers~, „Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie in
Capua“ (Hannover 1907); ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3, 517. Analysen antiker
Bronzen s. bei ~Bibra~ und bei ~Blümner~ 4, 185 ff.

[5950] ~Hoops~ 2, 375 ff.

[5951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 744; ~Forrer~, „R. L.“ 116, 255, 434 und
„Urg.“ 314 ff., 341 ff.; ~Wessely~, a. a. O. 21; ~Hoops~ 1, 124, 143;
2, 368; 1, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 94 ff.

[5952] ~Montelius~, s. ~Schlemm~, „Wörterbuch der Vorgeschichte“
(Berlin 1908) 69; ~Forrer~, „R. L.“ 117.

[5953] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.

[5954] ~Caesar~, „Gallischer Krieg“, lib. 5, cap. 12; vgl. ~Lenormant~
„Anf.“ 1, 108.

[5955] M. G. M. 4, 112; „Vorzeit“ 24.

[5956] ~Hoops~ 1, 314, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 93 ff.

[5957] ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328 und „Urg.“ 117 ff.; ~Wessely~,
a. a. O.; ~Hoops~ 2, 375 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 798.

[5958] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707.

[5959] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.

[5960] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707; „Urg.“ 314 ff., 341 ff.

[5961] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 745 ff., 751.

[5962] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 104 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.

[5963] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Schrader~, a. a. O.; ~Blümner~, PW. 3,
892 ff.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1907, 2022.

[5964] ~Bibra~ 158; es macht sich erst wieder in den jüngsten Funden
spätrömischer Herkunft bemerklich.

[5965] ~Lippert~ 230 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 310; ~Schrader~, „R. L.“
284; ~Hoops~ 1, 315 ff.; 2, 367.

[5966] ~Forrer~, „R. L.“ 64, 116, 183, 431, 434, 923; „Urg.“ 314 ff.,
341 ff.; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.

[5967] ~Forrer~, „R. L.“ 310, 555; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 930.

[5968] ~Hoops~ 1, 630.

[5969] ebd. 1, 315 ff.

[5970] ~Forrer~, „Urg.“ 410; ~Hoops~ 2, 367; ~Feldhaus~, „Technik“ 144,
1316.

[5971] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 734 ff.

[5972] ~Forrer~, „R. L.“ 46.

[5973] ~Forrer~, „Urg.“ 410; „R. L.“ 108, 94.

[5974] ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“
(Heilbronn 1873).

[5975] ~Partsch~, PW. 1, 1604. -- ~Hoernes~ betrachtet Italien als „die
Basis“ für die Verbreitung der Bronze in Westeuropa („Urzeit“ 2, 90
ff.); mindestens ebenso alt wie dort ist aber ihre Kenntnis in Spanien,
woselbst die reichen Erzschätze eine frühzeitige Einbürgerung der
orientalischen Kultureinflüsse begünstigten (ebd. 85 ff.).

[5976] ~Faulmann~, „Kulturgeschichte“ (Wien 1881) 255, 258.

[5977] ebd. 279; Kaiser ~Yü~ soll das Reich zuerst in 9 Provinzen
geteilt und diese durch 9 bronzene Dreifüße versinnbildlicht haben.

[5978] ebd. 264.

[5979] ~Richthofen~, „China“ (Berlin 1877) 1, 319, 373.

[5980] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144.

[5981] ~Richthofen~, a. a. O.; ~Freise~ 128 ff.

[5982] ~Faulmann~ 275, 278.

[5983] ~Bibra~, a. a. O. 182, 113; ~Göbel~, „Einfluß der Chemie auf die
Ermittlung der Völker der Vorzeit“ (Erlangen 1842) 17. In beiden Werken
s. zahlreiche Analysen.

[5984] ~Bibra~, a. a. O.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte
Chemie“ 1907, 2022; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 111 ff.

[5985] ~Bibra~, a. a. O.

[5986] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ~Hoernes~, a. a. O. 120.

[5987] ~Schrader~, „R. L.“ 488, 763, 892; vgl. ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
764 ff., 768.

[5988] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.

[5989] ~Hiuen-Thsang~ 1, 51.

[5990] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915), Bd. 2.

[5991] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 58 ff., 71.

[5992] ~Berthelot~, Mâ. II, 357; Coll. II, 375.

[5993] „Beiträge zur Geschichte der Ölmalerei“, üb. ~Hesse~ (Wien 1907)
54.

[5994] Vgl. „Liber sacerdotum“ bei ~Berthelot~, Mâ. II, 209;
~Merrifield~ 2, 831 (aus dem sog. Brüsseler Manuskript von 1635?).

[5995] ed. ~Depping~ (Paris 1837) 96.

[5996] ~Ilg~, „Beiträge zur Geschichte der Kunst und Kunsttechnik aus
mittelhochdeutschen Dichtungen“ (Wien 1892) 63, 80, 139.

[5997] a. a. O. 271.

[5998] „Urg.“ 58 ff., 73.

[5999] ~Muratori~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Bucher~ 3, 108 ff.

[6000] Ein Erlaß ~Karls des Grossen~ verbietet, den Grenzvölkern Waffen
aller Art zu verkaufen, u. a. auch „brunias“ (~Willers~, „Unt.“ 27).

[6001] ~Schrader~, „Urg.“ 103, 813; ~Ebert~, bei ~Hoops~ 3, 394.

[6002] „Urg.“ 73.

[6003] ~Schrader~, ebd.

[6004] ~Bucher~ 3, 46 ff.; ~Freise~ 128 ff.

[6005] Gegenwärtig ist im Persischen Birindsch = Messing.

[6006] ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1893) 3, 167, 334, 353,
387; ~Horn~, bei ~Hoops~, „Waldbäume und Kulturpflanzen“ (Straßburg
1895) 449.

[6007] Coll. II, 375, 376; statt Kupfer steht dort Kupferrost.

[6008] Coll. II, 220.

[6009] Coll. III, 359, 360.

[6010] Mâ. II, 21, 358; das schmelzende Glas diente dazu, die
Oberfläche von der Luft abzuschließen und sie gegen Oxydation zu
schützen.

[6011] Mâ. II, 356 ff.

[6012] Mâ. II, 357. Vielleicht liegt eine Verwechslung mit dem nicht
seltenen Büchertitel „Palladium“ vor, s. noch das „Palladium chimicum“
des ~Faber~ in ~Morhofs~ „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 99.

[6013] Coll. II, 16.

[6014] Intr. 275 ff.

[6015] lib. 33, cap. 9; lib. 34, cap. 17.

[6016] Mâ. II, 356 ff.

[6017] ~Lindemann~, „Corpus grammaticorum veterum“ (Leipzig 1831) 1,
27, 347. Nach ~Kiepert~ liegt vielleicht ein Zusammenhang mit „Brente“
vor, das z. B. im Albanesischen „das Innere“ bedeutet (~Hülsen~, PW.
Suppl. 1, 258); dagegen kommt ein solcher mit ~Brentos~, Sohn des
~Herakles~, nicht in Frage (~Schultz~, Ro. 1, 818).

[6018] „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 320.

[6019] lib. 15, cap. 1; s. ~Hülsen~, PW. 3, 902; ~Philipp~, PW. 9, 729.

[6020] lib. 2, cap. 20.

[6021] Wien 1899, 156.

[6022] „Brunzi mortario“ um 1450, bei ~Merrifield~ 2, 449, 513. „Des
Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Beziehungen zu Herzog ~Philipp~
II. von Pommern-Stettin“ 1610-1619, ed. ~Doering~ (Wien 1894) 44, 78,
96, 118, 182; dessen „Reisen nach Innsbruck und Dresden“ 1628/29 (Wien
1901) 137, 295.

[6023] ~Schrader~, „Urg.“ 73.

[6024] ders., „R. L.“ 199.

[6025] ~Rossignol~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73.

[6026] ~Bibra~, a. a. O.

[6027] ~Plutarch~, „~Alexander~“, cap. 2; in gleicher Gestalt
erscheinend tötet ~Zeus~ die ~Semele~.

[6028] ~Hoefer~, PW. 3, 890; ~Reisch~, ebd.; ~Roscher~, Ro. 2, 1677;
~Rossignol~ 52, 110. ~Bronte~ und ~Sterope~, Donner und Blitz, heißen
die beiden Rosse des ~Helios~, der in seiner Eigenschaft als Wettergott
das Gegenstück zum babylonischen ~Ramman~ bildet, dem „Herrn der
Gewitter“ (~Pfeiffer~, „Sternglaube“, 12). -- Mit ~Brontes~ steht
vielleicht auch der Name ~Brontinos~ in Zusammenhang, den u. a. ein
alter pythagoräischer Philosoph führt, s. ~Zeller~ 1, 52; 3 (2),
116 und ~Diels~, „Vorsokratiker“ 1, 35; bei ~Burnet~ (179) heißt er
~Brotinos~ (Druckfehler?).

[6029] ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, 65; ~Isidorus~, lib. 16, cap. 15;
s. ~Wörner~, Ro. 3, 3448.

[6030] „Museum metallicum“ (Bologna 1648) 613 ff.; ebd. 208 ist
„bronzium“ ein feuerfarbiges, wesentlich aus Zinnober bestehendes
Pigment.

[6031] ~Jessen~, PW. 3, 889 ff.; ~Cumont~, ebd. 3, 891 und Suppl. 1,
258; ~Stoll~ und ~Steuding~, Ro. 1, 830; ~Aust~, Ro. 2, 752; ~Thulin~,
PW. 10, 1131; vgl. den ~Jupiter tanarus~ einer britannischen Inschrift
von 154 n. Chr. (~Reusch~, Ro. 4, 74).

[6032] S. die Nachweise unter Anm. 3.

[6033] Dies erwähnt schon ~Schedel~, „Waren-Lexikon“ (Offenbach 1790)
130

[6034] Coll. II, 16; fulgur ist im Lateinischen = Blitz, aber auch =
Donnerschlag.

[6035] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 135 ff.; ~Woermann~, a. a. O.;
~Feldhaus~, „Technik“ 471.

[6036] ~Feldhaus~, ebd. 463; M. G. M. 9, 147; 10, 176.

[6037] ~Feldhaus~, ebd. 464; ~Hoops~ 2, 262; ein Glöckchen zum Wecken
des Gesindes erwähnt ~Lukian~ (~Beckmann~ 4, 123).

[6038] ~Bucher~ 3, 109; in Japan sind sie etwa um 650 n. Chr.
nachgewiesen (ebd. 110).

[6039] ~Bossi~, „Le campane“ (Macerata 1897).

[6040] ebd. 17; 11, 15 ff., 18.

[6041] ebd. 236 ff.

[6042] ebd. 18, 19; auf diese Weise entstanden also die freistehenden
italienischen Glockentürme.

[6043] ebd. 29; ~Feldhaus~, „Technik“ 1203.

[6044] ~Feldhaus~, ebd. 269, 1123; s. die Erwähnung in ~Dantes~
„Paradies“, Ges. 10, Vers 139. -- Gestalten, die die Stunden mit dem
Hammer auf die Glocke schlugen, wie man sie z. B. noch gegenwärtig
auf den Procuratien in Venedig, sowie in manchen niederländischen
Städten sieht, waren im Mittelalter weit verbreitet und sehr beliebt;
sie hießen Glocken-Hans, Glocken-Fritz, Glocken-Jakob, und noch
~Shakespeare~ erwähnt in ~Richard~ II. (Akt 5, Szene 5) einen „Jack
o’the clock“ (s. ~Rabelais~, üb. ~Regis~, Leipzig 1839, 2, 21; vgl.
auch das bekannte Spiel „Glocke und Hammer“). -- Ihre ältesten
Vorbilder sind vermutlich im Orient zu suchen (s. ~E. Wiedemann~, „Über
die Uhren ...“, Halle 1915, 14 ff.).

[6045] üb. ~Loth~ (Leipzig 1882) 63.

[6046] üb. ~Greve~ 10, 332.

[6047] ~Bucher~ 3, 68.

[6048] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Vogeler~ in
„Geschichts-Blättern“ 1, 85.

[6049] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Bucher~ 3, 68;
~Bossi~ 29.

[6050] ~Schrader~, „R. L.“ 1018.

[6051] ~Bossi~ 44.

[6052] ~Feldhaus~, a. a. O.

[6053] ~Bossi~ 41.

[6054] ebd. 37.

[6055] ebd. 39, 131; vgl. ~Hase~, „Kirchengeschichte“ (Leipzig 1909)
154.

[6056] ~Bossi~ 49; ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris
1848) 1, 384. Der Gebrauch ist spätestens 789 nachgewiesen (~Bossi~ 51).

[6057] ~Bossi~ 53; das Wort „Glocke“ soll keltischen Ursprunges sein
(~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“, Straßburg 1910, 176); s. aber
ebd. die Erklärung von „Glucke“.

[6058] ~Hoops~ 2, 262.

[6059] ~Bossi~ 39, 41.

[6060] ~Bossi~ 43; ~Molmenti~, „La vie privée à Venise“, ed. ~Ongania~
(Venedig 1895) 1, 92.

[6061] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
1897) 62. Demgemäß erzählt ~Albert~ von ~Aachen~, daß in Jerusalem
„soni et signa“ erst durch die Kreuzfahrer eingeführt wurden (~Prutz~,
„Kulturgeschichte der Kreuzzüge“; Berlin 1883, 504). Über die Glocken
in Jerusalem und Accon vgl. ~Röhricht~, „Geschichte des Königreiches
Jerusalem“ (Innsbruck 1898; 464, 447). Siehe auch A. Nat. 8, 165 ff.

[6062] ~Feldhaus~, „Technik“ 465.

[6063] ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 207; 101, 137.

[6064] ~Hülsen~, PW. 3, 1555; ~Willers~, a. a. O. 135.

[6065] ~Willers~, ebd. 101, 136; „Untersuchungen“ 28 ff., 59 ff., 192.

[6066] ders., „Bronze-Eimer“ 203 ff.

[6067] ders., „Unters.“ 73.

[6068] „Satiren“ 1, 6, 116.

[6069] lib. 34, cap. 95.

[6070] ~Willers~, „Unters.“ 79, 84.

[6071] ~Harnack~, „Ausbreitung und Mission ...“ 502.

[6072] ~Hülsen~, a. a. O. 1437.

[6073] Auch ~Willers~ kam schon 1901 zu diesem Schlusse („Bronze-Eimer“
205).

[6074] ebd. 56, 205.

[6075] ~Hülsen~, a. a. O.

[6076] ~Bossi~ 40; ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 203 ff.; ~Schrader~, „R.
L.“ 1018.

[6077] ~Hülsen~, PW. 3, 1437.

[6078] S. den „Donnerstein“ des ~Plinius~ und ~Isidorus~.

[6079] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge“ (Leipzig 1914) 170.

[6080] ~Schrader~, „Urg.“ 73.

[6081] „Opuscula chymica rariora“, ed. ~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1719)
113, 133.

[6082] ~Vitalis de Furno~ (Mainz 1531) 146.

[6083] ~Feldhaus~, „Technik“ 153.

[6084] ~Hoops~ 2, 262; ~Vogeler~, in „Geschichts-Blätter“ 1, 85.

[6085] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen
Kunst“ (Wien 1892); „Quellenbuch zur Kunstgeschichte der
abendländischen Malerei“ (Wien 1896).

[6086] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 318.

[6087] ~Feldhaus~, „Technik“ 465; Gesch.-Blätter 3, 100.

[6088] Venedig 1540, 75.

[6089] ~Bossi~ 275, 285. Aus Opposition gegen solche Vorurteile gaben
die französischen Protestanten das „Signum“ zum Gottesdienst durch
einen Flintenschuß! (~Rabelais~, a. a. O. 2, 85).

[6090] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Seligmann~, „Der böse
Blick“ (Berlin 1910) 2, 273, 180; ~Zahn~, „Geschichts-Blätter“ 3, 337.
Schon die Zauberin in der 2. Idylle des ~Theokritos~ (um 260 v. Chr.)
vernimmt, nach offenbar uralter Vorstellung, die Stimme der angerufenen
Göttin im „tönenden ehernen Becken“ (Vers 36). ~Wessely~, „Wiener Akad.
Denkschr.“ 36, Z. 89. 3257.

[6091] ~Migne~, a. a. O. 1, 384; ~Rabelais~, a. a. O. 2, 85.

[6092] ~Rabelais~ 2, 270.

[6093] ~Gsell~, a. a. O. 71; ~Luschin von Ebengreuth~, a. a. O. 34.

[6094] Troja: ~K. B. Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“
(Leipzig 1882); „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 1882.

[6095] ~Gsell~ 8, 51 ff.

[6096] s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.

[6097] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1703) 558. ~Stoll~,
a. a. O. 814; nach ~Las Casas~ sonderten so die Caraïben das Gold vom
„Guanin“ und später auch vom Messing, das sie sehr hoch schätzten.

[6098] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264. ~Ruska~ glaubt, Tutia sei sowohl im
Persischen wie im Sanskrit ein Fremdwort („Steinbuch des ~Aristoteles~“
175).

[6099] ~Hiuen-Thsang~ 2, 174.

[6100] ebd. 1, 177, 197, 198; 2, 45, 46.

[6101] ~Woermann~, a. a. O.

[6102] ~Somadeva~, „Märchen“, üb. ~Brockhaus~ (Leipzig 1843) 2, 131.

[6103] a. a. O. 2, 272.

[6104] ~Berthelot~, „Arch.“ 218 ff.

[6105] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“
(Stuttgart 1879) 1, 458; 2, 87, 655, 441.

[6106] üb. ~Fuchs~ 3, 603.

[6107] ebd. 3, 288, 294.

[6108] ebd. 1, 305.

[6109] „Schild des ~Herakles~“, Vers 122.

[6110] Nr. 6, Vers 9.

[6111] ~Rossignol~ handelt es in seinem Buche auf 120 Seiten ab
(211-331)! Auch er betrachtet es jedoch als ein bloß mythisches (ebd.
224).

[6112] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.

[6113] ebd. 2, 113.

[6114] ~Blümner~ 4, 199; ~Schrader~, „R. L.“ 539.

[6115] ~Rossignol~ 234 ff.

[6116] ~Olck~, PW. 6, 655; ~Franz~, bei ~Freise~ 140; ~Schrader~,
„Ling.-Histor. Forschungen“ 26.

[6117] ~Blümner~ 4, 96, 193 ff., 197.

[6118] ebd. 4, 159, 171 ff.

[6119] ~Rossignol~ 242 ff.

[6120] „Onomastikon“, lib. 3, cap. 87; ~Rossignol~ 244.

[6121] „De meteoris“, cap. 1.

[6122] ~Blümner~, PW. 7, 687; ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische
Zeitung“ 1882.

[6123] „Aeneis“, lib. 12, Vers 87.

[6124] ~Blümner~ 4, 184, 199.

[6125] ~Rossignol~ 230, 292 ff., 302. ~Schweigger~ erklärte es in
seiner Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848) für
Platin! -- Libanos ist bekanntlich = weiß, s. das schneebedeckte
Gebirge Libanon.

[6126] lib. 34, cap. 2.

[6127] ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832) 8, 36; 310.

[6128] „Lexikon“ 1140.

[6129] lib. 16, cap. 20.

[6130] ~Reil~ 62.

[6131] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 43, 47; vgl. auch die
μελίεφθα genannten dünnen Platten (ebd. 121, 188).

[6132] lib. 34, cap. 2.

[6133] ~Willers~, „Unters.“ 30, 37 ff., 104; ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3,
517.

[6134] ~Willers~ a. a. O., 35, 37 ff.; das Kupfer kam damals aus den
Mansfelder Gruben über Goslar an den Rhein.

[6135] ~Schrader~, „R. L.“ 539; „Urg.“ 73; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 113.

[6136] ~Schrader~, a. a. O.; ~Hoops~, a. a. O. Meze = Kupfer s.
~Sattler~, „Handels-Rechnungen des Deutschen Ordens“ (Leipzig 1887) 321.

[6137] ~Lexer~, „Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch“ (Leipzig
1885) 161; vgl. ~Heinrich von Neuenstadt~, „Apollonius“, ed. ~Strobl~
(Wien 1875) 333; ~Hoops~, a. a. O.; ~Peltzer~, „Geschichte der
Messing-Industrie am Niederrhein ...“ (Aachen 1909) 67 ff.

[6138] „Sarepta“ (Nürnberg 1587) 66, 68, 88, 101, 136, 178; Erwähnung
einer messingenen Füllfeder ebd. 95.

[6139] ~Peltzer~, a. a. O.

[6140] „Geschichts-Blätter“ 1, 257.

[6141] ~Peltzer~ 63.

[6142] ~Peltzer~ 141, 154; ~Schrader~, „R. L.“ 178.

[6143] ~Peltzer~ 67 ff.

[6144] ~Rossignol~ 270.

[6145] ~Berthelot~, „Intr.“ 55, 275.

[6146] „Livre des métiers“ 55, 184.

[6147] ~Willers~, „Unters.“ 35 ff.

[6148] ~Schrader~, „R. L.“ 539.

[6149] „Kalewipoeg“ 339.

[6150] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Forrer~, „R. L.“ 94.

[6151] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 6.

[6152] ~Reil~ 71.

[6153] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238, 59.

[6154] ~Berthelot~, „Arch.“ 80.

[6155] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24.

[6156] ~Ed. Meyer~ „Sumerer“ 47.

[6157] ~Schrader~, „R. L.“ 97; „Urg.“ 91 ff.

[6158] „Geschichts-Blätter“ 1, 66.

[6159] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 670; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~,
„Technik“ 104. -- Betreff der Cycladen s. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 43.

[6160] ~Schrader~, „R. L.“ 97; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~,
„Technik“ 104.

[6161] ~Hyginus~, „Fabulae“; ~Cassiodorius~, „Variae lectiones“ 3, 31.

[6162] ~Jacoby~, PW. 7, 2710; ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.

[6163] ~Plinius~, lib. 4, cap. 21.

[6164] ~K. B. Hofmann~, „Das Blei bei den Völkern des Altertums“
(Berlin 1885); ~Blümner~ 4, 142 ff., 169; 155.

[6165] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 172.

[6166] üb. ~Fuchs~ 3, 293.

[6167] ~Rhousopoulos~, a. a. O.

[6168] ~Blümner~ 4, 191, 288.

[6169] Fragment „Über die Gerüche“.

[6170] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894)
167.

[6171] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37 ff., 45; ~Ziebarth~, PW. 6, 2771;
~Skutsch~, PW. 6, 786; ~Dieterich~, „Abraxas“ 77, 78.

[6172] ~Dziatzko~, PW. 3, 565; ~Kuhnert~, PW. 4, 2376; ~Drexler~, Ro.
3, 500; ~Roscher~, Ro. 4, 776.

[6173] „Annalen“, lib. 2, cap. 69.

[6174] ~Roeder~, Ro. 4, 774 ff.

[6175] ~Kremer~ 1, 62.

[6176] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.

[6177] ebd. 1, 303.

[6178] ebd. 1, 334; 2, 223.

[6179] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 88.

[6180] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 145.

[6181] ~Hoops~ 1, 293.

[6182] ~Forrer~, „R. L.“ 79, 94, 283; „Urg.“ 362 ff.; ~Schrader~, „R.
L.“ 1013.

[6183] ~Hultsch~, „Die Gewichte des Altertums“ (Leipzig 1898) 49, 50.

[6184] ~Forrer~, „Urg.“ 362 ff.

[6185] ~Forrer~, „R. L.“ 94, 108.

[6186] ~Henrich~ und ~Roters~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“
1907, 1321; vgl. ~Neumann~, ebd. 2032.

[6187] ~Schrader~, „R. L.“ 199; ~Feldhaus~, „Technik“ 104.

[6188] ~Schrader~, „Urg.“ 95; „R. L.“ 97; ~Hoops~ 1, 293; ~Wilser~,
„Vorzeit“ 24.

[6189] ~Hoops~ 1, 293 gegen ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.

[6190] s. unter 6188.

[6191] ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.

[6192] s. unter 6188.

[6193] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 77, 190.

[6194] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5, 141.

[6195] ~Baumstark~, PW. 2, 2714, 2715.

[6196] ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; ~Faulmann~, 99.

[6197] ~Bapst~, „L’étain“ (Paris 1884) 5 ff.

[6198] ~Tomaschek~, PW. 5, 1666; ~Kiessling~, PW. 6, 806; ~Bapst~ 5
ff., 8, 26; ~Gsell~ 36 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; die Anführung
von Zinn und verzinnten Gefäßen (ebd. 1, 86) im „Vendidad des
~Zoroaster~“ (!) ist natürlich nicht beweisend.

[6199] ~Montelius~, M. G. M. 2, 151.

[6200] ~Strabon~ 15, 2, 10.

[6201] ~Polack~ und ~Tomaschek~, M. G. M. 2, 152. Die von ~Bapst~
angeführte Stelle des ~Hiuen-Thsang~ (1, 19) bezieht sich hingegen
+nicht+ auf den Hilmend, sondern auf den Tarim im westlichen
chinesischen Turkestan, und dieses Auftreten von Zinnerz kommt daher
hier ebensowenig in Betracht, wie das am Ural, am Altai und in der
Nähe des Baikalsees (s. ~Sadowski~, „Die Handelsstraßen der Griechen
und Römer an die Gestade des baltischen Meeres“, Jena 1877, Vorr. 5;
~Berthelot~, Mâ. I, 364, 368).

[6202] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 149.

[6203] ~Hommel~ 132.

[6204] ~Amos~ 4, 7, 8; ~Amos~ lebte um 760, seine Weissagungen
sind jedoch im 3. Jahrhundert v. Chr. umredigiert, und da an der
betreffenden Stelle vom Lote der Bauleute die Rede ist, hat man unter
ânak an ihr vermutlich noch Blei zu verstehen (~Kautzsch~, „Altes
Testament“, Tübingen 1910); 2, 37.

[6205] ~Moses~ 4, 31, 21; ~Ezechiel~ 27, 5, 12.

[6206] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 329; ~Bapst~ 5, 14.

[6207] ~Schrader~, „Ling.“ 71; „R. L.“ 990, 995.

[6208] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.

[6209] ~Bapst~ 2; was der Autor daselbst über einen älteren Namen
Khaspu = Silberchen (?) und dessen Zusammenhang mit dem ägyptischen
Chesbet (!) sagt, entbehrt jeder Begründung.

[6210] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 23, 156, 157; vgl.
~Feldhaus~, „Technik“ 1368.

[6211] ~Schrader~, „R. L.“ 201.

[6212] „Beiträge“ 4, 326.

[6213] ~Schulten~, PW. 8, 2032.

[6214] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 97; ~Bapst~ 9 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
151, 745; 2, 156 ff.; warum gerade Iran nicht mit in Betracht kommen
sollte (ebd. 1, 744), ist nicht recht ersichtlich.

[6215] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 9.

[6216] ~Gsell~ 34.

[6217] Ob Zinn auch zu anderen Zwecken verwendet wurde, ist ungewiß;
von „Platten mit Inschriften und Figuren aus Mumiensärgen“ spricht
~Semper~ (2, 462), jedoch ohne jede Zeitangabe für deren Alter.

[6218] ~Brugsch~, „Äg.“ 271 ff.; ~Lippmann~, a. a. O.

[6219] ~Brugsch~, „Äg.“ 398, 401.

[6220] ~Schrader~, „R. L.“ 990.

[6221] ~Reil~ 64 ff., 190; 71.

[6222] ~Reil~ 71.

[6223] ~Blümner~ 4, 133.

[6224] ~Dieterich~, „Abraxas“ 138, 159.

[6225] ~Ideler~, „Physici et medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1, 45.

[6226] ~Friedlaender~ 2, 83; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“
(Leipzig 1900 ff.) 4, 783, 889; ~Hoops~ 2, 414; ~Reil~ 71.

[6227] ~Ideler~, a. a. O. 2, 206.

[6228] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.

[6229] ebd. 2, 156 ff.; ~Blümner~ 4, 187 ff.

[6230] „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 118.

[6231] Vgl. ~Blümner~ 4, 84 ff., 81 ff.

[6232] ~Hyginus~, „Fabulae“, a. a. O.

[6233] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1906) 1, 10.

[6234] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.

[6235] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.

[6236] Mitteilung von † Geh.-Rat Prof. ~H. Suchier~.

[6237] ~Mülder~, PW. 9, 1042.

[6238] „Ilias“ 11, Vers 25, 34; 18, V. 474, 565, 574, 613; 20, V. 171;
21, V. 592; 23, V. 503, 561.

[6239] ~Blümner~ 4, 53, 83.

[6240] Vers 208; s. auch „Theogonie“, Vers 852.

[6241] üb. ~Fuchs~ 2, 428, 439, 450, 451; 3, 309, 362, 443, 633; an
einer Stelle ist auch von „Zinn oder Blei“ die Rede (3, 633).

[6242] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759.

[6243] Über verschiedene bis in die Neuzeit fortdauernde Irrtümer
und allerlei absonderliche Hypothesen vgl. ~Humboldt~, „Kritische
Untersuchungen ...“ (Berlin 1852) 1, 128 ff.

[6244] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Speck~ 1, 94 ff., 103 ff., 463.

[6245] ~Schulten~, PW. 8, 2032.

[6246] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.

[6247] ~Speck~ 3, 157.

[6248] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.

[6249] ~Voss~, „Mythologische Briefe“ (Stuttgart 1827) 2, 174:
κασσίτερον ποταμόρρυτον.

[6250] ~Hübner~, PW. 2, 2763; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.

[6251] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Götz~, „Die Verkehrswege des
Welthandels“ (Stuttgart 1888) 109 ff., 348, 352; 267, 269, 290; ~Bapst~
12 ff.; ~Speck~ 1, 483, 505.

[6252] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
Griechen“ (Leipzig 1903) 559; ~Hübner~, PW. 3, 1355.

[6253] lib. 5, cap. 38.

[6254] lib. 4, cap. 122; lib. 34, cap. 95 und 116.

[6255] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~,
PW. 8, 1987, 2008.

[6256] ~Schulten~, a. a. O.; ~Siret~, M. G. M. 8, 106.

[6257] ~Berger~ 235, 356.

[6258] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 674, 679.

[6259] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Kiessling~, PW. 1a, 879.

[6260] ~Bapst~ 3, 15 ff.; ~Sadowski~, Vorr. 20.

[6261] lib. 34, cap. 17.

[6262] ~Bapst~ (49 ff., 51 ff.), dessen Unwissenheit zuweilen fast
unglaublich ist, -- ~Dioskurides~ ist z. B. bei ihm ein Herausgeber der
Werke des ~Hippokrates~ (54) --, läßt sie diese Kunst „schon in Asien,
von den Zigeunern“ lernen!

[6263] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~,
PW. 8, 1987.

[6264] lib. 7, cap. 56.

[6265] ~Schleiden~, „Das Salz“ (Leipzig 1875) 29, 41, 46.

[6266] lib. 4, cap. 22.

[6267] ~Abulfeda~ 2, 307.

[6268] ~Plinius~, lib. 4, cap. 20; ~Strabon~ 15, 2, 10; vgl. ~Gsell~ 36
ff.

[6269] ~Berger~, „Erdkunde“ 102, 232, 336; ~Haug~, PW. 1a, 764;
~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“
(Heilbronn 1873) 67 ff., 92 ff., 105.

[6270] ~Haverfield~, PW. 9, 857.

[6271] lib. 5, cap. 22.

[6272] lib. 5, cap. 104.

[6273] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.

[6274] ~Berger~ 102, 232, 332; ~Speck~ 2, 470 ff.; 4, 377; ~Bapsts~
Annahme, dies sei erst nach der Zerstörung Karthagos geschehen (12 ff.,
14, 18 ff.), ist ganz unverständlich.

[6275] ~Hergt~, „Die Nordlandfahrt des ~Pytheas~“ (Halle 1893); ~Götz~,
„Verkehrswege“ 4, 316.

[6276] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; „Erdkunde“
336, 361.

[6277] lib. 3, cap. 115; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759; ~Berger~, a. a. O.
53 ff., 357; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff.

[6278] ~Berger~, 353 ff.

[6279] ebd. 512.

[6280] ~Berger~ 559.

[6281] lib. 5, cap. 38.

[6282] lib. 3, cap. 147; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff.; ~Berger~ 361.

[6283] ~Berger~ 544, 630.

[6284] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Berger~ 235, 356.

[6285] ~Friedlaender~ 3, 335. Über die großen Mengen Zinn, die auch die
Phönizier im 6. Jahrhundert nach dem Osten brachten, z. B. nach Tyrus,
vgl. die Schilderung bei ~Ezechiel~.

[6286] Alle derartigen Berechnungen sind außerordentlich unsicher.

[6287] cap. 51 und 81, woselbst „τὸν κασσίτερον τὸν κελτικόν“. Vgl. die
bewunderungswürdige Ausgabe von ~Beckmann~ (Göttingen 1786) 100 ff.,
160 ff.

[6288] cap. 37.

[6289] ~Blümner~ 4, 179, 376.

[6290] ~Speck~ 3, 214; ~Gsell~ 34. Schon ältere etrurische Bronzen
enthalten 6% Zinn (~Speck~ 3, 257).

[6291] ~Speck~ 3, 290; 4, 386.

[6292] ~Isidorus~ 18, 14, 1; ~Skutsch~, PW. 6, 776; ~Schrader~, „R. L.“
365.

[6293] Candidus im Sinne von „fein“ findet sich auch auf Silberbarren
aufgestempelt (~Willers~, „Bronze-Eimer“ 233).

[6294] lib. 34, cap. 95.

[6295] ~Forrer~, „R. L.“ 115.

[6296] ~Beckmann~ 4, 370; ~Rossignol~ 291.

[6297] ~Beckmann~ 3, 512; ~Bucher~ 3, 273; ~Forrer~, „R. L.“ 753;
~Dafert~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910) 781.

[6298] lib. 34, cap. 48.

[6299] „Indika“, cap. 18.

[6300] ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1,
196; cap. 17.

[6301] ~Diodor~, lib. 5, cap. 46; fr. 6, 1.

[6302] ~Jacoby~, PW. 6, 960; ~Blümner~ 3, 45.

[6303] ~Golenischeff~ und ~Glaser~, PW. 2, 1391, 1403.

[6304] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 240; ~Ausfeld~,
„Der griechische Alexander-Roman“ (Leipzig 1907) 94.

[6305] ~Tkač~, PW. 1a, 1465.

[6306] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 91, 97.

[6307] ebd. 65, 75; 45, 65.

[6308] ~Speck~ 1, 195, 200; ~Bapst~ 15.

[6309] ~Bapst~ 9 ff.

[6310] „Die Phönizier“ (Berlin 1856) 3 (1), 63.

[6311] „Anf.“ 1, 98 ff.

[6312] ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Wecker~, PW. 9, 1316.

[6313] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.

[6314] ~Reinaud~, „Relation des voyages ...“ (Paris 1845) 1, Vor. 62;
1, 94; 2, 48.

[6315] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“
(Stuttgart 1879) 1, 37; 2, 655; ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Reinaud~,
a. a. O.

[6316] ~Andreas Bellunensis~, „Interpretatio arabum nominum“,
beigedruckt seiner Übersetzung von ~Avicennas~ „Canon“ (Venedig 1544)
4, 14, 18, 22.

[6317] ~Haller~, „Onomasticon“ (Frankfurt 1756) 10, 19.

[6318] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.

[6319] s. ~Marco Polo~, ed. ~Pauthier~ (Paris 1865) 703.

[6320] ~Beckmann~ 4, 739; vgl. ~Pigafettas~ „Reisen“ (Gotha 1801) 123.

[6321] ~Richthofen~, „China“ 1, 319, 373.

[6322] ~Bapst~ 22.

[6323] ~Faulmann~ 279.

[6324] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Speck~ 1, 205.

[6325] ~Gruber~, „Litt.“ 197; Nan = Süden, wie in Nanking = Stadt des
Südens.

[6326] ~Pfizmaier~ 24, 26; so hält auch noch der treffliche ~Garcia da
Orta~, 1533 bis 1563 Leibarzt des portugiesischen Vizekönigs in Goa,
Zinkoxyd für die Asche eines Gewächses (~Lippmann~, „Geschichte des
Zuckers“ 78).

[6327] ~Feldhaus~, „Technik“ 1368.

[6328] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1909, 44;
Bronzefibeln, die nur auf der Schauseite verzinnt sind, kennt man
ebenfalls.

[6329] ~Forrer~, „R. L.“ 930; Abbildungen bei ~Schlemm~, a. a. O. 668.
-- Schild: bei ~Genthe~ 48.

[6330] ~Genthe~ 134; ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; ~Bapst~ 23
ff., 28 ff.; ~Forrer~, „Urg.“ 316; „R. L.“ 632.

[6331] ~Bapst~, a. a. O.

[6332] ~Forrer~, a. a. O. 79, 94, 283; eine dieser Kugeln wiegt 735 g
(ebd. 932).

[6333] ~Beckmann~ 4, 364.

[6334] ~Forrer~, „Urg.“ 316.

[6335] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.

[6336] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; „Ling.“ 130 ff.

[6337] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 1; 1917, 1.

[6338] ed. ~Depping~ 76, 253. -- Lächerliche Gründe für die Anwendung
von Zinn (und Blei) bei der Herstellung der Spiegel führt ~Thomas von
Aquino~ an (üb. ~Schneider~ 11, 770).

[6339] ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 12.

[6340] ~Beckmann~ 4, 370.

[6341] „Ritter-, Hof- und Pilger-Reisen“ 1465-1467 (Stuttgart 1844) 46.

[6342] ~Heyd~ 1, 595; 2, 44, 133, 415. Einzelheiten s. bei ~Schaube~,
„Handelsgeschichte der romanischen Völker ...“ (München 1906) 811.

[6343] ~Merrifield~ 2, 895.

[6344] ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig
1903) 229.

[6345] „Chronik“, üb. ~Wattenbach-Landauer~ (Leipzig 1890) 135.

[6346] ~Beckmann~ 4, 372 ff.

[6347] Rune 15, Vers 348.

[6348] „Kalewala“ 23, 56, 97, 98, 116, 120, 157, 177, 213, 232, 289,
290.

[6349] „Kanteletar“, üb. ~Paul~ (Helsingfors 1882) 300.

[6350] „Kalewipoeg“ 171.

[6351] „Lieder“ 56.

[6352] „Märchen“ 325.

[6353] ~Schrader~, „R. L.“ 990.

[6354] lib. 13, cap. 56; vgl. ~Blümner~ 4, 96.

[6355] Übersetzung des ~Strabon~ (Stuttgart 1859) 6, 45.

[6356] ~Rossignol~ 244 ff.; ~Freise~ 137; vgl. ~Diergart~, M. G. M. 1,
308.

[6357] ~Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“ (Berg- und
Hüttenmännische Zeitung 1882; 41, 46); ~Blümner~ 4, 96.

[6358] Auch daß metallisches Zink am Tmolos vorkommen solle, erscheint
völlig ausgeschlossen.

[6359] ~Gsell~ 72.

[6360] ~Zippe~ 218 ff.

[6361] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887) 13.

[6362] M. G. M. 2, 36, 148, 174; 3, 76, 156; 6, 71; „Zeitschrift für
angewandte Chemie“ 1901, 1207; 1902, 761; 1903, 87.

[6363] ebd. 1902, 511, 1217.

[6364] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.

[6365] ~Lippmann~, ebd. 2, 9; ~Reinhard~, „A. Med.“ 10, 150.

[6366] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 55.

[6367] ebd. 1, 24; lib. 34, cap. 100.

[6368] ebd. 1, 53; lib. 5, cap. 84.

[6369] ~Blümner~ 4, 171 ff.

[6370] üb. ~Fuchs~ 2, 186; 3, 59, 291, 297, 488, 495.

[6371] üb. ~Fuchs~ 3, 57, 292, 297 („blaue Chalkitis“), 295, 305; 60,
291, 313, 495. Vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~ 598; ~Blümner~ 4, 94 ff.

[6372] ~Beckmann~ 3, 381 ff.; ~Blümner~ 4, 171; ~Lippmann~, „Abh.“ 1,
53.

[6373] +So+ noch bei ~Festus~, ed. ~Lindemann~ 367.

[6374] ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 226 ff.

[6375] ~Crusius~, Ro. 2, 878 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 150 ff.;
auf einer altattischen Amphora, die ihn mit seiner Gattin ~Harmonia~
abbildet, heißt er auch ~Kassmos~ (~Sittig~, PW. 7, 2383).

[6376] ~Ed. Meyer~. „Alt.“ 2, 70, 180, 317; 150 ff., 189, 317.

[6377] ~Crusius~ und ~Ed. Meyer~, a. a. O.

[6378] ~Bloch~, Ro. 2, 2530; über Καδμῖλος und Κάμιλλος s. ~Diels~,
„Vors.“ 2, 212.

[6379] ~Pettazzoni~, A. Rel. 14, 577.

[6380] ~Freise~ 135 ff.

[6381] ~Freise~, a. a. O.

[6382] ~Willers~, „Untersuchungen ...“ 35.

[6383] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264.

[6384] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.

[6385] ebd. 1, 88; ~Diergart~, a. a. O.

[6386] ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig 1904)
2, 155, 194.

[6387] ebd. 1, 61, 99, 138 (leichte), 163; 2, 134.

[6388] ebd. 1, 79, 187.

[6389] ebd. 1, 142, 170, 171 (beste), 172, 180, 276 u. oft; 2, 72, 78
(grüne).

[6390] ebd. 1, 175, 194, 202, 209, 273, 277-279, 300 u. oft; 2, 102
(grüne), 249 (indische).

[6391] ebd. 1, 288; 2, 103, 148 (grüne).

[6392] ebd. 1, 189; 2, 78, 91, 101, 109, 142, 247 (Ispahan), 249.

[6393] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff.

[6394] ~Rây~ 1, 85 ff.; Abbildung auf Tafel 3.

[6395] ~Puschmann~, „Handbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1902)
1, 141 ff.

[6396] ~Hiuen-Thsang~ 2, 172.

[6397] ebd., Anmerkung.

[6398] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 165.

[6399] ~W. Hommel~, M. G. M. 13, 56; „Zeitschrift für angewandte
Chemie“ 1912, 97; „Chemiker-Zeitung“ 1913, 918.

[6400] ~W. Hommel~, a. a. O.; ~Rây~, a. a. O.

[6401] ~Hofmann~, a. a. O.

[6402] ~W. Hommel~, a. a. O. Galmei ist in China vielfach verbreitet;
nach ~Marco Polo~ tritt er vielleicht auch an den Abhängen des Altai
auf (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265).

[6403] ~Beckmann~ 3, 410; ~Bibra~ 180; ~W. Hommel~, a. a. O.;
~Staunton~, „An embassy to China“ (London 1797) 2, 540. Angesichts der
ungeheuren Beharrlichkeit der chinesischen Verfahren sind auch solche
späte Berichte keineswegs zu unterschätzen.

[6404] ~W. Hommel~, a. a. O.

[6405] ~Bibra~ 181.

[6406] ~Bibra~ 181; ~Marco Polo~, ed. ~Yule~ (London 1903) 2, 265.

[6407] Amsterdam 1596; lib. 2, cap. 17.

[6408] ~Beckmann~, „Litteratur der älteren Reisebeschreibungen“
(Göttingen 1809) 2, 124; Münzen aus Zinn gab es aber in Indien
ebenfalls (~Luschin~ 35), und dies dürfte den erwähnten Irrtum noch
gefördert haben.

[6409] ~Beckmann~, „Beitr.“ 3, 409.

[6410] ~Bucher~ 3, 43 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 99.

[6411] „Metallurgische Etymologien“ („Mitteilungen des Österr. Museums“
1886) bei ~Bucher~, a. a. O.

[6412] ~W. Hommel~, a. a. O.

[6413] ~Bucher~ 3, 46; ~Seligmann~, „Der böse Blick“ 2, 6.

[6414] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 116.

[6415] ~Beckmann~ 3, 398.

[6416] „Werke“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 251.

[6417] ebd. 1, 647, 885, 890, 895, 903.

[6418] Vgl. ~W. Hommel~, a. a. O.

[6419] ed. ~Huser~ 1, 902.

[6420] ebd. 1, 919.

[6421] ebd. 2, 57.

[6422] ebd. 1, 209, 228, 558, 905, 1058.

[6423] ebd. 2, 137.

[6424] ebd. 2, 134.

[6425] ebd. 2, 56.

[6426] ebd. 1, 906.

[6427] ~Beckmann~ 3, 402. In der Basler Ausgabe von 1629 steht an
der fraglichen Stelle (329) das von ~Beckmann~ zitierte deutsche
Wort nicht, wohl aber auf S. 13 des (unpaginierten) Index I. der
Kunstausdrücke, wo Conterfey ganz richtig jene weiße Schmelze
bezeichnet, die in Goslar die Wandungen der Öfen zeitweilig
ausschwitzten (s. unten).

[6428] ~Agricola~, „Opera“ (Basel 1558) 368.

[6429] ebd. 432.

[6430] Vgl. ~Albinus~ „Meißnische Bergchronika“ (Dresden 1590) 138.

[6431] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 26.

[6432] Dresden 1590, 138.

[6433] Zürich 1565, 28.

[6434] Frankfurt 1584, 94.

[6435] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 95, 153; „Commentationes“ (ebd.) 43,
293.

[6436] Frankfurt 1615; 2, 181.

[6437] ebd. 1, 214; 318; 2, 181.

[6438] ebd. 1, 91, 114, 318.

[6439] ebd. 1, 297, 309; dabei hatte er aber bemerkt (2, 192, 281),
daß Calaëm beim Verbrennen „flos calaëmi“ gebe, also Zinkblumen oder
Pompholyx!

[6440] „Bericht vom Bergwerk“ (Goslar 1617) 83; die Stelle führt auch
~Henckel~ an („Kieshistorie“, Leipzig 1754; 521); vgl. ~Beckmann~ 3,
404; ~W. Hommel~, a. a. O.

[6441] „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 72; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 300.

[6442] ~Kopp~, G. 4, 119.

[6443] „Metallurgia“ (Frankfurt 1661) 5.

[6444] „Werke“ (London 1772) 3, 713.

[6445] ebd. 1, 780; 3, 721.

[6446] ebd. 2, 568.

[6447] ebd. 2, 120; 3, 713; 4, 336, 627.

[6448] ebd. 4, 627.

[6449] ~W. Hommel~, a. a. O.

[6450] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“
(Halle 1876) 68, 79; so auch schon bei ~Schröder~ („Thesaurus
pharmacologiae“, Ulm 1662, 458), ja schon bei ~Libavius~ („Alchymia“
253; „Commentationes“ 293), der Marchasita pallida als „gelfum“
bezeichnet, d. h. wohl als gelb, wie auch ~Mathesius~ von einer
„gelffen Steingallen“ spricht („Bergpostilla“ 26).

[6451] Frankfurt 1714; 1, 89.

[6452] „Pyritologia“ (Leipzig 1725); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. Eine
das Zink betreffende Schrift von ~Respours~, „Rares expériences sur
l’esprit minéral (Paris 1701), soll ~Henckel~ ebenfalls übersetzt und
erläutert haben.

[6453] „Kieshistorie“ (Leipzig 1754; 2. Auflage der Pyritologia) 571,
721.

[6454] ebd. 496. 520.

[6455] ebd. 517.

[6456] ebd. 85.

[6457] Leipzig 1755; 9.

[6458] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. ~Marggraf~ zeigte auch die Identität
des Zinksulfates mit dem Goslarer „weißen Vitriol“, dem sog.
„Galitzenstein“ (der seinen Namen ursprünglich von der spanischen
Provinz Galicia empfing). -- Dem Ausdruck „weißer Vitriol“ gegenüber
ist Vorsicht zu empfehlen: er bezeichnet zumeist nichts weiter als
gewöhnlichen, weiß gebrannten Vitriol (κεκαυμένος der Alten) und ist
z. B. bei den oben erwähnten arabischen Augenärzten das nämliche wie
qulqutâr, qalqant, qalqadîr (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 1, 89, 150,
314).

[6459] ~Freise~ 135.

[6460] „Divan des ~Baki~“, ed. ~Hammer~ (Wien 1825) 74.

[6461] ~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“ (Straßburg 1910) 507;
~Schrader~, „R. L.“ 539.

[6462] „Reisen nach Innsbruck und Dresden 1628-29“ (Wien 1901) 132, 198.

[6463] ~Rey~, „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 105.

[6464] ebd. 118; 188 ff.

[6465] ebd. 96; 172.

[6466] ~Seligmann~, „Böser Blick“ 2, 18.

[6467] ~Schultens~, PW. 8, 2004 ff.

[6468] ~Haupt~, „M. G. M.“ 1, 386.

[6469] ~Freise~ 143; ~Schultens~, a. a. O.

[6470] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 109.

[6471] PW. 4, 2002.

[6472] „Indika“, cap. 3.

[6473] „De lapidibus“.

[6474] Über Zinnober als Schminke, Anstrich- und Maler-Farbe vgl.
~Blümner~ 4, 495.

[6475] lib. 7, cap. 8.

[6476] ~Blümner~ 4, 133.

[6477] lib. 33, cap, 64; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 19.

[6478] lib. 33, cap. 99, 123; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 22.

[6479] ebd. 1, 50 ff., 73.

[6480] ebd. 2, 59, 149.

[6481] ebd. 2, 109.

[6482] ~Ganschinietz~, PW. 9, 55.

[6483] ed. ~Ganschinietz~ (Leipzig 1913) 45.

[6484] Dieser Glaube erhielt sich bis in die Neuzeit hinein, s. die
Vergiftung des Königs ~Hamlet~.

[6485] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894),
170.

[6486] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 727; lib. 7, cap. 3.

[6487] ~Abulfeda~ 3, 101; ~Aldimeschqi~ 311; ~Kremer~ 1, 303, 329, 375;
2, 283.

[6488] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 89.

[6489] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 106.

[6490] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 153, 166, 203 ff. -- Vgl.
~Hirschberg-Lippert~ 2, 57, 58: die auch bei ~Alrazi~ angeführte
Quecksilbersalbe gegen Augenläuse.

[6491] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 104, 487,
503, 524, 526, 528, 530, 560; vgl. ~Sontheimer~, „Zusammengesetzte
Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 225.

[6492] „Practica“, üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 155; verf.
gegen 1200?

[6493] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 252.

[6494] ~Jolowicz~, „Der poetische Orient“ (Leipzig 1853) 438.

[6495] „~Mutanabbi~ und ~Seifuddaula~“, ed. ~Dieterici~ (Leipzig 1847)
168.

[6496] üb. ~Bodenstedt~ (Breslau 1881) 176.

[6497] s. hierüber ~Aldimeschqi~ 61, und die anderen weiter oben
angegebenen Quellen.

[6498] Wörtlich wiederholt noch im türkischen „Divan“ des ~Baki~
(1529-1599), üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 33.

[6499] üb. ~Greve~ 7, 249; 8, 323; 5, 13; 10, 168.

[6500] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 181.

[6501] Diesen Kunstgriff erwähnt auch der Talmud (~Berendes~, „Die
Pharmazie bei den Kulturvölkern“, Halle 1891; 1, 117).

[6502] üb. ~Jaubert~ 1, 41, 67; ~Humboldt~, „Kritische Untersuchungen
...“ 3, 64; ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 995 (auf das Wadi Ollaki
bezüglich).

[6503] Andere spanische Fundstätten nennt ~Aldimeschqi~ 344, 345, 349.

[6504] ~Schaube~, a. a. O. 206, 210, 247, 332, 501.

[6505] ~Pfizmaier~ 20.

[6506] ebd. 21, 69.

[6507] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 286.

[6508] „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 505, 507.

[6509] „Opera“ (Mainz 1531) 55, 225.

[6510] ~Sudhoff~, M. G. M. 14, 54.

[6511] „Circa instans“, beigedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187.

[6512] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 255.

[6513] So z. B. ~Arnaldus von Villanova~ im „Rosarium“, beigedruckt an
~Ulstads~ „Coelum philosophorum“ (Lyon 1572) 439, 516.

[6514] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 196.

[6515] „Works“ 1, 631 ff.

[6516] Vgl. ~Merrifield~ 1, 56; 2, 461.

[6517] ebd. 2, 477.

[6518] ed. ~Reber~ (Gießen 1896) 373.

[6519] „Examen omnium simplicium“ (Lyon 1556) 719.

[6520] ~Beckmann~ 1, 46; vgl. 1, 44; 4, 101, 578. -- Über Anwendung von
Quecksilber in Peru, zur Zeit der Incas, s. ~Beckmann~, „Tech.-Ökon.
Bibliothek“ (Göttingen 1782) 12, 51.

[6521] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.

[6522] ~Haedicke~, M. G. M. 12, 271.

[6523] ~Humboldt~, „Neuspanien“ 4, 8 ff.; „Vues des Cordillères“ 1, 314.

[6524] ~Blümner~ 4, 67 ff.

[6525] ebd.; ~Zippe~ 115, 125 ff.

[6526] ~Lippert~ 224, 226.

[6527] ~Zippelius~, M. G.M. 1, 268.

[6528] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff.

[6529] Vgl. die ausführliche Debatte zwischen ~Beck~, ~Belck~,
~Blankenhorn~, ~Kiessling~, ~Oppert~, ~Pinner~, ~Wedding~, ~Weeren~ (M.
G. M. 6, 632), die im übrigen nach ~Feldhaus~ („Technik“ 232) nicht
viel Entscheidendes zutage förderte.

[6530] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 293, 725; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 11.

[6531] +So+ berichtet noch ~Hesiod~.

[6532] ~Lippert~ 2, 215 ff.; ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168; ~Seligmann~
1, 89; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 76; 1 (2), 364; ~Brockelmann~,
„Geschichte der christlichen Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907),
236.

[6533] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 68 ff., 81, 83.

[6534] ebd. 56 ff.

[6535] ebd. 88.

[6536] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 109.

[6537] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff.

[6538] rennen = rinnen, fließen.

[6539] ~Lippert~ 224, 226; ~Freise~ 94 ff., 111 ff., mit Abbildung;
~Blümner~ 4, 49, 69, 207 ff., 211, 216; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 367
ff.; ~Gsell~ 8, 16 ff., 19 ff., 81 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6540] ~Freise~ 110 ff.; ~Blümner~ 4, 227.

[6541] ~Freise~ 121.

[6542] ~Stoll~ 125, 465.

[6543] ~Stoll~ 439 ff., 395, 717.

[6544] ebd. 449.

[6545] ebd. 448.

[6546] ~Faulmann~ 114; ~Stoll~ 395 ff.; ~Gsell~ 83.

[6547] ~Gsell~ 9, 84; M. G. M. 6, 362.

[6548] ~Gsell~ 10.

[6549] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150.

[6550] ~Gsell~ 11.

[6551] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 202, 203.

[6552] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 109; ~Gsell~ 12 ff., 92.

[6553] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 45; 6, 362; ~Maspero~, in
~Feldhaus~, „Technik“.

[6554] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362.

[6555] ~Feldhaus~, „Technik“ 232; zu berichtigen ist hiernach ~Gsell~
15.

[6556] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362.

[6557] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; ~Gsell~ 16 ff., 19 ff., 81 ff.;
~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 108 ff.

[6558] ~Foy~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, 973; ~Schrader~ und ~Gsell~,
a. a. O.

[6559] ~Lepsius~, „Metalle“ 108; ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.

[6560] ~Gsell~ 38, 39.

[6561] a. a. O. 102 ff.; über die Deutung von men auf Bronze s. ~Gsell~
50 ff.

[6562] ~Lepsius~ 109.

[6563] ~Gsell~ 49.

[6564] ~Lepsius~ 111, mit Abbildung auf Tafel 2. ~Gsell~ 38, 40; über
die Deutung von tehset auf Messing: ebd. 52.

[6565] ~Gsell~ 23; vgl. 81 ff., 87.

[6566] ebd. 21 ff., 48, 84, 92.

[6567] ~Lepsius~ 112.

[6568] ~Gsell~ 95.

[6569] ~Lepsius~ 112.

[6570] ebd. 105.

[6571] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
18 ff.

[6572] ~Roeder~, Ro. 4, 777.

[6573] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 184.

[6574] ~Brugsch~, „Äg.“ 398; ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 62.

[6575] ~Lenormant~, a. a. O.; ~Gsell~ 24 ff.

[6576] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 27, 45; ~Flinders-Petrie~, M. G.
M. 3, 45.

[6577] ~Lepsius~ 108.

[6578] „Urg.“ 82.

[6579] ~Gsell~ 27.

[6580] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 8.

[6581] ~Lepsius~ 103; ~Gsell~ 20.

[6582] ~Flinders-Petrie~, a. a. O.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 106 ff.

[6583] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 76.

[6584] ~Montelius~, „Gesch.-Blätter“ 1, 246; ~Gsell~ 47.

[6585] ~Feldhaus~, „Technik“ 232.

[6586] ~Reil~ 59 ff.

[6587] ~Heyd~ 1, 433, 437; 2, 27, 43, 441.

[6588] „R. L.“ 173.

[6589] ~Schrader~, „Urg.“ 77.

[6590] ebd. 76 ff.; „R. L.“ 173.

[6591] ~Lemm~, M. G. M. 7, 485; s. den Namen des Chemikers ~Berzelius~?

[6592] ~Jeremias~, „Handbuch“ 64, 197.

[6593] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51.

[6594] ~Hommel~ 135; vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24; 3, 114.

[6595] ~Hommel~ 153.

[6596] ~Blümner~ 4, 67 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 402; ~Delitzsch~,
„Bibel und Babel“ (Leipzig 1905) 1, 47.

[6597] ~Lepsius~ 107.

[6598] ~Faulmann~ 465.

[6599] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6600] ~Stoll~ 395 ff.

[6601] ~Faulmann~ 470.

[6602] üb. ~Rückert~ 1, 17.

[6603] ebd. 1, 47.

[6604] ebd. 1, 49.

[6605] ebd. 1, 105, 129; 2, 497 und sehr oft.

[6606] ebd. 2, 459.

[6607] ebd. 3, 295, 323.

[6608] Persischer Stahl bei ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120.

[6609] ~Deussen~ 2 (2), 142, 171, 172.

[6610] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; tannur: ebd. 16.

[6611] ~Schrader~, „R. L.“ 795.

[6612] ders., „Urg.“ 76 ff.

[6613] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265, 267.

[6614] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6615] ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168.

[6616] ~Forrer~, „R. L.“ 416; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116.

[6617] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.

[6618] ~Hanemann~, M. G. M. 13, 590.

[6619] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6620] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 622, 747.

[6621] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; „Chetiter“ 76; ~Ruge~, PW. 3, 2100.

[6622] ~Ruge~, a. a. O.

[6623] ~Jeremias~ 15, 12; ~Lepsius~ 106.

[6624] ~Cumont~, „Rel.“ 218, 283; 167.

[6625] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 120; 122, 163; ~Thulin~, PW. 10, 1139.

[6626] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 67, 90. Sein Attribut ist das sog.
kretische Doppelbeil.

[6627] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 90.

[6628] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.

[6629] ~Feldhaus~, „Technik“ 232.

[6630] ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439; ~Freise~ 117.

[6631] ~Schrader~, „R. L.“ 1016.

[6632] ~Blümner~, PW. 5, 2148; ~Forrer~, „R. L.“ 525, 528; ~Schrader~,
„R. L.“ 173.

[6633] ~Gsell~ 30; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 33, 59; 3, 11.

[6634] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379.

[6635] ~Gercke~, M. G. M. 3, 341; ~Gsell~ 30 ff.

[6636] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379; 1, 657;
~Montelius~, „Geschichts-Blätter“ 1, 246.

[6637] ~Hesiod~, „Werke und Tage“, Vers 151; vgl. auch die Angaben bei
~Platon~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 39) und bei ~Lucrez~ (Ges. 5, V. 1270
ff.).

[6638] ~Herodot~, lib. 1, cap. 68.

[6639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 280, 550; 363.

[6640] ~Ilias~, Ges. 23, V. 825.

[6641] ebd., Ges. 7, V. 473.

[6642] Odyssee, Ges. 1, V. 184; Temese (auf Cypern) vom phönizischen
temes = zerfließen, schmelzen, also Schmelzhütte (~Schrader~, „R. L.“
69), wie Tänaron von tannur = Schmelzofen (ders., „Urg.“ 76 ff.), und
Seriphos von serifa = Schmelze (ebd. 16).

[6643] Odyssee, Ges. 9, V. 391.

[6644] ~Blümner~ 4, 343; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 283; „Urg.“ 64.

[6645] ~Forrer~, „R. L.“ 197.

[6646] „Schild“, V. 137, vgl. ~Blümner~ 4, 212; die Übersetzung von
Adamas mit Diamant ist durchaus irrtümlich. ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 18
ff.

[6647] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 445.

[6648] Die Stelle bei ~Herodot~, lib. 1, cap. 28, gilt für eingeschoben.

[6649] „~Prometheus~“, V. 133, 715.

[6650] „Trachinierinnen“, V. 1260.

[6651] „~Herakles~“, V. 162.

[6652]“Anabasis“, lib. 5, 5, 1; ~Schrader~, „R. L.“ 69, „Urg.“ 76 ff.

[6653] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 67.

[6654] ~Rossignol~, 50 ff. 89 ff.

[6655] ebd. 69 ff.

[6656] ebd. 104 ff.

[6657] ebd. 76, 32; 16 ff., 156.

[6658] ~Schrader~, „Urg.“ 21 ff.; ~Lagarde~ hält die Telchinen für
ein vorderasiatisches Zwergvolk und bringt ihren Namen mit dem
altnordischen thfelch und dverg = Zwerg in Verbindung (~Klinkenberg~,
M. G. M. 15, 339); vgl. ~Friedlaender~, Ro. 4, 236.

[6659] ~Rzach~, PW. 8, 1223.

[6660] ~Gudeman~, ebd. 115.

[6661] Über den Zusammenhang zwischen κόβαλοι und Kobolden s.
~Beckmann~ 3, 202, 314, und ~Lobeck~ 1312. Nach ~Hoops~ (2, 456) ist
der Anklang ein zufälliger, und Kobold, der schon im 13. Jahrhundert
weitverbreitete Name der Hausgeister, ist so viel wie „Hauswalt“,
angelsächsisch Kofgodos, von Kof = Haus (erhalten in Schweinekoben).

[6662] ~Kern~, PW. 4, 2018 ff.; ~Tümpel~, ebd. 4, 2058; ~Immisch~, Ro.
2, 1587 ff.; vgl. ~Schrader~, „R. L.“ 173, 728, 1016.

[6663] ~Schrader~, „R. L.“ 728; „Urg.“ 76 ff.

[6664] ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 548.

[6665] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 662;
~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886); ~Seligmann~ 2, 299.

[6666] Vgl. Apostelgeschichte, cap. 19.

[6667] s. ~Lukian~, „De dea syria“.

[6668] ~Kern~, PW. 4, 2734.

[6669] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 647.

[6670] lib. 1, cap. 68.

[6671] ~Platon~ im „Sophistes“ (~Blümner~ 4, 350).

[6672] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 550;
~Schrader~, „R. L.“ 731.

[6673] ~Robert~, PW. 7, 1421; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 599; ~Feldhaus~,
„Technik“ 638.

[6674] ~Olshausen~, „Gesch.-Blätter“ 3, 112; ~Johannsen~, A. Nat.
8, 66; ~Blümner~ 4, 355 ff. und PW. 5, 2142 ff. Des ~Pausanias~
Angabe über ~Theodoros von Samos~ (6. Jahrhundert) ist nach ~Blümner~
unhaltbar, und die Stelle in ~Platons~ „Sophistes“ (~Lippmann~, „Abh.“
2, 39) muß auf Schweißeisen bezogen werden.

[6675] ~Blümner~ 4, 357 ff.; ~Johannsen~, „Zeitschrift f. angew.
Chemie“ 1918, 149.

[6676] ~Freise~ 110 ff.

[6677] ~Gsell~ 95 ff.

[6678] ~Blümner~ 4, 357; sie steht in einem Scholion, das ~Homers~
σόλος αυτοχόωνος betrifft.

[6679] ~Hanemann~, „Chemiker-Zeitung“ 1914, Repert. 441.

[6680] ~Blümner~ 4, 344.

[6681] S. z. B. den trefflichen ~Palissy~ (1510-1590), „Oeuvres“, ed.
~Fillon~ (Niort 1888) 2, 254.

[6682] ~Beckmann~ 5, 78.

[6683] „Briefwechsel zwischen ~Goethe~ und ~Döbereiner~“, ed. ~Schiff~
(Weimar 1914) 19.

[6684] ~Blümner~ 4, 347.

[6685] „Harteisen [= Stahl] zu machen, lehrte Gott den ~Adam~“ ist
eine orientalische Tradition, erhalten u. a. in dem um 1243 im Kreise
Kaiser ~Friedrichs~ II. verfaßten „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~,
Tübingen 1904, 96).

[6686] ~Blümner~ 4, 345; PW. 5, 2142 ff.

[6687] ~Blümner~ 4, 346; vgl. die Überlieferung bei ~Plinius~, lib. 34,
cap. 14 und ~Justinus~ 44, 4.

[6688] ~Blümner~, a. a. O.; nach ~Plinius~, lib. 28, cap. 148, diente
Bocksblut, neben samischer Erde, auch zum Schleifen des Stahles.

[6689] ~Pauli~, Ro. 4, 787.

[6690] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56.

[6691] „Urg.“ 82.

[6692] ebd. 76 ff., 117 ff.; „R. L.“ 173.

[6693] ~Pauli~, a. a. O.

[6694] üb. ~Fuchs~ 2, 508.

[6695] ~Blümner~ 3, 278.

[6696] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 124 ff.

[6697] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.

[6698] ~Rupe~, M. G. M. 5, 86.

[6699] ~Skutsch~, PW. 6, 742; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11, 27, 34 ff.,
38. -- Ob die Etrusker über das Meer nach Italien kamen, ist noch eine
offene Frage.

[6700] ~Hübner~, PW. 6, 2171; ~Schrader~, „R. L.“ 173; Fund von zwei
kleinen Stücken Eisen in Villanova: ~Forrer~, „R. L.“ 870.

[6701] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 701.

[6702] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731; ~Hoernes~,
„Urzeit“ 3, 34 ff.

[6703] ~Gummerus~, PW. 9, 1441.

[6704] ~Plinius~, lib. 34, cap. 139; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 810.

[6705] ~Wissowa~, PW. 2, 1472; ~Friedlaender~ 4, 208; ~Kroll~, A. Rel.
8, Beiblatt 29; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6706] ~Riess~, PW. 1, 45, 60.

[6707] ebd. 1, 50, 61 ff.

[6708] ~Riess~, a. a. O.

[6709] ~Stoll~ 393, 433, 434.

[6710] ~Beckmann~ 5, 80, 85; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6711] ~Gsell~ 30. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 115; 3, 117.

[6712] ~Lenormant~, „Anf.“ 62 ff.

[6713] ~Pfizmaier~ 41.

[6714] ebd. 37.

[6715] ebd. 38 ff.

[6716] ~Liä-Dsi~, üb. ~Wilhelm~ (Jena 1911) 152.

[6717] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915); Bd. 2;
~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116; 3, 117.

[6718] ~Pfizmaier~ 37, 38, 41; ~Freise~ 110 ff., 121.

[6719] ~Woermann~, a. a. O.

[6720] ~Grube~, „Rel.“ 194.

[6721] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, Refer. 393.

[6722] ~Pfizmaier~ 39, 40; ~Bibra~ 182.

[6723] lib. 34, cap. 41.

[6724] ~Lenormant~ hielt die Serer für jenes tibetanische, mit
Eisenschwertern bewaffnete Volk, das die Chinesen schon bei ihrer
Einwanderung nach China besiegt haben wollen („Anf.“ 1, 87).

[6725] ~I-Tsing~, Vorr. 30.

[6726] ~Stoll~ 268.

[6727] ~E. Wiedemann~ 44, 122.

[6728] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265. -- Durch Chinesen soll auch im
2. Jahrhundert n. Chr. die Kunst der Eisengewinnung nach Ferghana
verpflanzt worden sein (~Barthold~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 64).

[6729] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246.

[6730] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6731] ders., „R. L.“ 173.

[6732] Rigveda 9, 112, nach ~Deussen~ 1, 98.

[6733] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
119; 3, 115.

[6734] ~Rây~ 1, 84; ~Schultze~, A. Nat. 2, 350; ~Feldhaus~, „Technik“
245.

[6735] ~Graves~, „Chemiker-Zeitung“ 1912, 594.

[6736] ~Hadfield~, ebd.

[6737] ~Turner~, ebd.; ~Schultze~. a. a. O.; ~Rây~, a. a. O.

[6738] ~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915), 240.

[6739] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1882) 2, 27, 58.

[6740] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 4.

[6741] ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120.

[6742] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 43, 47.

[6743] ~Abulfeda~ 1, 307; 2, 222, 225.

[6744] ~Kremer~ 1, 79; 2, 284. „Indisches Eisen“ ist dort häufig =
Stahl.

[6745] ~Zippe~ 129.

[6746] ~Zippe~, a. a. O.; ~Benzinger~, PW. 4, 2047.

[6747] ~Woermann~, a. a. O.

[6748] ~Guertler~, „Chemiker-Zeitung“ 1915, Refer. 71.

[6749] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1916, 509.

[6750] ~Gsell~ 88 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 179; ~Belaïew~,
„Chemiker-Zeitung“ 1911, Refer. 512.

[6751] ~E. Wiedemann~, „Gesch.-Bl.“ 3, 193 ff.

[6752] ~Kremer~ 1, 79; 2, 283 ff.; ~Wüstenfeld~, „Das Heerwesen der
Muslime“ (Göttingen 1880), Text 27.

[6753] ~Kremer~ 2, 284.

[6754] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 70; 1 (2), 364; ~E. Wiedemann~,
„Uhren“ 190, 12.

[6755] ~Stoll~ 401.

[6756] ~Kremer~ 1, 303.

[6757] ebd. 1, 308; 2, 383.

[6758] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.

[6759] ebd. 1, 355.

[6760] ebd. 283, 281.

[6761] s. im „Rosengarten“ des ~Sa’di~ (um 1250) die Geschichte vom
Kaufmanne, der indischen Stahl nach Aleppo schafft (üb. ~Nesselmann~,
Berlin 1864; 150).

[6762] ~Heyd~ 1, 183; 2, 497.

[6763] ed. ~Beneke~ (Berlin 1819) 177, 460; ~Ilg~, „Beiträge zur
Geschichte der Kunst und Kunst-Technik aus mittelhochdeutscher
Dichtung“ (Wien 1892) 131.

[6764] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11.

[6765] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555.
La-Tène: berühmte Fundstätte am Neuenburger See.

[6766] ~Forrer~, „R. L.“ 198.

[6767] ders., „Urg.“ 404 ff., 462.

[6768] ~Gsell~ 95 ff.

[6769] ~Schrader~, „R. L.“ 173, 795; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 44, 51 ff.

[6770] ~Forrer~, „R. L.“ 444, 805.

[6771] Über diese Neuentwicklung vgl. u. a. ~Johannsen~, A. Nat. 3,
365; „Chemiker-Zeitung“ 1910, Refer. 553 („Eisen-Werkbuch“ von 1454);
A. Nat. 7, 165 (~Brunners~ „Anleitung“ von 1547).

[6772] ~Rupe~ und ~Müller~, „Chemisches Zentralblatt“ 1916b, 950.

[6773] ~Pokorny~, M. G. M. 15, 314.

[6774] ~Hoops~ 3, 126; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 250; ~Hoernes~,
„Urzeit“ 3, 71 ff.

[6775] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 749, 787;
70, 285.

[6776] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Freise~ 116.

[6777] ~Blümner~ 4, 349.

[6778] ~Diodor~, lib. 5, cap. 33; ~Beckmann~ 5, 88; ~Hübner~, PW. 3,
1890.

[6779] ~Herodot~, lib. 4, cap. 62; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 822.

[6780] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.

[6781] ~Tacitus~, „Germania“, cap. 6: „ne ferrum quidem superest“;
~Hoops~ 3, 297.

[6782] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; ~Forrer~, „Urg.“ 478 ff.; „R.
L.“ 79, 130; ~Hoops~ 1, 544; 2, 369; 3, 22, 34.

[6783] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; daher die übertragenen
Ausdrücke wie „seines Glückes Schmied“, „Ränkeschmied“, „des Reiches
Schmied“ usf.

[6784] ~Simrock~, „Amelungenlied“ (Stuttgart 1863) 1, 59.

[6785] ~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“ (Braunschweig 1904) 91; 58,
61, 62, 152 ff., 179, 180.

[6786] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Wilser~, „Vorzeit“, 25.

[6787] ~Pokorny~, M. G. M. 14, 195; 15, 314. -- Über das erste
Auftreten des Namens Stahl gehen die Ansichten noch auseinander; vom
„ferrum quod stahal dicitur“ (dem Eisen, das man Stahl nennt) spricht
u. a. der „Codex Hertensis“ des 9.-12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A. Med.
10, 290).

[6788] ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555. -- Das altnordische hamarr =
Hammer bedeutet ursprünglich Stein oder Fels (~Fuhse~, bei ~Hoops~, 4,
136).

[6789] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Schlemm~ 132.

[6790] Auch bei den Bulgaren tritt Eisen zuerst in Form von
Schmucksachen auf: ~Tomaschek~, PW. 3, 1044.

[6791] ~Hoops~ 2, 424.

[6792] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.

[6793] ebd. 21, 76 ff.

[6794] ~Hoops~ 2, 52.

[6795] üb. ~Schiefner~ 40 ff.; vgl. ~Castrén~, „Kleine Schriften“
(Petersburg 1862) 288, und ~Kahlbaum~, „Mythologie und
Naturwissenschaft“ (Leipzig 1898).

[6796] „Kalewala“ 145, 269.

[6797] „Lieder“ 77, 124; vgl. den beharrlichen Glauben an die
Giftigkeit der durch das neuerfundene Schießpulver verursachten Wunden.

[6798] „Märchen“ 325.

[6799] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 507; ~Feldhaus~,
„Gesch.-Blätter“ 4, 124.

[6800] ~Berthelot~, Coll. I, 223.

[6801] ~Forrer~, „R. L.“ 32; „Urg.“ 410.

[6802] ~Helm~, „Chemiker-Zeitung“ 1901, Refer. 250.

[6803] ~Forrer~, „Urg.“ 410, 108.

[6804] ~Nies~, PW. 1, 2346.

[6805] ~W. Hommel~, „Zeitschrift f. angew. Chemie“ 1912, 97;
„Chemiker-Zeitung“ 1912, 918.

[6806] ~Bucher~ 2, 406.

[6807] ~Stoll~ 321.

[6808] ebd. 376.

[6809] ~Oldenberg~, „Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915) 143.

[6810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416.

[6811] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 7; über die uralte Benützung von
Braunstein bei den Beduinen-Weibern s. ~Gsell~ 43, 44.

[6812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 47.

[6813] ebd. 1, 57, 59.

[6814] ebd. 1, 107.

[6815] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 137; ~Erman~, „Rel.“ 131.

[6816] ~Brugsch~, „Äg.“ 152; ~Erman~, „Rel.“ 58, 175.

[6817] ~Brugsch~, „Äg.“ 399, 405; ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt
auf dem Roten Meere“ (Christiania 1886) 20, 64; 70.

[6818] ~Gsell~, a. a. O.

[6819] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10.

[6820] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen“ 31.

[6821] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 260.

[6822] ~Brugsch~, „Äg.“ 405.

[6823] ~Gsell~, a. a. O.

[6824] Der Übergang des m in b, wie in Stimmi oder Stibi, steht nicht
vereinzelt da, so z. B. wird der Göttername ~Chnum~ später zu ~Chnub~.
Schon hieraus erhellt, daß das gräzisierte στίβι (Stíbi) nichts mit
στιβάς, στιβεύς oder στίβος zu tun hat, welches Wort, das sich von
στίβος (Stíbos) = Fußtritt ableitet, einen Walker bedeutet, der das
Treten und Auswaschen der Kleider und Kleiderstoffe besorgt (~Blümner~
1, 174; ~Reil~ 104, 124; ~Sudhoff~, „Ärztliches aus griechischen
Papyrus-Urkunden“, Leipzig 1909, 68).

[6825] ~Hommel~ 79; ~Lieblein~ 29, 31.

[6826] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10; vom männlichen und weiblichen Stibium
spricht noch ~Plinius~.

[6827] ~Brugsch~, „Äg.“ 273.

[6828] ~Stoll~ 226; ~Seligmann~ 2, 244.

[6829] ~Rinne~, bei ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1896) 5, 85.

[6830] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 90, 96.

[6831] Könige II, 9, 30; ~Jeremias~ 4, 30; nach ~Pinner~,
„~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 199.

[6832] ~Ezechiel~ 23, 40; nach ~Pinner~ ebd.

[6833] ~Hommel~ 153.

[6834] üb. ~Fuchs~ 2, 536, 541; ~Grot~, in ~Koberts~ „Histor. Studien“
(Halle 1891) 1, 93.

[6835] ~Nies~, PW. 1, 2436.

[6836] Hierüber berichtet schon ~Bergman~, wo er von 1748 aufgefundenen
Stückchen regulinischen Antimons spricht, sowie von dem 1784 durch
~Mongez~ entdeckten Kunstgriffe, die geschmolzene Masse im Tiegel
zum Teil erstarren zu lassen, die Kruste zu durchstoßen und den noch
flüssigen Rest von den gebildeten Krystallen abzugießen („Opuscules
chymiques et physiques“, ed. ~Morveau~, Dijon 1785; 2, 27, 454, 18).

[6837] ~Celsus~, üb. ~Friboes~, Register 808; 321.

[6838] „Compositiones“, ed. ~Helmreich~ (Leipzig 1887) 14, 16, 17.

[6839] ~Plinius~, lib. 33, cap. 34; ~Dioskurides~, lib. 5, cap. 99;
~Lippmann~, „Abh.“ 1, 26, 57.

[6840] „Gynäkologie“, üb. ~Lüneburg-Huber~ (München 1894) 88.

[6841] Vgl. ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894)
169.

[6842] ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 74.

[6843] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878) 2, 19, 33, 35, 37, 39, 51, 63.

[6844] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 212, 216, 782-784, 788, 839; auch
wo ~Berendes~ „Antimon“ übersetzt, steht im Original Stimmi.

[6845] Nach ~Hesychios~ („Lexikon“, 1393) spricht er von στίβη, Stíbi.

[6846] ~Nies~, PW. 1, 2436.

[6847] Puch = στίβι; sie schminkte = ἐστιμμίσατο (~Pinner~, a. a. O.).

[6848] ed. ~Fabricius~ 90, 96.

[6849] ~Krause~, „Plotina“ (Leipzig 1858) 218.

[6850] ~Pollux~, lib. 5, cap. 101; ~Lenz~, „Botanik der alten Griechen
und Römer“ (Gotha 1859) 224; ~Becker~, „Charikles“, ed. ~Göll~ (Berlin
1877) 1, 263.

[6851] ~Becker~, „Gallus“, ed. ~Göll~ (Berlin 1882) 3, 166.

[6852] ~Lenz~, a. a. O. 535.

[6853] ~Böttiger~, „Sabina“, ed. ~Fischer~ (Gladbach 1878) 16; Quelle
nicht angegeben.

[6854] Vgl. die Angaben im „Buche ~Henoch~“ (~Kautzsch~, „Apokryphen“
2, 240), und analoge, schon weiter oben angeführte.

[6855] „De cultu feminarum“, lib. 2, cap. 5.

[6856] „Wider die Heiden“, lib. 2, cap. 41.

[6857] ~Becker~, „Gallus“, a. a. O.

[6858] Unter Berufung auf ~Cyprianus~ (gest. 258) und ~Augustinus~
(gest. 430) erklärt noch ~Thomas von Aquino~ die Benützung solcher
Schminken für unerlaubt, unzulässig, ja unter Umständen für eine
Todsünde (üb. ~Schneider~ 7, 977, 978). -- Vgl. über stimmi und fuligo
~Juvenal~, ed. ~Friedlaender~ (Leipzig 1895) 1, 176.

[6859] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 50; „Arch.“ 304.

[6860] Arch. 225; vgl. ~Reil~ 146, 149.

[6861] Coll. II, 151.

[6862] Coll. II, 18, 25; Or. 362.

[6863] Coll. I, 109, 115.

[6864] Coll. II, 397, 410.

[6865] Coll. I, 43-45, 68 und oft; II, 94, 99, 151, 159, 178, 359, 360,
397, 410, 450.

[6866] Coll. II, 18, 25; Or. 362.

[6867] Coll. II, 8, 11, 13, 154, 178, und „Lexikon“.

[6868] Coll. II, 307.

[6869] Mâ. I, 19, 53, 63, 77, 267.

[6870] Mâ., a. a. O.; I, 214.

[6871] Mâ. I, 93; s. στιμμώδης = dem Stimmi ähnlich (Coll. II, 28).

[6872] Vgl. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ ὀφθαλμῶν, die „italische Wolke für
die Augen“ (Coll. II, 289).

[6873] Mâ. I, 159; 193; 162, 164.

[6874] Mâ. I, 95.

[6875] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
(London 1879) 317.

[6876] ~Chwolsohn~ 2, 36, 368.

[6877] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 87.

[6878] Vgl. ~Niebuhr~, „Reisebeschreibung“ (Kopenhagen 1774) 1, 292,
304: „Köchhel (= Kohol) aus Bleierz“.

[6879] ~Reitemeyer~, a. a. O. 220.

[6880] üb. ~Dieterici~ 1, 127; 5, 130.

[6881] ebd. 2, 15; 5, 114.

[6882] ebd. 8, 66.

[6883] ebd. 8, 7.

[6884] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78; 104, 139, 166; 267; 120,
154, 165, 173, 359 und oft.

[6885] „Liber servitoris“, in ~Mesue~, „Opera“ (Venedig 1570) 277.

[6886] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 101.

[6887] ebd., Erklärung der Namen 21.

[6888] ebd. 564.

[6889] ebd. 224, 227-229, 231, 233, 363, 563-565; ~Sontheimer~, „Die
zusammengesetzten Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 160, 216-218,
227-231. Das Atemed des ~Avicenna~ zitiert noch ~Thurneisser~ in der
„Magna Alchymia“ (Berlin 1583) 81.

[6890] üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 83 ff., 154, 156;
~Tschirch~ 2, 605.

[6891] ebd. 154.

[6892] ~Pagel-Sudhoff~, a. a. O. 147. Nach ~Hirschberg-Lippert~ ist
Kahhâl (= στιμμίζων, Schminker) häufig ohne weiteres = Augenarzt
(a. a. O., 1, Vorr. 23). Die von ihnen übersetzten Augenärzte
gebrauchen Spießglanz (Itmid, Atmud) sehr häufig, und zwar als
gewöhnlichen (a. a. O. 1, 46, 62, 89 ff., 103, 171; 2, 36, 68, 101,
109, 138, 142, 179, 185, 259), als gewaschenen (ebd. 1, 163 u. oft) und
als solchen aus Ispahan (ebd. 1, 172, 190, 194, 210, 236, 273, 277 ff.,
298; 2, 78, 102).

[6893] üb. ~Seidel~ (Leipzig 1908) 58, 60.

[6894] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 15; 2, 351.

[6895] ~E. Wiedemann~ 43, 115.

[6896] üb. ~Clement-Mullet~ (Paris 1864) 3, 120, 122, 166.

[6897] üb. ~Ruska~ 129, 175.

[6898] Mâ. I, 266, 137.

[6899] Mâ. I, 161 ff.

[6900] Alle diese Namen finden sich auch bei ~Dschabir~ im „Liber de
septuaginta“ (Arch. 12, 330, 352), sowie im sog. „Liber sacerdotum“
(Mâ. II, 199, 200, 208 ff., 217).

[6901] Mâ. I, 155.

[6902] „Geheimer Hauptschlüssel zum Stein der Weisen“, üb.
~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1650) 109.

[6903] „Turba philosophorum“ (Basel 1572) 1, 12, 44, 51; 24, 105.

[6904] üb. ~Wüstenfeld~ 224, 225.

[6905] üb. ~Ethé~ 140, 228, 278, 324, 350.

[6906] üb. ~Mehren~ 99, 347, 352.

[6907] ebd. 59, 60.

[6908] ~Abulfeda~ 3, 170.

[6909] Die vom Gebirge Atlas rühmt noch um 1500 ~Leo Africanus~
(a. a. O. 770).

[6910] ~Kremer~ 1, 334 und 2, 223; 1, 46; 2, 212, 253. Gegenwärtig
soll sich in Ispahan nur Schwefelblei vorfinden, und einige Autoren
bezweifeln deshalb, daß der berühmte Ispahaner Kohol Antimonglanz
gewesen sei, glauben vielmehr, letzterer sei hauptsächlich aus Spanien
und dem Maghreb eingeführt worden (s. ~Seidel~, „Mechithar“ 186).

[6911] ~Kremer~ 1, 444.

[6912] üb. ~Greve~ 5, 156; 7, 398, 410.

[6913] ebd. 1, 79, 85, 350, 360; 3, 147, 364; 7, 381; 9, 62; 10, 88,
332.

[6914] üb. ~Greve~ 1, 299; 3, 13; 8, 208.

[6915] ebd. 1, 202; 2, 52; 4, 116; 9, 84, 336; 10, 12, 168.

[6916] ebd. 4, 289; 6, 4.

[6917] ebd. 4, 210; 8, 348.

[6918] üb. ~Rückert~ 2, 348, 178, 119.

[6919] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 97, 249.

[6920] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Schlechta~ (Wien 1889) 129.

[6921] ~Jolowicz~, a. a. O. 2, 337.

[6922] „Divan“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 1, 57.

[6923] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 191,
360, 410, 416, 439; „Persische Lieder“, üb. ~Wickenhauser~ (Leipzig
1855) 58.

[6924] „Türkischer Divan“, üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 54, 122, 124.

[6925] „Opera conquisita“ (Basel 1536).

[6926] Angedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187.

[6927] ebd. 175, 180, 181.

[6928] ~De Renzi~, „Collectio Salernitana“ (Neapel 1859) 5, 240, 246,
247, 250.

[6929] Beigedruckt an ~Mesue~ (Venedig 1570) 202, 203, 208, 210, 218.

[6930] ~Sudhoff~, A. Med. 9, 236.

[6931] ~De Renzi~, a. a. O. 284, 287, 308, 322.

[6932] ~Tschirch~ 2, 627.

[6933] lib. 8, cap. 49; s. ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff.

[6934] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.

[6935] „Areolae“, ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 10, 25, 81, 34.

[6936] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 257.

[6937] ebd. 258.

[6938] „Opus pandectarum“ (Venedig 1512) 10; nach ~Ruska~ ist „aitruad“
deutlich „alitmad“.

[6939] ebd. 193. Daß daselbst (185) Stibes oder Stibeos auch die
Pflanze Scabiosa bedeuten, hängt vielleicht mit der Anwendung beider
Mittel gegen Scabies zusammen und stützt sich anscheinend auf keine
antike Überlieferung.

[6940] z. B. ~Lull~, „Testamentum“ (Köln 1566) 154.

[6941] „Pirotechnia“ (Venedig 1540) 27.

[6942] „I tre libri dell’ arte“ (1548), bei ~Guareschi~, „Storia della
Chimica“ (Turin 1907), Nr. 6, 344, 346.

[6943] „De secretis“ (Basel 1563) 225, 313.

[6944] „De Metallicis“ (Nürnberg 1602) 187.

[6945] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 9, 181, 186 ff.

[6946] „Opera“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 891.

[6947] ebd. 1, 175, 810, 829, 850, 862, 885, 887, 890.

[6948] ~Haeser~, „Geschichte der Medizin“ 2, 118; sie dauerten bis 1666
fort.

[6949] s. ~Scarron~, „Virgile travesti“, ed. ~Fournel~ (Paris 1858),
Vorr. 19.

[6950] Frankfurt 1584, 75, 86.

[6951] Herborn 1594, 25, 159.

[6952] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 97.

[6953] „De re metallica“ (Frankfurt 1557) 65.

[6954] „De rebus metallicis“ (Zürich 1565) 22.

[6955] „Opera“ (Basel 1674) 926.

[6956] „Ennarationes in Dioscoridem“ (Lyon 1558) 763.

[6957] Als solche wurde Sublimat, trotz seiner furchtbaren Giftigkeit,
sehr allgemein von den vornehmen Damen benützt.

[6958] „Tesoro del teatro espanol“, ed. ~Ochoa~ (Paris 1838) 1, 225.

[6959] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 100.

[6960] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 214; „Beiträge zur Geschichte des
Alkohols“ („Chemiker-Zeitung“ 1913, 1313 ff.).

[6961] S. seine Bemerkung über ~Thölde~ in den „Arcana Alchymiae“
(Frankfurt 1615) 3, 30, 72.

[6962] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1669) 659.

[6963] ~Stahl~, „Bedenken vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff.

[6964] „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 1, 84.

[6965] ~Peters~, „~Leibniz~ als Chemiker“, A. Nat. 7, 279.

[6966] ~Ersch~ und ~Gruber~, „Allgemeine Enzyklopädie der
Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1818) 2, 414 ff.

[6967] In einem erst gegen 1700 verfaßten Anhangs zum „Wunderbuche“
des ~Trithemius~ (Passau 1506) wird ~Basilius Valentinus~ als dessen
Übersetzer aus dem Lateinischen bezeichnet (Neudruck ~Scheibles~,
Stuttgart 1846?, 317). ~Latz~ vermutet, der Vornamen ~Basilius~ sei
im Hinblick auf den alten alchemistischen Titel βασιλεύς (Basiléus =
König) gewählt („Die Alchemie“, Bonn 1869; 521, 276).

[6968] Nürnberg 1676 (die Vorrede ist von 1604 datiert).

[6969] a. a. O. 209.

[6970] Hamburg 1677 und 1700.

[6971] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 167, 110.

[6972] Vgl. „Commentationes metallicae“ (Frankfurt 1597) 41, 270, sowie
„Arcana Alchymiae“ a. a. O.

[6973] Gera 1613.

[6974] Frankfurt 1625.

[6975] ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 815.

[6976] Hamburg 1722, 432 ff.

[6977] „Elementa Chemiae“ (London 1732) 1, 20; 2, 199, 200.

[6978] s. ~Zetzner~, „Theatrum chimicum“ (Straßburg 1613 und 1659) 6,
569 ff.

[6979] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 41, 222; 4, 102; ~Moehsen~, „Beiträge ...“
(Berlin 1783) 51.

[6980] ~Zetzner~, a. a. O. 2, 354; Kuhul: 5, 74.

[6981] ~Beckmann~ 5, 240.

[6982] „De metallicis rebus“ (Zürich 1565) 22.

[6983] „Glossarium mediae et infimae latinitatis“, ed. ~Henschel~
(Paris 1840).

[6984] ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848) 1,
179; „Encyclopédiana“ (Paris 1843) 132; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 102.

[6985] ~Zetzner~, a. a. O. 6, 575, 599.

[6986] ~Rulandus~, „Lexicon Alchemiae“ (Frankfurt 1612) 44, wo auch
Wismut für eine Abart des Antimons gilt.

[6987] ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff.

[6988] „Journal für prakt. Chemie“ 1900, Bd. 61, 510.

[6989] „Steinbuch“ 175.

[6990] Wismut ist aber fraglos deutschen Ursprunges, tritt in der
Bergmannssprache ursprünglich in der Gestalt Wismât auf und bedeutet
nichts weiter als „wis mât“ = „weiße Masse“, hier also „weißes Metall“,
nämlich das häufig gediegen vorkommende, silberglänzende, metallische
Wismut; „Bismutum“ gehört erst der wissenschaftlichen Kunstsprache an,
die den deutschen Anlaut W, der dem Lateinischen fehlt, wie in vielen
ähnlichen Fällen, in B übergehen ließ.

[6991] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.

[6992] „Opus Pandectarum“ 10.

[6993] Nach ~Ebers~, bei ~Richter~, A. Med. 3, 163.

[6994] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 1233; „Abh.“ 2, 242.

[6995] ~Kircher~ zählt im „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665; 2,
82) etwa 80 Mineralien auf, die ihre Namen nach „Ähnlichkeiten“ haben,
darunter viele nach solchen mit Pflanzen.

[6996] ~Theophrastos~, „Naturgeschichte der Gewächse“, üb. ~Sprengel~
(Altona 1822) 2, 273 ff., 285; ~Tschirch~ 2, 541; ~Wagler~, PW. 1, 2364.

[6997] üb. ~Sprengel~ 1, 262, 274; ~Wagler~, a. a. O.

[6998] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Wagler~, a. a. O.; ~Lenz~, „Botanik ...“
471, 473.

[6999] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Schmidt~, PW. 3, 2065.

[7000] „Alexipharmaka“, Vers 529.

[7001] ~Schmidt~, a. a. O.; ~Olck~, PW. 7, 802 ff.

[7002] „Pistis Sophia“ 310.

[7003] ~Langkavel~, „Botanik der späteren Griechen“ (Berlin 1866) 31.

[7004] ebd. passim.

[7005] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1914) 170.

[7006] ~Langkavel~ 64.

[7007] ebd. 73.

[7008] ~A. v. Haller~, „Onomastikon“ (Frankfurt 1755) 140. Vom größten
Teile dieser Namen machten die sog. „Pflanzenväter“ neuen Gebrauch,
daher finden sich Antimnion und Antimion, Anthemon, Leukanthemon,
Chrysanthemon, Euanthemon, Kynanthemon usf., bei ~Brunfels~
(„Onomastikon“, Straßburg 1543), ~Ruellius~ („De natura stirpium“,
Basel 1543; Index), ~Dodonaeus~ („Histoire des plantes“, Antwerpen
1557; 119, 136 ff.), ~Tabernaemontanus~ („Neuw Kreuterbuch“, Frankfurt
1588, 72 ff.; Index) und vielen anderen.

[7009] ~Rossbach~, PW. 1, 2369; ~Schirmer~, Ro. 1, 368.

[7010] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 161.

[7011] ~Friedlaender~ 3, 336.

[7012] ~Blümner~ 2, 378.

[7013] ~Pietschmann~, PW. 1, 1857.

[7014] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 256.

[7015] Noch bei den Arabern, die diese Anschauungen aufnehmen, werden
die Krystalle, z. B. die des Kandiszuckers, mit Nabât = Pflanze
bezeichnet (~Lippmann~, a. a. O.; „Geschichte des Zuckers“, Leipzig
1890, 101). Ebenso dürfte der Name „Kraut“ (kruyd) für das neuentdeckte
Schießpulver zunächst dem krystallisierten Salpeter zugekommen sein.

[7016] Vgl. unsere Eisen-, Kobalt-, Zink- und Arsen-Blüte, die
Schwefel-, Zink-, Benzoe-Blumen, den Blei- und Kupferbaum, u. dgl. mehr.

[7017] Bei ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, und ~Pollux~ (~Krause~,
„Pyrgoteles“, Halle 1856, 10); ~Rossbach~, PW. 7, 1101.

[7018] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 291.

[7019] ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ 172.

[7020] ~Nies~, PW. 2, 2136.

[7021] Bei ~Galenos~: s. ~Hippokrates~, a. a. O. 3, 295, und
~Israelson~, a. a. O. 166.

[7022] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 257.

[7023] a. a. O. 79, 91, 93, 95, 98; 20.

[7024] Vgl. ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 23.

[7025] Coll. II, 4 ff.

[7026] Coll. II, 54 und „Lexikon“.

[7027] ebd. 5.

[7028] ebd. 45; daher auch die „Blumen des Kupfers und Bleies“ der
„Compositiones ad tingenda ...“ (Mâ. II, 14).

[7029] Coll. II, 4, 16.

[7030] ebd., 4 ff.

[7031] Mâ. I, 4, 134.

[7032] Coll. II, 271.

[7033] Coll. II, 115.

[7034] Coll. II, 99; Intr. 287.

[7035] Mâ. I, 137; I, 62, 127, 163.

[7036] Coll. II, 305.

[7037] Coll. II, 16, 262; Mâ. I, 254.

[7038] Coll. II, 15, 21.

[7039] Mâ. I, 254.

[7040] Coll. II, 6.

[7041] Coll. II, 262.

[7042] „Opus pandectarium“ (Venedig 1512) 10.

[7043] Intr. 279 ff.; Coll. II, 334 und III, 319.

[7044] Mâ. II, 10; eine syrische Erwähnung des Antimons zum Glasfärben
s. weiter oben (Mâ. I, 95).

[7045] Coll. II, 6, 262; ~Langkavel~, a. a. O. 64. Der Übergang von ε
in ι fällt jedoch nach ~Ruska~ nicht unter den Begriff des eigentlichen
Itacismus (η, ευ, οι, υ = ι).

[7046] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78.

[7047] a. a. O. 83-85, 156.

[7048] a. a. O. 180, 181.

[7049] „Opera“ (Lyon 1520) 180, 268.

[7050] ~Sudhoff~, A. Med. 6, 324.

[7051] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“ (Halle
1876) 20.

[7052] Rom 1587, 6.

[7053] Hamburg 1605, 370; 1. Aufl. 1594.

[7054] Frankfurt 1603, 109.

[7055] Nach ~Talleyrand~ „+schafft+ man Tatsachen, indem man sie
unaufhörlich +erzählt+“.

[7056] Coll. I, Vorr. 14, 18.

[7057] Arch. 194, 206.

[7058] Persönliche Mitteilung des berühmten Chemikers ~Moissan~.

[7059] „~Berthelots~ Collationen aus den Pariser Handschriften“ fand
~Reitzenstein~ „im allgemeinen ziemlich genau“ („Poimandres“ 9).

[7060] Persönliche Mitteilung ~Moissans~.

[7061] „Alch.“ 2, 180.

[7062] Coll. I, Vorr. 15 ff.; Intr. 179, 295 ff.

[7063] z. B. Coll. II, 115, 284, 374.

[7064] „Poimandres“ 9.

[7065] Coll. III, 382.

[7066] Coll. II, 207; 388.

[7067] ~Sudhoff~, M. G. M. 9, 401.

[7068] ~Riess~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 226.

[7069] „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 901.

[7070] „Altphilologische Beiträge“ (Leipzig 1909) 3, 75.

[7071] Coll. I, Vorr. 14; Mâ. III, 6; ein bezeichnendes Beispiel s. bei
~Pelagios~, Coll. III, 243 ff. Vgl. ~Riess~, a. a. O.

[7072] Beitr. 134, 341 ff.

[7073] z. B. Coll. II, 118 ff., 219 ff., 402, 408, 427 ff.

[7074] Besonders deutlich spricht er dies Arch. 226, 230 aus.

[7075] ~Riess~, a. a. O. -- Nach ~Ruska~ leiden die Übersetzungen
der arabischen und syrischen Texte an zahllosen Ungenauigkeiten und
durch vorgefaßte Meinungen bedingten, irrtümlichen Auslegungen; da sie
zudem die Seitenzahlen der Originale nicht angeben, so ist es äußerst
mühselig und zeitraubend, Einzelheiten aufzufinden und zu vergleichen.

[7076] „Stockholmer Papyrus“ 105, 165, 178; 164.

[7077] ebd. 141, 160.

[7078] ebd. 119; 109.

[7079] ebd. 99.

[7080] ebd. 105, 110, 116, 117, 140.

[7081] ~Riess~, a. a. O.

[7082] Or. 248 ff., 264; Coll. I, 247, 259; betreff μάζα 257, 304;
Intr. 247, 259 ff.; Mâ. II, 275, 12, 284 ff.; Arch. 216.

[7083] Or. 264; vgl. 272 und 281 über die materielle Natur der
Eigenschaften.

[7084] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 37, 1015 (1913).

[7085] ders., ebd. 37, 1421 (1913).

[7086] ~Renan~, „Souvenirs d’enfance et de jeunesse“ (Paris 1883) 291;
~Renan-Berthelot~, „Correspondance“ (Paris 1898).

[7087] ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 521, 561.

[7088] „Beiträge ...“ 24, 73.

[7089] Or. 3.

[7090] Or. 104 ff.; vgl. Vorr. 10.

[7091] ~Kopp~, „Beitr.“ 243-343.

[7092] ~Berthelot~ nimmt diese Entdeckung für sich in Anspruch: Intr.
174.

[7093] Beitr. 61, 175, 181, 189, 257, 324, 493 usf.

[7094] Coll. I, Vorr. 9, 173.

[7095] Intr. 173 ff.

[7096] Coll. I, 127, 129.

[7097] „La révolution chimique, ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 7, 115, 121,
124. Auch dieses Buch ist durchaus einseitig und panegyrisch.

[7098] M. G. M. 9, 504.

[7099] Persönliche Mitteilung.

[7100] „Alch.“ 2, 182.

[7101] Paris 1866.

[7102] Or. 3, vgl. Vorr. 10; Coll. I, 129.

[7103] Or. 106.

[7104] ~Hoefer~ 1, 524 ff.

[7105] ebd. 1, 254 ff.

[7106] ebd. 1, 297 ff.

[7107] Or. 68.

[7108] Coll. I, 27.

[7109] Mâ. II, 99.

[7110] Mâ. II, 92.

[7111] Mâ. II, 4.

[7112] Göttingen 1797.

[7113] s. ~Kopp~, „Moniteur scientifique“ (1845) 4, 131.

[7114] Vgl. ~Chevreul~, ebd. 322.

[7115] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 45; „Alch.“ 2, 183.

[7116] Paris 1903.

[7117] Or. 104 ff.

[7118] Coll. I, 103; II, 208; Coll. I, Vorr. 10.

[7119] s. Coll. I, 103.

[7120] Leipzig 1829.

[7121] Leipzig 1851 ff.; diese statt der ~Hardouin~schen (Paris 1684),
Mâ. II, 54.

[7122] Vgl. Or. 104 ff.

[7123] Gründlich berücksichtigt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 120 ff., und
passim.

[7124] Arch. 108.

[7125] Or. 105, 136; Mâ. II, 257.

[7126] Coll. I, 78.

[7127] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 11, 71,
73, 75, 90 u. oft.

[7128] Mâ. II, 351 ff. berichten seine entscheidende Kritik der
gefälschten ~Lull~schen Schriften ohne Nennung seines Namens.

[7129] Intr. 193. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 101, 126, 151 u. oft.

[7130] Mâ. II, 234.

[7131] Mâ. II, 232, 242, 246.

[7132] Coll. I, 79.

[7133] Mâ. II, 5, 22, 26, 60.

[7134] Intr. 174.

[7135] Or. 47, 101, 357.

[7136] Or. 70, 77, 164.

[7137] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 415.

[7138] Mâ. II, 67, 171.

[7139] Mâ. II, 232, 242, 246; öfter bei ~Kopp~, a. a. O.

[7140] Or. 62, 205, 473.

[7141] „Hypothèse ingénieuse“: Coll. I, 281; Intr. 181.

[7142] Coll. I, 192, 203, 212.

[7143] ebd. 212.

[7144] Arch. 232.

[7145] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 3.

[7146] Or. 27, 205.

[7147] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 30,
534 (1876).

[7148] Or. 27, 107; gemeint ist ~Hoffmanns~ Artikel in ~Ladenburgs~
„Handwörterbuch“ 2, 516.

[7149] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter.

[7150] ebd.

[7151] Mâ. II, 99.

[7152] Or., Vorr. 8, 14.

[7153] wie [1]; Mâ. II, 25, 275.

[7154] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter.

[7155] Or., Vorr. 11; Mâ. II, 25.

[7156] Intr. 173; wie [11].

[7157] wie [11].

[7158] Mâ. III, 25.

[7159] Coll. I, 234; Mâ. II, 3.

[7160] Mâ. III, 6.

[7161] Mâ. II, Vorr. 3.

[7162] Mâ. III, 26.

[7163] Or. 206 ff., 266, 273, 280, 282; Coll. I, 45.

[7164] Mâ. I, 17, 35; II, Vorr. 4, 231, 232, 149, 98; III, 17.

[7165] Mâ. II, 341 ff.; daselbst über den Inhalt der Schriften.

[7166] ebd. 345, 346; z. B. „Metalle, mit Schwefel kalziniert, werden
schwerer“.

[7167] Mâ. II, 237, 287.

[7168] Mâ. II, 239.

[7169] Arch. 4, 308.

[7170] Mâ. II, 336 ff., 340 ff., 346.

[7171] Mâ. III, 17.

[7172] Mâ. II, Vorr. 7.

[7173] Arch. 109, 183.

[7174] Or. 79, 210.

[7175] ebd. 100.

[7176] Mâ. II, Vorr. 3; 1, 2, 13, 24, 25, 29, 66 und öft.

[7177] z. B. 2, 482, 648.

[7178] üb. ~Hesse~ 2-6, 8, 13, 93, 111 und oft.

[7179] Die Ansichten ~Steinschneiders~, der schon 1871 ~Geber~ „eine
fast mythische Person“ nennt, gibt auch ~Guareschi~ wieder („Storia
della chimica“, Turin 1905; Heft 5, 39).

[7180] Mâ. III, 31 ff.

[7181] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 32,
575.

[7182] ebd. 580; ~Berthelot~ hält diese für echt und versetzt dabei
~Alrazi~ und ~Avicenna~ irrtümlich in das 12. Jahrhundert (Mâ. III, 4,
14).

[7183] z. B. „La révolution chimique. ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 153.

[7184] ~Hjelt~, „Geschichte der organischen Chemie“ (Braunschweig 1916)
38.

[7185] Paris 1886.

[7186] ebd. 41.

[7187] ebd. 68.

[7188] Paris 1897.

[7189] ebd. 17.

[7190] ebd. 118, 214.

[7191] Paris 1860/61.

[7192] „Aus ~J. Liebigs~ und ~Fr. Wöhlers~ Briefwechsel“, ed. ~Hofmann~
(Berlin 1888) 2, 145; Brief vom 13. Oktober 1863.

[7193] s. hierüber den Nekrolog ~Graebes~ („Berichte der Deutschen
Chemischen Gesellschaft“ 41, 4805), der übrigens, bei solchem Anlasse,
derlei Schwächen des großen Mannes nur milde andeutet. Vgl. ~E. v.
Meyer~ (M. G. M. 9, 514) über die Polemik mit ~Thomsen~ betreff der
Thermochemie, als deren Schöpfer sich ~Berthelot~ ebenfalls ausgab.

[7194] ~Cohen~, „~J. H. van’t Hoff~“ (Leipzig 1912) 119, 125, 137;
Brief vom 26. Juni 1877.

[7195] „~Vasari~-Studien“, ed. ~Schlosser~ (Wien 1908).

[7196] a. a. O., Vorr. 33.

[7197] ebd. 398.

[7198] Heidelberg 1912.

[7199] a. a. O. 34, 35.

[7200] ebd. 47 f.

[7201] ~Zeller~ 1, 1019; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 236; ~Bouché-Leclercq~
577.

[7202] ~Zeller~ 2 (1), 911; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 321.

[7203] Vgl. z. B. betreff ~Zeus~: ~Zeller~ 3 (1), 332 ff.; ~Philon~,
üb. ~Cohn~ 1, 9.

[7204] ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“ (Berlin 1901) 25;
~Reinhardt~, PW. 8, 508.

[7205] ~Holtzmann~, A. Rel. 3, 343.

[7206] ~Bouché-Leclercq~ 577.

[7207] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff.

[7208] ~Cohn~, PW. 1, 2905.

[7209] ~Burckhardt~, „~Constantin~“ 1, 322.

[7210] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Knaack~, PW. 1, 1399.

[7211] ~Burckhardt~, a. a. O. 250; ~Meyer~, „Der Aberglaube des
Mittelalters“ (Basel 1884) 147; ~Steinschneider~, „Der Aberglaube“
(Hamburg 1900) 21 ff. Eine Anzahl Beispiele s. bei ~Rabelais~, ed.
~Regis~ 1, 380.

[7212] ~Zeller~ 3 (2), 680.

[7213] ~Burckhardt~, a. a. O. 219, 223, 244; „Griechische
Kulturgeschichte“ (Berlin 1898) 2, 28, 79; ~Bouché-Leclercq~ 601.

[7214] üb. ~Klebba~ (München 1912) 1, 31.

[7215] ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“ (Tübingen 1904) 207,
211.

[7216] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen
Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 52.

[7217] ~Mommsen~ 5, 460.

[7218] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 478.

[7219] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 19. Auch der Name der „Kesten“ ist
dem ~Homer~ entlehnt, bei dem er den reizverleihenden Gürtel der
~Aphrodite~ bezeichnet.

[7220] ~Olivet~, „Les vers dorés de Pythagore“ (Paris 1892) 291, 55.

[7221] ~Dieterich~, „Mithras“ 20 ff.; ~Wessely~, „Wiener Studien“ 8,
116 ff.

[7222] ~Anrich~, „Mysterienwesen“ 81; ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“
136 ff.

[7223] s. oben.

[7224] Odyssee, Ges. 10, Vers 302.

[7225] ~Sudhoff~, A. Med. 10, 83, 84; vgl. ~Homer~ als Arzt bei ~Sextus
Placitus~ (~Sudhoff~, ebd. 10, 272).

[7226] „Theatrum Chemicum“, ed. ~Zetzner~ (Straßburg 1613 und 1659) 5,
101; ~Berthelot~, Mâ. II, 248.

[7227] „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und frühchristlichen
Litteratur“ (Heidelberg 1917) 73.

[7228] ebd. 82.

[7229] ebd. 85.

[7230] ebd. 70 ff., 83.

[7231] ebd. 82 ff.

[7232] ebd. 67 ff.

[7233] ebd. 79, 82, 87.

[7234] ebd. 78.

[7235] ebd. 67 ff., 87. Von diesem Punkte aus vollzieht sich, unter
griechischer Umdeutung der orientalischen Gottheit, die Entstehung des
Märchens von ~Amor~ und ~Psyche~ (ebd. 104 ff., 108; ~Reitzenstein~,
„Das Märchen von ~Amor~ und ~Psyche~“, Leipzig 1912; 21, 79 ff.).

[7236] „~Psyche~“ 67 ff., 92 ff.

[7237] ebd. 74.

[7238] ebd. 74 ff.

[7239] ebd. 79; vgl. ~Reitzenstein~, „Festschrift für ~F. C. Andreas~“
(Leipzig 1916) 33.

[7240] „~Psyche~“ 7.

[7241] ebd. 81 ff.; „Poimandres“ 178.



*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ENTSTEHUNG UND AUSBREITUNG DER ALCHEMIE ***


    

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