Kloster Himmelpforte : Geschichtliches Drama in 4 Akten

By Robert Falke

The Project Gutenberg eBook of Kloster Himmelpforte
    
This ebook is for the use of anyone anywhere in the United States and
most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
of the Project Gutenberg License included with this ebook or online
at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States,
you will have to check the laws of the country where you are located
before using this eBook.

Title: Kloster Himmelpforte
        Geschichtliches Drama in 4 Akten

Author: Robert Falke

Release date: February 24, 2026 [eBook #78030]

Language: German

Original publication: Leipzig: Verlag von Arwed Strauch, 1921

Credits: Christian Reinboth


*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK KLOSTER HIMMELPFORTE ***
Evangelische Vereinsbühne

Sammlung leichter Aufführungen für Vereine des 
evangelischen Bundes und der Gustav=Adolf=Stiftung, 
Jünglingsvereine, Frauen= und Jungfrauenvereine

---------- Heft 13/14 ----------

Kloster Himmelpforte

Geschichtliches Drama in 4 Akten

von

Robert Falke

Konsistorialrat und Superintendent, Wernigerode a. Harz

Verlag von Arwed Strauch in Leipzig

---------------------------------

Personen:

Bürgermeister Henrick Witten.
Schmiedemeister Öhlmann.
Judith
Bärbele, zwei Bürgertöchter.
Wilhelm Wiardes, Barbier.
Paul Rese, Landsknecht.
Hans Dantzke, Wirt zu Nöschenrode.
Burghauptmann Volkmar von Morungen.
Mönch Gröning vom Kloster Himmelpforte.
Augustinermönch D. Martin Luther, 
   Distriktsvikar der Augustinerklöster Sachsens.
Ein Klosterbruder, sein Begleiter.
Generalvikar D. Staupitz.
Prior Tiemann.
Bruder Henning.
Acht Klosterbrüder.
1., 2., 3. Bauer.
Ein Bäcker und ein Metzgermeister.
Bürger, Bürgerinnen, Bauern und Kinder.

Ort der Handlung:

Wernigerode und Kloster Himmelpforte im Jahre 1517 und 1525.

Das Aufführungsrecht in Vereinen wird durch Kauf eines 
Hauptbuches und von 10 Rollenbüchern zum Gesamtpreis von 
Mark 33.- erworben. Weitere Rollenbücher kosten je Mark 3.-.
Das Aufführungsrecht an Berufsbühnen ist vorbehalten. Auskunft 
erteilt die Verlagshandlung. Das Abschreiben oder Verleihen des 
Materials ist gesetzlich verboten.

---------------------------------

1. Akt

Marktplatz in Wernigerode.

1. Szene

(Bürgermeister Witten und Schmiedemeister Öhlmann.)

Witten

Die Zeit ist ernst, mir grauet vor der Zukunft. Mir ist, als 
ob ein furchtbares Geschehen uns noch bevorsteht, wie Gerichte 
Gottes, und schwere Sorge macht mir unsere Stadt. Wohin ich 
schaue, überall Empörung und Zwietracht, Haß bei Bürgern und 
bei Bauern, bei Rittern und bei Mönchen in den Klöstern. Es 
eifert jeder wider jeden, und das alte Deutschland wird ein 
Trümmerhaufen. O, du mein Harz und du mein Wernigerode, 
was werdet ihr für Stürme bald erleben!

Öhlmann

Gewiß, Herr Bürgermeister, Ihr habt recht, jetzt sind am 
Werk die Teufel und die Hexen. Furchtbare Zeichen künden an die 
Not. In Altenrode ist ein Kalb geboren und hat drei Köpfe, das 
bedeutet Krieg. Und neulich sah mein Schwäher überm Brocken bei 
Blitz und Krach den Feuerdrachen fliegen, er ließ bei Ilsenburg 
sich nieder und hat den Wald und Wiese lichterloh verbrannt. 
Ach, ach, Jesus Marie; die Welt geht unter und alle müssen 
sterben, Weib und Kinder.

Witten

Recht mögt ihr haben, Meister Öhlmann, wir müssen drum den 
Herrgott bald versöhnen, daß er in Gnaden unser Land verschone. 
Ich will die Bürgerschaft zum Pilgern mahnen, wir müssen all 
nach Waterler zur Hostie und dort die Fürsprach‘ unserer Frau 
erflehn. Der Prior Tiemann von der Himmelpforte hätt‘ längst 
schon zu der Wallfahrt mahnen müssen.

Öhlmann

Habt Ihr gehört, daß in der Himmelpforte vom Heiligenbild 
drei Tropfen Bluts gefallen? Wenn schon die Mutter Gottes 
weint, dann muß die ganze Welt im Blutstrom bald ersaufen.

Witten

Ich bin gewiß, daß unsere frommen Mönche von Kloster 
Himmelpforte für uns beten, denn großen Segen hat der Mönche 
Fürsprach‘. Seit Prior Proles Zeiten sind die Brüder von 
Himmelpforte frömmer als die andern, die auf dem Harz in 
ihren Klöstern wohnen. Sie sind’s, die uns am Sonntag Messe 
lesen und unsere Jugend in der Zucht erhalten. Sie sind die 
frommen Beichtiger der Kranken und lösen uns von Fegefeuers 
Qualen.

Öhlmann

Erst gestern bracht‘ ich dorthin meinen Zehnten und opferte dem 
Heiligenbild die Kerze. – Doch, Bürgermeister, traut den Mönchen 
nicht! Dort weht seit langem schon ein fremder Geist, der wenig 
wissen will vom Papst in Rom, vom Ablaß, Rosenkranz und heiligen 
Messen, und darum fürcht‘ ich, daß von Himmelpforte einmal ein 
Unglück ausgeht für die Welt.

Witten

Ihr denkt zu schlecht von unseren Klosterbrüdern; die Stadt ist 
ihnen lang zu Dank verpflichtet, und wenn einmal das Kloster 
Schaden litte, und unsere Mönche dorten fliehen müßten, wenn 
Bauern=Haß und Habgier puchen würde die fromme Stätte, alsdann 
müssten wir sie in unserer Stadt verpflegen und versorgen. 
Getrost, Gevatter, heute kommt ins Kloster der Vater Staupitz, 
aller Augustiner Vikar und Vorgesetzter, und auch Luther, 
Distriktsvikar der Augustinerklöster, wird morgen 
droben im Gebirg‘ erwartet.

Öhlmann

Wer ist der Luther, den Ihr eben nanntet?

Witten

Ein frommer Augustinerpater, Doktor der heiligen Schrift und 
auch Professor an der berühmten hohen Schul‘ in Wittenberg. 
Doch Näheres weiß ich nicht von ihm zu sagen. – Doch seht, 
dort kommt vom Schloß der wackere Hauptmann.

2. Szene

(Burghauptmann Volkmar von Morungen tritt hinzu.)

Morungen

Gegrüßt ihr Bürger unsrer lieben Stadt. 
Mich schickt zu Euch Graf Botho, unser Herr.

Witten und Öhlmann

Gott segne unseren frommen, treuen Grafen.

Morungen

Graf Botho ist von Sorgen tief beschwert, er fürchtet von den 
Bauern Mord und Aufruhr; schon schlossen sie zum Bunde sich 
zusammen, er heißt der „Bundschuh“ und der arme „Konrad“, 
und manche Burg verbrannten sie zu Asche. Und da im Südharz 
schon die Rotten toben, so will der Landesherr die Burg 
befestigen, Kartaunen, Schlangen und Geschütz beschaffen, 
denn wenn die Burg die starke Schutzwehr ist, dann ist 
sie auch ein Bollwerk für die Stadt.

Witten

Der edle Herr ist unser Schutzpatron. In Treue bleibt die 
Stadt ihm stets verbunden.

Morungen

Auf Eure Treue bauend, läßt der Graf Euch sagen, daß die Tore, 
Türme, Gräben der Stadt sofort befestigt werden müssen. Die Tore 
müssen neue Ketten haben, und was von Pulver und von Kugeln nötig, 
das muß zu Haufen in Gewölb und Keller.

Witten

Graf Botho fürchtet wohl Belagerung? Ihr, Herr von Morungen, sagt 
unserm Herrn: zum Hause Stolberg steht die Bürgerschaft und teilt 
mit ihm das Leid und auch die Freude.

Öhlmann

Wir haben starke Fäuste, lieber Ritter, und wo wir treffen, 
kracht der Bauernschädel.

Morungen

Solange Fürst und Volk verbunden bleiben, wird stark es wie 
ein Felsen in dem Meere, doch wo das eine sich vom andern reißt, 
muß jedes bald in sich in Trümmern fallen. – Doch hört das andere, 
was ich euch zu sagen: Ihr wißt, daß unser Haus und Kloster 
Himmelpforte in gleichem Glauben treulich sind verbunden. 
Graf Botho hat als Oberherr des Klosters den Sohn, Graf 
Wolfgang, dort die erste Messe in Gegenwart der Mönche 
lesen lassen, denn Wolfgang soll im Dienst des Herrn 
verbleiben.

Witten

Des Hauses frommer Sinn und gute Werke sind uns ein Vorbild schon 
seit hundert Jahren.

Morungen

Da jetzt Besuch im Kloster wird erwartet, sind Gräfin Anna und 
Graf Botho droben, um Staupitz und den Luther zu begrüßen.

Öhlmann

Was haben denn die Herren zu beraten?

Morungen

Ich glaube, sie bereden hier den Ablaß, der durch den Ablaßkrämer 
Tetzel wird mit viel Rumor in unserem Land verbreitet.

Witten

Der Ablaß ist ein heilig Werk vor Gott, und ich gedenke auch 
von ihm zu kaufen.

Öhlmann

Ohn‘ Ablaß kommt die Seele in die Hölle, denn nur der Ablaß kann 
die Pein verkürzen.

Morungen

Auch Graf und Gräfin hängen streng am Alten, und doch frißt mir der 
Gram an meiner Seele, daß von den Pfaffen wird das Geld gezogen aus 
unserm Deutschland, um in vollen Säcken nach Rom zu wandern in des 
Papstes Taschen. Dort mäßten sie sich von dem deutschen Geld und 
bauen große Dome und Paläste. Wir Deutschen sind zu dumm, wir 
müßten alle die Ablaßhändler aus dem Land verjagen.

Witten

Bei unserer Jungfrau! Seid Ihr denn ein Ketzer? Wie wollt Ihr 
ohne Ablaß aus der Hölle?

Morungen

Man sagt, in unserer Bibel stünd‘ es anders, doch hab‘ ich sie noch 
niemals selbst gelesen. Das wißt, Ihr Bürger, deutsche Ritterschaft 
ist grimmig ob der Frevel, welche Rom in unserem Lande schon seit 
Jahren übt. Gott schenk‘ uns bald den Ritter St. Georg, der 
diesem Drachen seinen Kopf zertritt.

Öhlmann

Ich schlag ein Kreuz für Euch, Herr Rittersmann. Mir scheint, 
der Teufel hat Euch in den Klauen.

Witten

Kommt auch in unserer Stadt der Ablaßhandel, dann laß ich ihn 
gerne hier gewähren, damit die armen Seelen Ruhe finden.

Morungen

Macht was ihr wollt! Nicht einen Heller geb‘ ich in den 
vermaledeiten Ablaßkasten. Ach, wenn doch Graf und Gräfin Anna 
auch so gesinnet wären wie ihr frommer Hauptmann – doch kommt, 
wir wollen in das Rathaus gehen, um dort den Bau der Mauern zu 
besprechen.

(Die drei ab.)

3. Szene

(Judith und Bärbele.)

Bärbele (singend)

Mein Schatz ist ein Landsknecht,
Ein Landsknecht am Rhein,
Und kommt einst der Maien,
Dann bin ich ganz sein!
Tralala, Tralala…

Was hast du, Judith? Sitzt so still und traurig; mein Herz ist 
heute so froh, daß ich die Welt in meine Arme schließen möchte. 
Judith! Kommt einst mein Schatz zurück in unsere Stadt, dann soll 
die Hochzeit sein und du – und du –

Judith

Du weißt ja gar nicht, ob dein Schatz noch lebt. Das Los der 
Landsknechte ist der Kampf und Tod.

Bärbele (traurig)

Ja, ja. Doch bin ich neulich gangen zur weisen Fraue vor dem 
Tore der Stadt.

Judith

Zur Hexe bist du gegangen. Schäm‘ dich doch.

Bärbele

Und die hat mir gesagt, daß Paul noch lebt.

Judith

Die Hexen reden wie man wünscht und zahlt.

Bärbele

Auch hab‘ ich in der Himmelpforten gestern drei Kerzen am 
Marienbild geopfert.

Judith (sehr erregt)

In Himmelpforten warst du? Sahst auch du den Prior Tiemann?

Bärbele

Ja. Der fromme Prior nahm mir die Kerzen und hat mich gesegnet. 
Was hast du, Judith? Sollte Prior Tiemann…

Judith

Ach, schweig!

Bärbele

Du trägst ein schwer Geheimnis, Judith, sag’s frei heraus 
und mache leicht die Seele.

Judith

So will ich dir’s bekennen. Hör‘ zu und schweige. Der Prior 
Tiemann kommt oft zu dem Vater, um mit ihm unsere Zeiten zu 
besprechen. Da saß ich stets dabei und hörte Männer von klugem 
Sinn und tiefem frommen Herzen. Der Prior sagte, daß der Bann 
der Kirche mit ihrem Ablaß und dem Aberglauben gar bald 
zertreten werden würde, und dann zerbrächen auch die 
Klöster. Und die Priester … sie dürften freien wie 
die anderen Männer.

Bärbele

Um Gottes willen! Das ist Ketzerei…

Judith

Mit seinen treuen Augen sah der Prior mich lange an, daß mir 
das Herz erbebte.

Bärbele

Ein gottgeweihter Mönch will freien? Judith! Ihr beide kommt 
in Satans grause Hölle.

Judith

Nein, nicht zur Hölle, in das Paradies geht unser Weg, der seine 
und der meine. Das Zölibat ist wider Gott und sein Gebot. So 
steht’s im Evangelium. Der Prior hat’s uns beiden vorgelesen.

Bärbele

Der Teufel wohnt in deiner armen Seele. Komm mit zur Kirche, 
daß ich für dich bete.

Judith

Die reine Liebe stammt vom Himmel droben, und überspringt des 
Irrtums enge Schranken. In Prior Tiemanns Hand leg‘ ich die meine 
und hab‘ ihm Treu‘ geschworen bis zum Tode.

Bärbele

Dein Ende ist des Scheiterhaufens Flamme.

Judith

Die Stunde kommt, da fährt des Sturmes Brausen durch unsere 
Kirchen, und was morsch geworden, das bricht zusammen, daß es 
Frühling werde, und dann steh‘ ich mit ihm an dem Altare.

Bärbele

Mich schaudert vor dir, sieh‘ die finstern Männer, komm, 
laß uns schnell zur Mutter Gottes eilen.

(Beide ab.)

4. Szene

(Der Arzt und Barbier Wilhelm Wiardes in vornehmer Bürgerkleidung. 
Landsknecht Paul Rese. Wirt Hans Dantzke aus Nöschenrode.)

Dantzke

Ha, ha, du Satanskerl Wiardes. Mit dir möchte‘ ich den Teufel 
aus der Hölle holen.

Rese

Ich alter Landsknecht schließe mich Euch an. Wenn unsereiner, 
der den Kampf gewöhnt, auf weichem Lager faul sich hingestreckt, 
dann steigt die Abenteuerlust empor und gerne greift die Faust 
zum langen Schwert.

Wiardes

Bald gibt’s zu tun, Ihr Freunde, denn die Not der Bauernschaft 
und des gemeinen Mannes schreit laut zum Himmel. Schon ist mancher 
Bauer aus seinem Sklavenschlaf emporgeschreckt und merkt den Frevel, 
den man ihm getan. Doch tausend schlafen noch. Es gilt zu wecken.

Dantzke

Der Bauer wird geschunden wie das Vieh, durch Frohnden, Gulden, 
Pön und Lasten, die wie Zentner auf dem Hals ihm liegen. Mit 
ihrem Roß zerstampfen sie den Acker, und wenn der Bauer sich 
zur Wehre setzt, dann hetzen sie mit Hunden ihn vom Hof. Ein 
Hirsch gilt mehr als zehn der „Bauerntölpel“. In Ilsenburg der 
Prokurator sagte: Am besten ist der Bauer, wenn er heult, und 
unnütz ist er, wenn’s ihm wohlergeht. Wer einen Bauern 
streichelt, wird gestoßen, und wer ihn stößt, der wird 
von ihm gestreichelt.

Rese

Jetzt wendet sich der Spieß. Ihr Ritter, zittert!

Dantzke

Wir fingen neulich Ritter Tettenborn; dann bogen wir zwei Fichten 
bis zur Erde, und banden ihn an ihrer Stämme Spitzen. So ließen 
wir ihn zappeln, bis die Wölfe ihn bei lebendigem Leibe 
aufgefressen.

Wiardes

Wir müssen jetzt durch alle Dörfer eilen und in die dicken 
Bauernschädel hämmern, daß sie nichts anderes sind als Sklaven, 
die die Ketten brechen müssen mit Gewalt.

Dantzke

Schon regt der Bauer sich im deutschen Süden. Im „armen Kunz“ 
und „Bundschuh“ haben sich die Waffen schon zu Trutz und Wehr 
gesammelt.

Rese

Der Drang nach Freiheit zieht durch alle Lande. Er stammt von 
Gott, drum muß man ihn erfüllen.

Wiardes

Es ist im Harz noch weit bis zu dem Ziele, drum müssen hetzen wir, 
eh‘ es zu spät ist und Fürst und Ritter sich verbunden haben. (Zu 
Rese:) Du eilst nach Stolberg, (zu Dantzke:), du nach Altenrode. 
Und wiegelt auf die Waffen. Sagt den Bauern, die Zeit der 
Knechtschaft neige sich zum Ende. Bald ging’s dem Ritter 
und dem Mönch zu Leibe. Sie sollen abends in den Wald sich 
schleichen und dort am alten Opferstein beraten, wie man 
das Volk zu einem großen Heer vereinigt, das alles niedertritt 
wie Goliath.

Rese

Wer soll in unserm Harz der Führer sein?

Wiardes

Ich bin der Führer. Mir müßt ihr gehorchen. Geht’s aber schief, 
dann dürft ihr nicht verraten, daß ich euch zu dem Plan gedungen 
habe, denn ich bin hier Barbier und Arzt zugleich und steh in 
hohem Ansehen bei den Bürgern.

Dantzke

Aus welchem Grund stellst du dich an die Spitze, da du doch nicht 
ein Bauer bist und hörig? Du liebst die schöne Judith, haßt den 
Prior, der dir des Mädchens Herz gestohlen hat?

Rese

Du strebst nach Ehr und Ruhm, und dafür müssen die Bauern ihre Haut 
zu Markte tragen. Des Volkes Führer sind meist Volksverführer. 
Geht’s schief, dann drücken sie sich schnell beiseite und auf 
des Volkes Buckel haut der Prügel.

Wiardes

Was zweifelt ihr an meinem ehrl’chen Sinn? Die Zeit wird’s lehren, 
daß in dieser Stadt kein anderer Führer sein kann, als ich selbst. 
Was hör ich? Eine Schelle klingt so laut! Ein Ablaßglöcklein ist’s. 
Nun gibt’s ein Spaßen.

5. Szene

(Der Augustinermönch Gröning von Himmelpforte schellt mit der 
linken Hand; in der rechten trägt er einen Kasten, den er auf 
eine Steinbank setzt. Allmählich kommen auch Judith und Bärbele, 
der Bürgermeister Witten, Öhlmann und der Ritter von Morungen 
heran.)

Gröning

Kommt, Christen, kommt! Der Himmel steht jetzt offen. Der heilige 
Vater neiget sich zur Herde und bietet für den Ablaß reiche Gnaden. 
Mir ward der Auftrag von dem Pater Tetzel, in dieser Grafschaft 
Ablaß zu verkaufen. Nun kommt und hört! Für wenig Gulden könnt 
ihr euch alle von dem Fegefeuer lösen und euch verdienen ew’ge 
Seligkeit. Sobald das Geld in diesem Kasten klingt, die Seele 
in den Saal des Himmels springt.

(Alle um ihn.)

Wiardes (zu Judith)

Jetzt endlich seh ich dich. Was hast du, Judith? Ich folge dir 
auf Schritt und Tritt, und du verachtest mich mit kalten Blicken.

Judith

Laßt mich in Frieden. Niemals gab ich Euch Veranlassung, Euch mir 
zu nahen; ich mag nicht Eure Liebe.

Wiardes

Judith, hör‘. Wenn du nicht willst, dann wirst du nicht gezwungen. 
Und koste es mein ew’ges Seelenheil. Sag, Gröning, kannst du alle 
Strafen lösen?

Gröning

Selbst wer die heil’ge Jungfrau hätt‘ geschändet, kann Gnad‘ 
erkaufen durch den Ablaßzettel. Noch mehr als Petrus kann der 
Ablaß spenden, es ist, als wenn Maria selbst hier wäre.

Dantzke

Was kostet’s, wenn es gilt, ein Kloster puchen?

Gröning

Ein schwerer Frevel, schwer darum die Pön, es kostet tausend 
Gulden. – Hier der Schein.

Dantzke (lachend)

Behalt den Schein, du Pfaff. Viel billiger ist es, ich puch das 
Kloster und erspar die Gulden.

Rese

Hast recht, Hans Dantzke. Laß die Dummen kaufen. Wir holen uns die 
Gnaden mit der Faust.

Dantzke

Und wenn ihr Mönche schmort im Fegefeuer, dann treffen wir uns 
dorten fröhlich wieder.

Gröning

Euch treffe Gottes Fluch; noch ist es Zeit, kauft Ablaß, Ablaß 
für der Sünden Pön.

Morungen

Gebt mir den Ablaß für zukünft’ge Tat. Was kostet’s, wenn ich 
einen Ablaßkrämer im Walde überfalle und beraube?

Gröning

Solch schwer Verbrechen ist nicht vorgesehen. Ich drohe dir mit 
allen Höllenqualen. –

Morungen

Dann sei verdammt mit deinem Ablaßkram, doch hüte dich, mein 
Mönchlein, heute abend!

Gröning

Noch keinen Zettel hab ich hier verkauft. Kauft, kauft, ihr 
Leute, ehe es zu spät ist.

Bärbele (zu Judith)

Kauf dir den Ablaß für die schwere Schuld.

Judith

Ich bin zu stolz; du kannst für mich versuchen.

Bärbele

Mein Herze ist in sünd’ger Liebe entbrannt für einen Klosterprior, 
und wir beide begehren bald in heil’ge Eh‘ zu treten.

Rese

Ist’s nicht die Bärbele, mein kleiner Schatz? Hier ist dein Paul, 
der frumbe Landsknecht, wieder. Und du liebst einen gottgeweihten 
Mönch? Laß ab, mein Bärbele, und halt zu mir.

Gröning

Das ist nicht heil’ge, sondern Satans Ehe. Doch wenn Ihr wollt, 
dann nehmt den Ablaßzettel und zahlt dafür den Preis von 100 
Gulden.

Bärbele

Die hab ich nicht.

Gröning

Dann darfst du auch nicht freien.

Witten

Hier hast du 100 Gulden, Jungfer, kaufe den Zettel. 
(Reicht ihr einen Beutel.)

Morungen

Bürgermeister, ihr verführt die Jungfer. 
Nehmt dem Mönch den Beutel wieder.

Gröning (zu Bärbele)

Da hast du deinen Zettel. Frei‘ den Prior.

Wiardes (lachend)

Das ist des Teufels Hochzeit.

Morungen

Halt! Halt! Den Zettel! Ich zerreiße ihn.

Witten

Laß die Hand davon.

Judith

Mir sagt’s Gewissen, daß ich schuldlos bin. 
Ich komm auch ohne Ablaß zu dem Ziele.

Wiardes (zu Rese und Dantzke)

Wenn Ritter, Bürger und der Mönch sich streiten, dann schlagen 
wir sie alle drei zusammen und lachen über diese dummen Tölpel.

Morungen (sein Schwert ziehend)

Jetzt schlag ich drein in des Dreieinigen Namen! 
Gib her den Beutel, Pfaffe!

Gröning

Gottverdammter! Dem Papst gehört’s. Der Papst muß es behalten!

(Großer Tumult. Alle streiten wider einander, der Ritter reißt 
den Kasten an sich. Die Bürger suchen es zu verhindern.)

6. Szene

(Pater Dr. Luther und ein Augustinermönch aus Wittenberg, 
beide haben den Pilgerstab in der Hand.)

Luther

Was ist das für ein Lärmen auf der Straße?

Mönch

Sie scheinen um den Ablaß sich zu streiten.

Luther

Den Ablaß? Woher kommt der Augustiner?

Mönch

Das ist der Gröning von der Himmelpforte.

Luther

Hör‘, Bruder Gröning. Ich, dein Vorgesetzter, Professor Doktor 
Luther, ruf‘ zur Ruhe. Geh schleunigst fort in deines Klosters 
Frieden, dort werde ich die Sach‘ mit dir verhandeln.

Gröning

Hier gilt kein anderer Wille als des Papstes und Johann Tetzels, 
der mich hergesandt.

Morungen

Ehrwürdiger Vater, helft dem Ablaß steuern, die Kirche schändet 
sich, und’s Volk verdirbt.

Judith (zu Bärbele)

Siehst du das Feuer in den dunklen Augen? Ich fühle mächtig 
mich zu ihm gezogen.

Wiardes

Ich fürcht‘, der Mann wird uns zu schaffen machen.

Witten (zu Öhlmann)

Mir ahnt, hier steht ein Mann von Gott gesandt.

Luther (der still vor sich hergeschaut hat, für sich)

Der Satan kann, was gut ist, böse machen, und was ein Segen ist, 
zu Trug und Frevel. (Zu den anderen:) Auf offener Straße läßt sich 
nicht verhandeln. Ihr werdet von mir hören. Zu der Himmelpforte bin 
ich von Pater Staupitz jetzt geladen, der Kirche Nöte mit ihm zu 
besprechen. Geh hin in Frieden unter Gottes Segen.

(Alle ab. Luther mit dem Klosterbruder allein.)

Klosterbruder (Mönch)

Der Weg zum Kloster führt durch Hasserode, die Nacht rückt an, 
wir müssen hurtig eilen.

Luther

Wie köstlich ist die Luft hier in den Bergen, und stiller Friede 
lächelt sanft mich an. Ich grüße euch, ihr Wälder und ihr Täler, 
und dich, du feste Burg auf Bergeshöh. Hier möcht‘ ich wohl in 
Frieden Gott dem Herrn und meinem Heiland dienen immerdar. Doch 
meine Lebensstraße führt zum Kampf; ich fühl es, es ist meines 
Gottes Wille. Sein Arm wirft mich in wilden Streit hinein, und 
ich muß kämpfen, für ihn ganz allein; mein Leben sei dir, 
Heiland, hingegeben; von dir will ich die Kraft im Glauben 
nehmen. Und wenn ich Bahn soll brechen deinem Rechte, dann 
steh du bei in Gnaden deinem Knechte.

2. Akt

(Ort: Halle im Kloster Himmelpforte. 
Rechts in der Halle ein Tisch mit vier Stühlen.)

1. Szene

(Aus dem Hintergrund tönt der Mönchsgesang, der immer näher kommt 
und dann durch die Halle vorüberzieht. Die Mönche tragen Kerzen 
in den Händen. Voran Staupitz mit Luther, dann Prior Tiemann und 
Bruder Henning, ein Greis mit langem weißem Bart. [Alle Mönche 
sind sonst bartlos.] Hinter diesen vier gehen noch acht Mönche 
je zu zwei.)

Mönchschor

Jungfrau in des Himmels Höhen,
Öffne gnädig uns dein Ohr.
Sankt Maria, wollest sehen
Auf der Mönche frommen Chor.
Jubilate, Jubilate, Jubilate. Amen.

(Der Chor verklingt in der Ferne.)

Gröning (der sich hinter dem Chor hergeschlichen hat)

Fahrt in die Hölle mit dem Mönchsgeplärre! Wie ich euch hasse, dich 
zumeist, den Luther! Ihr alle seid nicht päpstlich mehr und römisch; 
ihr seid mit eurer Kirche längst zerfallen und grabt im Finstern am 
Zusammenbruch. Ich schwör euch Haß und Rache, will nach Rom, um eure 
Ketzerei dem Papst zu künden. Und wenn ihr dann verbrannt seid als 
die Ketzer, dann steige ich auf diesen Priorsitz und strecke auch 
die Hand zum Bischofsstabe.

Henning (eintretend)

Du warst nicht bei der Messe, Pater Gröning. Ein finstres 
Wesen trägst du längst zur Schau, und in den Augen flackert 
böses Feuer. Was sinnst du? Sag es mir, dem Alten, ich bin 
am längsten in der Himmelpforte.

Gröning

Ich klage Luther an, der gestern mir den Ablaßkram verdarb 
durch böse Worte, nachher muß er mir Red und Antwort stehen.

Henning

Seitdem Luther hier ist, muß ich immer an eine Weissagung des 
Proles denken. Andreas Proles, unser Abt und Vater, erzählte 
uns einmal in heil’ger Stunde, aus unserem Augustinerorden 
käme der Retter, der Befreier unseres Volkes, der auch die 
Kirche ganz erneuern würde, und dieser Gottesmann sei 
schon geboren.

Gröning

Daß du an deinen Worten selbst erstickest, denn du bist auch 
ein Ketzer, wie sie alle. Ich gehe, wartet nur, ich komme 
wieder. (Ab.)

Henning (ihm nachsehend)

Das ist die alte Zeit, die jetzt zerbricht, der neue 
Morgen bringt das helle Licht.

2. Szene

Luther (tritt ein)

Gegrüßt sei Bruder Henning. Aus den Augen strahlt milder 
Glanz, und wohl erkenn ich es, daß du im Herzen Frieden 
hast gefunden.

Henning

Durch Gottes Gnade, nicht durch meine Werke. Seitdem Abt Proles 
hier mein Prior war, und mir den Weg gezeigt zum Gottessohn, 
fühl ich den Frieden und möchte ihn bewahren.

Luther

Andreas Proles von der Himmelpforte, du hast den Himmel manchem 
aufgeschlossen! Als ich in Magdeburg ein Schüler war, hab‘ ich 
den Proles auch gesehen; er galt im ganzen deutschen Land als 
heil’ger Mann.

Henning

Er war auch ein Prophet: Einst sagt‘ er uns, daß dieses Kloster 
bald verbrennen würde, und daß es niemals aus der Asch‘ erstünde. 
Mir ist, als müßte ich es selbst erleben.

Luther

Habt Glauben an den Herrn! Er wird es walten! Und wenn dies Kloster 
einst zusammenbräche, das mehr als drei Jahrhundert‘ hier gestanden, 
dann ist des Himmels Pforte nicht verbaut, den überall, wo Glaube, 
ist der Himmel. Doch sag‘, wer sollte dieses Kloster stürmen?

Henning

Die Bauern!

Luther (nachdenklich)

Ja, die Bauern. Von der Freiheit eines Christenmenschen haben sie 
noch nichts verstanden, da sie unter Freiheit irdisch Besitztum und 
des Fleisches Lust begreifen. Doch soll man sie gerecht behandeln 
und mit Barmherzigkeit ihr schweres Los erleichtern. Auch ich bin 
aus dem Bauernstand und habe tiefes Mitgefühl für meine Brüder. 
Was mir am Herzen liegt, ist mehr als das, es ist der Kirche 
Abfall von dem Glauben. Man zwingt durch Ablaß und durch gute 
Werke die Seelen unters Joch, und läßt sie sterben. Hier 
brauchten alle wir den Reformator.

3. Szene

(D. Staupitz und Prior Tiemann mit den Vorigen. 
Staupitz hat ein mildes, volles Gesicht ohne 
Bart, er trägt das Abtskreuz auf der Brust.)

Staupiz (zu Tiemann)

Nachdem wir dieses Klosters Sach‘ besprochen, muß 
ich mit Bruder Luther weiter handeln. Du, Prior 
Tiemann, fahre fort, die Sammung im Geist der 
alten Observanz zu leiten. Doch ohne Strenge, 
sondern mild und gütig.

Tiemann

Ich will es tun, solang es mein Gewissen und’s 
heil’ge Evangelium gestatten.

Staupitz (zu Luther)

Ich hab‘ dich, Bruder Martin, hergerufen, weil ich 
mich nach dir sehnte, wie der Vater nach seinem Sohn, 
und weil ich gern mit dir der Zeiten schwere Not 
besprechen wollte. Kommt, setzt Euch mit mir 
nieder um den Tisch. (Alle setzen sich.) Wie 
geht’s in Wittenberg, mein Bruder Martin?

Luther

Ehrwürdiger Vater, dorten lodert Zorn, es fielen 
Wölfe in des Heilands Herde und fressen seine 
Schafe. Tetzels Ablaß – –

Staupitz (ihn unterbrechend)

Der Sturmwind geht vorüber, Martin, und nachher 
scheint wieder Gottes helle Sonne.

Luther

Wir müssen reden, Schweigen heißt jetzt sünd’gen.

(Mönch Gröning schleicht sich ein und stellt sich 
hinter einen Pfeiler.)

Staupitz

Und wenn wir reden, machen wir’s noch schlimmer, 
zerreißen gar der Kirche Einheitsband und kommen 
in Konflikt mit Papst und Bischof.

Luther

Was ist mir Papst und Bischof, wenn des Herrn 
geoffenbartes Wort verachtet wird? Jetzt ist 
die Stunde, da es heißt: Bekennen!

Gröning (hervortretend)

Bekenne dich als Ketzer, Martin Luther! Du reißt 
dem Papst die Krone von dem Haupt und setzt dich 
selber auf den heil’gen Stuhl. Der Ablaß ist und 
bleibt der einz’ge Weg, der uns zum Himmel führt 
von dieser Erde.

Luther (noch ruhig)

Der Papst kann keine Sündenschuld erlassen. Die 
Schuld vergibt der Heiland nur allein, und Lüge 
ist es, daß der Ablaß helfe. Auch ohne Ablaß, 
nur bei Reu‘ und Buße, hat jeder Christ 
Vergebung seiner Sünden.

Gröning

Du lehrst es anders als der Papst in Rom.

Luther

Der heil’ge Vater weiß nicht, wie der Tetzel ihn 
hintergeht und seine Ehre schändet. Er brennte 
lieber Peters Dom zu Asche, als daß er ihn aus 
seiner Schafe Fleisch und deren Haut und 
Knochen bauen sollte.

Tiemann

Belogen und betrogen ist der Papst. 
Ihr Ablaßkrämer seid die größten Feinde.

Gröning

Ihr glaubt noch an den Papst? Ihr Heuchler lügt!

Staupitz

Ich warn‘ dich, Gröning. Mäßige deine Rede.

Gröning

Wer gegen Ablaß redet, sei verdammt!

Luther (auffahrend)

Wer gegen Tetzel redet, sei gesegnet. Warum befreit 
der Papst nicht alle Seelen aus des Fegefeuers Not 
durch seine Liebe, statt Geld zu pressen aus der 
armen Herde? Warum erbaut er nicht, der reichste 
Fürst, aus eignen Mitteln seinen Petersdom, statt 
daß er schickt die Krämer durch die Lande? Warum 
versucht der heil’ge Vater nicht zu beten, die 
Seelen zu erlösen aus der Pein?

Tiemann

Es streitet wider Bibel und Gewissen, 
wenn solche Greuel in der Kirche herrschen.

Luther

Hinweg mit den Propheten, die da sagen: Es sollte 
Frieden sein und ist kein Friede. Des Heilands 
Kirche ward zur Mördergrube.

Gröning

Das willst, Verdammter, du dem Volk verkünden? 
Ich zeig‘ dich an dem päpstlichen Gericht.

Luther

Ich will nichts anderes predigen als das Kreuz, das 
unser Meister trug zu unserem Heile, und will nicht 
anders reden als vom Glauben, der selig macht, auch 
ohne Ablaßwerke.

Gröning

Du kennst die Bibel nicht, sie lehrt ganz anders.

Luther

Ich bin der heiligen Schrift geschworener Doktor 
und fühle mich gedrungen, jetzt zu reden, daß 
alle Welt die Wahrheit kennen soll.

Staupitz

Was willst du tun, mein Bruder Martin? Rede!

Luther

Ich fühl’s, der Herr ruft seinen armen Knecht 
jetzt in die Schranken, daß er für ihn streite. 
Ich kann nicht länger schweigen, ich muß reden!

Tiemann

Was hast du vor? Mir zittert meine Seele. 

Luther

Ich will zunächst mit Tetzel disputieren. Was ich zu 
Euch gesagt, will ich in Sätzen geschicklich formen 
und in nächster Zeit in Wittenberg an unsere Kirchentür 
mit eigner Hand anschlagen. Gott wird helfen. –

Henning (die Hände zum Himmel hebend)

Du bist’s, du bist’s, die Weissagung erfüllt sich! 
Ich hör‘ im Geist den Hammerschlag erdröhnen, und 
krachend stürzt der alte Bau zusammen. Die Klöster 
tun sich auf, die Mönche freien! Fort mit Tonsur 
und Bettelsack und Kutte! Der Heilgen Bilder 
stürzen vom Altare, die Messe schweigt, der 
Rosenkranz zerbricht. Und statt Maria kehrt 
der Heiland wieder, und alle sinken gläubig 
vor sein Kreuz.

Gröning

Hört Ihr den Alten schwatzen? Was Ihr sinnt, 
das redet er mit seinem Munde heraus. Ihr seid 
erkannt! Jetzt geht’s zum blut’gen Krieg! – Ich 
eil zu Tetzel, daß ich alles künde. (Ab.)

Staupitz

Laßt mich mit Bruder Martin jetzt allein.

Tiemann

Der Herr ist mit dir, Luther, und wir alle. 
(Mit Henning ab.)

4. Szene

(Luther und Staupitz.)

Staupitz

Du weißt noch, Martin, wie du in dem Kloster zu Erfurt 
rangest um der Seele Heil. Am Boden deiner Zelle lagst 
du wimmernd und schlugst den Rücken mit der harten Geißel. 
Wie krieg‘ ich einen gnäd’gen Gott? So riefst du, nachdem 
du dich gemartert mit den Werken.

Luther

Wenn jemand wär‘ durch Möncherei zum Himmel gekommen, 
wär‘ ich es auch. Es war vergebens.

Staupitz

Da hab‘ ich dir vor deine arme Seele des Heilands 
Gnadenbild gestellt, und habe zum Glauben an den 
Herren dir verholfen.

Luther

Da zog der Frieden ein in das gequälte Herz, 
und diesen dank ich Euch, ehrwürdiger Vater.

Staupitz

Drum laß noch einmal dich zum Frieden mahnen, und folge 
deinem alten treuen Lehrer. Laß ab vom Ablaßstreit, du 
kämpfst vergebens, bereitest mir und dir unnütze Qual.

Luther

Doch wenn mich mein Gewissen ruft?

Staupitz

Der Herr wird sich wohl andere Streiter ausersehen. 
Bleib‘ du in Wittenberg auf dem Katheder und lehre 
still die Schüler Gottes Wort.

Luther

Wie einst der Heiland seinen Jünger Petrus, der ihn 
vom Kreuzesweg abhalten wollte, den Satan nannte, 
also nenn‘ ich dich, wenn du mich abhältst, 
meinem Gott zu folgen.

Staupitz

Du kommst in Acht und Bann und wirst verbrannt.

Luther

Es starben viele freudig für den Herrn.

Staupitz

Du bringst die Welt in Zwietracht und Verfall.

Luther

Auch unser Heiland hat den Krieg gebracht.

Staupitz

Mein Martin, lieber Sohn, ich fleh dich an, 
begib dich nicht in dieser Hölle Rachen!

Luther

Ich bin nicht allein, der Herr ist mit mir.

Staupitz

Mit Kummer leg‘ ich meine grauen Haare ins frühe Grab, 
und hätt‘ doch so gerne mit Stolz auf meinen treuen 
Sohn geblickt.

Luther

Laßt ab, ehrwürdiger Vater! Quält mich nicht! 
Ich kann nicht anders, es ist Gottes Wille.

Staupitz (bewegt)

So knie nieder, Martin, daß noch einmal ich auf dein 
Haupt die Hände segnend lege. (Luther kniet nieder.) 
Es segne dich der Herr mit seinem Frieden. Zieh hin, 
mein Sohn, und streite für den Höchsten. (Geht traurig ab.)

Luther (kniend)

Ich wag‘ es wider aller Teufel Heer;
ich wag‘ es wider Papstes Macht und List.
Ich wag’s zu meines heil’gen Gottes Ehr‘,
ich wag’s in Zuversicht auf Jesum Christ.

(Aufstehend:)

Und wie einst Moses in der Feuerwolke,
so muß ich Führer sein dem deutschen Volke.
Das Werk beginn‘ ich, Herr, in deinem Namen,
sprich selber du dazu dein Ja und Amen.

(Luther steht bei den letzten vier Zeilen mit gen Himmel 
erhobenen Armen und mit zum Himmel gerichteten Gesicht da. 
Während der letzten Worte ertönt hinter der Bühne in der 
Ferne der Mönchschor. Langsam zieht der Mönchschor hinter 
Luther vorüber, bis das Jubilate verklungen ist.)

3. Akt

(Akt 3 und 4 spielen im Jahre 1525.)

Erster Aufzug

(Schenke in Nöschenrode. Großes Zimmer.)

1. Szene

(Wirt Dantzke, Landsknecht Paul Rese, am 
Tisch sitzend und trinkend.)

Dantzke

Noch wenig Stunden, dann beginnt die Tat. Gleich kommt 
Wiardes mit den Bauernführern, dann rauf zur Burg und 
zu der Himmelpforten.

Rese

Ich bin ein frommer Landsknecht, der schon manchen in 
heißer Schlacht, in aller Herren Länder, mit seinem 
Spieß gestochen in die Rippen. Doch heute, Dantzke, wo’s 
ans Morden geht, da pocht das Herz mir bange unterm Wamse. 
Ich mein‘ –, ich mein‘ –, der Teufel müßt‘ mich holen, denn 
was wir wollen, ist nicht ehrlich Recht.

Dantzke (aufspringend)

Der Teufel hol dich, Rese, feiger Bube. So nah‘ am Ziel, und 
du willst uns verlassen? Das ist Verrat an unserer guten Sache!

Rese

Bleib ruhig, Dantzke, laß dir was erzählen: Ich hatte eine gute 
alte Mutter, war 70 Jahr‘, als ich, ein wilder Knabe, ihr fortlief, 
um des Landsknechts Glück zu suchen. Doch als die Mutter hungernd 
lag im Sterben, da haben Graf und Gräfin Anna täglich das beste 
Essen ihr ins Haus gesandt. Und als sie dann gestorben, hat ein 
Mönch von Himmelpforte ihr die Mess‘ gelesen, und an dem Sarge 
brannten helle Kerzen. Und wenn ich heute soll den Grafen 
Botho und auch das Kloster… Dantzke – was zu viel ist…

Dantzke

Bist du von Sinnen? Weshalb war die Mutter ein armes Weib? 
Dieweil die hohen Herren den ganzen Reichtum nur an sich 
gerissen! Für Arme sind die Brocken nur noch übrig. Wenn 
du jetzt reich willst werden und auch frei, dann jag‘ 
von dannen Herren und die Pfaffen.

Rese

Das ist ein grausam Ding, daß der, der Herr will werden, 
nur durch Frevel kommt zum Ziele, – sag‘, Dantzke, kannst 
du dem Wiardes trauen? Er ist kein armer Bauer, so wie wir.

Dantzke (leise)

Im ersten Augenblick des Schwankens stoß ich den Dolch ihm 
in den Hals – Wiardes muß! – Es ist die Herrschsucht, die 
ihn zu uns führt. Die Bauernfäuste sollen hoch ihn tragen, 
bis auf den Bürgermeisterstuhl und höher, der eitle Narr! 
Ha, ha! Er kann nicht mehr zurück! – Doch still, da kommt 
er mit den Bauernführern.

2. Szene

(W. Wiardes mit mehreren Bauern, welche mit Spießen, 
Hellebarden und Schwertern bewaffnet sind.)

Wiardes

Und seid ihr auch der Bauernhaufen sicher?

1. Bauer

Da seid gewiß! Die Herde folgt dem Hirten.

Wiardes

An welchen Orten habt ihr euch versammelt?

2. Bauer

Wir liegen in dem Wald bei Nöschenrode.

3. Bauer

Wir ziehn von Silstedt schon die Straß‘ herauf.

4. Bauer

Wir kamen von Nordhausen durchs Gebirg‘, 
und stehen bald vor Eurem Westerntore.

Wiardes

So ist die Stadt umringt von allen Seiten, der 
Plan gelang. Jetzt schlägt die ernste Stunde.

Dantzke

Und aus der Falle laßt Ihr keine Maus! Und wer 
entflieht, und sich zur Wehre setzt, den schlagt 
gleich tot, und übet kein Erbarmen.

1. Bauer

Sind meine Bauern einmal losgelassen, dann krachen 
Schädel, dickes Blut muß fließen, verschont wird 
nicht das Kind im Mutterleibe.

2. Bauer

Sind wir durch eigene Kraft erst Herr geworden, 
dann wollen wir’s auch bleiben. Auf zur Tat.

Wiardes

Ihr wähltet mich zum Führer: Hört mich an! Die Freiheit 
ist ein göttlich Gut. Doch wird mit Blut besudelt sie, 
durch uns verschuldet, dann bleibt sie nur ein Raubtier, 
frißt und geifert, wird zum Tyrannen, schlägt in 
Sklavenketten und keiner wird ihr froh, selbst 
nicht die Väter, und schließlich reißt sie alle ins 
Verderben. Wir müssen ohne Mord zum Ziele kommen.

Rese

Das ist auch meine Meinung. Manche Burg und manche 
Feste hab‘ ich mit gestürmt, doch haben wir die 
Bürger, Frauen und Kinder verschont, denn nur 
dem Krieger gilt der Krieg.

Dantzke (höhnisch)

Dann sagt, wie man mit Handschuhen angetan die 
Burgen und die Klöster kann zerstören, und 
angreift, ohne selber drauf zu hauen.

Wiardes

Wir stürmen erst die Burg, die Mauern werden erstiegen 
von dem Annaberg, und dann erzwingen wir des Grafen 
Unterschrift zu unseren zwölf Artikeln, die der 
Bauern und aller Hintersassen Klag‘ und Not 
enthalten. Die Besatzung wird gefesselt, doch 
keinem wird ein Schaden angetan, vor allem 
nicht dem Grafen und den Söhnen.

1. Bauer

Was schert uns Bauern Euer Grafenhaus; 
sind wir erst oben, gibt es kein Erbarmen.

3. Szene

(Burghauptmann von Morungen.)

Morungen

Laßt mich herein; mich sendet unser Graf. In letzter 
Stunde bietet er die Hand, bevor das Unheil bricht durch 
alle Tore. Der Graf ist zum Verhandeln gern bereit und 
möchte Eure Klagen und Beschwerden erst hören, eh‘ es 
kommt zum Blutvergießen. Schickt Eure Führer zu ihm 
auf die Burg, daß Eure Sach‘ in Güte wird verhandelt.

(Große Unruhe unter den Bauern.)

Wiardes

Der Vorschlag wär‘ in Ruhe zu bedenken.

Dantzke

Zu spät! Zu spät! Wenn’s zum Verhandeln kommt, dann sind 
wir Bauern stets die dummen Tölpel. Graf Botho hat nur 
Angst vor unsern Fäusten.

1. Bauer

Wir halten unsere Waffen nicht zurück. Frei will der 
Bauer sein von Dienst und Fron, wir sind zu lange 
von den Herren betrogen.

Morungen

Bedenkt, Ihr Leute, Eurer Herrschaft Güte! Graf Botho 
ist nicht wie so mancher Ritter, der Euch geplagt und 
schwer geschunden hat. Wer war’s, der Euch den Ackerzins 
erließ, und Euch das Korn geschenkt für Eure Felder? Wer 
war’s, der in der Zeit der Pestilenz, wo Tausende den 
schwarzen Tod gestorben, mit Geld und Arzenei und Brot 
geholfen und Euch in seine Häuser aufgenommen? Das war 
Graf Botho, Gräfin Anna, und mit Undank wollt Ihr 
solche Güte lohnen? Versündigt Euch nicht an dem 
Herrgott droben!

Wiardes

Der Burghauptmann hat recht, wir müssen raten.

Dantzke

Jetzt nichts von Raten! Was Ihr sagtet, Hauptmann, 
war nicht gelogen, doch es war die Pflicht des 
Grafen und der Eigennutz für’s Ganze. Wir woll’n 
nicht Brocken, sondern alles haben! Wir wollen 
Herren, nicht mehr Knechte sein.

Bauern

Wir wollen Herren, nicht mehr Knechte sein.

Rese

Wiardes sagt: wir müssen raten. Bauern! 
Wer ehrlich denkt, der tritt auf seine Seite.

Dantzke

Wiardes, Rese, denkt an Euren Kopf! Wollt Ihr 
die Führer sein, dann geht voran! Wenn nicht, 
dann fürchtet diesen spitzen Dolch.

Wiardes

Ihr seht, Herr Hauptmann, wie die Sache steht, 
eilt schnell zur Burg hinauf und seid gewarnt.

Morungen

Nun hört, Ihr Bauern, auch mein letztes Wort. 
Wollt Ihr die Burg erstürmen, nun so kommt. 
Wir werden mit den Kartaunen Euch empfangen, 
und unsere Stücke auf die Waffen richten, 
daß Ihr Euch blut’ge Köpfe holen sollt. 
Kommt ran, Ihr Räuber, wenn Ihr mutig seid.

Bauern

Schlagt tot den Hund, und nehmt ihn schnell gefangen.

(Stürzen auf ihn zu, Morungen zieht sein Schwert.)

4. Szene

(Judith zu den Vorigen.)

Judith (hereinstürzend)

Laßt ab, Ihr Männer, haltet ein, Ihr Bauern! 
Besudelt Eure Hände nicht mit Blut. Herr 
Hauptmann, eilet schnell zur Burg hinauf. 
Ihr seid dort droben nötiger denn hier.

(Morungen ab.)

Wiardes

Was willst du, Judith, hier beim Männerstreit? 
Nicht auf die Straße, in die Kemenate gehörst 
du, Jungfer, wenn der Kampf beginnt. Heut 
abend komm ich, öffne mir die Pforte.

Judith

Mit dir, Wiardes, hab‘ ich nichts zu schaffen; 
wer Mord und Raub in seinem Kopfe plant, von 
dem läßt sich nicht frei’n ein ehrbar Mädchen. 
Soll Achtung ich vor dir im Herzen hegen, dann 
führe diese Bauern bald nach Haus. Erstick‘ 
die Flammen, die du angefacht, eh‘ sie zum 
Himmel lodernd uns verbrennen.

Wiardes

Und wenn ich’s tue, Judith, dir zuliebe, 
darf ich dann hoffen? Judith, sag‘ ein Wort!

Judith

Jetzt ist nicht Zeit, von dieser Sach‘ zu 
reden, da es sich handelt um das Wohl der 
Stadt. Hilf, Wilhelm, rette Burg und Kloster! –

Wiardes (leise)

Wenn du mein eigen wirst, sonst nimmermehr. 
Du trägst das Heil der Stadt in deiner Hand. 
(Spricht mit ihr.)

Dantzke

Ich fürcht‘, Wiardes läßt sich von dem Weib betören. 
Komm her, mein Dolch, gleich hast du blut’ge Arbeit.

Wiardes

Hört zu, Ihr Leute, was ich Euch will sagen: 
Ich glaub‘, daß wir ohn‘ Mord und Plünderung, 
durch Rat und Güte zu dem Rechte kommen. Wir 
müssen mit dem Grafen schnell verhandeln; 
man nennt ihn den „Glückseligen“, weil er 
des Volkes groß‘ Vertrauen hat besessen.

Rese

Wenn Ihr Wiardes sendet und auch mich, so hoff‘ 
ich, daß Graf Botho unterschreibt und daß er 
uns befreit von Druck und Lasten.

1. Bauer

Auf Euch wird er nicht hören, drum wir brauchen 
noch höhere Fürsprach‘, als die unserer Leute.

Judith

Ich weiß den Mann, der Euer Fürsprach‘ ist, Ihr 
kennt ihn auch, denn Ihr singt seine Lieder 
und lest in seinem deutschen Bibelbuche.

Bauern (leidenschaftlich)

Der Luther ist’s, der Doktor Martin Luther.

Judith

Er schrieb von Freiheit eines Christenmenschen und 
daß wir alle Gottes Kinder wären, ein freier Herr 
und niemand untertan. Laßt Luther, der jetzt in 
Nordhausen weilt, zu Euch herfahren und die 
Sach‘ vertreten.

Bauern

Er wird es tun. Der Luther ist der Retter.

Wiardes

Er, der zu Worms vor Kaiser und vorm Reich 
stand, und als ein Held getrutzt und nicht 
gewichen, der wird als Führer deutscher 
Bauernschaft des Volks Erlöser und des 
Volkes König.

Dantzke

Traut diesem Mönche nicht, er hält zum Adel.

Judith

Der Bergmannssohn, der schwere Jugend trug, 
der arm gewesen wie der Bauern Kinder, der 
bis aufs Blut gekämpft mit Gott und Menschen, 
der hat ein Herz für den gemeinen Mann. Ruft 
Luther her, und Ihr seid freie Christen.

Wiardes

Laßt mich sofort zu Doktor Luther eilen, du, 
Rese, gehst mit mir; in zwei Tagen sind wir 
zurück mit unserem Reformator. (Beide ab.)

Die Bauern (nehmen die Mützen ab und singen 
Luthers Lied)

„Verleih uns Frieden gnädiglich, 
Herrgott zu unsern Zeiten. 
Es ist ja doch kein anderer nicht, 
der für uns könnte streiten, 
denn du, unser Gott, alleine.“ –

5. Szene

(Während des Liedes ist Mönch Gröning eingetreten.)

Gröning

Ihr Narren, wer hat Euch den Kopf verdreht, daß Ihr den 
Luther wollt als Fürsprach‘ küren? Ha, ha, ha, ha, der 
Teufel platzt vor Lachen. Habt Ihr denn nicht gelesen, 
was der Luther in seinem jüngsten Buch geschrieben hat? 
Hier ist’s! „Wider die mörderischen und räuberischen 
Rotten der Bauern.“ Da heißt es: „Die Bauern wollen alle 
fremden Güter gemein haben, und ihre eigenen für sich 
behalten. Das sind mir freie Christen. Ich meine, daß 
kein Teufel mehr in der Hölle sei, sondern allzumal 
in die Bauern gefahren sind. Die Bauern sind worden 
treulose, meineidige, aufrührerische Mörder, Räuber, 
Gotteslästerer, welche die Obrigkeit zu strafen 
Recht und die Macht hat, ja dazu schuldig ist, 
solche Buben zu töten.“

Bauern (erregt)

Das schreibt der Luther? Er ist ein Verräter, 
wir fallen alle ab von seiner Lehre.

Wiardes

Hat denn auch Luther unser Volk verlassen?

Judith

Wer je an Luther zweifelt, muß auch zweifeln 
an unserm Gott, der selbst den Knecht gesandt.

Rese

Wenn Luther uns verläßt, dann mag die Welt 
mit allem, was mir wert ist, zugrunde gehen.

Gröning

Wollt Ihr noch mehr von diesem Luther? Hört: 
„Drum soll hier zerschmeißen, würgen, stechen, 
heimlich oder öffentlich, wer da kann, und 
gedenken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, 
Teuflischeres sein kann, als ein aufrührerischer 
Mensch, gleich wenn man einen tollen Hund totschlagen 
muß. Schlägst du nicht, so schlägt er dich, und ein 
ganzes Land mit dir.“ –

Bauern (durcheinander)

Der Teufel soll den Pfaffen Luther holen. 
Er ist ein Fürstenknecht! Der Tod dem Luther!

Gröning

Und noch das Letzte! Hört, ihr Bauern, hört! 
„Was auf der Bauern Seite umkommt, ist ewiger 
Höllenbrand. Wer auf der Seite der Obrigkeit 
erschlagen wird, ist ein rechter Märtyrer vor 
Gott. Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, 
daß ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen 
besser verdienen kann, als andere mit Beten.“

Dantzke

Es ist genug! Zum Kampfe! Auf zum Kampfe!

1. Bauer

Luther predigt Bauernmord? Wohlan! 
Zuerst ihr Fürsten, Ritter und ihr Pfaffen!

Dantzke

Wenn du auch jetzt noch zauderst, Freund Wiardes, 
so steckt dir dieser Dolch in deiner Kehle.

Wiardes

Ich will, Ihr Leute; ja ich muß jetzt wollen, 
die Welt geht unter, und wir alle mit.

Judith

Zu Hilfe alle guten Geister! Helfet!

Gröning

Zuerst zur Burg, und dann nach Waterler.

Wiardes

Schweig‘ still, du Pfaffe, hier bin ich der Führer; 
laßt schnell die Bauernhaufen sich versammeln, und 
führt sie heimlich durch die Nacht hierher. Ich 
öffne Euch die Tore, lasse läuten, schnell wird 
das Rathaus hier besetzt, die Burg erstürmt, 
Graf Botho unterschreibt die 12 Artikel, und 
während dies geschieht, führ‘ ich den großen 
Haufen nach Himmelpforte, um das Nest zu puchen.

Bauern

Auf, laßt uns puchen, puchen! Brennt und schlagt. 
Wir stoßen jeden nieder, der sich wehrt.

Gröning

Die Himmelpforte steht in Papstes Schutz. 
Ihr dürft die Ketzermönche wohl verjagen, das 
Kloster puchen aber ist ein Frevel; den straft 
der Papst mit Hölle und mit Bann.

Dantzke

Was schert uns Papst mit seinem ganzen Plunder! 
Wir puchen Himmelpforte; nehmen alles, was ihr 
an Schätzen dorten angehäuft, und nicht ein 
Stein soll auf dem andern bleiben.

Gröning

Dann seid verflucht in des Dreieinigen Namen, 
ihr Teufelsbrut, ihr Mörder, Bauernpack.

Wiardes

Du paßt ja gut zu deinem Martin Luther, 
denn im Verdammen seid Ihr beide eins.

Judith

Ich eile fort, das Kloster schnell zu warnen. (Ab.)

Gröning

Ich eile fort, mein Hab und Gut zu retten. (Ab.)

Rese

Die Höll‘ ist los und läßt Dämonen rasen und 
blind zerstören, was der Herrgott schuf. Der 
ist ein Held, der sich entgegenstemmt dem 
wilden Strom. Versuchen muß ich es, und 
retten will ich, was zu retten ist.

Wiardes

Wohlan zum Sturm! Faßt eure Schwerter fest, 
und senkt die Spieße tief zum Waffentanz; ihr 
Bürger zittert, zittert Pfaffen, Ritter; der 
Bauer greift mit starker Faust sein Recht, 
und wenn es an die Sterne wär‘ geheftet. Ich 
führt Euch an! Gelingt der kühne Plan, dann 
bin ich der Erretter meines Volks, und Judith 
wird die Meine für das Leben.

(Mit großem Tumult ziehen die Männer ab, 
man hört Glocken läuten. In der Ferne 
Feuerschein, Geschrei und Kampfgetöse.)

Zweiter Aufzug

1. Szene

(Kloster Himmelpforte. Die 8 Mönche knien 
in der Kirche, die Orgel tönt, sie singen.)

Darum auf Gott will hoffen ich,
auf mein Verdienst nicht bauen;
auf ihn mein Herz soll lassen sich
und seiner Güte trauen,
die mir zusagt sein wertes Wort
das ist mein Trost und treuer Hort,
des will ich allzeit harren.

(Melodie: Aus tiefer Not.)

(Alle erheben sich.)

Tiemann (auf ein Katheder steigend)

Des Heilands Frieden sei mit Euch, Ihr Brüder. 
Seitdem aus diesem Kloster Himmelpforte der Bruder 
Martin in den Kampf gezogen und wie ein Held mit 
Papst und Reich gerungen, seitdem er uns das Wort 
der heil’gen Schrift erschlossen und gelehrt, daß 
wir durch Glauben zur Seligkeit gelangen, nicht 
durch Werke, seitdem zog ein in unser kleines 
Kloster der stille Gottesfriede, und in Liebe 
ist unsere Sammung bis anher geblieben. Da 
Bruder Gröning uns verlassen, ist der böse 
Dämon ganz von uns gewichen; doch liegt mir 
ernste Sorge um Euch, Ihr Brüder, ob, weil 
unser Leben sich verändern muß. Wir alle, 
die wir lutherisch gesinnt, gedenken nicht 
als Mönche noch zu dienen. Die einen von uns 
treten in die Welt und wollen dort ein geistlich 
Amt versehen, inmitten der Gemeinde als ihr Hirte, 
und wollen in den Stand der Ehe treten, denn 
Ehestand ist jetzo heiliger Stand. Doch Ihr, 
Ihr Alten, möget hier verharren, im Frieden 
Eure Tage lebend, bis Euch der Heiland ruft 
zum ew’gen Lichte. Graf Botho will das 
Kloster Euch belassen mit allen Gütern 
bis an Euer Ende, und wenn der letzte 
von Euch ist gestorben, erst dann 
fällt dieses Kloster ihm zurück.

Henning

Habt, Bruder Prior, Dank für Eure Güte. 
Wir Alten wandern nicht mehr neue Straßen; 
wo wir gelebt, da wollen wir auch sterben.

Tiemann

So kommt, Ihr Brüder, ins Cönaculum, daß wir 
noch einmal froh zusammensitzen, und dann von 
Himmelpforten Abschied nehmen.

2. Szene

(Judith mit aufgelöstem Haar hereinstürzend. 
Nachher Gröning.)

Judith

Flieht, flieht, Ihr Mönche, noch in dieser Stunde. 
Die Bauernhaufen wälzen sich heran; in Augenblicken 
stehen sie am Tor und wollen morden, plündern, brennen. 
Fliehet! –

Tiemann

Herr Gott, du sendest uns ein schweres Kreuz, 
und auch zugleich den Engel, der uns rettet. 
Eilt schnell in Eure Zellen, packt die Habe, 
indes ich hier die heil’gen Schätze berge. 
Du, Judith, hilf mir.

Gröning (eintretend)

Haltet ein, Ihr Ketzer! Von allem, was hier ist, 
gehört Euch nichts. Ihr habt’s verwirkt durch 
eure Ketzerei; mein ist das Kloster und des 
Klosters Güter.

Tiemann

Hört nicht auf ihn! Gewalt jetzt gen Gewalt! 
Und rettet alles, was euch heilig war.

(Die Mönche nehmen vom Altare die heiligen Geräte.)

Gröning

Ich eile zu den Bauern, führ‘ sie an und lasse 
Euch den Weg zurück versperren, Ihr seid gefangen, 
Tiemann und dein Buhle. (Ab.)

Judith

Eilt alle, rettet euer Leben. Fliehet! Ich bleibe 
am Altare allein zurück und hüte Eure heiligen 
Geräte! Ich stehe in des großen Gottes Schutz.

Tiemann

Nur einen Augenblick bleibst du allein, bis ich 
des Klosters heiliges Gut gesammelt, dann kehre 
ich zurück, indes Ihr andern durch die geheime 
Pforte schnell entfliehet, wir finden uns auf 
unsres Berges Höhen.

(Alle ab.)

Judith (vor dem Kruzifix kniend)

Erlöser, neige dich zu uns in Gnaden. Bewahr‘ 
uns all vor Leid und Tod und Schaden – ich 
lege ihn und mich in deine Hände. – Herr, 
unsere Not zu unserem Besten wende! –

(Draußen lautes Krachen an der Kirchtür. 
Wildes Getümmel. „Schlagt die Tore auf! 
Achtet auf die Pfaffen! Schlagt alle tot, 
falls sie entfliehen sollten.“ – Von der 
Wand fällt die Statue der Maria auf den 
Boden und zerschellt. Judith kniet im 
Gebet am Altare.)

3. Szene

(Gröning und dann Wiardes mit Dantzke und Rese.)

Gröning

Da liegt die Buhle in dem Bußgebete, wie 
einst die Sünderin vor Jesus Christ. – Hör‘, 
Judith, ich kann dich von Sünden lösen, wenn 
du sie mir bekennst in dieser Stunde.

Judith (langsam aufstehend)

Wer bist du, Mönch, daß du dich hier erdreistest, 
dich als den Beichtiger mir anzubieten? Ich habe 
keine Schuld dir zu bekennen. Die Buße mußt du 
selber tun, denn du hast schwer gefrevelt als 
ein Mönch und Priester.

Gröning

Du bist in meiner Hand; schon lange weiß ich, daß 
du mit Prior Tiemann buhlst und frevelst, und das 
erweckte auch in mir Begierde nach dir und deinem 
schönen Leibe, Judith! Wenn du mir folgst, so will 
ich dich erretten, und du sollst in reicher Pracht 
mein Liebchen sein.

Judith

Verruchter Mönch, der Himmel strafe dich!

Gröning

Wenn du nicht folgst, so zwing‘ ich mit Gewalt. 
(Faßt sie an.)

4. Szene

(Wiardes, Dantzke und Rese.)

Judith

Zu Hilfe!

Wiardes

Ist auch hier der Satan los? Fahr‘ zur Hölle, Bube! 
(Schlägt ihn tot mit der Keule.)

Judith (fällt ohnmächtig zu Boden).

Wiardes

Komm ich von Sinnen? Draußen, drinnen, überall seh‘ 
ich die Teufelsmächte blutig rasen und alles Gute in 
den Abgrund ziehn. Sie greifen auch mit ihrem Arm nach 
mir, und wollen mich zum Abgrund niederreißen. (Kniet 
neben Judith.) Du guter Engel, ziehe mich empor. Ich bin 
verloren, denn ich bin allein! – (Sinkt nieder.)

Dantzke (eintretend)

Wo ist Wiardes? Willst du uns verlassen? Dann bleibe hier. 
Ich führ‘ das Werk zu Ende. (Den Bauern draußen zurufend:) 
Nehmt alles, was ihr findet; werft den Brand in diese Hallen, 
daß in späten Tagen kein Mensch soll wissen, wo das Kloster 
stand, und wo einst Mönche und die Vögel sangen, da sollen 
Wölfe heulen im Gestrüpp. Laßt diese beiden liegen, bis 
die Trümmern auch sie bedenken als die Leichensteine. 
– (Geht ab.)

Rese

Ich will als treuer Knecht hier Wache stehen und schweres 
Unrecht, das allhier geschah, nicht noch vermehren durch 
ein neu‘ Verbrechen. Was hier gefrevelt, wird der Herr 
einst richten; ihm will ich meine Seele anbefehlen als 
frumber Landsknecht hier in Himmelpforte. Wacht auf, 
Ihr beide, die Ihr nah‘ beim Tode, im Leben weithin 
voneinander kommt, der eine hierhin und der andere 
dorthin, bis an der ew’gen Himmelpforte alle wir 
selig uns zusammenfinden werden.

(Während draußen lautes Getümmel herrscht, und auch 
in der Kirche die Mauern einfallen, trägt Rese die 
Judith auf den Armen heraus. Langsam senkt sich 
der Vorhang.)

4. Akt

(1525)

Erster Aufzug

1. Szene

(Marktplatz in Wernigerode. Ein Galgen ist aufgerichtet. 
Bürger und Bürgerinnen versammeln sich unter lebhaftem 
Gespräch.)

Kinder (im Reigen tanzend und singend und zweimal 
dieselbe Strophe)

„Der Räuber ist gefangen, 
Wiardes wird gehangen,
und wer mit ihm gewesen noch, 
der sitzt im dunklen Kerkerloch.“

Öhlmann

So muß die Strafe jeden Frevler treffen, der Brand 
und Aufruhr trägt ins Volk hinein. Da löst sich Ordnung 
auf und das Gesetz, und Vieler Untergang ist stets das Ende.

Metzgermeister

Fast alle Klöster rings umher im Land sind Trümmerhaufen, 
und erschlagen liegen von Rittern und von Mönchen viele 
Hundert. Auch unsrer Stadt wär’s beinah‘ übel gegangen, 
wenn nicht der Bürger auf der Hut gewesen.

Bäcker

Hätt‘ uns die Judith nicht gewarnt, wer weiß, ob wir der 
Bauern Herr geworden wären. Als plötzlich alle Glocken 
läuteten, und der Wiardes mit den Bauernführern die Tore 
für die Rotten öffnen wollte, da fanden sie die Tore fest 
verriegelt. Die Bürger stellten sich dem Feind entgegen und 
jagten den Wiardes aus der Stadt mit allen Spießgesellen.

Öhlmann

Doch die Burg war einige Stunden lang in ihren Händen, 
bis daß Graf Botho unterschreiben mußte, und auch Graf 
Ludwig haben sie gezwungen, doch er schrieb: „vi“, das 
heißt: „erzwungenermaßen“.

Metzgermeister

Und als wir Bürger uns gesammelt hatten, und auch des 
Grafen Troß beisammen war, da haben wir’s den Kerls 
mit Zins vergolten. Raus flogen sie aus Stadt und 
Burg und Kloster. Jetzt sitzen alle Führer hier im 
Kerker, und der Wiardes baumelt gleich am Galgen.

Bäcker

So muß es allen gehen, die Raub und Mord in blutigem 
Aufruhr in die Städte tragen. Nur die Gewalt kann 
die Gewalt vernichten; doch seht, da kommt der 
Bürgermeister Witten.

2. Szene

(Auf der Rathaustreppe erscheint Bürgermeister Witten, 
neben ihm Prior Tiemann und der gefesselte Wiardes. 
Stadtknechte führen ihn.)

Witten

Nachdem durch Gottes Hilf‘ der Bauernaufruhr, der 
großes Unheil brachte unserm Land, gedämpft ist worden, 
und der Rotten Führer in unsere Hände fielen, ist vom 
Rat beschlossen worden, sie an Leib und Leben, nach 
menschlichem und göttlichem Gesetz, mit unseres Grafen 
Botho Zustimmung, durch Beil und Galgen allesamt zu 
strafen. Ich gebe dich, Wiardes, jetzt dem Henker. 
Gott sei der armen Seele gnädig. Amen.

Tiemann

Willst du, Wiardes, noch die Sünden beichten?

Wiardes

Was ich getan, das hab‘ ich schwer bereut. 
Mein Hochmut war’s, der mich zum Aufruhr trieb, 
doch bin ich mehr geschoben als gegangen.

Tiemann

Was wolltest du als Führer deiner Bauern?

Wiardes

So kurz am Grabe will ich’s Euch bekennen. 
Es war die Liebe, Herr, zu Eurer Braut. Ich 
liebte Judith über alle Maßen. Und darum 
haßte ich Euch und Euer Kloster. Und wenn 
der Plan gelang, dann war ich Herr in 
dieser Stadt und Judith war die Meine.

Tiemann

Du tust mir leid, Wiardes, trotz des Frevels, denn 
falscher Wahn hat dich zu Fall gebracht; doch der 
dort oben, der die Herzen prüft, und der barmherzig 
und auch gnädig ist, der wird auch milde richten über 
dich. Und wie er einst dem Schächer hat verziehn, so 
öffnet er auch dir das Paradies. (Wiardes kniet nieder.) 
Fahr‘ hin in Frieden. Gottes Gnad‘ und Huld sei mir dir 
jetzt in deiner letzten Stunde. Amen.

Witten

Ihr Henker, tut jetzt Eure harte Pflicht.

(Sie binden den Wiardes mit Stricken, werfen das 
Tau über den Galgen und fangen an, ihn hochzuziehen. 
Schreckensrufe in der Menge, die Kinder laufen fort.)

3. Szene

(Burghauptmann von Morungen stürzt eilig durch die Menge.)

Morungen

Halt ein! Halt ein! Ihr Henker, haltet ein, 
Wiardes ist begnadigt; er ist frei!

(Große Erregung bei allen.)

Witten

Was ist geschehen? Redet, Ritter, redet.

Tiemann

Gott kann in letzter Stund‘ noch Wunder tun.

Öhlmann

Graf Botho ist zu gut, er kann nicht strafen.

Wiardes

Gerettet? Frei? O süßes Sonnenlicht. Ich darf noch 
einmal fröhlich dich begrüßen. O Leben, mir zum zweitenmal 
gegeben, du liegst vor mir aufs neue ausgebreitet! Wie soll 
ich fassen dieses Himmelsglück?

Morungen (zu den Henkern)

Wiardes löst alle seine Fesseln! – Laßt mich von dieser 
Wendung schnell berichten. Heut morgen, nach der Messe, 
als Graf Botho aus der Kapelle durch den Schloßhof 
schritt, tritt Judith ihm entgegen, fällt zu Füßen, 
und bittet um das Leben des Wiardes.

(Große Bewegung.)

Tiemann

Den guten Engel trieb die Christenliebe.

Wiardes

Was hör‘ ich! Judith hat für mich gebeten?

Morungen

Doch hat der Graf zuerst sie abgewiesen, weil er 
verpflichtet sei, ein schwer Verbrechen zum Schutz 
der Bürger und zur Abschreckung mit aller Strenge 
rücksichtslos zu strafen. Denn niemals wieder 
dürften in der Grafschaft sich solche Freveltaten 
wiederholen. Da ging die Judith traurig aus dem 
Schlosse. Doch als vorhin aus Braunschweig angefahren 
der Herzog Erich und Elisabeth, da springt die Judith 
frei auf ihren Wagen und sagt: „Ich flehe Euer Gnaden 
an, helft mir erretten eine arme Seele; in diesem 
Augenblick wird auf dem Markt der Bauernführer 
aufgehenkt, Wiardes. Doch was ihn trieb, war nicht 
die Lust am Mord, es war Verblendung, Hochmut und die 
Liebe!“ – „Es war wohl deine Liebe, Kind?“ – sprach da 
die Herzogin. „Doch nein,“ erwidert Judith. „Mein Herz 
gehörte einem andern Mann.“ „So komm,“ erwidert schnell 
Elisabeth, „daß wir zusammen unser Flehn verbinden und 
unseres Grafen Botho Herz erweichen.“ – Am Fenster, in 
Gedanken tief versunken, dem Klang des Armensünderglöckchens 
lauschend, im Auge Tränen, stand allein Graf Botho. Die beiden 
Frauen nahen sich und sinken ihm zu Füßen. Drauf die Herzogin: 
„Bevor ich, Vetter, deine Burg betrete, erbitt‘ ich eine Gnade; 
schenk das Leben dem armen Sünder, der jetzt sterben soll.“ Der 
Graf bestürzt, er zögert eine Weile. Dann spricht er: „Gut, es 
soll so sein, doch will ich, daß der Wiardes aus dem Lande gehe 
und nimmermehr die Heimat hier betrete. Ich schick‘ ins Elend 
ihn hinaus, daß er sich bessere und sein schwer Verbrechen 
sühne; noch heute soll der Spruch vollzogen werden.“ –

Witten

Des Grafen Wille soll geschehen. Wiardes, 
ich weise dich aus unsrer Stadt hinaus. 
Zieh‘ hin ins Elend. Gott geleite dich.

Wiardes

Es wird mir weich die stolze, harte Seele, und aus 
den Augen quillt der Tränenstrom. Fahr‘ wohl, geliebte 
Heimat und ihr Berge des Harzes, fahrt wohl! Zum letztenmal 
grüßt euch Wiardes. Sei gesegnet, Stadt Wernigerode und Ihr 
Bürger alle. Nie mög‘ Euch wieder solches Unheil drohen, 
wie ich es selber über Euch gebracht. Was ich geliebt, 
das kann ich nicht vergessen; was ich geliebt, das ist 
die Himmelskraft, die mich geleiten soll auf meinen 
Wegen und mich emporzieht zu dem ewigen Licht. Lebt 
wohl! Lebt wohl! Und niemals kehr ich wieder! –

(Tiemann und einige Bürger reichen ihm die Hand.)

Zweiter Aufzug

1. Szene

(Großes Zimmer im Oberpfarrhause zu Wernigerode. 
In der Ecke ein Hausaltar mit Blumen geschmückt.)

Bärbele (singend und den Altar schmückend)

Mein Schatz ist ein Landsknecht, 
ein Landsknecht am Rhein,
und kommt einst der Maien, 
dann bin ich ganz sein. 
– Tralala, tralala.

Rese (der während des Singens eingetreten)

Am Rheine war ich, Bärbele, doch jetzt 
bin ich im Harze ganz in deiner Nähe; und 
Maienzeit ist’s auch. Was fehlt uns noch?

Bärbele

Ich bin dir böse, Paul, du hast’s gehalten mit 
dem Wiardes und den Bauernrotten und hast 
gepucht das Kloster Himmelpforte.

Rese

Aus Abenteuerlust war ich dabei; doch hab ich 
stets das Recht beschützt und auch die Judith 
aus den Flammen rausgezogen, ja selbst die 
Mönche habe ich gerettet.

Bärbele (ihm um den Hals fallend)

Das dank‘ ich dir und will dir auch von Herzen 
getreu verbleiben. Heut ist Freudentag. Heut 
wird die Judith angetraut Herrn Tiemann, und 
Luther selbst vollzieht den heil’gen Spruch.

Rese

Sag, Bärbele, wär’s da nicht Zeit für uns, daß 
auch wir zwei bald in den Ehestand treten? Auch 
ich bin lutherisch wie du geworden.

Bärbele (lachend)

Ich soll als Landsknechtsfrau die Welt durchziehn?

Rese

Braucht’s nit, mein Bärbele, ich bleibe hier 
als treuer Stadtknecht in der Heimatstadt.

Bärbele

Dann bin ich dein, der Luther soll uns trau’n. 
(Umarmen sich beide.)

2. Szene

(Bruder Henning in Mönchskutte, Prior Tiemann 
als evangelischer Pfarrer gekleidet.)

Tiemann

Wenn Judith freit, darfs Bärbele nicht fehlen; 
wir stellen gleich uns an den Altar hier, aus 
Luthers Hand zu nehmen unseren Segen. Er führt 
mir selber meine Judith zu. (Zu Henning:) Wie 
ist’s so anders worden als es war. – Ist 
Himmelpforte auch ein Trümmerhaufen, so ist 
der Himmel näher uns denn je, und Gottes 
Engel steigen auf und nieder, und durch 
die Welt tönt’s Evangelium, und all 
danken’s unserm Reformator.

Henning

Die Augustiner waren es zuerst, die Luthers 
Fahne folgten, wie auch wir. Es bleibt der 
Ruhm des Klosters Himmelpforte, daß Luther 
hier zum Werk den Plan gefaßt, der eine 
ganze Welt in Scherben schlug, um eine 
schönere darauf aufzubauen.

Tiemann

Der Luther ist so groß wie ein Gebirg‘, 
auf dessen Wänden grüne Matten blühn; 
von oben rauschen Riesenbäche nieder, 
befruchtend und verheerend allzugleich; 
ein Gottesmann, so groß wie die Propheten. 
Doch sieh, da führt er meine Braut herbei.

3. Szene

(Luther führt an der Hand Judith, welche 
als Braut gekleidet ist, Luther als 
evangelischer Geistlicher gekleidet.)

Luther (an den Altar tretend)

Nach Gottes heil’gem Evangelium soll Mann 
und Weib treu beieinander sein im Ehestand. 
Die Ketten sind zerbrochen, die Papst und 
Kirche durch das Zölibat auf Priesterschaft 
und Mönche vordem legten. Ich weiß, daß aus 
dem neuen Pfarrerhaus ein Segen quillen wird 
fürs ganze Volk. Des Herren Gnade sei auch 
mit Euch beiden, die ich vor Gottes Thron 
allhier zusammenschließe. 

Willst, Bruder Tiemann, du die Judith han, 
In Freuden und in Leiden nimmer lan? 
Willst du sie als dein Eh’weib ehrlich halten? 
So sprich dein Ja, und Gott mags‘ gnädig walten.

Tiemann

Ich will es tun, in des Dreiein’gen Namen.

Luther

Willst, Jungfer Judith, du den Tiemann han, 
In Freuden und in Leiden nimmer lan, 
Willst du ihm als dem Eh’herrn Treue halten, 
So sprich ein Ja und Gott wird’s gnädig walten.

Judith

Ich will es tun, in des Dreiein’gen Namen.

Luther

So kniet nieder vor dem heil’gen Gott. 
(Die Ringe ansteckend.) Was Gott zusammenfügt, 
soll niemand scheiden. Ich spreche euch zusammen, 
Mann und Weib, in Leid und Freud‘ für Eure 
Lebenszeit. Mit euch sei Gottes reicher 
Segen. Amen.

(Stehen auf.)

(Diese Trauung auf der Bühne kann auch fortgelassen 
werden. In diesem Falle führt Luther die Braut herein, 
übergibt sie Tiemann und dieser sagt: „Habt Dank“ usw.)

Tiemann

Habt Dank, ehrwürdiger Vater, tausend Dank, denn 
alles, was ich bin, das dank‘ ich Euch, des Herzens 
Frieden und das Glück der Ehe.

Luther

Und wirket hier in dieser alten Stadt als Prediger 
des Evangeliums, mit allen, die desselben Geistes 
sind. Noch steht in Kraft des alten Teufels Macht, 
wirft Klötze in den Weg, das Werk zu hindern, wie 
es im Bauernkrieg anher geschehn. Doch unser Gott 
ist auf dem Plan und wird zerstören seiner Feinde 
List und Macht. Ich bin sein Knecht, mich hat er 
auserwählt zu seinem Werk, und darum muß ich’s 
treiben und wenn die ganze Welt voll Teufel wär‘.

4. Szene

Morungen

Gegrüßet seid, ehrwürd’ger Vater Luther, vom 
Gafen Botho und vom ganzen Haus. Graf Botho 
will in alter Lehr‘ verbleiben, und auch die 
Gräfin Anna will es tun. Doch halten ihre 
Söhne treu zu Euch und sollen auf der Schul‘ 
in Wittenberg die Wissenschaft in Eurem Geist 
studieren. Wenn Ihr abfahrt, woll’n sie mit 
Euch gehn.

Luther

Der deutsche Adel steht auf meiner Seite 
und deutsche Fürsten halten treue Wacht. 
Doch darf’s das Schwert nicht machen, 
nur das Wort, das Wort des Evangeliums 
allein bringt Gottes Sache siegreich 
bis zum Ende.

5. Szene

(Bürgermeister Witten, Schneidermeister 
Öhlmann und alle Bürger treten ein.)

Witten

Der Rat der Stadt entbietet Euch den Gruß, 
um Euch, Herr Doktor, ehrlich anzusagen, 
daß hier in allen Kirchen soll die Lehre, 
wie Ihr sie predigt, rein verkündet 
werden; die Bürgerschaft ist 
lutherisch bis zum Tode.

Luther

Nicht lutherisch, Ihr Freunde, macht nicht 
mich zu eurem Papste! Ich bin Gottes Knecht, 
der mit der Axt die rauhe Bahn muß brechen, 
daß laufen kann des Heilands heilig Wort. 
Ihr dürft auch niemand zwingen zu dem 
Glauben, denn Glauben ist ein zartes, 
feines Ding, das keinen Zwang verträgt 
und keinen Druck. Führt Eure Jugend 
früh zum Evangelium in Euren Schulen, 
und habt acht darauf, daß alle Kinder, 
Knaben und auch Mädchen, in Gottes Wort 
streng unterrichtet werden, daß unser 
Volk von seinen Wurzeln an in Glaubenskraft 
aufwachse und erstarke, ein heil’ger Baum, 
von dessen goldnen Früchten die ganze Welt 
soll zehren und gedeihn. Das deutsche Volk 
ist Gottes Eigentum, vom Herrn erwählt, 
ums Evangelium der ganzen Welt zu bringen, 
daß das Reich des Heilands kommen kann zu 
jedem Volk. So lang‘ das deutsche Volk die 
Treue hält, so lange bleibt es groß und 
gottgesegnet, doch wenn es fällt von Gott, 
dann stürzet auch des Reiches Ehre krachend 
in den Staub. Ich schau‘ im Geiste schweres 
Ungewitter am Himmel aufziehn, um sich zu 
entladen im deutschen Land in Aufruhr, Mord 
und Not. Ein roter Blutstrom wälzt sich durch 
das Volk, denn Christus bringt nicht Frieden, 
sondern Krieg; und hunderttausend Deutsche 
müssen sterben fürs Evangelium in vielen 
Schlachten. Der Teufel hört nicht auf, 
das Werk zu stören und holt die Scharen 
von dem End‘ der Welt. Und immer muß 
das deutsche Vaterland der Acker sein, 
den scharfer Pflug durchwühlt, und in 
die Furchen streut der Satan Samen, aus 
dem die Drachen wachsen, die sich selbst 
zerfleischen in entmenschtem Bruderkrieg. 
Oh, du mein armes deutsches Vaterland! 
All diese Not erleidest du durch mich, 
weil ich dich führen soll auf Gott’s 
Geheiß! Herr, steh‘ mir bei und meinem 
armen Volke! Doch einmal geht der helle 
Morgen auf, wenn wir das Leid getragen 
bis zum Ende. Halt aus, mein deutsches 
Land, halt tapfer aus, und wenn du stehen 
sollst an Abgrunds Rand, du kannst wohl 
sinken, niemals untergehen. Du deutsch‘ 
Gewissen, deutsche fromme Seele, wir 
beide, du und ich, wir sind verbunden 
für alle Zeiten nach des Höchsten 
Willen, daß wir zusammen leben oder 
untergehn. Wird hart der Kampf und 
allzu groß die Not, der Herr bleibt 
unsere Burg und unser Gott. –

(Draußen erklingt mächtig der Choral:)

„Ein‘ feste Burg ist unser Gott.“

(Der Vorhang fällt.)

Wer auf geliehene Kostüme nicht verzichten will, 
wende sich an die Verlagshandlung von Arwed Strauch, 
Leipzig, welche das Leihen billiger Kostüme vermittelt.

Druck von Dr. F. Poppe, Leipzig-R.

---------------------------------

Hinweise zu diesem eBook

Titel: Kloster Himmelpforte
Autor: Robert Falke (1864-1948), Wernigeröder Hofprediger
Erschienen in Leipzig, 1921 (Verlag von Arwed Strauch)
Digitalisiert durch die Deutsche Nationalbibliothek, 2016
Da der Autor 1948 verstarb, ist das Werk seit 2019 gemeinfrei
URL: https://d-nb.info/1112479732
URN: urn:nbn:de:101:1-201703194255

Transkribiert von Christian Reinboth, 2026
(unter Beibehaltung der Orthografie des Originals)

Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1921 erschienenen und durch 
die Deutsche Nationalbibliothek digitalisierten Buchausgabe so 
weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Ungewöhnliche 
und altertümliche Ausdrücke (z.B. ‚puchen‘ für ‚niederreißen‘, 
‚Schwäher‘ für ‚Schwiegervater‘ oder Kopplungen mit ‚=‘ wie 
‚Bauern=Haß‘) wurden beibehalten, sofern die Verständlichkeit 
durch diese nicht beeinträchtigt wird. Inkonsistente Schreibweisen 
(z.B. erwidern/erwiedern; gelegentliche Verwendung von Apostrophen 
vor dem ‚Plural-s‘) wurden ebenfalls nicht vereinheitlicht.


*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK KLOSTER HIMMELPFORTE ***


    

Updated editions will replace the previous one—the old editions will
be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
law means that no one owns a United States copyright in these works,
so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
States without permission and without paying copyright
royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
of this license, apply to copying and distributing Project
Gutenberg™ electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG™
concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
and may not be used if you charge for an eBook, except by following
the terms of the trademark license, including paying royalties for use
of the Project Gutenberg trademark. If you do not charge anything for
copies of this eBook, complying with the trademark license is very
easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation
of derivative works, reports, performances and research. Project
Gutenberg eBooks may be modified and printed and given away—you may
do practically ANYTHING in the United States with eBooks not protected
by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the trademark
license, especially commercial redistribution.


START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase “Project
Gutenberg”), you agree to comply with all the terms of the Full
Project Gutenberg™ License available with this file or online at
www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg™
electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg™
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or
destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic works in your
possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
Project Gutenberg™ electronic work and you do not agree to be bound
by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person
or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B. “Project Gutenberg” is a registered trademark. It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg™ electronic works
even without complying with the full terms of this agreement. See
paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg™ electronic works if you follow the terms of this
agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg™
electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (“the
Foundation” or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
of Project Gutenberg™ electronic works. Nearly all the individual
works in the collection are in the public domain in the United
States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
United States and you are located in the United States, we do not
claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
displaying or creating derivative works based on the work as long as
all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
that you will support the Project Gutenberg™ mission of promoting
free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg™
works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
Project Gutenberg™ name associated with the work. You can easily
comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
same format with its attached full Project Gutenberg™ License when
you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
in a constant state of change. If you are outside the United States,
check the laws of your country in addition to the terms of this
agreement before downloading, copying, displaying, performing,
distributing or creating derivative works based on this work or any
other Project Gutenberg™ work. The Foundation makes no
representations concerning the copyright status of any work in any
country other than the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
immediate access to, the full Project Gutenberg™ License must appear
prominently whenever any copy of a Project Gutenberg™ work (any work
on which the phrase “Project Gutenberg” appears, or with which the
phrase “Project Gutenberg” is associated) is accessed, displayed,
performed, viewed, copied or distributed:

    This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
    other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
    whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
    of the Project Gutenberg License included with this eBook or online
    at www.gutenberg.org. If you
    are not located in the United States, you will have to check the laws
    of the country where you are located before using this eBook.
  
1.E.2. If an individual Project Gutenberg™ electronic work is
derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
contain a notice indicating that it is posted with permission of the
copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
the United States without paying any fees or charges. If you are
redistributing or providing access to a work with the phrase “Project
Gutenberg” associated with or appearing on the work, you must comply
either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
will be linked to the Project Gutenberg™ License for all works
posted with the permission of the copyright holder found at the
beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg™.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg™ License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
any word processing or hypertext form. However, if you provide access
to or distribute copies of a Project Gutenberg™ work in a format
other than “Plain Vanilla ASCII” or other format used in the official
version posted on the official Project Gutenberg™ website
(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
of obtaining a copy upon request, of the work in its original “Plain
Vanilla ASCII” or other form. Any alternate format must include the
full Project Gutenberg™ License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg™ works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg™ electronic works
provided that:

    • You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
        the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method
        you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
        to the owner of the Project Gutenberg™ trademark, but he has
        agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
        Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
        within 60 days following each date on which you prepare (or are
        legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
        payments should be clearly marked as such and sent to the Project
        Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
        Section 4, “Information about donations to the Project Gutenberg
        Literary Archive Foundation.”
    
    • You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
        you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
        does not agree to the terms of the full Project Gutenberg™
        License. You must require such a user to return or destroy all
        copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
        all use of and all access to other copies of Project Gutenberg™
        works.
    
    • You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
        any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
        electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
        receipt of the work.
    
    • You comply with all other terms of this agreement for free
        distribution of Project Gutenberg™ works.
    

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
Gutenberg™ electronic work or group of works on different terms than
are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
from the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the manager of
the Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set
forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
Gutenberg™ collection. Despite these efforts, Project Gutenberg™
electronic works, and the medium on which they may be stored, may
contain “Defects,” such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the “Right
of Replacement or Refund” described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg™ trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg™ electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from. If you
received the work on a physical medium, you must return the medium
with your written explanation. The person or entity that provided you
with the defective work may elect to provide a replacement copy in
lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
or entity providing it to you may choose to give you a second
opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you ‘AS-IS’, WITH NO
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
violates the law of the state applicable to this agreement, the
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg™ electronic works in
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
production, promotion and distribution of Project Gutenberg™
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any
Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg™

Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s
goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will
remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg™ and future
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org.

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
U.S. federal laws and your state’s laws.

The Foundation’s business office is located at 809 North 1500 West,
Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up
to date contact information can be found at the Foundation’s website
and official page at www.gutenberg.org/contact

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread
public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine-readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements. We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state
visit www.gutenberg.org/donate.

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate.

Section 5. General Information About Project Gutenberg™ electronic works

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
Gutenberg™ concept of a library of electronic works that could be
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
distributed Project Gutenberg™ eBooks with only a loose network of
volunteer support.

Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
edition.

Most people start at our website which has the main PG search
facility: www.gutenberg.org.

This website includes information about Project Gutenberg™,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.